November 2018 INDUSTRIEPOLITIK DOSSIER
Industriebericht Industrieproduktion und Handel nach Branchen
Wir erwarten für das laufende Jahr einen Anstieg der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland um 2 ½ Prozent. Die deutsche Industrie konnte in der ersten Jahreshälfte kräftig expandieren, wird aber durch Sondereffekte wie neue Kfz-Zulassungsverfahren und die Witterung belastet.
Die Industrieproduktion in der Europäischen Union (EU28) wird das fünfte Jahr in Folge steigen. Das Produktionswachstum von rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr dürfte allerdings unterhalb des Durchschnitts der vergangenen vier Jahre liegen.
Die weltweite Industrieproduktion dürfte in diesem Jahr um insgesamt 3 ½ Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. Das Wachstum wird zwar geringer ausfallen als im Vorjahr, aber besser als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. In den entwickelten Volkswirtschaften und in den Schwellenländern befindet sich die Industrie weiter auf Wachstumskurs.
Das Welthandelsvolumen dürfte 2018 um 3 ¾ Prozent steigen. Vor allem die asiatischen Schwellenländer und die USA konnten ihre Ausfuhren kräftig ausweiten. Die Länder Lateinamerikas, Afrikas und des Nahen Ostens partizipierten kaum am Wachstum des Welthandels. Die deutschen Exporte dürften auf Basis der Einschätzung der BDI-Mitgliedsverbände nur um drei Prozent steigen. Im Vorjahr waren es noch 4,6 Prozent.
Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
Inhaltsverzeichnis Industrieproduktion weltweit .................................................................................................................. 0 Produktionswachstum regional ausgewogen ........................................................................................ 3 Industrieproduktion in den entwickelten Volkswirtschaften ................................................................... 4 Industrieproduktion in den Schwellenländern ....................................................................................... 5 Vereinigte Staaten ................................................................................................................................. 6 China ..................................................................................................................................................... 7 Japan ..................................................................................................................................................... 8 Südkorea ............................................................................................................................................... 9 Europäische Union .............................................................................................................................. 10 Industrieproduktion regional ................................................................................................................ 11 Deutschland......................................................................................................................................... 12 Frankreich............................................................................................................................................ 13 Italien ................................................................................................................................................... 14 Spanien ............................................................................................................................................... 15 Vereinigtes Königreich ........................................................................................................................ 16 Welthandel........................................................................................................................................... 17
Industriebranchen in Deutschland ....................................................................................................... 19 Aluminiumindustrie .............................................................................................................................. 19 Automobilindustrie ............................................................................................................................... 20 Bauindustrie......................................................................................................................................... 21 Baustoff-, Steine-und-Erden-Industrie ................................................................................................. 22 Chemieindustrie .................................................................................................................................. 22 Deutsche Elektroindustrie ................................................................................................................... 23 Gießerei-Industrie ................................................................................................................................ 25 Glasindustrie........................................................................................................................................ 25 Keramische Industrie ........................................................................................................................... 26 Maschinenbau ..................................................................................................................................... 27 Nichteisen-Metallindustrie ................................................................................................................... 28 Stahlindustrie ....................................................................................................................................... 29 Stahl- und Metallverarbeitung ............................................................................................................. 30 Textil- und Bekleidungsindustrie ......................................................................................................... 31
Quellenverzeichnis .............................................................................................................................. 32 Impressum ........................................................................................................................................... 32
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
Industrieproduktion weltweit Produktionswachstum regional ausgewogen Die weltweite Industrieproduktion dürfte nach 2017 auch in diesem Jahr um mehr als drei Prozent expandieren. Nach den vom Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB) veröffentlichten Daten stieg die Industrieproduktion in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres um 3,5 Prozent. Das Expansionstempo aus dem ersten Quartal hat sich im Jahresverlauf allerdings etwas abgeschwächt. Auch der Einkaufsmanagerindex für die Industrie weltweit signalisiert für die verbleibenden Monate eher eine Verlangsamung des Wachstums. Der Index zeigt zwar mit Werten von über 50 eine Produktionsausweitung an, weist aber seit April eine absteigende Tendenz auf. Doch selbst wenn bis zum Jahresende nur das aktuelle Produktionsniveau gehalten wird, ergäbe dies immer noch eine Jahreswachstumsrate von drei Prozent. Ein Anstieg in einer Größenordnung von 3 ½ Prozent halten wir für wahrscheinlich. Das Produktionswachstum war bisher regional ausgewogen. In den entwickelten Volkswirtschaften nahm die Industrieproduktion in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres sogar noch etwas stärker zu als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Allerdings hat das Wachstumstempo bereits seit Jahresbeginn 2018 kontinuierlich abgenommen. In den Schwellenländern zeichnete sich ein ähnlicher Verlauf ab, wobei in diesen Ländern der Zenit erst im Frühjahr 2018 überschritten wurde.
Welt: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex Schwellenländer entwickelte Volkswirtschaften Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
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-1 2014
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*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis, eigene Berechnungen
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Industrieproduktion in den entwickelten Volkswirtschaften Geringes Wachstum im Euroraum und in Japan In den entwickelten Volkswirtschaften dürfte die Industrieproduktion im laufenden Jahr zwar erneut expandieren. Um an das Produktionsplus von drei Prozent aus dem Vorjahr anknüpfen zu können, wäre aber eine deutliche Produktionssteigerung in den verbleibenden vier Monaten erforderlich. Danach sieht es mit Blick auf den bisherigen Produktionsverlauf nicht aus. Zwar konnte im ersten Quartal mit plus 3,5 Prozent die jahresdurchschnittliche Wachstumsrate vom Vorjahr noch einmal übertroffen werden. In den darauffolgenden fünf Monaten blieben die Wachstumsraten deutlich unter drei Prozent, mit abnehmender Tendenz. Im Ergebnis stieg die Produktion in den ersten acht Monaten im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2,9 Prozent. Im Euroraum verzeichneten die Industrien nur noch ein Produktionsplus von 2,2 Prozent. In Japan hat sich das Produktionswachstum mit derzeit 1,8 Prozent mehr als halbiert. Dafür konnten die restlichen entwickelten Volkswirtschaften und die Vereinigten Staaten mit plus 3,7 Prozent bzw. plus 3,4 Prozent ihre industrielle Produktion überdurchschnittlich ausweiten. Am aktuellen Rand dürfte sich die langsamere Gangart fortschreiben. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie dieser Ländergruppe ist im Oktober das sechste Mal in Folge gesunken. Bei einem Wert von 53,2 Punkten ist aber weiterhin eine Ausweitung der Industrieproduktion zu erwarten. Selbst wenn bis zum Jahresende das aktuelle Produktionsniveau nur gehalten würde, ergäbe dies eine Jahreswachstumsrate von knapp 2 ½ Prozent, was immerhin dem zweithöchsten Wachstum der letzten acht Jahre entspräche.
Entwickelte Volkswirtschaften: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex restliche entw. Volkswirtschaften Euroraum Japan USA Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
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*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB), eigene Berechnungen
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Industrieproduktion in den Schwellenländern Asien robust, Lateinamerika erneut in Rezession In den Schwellenländern dürfte die Industrieproduktion 2018 erneut ähnlich stark wie in den letzten Jahren expandieren. Maßgeblichen Anteil daran haben wieder die asiatischen Schwellenländer, die ihre Produktion in den ersten acht Monaten um 5,8 Prozent ausweiten konnten und damit noch das Expansionstempo aus dem Vorjahr überschritten haben. Deutlich verbessert hat sich auch die Situation in Mittel- und Osteuropa. In diesen Ländern ist die Industrieproduktion das zehnte Quartal in Folge gestiegen. Auch die Industrieproduktion Afrikas und des Mittleren Ostens ist in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres mit plus 1,2 Prozent stärker gestiegen als noch vor einem Jahr. In Lateinamerika blieb eine Belebung der Industriekonjunktur allerdings aus. Die Erholungsphase aus dem Spätsommer 2017 hielt nur wenige Monate an. In den darauffolgenden drei Quartalen verringerte sich die Produktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wieder. Die Daten per August weisen einen Produktionsrückgang von 1,8 Prozent aus. Für die verbleibenden vier Monate des Jahres dürfte das Expansionstempo zwar nicht mehr an die Werte zur Jahressmitte heranreichen. Eine Ausweitung der Produktion um etwas mehr als drei Prozent halten wir jedoch für sehr wahrscheinlich. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie in den Schwellenländern ist bis September viermal in Folge gesunken, signalisiert aber weiterhin eine Expansion. Im Oktober legte er wieder leicht zu. Selbst wenn die Industrieproduktion bis zum Jahresende stagnierte, resultierte für das gesamte Jahr 2018 noch ein Produktionsplus von 3,6 im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis aus dem Vorjahr von plus 3,8 Prozent ist durchaus erreichbar.
Schwellenländer: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex Afrika/Mittlerer Osten Lateinamerika Zentral- und Osteuropa Asien Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
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-1 2014
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*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB),eigene Berechnungen
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
Vereinigte Staaten Die US-amerikanische Industrie hat 2018 kräftig Fahrt aufgenommen und ist offenbar wieder „great again“. Die expansive Finanzpolitik wirkt kurzfristig stark stimulierend auf die Wirtschaftsaktivität in den USA, und dies auch im Verarbeitenden Gewerbe. Potenzielle Produktions- und Exportrisiken für die US-Industrie aus den im Wesentlichen von den USA hervorgerufenen Handelskonflikten haben sich dagegen zwar bereits teilweise materialisiert, aber noch kein hohes Ausmaß erreicht (BDI 2018). So war in den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres im Verarbeitenden Gewerbe ein Produktionsanstieg von 1,9 Prozent bzw. 1,8 Prozent zu verzeichnen. Im dritten Quartal 2018 stieg der Ausstoß sogar um 3,1 Prozent. Dies war das stärkste Quartalsplus seit dem Sommer 2012. Für das Produzierende Gewerbe, das noch den Energie- und Bergbausektor umfasst, war in den ersten neun Monaten sogar eine Produktionssteigerung von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum zu verzeichnen. Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes knüpfte der Maschinenbau an die kräftige Entwicklung des Vorjahres an und weitete nunmehr das siebte Quartal in Folge seine Produktion kontinuierlich aus. Auch die Ernährungsindustrie entwickelte sich überdurchschnittlich gut und blickt dabei auf einen seit nunmehr sechs Jahre anhaltenden Aufschwung zurück. Mit plus 3,3 Prozent fasste auch der Fahrzeugbau wieder tritt, der im Vorjahr noch einen leichten Produktionsrückgang erlitt. Die Produktion der chemischen Industrie stieg dank der guten Pharma-Daten ähnlich stark. Die Erzeugung in der Basischemie stieg dagegen unterdurchschnittlich, ebenso die in der Elektroindustrie.
Vereinigte Staaten: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 60
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1 52 0 50 -1 48
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Industrieproduktion (rechte Achse)
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Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Am aktuellen Rand setzte sich die Expansion weiter fort. Im kalender- und saisonbereinigten Zweimonatsvergleich August/September 2018 gegenüber dem Vorzeitraum stieg die Industrieproduktion um 0,5 Prozent. Der Vorjahresvergleich fiel mit plus 3,3 Prozent so stark aus wie zuletzt im Sommer 2012. Der Einkaufmanagerindex für die Industrie zeigt eine Ausweitung der Produktion an. Im Oktober wies er mit 55,9 Indexpunkten einen neuen Jahreshöchstwert aus. Selbst wenn im vierten Quartal das Produktionsniveau des Vorquartals nur gehalten wird, steigt die Industrieproduktion in den USA im Jahr 2018 um mehr als zwei Prozent. Wir erwarten angesichts der Stimmungsindikatoren eher einen Produktionsanstieg von 2 ¾ Prozent. Für das Produzierende Gewerbe ohne Bau dürfte dieser Wert sogar über drei Prozent liegen, und damit so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr. China Die Wertschöpfung in der chinesischen Industrie (In diesem Fall aufgrund der Datenlage inklusive der Bauwirtschaft.) ist im Januar 2017 um 6,3 Prozent und den darauffolgenden beiden Monaten um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. In den Frühjahresmonaten hat das Wachstumstempo leicht abgenommen. Von April bis Juni lag die durchschnittliche Wachstumsrate bei rund 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit Beginn der zweiten Jahreshälfte hat das Wachstumstempo deutlich nachgelassen. Im August und September sank dieses auf nur noch 5,9 Prozent. Das waren die niedrigsten Werte seit April 2016. Der Einkaufmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist von Mai bis September kontinuierlich bis auf 50 Indexpunkte gesunken und lag damit immer noch im Expansionsbereich. Im Oktober 2018 gab es eine Gegenbewegung, die aber mit 0,1 Indexpunkten äußerst gering ausfiel. Nach einer Produktionsausweitung von 6,4 Prozent im Vorjahr dürfte Chinas Industrie in diesem Jahr ihren Ausstoß nur um sechs Prozent erhöhen. Für das nächste Jahr ist mit einer weiteren Verlangsamung des Wachstumstempos zu rechnen, da die Folgen der restriktiven Kreditvergabepolitik wirksam werden.
China: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 52
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2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
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2017
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Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
Japan Nach dem starken Vorjahresergebnis deutet sich in der japanischen Industrie im Jahr 2018 eine konjunkturelle Verschnaufpause an. Mit Wachstumsraten von 2,3 Prozent im ersten und 1,9 Prozent im zweiten Quartal (jeweils im Vorjahresvergleich) hat sich das Expansionstempo im Produzierenden Gewerbe nahezu halbiert. Im dritten Quartal 2018 nahm die Produktion im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar leicht ab, sodass sich für die ersten neun Monate des laufenden Jahres ein Produktionsplus von 1,3 Prozent ergab. Das Ergebnis für das Verarbeitende Gewerbe fiel mit plus 1,5 Prozent für den gleichen Zeitraum etwas besser aus. Unter den einzelnen Branchen ist die Produktionsausweitung im Fahrzeugbau mit 5,7 Prozent am kräftigsten ausgefallen. Dieses Ergebnis ist vor allem der starken Entwicklung in der ersten Jahreshälfte geschuldet. Japans Maschinenbauer, die im Vorjahr das höchste Produktionsplus auswiesen, steigerten ihre Produktion nur noch um 2,3 Prozent. Die Produktion in der chemischen Industrie stieg mit plus 2,2 Prozent (Basischemie) in einer ähnlichen Größenordnung. Zusammen mit dem Pharma-Bereich ist das Ergebnis etwas schwächer. Die Elektroindustrie dürfte ihr Vorjahresergebnis nach einem Produktionsrückgang um 4,4 Prozent in den ersten neuen Monaten nicht mehr halten können. Am aktuellen Rand ist erstmals seit zwei Jahren ein leichter Rückgang der Produktion zu beobachten. Diese sank im kalender- und saisonbereinigten Zweimonatsvergleich August/September 2018 gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent. Der Einkaufmanagerindex für die Industrie konnte nach der Stagnation im September im Oktober 2018 wieder leicht zulegen und ist nunmehr vier Monate in Folge nicht mehr gesunken, was für eine Ausweitung der Produktion spricht. Sollte im vierten Quartal das Produktionsniveau des Vorquartals gehalten werden, dürfte die Industrieproduktion in Japan um ¾ Prozent steigen. Wir halten angesichts der zuletzt wieder leicht aufwärtsgerichteten Tendenz ein Produktionsplus von einem Prozent für erreichbar.
Japan: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 60
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58
6
56 4 54 52
2
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-6 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
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2018
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Südkorea Südkoreas Industrie legt nach einer zweijährigen Wachstumsphase eine Verschnaufpause ein. Bedingt durch einen Basiseffekt sank die Ausbringung des Produzierenden Gewerbes im ersten Quartal 2018 um etwas mehr als zwei Prozent. Die Korrektur im zweiten Quartal reichte nicht aus, um in der ersten Jahreshälfte das Niveau des Vorjahres zu erreichen. Nur aufgrund einer Steigerung im dritten Quartal ergab sich für das Produzierende Gewerbe in den die ersten neun Monate ein Produktionsplus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Verarbeitenden Gewerbe wurde per September das Produktionsniveau des Vorjahres verfehlt. Unter den einzelnen Branchen hatten Südkoreas Maschinenbauer eine deutliche Eintrübung ihres Geschäfts zu verkraften. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sank ihre Produktion um 5,4 Prozent. Im Fahrzeugbau war mit minus 4,6 Prozent ein ähnlich starker Produktionsrückgang zu verzeichnen. Die Elektroindustrie verfehlte ihr Vorjahresergebnis dagegen nur knapp. Dafür stieg die Produktion in der Basischemie um mehr als elf Prozent an. Inklusive des nicht ganz so kräftigen PharmaBereiches stand immer noch ein Produktionsplus von 5,1 Prozent. Der Verlauf am aktuellen Rand spricht für eine leichte Belebung der Industriekonjunktur. Im kalenderund saisonbereinigten Zweimonatsvergleich August/September 2018 gegenüber dem Vorjahr stieg die Industrieproduktion zuletzt um ein Prozent an, und damit bereits das vierte Mal in Folge. Der Einkaufmanagerindex legte bereits das dritte Mal in Folge zu und stieg im September 2018 sogar auf ein neues Jahreshoch. Sollte im vierten Quartal das Produktionsniveau des Vorquartals gehalten werden, dürfte die Industrieproduktion für das gesamte Jahr das Vorjahresergebnis nochmals leicht übertreffen. Da im Fahrzeugbau am aktuellen Rand eine kräftige Produktionssteigerung zu beobachten war und die Klimaindikatoren zuletzt deutlich aufwärts gerichtet sind, rechnen wir für das Jahr 2018 mit einem Produktionsplus von einem halben Prozent. Südkorea: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 53
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4 51 2 49 0 47 -2
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-4 2014
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Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
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Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Europäische Union Die Industrie in der Europäischen Union (EU28) befindet sich im fünften Jahr des Aufschwungs. Dieser dürfte aber im laufenden Jahr an Kraft verlieren. Nach einem Produktionsplus von 3,3 Prozent im ersten und 2,3 Prozent im zweiten Quartal 2018 zeichnet sich für das dritte Quartal im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) ein etwas geringeres Wachstum ab. Neben der allgemeinen konjunkturellen Eintrübung kommt es aufgrund von neuen Zulassungsverfahren zu Produktionseinschränkungen im Fahrzeugbau, die sich auf das Gesamtergebnis auswirken dürften. Aus diesen Gründen dürfte das Verarbeitende Gewerbe in diesem Jahr nicht so stark expandieren wie noch in der ersten Jahreshälfte. Nachdem die Produktion im Fahrzeugbau in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich um mehr als vier Prozent expandierte, erwarten wir in diesem Jahr eine deutlich geringere Ausweitung der Produktion. In der Basischemie dürfte das Produktionsplus nur leicht über der Nulllinie liegen. Die etwas bessere Entwicklung im Pharma-Bereich dürfte das Ergebnis für die gesamte chemische Industrie in Richtung plus zwei Prozent heben. In der Elektroindustrie und im Maschinenbau dürfte die Produktionsausweitung mit Wachstumsraten von jeweils um die vier Prozent am stärksten ausfallen.
Europäische Union: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 60
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0 2014
2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
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Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
Die Entwicklungen am aktuellen Rand deuten für den restlichen Jahresverlauf auf ein langsameres Wachstum hin. In der Zweimonatsbetrachtung Juli/August 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Industrieproduktion in der EU saison- und kalenderbereinigt nur noch um 1,4 Prozent nach
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plus 2,3 Prozent im Monat zuvor. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie signalisiert zwar weiterhin eine Produktionsausweitung, sank aber im Oktober auf einen neuen Jahrestiefststand. Wir rechnen im vierten Quartal mit einer ähnlich starken Entwicklung wie im Vorquartal, so dass die Industrieproduktion in der EU im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Prozent steigen dürfte. Regionale Entwicklung In den fünf größten Volkswirtschaften der Europäischen Union entwickelte sich die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) nahezu synchron. Eine Ausnahme stellt Großbritannien dar, das in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahr nur eine Produktionsausweitung von 0,7 Prozent verzeichnen konnte. Mit einem Plus von 2,2 Prozent im gleichen Zeitraum entwickelte sich die Produktion in Deutschland nicht nur leicht überdurchschnittlich. Die deutsche Industrie dürfte damit in dieser Fünfergruppe aller Voraussicht nach in diesem Jahr am stärksten expandieren. In Großbritannien und in Deutschland sind die Aktivitäten in der Industrie bereits auf bzw. über dem Niveau des Jahres 2008. Anders als in den anderen drei großen Industrieländern. In Spanien beträgt die Produktionslücke knapp 15 Prozent, in Italien rund 14 Prozent und in Frankreich etwas mehr als fünf Prozent. In allen drei Ländern betrug der Produktionszuwachs in der Industrie in den ersten neun Monaten 1,4 Prozent.
Entwicklung der Industrieproduktion* seit 2014 112
110 Spanien Italien
108
Deutschland 106
Frankreich Vereinigtes Königreich
104
102
100
98 2014
2015
2016
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*Produktionsindex: 6-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt (2013=100) Quelle: Macrobond
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Deutschland In Deutschland dürfte die Produktion im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) das sechste Jahr in Folge steigen. Es zeichnet sich für das laufende Jahr ein Produktionsplus in einer Größenordnung von deutlich über zwei Prozent ab. Nach einem Anstieg um vier Prozent im ersten und 2,9 Prozent im zweiten Quartal 2018 hat das Expansionstempo allerdings deutlich nachgelassen. Im dritten Quartal dürfte das Vorjahresniveau nur noch soeben überschritten werden. Auf Basis der Daten für die ersten acht Monate des laufenden Jahres stieg die Produktion gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,6 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe fiel der Anstieg im Zeitraum Januar bis August mit plus 2,9 Prozent sogar noch etwas kräftiger aus. Mit Blick auf die einzelnen Branchen verzeichnete der Maschinenbau mit einem Plus von knapp vier Prozent die kräftigste Ausweitung der Produktion, gefolgt von der Elektroindustrie mit deutlich über drei Prozent. In den metallverarbeitenden Industrien lag die Produktionssteigerung etwas unter dem Industriedurchschnitt. Ebenfalls unterdurchschnittlich war auch die Entwicklung in der chemischen Industrie, die ihre Produktion nur um knapp ein Prozent ausweiten konnte. Darüber hinaus waren zwei Sondereffekte zu beobachten. Zum einen die außerordentlich guten Zahlen aus der pharmazeutischen Industrie mit einem Produktionsplus über 20 Prozent, die noch revidiert werden können. Zum anderen die kräftigen Produktionseinbußen zu Beginn der zweiten Jahreshälfte im Fahrzeugbau, die wohl nur zum Teil im laufenden Jahr wieder aufgeholt werden können. In den verbleibenden Monaten des laufenden Jahres dürfte das Wachstumstempo deutlich niedriger ausfallen als in der ersten Jahreshälfte. In der Zweimonatsbetrachtung Juli/August 2018 gegenüber dem Vorjahr stieg die Industrieproduktion saison- und kalenderbereinigt nur um 0,1 Prozent. In den beiden Monaten davor lagen die entsprechenden Wachstumsraten jeweils bei über zwei bzw. drei Prozent. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie sank im Oktober auf seinen Jahrestiefststand, zeigt aber immer noch eine Produktionsausweitung an. Wir rechnen auf Basis des bisherigen Produktionsverlaufs, der Stimmungsindikatoren und der einzelnen Brancheneinschätzungen weiterhin mit einem Produktionsplus im Verarbeitenden Gewerbe von 2 ½ Prozent. Deutschland: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 64
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Industrieproduktion (rechte Achse)
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Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Frankreich In Frankreich wird das Produzierende Gewerbe (ohne Bau) in diesem Jahr seine Aktivitäten deutlich weniger ausweiten als im Vorjahr, dafür aber das vierte Jahr in Folge auf Wachstumskurs bleiben. Nach einem Anstieg um 2,5 Prozent im ersten Quartal 2018 hat das Expansionstempo im zweiten Quartal mit plus 1,2 Prozent zwar deutlich nachgelassen. Für die ersten acht Monate des laufenden Jahres reichte es aber noch für einen Produktionsanstieg um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Verarbeitenden Gewerbe war für den gleichen Zeitraum eine Produktionsausweitung von 1,9 Prozent zu verzeichnen. Wachstumstreiber war in Frankreich der Maschinenbau, der seine Produktion um mehr als vier Prozent steigerte, dicht gefolgt vom Fahrzeugbau, dessen Produktion um knapp vier Prozent zulegte. Auch in der Elektroindustrie war der Anstieg bis dahin überdurchschnittlich. Die chemische Industrie hatte Produktionseinbußen hinzunehmen, konnte aber zusammen mit den starken Daten im Pharma-Bereich noch ein leicht unterdurchschnittliches Ergebnis erreichen. Dies gilt ebenso für die metallverarbeitenden Industrien und den sonstigen Fahrzeugbau. Zum Jahresende dürften die Aktivitäten wieder leicht zulegen. In der Zweimonatsbetrachtung Juli/August 2018 gegenüber dem Vorjahr stieg die Industrieproduktion saison- und kalenderbereinigt um 1,9 Prozent, ebenso im Monat zuvor. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie gab zwar im Oktober das zweite Mal in Folge nach und sank auf einen neunen Jahrestiefststand. Dieser Wert zeigt aber weiterhin eine Produktionsausweitung an. Selbst bei einer stagnierenden Produktion in den verbleibenden vier Monaten ergäbe sich ein Jahresergebnis von plus 1 ½ Prozent. Wir erwarten angesichts der Aufwärtsbewegung in den letzten Monaten ein Produktionsplus von zwei Prozent. Frankreich: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 59
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55 4 53 2 51 0 49 -2
47 45
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2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
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Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Italien In Italien dürfte die Produktion im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) das vierte Jahr in Folge steigen. Es zeichnet sich für das laufende Jahr allerdings nur ein sehr geringes Produktionsplus in einer Größenordnung von etwa einem Prozent ab. Nach einem Anstieg um 3,4 Prozent im ersten und 1,9 Prozent im zweiten Quartal 2018 hat das Expansionstempo deutlich nachgelassen. Für das dritte Quartal deutet sich sogar ein Produktionsrückgang im Vergleich zum Vorjahr an. Auf Basis der Daten für die ersten acht Monate des laufenden Jahres hat sich das Produktionswachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu halbiert (1,8 Prozent). Das Verarbeitende Gewerbe weist für die ersten acht Monate mit plus 2,3 Prozent eine deutlich stärkere Produktionsausweitung aus. Wie in den beiden Jahren zuvor verzeichnete der Maschinenbau mit über vier Prozent die höchste Wachstumsrate. Die mit deutlichem Abstand zweithöchste Wachstumsrate erzielte die Elektroindustrie, die allerdings im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt noch Produktionseinbußen hinnehmen musste. Die chemische Industrie konnte nur aufgrund des guten Pharma-Geschäfts überdurchschnittlich wachsen. Die metallverarbeitende Industrie verfehlte den Industriedurchschnitt hingegen knapp. Im Fahrzeugbau geriet die Produktion im Sommer ins Stocken und lag per August 2018 nur leicht über Vorjahresniveau. Für die verbleibenden vier Monate des laufenden Jahres deutet sich eine Seitwärtsbewegung an. In der Zweimonatsbetrachtung Juli/August 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank die Industrieproduktion saison- und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent. Die beiden Monatswerte zuvor weisen ein kleines Plus aus. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie sank bis Oktober auf einen Wert von 49,2 und darüber hinaus vier Mal in Folge auf einen neuen Jahrestiefststand. Dieser Wert signalisiert eine stagnierende Produktion. Wir betrachten dieses Szenario für die verbleibenden vier Monate als sehr wahrscheinlich und erwarten daher im Jahresergebnis nur noch ein Produktionsplus von 1 ½ Prozent. Italien: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 60
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54 2 52 0 50 -2
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2015
Industrieproduktion (rechte Achse)
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Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
Spanien Spaniens Industrie befindet sich im fünften Jahr der konjunkturellen Erholung. Dieser hat aber deutlich an Schwung verloren. Im ersten Quartal des laufenden Jahres konnte die Industrie Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) ihre Produktion um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ausweiten. Im darauffolgenden Quartal hat sich das Wachstum auf 1,4 Prozent halbiert. Auch im dritten Quartal dürfte das Wachstumstempo weiter abnehmen. Für die ersten acht Monate des laufenden Jahres steht nunmehr ein Produktionsplus von 1,8 Prozent in den Büchern, das bis zum Jahresende noch auf 1 ¼ Prozent sinken dürfte. Unter den Leitbranchen des Verarbeitenden Gewerbes konnte wie bereits im Vorjahr der Maschinenbau mit knapp sieben Prozent das stärkste Wachstum vorweisen, gefolgt von der Elektroindustrie die ihre Produktion in den ersten acht Monaten um etwas mehr als fünf Prozent steigern konnte. Zu den überdurchschnittlich wachsenden Branchen zählten auch die metallverarbeitenden Industrien mit einem Produktionsplus von drei Prozent. Die chemische und die pharmazeutische Industrie konnten ihre Produktion beide um etwas mehr als zwei Prozent ausweiten, wobei in Spanien, anders als in den anderen größeren europäischen Staaten, das Pharmageschäft etwas schlechter lief. Auch der Fahrzeugbau verzeichnete trotz der im Vorjahr noch gesunkenen Produktion einen unterdurchschnittlichen Zuwachs. Die zuletzt verfügbaren Daten deuten auf ein eher geringes Wachstum hin. Im kalender- und saisonbereinigten Zweimonatsvergleich Juli/August 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe nur noch um 1,7 Prozent nach zuvor plus zwei Prozent in den beiden Zeiträumen davor. Der Einkaufsmanagerindex für Spaniens Industrie ist im Oktober, nachdem er im September auf ein Jahrestief gefallen war, auch wieder leicht gestiegen. Bei nunmehr 51,8 Indexpunkten ist auch eine Ausweitung der Produktion zu erwarten, die aber weniger als zwei Prozent betragen dürfte. Sollte im vierten Quartal das Produktionsniveau des Vorquartals gehalten werden, dürfte Spaniens Industrieproduktion 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent steigen. Wir rechnen mit Blick auf die Stimmungsindikatoren und dem bisherigen Produktionsverlauf mit einem Plus von 1 ¾ Prozent. Spanien: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 58
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56 4 54 52
2
50 0 48 46
-2 2014
2015 Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
2017
2018
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
Vereinigtes Königreich Großbritanniens Industrie dürfte das fünfte Jahr in Folge ihren Wachstumskurs fortsetzen, wenn auch nicht mehr in dem Maße wie noch 2017. Wir erwarten für das gesamte Jahr nur noch einen Anstieg um ein Prozent. Im ersten Quartal 2018 konnte das Produzierende Gewerbe (ohne Bau) mit einem Produktionsplus von 1,9 Prozent das Wachstumstempo des Vorjahres noch halten. Im zweiten Quartal gerieten die Aktivitäten mit nur noch plus 0,7 Prozent deutlich ins Stocken. Für die ersten acht Monate ergab sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch ein Produktionsanstieg von 1,3 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe konnte im gleichen Zeitraum seinen Ausstoß mit plus 1,7 Prozent etwas stärker erhöhen. Unter den Schlüsselbranchen hat der Maschinenbau zwar seine Führungsrolle verloren, konnte aber seine Produktion deutlich um 7,7 Prozent steigern. Stärker war die Produktionssteigerung nur in der Elektroindustrie mit 8,2 Prozent. Die metallverarbeitenden Industrien konnten von dieser Entwicklung profitieren und ihre Produktion mit plus 2,1 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich ausweiten. Die chemische Industrie vermeldete Produktionseinbußen von 1,7 Prozent, konnte allerdings zusammen mit dem guten Pharmageschäft ein Plus von einem halben Prozent vorweisen. Im Fahrzeugbau war erstmals seit acht Jahren eine rückläufige Produktion zu verzeichnen. Am aktuellen Rand ist über alle Branchen des Verarbeitenden Gewerbes hinweg eine deutliche langsamere Gangart zu beobachten. Im kalender- und saisonbereinigten Zweimonatsvergleich August/September 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Industrieproduktion nur noch um 1,4 Prozent nach zuvor 1,6 Prozent. Der Einkaufmanagerindex für die Industrie zeigt zwar weiter eine Ausweitung der Produktion an. Er sank aber im Oktober auf einen neuen Jahrestiefststand und den niedrigsten Stand seit Juli 2016. Sollte im vierten Quartal das Produktionsniveau des Vorquartals gehalten werden, dürfte die Industrieproduktion 2018 nur um etwas mehr als ein Prozent steigen. Angesichts der Stimmungsindikatoren erwarten wir ein Produktionsplus von 1 ¼ Prozent. Vereinigtes Königreich: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex 60
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-2 2014
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Industrieproduktion (rechte Achse)
2016
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Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond
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Welthandel Der Welthandel dürfte in diesem Jahr nicht mehr so stark steigen wie 2017. Nach Angaben des Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB) stieg das weltweite Handelsvolumen in den ersten acht Monaten des Jahres 2018 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent, nachdem es im Vorjahr noch um 4,6 Prozent gestiegen war. Für das gesamte Jahr dürfte angesichts des bisherigen Jahresverlaufs ein Wachstum in einer Größenordnung von 3 ¾ Prozent erreichbar sein. Die Schwellenländer haben in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres insgesamt 3,8 Prozent mehr exportiert als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Von den einzelnen Ländergruppen konnten die asiatischen Schwellenländer ihre Ausfuhren mit plus 4,9 Prozent am stärksten ausweiten. Die Volkswirtschaften aus Mittel- und Osteuropa wiesen mit plus 4,7 Prozent ebenfalls ein sehr hohes Exportwachstum aus. Aus Lateinamerika (plus 0,8 Prozent) und aus Afrika und dem Mittleren Osten (plus 0,2) wurden kaum mehr Waren exportiert als vor einem Jahr. Die entwickelten Volkswirtschaften exportierten im gleichen Zeitraum 3,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Unter den einzelnen Ländern bzw. Ländergruppen steigerten die USA ihre Exporte um 5,6 Prozent. Auch Japan konnte seine Ausfuhren mit 3,8 Prozent überdurchschnittlich steigern. Der Euroraum exportierte drei Prozent und die restlichen entwickelten Volkswirtschaften 2,6 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Dank des höheren Anteils an den weltweiten Exporten war der Wachstumsbeitrag der entwickelten Volkswirtschaften erneut höher als der der Schwellenländer.
Welt: Exporte nach Herkunftsregionen entwickelte Volkswirtschaften
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Schwellenländer 5 4 3 2 1 0 -1 -2 2014
2015
2016
2017
2018
Index: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis
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Entwicklung der deutschen Exporte Mit plus 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die deutschen Exporte im ersten Quartal 2018 deutlich weniger stark gestiegen als noch zum Jahresausklang 2017. Im zweiten Quartal fiel der Anstieg der Exporte mit plus 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch etwas geringer aus. Dies entsprach auch dem Ergebnis für die ersten acht Monate des laufenden Jahres. Mit Blick auf die Zielregionen trugen die Ausfuhren in die Eurozone, die um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegen konnten, am stärksten zum Exportwachstum bei. Den zweitstärksten Wachstumsbeitrag leisteten die Exporte in die restlichen Mitgliedstaaten der EU. Die Ausfuhren dorthin stiegen mit plus 3,5 Prozent jedoch nur unterdurchschnittlich, ebenso Ausfuhren in die USA (plus zwei Prozent). Die Asienexporte legten um 4,4 Prozent zu. Für die restlichen Länder war nur ein Ausfuhrplus von einem Prozent zu verzeichnen. Für das gesamte Jahr 2018 dürften die deutschen Warenausfuhren auf Basis der Einschätzung der BDI-Mitgliedsverbände um rund drei Prozent steigen.
Deutschland: Exporte nach Zielregionen restliche Länder Asien USA Nicht Euroraum Euroraum
12 10 8 6 4 2 0 -2 -4 2014
2015
2016
2017
2018
Index: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quellen: Macrobond, Deutsche Bundesbank
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Industriebranchen in Deutschland Aluminiumindustrie: Produktion 2018 insgesamt positiv Die Produktionsentwicklung der deutschen Aluminiumindustrie verlief im ersten Halbjahr 2018 relativ homogen. So konnte die Produktion bei der Erzeugung von Aluminium und beim Aluminiumhalbzeug ausgeweitet werden, während es bei der Weiterverarbeitung von Aluminium zu einem leichten Rückgang kam. In Deutschland wurden von Januar bis Juni 2018 rund 666.659 Tonnen Rohaluminium erzeugt. Die Herstellung von Rohaluminium teilte sich in diesem Zeitraum auf 268.151 Tonnen Hüttenaluminium und 398.508 Tonnen Recyclingaluminium auf. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Produktion von Recyclingaluminium um drei Prozent, während die Hüttenproduktion um zwei Prozent zurückging. Die Erzeugung von Aluminiumhalbzeug belief sich im ersten Halbjahr 2018 auf 1.251.677 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist dies ein geringfügiger Anstieg. Sowohl Walz- als auch Pressund Ziehprodukte entwickelten sich homogen. In der Aluminiumweiterverarbeitung wurden in Deutschland von Januar bis Juni 2018 175.713 Tonnen hergestellt. Das Produktionsvolumen verringerte sich damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Prozent. Während die Produktion von Folien und dünnen Bändern sowie die Produktion von Tuben, Aerosol- und sonstigen Dosen mit zwei bis drei Prozent sank, stieg die Produktion von Metallpulver in Deutschland nach ersten Hochrechnungen mit rund 14 Prozent dynamisch an. Trotz der Zunahme der konjunkturellen Risiken für die Weltwirtschaft (Handelsstreit) sowie spezieller Risiken für die europäische Aluminiumindustrie (Auswirkungen der U.S.-Russlandsanktionen) erwartet die deutsche Aluminiumindustrie eine insgesamt leicht positive Aluminiumkonjunktur 2018. Exporte Der Export war im ersten Halbjahr 2018 weiterhin eine konjunkturelle Stütze für die Unternehmen der deutschen Aluminiumbranche. Dies gilt insbesondere für die Hersteller von Aluminiumwalzprodukten. So nahmen die Ausfuhren in diesem Bereich um insgesamt sechs Prozent zu. Positiv entwickelten sich insbesondere die Exporte in die USA (plus 42 Prozent).
Ansprechpartner: Dr. Andreas Postler; Tel.: +49 211 4796 118; E-Mail: andreas.postler@aluinfo.de
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Automobilindustrie Produktion Die deutschen Hersteller konnten in den ersten neun Monaten ihre weltweite Produktion um ein Prozent auf 12,4 Millionen Pkw ausweiten. Hinter diesem positiven Gesamtergebnis verbergen sich zwei heterogene Entwicklungen im In- und Ausland. Während die Fertigung im Ausland in den ersten drei Quartalen um sechs Prozent anstieg, war die einheimische Produktion um acht Prozent rückläufig. Der Hauptgrund für den signifikanten Rückgang liegt in der Umstellung des Messverfahrens für die Abgasemissionen auf den WLTP („World harmonized Light vehicles Test Procedure“) für alle in der EU neu zugelassenen Pkw am 1.9.2018. Das neue Verfahren führt u.a. wegen der höheren Durchschnittsgeschwindigkeit im Allgemeinen zu höheren, realistischeren Werten und ist deutlich aufwendiger als der alte Testzyklus weil viel höhere Dokumentationsanforderungen bestehen und zudem die Verbrauchswerte für alle Ausstattungsvarianten gemessen werden müssen. Die Umstellung hat zu einem Rückgang der Inlandsproduktion im August um knapp ein Drittel geführt. Im September schwächte sich die Wirkung mit einem Minus von knapp einem Viertel bereits ab. Im Oktober kam es bereits wieder zu einem Zuwachs von drei Prozent. In den kommenden Monaten sollte der Effekt langsam herauswachsen und sich die Inlandsfertigung weiter stabilisieren. Vor diesem Hintergrund ist für das Gesamtjahr 2018 bei der Pkw-Inlandsfertigung von einem Rückgang um sieben Prozent auszugehen. Die weiterhin relativ guten konjunkturellen Rahmenbedingungen generieren zusätzlichen Güterverkehr und unterstützen das Nutzfahrzeuggeschäft. In den ersten zehn Monaten stiegen die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen in Deutschland um fünf Prozent an. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich die Struktur des Nutzfahrzeugmarktes in Richtung der leichten Lastkraftwagen hin verschoben hat. Grund hierfür ist der florierende Onlinehandel, der die Nachfrage nach Transportern stark angefacht hat. In den ersten zehn Monaten nahmen die Neuzulassungen von Lastkraftwagen bis sechs Tonnen in Deutschland um sechs Prozent zu, 2018 wird voraussichtlich das fünfte Rekordjahr in Folge für dieses Segment werden. Sein Anteil an den Nutzfahrzeugen insgesamt beträgt inzwischen 75 Prozent, 2007 waren es noch 68 Prozent gewesen. Die Registrierungen von Lastkraftwagen über sechs Tonnen stiegen von Januar bis Oktober um knapp zwei Prozent. Das Niveau liegt allerdings noch 15 Prozent unter dem des Rekordjahres 2008. Der Dieselanteil bei der Produktion ist im bisherigen Jahresverlauf um acht Prozentpunkte auf 35 Prozent gesunken. Damit hat sich der Anteil in den letzten drei Monaten stabilisiert. Drei von fünf in Deutschland gefertigte Pkw waren mit einem Ottomotor ausgestattet, ein Plus von über sechs Prozentpunkten. Ebenfalls im Aufwind sind die Elektrofahrzeuge, die ihren Anteil auf 3,6 Prozent ausbauen konnten. Damit legt die deutsche Automobilindustrie bei diesem wichtigen Zukunftsthema vor, der Elektromarktanteil in der EU liegt mit 1,7 Prozent derzeit noch deutlich niedriger. Export Auch 2018 bleiben die Ausfuhren das wichtigste Standbein für die deutsche Automobilindustrie. Die Exportquote lag im Jahresverlauf mit 77 Prozent auf dem hohen Vorjahreslevel. Da 55 Prozent der Exporte in die EU-Mitgliedsstaaten gehen, hat sich die WLTP-Umstellung auch hier niedergeschlagen. Die Exporte gingen bis einschließlich Oktober um knapp sieben Prozent zurück, die Prognose für das Gesamtjahr 2018 liegt bei minus sechs Prozent. Neben einem deutlichen Rückgang der EU-Ausfuhren von zwölf Prozent, fielen auch die Exporte nach Amerika um sechs Prozent zurück. Impulse kamen aus Asien, in diesen Kontinent konnten die deutschen Hersteller zehn Prozent mehr Pkw ausführen
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
als vor einem Jahr. Die Exporterwartungen der Unternehmen sind trotz der Risiken bezüglich des zunehmenden Protektionismus immer noch mehr oder weniger neutral.
Ansprechpartner: Dr. Manuel Kallweit; Tel.: +49 30 8978 423 30; E-Mail: Kallweit@vda.de
Bauindustrie: Auch 2019 Wachstum am Bau auf hohem Niveau Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwartet sowohl für 2018 als auch für 2019 ein reales Wachstum der Umsätze im Bauhauptgewerbe von gut zwei Prozent (nominal 6,5 bis sieben Prozent). Damit markiert 2019 das siebente aufeinanderfolgende Jahr mit einem preisbereinigten Wachstum. Dieser Einschätzung liegt zugrunde, dass im Herbst 2018 – trotz einer als historisch gut eingestuften Geschäftslage – die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate ebenfalls positiv waren. Unterstützt wird diese Erwartungshaltung durch realwirtschaftliche Daten. Von Januar bis August legte der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe preisbereinigt um drei Prozent zu, die Baugenehmigungen (veranschlagte Baukosten) stiegen im gleichen Zeitraum gegenüber dem Vorjahr um nominal 10,6 Prozent. Gleichzeitig gab es zur Jahresmitte mit 48 Milliarden Euro den höchsten jemals verzeichneten Auftragsbestand. Wie bereits im laufenden Jahr wird es auch 2019 keine großen Wachstumsdifferenzen zwischen den drei Bausparten geben. Sowohl im Wohnungsbau, als auch im Wirtschaftsbau und im Öffentlichen Bau entwickeln sich die Baugenehmigungen, Auftragseingänge und Umsätze relativ gleichgerichtet. Dies sorgt dafür, dass die baukonjunkturelle Entwicklung auf einem breiten Fundament steht. Der Bauaufschwung geht einher mit einer kräftigen Ausweitung der Belegschaften. 2005 verzeichnete das Bauhauptgewerbe den Tiefpunkt seiner Beschäftigung mit rund 705.000 Erwerbstätigen. Im laufenden Jahr werden es im Jahresdurchschnitt voraussichtlich 830.000 sein. Mit einer durchschnittlichen Beschäftigungszunahme von fast zwei Prozent in den vergangenen neun Jahren hat auch das Bauhauptgewerbe zum Beschäftigungsboom in Deutschland beigetragen. Allerdings wird die Luft auf dem Bauarbeitsmarkt immer dünner. In den ersten drei Quartalen 2018 kamen nur noch 1,3 arbeitslose Baufacharbeiter auf eine offene Stelle, bei den Bauingenieuren kamen sogar auf jeden Arbeitslosen zwei offene Stellen. Die Unternehmen des Bauhauptgewerbes weichen daher bereits seit Jahren auf den europäischen Bauarbeitsmarkt aus. Vom ersten Quartal 2009 bis zum ersten Quartal 2018 stieg die Zahl der ausländischen Beschäftigten bei deutschen Baufirmen von 50.000 auf 134.000, der Anteil an den Belegschaften stieg von 7,4 auf 17,1 Prozent. Diese Entwicklung dürfte 2019 weitergehen.
Ansprechpartner: Heinrich Weitz; Tel.: +49 30 2128 6144; E-Mail: heinrich.weitz@bauindustrie.de
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
Baustoff-, Steine-und-Erden-Industrie Das Jahr 2018 ist für die Baustoff-, Steine-und-Erden-Industrie bislang trotz der starken Baukonjunktur etwas verhaltener verlaufen als noch zum Jahresanfang erwartet. Die reale Produktion stagnierte im Zeitraum von Januar bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum (kumuliert: minus 0,1 Prozent). Dabei war insbesondere das erste Quartal mit einem Minus von 3,3 Prozent witterungsbedingt schwach. Im zweiten Quartal erholte sich die Produktion (plus 2,4 Prozent), ehe sie im dritten Quartal erneut leicht nachgab (minus 0,3 Prozent). Bis zum Jahresende erwartet der bbs – ausgehend von den weiterhin positiven Aussichten für die Bauwirtschaft – eine moderat wachsende Produktionsentwicklung, so dass für das Jahr 2018 insgesamt ein Anstieg der Produktion um etwa ein Prozent wahrscheinlich erscheint. Dabei dürften auch Engpässe bei den Transportkapazitäten und begrenzte Verarbeitungskapazitäten etwa im Bauhandwerk dazu beigetragen haben, dass der Nachholeffekt nach dem ersten Quartal 2018 bislang nicht stärker ausgefallen ist. Die insgesamt positiven Erwartungen für dieses Jahr werden flankiert durch die sehr positive Stimmung in der Branche. Der ifo-Geschäftsklimaindex für den Bereich Glasgewerbe, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden bewegt sich auf hohem Niveau; der Saldo der Lagebeurteilungen befindet sich mit rund plus 50 Punkten auf einem Allzeithoch. Der Saldo der Erwartungen für die kommenden sechs Monate ist zwar im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2018 gesunken, konnte jedoch zuletzt wieder zulegen (plus 16 Punkte). Die gute Konjunkturlage macht sich bei der Beschäftigung bemerkbar. Die Zahl der tätigen Personen ist in der Baustoff-, Steine-und-Erden-Industrie von Januar bis August im Vorjahresvergleich um mehr als zwei Prozent gestiegen. Gleichzeitig steigt die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen (Oktober 2018 gegenüber Vorjahresmonat: plus 15 Prozent). Die Kapazitätsauslastung in der Branche ist laut ifo-Institut auf 85 Prozent gestiegen. Damit liegt sie zwar unterhalb des Niveaus im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt, rangiert aber deutlich oberhalb des langfristigen Durchschnitts in der Steine-Erden-Industrie. Der bbs erwartet angesichts der vergleichsweisen hohen Auslastung einen weiteren Anstieg der Investitionstätigkeit. Der Export von Steine-Erden-Gütern hat sich bis einschließlich August 2018 gegenüber dem Vorjahr mit plus 2,5 Prozent positiv entwickelt. Dabei war der Zuwachs vor allem auf den deutlichen Exportanstieg bei Feuerfesterzeugnissen zurückzuführen. Für die Branche insgesamt hat der Außenhandel eine eher untergeordnete Bedeutung, da einige Subsektoren hohe Transportkostenanteile haben und somit die bedarfsnahe Versorgung im Vordergrund steht. Alles in allem liegt der Auslandsanteil am Gesamtumsatz der Steine-Erden-Industrie bei rund 14 Prozent.
Ansprechpartner: Christian Engelke; Tel.: +49 30 7261 999 29; E-Mail: c.engelke@bvbaustoffe.de
Chemieindustrie: Chemiegeschäft kühlt langsam ab Das Geschäftsjahr 2018 verspricht für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie zwar positiv zu Ende zu gehen. Aber die Dynamik nimmt spürbar ab und die Entwicklung innerhalb der Chemie verläuft heterogen. Während die Hersteller von Pharmazeutika auf ein boomendes Geschäft mit deutlichen Produktions- und Umsatzsteigerungen blicken können, verläuft die Entwicklung in den Chemiesparten
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
deutlich verhaltener. Bei Anorganika, Polymeren sowie Wasch- und Körperpflegemitteln lag die Produktion von Januar bis August unter ihrem Vorjahreswert. Die Produktion von Petrochemikalien konnte nur leicht erhöht werden. Einzig die Fein- und Spezialchemikalien erreichten im Vorjahresvergleich noch einmal ein nennenswertes Plus in der Produktion von fast vier Prozent. Dank steigender Preise in der Grundstoffchemie lagen die Erzeugerpreise für chemisch-pharmazeutische Produkte bis einschließlich August um 1,6 Prozent über Vorjahr. Dies führte trotz Produktionsdrosselungen zu Umsatzsteigerungen in nahezu allen Chemiesparten. Insgesamt konnte die Branche bis August ein Umsatzplus von vier Prozent verbuchen. Insbesondere die Geschäfte mit Kunden aus dem Ausland entwickelten sich dabei positiv. Vor diesem Hintergrund zeigen sich die Unternehmen trotz der nachlassenden Dynamik in der Produktion mit der aktuellen Geschäftslage noch überwiegend zufrieden. Ausblick: Bremsspuren nehmen zu Allerdings fällt der Blick in die Zukunft inzwischen deutlich weniger optimistisch aus. Das Chemiegeschäft kühlt immer weiter ab, die wirtschaftlichen Risiken nehmen stetig zu und die Liste der Risikothemen wird länger: Die handelspolitische Konfrontation der USA mit China steuert eher auf eine Eskalation als auf eine Entspannung zu. Der Streit in der EU um den italienischen Staatshaushalt und die schwierigen Brexit-Verhandlungen verunsichern die Marktakteure. Politische Konflikte lassen den Ölpreis weiter steigen. Die zunehmende Verunsicherung der Marktteilnehmer führt zu Investitionszurückhaltung und das „Fahren auf Sicht“. Das bekommt auch die heimische Industrie zu spüren. Das Verarbeitende Gewerbe entwickelte sich sowohl in Deutschland als auch in Europa im bisherigen Jahresverlauf schwach. Die Produktion wurde in vielen wichtigen Kundenindustrien gedrosselt. Vor diesem Hintergrund wird das Inlandsgeschäft ebenso wie das Europageschäft der deutschen Chemie in den kommenden Monaten kaum noch zulegen können. Auch die Aussichten für das Exportgeschäft trüben sich ein. Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA ist zwar gut, aber das Land setzt zunehmend auf Abschottung, was den Handel erschweren dürfte. Die lateinamerikanischen Länder entwickeln sich weiterhin nur verhalten. Die asiatischen Märkte sind zwar nach wie vor ein Wachstumsmotor der Weltwirtschaft, aber der Handelskonflikt und strukturelle Probleme bremsen auch hier die Entwicklung. Unter dem Strich bleibt die Nachfrage nach Chemikalien „made in Germany“ zwar positiv, aber die Dynamik nimmt ab. Für das Gesamtjahr rechnet der VCI weiterhin mit einem Plus bei der Produktion von 3,5 Prozent – gestützt durch die Zuwächse im Pharmabereich. Der Branchenumsatz dürfte bei steigenden Preisen um 4,5 Prozent auf 204 Milliarden Euro steigen. Das Auslandsgeschäft verläuft etwas dynamischer als das Geschäft mit inländischen Kunden.
Ansprechpartnerin: Christiane Kellermann; Tel.: +49 69 2556 1585; E-Mail: ckellermann@vci.de
Deutsche Elektroindustrie: Ordentliches Wachstum im bisherigen Jahresverlauf Die preisbereinigte Produktion der deutschen Elektroindustrie hat ihren Vorjahreswert zwischen Januar und August 2018 um 3,3 Prozent übertroffen. Die nominalen Erlöse stiegen im selben Zeitraum um 3,9 Prozent auf 128,6 Milliarden Euro, wobei Inlands- und Auslandsumsatz nahezu im Gleichschritt wuchsen. Indes stand bei den Auftragseingängen in den ersten acht Monaten des Jahres lediglich ein
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
kleines Plus von 0,5 Prozent zu Buche. Während Kunden aus dem Inland 4,2 Prozent weniger orderten als ein Jahr zuvor, konnten die Bestellungen aus dem Ausland um 4,5 Prozent zulegen. Allerdings hatte es im Vorjahr viele Großaufträge gegeben, sodass hier Basiseffekte zum Tragen kommen. Die Kapazitätsauslastung in der heimischen Elektroindustrie lag zu Beginn des vierten Quartals 2018 bei 87,7 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung und damit knapp vier Prozentpunkte über ihrem langjährigen Mittel. Die Reichweite der Auftragsbestände betrug zuletzt ebenfalls überdurchschnittliche 3,3 Produktionsmonate. Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Elektroindustrie hat sich aktuell auf 885.000 erhöht und damit den höchsten Stand seit September 2001 erreicht. Allein im laufenden Jahr wurden bislang rund 17.000 zusätzliche Stellen geschaffen. Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie signalisiert nach wie vor eine zufriedenstellende Lagebeurteilung. Allerdings sind die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate im Oktober erstmals seit knapp vier Jahren per Saldo wieder in den negativen Bereich gerutscht. Alles in allem sollte sich die gute Branchenkonjunktur auch im weiteren Jahresverlauf – wenn auch moderater − fortsetzen können. Der ZVEI erwartet für das Gesamtjahr 2018 ein preisbereinigtes Produktionswachstum von drei Prozent. Der neuesten ZVEI-Konjunkturumfrage zufolge rechnen mehr als 80 Prozent der Branchenunternehmen auch für 2019 mit einem Umsatzwachstum von über zwei Prozent. Elektroexporte steuern erneut auf Rekordwert zu Die Exporte der deutschen Elektroindustrie, die (inkl. Re-Exporten) im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 199,5 Milliarden Euro gestiegen waren, haben ihren Wachstumskurs im bisherigen Jahresverlauf 2018 mit etwas reduziertem Tempo fortgesetzt. In den ersten acht Monaten des Jahres stiegen sie um 4,9 Prozent gegenüber Vorjahr auf insgesamt 136,2 Milliarden Euro. Die Ausfuhren in das wichtigste Abnehmerland China übertrafen ihren Vorjahreswert zwischen Januar und August 2018 um 12,4 Prozent und erreichten 13,9 Milliarden Euro. Die Lieferungen in die USA – der Nummer zwei im Abnehmerranking der Branche – konnten mit plus 0,7 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro bislang nur geringfügig zulegen. Die Ausfuhren nach Frankreich auf Position drei stiegen bis August um 2,2 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Die Exporterwartungen der deutschen Elektrounternehmen zeigen nach wie vor keine klare Tendenz. Im Oktober verschlechterten sie sich zwar den zweiten Monat in Folge leicht. Per Saldo befinden sie sich aber weiter im positiven Bereich. Der ZVEI geht davon aus, dass die Elektroexporte für das Gesamtjahr 2018 den nunmehr fünften Rekordwert in Folge markieren werden, sofern die aktuell zahlreichen weltwirtschaftlichen Risiken, wie beispielsweise die globalen Handelskonflikte oder die BrexitAuswirkungen, beherrschbar bleiben.
Ansprechpartner: Jochen Schäfer; Tel.: +49 69 6302 332; E-Mail: schaeferj@zvei.org
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
Gießerei-Industrie noch im unruhigen Fahrwasser der WLTP Probleme Bei den deutschen Gießereien zeigt sich die Stimmungslage Ende Oktober heterogener als vor einem halben Jahr. Mehr als die Hälfte der Unternehmen stuft den Status Quo als gut ein. Allerdings hat der Anteil der Gießereien auch zugenommen, welche die Lage eher als schlecht bewerten. Fügt man das Bild der Kapazitätsauslastung hinzu, wird deutlich, dass die Spätphase des Konjunkturzyklus in Sicht scheint. Die Auslastung verharrt rechnerisch bei knapp 90 Prozent. Signale aus einzelnen Bereichen des Maschinenbaus bestätigen in gussintensiven Sektoren, dass die Dynamik der Ordereingänge nachlässt. Aktuell sind die Gießereien aber eher damit beschäftigt die 2018er Auftragswelle zu bewältigen. Schwieriger sieht es m Fahrzeugbauguss aus. Der Bereich Nutzfahrzeuge läuft auf Höchstniveau wohingegen bei den Gießereien mit Zulieferschwerpunkt Pkw die Verunsicherung durch die WLTP Probleme sehr stark ist. Vorproduktion, verzögerte Abrufe und kaum abschätzbare Kurzfristperspektiven prägen das Bild. Eine Normalisierung bis Jahresende bleibt zu erhoffen. Die Produktion von Gusskomponenten insgesamt stieg in den ersten acht Monaten 2018 um fast sechs Prozent Demgegenüber ergibt sich kalender- und saisonbereinigt für die letzten drei Monate zur Vorperiode ein Minus von mehr als zwei Prozent. Dies spiegelt u.a. die WLTP Probleme wieder. Eisenund Stahlguss konnten bedingt durch einen höheren Anteil der Maschinenbauzulieferung höhere Wachstumsraten einfahren als der Leichtmetallguss. In knapp 600 Unternehmen (BDG Erhebung) sind aktuell rund 80.000 Personen beschäftigt. Neueinstellungen werden unverändert nur begrenzt mit deutlichem Augenmaß vorgenommen. Teils ist es allerdings auch extrem schwierig geworden Fachkräfte zu finden. Bei der Erwartungshaltung auf Sicht der nächsten sechs Monate hat es eine spürbare Abschwächung gegeben (Stand Oktober 2018). Fast ein Drittel der Gießereien stellt sich auf eine Verschlechterung der allgemeinen Geschäftslage ein. Vor dem Hintergrund von schwelenden Handelskonflikten USA/China/EU sowie der ungelösten Brexit Frage ist dies nicht überraschend. Für das Gesamtjahr 2018 wird die Gussfertigung sicherlich ein spürbares Plus ausweisen. Im kommenden Jahr 2019 bestehen eher limitierte Chancen. Exportchancen von Gusskomponenten zeigen sich grundsätzlich positiv Die Exportquote der Gießereien liegt bei ca. einem Drittel direkter Ausfuhren. Inklusive indirekten Exports über die Hauptkundenbranchen erreichen über 80 Prozent der Gusskomponenten ihre Endverwendung im Ausland. Der indirekte Export über den deutschen Fahrzeug- und Maschinenbau bildet einen großen Hebel. Limitierende Effekte ergeben sich langfristig aus Verlagerungstendenzen bei den Fahrzeugbau OEMs. Kurzfristig legen die größten Unsicherheiten in den Handelskonflikten sowie der ungewissen Zukunft im innereuropäischen Handel (Brexit).
Ansprechpartner: Heiko Lickfett; Tel.: +49 211 6871 214; E-Mail: heiko.lickfett@bdguss.de
Glasindustrie weiter auf Wachstumskurs Die konjunkturelle Entwicklung der Glasindustrie verlief auch im bisherigen Jahr 2018 außerordentlich positiv. Der kumulierte ifo-Geschäftsklimaindex für den Zeitraum Januar bis Oktober 2018 für die Glasindustrie stieg um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies deckt sich annähernd mit den
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Industriebericht | Industrieproduktion und Handel nach Branchen 14/11/2018
Daten des statistischen Bundesamtes, die für den Zeitraum Januar bis einschließlich August 2018 vorliegen. Danach nahm der Umsatz der Gesamtbranche um 4,4 Prozent zu, wobei die Wachstumsimpulse überwiegend aus dem europäischen Ausland kamen. Der gesamte Auslandsumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent, wobei 11,9 Prozent der Steigerung aus dem Umsatz mit der EURO-Zone resultieren, während die Nicht-Euro-Zone eine Steigerung um 7,5 Prozent beitragen konnte. Das Inland entwickelte sich leicht positiv aber wesentlich schwächer als das Ausland. Das Inlandsgeschäft konnte einen Zuwachs um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Von der stabilen konjunkturellen Lage profitierten nahezu alle Branchen der Glasindustrie, insbesondere die Herstellung von Flachglas sowie die Hohlglasindustrie (Behälterglas und Wirtschaftsglas) und Spezialglasindustrie. Leicht negativ lief die Entwicklung bei der Flachglasveredelung und der Herstellung von Verstärkungs-Glasfasern und Glaswolle. Die Zahl der Beschäftigten nahm im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent zu. Der positive Auslandsumsatz der Gesamtbranche findet sich ebenfalls im Außenhandelsergebnis wieder. Der Handel mit Glas und Glaswaren erwirtschaftete in den ersten acht Monaten des Jahres 2018 einen Exportüberschuss von 708.400 Tonnen bzw. 860 Millionen Euro. Die Exporte nahmen um 4,2 Prozent bei der Tonnage bzw. um 4,5 Prozent beim Warenwert zu. Auch die Importe konnten eine Zunahme bei der Tonnage um 2,8 Prozent und im Warenwert um 1,9 Prozent verzeichnen. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich für die Glasindustrie weiterhin ein sehr stabiles und positives Bild. Sorgen bereiten allerdings die stark gestiegenen Energie- und EmissionshandelszertifikatsPreise, die die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Glasindustrie beeinträchtigen können.
Ansprechpartner: Dr. Johann Overath; Tel.: +49 211 4796 134; E-Mail: overath@bvglas.de
Keramische Industrie Das bisherige Jahr 2018 verläuft für den größten Teilbereich der Feinkeramischen Industrie als Ganzes, der Technischen Keramik, bisher sehr erfreulich. Sowohl Inland als auch Ausland fragen fleißig Güter der Technischen Keramik nach, sodass die bisherigen Umsatzzahlen (Stand: August 2018) um 8,6 Prozent oberhalb der Vergleichsperiode des Vorjahres liegen. Gleichzeitig sind die Absatz- und Produktionszahlen jedoch deutlich rückläufig, was darauf schließen lässt, dass es zu Verschiebungen der Nachfrage hin zu bestimmten, werthaltigen Produkten kommt. Während sich verschiedene Bereiche, wie etwa die Medizintechnik, auf stetigem Wachstumskurs befinden, sind andere mit Rückgängen konfrontiert. Bis zum Jahresende wird sich der positive Trend der Technischen Keramik weiter fortsetzen, da die Auftragsbücher gut gefüllt sind. Insbesondere aus dem Ausland sind zuletzt 20 Prozent mehr Aufträge vorhanden als im Vergleichszeitraum. Trotz hoher Beschäftigung, steigender Einkommen und hoher staatlicher und privater Konsumausgaben profitieren unsere Konsumgüterhersteller aus der industriellen Geschirr- und Zierporzellanbranche derzeit nicht von der guten konjunkturellen Lage der deutschen Wirtschaft. Die bisherigen Umsatzzahlen liegen um 6,1 Prozent hinter dem Vorjahresvergleichswert. In ähnlichem Maße entwickelt sich die Produktion. Der Auftragseingang befindet sich ebenfalls im roten Bereich, wobei aus dem Ausland
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weniger Nachfrage stammt als aus dem Inland. Mit einer schnellen Trendumkehr bis zum Jahresende ist daher eher weniger zu rechnen. Die Geschirrmanufakturen liegen bisher mit zwei Prozent leicht hinter dem Vorjahreswert. Während sich das Inlandsgeschäft robust entwickelt, schwächelt hingegen das Exportgeschäft. Anders als bei den industriellen Geschirrherstellern entwickeln sich die Auftragszahlen relativ gut, sodass sich die Umsatzzahlen bis zum Jahresende noch positiv weiterentwickeln könnten. Insbesondere aus dem schwächelnden Auslandsgeschäft kamen zuletzt wieder vermehrt Impulse. Die Feinkeramische Industrie als Ganzes entwickelt sich im Jahr 2018 daher sehr heterogen. Der Gesamtumsatz liegt bisher um 4,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Dies geht allerdings allein auf die sehr gute Entwicklung im Bereich der Technischen Keramik zurück. Die übrigen feinkeramischen Branchen sind mit schwacher Nachfrage konfrontiert und profitieren nicht von der weiterhin robusten Konjunktur der deutschen Wirtschaft.
Ansprechpartner: Philipp Pickelmann; Tel.: +49 9287 808 25; E-Mail: pickelmann@keramverband.de
Maschinenbau bleibt auf Wachstumskurs In den ersten acht Monaten des Jahres hat die Produktion im Maschinenbau ihr Vorjahresniveau preisbereinigt um 3,2 Prozent übertroffen. Damit konnte sich das Wachstum zwar fortsetzen. Doch es ist nicht sicher, ob die Prognose von fünf Prozent Plus für 2018 erreicht werden kann. Die gute Auftragslage spricht zwar eindeutig dafür. Aber die Produktion wird durch Engpässe behindert. So lag die Kapazitätsauslastung des Maschinenparks im Oktober bei 90,5 Prozent und jeder zehnte Maschinenbauer klagte über zu knappe technische Kapazitäten. Weitaus gravierender wirken jedoch zwei andere Faktoren: Mehr als ein Viertel der Unternehmen leiden – ebenfalls Stand Oktober 2018 – unter einem Mangel an Arbeitskräften und etwa ebenso viele unter Materialengpässen. Als Konsequenz aus dem erstgenannten Engpass werden in zwei Drittel der Unternehmen mehr Überstunden gefahren als betriebsüblich. All diese Knappheiten tragen dazu bei, dass die Produktion nicht so stark steigen kann, wie es die aktuelle Auftragslage eigentlich erfordern würde. Dennoch gehen die VDMA-Volkswirte davon aus, dass sich die Lücke zu den erwarteten fünf Prozent Plus bis zur Jahreswende noch verkleinern, wenn nicht sogar ganz schließen lässt. Exporte wachsen auf breiter regionaler Basis Nach wie vor ist die Maschinenausfuhr auf Wachstumskurs, auch wenn das Tempo inzwischen ein wenig nachgelassen hat. Insgesamt errechnet sich für die ersten acht Monate des Jahres ein Exportplus von nominal 4,5 Prozent. Die Lieferungen nach China, dem inzwischen wieder größten Auslandsmarkt der deutschen Maschinenbauer, stiegen um mehr als zwölf Prozent. Hier werden die Exporte durch die Lockerung der Geld- und Fiskalpolitik sowie durch das Programm „Made in China 2025“ stimuliert. Die Ausfuhren in die USA profitieren zunehmend von den günstigen Abschreibungsbedingungen und kommen im Durchschnitt der ersten acht Monate auf ein Plus von sieben Prozent gegenüber Vorjahr. Allein im Zeitraum von Juni bis August stiegen die Exporte in die USA um mehr als zehn Prozent. Etwas weniger dynamisch entwickelten sich die Lieferungen in die EU-Partnerländer. Hier
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steht vorläufig ein Plus von gut drei Prozent in den Büchern. Allerdings wird diese Zahl üblicherweise noch stark nach oben revidiert. Zwei Prozent Produktionsplus für 2019 Für das kommende Jahr rechnen die VDMA-Volkswirte mit einem realen Produktionsplus von zwei Prozent. Die Weltwirtschaft dürfte 2019 langsamer wachsen und die konjunkturellen Risiken haben zugenommen. Zu diesen zählen auch der Zollstreit zwischen den USA und China, der Brexit und die Situation in Italien. Dennoch kann der Export in die Summe zumindest moderat weiterwachsen. Auch das Inlandsgeschäft wird sich positiv entwickeln. Die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute gehen nach aktuellem Stand mindestens von einem Plus zwischen zwei und mehr als drei Prozent aus. Der Maschinenbau sollte daran angemessen partizipieren können. Viele Bereiche der Wirtschaft leiden unter Engpässen beim Personal. Da der Maschinenbau erstklassige Automatisierungslösungen anbietet, dürfte das entsprechende Impulse für den Auftragseingang geben. Des Weiteren wird die Wachstumsprognose dadurch untermauert, dass die Auftragsreichweiten aktuell bei 8,6 Monaten liegen. Viele Aufträge reichen also weit ins Jahr 2019 hinein. Und alles, was dieses Jahr nicht mehr gefertigt werden kann, schlägt sich dann in der Produktion im kommenden Jahr nieder.
Ansprechpartner: Olaf Wortmann; Tel.: +49 69 6603 1373; E-Mail: olaf.wortmann@vdma.org
Nichteisen-Metallindustrie Die deutsche Nichteisen(NE)-Metallindustrie blickt vorsichtig optimistisch ins Jahr 2019. Im ersten Halbjahr 2018 erwirtschaftete die Branche mit 110.000 Beschäftigten in 654 Unternehmen eine Produktion von 4,3 Millionen Tonnen (minus 0,6 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum). Der Umsatz lag bei 27 Milliarden Euro. 54 Prozent des Umsatzes wurden im Inland erzielt, dem größten Absatzmarkt. Die Branche setzt sich zusammen aus den Wertschöpfungsstufen Erzeugung (Rohmetall), Halbzeug (Bänder, Bleche, Stangen, Profile, Rohre und Drähte), Weiterverarbeitung (Folien, dünne Bänder, Tuben, Aerosol-, sonstige Dosen und Pulver), Guss und Feuerverzinkung. Die Aluminiumindustrie produzierte in den ersten sechs Monaten 2018 etwa 667.000 Tonnen Rohaluminium, ein Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Aluminiumhalbzeugindustrie wies einen geringfügigen Produktionsanstieg auf 1,3 Millionen Tonnen aus. Die Fertigung der Aluminiumweiterverarbeitung verzeichnete dagegen ein Minus von einem Prozent auf 176.000 Tonnen. In der Buntmetallindustrie (Kupfer, Zink, Blei, Nickel und Zinn) sank die Produktion der Rohmetallerzeuger im selben Zeitraum um sechs Prozent auf 621.000 Tonnen. Die Hersteller von Buntmetallhalbzeug wiesen hingegen eine stabile Fertigung von 955.000 Tonnen aus. Die NE-Metallgießerei-Industrie stellte im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 636.000 Tonnen Gussteile her, ein Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die aktuelle Nachfragedelle aus der Automobilindustrie wird durch die dynamische Entwicklung in der Bau-, Elektrotechnik-, Elektronikindustrie und im Maschinenbau insgesamt kompensiert, sodass die NE-Metallindustrie für 2018 immerhin eine stabile Produktion auf dem Vorjahresniveau erwartet.
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Die Lieferungen in den bedeutendsten Exportmarkt Großbritannien sanken erstmals deutlich Der Auslandsumsatz der NE-Metallindustrie lag im ersten Halbjahr 2018 bei zwölf Milliarden Euro. Das entsprach einer Exportquote von 46 Prozent. Deutschland ist nicht nur Nettoimporteur von Erz und Konzentrat, sondern auch von Rohmetall und andererseits Nettoexporteur von Halbzeug. Das heißt, es wird deutlich mehr Rohmetall importiert als exportiert. Hier spiegelt sich die Abhängigkeit der deutschen Industrie von Einfuhren einiger Rohmetalle wie Aluminium, Nickel, Zink, Zinn und etlicher Seltenmetalle aus dem Ausland wider. Der Import von Rohmetall sank im ersten Halbjahr 2018 um zwei Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres auf 2,1 Millionen Tonnen. Der Rohmetallexport ging um sieben Prozent auf 441.000 Tonnen zurück. Die exportstarke Halbzeugindustrie profitierte von einer drei Prozent höheren Auslandsnachfrage in Höhe von 1,7 Millionen Tonnen. Dem stand eine Einfuhr von 1,1 Millionen Tonnen gegenüber (plus ein Prozent). Die gesamte Branche sieht die weltweit zunehmenden protektionistischen Entwicklungen mit Sorge. Diese führen bereits zu Marktverzerrungen. Großbritannien blieb im ersten Halbjahr 2018 nach dem Inland der zweitgrößte Absatzmarkt und gleichzeitig der wichtigste Exportmarkt für die deutsche NE-Metallindustrie. Elf Prozent der Ausfuhren von Rohmetall und Halbzeug wurden dorthin geliefert. Erstmals seit dem BrexitVotum gingen die Branchenexporte nach Großbritannien deutlich zurück (minus zwölf Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten 2017). Die Vereinigten Staaten folgten im selben Zeitraum als wichtigster außereuropäischer Markt auf Platz zehn im Exportländerranking. Vier Prozent der Exporte von Rohmetall und Halbzeug wurden dorthin geliefert. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten stiegen im ersten Halbjahr 2018 um elf Prozent im Vorjahresvergleich auf 81.000 Tonnen. Etwa die gleiche Menge lieferte die deutsche NE-Metallindustrie an inländische Abnehmerindustrien, die ihrerseits in die Vereinigten Staaten exportierten.
Ansprechpartner: Oliver Eisenberg; Tel.: +49 30 7262 071 67; E-Mail: eisenberg@gdb-online.org
Lage der Stahlindustrie im Oktober 2018 Die bislang lebhafte allgemeine Konjunktur stützt die Stahlnachfrage in Deutschland. Die Marktversorgung wird 2018 voraussichtlich das hohe Vorjahresniveau in etwa halten können und erneut bei einem Wert von rund 41 Millionen Tonnen Walzstahl auskommen. Allerdings liegt im bisherigen Jahresverlauf bis September die Rohstahlproduktion auf Jahressicht noch um drei Prozent unter dem Vorjahreslevel. 2017 ist die Produktion um drei Prozent auf 43,3 Millionen Tonnen gestiegen. Die Rahmenbedingungen im Stahlaußenhandel bleiben herausfordernd. Sorge bereitet der zunehmende Protektionismus. Im Fokus stehen aktuell die US-Maßnahmen im Rahmen der Section 232. Die deutschen Stahl-Ausfuhren in die USA fielen im bisherigen Jahresverlauf um zehn Prozent. Zudem zeigt sich immer deutlicher, dass die befürchteten Umleitungseffekte auf den EU-Markt durch die USHandelspolitik inzwischen Realität geworden sind. Während die US-Stahlimporte in den ersten acht Monaten um zehn Prozent fielen, sind in der Europäischen Union die Drittlandimporte (also aus Staaten außerhalb der Union) im gleichen Zeitraum um zwölf Prozent angestiegen. Deutlich zugelegt haben insbesondere die Lieferungen aus Russland und der Türkei in die EU.
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Die strukturellen Probleme auf dem globalen Stahlmarkt sind weiter ungelöst: Die globalen Überkapazitäten liegen laut OECD bei über 500 Millionen Tonnen. Zudem wird der Wettbewerb durch eine Vielzahl an Subventionen verzerrt. Das Globale Stahlforum bei der G20 hat bislang noch keinen Durchbruch erreichen können.
Ansprechpartner: Dr. Martin Theuringer; Tel.: +49 211 6707 105; E-Mail: Martin.Theuringer@wvstahl.de
Stahl- und Metallverarbeitung: Produktion wächst in drei Quartalen 2018 um 3,2 Prozent Das Im dritten Quartal des Jahres 2018 haben die Stahl und Metall verarbeitenden Unternehmen in Deutschland ihre Produktion um 2,5 Prozent über das Vorjahresniveau gesteigert. Gegenüber dem zweiten Quartal 2018 ist die Ausbringung allerdings um 1,1 Prozent zurückgegangen. Im Verlauf des Jahres nehmen die Wachstumsraten kontinuierlich ab und liegen nach neun Monaten kumuliert bei 3,2 Prozent. Da die Auftragseingänge aktuell von Sondereffekten in der größten Kundenbranche beeinflusst sind, dürfte das Erreichen der Prognose von plus vier Prozent mehr als herausfordernd sein. Mit dem leichten Produktionsrückgang vom zweiten zum dritten Quartal ist auch die Auslastung der Anlagen um einen Prozentpunkt auf 87,3 Prozent gesunken. Trotzdem ist die Stimmung in der Branche entgegen dem Trend in der gesamten Industrie positiv: Erstmals im Jahresverlauf hat sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verbessert (plus 2,7 Saldenpunkte). Zudem verfestigt sich der Aufwärtstrend bei den Erwartungen für die kommenden sechs Monate (plus 3,3 Saldenpunkte). Die hohen konjunkturellen Risiken (Handelspolitik, Brexit, Italien) und die WLTP-Turbulenzen in der Fahrzeugindustrie erschweren zwar die Planungen der Unternehmen, angesichts der weiterhin stabilen Nachfrage aus anderen Industriesektoren und der Erwartung, dass sich die Produktion der Automobilhersteller mittelfristig wieder normalisiert, geht man dennoch vorsichtig optimistisch in das Schlussquartal. Die Auftragseingänge haben im September um rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreswert nachgegeben, sowohl im In- wie im Ausland. Dadurch rutscht das Nachfrageniveau nach neun Monaten mit minus 0,3 Prozent knapp unter das Vorjahresniveau. Auch auf Quartalssicht haben sich die Auftragseingänge abgeschwächt, 3,3 Prozent unter Vorjahres- und 4,4 Prozent unter Vorquartal. Dagegen hat sich der Umsatz zwar gegenüber dem Vorquartal um zwei Prozent abgeschwächt, liegt jedoch 1,3 Prozent über dem dritten Quartal 2017. Auf Jahressicht expandierten die Lieferungen insgesamt um drei Prozent, wobei die inländischen Lieferungen mit plus 3,6 Prozent stärker gewachsen sind als die Exporte (plus 1,8 Prozent). Die Beschäftigtenzahl liegt nach acht Monaten um 3,6 Prozent über der im August 2017, das entspricht rund 13.300 Arbeitsplätzen alleine bei den Betrieben mit mindestens 50 Mitarbeitern. Allerdings wird es für die mittelständischen Unternehmen im Wettbewerb mit Konzernen immer schwieriger, Arbeitskräfte zu rekrutieren.
Ansprechpartner: Holger Ade; Tel.: +49 233 1958 821; E-Mail: hade@wsm-net.de
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Textil- und Bekleidungsindustrie Das Jahr 2018 verlief bisher nicht zufrieden stellend. Per August liegen die Umsätze um 1,2 Prozent unter denen des Vorjahres. Insbesondere der Bekleidungsumsatz ist mit einem Minus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum rückläufig. Dafür sind zum einen saisonale Besonderheiten verantwortlich, da der verzögerte Sommerbeginn, gefolgt von einer einmalig warmen und langen Hitzeperiode, die Einzelhandelszahlen deutlich nach unten drückte. Vom guten Konsumklima 2018 konnte zwar der Einzelhandel insgesamt profitieren (er legte bis August um 3,1 Prozent zu), nicht jedoch der Bekleidungseinzelhandel, der 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verlor. Die Frühindikatoren des Einzelhandels zeigen keine klare Trendwende zum Ende des Jahres. Der Textilumsatz legt dem gegenüber in den ersten acht Monaten 2018 leicht um 0,4 Prozent zu. Ein wesentlicher Grund für dieses nur magere Ergebnis ist, dass die Umsatztreiber der Vergangenheit im Segment der technischen Textilien im laufenden Jahr bisher rückläufig sind. Die Unternehmen der Branche leiden derzeit stark unter den Rohstoffpreisen, die auf breiter Front steigen, nicht nur der Rohölpreis ist 2018 um zweistellige Raten gestiegen, in der Folge verteuerten sich auch nahezu sämtliche wichtigen Rohstoffe wie z.B. Kunstfasern, Garne und Gewebe sowie Farbstoffe überdurchschnittlich stark. Die Erzeugerpreise für textile Produkte bewegten sich hingegen kaum, so dass sich viele Unternehmen einem hohen Preis- und Margendruck ausgesetzt sehen. Die Bedeutung des Auslandsumsatzes ist mit über 40 Prozent in beiden Teilsegmenten hoch – mit steigender Tendenz. Auch bei der Beschäftigung spiegelt sich die unterschiedliche Lage der Segmente wider: Während Textil im Jahresdurchschnitt bisher um 1,3 Prozent zulegen konnte, waren bei Bekleidung 3,8 Prozent weniger Menschen angestellt. Insgesamt ging die Beschäftigung damit um 0,4 Prozent leicht zurück. Die Exporte entwickelten sich dem gegenüber erstaunlich positiv, was an außerordentlichen Steigerungen bei Bekleidung mit einem Plus von 10,1 Prozent liegt; hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass ein großer Teil der Steigerungen auf eine rein statistisch begründete Veränderung in der Erfassung zurückzuführen ist. Textil konnte mit plus 0,6 Prozent die Exporte nur geringfügig steigern. Der mit Abstand wichtigste Auslandsmarkt bleibt die EU, das einzige rückläufige Partnerland ist UK. Die Erwartungen der Unternehmen in der Textil- und Bekleidungsindustrie sinken – ähnlich wie in der Industrie insgesamt – seit den Höchstständen Anfang des Jahres kontinuierlich ab. Der Trend der konjunkturellen Abkühlung scheint sich zu verfestigen, zumal auch andere Frühindikatoren wie die Auftragslage derzeit nicht auf eine grundsätzliche Trendwende hindeuten.
Ansprechpartner: Marcus Jacoangeli; Tel.: +49 30 7262 2024; E-Mail: mjacoangeli@textil-mode.de
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Quellenverzeichnis BDI (2018). Länderbericht USA. Die USA vor den Midterms. Die Agenda Trumps – erfolgreiche Wirtschaftspolitik oder Risiko für die Weltwirtschaft? Berlin. 1. November.
Impressum Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) Breite Straße 29 10178 Berlin T: +49 30 2028-0 www.bdi.eu Autor Thomas Hüne T: +49 30 2028 1592 t.huene@bdi.eu Redaktion / Grafiken Dr. Klaus Günter Deutsch T: +49 30 2028 1591 k.deutsch@bdi.eu Marta Gancarek T: +49 30 2028 1588 m.gancarek@bdi.eu
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