April 2019 INDUSTRIEPOLITIK DOSSIER
Industriebericht Industrieproduktion und Handel nach Branchen
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Wir erwarten für das Jahr 2019 eine stagnierende Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland. Abschwächender Welthandel, zunehmende Handelskonflikte und Unsicherheiten über das zukünftige Verhältnis zwischen Großbritannien und der Europäischen Union belasten das exportorientierte Verarbeitenden Gewerbe.
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Weltweit ist die Industrieproduktion im Jahr 2018 um insgesamt 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Wachstumsverlust gegenüber dem Vorjahr ist vor allem in den entwickelten Volkswirtschaften entstanden. Dort stieg die Industrieproduktion nur noch um 2,4 Prozent. In den Schwellenländern sank das Wachstum nur leicht auf 3,7 Prozent.
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Die deutschen Warenausfuhren dürften 2019 nur leicht ansteigen. Inklusive Warenhandel und Dienstleistungsexporten erwarten wir in realer Rechnung einen Anstieg der Exporte um 1 ½ Prozent.
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Im Jahr 2018 hat der Welthandel um 3,3 Prozent zugenommen. Dies war das zweitbeste Ergebnis in den letzten sieben Jahren. Die entwickelten Volkswirtschaften steigerten ihre Exporte 2,4 Prozent, die Schwellenländer um 3,7 Prozent.
Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Inhaltsverzeichnis Industrieproduktion weltweit ............................................................................................................. 3 Produktionswachstum regional ausgewogen ........................................................................................ 3 Industrieproduktion in den entwickelten Volkswirtschaften ................................................................... 4 Industrieproduktion in den Schwellenländern ....................................................................................... 5 Vereinigte Staaten ................................................................................................................................. 6 China ..................................................................................................................................................... 7 Japan ..................................................................................................................................................... 8 Südkorea ............................................................................................................................................... 9 Europäische Union .............................................................................................................................. 10 Deutschland......................................................................................................................................... 12 Frankreich............................................................................................................................................ 13 Italien ................................................................................................................................................... 14 Spanien ............................................................................................................................................... 15 Vereinigtes Königreich ........................................................................................................................ 16 Welthandel........................................................................................................................................... 17 Industriebranchen in Deutschland .................................................................................................. 19 Aluminiumindustrie: Produktion 2018 rückläufig ................................................................................. 19 Automobilindustrie ............................................................................................................................... 20 Bauindustrie: Wachstum am Bau setzt sich 2019 auf hohem Niveau fort .......................................... 21 Baustoff-, Steine-und-Erden-Industrie: Wachstum dürfte sich fortsetzen ........................................... 22 Chemieindustrie: Bremsspuren in der deutschen Chemie .................................................................. 23 Deutsche Elektroindustrie: Moderate Erwartungen für 2019 .............................................................. 24 Gießerei-Industrie in fortgeschrittener Hochkonjunktur ...................................................................... 25 Glasindustrie bleibt auf Wachstumskurs ............................................................................................. 26 Keramische Industrie ........................................................................................................................... 27 Maschinenbau behauptet sich in rauerem Klima ................................................................................ 27 Nichteisen-Metallindustrie ................................................................................................................... 28 Lage der Stahlindustrie im April 2019 ................................................................................................. 29 Stahl- und Metallverarbeitung ............................................................................................................. 30 Textil- und Bekleidungsindustrie ......................................................................................................... 31 Impressum ......................................................................................................................................... 33
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Industrieproduktion weltweit Produktionswachstum regional ausgewogen Die globale Industrieproduktion ist nach Berechnungen des Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB) im Jahr 2018 um drei Prozent gestiegen. Die Jahreswachstumsrate von 3,4 Prozent aus dem Vorjahr wurde damit leicht unterschritten. Zu einem Großteil sind die Wachstumsverluste von 0,3 Prozentpunkten in den entwickelten Volkswirtschaften entstanden. Der Wachstumsbeitrag der Schwellenländer sank gleichzeitig nur um 0,1 Prozentpunkte. In den Schwellenländern war in den ersten beiden Quartalen des vergangenen Jahres noch Produktionssteigerungen von vier Prozent und mehr zu beobachten, bevor sich die Aktivitäten bis zum Jahressende etwas verlangsamten. Im vierten Quartal 2018 betrug die Expansionsrate 3,2 Prozent. Hieraus resultierte eine Jahreswachstumsrate von 3,7 Prozent. Die Industrien der entwickelten Volkswirtschaften legten zwar einen guten Start ins neue Jahr hin (plus 3,4 Prozent). Im weiteren Jahresverlauf sank das Expansionstempo deutlich auf zuletzt nur noch 1,1 Prozent im vierten Quartal. Die hieraus resultierende Jahreswachstumsrate von 2,4 Prozent war aber immer noch die zweithöchste der letzten acht Jahre. Im Jahr 2019 dürfte sich die Produktionsausweitung weiter verlangsamen. Im Januar sank die weltweite Industrieproduktion saison- und kalenderbereinigt sogar leicht gegenüber dem Vorzeitraum. Der Vorjahresvergleich lag mit plus 1,6 Prozent deutlich unter der jahresdurchschnittlichen Wachstumsrate des Vorjahres. Der Verlauf des weltweiten Einkaufsmanagerindex für die Industrie deutet eine Seitwärtsbewegung an. Die ersten beiden Werte des Jahres 2019 liegen mit 50,8 bzw. 50,6 Indexpunkten nur knapp über dem Wert, der eine Expansion anzeigt.
Welt: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex Schwellenländer entwickelte Volkswirtschaften Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
55
5
54 4 53 3 52 51
2
50 1 49 0 48 47
-1 2014
2015
2016
2017
2018
2019
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis, eigene Berechnungen
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Industrieproduktion in den entwickelten Volkswirtschaften Wachstumsbeschleunigung nur in den USA In den entwickelten Volkswirtschaften war es die USA, die im Wesentlichen zum Wachstum der Industrieproduktion beigetragen hat. In den ersten beiden Quartalen erhöhte die US-Industrie ihren Ausstoß im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um jeweils 3,4 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte stiegen die Expansionsraten so stark an, dass Ende 2018 eine Jahreswachstumsrate von vier Prozent erzielt wurde. Im ersten Quartal 2018 expandierte die Industrie im Euroraum im gleichen Tempo. Die Gruppe der restlichen entwickelten Volkswirtschaften konnte das Tempo sogar bis im zweiten Quartal halten. Doch während sich in den USA das Wachstum weiter beschleunigte, ließ in der zweiten Jahreshälfte das Expansionstempo andernorts deutlich nach. Im Euroraum ist die Industrieproduktion im vierten Quartal zum ersten Mal seit fünf Jahren sogar gesunken. Daraus resultierte eine Jahreswachstumsrate von einem Prozent. In Japan wurde ein Produktionsplus von 0,9 Prozent erzielt. In den restlichen entwickelten Volkswirtschaften stieg die Industrieproduktion mit plus 2,5 Prozent sogar noch leicht überdurchschnittlich. Im Januar 2019 setzte sich die Produktionssteigerung in den entwickelten Volkswirtschaften deutlich langsamer fort. Saison- und kalenderbereinigt war nur ein Anstieg um ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Während in den USA die Industrie ihre Produktion ausweiten konnten, nahm diese im Euroraum weiter ab. In Japan und den restlichen entwickelten Volkswirtschaften stagnierte die Produktion zum Jahresbeginn. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie sank im Februar 2019 auf den niedrigsten Wert seit Mai 2016. Dies war gleichzeitig der zehnte Rückgang in Folge. Mit 50,4 Indexpunkten bewegt er sich knapp über der Expansionsschwelle. Wir rechnen für das laufende Jahr bestenfalls mit einer leicht steigenden Industrieproduktion.
Entwickelte Volkswirtschaften: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex restliche entw. Volkswirtschaften Euroraum Japan USA Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
57
5
56 4 55 3
54 53
2
52 1
51 50
0
49 -1 48 47
-2 2014
2015
2016
2017
2018
2019
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB)
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Industrieproduktion in den Schwellenländern Weniger Dynamik in Asien; Südamerika weiter in der Rezession In den Schwellenländern sind es die asiatischen Staaten, und darunter vor allem China, aus denen die Impulse für das Wachstum der Industrieproduktion dieser Länder stammen. Und diese Wachstumslokomotive hat im Jahr 2018 an Schubkraft eingebüßt. Nach einem Plus von sechs Prozent im ersten Quartal 2018 ging das Expansionstempo im weiteren Jahresverlauf kontinuierlich zurück auf nur noch fünf Prozent im vierten Quartal. Am Ende wurde eine Jahreswachstumsrate von 5,6 Prozent erzielt, die zwar unter der des Vorjahres lag, jedoch über den Werten der Jahre 2015 und 2016. Erfreulich war die Entwicklung der Industrien in Afrika und dem Mittleren Ostens. Diese steigerten im Jahr 2018 ihre Produktion um ein Prozent und damit das fünfte Jahr in Folge. In den Ländern Zentralund Osteuropas stieg die Industrieproduktion mit 2,8 Prozent ähnlich stark wie im Jahr zuvor. Damit trugen diese beiden Regionen mit jeweils 0,2 Prozentpunkten zum Produktionswachstum der Schwellenländer bei. Sorgen bereitet dagegen die Entwicklung in Lateinamerika. Hier sank die Industrieproduktion bereits das fünfte Jahr in Folge, zuletzt mit minus 2,1 Prozent sogar etwas stärker als im Jahr zuvor. Für die Gruppe der Schwellenländer bedeutete dies einen Wachstumsverlust von 0,4 Prozentpunkten. Im Januar 2019 stieg die Industrieproduktion in den Schwellenländern saison- und kalenderbereinigt nur noch um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies entsprach einem Produktionsplus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. In den asiatischen Schwellenländern und in Zentral- und Osteuropas expandierte die Industrieproduktion im Vergleich zum Vorjahr jeweils um etwas mehr als vier Prozent. Neben Lateinamerika verzeichneten auch die Industrien Afrikas und des Mittleren Ostens deutliche Produktionseinbußen. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie sank im Januar 2019 erstmals seit Juni 2016 auf einen Wert unter 50 Punkte, gelangte aber im Februar 2019 mit 50,6 Punkten wieder in den Expansionsbereich. Schwellenländer: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex Afrika/Mittlerer Osten Lateinamerika Zentral- und Osteuropa Asien Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
53
5
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4
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3
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1
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0
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-1
46
-2 2014
2015
2016
2017
2018
2019
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB)
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Vereinigte Staaten Die US-amerikanische Industrie (die Angaben des CPB beziehen sich auf das Produzierende Gewerbe ohne Bau) befindet sich seit zwei Jahren auf Wachstumskurs. Nach plus 1,6 Prozent im Jahr 2017 hat sich das Expansionstempo deutlich erhöht. So war in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2018 ein Produktionsanstieg von jeweils 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Im dritten Quartal stieg der Ausstoß mit 5,1 Prozent so stark an wie zuletzt im Jahr 2010. Hieraus resultierte eine Jahreswachstumsrate von vier Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Produktion im Jahr 2018 mit plus 2,3 Prozent zwar deutlich langsamer. Dies war aber der stärkste Anstieg seit dem Jahr 2012. Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes weitete der Maschinenbau wie bereits im Vorjahr seine Produktion am stärksten aus. Auf das Produktionsplus von 6,5 Prozent folgte ein Anstieg um 5,4 Prozent. Der Fahrzeugbau erholte sich nach dem Produktionsrückgang vom Vorjahr und legte um 3,8 Prozent zu. Die Ernährungsindustrie steigerte das sechsten Jahr in Folge ihre Produktion, im Jahr 2018 um 3,2 Prozent. Das Chemiegeschäft lief mit seinen plus 3,1 Prozent so gut wie seit acht Jahren nicht mehr. Zusammen mit Herstellung pharmazeutischer Produkte stand am Ende des Jahres sogar ein Plus von 3,4 Prozent. Leicht unterdurchschnittlich expandierte die Elektroindustrie (plus zwei Prozent).
Vereinigte Staaten: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 60
5
58
4 3
56
2
54
1 52 0 50 -1 48
-2
46
-3
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-4
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-5 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
2019
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB)
Zum Jahresbeginn 2019 hat das Expansionstempo der US-Industrie etwas nachgelassen. US-Statistiken weisen für das Verarbeitende Gewerbe in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres ein Produktionsplus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Der Maschinenbau und die chemische Industrie steigerten ihre Produktion zu Jahresbeginn kräftig. Elektro- und Ernährungsindustrie verzeichneten Zuwächse von etwas mehr als einem Prozent. Im Fahrzeugbau stagnierte die Produktion.
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Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe verlor nach dem Anstieg im Januar im Februar und März wieder an Boden. Er befindet sich aber mit seinen 52,5 Punkten weiter im Expansionsbereich. Wir erwarten angesichts der nachlassenden Dynamik für das Jahr 2019 nur noch einen Produktionsanstieg von knapp zwei Prozent. Für das Produzierende Gewerbe ohne Bau dürfte dieser Wert etwas darüber liegen. China Die chinesische Industrie (Verarbeitendes Gewerbe inklusive Bau) konnte ihr Expansionstempo im Frühjahr 2018 etwas beschleunigen. Nach annualisierten Wachstumsraten auf 6,1 und 6,3 Prozent zum Jahreswechsel 2017/2018 waren im Februar und März 2017 bereits Wachstumsraten von 6,5 Prozent zu verzeichnen. Zum Ende des ersten Halbjahres 2018 expandierte Chinas Industrie mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 6,4 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte hat das Wachstumstempo deutlich nachgelassen. Von Juli 2018 bis Dezember 2018 verringerten sich die Wachstumsraten von 6,15 Prozent auf zuletzt 5,7 Prozent im Dezember 2018. Zum Jahresbeginn 2019 deutet sich ein etwas schwächeres Produktionswachstum für das Verarbeitende Gewerbe an. Daten für die gesamte Industrie lagen noch nicht vor. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist im März 2019 das dritte Mal in Folge gestiegen. Mit 50,8 Zählern liegt der Wert erstmals in diesem Jahr wieder im Expansionsbereich und markiert gleichzeitig den höchsten Stand seit Juli 2018.
China: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 52
8
51
7
50
6
49
5
48
4
47
3 2014
2015 Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
2019
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Japan Japans Industrie (Produzierende Gewerbe ohne Bau) konnte im dritten Wachstumsjahr nicht mehr an das Expansionstempo des Vorjahres anknüpfen. Auf ein zweiprozentiges Produktionsplus im ersten Quartal 2018 folgte ein Anstieg von nur noch 1,2 Prozent im zweiten Quartal. In der zweiten Jahreshälfte wurde das Vorjahresniveau mit 0,1 Prozent im dritten und 0,5 Prozent im vierten Quartal nur knapp überschritten. Im Ergebnis stand eine Jahreswachstumsrate von 0,9 Prozent, die auch der Expansionsrate des Verarbeitenden Gewerbes entsprach. Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes verzeichnete der Maschinenbau mit einem Produktionsplus von 5,6 Prozent wie bereits im Jahr 2017 den stärksten Zuwachs. Die Aktivitäten in der chemischen Industrie inklusive der Herstellung pharmazeutischer Produkte nahmen mit zwei Prozent ebenfalls überdurchschnittlich zu. Das reine Chemiegeschäft entwickelte sich im Jahr 2018 mit plus 0,9 Prozent allerdings nur durchschnittlich. Einen leichten Produktionsrückgang um 0,5 Prozent hatte der Fahrzeugbau zu verkraften. Die Erholung in der Elektroindustrie lässt weiter auf sich warten. Die Produktion sank nunmehr das achte Jahre in Folge. Mit einem Rückgang von nur noch 1,1 Prozent hat sich aber die Fallgeschwindigkeit deutlich verlangsamt. Zum Jahresbeginn 2019 sank die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes gegenüber dem Vorjahreszeitraum nochmals leicht um 0,3 Prozent. Im Fahrzeugbau und in der Chemischen Industrie waren Zuwächse um 3,5 Prozent bzw. 1,5 Prozent zu verzeichnen. Die Aktivitäten in der Elektroindustrie und im Maschinenbau gingen deutlich zurück. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist zwar im März 2019 gegenüber dem Vormonat nicht weiter gesunken. Mit 48,9 Punkten liegt er aber unterhalb der Expansionsschwelle, so dass im ersten Quartal 2019 nicht mit einer Produktionsausweitung zu rechnen ist. Für Japans Industrie erwarten wir im laufenden Jahr bestenfalls ein Produktionsplus von einem Prozent.
Japan: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 60
8
58
6
56 4 54 52
2
50
0
48 -2 46 -4
44 42
-6 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
2019
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Südkorea Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) in Südkorea ist nach einem Produktionsrückgang von 1,2 Prozent im ersten Quartal 2018 (Vorjahresvergleich) im weiteren Jahresverlauf wieder gestiegen. In der Jahresmitte folgte eine Produktionsausweitung um 2,7 Prozent im zweiten und um 2,5 Prozent im dritten Quartal. Auch zum Jahresende stieg die Produktion nochmals leicht an. Die daraus resultierende Jahreswachstumsrate von 1,2 Prozent war allerdings nicht einmal halb so hoch wie die des Vorjahres. Das Verarbeitenden Gewerbe in Südkorea erzielte im Jahr 2018 ebenfalls ein Produktionsplus von 1,2 Prozent. Unter den Schlüsselbranchen konnte nur die Chemische Industrie ihre Produktion ausweiten (plus 2,3 Prozent). Zusammen mit der Herstellung pharmazeutischer Produkte betrug der Anstieg der Jahresproduktion sogar 7,9 Prozent. In der Elektroindustrie wurde das Vorjahresergebnis um 0,2 Prozentpunkte verfehlt. Südkoreas Maschinenbauer verzeichneten nach kräftigen Produktionssteigerungen im Vorjahr einen Rückgang um 3,5 Prozent. Der Fahrzeugbau verfehlte mit minus 1,2 Prozent bereits das dritte Mal in Folge das Ergebnis aus dem Vorjahr. Zu Jahresbeginn 2019 ist in der südkoreanischen Industrie eine Abschwächung der Aktivitäten zu beobachten. Erstmals seit zehn Monaten sank in der Zweimonatsbetrachtung die Produktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Maschinenbau verzeichnete mit minus 13,4 Prozent deutliche Produktionseinbußen. Die Rückgänge in der Elektroindustrie und in der Chemischen Industrie konnten nicht durch die guten Daten aus der Pharmazeutischen Industrie und dem Fahrzeugbau aufgewogen werden. Dementsprechend bewegt sich der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe auch seit November 2018 unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Indexpunkten. Im März 2019 stieg der PMI um 1,6 Zähler auf nunmehr 48,8 Punkte.
Südkorea: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 53
6
4 51
2 49 0
47 -2
45
-4 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
2019
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Europäische Union In der Europäischen Union ist die Dynamik der Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) im gesamten Jahresverlauf kontinuierlich gesunken. Nach einem Plus von 3,2 Prozent im ersten Quartal gingen die Quartalswachstumsraten bis auf ein Prozent im dritten Quartal 2018 zurück. Im vierten Quartal gab es sogar ein Produktionsrückgang von 1,1 Prozent. In der Summe hat sich die Industrieproduktion in der EU um insgesamt 1,3 Prozent erhöht. Dies war nach dem Plus von 3,1 Prozent im Jahr 2017 bereits der fünfte Anstieg in Folge. Das Verarbeitende Gewerbe wies für das Jahr 2018 sogar ein Wachstum um 1,6 Prozent aus. Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes stieg die Produktion im Maschinenbau mit 3,2 Prozent am stärksten, gefolgt von der Elektroindustrie die sich mit einem Plus von 2,8 Prozent ähnlich stark entwickelte. Die Chemische Industrie entwickelte sich mit plus 1,8 Prozent noch überdurchschnittlich. Dies war dem außerordentlich guten Pharmageschäft (plus fünf Prozent) geschuldet. Im reinen Chemikaliengeschäft ging die Produktion sogar leicht zurück. Das Jahresergebnis in der Stahl- und Metallverarbeitung war mit plus 1,4 Prozent leicht unterdurchschnittlich. Der Fahrzeugbau musste nach fünf Jahren Wachstum erstmals leichte Produktionseinbußen hinnehmen, die zum Teil der WLTP-Problematik geschuldet sein dürften. Europäische Union: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 60
5 4
58 3 56 2 54
1 0
52 -1 50 -2 48
-3 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
2019
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
In allen fünf wirtschaftlichen Schwergewichten der Europäischen Union entwickelte sich die Industrieproduktion im Jahr 2018 schwächer als im Durchschnitt der gesamten EU. Den stärksten Anstieg dieser Ländergruppe wies die deutsche Industrie aus, die ein Plus von einem Prozent verzeichnete. Die Industrien in Großbritannien und in Italien steigerten ihre Produktion um jeweils 0,7 Prozent. Frankreich und Spanien bildeten gemeinsam das Schlusslicht mit jeweils einem Mini-Plus von 0,4 Prozent.
Entwicklung der Industrieproduktion* seit 2015 108
Italien
106
Spanien Deutschland 104
Frankreich Vereinigtes Königreich
102
100
98
96 2015
2016
2017
2018
2019
*Produktionsindex: 6-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt (2015=100) Quelle: Macrobond
Wir rechnen im laufenden Jahr mit einer ähnlich schwachen Entwicklung der Industriekonjunktur wie im Vorjahr. Im Januar 2019 sank die Industrieproduktion saison- und kalenderbereinigt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozent. Gegenüber dem Vormonat war jedoch ein Anstieg um ein Prozent zu beobachten. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie sank im März 2019 das vierte Mal in Folge. Mit seinen 48,3 Indexpunkten befindet er sich bereits den zweiten Monat in Folge unterhalb des Wertes, der eine Expansion anzeigt.
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Deutschland In Deutschland stieg die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) in der ersten Jahreshälfte 2018 erneut kräftig. Bei Wachstumsraten vom 4,2 Prozent im ersten und 2,8 Prozent im zweiten Quartal sprach vieles für ein ähnlich starkes Ergebnis wie im Vorjahr. In der zweiten Jahreshälfte nahm die konjunkturelle Dynamik hingegen deutlich ab, was zum Teil Sondereffekten geschuldet war. Im Fahrzeugbau beeinträchtigte die Einführung eines neuen Abgasprüfverfahrens die Produktion. Das Niedrigwasser im Rhein dämpfte die Produktion der Branchen, die auf diese Wasserstraßenanbindung angewiesen waren. So wurde im dritten Quartal das Produktionsniveau des Vorjahresquartals knapp verfehlt und im vierten Quartal mit minus 2,4 Prozent deutlich unterschritten. Für das gesamte Jahr 2018 ergab sich nur noch ein Zuwachs um ein Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe war der Produktionsanstieg im Jahr 2018 mit 1,2 Prozent nur unmerklich stärker. Unter den einzelnen Branchen war im Maschinenbau ein Zuwachs um 2,4 Prozent zu verzeichnen. Auch die Elektroindustrie konnte ihre Produktion mit plus zwei Prozent überdurchschnittlich ausweiten. Das Jahresergebnis in der Stahl- und Metallverarbeitung entsprach mit plus 1,1 Prozent etwa dem Durchschnitt. Das gute Ergebnis von plus 3,8 Prozent in der chemischen Industrie war der stark gestiegenen Herstellung von pharmazeutischen Produkten geschuldet, denn in der Basischemie sank die Produktion mit minus 2,1 Prozent sogar noch stärker als im Fahrzeugbau, wo Produktionseinbußen von 1,7 Prozent zu verkraften waren. Zum Jahresbeginn 2019 setzte sich die konjunkturelle Abschwächung weiter fort. Das Produzierende Gewerbe (ohne Bau) und das Verarbeitende Gewerbe verzeichneten im Januar einen Rückgang von 3,4 bzw. vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe zeigt für die ersten drei Monaten des laufenden Jahres eine sinkende Produktion an. Auf Basis der Einschätzungen der einzelnen Branchen erwarten wir für das gesamte Jahr 2019 eine stagnierende Produktion im Verarbeitenden Gewerbe.
Deutschland: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 8 63 6 58 4 2
53
0 48 -2 43
-4 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
2019
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Frankreich Frankreichs Industrie (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) konnte nicht an das hohe Wachstumstempo des Vorjahres anknüpften. Nach einem Plus von 2,6 Prozent im ersten Quartal (Vorjahresvergleich) lag die Produktion in den beiden darauffolgenden Quartalen mit plus 0,6 und plus 0,4 Prozent nur leicht über dem Niveau des Vorjahres. Im vierten Quartal war sogar ein Rückgang um 1,7 Prozent zu verkraften. Immerhin hat sich die Industrieproduktion das vierte Jahr in Folge erhöht, wenngleich das Plus von 0,4 Prozent der niedrigste Anstieg in diesem Zeitraum war. Unter den einzelnen Branchen erhöhten der Maschinenbau und die Elektroindustrie ihre Produktion jeweils um 1,2 Prozent und befinden sich damit das zweite Jahr in Folge auf Wachstumskurs. Die Metallverarbeitende Industrie entwickelte sich mit plus einem Prozent ähnlich stark. Der Fahrzeugbau expandierte bis zur Jahresmitte kräftig, musste aber in der zweiten Jahreshälfte aufgrund des neuen europäischen Abgasprüfverfahrens Produktionseinbußen hinnehmen. Das Vorjahresniveau wurde mit plus 0,2 Prozent zwar nur knapp, dafür aber bereits das fünfte Mal in Folge übertroffen. Die Erzeugung in der Basischemie sank im Jahresvergleich um 2,4 Prozent. Nur weil die Herstellung pharmazeutischer Produkte um 5,7 Prozent zulegte, konnte ein positives Jahresergebnis erzielt werden (plus 0,8 Prozent). Zum Jahresbeginn 2019 hat sich die Abwärtsbewegung in Frankreichs Industrie abgeschwächt. Im Januar stieg der Produktionsindex für das Produzierende Gewerbe ohne Bau sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr an. Auch im Verarbeitenden Gewerbe war eine entsprechende Belebung zu beobachten. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres sogar wieder über die Expansionsschwelle von 50 Punkten gestiegen, hat allerdings im März wieder etwas an Boden verloren. Frankreich: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 59
6 5
57
4 55 3 53
2
51
1 0
49 -1 47
-2
45
-3 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
2019
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Italien Italiens Industrie befindet sich seit nunmehr vier Jahren auf Wachstumskurs, wenngleich im vergangenen Jahr das Expansionstempo deutlich nachgelassen hat. Nach einem Plus von 3,4 Prozent folgte im zweiten Quartal nur noch ein Produktionsplus von 1,9 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte belasteten vor allem die Produktionseinschränkungen im Fahrzeugbau das Ergebnis. Im dritten Quartal 2018 sank die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) um 0,2 Prozent, im vierten Quartal um 2,4 Prozent. Für das gesamte Jahr 2018 resultierte hieraus ein Anstieg der Industrieproduktion um 0,7 Prozent. Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes konnte der Maschinenbau seine Produktion mit plus 3,7 Prozent am kräftigsten ausweiten. Italiens Maschinenbauer befinden sich damit das vierte Jahr in Folge auf Wachstumskurs. Ebenso die Elektroindustrie, die ihre Produktion um 1,3 Prozent steigerte. Die Chemieindustrie konnte ihre Produktion dank kräftig gestiegener Herstellung pharmazeutischer Produkte ebenfalls um 1,3 Prozent ausweiten. Die Erzeugung in der Basischemie erhöhte sich nur um 0,4 Prozent. Die Metallverarbeitende Industrie entwickelte sich mit plus 0,9 Prozent nicht ganz so gut wie das gesamte Verarbeitende Gewerbe. Erstmals seit vier Jahren verzeichnete der Fahrzeugbau Produktionseinbußen. Bereits in der ersten Jahreshälfte war der Produktionsanstieg sehr gering. In der zweiten Jahreshälfte sank, ähnlich wie in anderen EU-Ländern, die Produktion deutlich. Der Produktionsrückgang der Branche betrug 3,3 Prozent. Der Abwärtstrend hat sich zum Jahresbeginn 2019 fortgesetzt. Das Produzierende Gewerbe ohne Bau weist für Januar 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Produktionsrückgang, das Verarbeitende Gewerbe ebenso. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe bewegt sich seit sechs Monaten in Folge unterhalb der Expansionsschwelle. Im Februar und im März sanken die Werte jeweils auf den tiefsten Wert seit sieben Jahren. Italien: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 60
8
58
6
56 4 54 2 52 0 50 -2
48 46
-4 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
2019
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Spanien Spaniens Industrie befindet sich seit nunmehr fünf Jahren auf Wachstumskurs. Das Expansionstempo hat aber im Verlauf des Jahres 2018 deutlich nachgelassen. Nach einem Plus von 2,7 Prozent stieg die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) im zweiten und dritten Quartal nur noch um 1,4 bzw. um 0,5 Prozent. Im vierten Quartal 2018 sank die Produktion mit minus 2,8 Prozent recht deutlich. Nicht nur im Fahrzeugbau, auch bei den metallverarbeitenden Betrieben sank die Produktion. Für das gesamte Jahr 2018 resultierte hieraus nur noch ein Anstieg der Industrieproduktion um 0,4 Prozent. Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes stieg die Produktion der Elektroindustrie mit plus 5,1 Prozent am stärksten. Gefolgt vom Maschinenbau, der nach zweistelligen Wachstum im Jahr 2017 mit plus 3,5 Prozent auf Wachstumskurs blieb. Das reine Chemiegeschäft schloss mit plus 0,8 Prozent ab. Zusammen mit dem Pharmageschäft ergab sich ein Plus von 1,1 Prozent. In der gleichen Größenordnung erhöhte sich auch die Produktion der metallverarbeitenden Betriebe. Der Fahrzeugbau musste, wie bereits im Vorjahr, Produktionseinbußen hinnehmen (minus 1,6 Prozent). Nach dem schwachen Jahresausklang hat sich die Situation im Januar 2019 etwas aufgehellt. Das Verarbeitende weist für Januar 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Produktionsplus von 0,7 Prozent aus. Auch der Vormonatsvergleich fiel positiv aus. Im Produzierende Gewerbe ohne Bau lag der Wert sogar bei 2,5 Prozent. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe war im Januar auf 52,4 Punkte gestiegen, was die steigende Produktion im Januar erklärt. Im Februar gab der Index 2,5 Punkte ab, sackte kurzzeitig unter die Expansionsschwelle stieg aber im März wieder auf 50,9 Zähler.
Spanien: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 58
6
56
4
54 2 52 0 50 -2 48 -4
46 44
-6 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
2019
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Vereinigtes Königreich Im Vereinigten Königreich ist die Industrieproduktion (produzierendes Gewerbe ohne Bau) im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 0,7 Prozent gestiegen. Damit hat sich das Wachstumstempo im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert. Die britische Industrie ist zwar mit einem Produktionsplus von zwei Prozent ins Jahr 2018 gestartet. Im weiteren Jahresverlauf gingen die Aktivitäten sogar erheblich zurück. Im vierten Quartal 2018 waren Produktionseinbußen von einem Prozent zu verkraften. Im Verarbeitenden Gewerbe war die Produktionsausweitung für das gesamte Jahr 2018 mit plus 0,9 Prozent nur unwesentlich größer. Unter den größeren Branchen verzeichnete die Elektroindustrie mit einem außerordentlich starken Produktionsanstieg von 7,1 Prozent das beste Ergebnis seit siebzehn Jahren. Der Maschinenbau konnte nicht an das Wachstumstempo aus dem Vorjahr anknüpfen, konnte aber dennoch mit plus 1,7 Prozent überdurchschnittlich zulegen. Die chemische Industrie expandierte dank des guten Pharmageschäfts um 1,4 Prozent. Im reinen Chemiegeschäft wurde das Vorjahresergebnis nur um 0,4 Prozent übertroffen. Der Fahrzeugbau beendete das Jahr 2018 mit einem Minus von 1,8 Prozent. In der Metallverarbeitenden Industrie betrug der Produktionsrückgang 0,5 Prozent. Auch zum Jahresbeginn 2019 haben sich die Industrieaktivitäten in Großbritannien weiter abgeschwächt. In der gesamten Industrie sank die Produktion im Januar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Verarbeitenden Gewerbe ebenfalls. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres zunächst gesunken, zeigt aber mit 52 Punkten weiterhin eine Expansion an. Im März sprang der Wert hingegen auf ein neues 13-MonatsHoch.
Vereinigtes Königreich: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 60
6
58 4 56
54
2
52 0 50
48
-2 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
2019
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Welthandel Zweitstärkstes Wachstum innerhalb der letzten sieben Jahre Die weltweiten Handelsaktivitäten haben sich im Jahr 2018 etwas schwächer entwickelt als ein Jahr zuvor. Nach Angaben des CPB nahm das weltweite Handelsvolumen im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent zu. Nach einem Anstieg um 4,3 Prozent im ersten Quartal 2018 ließ das Expansionstempo in der Jahresmitte ein wenig nach. Im vierten Quartal ging der Handel im Vergleich zum Vorquartal sogar zurück. Der Vorjahresvergleich fiel mit plus 1,4 Prozent allerdings deutlich geringer aus. Aus den Schwellenländern wurden im Jahr 2018 insgesamt 3,7 Prozent mehr Waren exportiert als vor Jahresfrist. Von den einzelnen Ländergruppen weiteten die asiatischen Schwellenländer ihre Ausfuhren mit plus 4,3 Prozent am stärksten aus. Aus Lateinamerika wurden 3,6 Prozent mehr Waren exportiert. Anders als in den beiden Jahren zuvor entwickelten sich die Ausfuhren aus Mittel- und Osteuropa mit plus drei Prozent langsamer als der Durchschnitt. Die Ausfuhren aus Afrika und dem Mittleren Osten stiegen nach dem Rückgang im Vorjahr um ein Prozent. Bei den entwickelten Volkswirtschaften setzte das schwächere Exportwachstum erst in der zweiten Jahreshälfte ein. Nach einem mehr als dreiprozentigem Wachstum in den ersten beiden Quartalen sank die Expansionsrate auf 2,4 Prozent in dritten und auf 0,5 Prozent im vierten Quartal 2018. Hieraus resultierte eine Jahreswachstumsrate von 2,4 Prozent, die immerhin noch die zweithöchste der letzten sieben Jahre war. Die USA konnten ihre Ausfuhren mit plus 4,1 Prozent am kräftigsten ausweiten. Die Exporte aus Japan stiegen mit plus 2,6 Prozent ebenso überdurchschnittlich an wie die aus den restlichen entwickelten Volkswirtschaften (plus 2,7 Prozent). Der Euroraum konnte seine Ausfuhren nur um 1,6 Prozent steigern. Welt: Exporte nach Herkunftsregionen entwickelte Volkswirtschaften
6
Schwellenländer
5 4 3 2 1 0 -1 -2 2014
2015
2016
2017
2018
Index: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Entwicklung der deutschen Exporte Im ersten Quartal 2018 sind die deutschen Exporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kräftig um 4,5 Prozent gestiegen. Im darauffolgenden Quartal konnte eine Ausweitung um vier Prozent realisiert werden. In der zweiten Jahreshälfte ebbte dieser Trend deutlich ab, so dass sich hieraus für das gesamte Jahr 2018 ein saison- und kalenderbereinigter Anstieg der Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr von 3,2 Prozent ergab. Mit Blick auf die Zielregionen stiegen die Ausfuhren in die Eurozone mit plus 4,6 Prozent am stärksten. Sie trugen mit einem Anteil von nur einem Drittel an den gesamten Exporten zur Hälfte zum Exportwachstum bei. Die Exporte in die restlichen Mitgliedstaaten der EU erhöhten sich nur um 2,8 Prozent. Sie entwickelten sich unterdurchschnittlich, ebenso die Ausfuhren in die USA, die nur um 1,6 Prozent zulegen konnten. Die Asienexporte stiegen um 4,1 Prozent nach plus sieben Prozent im Vorjahr. Für den Rest der Welt war nur ein Ausfuhrplus von 0,2 Prozent zu verzeichnen. Im Januar 2019 stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr mit plus 1,7 Prozent nur geringfügig an. Vor allem in Drittländer wurden überdurchschnittlich viele Waren exportiert (plus 3,3 Prozent). Die Ausfuhren in die Eurozone stiegen mit plus einem Prozent unterdurchschnittlich. Die Nachfrage aus den restlichen EU-Staaten stagnierte sogar. Für das gesamte Jahr 2019 dürften die deutschen Warenausfuhren um knapp ein Prozent steigen. Inklusive Warenhandel und Dienstleistungsexporten erwarten wir einen Anstieg der Exporte um 1 ½ Prozent in realer Rechnung.
Deutschland: Exporte nach Zielregionen restliche Länder Asien USA Nicht Euroraum Euroraum
12 10 8 6 4 2 0 -2 -4 2014
2015
2016
2017
2018
Index: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Industriebranchen in Deutschland Aluminiumindustrie: Produktion 2018 rückläufig In Deutschland wurden im Jahr 2018 rund 1.291.000 Tonnen Rohaluminium erzeugt. Damit liegt die Produktion um 1,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die Erzeugung teilt sich hierbei in 761.700 Tonnen Recyclingaluminium sowie 529.000 Tonnen Hüttenaluminium auf. Während sich die Recyclingproduktion nahezu stabil zeigte, ging die Hüttenproduktion mit 3,8 Prozent zurück. Damit stieg der Recyclinganteil um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr an. Die Produktion von Aluminiumhalbzeug (Walzprodukte, Strangpressprodukte, Leitmaterial sowie Draht) gab im Jahr 2018 mit 0,3 Prozent minimal nach und betrug 2.459.000 Tonnen. Abnehmer sind alle wichtigen Industriebranchen sowie die Bauwirtschaft. Positiv entwickelten sich vor allem der Maschinenbau und die Elektrotechnik. Der mengenmäßig größte Teil der deutschen Halbzeugproduktion entfällt auf die Aluminiumwalzwerke. Die Produktion von Walzprodukten aus Aluminium betrug im Jahr 2018 insgesamt 1.855.000 Tonnen. Dies ist ein Rückgang um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Produzenten von Strangpressprodukten meldeten einen Produktionsrückgang um 0,9 Prozent (579.000 Tonnen). Die Unternehmen der Aluminiumweiterverarbeitung produzierten im Jahr 2018 insgesamt 340.000 Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent. Hergestellt werden Folien, dünne Bänder, Tuben, Aerosol- und sonstige Dosen sowie Metallpulver. Der Hauptmarkt in der Weiterverarbeitung ist der Verpackungssektor. Damit blickt die deutsche Aluminiumindustrie auf einen insgesamt leicht negativen Konjunkturverlauf im Jahr 2018 zurück. Exporte leicht positiv Der Export war im Jahr 2018 eine konjunkturelle Stütze für die Unternehmen der deutschen Aluminiumbranche. Dies gilt in erster Linie für die Hersteller von Aluminiumwalzprodukten. So nahmen die Ausfuhren in diesem Bereich um insgesamt 0,8 Prozent zu. Positiv entwickelten sich insbesondere die Exporte nach Nordamerika (plus 12,3 Prozent) und nach Mittel-/Südamerika (plus 8,6 Prozent). Auch das Exportgeschäft innerhalb der EU28 konnte um 2,7 Prozent gesteigert werden. Risiken weiterhin hoch 2018 waren die Risiken für die Aluminiumindustrie durch drohende Engpässe bei der Rohstoffversorgung, durch Importzölle der USA auf spezifische Aluminiumprodukte und eines verstärkten Importdrucks bereits als hoch einzustufen. Jedoch werden die Risiken im Jahr 2019 kaum geringer sein: Brexit, andauernder Handelsstreit, eingetrübte Konjunkturentwicklung, drohende Strafzölle auf Automobile, die Entwicklung in China etc. Die Unternehmen beurteilen ihre derzeitige konjunkturelle Situation (erstes Quartal 2019) zwar immer noch als positiv, die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sind jedoch inzwischen zurückgegangen und leicht negativ.
Ansprechpartner: Dr. Andreas Postler; Tel.: +49 211 4796 118; E-Mail: andreas.postler@aluinfo.de
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Automobilindustrie Produktion Das erste Quartal des Jahres 2019 deutet darauf hin, dass es erneut ein herausforderndes Jahr werden dürfte. Die Pkw-Produktion war um elf Prozent auf 1,264 Millionen Einheiten rückläufig. Die Gründe für diesen schwachen Jahresstart sind vielfältig. Neben der sich schon seit Monaten eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Lage ist auch die Automobilkonjunktur in den meisten Regionen auf Konsolidierungskurs. Im bisherigen Jahresverlauf verzeichneten die Pkw-Neuzulassungen in Europa einen Rückgang um vier Prozent. In dem größten Weltmarkt China gingen die Pkw-Verkäufe sogar um 17 Prozent zurück, auch in den USA gab es mit zwei Prozent ein Minus. Neben diesen nachfragebedingten Ursachen für die aktuelle Entwicklung der Inlandsproduktion spielen Standortfaktoren eine wichtige Rolle. Während nämlich die innerdeutsche Produktion zurückging, stieg die Fertigung in den europäischen Auslandswerken in den ersten beiden Monaten um fünf Prozent auf 699 Tausend Stück an. Der deutsche Produktionsstandort hat aufgrund der Kostenstruktur einen schwierigen Stand im europäischen Wettbewerb. So erreichten etwa die Arbeitskosten in der Automobilindustrie im Jahr 2018 mit 54 Euro pro Arbeitsstunde einen neuen Spitzenwert in Europa und lagen damit deutlich vor dem zweiten Hochlohnstandort Schweden mit 44 Euro. Neue, attraktive Pkw-Modelle werden von den deutschen Herstellern zunehmend außerhalb Deutschlands gefertigt. Dies wirkt sich so aus, dass die Gesamtproduktion relativ konstant bleibt, die Verteilung sich allerdings leicht von Deutschland ins Ausland verlagert. Ein anderer Grund für die rückläufige Produktion liegt in der statistischen Erfassung. In den Stückzahlen spiegeln sich weder Qualitätsverbesserungen noch Segmentverschiebungen oder der steigende Premiumanteil bei den Fahrzeugen wider. Der Trend zu höherpreisigen Geländewagen und SUV zum Beispiel lässt sich an der Gesamtstückzahl nicht direkt ablesen. Auch die Tendenz zu immer besser ausgestatteten Neuwagen, man denke nur an die vielfältigen Assistenzsysteme, wird in einer Stückzahl nicht dargestellt. Dieser methodische Aspekt hat letztes Jahr zu einem Auseinanderdriften des Produktionsindexes, der um drei Prozent rückläufig war und der Pkw-Produktion, die um neun Prozent auf 5,12 Millionen Einheiten nachließ, geführt. Zudem spielt hier auch die gut laufende Nutzfahrzeugkonjunktur eine Rolle. Insbesondere Transporter erfreuen sich einer ungebremsten Popularität, der westeuropäische Markt bewegt sich momentan auf einem Level etwas unterhalb der Rekorde von 2007/2008. Hintergrund ist der u.a. nach wie vor boomende Versandhandel, der die Nachfrage nach Lieferwagen unterstützt. Aber auch schwere Nutzfahrzeuge boomen aufgrund steigender Güterverkehrsleistungen, die das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre mit sich gebracht hat. Die Verschiebung vom Diesel- zum Ottomotor hat sich bei der Produktion zuletzt nicht weiter verstärkt. Im Februar hat sich der Dieselanteil leicht oberhalb des Vorjahresniveaus bei über 35 Prozent eingependelt. Gleichzeitig bleibt der Anteil an Benzinern mit 61 Prozent ebenfalls in etwa konstant. Wie im Vorjahr entfallen gut drei Prozent auf Elektro-Pkw (inkl. Plug-In). Andere Antriebsarten spielen momentan so gut wie keine Rolle. Export Ein wichtiges Standbein der deutschen Automobilindustrie bleibt die Pkw-Ausfuhr. Dies dokumentiert sich in der Exportquote, die im ersten Quartal leicht auf 77 Prozent gestiegen ist. Wichtigster Ausfuhrpartner bleibt Großbritannien, in das in den ersten beiden Monaten mit 135 Tausend Pkw (minus fünf
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Prozent) mehr als jedes fünfte Exportauto aus Deutschland geliefert wurde. Auch wenn der Brexit noch nicht vollzogen ist, so sind die deutschen Pkw-Exporte seit 2016 doch bereits um 18 Prozent gefallen. Erfreulich entwickelten sich sowohl die Pkw-Ausfuhren in die USA, die um 14 Prozent auf 76 Tausend angestiegen sind als auch die Exporte nach China, die um acht Prozent auf 46 Tausend Einheiten anwuchsen.
Ansprechpartner: Alexander Fritz; Tel.: +49 30 8978 423 33; E-Mail: alexander.fritz@vda.de
Bauindustrie: Wachstum am Bau setzt sich 2019 auf hohem Niveau fort 2018 legten die Umsätze im deutschen Bauhauptgewerbe nominal um 11,3 Prozent zu. Trotz der starken Preissteigerung um 5,6 Prozent – hervorgerufen auch durch deutlich zulegende Baustoffpreise und eine Tariflohnerhöhung von 5,7 Prozent – verblieb immer noch ein reales Produktionsplus von 5,4 Prozent. Angesichts der fortlaufenden Klagen über angebliche Produktionsengpässe im Bauhauptgewerbe ist dies ein starkes Ergebnis. Für das neue Baujahr stehen alle Ampeln weiterhin auf grün. Zum Jahresende 2018 verfügten die Betriebe des Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten über einen Rekordauftragsbestand von 46 Milliarden Euro, womit die Kapazitäten in dieser Betriebsgrößenklasse etwa sieben Monate ausgelastet werden. Gleichzeitig dürfte sich – trotz der außenwirtschaftlichen Turbulenzen – auch 2019 nicht viel an den positiven Rahmenbedingungen für die Baubranche ändern. Steigende Beschäftigungszahlen und erwartete Lohnabschlüsse um die 3-Prozent-Marke sorgen für eine deutliche Steigerung der verfügbaren Einkommen, Bund, Länder und Gemeinden behalten ihr hohes Investitionstempo bei, die Zinswende der EZB wurde erst einmal abgesagt und die Investitionsneigung der Unternehmen bleibt – abgesehen von den exportorientierten Branchen – auf hohem Niveau. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwartet daher für 2019 ein nominales Umsatzwachstum in der Branche von sechs Prozent, real von einem Prozent. Wie bereits im vergangenen Jahr wird es dabei keine großen Unterschiede in den einzelnen Baubranchen geben. Dies verschafft der konjunkturellen Entwicklung auch eine stabile Basis. Damit trägt die Bauwirtschaft einmal mehr zur Stützung der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur bei. Dies gilt auch für den Arbeitsmarkt. 2018 legte die Beschäftigung in der Branche im Jahresdurchschnitt um 25.000 Personen bzw. 3,1 Prozent zu. Für das laufende Jahr erwartet der Hauptverband einen weiteren Beschäftigungsaufbau von 18.000 Personen auf dann 855.000 Beschäftigte. Gegenüber dem Tiefpunkt der Entwicklung im Jahr 2009 bedeutet dies eine Zunahme um 150.000 Beschäftigte bzw. 21 Prozent. Angesichts des leergefegten deutschen Arbeitsmarktes greift die Bauindustrie bereits seit Jahren auf den europäischen Arbeitsmarkt zurück. Der Anteil der ausländischen Beschäftigten an den Belegschaften liegt mittlerweile bei 18 Prozent.
Ansprechpartner: Heinrich Weitz; Tel.: +49 30 2128 6144; E-Mail: heinrich.weitz@bauindustrie.de
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Baustoff-, Steine-und-Erden-Industrie: Wachstum dürfte sich fortsetzen Trotz der Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Lage ist für die Baustoff-, Steine-und-Erden-Industrie im Jahr 2019 alles in allem eine Fortsetzung des moderaten Wachstums zu erwarten, wenngleich der Produktionsindex im Januar gegenüber dem Vorjahreswert um real 0,3 Prozent nachgab. Treiber der positiven Erwartung ist die weiterhin dynamische Entwicklung in der Bauwirtschaft. wobei die bereits hohe Kapazitätsauslastung im Bau die Zuwachsraten begrenzen dürfte. Damit geht der bbs für die rohbau- bzw. ausbaunahen Erzeugnisse (u.a. Zement, Beton, Mauerwerksprodukte, Gipserzeugnisse, Dachziegel) von moderaten Produktionszuwächsen aus. Bei Steine-Erden-Erzeugnissen, die primär von anderen Industriezweigen nachgefragt werden (z.B. Feuerfestkeramik für Hochtemperatur-Brennprozesse) ist – analog zu den verhaltenen Aussichten für weite Teile des Verarbeitenden Gewerbes – eher mit einer stagnierenden bis leicht rückläufigen Nachfrageentwicklung im Jahr 2019 zu rechnen. Flankiert wird die insgesamt positive Einschätzung für die Steine-Erden-Industrie durch die aktuelle Entwicklung des ifo-Geschäftsklimas im Bereich Glasgewerbe, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden: Nach wie vor wird die derzeitige Geschäftslage mit einem Saldo von knapp plus 50 Punkten äußerst positiv eingeschätzt. Die Geschäftserwartungen konnten sich allerdings nicht von der insgesamt schlechter werdenden Stimmung in der Wirtschaft abkoppeln: Mit minus 2,2 Punkten sind die Unternehmen der Steine-Erden-Industrie inzwischen leicht pessimistisch gestimmt. Bereits 2018 konnte die Baustoff-, Steine-und-Erden-Industrie ihre Produktion preisbereinigt um plus 0,8 Prozent steigern. Dabei hatte insbesondere das vierte Quartal dafür gesorgt, dass das Jahresergebnis unter dem Strich positiv ausgefallen ist. Allerdings war die Entwicklung in der Steine-ErdenIndustrie damit deutlich schwächer als in der Bauwirtschaft dem Hauptabnehmerzweig des Sektors. Zurückzuführen ist dies u.a. darauf, dass der spezifische Baustoffeinsatz im Bau in einzelnen Teilbereichen rückläufig ist, etwa im Tiefbau durch die zunehmende Fokussierung auf (weniger baustoffintensive) Erhaltungsmaßnahmen. Angesichts der insgesamt positiven konjunkturellen Erwartungen im laufenden Jahr dürfte auch die Beschäftigung in der Steine-Erden-Industrie, die bereits 2018 um rund zwei Prozent gestiegen ist, weiter zulegen. Auch in Bezug auf die Investitionsentwicklung ist der bbs alles in allem optimistisch. Der Außenhandel, der für die Branche insgesamt eine eher untergeordnete Bedeutung hat, wird sich nach einem leichten Zuwachs 2018 (nominal plus zwei Prozent) voraussichtlich in ähnlicher Größenordnung weiterentwickeln. In Bezug auf die Produktionsentwicklung im laufenden Jahr erwartet der bbs eine Verstetigung des moderaten Wachstums. Aus heutiger Sicht dürfte die Produktion preisbereinigt um rund ein Prozent zulegen.
Ansprechpartner: Christian Engelke; Tel.: +49 30 7261 999 29; E-Mail: c.engelke@bvbaustoffe.de
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Chemieindustrie: Bremsspuren in der deutschen Chemie Unter dem Strich fällt die Bilanz des Jahres 2018 für die Chemie- und Pharmaindustrie positiv aus. Alle Kennzahlen stehen im Vergleich zum bereits sehr guten Jahr 2017 deutlich im Plus. Der Branchenumsatz erhöhte sich um über vier Prozent auf 203,5 Milliarden Euro. Die Produktion wuchs im Jahresvergleich um 3,6 Prozent, während die Chemikalienpreise um zwei Prozent zulegten. Trotzdem ist die konjunkturelle Lage nicht ungetrübt. Die positive Bilanz ist hauptsächlich durch einen Sondereffekt bei Pharma entstanden, der Produktion und Umsätze bis ins dritte Quartal stark wachsen ließ. Die Chemie (ohne Pharma) konnte nur im ersten Halbjahr positive Wachstumsraten verbuchen. Insgesamt ging sie um 2,2 Prozent zurück. Insbesondere das letzte Quartal des Jahres viel ernüchternd aus. Nahezu alle Indikatoren gingen zurück. Dementsprechend kühlte sich die Stimmung in der Branche zum Jahresende deutlich ab. Zum Jahresanfang 2019 erholte sich die Produktion etwas von ihrem Tiefstand im November und stieg im Vergleich zu den Vormonaten. Allerdings reichte das noch längst nicht aus, um das Vorjahresniveau zu erreichen. Die Erzeugerpreise für chemische und pharmazeutische Erzeugnisse konnten am Jahresanfang erhöht werden. Auch die Umsätze stiegen im Vergleich zum Jahresende, verfehlten ihr Vorjahresniveau aber noch deutlich. Ausblick: Geschäfte werden schwieriger Für die weiteren Aussichten nahm der Pessimismus zuletzt zu. Die Industrie in Deutschland und Europa befindet sich im Abschwung. Wichtige Kundenindustrien drosseln ihre Produktion. In der für uns wichtigen Automobilindustrie bleibt die Dynamik verhalten – mit negativen Effekten für die vorgelagerten Wertschöpfungsstufen. Zudem macht das wirtschaftspolitische Umfeld in der EU Sorgen: Die Schuldenkrise in Europa erfährt neuen Aufwind, wie das Beispiel Italien belegt. Und der Brexit zeigt bereits negative Auswirkungen auf Investitionen und Handel – obwohl die endgültige Entscheidung noch aussteht. Aber auch aus Übersee ist kein starker Impuls für die deutsche Chemie zu erwarten. Weltweit verliert die Konjunktur an Fahrt: In den USA wird mit den weiter schwelenden Handelskonflikten die Wirtschaft gebremst. Und China wächst deutlich langsamer als in der Vergangenheit. Selbst wenn sich der Handelskonflikt mit den USA nicht verschärfen sollte, wirkt sich die langsamere Gangart der Volksrepublik dämpfend auf die anderen asiatischen Länder aus. Vor diesem Hintergrund erwartet der VCI für das Gesamtjahr 2019 einen Rückgang der Produktion um 3,5 Prozent. Allerdings ist dieser starke Rückgang dem durch den Pharma-Sondereffekt verzerrten hohen Produktionsniveau im Jahr 2018 geschuldet. Rechnet man diesen Effekt heraus, stagniert die Produktion im Jahr 2019. Die Chemikalienpreise werden aufgrund leicht anziehender Rohstoffkosten um ein Prozent steigen. Der Branchenumsatz dürfte damit das Vorjahresniveau um 2,5 Prozent verfehlen und bei 198,5 Milliarden Euro liegen. Aufgrund des Pharma-Sondereffekts lohnt sich der Blick auf das Chemiegeschäft ohne Pharma: Die Chemie dürfte 2019 ihre Produktion um 1,5 Prozent drosseln. Bei leicht höheren Preisen wird der Chemieumsatz um 0,5 Prozent sinken. Das Auslandsgeschäft verläuft dabei etwas besser als der Inlandsumsatz.
Ansprechpartnerin: Christiane Kellermann; Tel.: +49 69 2556 1585; E-Mail: ckellermann@vci.de
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Deutsche Elektroindustrie: Moderate Erwartungen für 2019 Die preisbereinigte Produktion der deutschen Elektroindustrie stieg im Jahr 2018 um 2,1 Prozent. Die nominalen Erlöse der Branche erhöhten sich um ein Prozent auf 193,5 Milliarden Euro. Während der Inlandsumsatz mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 91,8 Milliarden Euro mehr oder weniger stagnierte, legte der Auslandsumsatz um 1,7 Prozent auf 101,7 Milliarden Euro zu. Dabei entwickelten sich die Erlöse mit Kunden aus der Eurozone (plus 2,3 Prozent) etwas besser als die Umsätze mit Drittländern (plus 1,4 Prozent). Die Auftragseingänge in der Elektroindustrie waren 2018 leicht rückläufig (minus 0,2 Prozent). Allerdings waren im Jahr zuvor auch deutlich mehr Großaufträge registriert worden. Die Inlandsorders fielen 2018 um 2,3 Prozent, die Auslandsbestellungen wuchsen dagegen um 1,5 Prozent. Dabei waren die Zuwächse aus dem Euroraum (plus 1,6 Prozent) und aus Drittländern (plus 1,5 Prozent) in etwa gleich hoch. Die Kapazitätsauslastung in der Branche zeigte sich zu Beginn des ersten Quartals 2019 unverändert hoch. Sie liegt aktuell bei 87,6 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung. Gleichzeitig stieg die Reichweite der Auftragsbestände zuletzt deutlich an und erreicht derzeit 3,8 (Produktions-)Monate. Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Elektroindustrie wuchs im letzten Jahr weiter und lag am Jahresende mit 890.000 auf dem höchsten Stand seit Frühjahr 1996. 2018 schuf die Branche gut 22.000 zusätzliche Stellen. Derweil hat sich das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im März 2019 merklich eingetrübt. Es befindet sich nur mehr auf dem niedrigsten Stand seit November 2014. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate verschlechterten sich deutlich. Während die Lagebeurteilung per Saldo aber nach wie vor positiv ausfällt, liegen die allgemeinen Geschäftserwartungen inzwischen wieder im negativen Bereich. Für 2019 geht der ZVEI alles in allem von einem moderaten Wachstum der preisbereinigten Produktion um ein Prozent und einem Anstieg der nominalen Erlöse in ähnlicher Größenordnung aus. Elektroexporte: 2018 Fünftes Rekordjahr in Folge Die Exporte der deutschen Elektroindustrie legten im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 211,9 Milliarden Euro zu. Zwar konnte damit der nunmehr fünfte Rekordwert in Folge erreicht werden. Allerdings fiel das Wachstum nur noch knapp halb so hoch aus wie 2017 (plus 10,8 Prozent). Größter Exportabnehmer der heimischen Elektroindustrie im vergangenen Jahr war erneut China. Die Branchenausfuhren in die Volksrepublik legten um 10,3 Prozent auf 21,0 Milliarden Euro zu. An zweiter Position folgten wieder die USA, die 2018 deutsche Elektroexporte von 17,8 Milliarden Euro aufnahmen (plus 4,3 Prozent). Damit ist der Abstand der Ausfuhren in die beiden Länder inzwischen auf mehr als drei Milliarden Euro gewachsen. Noch 2016 waren sie annähernd gleich hoch ausgefallen. Die Elektroexporte nach Frankreich auf Position drei stiegen 2018 um 2,6 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro. Die Exporterwartungen der deutschen Elektrounternehmen haben in den letzten Monaten keine klare Tendenz gezeigt. Sie liegen per Saldo weiterhin im positiven Bereich.
Ansprechpartner: Jochen Schäfer; Tel.: +49 69 6302 332; E-Mail: schaeferj@zvei.org
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Gießerei-Industrie in fortgeschrittener Hochkonjunktur Bei den deutschen Gießereien zeigt sich die Stimmungslage Ende März 2019 zweigeteilt: Die Lagebewertung ist von dem als Überhitzung zu bewertenden Höchststand vom Sommer 2018 deutlich gesunken. Dennoch liegt der Saldo immer noch bei plus 27 Prozent Punkten. In dem meisten als „gussintensiv“ eingestuften Fachzweigen des Maschinenbaus sind die oberen Wendepunkte überschritten. Die jeweiligen Maschinenbausparten leben von den langen Durchlaufzeiten und hohen Orderbeständen. Dies spüren auch die Gießereien und stellen sich auf eine deutlich ruhigere zweite Jahreshälfte 2019 ein. Beim Hauptkunden der Gießereien, dem Straßenfahrzeugbau ist die Orientierung wesentlich schwieriger. WLTP Nachwehen sind noch zu spüren. Zudem zeichnet sich eine weitere Volatilität bei den Lieferabrufen ab. Bedingt durch weitere Verschärfungen bei den Zulassungsbestimmungen ab September 2019 dürfte der Druck in der zweiten Jahreshälfte wachsen. Die Produktion von Gusskomponenten insgesamt stieg 2018 um fast drei Prozent. Die Daten Anfang 2019 erlauben aufgrund umfangreicher anstehender Korrekturen seitens des Statistischen Bundesamtes noch keine Trendaussage. In knapp 600 Unternehmen (BDG Erhebung) sind aktuell rund 80 000 Personen beschäftigt. Neueinstellungen werden nur begrenzt mit deutlichem Augenmaß vorgenommen (plus 1,4 Prozent). Die Erwartungshaltung auf Sicht der nächsten sechs Monate ist durch die handelspolitischen Unsicherheiten sowie den noch nicht geregelten Brexit stark negativ beeinflusst. (Stand März 2018). Für das Gesamtjahr 2019 bestehen nur noch begrenzte Chancen, dass die Gussfertigung das Niveau vom Jahr 2018 erreicht. Exportchancen von Gusskomponenten zeigen sich grundsätzlich positiv Im Jahr 2018 legte der Umsatz der Gießereien um über drei Prozent auf 13,6 Milliarden Euro zu. Der Auslandsumsatz zeigte sich mit einem Plus von knapp einem Prozent (ca. 4,5 Milliarden Euro) deutlich weniger dynamisch. Der Umsatz mit Kunden außerhalb des Euro Gebiets konnte das Vorjahresniveau nur knapp überschreiten. Entsprechend zeigten sich die Lieferungen in das Eurogebiet sowie der Inlandsabsatz lebhafter. Die Exportquote schrumpfte geringfügig auf gut 33 Prozent. Die Exporterwartungen, Stand März 2019, haben sich, bedingt such die Schwächesignale der auswärtigen Kundenmärkte, sichtlich beruhigt. Nur noch fünf Prozent gehen von einer Exportbelebung aus. Gut zwei Drittel stellen sich auf eine Stabilisierung auf dem gegenwärtigen Niveau ein. Nicht vernachlässigt werden darf allerdings unverändert, dass ca. 80 Prozent der in Deutschland gefertigten Gusskomponenten ihre Endverwendung im Ausland finden. Der indirekte Export über den deutschen Fahrzeug- und Maschinenbau bildet einen großen Hebel. Limitierende Effekte ergeben sich unverändert aus Verlagerungstendenzen bei dem Fahrzeugbau OEMs sowie durch dämpfende Effekte im Umfeld der handelspolitischen Diskussionen.
Ansprechpartner: Heiko Lickfett; Tel.: +49 211 6871 214; E-Mail: heiko.lickfett@bdguss.de
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 04/04/2019
Glasindustrie bleibt auf Wachstumskurs Die Glasindustrie hat das Geschäftsjahr 2018 mit einer positiven Gesamtbilanz abgeschlossen. Nach vorläufigen Zahlen des statistischen Bundesamtes lag das Umsatzplus bei 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders erfreulich: Die Zahl der Beschäftigten in der Glasindustrie stieg um 3,9 Prozent auf rund 55.800 an. Der Gesamtumsatz der Glasindustrie in Deutschland stieg um 2,2 Prozent auf rund 9,88 Milliarden Euro an (2017: 9,66 Milliarden Euro). Der Inlandsumsatz zeigte sich dabei leicht steigend mit einem Plus von 1,2 Prozent, der Auslandsumsatz verzeichnete einen Zuwachs von 3,5 Prozent und legte damit nicht mehr ganz so stark zu wie im vergangenen Jahr. Die Impulse kamen hier überwiegend aus den Ländern der Nicht-Euro-Zone, die sechs Prozent zum Auslandsumsatz beitrug, während aus der die Eurozone lediglich 1,1 Prozent Zuwachs resultierten. Der positive Auslandsumsatz der Gesamtbranche findet sich ebenfalls im Außenhandelsergebnis wieder. Der Handel mit Glas und Glaswaren erwirtschaftete nach vorläufigen Ergebnissen des statistischen Bundesamtes im Jahr 2018 einen Exportüberschuss von rund 1,3 Millionen Tonnen bzw. rund 1,4 Milliarden Euro. Die Exporte nahmen um rund elf Prozent bei der Tonnage bzw. um sechs Prozent beim Warenwert zu. Auch die Importe konnten eine Zunahme bei der Tonnage um rund zwei Prozent und im Warenwert um rund ein Prozent verzeichnen. Der Blick auf die Branchen zeigt für das Jahr 2018 ein weitgehend einheitliches Bild: Die Flachglashersteller konnten nach einem starken ersten Halbjahr das Ergebnis halten und schlossen das Gesamtjahr mit einem Zuwachs von fünf Prozent ab. Die Branche setzte damit 1,06 Milliarden Euro um (2017: eine Milliarde Euro). Auch die Flachglasveredler verzeichnen eine positive Bilanz mit einem Gesamtergebnis von 3,89 Milliarden Euro (2017: 3,83 Milliarden Euro) bei einem Plus von 1,3 Prozent. Wachstum meldet auch die Spezialglasindustrie. Ihr Gesamtergebnis beträgt 1,54 Milliarden Euro und liegt damit um 5,5 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum (2017: 1,46 Milliarden Euro). Ein leichtes Minus müssen dagegen die Hersteller von Glasfasern hinnehmen: Der Gesamtumsatz sank um 0,4 Prozent und liegt insgesamt bei 968 Millionen Euro (2017: 972 Millionen Euro). Auch die Hohlglasindustrie befindet sich weiter auf einem stabilen Niveau. Die Branche setzt sich zusammen aus den Teil-Branchen Behälterglas und Wirtschaftsglas. Nach einem sehr erfolgreichen ersten Halbjahr 2018, was vor allem der Entwicklung im Bereich Wirtschaftsglas geschuldet war, schloss die Branche das Gesamtjahr mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro ab (2017: 2,39 Milliarden Euro). Ausgehend von diesem erfreulich hohen Niveau begann das Jahr 2019 für die gesamte Glasindustrie eher Verhalten, allerdings verbesserte sich die Erwartungen an die Geschäftslage im März beträchtlich, was sich auch im ifo-Geschäftsklima Index widerspiegelt, der deutlich von 27,2 Punkten auf 33,1 Punkte anstieg, dem höchsten Wert seit September 2018. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich für die Glasindustrie weiterhin ein sehr stabiles und positives Bild. Sorgen bereiten weiterhin die stark gestiegenen Energie- und Emissionshandelszertifikats-Preise, die die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Glasindustrie beeinträchtigen können.
Ansprechpartner: Dr. Johann Overath; Tel.: +49 211 4796 134; E-Mail: overath@bvglas.de
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Keramische Industrie Die Feinkeramische Industrie schloss das Jahr 2018 mit einer Gesamtumsatzsteigerung in Höhe von 4,7 Prozent ab. Wie in den letzten Jahren wurde der Umsatz dabei im Wesentlichen durch den dynamischen Bereich der Technischen Keramik angetrieben. Die Technische Keramik konnte ihre Umsätze gar um 8,5 Prozent steigern und setzte damit den seit Jahren anhaltenden Trend fort. Dabei gilt jedoch zu beachten, dass sich diese Teilbranche höchst heterogen entwickelt. Während Bereiche wie etwa die Medizintechnik boomen, hatten andere Bereiche ein eher zurückhaltendes Jahr hinter sich. Sowohl im Inland, als auch im Ausland konnte die Technische Keramik Umsatzzuwächse erzielen. Die Auftragsbücher sind derzeit noch gut gefüllt; die nachlassende weltweite Konjunktur zeigt jedoch erste Auswirkungen und die Zahl der Auftragseingänge nahm zuletzt leicht ab. Nichtsdestotrotz ist auch für 2019 mit einem guten Ergebnis der Technischen Keramik zu rechnen. Die Geschirr- und Zierporzellanhersteller hatten mit einem eher schwierigen Jahr 2018 zu kämpfen. Trotz einer robusten Binnenkonjunktur der deutschen Wirtschaft und hohen privaten Konsumausgaben, konnten unsere Konsumgüterhersteller eher nicht von dieser wirtschaftlichen Lage profitieren. Der Gesamtumsatz gab um 4,4 Prozent nach. Auch aus dem Ausland konnten weniger positive Nachfrageimpulse wahrgenommen werden als im Vorjahr. Zum Jahresende wurden jedoch wieder vermehrt Aufträge entgegengenommen. Der Start ins neue Jahr verlief daher recht positiv. Ob sich diese Entwicklung über die nächsten Monate fortsetzen wird, kann derzeit leider nicht abgesehen werden. Die klassischen Manufakturen konnten ihr Vorjahresergebnis mit 0,4 Prozent leicht steigern. Insbesondere im Inland konnten Umsatzzuwächse erzielt werden. Die Auslandsmärkte entwickelten sich eher schwach und haben ihr volles Potential noch nicht wieder entfaltet. Die Auftragsstände sind derzeit recht positiv. Über den Jahresverlauf hinweg kann sich gerade bei den Manufakturen jedoch die Marktlage schnell ändern. Die positiven Impulse in den verschiedenen Branchen zu Beginn des Jahres 2019 müssen allerdings mit Vorsicht genossen werden, denn eine Vielzahl von konjunkturellen, handelspolitischen und strukturellen Risiken können nicht ausgeschlossen werden. Ein harter Brexit, der zur Einführung von Zöllen und zunehmenden bürokratischen Aufwand führen würde, ist genauso möglich, wie eine Eskalation in der weltweiten Handelspolitik. Die Geschirrhersteller kämpfen auch weiterhin mit einer Änderung des Konsumverhaltens. Die anhaltend nachlassenden Besucherfrequenzen im stationären Handel stellen ein nicht unerhebliches Absatzrisiko dar.
Ansprechpartner: Philipp Pickelmann; Tel.: +49 9287 808 25; E-Mail: pickelmann@keramverband.de
Maschinenbau behauptet sich in rauerem Klima Im vergangenen Jahr hat die Produktion von Maschinen und Anlagen in Deutschland ihr Vorjahresniveau preisbereinigt um 2,1 Prozent übertroffen. Die Prognose von fünf Prozent Wachstum wurde damit deutlich verfehlt. An mangelnden Aufträgen hat es nicht gelegen, dass nicht mehr Maschinen hergestellt wurden. Es lag hauptsächlich an Produktionsengpässen. So meldeten im Oktober 2018 zehn Prozent der Unternehmen, dass zu kleine Maschineparks ihre Produktion behindern. Noch stärker
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waren die Einschränkungen durch einen Mangel an Material (28 Prozent der Unternehmen) und an Arbeitskräften (27 Prozent) (Angaben ebenfalls vom Oktober). Der höchste Wachstumsbeitrag kam wieder vom Export. Er legte auf breiter regionaler Basis und insgesamt nominal um 5,3 Prozent zu. Die Lieferungen in die USA stiegen um 7,1 Prozent. Hier profitierten die deutschen Maschinenbauer von der guten Konjunktur und den verbesserten Abschreibungsbedingungen. Die Exporte nach China stiegen sogar um 9,6 Prozent. Dies geht im Wesentlichen auf Impulse durch „Made in China 2025“ und den Automatisierungsbestrebungen. Ebenfalls überdurchschnittlich stark wuchsen die Lieferungen in die EU-Partnerländer mit plus 6,6 Prozent. Hier gab es unterschiedliche Wachstumstreiber. In Frankreich (plus 4,6 Prozent) waren es hauptsächlich das durch die Reformen gestiegene Investitionsklima, in Italien (plus 9,5 Prozent) verbesserte Abschreibungsbedingungen und im Vereinigten Königreich (plus 5,1 Prozent) durch den Brexit ausgelöste Vorzieheffekte. Allerdings deutet sich im Bestelleingang eine Verschiebung der Wachstumskräfte vom Ausland zum Inland an. So stiegen die Auslandsorders im letzten Jahr noch um vier Prozent, die Aufträge aus dem Inland konnten dagegen um sechs Prozent zulegen. Ein Prozent Produktionswachstum für 2019 Der Maschinenbau schiebt nach wie vor einen hohen Auftragsbestand vor sich her. Im Januar 2019 liegt die Reichweite bei 8,5 Monaten. Sie wird für die ersten Monate dieses Jahres als Puffer gegen einen schwachen Auftragseingang dienen, allerdings nicht übers gesamte Jahr hinweg. Doch die konjunkturellen Auftriebskräfte lassen allein zyklische bedingt schon geraume Zeit nach. Dazu kommen zahlreiche Störfaktoren wie der ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China, ein drohender Handelsstreit zwischen den USA und der EU sowie der Brexit, eine wirtschaftsfeindliche Regierung in Italien und ins Stocken geratene Reformen in Frankreich. Und diese Aufzählung ist nicht einmal vollständig. All dies kostet – wie bereits im Auftragseingang im Januar und teilweise auch schon im Dezember gesehen – Geschäft, denn die Unsicherheiten veranlassen einige potenzielle Investoren zum Abwarten. Alle diese Risiken sind in ihren konkreten Auswirkungen auf das wirtschaftliche Umfeld generell, den Maschinenbau im Speziellen unkalkulierbar. Zahlreiche Entscheidungen stehen aus, ja es ist nicht einmal ausgeschlossen, dass sich Befürchtungen als unbegründet erweisen oder zumindest relativieren. So kann es zu einer Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China kommen, und eine Zollspirale zwischen den USA und der EU muss erst gar nicht in Gang kommen. Der VDMA hat daher anlässlich der Pressekonferenz zur Hannover Messe seine Produktionsprognose von plus zwei Prozent (Stand September 2018) auf ein Wachstum von einem Prozent leicht nach unten revidiert.
Ansprechpartner: Olaf Wortmann; Tel.: +49 69 6603 1373; E-Mail: olaf.wortmann@vdma.org
Nichteisen-Metallindustrie Die deutsche Nichteisen(NE)-Metallindustrie, eine Schlüsselbranche für die Elektromobilität, erzielte 2018 mit 111.000 Beschäftigten in 654 Unternehmen eine Produktion von 8,3 Millionen Tonnen (minus 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und einen Umsatz von 53 Milliarden Euro, davon 89 Prozent in
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der Europäischen Union beziehungsweise 53 Prozent im Inland. Die Branche gliedert sich in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung (Rohmetall), Halbzeug (Bänder, Bleche, Stangen, Profile, Rohre und Drähte), Weiterverarbeitung (Folien, dünne Bänder, Tuben, Aerosol-, sonstige Dosen und Pulver), Guss und Feuerverzinkung. Die Aluminiumindustrie erzeugte 2018 rund 1,3 Millionen Tonnen Rohaluminium, knapp zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Die Produktion von Aluminiumhalbzeug belief sich im selben Zeitraum auf etwa 2,5 Millionen Tonnen und lag damit annähernd auf dem Vorjahresniveau. Das Fertigungsvolumen der Aluminiumweiterverarbeitung verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent auf 340.000 Tonnen. In der Buntmetallindustrie (Kupfer, Zink, Blei, Nickel, Zinn und Seltenmetalle) ging die Fertigung der Rohmetallerzeuger 2018 im Vorjahresvergleich um sechs Prozent auf 1,2 Millionen Tonnen zurück. Die Hersteller von Buntmetallhalbzeug verbuchten einen Produktionsrückgang um zwei Prozent auf 1,8 Millionen Tonnen. Die NE-Metallgießerei-Industrie produzierte im selben Zeitraum 1,2 Millionen Tonnen Gussteile, gut zwei Prozent weniger als 2017. Konjunkturelle Risiken (Brexit, US-Zölle auf Automobile) dürften in der NE-Metallindustrie 2019 bestenfalls zu einer leicht steigenden Produktion führen. Der NE-Metall-Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich sank 2018 spürbar Der Auslandsumsatz der NE-Metallindustrie belief sich 2018 auf 25 Milliarden Euro. Das entsprach einer Exportquote von 47 Prozent. Deutschland ist nicht nur Nettoimporteur von Erz und Konzentrat, sondern auch von Rohmetall. Das heißt, es wird erheblich mehr Rohmetall importiert als exportiert. Hier spiegelt sich die Abhängigkeit der deutschen Industrie von Importen einiger Rohmetalle wie Aluminium, Nickel, Zink, Zinn und etlicher Seltenmetalle aus dem Ausland wider. Die Rohmetalleinfuhr ging 2018 um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 4,2 Millionen Tonnen zurück. Die Ausfuhr von Rohmetall sank um drei Prozent auf 891.000 Tonnen. Andererseits ist Deutschland Nettoexporteur von Halbzeug. Die exportstarke Halbzeugindustrie profitierte von einer gut ein Prozent höheren Auslandsnachfrage in Höhe von 3,3 Millionen Tonnen. Dem stand ein Import von 2,2 Millionen Tonnen gegenüber. Das war knapp über dem Vorjahresniveau. Die gesamte Branche sieht die weltweit zunehmenden protektionistischen Entwicklungen mit Sorge, die bereits zu Marktverzerrungen führen. Das Vereinigte Königreich blieb 2018 nach dem Inland der zweitwichtigste Absatzmarkt und gleichzeitig der größte Ausfuhrmarkt für die deutsche NE-Metallindustrie. Elf Prozent der Exporte von Rohmetall und Halbzeug wurden dorthin geliefert. Die Ausfuhr nach Großbritannien sank um zehn Prozent gegenüber 2017 auf 453.000 Tonnen und der Import von dort um vier Prozent auf 282.000 Tonnen.
Ansprechpartner: Oliver Eisenberg; Tel.: +49 30 7262 071 67; E-Mail: eisenberg@gdb-online.org
Lage der Stahlindustrie im April 2019 Die Stahlmengenkonjunktur in Deutschland hat 2018 den Rückwärtsgang eingelegt: Die Marktversorgung mit Walzstahl ging im Jahresdurchschnitt um vier Prozent zurück, die Lieferungen sanken um fünf Prozent, für die Rohstahlproduktion ergab sich ein Minus von zwei Prozent. Zu dieser Entwicklung beigetragen haben dürften Sonderfaktoren wie insbesondere die Umstellung des Prüfverfahrens in der Automobilindustrie sowie das Niedrigwasser am Rhein im Schlussquartal des vergangenen Jahres. Auch im ersten Quartal blieb die Stahlkonjunktur verhalten: Dies zeigt sich zum einen an der ifo-Geschäftsumfrage, nach der die Stahlunternehmen ihre Geschäftslage im März zum ersten Mal seit
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knapp 1 ½ Jahren wieder mehrheitlich als negativ eingestuft haben. Zum anderen sind die Auftragseingänge Walzstahl – Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge – zu Jahresbeginn deutlich rückläufig. Auf der Positivseite steht jedoch, dass sich die Erwartungen im ifo-Konjunkturtest zuletzt wieder stabilisiert haben. Allerdings bleiben die Unternehmen weiterhin skeptisch hinsichtlich ihrer Erwartungen für die nächsten sechs Monate. Auch weltweit hat sich seit dem zweiten Halbjahr die konjunkturelle Grundtendenz in der Stahlindustrie abgeschwächt. Zudem ist der Konjunkturausblick mit erheblichen Abwärtsrisiken verbunden. Schließlich bestehen der jüngsten Einschätzung der OECD zufolge die strukturellen Probleme in der globalen Stahlindustrie in Form von verfestigten Überkapazitäten, der Ausbreitung protektionistischer Tendenzen sowie Wettbewerbsverzerrungen als Folge staatlicher Subventionen weiter fort. Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Gesamtsituation ist es aus Sicht der Stahlindustrie ein notwendiger Schritt der EU gewesen, endgültige Schutzklauselmaßnahmen einzuführen, um Handelsumlenkungen im Zuge der US-amerikanischen Strafzölle in den EU-Markt zu begrenzen. Kritisch ist aus Sicht der Stahlindustrie hingegen zu sehen, dass bereits im Juli trotz der bestehenden fragilen konjunkturellen Lage erste Schritte zur Lockerung der Zollkontingente eingeführt werden sollen und damit die Wirksamkeit der Maßnahmen spürbar eingeschränkt wird.
Ansprechpartner: Dr. Martin Theuringer; Tel.: +49 211 6707 105; E-Mail: Martin.Theuringer@wvstahl.de
Stahl- und Metallverarbeitung: Produktion wächst 2018 um 1,9 Prozent – Verunsicherung prägt Jahresverlauf und Start in das Jahr 2019 Nach einem erfreulichen Jahresbeginn 2018 mit Zuwächsen von über fünf Prozent gegenüber dem sehr guten Jahr 2017 hat sich die Produktion der Stahl und Metall verarbeitenden Betriebe in Deutschland im Jahresverlauf abgeschwächt. Während die Produktionsprognose von plus vier Prozent zur Jahresmitte noch erreicht werden konnte, schwächte sich die Dynamik in der zweiten Jahreshälfte spürbar ab. Im letzten Quartal konnte das Vorjahresniveau nicht mehr erreicht werden. Auf Jahressicht wurde die Produktion um 1,9 Prozent ausgeweitet. Die Umsatzentwicklung zeigt ein ähnliches Bild wie die Produktion, sowohl die Inlandslieferungen als auch die Exporte verzeichneten zum Start in das Jahr 2018 hohe Wachstumsraten (zehn Prozent Inland, sieben Prozent Export), die sich im Verlauf auf Plus von 1,8 Prozent Inlandsumsatz und ein Prozent Exportwachstum reduzierten. Die Auftragseingänge sind im Vorjahresvergleich zurückgegangen, aus dem Inland kamen 2,3 Prozent weniger Bestellungen, aus dem Ausland 6,2 Prozent, wobei die Exportnachfrage durch Großaufträge im letzten Quartal 2017 verzerrt ist. Die Hauptursache für diese Entwicklungen dürfte mit dem Stichwort Verunsicherung treffend beschrieben sein – Verunsicherung von Verbrauchern und Investoren in vielen wichtigen Märkten. So ist der Automobilabsatz in China seit dem Sommer 2018 rückläufig, der Handelsstreit mit den USA zeigt dort Wirkung; EU und Großbritannien suchen weiter nach einer tragfähigen Lösung für den „Brexit“; Diskussionen um Fahrverbote bewirken Kaufattentismus in Deutschland; die USA und die EU schotten ihre Stahlmärkte ab; die USA sehen zudem ihre nationale Sicherheit durch Autoimporte aus der EU bedroht und drohen mit höheren Zöllen – die Liste ließe sich fortsetzen (Iran, Türkei, Russland), sie
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bewirkt jedenfalls ein besonders hohes Ausmaß an Verunsicherung – auch bei den Wirtschaftsforschern, die ihre Prognosen für 2019 teilweise deutlich reduziert haben, denn die genannten Herausforderungen sind auch in diesem Jahr nicht annähernd gelöst. Hinzu kamen 2018 Sondereffekte wie die Umstellung auf den neuen Fahrzyklus zur Messung der Emissionen von Kraftfahrzeugen und die Trockenperiode, die Störungen der Lieferketten zur Folge hatte. Dementsprechend startet das Jahr 2019 mit Rückgängen: 2,9 Prozent weniger Umsatz, 4,2 Prozent niedrigere Inlandsabsätze 0,2 Prozent weniger Exporte, 9,6 Prozent geringere Inlandsauträge und 8,5 Prozent weniger Exportnachfrage. Im März hat sich zudem das Geschäftsklima der Stahl und Metall verarbeitenden Industrie nochmals eingetrübt. Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage geht um 8,1 Saldenpunkte zurück, die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate um 2,5 Saldenpunkte. Damit folgt das Geschäftsklima der Branche dem Trend im Verarbeitenden Gewerbe, wohingegen die weniger exportabhängigen Bereiche der deutschen Wirtschaft positiver gestimmt sind. Brexit und Handelskonflikte nehmen den Unternehmern die Planungssicherheit und führen zur Verschiebung von Investitionsentscheidungen. Im ersten Halbjahr 2019 muss mit negativen Wachstumsraten gerechnet werden. Dagegen könnten die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung wieder günstiger tendieren. Der Brexit dürfte bis zur Europawahl weitgehend aus den Medien und der öffentlichen Debatte verschwinden, zudem sitzen die Amerikaner mit Chinesen und Europäern an Verhandlungstischen – vorausgesetzt dort werden Ergebnisse erzielt, würde die Verunsicherung in den größten Märkten deutlich reduziert. Dann sollte für die Stahl- und Metallverarbeitung erneut ein Produktionswachstum in der Größenordnung des Vorjahres, also plus zwei Prozent möglich sein, auch wegen des Basiseffekts durch das schwache zweite Halbjahr 2018. Jedenfalls ist ein Krisenszenario wie 2008 angesichts stabilisierter Finanzmärkte und robuster Unternehmensstrukturen sehr unwahrscheinlich. Für eine günstigere Entwicklung ab der zweiten Jahreshälfte 2019 spricht auch der anhaltende Beschäftigungsaufbau in der Branche. Im zurückliegenden Jahr wurde die Mitarbeiterzahl um 3,7 Prozent erhöht.
Ansprechpartner: Holger Ade; Tel.: +49 233 1958 821; E-Mail: hade@wsm-net.de
Textil- und Bekleidungsindustrie Die Umsätze waren im vergangenen Jahr 2018 mit insgesamt minus 1,9 Prozent rückläufig. Besonders betroffen war Bekleidung mit minus 4,4 Prozent Umsatzrückgang, während Textil das Jahr mit minus 0,4 Prozent nur leicht negativ abschloss. Besonders die zweite Jahreshälfte war rückläufig. Teilt man die Umsatzentwicklung in Inlands- und Auslandseffekt auf, so wird deutlich, dass für die negative Umsatzentwicklung des Jahres 2018 im Wesentlichen der Inlandsabsatz verantwortlich war. Sowohl bei Textil als auch insgesamt war der Beitrag des Auslands zum Gesamtumsatz positiv; bei Bekleidung nur leicht negativ. Die hohen Beiträge des Euroraums unterstreichen die Bedeutung der EU und der Eurozone im Besonderen für die konjunkturelle Entwicklung der Branche. Die Exporte entwickelten sich weiterhin positiv, besonders das Exportvolumen von Bekleidung stieg mit plus 8,7 Prozent, Textil blieb mit 0,1 Prozent Exportvolumen nahezu unverändert, genau wie die Importe mit plus 0,1 Prozent. Bei den Exporten kam es 2018 zu einer starken Ausweitung des Han-
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delsvolumens von Bekleidung innerhalb der EU, was im Wesentlichen auf Erweiterungen und Verschiebungen innerhalb der innergemeinschaftlichen Wertschöpfungsketten zurückgeführt werden kann. In jedem Fall bleibt die EU unabhängig von den finalen Zielländern der gehandelten Waren der mit großem Abstand wichtigste Exportmarkt für deutsche Textil- und Bekleidungsunternehmen. Außerhalb der EU bleiben die USA wichtigster Exportpartner, während die Bedeutung Chinas als Zielland für deutsche Exporte weiter zunimmt. Die Beschäftigung in Deutschland sinkt im Jahresdurchschnitt um minus 0,5 Prozent. In Deutschland sind damit etwa 118.00 Mitarbeiter in der Textil- und Modeindustrie beschäftigt, das sind ca. 1.000 weniger als im Vorjahr. Die Beschäftigung entwickelt sich als nachlaufender Indikator in den Teilbranchen tendenziell wie die Umsätze: Textil beschäftigt noch immer plus 0,9 Prozent mehr Mitarbeiter als im Vorjahr, bei Bekleidung sind es hingegen 3,5 Prozent weniger. Die positive Entwicklung der Beschäftigung in den vergangenen Jahren konnte aufgrund der konjunkturellen Rahmenbedingungen nicht fortgesetzt werden. Gegen den Trend konnte in den drei Jahren zuvor ununterbrochen die Anzahl der Beschäftigten in Deutschland gesteigert werden. Der Bekleidungseinzelhandel konnte 2018 im Gegensatz zum Vorjahr 2017 nicht von der guten inländischen Konjunktur und der steigenden Konsumstimmung profitieren. Während der gesamte Einzelhandel seine Umsätze um 2,9 Prozent steigern konnte, gingen die Umsätze im Bekleidungseinzelhandel um 1,6 Prozent zurück. Die Ertragslage der Unternehmen wurde im vergangenen Jahr durch teils exorbitant gestiegene Preise für nahezu sämtliche wichtige Rohstoffe erheblich unter Druck gesetzt. Ausblick Für das Jahr 2019 ist kurzfristig, das legen Frühindikatoren nahe, nicht mit einer nachhaltigen Verbesserung der Konjunktur zu rechnen. Für den weiteren Verlauf des Jahres 2019 bleibt zu hoffen, dass die Lage sich stabilisiert und die Branche auf den Wachstumspfad zurückfindet.
Ansprechpartner: Marcus Jacoangeli; Tel.: +49 30 7262 2024; E-Mail: mjacoangeli@textil-mode.de
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