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P.b.b. — 11Z038861 M — 1040 Wien —— www.facebook.com/biorama

KOSTENLOS — ABER ABONNIERBAR

ausgabe 45 — OKTOBER / NOVEMBER 2016. www.biorama.eu

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Klo-lektüre In Zukunft könnte unser Abwasser als Rohstoffquelle dienen. Tourismus: Was beim Reisen falsch läuft. Fischerei: Mit moderner Satellitentechnik gegen Raubfischerei. 

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Biorama Nº. 45

auftakt

inhalt

07 Editorial 08  Global Village Die Welt im Großen & Kleinen

Magazin

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16 Tourismus, der die Welt zerstört Von den ethischen Grenzen des Reisens 22 Wer einmal eine Reise tut … Eine Typologie der Reisenden 31 Von überallher nach nirgendwohin Teresa Reiter ist nicht begeistert von Globetrottern 32 Technologien für die Weltmeere Das AIS-System verhindert Überfischung 38 Bio-Start-up Nahgenuss aus Graz vermittelt Viertel-Schweine 40 Leserbefragung Wir wollen es wissen 42 WearFair & Mehr Linz war Eco-Fashion Hotspot 48 Da steht es gut Clevere Aufhänger fürs Fahrrad 54 Auf ein stilles Wörtchen Exkremente als Rohstoff 66 Vegane Mode: Ist das wirklich nachhaltig? Auch Plastik ist vegan 72 Omas Suppengemüse Anna & Esa machen Gemüse ein

Marktplatz 74 Natürlich vegan Veganes für Haut und Haar 76 Schnelle Teller Convenience in Bio-Qualität

Kolumnen

tourismus, der die welt zerstört? Wenn die einst beschaulichen Fischerdörfchen nur noch Touristenmassen fischen, ist es aus mit der heilen Welt. Dann nehmen die Fast-Touristen den Einheimischen nicht nur ihre ursprünglichen Einnahmequellen, sondern auch Natur und Tradition weg. 

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70 Glasgeflüster 78 Elternalltag 80 Die Welt, die wir uns wünschen 82 Biss zum Ende

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Die Gewinner des Urban Gardening Wettbewerbs 2016

Angelika, Wien 13., Gemeinschaftsgarten

32 mit technik die weltmeere schützen Das ais-System stellt zuverlässige Routendaten für alle Schiffe dar und schafft es so auch, mit Satellitentechnik, illegaler Überfischung und der Zerstörung der Meere entgegenzuwirken. Sogar kleine Fischereien beteiligen sich bereits daran.

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Patrick und Leon, Münchendorf (NÖ), Balkongarten

60 Nicole, Wien 15., Fensterbankerlgarten

BIORAMA und AMA-Bio-Marketing gratulieren! natur – in your face Wir lassen am liebsten nur Pflanzliches an unsere Haut. Eine Auswahl der besten veganen, natürlichen Kosmetika.

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auf ein stilles wörtchen Aus dem, was wir im Klo zurücklassen, kann man eine Menge Neues machen. Dünger, Strom oder gar Medikamente.

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Kochen lernen im Rhythmus der Jahreszeiten. Richard Rauch und Katharina Seiser zeigen im ersten Band in neun thematischen Kapiteln anschaulich und leicht nachzuvollziehen, wie man aus dem Besten, was uns der Winter schenkt, köstliche Mahlzeiten zubereitet. Viele Tipps und Tricks und warenkundliche Informationen runden den Band ab, der auch erfahrenen HobbyköchInnen viele neue Anregungen und wertvolles Wissen bietet.

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editorial, impressum

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Erratum

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iebe vergeht, Hektar besteht« – ganzen Generationen wurde diese Weisheit von den Altvorderen eingetrichtert. Zwar meinte dieses Credo bauernschlauer Heiratspolitik letztlich nichts anderes als »Liebe wird oft überbewertet«, der alte Gassenhauer der Lassie Singers. Doch das Besitzdenken ist längst weiter, das Wachstumsstreben ebenso. Zwar wird jetzt auch schon seit ein paar Sommern allerorts mit schönen Bildern Urban Gardening propagiert, doch der Selbstversorgungsgrad der Städte mit Lebensmitteln sinkt. Die landwirtschaftliche Produktion, früher selbstverständlich bis in die Innenstädte hinein, wird immer weiter zurückgedrängt. Gerade in wachsenden Städten wird immer mehr Boden versiegelt, müssen Felder Siedlungsgebieten weichen. »Die Stadt frisst ihre Äcker« beklagten Peter A. Krobath, Sarah Kumnig und Andreas Exner kürzlich in einem Text in der Feuilleton-Beilage der Presse. Der Vorwurf: Das unreflektierte Wachstumsdogma – »Wien wächst« – würde die Stadt gerade in Krisenzeiten anfälliger, weil von Importen abhängiger machen. »Laut Realnutzungskartierung haben sich die landwirtschaftlichen Flächen in Wien von 7.000 Hektar im Jahr 1997 auf 6.000 Hektar im Jahr 2012 reduziert. Seitdem gingen schätzungsweise weitere 400 Hektar verloren.« In anderen Großstädten ist das wenig anders. Dass dennoch nichts totgeschwiegen wird und sogar großer Bedarf besteht, all das zu diskutieren, belegt allein ein Vortrag, zu dem biorama diesen Herbst gemeinsam mit dem neu gegründeten Vertical Farming Institute ins Technische Museum Wien geladen hatte. Sogar aus der tiefsten Steiermark und aus Stuttgart waren Interessierte gekommen. In einem Punkt war man sich weitgehend einig: In wachsenden Städten müsse halt auch die Stadtlandwirtschaft in die Höhe streben. Ob das (Bio-)Gemüse künftig wirklich durchwegs indoor und auf Nährlösung wachsen solle, darüber wurde allerdings heftig debattiert. Wir bleiben dran (und garantieren, dass da mehr kommt als bloß schöne Bilder). Thomas Weber, Herausgeber weber@biorama.eu @th_weber

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impressum HERAUSGEBER Thomas Weber CHEFREDAKTION Thomas Stollenwerk AUTOREN Michael Anranter, Alexander Berth, Mirjam Bromundt, Sylvia Buchacher, Karin Chladek, Chris Cummins, Sandra Czadul, Iwona Dullinger, Jasmin, Eiglmeier, Juliane Fischer, Doris Fröhlich, Miriam Frühstück, Tina Gallach, Pia Gärtner, Theresa Girardi, Yannick Gotthardt, Katharina Grabner, Christa Grünberg, Micky Klemsch, Ellen Köhrer, Sophie König, Sarah Krobath, Astrid Kuffner, Sarah Latussek, Theresa Loibl, Alexa Lutteri, Martin Mühl, Ursel Nendzig, Michaela Pichler, Susanne Posegga, Julia Preinerstorfer, Martin Preinesberger, Sebastian Rahs, Theres Rathmanner, Parvin Razavi, Werner Reiter, Teresa Reiter, Matthias Schickhofer, Jürgen Schmücking, Katja Schwemmers, Stefan Seemann, Elena Seitaridis, Mara Simperler, Wolfgang Smejkal, Anna Sperber, Sarah Stamatiou, Werner Sturmberger, Erwin Uhrmann, Julia Unterlechner, Jonas Vogt, Katharina Wiesler, Jörg Wipplinger, Irina Zelewitz, Helena Zottmann ART DIRECTOR Sig Ganhoer GESTALTUNG Sig Ganhoer, Erli Grünzweil LEKTORAT Wolfgang Smejkal, Adalbert Gratzer ANZEIGENVERKAUF Herwig Bauer, Micky Klemsch (Leitung), Thomas Weber DRUCK Niederösterreichisches Pressehaus, Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H. Gutenbergstrasse 12, 3100 St. Pölten PRODUKTION & MEDIENINHABERIN Biorama GmbH, Wohllebengasse 16 / 6, 1040 Wien GESCHÄFTSFÜHRUNG Martin Mühl KONTAKT Biorama GmbH, Wohllebengasse 16 / 6, 1040 Wien; Tel. +43 1 9076766; www. biorama.eu, redaktion@biorama.eu BANKVERBINDUNG Biorama GmbH, Bank Austria, IBAN AT44 12000 10005177968, BIC BKAUATWW ABONNEMENT siehe Website: www. biorama.eu ERSCHEINUNGSWEISE 6 Ausgaben pro Jahr ERSCHEINUNGSORT Wien VERLAGSPOSTAMT 1040 Wien

BLATTLINIE Biorama ist ein unabhängiges, kritisches Magazin, das sich einem nachhaltigen Lebensstil verschreibt. Die Reportagen, Interviews, Essays und Kolumnen sind in Deutschland, Österreich und der ganzen Welt angesiedelt. Sie zeigen Möglichkeiten für ein Leben mit Qualität für Mensch und den Planeten Erde. Ohne dabei den Zeigefinger zu erheben. Biorama erscheint sechsmal im Jahr.

foto Michael Winkelmann

Urban Gardening. Oder: Frisst die Stadt ihre Äcker?

In der letzten Ausgabe von Biorama ging es im Artikel von Irina Zelewitz und Magdalena Meergraf Nur kosmetisch natürlich? Ein Wegweiser durch die Naturkosmetik darum, wofür unterschiedliche Naturkosmetik-Siegel stehen, was sie garantieren – und was eben nicht. Dabei liegt der Teufel im Detail. Fälschlicherweise hieß es in dem Artikel, das Demeter-Siegel für Naturkosmetik garantiere, dass mindestens 90 % der pflanzlichen Inhaltstoffe im jeweiligen Produkt aus biologischem Inhalt stammen. Richtigerweise hätte es heißen müssen, die von Demeter-zertifizierte Biokosmetik garantiert, dass 100 % der pflanzlichen Inhaltsstoffe aus Bio-Anbau stammen und davon mindestens 90 % aus Demeter zertifiziertem Bio-Anbau. Für diesen Fehler bitten wir um Entschuldigung.

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bild der ausgabe

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bild der ausgabe

Deutschlands wilde Wölfe Es ist einer der größten Erfolge für den Artenschutz: Seit Jahren schon breiten sich die Wölfe wieder in Deutschland aus. Einst gefürchtet, verfolgt und ausgerottet leben mittlerweile wieder 40 Wolfsrudel im Bundesgebiet. Auch in Österreich gab es im Sommer 2016 erstmals seit über 100 Jahren wieder Wolfsnachwuchs in freier Wildbahn. (Siehe dazu unsere Mammut-Recherche: »Die Wölfe sind zurück in Österreich. Und was jetzt?« auf www.biorama.eu) Acht Jahre lang hat der Zoologe, Fotograf und zdf-Redakteur Axel Gomille wildlebende Wölfe in Deutschland beobachtet und ihr zurückgezogenes Leben dokumentiert. Sein Bildband »Deutschlands wilde Wölfe« (erschienen im Verlag Frederking & Thaler) zeigt auf 168 Seiten 190 Abbildungen: eine unaufgeregte, ungeschönte Annäherung an ein faszinierendes Raubtier. Willkommen Wolf! www.axelgomille.com

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Text Thomas Weber bild © Axel Gomille / Frederking & Thaler Verlag

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AUGEN

Die essen ja bekanntlich mit. Deshalb dürfen sich in dieser Würzmischung klassische Gartenkräuter und aromatischer Bärlauch von Kornblumen, Ringelblumen und Rosenblüten aufs Allerschönste begleiten lassen.

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street talk Wir fragen, fünf reisende antworten.

»Wenn du ein Zugvogel wärst – wohin würde dein Innerer Kompass dich führen?«

Steffen 51, Protein-Eis-Verkäufer

Paul 28, Bürokaufmann

In den Süden. In die Toskana. Da fahr ich seit zehn Jahren hin, weil es mich erdet. Es ist grün, mir gefällt die Natur und das Einfache dort. Da kann ich einfach mal raus aus der Stadt. Wer schon einmal dort war, versteht, was ich mit einfach meine. Es gibt z.B. einfache Hotels: das heißt Tisch, Bett, Stuhl und Schrank – mehr nicht. Das gefällt mir.

Ich würde gerne nach Sibirien fahren, zum Baikalsee. Es zieht mich nämlich einfach dort hin. Ich stell mir einen riesengroßen See vor, mit unheimlich vielen Bäumen drum herum. Wahrscheinlich gibt es viele Birken, und viel Vogelgezwitscher. Ich mag es gern ein bisschen kühler.

Amani 23, Studentin

Nadja 55, Professorin

Vielleicht ein Ort mit schöner Aussicht, vielen Gärten und Sehenswürdigkeiten. Ich mag schöne Farben. Ich bin eigentlich nicht von Österreich, sondern aus Palästina. Als ich im Flugzeug saß, war der Ausblick großartig, es war wunderschön.

Ich würde am liebsten die ganze Zeit in der Luft verbringen und meine Heimat, England, von oben betrachten. Die Dinge so zu sehen, wie Vögel sie sehen, stelle ich mir schön vor. Ich glaube, Vögel nehmen Dinge anders wahr als Menschen. Damit meine ich Distanzen, Infrarot Licht und Farben.

In den Süden natürlich. Dort wo es wärmer und nicht so windig ist wie in Wien. Es herrscht nämlich ein schreckliches Klima hier. Auch im anderen Sinne. Politisch ist das nämlich eine Katastrophe. Wien ist die Welthauptstadt, ok das ist ein bisschen übertrieben, aber sicher ein Zentrum des Rassismus. Behaupte ich! Ich lass mich sogar schlagen dafür.

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Interview und bild Jasmin Eiglmeier, Sandra Czadul

Andreas 50, Lehrer

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global village

bild Flickr: Andrew (User) CC BY 2.0, Green Belt Movement, ByFusion

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Vereinigtes Königreich

Afrika

Ashton Hayes, geh du voran

Eine groSSe, grüne Mauer

Ein Dorf in England probt den Wandel und senkt seinen CO2-Ausstoß.

Ein Grünstreifen soll afrikanische Landschaften vor Verwüstung schützen.

2006 beschlossen die knapp 1.000 Bewohner von Ashton Hayes in der Grafschaft Cheshire, ihren Ausstoß an Kohlendioxid zu senken. Zum ersten CO²-neutralen Dorf Englands wollte man werden. Ein Jahrzehnt später, hat man die Emissionen um 40% gesenkt und Gäste aus aller Welt bewirtet. Über 200 Delegationen haben Ashton Hayes in den vergangenen Jahren einen Besuch abgestattet, um sich anzusehen, wie man zum Vorbild in Sachen Klimaschutz wird – technologisch, finanziell und kommunikativ. Das Geheimnis: die Bewohner des Dorfes werden darüber informiert, wie sie individuell dazu beitragen können, den Energieverbrauch zu senken, aber niemandem wird etwas vorgeschrieben. Drei Viertel der Bewohner haben sich bisher in die lokale Going Carbon Neutral Initiative eingebracht. Das verbindet und spornt an. Die Energiewende auf lokale Ebene voranzutreiben, macht sich bezahlt, auch für das Klima im Ort.  www.goingcarbonneutral.co.uk

Der Plan ist nicht neu: Schon seit den 1950er Jahren wird darüber nachgedacht, am südlichen Rand der Sahara einen gewaltigen künstlichen Grünstreifen anzulegen, der die Wüste daran hindern soll, sich weiter auszubreiten. Schließlich trieb die Trockenheit Jahr für Jahr Menschen aus einer Reihe von Ländern in die Flucht, in die Arme von Boko Haram oder in den Tod. Seit 2012 arbeitet ein Konsortium aus Afrikanischer Union, Europäischer Union und Vereinten Nationen daran, den Plan für eine »Great Green Wall« umzusetzen. Im Senegal, am Westende der grünen Mauer, wurden bisher schon über elf Millionen Bäume gepflanzt. Und auch in den übrigen Staaten entlang des Schutzstreifens sind die Maßnahmen inzwischen sichtbar. Elf Subsahara-Staaten sind am Mammutprojekt beteiligt: Senegal, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, Nigeria, Tschad, Sudan, Eritrea, Äthiopien und Dschibuti. Der Grünstreifen soll Desertifikation verhindern, langfristig könnte ihr damit sogar entgegengewirkt werden.  www.greenbeltmovement.org

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USA

Häuser aus Müll By-Fusion aus Brooklyn möchte Plastikmüll recyceln, und das möglichst simpel.

Aus dem in erschreckenden Mengen verfügbaren Rohstoff Plastik sollen in Industrieanlagen Quader gepresst werden, die als Baustoff verwendet werden können. RePlast nennen die Amerikaner das Material. Die Plastik-Bausteine sollen ganz ohne Einschmelzen des gesammelten Mülls entstehen, sondern einfach durch die Kompression von Plastikmüll unter Druck. Sogar die Reinigung des Plastiks soll nicht nötig sein, bevor es zum Baumaterial RePlast wird. Der Plastikmüll wird geschreddert und in Quader gepresst – alles in einer Maschine. That’s it. Prototypen stehen bereits im kalifornischen Santa Barbara und im neuseeländischen Dunedin. Quader aus Plastik als Baustoff – das klingt nach einer tollen Methode, um die Recycling-Quote in großem Stil zu erhöhen. Allerdings bleiben Zweifel, ob die Würfel wirklich eine Zukunft als Massenware haben. Schließlich geht es bei Baustoffen immer auch um die Isoliereigenschaften, die Stabilität und nicht zuletzt den Brandschutz.  www.byfusion.com

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meine stadt

MEINE STADT: Bozen

von Michael Anranter

Lieblingsplätze UND Eco-HotSpots

Michael Anranter kommt aus Bozen und lebt seit acht Jahren in Wien. Er arbeitet dort am Oikodrom – Institut für nachhaltige Stadtforschung. Besonders wichtig sind ihm soziale und kulturelle Aspekte von Nachhaltigkeit in der Stadt; ‚local belonging‘ ist noch immer eines seiner Lieblingswörter. Für biorama hat er Bozen unter die Lupe genommen.

talferwiesen Sie sind nicht nur die Lungen der Stadt, sondern auch der Raum für Sport und Freizeit. Während die grüne Weite inmitten der Stadt schon im Frühjahr dazu einlädt zu entspannen, sind an freien Tagen die Plätze gut gefüllt. An über 300 Sonnentagen im Jahr sind die Ufer ein attraktiver Aufenthaltsort.

schlössl mühle Dort wo die Talfer das tautologische ‚am Talfergries’ im Zentrum der Stadt begründet, wurden im 16. Jahrhundert getreideverarbeitende Betriebe angesiedelt. Heute mahlt man hier von Braunhirse über Dinkel bis hin zu Weizen alles frisch. Portionsweiße verpackt oder in offenen Säcken kann jeder für sich entscheiden. www.schloesslmuehle.com

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humus bio-bistro Die Gastronomie hat sich stark verändert; aber noch immer sitzt man im öffentlichen Raum. Das Humus Bio-Bistro lebt von der Geschäftigkeit der anderen. Von Bio-Spritz und Bruschetta Sobaba über Humus bis hin zu Speck und Kas (Käse); bei allen Produkten wird auf ethische und biologische Produktion geachtet. www.humus-bistro.com

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museion – museum für moderne kunst Einst Aufreger in den lokalen Medien, hat sich das Museum für Moderne Kunst in Bozen einen Namen gemacht. Architektonisch und künstlerisch wertvoll. Eine Besonderheit? In den warmen Monaten dient die Glasfassade als Leinwand für Installationen und Filme. Dann setzen sich hier Menschen zusammen und genießen das Dargebotene ganz ohne Konsumzwang. www.museion.it

bauernmarkt am matteottiplatz Der Bio-Hype bei Gemüse und Obst ist in Italien im Allgemeinen wenig ausgeprägt; vor allem Regionalität steht hier im Vordergrund. Wer biologische Produkte im Direktverkauf kaufen möchte, geht auf den Bio-Bauernmarkt am Rathausplatz; regionale Bauernmärkte ohne Bio hingegen gibt es in mehreren Stadtvierteln. www.bolzano-bozen.it/de/bozen-markt.htm

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Tourismus-Ethik

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Helena Zottmann

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Nuk 2013 / Shutterstock.com

Tourismus, der die Welt zerstört Reisen erweitert unseren Horizont und eröffnet uns neue Lebenswelten – doch wir werden hinters Licht geführt: Andere Menschen und die Umwelt werden für unser Erlebnis ausgebeutet.

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in marokkanisches Fischerdorf am Atlantik ist heute ein beliebter Surfspot. Lange lebten die Menschen hier von der Fischerei, heute sind es fast ausschließlich Einkünfte aus dem Tourismus. Einheimische stehen mit Sonnenbrillenimitationen und Tiefkühltruhen mit Getränken am Straßenrand und verkaufen ihre importierte Ware. Nach nur 500 Metern hat man den Ort bereits wieder verlassen. Zahlreiche private Unterkünfte wurden von Ausländern gekauft und beherbergen heute die europäischen Touristen. Das Geld fließt von Europa wieder nach Europa. Marokko ist nur ein Zwischenstopp und die Einheimischen verdienen ihr Geld als Taxler und Verkäufer. So sieht es in vielen Ländern aus, wo sich aufgrund einer Naturgegebenheit – in diesem Fall Wellen – ärmliche Fischerdörfer zu beliebten Urlaubsorten gemausert haben.

»Das meiste Geld bleibt am Schiff, die lokalen Händler bringen vielleicht einen Schlüsselanhänger oder einen Selfie-Stick an.«

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Kreuz-(Irr-)Fahrt Barcelona, Venedig und Dubrovnik – das sind die beliebtesten Häfen bei Kreuzfahrten in Europa. Wer die schwimmenden Wolkenkratzer vor Anker sieht, kann sich die Menschenmassen vorstellen: Um 11 Uhr vormittags werden die 2.000 bis 4.000 Passagiere in den vierstündigen Aufenthalt entlassen. Dubrovnik etwa, mit einer winzigen Altstadt, wird täglich von bis zu 15.000 Touristen überrannt. Die Passagiere sehen sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an, dann gönnen sie sich noch ein Eis und verlassen die Stadt wieder, um rechtzeitig zum Abendessen am Schiff zu sein. Das meiste Geld bleibt am Schiff, die lokalen Händler bringen vielleicht einen Schlüsselanhänger oder einen Selfie-Stick an. Die lokale Wirtschaft hat wenig von den massenhaften Besuchen, die Bewohner und die anderen Touristen müssen mit überfluteten Fußgängerzonen leben.

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»Immobilien werden von Investoren gekauft, als schicke Wohnungen günstig eingerichtet und für einen Tagessatz von rund hundert Euro vermietet.«

AirB’n’B statt Mitbewohner Es gibt Städte, da ist quasi dauernd Saison. Venedig, Berlin, Athen. In der Altstadt Athens lebt kaum mehr ein echter Mensch. Die Abende dauern lang, Partys auf der Straße dauern bis in die Nacht und die Fenster der angrenzenden Wohnhäuser bleiben finster. Immobilien werden von ausländischen aber auch einheimischen Investoren gekauft, als schicke Wohnungen günstig eingerichtet und für einen Tagessatz von rund hundert Euro (»mit Blick auf die Akropolis«) vermietet. Das beste Geld, das man dort gerade machen kann, vorausgesetzt man hat das nötige Kapital, um in eine Immobilie im Zentrum zu investieren.

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Thaimassage mit Happy End Es ist eine der ersten Assoziationen mit Thailand: Sextourismus. Aber nicht nur dort, auf der ganzen Welt sorgt das Geschäft mit den Trieben für Einnahmen. Auch auf den Philippinen, in Brasilien oder in vielen afrikanischen Ländern lassen sich vorwiegend Männer mit Liebesdiensten verwöhnen. Prostitution ist in Thailand, im Gegensatz zu Österreich, verboten und so werden die Thais erfinderisch: Massagezentren und StundenHotels sind getarnte Bordelle. Und obwohl Prostitution offiziell verboten ist, schneidet auch der Staat an diesem Wirtschaftszweig mit: Die Umsätze im Tourismus steigen und touristisches Geld wird auch für Visa und offizielle Nächtigungen ausgegeben.

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Wegweiser für ethisches Reisen

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ethicaltraveler.org — Die Non-Profit-Organisation will die Vorteile des Tourismus nutzen, um Menschenrechte und Umwelt zu schützen. Dafür listet die Organisation jedes Jahr jene Destinationen, die – gemäß ihrer Kriterien Umweltschutz, Sozialsystem und Menschenrechte – am vertretbarsten sind zu bereisen. Ethical Destinations sind 2016 zum Beispiel Samoa, die Mongolei oder Uruguay. www.tourismconcern.org.uk/ethicaltravel-guide — Die tourismuskritische Plattform Tourismconcern will Tourismus ethischer, fairer und positiver gestalten, sowohl für Reisende als auch für die Menschen und Anbieter in den Urlaubsdestinationen. Dafür starten sie Petitionen – zum Beispiel, um Human Safaris zu stoppen. www.tripadvisor.com/greenleaders Das Öko-Programm von TripAdvisor hilft Reisenden Hotels zu finden, bei denen zumindest die ökologische Verwendung von Handtüchern Standard ist. Recycling, die Verwendung von lokalem und regionalem Essen oder andere »green policies« sind Anforderungen an Hotels, um sich den Green-Leaders-Badge von TripAdvisor zu verdienen.

Waisenhaus-Tourismus Kambodscha erlebte durch den Waisenhaus-Tourismus einen rasanten Aufschwung. Die Besucher wollen helfen oder sich ein Bild von der Situation machen. Oft sind die Kinder aber nicht wirkliche Waisen, sondern werden von der ansässigen Bevölkerung hingeschickt, in der Hoffnung, sie hätten dort ein besseres Leben. Laut einer unicef-Studie aus dem Jahr 2011 stieg die Zahl der Waisenhäuser in Kambodscha zwischen 2005 und 2010 um 75 % an, während fast die Hälfte der Kinder keine Waisen waren und von den Familien auch wieder abgeholt wurden. Waisenhäuser zu betreiben wurde zu eiem lukrativen Geschäft.

2005

+ 75 %

mehr Waisenhäuser

Die Zahl der Waisenhäuser in Kamboscha stieg um 75 % an, während fast die Hälfte der darin befindlichen Kinder keine Waisen waren. Grund für den plötzlichen Anstieg: Gutgläubige Touristen wollen armen Kindern helfen.

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Tourismus-Ethik

Kleiner EthikKnigge fürs Handgepäck »Leave nothing but footprints, take nothing but photographs.«

• • • • • • Dokutainment im Dschungel Human Safaris sind organisierte Ausflüge zu indigenen Stämmen. Touristen können »mit ein bisschen Glück einen Ureinwohner sehen«, wie lokale Angebote werben. Dabei bleibt es aber kaum beim Beobachten, oft locken die Besucher die Stammesmitglieder wie Tiere mit Keksen, um dann gemeinsame Fotos zu machen. Dass dabei Krankheiten oder Bakterien übertragen werden können, wird kaum bedacht. Die Stämme bestehen oft aus nur wenigen Hundert Angehörigen. Der Akuntsu-Stamm in Brasilien besteht sogar nur mehr aus vier Menschen. In wenigen Jahrzehnten könnte das Volk zusammen mit dem kulturellen Erbe und seiner Geschichte verschwunden sein. Soziale Erkundung ist ausbeutend und aufdringlich, denn obwohl die Stämme oft in geschützten Naturreservaten leben, dringen die Reise-Agenturen mit den schaulustigen Touristen in deren Lebensraum oft ungefragt ein. Von den Einnahmen aus diesen Touren profitieren nur die Reiseanbieter, die Völker sehen selten einen Anteil am Gewinn.

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I nformiere dich. Für die Dauer deines Urlaubs bist du Teil des Landes, in dem du dich aufhältst. Buche nicht ausschließlich über internationale Reiseveranstalter, nutze lokales Angebot für Tagesausflüge, Trips oder Citytouren. N utze öffentliche Verkehrsmittel und Fahrradverleihe, verzichte möglichst auf Autos und vermeide das Flugzeug. L erne die Sprache. Ein paar Phrasen, ein paar Wörter sprechen und verstehen zu können, zeugen von Respekt und helfen dir in vielen Situationen weiter. L erne zu sprechen. Menschen aus reichen und aufgeklärten Ländern neigen dazu, ihre Meinung – bewusst oder unbewusst – als die allumfassende Wahrheit darzustellen. U nterstütze lokale Unternehmen: Kaufe Souvenirs bei lokalen Händlern, iss in lokalen Restaurants und nächtige bei einheimischen Anbietern. V erhandle fair. Viele Länder sind für Europäer günstig zu bereisen und Schnäppchenjäger versuchen gerade auf Märkten gern ihr Glück. G ib keine Geschenke an Kinder. Wer etwas spenden will, sollte dies bei den Eltern oder in Schulen tun. V ermeide Vorurteile. Werde dir ihrer bewusst und verabschiede dich von ihnen. Am einfachsten erkennt man Vorurteile, die mit »alle« beginnen. G o with the flow. Mit Ehrlichkeit, Freundlichkeit und ein bisschen Bescheidenheit kommt man auch ohne viele Regeln aus.

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Urlauber-Typologie

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Wer einmal eine Reise tut … … der tut sie vermutlich immer wieder auf die gleiche oder ähnliche Weise. Wir haben einen Blick auf Frau und Herr Urlauber geworfen und den Versuch gewagt, sie wie ein Reisebündel festzuschnüren.

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Text

Ursel Nendzig

Die Bildungsreisende*

Der Versicherte

Wer sie ist: Seit sie in Pension ist, reist sie nicht nur gerne in andere Länder, sondern wie in einer Zeitmaschine direkt in dessen jüngere und ältere Vergangenheit und die Geschichte der ethnischen Gruppen im Allgemeinen und Besonderen. Sie wird von jedem Touri-Guide gefürchtet, da sie, im Gegensatz zu ihm, über tatsächlich fundiertes Wissen verfügt. Das hat sie sich über die letzten Monate in der Stadtbücherei angeeignet und wird nicht müde, zu korrigieren, wenn es möglich ist. Daran erkennt man sie: Beige. Alles beige: Sonnenhut, Shorts, bequeme Outdoor-Sandalen, die Socken darin. Die Kopien aus der Stadtbücherei, aus denen sie gerne und lange zitiert. Das bringt sie von der Reise mit: Tonnen von Prospekten. Und Bilder, die sie bereits entwickeln hat lassen.

Wer er ist: Er ist gegen jede Eventualität versichert – krankheitsbedingtes Storno, frühzeitige Heimreise wegen politisch unsicherer Lage. Vom Laptop bis zur Ray-Ban hat er alles gegen Verlust versichert. Er würde sich die Schönwetter-Garantie dazu buchen, wenn er nur könnte. Führt einen Steckdosen-Adapter mit, um sein Notfalls-Handy stets aufladen zu können. Woran man ihn erkennt: Kann den Urlaub nicht genießen, weil er in ständiger Alarmbereitschaft ist. Wählt beim Buffet den internationalen Standardteller (Pizza oder Pommes). Trägt ständig eine dicke, weiße Schicht Sunblocker am gesamten Körper und unter dem UVShirt einen Brustbeutel mit ausreichend Bargeld, falls das nationale Bankensystem zusammenbrechen sollte. Den Großteil seines gegen Verlust versicherten Gepäckes macht die international genormte Urlaubsapotheke inklusive Desinfektionsmittel, Anti-Malariatabletten und Pillen gegen Durchfall aus. Sobald er zurück ist, sagt er: »Man ist ja doch froh, wenn man wieder heroben ist.« Das bringt er mit: Ungeöffnete Medikamente. Wäre ja schade, wenn sie ablaufen.

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Urlauber-Typologie

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Die Abenteurerin Wer sie ist: Sie bucht maximal den Flug, alles andere lässt sie auf sich zukommen. Sie taucht Hals über Kopf in das fremde Land ein, wird vermutlich ausgeraubt und niedergeschlagen, wacht auf dem Sofa einer einheimischen Familie wieder auf, die weder Englisch spricht noch weiß, wo ihr Gepäck, Pass, Geld und Handy ist. Sie lässt sich erst einmal mit Tees und Kräutern aufpäppeln. Woran man sie erkennt: Abgefuckter Riesenrucksack, der bereits beim Abflug etwas mieft, weil das einfach dazugehört. Fotografiert wenig, ist aber mitten im Geschehen, hat nach wenigen Tagen Kontakt zur Bevölkerung geknüpft. Versäumt vermutlich den Rückflug und beschließt spontan, jetzt dort zu leben. Dank ihrem Job als Reise-Bloggerin ist das kein Problem. Das bringt sie (im unwahrscheinlichen Fall ihrer Rückkehr) mit: Einen handgenähten Patchwork-Sofakissenbezug ihrer neuen Adoptiv-Schwiegermutter. buch-tipp: »gullivers reisen«

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EINES TAGES WERDEN ALLE TIERE SO FREI SEIN. Sie werden genau das Futter bekommen, das ihrer Art entspricht und natĂźrlich in der Herde aufwachsen. Sie werden das ganze Jahr, Sommer wie Winter, in Freilauf leben und jeden Tag so verbringen, wie es die Natur vorgesehen hat. Sie werden so frei sein wie unser Jungstier Muxl, unsere Weidejungrinder, unsere Hendln, unsere Puten, unsere Schweine, unsere Ziegen und unsere Schafe. Als Vorreiter der Bio-Branche arbeiten wir unermĂźdlich daran, dass dieser Tag bald kommt.

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Urlauber-Typologie

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Der Fern-Badeurlauber Wer er ist: Winter? Nicht für ihn. Für sein perfektes Badeerlebnis fliegt er im Januar in die Karibik. »Karibik«, bitteschön, sagen Sie niemals »Dom-Rep«. Er weiß gerne, was auf ihn zukommt. Deshalb bucht er wenn möglich das gleiche Zimmer im gleichen All-Inklusive-Schuppen wie all die Jahre zuvor. Er bucht nur Reisen mit Direktflug, das Umsteigen, das ist ihm zu mühsam. Und dann womöglich in Dubai, wo man ja wieder nicht genau weiß. Den zehnstündigen Flug nimmt er für das garantiert sonnige, nicht-zu-heißenicht-zu-kalte Wetter in Kauf. Woran man ihn erkennt: Er kann den Club-Tanz, weiß, an welchem Tag der Steak-Burger-Tag im American Restaurant ist. Hat zuhause dann im Hochsommer Sonnenbrand, denn er schmiert sich sicherlich nicht mit Sonnencreme ein: er ist schließlich vorgebräunt. Von der Karibik. Das bringt er mit: Duftkerze in Landesfarbe. Wie jedes Jahr. buch-tipp: den tui-prospekt (zur bestätigung)

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Urlauber-Typologie

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Die Trophäenjägerin Wer sie ist: Versucht, so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich abzuarbeiten. Hat sich dafür einen strengen Zeitplan auferlegt. Oder gleich die 7-Tage-12-Attraktionen-Busreise gebucht. Für sie ist Urlaubqualität gleich -quantität. Am Strand liegen ist für sie Zeitverschwendung und entspannt sie auch nicht, weil sie Angst hat, etwas zu versäumen. Woran man sie erkennt: Selten ist die Trophäenjägerin alleine unterwegs. Entweder in einer Reisegruppe oder mit Freunden. Meist sogar beides. Bequemes Schuhwerk, Sonnenschutz, Handycam. Sie betrachtet die Sehenswürdigkeiten gar nicht direkt, sondern beim Filmen durch die Kamera. Schreibt Tagebuch, um später die Tage und Städte auseinanderhalten zu können. Das bringt sie mit: mehrere Stunden Filmmaterial. Schließlich sieht sie ihre Reise nun auch das erste Mal. buch-tipp: »das 3-minuten-entspannungs-yoga«

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Der Technik-Urlauber

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Wer er ist: Für ihn beginnt der Technik-Urlaub bereits bei der Vorbereitung. Selbstverständlich hat er alles online gebucht und die Reservierungsbestätigungen als QR-Code-Hologramm auf seiner verspiegelten Sonnenbrille gespeichert. Er hat auch ein Datenpaket fürs Ausland gekauft und die Akkus seiner Drohne, der Go-Pro, des gps-Geräts, des Höhen-und Tiefenmessers, des wasserfesten Laptops und der Unterwasserkamera geladen. Daran erkennt man ihn: Sein Gepäck besteht aus einer überdimensionalen Leichtmetall-Transportkiste, für die er bereits vorab per Telebanking Übergepäck bezahlt hat. Und einen handlichen 16-Liter-Rucksack, der die Kleidung und Toiletteartikel für zwei bis drei Wochen locker fasst. Das bringt er mit: 35 Stunden Rohmaterial auf HD, 3.500 Bilder, 3D-Animation seiner Reiseroute und einen Sonnenbrand. buch-tipp: der conrad-katalog

Die Geld-spielt-keine-Rolle-Urlauberin Wer sie ist: Geschäftsreisende, Journalistin, Mitarbeiterin eines Reiseanbieters oder einer Fluggesellschaft. Sie ist mehr unterwegs als zuhause und hat so ungefähr jedes Reiseziel schon einmal gesehen. Beruflich, nicht privat, weswegen sie auch noch nie für einen Urlaub bezahlt hat. Wenn ihr Meeting beendet ist, geht sie ins Hotel-Spa. Häfen, Prachtbauten und Strandpromenaden hat sie wirklich schon zu viel gesehen. Daran erkennt man sie: Absolute Routine, bereits beim Flughafen. Das nervöse Gewusel rundherum blendet sie mit Ipod und Ohrstöpsel einfach aus. Alles schon gesehen, alles schon gehört. Im Flieger schnappt sie sich die Zeitung und senkt diese auch nicht beim Start. Selbstverständlich klatscht sie nicht nach der Landung und drängelt nicht vor beim Gepäcksband. Das bringt sie von der Reise mit: Shampoo und Seife aus dem Hotelzimmer. Zu besonderen Anlässen auch mal die Frottee-Schlappen oder den Bademantel. buch-tipp: lustiges taschenbuch

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Seit die neunfache Grammy-Gewinnerin 2002 mit ihrem Album „Come Away With Me“ die Welt im Sturm eroberte, existiert in der Musikwelt ein neuer Begriff: der „Norah-Jones-Sound“. Jones selber nannte das über alle Maßen erfolgreiche Werk zwar nur ganz lässig „my moody little record“, dennoch prägte es seitdem die Hörgewohnheiten rund um den Globus mit seinem einschmeichelnd-coolen Sound. Zur großen Freude ihrer Fans, kehrt Norah Jones zum Sound ihres Grammy Albums zurück. Auf „Day Breaks“ besinnt sich Norah Jones nämlich nicht nur auf ihre seit „Come Away With Me“ mehr und mehr vernachlässigten Klavierkünste, sondern schrieb und singt betörend schöne Songs, die musikalisch direkt dort anschließen. Unterstützt wird sie auf dem Blue-Note-Album von Jazz-Legenden wie Saxophonist Wayne Shorter, Bassist John Patitucci und Schlagzeuger Brian Blade.

Rebekka Bakken Most Personal Die Norwegerin Rebekka Bakken ist eine feste Größe in österreichischen Clubs und Festivals. Mit Charme und Stimme wickelt sie seit Jahren ihr Publikum um den kleinen Finger. Sie schreibt emotionale Songs, die ihre Alben zu wahren Singer/Songwriter-Perlen werden lassen und auf der Bühne dennoch in großartige Jazzinterpretationen um-gewandelt werden können. Es ist allerhöchste Zeit für ein persönliches Fazit aus den bisherigen Werken. Eine „most personal“ Best Of-Zusammenstellung. Typisch Rebekka Bakken aber, dass sie es nicht dabei belassen, sondern ihren Fans mehr bieten will. Und so präsentiert sie auf dieser Zu-sammenstellung auch gleich 5 brandneue Tracks, darunter der Ludwig Hirsch Klassiker „Wenn der Schnee draußen schmilzt“. LI V E : 05.11. 08.11. 11.11. 12.11. 13.11. 15.11.

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Traveler

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Von überallher nach nirgendwohin Kommentar

Teresa Reiter 

Irgendwo in der Nachbarschaft unserer Autorin liegt ein Hostel. Seither begegnet sie im Supermarkt barfüßigen Vollzeit-Reisenden.

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s gibt kein Wesen, das die Fähigkeit hat, seinen seelischen Abgrund so nach außen zu stülpen wie der Traveler. Er ist von oben bis unten sonnenverbrannt, hat ausgebleichtes Haar, in dem kleine Tiere flüstern und trägt am Arm ein kryptisches Tattoo. »Das? Ja, das hat mir ein Typ in einer Höhle in Griechenland nach meiner eigenen Zeichnung gemacht. Der hat so eine interessante Lebensgeschichte. Er war mal Banker an der New Yorker Börse und macht jetzt Perlvorhänge und spirituelle Lesungen.« Er trägt keine Schuhe oder höchstens Flip-Flops, egal ob er am Strand ist, in einer Bar oder in der Obstabteilung vom Gourmet Supermarkt, wo er versucht, mit Münzen aus aller Welt zu bezahlen, bevor er die paar Euro für seine Reiswaffeln findet. Am Rücken trägt er einen riesigen, dreckigen Rucksack, auf dem »Freunde« aus der ganzen Welt unterschrieben haben und der am Ende sicher leer ist, denn der Traveler trägt sowieso jeden Tag sein Lieblings-»Fuck you, Jesus«-TShirt. Blickst du ihm in seine toten Augen und fragst, wo er denn herkommt, so sagt er, das sei kompliziert und: »Von überall eigentlich«. Er nimmt keine Drogen mehr, denn die harten Sachen, das war gestern und heute ist man sogar zu faul, sich einen Joint zu drehen. Außerdem geht es ihm eh nicht so gut mit der Darminfektion aus Thailand und der Geschlechtskrankheit aus dem wanzenzerfressenen Hostel, wo war das noch einmal? »Du, ich weiß jetzt gar nicht. Manchmal wache ich in der Früh auf und weiß nicht, in welcher Stadt ich bin.« Tropische Früchte isst er hier nicht mehr, weil: »Wenn du einmal eine richtige Mango gegessen hast, dann kannst du das hier nicht mehr essen.« Er ist an den Orten, wo er gewesen ist, auch längst kein Tourist mehr, sagt »Cartachhena« und spuckt dich an, wenn er »Barcelona« sagt. Das Reisen hat ihn auch philosophisch geprägt: »Was mich in Afrika am meisten beeindruckt hat, ist, dass die Leute so arm sind, aber so glücklich mit dem Wenigen, das sie haben. Wir haben das schon total verlernt.« Es ist jede Stadt »super« und »wunderschön« und »ama-

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zing« und auf Facebook widmet der gemeine Traveler einer jeden von ihnen einen Post im Stil von: »Goodbye Bangkok. Thanks to all the amazing people I have met here. You have enriched my life and I am truly thankful that I have found so many new friends. Let’s stay in touch! Now brace yourself, Australia!« Und du schaust ihn an und fragst dich, was eigentlich mit ihm passiert ist. Warum irrt er über den Planeten, unfähig sich für die Wunder zu begeistern, für die er tausende Kilometer zurückgelegt hat? Er träumte doch einst von der Welt und seit er sie gesehen hat, anscheinend von gar nichts mehr. In die Nicht-Traveler-Gesellschaft integrierbar ist er auch nicht mehr, denn erzählst du ihm von den ersten Schritten des kleinen Neffens oder von einem guten Film, schreit sein Gesicht: »Aber wen juckt das, angesichts des Hungers in der Welt?« Und am Ende findest du heraus, dass er eh ein Bobo-Hobo ist, der zu Hause Marketingleiter eines multinationalen Konzerns ist und auf Bildungskarenz. Wie das Reisen für den Traveler ist der Traveler für die Welt eine nicht enden wollende Enttäuschung.

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Fischfang

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Technologien für die Weltmeere Neue Technologien machen die Routen der Fischereiboote auf den Ozeanen sichtbar. Illegale Fischerei und Überfischung sollen so gestoppt werden.  

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Manuela Tomic 

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Navama Flickr CC-BY Marchpix

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Prozent der gefangenen Fische weltweit werden illegal gefischt«, sagt Alfred Schumm, Leiter des globalen Fischereiprogramms des wwf, »das ist eine Wahnsinns-Zahl«. Aber was tun? Jahrelang befasste sich Schumm mit diesem globalen Problem. Vor vier Jahren kam dann die Erleuchtung. 2012 ist es ihm und seinen Kollegen gemeinsam mit dem Münchner Technologieunternehmen Navama gelungen, eine Technik zu entwickeln, die Routen von Fischereibooten aufzeichnet und nachvollziehbar macht. So können auch illegale Fischer geortet und getrackt werden. Aber eines sagt Schumm gleich zu Beginn: »Was wir mit dieser Technologie erreichen wollen, ist, die Aktivitäten auf offener See transparent zu machen. Wir sind nicht dazu da, um schwarze Schafe zu fangen, sondern Fischereien zum nachhaltigem Management zu motivieren.« Bis heute hat Schumm mit Andreas Struck, dem

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Die Routen der Seefahrt lassen sich dank GPSTechnologie sichtbar machen.

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Fischfang

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Inzwischen Inzwischen wird wird knapp knapp jeder jeder dritte dritte Fisch weltweit illegal gefischt. Fisch weltweit illegal gefischt.

Geschäftsführer von Navama, dieses Monitoring-System mit dem Namen »seeOcean« permanent weiterentwickelt und die Daten ausgebaut. Dabei spielt das Automatic Identification System (ais) eine zentrale Rolle.

Weltweites Spurenlesen per Satelliten Mittlerweile ist es weltweiter Standard, dass Schiffe auf dem Meer einen so genannten ais-Transceiver eingebaut haben. Mit diesen Transceivern, die aussehen wie kleine Modem-Kästchen, kommunizieren die Schiffe untereinander, um Kollisionen zu verhindern. »seeOcean« verwendet die gps-Daten dieser Geräte, um diese zu orten und ihre Spur sichtbar zu machen. Das geschieht weltweit flächendeckend per Satelliten. Sie fangen die ais-Funksignale auf und senden die Daten gebündelt zu ihren Bodenstationen. Dort werden die Daten dann auf einem Server zur Verfügung gestellt.  Derzeit arbeitet »seeOcean« mit den Daten von 17 Satelliten. Aber: Das sind nicht nur ais-Satelliten. Denn zu wissen, wo sich ein Schiff befindet und wie schnell es fährt, reiche nicht. Man müsse auch wissen, wie die Wetterlage ist, sagt Struck, um abschätzen zu können, was das Schiff auf hoher See genau macht.  »Mit den Informationen über die Geschwindigkeit und die Richtung können wir die Bewegungen nachzeichnen. Und wenn man das kombiniert mit Wind, Wetter und Wellendaten, dann kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit interpretieren, was das Schiff tut«, sagt Schumm. Wir können zum Beispiel nachverfolgen, ob das Schiff für die Gebiete, in denen es sich befindet, eine Lizenz hat, ob es Bodenschleppnetzaktivitäten durchführt und beispielsweise jahrhundertealte Kaltwasserkorallen zerstört. »Dann werden wir als wwf natürlich auch aktiv und nehmen Kontakt mit den entsprechenden Fischereien auf und verhandeln mit ihnen«, erklärt Schumm.

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Auf eine Frage hat die Technologie aber keine Antwort gefunden: Noch ist es nämlich nicht möglich, Schiffe ohne ais zu orten. Schumm und seine Kollegen können aber erkennen, ob das Schiff sein System während einer bestimmten Strecke ausgeschaltet hat. Denn: Obwohl die International Maritime Organization ais-Systeme zum internationalen Standard erklärt hat, sind Fischereien, zumindest global, davon ausgenommen. Ein aisSystem müssen beispielsweise nur Frachter oder Passagierschiffe installiert haben. Aber mittlerweile haben auch Nationalstaaten wie usa, Argentinien oder die EU für das Fischen in ihren Gebieten ais-Pflicht für Fischereischiffe eingeführt. Auch der Senegal und Mosambik überlegen ais für Fischereien verpflichtend einzuführen. Zusätzlich haben Staaten individuelle Vessel Monitoring Systems (vms), um den Schiffsverkehr zu kontrollieren. Diese funktionieren aber nur national.

Teure Anonymität Derzeit arbeiten wwf und Navama daran, ais noch günstiger zu machen, damit auch Kleinfischer dieses ganz einfach einsetzen können. Schließlich würden die meisten Fischer bereits freiwillig mit diesem Kommunikationssystem arbeiten, sagt Schumm, und sich auch für eine Transparenz in der Fischerei einsetzen. Auf die Frage, warum Fischereien freiwillig ein Interesse haben, ais zu installieren, hat Schumm eine klare Antwort: »Kein Fischer, der die eigene Zukunft im Blick hat, unterstützt Überfischung oder will für illegale Fischerei verantwortlich gemacht werden.« Außerdem sei es für Fischereien mittlerweile kostspieliger und anstrengender geworden, anonym zu bleiben, als sich ais zu installieren, erklärt Struck. Und das ist auch das erklärte Ziel des wwf-Monitoring-Programms »TransparentSea«: Durch mehr Transparenz eine faire und zukunftsfähige Fischerei zu ermöglichen. 

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Second Hand Waren entlasten nicht nur das eigene Budget – auch der CO2-Verbrauch sinkt durch den Kauf von Waren aus zweiter Hand.

er auf der Suche nach gebrauchten Haushaltsgeräten, Hardware oder Möbeln ist, denkt zuerst vermutlich an die eigene Geldtasche – doch mit Second Hand-Geräten kann mehr gespart werden, als nur Geld. Wer auf Neuwertiges aus zweiter Hand zurück greift, entlastet auch die Umwelt. Allein in Österreich werden mit willhaben laut einer Studie von denkstatt mindestens 200.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Zum Vergleich: Um diese Menge an CO2 zu absorbieren, bräuchte es mehr als 15 Millionen Bäume. Die eingesparte Menge an Kohlenstoffdioxid könn-

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te zudem für die Produktion von etwa 250.000 neuen Waschmaschinen, 40 Millionen T-Shirts oder zehn Millionen Jeans verwendet werden. Besonders groß ist der »Second Hand-Faktor« im Bereich der Haushalts- und Küchengeräte, die rund ein Viertel der Einsparungen durch den Verkauf auf willhaben ausmachen, gefolgt von Geräten aus dem PC-, Hardware- und Softwaresektor.

Gebrauchte Technik für den Haushalt Gerade im Bereich der Haushaltsgeräte macht eine zweite Nutzung durchaus Sinn. Die Anschaffungskosten von

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Elektrogroßgeräten wie Waschmaschinen, Kühlschränken oder Geschirrspülern sind meist hoch –  gleichzeitig bietet es sich gerade in Wohngemeinschaften oder temporären Wohnverhältnissen an, in diesem Bereich zu sparen und auf Geräte aus zweiter Hand zurückzugreifen, obwohl deren Lebensdauer geringer ist. Durch den Weiterverkauf funktionstüchtiger Geräte werden zusätzlich wertvolle Umweltressourcen eingespart, die je nach Recyclingprozess entstehen würden.  ●

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Second Hand tut dem Kli

Allein in Österr eich werden jä hrlich 200.000 Tonn en CO2 durch Gebraucht stat t Neu eingespa rt.

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• Das entspricht der Absorptions ­ leistung von 15 Mio. Bäumen. • Soviel CO2 wird auch bei der Produktion von 250.000 Waschmaschin en freigesetzt. • Oder bei der Produktion von 40 Millionen TShirts. • Oder beim He rstellen von 10 Millionen Je ans.

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ktrischen Geräten die Die EU schreibt vor, bei ele . Farbkodierung anzugeben Effizienzklassen mittels auf n, en macht es Sin Auch bei Gebrauchtgerät sourcennutzung bei Res nte zie effi eine möglichst ten. Wasser und Strom zu ach nzklasse A ist dreige­ Die höchste Energieeffizie räte ein grüner Balken teilt, sodass auf mehr Ge gedruckt werden kann.

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Bio-Startup 2016

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Nose to tail: Die steirische Plattform »Nahgenuss« vernetzt Bio-Schweinebauern mit Konsumenten. Von FoodBloggern zum »Bio-Start-up 2016« gewählt, suchen die beiden Gründer nun auch Mitstreiter in Deutschland.

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Thomas Weber

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Julia Rauchenberger, Lukas Sauseng

Vier Viertel vom Schwein

So sehen Schweinehändler aus: Die Brüder Lukas (links) und Micha Beiglböck verstehen sich als Missing Link zwischen Bio-Bauern und anspruchsvollen Konsumenten.

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nnovation im Food-Bereich kommt fast immer von Quereinsteigern, die nicht betriebsblind die Branchenlogik verinnerlicht haben.« Es war als wollten die Gebrüder Beiglböck diese Beobachtung der Trendforscherin Hanni Rützler bestärken. Dass das Projekt der beiden – die Shop-Plattform »Nahgenuss« – am Bio-Camp der Marke Ja! Natürlich von Bloggern und Branchenkennern zum »Bio-Start-up 2016« gewählt wurde, bestätigt sie jedenfalls. Der 27-jährige Micha ist eigentlich studierter Jurist und Philosoph; der 30-jährige Lukas verdingt sich nach abgebrochenem Politikwissenschaftsstudium im Marketing. Mit der Landwirtschaft kamen sie – durchaus repräsentativ für die Gesamtbevölkerung – vor allem am Teller in Kontakt. Oder auch beim Besuch der Familie ihres Cousins, eines Biobauern im steirischen Hartberg. »Das Essen dort hat immer so fantastisch geschmeckt. Da haben wir uns immer gefragt, warum er nicht direkt vermarktet«, erinnert sich Micha Beiglböck. »So wurde uns klar, wie schwer das ist, weil Landwirte kaum alle Teile eines Tiers verkaufen können.« Genau hier setzt nun die Geschäftsidee des Brüderpaars an. Bereits neun Bio-Bauern bieten auf der Plattform schlachtreife Schweine an. Verkauft werden nicht bloß einzelne Gustostückerln, sondern Viertel. »Bio-Schweinefleisch hat einfach höchste Qualität, da können alle Teile des Tiers schmackhaft zubereitet werden.«

»Wir müssten im Jahr 1.000 Schweine verkaufen, damit das zum Leben reicht. Wir werden die Idee deshalb bald um Lamm und Rind erweitern.«

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micha beiglböck

Die Partnerbetriebe sind durchwegs engagierte Musterbetriebe. Etwa der bei Feinschmeckern für seine »Sonnenschweine« geschätzte Labonca-Hof. Biobauer Norbert Hackl gefällt an Nahgenuss, dass sich die Plattform um ganzheitliche Vermarktung bemüht. »Das ist genau unser Weg – und je mehr Anbieter diesen Weg gehen, gerne auch mit Labonca, desto interessanter und trendiger wird ›Nose to tail‹. Der Kunde kann immer noch entscheiden, ob er ganze Vierteln vom Sonnenschwein über Nahgenuss bestellen möchte und somit einen finanziellen Vorteil hat, oder über unseren eigenen Labonca-Onlineshop die Einzelteile ganz nach seinem Bedarf bestellt.« Gründer Micha Beiglböck setzt mit Nahgenuss bewusst auf Transparenz, auch beim Preis: »Üblicherweise bekommt der Bauer für ein Bio-Schwein vom Handel 400 Euro und die Tiere werden lebend mit dem lkw abgeholt. Bei uns kann der Bauer durch Direktvermarktung mit einem Nettoumsatz von 1.000 Euro kalkulieren.« Für Schlachtung und Verpackung müsse er davon 170 Euro abziehen, 140 Euro verrechnet Nahgenuss. Abzüglich Abgaben bleiben dem Landwirt so unterm Strich 200 Euro mehr. »Aber, ja« gesteht Micha Beiglböck, »er hat natürlich auch mehr Arbeit.«  www.nahgenuss.de

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leserbefragung

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Wir hätten da ein paar Fragen biorama möchte mehr über seine Leserinnen und Leser wissen. Deshalb starten wir wieder eine große OnlineBefragung unter www.biorama.eu/leserbefragung Natürlich gibt’s auch einiges zu gewinnen. Wir wollen ein paar Sachen von unseren Leserinnen und Lesern wissen. Und wir erklären auch gerne, warum. Dafür gibt es nämlich zwei Gründe.

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Der Erste ist ganz einfach: Wir möchten wissen, für wen wir biorama machen. Schließlich wollen wir mit unseren Geschichten die Interessen unserer Leserschaft treffen. Da macht es Sinn, wieder einmal im größeren Stil nachzufragen, was wir bei biorama richtig und was wir falsch machen, was die biorama-Community interessiert, worüber sie vielleicht gerne mehr lesen würde, und welche Themen sie vielleicht gar nicht so brennend interessieren. Der zweite Grund: biorama wird zur Gänze durch Werbeinserate ermöglicht. Unsere Werbekunden möchten regelmäßig wissen, wen biorama erreicht. Das ist verständlich und wir sind darauf angewiesen, dass die Inserate in biorama treffsicher die Leute erreichen, die unsere Kunden damit erreichen wollen. Natürlich soll die Teilnahme an unserer Umfrage auch belohnt werden. Und deshalb verlosen wir unter allen Teilnehmenden eine ganze Reihe feiner Preise. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Wear Biorama Nº. 45

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Rückblick Wear-Fair

Einmal im Jahr trifft sich das, was man als Nachhaltigkeits-Szene bezeichnen könnte, wenn es nicht so langweilig klingen würde, in der Linzer Tabakfabrik. Das architektonisch beeindruckende Industrieareal wird dann zur Messe-Location für die Wear-Fair & mehr, die größte Ausstellung Österreichs rund um Eco-Fashion, nachhaltigen Konsum und ökonomische Konzepte für einen schonenden Umgang mit dem Planeten und seinen Ressourcen. Neben rund 300 Ausstellern gibt es ein Rahmenprogramm aus Talks und Diskussionen. Jahr für Jahr zeigen die Wear-Fair und ihre Besucher, dass es alles andere als langweilig ist, sich für die Rettung des Planeten einzusetzen. Ganz im Gegenteil: Es kann eine Menge Spaß machen, erfordert Unternehmergeist und kommt in sehr bunten Farben statt in Erdtönen daher. Das konnten in diesem Jahr fast 13.000 Besucherinnen und Besucher feststellen. Bis nächstes Jahr! www.wearfair.at Vom Industriestandort zum Messegelände: die Tabakfabrik in Linz. Hier fand im September die Wear-Fair statt. Es gab Mode, Recycling, Upcycling und vieles mehr zu sehen.

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Helena Zottmann

Fischzucht in Österreich – nachhaltig guten Fisch essen 2015 wurden in Österreich rund acht Kilogramm Fisch pro Person verspeist. Das sind insgesamt 68.409 Tonnen (Quelle: Statistik Austria). Der Großteil wird importiert, nur 3.800 Tonnen werden in Österreich produziert. Ökologisch und ökonomisch nachhaltiger wäre es, heimischen Fisch zu essen. Auch der Greenpeace Fisch-Einkaufsratgeber empfiehlt heimische Fische wie den Karpfen, die Bachforelle, den Saibling oder den Zander.

Ungleichgewicht am Teller Schon 75 % der europäischen Fischbestände sind gegenwärtig bedroht. Gleichzeitig wird Fisch als Lebensmittel immer beliebter und mit wachsender Bevölkerung immer gefragter. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, sind gezielte Maßnahmen notwendig: Die Züchtung von Wildfischen in Aquakulturen ist eine davon. Aquakulturen helfen der Überfischung in heimischen Gewässern, aber auch im Meer entgegen-

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zuwirken. In Shrimp-Farmen werden jährlich Millionen Tonnen Shrimps herangezogen, auch Lachs und der beliebte Pangasius wachsen in Farmen heran. Die Thunfisch-Forschung steckt noch in den Kinderschuhen, wie es beim Institut für Fischereibiologie in Scharfling am Mondsee heißt. Österreich produziert derzeit nur etwa 6 % der insgesamt benötigten Süß- und Salzwasserfische selbst. Bei Süßwasserfischen sind rund 34 % aus heimischen Quellen. In der nationalen »Strategie zur Förderung der österreichischen Fischproduktion durch Aquakultur 2020« sind Ziele und Maßnahmen beschrieben, mit denen die Eigenproduktion auf 60 % gehoben werden soll – und das bis 2020. Das entspricht einer Erhöhung der Produktionsmenge von derzeit 3.100 auf dann 5.500 Tonnen jährlich. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen auch die Konsumenten mithelfen, denn sie entscheiden mit jedem Einkauf, wie viel es wovon geben soll und letztendlich wie unsere Welt in Zukunft aussehen wird.

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Fisch ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Eiweißen, aber auch Mineralstoffen und Vitaminen. Kein Wunder, dass so viele Menschen gerne Fisch essen – doch auch beim Fischkonsum lohnt sich ein Blick auf die Nachhaltigkeit.

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DA KOMMT MEIN FISCH HER Sechs heimische Speisefische und wie sie gezüchtet werden —— Fische sind nicht einfach nur Fische – jede Art hat ganz spezielle Anforderungen an ihren Lebensraum. Die Forelle mag fließende, sauerstoffreiche Gewässer, der Karpfen liebt schlammige Teiche.

Gezüchtet in Durchflussanlagen Lachsfische haben hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie lieben kaltes, sauberes und sauerstoffreiches Fließwasser, daher ist für die Zucht dieser Arten nur eine Durchflussanlage geeignet. In Durchflussanlagen wird das Wasser ständig erneuert, das heißt, diese Form der Aufzucht benötigt große Mengen an Wasser. Forellen gehören zur Familie der Lachsartigen und sind Räuber, sie fressen andere Fische. Daher müssen die Tiere auch mit einer energiereichen Futtermischung gefüttert werden. Lachsfische: Salmonidae 1. Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss, früher: Salmo gairdneri): 1.300 t / Jahr in Österreich 2. See- und Bachforelle (Salmo trutta fario): 300 t 3. See- und Bachsaibling (Salvelinus alpinus, Salvelinus fontinalis): 350–650 t

Bild El Choclo / Shutterstock.com, Land OÖ / Kauder

Gezüchtet in Teichen Barsch- und Karpfenartige können gut in Teichwirtschaft gezüchtet werden. Sie stellen nur wenige Ansprüche und ernähren sich von Naturnahrung. Naturnahrung ist einfach im Gewässer vorhandenes Futtermaterial wie Flohkrebse, Larven und Insekten. Oft werden die Fische zusätzlich noch gefüttert, allerdings muss die Nahrung nicht so energiereich sein wie die der Lachsartigen. Karpfenartige: Cypriniformes 4. Karpfen (Cyprinus carpio): 600 t / Jahr in Österreich 5. Schleie (Tinca tinca): 10 t Barschartige: Perciformes 6. Zander (Sander lucioperca): ca. 5 t

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Johann Doppelbauer Johann Doppelbauer ist der Leiter vom Bundesamt für Wasserwirtschaft und der Leiter des Forschungs­ instituts in Scharfling am Mondsee, wo Forschung und Wissenschaft zu Fließgewässern, Seenkunde und Fischereibiologie betrieben wird.

Was heißt denn »nachhaltige Produktionsweise« in der Fischerei? Nachhaltig produzieren bedeutet Ressourcen wie Wasser, Land und Futtermittel schonend einzusetzen. Aquakulturanlagen wie die Durchflussanlage werden durch den Wasserverbrauch reglementiert, Teichanlagen durch den Flächenbedarf. Kreislaufanlagen sind eine sehr nachhaltige Methode, da der Wasserverbrauch und der Flächenbedarf eher gering sind. In der Aquakulturstrategie 2020 strebt man einen Selbstversorgungsgrad von 60 % bei Süßwasserfischen an, derzeit liegt er bei 34 %. Wird das Österreich gelingen? Die Aquakultur wächst international sehr stark, vor allem im asiatischen Raum, aber im europäischen Raum könnte da noch mehr gehen. Daher wurde eine europaweite Strategie verfasst, um diesen Wirtschaftszweig zu stärken. Es geht dabei vor allem um die Selbstversorgung Österreichs und die Wertschöpfung im eigenen Land, auch was Arbeitsplätze angeht. Das Ziel ist natürlich sehr ambitioniert, aber wir setzen alles daran, es auch zu erreichen. Hier am Institut bieten wir etwa Ausbildungen an für die Fischereifacharbeiter und -meister. Wir haben in Österreich sehr gut ausgebildete Leute und ein enormes Potenzial. Forelle, Zander und Wels können derzeit gut in Aquakultur gezüchtet werden. Wird man irgendwann auch österreichischen Thunfisch kaufen können? Nein, Thunfisch wird nie in Österreich produziert werden. Er braucht extrem viel Platz, das geht bei uns nicht. Der afrikanische Wels geht gut in Kreislaufanlagen, aber auch der Zander, der derzeit in Teichanlagen gezüchtet wird, ist unter gewissen Voraussetzungen möglich. Für Kreislaufanlagen ist sehr viel Erfahrung nötig. Der afrikanische Wels wird auch vom Greenpeace Fischratgeber als bedenkenlos eingestuft, vor allem, wenn er aus heimischer Aquakultur stammt. 

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Best of Water in Bildern Bereits zum sechsten Mal fand heuer der wasseraktiv Fotowettbewerb statt, bei dem diesmal 1.200 Bilder eingereicht wurden.

Stimmungsvolle Szene am Wasser – »Blue Sunset« von Tobias Teunesse zeigt Österreichs Gewässer von ihrer verträumten Seite.

Erfrischende Erinnerung an die schönste Zeit im Jahr – Andrea Lughofer fing den Sommer mit »Aufgetaucht« ein.

Kleine Blende, lange Belichtungszeit – mit diesem Trick hielt Barbara Seiberl-Stark die Szene »Am rauschenden Bach« fest.

Einblicke in die Details der Natur durch die Makro-Linse: Robert Hatheier hielt einen »Grünspan­ becherling« für die Ewigkeit fest.

Jamil Jorge zeigt mit »Das Wasser macht uns Brüder« die Verbundenheit zwischen Mensch und Tier, zwischen Technik und Natur.

Action, Fun und voll im Trend: Riversurfing oder in diesem Fall »Eisbachsurfen« von Monika Bichl.

Fantasievoll – mit »Lonely Boat« lässt Eszter Takacs die Gedanken auf den See hinausschweifen

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Faszinierende Natur: hier putzt sich gerade ein »Pelikan«, festgehalten von Christian Wakolbinger.

Mit allen Wassern gewaschen – absurd und witzig stellt Markus Enenkel seine Variante von der »Ruhe in Person« dar.

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Das chilenische Unternehmen Chol1 baut Hocker, Bänke und Sofas mit einer integrierten Schiene für die Aufbewahrung des Fahrrads als Teil der Innenausstattung einer kleinen Stadtwohnung. www.chol1.cl

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Shoes Books and a Bike würdigt das Rad und verleiht ihm deshalb einen besonderen Platz im Apartment. Durch Materialien wie Pinie und Kokosfaser sind die Kästen für die Räder zudem für jeden erschwinglich. www.blessthisstuff.com

Da steht es gut Das Apartment in der Großstadt wird kleiner, doch die Lust am urbanen Fahrradfahren immer größer. Diese vier Unternehmen haben eine Lösung gefunden und integrieren das Rad gekonnt in die Innenarchitektur.

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Wohnen

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Mit einem »Clug« schnappt der Reifen in einen C-förmigen Aufhänger, der nur ein paar Zentimeter groß ist und mit einer Schraube an der Wand befestigt wird. Die Farbe kann individuell bestimmt werden. www.getclug.com

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Das Berliner Label verkauft kleine Regale, an denen man das Fahrrad einfach an der Wand aufhängen kann. Außerdem kann man es als Schlüsselablage oder für Helme benutzen und ist so mehrfach nutzbar. www.mikili.de

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Be z a h lt e a n ze i ge

Die eigenen Vier Wände aus der Natur kardea aus dem Burgenland baut ökologische, individuell geplante Häuser, ausschließlich mit Materialien aus der Natur, nach dem Cradle-toCradle Prinzip. Es werden nachhaltige Ressourcen verwendet, die ohne Bedenken entsorgt bzw. wieder­verwendet werden können. 045 Advertorial Kardea.indd 30

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B e z a h lt e a n ze i g e

Regionalität ist uns wichtig: Die Schilfrohrmatten, die im kardea -Haus als Putzgrund dienen, stammen vom nahegelegenen Neusiedler See.

Traditionelle und regionale Bau­materialien aus der Natur.

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Der Kalkputz kann in verschiedensten Strukturen aufgebracht werden.

Leben im Einklang mit der Natur

Bauen mit der Natur

Das klingt fast ein bisschen kitschig. Dabei sollte es ja eigentlich der Normalfall sein, in einer Wohnumgebung zuhause zu sein, in der man sich nicht nur wohlfühlt, sondern die auch die Gesundheit positiv beeinflusst und noch dazu nicht auf Kosten der Natur entstanden ist. Das haben sich auch die zehn burgenländischen Handwerksbetriebe gedacht, die gemeinsam kardea gegründet haben. Ihr Ziel ist es, gesunde Häuser zu bauen. Mehr noch: kardea schafft Lebensmittelpunkte mit einem ganzheitlichen Gesundheitskonzept.

Was ökologische Bauweisen betrifft, gibt es eine Menge Know-how. Vieles davon ist jahrhundertealtes Wissen: ländliche Bauweisen, alte Handwerkstechniken, traditionelle und regionale Baumaterialien aus der Natur. Bei kardea wird dieses Wissen genutzt und mit zeitgemäßem Design verbunden. Holz dient dabei als Grundbaustoff. Ökologisch fragwürdige, synthetische Baustoffe – wie sie heutzutage massenhaft zum Beispiel im Bereich Wärmedämmung eingesetzt werden – sucht man in einem kardea-Haus vergeblich. Stattdessen kommen Naturmaterialien wie Stroh, Schilf oder Lehm zum Einsatz. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern vor  allem gesund.

Gesundes Wohnen Bewohner eines kardea-Hauses sollen darin die besten Voraussetzungen für ein gesundes Leben vorfinden. Damit jedes Haus diesem Anspruch auch gerecht wird, werden Baubiologen bei jedem einzelnen Projekt schon in der Planungsphase miteinbezogen. Schließlich kann schon bei der Wahl eines Baugrundstückes darauf geachtet werden, dass es keine Schadstoff- oder Strahlenbelastung gibt. Beim Bau selbst wird dem Raumklima besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Holz, ökologische Putze und natürliche Dämmstoffe lassen das Haus atmen. Insbesondere der Lehmputz trägt wesentlich zu einem optimalen Klima in den Wohnräumen bei. Auf allergieauslösende Stoffe wird gänzlich verzichtet.

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Nähere Infos unter www.kardea.at

Die Lehmputze können in mehreren natürlichen Erdtönen ausgeführt werden.

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Christina Wetter-Nohl

Auf ein stilles Wörtchen Fäkalien sind ein vernachlässigter Rohstoff.  

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er Gang zur Toilette beginnt mit einem Bedürfnis und endet mit der Wasserspülung: Als Teil des Alltags wird er dabei meist nicht weiter beachtet. Dabei ist das, was aus uns Menschen und Tieren herauskommt, ein unterschätzter Rohstoff, aus dem Dünger, Medikamente und Energie gewonnen werden können.

durch Bakterien gereinigt, bevor es wieder in die Gewässer geleitet wird. Doch die Unmengen an Schmutzwasser, die täglich diesen Prozess durchlaufen, könnten viel kleiner sein. Der erste Gedanke sollte die Vermeidung von Abwasser sein, doch es gibt noch mehr Ideen.

Es war einmal das Abwasser

Das wohl bedeutendste Thema im Zusammenhang mit den Rohstoffen Urin und Kot ist die Erzeugung von Dünger. Das Prinzip ist seit Jahrhunderten bekannt und funktioniert durch unterschiedliche Verfahren. Ob als Hocktoilette oder Komposttoilette mit getrennten Sammelbehältern, dem Urinieren in einen Becher oder gegen einen Heuballen: Die primitivste Form der Düngergewinnung ist es, zunächst Urin und Kot zu trennen und reinen Urin als Dünger zu verwenden. Laut einem Projekt der schwedischen Universität Lund aus dem Jahr 2015 kann das gelbe Gold in drei Schritten verwertet werden und ist vor allem für arme Länder geeignet, die sich keine chemischen Dünger leisten können. Zunächst wird Urin gesammelt und dicht verschlossen. Wenn der Sammelbehälter voll ist, wird der Urin zwei Wochen gelagert, um Bakterien zu töten, die Krankheiten verursachen können. Danach kann er in Regenperioden pur und in Dürrezeiten mit Wasser verdünnt direkt auf die Felder aufgetragen werden. Eine andere Möglichkeit zur Düngergewinnung ist es, Kot und Urin gemeinsam zu sammeln und nach erfolgtem Toilettengang in einer Komposttoilette mit Spänen zu bestreuen, damit der Dung nicht zu nass wird und zu

In deutschen und österreichischen Kläranlagen kommen im Regelfall alle Abwässer aus Haushalt und Straße zusammen: Toilettenwasser gemeinsam mit Urin, Kot und Toilettenpapier, Duschwasser, Küchenwasser sowie Regenwasser. Die Entwicklung des modernen Badezimmers hatte zur Folge, dass aus finanziellen und praktischen Gründen alle Abwässer in einem gemeinsamen Rohr landen. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen dem Grauwasser aus Waschbecken oder Dusche, das keine Fäkalien enthält, und dem Schwarzwasser, bestehend aus allem, was die Toilette heruntergespült wird. Es ist in Vergessenheit geraten, dass das Trennen von Grauwasser und Schwarzwasser Sinn machen würde. Es spräche auch einiges dafür, das Schwarzwasser in Urin und Kot zu unterteilen und so der natürlichen Trennung Folge zu leisten. Denn das, was nach dem Klospülen, Duschen und Abwaschen kommt, ist ein langer Klärprozess unzähliger Kubikmeter Schmutzwasser – allein in Wien etwa 5 bis 18 Kubikmeter in der Sekunde. Feste Stoffe werden zunächst mit einem Rechen herausgezogen und danach verbrannt. In mehreren Stufen wird dann das Schmutzwasser im Belebtschlammbecken

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Kompost werden kann. Sofern es sich nicht um eine Gartentoilette handelt, wird es jedoch in Deutschland und Österreich zu Bewilligungsschwierigkeiten kommen, eine Komposttoilette im Haus einzubauen. Im städtischen Bereich entspricht der aus Fäkalien gewonnene Dünger nämlich möglicherweise nicht unseren Hygienestandards, weil er zum Beispiel mit Antibiotika verseucht ist. Durch den natürlichen Kreislauf würden die schädlichen Stoffe dann in das Grundwasser oder über essbare Pflanzen wieder zum Menschen zurückgelangen.

Phosphorquelle Urin Dass Fäkalien als Dünger so interessant und wertvoll sind, liegt nicht zuletzt am darin enthaltenen Phosphor. Der Mineralstoff ist essentiell für das Wachstum von Pflanzen und nur in begrenzter Menge auf der Welt vorhanden. Das Geschäft mit Phosphor boomt und die Geschwindigkeit, mit der die natürlichen Phosphorvorkommen, die größtenteils in Nordafrika und China liegen, ausgebeutet werden, ist alarmierend. Dabei scheidet ein Mensch pro Tag 1,7 Gramm Phosphor aus, davon 60 % im Urin. Um also ein nachhaltiges Vorkommen von Phosphor zu gewährleisten, könnten Fäkalien auf unterschiedliche Arten zur Phosphorgewinnung verwendet werden. Aus Abwasser in Kläranlagen Phosphor zu extrahieren, ist nicht sinnvoll, da die Bakterien, die den Klärschlamm bilden, neben Stickstoff und Kohlenstoff auch ausreichend Phosphor benötigen, um das Wasser aufzubereiten und sich vermehren zu können. Eine funktionierende, aber aufwendige Methode, die vom holländischen Unternehmen gmb praktiziert wird, ist das Vermengen von Urin und Magnesium, um daraus Struvit zu gewinnen. Struvit ist jedoch weniger wasserlöslich als Phosphor aus dem Rohabbau und die Ausbeute nach dem aufwendigen Prozess gering. Aus 1.000 Liter Urin lassen sich etwa drei Kilogramm Struvit herstellen. In der Forschung ist man jedoch stark darum bemüht, wirtschaftliche Alternativen zur Gewinnung von Phosphor zu finden – es wird beispielsweise mit Urin und Algen experimentiert – denn Phosphor ist für die Sicherung der Menschheit unabdingbar. Phosphorgewinnung aus Urin: Definitiv ein Zukunftsthema.

Grauwasser Abwässer ohne Fäkalien

Düngermittel Klärschlammasche Klärschlamm selbst kann auch als Düngemittel eingesetzt werden, wie das ebenfalls niederländische Unternehmen snb beweist. Da er in rohem Zustand jedoch zu viele schädliche Stoffe enthält, muss Klärschlamm zunächst verbrannt werden, um in Form von Klärschlammasche als Düngemittel zum Einsatz zu kommen. Weil aber selbst nach dem Aufheizen auf 950 °C immer noch Schwermetalle, Hormone, Antibiotika und Bakterien darin vorhanden sind, darf Klärschlammasche nur in kleinen Mengen verwendet werden, um Umwelt und Gesundheit nicht zu belasten.

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Schwarzwasser Abwässer mit Fäkalien

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Ob als Klärschlamm, purer Urin oder als Fäkaliengemisch: Die Hauptproblematik bei der Gewinnung von Dünger aus Urin und Kot im urbanen Raum liegt neben wirtschaftlichen Faktoren vor allem an der Verunreinigung durch schwer zersetzbare schädliche Substanzen, die eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit darstellen. Ein Jahrtausende alter Dünger ist so zum Problemstoff geworden.

Urin für die Gesundheit Dass Urin jedoch auch zur Gesundheitsförderung eingesetzt werden kann, ist vielleicht der älteren Generation oder von Reisen nach China bekannt, wo Eier, die in Kinderurin gekocht wurden, eine Delikatesse sind. Auch wenn sich die Wirkung nicht beweisen lässt, ist die Urintherapie ein verbreiteter Volksglaube. Urin wird als Allheilmittel bei Infektionen, bei Verletzungen oder Schmerzen eingesetzt, genauso wie in der Kosmetik zur Verbesserung des Hautbildes zum Beispiel. Tatsächlich enthalten auch einige Medikamente und Kosmetikprodukte Stoffe, die zum Beispiel aus dem Urin von Kamelen gewonnen werden. Darüber hinaus ist in der Wissenschaft auch die Gewinnung von Stammzellen aus Urin ein hoffnungstragender Forschungsbereich. Täglich stößt ein Mensch 7.000 intakte Zellen aus, aus denen Stammzellen gewonnen werden können. In weiterer Folge sollen diese in spezifische Zellen wie Hirnzellen oder Nierenzellen umgewandelt und bei Krankheit durch geschädigte Zellen ausgetauscht werden können. Nicht zuletzt ist Urin auch ein geeignetes Mittel, um Krankheiten, Schwangerschaft oder seelische Zustände zu diagnostizieren. Mitunter gilt Urin sogar als flüssiger Fingerabdruck.

Gelbes Gold für grüne Energie

Wasserstoff Das chemische Element H nimmt im Periodensystem den ersten Platz ein und ist das Element mit dem häufigsten Vorkommen im Universum. H ist Teil des Wassers und fast aller organischen Verbindungen.

Phosphor Das chemische Element P ist Teil der Stickstoffgruppe. Aus Phosphor können allerlei Phosphate gewonnen werden, die als Dünger verwendet werden.

Mit dem gelben Gold kann aber auch durch unterschiedliche Verfahren grüne Energie produziert werden. Der britischer Forscher Ioannis Ieropoulos präsentierte im Jahr 2015 eine Toilette, die aus Urin mit Hilfe von mikrobiellen Brennstoffzellen Strom erzeugt, um Licht in der Toilette zu generieren. Eine weitere Überlegung ist es, aus Urin Wasserstoff zu extrahieren und damit zum Beispiel Autos anzutreiben. Auch die Wärme der körpereigenen Flüssigkeiten könnte zum Heizen eingesetzt oder in Energie umgewandelt werden.

Das letzte Wörtchen Ob Burger-Fleisch aus Kot, Kunststoffe oder Kunstwerke (wie Andy Warhols Piss Paintings), die Liste von Dingen, die noch aus Urin und Kot entstehen können, ist endlos lang, aber nicht immer sinnvoll oder wirtschaftlich. Als Dünger, zur Gesundheitsförderung und als Energiemittel haben Kot und vor allem Urin aber sehr wohl Potenzial. Und es wäre doch schon, wenn das Nutzen dieses Potenzials damit beginnt, beim nächsten Toilettenspülen ein bisschen weiterzudenken.

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Klärschlamm Klärschlamm ist ein Konzentrat an Feststoffen und Wasser, die bei der Klärung von Schmutzwasser anfallen. Gleichzeitig beinhaltet Klärschlamm Bakterien, die für die Aufbereitung von Schmutzwasser notwendig sind.

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Das wasserlose Urinal Wasser muss keine Rolle spielen, wenn es um die Abführung von Urin geht – der nachhaltige Beweis dafür ist das wasserlose Urinal.

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Wie ein herkömmliches Urinal ist ein Trockenurinal nur fürs kleine Geschäft geeignet. Es gibt übrigens auch Modelle für Frauen. Optisch unterscheiden sich wasserlose Urinale kaum von den Modellen mit Wasserspülung. Ökologisch und finanziell zahlt es sich auch schon für den Privatgebrauch aus, Wasser und erst recht Trinkwasser zu sparen, das nach Verwendung auch noch wiederaufbereitet werden müsste. Wer fürchtet, dass das Urinal unangenehm riecht, wenn kein Wasser im Spiel ist, sollte einen Blick auf die Funktionsweisen von wasserlosen Urinalen werfen. Eine verbreitete Form ist zum Beispiel der Einsatz von Sperrflüssigkeit. Die ist leichter als Urin und kann so nach Verwendung des Urinals einen geruchsneutralen Schutzfilm im Siphon bilden. Eine andere Variante ist das Urinal mit Geruchsverschlussmembran. Hier ist ein Geruchsverschluss in Verwendung, der sich automatisch öffnet, sobald Urin eintritt und wieder geruchsdicht verschließt, wenn keine Flüssigkeit mehr nachkommt. Die glatte Oberflächenstruktur und das Fehlen von Spülrändern erleichtern die Reinigung. 

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Die Kompost-Toilette

Statt Klopapier

Wenn aus dem Toilettengang ein biologischer Zyklus wird, dann heißt das Einsatzinstrument womöglich Kompost-Toilette.

Kann wiederverwendbarer Stoff eine Alternative zum Toilettenpapier sein?

Aus menschlichen Ausscheidungen kann Dünger gewonnen werden. Die Idee ist uralt. Mit der Entwicklung des modernen Badezimmers wurde sie jedoch verdrängt. Ganz vergessen ist die Kompost-Toilette nicht. Mittlerweile gibt es Modelle, die genauso aussehen, wie herkömmliche Toiletten, und die man auch im Hausinneren einbauen kann. Konventionelle Komposttoiletten sammeln Urin und Kot im selben Behälter, wohingegen Trennsysteme die natürliche Trennung der beiden Ausscheidungsarten beibehalten. Manche Modelle verfügen über einen eigenen Komposter, sodass der fertige Dünger direkt aus dem Behälter entnommen werden kann. Komposttoiletten gibt es auch als Pissoir. Bei Festivals kommen zum Beispiel Urinale zum Einsatz, die an Strohballen befestigt sind. Die Spülung wird gegebenenfalls durch eine Schicht Mulch oder Späne ersetzt, um den Kompostiervorgang zu unterstützen und die Geruchsbildung zu vermeiden. Die umweltfreundliche Entsorgung von menschlichen Ausscheidungen interessierte auch Friedensreich Hundertwasser, der einige Modelle von Humus-Toiletten erfand.

Als es noch kein Toilettenpapier gab, wurden Schwämme, Blätter oder auch die eigene Hand benutzt, um sich nach dem Geschäft abzuwischen. Und auch heute wird mancherorts auf diese Methoden zurückgegriffen. Mit den Hilfsmitteln aus der Natur könnte es in der Stadt schwer werden (wenn aber doch jemand will: Lindenblätter sind besonders sanft!). Realistischer ist die Verwendung von wiederverwendbarem Toilettenstoff. Das klingt unappetitlich, ist aber mit dem Gebrauch von Stoffwindeln zu vergleichen. Aus Mangel an Händlern, die Toilettenpapier aus Stoff anbieten (Marktlücke!), wird man gezwungen sein, es sich selbst zurechtzuschneiden und zu nähen. Testberichte von Selbstversuchen berichten übrigens von dem besonderen Komfort des Stoffes im Verhältnis zum rauen Toilettenpapier. Zudem lässt sich der Stoff auch mit Wasser befeuchten und ist so besonders gründlich und hygienisch. Nach Gebrauch empfiehlt sich aber ein dicht verschlossener Behälter, wie etwa ein Windeleimer, um Gestank zu vermeiden, bevor die Tücher dann bei 60° in der Waschmaschine gewaschen werden.

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Vegane Mode: ist das wirklich nachhaltig? Wer sich vegan kleidet, hat dabei oft das Leid von Tieren im Blick. Aber wie sinnvoll sind die Materialien, die in veganen Textilien stecken? 

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er hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass Vegan einmal so prominent wird? Inzwischen werden sogar Produkte als vegan gekennzeichnet, die schon immer vegan waren. Das Label ist zum Verkaufsargument geworden. Da wird auch die Mehlpackung mit einem Vegan-Aufkleber versehen. Dass Vegansein nicht bei Lebensmitteln aufhört, ist mittlerweile auch fast jedem bekannt. Mehr und mehr Menschen achten bei ihrer Kleidung auf den Vermerk »frei von tierischen Produkten«. Vegane Modelabels schießen wie Pilze aus dem Boden. Neben kleinen, innovativen Start-ups, die die Textilindustrie auf links drehen wollen, erkennen auch große Modemarken den Trend und übernehmen ihn. Woraus besteht vegane Mode? Welche Stoffe oder Fasern sind vegan? Und wie nachhaltig sind diese Textilien überhaupt? Um die Nachhaltigkeit veganer Materialien beurteilen zu können, sind sie anhand von drei Kriterien zu bewerten: Wasserverbrauch, benötigte Anbaufläche und bedenkliche Zusatzstoffe.

Was sind Pflanzenfasern und wie nachhaltig sind sie?

Vroni aus der Story Line Kollektion des Wiener Labels Maronski besteht aus gots-zertifizierter Bio-Baumwolle.

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Vegane Materialien in der Textilproduktion lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Pflanzliche Fasern und Chemiefasern. Von Pflanzenfasern wird gesprochen, wenn Textilfasern ohne chemische Veränderung aus pflanzlichem Material gewonnen werden. Das gilt zum Beispiel für Baumwolle, Hanf oder Flachs. Baumwolle ist eine sehr anspruchsvolle Pflanze. Für die Nicht-Bio-Herstellung von einem Kilogramm des edlen Materials benötigt man im Durchschnitt rund

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67 11.000 Liter Wasser (rund 70 Badewannen) und acht Quadratmeter Land. Die genaue Ertragsmenge hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Menge der Dünge- und Pflanzenschutzmittel, die Baumwollfelder oft benötigen. Der intensive Einsatz dieser chemischen Zusatzstoffe belastet Böden, Trinkwasser, Grundwasser und die Luft. Das gefährdet natürlich auch Feldarbeiter und Anwohner. Bio-Baumwolle hingegen ist nachhaltiger, da beim Anbau auf Pestizide und Kunstdünger verzichtet wird. Allerdings beträgt der Bio-Baumwoll-Anteil des globalen Anbaus nur rund ein Prozent.

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Sarah Pollinger 

Was sind Chemiefasern? Eine weitere Gruppe veganer Fasern sind die Chemiefasern. Diese teilen sich grob in Fasern aus natürlichen Polymeren und Fasern aus synthetischen Polymeren. Chemiefasern aus natürlichen Polymeren sind sogenannte Regenerate. Diese Fasern werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen, welche mit Chemikalien behandelt werden. Ein Beispiel hierfür ist Viskose. Diese kann aus Hölzern und Bambus gewonnen werden.

Wie nachhaltig ist Viskose? Im Vergleich zu Baumwolle benötigt Viskose weniger Wasser und weniger Land. Sie braucht nur ein Zwanzigstel der Wassermenge und sieben Quadratmeter Wald pro Kilogramm. Außerdem kommt Viskose komplett ohne die Verwendung von Pestiziden aus. Chemikalien spielen allerdings bei ihrer Verarbeitung eine

»Woraus besteht vegane Mode? Welche Stoffe oder Fasern sind vegan? Und wie nachhaltig sind diese Textilien überhaupt?«

Der Functional Parka von Bleed Clothing besteht zu 100 % aus recyceltem Polyerster.

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Vegane Mode

68 wichtige Rolle. Bei der Produktion werden Dämpfe freigesetzt, die als umwelt- und gesundheitsschädlich gelten. Beispielsweise Schwefelkohlenstoff und Schwefelwasserstoff.

Chemiefasern aus synthetischen Polymeren Chemiefasern aus synthetischen Polymeren werden in der Regel aus Erdöl hergestellt. Die bekannteste Chemiefaser in der Textilproduktion ist wohl Polyester. Die Herstellung von Polyester benötigt deutlich weniger Wasser als die von Baumwolle oder Viskose. Es reicht zirka ein Prozent der Wassermenge, die man zur Baumwollherstellung benötigt. Da es sich bei Polyester um ein Material komplett synthetischen Ursprungs handelt, wird keine Anbaufläche benötigt. Aber natürlich raffiniertes Erdöl. Bei der konventionellen Herstellung von Polyester werden häufig krebserregende Chemikalien wie beispielsweise Antimon verwendet. Spuren von diesem Element finden sich später oft auch im fertigen Textil wieder. Durch die Poren der Haut kann das Antimon dann in den Körper gelangen. Ein weiteres weitverbreitetes synthetisches Material ist Polyurethan (PU). Aus diesem Kunststoff wird ein Großteil aller Kunstleder hergestellt. Kunstleder wird wegen seinen Materialeigenschaften und seiner lederähnlichen Optik vor allem als Schuhmaterial verwendet. PU braucht ähnlich viele Ressourcen wie Polyester. Bei PU kommt allerdings erschwerend hinzu, dass bei seiner

Ein veganer Seaker im klassischen Running-Design ist der Arcade im klassische 80er-Running-Design von Veja. Das Material: Mesh aus recycelten petFlaschen mit Einsätzen aus synthetischem Polyamid. Das V an der Seite besteht aus Naturkautschuk.

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Der Sweater mit Rosen-Print stammt vom dänischen Eco-Fashion Label Knowledge Cotton. Das Material: 100 % gots-zertifizierte Bio-Baumwolle.

Verbrennung giftiges Dioxin entstehen kann. Da Schuhe und andere Kunstledertextilien am Ende ihrer Nutzung meistens verbrannt werden, ist das kein unwichtiger Punkt. Erfreulicherweise gibt es mittlerweile einige tolle und nachhaltige Alternativen zu ölbasiertem Kunstleder. Schöne Beispiele sind Piñatex – ein Lederimitat aus Ananasabfällen – und Fruitleather; eine Initiative einiger Rotterdamer Designer, die Lederersatz aus Obstresten herstellen.

Fazit Abschließend lässt sich sagen: Vegane Materialien sind nicht automatisch nachhaltig, Baumwolle nicht unbedingt ressourcenschonender als Polyester. Will man vegan und nachhaltig einkaufen, dann ist es leider immer noch mit einiger Arbeit und etwas Suchen verbunden. Rein vegane Stores verkaufen teilweise Schuhe, die als Giftmüll durchgehen und nachhaltige Modegeschäfte legen bei Auswahl ihrer Produkte oft noch Wert auf Leder und Wolle. Mein Tipp: In vielen Städten gibt es mittlerweile Shops für nachhaltige, vegane Mode. Dort hat die BioBaumwoll-Jeans dann auch kein Lederpatch und der Strickpullover ist nicht aus Schaf-, sondern aus Baumwolle.

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glasgeflüster / Sarah Krobath und Jürgen Schmücking

70 Sommerhit oder One-Sip-Wonder? Zwei mitgereiste Weine aus dem Süden.

illustration Nana Mandl

Urlaubswein

Sarah

Jürgen

Mein Motto in Sachen Urlaubswein: Nur ein geleertes Souvenir ist ein gutes Souvenir. Viel zu oft wird das Mitbringsel wie ein Schatz gehütet und der Moment dafür abgewartet – vergebens. Dass die griechische Sonne über meiner Wiener Wohnung untergeht, ist so unwahrscheinlich wie dass bei den vom Griechen ums Eck gelieferten Dolmades Tavernen-Feeling aufkommt. Kaum ist Jürgens Urlaubsgruß von der »Weinstraße der Götter des Olymp« eingetroffen, mache ich es mir also geradewegs mit Xino-Mavro, Krasato und Stavrato gemütlich – könnten genauso gut die drei griechischen Tenöre sein, sind aber autochthone rote Rebsorten, die von Hand geerntet in die kühle Cuvée Pantheon von Tsantalis einstimmen, um nach einem Jahr in kleinen Eichenfässern als fruchtig-würziges Ensemble aufzutreten. Alle drei zu gleichen Teilen, so will es die Herkunftsbezeichnung des Rapsani-Weines aus der namensgebenden Region. Der 2013er Jahrgang hat Himbeeren und Kirschen, Rosmarin, Nelken und einen Hauch Cassis im Gepäck, gibt sich geschmeidig und stimmt mir mit samtigen Tanninen und milder Säure zu: man könnte noch ein, zwei Jahre warten, aber wozu? Wem der lange Abgang als Souvenir nicht reicht, der kann sich ja die leere Flasche ins Regal stellen.

Mein letzter Abstecher nach Kroatien war eigentlich kein Urlaub. Vielmehr eine kulinarische Entdeckungsreise. Das schreibe ich jedenfalls auf alle Rechnungen, damit sie der Steuerprüfer nicht wieder rauswirft. Manchmal funktioniert es. Mein Sohn ist da viel präziser. Früher hat er gesagt »Essen und Trinken«, wenn er gefragt wurde, was der Papa unterwegs macht. Heute drückt er sich – pubertätsbedingt – deutlich bodenständiger aus. Meint aber das gleiche. Sarah war also auch in Kroatien und hat mir eine kroatische Weinempfehlung mitgebracht. Ich mach es kurz und empfehle den Wein ohne wenn und aber weiter. Roxanich. Für mich einer der Großmeister der naturbelassenen Weine, ein Winzer, der von seinem Malvazija auch eine Edelversion im Sortiment hat. Antica. Der Name lässt Alter und Reife vermuten. Ist auch so. Der Antica, der im Moment am besten dasteht, ist aus dem Jahr 2006. Die Farbe erinnert an helles Magahoni, der Duft an Hefegebäck, Haselnüsse, Orangenzeste und jungen Calvados. Sein einziger Nachteil: für den Gaumenkitzel lässt Mladen Roxanich seine Kunden ordentlich in die Tasche greifen. Um das Geld könnte man in einer Taverne an der kroatischen Küste schon einen netten Abend verbringen. Anderseits ist er jeden Cent wert, der Antica.

Woraus? Universalglas – oder eines, das man im Urlaub hat mitgehen lassen. Wozu? Dem lokalen Sonnenuntergang, heimischem Lamm und Michael Köhlmeiers »Sagen des klassischen Altertums«. Mit wem? Spontanem Besuch.

Woraus? Großes Burgunderglas. Wozu? Zu einer riesengroßen Platte Cevapcici. Mit wem? Alexander van der Bellen. Weil wir einiges zu besprechen hätten.

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BIO aus den Tiroler Bergen

Bio-Bergkäse

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iste Hubert Rendl, Käserme l Reith im Alpbachta

Für die Herstellung der Käse wird Bio-Heumilch verwendet.

Bergkäse ist der Klassiker in unserem Tiroler Bio-Sortiment. Etwa zehn Liter Bio-Heumilch brauchen die Senner für die Herstellung von einem Kilo Käse. Dieser Hartkäse ist der ideale Begleiter auf Bergtouren. Für den Tiroler Ursprung bürgt das Gütesiegel „Qualität Tirol“.

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Eingebrockt & ausgelöffelt

Omas Suppengemüse Wir gehen ans Eingemachte und bewahren den Sommer für den Winter auf, denn das Salz in der Suppe verlängert die Saison. Besucht eure Märkte, schnappt euch das Beste, was eure Hände, Nasen und Augen erhaschen können und bewahrt die Ernte in ihrer Hochzeit für kalte Stunden auf. Noch schöner: Bei uns wächst alles im Garten, außer die Karotten, die sind heuer irgendwie nix geworden ...

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Anna Zora und Esa Lotte

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s Es zahlt sich gar nicht aus, lange um den heißen Brei zu reden, der hier ohnehin nichts verloren hat. Das Suppengemüse wird durch Salz – eine Urmutter der Konservierung – haltbar gemacht. Zum Verhältnis: 3 kg Gemüse + 0,5 kg Salz = langlebige Suppenwürze. Wenn man die Beziehung aufrechterhält, kann nix mehr schief gehen. Wurzel- und Knollengemüse – das sich im Herbst im Zenit seines Daseins befindet – wird gehobelt bis die Späne fallen. Die Küchenmaschine erleichtert das Prozedere. Wir nehmen farbenfrohe Karotten, Knollensellerie, Pastinaken und Ingwer zur Hand – die Fantasie darf sich aber je nach Verfügbarkeit noch weiter austoben. Zusätzlich wird Lauch, Petersilie und etwas roter Paprika fein geschnitten und beigemengt. Das Salz trifft dann in einer großen Schüssel aufs Gemüse und wird gut

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vermengt. Insgesamt soll es zwölf Stunden – die Nacht eignet sich ganz gut dafür – einziehen, wobei wir mit einer gelegentlichen Drehung gerne unterstützen und seine Fähigkeiten entfalten. Einsalzen ist neben dem Trocknen eine der ältesten Methoden zur Konservierung von Lebensmitteln. Das Salz entzieht dem Gemüse das Wasser und macht die verbliebene Feuchtigkeit für Mikroorganismen unbrauchbar. Hurray für uns und für die Saisonverlängerung! Am nächsten Tag wird das fertige Suppengemüse in Gläsern abgefüllt, an den Boden des Glases gedrückt – damit die Flüssigkeit nach oben steigt und keine Luftbläschen enthalten sind – und zum Schluss mit etwas Olivenöl abgeschlossen. Die Verwendung des fabrizierten Suppengemüses ist nicht nur auf dessen Namen beschränkt. Wir setzen gerne 1–2 Löfferln als Würze für diverse Saucen, Ragouts, Pürees, Laibchen & Co ein. Schmeckt eure Gerichte lieber erst nach Beigabe des Suppengemüses mit Salz ab, damit die Verliebtheit nur im Herz, Bauch & Kopf Einzug hält und die Beziehungen weiterhin ausgewogen sind. Möge die Übung gelingen. 

Liebe die Mahlzeit, Æ – Anna & Esa

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marktplatz Kosmetik

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natürlich Vegan Der vegane Lebensstil ist schon lange in den Kosmetik-Regalen angekommen, aber noch nie war er so populär wie jetzt. Doch wo liegen die Unterschiede zwischen veganer, tierversuchsfreier und natürlicher Kosmetik? biorama klärt auf.

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ie Nachfrage nach veganer Kosmetik steigt auch bei nicht-veganen Käufergruppen konstant. Ihre klassische Definition lautet, dass alle Produkte frei von tierischen Inhaltsstoffen wie zum Beispiel Honig, Bienenwachs, Gelatine, Kollagen, Keratin, Karmin oder Schellack hergestellt wurden. Dies garantiert allerdings nicht, dass bei der Produktion auf Tierversuche verzichtet wurde. Die verschiedenen Gütesiegel auf der Verpackung erweisen sich beim Einkauf als nützlich. Der »Leaping Bunny« gilt als strengste Zertifizierung. »peta Cruelty Free« wird an Unternehmen vergeben, die peta schriftlich versichert haben, keine Tierversuche durchzuführen oder in Auftrag zu geben und die »Veganblume« bedeutet, dass sowohl Produkt als auch Herstellung tierbestandteils- und tierversuchsfrei sind. Vegane Kosmetik sollte jedoch nicht mit Naturkosmetik gleichgesetzt werden, denn sie kann durchaus synthetische Ingredienzien, wie edc (hormonell wirksame Chemikalien), Dimethicone (Weichmacher) und pegs (Lösungsmittel) enthalten. Deshalb greifen auch immer mehr Veganer auf rein pflanzliche, zertifizierte Biokosmetik zurück. Diese muss frei von tierischen Substanzen wie Milch, Honig, Bienenwachs oder Eier sein und alle Kriterien reiner Naturkosmetik erfüllen. Die »Trendstudie Vegane Kosmetik powered by Vivaness« hat sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt und die Zusammenhänge zwischen Ernährungsstil und Kosmetikverwendung untersucht. Bereits zwei Drittel der Befragten gaben an, dass ihnen Naturkosmetik wichtig ist. Die hier vorgestellte Pflege-Routine kann sowohl von Veganern als auch Naturkosmetik-Fans bedenkenlos angewendet werden. 

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1 // MORGENRITUAL Aufstehen macht mehr Spaß, wenn man weiß, dass man sich gleich mit der Feuchtigkeitsspendenden Duschcreme mit Aloe Vera von Angana by Grüne Erde waschen wird. Der enthaltene Aloe-Vera-Extrakt ist besonders schonend zur Haut und Shea Butter wirkt gleichzeitig rückfettend, sodass man sich das Eincremen erspart und ein paar Minuten länger schlafen kann. NaTrue-zertifiziert. grueneerde.com

2 // HAIRLICH Nach dem Sommer sind die Haare oft extrem strapaziert und brauchen eine Extraportion Pflege. Hier kommt das Aloe Vera Shampoo Normal Hair der dänischen Naturkosmetik-Marke Urtekram ins Spiel. Es verleiht stumpfem, trockenem Haar wieder Glanz und duftet verführerisch nach Orangenblüten. urtekram.com, ecco-verde.at

3 // DESIGN TRIFFT FUNKTION Das natürliche, extrem effektive Deodorant von Fine wird in einer kleinen Manufaktur in Berlin hergestellt und hält den ganzen Tag lang frisch. Die stylische DeoCreme kann sowohl von Frauen als auch von Männern getragen werden und kommt ohne schädliche Konservierungsmittel oder künstliche Duftstoffe aus. fine-deodorant.com

4 // REINHEITSGEBOT Der Talia Face Cleanser von Agronauti befreit die Haut sanft von Schmutz, Schwermetallen und Kalksalzen. Für die Feuchtigkeitsbalance ist eine Wirkstoffkombination aus Ginseng, Hamamelisextrakt und Milchsäure verwantwortlich. Unbedingt hervorzuheben ist auch der spezielle Duft des Reinigungsschaumes, der dezent nach Zedernholz, Zitrone und Lavendel riecht. agronauticosmetics.com, staudigl.at

5 // PFLEGECOCKTAIL Mit der Anti-Aging Feuchtigkeitspflege Time Miracle Age Defence Day Cream for all Skin Types der lettischen Naturkosmetikmarke Mádara ist die Haut den ganzen Tag optimal vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt. Nordischer Birkensaft reduziert Alterserscheinungen und bringt den fahlen Teint wieder zum strahlen. ecocert-zertifiziert. greenglam.de

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Sylvia Buchacher

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Erli Grünzweil

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6 6 // NACHTAKTIV Nachts pflegt die einzigartige Wirkstoffkombination der Organic Face Cream von Belle Fleurelle die Haut besonders intensiv. Hyaluronsäure, Astaxanthin, Babassuöl und Vitamin C spenden Feuchtigkeit, reduzieren Unreinheiten und bekämpfen Fältchen. Alle Produkte der jungen Marke sind Ecocert-zertifiziert und können sogar von Schwangeren problemlos verwendet werden. belle-fleurelle.com

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FEUCHTIGKEITSMASKE Eine halbe Avocado in einer Schüssel zerkleinern und einen Esslöffel Reismehl hinzufügen. Beide Zutaten miteinander vermischen. Abschließend einen Esslöffel Apfelsaft beimengen und alles zu einer Paste verrühren. Die Maske auf das gereinigte Gesicht auftragen und trocknen lassen. Danach mit lauwarmem Wasser abwaschen.

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marktplatz food

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Schnelle Teller

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Convenience-Produkte gibt’s auch im Bio-Supermarkt. Wir haben ein paar Fertigprodukte probiert.

s ist ja nicht gerade so, dass sich der Wandel unbemerkt vollzog. Das Wachstum des Bio-Markts war im letzten Jahrzehnt enorm und hat den Markt massiv verändert. Die ersten Ausgaben der BioFach, mittlerweile Leitmesse der biozertifizierten Lebensmittelindustrie, war in ihren Anfängen ein Marktplatz, auf dem sich kleine Fachhändler und Lebensmittelhandwerker trafen. Geht man heute durch die Hallen, sieht man all die Dinge, die man auch auf den großen Food-Messen der Welt findet: Tiefkühlpizza, Fertigsuppen, ultrahocherhitzte Milch und Nahrungsergänzungspulver, Geschmacks-

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richtung Matcha-Limette-Granatapfelkern. Auf der einen Seite ist das gut, weil es voraussetzt, dass dafür entsprechend große Bio-Agrarflächen zur Verfügung stehen müssen. Andererseits absorbiert der Bio-Markt die Mechanismen der konventionellen Lebensmittelindustrie. Da werden uns grüne Almen und glückliche Tiere vorgegaukelt, wo keine sind. Und es wird suggeriert, dass – weil »Gesundheit« immer schon einer der wichtigsten Gründe war, bio zu kaufen – Bio-Lebensmittel besonders gesund sind. Sind sie auch. Aber je weiter ein Produkt die Verarbeitungsskala hinaufklet-

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Jürgen Schmücking

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Erli Grünzweil

3 // Bauck-Hof, Gemüse-Burger Vorweg, wir haben hier keinen Burger (also nicht das ganze Teil), sondern ein Burger-Laibchen. Genau genommen nicht einmal das, sondern nur die Getreidemischung dafür. Das dafür aber weizenfrei und in biodynamischer Demeter-Qualität. Die Mischung besteht zum Großteil aus Hafer und Gerste, wird vor dem Verfeinern mit Gemüse sorgsam im Steinofen geröstet und verpackt. Im Burger präsentiert sich das Ganze dann viel attraktiver als auf der Verpackung oder in der Beschreibung. Mit gutem Olivenöl gebraten und frischem Salat ist das sogar ein ganz hervorragender Burger. www.bauckhof.de

4 // dennree, Kartoffelpüree locker tert, desto schneller verflüchtigt sich dieses Argument. Bio-Convenience ist also gut für: die Umwelt, den hektischen Alltag und den Ertrag des Händlers. Es ist nicht gut für: die Genusskultur, die Gesundheit und für den Geldbeutel des Konsumenten. Wir haben uns im Sortiment umgesehen und dabei überraschend gute, aber auch grottenschlechte Produkte gefunden.

1 // Allos, Vegan Express Arrabbiata

Ok, ich gestehe, es ist ein Unterschied, ob ich Kartoffeln koche, schäle und mit Milch und Butter püriere oder nur ein Pulver mit Wasser (oder Milch) verrühre und warm mache. Aber groß ist der Unterschied – vom Zeitaufwand her gesehen – nicht. Sehr groß hingegen ist er geschmacklich. Wer trotzdem keine Zeit hat (oder haben will), sollte zu Dennrees Kartoffelpüree locker greifen. Bei dem Produkt ist zumindest die Textur signifikant anders (und besser) als die der Konkurrenzprodukte. Geschmackliche Schadensbegrenzung erreicht man durch: mehr Butter, geriebene Muskatnuss und Salz. www.dennree.de

Die Zubereitung ist bekannt, seit es die asiatischen Instant-Nudeln gibt. Deckel aufreißen, ein paar Minuten warten. Essen. Das Prinzip ist hier das selbe. Den Inhalt in eine Schüssel oder ein Suppenteller geben, aufgießen, warten, essen. Die Getreidebasis der Büromahlzeit sind Couscous und Amaranth. Dann noch Dinkel, Hafer und Grünkern. Die Arrabbiata ist scharf, aber nicht übertrieben scharf. Ein paar herzhafte Prisen Cayenne-Pfeffer oder getrocknete Chilischoten sollten reichen, um den doch eher schalen Geschmack der aufgequollenen Dinkelflocken aufzupeppen. www.allos.de

5 // Hänsel und Gretel, Bio-Marillenfruchtknödel

2 // Wünsch-Dir-Mahl, Afrikanischer Erdnusseintopf

followfish ist kein TK- oder Convenience-Spezialist. Der Markt kennt Followfish als Pionierunternehmen für nachhaltigen Fischfang, als Kämpfer gegen Überfischung und destruktive Fangmethoden. Seit einiger Zeit gibt es auch Baguettes und Pizza im Sortiment. Allerdings immer mit Belag und Bezug zum Kernthema des Unternehmens. Fisch. Ergo auch eine Lachspizza, und zwar gar keine Üble. Eine (nord-)italienische Holzofenpizza mit Lachs aus norwegischen Aquakulturen, Spinat und gegrillten Zucchini aus biologischer Landwirtschaft. Großartig. Um Klassen besser als alles, was die Konkurrenz pizzamäßig ins Rohr schieben lässt. www.followfish.de

Der Eintopf kommt im Glas (sehr löblich), riecht eigentlich intensiv, komplex und ausgewogen (spannend für ein Fertiggericht) und könnte glatt als dicke Suppe durchgehen. Was auch hier wiederum überhaupt nicht passt, ist die fehlende Schärfe am Gaumen. Liebe »Wünsch-Dir-Mahl«-Entwickler, ich wünsch-mir-mal was. Wenn Ihr ein Gericht Westafrikas nach Europa holt, finde ich das richtig klasse. Was ich weit weniger klasse finde ist, dass Ihr das Gericht kastriert. Leute! westafrika! Pfeffer! Wir sind groß, wir mögen das. www.wdm.bio

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Im Sommer, wenn die Marillen links und rechts der Donau reif sind, ist das Produkt ein absolutes No-Go. Aber diese magische Zeit ist auch schnell vorbei, und dafür haben wir die Tiefkühltruhe erfunden. Die Marillenknödel von natur.pur sind ganz nah am (gut gemachten) Original. Saftige Marillen, fest-flaumiger Teig, feine Semmelbrösel. Der einzige Nachteil an dem Ganzen ist die Verpackungsmenge. Vier Stück sind – sagen wir »eh lieb«. www.bio-haensel-gretel.at

6 // followfish, Pizza Salmone Bio

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elternalltag / Ursel Nendzig

Es gibt Investitionen, die zahlen sich erst sehr viel später aus. Dafür werfen sie ihren Ertrag dann so richtig und langfristig ab, wie eine fette, tägliche Rente.

illustration Nana Mandl

Vom Coolsein

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ie einzige Investition in ein Kind, die sich wirklich lohnt, ist die in seine Coolness. Singen, Flöte, Fußball, Turnen: kann man alles machen. Lohnt sich aber nicht wirklich. Was bringen die abgedrehtesten Flamenco-Gitarrenskills, wenn man dabei einfach uncool ist? Jetzt aber aufgepasst: So einfach ist das McDonald’s und Porsche und Bogi-Park und fühlen sich total uncool, weil sie das nämlich nicht mit der Coolness! Man muss sich alles nicht haben dürfen oder nur extrem entscheiden, zu welchem Zeitpunkt im Leben sie selten bzw. gar nicht (Porsche). zum Tragen kommen soll. Die am einfachsten zu Aber – und das wissen die direkt-coolen erlangende Coolness ist die direkte Coolness im Kindesalter. Sie erreicht man ganz simpel durch Kinder ja noch nicht und auch die Eltern vergessen es (wenn sie es überhaupt je Dinge, die andere Kinder cool finden. NinjaTurtles-Schultasche, Schuhe mit Blinkfunktiwussten): diese Coolness hält nicht das ganon, Hausschuhe aus Plastik, Milchschnitte zur ze Leben. Spätestens in der Pubertät wandelt Jause, Cristiano Ronaldo-Frisur, Hundert-Eusie sich auf ganz wundersame Weise. Bei mir (selbst aus einer Vollkorn-Familie stammend) ro-Lego. Auch die ganzen Lebensumstände des Kindes können zu seiner direkten Coolwar das zumindest so. Plötzlich fanden das ness beitragen, da gibt es ganz einfache Realle cool, dass ich keine Ralph-Lauren-Blusen geln: Wohnung ist cooler als Haus. Mutter, getragen habe, sondern mir Opas alte Hemden die Stöckelschuhe trägt ist cooler als Mutzu Kleidern umgenäht und mit selbst gestrickten ter, die Birkenstocks trägt. Vater, der PorZottelschals kombiniert hatte. (Zugegeben: der sche fährt ist cooler als Vater, der Fahrrad 1990er Jahre-Grunge half vielleicht ein bisschen) fährt. Familien, die oft zu McDonald’s geUnd dass ich keinen Gameboy, kein Fast-Food und hen, sind cooler als Heurigen-Familien. keine Milchschnitte durfte (»haben« sagt man in Kinder, die mit ihrer Familie am Wodem Fall nicht). chenende in den Bogi-Park gehen sind Mit der Coolness ist es lustiger Weise wie mit cooler als Kinder aus Wanderfamilien. dem Fast-Food: es ist im Moment extrem geil, hält Und so weiter. aber nicht lange vor. Diese Fast-Coolness baut sich Selbstredend bewundern meine innerhalb weniger Jahre ab. Und dann zeigt sich die Söhne diese »coolen« Kinder aufs echte, die Tiefen-Coolness. Die kann man aber nicht Ärgste. Natürlich wollen sie auch erzwingen, schon gar nicht auf die Schnelle, indem Blinkeschuhe und den ganzen anman sich mit Ninja-Turtles behängt. Man muss sie sich deren Mist, weil sie auch »cool« leider hart erarbeiten. Und zwar durch Verzicht auf coosein wollen. Sie wollen auch le Dinge. Jetzt erklär das mal einem Sechsjährigen.

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die welt, die wir uns wünschen

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von wolfgang smejkal

Orangen- und Avocadoschalen

die basis unseres ökosystems fängt beim boden an. die biodiversität von ackerland ist so komplex, dass sie noch lange nicht völlig erforscht ist. zwei ganz unterschiedliche ansätze werden derzeit in dürregebieten erprobt. In Südafrika grassiert gerade die größte Dürre seit den Wetteraufzeichnungen. Millionen Haushalte leiden an Wassermangel, die Bauern können ihre Felder nicht mehr bewässern, verlieren ihre Ernten und in der Folge die finanziellen Einnahmen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Aber auch westliche Länder leiden derzeit unter extremer Dürre. Im US-Bundesstaat Kalifornien herrscht seit fünf Jahren ein derartiger Wassernotstand, dass man bereits von einer JahrtausendTrockenheit spricht. Schon jetzt leben laut UNO 1,2 Milliarden Menschen an Orten, an denen Wasserknappheit herrscht, weitere 1,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu ausreichend sauberem Trinkwasser. Wissenschaftler sehen den Klimawandel, sich ausbreitende Wüsten und schmelzende Pole als Ursachen. Studien legen nahe, dass sich das Problem in Zukunft noch verschärfen wird. Seit Jahrzehnten versuchen Forscher, die Wasserknappheit mit unterschiedlichen Lösungsansätzen zu bekämpfen.

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Nun könnte die innovative Entdeckung einer 16-jährigen Schülerin aus Johannisburg eine neue Lösung liefern: Orangen- und Avocadoschalen sollen dabei helfen, mehr Regenwasser im Erdboden zu speichern. In Regionen, in denen es nur selten regnet, soll so verhindert werden, dass ganze Ernten während langer Dürrephasen verloren gehen. Südafrikas Nahrungssicherheit könnte mit dieser bahnbrechenden Erfindung um 42 % gesteigert werden. Kiara Nirghins Lösung ist dabei so einfach wie genial: aus Orangen- und Avocadoschalen hat sie ein superabsorbierendes Polymer (sap) – quasi einen supersaugfähigen Schwamm – hergestellt. Theoretisch könnte so jeder Boden, der mit Kiaras Mixtur angereichert wird, so viel Wasser speichern, dass er noch bis zu 20 Tage danach Wasser abgibt, ohne dass die Felder neu bewässert werden müssen. Ohne diese Mixtur versickert das Regenwasser viel schneller und Pflanzen haben schon wenige Tage nach einem Regenguss keinen Zugriff mehr auf das feuchte Nass im Boden. Im Vergleich zu herkömmlichen saps hat Kiaras Erfindung außerdem noch einen weiteren Vorteil: die meisten der bisherigen saps in der Landwirtschaft enthalten ziemlich viele Schadstoffe und sind wesentlich teurer. Kiaras natürliches und umweltfreundliches sap kommt ganz ohne Chemikalien aus und kann außerdem mehr Wasser aufnehmen als die herkömmlichen chemischen saps. Es muss nicht lange aufbereitet werden und ist direkt einsatzfähig. Unter dem Namen »Fighting drought with fruit« hat die junge Forscherin kürzlich den Hauptpreis des Google Science Fair Award 2016 gewonnen, der es ihr ermöglicht, mit einem Preisgeld von 50.000 USDollar die Erfindung weiter zu verbessern.

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Der Sonnenstaat verdurstet Auf der anderen Seite der Erdkugel produziert der kalifornische Landwirt Paul Kaiser in einer relativ kalten Gegend mit wenig Niederschlag das ganze Jahr hindurch Gemüse und erzielt mit speziellen Anbaumethoden 5–7 Ernten pro Jahr – im Gegensatz zu seinen Nachbarn, die nur auf maximal zwei kommen. Kaiser erreicht dies alles, ohne auch nur einen Quadratzentimeter seines Bodens zu pflügen, ohne Unkraut zu jäten und ohne zu sprühen – egal ob Chemie oder Organisches. In den fünf Jahren, seit Kaiser aufhörte, seine Felder zu pflügen, verbrauchte er halb so viel Wasser zur Bewässerung, bis hin zu lediglich einer Stunde pro Woche, während sein Boden immer mehr hergab. Inzwischen bewässert er nur noch mit einem Tropfensystem mithilfe von dünnen Plastikröhrchen, während die Farmer rundum immer noch Sprinkler verwenden, die massive Wassermengen verbrauchen, von denen ein großer Teil durch Verdunstung verlorengeht. Stattdessen konzentriert er sich auf seiner 3,2 ha großen Farm vor allem auf eins: die Beschaffenheit und Qualität des Komposts, den er zum Teil selbst herstellt und große Mengen zukauft. Kaiser behandelt diesen Kompost durch eine seltene Mischung von sowohl alten als auch neuen landwirtschaftlichen Verfahren, die alle nur das Ziel haben, organischen Abfall in den reichhaltigsten, fruchtbarsten Saatboden zu verwandeln, der möglich ist. Darüberhinaus befolgt er, was er die drei Hauptregeln für Bodengesundheit nennt: Wurzeln so weit wie möglich im Boden lassen; den Boden so weit bedecken wie möglich; störe den Boden so wenig wie möglich. Kaiser pflügt nur dann, wenn er alten Boden für eine Neuanpflanzung wiederbelebt. Danach pflügt er nicht wieder. Dank der durch

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den Kompost verbesserten Nährstoffbalance in seiner Erde bekommen Kaisers robuste Sämlinge einen zusätzlichen Vorsprung. Dabei überholen die Ackerfrüchte die Unkräuter von Anfang an und ersparen so das Unkraut jäten.

Kompost und Direktsaat Ein gesunder Boden ist das zentrale Element einer neuen Landwirtschaft: er bietet Mikroben einen Tummelplatz, der Feuchtigkeit speichert. Feuchtigkeit wiederum versorgt Pflanzen mit Nährstoffen, die das Immunsystem der Gewächse stärkt. Diese nährstoffreichen Pflanzen wiederum stimulieren Mikroben in unserem Verdauungssystem, wenn wir sie essen, was letzten Endes auch unser Immunsystem stärkt. Mit seinen außergewöhnlichen Methoden von Kompost und Direktsaat steht Kaiser an vorderster Stelle einer neuen Farmer-Bewegung in den USA, die angesichts einer klimatisch sich verändernden Welt mit geringeren Niederschlägen gegründet wurde, um neue Möglichkeiten zu eröffnen und zu etablieren. Kaisers Äcker sind nach den Standards der meisten Landwirte ein ungeordnetes Sammelsurium – keine großen, weiten, sorgfältig gepflügten Felder, keine endlosen Reihen von immer denselben Ackerfrüchten. Jedoch erkennen immer mehr Landwirte, wenn sie eine Mischung von Früchten pflanzen und sie mit Bäumen, Büschen, Blumen umgeben und den unzähligen Insekten, die diese anziehen – dann wächst die Produktivität um das bis zu Siebenfache. Paul Kaisers organisches Landbausystem funktioniert sogar so gut, dass der amerikanische Kongress bereits eine Empfehlung zu seiner Arbeit gab. 

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Biorama Nº. 45

biss zum Ende / Sina Trinkwalder

… so, wie du ihn vorgefunden hast.«. Der Klassiker unter den Klosprüchen ist keine triviale Lokus-Philosophie, sondern ein wunderbares Leitmotiv für unser Leben auf Erden.

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Hinterlasse diesen ort …

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er Klospruch fordert uns auf, so zu handeln, dass für nachfolgende Generationen der Besuch des Ortes ebenfalls keine Zumutung wird. Was aber tun wir? Wir verschmutzen unser Örtchen, hinterlassen Müllberge und selbst das Toilettenpapier wird knapp werden, weil wir weiterhin derart herumsauen und verschwenderisch umgehen mit Ressourcen, selbst mit nachwachsenden. dass wir von ihr nicht verlangen dürften, wegen »jeder einzelnen Windel« »Kannst du mir mal helfen?«, fragte mich vor Jahren vier Stockwerke in den Hof zu laufen. mein Wohnungsnachbar und Studienkollege. »Klar«, antwortete ich. Er nahm mich mit in seine Wohnung, Darüber hinaus sei ihre Toilette nie zog mich ins Bad und stellte mich vor seine Schüssel, verschmutzt. Sie schlug die Tür zu. die überlief. »Ach du scheiße!«, sagte ich. »Was hast Einige Male noch konsultierte mich du denn gemacht?« »Nichts!«, erwiderte er. »Das mein Nachbar wegen meiner schlanken war die Mutter aus dem Stock über uns. Die hat Oberarme, um ihm beim Entwindeln wieder ne Windel in den Abfluss geschmissen, seines Klos zu helfen. Und ich tat es. Anund mein Arm ist zu dick, die rauszubekommen.« ders nämlich funktioniert Gemeinschaft in einer funktionierenden Umwelt nicht. Er grinste mich an, ich zog meinen Pulli aus und Es reicht nicht, wenn jeder von uns zuhing bis zum Achselanschlag in Fäkalien. Ich sieht, dass sein individuelles Örtchen sauwar erfolgreich: die Windel, die das Rohr verber und gepflegt ist und dabei an anderen stopfte, hielt ich in der Hand und wollte sie in Orten Dreck verursacht. Wir müssen auch den Mülleimer werfen. »Oh nein«, sagte mein Nachbar. Er nahm das corpus delicti und wir zusehen, dass wir die Orte der anderen nicht zerstören. Darauf zu vertrauen, dass selbstverbeide gingen einen Stock höher. Unser Klingeln wurde begleitet von Kindergeschrei ursachte Scheiße von anderen bereinigt wird, und lautstarkem Maulen der Mutter. Die ist bequem, aber nicht von Dauer. Irgendwann Tür öffnete sich. Unsere Nachbarin sah uns verliert der engagierteste »Örtchenschützer« an, rümpfte die Nase und beschimpfte uns die Lust daran, für andere den Schmutz wegzuwild. Was wir uns für einen Scherz erlauräumen. Scheiße zu verlagern, anstatt weniger ben würden, so widerlich stinkend vor zu produzieren und sie ordentlich zu entsorgen, der Tür zu stehen, begann das Gespräch. ist ebenfalls kein zukunftsfähiges Rezept. Was passiert, wenn Unschuldige in der Scheiße der Mein Nachbar unterbrach sie, indem er anderen, die rücksichtslos agieren, ersaufen? Da ihr die Windel unter die Nase hielt und gibt es einen schönen Klospruch: »Zum Scheißen wütend entgegnete: »Wir baden aus und bereinigen, was Sie verursachen: brauchst du Ruhe, zum Reisen brauchst du Schuhe.« Hören Sie auf, die Windeln, diese BDie schnüren sie sich dann und sind auf der Flucht in Waffen, in die Toilette zu werfen. Das die immer weniger werdenden sauberen Stockwerke. drückt mir die ganze Scheiße ins Bad. Es beginnt ein Kampf um den sozialen Frieden und die Wir leben doch hier alle gemeinsam letzten Ecken reiner Luft. in diesem Haus. Da muss man RückUnd das alles nur, weil wenige ihre Päckchen auf sicht nehmen!« Die Mutter erklärte Kosten anderer entsorgen. Wenn es soweit käme, würde völlig frei von Schuldbewusstsein, es uns allen stinken, oder nicht? 

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Upcycling mit Würmern: Eine Anleitung Von Erbse Huth in Querbeet Letzten Monat habe ich erklärt, weshalb ich in meiner Wohnung über mehrere hundert Würmer beherberge und wieso ich den Wurmkompost nachhaltig, praktikabel und sogar für kleine Stadtwohnungen geeignet finde. Diesmal möchte ich euch gerne zeigen, wie so eine Wurmkiste sehr leicht selbst zu bauen ist. Dafür sind keine großen Kenntnisse als Handwerker*in notwendig.

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