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DESIGN SCHAU!

105 EVENTS FÜR DESIGN LOVERS vom 9. bis 17. März 2019 Das detaillierte Programm der DESIGN SCHAU! unter anderem mit Ausstellungen, Vernissagen, Aktionen, Workshops, Designmarkt, Führungen ab Seite 82

Das Magazin

MÜNCHNER GESCHICHTEN

Großes Theater für Volk und Vieh!

Vom 70er-Jahre Kult zum rasanten Wandel im Dreimühlen-/Viehhofviertel

GESUND(HEIT) GESTALTEN Natürlich und partizipativ: Biophilic Design in München

SPAZIERGÄNGE MIT KAKADU Überraschende Entdeckungen zum Schlüsselbild der MCBW

Design connects!


Innovation. Neu definiert.

steelcase.com/eu-de/produkte/arbeitsstuhle/silq/

U2  MAGAZIN

©2018 Steelcase Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die hier verwendeten Markennamen sind Eigentum von Steelcase Inc. bzw. ihrer jeweiligen Inhaber.

SILQ


EDITORIAL

Findet mich das Auto?

Wie anders werden unsere Fragen schon in wenigen Jahren sein, wenn Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Blockchain, Automatisierung und Robotik unser Zusammenleben und -arbeiten revolutionär verändert haben? Wie wird es sich anfühlen beim Einsteigen? Versteht der Sprachassistent, wohin ich ­wirklich will? Neben den technischen ­Herausforderungen für Ingenieure und Programmierer werden die Aufgaben für Designerinnen und Designer immer ­komplexer, um diese neue Welt intuitiv zugänglich zu machen.

Dies ist nur eines von vielen Themen der 8. Münchner Designwoche MUNICH ­CREATIVE BUSINESS WEEK (MCBW) vom 9. bis 17. März 2019. Mit dem DESIGN SCHAU! Magazin wollen wir Lust machen, in die ganze Bandbreite krea­ tiven ­Schaffens einzusteigen – und zu erleben, warum gerade München und Bayern als Designstandort durch die gelungene ­Verbindung von Business und Design so erfolgreich sind. Dabei wagen wir u. a. den Blick zurück zur (Architektur-) Moderne der 1970er-Jahre (Seite 4 und 76) und nach vorne zu den Menschen, die ganz konkret an der Nutzung von künst­ licher Intelligenz arbeiten (Seite 19). Ab Seite 82 haben wir das detaillierte Programm der DESIGN SCHAU! für

Design Lovers zusammengestellt, mit mehr als 150 über die ganze Stadt ver­ teilten Events, Ausstellungen, Aktionen und ­Aktivitäten. Mehr dazu und auch zu ­CREATE BUSINESS!, dem zweiten Programm­bereich der MCBW, für ­Professionals, findet sich online unter www.mcbw.de. Magazine wie auch Zeitungen sind Zeit-­ Schriften im Wortsinn. Sie bilden Gegenwart ab und gestalten sie zugleich mit (siehe auch Seite 80). Als Designpublikation der besonderen Art nutzt auch diese Ausgabe der DESIGN SCHAU! wieder die hochaktuellen Fonts einer auf Editorial Design spezialisierten Type Foundry (Seite 58) – herzlichen Dank an Commercial Type für die Bereitstellung der gesamten Schriftenbibliothek! Und ebenso an die Druckerei Eversfrank und den Papierhersteller UPM für ihre Unterstützung. All dies ist ganz im Sinne des Leitmotivs der MCBW: Design connects! Design verbindet – Menschen untereinander, den Menschen mit der Technik, das Analoge mit dem Digitalen, Ästhetik mit Funktion genauso wie das Praktische und das Sinnliche! Boris Kochan Chefredaktion

Extrem anpassungsfähig, sozial, kommunikativ und kreativ: der Kakadu! In Kombination mit der Tasse interpretiert er augenzwinkernd das Leitmotiv der MCBW: Design connects! Mehr dazu ab Seite 11.


Inhalt

4

GEBAUTE UTOPIEN 70er-Jahre-Kult in Schwabing

 O LEBT KÜNSTLICHE 19 W INTELLIGENZ IN MÜNCHEN? Vier kluge Köpfe, viermal KI

25

UNSER TÄGLICH BROT GIB UNS HEUTE … Ein Perspektivwechsel

WIDER DIE MODERNE? Mode in Zeiten der Digitalisierung: Barbara Vinken im Gespräch

45  DER MÜNCHNER MODEPREIS 2018 Designtalente überzeugen mit Social Branding und Nachhaltigkeit

11

SPAZIERGÄNGE MIT KAKADU Überraschende Entdeckungen zum Schlüsselbild der MCBW

40

30

48

GESUND(HEIT) GESTALTEN Natürlich und partizipativ: Biophilic Design in München

WO SICH SCHÖNHEIT, GESTALTUNGSWILLE UND INNOVATIONSLUST BEGEGNEN Landkreis Miesbach – Partnerregion der MCBW 2019

58  DIE MASSSCHNEIDER DES GESCHRIEBENEN WORTS Paul Barnes und Christian Schwartz von Commercial Type im Porträt 2  DESIGN SCHAU! Das Magazin


62 D  YNAMISCH UND DIGITAL Die Druckerei Eversfrank

64

GROSSES THEATER FÜR VOLK UND VIEH Rasanter Wandel im Dreimühlen-/Viehhofviertel

74 M ÜNCHNER LIEBLINGSORTE Münchner Kreativschaffende verraten ihre Lieblingsplätze

82 PROGRAMM DESIGN SCHAU! 2019 Das detaillierte Programm der DESIGN SCHAU! – unter anderem mit Ausstellungen, Vernissagen, Aktionen, Workshops, Designmarkt und Führungen

84

MCBW FORUM DESIGNKINO, Ausstellung, und Infopoint – in der Hochschule für Fernsehen und Film München

86

MCBW START UP Workshops und Coachings im Programmbereich CREATE BUSINESS! für Professionals der MCBW 2019

88 M  CBW MEETS IHM Ausstellung „Lebenswelten der Zukunft“

101

VERANSTALTUNGEN Alle Events der DESIGN SCHAU! vom 9 – 17 MAR im Überblick

68

VON ANGESICHT ZU ANGESICHT Neue Formen der Erinnerung – München und seine NS-Geschichte

128 Impressum DESIGN SCHAU! Das Magazin 3


Das Yellow Submarine: Querschnitt des U-Boot-Clubs mit seinen ikonischen Haifischbecken.

MÜNCHNER GSCHICHTEN

70er-Jahre-Kult in Schwabing Text: Joachim Goetz

M 

ünchens Architektur soll experimenteller und spektakulärer werden, fordern viele. Ein Blick zurück in die 60er- und 70er-Jahre zeigt, dass es das schon mal gab. Man baute, was das Zeug hielt, faszinierende und weniger faszinierende Objekte, die sich tief ins Stadtbild eingruben. Dazu verblüffte die Subkultur mit einigen – auch gestalterisch – unvergessenen Locations. Vieles davon ist verloren gegangen, einiges hat sich erhalten. Wir begeben uns in die Vergangenheit – um einen neuen Blick auf die Potenziale von heute zu gewinnen. Eine Welt voller Visionen: Superstudio, eine avantgardistische Architektengruppe aus Florenz, wollte den Grand Canyon mit Glas überdachen. Der Münchner Architekt Günther Eckert träumte von einer weltumspannenden, transparenten Röhre, die Platz für eine überdimensionale WG von Milliarden Menschen bieten würde. Die Londoner Gruppe Archigram schlug „Walking Cities“

4  DESIGN SCHAU! Das Magazin

vor, wandernde Städte, die wie Schafe auf der Weide den Untergrund abgrasen und dann weiterziehen. Das alles blieb Utopie. Aber in München baute man – besonders in und um Schwabing – oft visionär. Die modernste, sauberste U-Bahn hierzulande, eine der ersten bundesdeutschen Fußgänger­ zonen und schließlich das die Welt betörende Olympiadach, globale Speerspitze der Architektur dieser Epoche. Zusammen mit dem Olympiapark und seinen Originalbauten sollte es längst dem Weltkulturerbe zugeschlagen werden – solange es noch unbeschadet dasteht (siehe dazu auch die ­Münchentipps auf Seite 76). Im Wegmachen und Abreißen sind die Münchner nämlich auch nicht zimperlich. Überhaupt war München in Sachen Architektur damals (fast) so experimentierfreudig wie Berlin. Das kreative Schwabing war ein guter Nährboden dafür, da es zumindest in Ansätzen noch ein spleenig-widerständiges (Künstler-)Viertel war – mit dem legendären


Schwabinger Lebensgefühl. Man realisierte Schwimm­b ecken, einer multifunktionell Konzepte, die teils aus London und New York nutzbaren Eishalle, mit Agora, Marktplatz, importiert, teils für München neu erfunden Restaurants, Biergarten und – im Unterworden waren. grund – einem „Las Vegas“ mit einarmigen Futuristisch und aufregend präsentierte Banditen auf. Laut Justus Dahinden war sich das Yellow Submarine. Der dreistöckige die behindertenfreundClub war als U-Boot konzipiert, rundherum lich nur über Rampen Salzwasser. Der dreigeschossige Clubraum erschlossene Freizeit­ steckte gleichsam wie eine Art Taucher­ stadt die „Urban-Utopie glocke in einem 600 000 Liter fassenden der westlichen ZivilisatiAquarium, fürs authentische Feeling umkreis- onsgesellschaft“, wobei ten 36 Haifische die Gäste. Die Tiere ver- er den Menschen selbst krafteten den Umzug vom Golf von Mexiko ins Zentrum der Anlage schlecht und segneten bald das Zeitliche. gestellt habe. Artgerechte Tierhaltung? Keine Spur davon, Manfred Sack, einst vermutlich noch nicht einmal im Wörterbuch. Architekturkritiker der Das schon zu den Olympischen Spielen „Zeit“, nannte Schwaby1972 eröffnete Yellow Submarine war Teil lon damals „einen kuneines größeren Komplexes, damals untypisch terbunten Bunker“. Und für Deutschland. Das – nicht nur farblich – fragte, ob sich der Archischrille Laden- und Vergnügungszentrum te k t d a f ü r s c h ä m e , namens Schwabylon machte architektonisch „dass sein Gebäude gar nicht der Freizeit – Furore. Der Schweizer Architekt Justus „befreiter Zeit“ – dient, sondern hervorragend Dahinden schuf im Auftrag des Augsburger dazu benutzt werden kann, seine Besucher Baulöwen Otto Schnitzenbaumer eine Frei- auszuplündern, natürlich legal?“ Solche Frazeitstadt in nahezu fensterloser äußerer gen würde man heute nicht mehr stellen. Die Hülle. Doch auf der Stufenpyramide an der Kommerzialisierung von privat finanzierten Leopoldstraße – Pop-Art und Space-Ära Bauten und deren Innenräumen wird doch ­lassen grüßen – ging eine gelb-rot-orange gar nicht mehr hinterfragt.  Sonne auf. Das hauptsächlich von Kunstlicht erhellte, klimatisierte Innenleben wartete mit  knapp 100 Läden, Boutiquen, einem

Das Schwabylon – atmender ­Organismus oder kunterbunter Bunker?

Der Immobilienunternehmer Otto Schnitzenbaumer erfüllte sich 1973 den ganz großen Traum und investierte in die visionäre Freizeitstadt Schwabylon.

Im Yellow Sub­ marine dinierte man mit 36 Hai­ fischen – und gelegentlich auch mit Tauchern.

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Die Rockband Queen im Schwabylon 1974.

D em „urb anos ozialen E xp eriment “ Schwabylon jedenfalls war in München kein Erfolg beschieden. Nach gerade einmal 14 Monaten stand der „atmende Organismus“ leer, bis er 1979 abgerissen wurde. Der immerhin erst 1981 geschlossene Nachtclub und das Holiday Inn fielen 2013 der Abrissbirne zum Opfer, um dem Schwabinger Tor Platz zu machen. Trotz des ökonomischen Desasters hinterließ das Schwabylon als das wohl monumentalste Gebäude der Flower-­ Power-Ära in München einen prägenden Eindruck. Es zierte Plattencover, diente Serien wie „Derrick“ und „Münchner Gschichten“ als Drehort und wurde peu à peu zum Mythos stilisiert. Erst vor Kurzem prangte das fröhliche Objekt auf der Titelseite des Buchs „Aus is und gar is! Wirtshäuser, Theater, Cafés, Nachtclubs und andere verlorene Orte Münchner Geselligkeit“ (Karl Stankiewitz,

6  DESIGN SCHAU! Das Magazin

Allitera Verlag, 19,90€). Darin finden sich unter anderem Bilder vom Abriss des Yellow Submarine, das Max Zeidler 2011 noch retten wollte. Die von ihm ins Leben gerufene Initia­ tive setzte sich für den Erhalt des damals immer noch (leer-)stehenden, wohl etwas heruntergekommenen Bauwerks ein, das aber nach wie vor eine atemberaubende Location war. Ohne Erfolg. Ein längeres Haltbarkeitsdatum war dem kleineren, aber älteren Bruder des Schwabylon beschieden, das sich 1969 die legendären Samy-Brüder ausgedacht hatten: Die Citta 2000 in der Leopoldstraße/Ecke Gisela­ straße (Architekt: Borhan Mohregi) existiert noch heute. Damals revolutionär war das Shop-in-Shop-Konzept mit Restaurants, einem Kino und 22 Minishops, darunter auch eine Dr. Müllers Sex-Boutique. Die sexuelle Revolution der 68er-Zeit machte ja auch vor München nicht halt. Das 800 Quadratmeter große Citta 2000 existierte nur gute zehn Jahre, während es den ebenfalls von den Samys 1967 eröffneten ehemaligen Beatschuppen Drugstore in der Feilitzschstraße noch heute gibt. Zumindest die fast originalgetreu erhaltenen Räumlichkeiten im typischen 70er-Jahre-­Look: Die Holzvertäfelung an den Wänden, die Kronleuchter und die alten Spiegel leben im jetzigen Nord-Süd weiter – ebenso wie das ursprüngliche Gefüge des Hauses mit dem kleinen Kiosk unter der Treppe, dem Heppel & Ettlich, der Bar Rennbahn und der Pizzeria. Gut so, dieses Lokal hat Tradition: Romy Schneider und Mick Jagger verkehrten hier, auch einige Folgen von „Monaco Franze“ wurden hier gedreht. Die iranischen Samy-Brüder, Anusch und Temur, die man gerne als „Könige der Flower-­ Power-Ära in Schwabing“ bezeichnete, brachten „Swinging London“ an die Isar. Dazu gehörte, dass sie 1967 am Elisabethplatz die Schauburg zum Blow up umbauten: eine mit rundlaufenden Rampen erschlossene Großraumdisco für 2000 Leute und „Deutschlands ersten Beatschuppen“ – laut „Stern“ und „Spiegel“. Die Gäste konnten auf einer Art Gangway über die verschiedenen Ebenen der Disco flanieren und im Saal tanzen. Liveauftritte – etwa von Pink Floyd, Yes, Jimi Hendrix, Sammy Davis Jr. oder Amon Düül – gehörten ebenso zu den Highlights wie Lesungen von Günter Grass, die Besuche der Kommunarden Fritz Teufel, Rainer Langhans und Uschi Obermaier oder von


Promis wie Johannes von Thurn und Taxis, Gunther Sachs oder Peter Kraus. Zeitzeugen, Geschäftspartner und Gäste ihrer Locations beschreiben die Brüder Anusch und Temur, deren Party-Imperium nach dem Flugzeug-Unfalltod des älteren Anusch bereits ab Mitte 1970 kollabierte, als Trendsetter, die in Schwabing eine neue Art der Gastronomie etablierten und ganz ­München veränderten. Den Spielverderber gibt der Filmer Klaus Lemke mit seinem State­ment: „Die Samy-Brothers waren die Quintessenz der Münchner sechziger und siebziger Jahre. (...) Gute Bauherren kopieren. Geniale Architekten klauen. So wie Klenze Florenz ausgeplündert hat, um dann die Ludwigstraße zu bauen, so haben die ‚Brothers‘

gemeinsam die King’s Road ausgeplündert. Und heraus kam dann dieser bizarre Münchner Mix aus orientalischem Basar, Swinging London und ein Hauch von Callgirl-Salon.“ Heinz Franke, der mit seinem Architekturbüro FRR neben vielem anderen in München inzwischen an die tausend, oft preisgekrönte Wohnungen realisierte, sagt dazu: „Die räumliche Kombination von Vergnügungen und Einkaufen, von Kino, Clubs, Boutiquen und Läden mit teils exotischem und ungewöhnlichem Angebot war damals absolut neu. So wurden diese Orte zu Anlaufpunkten für das jüngere, unkonventionelle und nicht so angepasste Publikum.“ München wollte damals ja auch modern werden. Der fortschrittliche OB Jochen Vogel hatte schon 1963 einen ambitionierten, zukunftsweisenden Stadtentwicklungsplan erstellen lassen, der auf das schnelle Wachstum der Stadt reagierte. Zuerst kamen Sund U-Bahn, dann die Entscheidung für Olympia – beste Voraussetzungen für einen stadtweiten innovativen Architekturschub. So entstanden in dieser Zeit einige spektakuläre Bauten, manche davon kontrovers diskutiert, wie etwa der 1972 eröffnete Kaufhof am Marienplatz. Heute überlegt man, dieses wuchtige, aber irgendwie doch skulpturale Bauwerk von Architekt Josef Wiedemann unter Denkmalschutz zu stellen. Für das 1964 erbaute, als „schwarzer Riese“ gebrandmarkte Hertie-Hochhaus des Architekten Franz Hart an der Münchner Freiheit ist das zu spät. 1992 wurde es abgerissen, zusammen mit der seit den 70ern legendären Club-Disco im 11. Stock, die zuletzt von Bonger Voges betrieben wurde und als Wolkenkratzer firmierte. Der Clou: Man konnte das flache Dach fast auf voller Breite über dem Dancefloor wegfahren und unter dem Sternenhimmel abfeiern. 

Legendäre ­Konzerte mit ­psychedelischem Anstrich im Blow Up.

Heute noch erhalten: der Drugstore in der Feilitzschstraße.

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Wohnmaschine „Pharao“ in Oberföhring mit 18 Geschossen und rund 400 Wohnungen.

Wolfgang Neumann, Leiter der LebensmitAber einiges ist bis heute geblieben, etwa telabteilung in diesem Hertie-Kaufhaus, die häufig gigantischen Terrassenwohnhäumeint: „Als das Haus gebaut wurde, haben ser im Stil des Brutalismus. Der Begriff hat alle geschimpft; als es verschwand, alle weniger mit der „brutalen“ Expressivität der geweint.“ Er erinnert sich an die prominente entsprechenden Bauten zu tun als vielmehr Kundschaft von Iris Berben, Uschi Glas, Gert mit dem „Beton brut“, dem damals gerne Fröbe, Marianne Sägebrecht über Ruth Maria verwendeten, oft sehr speziell zubereiteten Kubitschek und Götz George bis Nastassja und angefertigten Sichtbeton. Kinski. Vorbei. Zu den momentan noch ungefährdeten Gilt bald auch für ein anderes Wahrzei- Beständen gehören das Olympische Dorf chen der Stadt, das zu den Spielen 1972 zum (Architekten: Heinle, Wischer und Partner) Hotel umgebaut wurde und 400 Hotelzim- oder der ebenfalls 1972 fertiggestellte mer, zwei Kliniken, diverse Restaurants „Fuchsbau“, ein terrassiertes Pyramidenhochbeinhal­tet und im obersten Geschoss einen haus an der Ungererstraße (Architekt: WilSwimmingpool mit Blick über die Dächer der helm Steinel). Und die 1974 von Karl Helmut Stadt besitzt. Das 23-stöckige, 1966 – 69 von Bayer entworfene Wohnmaschine „Pharao“ Toby Schmidbauer für den Tycoon Schörg­ in Oberföhring mit 18 Geschossen und rund huber gebaute Arabella-Hochhaus, mitunter 400 Wohnungen. Auch die Wohnhochhäuser als „Haremsgitter“ bespöttelt, soll 2026 weg. sind noch da – etwa das Hacker-Zentrum an Auch weg: Das im abgerissenen Haus der Theresienhöhe (Ernst Lang, 1969 – 71) der Schwabinger 7 schon immer beheima- oder die Trabantenstadt Neuperlach. tete Kino, das nach einem früheren Umbau Nicht zu vergessen sind auch das 1972 mit zwei Sälen als Pornokino Barbarella fertiggestellte BMW-Hochhaus, inzwischen Furore machte. Oder der PN Club im Keller ein Denkmal (Architekt: Karl Schwanzer), und der Leopoldstraße 25, in dem ein alter das unter Denkmalschutz stehende Tantris Mercedes-Bus aufgestellt war. Und das (Architekt: Dahinden). 1971 eröffnet, gehört durch Auftritte von Jimi Hendrix und Deep das gediegene Sternerestaurant mit dem Purple geadelte Big Apple, in dem die Uschis eindrucksvoll schwingenden Innenleben in Glas und Obermaier oder Dolly Dollar gerne Orange, Braun, Rot und den typischen abhingen. Und, und, und. 70er-Jahre-Leuchten zu den 15 besten Lokalen in Deutschland. Der mit Pultdächern modifizierte Betonbau wurde 2004 aufwendig renoviert. Freilich fragt man sich heute, warum das eine blieb und das andere wegmusste. Neben Zufällen gibt es auch Gründe. Heinz Franke hat eine interessante These dazu: „Schwabylon hatte wenig Nachhall. Dieser Stil war nichts für diese Münchner Künstlerund Lebenskünstler-Gesellschaft, die etwa im Citta 2000 verkehrte. Für die normale Münchner Bevölkerung kam das einfach zu früh. Mit seiner Amerikaorientierung stellte dieses Objekt eine extreme Position dar, großformatig, undifferenziert im Äußeren, grelle Farben.“ Für diese Sichtweise spricht natürlich auch die gesellschaftliche Entwicklung und die Veränderung dieser Aufbruchstimmung der 60er- und frühen 70er-Jahre. Die Wirtschaftswunderzeit war weltweit geprägt von

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einer heute nicht mehr vorstellbaren Fortschrittsgläubigkeit, von einem unerschütterlichen Glauben an das unendliche Wachstum und ganz besonders daran, dass die Technik alles lösen könnte. Schließlich war man ja 1969 auf dem Mond gelandet, hatte die Pille erfunden und den Farbfernseher. Aber dann kamen Zweifel: 1972 mit den Thesen des Club of Rome zu den „Grenzen des Wachstums“, die heute aktueller sind denn je. Oder mit den Grenzen der Weltraumfahrt bei der Beinahekatastrophe von Apollo 13. Oder dem Ölschock im Jahr 1973 und der darauf folgenden scharfen globalen Rezession, die schließlich die Wirtschaftswunderzeit beendete. Danach erfreuten sich Plastikmaterialien keiner großen Beliebtheit mehr, zumindest mussten sie dann lange braun, grau, beige – sprich: unauffällig – sein. Es folgte eine Art ästhetisches Rollback, zu dem grelle futuristische Visionen und spacige Bauten nicht mehr passten. Hinzu kam, dass die Terrassen(hoch)häuser nicht gut funktionierten. Die Konstruktionen waren anfällig für Wassereinbruch, und sich wandelnde Gewohnheiten zogen Leerstände und andere Probleme in den dunkleren Zonen der unteren Geschosse nach sich. Die dort teils vorgesehenen kleinen Läden wurden immer weniger rentabel. Dennoch haben ein paar Ideen überdauert. Der Architekt der Citta 2000 baute etwa in Hamburg-Altona mit dem 1973 eröffneten Frappant etwas Ähnliches im Großformat inklusive Sauna, Fitnessraum, Diskothek, Gastronomie, Boutiquen und 120 Wohnungen. Aber auch das größere Konzept trug

nicht lange. Der Betreiber ging 1998 in die Insolvenz. Trotzdem waren die Konzepte Citta 2000 oder Schwabylon so etwas wie die Vorläufer von Urban Entertainment Centern, in denen Unterhaltung, Freizeit und Erlebnis in Kombination mit Einzelhandel die Besucher umgarnen. Jede Zeit hat halt ihre eigenen Experimente. Die einen gehen schief, die anderen gelingen. So betrachtet, kann man sich in München darüber freuen, dass wenigstens noch ein paar gebaute Zeugnisse dieser fröhlich beschwingten Zeit da sind. Die wichtigen darunter muss man schützen.

Kliniken, Restaurants, Büros und Wohnen unter einem Dach: Das 1972 revolutionäre Arabellahaus wird 2026 abgerissen.

Mittlerweile denkmalgeschützt: das Sterne-Restaurant Tantris. Einstmals braun – heute edel schwarz.

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Spaziergänge mit Kakadu. MCBW KEY VISUAL

ZUM SCHLÜSSELBILD DER MCBW 2019

Text: Gabriele Werner

Freilich gehört es zu den vornehmsten Aufgaben eines Schlüsselbildes, für Aufmerksamkeit zu sorgen. Aber ein Papagei? Ein Piratenfreund? Ein exotischer, schräger Vogel in einer Tasse? Statt Kaffee?

D

esign connects: Gegensätze schließen Freundschaft. Im Schlüsselbild, dem Key Visual der MCBW 2019, gehen Gegensätze wie selbstverständlich überraschende Verbindun­ gen ein. Mit der Kakadu-­ Tasse begegnen sich Natur und Kultur, ein seriell her­ gestellter Gebrauchsgegenstand trifft auf ein freies, individuelles Lebewesen. Im Bild berühren sich Wiederholbarkeit und Einzig­ artigkeit, formale Strenge und wilde Schön­ heit, Berechenbarkeit und Unberechenbar­ keit, Nähe und Ferne. Hier passen Gegensätze (zumindest formal) verblüffend gut zusammen. Gerade im Kommunikations­ design spielt die Überbrückung oder die Vermittlung zwischen Gegensätzen genauso wie der überraschende Regelbruch eine zentrale Rolle. Dabei ist das Schlüsselbild selbst typischer Ausdruck einer oft eingesetzten Kreativitätstechnik, der sogenannten „Kombination”. Es werden Dinge (im weitesten Sinne) miteinander kom­ biniert, die vorher nicht miteinander verbun­ den waren. Als Beispiel seien die „lila Kuh” von Milka oder „Rail & Fly” genannt.

Dem Kakadu selbst werden viele über­ raschende, insbesondere soziale und kom­ munikative Eigenschaften zugeschrieben – Grund genug, sich mit dem exotischen Krummschnabel ein wenig näher zu beschäf­ tigen. Und dabei nicht nur den Vogel selbst, sondern erstaunlich viele Münchner Kakadu-­ Bezüge zu entdecken. 

Design connects!

DESIGN SCHAU! Das Magazin 11


Sozial, erfindungsreich und neugierig. Wer mag, sieht’s an der stolzen Federhaube: Der Papa­ gei ist ein Kakadu. Eigentlich ist er auf dem Doppel­ kontinent Australien und Ozeanien zu Hause. Dort fühlen sich Kakadus in sehr unterschiedlichen, tropi­ schen wie subtropischen Landschaften wohl – vom Regenwald bis zur Feucht- oder Trockensavanne, von der Dornstrauchsteppe bis zum offenen Grasland mit schütterem Baumbestand. Von der Erschließung solch spröder Landschaften durch europäische Siedler haben Kakadus in besonderer Weise profitiert: Dank der aufgestellten Viehtränken (Tassen?) konnten sie nun auch in Regionen überleben, die bis dahin zu wenig Wasser boten.

Kreativität, Design und Kommunikation – damit könnte man einige Eigenschaften der Kakadus treffend beschreiben. Denn sie sind ausgesprochen sozial und finden sich – etwa zur Nahrungssuche oder an Was­ serstellen – in Schwärmen zusammen. Einige Arten haben Wächtersysteme entwickelt: Mindestens ein Kakadu beobachtet die Umgebung, damit die anderen in Ruhe fressen oder trinken können. Es gibt auch Arten, die ihren Schwarm per Ruf kontaktieren, bei möglichen Bedrohungen warnen oder etwa auf ­Nahrungsquellen hinweisen. Palmkakadus sind aus­ gesprochen erfindungsreich und nutzen selbst bear­ beitete Werkzeuge, etwa beschnittene Zweige. Diese schlagen sie auf Rinden, um Artgenossen vor drohen­ der Gefahr zu warnen. Goffinkakadus wurden sogar dabei beobachtet, wie sie den Gebrauch von Werk­ zeugen an Artgenossen weitergegeben haben. Insbe­ sondere Rosakakadus gelten als ausgesprochen ver­ spielt und neugierig. Sie turnen an Antennen, Leitungen und Windrädern herum, fliegen spaßes­ halber in Staub­tornados oder rutschen rücklings Spiel­ platzrutschen hinunter.

BEGEGNUNGEN MIT KAKADUS IN MÜNCHEN. Zugegeben: Was ihre Präsenz im Münchner Leben anbelangt, liegen Kakadus weit hinter Krähen oder Tauben zurück. Dafür kann man ihnen an außergewöhnlichen Orten begegnen. Empfehlenswert ist das sogenannte Kakadu-Dreieck in München-­ Nymphenburg. Es besteht aus der Porzellan Manufaktur Nymphenburg, dem Botanischen Garten und der Pagodenburg im Nymphenburger Schlosspark.

I

nspirierend: Porzellan Manufaktur Nymphenburg. Seit 260 Jahren entsteht im Nymp h e nb urg e r S chlo s s ­ rondell feinstes Porzellan – ­Service, Figuren und Objekte – von allerhöchster Qualität und Reinheit. Es wird bis heute aus­ schließlich in Handarbeit und mit annähernd unveränderten Methoden gefertigt. Um die Weiterentwicklung voran­ zutreiben, hat die Porzellan Manufaktur Nymphenburg von Anfang an die Zusam­ menarbeit mit Fachleuten, Künstlern und Designern gesucht. So entwarf Joseph Wackerle, eine der herausragenden Künst­ lerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, zur Weltausstellung in Brüssel 1910 eine Serie prachtvoller Majolika-Vögel. Bis heute

12  DESIGN SCHAU! Das Magazin

prägen sie die Schmuckhofanlage im Bota­ nischen Garten. Im frühen Jahr, wenn Ma­­ gnolien und Forsythien blühen, lohnt sich ein Besuch des „Kakadu mit Blumenkorb” ganz besonders. Wer es nicht bis zum Botanischen Garten schafft, dem sei ein Ausflug zum Nymphen­ burg Flagship Store am Odeonsplatz emp­ fohlen. Renommierte Designer und Architek­ ten gestalten die Schaufenster entlang der Frage „Wie wollen wir leben?”. Den Anfang machen die Architekten Mikala Holme Samsøe und Amandus Sattler. In ihrer Schaufensteredition #1 erzählen sie fantas­ tische Geschichten – vom Träumen und Fabulieren, von Kühle und Erholung, von Wertschätzung und Liebe. Sowohl im Flag­ ship Store als auch im Manufaktur Store im nördlichen Schlossrondell werden Sie zur MCBW-Zeit den Kakadu schnell entdecken. Nymphenburg Manufaktur Store Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr Nymphenburg Flagship Store Montag bis Freitag 10 bis 18:30 Uhr Samstag 10 bis 18:30 Uhr Botanischer Garten Montag bis Sonntag ab 9 Uhr Die Schließzeiten variieren nach Jahreszeit Eintritt 5,50 €


H

olländische Kacheln mit Kakadus in der Pagodenburg. Zurück in Nymphenburg lädt ein Schlosspark-Spaziergang zur Pagodenburg ein: Im Entree dominieren die bayerischen Farben Weiß und Blau auf holländischen Fliesen mit exoti­ schen, fernöstlichen Motiven – schwindel­ erregend multikulti! Zum Kakadu geht’s eine schmale Wendeltreppe hinauf. Die kleinen Kabinette im Obergeschoß sind mit edlen Absperrseilen vor derbem Besucherschritt geschützt. Wer sich also auf Kakadu-Suche machen will, sollte im Nacken- und Schulter­ kreisen geübt sein: Der Vogel befindet sich nämlich in einem Deckengemälde. Wer’s nicht ganz so genau nimmt, auf den freut sich die nahe Kakadu-Verwandtschaft in der Badenburg. Den prächtigen Festsaal einmal durchschreitend, steht man im kur­ fürstlichen Appartement – umgeben von sehenswerten chinesischen Tapeten, zart­ rosa mit feinen, grünen floralen Motiven, Zweigen, Blumen, Schmetterlingen, Vögeln – die schönen Krummschnäbel haben Sie

schnell entdeckt! Dann noch ein Blick ins erste beheizbare Hallenbad der Neuzeit: hol­ ländische Fliesen, verspielte Stuckaturen, Deckengemälde ... In der Badewanne von Kurfürst Max Emanuel hätte heute eine Zwei­ zimmerwohnung Platz (8,70 mal 6,10 Meter). Für Gäste gab’s (und gibt’s) eine Balustrade, von der aus man dem oder den Badenden bequem zuwinken konnte.  Parkburgen Von April bis Mitte Oktober montags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr, Eintritt 4,50 €

Bild unten: prachtvolle ­chinesische Tapete im ­ orzimmer der Badenburg. V

DESIGN SCHAU! Das Magazin 13


L

EXPERTEN-INTERVIEW

EIDENSCHAFT MIT RUHIGER HAND Fünf Fragen an Katharina Neumann, Porzellanmalerin in der Manufaktur Nymphenburg.

Wenn sich in Zeiten von ­Digitalisierung, Robotik und Beschleunigung ein junger Mensch für den Beruf des Porzellanmalers entscheidet, wirkt das beinahe radikal. Welche Leidenschaft hat Sie getrieben? Die Leidenschaft zum Malen. Ich merkte in der Schule schnell, welche Stärken und Inte­ ressen ich hatte, und wollte anschließend unbedingt einen Handwerksberuf erlernen. Mir war es wichtig, etwas mit meinen eige­ nen Händen zu erschaffen, und da bin ich auf Nymphenburg gestoßen. Gibt es etwas, das Sie bis heute an Ihrem Beruf fasziniert? Die Farben. Es ist ein langer Weg zu lernen, richtig mit ihnen umzugehen. Hat man aber einmal den Dreh raus, hat man unendlich viele Möglichkeiten – vom kleinsten Detail bis hin zu großen, glatten Flächen. Einige Farben verändern sich beim Brennen, und es ist immer wieder spannend, ob alles wie gewünscht aus dem Ofen kommt.

„Obwohl sie nicht jedermanns Geschmack tref­fen, finde ich die Mischung aus Totenkopf und bunter, lebhafter Malerei einfach toll.“ 14  DESIGN SCHAU! Das Magazin

Wie schaffen Sie es, über lange Zeit die notwendige Konzentration und ruhige Hand bei Ihrer Arbeit zu behalten? Das liegt einem Maler wahrscheinlich ein­ fach im Blut. Oft ist es einer Meditation ähn­ lich, man malt und malt und merkt gar nicht, wie weit man schon gekommen ist. Auch das Hören schöner Musik oder spannender Hör­ bücher nebenbei ist hilfreich. Wo finden Sie Ihre Inspirationen? Eigentlich überall. Wenn man genau hinsieht, ist die Welt voll von Inspirationen. Ich male auch gerne mithilfe von alten Bilderbüchern oder wie es in der Porzellanmalerei üblich ist mit traditionellen Malmustern aus dem Archiv. Auf welche Arbeit sind Sie besonders stolz? Gibt es Lieblingsstücke? Besonders stolz bin ich auf die limitierten Totenkopfeditionen, an deren Entstehung ich teilweise beteiligt war. Obwohl sie nicht jedermanns Geschmack treffen, finde ich die Mischung aus Totenkopf und bunter, lebhaf­ ter Malerei einfach toll.


A

Eine Groß­ voliere nach dem V ­ orbild des Olympiadaches – alle ­Kakadus sind gerade ausge­ flogen.

chtsam: die Großvoliere im Tierpark Hellabrunn. Wer noch einem lebenden Kakadu in Kombination mit einer herausragen­ den  architektonischen Lösung begegnen will, der begebe sich in den Tierpark Hellabrunn: Federleicht, beweglich und vogelflug­ gerecht schwingt sich das Netzdach der Großvoliere bis zu 22 Meter hoch in den Thal­ kirchner Himmel. Auch hier haben Gestalter gewirkt: Man sieht der Voliere sofort das umfassende Nachdenken über artgerechte Vogelhaltung und über die Verbindung von Architektur und Landschaft an. Das Staudenund Baumbepflanzungskonzept regelt die Trennung von tierischen Bewohnern und menschlichen Besuchern fast ausschließlich mit botanischen Mitteln. 1976 erhielt der Münchner Architekt Jörg Gribl, der schon als Kind viel Zeit im Tierpark verbracht hat, den Auftrag zum Bau der Voliere. Inspiriert vom damals neuen und aufregenden Dach des Olympiastadions entstand die Idee, die Voliere mit einem Netz zu bauen. Der Stutt­

garter Ausnahmearchitekt und Ingenieur Frei Otto, einer der Väter des Olympiadaches, übernahm die Beratung. Um das Gleichge­ wicht der Kräfte in netzartigen Strukturen zu berechnen, kam das völlig neue Programm „Dynamic Relaxation” zum Einsatz. 1980 wurde die Voliere in Betrieb genommen. Ein Jahr später erhielt das luftige Bauwerk den Bayerischen BDA-Architekturpreis. Die kleine Schwester des Olympiadaches ist übrigens nahezu wartungsfrei und bis heute State of the Art.  Tierpark Hellabrunn Montag bis Sonntag 9 bis 17 Uhr Tageskarte für Erwachsene 15 €

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E

ndlich wieder staunen: im Museum Fünf Kontinente. Von den Zitaten ferner Kulturen im Nymphen­ burger Schloss­p ark bringt Sie die Straßen­ bahn direkt zu den Originalen (Linie 16, Maxmonument). Im Museum Fünf Kontinente nimmt uns Frau Dr. Hilke Thode-Arora, Leite­ rin der Abteilung Ozeanien und Referentin für Provenienzforschung, mit ins Hochland von Westneuguinea. „Hier leben die Eipo”, erzählt sie. „Etwa tausend Menschen woh­ nen verstreut in kleinen Weilern auf den Berg­ kämmen mit weitem Blick über das Tal – um mögliche Gefahren schnell entdecken zu können. Seit den 70er-Jahren führten fächer­ übergreifende Forschungsprojekte mehrere Wissenschaftler aus Deutschland wiederholt zu den Eipo.” Die im Museum bewahrten Objekte sind ein Geschenk des noch heute

In Halme einge­ hängte Kakadu-­ Federn gehören zum Tanzschmuck der Eipo-Männer.

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an der Ludwig-Maximilians-Universität leh­ renden Ethnolinguisten Prof. Dr. Volker Hee­ schen, der seit mehreren Jahrzehnten zu Sprache und Kultur der Eipo forscht. Dr. Thode-Arora zieht raschelnd das Sei­ denpapier von einem schmalen Exponat: „Ein Rückenschmuck, den Männer bei Tanz­ festen trugen. Hier sehen Sie: Halme aus Chinagras wurden mit Pflanzenfasern umwi­ ckelt und mit pflanzlicher Klebemasse und roter Erdfarbe bestrichen, das ergibt diese schöne, glatte Oberfläche. Und hier, einge­ hängt in die Halme, sind die Kakadu-Federn. Sie schwingen beeindruckend beim Tanzen

Das traditionelle Kopfband der Eipo aus West­ neuguinea wird bei rituellen Tän­ zen getragen.


und verstärken visuell den Rhythmus. Diese Feste wurden übrigens auch genutzt, um Auseinandersetzungen zu klären: In einem bilderreichen Zwiegesang legten die Kontra­ henten singend ihren Standpunkt dar und näherten sich so einer möglichen Lösung des Konflikts.” Vorsichtig zieht Frau Dr. Thode-­A rora das Seidenpapier über den empfindlichen Rückenschmuck. Auch wenn Ihnen – aus konservatorischen Gründen – der Rückenschmuck der Eipo nicht im Museum Fünf Kontinente begegnen wird, sei Men­ schen, die endlich wieder einmal staunen und den eigenen Blick um die Sichtweise anderer Kulturen ergänzen wollen, ein Besuch freundlich empfohlen.

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Museum Fünf Kontinente Dienstag bis Sonntag 9:30 bis 17:30 Uhr Eintritt in die ständigen Ausstellungen 5 €

AUTORIN Gabriele Werner ist als Chief Strategy Officer Geschäftsführerin bei Kochan & Partner. Sie entwickelt Marken, berät Unternehmen und ersinnt holistische Konzepte. „Design ist eine Haltung”, sagt sie. Neben ihrer Leidenschaft für Kreativ­techniken findet sie Inspiration vor allem in der Natur.

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KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

Wo lebt künstliche Intelligenz in München? Text: Lars Thieleke

Ich habe das Internet durchgelesen. Alles voll. Überall künstliche Intelligenz! Überall Überirdisches durch lernende Technologien. Überall in zehn Jahren oder mehr. Und jetzt? Wo treffe ich bereits heute in München auf künstliche Intelligenz – wer arbeitet daran und damit? Was kann KI schon jetzt, dass völlig neue Märkte durch sie entstehen – und immer mehr Designer benötigt werden, um KI überhaupt benutzbar zu machen? Ich bin losgezogen. Und habe sie gefunden. Vier kluge Köpfe, die täglich mit KI arbeiten und dabei auf ganz unterschiedliche Weise begeistert sind: Während sich der eine selbst abschaffen möchte, sorgt sich der andere um Jürgen Klopps kaputte Brille.

Mehr zum Thema künstliche Intelligenz unter: www.mcbw.de/story-emotional-intelligence www.mcbw.de/interview-digitalisierung-kuenstliche-intelligenz-robotik DESIGN SCHAU! Das Magazin 19


Prof. Dr. Dr. Torsten Haferlach Mitbegründer des MLL Münchner Leukämielabors und der MHP Münchner Hämatologie Praxis

„Disruptive Innovation ist mein großes Ziel. Ich möchte menschliche Tätigkeiten in der Leukämie­ diagnose durch KI ergänzen und schrittweise ersetzen, um die Diagnostik sicherer zu machen. Dann sind Fachleute wie ich vielleicht überflüssig, aber für die zukünftig betroffenen Patienten könnte eine erfahrungsunabhängigere Befundung sehr wichtig sein. Seit fast 200 Jahren blicken wir Hämatologen durchs Mikroskop, das verlangt Übung und Begabung. Warum soll ich weiter mikroskopieren, wenn ich über Machine Learning, Pattern Recognition und neuronale Netzwerke schon bald schnellere, günstigere und für den Patienten richtigere Ergebnisse erziele? Mit KI ver­ rechnen wir heute hier im MLL unser Wissen aus über 600.000 Einzelproben in wenigen Sekunden. So können wir derzeit knapp 80.000 Proben im Jahr analysieren. Und wir sequenzieren in einem Forschungsprojekt innerhalb eines Jahres 5000 komplette Genome. Das erste Genom hat einst von 1990 bis 2003 gedauert: ein Patient, ein Genom, 1000 Forscher, drei Milliarden Dollar. Jetzt erstel­ len wir hier ein Genom in 40 Stunden. 5000 Fälle mit zwei MTAs, zwei Biologen und zwei Bio­ informatikern. Ich möchte erreichen, dass fast alle wichtigen Schritte in der Diagnostik-Routine ohne Menschen passieren, sondern mit automatisierten, skalierbaren, lernenden Technologien, die an den entscheidenden Stellen – wenn gut trainiert und validiert – keine Fehler machen.“

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Dr. Thomas Rodewis Leiter Digitalisierung und Digitale Innovation bei der Versicherungskammer Bayern

„Ich hatte einen Schlüsselmoment im Leben: Als 1996 der Schachcomputer Deep Blue den amtie­ renden Weltmeister Garri Kasparow schlug, war für mich alles klar. Ich bin selbst leidenschaftlicher Schachspieler, habe früher mal in der Bundesliga gespielt und mich zudem schon immer für digitale Technologien begeistert. Mich mit neuen Ideen zu beschäftigen ist der Grund, warum ich täglich ins Büro gehe. 2014 haben wir bei der VKB den Bereich Digitalisierung gegründet und die digitale Transformation des Unternehmens gestartet. Zuerst haben wir in Zusammenarbeit mit IBM Watson eine Unmutserkennung auf Basis von Kundenzuschriften entwickelt, etwas später dann eine Erken­ nung von Versicherungsbedarf. Das ist absolut vertriebsrelevant. Heute haben wir mehrere Formen von KI im Einsatz – vor allem kognitive Systeme gehören zum Tagesgeschäft. Sie erinnern sich an Jürgen Klopps berühmte Brille, die beim Jubeln kaputtging? Die ist damals bundesweit mehrere hundert Mal als Schadensfall eingereicht worden, bei unterschiedlichen Versicherungen. Mittels Bilderkennung decken wir solche Betrugsversuche heute ganz schnell auf.“

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Stephan Fasshauer Lösungsberater Microsoft Deutschland

„Ich staune, wie KI unsere tägliche Kommunikationsweise auf den Kopf stellt. Sie hebt Sprachbar­ rieren auf. Sie hilft, weltumspannend in Echtzeit Themen zu besprechen, zu handeln und zu ver­ handeln. Du musst nur deinen Laptop aufklappen, und schon begegnest du ihr in den Programmen, die du täglich benutzt. Du kannst bei Präsentationen, E-Mails, Chats und Konferenzen aller Art das Gesagte simultan übersetzen und in deiner Sprache anzeigen lassen. Du kannst über die Bilderken­ nung anzeigen lassen, welche Personen in einem Video gerade sprechen. Jeder kann aus dem hinters­ ten Winkel der Erde auf Office 365 und unsere Plattform Azure zugreifen – und sich hier die Module zusammenstellen, die er für sein Business braucht. Die Unternehmen, die ich berate, saugen das auf, weil sie besser in ihrem eigenen Kerngeschäft werden. Das macht mir Spaß. Meine persönliche Antriebsfeder ist, bei einem der großen Anbieter dabei zu sein, der diese Innovation ermöglicht. Ich erlebe Veränderung am Puls mit. Digitale Vernetzung. Bessere Zusammenarbeit. Höhere Pro­ duktivität von Unternehmen. Ich bin gewiss nicht der Arzt, der die Menschheit rettet. Aber ich kann dem Arzt die Technologie zur Verfügung stellen, damit er die Menschheit retten kann.“

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Thomas Melle Schriftsteller (links) und Roboter

„Menschen werden unruhig, müde, nervös. Diese Unzuverlässigkeit ist etwas, das mich, als psychisch Lädierten, noch einmal besonders prägt und erschüttert. Aber es geht tatsächlich alle an, denn Unstetigkeit steckt in jedem von uns, mehr oder weniger verborgen. Auch deshalb werden wir viel­ leicht abgelöst: In der Industrie übernehmen Roboter mit künstlicher Intelligenz die Rolle effizien­ ter, präziser Vollstrecker. Um emotionale Verstrickungen auszuschließen, sehen sie uns Menschen hier oft unähnlich. Was aber, wenn ein künstliches Ebenbild meinen Platz auf einer Bühne einnimmt? Ein Doppelgänger, der meine Mimik, Gestik und Sprache kopiert? Die Auslagerung wäre perfekt: Nach Teilen des Geistes, die ich in mein Buch ausgelagert habe, hätte ich auch meinen Körper ausgelagert, und ich könnte ihn touren und alles Unangenehme erledigen lassen. Gemeinsam mit dem Regisseur Stefan Kaegi erforsche ich in dem Stück „Unheimliches Tal“ eine Versuchsanordnung ohne Schauspieler. An ihre Stelle tritt meine animatronische Kopie. Viele ZuschauerInnen berichten mir von einem Wechselbad der Gefühle zwischen Empathie und Schauder, das sie während der Darbietung durchleben.“ Infos über weitere Vorstellungen: www.muenchner-kammerspiele.de

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SOCIAL DESIGN

Unser täglich Brot gib uns heute … Ein Perspektivwechsel

Du stehst beim Bäcker, kaufst eine Semmel, zahlst aber zwei. Pay two, take one ... der Bon für die zweite wird als Geschenk an einen Haken gehängt. Einlösen kann ihn jeder: schenken statt spenden! Eine leise Revolution, (Collaborative) Consumption neu interpretiert – Social Design at its best! Text: Sandra Hachmann

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L 

angsam, aber nachhaltig findet das Konzept von Brot am Haken seinen Weg in den Einzelhandel. Hauptsächlich Bäckereien, aber auch Eisdielen, Cafés, Döner- und Dorfläden, ja sogar Friseure und ein Zahnarzt sind schon im Boot – bis jetzt machen über 60 Läden mit. Eine Initiative, die Schenken im Alltag und nachbarschaftliche Teilhabe fördert. Damit die Idee „Einfach. Freude. Schenken.“ sich weiter verbreiten und wachsen kann, startet Mitte November 2018 eine Crowd­ funding-Kampagne. Ein gemeinnütziges Münchner Start-up – eine Erfolgsgeschichte. Diese Geschichte beginnt eigentlich in Neapel. Mit dem Caffè sospeso, dem aufgeschobenen Kaffee. Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts kann man in vielen Bars der Stadt zwei Kaffee bezahlen, um einen zu hinter­ legen – quasi auf Halde, vom Barista notiert und auf Nachfrage ausgeschenkt. Diese Idee

Michael Spitzenberger hat den Caffè sospeso aus Neapel nach München geholt und die Aktion „Brot am Haken“ entwickelt.

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ist so einfach wie gut … kein Wunder also, dass sie sich auf den Weg machte. Zum Beispiel nach Berlin als fliegender Kaffee – oder nach Istanbul als Brot im Beutel, wo sich wiederum der Hamburger Bäcker Sören Özer inspirieren ließ und aus dem Beutel kurzerhand drei Haken für Kassenbons machte. Bei eben diesem Bäcker wurde Thilo Schinkel, damals noch Designstudent, heute Geschäftsführer der Hamburger Design­ agentur Sherpa, auf das Konzept aufmerksam, machte sich gleich ans Werk und entwickelte 2013 den Markenauftritt von Brot am Haken. „Ich habe Brot am Haken zum ersten Mal bei Sören Özer gesehen. Er hatte die Idee aus der Türkei mitgebracht und mit Begeisterung und ganz pragmatisch umgesetzt.“ Schinkel spürte das große Potenzial der einfachen Idee und legte mit seinen konzeptionell-gestalterischen Überlegungen die Grundlagen für die heutige Verbreitung.

„Die Aktion Brot am Haken hat keinen eigenen Raum, weil sie in unter­ schiedlichen Läden statt­ findet.“


„Darauf haben wir bei der Gestaltung des Corporate Designs geachtet. Die Aktion soll sich also gerade noch so stark abheben, dass sie auffällt, aber nicht störend und dadurch konkurrierend wirkt. Die Bildmarke hat die Form eines stilisierten Brots und steht symbolisch für alle Lebensmittel – und greift auch seine christliche Historie als Symbol des Teilens auf. Brot am Haken versucht, es Menschen im Alltag leichter zu machen – zu geben und zu nehmen.“ Vom Design zum Verein. Im Jahr 2015 stieß Michael Spitzenberger im Internet auf die Idee, beschloss alle zusammenzuführen und gründete in München den gemeinnützigen Verein Brot am Haken e. V. Seine Motivation: teilen, etwas vom eigenen Glück weitergeben, gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. Er meint es ernst. Für eine sinnstiftende Arbeit hat er seinen Job als Immobilienmakler aufgegeben. Bei der MCBW 2018 stellte er sein Konzept und die Entstehungsgeschichte auf der MCBW START UP erstmals ganz neuen Kreisen vor. Diese öffent­ liche Workshopreihe präsentiert designorientierte Start-ups, deren Ideen und Produkte. Gründer trifft Experte trifft Zielgruppe … zum Austauschen, Abchecken, Beflügeln. Der Gedanke dahinter: Wirtschaft und Gesellschaft brauchen frische, nachhaltige Konzepte, quergedacht und umsetzbar. Für Spitzenberger war es spannend, bei dieser Gelegenheit zu sehen, „wie viele neue Ideen da draußen sind … mit so viel Herzblut!“ Und Brot am Haken war dankbar dafür, „dass die Kreativität

eines Sozialunternehmens dort auch ge­­ wünscht und gefragt ist.“ Angetreten in der MCBW-Kategorie „Social Design & Entrepreneurship“ ist Brot am Haken ein Beispiel für die Strahlkraft von Design. Denn neben dem sozialen Aspekt, der auf der Hand liegt bzw. am Haken hängt, findet hier auch ganz konkret Stadtgestaltung statt. In Folge erhielt die Agentur Sherpa um Thilo Schinkel für die Marken- und Design­ entwicklung den begehrten iF Design Award in Gold und vom ADC, dem Art Directors Club, einen Silbernen Nagel. Das Projekt selbst kann sich über den dm-HelferHerzen-­ Preis 2016 und den Paulaner Salvator-Preis 2017 genauso freuen wie über den start­ social-Preis 2018. 

Freude schenken. Social Design ist weitaus mehr als die Verschönerung des Alltags: Es gestaltet mensch­ liches Zusammenleben und schafft Identität.

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Gut Sinn will Weile haben. Design- und Gutmenschpreise, eine breite Berichterstattung in den Medien und begeistertes Feedback von allen Beteiligten – warum geht die Verbreitung dieser Idee nicht durch die Decke? Spitzenberger hat nicht nur da die Ruhe weg: „In die Tiefe zu gehen kostet einfach Zeit.“ Und genau hierhin interpretiert er den Expansionsbegriff, in die Tiefe. Also Konzentration auf München, und trotz vieler weiterer grandioser Ideen „kurz anhalten im Hamsterrad“, ein Schritt nach dem anderen. Er will „langsam wachsen, das System standardi­sieren – und nicht den Menschen“.

„Neben­ einander wird miteinander, das Teilen wird Normalität.“ Michael Spitzenberger ist ein Hinterfrager, ein Querdenker – ein Visionär, kein Missionar. Er ist gut darin, das Große im Kleinen zu sehen und das Kleine groß zu denken. Aus „Geiz ist geil“ wird bei ihm eine Kultur des Schenkens.

Kontrolle ist gut, Vertrauen besser. Und geschenkt ist geschenkt. Dabei zeigt die Erfahrung: Geben ist nicht das Thema – ­v ielmehr das Nehmen. Der Münchner Brot-am-Haken-Pionier Ludwig Neulinger weiß aus seinen vier Filialen zu berichten, dass die Nehmer in den Bäckereien mit Stammkundschaft äußerst zurückhaltend sind, gar warten, bis der Laden leer ist. In den Läden mit Laufkundschaft hingegen hängen die Bons viel kürzer – man kennt sich ja nicht. Dabei wird gar nicht kontrolliert, ob und warum wer auch immer einen Bon einlöst. Könnte ja auch sein, dass jemand gerade sein Geld vergessen hat und dafür beim nächsten Mal doppelt so viel an den Haken hängt. In den Worten von Neulinger: „Die Reaktionen auf das Hakenbrett sind halt so etwas wie der Spiegel unserer Gesellschaft.“ Dabei gibt es (versteckte) Armut überall. Spitzenberger stellt dazu Fragen wie: „Was heißt Bedürftigkeit eigentlich? Wer entscheidet, wer bedürftig ist und wer nicht? Geht es dabei nur um Geld? Ist die Lust zu geben auch ein Bedürfnis? Gibt es einen Unterschied zwischen Bedürfnis und Bedürftigkeit?“ Seine kluge Antwort: „Um sich erst gar nicht in diese komplexe und subjektive ­Spirale zu begeben, bleibt die Leistungsgesellschaft einfach draußen, und wir sprechen nicht vom Spenden, sondern vom Schenken.“ Oder: Gestaltungsspielraum beginnt im Kopf.

Sofort erkennen, wer dabei ist!

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Miteinander. Füreinander. Damit Schenken gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht, braucht es mehr als gutes Design und Auszeichnungen. Der Verein will finanziell eigenständig bleiben – die weitere Professionalisierung und Skalierung soll über eine Crowd­fundingKampagne angestoßen werden, die im November 2018 begann. Auch dafür braucht es Mitstreiter, Haken-Buddys und andere Freiwillige. Einige davon konnte Spitzenberger 2018 erfreulicherweise auf der MCBW Creative Demo Night für seinen Verein begeistern. Spenden darf man schon auch, denn Miete, Telefon und neue Bretter bezahlen sich nicht von selbst. Vor allem aber geht es um bürgerschaf tliches Engagement. Um einen Mehrwert für die Gesellschaft. Brot am Haken lässt nach- und umdenken. Ohne Zeigefinger. Nur mit einem Haken!

EINFACH. FREUDE. SCHENKEN. Mitmachen. Weitersagen. Einfach unter brot-am-haken.org nachlesen oder gleich die App holen. Außerdem: den Lieblingsbäcker anstupsen und nach Brot am Haken fragen.

Mehr als 50 Läden in ­München nehmen ­mittlerweile an Brot am Haken teil.

Social Design

Gedanken, Erfahrungswerte, Fakten. Design trifft Ethik und Respekt. Social Design übernimmt Verantwortung, stellt Menschen und Gesellschaft in den Mittelpunkt, macht sie und ihre Themen, Herausforderungen, Interaktionen zum Gestaltungsobjekt. Macht den Designprozess zum Motor von gesellschaftlichem Wandel. Denkt mit, packt an, will Teilhabe und teilhaben. Ist ergebnisoffen und naturgemäß nicht statisch. Social Design ist interdisziplinär – seine potenziellen Gestal­ tungsmittel sind so mannigfaltig wie involvierte Spezialisten. Der Anspruch ist hoch: Social Design muss einfach sein – einfach als Konstrukt, in der Nutzung, der Pflege, der Entsorgung. Social Design hallt nach und ist nachhaltig. Von Menschen für Menschen. Miteinander. Füreinander.

AUTORIN Sandra Hachmann Wort­gewandt ­z wischen den Zeilen, auf den Punkt. Sandra Hachmann denkt und (be-) schreibt: Ideen, Konzepte, Texte. Eigentlich über alles, am liebsten ­ über Themen mit gesellschaftlicher Wirksamkeit.

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LANDKREIS MIESBACH  PARTNERREGION DER MCBW 2019

Wo sich Schönheit, Gestaltungswille und Innovationslust begegnen

Natürlich ist es schön im Landkreis Miesbach, der Partnerregion der MCBW 2019: Die Ausläufer der Münchner Schotterebene im Norden wandeln sich südwärts ins Voralpine, dann ins Alpine und ziehen ­hinauf bis nach Tirol. Zwischen Schotterebene und Alpen breitet sich eine ursprüngliche Moränen- und Seenlandschaft aus. Hier locken die Tourismusmagneten: der Schlier-, der Tegern- und der Spitzingsee. Text: Gabriele Werner

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Zukunft braucht Herkunft

Schon die Kelten und dann die Römer siedeln hier. Später wächst aus einer Eremitage in Bayrischzell die reiche klösterliche Kultur im Landkreis. Um 770 wird das Benediktiner­ kloster am Schliersee als „Zelle am Slyrse“ erstmals erwähnt. Das Kloster Tegernsee ist wegen seiner exzellenten Buchmalerei weit über die Region hinaus bekannt. 1803 been­ det die Säkularisation ein Jahrhunderte wäh­ rendes Kapitel Klosterkultur. König Max I. Joseph wählt das Kloster Tegernsee als Som­ merresidenz und nimmt ein Jahr später auch noch Wildbad Kreuth dazu. Damit zieht nicht nur der König, sondern auch der Fremden­ verkehr ins Tegernseer Tal ein. Jahrhunderte gehen ins Land: Auf den Weiden grast das süddeutsche Höhenfleck­ vieh. Artenreicher Magerrasen, Niedermoore und Streuwiesen geben hier einer großen Zahl der in der Roten Liste Bayerns aufge­ führten Farn- und Blütenpflanzen Heimat. Die Almen entwickeln sich zu Zentren der Biodiversität. Anspruchsvolle Naturschutz­ ziele werden mit Aufmerksamkeit und durch fruchtbare Kooperationen mit bäuerlichen Familienbetrieben, der Almwirtschaft, der Land- und Forstwirtschaft nicht nur ange­ strebt, sondern auch erreicht. Ja, es ist schön im Landkreis Miesbach. Damit das so bleibt, werden auch ehrgeizige Klimaschutzund Energieziele verfolgt: Bis 2035 soll nur noch so viel Energie verbraucht werden, wie an erneuerbarer Energie im Landkreis produziert wird: So generiert eine Idylle Zukunft!

Gegensätze, die zusammenwirken

Ökologische Schönheit und wirtschaftliche Attraktivität sind häufig schwer miteinander zu vereinbaren. Anders im Landkreis Mies­ bach. Hier erzählen zahlreiche erfolgreiche Unternehmen von der Leistungs- und Inno­ vationsfähigkeit im Oberland. Ein gesunder Branchenmix, der starke Mittelstand, zahl­ reiche kreative und innovative Unternehmen, machen den Landkreis zum wirtschaftlich attraktiven Standort.

Ein Pop-up-Innovationshub fürs Oberland

Seit 2007 moderiert die Standortmarketing-­ Gesellschaft (SMG) zwischen Unternehmen, kommunalen Behörden, politischen Gremien und den Bürgerinnen und Bürgern des Land­ kreises. Sie entwickelt Plattformen für Kooperationen, knüpft Netzwerke, erfindet neue, spannende Formate für Begegnung, Austausch und Kollaboration. Vom 15. bis 16. März 2019 entsteht in der Büttenpapier­ fabrik Gmund ein Pop-up-Innovationshub – ein Ort, an dem für die Zukunft geprobt, experimentiert, gelernt und gestaltet wer­ den kann. Anders als bei herkömmlichen Branchenevents stellt sich hier jeder Besu­ cher sein eigenes Programm zusammen. Je nach Gusto können Teilnehmer beim Dinner with Strangers netzwerken, Talente beim Business Speed-­ Dating entdecken oder in der Coworking-Area arbeiten. Wem der Sinn eher nach Inspiration und Bewe­ gung steht, der wan­ dert auf einer geführ­ t e n To u r u m d e n Tegernsee oder nimmt an einer Yogaklasse teil. Ob Handwerker, Philosophen, Digital­ pioniere, Designer oder Manager – das Pop Up Innovationshub bie­ tet jedem Besucher die Chance auf neue Erkenntnisse, Entdeckungen und Kontakte. 

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Radikal subjektiv Am Auerberg im Landkreis Miesbach lebt und arbeitet der Industriedesigner Christoph Böninger. 1982 ent­ wirft er den ersten Laptop – weltweit. (Dem Modell begegnen Sie in der Pinakothek der Moderne in Mün­ chen!) Silicon Valley, New York, München sind weitere seiner Stationen. 2010 gründet Christoph Böninger mit Freunden und Weggefährten ein Designlabel, das jenseits aller Marketingstrategien, industrieller Nor­ men oder Trends und Moden nur den Ansprüchen der Designer genügen soll. Es heißt AUERBERG. Der Claim lässt keine Zweifel. Er lautet: „Radikal subjektiv“. Zur Gruppe der AUERBERG-Gestalter zählt eine Reihe renommierter internationaler Designer und Architek­ ten, etwa Herbert Schultes, Alfredo Häberli, Fritz Frenkler, Emanuela Frattini-Magnusson, Tobias Grau, Daniele Dalla Pellegrina und Initiator Christoph Bönin­ ger. Wir kamen mit ihm ins Gespräch über die Wirkung von Stadt und Land als Umfeld für Designer.

Eine Unternehmung wie AUERBERG vermutet man eher im urbanen Raum. Inwiefern unterstützt die Verortung im ländlichen Raum das Finden und Verwirklichen von Ideen?

Darüber haben wir hier im Oberland auch bei den MCBW-Symposien viel gesprochen. Natürlich gibt es die Anziehungskraft der Stadt – alle Augen richten sich auf München. Umgekehrt zielt eine verklärende, schwärmerische Sehnsucht aufs Landleben. Tatsache ist, dass es einen Unterschied macht, ob man beim Arbeiten auf einen Supermarkt schaut oder auf einen Baum. Die „Landarbeit“ zwingt zur Konzentration, sie fordert die Auseinandersetzung mit sich selbst, mit dem „eigenen Ding“. Da gibt es keine Ausflüchte. Professor Wilhelm ­Vossenkuhl hat das bei einem Symposium auf den Punkt gebracht: „Die Stadt zer­ zaust Kreativität.“

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Gibt es Beispiele für diese Art der fokussierten Kreativität?

Christoph Böninger

Jede Menge. Stellen Industriedesiger und Initiator Sie sich einen jungen des Designlabels AUERBERG. Schnapsbrenner vor, dem auf einer Schottlandreise die landschaftliche Ähnlichkeit zwischen Schottland und Oberbayern ins Auge fällt: die Wälder, das Wasser, die Luft – er hat damals, glaube ich, auch den Sturkopf der Einheimi­ schen erwähnt. Der Destilliermeister Florian Stetter kommt zurück und sagt: Wir haben hier alles, um einen hervorragenden Whiskey zu brauen. Und dann macht er das. Im Oberland, am Schliersee. Der Whiskey heißt SLYRS. Er wird weltweit geschätzt. Oder die UniversalKreativen Thomas und Martin Poschauko. Sie passen in keine Schublade, springen lustvoll zwischen Design, freier Kunst und Consulting hin und her. In ihrem Gepäck wartet immer das Überraschende auf den passenden oder unpassenden Moment. Darüber freuen sich Unternehmen wie die Deutsche Post, ­M etaDesign oder Sony Music. Oder denken Sie an Nils ­H olger Moormann, der seine minimalistischen, „fleckviehinspirierten“ Möbel kompromisslos regional produziert – dafür aber weltweit vertreibt.

Wenn Sie in Richtung Zukunft denken, auf ­welche Projekte freuen Sie sich besonders?

Gerade komme ich von einem Workshop der iF Design Foundation. Im April 2018 wurde sie gegründet mit dem Ziel, Design und insbesondere seine sozi­ ale Bedeutung – frei von kommer­ ziellen Zwängen – zu fördern. Sie ist außerdem Träger des iF Awards. In der Stiftung haben wir über die Zu­ kunft der Designausbil­ dung nachgedacht. Wir wollen dazu ein Experten­ hearing ins Leben rufen. Vom 13. bis 15. März 2019, also während der MCBWZeit, wird das erste von insgesamt sechs Hea­ rings in der Büttenpa­ pierfabrik Gmund am Tegernsee stattfinden. Erste Ergebnisse sollen in einer öffentlichen Präsen­ tation  in Gmund vorge­ stellt werden. 


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Digital Power im vernetzten Land Die Digitalisierung verändert alles: wie wir denken, wie wir arbeiten, wie wir leben. Ein urbanes Leben? Oder lohnt es sich gerade auf dem Land, die Chancen der digitalen Bewegung zu ergreifen? Wir unterhalten uns dazu mit einer Frau, die es wissen muss: ­Ingrid Wildemann-Dominguez, Regionalmanagerin für Innovation und Kreativität bei der Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach. Wie steht sie, die kreative Köpfe und Macher im länd­ lichen Milieu bei der Umsetzung ihrer Ideen unter­ stützt, zum Thema Digitalisierung – Bedrohung oder Chance? Ingrid Wildemann-Dominguez wägt kurz ab, bevor sie antwortet. „Viele Tätigkeiten lassen sich digi­ talisiert präziser und schneller ausführen. Doch: Schöpferisch tätig sein, originelle Ideen haben und Fantasie einsetzen – das können nur wir Menschen. Die wichtigsten Kompetenzen der Zukunft sind des­ halb in meinen Augen Kreativität und Innovations­ fähigkeit.“ Im Offensein für Neues steckt dabei für sie die Idee, das Beste aus der digitalen Welt in die Arbeitsprozesse zu integrieren.

Doch was meint die Kreativwirtschaft im Oberland dazu? Darüber hat sie mit Designern, Handwerkern, Architekten und Digitalpionieren gesprochen – mit einem eindeutigen Ergebnis: Das Oberland braucht einen Ort, der Kreativität stimuliert und die Bedingun­ gen bietet, um aus einer Idee eine Innovation zu machen. Während der MCBW entsteht deshalb ein Prototyp für ein Kreativ- und Innovationszentrum in den Lagerhallen der Büttenpapierfabrik Gmund am Tegernsee. Das „POP UP INNOVATIONSHUB“ soll Schnittstelle, Eventlocation und Labor in einem sein, in dem Vorträge, Workshops und andere Events statt­ finden. „Im Mittelpunkt steht der Gedanke des Aus­ tauschs und des Teilens, denn jeder soll die Chance haben, Erkenntnisse zu gewinnen und Kontakte zu knüpfen.“

Impressionen vom Symposium zum kreativen Arbeiten in der Büttenpapierfabrik Gmund 2018.

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Ein Innovationszentrum auf dem Land – gibt die Region das denn her? „Vor ein paar Jahren vermutlich unvorstell­ bar!“, schätzt Ingrid Wilde­ mann-Dominguez. „Doch durch die Digitalisierung und Globalisierung verändern sich rasend schnell Produkte, Konzepte und Arbeitsweisen, die eben noch als beständig galten. Für einen Job vom Land in die Stadt ziehen? Dank Homeoffice ist das heute überflüssig.“ Ländlich wohnen und weltweit vernetzt sein – Digitalisierung mache es möglich, und gerade die Kreativbranche profitiere davon. Die Regionalmanagerin hofft auf das Innovationshub als integrativen Katalysator, der alle Interessierten in der Region anspricht. Der Erfolg werde sich zeigen. Ein Experiment also? „Klar. Aber genau das Richtige, um vorausschauende Macher und kreative Innovatoren zusammenzubringen!“ Wir ­drücken Ingrid Wildemann-Dominguez und den engagierten Oberländern die Daumen.

„Im letzten Jahr haben wir bei einem Symposium die Frage gestellt, ob das Oberland ein Kreativzentrum braucht. Die Antwort lautete eindeutig: Ja! Deshalb war für uns als Partnerregion der MCBW klar, dass wir so ein Zentrum erschaffen wollen. Wir sind gespannt, wie das Experiment ankommt.“

Ingrid WildemannDominguez ist Regionalmanagerin bei der Standortmarketing-­ Gesellschaft Landkreis Mies­ bach. Als Wirtschaftsförderin und Projektverantwortliche für die Regionalpartnerschaft zwischen dem Landkreis Miesbach und der MCBW setzt sie Schwerpunkte und konzipiert die Events.

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Vorhang auf, Bühne frei!

Hier fühlt sich der Klapperstorch wohl!

+ 6,6 %

165

58.816

Metropolregion München

Theater und Freilichtbühnen

Geburten in 2015

Ca. 50 %

- 3,8 %

452

der bayerischen Kinder wurden 2015 in der Metropolregion München geboren.

Deutschland 2015

Museen

2000

Da lacht der Geldbeutel!

Dahoam is dahoam! Einwohner in Mio.

ca. 6,5

ca. 20 % ca. 6

Metropolregion München

+ 523.756 Deutschland

- 1.969.684

ca. 5

Bewohner von 2015 bis 2034

Mit einer Kaufkraft von

25.790 €

pro Kopf im Jahr 2016 liegen die Bewohner der Metropolregion München

1990

2015

2034

17 %

über dem deutschen Durchschnittswert.

Überflieger! Flughafen München

Mit einem BIP von

82.696 €

je Erwerbstätigen im Jahr 2014 liegen die Bewohner der Metropolregion München

Eine sichere Sache!

über dem deutschen Durchschnittswert.

weniger Kriminalitätsfälle im Verhältnis zu Gesamtdeutschland

21 %

Platz 1 Platz 3

europaweit weltweit (Skytrax World Airport Awards)

ca. 24 %

Volltreffer! Der FC Bayern ist mit

ca. 280.000

★★★★★

42 Mio. Passagiere/Jahr 257 Destinationen

Wir wissen wo der Hammer hängt!

Mitgliedern der größte Sportverein weltweit.

(April 2017)

6,1 % 3,4 %

Arbeitslosenquote

Arbeitslosenquote (2016)

Wer hat’s erfunden?

17 %

aller deutschen Patente werden in der Metropolregion München eingetragen, 3x so viele wie der deutsche Durchschnittswert.

INTERESSANTE FAKTEN ALLGEMEIN

Metropolregion München

Deutschland

Das ist ja der Gipfel! Der höchste Berggipfel Deutschlands, die Zugspitze, und 300 Seen liegen in der Metropolregion München.

Einwohnerzahl 5.991.144 (Stand 31.12.2015)

27 Landkreise 6 kreisfreie Städte

ca. 26.000 Quadratkilometer die Metropolregion München

MEHR REGION. MEHR MÖGLICHKE www.metropolregion-muenchen.eu


r Fläche n ist beinahe so groß wie Belgien

EITEN.

Ca. 5.000

Autos werden in der Metropolregion München pro Tag durchschnittlich produziert.

2

Das in Deutschland drittgrößte,

Kultur- und Kreativwirtschaft

Bauwirtschaft

1

442 km

lange S-Bahn-Netz benutzen täglich ca. 800.000 Fahrgäste.

3

sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Branchenvergleich der Region

Ganz schön kreativ! Im EU-Regionenvergleich nimmt die Kultur- und Kreativwirtschaft der Metropolregion München die Spitzenposition ein. Dazu tragen zu gleichen Teilen die Städte, aber auch die Regionen bei.

…auch wirtschaftlich!

Stadt

50 %

7 von 30

Land

Dax Unternehmen haben den Hauptsitz in der Metropolregion München.

&

Die Hallertau ist mit

ca. 15.500 ha

ca. 100.000 Handwerksbetriebe

ca. 525.000

das größte zusammenhängende Hopfen-Anbaugebiet weltweit.

Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistung

Dann mal Prost! Der Ausrufungsort des

Reinheitsgebots von 1516 ist Ingolstadt.

Gemischtes Vergnügen! Das Original Spezi wurde 1956 in der Metropolregion München in Augsburg erfunden.

26

Hochschulen und Universitäten

2

1.300

Eliteuniversitäten Studienfächer

Ein Paradies für Schlauberger!

Beste Aussichten!

Artwork: www.dreigestalt.com

16 %

23,4 %

Beschäftigungswachstum der letzten 10 Jahre

Jeder vierte deutsche Nobelpreisträger kommt aus der Metropolregion München.

Deutschland Metropolregion München

38 %

36,2 % Fläche Metropolregion München/Bayern

50 %

7,2 % Fläche Metropolregion München/Deutschland

Verantwortlicher im Sinne des Presserechts: Europäische Metropolregion München e.V., Kardinal-Döpfner-Str. 8, 80333 München; Quellenangabe: Bayerisches Landesamt für Statistik, Bundesagentur für Arbeit, Deutsches Patent- und Markenamt, Bundeskriminalamt, MB Research GmbH. Weitere Quellenangaben finden Sie unter: www.metropolregion-muenchen.eu/daten-und-fakten/

Voll in Fahrt…

Automobilindustrie


MODE IM WANDEL

WIDER DIE MODERNE? S 

mart Textiles, Kleidung aus dem 3-D-Drucker, intelligente Wearables am Handgelenk, algorithmisch optimierte Stilberatung. Dort, wo einst sinnliche Stoffe, raffinierte Schnitte, zeitloses Design oder bahnbrechende Avantgarde zusammentrafen und sich zu einer ganz eigenen Melange aus persönlichem Stilempfinden und brillanten Ideen eines Modemachers vermischten, dort greift sie an. Der Schauplatz: unser Körper. Als Hauptakteur tritt auf: die Digitalisierung. Atmungsaktiv muss sie sein, aber zugleich windresistent: Längst hat Funktionskleidung Einzug in unsere Kleiderschränke gehalten, sie überschwemmt den deutschen Modemarkt ähnlich hinterfragungswürdig wie die Plastiktüten, die sich der Weltmeere bemächtigen. Das Farbspektrum von Einheitsgrau bis Neonfarben ist annähernd so vielfältig wie die Stoffe, Schnitte und … Formen.

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Barbara Vinken im Gespräch mit Ayla Amschlinger und Boris Kochan über Mode in Zeiten der Digitalisierung

Form follows function – bei der Übertragung des zum Slogan gewordenen Produktdesigner- und Architektenleitsatzes der Nachkriegsmoderne auf die Modebranche kräuseln sich die Lippen von Barbara Vinken, die als Professorin für Romanistik an der LMU München Textiles ebenso wie Texte analysiert. „Funktionskleidung ist eine Ideologie der Moderne – die zu 90 Prozent zum Weglaufen aussieht. Man muss dieser Ästhetik, die ja eine A-Ästhetik ist, unbedingt etwas entgegensetzen“, stellt Barbara Vinken entschieden fest. Wir haben die Modetheoretikerin in ihrem Büro in der Schellingstraße zum Gespräch getroffen, um uns überzeugen zu lassen: Das Potenzial von Mode als Gradmesser für gesellschaftliche Veränderung wird durch die Digitalisierung nicht geringer. Mode ist immer auch Ausdruck gesellschaft-


Große Ausstellung posthum im Londoner Design­ museum: Azzedine Alaïa.

licher Verhältnisse, Mode ist also auch ein Politikum. Für Vinken bleibt der häufig erhobene Vorwurf, dass sich Kleidung letztlich doch nur mit Oberflächlichem, mit Äußerlichkeiten beschäftigt, unverständlich. Wenn man zum Beispiel auf die historische Entwicklung der Funktionskleidung blickt, zeigt sich im Tragen von Arbeiterkleidung auch die Auseinandersetzung mit dem anderen: die Matrosenhemden der bretonischen Fischer, später die Jeans der kalifornischen Goldgräber. „Was passiert da eigentlich? Und warum ist es so interessant, sich die Matrosen-­ Ringelhemden oder die Goldgräberjeans anzuziehen? Darauf hat die Moderne immer die Antwort gegeben: weil es funktional ist. Und diese Antwort ist nicht ganz falsch, ich glaube aber, dass sie zu kurz greift. Es handelt sich auch um das Adaptieren des anderen. Man zieht sich den anderen an.“ Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Frauen noch Röcke trugen, konnte man sich vom „anderen“ – ob nun sozial oder geschlechtsspezifisch – noch sehr einfach differenzieren. Haben wir seither alle Optionen durchgespielt? Alle Rollen ausprobiert, alle Tabus gebrochen? Bleibt uns nur noch die Angleichung zum Unisex und zu hypermoder- Barbara Vinken ner Funktionskleidung, die Professorin für Romanistik zukunftsfähig sein soll? an der LMU München.

SINNLICHKEIT UND TEXTILKUNST – DIE GEGENBEWEGUNGEN ZUR FAST FASHION

Beim Bummel durch Münchens Innenstadt möchte man sich an Li Edelkoort erinnert fühlen. Die niederländische Trendforscherin hat unlängst den Tod der Mode ausgerufen. Mit Azzedine Alaïa sei, und darin stimmt sie mit Barbara Vinken überein, der letzte große Mode­ kreateur überhaupt verstorben. „Eine ganz neue Gestaltung der Silhouette“, erklärt Vinken. „Ich kenne keinen anderen, dem es durch Strick gelungen ist, die Silhouette ­völlig neu, nämlich ohne Unterkleider, zu projizieren. Das ist eine Kunst, die großes historisches Wissen voraussetzt. Die Technik mit historischem Wissen und einem klaren Ideal verbindet. Das ist es, was einen großen Designer ausmacht.“ Aufgabe der Mode sollte immer sein, den Körper zu formen, die Silhouette zu definieren – und eben nicht durch Gymnastik und Sport das Körperbild zu bestimmen. Was bleibt nach der Mode? Laut Edelkoort die Kleidung einer Branche, die auf Massenproduktion und Wegwerf­ textilien setzt. 

Das bretonische Fischerhemd: Funktionskleidung bis heute, nur anders.

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DIGITALISIERUNG: PRODUKTIONSTECHNISCHER WANDEL ODER SYMBOLISCHER UMBRUCH?

Digitalisierung in der Fashion-­ Industrie: Die Datenbrille hilft, Fadenfehler in der Web­ maschine zu ­entdecken.

Der negative Trend zu Fast Fashion beschäftigt auch Vinken. Dennoch erkennt sie ein Umdenken auf der Konsumentenebene: „Ich glaube, dass die Leute für die Liebe – früher hat man gesagt, zum Detail –, die Liebe zum Sinnlichen, wieder ein größeres Bewusstsein entwickeln. Und das bedeutet ja Ästhetik eigentlich: Erkenntnis durch Sinnlichkeit. Stoffe umfließen den Körper streichelnd, dieses sinnliche Verhältnis von Haut und Stoff schafft eine ganz eigene Beziehung zum Kleid. Und dass man die Geschichte dahinter kennt, das hat sich in den letzten zehn, zwanzig Jahren erstaunlich stark entwickelt.“ Ein Hoffnungsschimmer für die Mode? „Manche wiederum sagen, es gibt keine Mode mehr, es gibt nur noch Textilkunst.“ Barbara Vinken lehnt sich in ihrem Sessel zurück. Nur noch? Ihrer Ansicht nach verbirgt sich dahinter das Gegenteil: eine Aufwertung der Modeschöpfung und -kreation im ursprünglichen Sinne. „Nach Jahren der günstigen Massenproduktion gibt es eine neue Konzentration auf die Restauration von alten Techniken“, führt Vinken aus. „Es ist überraschend, wie viel Zeit wieder in das jeweilige Textil investiert wird. Eigentlich ist das immer das Moment der Haute Couture gewesen. Spitzen waren kostbar wegen der hochspezialisierten Techniken, die dahinterstanden – und weil es so lange dauerte. Und dieses Spezialistentum findet sich jetzt wieder in der Verbindung von Textil und Digitalisierung. Insofern sehe ich Textilkunst eher als eine Fortsetzung dieser Bewegung, deutlich mehr Sorgfalt, mehr Raffinement.“

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Bisher wird Digitalisierung in der Mode­ branche hauptsächlich als Unterstützungsprozess gesehen, der Geschäftsmodelle und Kaufabwicklungen schneller und effizienter gestaltet. Kaufentscheidungen werden aber insbesondere durch haptische Eindrücke gesteuert. Fühlt sich der Kaschmirpullover nicht so weich an, wie ich erwartet habe, schicke ich ihn zurück, auch wenn mir der Algorithmus ein vermeintliches Lieblingsteil angepriesen hat. Die Digitalisierung rationalisiert auch in der Mode Arbeitsprozesse umfassend und wird zum Wegfall vieler Arbeitsplätze führen – nicht mehr und nicht weniger als in anderen Branchen. Automatisierungsprozesse werden viele heute noch von Hand durchgeführte Tätigkeiten übernehmen. Probleme, die es auch während der industriellen Revolution Anfang des letzten Jahrhunderts gegeben hat. Und warum sollte nicht eine künstliche Intelligenz Kleidungsstücke entwerfen? Kommt also mit der Digitalisierung nun nicht der nächste große Umbruch – auch in der Mode? Nein, meint Vinken. „Die Frage ist doch, ob es sich um symbolische Umbrüche handelt. Nicht jeder Wandel in der Produktionsform führt gleich zu einem symbolischen Umbruch. Im Gegensatz zur Digitalisierung war die Französische Revolution ein solcher symbolischer Umbruch, kein produktionstechnischer. Alle Menschen werden Brüder, und das sind sie geblieben, bloß die Frauen nicht. Das ist, was wir bis heute haben, und das ist eine hauptsächlich nach Geschlechtern getrennte Gesellschaft.“ „Das grundlegende Gegensatzpaar ist bis heute Männer- versus Frauenkleidung“, sagt Vinken. „Männer ziehen sich eben nicht an wie Frauen, Frauen sind modisch und Männer zumeist nicht. Und deswegen ist diese entsetzliche Ästhetik der Moderne, wenn man so will, eine, die vom Weibisch-­ Orientalischen weggeht und – form follows function – eine zutiefst antimodische


­ sthetik propagiert. Aber Mode hat das Ä Potenzial, diese Ästhetik zu untergraben, sie zu zersetzen und etwas dagegenzustellen.“ Die wichtige Funktion der Mode ist es, die Verhältnisse unserer Gesellschaft – in Falten gelegt und mit Säumen versehen – textil widerzuspiegeln. Daraus speist sich auch ihre politische Dimension. Und begegnet uns so tagtäglich im Spiel mit den vorherrschenden Paradigmen auf den Straßen, in der Bahn, auf Werbungen, in Hochglanz­ magazinen. „Mode bildet die Kategorien unserer Gesellschaft einfach nach, stellt sie dar.“ ­B arbara Vinken überlegt kurz. „Welche Klischees werden aufgeworfen? Wie werden diese umgedreht? Wie wird der Körper konstruiert? Welche Stoffe fließen mit ein? Das Denken über Mode, und nicht nur das, hat sich in den letzten zwanzig, dreißig Jahren enorm verändert. Mode ist von allen Design­ disziplinen für mich die ästhetisch und kulturell interessanteste, weil sie am lebenden Körper passiert.“

BEGIERDE UND BEGEHREN: MODE IN MÜNCHEN Und wie sieht es nun konkret mit München aus, wollen wir wissen? „Ich finde, es gibt hier bereits ein paar sehr interessante Desig­ ner. München hat genügend Geld, es fehlt vielleicht ein bisschen an intellektuellem Raffinement – aber ich bin da eigentlich ganz optimistisch“, lacht Vinken. „Ich würde sagen, die Intelligenz und die Lust an der Pointe, am Untergraben, sind schon da. Deswegen gibt es zum Beispiel ja auch den Münchner Modepreis, den die Landeshauptstadt seit 2016

alle zwei Jahre während der De­­ signwoche MCBW als N achwuchs ­ preis vergibt.“ Zu jeder kulturellen Produktion, zu allem, was Mode ist und sein soll, gehört un­ abdingbar auch eine Form der Reflexion. Sonst müssten wir uns keine Gedanken über die Funktionskleidung machen und welche Rolle sie im U ­ niversum der Modeschöpfung wohl spielen mag. Oder uns im Umkehrschluss fragen, was uns das freiwillige, fast schon begierige Tragen raschelnder Synthetikstoffe mit aufgesetzten Reflektoren über uns selbst eigentlich verrät. „Genau an diesem Punkt müssen Modejournalismus, müssen Designpreise und Modeschulen ansetzen“, so Vinken weiter, „um das kritische Hinterfragen in Gang zu bringen, um die Urteilskraft zu schärfen. Aber es ist ja schon erstaunlich, dass diese Sicherheitswesten mit Neonstreifen längst auf den Laufstegen zu sehen waren, bevor sie mit den ‚gilets jaunes’ die Straße eroberten.“ Barbara Vinken war selbst in der Jury des bisher zweimal verliehenen Münchner Mode­ preises und weiß, wovon sie spricht: „Viel zu häufig wird in der Mode geglaubt, dass für die Produktion nur Geld wichtig ist: ganz schlecht! Denn dann wird es stumpfsinnig und vor allem wird es auch steril. Es reicht nicht, zu sagen, I like it. Or not! Man muss fähig sein, Kriterien zu entwickeln.“ Wir sollten lernen, „uns von den vermeintlichen Diktaten des Markts, der Nachfrage, den Ängsten, besonders geschürt durch den digitalen Wandel, freizumachen.“ Mode als ästhetische Disziplin soll eben nicht den Erwartungshorizont erfüllen, sondern muss diesen überschreiten. Regeln müssen gelernt werden, um diese dann zu brechen. „Mode will immer das Neue, und das Neue ist das Unerwartete. Und ja, das muss etwas sein, was der Markt nicht will“, schließt Barbara Vinken unser Gespräch. „Du willst nicht ­e infach ein Begehren erfüllen, du willst Begehren schaffen!“ Mehr zum Münchner Modepreis 

Technikfreunde finden mehr und mehr smarte Technologien in Kleidung.

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www.rosenthal.de


MÜNCHNER MODEPREIS 2018 Mit dem Münchner Modepreis, der alle zwei Jahre während der MCBW verliehen wird, will die Stadt jungen Design­talenten eine Bühne geben, um ihre Ideen der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Preisverleihung im alten Rathaussaal mit Karen Webb.

Der Gewinner des Modepreises 2018 Felix Richter mit ­seiner Kollektion Return to the Clinic.

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Links: Stefanie Reppert mit ihrer nominierten Kollektion I’M A HYBRID. Unten: Flurina Vögeli zeigte ihre nominierte Kollektion Social Branding.

Laura Pairan und ihre Kollektion Stara nova Ljubav.

Preisträger Münchner Modepreis 2018 – v.l. Otilia Vlad (zweiter Platz), Bürgermeister Josef Schmid, Felix Richter (erster Platz), Christine Kiker (Publikumspreis), Laura Pairan (zweiter Platz).

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Otilia Vlads Kollektion FROZEN beim Modepreis. Rechts: eines ihrer Modelle.

Die Diplom-Textilingenieurin Otilia Vlad, eine der Preisträgerinnen des Münchner Modepreises 2018, nimmt das Angebot für weiterführende Seminare und Coachings wahr, die das Referat für Arbeit und Wirtschaft den jungen Modedesig­ nern vermittelt. Sie konnte weitere Ausstellungen ihrer Arbeit auf dem BIOTOPIA-Fest im Nymphen­ burger Schloss und in Würzburg realisieren. Ihr ­Konzept FROZEN beschäftigt sich mit den nega­ tiven Folgen des Klimawandels – die Kollektion ist inspiriert von der organischen und symme­ trischen Form von Eiskristallen. Durch intensive Handarbeit, die Verwendung von Haute-­Couture-­ Techniken und natürlichen Materialien ist die ­Kollektion damit Ausdruck der Mehrdimensionalität unseres Lebens: Natur, ­Kultur, Tradition und die eigene Identität werden sicht- und tragbar. Die Modedesignerin arbeitet gerade an ihrer neuen Kollektion, die komplett aus Unikaten besteht. Das Besondere daran sind die intensive handwerkliche Arbeit und die Verwendung nachhaltiger, natürlicher Materialien. „Dabei wende ich – in meiner eigenen Interpretation – traditionelle Methoden aus meiner Heimat an und achte darauf, dass bei der Arbeit keine Abfälle entstehen. Alle Stoffreste setze ich für neue Modelle ein.“ Ein Statement für einen sorgsamen Umgang mit der Natur auch in der Modeindustrie. www.maisonoctavian.com Unikate aus nachhaltigen Materialien – Otilia Vlads neue Herbst/Winter-Kollektion.

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GESUND(HEIT) GESTALTEN LEBENSWERTE STADT

MCBW STORY

Biophilic Design von der neuen Haunerschen Klinik bis zu Münchens Essbarer Stadt Text: Jonas Rehn

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Überall drohen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge – so auch in München. Die Stadt hält bislang wenig davon, da deren Einhaltung schwierig zu kontrollieren ist. Auch der Freistaat sperrt sich an entscheidenden Stellen. Es werden neue Wege gesucht, Gesundheit zu fördern, sowohl beim großen Thema ­Verkehr wie auch in Details. Stadt- und Raumplanung, Architektur und Design können sich auf unterschiedliche Weise auf die Gesundheit der M ­ enschen, die sie umgeben, auswirken. Die Neuplanung eines Kinderspitals in München zeigt beispielhaft, dass Gesundheit fernab politischer Diskurse um Risiko­ faktoren und Wohnraum auch eine gestalterische Fragestellung ist.

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MÜNCHNER HOFGARTEN Der Münchner Hofgarten ­entstand ab 1613 außerhalb der damaligen Graben­ befestigung zeitgleich mit den Neu- und Erweiterungs­ bauten der Residenz unter Herzog Maximilian I. Zentrum des ehemals mit Rundtempeln, Maulbeer­ gängen, Brunnen, Spalieren, Buchsornamenten und Obst­ bäumen reich ausgestatteten Renaissancegartens ist der 1615 von Heinrich Schön d. Ä. errichtete Pavillon, der durch seine acht Eingangsbögen die Aufteilung der Garten­ fläche durch Kreuz- und ­Diagonalwege bestimmt. Hofgartenstraße 1 80539 München ganzjährig geöffnet

Biophilic Design als Beispiel einer gesundheits­ fördernden Gestaltung

Wer schon einmal in München durch den neu gestalteten Taxispark flaniert ist oder im Amphionpark ein paar Körbe geworfen hat, verspürte vielleicht schon den regenerativen Effekt, den der direkte Kontakt zur natür­ lichen Umgebung erzeugen kann. Schon in den 80er-Jahren formulierte Edward O. ­Wilson in seinem Werk zur Ethik des Natur­ schutzes die sogenannte Biophilie-Hypo­ these, nach der Menschen eine grundsätz­ liche Affinität zu lebenden Organismen und natürlichen Strukturen haben. Eine Gestaltung, die entsprechende natürliche Muster aufgreift, nennt sich bio­ phil. Sie ist im Alltag häufig anzutreffen. Wer beispielsweise an einem sonnigen Nach­ mittag durch den Münchner Hofgarten spa­ ziert und sich im Schatten des Dianatempels eine Pause gönnt, erfährt gleich mehrere biophile Gestaltungsmuster. So erzeugt das Plateau unter der Kuppel einen Zufluchts­ ort mit w ­ eitreichendem Ausblick. Gemäß der Prospect-Refuge Theory des Geografen

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Jay Appleton, wonach der Mensch sich in Landschaften mit Ausblicks- und zugleich Rückzugsmöglichkeiten am sichersten fühlt, wirkt dieses ästhetisch anregende und schützende Arrangement stressreduzierend. Gleichzeitig tritt der Besucher hier sehend, hörend und riechend in Kontakt mit einer vielseitigen Natur, was sich ebenfalls positiv auf den Organismus auswirkt. Solche Prinzi­ pien lassen sich in vielen Fällen auch auf die Gestaltung öffentlicher Plätze und die Stadt­ planung allgemein übertragen. Die Einbin­ dung natürlicher Systeme wie Grünstreifen, Parks und Brunnen haben dementsprechend einen nachhaltig positiven Effekt auf die Menschen, die sich in diesem Raum aufhal­ ten. Urbane Strukturen wie der Münchner Stachus-Brunnen verändern nicht nur das Stadtbild, sondern erlauben auch, Wasser zu sehen, zu hören und sogar zu spüren, was den Erholungseffekt einer Mittagspause auf einer der Steinsitzgelegenheiten vor dem Brunnen verstärken kann.


Durchatmen und Kraft schöpfen: Die Sonnenliegen im Taxispark können individuell zur Sonne ausgerichtet werden.

Wo früher ein Schwimmbecken war, wurde ein sogenannter Senk­ garten über drei Ebenen angelegt, der barrierefrei zugänglich ist.

Münchner Fallbeispiel einer gesundheits­ fördernden Architektur

Inwiefern Gestaltung im Fall von Architektur gesundheitsfördernde Potenziale nutzt, lässt sich oft erst in der tatsächlichen Umsetzung und Nutzung des Gestalteten feststellen. Nicht umsonst wird im Städtebau eine nut­ zungsorientierte Erfolgsprüfung, eine soge­ nannte Post-Occupancy Evaluation (POE), in der Regel erst ein Jahr nach Fertigstellung einer Immobilie durchgeführt, um Wirkung und Nutzungsmuster eines Gebäudes zu erfassen. Gleichzeitig lassen sich aber kon­ zeptionelle Ansätze und architektonische Zielsetzungen im Entwurf betrachten. Schauen wir uns beispielsweise den geplan­ ten Neubau des Haunerschen Kinderspitals in München an: Hier findet sich eine Viel­ zahl methodischer Ansätze, die sich der gesundheitsfördernden Gestaltung zuord­ nen lassen. 

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„Bereits beim Betreten des Gebäudes sollte man diesen Ansatz spüren. Patienten, Besucher und Personal werden von einem grünen Innenhof empfangen, den sie durchlaufen, um zum ­Haupteingang zu gelangen. Sie können sich Zeit nehmen, sich zunächst auf das Gebäude und die neue Umgebung einlassen.“

Innen und Außen stärker in Verbindung treten. „Der recht niedrige Baukörper wird durch die rund und weich in die Form geschnittenen grü­ nen Höfe in kleine Teile auf­ In dem von der Nickl & Partner gebrochen. Sie sind leicht Architekten AG gestalteten wiederzukennen, ermögli­ Entwurf ist der rechteckige chen gute Orientierung und Grundriss des Gebäudes Prof. Hans Nickl Identifikation mit der jeweili­ organisch durch mehrere Dipl.-Ing. Architekt gen ‚Inselwelt’ und sorgen Innenhöfe geöffnet und nutzt Nickl & Partner natürlich für eine mit Tages­ als zentrales Thema darin licht durchflutete Umgebung, grüne Inseln, die durch die großzügigen die sich stets auf die umgebende Parkland­ Fensterflächen aus dem Gebäudeinnern gut schaft bezieht.” Dieser intensive Bezug nach sichtbar sind, durch direkte Interaktion aber außen erscheint als „Verbindung mit natür­ auch erlebbar: sehend, hörend und tastend. lichen Systemen”, die William Browning und Diese Öffnung eines in anderen Fällen oft Catherine Ryan von Terrapin Bright Green, technisch steril behandelten Klinikthemas in einem Beratungs- und Designbüro für Green Richtung Natur und Sinneswahrnehmung Building und Real Estate, als eines von 14 greift unmittelbar die weiter oben beschrie­ biophilen Gestaltungsmustern identifiziert benen biophilen Gestaltungsmuster auf. So haben. Er erlaubt es, zeitliche und klimatische erläutert auch Prof. Hans Nickl: „Von Anfang Veränderungen bewusster wahrzunehmen an wollten wir uns von überkommenen Mus­ und somit für Orientierung bei Patienten und tern im Krankenhausbau lösen und etwas Personal zu sorgen.  Neues wagen.” Dieses Umdenken zeigt sich auch in einem Verständnis der dramatur­ gischen Erschließung der Klinik. Die Bespielung der gläsernen Fassade etwa durch visuell unregelmäßig anmutende Holzpaneele greift das Gestaltungsmuster nicht rhythmischer Strukturen auf und weckt so ästhetisches Interesse, während

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Die grünen Inseln im Innenhof ­lassen Patienten und Besuchern Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Insgesamt folgten die Architekten damit dem Ansatz einer gesundheitsfördernden Archi­ tektur, die die Gesundheitsversorgung aktiv und auf verschiedenen Kanälen unterstützt. Dabei ist man sich bewusst, dass gestalteri­ sche Maßnahmen die therapeutische Dienst­ leistung nicht nur technisch-funktional und ästhetisch verpacken. Vielmehr sind Gestal­ tung und Therapie wechselseitig ineinander verwoben und beeinflussen sich direkt: „Zum einen streben wir eine verbesserte Arzt-Patient-Kommunikation an. Zum ande­ ren soll die Gebäudegestaltung dazu bei­ tragen, Schwellenängste der Patienten abzu­ bauen. Beide Ziele sind Voraussetzung für eine gute Gesundheitsversorgung. Beide haben etwas mit dem Überwinden von Gren­ zen zu tun, einerseits die Grenze zwischen Arzt und Patient, andererseits die Grenze zwischen Innen und Außen. Wobei Innen und Außen hier gleichzusetzen ist mit ‚krank sein’ und ‚gesund sein’.” Dies setzt sich auch im Innern der Klinik fort. So wurde beispielsweise im Patienten­ zimmer dieses pädiatrischen Zentrums nicht nur auf eine visuell leicht erfassbare Struktur Wert gelegt, sondern durch die Einbindung von natürlichen Materialien wie Holzböden und Wandpaneelen eine wohnliche Gesamt­ anmutung erreicht. „Innerhalb der klar defi­

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nierten Grenzen des Gebäudes, die sich an der Struktur des umgebenden Campus Großhadern orientiert, sollten Kinder, Jugendliche, Eltern, Wöchnerinnen und das Personal eine von grünen Inseln durch­ drungene Genesungs- und Arbeitswelt vor­ finden.” Am Konzept des Neubaus des Hauner­ schen Kinderspitals in München zeigt sich in erster Linie der Handlungsspielraum von Gestaltung – und hier besonders der Archi­ tektur – im medizinischen Kontext. Ein sol­ ches Umdenken therapeutischer Räume – wobei es im internationalen Vergleich durchaus ähnliche, wenn nicht gar radikalere Formen gibt – rückt die Gestal­terInnen in eine neue Rolle. Die intensive Auseinander­ setzung mit dem Feld erfordert neben der gestalterischen Expertise spezifisches Fach­ wissen. So betont auch Nickl als entschei­ dendes Merkmal des Krankenhausbaus die Notwendigkeit „fundierter Fachkenntnisse über Prozesse in den einzelnen Abteilungen und Stationen (…) – von Behandlung/Unter­ suchung über Intensivmedizin und Pflege bis hin zur Logistik.” Damit wird Gestaltung in all ihren disziplinären Unterformungen zur komplementären Disziplin, die medizinische Prozesse verstehen soll, mitdenkt und über den Entwurf unterstützt.


Kindern die Schwellenangst nehmen: Die ­Patientenzimmer sind hell und freundlich einge­ richtet, natür­ liche Materialien prägen den Raum.

Die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung sowie der transdisziplinäre Erkenntnisgewinn ist dabei stets als fortlaufender, sich schritt­ weise annähernder Prozess zu betrachten. Und so kann man auch im Neuen Hauner weiterdenken und beispielsweise der Frage nachgehen, inwiefern in den grünen Inseln echte Healing Gardens zu finden sind, wie Clare Cooper Marcus und Marni Barnes sie in ihrem gleichnamigen Designleitfaden für Landschaftsarchitekten im Bereich medizi­ nischer Einrichtungen beschreiben. Viel­ leicht erweist sich erst in der unmittelbaren Aneignung dieses Raumes durch die Nut­ zerInnen, ob die Gärten verborgene Wege zu Entdeckungen und Überraschungen bie­

ten, ob sie florale Abwechslung zeigen und auch im kalten Winter noch über ästhetische Stimuli verfügen. Oder ob die gewählte Vegetation eine Fauna anzieht, die akustisch und visuell bereichernd wirkt und an sich bereits neben ihrer visuellen Wirkung auch den Geruchssinn stimuliert. Ein Healing Gar­ den bietet dann auch Rückzugsmöglichkei­ ten für private Gespräche und schafft einen situativen Rahmen für die Begegnung mit Fremden. Er bietet Raum für persönliche Momente und die individuelle Auseinander­ setzung mit der momentanen Lebenssitua­ tion. Und manchmal birgt dieser Garten auch die Möglichkeit der aktiven Gestaltung. 

Healing Gardens sollen die Lebensqualität erhöhen. Sie wir­ ken visuell und stimulieren den Geruchssinn.

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Konzepte zur Steigerung von Sozialität und gesellschaftlicher Teilhabe Die Einbindung natürlicher Systeme kann zudem auch sozialen und transkulturellen Austausch fördern und so zu mehr gesell­ schaftlicher Teilhabe beitragen. Dies zeigen auch Beispiele zu Urban Gardening wie Urbane Gärten München oder die Essbare Stadt, bei denen BürgerInnen aktiv und par­ tizipativ eingebunden werden. Dabei erzeu­ gen solche Urban-Gardening-Projekte einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Wer etwa im Rahmen solcher Initiativen am Stadtbild seines Quartiers mitwirkt, spürt oft einen intensiveren Bezug zu seiner Umge­ bung. Dabei sind es häufig Gruppenarbeiten, bei denen man mit dem Unbekannten aus der Parallelstraße oder der netten Dame von nebenan die Setzlinge für das Frühjahr pflanzt, dabei Neues lernt und miteinander

plaudert. Initiativen wie die Essbare Stadt können sinnstiftend wirken. Sie fördern das Kohärenzgefühl, das Kernelement der soge­ nannten Salutogenese, eines wissenschaft­ lichen Konzepts der Entstehung von Gesund­ heit, das der Soziologe und Stressforscher Aaron Antonovsky in den 70er-Jahren entwi­ ckelt hat. Wer sein Kohärenzgefühl stärkt, erlebt die Welt als zusammenhängend und sinnvoll. Dieses Gefühl von Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit ist nach Antonovsky ein elementarer Faktor, um die Gesundheit zu fördern. Auch im Biophilic Design ist es wiederzufinden: wenn nämlich eine gesunde Entwicklung des urbanen Organismus zur Gesundung von Men­ schen beiträgt.

O’pflanzt is: Urban Gardening ist mehr als einfach nur Gärtnern.

AUTOR Jonas Rehn ist promovierter Designforscher und Indus­ triedesigner. In seiner For­ schungsarbeit befasst er sich mit der gesundheitsfördern­ den Wirkung der Gestaltung und insbesondere mit ihrem Einfluss auf das Gesundheits­ verhalten.

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OUR PERSPECTIVE ON PRINT Relevant, evolving, tangible


SCHRIFTEN IM DESIGN SCHAU! MAGAZIN

Die Maßschneider des geschriebenen Worts Paul Barnes und Christian Schwartz von Commercial Type im Porträt Text: Florian Hardwig

„W Alle Schriften im DESIGN SCHAU! Magazin 2019 stammen aus dem Hause C ­ ommercial Type. Folgende Schriften werden hier verwendet: für die Headline Dala Moa, für ­Intitiale und Zitat Dala Prisma, für den Copytext Graphik.

enn sich die einzelnen Details zu einem Ganzen fügen … dieser Moment hat nichts von seiner Magie verloren“, sagt Christian Schwartz. Seit vielen Jahren zeichnet der Amerikaner Buchstaben – seinen ersten Font hat er mit 14 veröffentlicht. Und so eng der Spielraum in der Schriftgestaltung auch zu sein scheint: „Es ist immer wieder faszinierend, etwas Neues zu entdecken“, ergänzt der Brite Paul Barnes. Vor zwölf Jahren haben die beiden Commercial Type gegründet. Längst gilt die Foundry als erste Adresse für hochwertige Designerschriften. Barnes und Schwartz bilden ein Team, seit Mark Porter die beiden ins Boot geholt hat, um dem Guardian eine neue typografische Stimme zu geben. Für die Zeitung entwickelte das Duo mehrere aufeinander abgestimmte Familien, um alle Bedürfnisse abzudecken: Die Guardian-Schrift gibt es mit und ohne Serifen, in speziellen Anpassungen für Text wie für Headlines, in einer Vielzahl von Fettegraden und Breiten. Auch eine für kleinste Größen optimierte Version ist dabei: Dank der Agate bleiben selbst Börsenkurse auf dem groben Papier gut lesbar. Zunächst erhielt der Guardian exklusive Nutzungsrechte. Als diese ausliefen, bildeten die Schriften 2007 den Grundstein zu ihrer eigenen Foundry. Ein Jahrzehnt später gilt die Firma als Paradebeispiel eines gestalterisch führenden und wirtschaftlich unabhängigen Schriftverlags. Commercial Type ist eine Marke, die unter Kunden wie Kollegen gleichermaß en hohe s Ansehen genießt. Schwartz leitet das New Yorker Büro. Barnes dagegen sitzt auf der anderen Seite des Atlantiks, in London. „So können wir rund um die Uhr arbeiten“, scherzt er. Online stehen

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die Partner in ständigem Austausch. „Das erscheint mir als eine sehr zeittypische Art der Zusammenarbeit“, meint Schwartz. „Die geografische Distanz hilft, uns auf das Wesentliche zu fokussieren.“ Neben ihren eigenen Fonts geben sie auch die anderer Gestalter heraus. „Das war von Anfang an der Plan, daher heißen wir auch nicht Barnes & Schwartz, sondern Commercial Type. Es macht uns große Freude, spannenden Ideen von Kolleginnen und Kollegen zu einem Publikum zu ver­ helfen.“ Fonts von Commercial Type sind ausschließlich über deren eigene Website erhältlich. Auf den großen Plattformen sind sie bewusst nicht vertreten. Dort wären sie nur ein Label unter Hunderten, mit zu wenig Kontrolle über die Präsentation. Innovativen Vertriebskanälen gegenüber ist die Foundry


allerdings durchaus aufgeschlossen: Über die Fontstand-App lassen sich ausgewählte Schriften monatsweise mieten. Und ihre mit kyrillischen Zeichen ausgestatteten Fonts gibt es auch bei den Freunden von Type. Today, die den russischen Markt bedienen. „Für die Entscheidung, eine eigene Foundry zu gründen, war es von Vorteil, dass wir ein ziemlich genaues Bild unserer Zielgruppe hatten. Wir sehen uns als Teil der Grafikdesignszene und insbesondere des Editorial Designs“, umreißt Schwartz die programmatische Ausrichtung. Aus der Welt der Zeitschriften stammen auch die meisten Aufträge für maßgeschneiderte Fonts. „Die Zusammenarbeit mit Kunden pusht uns“, so Barnes. Auf die Giorgio etwa – eine von sieben Schriften für T, das New York Times Style Magazine – wären sie von sich aus kaum gekommen. Chris ­M artinez, damals Art Director von T, hatte die Vision von hochaufragenden Lettern mit laufstegartigen Proportionen, um in seiner Heftgestaltung Bezug auf die 1920er- und 30er-Jahre nehmen zu können – „an sich gar nicht unser Geschmack.“ Das Ergebnis ist nun fester Teil des Schriftenangebots, als eine von inzwischen über 40 Kollektionen. Ein gutes Dutzend davon ist hier zu sehen: Das vorliegende Magazin ist ausnahmslos in Commercial-Type-Schriften gesetzt. Die stilistische Bandbreite ist enorm. Sie reicht von der britisch-distinguierten Austin (ursprünglich entworfen für das Modemagazin Harper’s & Queen) über die schlagkräftige Stag (für die US-Ausgabe von Esquire) bis zur retro-futuristischen Kommissar (für Florian Bachledas Redesign von Fast Company). D ­ as

Wechselspiel mit dem Kunden führt zu passgenauen Lösungen, erklärt Schwartz. „Da fordert die Art-Direktorin einen noch etwas schmaleren Schnitt an, um mehr Wörter in der Titelzeile unterzubringen. Als Nächstes ist vielleicht eine Hairline-Variante gefragt, um dieselbe Ästhetik auf sehr große Größen zu übertragen.“ Mithilfe digitaler Werkzeuge sind solche Anpassungen rasch gemacht und rechnen sich selbst dann, wenn die Schrift nur für wenige Ausgaben zum Einsatz kommt.

„Man darf Ideen nicht zu sehr glätten, sonst verlieren sie ihren Charme.“ Eine Schrift bis zur Veröffentlichung zu bringen, mit allem was dazugehört – Ausbau des Zeichensatzes, Bildschirmoptimierung, ­M arketing usw. – kann dagegen sehr lang dauern. „Da sind Selbstzweifel angesagt: Ist die Idee es wirklich wert, so viel Zeit zu investieren?“ Lachend zitiert Barnes seinen Schriftgestalterkollegen Petr van Blokland: „Die ersten 90 % eines Projekts erfordern 90 % der Zeit. Für die restlichen 10 % gehen die anderen 90 % der Zeit drauf.“ Manche Vorhaben ziehen sich über Jahre. Die Serie mit Interpretationen englischer Schriften aus dem 19. Jahrhundert etwa hat Barnes angefangen, noch bevor es die Foundry gab. „Genau genommen beginnt ihre Geschichte 1836!“ Unter dem Namen Commercial Classics wird sie schließlich 2019 erscheinen. Er konstatiert: „Man darf Ideen nicht zu sehr glätten, sonst verlieren sie ihren Charme.“ Der Computer verleite dazu, es zu perfekt zu machen. „Mit den Jahren wachsen die Fähigkeiten, und irgendwann können die alten Entwürfe handwerklich nicht mehr überzeugen.“ Andere Ideen dagegen haben ein Verfallsdatum. „Da gilt es: jetzt oder nie! Wieder andere mögen perfekt erscheinen, sind aber ihrer Zeit voraus“, verrät Schwartz. Gänzlich beerdigt werden Schriftentwürfe selten; sie wandern in die Schublade. „Denn wer weiß? Eventuell sind sie genau das Richtige für die nächsten Anfrage.“  Gelegentlich kommen Christian Schwartz (links) und Paul Barnes auch persönlich zusammen – hier bei einem Treffen in New York.

DESIGN SCHAU! Das Magazin 59


COMMERCIAL TYPE – SCHRIFTEN IM PORTRÄT

„Es geht darum, historische Anregungen in einen neuen Kontext zu überführen“ „Wer nicht überraschen kann, sollte besser die Finger von Schriftgestaltung lassen“, rät Paul Barnes. Auf Sandrine Nugue trifft das gewiss nicht zu. Die Französin gilt in der Szene als großes Talent. Ihr jüngster Entwurf, eine Schablonenschrift mit markanten Einschnitten, entstand für ein Leitsystem. Für Titelzeilen oder Marken macht sie sicher auch eine gute Figur. „Diese Art von Minimalismus ist ungewöhnlich verspielt und wunderbar kreativ“, so Barnes. Die Displayschrift konnte ihn so sehr begeistern, dass er sie sich direkt für die Foundry sicherte. Im Dezember kam sie unter dem Namen Orientation bei Commercial Type heraus.

„Diese Art von Minimalismus ist ungewöhnlich verspielt und wunderbar → kreativ.“

Starke Striche ohne Serifen schnörkellose Formen vielseitig einsetzbar Multiscript Großfamilie 60  DESIGN SCHAU! Das Magazin

Im Kern folgt die Dala Floda der Formensprache des 16. Jahrhunderts, mit einer Dick-Dünn-Verteilung, die den Duktus einer Breitfeder imitiert. Die Schablonen-­ Stege jedoch katapultieren die Schrift von der Renaissance in die Jetztzeit. Auch die fetten Schnitte weisen sie als zeitgenössisches Werk aus, wurden diese doch erst viel später erfunden. Ganz zu schweigen von den Ableitungen Dala Moa (ohne Serifen) und der spek­ takulären Dala Prisma (mit Op-Art-Streifen). „Es geht darum, historische Anregungen in einen neuen Kontext zu überführen“, so Barnes. „Wichtiger als Authentizität bis ins letzte Detail ist es, überzeugend zu ­wirken. Schließlich gestalten wir nicht fürs Museum, sondern für heutige Anwendungen.“

Die Graphik zählt zu den ersten Schriften, die bei Commercial Type herauskamen. Sie erfreut sich ungebrochener Popularität. Mit gleichmäßig starken Strichen ohne Serifen und schnörkellosen Formen steht sie in der Tradition der Groteskschriften der klassischen Moderne. Sie entwickelt kaum Eigen­ geschmack und ist somit umso vielseitiger einsetzbar. Um weitere Märkte zu erschließen, wurde sie um griechische, kyrillische und arabische Zeichen ergänzt. Seit 2018 umfasst die Großfamilie nun acht Breiten von XXXX Condensed bis Wide, in jeweils neun Fettegraden, in aufrecht und kursiv. Mit der Produkt steht ihr eine Schwesterschrift mit angesetzten Balkenserifen zur Seite.


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DRUCKEREI

D 

esign und Druck, das gehört irgendwie zusammen. Nicht nur, dass der Begriff „Design“ sich vom italienischen „disegno“ herleitet: Zeichnung – also Form und Farbe zu Papier gebracht, vervielfältigt, verewigt, veredelt. Und Druck, der mehr sein will als ein bloßes Reproduktionsmittel, das sich selbst überholt hat, braucht Design. Eine Druckerei, die das mit einer guten Portion Digitalisierung mixt, hat das perfekte Überlebenselixier in einer branchenfeindlichen Zeit. Erst kürzlich ist der Papier gewor­ dene Protagonist des Wirtschafts­ wunderzeitalters gestorben: 1000 Seiten, 1,7 Kilo – ein schwerer Schlag! Das Versandhaus Otto hat dem Zeitgeist folgend komplett auf Onlinehandel umgestellt. Ob die ehemaligen Katalogproduzenten das überstehen? Auch für sie gibt es Überlebensstrategien, wie inno­ vative Druckunternehmen wie Eversfrank beweisen: etwa mit P2B, Power to Business, wie der Blick über den analogen Tellerrand hier heißt. Ein Versandhändler will keine Mammutwälzer mehr, die eine minimale Res­ ponse erzeugen? Dann bekommt er eben kleine, thematisch oder saisonal sehr spezialisierte Ausga­

Text: Sigrun Borstelmann

ben, die genau die Bedürfnisse des Empfängers abbil­ den. Kleiner Aufwand, große Wirkung! „Print ist heute nahezu genauso schnell wie das Internet“, sprudelt Fabian Nissen von Eversfrank mit Begeisterung hervor, und man spürt, dass er die Digi­ talisierung nicht als Bedrohung, sondern als willkom­ menen Sparringspartner empfindet. Schließlich geht es darum, die Kunden, hauptsächlich den Handel, zu unterstützen. „Wir sind in der Lage, personalisierte Listen aus dem Web in Steuerdateien umzuwandeln, die extrem zielgerichtete Werbemaß­ nahmen ermöglichen. Wenn eine Hamburgerin aus Blankenese einen Modeprospekt anfordert, kann ein edler Kaschmirpulli auf dem Cover sein. Kommt die Bestellung aus einem weniger begüterten Viertel, preist ein Störer Ratenzahlung an.“ Und Adblocker? Kennt der Briefkas­ ten nicht. Während viele Internet­ user Werbung systemisch unterbin­ den, schafft volladressierte analoge Post immer den Weg in die Haus­ halte. So kam Eversfrank auf die Idee, Warenkorbabbrecher, die ihr digitales Einkaufskörbchen ohne Bestellung stehen lassen, mit einem gedruckten Mai­ ling im Eilverfahren wieder einzufangen.

Herzensprojekt: Panikrocker im schrillen Design.

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Grenzenlos: ­Personalisierte Werbung kommt immer gut an.

Dass Reaktionsschnelle und Indivi­ dualisierung zulasten der Qualität gehen, war einmal. Eversfrank bei­ spielsweise verfügt inzwischen über zwei Digitaldruckmaschinen, die Highspeed mit offsetähnlicher Qua­ lität produzieren – und zwar nicht nur Produkte von der Stange. Die gute Nachricht für Designer: Ungewöhn­ liche Formate und Veredelungstech­ niken sind inzwischen selbst im Digitaldruck möglich. Und die Auflö­ sung lässt keine Wünsche offen. Wobei eines der Lieblingsprojekte von Fabian Nissen trotzdem ganz tra­ ditionell mit Siebdruck veredelt wurde: „Udo Fröhliche!“, die Biografie des Panikrockers. Nissen schwärmt von der Haptik, wenn man mit dem Finger über die Titelzeile fährt, und von der Brillanz der schrillen Farben, die sogar Lindbergs exzentri­ sches Sockengrün adaptiert. Grün spielt bei Eversfrank ohnehin eine Hauptrolle. Ein Nebeneffekt des passgenauen Zuschnitts der Werbe­aussendungen mit hoher Responsequote und niedrigen Streuverlusten ist natürlich die Nachhaltig­ keit – bei Eversfrank ein großes Thema. Da trotz Digita­ lisierung, trotz Ökostroms und Ökogases keine emis­ sionsfreie Produktion möglich ist, kompensiert das Unternehmen Emissionen durch ein eigenes Auffors­ tungsprojekt unter dem Namen „Evers ReForest“. Mit den Dünen bei Altenkattbek entsteht ein Biodiversi­ tätsprojekt, das Lebensraum für seltene Vogelarten, Zauneidechsen und Kreuzottern schafft. Ein ganz und gar analoger Beitrag zum Umweltdesign.

Eversfrank ist ein Traditionsunternehmen mit mehr als 100-jähriger Geschichte. 1911 als Evers-Druck gegründet, kaufte das Druckhaus 1993 Frank Druck auf und vereinigte so zwei Familienunternehmen. Obwohl die Eversfrank Gruppe inzwischen mehrere Häuser an den Standorten Preetz, Alzey, Meldorf und Berlin unterhält und u. a. um die Softwarefirma Comosoft gewachsen ist, hat sie sich ihre familiäre Atmosphäre und eine persönliche Kundenpflege bewahrt.

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MÜNCHEN STORY

Großes Theater für Volk und Vieh

Rasanter Wandel im Dreimühlen-/Viehhofviertel Text: Joachim Goetz

Wenn große innerstädtische Flächen überplant werden sollen, weckt das Begierden und schürt Ängste. Bei der Immobilienwirtschaft und den Anwohnern. Im Viehhof­ areal am Schlachthof ­hat man angefangen zu bauen. Wie ist die Lage? Am Viehhof wird gebaut: zuerst einmal das Volkstheater und später dann viele „bezahl­ bare“ Wohnungen, Gewerbe und eine Kita. Das jedenfalls sind die Ideen der städtischen Planer. Wobei außer dem Volkstheater, das bereits im Bau ist und bis Frühjahr 2021 fer­ tiggestellt sein soll, alles ziemlich vage ist. Ein Bebauungsplan existiert noch nicht – und so darf das Viehhofgelände wohl noch eine ganze Weile ein Paradies für unterschied­ lichste Zwischennutzungen bleiben. Dennoch fragt man sich: Was wird dieser Wandel alles mit dem bislang fast pittores­ ken, lebenswerten Dreimühlenviertel zwi­ schen Viehhof und Isar, zwischen Großmarkt­ hallen, Bahnlinie und Südlichem Friedhof, Arbeitsamt, Baldeplatz und Kapuziner­ kloster machen? Das von diesen recht undurchdringlichen Grenzbarrieren regel­ 64  DESIGN SCHAU! Das Magazin

recht abgeschottete, abgeschiedene Quar­ tier hat sich zu einem Mikrokosmos entwi­ ckelt, der fast dörflichen Charakter besitzt. In dem jeder jeden kennt. In dem sich ein weit über das normale Münchner Maß hin­ ausgehendes Gemeinschaftsgefühl, eine gelebte Nachbarschaft entwickelt hat. Typisch Insellage. Das führte so weit, dass man sich per Mund-zu-Mund-Propaganda zweimal im Jahr auf dem Roecklplatz zum Flohmarkt verab­ redet. Dass man eine Verkehrsberuhigung der lärmenden Isartalstraße und des Bereichs rund um den Roecklplatz fordert – und zwar eindrucksvoll per Demonstration und ange­ meldetem Sit-in auf der für ein paar Stunden gesperrten Straße. Diese fast familiäre Atmosphäre wird natürlich auch von den zu Institutionen gewordenen gastronomischen und anderen Betrieben gestützt, wie etwa der seit über 40 Jahren ansässigen Eisdiele Italia mit den Brüdern Elio und Tommaso Ferraro, dem ­Friseur Franco, der mit seinem sprechenden Nachnamen Taverna eine Brücke zum kuli­ narischen Nachbarn schlägt, nämlich zur türkischen Taverne Yol. In dieser unzweideu­ tig mediterranen Atmosphäre trifft man sich, kämpft gegen Luxussanierungen, für den Erhalt des Kopfsteinpflasters in der Ehren­ gutstraße – und eben für die Verkehrsberu­ higung. Damit der umzäunte Kinderspiel­ platz sicherer wird.


Gut, inzwischen hat sich das Viertel, das mit weiteren Besonderheiten wie etwa einem riesigen Wasserbecken an der Isartalstraße und ständig ratternden Eisenbahnen aufwar­ tet, schon gewandelt. Die Bebauung des Rodenstock-Geländes und die Wette auf die Zukunft des Viehhofs lassen Investorenher­ zen höherschlagen. So wechseln auch im Viertel rekordverdächtig schnell viele Häuser die Besitzer. Das Immobilienkarussell dreht sich rasant. Viele Anwohner befürchten, dass das Viertel – in dem gewissermaßen die alte Zeit noch spürbar ist – sein spezielles Flair und die lieb gewonnenen Kuriositäten ver­ lieren könnte.

Viel sieht man zwar noch nicht. Sicher ist aber: Im Quartier wird’s dann enger und dichter, mehr Menschen werden auf den Straßen sein. Das Dreimühlenviertel wird sich zum Viehhof hin öffnen. Die zentrale Achse Ehrengutstraße, bislang im Osten und Wes­ ten geschlossen, wird zwar sicher nicht zur Durchfahrtsstraße durch den Viehhof mutie­ ren. Zu Zeiten der autogerechten Stadt hätte man das wohl so gemacht. Aber das Quartier wird durchlässig – bis hin zur U-Bahn Pocci­ straße und darüber hinaus. Für Funktionalis­ ten ist das Fortschritt. Bereits vorher bringt das Volkstheater (Architekten: Lederer Ragnarsdóttir Oei aus Stuttgart) eine Neuorientierung und Aufwer­ tung des Quartiers mit sich. Schließlich soll der gerade entstehende Bau mit seinem rie­ sigen Torbogen an der Tumblinger Straße die Passanten einladen, ins Viehhofquartier hin­ einzugehen – erst einmal freilich nur ins Volkstheater. Im Hof wird ein Biergarten nicht nur die Gäste des Volkstheaters bewirten. Innerhalb der denkmalgeschützten Ziegelmauer, die den Viehhof umschließt, und in direkter Nach­ barschaft zum neuen, im nächsten Herbst fertiggestellten Stadtteilkulturzentrum Ecke Ruppert-/Tumblingerstraße kann man sich jetzt schon ausmalen, was da passiert. Die Location wandelt sich zum Publikumsmag­ net – insgesamt ein Leuchtturmprojekt für das Areal. Das so eine Initialzündung wohl gar nicht nötig hätte. Klar, dass die Anwohner steigende Mieten und Gentrifizierung befürchten. Und Gastro­ nomen wie etwa der Wirt vom Zenetti Pils auf höhere Umsätze hoffen. 

Einladend und aufwertend: das neue ­Volkstheater im Viehhof.

So kennt man das Dreimühlen­ viertel: Elio Ferraro von der ­Institutions-Eisdiele Italia (oben), ­Flohmarkt am Roecklplatz (unten).

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Maritim in München: das Restaurantschiff Alte Utting auf einer aufgelasse­ nen Eisenbahn­ brücke über der Lagerhausstraße.

Er wünscht sich, dass mit dem Theater Leben in die Gegend kommt. Des einen Freud, des anderen Leid. Der 2019 scheidende Münch­ ner Kulturreferent Hans-Georg Küppers, sozu­s agen einer der Bauherren, ist sich sicher, dass das Theater und sein Biergarten belebte und beliebte Orte sein werden. Bei den Besuchern. In der Zenettistraße zwischen Vieh- und Schlachthof bemerkt man jetzt davon noch nichts. In dieser breiten, als Allee ausgebil­ deten Straße fällt heute die Leere auf. Kaum Menschen auf den Straßen – außer unter den Markisen vom Zenetti Pils. Gehwege, Park­ streifen und Baumscheiben: alles recht wenig perfekt im Vergleich zum ansonsten so aufpolierten München. Die Zwischennut­ zer stört das ebenso wenig wie der häufig über dem Areal liegende spezielle Geruch, der an Gülledüngung und extensive Tier­ haltung erinnert. Rechts und links der Straße haben sich, davon unbeeindruckt, in den frei geworde­ nen Gebäuden durchaus bemerkenswerte Firmen und Einrichtungen niedergelassen. Etwa das Frischeparadies – ein recht geho­ bener Lebensmittelladen mit Stehrestaurant. Oder Atlantik Fisch – eines der besten und teuersten Fischrestaurants, das die Stadt zu bieten hat. Und der Italiener Monti, Rind­ chens Weinkontor und weitere Spezialitä­ tenhändler, die mitunter zwischen Groß- und Einzelhandel changieren. Sie haben meist Mietverträge, die derzeit noch nach zwei Jahren immer wieder verlängert werden. Wie lange noch? Das gilt auch für die beiden Künstlerinnen Margret Lochner und Eva Schnitzer, die mit­ ten im Viehhof ihr beschauliches Atelier mit weiter Aussicht haben. Die beiden hat diese Atmosphäre zwischen Pferdegeruch und Luxussortiment, zwischen „Schäbigkeit und Pracht“ – wie sie sagen – zu einer jahrelangen

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intensiven Beobachtung des Areals geführt. Nun haben sie das Buch „Zimmer mit ­Aussicht“ herausgebracht, in welchem sie die seit 2012 registrierten Veränderungen dokumentieren (Näheres unter kunst-imviehhof.de). Ein atmosphärisch dichtes Werk, in dem man auch noch ein paar Neuigkeiten erfährt. Denn mit dem Hausmeister durften die beiden auch in die geheimen Räume in diesem Areal voller wunderlicher Eigenhei­ ten vordringen. Am interessantesten: unter­ irdische Gänge, die unter der Zenettistraße hindurch Vieh- und Schlachthof verbinden und für den ungehinderten Viehtransport genutzt wurden. Inzwischen geschlossen. Dann gibt es einen Tiefbrunnen, aus dem früher das Wasser zum Säubern der Vieh­ waggons gepumpt wurde. Außer Betrieb. Aufgelassene, rampenartige Bahnsteige sind ebenfalls vorhanden. Denn die Schlachttiere wurden über den ehemaligen Südbahnhof angeliefert. Vorbei, das machen heute Lkws. Im alten Gleisbett engagiert sich nun ein Verein mit Hochbeeten in der Disziplin Urban Gardening. Daneben türmt die stadtbe­ kannte Kulturstätte Bahnwärter Thiel mas­ senweise alte Schiffscontainer zu einer tem­ porären Feierstadt auf und hat maritimerweise in knapper Entfernung auf einer aufgelasse­ nen Eisenbahnbrücke über der Lagerhaus­ straße das Restaurantschiff Alte Utting in Betrieb genommen. Eine Aufwertung des ganzen Viertels, in dem nun das unkonven­ tionelle jüngere Publikum herumspaziert wie in den 70er-Jahren auf der Leopoldstraße in Schwabing. Überall dazwischen betreiben Münchens Hobbykünstler ihr kreatives Geschäft mit der Spraydose. Die Künstlerinnen Lochner und Schnitzer bezeichnen das als „Gegensätze zwischen Einfachheit und Pracht, Vergangenheit und Gegenwart, Schlachthof und städtischer Schickimicki-Atmosphäre“. „Für uns“, so


Stadtbekannte Kulturstätte: das Bahnwärter Thiel.

sagen sie, „bietet das Unfertige, Abgewohnte, Brachliegende mit seiner Patina, seinem Geruch und seinem Staub wertvolle sinnliche Anreize.“ Und es ist genau das, was sie als den besonderen Charakter des Viehhof­ areals und des Drumherums so schätzen. Dem Architekten und Urbanisten Horst Haffner, von 1988 bis 2004 Münchner Bau­ referent und Gründer der Architekturgalerie, fiel bei der Begehung gleich etwas anderes auf, nämlich die Weite des Raums, die nied­ rige und nur spärlich genutzte Bebauung. „So eine Fläche, mitten in der Stadt und mit einer hervorragenden Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, kann eine aus allen Nähten platzende Stadt wie München nicht brachliegen lassen. Das so erhalten zu wollen ist pure Romantik. So ein fantastisches Grundstück für dichtes innerstädtisches Wohnen!“ Da spricht eben der Fachmann. Die Zenettistraße kann er sich schon jetzt als eine Art Boulevard vorstellen, als zentrales urbanes Element des neuen Viertels. Die monumentalen, teils unter Denkmalschutz stehenden Solitärbauten aus massigem Backstein – etwa das legendäre Wirtshaus am Schlachthof, die ehemalige Viehhofbank, das frühere Kassengebäude und derzeitige

„Das so erhalten zu wollen ist pure Romantik. So ein fantastisches Grundstück für dichtes innerstädtisches Wohnen!“ Restaurant Atlantik Fisch – geben der für München Horst unüblich breiten Straße ein Haffner ganz eigenes Gepräge, das

unbedingt erhalten werden sollte. Gebaut wurde das meiste übrigens um 1878 von Arnold Zenetti (1824 – 1891). Verunglückt jedoch erscheint Haffner – und nicht nur ihm – die von City2share vorge­ nommene, teils provisorische Um­­gestaltung des nach Norden anschlie­ ßenden Zenettiplatzes als Mobilitäts­station und Quartiersplatz, die neue Piazza Zenetti. Reserviert für Elektroautos zum Carsharing und für Leihfahr­ räder, ausgestattet mit einem interaktiven Stadtplan und um­­ randet mit dem so belassenen Gebüsch – da fragt man sich freilich, was daran eine Piazza oder ein Quartiersplatz sein soll. Haf fners Urteil: „Das Gebüsch muss weg, und die Erdgeschosse der umliegen­ den Häuser müssen sich zu die­ ser Fläche hin ausrichten. Dann wird daraus eine Piazza.“ Hätte man ihn mal besser nicht in den Ruhestand gehen lassen. Und wie man an diesem Bei­ spiel schön sehen kann: Ganz grundlos sind die Befürchtun­ gen der Anwohner nicht, dass nicht alles Neue im Viertel so genial wird wie das von einem der besten deutschen Architek­ turbüros geplante Volks­ theater.

„Für uns bietet das Unfertige, Abgewohnte, Brachliegende mit seiner Patina, seinem Geruch und seinem Staub wertvolle sinnliche Anreize.“ Margret Lochner und Eva Schnitzer

Beobachtungen im Viehhof aus dem Buch „Zimmer mit Aussicht“.

AUTOR Joachim Goetz ist freier Redakteur und Dipl.-Ing. der Architektur. Er schreibt über Themen der Gestaltung wie Stadtplanung, Architektur, Kunst oder Design, berät kleine Unternehmen in Marketing- und Publikationsfragen und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

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ZIM MIT AU

Beoba im alte Münch

ZI M A

Beo im Mü Margr Eva Sc


ERINNERUNGSKULTUR

Von Angesicht ZU Angesicht Neue Formen der Erinnerung – München und seine NS-Geschichte

Text: Sandra Hachmann

Am Anfang war der Stolperstein, mittlerweile in 1265 ­Kommunen Deutschlands und 21 europäischen Ländern zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus eingesetzt, in München kontrovers diskutiert. Das Ergebnis dieser Debatte kann sich sehen lassen – und zeigt, dass sich kritisches Nachfragen lohnt. Indem der Designer Kilian Stauss und sein Team von stauss processform die Mahnmale vom Boden befördern und den zu Gedenkenden ein Gesicht geben, halten sie die Erinnerungen wortwörtlich hoch. Ein brillantes Beispiel für Design als Lösungsmittel. Weitreichend und tief greifend. Politisch und gesellschaftlich. Seit Sommer 2018 wurden bereits an zehn Orten Gedenkelemente für insgesamt 31 Personen der Öffentlichkeit übergeben.

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Auseinandersetzung auf Augenhöhe

Welche Form hat Erinnerung? Ist Gedenken gestaltbar? Ist es möglich, die Menschen hinter der unfassbaren Opferzahl von über 10.000 individuell zu fassen? Im Stadtraum, im Alltag, im Vorbeigehen? Eine Antwort auf diese Fragen lieferte der Kölner Künstler Gunter Demnig mit seinen sogenannten Stolpersteinen. Das Mahnmal als Straßenbelag stieß Anfang der 2000er-Jahre jedoch auf Gegenwind, weil Passanten auf den Namen der Opfer herumtrampeln könnten. So wurde das Konzept hier erst mal nur auf privatem Grund realisiert … und 2016 von der Landeshauptstadt ein Wettbewerb ausgeschrieben, neue Gedenkelemente für ganz München zu entwickeln. Individuell, dezentral, sowohl für Häuserwände als auch frei stehend, falls ein Hausbesitzer nicht zustimmt. Der Entwurf, der Jury, Kulturausschuss und Stadtrat überzeugte, kam vom Münchner Büro stauss processform. Es gibt Edelstahlstangen, auf die vergoldete Hülsen für die einzelnen Opfer aufgeschoben, und Wandtafeln, auf die jeweils Gedenkschilder

als Segmente eingesetzt werden. Jeweils ein abstrahiertes Porträt, zusammen mit den Texten in das Metall gelasert, womit sich ein Relief ergibt. Das multidisziplinäre Designteam näherte sich der Aufgabe mit einer Mischung aus Fingerspitzengefühl und Respekt, Philosophie und Psychologie, Distanz und Nähe. Eins der wichtigsten Credos dabei war: „Kein Pathos!“ „Erinnerungskultur scheint immer zeitspezifisch zu sein. Ob unsere Lösung hundertprozentig gelungen ist, zeigt sich auch erst in 20, 30 Jahren“, so der Designer Kilian Stauss. All diese Überlegungen schärften noch einmal den Ausgangspunkt: einer vermeintlich kollektiven Erinnerung eine individuelle Form zu geben, die würdiges, adäquates Gedenken auf lange Sicht möglich macht. Die sich zurücknimmt und Platz macht für den einzelnen Menschen. 

Verlegung von 13 neuen Stolper­steinen auf Privatgrund in der Ickstattstraße im Juni 2017.

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Erinnerungsstele für Paula und Siegfried Jordan in der Mauerkircherstraße in Bogenhausen.

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Ende Juli 2018 ­wurden die ersten Gedenkelemente für die Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes ein­ geweiht.

Mehr als die Summe seiner Teile So entstand der Kern des Konzepts – die Idee, Bilder einzusetzen. Sie sprechen für sich, bergen also deutlich weniger Pathosgefahr als Text. Das Bild als solches ist ein zentrales Element der Erinnerung … über alle Kultur-, Sprach- und Bildungsgrenzen hinweg. Außerdem: Durch die Porträts treten die Opfer tatsächlich in Erscheinung. Das Ergebnis: dezent, unausweichlich, unmittelbar. An einem anderen Augenpaar kommt kaum ein Blick vorbei, auf diese Fernwirkung ist unser Gehirn trainiert. Das Nähertreten birgt auch das An-sich-Heranlassen. Das Bild wird unscharf, Auftritt Text, nüchtern und nackt: Verhaftung, Todestag, Todesart. Diese Fakten brauchen keine zweite Erzählebene. Hier lebte früher ein Mensch, der von den Nazis umgebracht wurde. Punkt.

Jedes weitere Detail der Gestaltung ebenso sensibel ge- und durchdacht. Warum die Farbe Gold? „… in vielen Religionen und Kulturen ein Signal für Erhabenheit, Transzendenz, Würdigung“, sagt Stauss. Das ge­­ laserte Relief, gerade der Porträts, macht Erinnerung auch mit den Händen be-greifbar und holt sie damit ein Stück weit ins Jetzt. Blindflächen stehen für die Dunkelziffer, für nicht bekannte oder nicht genannte oder noch zu findende Personen. Die Gedenkelemente lassen bis zu zehn Kopplungen zu, um Beziehungen herstellen zu können – Familien, Paare, Freundeskreise. So entsteht, Stück­für Stück, Geschichts- und Geschichtenschreibung der subtilen und intuitiven Art. 

Erinnerungstafeln für Tilly und Franz Landauer in der Königinstraße in Schwabing.

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Design als Auslöser und Lösungsmittel Dass dem so ist, macht Stauss nicht nur am Feedback der Stadt fest, „dass sich die Gedenkelemente im Stadtraum bewähren.“ Die eigentliche Wirkung ist vielmehr auf den einzelnen Einweihungen spürbar, denen er häufig beiwohnt, so stark ist die Identifizierung mit dem Projekt.

„ D  ie große

Was er hier erlebt, schildert der gebürtige Münchner als tief berührend: „Egal ob Stein oder Stele – plötzlich wird geredet! Über die Opfer und nicht die Täter. Über fast vergessene Widerstandsgruppen wie Zeugen Jehovas oder Kommunisten. Es scheint fast, als löse dieses individuelle Gedenken Heilungs- oder zumindest Klärungsprozesse aus.“ Selten habe er bei einer seiner Arbeiten einen solchen Effekt erleben dürfen. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie Design jenseits von purer Ästhetik funktionieren kann: lösungsfokussiert, reflektierend, kollaborativ. Oder, in den Worten von Kilian Stauss: „Die große Eigenschaft von Design ist ja der Dialog – es erzählt wenig von sich selbst und hört viel zu.“

Eigenschaft von Design ist ja der Dia­ log – es erzählt wenig von sich selbst und hört viel zu.“

Kilian Stauss ist ein echtes Münchner Gewächs. Die Ein­ ladung zum Wettbewerb für die Gedenkelemente war ihm eine Ehre, die Aufgabe auch eine persönliche Angelegenheit als Kind dieser Stadt, das weiß um ihre Geschichte. Kilian Stauss ist Designer. Einer von denen, die keine diszi­ plinären Schubladen brauchen oder wollen. Einer, der über Bande denkt und spielt. Der mit Herz und Hirn gestaltet: grafische Erscheinungsbilder, Leit- und Orientierungssysteme, Webseiten, Interfaces, Bücher, Möbel, Ausstellungen, Räume. Design ist für ihn eine Methode, um im Austausch mit Auftraggebern und Anwendern Probleme zu lösen.

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1996 gründete er mit Antonio Pedrazzini die Stauss + ­Pedrazzini Partnerschaft und 2008 mit Josef Grillmeier die Stauss Grillmeier Partnerschaft. Seit 2013 betreibt er das Büro stauss processform in München. Stauss lehrte von 1999 bis 2007 an der Akademie für Gestaltung im Handwerk das Fach Dreidimensionale Gestaltung und ist seit 2007 Professor für Interior Design an der Fakultät für Innenarchitektur der Technischen Hochschule in Rosenheim, übrigens einer der besten Orte in Deutschland, um Möbeldesign zu studieren. Mehr zu Kilian Stauss und seinem Lieblingsplatz in ­München auf Seite 76.


Beantragen kann man ein Erinnerungszeichen bei der Koordinierungsstelle im Stadtarchiv, wo dann Historiker bei der Recherche helfen. Das Anliegen von Familienange­ hörigen genießt freilich hohe Priorität – gegen ihren Willen werden keine Stelen oder Tafeln realisiert. www.muenchen.de/ Erinnerungszeichen

Design connects! processform meets MCBW

Neue Erinnerungstafeln und Stelen in München. Unten rechts: Gedenk­ tafel für Walter Klingenbeck an dessen ehe­ maligem Wohnhaus in der Amalienstraße.

„Design als Verknüpfungsdisziplin, die Logik, Ethik und Ästhetik in die kom­ plexen Gestaltungsprozesse des 21. Jahrhunderts gleichermaßen integriert.“ Diese processform’sche Philosophie trifft den Puls der MCBW – und konnte die Designwoche in den letzten Jahren immer wieder bereichern. Angefangen von Leit- und Orientierungssystemen für den zentralen Austragungsort, die Alte Kongresshalle, über das Design verschiedener Ausstellungssysteme, eines Infopoints in der Neuen Sammlung und die Teilnahme an der Plakataktion Creative Spaces bis zur Artwork für Konferenzen.

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MÜNCHNER LIEBLINGSORTE

Von Himbeertorten und Salzwasseraquarien Münchner Kreativschaffende verraten ihre Lieblingsplätze und geheimen Empfehlungen in der bayerischen Hauptstadt. HERZOGPARK „Ich liebe den Herzogpark. Nicht nur weil ich ihn täglich mehrmals mit meinem Hund Emil aufsuche. Der Herzogpark, der sich am Isarhochufer entlangschmiegt, ist zu jeder Jahreszeit ein magischer Ort. Vielleicht weil es noch nicht so lange her ist, dass hier die Natur alles beherrscht hat. Vor 120 Jahren gab es hier kaum ­Häuser, nur Wald, Wiesen, Fluren und den Brunnbach. Noch immer gibt es hier Füchse, Kaninchen, Käuzchen und andere wild lebende Tiere, die nur tagsüber in Deckung gehen, wenn die reichen Herzogpark-Ladys mit ihren vierbeinigen Lieblingen Gassi gehen. Die Dog-Family ist hier entspannt, herzlich, man kennt sich, man wandert gemeinsam über die ­Wiesen, und es gibt keinen bös­ artigen Hund. Das muss an den Besitzerinnen liegen. Ringsherum hört man das Rauschen des VerROECKLPLATZ – DAS AUS­ BILDUNGSRESTAURANT „Ein besonderer Ort für mich ist das Ausbildungsrestaurant Roecklplatz. Ich bin zwar nicht sehr oft dort, weil es für mich nicht so einfach ist, dorthin zu kommen. Aber mir gefallen die Atmosphäre, das Essen und auch der Ansatz, die jungen Leute zu fördern, die dort eine Ausbildung machen.“ Claude Maurer ist Geschäfts­ führerin der Ingo Maurer GmbH München. 74  DESIGN SCHAU! Das Magazin

ROSENGARTEN „Leicht zu übersehen ist die Gartentür im Zaun am Isarhochufer – südlich der Wittelsbacher Brücke. Dahinter liegt der Rosengarten.

kehrs und fühlt sich trotzdem wie auf einer Insel. München: in weiter Ferne und doch so nah. Der Herzogpark hat nichts Bedrohliches. Im Gegensatz zu anderen Grünanlagen wandere ich hier auch um Mitternacht und später durch den Park. Er ist ein fried­ licher Ort, und zu jeder Jahreszeit wunderschön.“ Patricia Riekel ist Journalistin und ehemalige Chefredakteurin der Zeitschrift BUNTE. Sie engagiert sich im Vorstand der TRIBUTE TO BAMBI Stiftung für Kinder in Not. Ruhe. Und alle Sinne auf ‚on‘: Der Duft der Fliederschönen, Mme Lemoine, spielt mit dem Rot der Kletterrosen, schaukelt auf Pfingstrosen und Engelstrompeten, zieht hinüber zu Nieswurz und Eibe. Zu jeder Jahreszeit finde ich hier den Blick, der den Geist beruhigt, beflügelt, verwirrt oder fokussiert. Ein Hoch der Stadtgärtnerei! Und der unscheinbaren Gartentür.“ Gabriele Werner ist Chief Strategy Officer und Geschäftsführerin bei Kochan & Partner.


CAFÉ WÖLFL „Ein absoluter Geheimtipp ist für mich das Café Wölfl hinter dem Gasteig. Diese kleine Konditorei, in der man sich auch mal vor der Hektik des Alltags verstecken kann, gibt es schon seit mehreren Generationen. Nach Erzählung von Frau Wölfl verteilte sie selbst als Kind noch Werbeblätter für die Konditorei, um überhaupt Kundschaft in die Staubstraßen des fernen Haidhausen zu locken. Heute ist der Gasteig natürlich ein belebter und zentraler Punkt in München, aber man kann froh sein, dass die Familie Wölfl ihrer Philosophie der guten Zutaten und der Rezepte von damals treu geblieben ist: Die Kuchen, Torten und Plätzchen sind einfach vorzüglich. So gut, dass ich manchmal sogar noch auf dem Nachhauseweg ein Stück Himbeertorte mitnehme …“ Max Wagner ist Geschäftsführer der Gasteig München GmbH.

MINI-HOFBRÄUHAUS „Nichts ist besser, um das kreative Hirn zu lüften, als ein ausführlicher Gassigang mit dem Familienmitglied Nr. 1, in meinem Fall Lottie, ein aus Griechenland geretteter Straßenkreuzer mit hohem Flausch- und Liebenswertfaktor. Das Mini-Hofbräuhaus, ein von Kennern als Hundebiergarten bezeichneter Ort im Nordteil des Englischen Gartens, ist großartig: Nicht nur sieht man hier, wie kreativ die Natur zugange ist in puncto seltsamer Mischlings-Caninen – wenn man an sich selbst denkt, gibt’s hier das beste Essen von allen Biergärten im gesamten Englischen Garten –, sondern auch die laute und ebenso liebevolle Betreuung von einem der letzten Münchner Faktoten: der wunderbaren Bedienung, die mit lautem Organ und sehr viel Herz den Laden am Laufen hält. PS: Der Hund, in dem Fall Lottie, und auch seine ­Vorgängerin Sophie, fanden den Besuch ob der Masse von Hunden eher irritierend. Ich genieße das Ambiente dort aber immer wieder sehr!“ Nina Shell ist freie Journalistin, Konzeptionerin und langjährige Mitstreiterin der MCBW.

SOMMER-TOLLWOOD-FESTIVAL „Im Sommer ist einer meiner Lieblingsorte in München das Tollwood-Festival. Ich bin ohnehin gerne im Olympiapark, und zur Tollwood-Zeit gefällt es mir dort besonders gut. Unter der Woche ist das Festivalgelände auch nicht ganz so voll, sodass man entspannt bummeln und sich alles genau anschauen kann. Am liebsten bin ich mittendrin bei den Essensständen. Dort bekommt man fast alles, auch Dinge, die man sich im Alltag eher nicht selbst kocht. Dafür nehme ich mir Zeit, setze mich hin, schaue mich um und genieße. Es gibt für mich

noch einen weiteren Lieblingsplatz. Auch der hat mit Essen zu tun: die überdachte Terrasse der Münchner Suppenküche auf dem Viktualienmarkt. Mir schmecken die Suppen dort sehr gut, und ich mag es, mit Blick auf den Brunnen zu sitzen, mich mit anderen Gästen zu unterhalten oder während des Essens zu lesen.“ Dr. Melanie Kurz ist ­Professorin für Designtheorie und Design­ geschichte an der FH Aachen.

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DAS MÜNCHNER OLYMPIAGELÄNDE – Betreten der Rasenflächen erbeten!

„Manchmal gehe ich in den Olympiapark. Was ich dort suche? Die Moderne, den Mut des Andersdenkens, die Befreiung vom Gestern und die vollkommene Negation der Tradition. Nach mindestens 20 Jahren Retrotrend in der Gesellschaft und in vielen gestalterischen Berufen ist der Olympiapark die notwendige und wachmachende kalte Dusche, die klärende ‚Watschn‘ und der süße Musenkuss gleicher­ maßen. Er lässt einen nicht kalt oder unberührt. Man muss sich das immer wieder klarmachen: Ein junges und eben in keiner Weise in den Werten und Welten der Vergangenheit gefangenes Team überzeugt 1966 das Internationale Olympische Komitee mit einem Gegenentwurf zu allem Bekannten, vor allem zu den noch nicht allzu lange vergangenen Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Während man dort Heroen und Heroinen überhöht und feiert, steht in München der Mensch im Mittelpunkt. Statt der vermeintlichen deutschen Großartigkeit liegt der Fokus auf Internationalität, kultureller Vielfalt und Aufgeschlossenheit. Was sonst im Sport Kampf und (Wett-)Streit ist, soll in München Spiel sein. Dafür gab es nachhaltige Unterstützer und ­Mitdenker, bei den Gestaltern u. a. Egon Eiermann, Anton Stankowski und Otl Aicher, bei den Politikern Hans-Jochen Vogel und den Sportfunktionär Willi Daume. Entstanden ist kein Park, sondern eine tief in die bestehende Stadt verankerte grüne Zelle. Es gibt keine bürgerlichen Blumenrabatten und Sicht­ achsen, sondern eine visionäre und strapazierfähige Gebrauchslandschaft. Es gibt keine machtvollen Bauten, sondern in die Erde eingegrabene Sportstätten und darüber leichte, transparente Zelt­ dächer. Es gibt keine Zäune, keine Tore, keine Ein76  DESIGN SCHAU! Das Magazin

lässe, man ist einfach drin. Es gibt keine hochmütige deutsche Kultursprache, sondern leicht zu verstehende Bildzeichen, die Piktogramme. Es gibt keine Hoheitszeichen und Uniformen, sondern fantasievolle, farbige Kostüme. Es gibt keine Grenze zwischen Sport, Spiel und Kultur, sondern ein pralles Programm im spannenden Miteinander. Und es gibt die Vision einer modernen Stadt, in der Wohnen, Arbeiten, Grünflächen, Freizeit, Erholung, Kultur, Infrastruktur und Verkehr nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern in einer nie dagewesenen Komposition miteinander verflochten werden und sich nicht stören. Der Auto­ verkehr des Mittleren Rings läuft beispielsweise ­mitten durch den Olympiapark mit zum Teil riesigen Brückenbauwerken. Die Münchner U-Bahn wurde für 1972 gebaut und der Olympiapark und das Olym­ pische Dorf an sie angeschlossen. Sportliche und ­kulturelle Großveranstaltungen finden in nächster Nähe zu kleinräumigeren Erholungs- und Grün­ bereichen statt. So etwas war 1972 unerhört, ungesehen und singulär. Es ist es auch heute noch. Und doch sind der Olympiapark, seine Bauten und Einrichtungen gefährdet. Einerseits physisch, vieles ist in die Jahre gekommen und bedarf einer substanziellen Sanierung. Aber auch seine Ideenwelt gerät in Vergessenheit, der Hintergrund, die Geschichte und die Botschaften verblassen, wenn man nichts dagegen unternimmt. Man darf den Olympiapark und seine Bauten und Einrichtungen eben nicht nur als Bau- und Gartendenkmal ansehen, es ist vor allem auch ein einzigartiges Kulturdenkmal der jungen Bundesrepublik Deutschland. In München hat sich vor einigen Jahren aus der Bürgerschaft heraus der Verein ‚Aktion Welterbe Olympiapark e. V.‘, gegründet, der sich zum Ziel gesetzt hat, dass der Olympiapark aufgrund seiner Einzigartigkeit und Bedeutung den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes verliehen bekommt. Er hat erreicht, dass im November 2017 ein Stadtrats­ hearing zu diesem Thema stattfand. Mittlerweile gibt es breite Unterstützung für diese Idee im Stadtrat der Landeshauptstadt München und auch im Bayerischen Landtag. Ich gehe weiterhin in den Olympiapark, um mich von den Musen küssen zu lassen. Ein Werk, das teilweise älter ist als ich selbst, bleibt mein Impulsgeber, um mich mit traditions­ befreiter Zukunft zu beschäftigen.“ Prof. Kilian Stauss ist Inhaber und Geschäftsführer von stauss processform und unterrichtet an der TH Rosenheim. Mehr zu Kilian Stauss und den von ihm entwickelten Gedenkstelen für die Opfer des Nationalsozialismus auf Seite 68.


„Der Olympiapark mit seinen 85 Hektar Ausdehnung ist ein Ausnahmebeispiel von geglückter Umsetzung einer Parkanlage: Der Landschaftsarchitekt Günther Grzimek verwirklichte hier erfolgreich seine Idee eines demokra­ tischen ‚Benutzerparks‘ und fasste alles unter dem Schlagwort der ‚Besitzergreifung des Rasens‘ zusammen. Ihm schwebte ein vielfältiges Nutzungsprogramm des Parks auch nach den Olym­ pischen Spielen vor und er setzte das ganze Repertoire der ­Gartenkunst – eine differenzierte Bepflanzung, die austarierte Topographie, ein ausgeklügeltes Wegesystem – ein, um die Anlage so scheinbar nicht gestaltet ­wirken zu lassen. Der Park wurde „Mein Lieblingsort in München ist das Olympiadach, das jeder – egal ob Tourist oder Einheimischer – mindestens einmal im Rahmen einer Zeltdachtour erkundet haben sollte. Nirgendwo sonst in München lässt sich ­visionäre Architektur auf so sinnlich-aufregende Weise erkunden: Die knapp 73.000 Quadratmeter große Dachlandschaft ist ebenso simpel wie raffiniert konstruiert, sie passt sich allen Wetterverhältnissen flexibel an und sieht durch die Plexiglasplatten, die das Tageslicht reflektieren, immer wieder anders aus. Von der schwingenden Zeltdachkonstruktion, die man gesichert auf einem Steg begeht, bietet sich ein spektakulärer Blick über das Olympiagelände auf die Münchner Wahrzeichen bis hin zu den Voralpen, bei föhnigem Wetter sieht man

zum Ort gesellschaftlicher Freiheit; Rodeln im Winter, Picknicken und Ballspielen im Sommer – von Anfang an war ,Betreten der Rasenflächen erbeten‘ die Devise. In den 40 Jahren seines bisherigen Bestehens hat der Park sich nicht nur bewährt, er ist sogar immer schöner geworden. Als Fotograf kann ich ihn jedes Jahr und zu jeder Jahreszeit neu entdecken.“ Karsten de Riese ist frei arbeiten­ der Fotograf. Von 1970 bis 1972 war er offiziell beauftragter Fotograf für das Organisationskomitee der Olym­pischen Spiele und kennt das ­Olympiagelände entsprechend gut.

„Mein Lieblingsplatz ist unter dem Olympiadach. Diese wunderbare Zeltdachkonstruktion von Frei Otto und Günter Behnisch in ihrer Eleganz, Leichtigkeit und Freigeistigkeit macht glücklich. Dieser Ort engt nicht ein, sondern weitet. Er ist perfekt, weil er nichts verlangt und viel gibt.“ Dr. Angelika Nollert ist Direktorin der Neuen Sammlung – The Design Museum. die Zugspitze. Zum Abschluss der Tour gibt’s einen Extra-Adrenalinkick: Mit Europas längstem Flying Fox schwebt man 200 Meter quer durch die Arena! Herzklopfen!“ Katja Hertin ist Journalistin und Sachbuchautorin. www.touren-olympiapark.de

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OXFAM BUCHSHOP „Auf dem Weg zur S-Bahn Marienplatz komme ich gerne am Oxfam Buchshop vorbei. Dort gibt es Lesefutter für die Fahrt und tolle Fundstücke: zum Beispiel Reclambücher mit den (ganz) alten Designs. Auch die Mischung der dort abgegebenen Bücher erzählt eine eigene Geschichte: Wenn in der Abteilung Hobby drei Mal Bücher wie ‚So legen Sie ein Salzwasseraquarium an‘ von Mitte der 90er auftauchen, dann geht bei mir direkt der Film dazu im Kopf ab: Konnte das Aquarium nicht mitumziehen? Ist der Besitzer verstorben, oder wurden nur die Erstinformationen zu dem Hobby ausgemistet, denn mittlerweile füllen Bände über die Fischzucht zu Hause die Regale? Es lohnt sich immer ein Besuch.“ Claudia Siebenweiber ist Kommunikationsdesignerin und Präsidentin des BDG – Berufsverband der deutschen Kommunikationsdesigner e. V.

DIE NEUE MAXBURG „Die Neue Maxburg, 1954 – 57 nach dem Entwurf von Sep Ruf und Theo Pabst entstanden, befindet sich mitten in der Stadt am Lenbachplatz und ist eigentlich kein Geheimtipp. Und trotzdem entdecken viele Münchner einen der schönsten Orte der Moderne ihrer Stadt erst dann, wenn sie einen Gerichtstermin haben. Mit dem Bezug zwischen Historie und Gegenwart, der

sichtbaren Stahlbetonstruktur, den transparenten Fassaden, der Kunst am Bau, dem lichten Innenhof und den einfachen Formen muss die zunächst umstrittene Anlage nach dem Krieg wie ein Aufbruchssignal in eine neue Zeit gewirkt haben. Die schwebende Treppe im Justizgebäude wird mit ihren kontrastierenden Farben und Materialien, ihrem kühnen elliptischen Schwung und dem flirrenden Haarnadelmuster des Geländers zu einer faszinierenden Plastik im Raum. Für mich steht die Neue Maxburg für eine subtile und elegante Nachkriegsmoderne, die es in München von vielen noch wiederzuentdecken gilt.“ Prof. Markus Frenzl, ist Professor für Design- und Medientheorie an der Fakultät für Design der Hoch­ schule München und seit 2015 Mitglied des MCBW-Beirats. Als Designkritiker veröffentlicht er in zahlreichen Publikationen, seit 2010 etwa mit seiner regelmäßi­ gen Kolumne „Designerglück“ im Design Report.

MÜNCHNER U-BAHN „Zurückbleiben bitte! Die Idee der Dorf werdenden Weltstadt (mit ) ist hier sicht- und erfahrbar. Blau die erste (’71), orange die zweite der Linien (’72), konsequent in Erscheinung und identitätsstiftender Materialität. Die U-Bahnhöfe sind punktuelle Narrative, Stadtgeschichte im großen Ganzen (Scheidplatz: Betonreliefs von Waki Zöllner formen das Motiv des Fortschritts selbst) oder unmittelbar ortsbezogen (der Königsplatz referiert die Umgebung, öffnet ein Zwischengeschoss zur Kunst) – und zu ihnen gehört untrennbar das kleinste Souvenir der Stadt: der Erste von den namensgebenden Streifen der Streifenkarte – die gesamte Ikonografie der Stadt im Kurzstreckenabschnitt.“ Anna Lena von Helldorff ist selbstständige Designerin in ­Leipzig und München.

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Orientation New from Commercial Type commercialtype.com

Orientation, a new stencil typeface designed by Sandrine Nugue, is dramatic, direct, and playful, driven by a highly inventive form of minimalism. The characters become increasingly abstract as the weight increases, even pushing the bounds of legibility, though they are surprisingly readable in words.

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DER ETWAS ANDERE LIEBLINGSORT: „THE HOUSE OF MAGAZINES“ „In diesem Ozean der Zeitschriften und Bücher aus fünf Jahrhunderten surfe ich: ganz allein. Kein Telefon und keine Verbindung zur Außenwelt. Meine Vorstellung vom Paradies. Hier suche ich nicht – ich finde. Begonnen habe ich mit dem Sammeln gleich aus mehreren Gründen: Wenn man über Gestalter oder Zeitschriften schreiben möchte, sind die selteneren Magazine oft schlicht nicht vorhanden oder zumindest schwer zugänglich. Man kann sich durch Mikrofilm-Wüsten quälen – es fehlt aber ein wesentlicher, der sinnliche Eindruck. Manche Verlage haben nicht einmal mehr ihre eigenen Publikationen archiviert. Begründung: ‚Wir schauen nach vorne, nicht zurück‘. Ohne Herkunft gibt es aber keine Zukunft. 80  DESIGN SCHAU! Das Magazin

Wenn man über das Lebenswerk eines Gestalters schreiben möchte und nicht nur das bereits Ver­ öffentlichte wiederkäuen will, ist es unabdingbar, das komplette Werk zu kennen, verfügbar zu haben. Es war irgendwie Notwehr, alles selbst anzuschaffen. Begünstigt wurde die Sammlung durch den Um­­ stand, dass alle Papier loswerden wollten. So erstand ich die kompletten gebundenen Jahrgänge ‚Die Zeit‘ für einen Euro. Ich habe ganze Antiquariate gekauft und bis heute nicht mal ein Viertel ausgepackt. Ich kann mir also jederzeit ein Weihnachts­gefühl verschaffen, wenn ich verschlossene Bananenkartons öffne. Und der Inhalt ist immer überraschend. Mal enthält das Karton-Überraschungsei nur Schundhefte, aber manchmal finden sich wertvolle Zeitschriften und hochwertige Bücher. Es kann passieren, dass ein teures Stück auftaucht, dessen Wert dem kompletten Kaufpreis des Antiquariats entspricht. Wozu aber diese Grenzenlosigkeit? Gegenfrage: Wo sollte man Grenzen ziehen? Zeitlich, thematisch oder regional? High oder low?


Wenn man zum Beispiel an einem Studienprojekt über das Phänomen ,Interview‘ aus journalistischer und gestalterischer Sicht arbeitet, ergibt es keinen Sinn, nur bestimmte Länder zu betrachten. Oder bestimmte Publikationen. Oder einen festen Zeitraum. Der Zeitrahmen ergibt sich lediglich daraus, dass vor etwa hundert Jahren noch keine Interviews in der üblichen Frage- und Antwortform publiziert wurden. Die Erkenntnisse solcher Feldforschungen sind sehr interessant. Mittlerweile wurden auch einige Ausstellungen mit den Beständen bestückt. ‚Reportage-Illustrationen des 19. Jahrhunderts‘, ‚Artists and magazines‘ etc. Das Ziel dieses Papierasyls ist ein ,House of Magazines‘, in dem geforscht und gearbeitet werden kann. Mit Originalen. In dem laufend mehrere Ausstellungen gleichzeitig stattfinden. Nicht nur aufgeschlagene Magazine in Vitrinen! Magazine und Zeitungen sind Zeit-Schriften im Wortsinne. Sie bilden ihre Gegenwart ab und gestalten sie mit.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts spielen sie eine entscheidende Rolle für die Alltagskultur und für die Wahrnehmung der Welt. Es gilt, diese Schätze zu bewahren und zugänglich zu machen. Dabei soll es kein bloßes Magazin der Magazine sein, sondern ein Ort lebendiger Diskussion, Galerie und Forschungslabor, Archiv und Experimentierbühne, Café sowie Ausbildungsstätte in einem. Es geht nicht um Nostalgie oder Romantik, wie es bei Simon and Garfunkel heißt: ‚I have my books and my poetry to protect me‘, sondern es geht um eine Auseinandersetzung zwischen Historie und Zukunft. Zu glauben, im Hier und Jetzt werden die Höchstleistungen vollbracht und Publikationen, die das Pech haben, vorher erschienen zu sein, seien minderwertiger, ist absurd. Archäologen forschen mit Vorliebe in Abfall­ gruben, da dort das Unkuratierte landet, das viel mehr Aufschluss über eine Epoche liefert als die beauftragten Lobgesänge. Insofern sind auch ­Publikationen, die die Zeitgenossen als Schrott ­qualifizieren, im nachhinein möglicherweise höchst ­aufschlussreich. Das Genre Comic galt auch als Schund und verwandelte sich bis in die Regionen der Hochkunst und Graphic Novels." Horst Moser ist Inhaber und Kreativdirektor von independent Medien-Design und gemeinsam mit Boris Kochan Initiator der EDCH – Editorial Design Conference.

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Programm

DESIGN SCHAU! 2019 Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die ­Veranstaltungen der DESIGN SCHAU! An über 100 Orten finden Events, Ausstellungen sowie Aktionen für Design­ liebhaber und -interessierte statt. Lassen Sie sich auf den folgenden Seiten vom Angebot inspirieren!

1234 EventCode

1 LocationNummer

Die Events sind nach Veranstaltungstag und Uhrzeit sortiert. Weitere Informationen zu den ­e inzelnen ­Veranstaltungen können Sie über www.mcbw.de abrufen – geben Sie dafür einfach den mit der Lupe gekennzeichneten Event-Code in die Veranstaltungssuche ein. Die gelb hinterlegte Location-Nummer verweist auf den Veranstaltungsort des jeweiligen Events. Eine Übersicht über alle Locations finden Sie auf der Karte des beiliegenden Event Guides. Der Event Guide bietet Ihnen eine Übersicht über alle Veranstaltungen der MUNICH CREATIVE BUSINESS WEEK (MCBW) – sowohl für den Programmbereich CREATE BUSINESS! für das Fachpublikum als auch für den Programmbereich DESIGN SCHAU! für das design­ interessierte Publikum.

82  PROGRAMM DESIGN SCHAU!


Zentraler Treffpunkt der MCBW 2019 ist das MCBW FORUM in der Hochschule für Fernsehen und Film ­M ünchen. Weitere Infopoints finden Sie in der Neuen Sammlung in der Pinakothek der Moderne sowie im ­MAGAZIN in den Fünf Höfen. Für die Planung Ihres Besuchs auf der MCBW steht Ihnen außerdem unsere telefonische Service-Hotline unter­ + 49 89 38 66 76 60 zur Verfügung (Mo – Fr von 9 – 18 Uhr, während der MCBW vom 9. – 17. März 2019 täglich, auch an den beiden Wochenenden, von 9 – 18 Uhr). Gerne ­können Sie sich auch per E-Mail unter service@mcbw.de an uns wenden. Bitte beachten Sie, dass einige Veranstaltungen anmelde­ pflichtig und/oder kostenpflichtig sind. Dies ist bei der jeweiligen Veranstaltung vermerkt.

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INFOPOINTS

MCBW FORUM Hochschule für Fernsehen und Film München

Die Neue Sammlung – ­ The Design Museum Pinakothek der Moderne

Öffnungszeiten: täglich von 9 – 20 Uhr

Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr Do 10 – 20 Uhr Mo geschlossen

Bernd-Eichinger-Platz 1 80333 München

Barer Str. 40 80333 München

MAGAZIN Fünf Höfe

Kardinal-Faulhaber-Str. 11 80331 München Öffnungszeiten: Mo – Do 10 – 19 Uhr Fr, Sa 10 – 20 Uhr

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 83


MCBW FORUM

Vorhang auf

für das erste DESIGNKINO der MUNICH CREATIVE BUSINESS WEEK Samtige Plüschsessel, schwere Vorhänge und eine gespannte Stimmung unter den Kinobesuchern – denn gleich beginnt der Film. Diese Kinoatmosphäre begeistert jeden Besucher. Besonders wenn Filme angeboten werden, die sonst eher dem Fachpublikum vorbehalten sind. Zum ersten Mal können Designfans der MUNICH CREATIVE BUSINESS WEEK vom 9. bis 17. März 2019 im MCBW FORUM Dokumentationen, Animationen und Spielfilme rund um das Thema Design erleben. Die Hochschule für Fernsehen und Film ist nämlich die neue Heimat des MCBW FORUMs. Den Auftakt macht die Präsentation der nominierten Grafik-, Game- und Kommunikationsdesigner des animago AWARD 2018, des international etablierten Wettbewerbs für 3-D-Animation, Visual Effects, Visualisierung und Virtual bzw. Augmented Reality (virtuelle bzw. erweiterte Realität, d. h., die visuelle Darstellung wird mit Bildern oder Videos ergänzt) sowie 360°-Animationen. Seit über 20 Jahren wird der vom Fachmagazin DIGITAL PRODUCTION veranstaltete

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animago AWARD verliehen. Eine unabhängige Jury aus Experten der Bereiche Film, Postproduktion, Werbung, Wissenschaft und Lehre bestimmen die Preisträger. Das DESIGNKINO bietet auch Dokus wie „100 Jahre Bauhaus“ (2018) von Niels Bolbrinker und Thomas Tielsch, eine Hommage an die Bauhaus-Bewegung. Als Walter Gropius 1919 das Bauhaus in Weimar gründete, war diese Verbindung von Kunst und Handwerk, von Mathematik und Tanz etwas unerhört Neues. Fokussiert auf Form und Farbe, auf Funktion und effizienten Einsatz der Mittel, standen gleichwohl der Mensch und dessen Bedürfnisse im Mittelpunkt. Der Film spannt einen Bogen von der Geschichte des Bauhauses und seinen Künstlern bis zum Fortwirken der visionären Ideen. Der Film „Konstantin Grcic – Design is work“ (2017) zeigt die präzise Arbeit des international renommierten Möbeldesigners, dessen Objekte in den Sammlungen großer Museen zu finden sind. Regisseur Gereon Wetzel begleitet Grcic bei der Gestaltung von Alltagsobjekten. Präzise, klar, kunstvoll – der Film wie auch das Design.


Außergewöhnliche Werke aus Porzellan – in der Ausstellung „Future Lights in Ceramics“ im MCBW FORUM, hier von Sophie Southgate.

Außerdem stellt die Hochschule für Fern­ sehen und Film einen Beitrag zur diesjährigen Ausstellung, die Dokumentation „Z. B. Geschirrherstellung“ von Filmemacher Christoph Boekel (1975). Der Film blickt auf die Maschinen zur Porzellanherstellung, aber vor allem auf die Menschen hinter den Apparaten. Sie erzählen von ihrer Arbeit, ihren Arbeitsbedingungen, ihrem Lohn. Die Ausstellung „Future Lights in Ceramics“ von Porzellanikon im MCBW FORUM präsentiert die Arbeiten kreativer und innovativer junger Künstler und Designer, die dem Material Porzellan neue Ausdrucksformen geben. Diese Werke stammen von Teilnehmern des gleichnamigen Wettbewerbs. Das MCBW FORUM 2019 ist überdies der lebendige Treffpunkt für alle Designbegeisterten während der MUNICH CREATIVE BUSINESS WEEK. Hier können sich die Besucher am Infopoint über die mehr als 200 Veranstaltungen während der Designwoche informieren und erhalten zudem kompetente Beratung. Die MCBW Steelcase Lounge, ausgestattet von Steelcase, lädt zur Entspannung ein und bietet viel Inspiration. Für das leibliche Wohl sorgt die Cantina Conviva. Öffnungszeiten Treffpunkt, Infopoint und Kino – das alles bietet das MCBW FORUM 2019.

MCBW FORUM 9 – 17 MAR täglich von 9 – 20 Uhr

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Bernd-Eichinger-Platz 1 80333 München

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MCBW START UP CREATE BUSINESS!

MCBW START UP WORKSHOPS

MCBW START UP ist Teil des Businessbereichs der MCBW 2019.

Die Start-up-Szene in München wächst ständig weiter. Ideen und Projekte sprießen in Hinterhöfen und Garagen, der Schritt zur Professionalität steht kurz bevor, und genau hier setzt die Gründerplattform MCBW START UP an. Bereits zum fünften Mal treffen sich designorientierte Start-ups, junge und erfahrene Designer sowie Experten aus der Wirtschaft während der MCBW zu zahlreichen Workshops und Coachings (11. – 16. März 2019), um gemeinsam für die einzelnen Ideen und Projekte erfolgreiche Konzepte zu erarbeiten. „Tools for Founders“, das MCBW-Powerpaket der Partnerunternehmen, bietet Events zu den Themen Designstrategien und ­-planung, Finanzierungmöglichkeiten, Teambildung und Markenkommunikation. Außerdem laden das Strascheg Center for Entrepreneurship und die Fakultät für Design der Hochschule München am 12. März 2019 zum Lab: Innovations-Café Design, PR und Media in ihr neues Gebäude im Kreativ­ quartier ein. Start-ups im Bereich Design aus dem Inkubator der Hochschule München für angewandte Wissenschaften und des Strascheg Center for Entrepreneurship stellen ihre Gründungsprozesse vor: ein Lab zum Nachfragen, Angucken, Mitmachen und Diskutieren der eigenen Gründungsideen. Das ausführliche Programm von MCBW START UP finden Sie im ­ rogrammbooklet CREATE BUSINESS! sowie auf der Internetseite P der MCBW unter www.mcbw.de.

86  PROGRAMM CREATE BUSINESS!


START UP AND FLY ME TO THE MOON … Weltraumbahnhof München – die Rakete wird positioniert, bald beginnt der Countdown. Rund 100 Experten machen sich bereit, ein Patent, ein Early-Stage-Start-Up, ein Forschungsergebnis oder eine geniale Idee in ein handlungsfähiges Unternehmen zu verwandeln und auf den Weltmarkt zu katapultieren. bayern design und Design Offices bringen gemeinsam zum ersten Mal einen der innovativsten Start-up-Events zur MCBW nach München: das Start Up Moonshot vom Verein Innovation 4.X. In nur 72 Stunden (9. – 12. März 2019) arbeiten die Fachleute hochkonzentriert an dem neuen Unternehmen und erstellen genaue Pläne für die Bereiche Business Case, Investment, Businessplan, Name, Logo, Website, Marktstrategie, Produktdesign, Growth Hacking, Drucksorten, CSR-Basics oder HR- und Organisationsszenario. Tempo ist hier der entscheidende Faktor, der alle Akteure mit Leidenschaft am Entstehungsprozess arbeiten und Höchstleistungen vollbringen lässt. Der Name Moonshot wurde aufgrund der Analogie zur Mondlandung gewählt, da auch damals viele Experten daran gearbeitet hatten, drei Menschen zum Mond zu bringen. Am 9. März 2019 also heißt es: 10, 9, 8, 7 …!

Impressionen vom MoonshotEvent in Wien im November 2018.

PROGRAMM CREATE BUSINESS! 87


Lebenswelten der Zukunft MCBW MEETS IHM

Knapp dran – wo ist der nächste Parkplatz? Die smarte Straßenlaterne zeigt mir den freien Platz. Endlich raus aus dem Wagen und los geht’s. Eine Szene aus der Zukunft? Eine Lebenswelt, die bereits jetzt beginnen kann! Auf der Internationalen Handwerksmesse 2019 präsentiert die IHM gemeinsam mit bayern design während der MCBW die Sonderausstellung „Lebenswelten der Zukunft“, ein Schaufenster für Veränderungen und Optimierungen im Zusammenspiel von Design und Handwerk. Drei Leitfragen führen durch die Ausstellung (13. – 17.3.2019) und liefern Konzepte von jungen, innovativen Labels für ein bewusst nachhaltigeres Leben und um den Alltag einfacher statt komplexer zu machen.

WIE SIEHT DIE STADT DER ZUKUNFT AUS? Smarte Leuchten wie beispielsweise von ­Sustainder bieten in der Stadt von morgen nicht nur WLAN an, sondern können durch weitere Module wie GPS oder CO2 -Verbrauch individuell angepasst werden – alles steuerbar via App, auch für die Parkplatzsuche. TUMCREATE stellt sein Konzept der smarten City am Beispiel von Singapur vor. Besucher können mit einer VR-Brille ausgerüstet in die Stadt von morgen eintauchen und die Mobilität der Zukunft aktiv erleben. Das Publikum der Fachmesse verfolgt die Aktionen auf einem Bildschirm.

88  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

Der Elektrofahrrad-Boom ist ungebrochen. Was passiert mit den gewöhnlichen Rädern in ein paar Jahren? Das Unternehmen U-Sports Elektrobike schlägt vor, herkömmliche Räder mit einem E-Antrieb auszustatten, denn E-Bikes könnten bald den Straßenverkehr in Innenstädten dominieren.


WIE ARBEITEN WIR MORGEN?

Bei MakerSpace zum ­Designer werden.

Smarte Büroeinrichtungen in Unternehmen schaffen zukünftig einen Ort der Konzentration und Inspiration: Die Firma Smartfurniture stellt den Smart Desk eliot vor: einen Steh-Sitz-Schreibtisch, der bequem einstellbar ist und via App die Steh-Sitz-Gewohnheiten speichert. Die Firma Mocoba bietet ein nachhaltiges Regalsystem in luftigem, klarem Design, das ohne zusätzliche Werkzeuge leicht aufzubauen ist. Die MDF-Platten sind mit kratzfestem Melanin beschichtet und lassen sich variabel und einfach zusammenstecken. Eigene innovative Produkte selbst herstellen und gestalten können alle Besucher bei den interaktiven Stationen von MakerSpace (UnternehmerTUM).

WIE PRODUZIEREN WIR NACHHALTIG? Natascha von Hirschhausen möchte mit ihrer Modekollektion Stoffmüllberge vermeiden und hat sich Schnitte nach dem Zero-Waste-­ Prinzip überlegt. Der Verschnitt liegt bei nur einem Prozent. Außerdem sind sämtliche Materialien zu 100 % nachhaltig, fair, plastikfrei und ökologisch abbaubar. AA Gold knüpft mit seiner Software genau hier an: Mithilfe der Schneidersoftware können Designer das Zero-Waste-Prinzip auf ihre Kollektionen übertragen RECUP widmet sich dem Kaffeebechermüll und hat ein Pfandsystem für recycelbare, schadstofffreie Mehrwegbecher aus Kunststoff entwickelt, die deutschlandweit bei den RECUP-Partnern zurückgegeben werden können.

Kaffee in Form gepresst – T ­ assen aus ­Granulat.

Was passiert mit den Tonnen von Kaffee­ resten nach dem Genuss eines Espressos? Kaffeeform hat dafür die verbrauchte Kaffeezellulose gesammelt, angereichert mit biologischen Fasern und Biopolymeren. Aus dem neu gewonnenen Granulat werden spülmaschinenfeste und unempfindliche Kaffeetassen geformt. In dieser Form – im wahrsten Sinne des Wortes – lässt sich der Espresso noch mehr genießen!

Design von ­Natascha von Hirschhausen.

Lebenswelten der Zukunft 9:30 – 18 Uhr / 13 – 17 MAR / 1679 Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung kostenpflichtig / anmeldefrei Messegelände München 55 Eingang West 81823 München

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 89


MCBW IN SELB UND HOHENBERG

Reine Formsache

Vom Bauhaus-Impuls zum Designlabor an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Porzellandesign einst, heute und morgen präsentiert das Porzellanikon anlässlich des Bauhaus-Jubiläums in einer zweiteiligen ­Sonderausstellung: Tradition und Moderne, Handwerk und Industrie, digital und analog – die „Chronik“ in Hohenberg spannt den Bogen zwischen historischem Impuls und zeitgemäßer Relevanz. Die „reine Form­ sache“, als Haltung und Botschaft der Bauhaus-Künstler, spiegelt sich auch in den Entwürfen der Absolventen heute. Diese finden Antworten auf die Frage nach der Zukunft des Porzellandesigns auch im „DesignLab“ in Selb. Materialien wie Beton, Holz, Metall oder Textil sowie innovative

­ erfahren wie der 3-D-Druck bringen das V Porzellan ins 21. Jahrhundert. Was alle ­Ausstellungsstücke gemeinsam haben: Sie zeigen eine ungebrochene Wertschätzung für Porzellan und Formfindung. Die Sonderausstellung an den Standorten Hohenberg und Selb läuft noch bis zum 6. Oktober 2019. Porzellanikon Selb Werner-Schürer-Platz 1 95100 Selb

Verschiedene Objekte aus der Ausstellung; im Vordergrund Mokkaservice „Hallesche Form“ von Marguerite Friedlaender-­ Wildenhain, 1929/30, Staat­ liche Porzellan-­ Manufaktur ­Berlin.

Porzellanikon Hohenberg Schirndinger Str. 48 95691 Hohenberg an der Eger Auf insgesamt 10.000 m² Ausstellungsfläche zeigt das Porzellanikon die Historie des Porzellans, die Produktions- und Sozialgeschichte der Porzellanherstellung und die neuesten Designs. www.porzellanikon.org

Kannenstudie „k & y“ von Tom Hambrock, Semesterprojekt 2012: „Die Kanne ist tot – es lebe die Kanne“, betreut von Prof. Hubert Kittel, Keramik-/Glas­ design

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REINE FORMSACHE – Vom Bauhaus-Impuls zum Designlabor an der Burg Giebichenstein 10 – 17 Uhr / 9 – 17 MAR / 1680 Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung kostenpflichtig / anmeldefrei Porzellanikon – Staatliches 11 Museum für Porzellan Hohenberg a. d. Eger/Selb


Zum ersten Mal in der Hochschule für Fernsehen und Film München

DESIGN KINO 10 – 17 MAR 2019

Nähere Informationen ab Februar 2019 unter

www.mcbw.de PROGRAMM DESIGN SCHAU! 91


MCBW MEETS LINC

Raum für mehr Kreativität und Innovationen Mehr denn je hängt der geschäftliche Erfolg „Leadership Community“, die zentrale Anlauf- Die Einrichtung heutzutage von der Innovationskraft und der stelle des Führungsteams, untergebracht. und Ausstattung Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens Auch hier war der Gedanke, Menschen mit- des LINC soll ab. Der Grund sind der digitale Wandel und einander in Kontakt, in Austausch zu bringen, die Mitarbeiter damit einhergehende Veränderungen und federführend: So ist auch das Leadership inspirieren. Innovationen, die etablierten Geschäftsmo- Team nah am Geschehen, für alle sichtbar. dellen die Grundlage entziehen können. Mitarbeiter, die nicht vor Ort sind, können Um innovativ zu bleiben, müssen Unter- über cloudbasierte Technologien einge­ nehmen zum einen dafür sorgen, dass ihre bunden werden. Individuelles, aber auch Mitarbeiter jederzeit auf die Informationen gemeinsames Lernen ist in den speziell auszugreifen können, die sie für ihre Arbeit gestatteten Lernräumen möglich, über Video­ benötigen, dass sie sich austauschen und konferenz-Software können sich zudem Mit­ lernen können und somit Entscheidungspro- arbeiter anderer Standorte anschließen. zesse beschleunigt werden. Zum anderen „Menschen sind von Natur aus kreativ, und bedarf es viel Kreativität, um Innovationen wenn wir an einem Ort zusammenkommen, zu erarbeiten und voranzutreiben. Lernen, lernen wir im gleichen Maße, wie wir andeZusammenarbeit, Kreativität und Vertrauen ren Wissen und Erfahrungen vermitteln. Das sind die beeinflussenden und bedeutenden ist die Basis für Innovation“, so Keane. Wie Faktoren. Räume dazu beitragen können, UnternehMit dem Learning + Innovation Center menserfolge zu steigern, das zeigt Steelcase (LINC) bietet Steelcase in der Brienner mit dem LINC, einem Ort, der auf die BedürfStraße in München eine Arbeitsumgebung nisse von Mensch, Technik und Raum gleifür seine Mitarbeiter, die inspirieren und zu chermaßen ausgerichtet ist. Innovation anregen soll. „Vertrauen ist die Grundlage für kreatives Arbeiten und Innovation“, sagt Steelcase-CEO Jim Keane. „Konsequenterweise haben wir einen Ort MCBW Steelcase Lounge geschaffen, an dem Menschen zusammenMCBW FORUM kommen, Beziehungen zueinander aufbauen 9 – 17 MAR / täglich von 9 – 20 Uhr und gemeinsam lernen und wachsen könHochschule für Fernsehen und nen.“ Das können die 278 Steelcase-MitarFilm München 31 beiterinnen und -Mitarbeiter aus 28 Nationen i Bernd-Eichinger-Platz 1 auf 14.400 Quadratmetern. 31 80333 München Insgesamt wurden drei Gebäude neu gestaltet. Das „Workcafé“, die Cafeteria, die Albers and Stölz: reviving Bauhaus sich über zwei Stockwerke erstreckt, dient textile design A conversation with als Treffpunkt. Ganz in der Nähe wurde die Susan Lyons and Dr. Angelika Nollert 19 – 22 Uhr / 12 MAR / 1669 Innenarchitektur // Podiumsdiskussion kostenfrei / anmeldepflichtig 72 Steelcase AG Brienner Str. 42 80333 München

92  PROGRAMM CREATE BUSINESS!


Diversity

UNIVERSAL DESIGN Expert & Consumer Jury Session bei der MCBW 2018.

meets Universal Design

Die Themenfelder des Universal Design sind seit Beginn der MUNICH CREATIVE BUSINESS WEEK ein zentraler Bestandteil der führenden Designwoche in Deutschland. Den Kern der achttägigen Veranstaltungsreihe bildet die Jury-Ausstellung des internationalen Wettbewerbs „UNIVERSAL DESIGN competition 2019“ im Oskar von Miller Forum. Aufgrund des vielfältigen Programms fällt es nicht leicht, die ganz besonderen Highlights vorzustellen – wir wagen es trotzdem.

TRAMTHINGS Verbinden Grafik und Kunst mit dem alltäglichen Leben: Straßenbahnplakate aus dem Wien der 1950er-Jahre.

Die Consumer Jury (Samstag, 9.3.) bleibt weiterhin einmalig. Hier treffen Gestalter auf die gewachsene Kompetenz der Nutzer. „TRAMTHINGS“, eine Ausstellung von Werbe­ plakaten aus den 50er-­Jahren, legt einen Stopp in München ein (Vernissage, Sonntag, 10.3.). Der Mittwoch und der Donnerstag (13. und 14.3.) stehen ganz im Zeichen der leicht verständlichen Sprache. Erstmalig wird eine wissenschaftliche Arbeit zu Typographie und Grafik zum beschriebenen Themenfeld vorgestellt. Unterstützt wird die Veranstaltung durch die tgm ­München und den Deutschen Designtag. Hört sich München anders an als Berlin? Unterscheiden sich die Klangbilder einer Stadt? Der Workshop „Klangstadtraum“ mit Studierenden und Anderssehenden (15.3. – 16.3.) geht diesen Fragen auf den Grund. Universal Design wirkt in nahezu alle Gestaltungsbereiche hinein. Weitere Themen hierzu: Smart Phone gleich Smart Home, Transportation Design, der Mensch im Mittelpunkt von KI und Robotik, Kino für Menschen mit Demenz. Diversity 2019 ist eine Eventreihe in Zusammenarbeit mit bayern design und durch das ­Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert.

UNIVERSAL DESIGN Expert & Consumer Jury Session 11 – 17 Uhr / 9 – 10 MAR / 1594 Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig TRAMTHINGS 10 – 17 MAR / 1593 Termine unter www.mcbw.de Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Klangstadtraum 15 – 16 MAR / 1594 Termine unter www.mcbw.de Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Universal Design. Wirtschaftsfaktor. Diversity. 9 – 17 MAR / 1586 Termine unter www.mcbw.de Universal Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25

80333 München

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 93


MCBW MEETS BMW

Design gibt der Zukunft von Freude ihre Form. BMW steht seit über 100 Jahren für Freude am Fahren. Wir bei BMW Group Design erforschen und gestalten Möglichkeiten, wie wir diese Freude auch in Zukunft erlebbar machen – auch wenn Autos zukünftig autonom fahren können. Die gesamte Automobilindustrie steht vor einem Paradigmenwechsel. Hochautonomes Fahren wird das Verständnis von individueller Mobilität revolutionieren. Wir werden Dinge tun können, die während der Fahrt bisher so nicht möglich waren. Das Automobil ist dann nicht mehr nur „Fahrzeug“. Es wird zum Ort der Entspannung, der Interaktion, des Entertainments, der Konzentration und vielem mehr – es wird zu einer neuen Form von Lebensraum, der die Bedürfnisse und Wünsche des Menschen in den Mittelpunkt stellen kann. Und diesen Raum wollen wir für die BMW Group in unterschiedlichsten Facetten gestalten. Domagoj Dukec, Leiter Design BMW i und BMW M, ist sich sicher: „Das Automobil an sich wird in den kommenden 20 Jahren wesentlich stärkere Veränderungen erfahren als in den letzten 100 Jahren – das betrifft insbesondere das Interieur.“ Diese Entwicklungen stellen völlig neue Anforderungen an das Design eines Fahrzeugs – vor allem an das Interieur. Wie sieht ein mobiler „Wohlfühlraum“ aus, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt und seine vielen unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche adressieren kann? Eine mögliche Antwort auf diese Frage zeigen wir mit dem Visionsfahrzeug BMW Vision iNEXT. Es blickt in eine nicht allzu weit entfernte Zukunft, in der hochautonomes Fahren bereits möglich ist. Der BMW Vision iNEXT setzt ein mutiges und positives Statement für die Zukunft. Das Visions­ fahrzeug zeigt eine menschliche Antwort auf die Frage „Wie gestaltet die BMW Group ein Fahrzeug, das nicht mehr selbst gefahren werden muss – aber kann?“.

94  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

Die reduzierten Formen und der Materialmix aus Stoff und Holz erinnern an einen modernen, gemütlichen Wohnraum mit hochwertigen Möbeln. Displays oder Knöpfe sucht man im Fond vergebens. Die intelligente Technik liegt unter der Oberfläche verborgen und wird erst sichtbar, wenn man sie braucht: „High Tech“ wird zu „Shy Tech“.


Die Technologie rückt bewusst in den Hintergrund und wird erst sichtbar und nutzbar, wenn Fahrer oder Mitfahrer es wünschen. Der Jacquardstoff im Fond erwacht auf Berührung zum Leben und erlaubt z. B. die Steuerung der Musik­ wiedergabe durch ver­ schiedene Gesten.

Ein Beispiel: In den aufwendig gewebten Jacquardstoff im Bereich der Mitte der Rücksitzbank sind unsichtbar intelligente Flächen integriert, die als Display und Eingabemöglichkeit dienen. Zeichnet man darauf mit dem Finger eine Note, startet die Musikwiedergabe. Doch neben Shy Tech und intelligentem Infotainment sind noch weitere Ansätze denkbar. Was wäre, wenn der Innenraum sich auch mit seiner Form optimal an die Bedürfnisse der Passagiere anpasst? Genau daran arbeiten wir gemeinsam mit dem Self-Assembly Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in dem Projekt „Liquid Printed Pneumatics“. Dabei produziert ein modifizierter 3-D-Drucker Stoffe, in denen aufblasbare Luftkammern je nach Luftdruck die Form und damit auch die Funktion eines Gegenstands verändern können. Aus einem Komfortsitz könnte nur durch eine andere Luftverteilung ein Sportsitz oder eine Liege werden. Damit macht diese anpassungsfähige Materialtechnologie eine Zukunft denkbar, in der sich ein komplettes Interieur durch veränderbare Oberflächen vielen unterschiedlichen Situationen optimal anpassen könnte. „Die Art und Weise, wie Mobilität sich in Zukunft gestaltet, steuert mehr und mehr auf ein Automobil zu, für das konventionelle Ansätze wie etwa Vorderund Rücksitze kaum mehr eine Rolle spielen. Es ist nicht mehr nötig, das Auto der Zukunft in eine bestimmte Form zu pressen. Innenräume könnten auch situativ formbare Strukturen annehmen“, erläutert Martina Starke, Leiterin der Bereiche BMW Brand Vision und BMW Brand Design bei der BMW Group. Erstmals präsentiert wird diese Vision der breiten Öffentlichkeit auf der MUNICH CREATIVE BUSINESS WEEK. www.bmw-welt.com/de/locations/museum

BMW i Ausstellung – Der BMW Vision iNEXT als Symbol einer neuen Zeit 10 – 18 Uhr / 9, 10, 12 – 14 MAR / 1622 Transportation Design // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei Designers Talk: My Favorite Space – Intelligent and Ultimately Human 19 – 20:30 Uhr / 13 MAR / 1623 Universal Design // Podiumsdiskussion kostenfrei / anmeldefrei

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BMW Museum Am Olympiapark 2 80809 München

Ausstellung mit Patricia Urquiola in der BMW Welt 9 – 18 Uhr / 9 – 17 MAR / 1624 Transportation Design // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei Designers Talk: Progressive Luxury meets Creative Excellence 18:30 – 20:30 Uhr / 12 MAR / 1625 Transportation Design // Podiumsdiskussion kostenfrei / anmeldefrei BMW Welt 10 Am Olympiapark 1 80809 München

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 95


MESSE UND FESTIVAL

StijlMarkt München“ „Junges Design“ & aus Bayern“

Der StijlMarkt ist Deutschlands größte Plattform für Nachwuchskreative und Jung­ designer, kleine Labels sowie namhafte Brands aus ganz Deutschland. Auch dieses Jahr können Designbegeisterte wieder Außergewöhnliches und Innovatives, Sinnvolles und Schönes aus den Bereichen #anziehen, #wohnen und #genießen entdecken. Der StijlMarkt findet zeitgleich auf d ­ er Praterinsel und im Isarforum statt. Das Ticket ist für beide Locations gültig.

Den spannenden Mix aus Messe und Festival ergänzen ausgewählte Side-Events und Workshops, die dazu einladen, sich sportlich oder kreativ zu verausgaben. Und bei den innovativen Gastronomiekonzepten ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei.

Trends, aber kein Mainstream

Design aus der bayerischen Heimat

Egal ob ausgefallene Kleidung, handgemachte Accessoires, Möbel, Schmuck oder Delikatessen: Beim StijlMarkt gibt es jede Menge Designprodukte, die man im normalen Handel so nicht findet. Anders als im anonymen Internet: der Livekontakt vor Ort. Man kann die Macher „hinter den Produkten“ kennenlernen, sich mit ihnen austauschen und Inspirationen mit nach Hause nehmen. Damit ist die Veranstaltung auch Ausdruck einer gewandelten und damit zeitgemäßen Konsumkultur, die einen großen Fokus auf Nachhaltigkeit, faire Produktionsbedingungen, einen schonenden Umgang mit Ressourcen und einen Handel auf Augenhöhe – ohne Zwischenhändler – legt.

Auf dem StijlMarkt im Isarforum gibt es ein besonderes Special: eine Ausstellungsfläche speziell für junges Design aus Bayern! Hier können Nachwuchsdesigner zeigen, was die heimische Kreativszene so zu bieten hat, und sich selbst und ihre Ideen einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.

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StijlMarkt im Oktober 2018.

StijlMarkt München mit Förderbereich „Junges Design aus Bayern" 11 – 18 Uhr / 9 – 10 MAR / 1683 Mode/Accessoires // Aktion kostenpflichtig / anmeldefrei Isarforum München 38 Ludwigsbrücke + Praterinsel 3 – 4 Museumsinsel 1 80538 München


PROGRAMM DESIGN SCHAU! 97


MCBW-MESSEPARTNER

Exzellentes Handwerk, herausragendes Design

Die Internationale Handwerksmesse vom 13. bis 17. März 2019

Herausragendes handwerkliches Können, erstklassige Gestaltung und Design sind zentrale Themen der Internationalen Handwerksmesse vom 13. bis 17. März 2019 auf dem Messegelände München. Schließlich sind handwerkliches Knowhow und Können vielfach Voraussetzung für exzellente Produkte und herausragendes Design. Zwei Bereiche sind dabei von ganz besonderem Interesse: die Ausstellung „Lebenswelten der Zukunft“ im Eingang West und die Halle B1, die den Namen „Handwerk & Design“ trägt. Besucher erleben dort eine Vielzahl von jungen Kreativen, die ihre Ideen vorstellen, ausgezeichnete Handwerker, die ihr Können in eigens aufgebauten Werkstätten live demonstrieren, und bemerkenswerte Sonderschauen, zu der Gäste aus aller Welt nach München reisen. So bietet die „Handwerk & Design“ Edles und Schönes, Unikate und K leinserien, b e sondere Ac c e s soire s, Schmuck, Objekte, Mode und Accessoires, hochwertig und individuell. Die kreativen Köpfe dahinter sind an allen Messetagen vor Ort und stehen für persönliche Gespräche zur Verfügung. Besondere Anziehungspunkte der „Handwerk & Design“ sind die renommierten Sonderschauen EXEMPLA, TALENTE, MEISTER DER MODERNE und SCHMUCK. Während letztgenannte als die bedeutendste Ausstellung zeitgenössischen Autorenschmucks weltweit gilt und München jedes Jahr zum Treffpunkt der internationalen SchmuckSzene macht, zeigt die Sonderschau TALENTE Arbeiten und Werke von über

98  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

Auf der SCHMUCK 2019 zu sehen: Brosche von Svenja John.

100 jungen Handwerkern, Gestaltern und Designern aus mehr als 20 Ländern. Im Eingang West entdecken Besucher auf 700 Quadratmetern die „Lebenswelten der Zukunft“, eine Ausstellung in Kooperation von Internationaler Handwerksmesse (IHM) und MCBW (bayern design) und ein einzigartiges, zukunftsweisendes Schaufenster. Die Ausstellung stellt drei zentrale Fragen – Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Wie produzieren wir nachhaltig? Wie arbeiten wir morgen? – und gibt darauf spannende Antworten. Die Internationale Handwerksmesse findet vom 13. bis 17. März 2019 auf dem Messegelände München statt. Mehr Informationen unter www.ihm.de.

Für ihre Kacheln aus Asche wurde Miriam Schlägel aus Österreich im Bereich Materialien und Techniken mit einem TALENTE-Preis ausgezeichnet.

Internationale Handwerksmesse 2019 9:30 – 18 Uhr / 13 – 17 MAR / 1484 Manufaktur & Handwerk // Ausstellung kostenpflichtig / anmeldefrei Messegelände München 55 Eingang West 81823 München


MCBW MEETS BAVARIA FILMSTADT

Filmstadt Atelier – eine interaktive Zeitreise durch 100 bewegte Jahre Film & Fernsehen Anlässlich ihres 100. Geburtstags präsentiert die Bavaria Film eine interaktive Jubiläumsausstellung mit einmaligen – bisher unveröffentlichten – Bildern, Dokumenten und Exponaten aus großen Filmklassikern und legendären TV-Formaten. Mithilfe interaktiver Angebote und von Augmented Reality taucht man ein in die Welt der Filmund Fernsehprofis. Vom Stummfilm zum Tonfilm, vom SchwarzWeiß-Bild zum Farbbild, vom Kino zum Fernsehen, von der analogen Welt ins digitale Zeitalter – die Bavaria Film hat seit ihrem Bestehen sämtliche Umbrüche gemeistert und war oft auch Motor der inhaltlichen und technologischen Entwicklungen in der Bewegtbildbranche Die Geschichte des Medienstandorts Geiselgasteig und des Unternehmens begann 1919 mit dem Bau des ersten Filmateliers Süddeutschlands, in dem 1920 die ersten Filme gedreht wurden. Schnell entwickelte sich ein aktiver Produktionsstandort mit Studios, Hallen und einem Kopierwerk. Alfred Hitchcock inszenierte hier seinen Stummfilm „The Pleasure Garden“, Billy Wilder ließ für „Eins, Zwei, Drei“ den Flughafen Tempelhof nachbauen, Lilo Pulver, Kirk Douglas und Steve McQueen standen ebenso vor der Kamera wie Elizabeth Taylor und Richard Burton. Kultserien wie „Raumpatrouille Orion“, „Funkstreife Isar 12“ oder die preisgekrönte Romanver­ filmung von „Das Boot“ prägen die Firmengeschichte.

Heute gehört Geiselgasteig zu den wich­ tigsten Medienstandorten Deutschlands. Auf dem modernen Bewegtbildcampus im Münchner Süden, dem Sitz der Bavaria Film, entstehen bekannte Fernsehshows, große Kinofilme sowie Produktionen für TV-Anbieter und Streaming-Portale. Die Jubiläumsausstellung im Filmstadt Atelier gibt einen einzigartigen Einblick in die Welt der Film- und Fernsehprofis von gestern, heute und morgen.

„Bayerisches Hollywood“: Mit großem Aufwand wurde für Billy Wilders „Eins, Zwei, Drei“ der Berliner Flughafen Tempel­ hof im Studio nachgebaut.

Filmstadt Atelier – eine interaktive Zeitreise durch 100 bewegte Jahre Film & Fernsehen 19 – 22 Uhr / 14 MAR / 1681 Film/Bühne // Atelier-/Studioführung kostenfrei / anmeldepflichtig Bavaria Filmstadt 11 Bavariafilmplatz 7 82031 München

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 99


NEUES HOTEL IN SCHWABING

WallpaperSTORE* Andaz

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London, Amsterdam, New York, Tokio und jetzt also auch München – im Februar eröffnete mit dem Andaz München Schwabinger Tor Deutschlands erstes Luxury-Lifestyle-Hotel. Die 2007 gegründete Hyatt-Life­ style-Marke Andaz steht für Treffpunkte weit gereister wie einheimischer Kosmopoliten und Freigeister. „Für uns ist München die dynamischste Stadt Deutschlands. Schwabing, das traditionell als Stadtteil der Kunst und Künstler wahrgenommen wurde, ist der perfekte Ort für das Projekt“, begründet Peter Fulton, Group President von Hyatt für die Regionen Europa, Mittlerer Osten, Afrika und Südwestasien, die Entscheidung für die bayerische Hauptstadt. Andaz ist ein Wort aus dem Hindi für „personal style“ und steht für eine neue Form von Luxus: urban, individuell, weltoffen und mit lokalem Flair. Als internatio­ naler Hotspot für Kreativschaffende ist das Hotel der ideale Ort für den ersten Pop-up-Store von WallpaperSTORE* in Deutschland. WallpaperSTORE* verwandelt während der MUNICH CREATIVE BUSINESS WEEK einen Bereich der Andaz Lounge in ein Paradies für Designliebhaber. Die Objekte ausgewählter deutscher Interiordesigner inspirieren, überraschen und sind regional verwurzelt – genauso wie die Location.

100  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

Wie zuletzt in Prag, Kopen­hagen und Kapstadt engagierte Wall­ paperSTORE* auch in München einen Designer vor Ort. Gestaltet wurde der Pop-up-Store in der Andaz Lounge in Zusammenarbeit mit Studio David Lehmann. Lehmann (* 1985 in Wuppertal) hat Industriedesign an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste studiert, war Assistent des britischen Bildhauers Tony Cragg und Praktikant bei einem der einflussreichsten Interiordesigner der Welt, dem Amsterdamer Design­ star Marcel Wanders. Lehmanns Objekte aus Glas, Keramik, Metall, Holz – und

Seifenlauge – begeisterten schon das franzö­sische Luxusmodelabel Hermès, das ihn kurzerhand dafür engagierte, eine Installation in einem Shop in Monte-­ Carlo zu zeigen. Seit 2015 arbeitet Lehmann in seinem eigenen Studio in München-­ Obersendling.

WallpaperSTORE* x Andaz 10 – 19 Uhr / 9 – 17 MAR / 1533 Kunst & Design // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei Andaz München 7 Schwabinger Tor Leopoldstr. 170 80804 München


Veranstaltungen 9 – 17 MAR

Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie eine Übersicht über die Ausstellungen in der DESIGN SCHAU! zusammengestellt. Danach finden Sie eine Gesamtübersicht nach Tagen über alle Veranstaltungen, die im Programmbereich DESIGN SCHAU! stattfinden.

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 101


Übersicht Ausstellungen Alle Ausstellungen während der MUNICH ­CREATIVE BUSINESS WEEK. Nähere Informationen zu allen Veranstaltungen der DESIGN SCHAU! finden Sie in der Gesamtübersicht nach Tagen auf den folgenden Seiten.

LIVALIKE | Contemporary Paper Bags 9 – 10 MAR / 11 – 19 Uhr / 1468 Manufaktur & Handwerk // Ausstellung LIVALIKE by Claudia Santiago Areal 46 Horemansstr. 30 80636 München siehe Seite 107 BMW i Ausstellung – Der BMW Vision iNEXT als Symbol einer neuen Zeit 9, 10, 12 – 14 MAR / 10 – 18 Uhr / 1622 Transportation Design // Ausstellung BMW Museum Am Olympiapark 2 9 80809 München siehe Seite 105 Ausstellung „Radikal zeitgemäß“ 9, 11 – 16 MAR / 1538 Termine unter www.mcbw.de Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung Rosenthal Store München Kardinal-Faulhaber-­Str. 5 64 80333 München siehe Seite 106 DEsigned in Bavaria: ZUKUNFT 1959 – Die Entmaterialisierung des Produkts 9, 11 – 16 MAR / 1560 Termine unter www.mcbw.de Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung USM Showroom München Wittelsbacherplatz 1 80 80333 München siehe Seite 108 Möbel pure & plain – Werkschau 9, 11 – 16 MAR / 1644 Termine unter www.mcbw.de Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung KASTL moderne möbel Artilleriestr. 7 41 80636 München siehe Seite 108

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Here Comes the Sun! Ausstellung 9, 11 – 16 MAR / 1670 Termine unter www.mcbw.de Innenarchitektur // Ausstellung Seven Elohim Friedrichstr. 1a 69 80801 München siehe Seite 107 Friedrich von Borries. Politics of Design. Design of Politics. 9, 10, 12 – 17 MAR / 1480 Termine unter www.mcbw.de Kunst und Design // Ausstellung Pinakothek der Moderne Barer Str. 40 23 80333 München i

siehe Seite 104 REINE FORMSACHE – Vom Bauhaus-Impuls zum Designlabor an der Burg Giebichenstein 9, 10, 12 – 17 MAR / 10 – 17 Uhr / 1680 Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan Hohenberg a. d. Eger/Selb Werner-Schürer-Platz 1 95100 Selb siehe Seite 105 CIRCOLUTION – Concepts for a Sustainable Future. 9, 10, 12 – 17 MAR / 1550 Termine unter www.mcbw.de Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung Pinakothek der Moderne Barer Str. 40 23 80333 München i

siehe Seite 105 THE ONE WOMAN GROUP EXHIBITION. KAREN PONTOPPIDAN 9, 10, 12 – 17 MAR / 11 – 18 Uhr / 1648 Kunst und Design // Ausstellung Museum Villa Stuck Prinzregentenstr. 60 57 81675 München siehe Seite 107

Die Location-Nummern zeigen Ihnen die Standorte auf den Karten im Event Guide.

102  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

Farbharmonie im Einklang mit der Natur – Torben Hansens Farbsystem 9 – 17 MAR / 1491 Termine unter www.mcbw.de Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Schotten & Hansen GmbH Werkraum München 67 Ludwigstr. 8 80539 München siehe Seite 106

 Veranstaltungssuche auf www.mcbw.de

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Fabricate – Ausstellung 9 – 17 MAR / 1567 Termine unter www.mcbw.de Kunst und Design // A ­ usstellung VITSŒ Türkenstr. 36 82 80799 München siehe Seite 105 Universal Design. Wirtschaftsfaktor. Diversity. 9 – 17 MAR / 1586 Termine unter www.mcbw.de Universal Design // ­Ausstellung Oskar von Miller Forum Oskar-von-Miller-Ring 25 60 80333 München siehe Seite 107 NO WOOD NO FUN – Ausstellung 9 – 17 MAR / 1616 Termine unter www.mcbw.de Kunst und Design // Ausstellung 310113RGB Adlzreiterstr. 13 1 80337 München siehe Seite 107 Ausstellung mit Patricia Urquiola in der BMW Welt 9 – 17 MAR / 9 – 18 Uhr /  1624 Transportation Design // Ausstellung BMW Welt Am Olympiapark 1 10 80809 München siehe Seite 104

Infopoint


Luminous Link 9 – 17 MAR / 9 – 18 Uhr / 1687 Kunst und Design // ­Ausstellung Architekturgalerie Werner Türkenstr. 30 8 80333 München siehe Seite 104 Future Lights in Ceramics 9 – 17 MAR / 9 – 20 Uhr / 1685 Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Hochschule für Fernsehen und Film München 31 Bernd-Eichinger-­Platz 1 i 80333 München siehe Seite 104 WallpaperSTORE* x Andaz 9 – 17 MAR / 10 – 19 Uhr / 1533 Kunst und Design // A ­ usstellung Andaz München Schwabinger Tor 7 Leopoldstr. 170 80804 München siehe Seite 106 Spekulative Räume – Ausstellung 10 – 12 MAR / 11 – 20 Uhr / 1610 Social Design // Ausstellung Location: siehe www.spekulativeraeume.de siehe Seite 108 WOOD WORKS Ausstellung 11 – 17 MAR / 1520 Termine unter www.mcbw.de Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei Showroom Holzrausch C2 Corneliusstr. 2 70 80469 München siehe Seite 112 MD.H Werkschau 12 MAR / 18 – 1 Uhr / 1529 Digital Innovation // Ausstellung Mediadesign Hochschule Claudius-Keller-Str. 7 53 81669 München siehe Seite 114

The Five Seasons 13 MAR / 19 – 21 Uhr / 1499 Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung ALESSI Store Fünf Höfe Theatinerstr. 15 2 80333 München siehe Seite 119 Gute Zusammenarbeit bleibt analog – Arbeitsweltenkonzepte von combine 13 – 14 MAR / 17 – 21 Uhr / 1608 Innenarchitektur // ­Ausstellung combine Consulting GmbH Leopoldstr. 28a 86 80802 München siehe Seite 119 21 gram – Internationales Schmuckprojekt 13 – 17 MAR / 1482 Termine unter www.mcbw.de Kunst und Design // Ausstellung Galerie Handwerk Handwerkskammer für 28 München und Oberbayern Max-Joseph-Str. 4 80333 München siehe Seite 119 EXEMPLA 2019 13 – 17 MAR / 9:30 – 18 Uhr / 1483 Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Messegelände München Eingang West 55 81823 München siehe Seite 117 Internationale Handwerksmesse 2019 13 – 17 MAR / 9:30 – 18 Uhr / 1484 Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Messegelände München Eingang West 55 81823 München siehe Seite 117 MEISTER DER MODERNE 2019 13 – 17 MAR / 9:30 – 18 Uhr / 1485 Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Messegelände München Eingang West 55 81823 München siehe Seite 117

SCHMUCK 2019 13 – 17 MAR / 9:30 – 18 Uhr / 1486 Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Messegelände München Eingang West 55 81823 München siehe Seite 118 TALENTE 2019 13 – 17 MAR / 9:30 – 18 Uhr / 1487 Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Messegelände München Eingang West 55 81823 München siehe Seite 116 Lebenswelten der Zukunft 13 – 17 MAR / 9:30 – 18 Uhr / 1679 Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung Messegelände München Eingang West 55 81823 München siehe Seite 117 Kitchenparty 15 MAR / 18 – 22 Uhr / 1473 Kunst und Design // Ausstellung plattform15 Infanteriestr. 15 95 80797 München siehe Seite 124 Tag der offenen Tür 2019 16 MAR / 10 – 16 Uhr /  1508 Kommunikationsdesign/Branding // Ausstellung Deutsche Meister­­schule für Mode / Designschule München 23 Roßmarkt 15 80331 München siehe Seite 125 Schmuckismus – Ausstellung 16 – 17 MAR / 10 – 18 Uhr / 1478 Kunst und Design // Ausstellung Pinakothek der Moderne Barer Str. 40 23 80333 München i

siehe Seite 125

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 103


Gesamtübersicht nach Tagen 9 MAR ab 8 Uhr

Ausstellung mit Patricia Urquiola in der BMW Welt 9 – 18 Uhr / 9 – 17 MAR / 1624 sich wiederholender Event Transportation Design // Ausstellung Die neue, exklusive Ausstellungsfläche für die BMW Luxusmodelle in der BMW Welt wurde in Zusammenarbeit mit BMW Group Designchef Adrian van Hooydonk und der Designerin Patricia U ­ rquiola gestaltet.

Die spanische Designerin Patricia Urquiola, mehr­ fach als Designerin des Jahres ausgezeichnet, und BMW Group Designchef Adrian van Hooydonk prä­ sentieren auf der neuen Ausstellungsfläche in der BMW Welt ihre Interpre­ tation von modernem ­Luxus – ein einzigartiges Beispiel für die Verbindung innovativer Technik und hochwertiger Materialien. Gemeinsam mit der Präsen­ tation neuer BMW Luxus­ modelle entsteht ein ­Ambiente aus Poesie und Präzision. kostenfrei anmeldefrei BMW Welt 10 Am Olympiapark 1 80809 München

Friedrich von Borries. Politics of Design. Design of Politics. 9, 10, 12 – 17 MAR / 1480 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Kunst und Design // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei Pinakothek der Moderne 23 Barer Str. 40 i 80333 München

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Die Location-Nummern zeigen Ihnen die Standorte auf den Karten im Event Guide.

 Veranstaltungssuche auf www.mcbw.de

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Infopoint

104  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

Luminous Link 9 – 18 Uhr / 9 – 17 MAR / 1687 sich wiederholender Event Kunst und Design // ­Ausstellung Tageslichtskulptur im ­Museumsareal Das Design des Objektes beruht auf einer Arbeit, die am Lehrstuhl für Raum­ kunst und Lichtgestaltung im Rahmen eines Seminars

Future Lights in Ceramics 9 – 20 Uhr / 9 – 17 MAR / 1685 sich wiederholender Event Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Die Gewinner der „Future Lights in Ceramics“-Wettbewerbe stellen erstmalig im MCBW FORUM 2019 aus, wofür das Porzella­ nikon neue Talente der Keramikkunst aufgerufen hat, ihre Arbeiten einzureichen. Keramik ist extrem vielfäl­ tig, es überdauert Tausen­ de von Jahren. Ton kann von Künstlern verwendet werden, um ihre Visionen

zusammen mit Studenten im Sommersemester 2018 entstand. Die Stadt Mün­ chen, vertreten durch das Referat für Arbeit und Wirt­ schaft – München Touris­ mus, wünschte sich für ­ihren Auftritt auf der ­Munich Creative Business Week 2019 repräsentative Beispiele zeitgemäßer ­Gestaltung, die das Zu­ sammenspiel von Material, Form und Licht zum Aus­ druck bringen. kostenfrei anmeldefrei Architekturgalerie 8 Werner Türkenstr. 30 80333 München

auszudrücken; von Archi­ tekten, um konstruktive Bedürfnisse zu erfüllen; und von Designern, um all­ tägliche Produkte in hoher Stückzahl herzustellen. ­Future Lights in Ceramics – das sind kreative, innova­ tive junge Künstler und ­Designer. Ihre Arbeiten sind herausragend in ihrem modernen Denkansatz und beispielhaft für zukünftige Trends. Organisatoren des Wettbewerbs sind Porzel­ lanikon, Staffordshire Uni­ versity, Design & Crafts Council of Ireland, British Ceramics Biennial. kostenfrei anmeldefrei Hochschule für 31 Fernsehen und Film i München Bernd-Eichinger-­ Platz 1 80333 München


REINE FORMSACHE – Vom Bauhaus-Impuls zum Designlabor an der Burg Giebichenstein 10 – 17 Uhr / 9, 10, 12 – 17 MAR / 1680 sich wiederholender Event Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung Porzellandesign einst, jetzt und morgen steht im Mittel­ punkt der Sonderausstellung REINE FORMSACHE – Vom Bauhaus-Impuls aus Weimar/Dornburg zur Burg Giebichenstein in Halle, 1915 bis heute. Die Sonderausstellung ­REINE FORMSACHE prä­ sentiert bis 6.Oktober 2019 facettenreich das Porzellan­

CIRCOLUTION – Concepts for a Sustainable Future. 9, 10, 12 – 17 MAR / 1550 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung Ausstellungsprojekt des Lehrstuhls für Industrial Design der Technischen Universität München, in Kooperation mit der Hans Sauer Stiftung und der Neuen Sammlung – The Design Museum. 06.03.–31.03.2019

design ausgewählter Lehrer und Absolventen sowie studentische Arbeiten aus über 100 Jahren Gefäßge­ staltung an der Burg Giebi­ chenstein Kunsthochschule Halle. In zwei Ausstellungs­ teilen („Chronik“ und „De­ signLab“) verschränken sich Woher und Wohin, Impulse, Folgen und Wirkungen zu einem gehaltvollen Bild. Gezeigt wird Porzellan­ design zwischen Tradition und Moderne, Handwerk und Industrie, digital und analog, Expe­riment und Form, zeit­gemäßer und zeitloser ­Formensprache in kultu­reller Verankerung. kostenpflichtig anmeldefrei Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan Hohen­­ berg a. d. Eger/Selb Werner-Schürer-Platz 1 95100 Selb

Wir leben noch immer in einer Wegwerfgesellschaft, die Dingen, Materialien und Wertstoffen oft nur ­einen geringen Wert bei­ misst. Wie könnte eine ­Gesellschaft aussehen, in der es keinen Müll mehr gibt – sondern funktionie­ rende Materialkreisläufe? Ausgehend von der Analyse der Herausforderungen, die einer nachhaltigen Ge­ sellschaftsform bisher im Wege stehen, entwickeln Studierende des Industrial Design und der Architektur an der Technischen Univer­ sität München Konzepte für eine zirkuläre Gesellschaft. kostenpflichtig anmeldefrei Pinakothek 23 der Moderne i Barer Str. 40 80333 München

BMW i Ausstellung – Der BMW Vision iNEXT als Symbol einer neuen Zeit 10 – 18 Uhr / 9, 10, 12 – 14 MAR / 1622 sich wiederholender Event Transportation Design // Ausstellung Das Visionsfahrzeug steht für den Aufbruch in eine neue Zeit. Hochautoma­ tisiert, emissionsfrei und voll vernetzt. Der BMW ­Vision iNEXT wird erstmals der deutschen Öffentlichkeit präsentiert. Wie sieht ein Fahrzeug aus, das nicht mehr selbst ge­

Fabricate – Ausstellung 9 – 17 MAR / 1567 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Kunst und Design // ­Ausstellung Eine Schmuckausstellung des Central Saint Martins. Während der Live-Ver­ anstaltung tragen die ­Studenten ihre Arbeiten, welche sich auf die nachhaltigen Herstellungs­ methoden von Vitsœ ­beziehen. Die Ausstellung zeigt Arbei­ ten von Mitarbeitern des BA Jewelry Design sowie

fahren werden muss – es aber weiterhin kann? Im Zentrum dieser Überlegun­ gen steht mehr denn je der Mensch. Entsprechend gleicht der BMW Vision ­iNEXT einem behaglichen „Lebensraum“ auf vier ­Rädern. Er zeigt auf visio­ näre Weise Anwendungen von Shy Tech – einer ­innovativen Technik, die unsichtbar integriert und doch stets verfügbar ist. Damit denkt der BMW ­Vision iNEXT die Möglich­ keiten autonomer Mobi­ lität in naher Zukunft vor­ aus. Gegen Vorlage des MCBW-Programms kann die BMW i Ausstellung im BMW Museum kostenfrei besichtigt werden. kostenfrei anmeldefrei BMW Museum 9 Am Olympiapark 2 80809 München

Studenten des Central Saint Martins, London. In Anleh­ nung an die gemeinsame Thematik der Herstellung wird die Ausstellung auf Vitsœ Regalsystemen prä­ sentiert, um die Herstel­ lung des Schmucks und der Möbel gleichermaßen zu erforschen. Darüber ­hinaus haben die Studen­ ten des zweiten Studien­ jahres den Schmuck als ­direkte Antwort auf die nachhaltigen Herstellungs­ verfahren, die bei der ­Herstellung von Vitsœ ­Möbeln verwendet werden, entworfen. Diese Arbeiten werden während der Live-­ Veranstaltung am 15. März getragen. kostenfrei anmeldefrei VITSŒ 82 Türkenstr. 36 80799 München

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 105


Ausstellung „Radikal zeitgemäß“ 9, 11 – 16 MAR / 1538 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung Ausstellung zum 100. Jubi­ läum der Bauhaus-Bewegung mit Werken und ­Wirken von Walter Gropius für Rosenthal. Die Ausstellung „Radikal zeitgemäß“ zum 100. Jubi­ läum der Bauhaus-Bewe­ gung zeigt die visionären Denkansätze des Gestalters,

Farbharmonie im Einklang mit der Natur – Torben Hansens Farbsystem 9 – 17 MAR / 1491 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Die Natur erzählt spannende Geschichten über Farben, Stimmungen, das Altern und die Veränderung. Diese Inspiration ist unser Antrieb, Holz mit Respekt zu behandeln und natürlich zu veredeln. Torben Hansen forschte jahrzehntelang, wie sich die Farben der Natur auf Holz-

Architekten und Menschen Walter Gropius, sein Wirken für Rosenthal und seine Strahlkraft bis heute. Einzig­ artige Produktentwicklun­ gen international bekannter Designer sowie bis nach China reichende Hochschul­ projekte verdeutlichen zu­ dem den großen Einfluss des Bauhauses auf das ­Design der Moderne. Für ein außergewöhnlich emo­ tionales Erlebnis sorgt ein Virtual-Reality-Rundgang durch das von Gropius ­entworfene Werk Rosenthal am Rothbühl. kostenfrei anmeldefrei Rosenthal Store 64 München Kardinal-Faulhaber-­ Str. 5 80333 München

oberflächen übertragen und damit deren Charakter und die Ausdruckstärke optimal zur Geltung brin­ gen lassen. Diese Farbtöne hat er nun in einem eigens entwickelten Farbsystem angeordnet. Als einzig­ artiges Werkzeug insbe­ sondere für Designer und Architekten konzipiert, zeigt es die nahezu unbe­ grenzten Möglichkeiten der Gestaltung mit Holz und Kombinationen mit anderen Materialien. Tor­ ben Hansens Farbsystem wird erstmals zur MCBW im Schotten & Hansen Werkraum im Münchner Ludwigpalais vorgestellt. kostenfrei anmeldefrei Schotten & Hansen 67 GmbH Werkraum München Ludwigstr. 8 80539 München

106  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

WallpaperSTORE* x Andaz 10 – 19 Uhr / 9 – 17 MAR / 1533 sich wiederholender Event Kunst und Design // ­Ausstellung WallpaperSTORE* prä­ sentiert während der MCBW junges Design aus Deutschland im Pop-up Store im Andaz München Schwabinger Tor.

Walk of Happiness – MCBW Edition 10 – 19 Uhr / 9 – 17 MAR / 1632 sich wiederholender Event Kunst und Design // Aktion Zur MCBW macht der WALK OF HAPPINESS Halt in München: Die Stationen dieser Tour verteilen sich über die gesamte Innenstadt. Die Aktion möchte inspirieren und zu Posi­ tivität und Kreativität anregen. Die Tour besteht aus ver­ schiedenen Stationen – Schaufenster kleiner Münchner Unternehmen,

Erstmalig kommt Wall­ paperSTORE* mit seinem Pop-up Store nach Deutsch­land. Zu diesem Anlass wird während der MCBW ein Bereich der Andaz Lounge in ein Para­ dies für Designliebhaber verwandelt. kostenfrei anmeldefrei Andaz München 7 Schwabinger Tor Leopoldstr. 170 80804 München

die von Rosa Kammer­ meier von Hand mit Lette­ rings bemalt werden: mit Sprüchen über kreatives Denken, Design und Posi­ tivität. Das Projekt lädt dazu ein, neue Ecken und Geschäfte der Stadt zu entdecken und Besucher der Aktion zu inspirieren. Der Walk of Happiness fand bereits in München, Las Vegas, Berlin und San Francisco statt – ­damals im Rahmen eines „Adobe Creative Resi­ dency“-Stipendiums. Die Adressen der Stationen sind auf www.mcbw.de bei der Eventbeschreibung in einem Download-PDF aufgeführt. kostenfrei anmeldefrei Location: siehe www.mcbw.de


Design zum Anfassen 10 – 20 Uhr / 9, 11 – 16 MAR / 1626 sich wiederholender Event Design-/Innovations­ beratung // Aktion Design zum Anfassen und Ausprobieren, von Klassikern bis zu aktuellen Entwürfen. Erfreuen Sie sich in unserem Store an einer ästhetischen Zeitlosigkeit.

Während der Design Week erwartet unsere Besucher eine Fülle von Aktionsvor­ teilen und Bundles. Des Weiteren laden wir unsere Gäste mit einem Glas Pro­ secco zum Verweilen ein. In angenehmer Atmosphäre können sich Designlieb­ haber Inspirationen holen und sich von unseren Fach­ beratern in die Welt des Möbeldesigns entführen lassen – egal, ob es sich um Klassiker oder aktuelle Entwürfe handelt. kostenfrei anmeldefrei Cairo AG ­ 19 Einrichtungsversand Tal 30 80331 München

Universal Design. Wirtschaftsfaktor. Diversity. 9 – 17 MAR / 1586 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Universal Design // ­Ausstellung Von Smart Home über KI bis zur Leichten Sprache. Universal Design als Binde­ glied von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Ausstellungen, Statements, Diskurse und analoge Begegnungen. Die Themenfelder des ­Universal Designs sind zum festen Bestandteil der

MCBW geworden. Das kontinuierliche Zusammen­ wirken mit bayern design im Kontext mit dem Baye­ rischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesent­ wicklung und Energie und Technologie beinhaltet eine weitere einmalige Note. Universal Design verknüpft die unterschiedlichen ­Stakeholder aus Gesell­ schaft, Sozialwirtschaft, Wissenschaft und Kultur unter dem Dach der Wirt­ schaft. Universal Design spiegelt hierbei die Vielfalt der Nutzer und Anwender aller gesellschaftlichen Gruppen wider. Insgesamt laden neun Programm­ punkte ein. kostenfrei anmeldefrei Oskar von Miller 60 Forum Oskar-von-MillerRing 25 80333 München

UNIVERSAL DESIGN Expert & Consumer Jury Session 11 – 17 Uhr / 9, 11 MAR / 1585 sich wiederholender Event Universal Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München Here Comes the Sun! Ausstellung 9, 11 – 16 MAR / 1670 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Innenarchitektur // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei Seven Elohim 69 Friedrichstr. 1a 80801 München StijlMarkt München mit Förderbereich „Junges Design aus Bayern“ 11 – 18 Uhr / 9 – 10 MAR / 1683 sich wiederholender Event Mode/Accessoires // Aktion kostenpflichtig / anmeldefrei Isarforum München 38 Ludwigsbrücke + Praterinsel 3 – 4 Museumsinsel 1 80538 München THE ONE WOMAN GROUP EXHIBITION. KAREN PONTOPPIDAN 11 – 18 Uhr / 9, 10, 12 – 17 MAR / 1648 sich wiederholender Event Kunst und Design // Ausstellung kostenpflichtig / anmeldefrei Museum Villa Stuck 57 Prinzregentenstr. 60 81675 München LIVALIKE | Contemporary Paper Bags 11 – 19 Uhr / 9 – 10 MAR / 1468 sich wiederholender Event Manufaktur & Handwerk // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei LIVALIKE by Claudia Santiago Areal 46 Horemansstr. 30 80636 München NO WOOD NO FUN – Ausstellung 9 – 17 MAR / 1616 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Kunst und Design // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei 310113RGB 1 Adlzreiterstr. 13 80337 München

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 107


DEsigned in Bavaria: ZUKUNFT 1959 – Die Entmaterialisierung des Produkts 9, 11 – 16 MAR / 1560 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung USM und VDID präsentieren „DEsigned in Bavaria“ am Wittelsbacherplatz. In seinem 60. Jahr setzt sich der VDID in seiner Ausstellung mit packenden, richtungsweisenden Zukunftsfragen auseinander.

Sind Algorithmen bessere Designer? Wie viel Design braucht der Mensch? Die­ sen elementaren Fragen unserer Zeit und weiteren Herausforderungen der Zukunft widmet der Verband Deutscher Industrie Desig­ ner (VDID) im 60. Jahr ­seines Bestehens sein ­Programm zur Werkschau „DEsigned in Bavaria“. Die VDID-Designer prä­ sentieren die Produkte in spannenden Szenarien im Konsens mit der USM ­Haller Möbelarchitektur. kostenfrei anmeldefrei USM Showroom 80 München Wittelsbacherplatz 1 80333 München

ab 18 Uhr Möbel pure & plain – Werkschau 9, 11 – 16 MAR / 1644 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei KASTL moderne möbel 41 Artilleriestr. 7 80636 München Möbel pure & plain – Vernissage 18 – 22 Uhr / 9 MAR / 1645 Produktdesign/Industriedesign // Vernissage/Finissage kostenfrei / anmeldefrei KASTL moderne möbel 41 Artilleriestr. 7 80636 München

10 MAR ab 8 Uhr

ab 12 Uhr Architek-Tour durch den Olympiapark 13 – 15 Uhr / 9 MAR / 1597 Architektur/Stadtplanung // Architekturführung kostenpflichtig / anmeldepflichtig Besucherservice Olympiapark München 13 Spiridon-Louis-Ring 3 80809 München

ab 15 Uhr NO WOOD NO FUN – Vernissage 17 – 24 Uhr / 9 MAR / 1505 Kunst und Design // Vernissage/Finissage kostenfrei / anmeldefrei 310113RGB 1 Adlzreiterstr. 13 80337 München

108  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

Spekulative Räume – Ausstellung 11 – 20 Uhr / 10 – 12 MAR / 1610 sich wiederholender Event Social Design // Ausstellung Die Studierenden des Masterstudiengangs ­Advanced Design der Hochschule München ­zeigen Ihre Positionen zum Thema „Spekulative Räume“. Die Bedeutung des Raum­ begriffes unterliegt im Zeitalter der Globalisie­ rung und Virtualisierung

einem stetigen Wandel, der die soziale und politi­ sche Relevanz der Design­ disziplin eine Renaissance erfahren lässt. Die Studie­ renden des Masterstudien­ gangs Advanced Design der Hochschule München haben sich im Zuge des­ sen intensiv mit dem The­ ma „Spekulative Räume“ auseinandergesetzt, um Positionen und Themen­ felder dieses Transforma­ tionsprozesses auszuloten. Im Rahmen der Ausstellung „Spekulative Räume“ prä­ sentieren sie ihre Arbeiten und laden mit der „Nacht der Master“ zum gemein­ samen Feiern ein. kostenfrei anmeldefrei Location: siehe www. spekulativeraeume.de


The classic in a new light USM Haller erschließt revolutionäre Dimensionen integraler Beleuchtung: kabellos, dimmbar, energieeffizient. Eine wahre Innovation – lassen Sie sich inspirieren!

www.usm.com Besuchen Sie unsere autorisierten Handelspartner oder unsere Showrooms in Berlin, Bern, Düsseldorf, Hamburg, London, München, New York, Paris, Stuttgart, Tokio

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 109


Walk of Happiness – MCBW Edition 10 – 19 Uhr / 10 MAR / 1632 Kunst und Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Location: siehe www.mcbw.de

StijlMarkt München mit Förderbereich „Junges Design aus Bayern“ 11 – 18 Uhr / 10 MAR / 1683 Mode/Accessoires // Aktion kostenpflichtig / anmeldefrei Isarforum München 38 Ludwigsbrücke + Praterinsel 3 – 4 Museumsinsel 1 80538 München

ab 12 Uhr

ab 15 Uhr Discover Andaz 15 – 16 Uhr / 10, 17 MAR / 1635 sich wiederholender Event Architektur/Stadtplanung // Architekturführung kostenfrei / anmeldepflichtig Andaz München Schwabinger Tor 7 Leopoldstr. 170 80804 München TRAMTHINGS 10 – 17 MAR / 1593 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München

Tapetenwechsel. Farbe im Wohnraum des 18. Jahrhunderts. 12 – 13 Uhr / 10 MAR / 1617 Kunst und Design // Atelier-/Studioführung kostenpflichtig / anmeldefrei Bayerisches Nationalmuseum 12 Prinzregentenstr. 3 80538 München Künstlergespräch mit Karen Pontoppidan und Ellen Maurer-Zilioli 14 – 15 Uhr / 10, 17 MAR / 1661 sich wiederholender Event Kunst und Design // Vortrag kostenfrei / anmeldefrei Museum Villa Stuck 57 Prinzregentenstr. 60 81675 München Fürsten als Designer – gedrehtes Elfenbein 14 – 15 Uhr / 10 MAR / 1618 Kunst und Design // Atelier-/Studioführung kostenpflichtig / anmeldefrei Bayerisches Nationalmuseum 12 Prinzregentenstr. 3 80538 München Afterwork-Nähworkshop 10 – 12 MAR / 1647 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Mode/Accessoires // Workshop kostenpflichtig / anmeldepflichtig Nähatelier louloute 59 Gollierstr. 33 80339 München

110  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

animago AWARD – Nominierte und Sieger-­ Produktionen 2018 17 – 19 Uhr / 10 MAR /  1686 Film/Bühne // Film Der animago AWARD ist ein weltweit etablierter Wettbewerb für 3D Animation, visuelle Effekte, Visualisierung und Design. Wir zeigen die besten Produktionen der Kategorien Kino, Kurzfilm u. a. Jedes Jahr präsentieren sich die besten internatio­ nalen Projekte der CGI-, VFX- und Computer­ animationsbranche beim

animago AWARD. Ihnen ge­ meinsam sind ein erhebli­ cher computergenerierter Anteil, außergewöhnliche Krea­tivität, und vor allem: viel Herzblut. Eine Fachjury kürt die jeweils besten ­Einreichungen aus ver­ schiedenen Kategorien wie Kinoproduktion, Visual Effects, Kurzfilm oder Nachwuchsproduktion. Eine handverlesene Aus­ wahl aus den nominierten und Sieger-Produktionen des Jahrgangs 2018 prä­ sentieren wir während der Munich Creative Business Week. Mehr Infos dazu hier: www.animago.com kostenfrei anmeldefrei Hochschule für 31 Fernsehen und Film i München Bernd-Eichinger-­ Platz 1 80333 München


ANIMATION // DESIGN // CGI

WWW.ANIMAGO.COM


11 MAR ab 8 Uhr Back from the Future – Workshop 9:30 – 17:30 Uhr / 11 MAR / 1660 Social Design // Workshop kostenfrei / anmeldepflichtig Location: siehe www.munichfutures.com

Universal Mobility – barrierefrei war gestern 10 – 17 Uhr / 11 MAR / 1588 Universal Design // Konferenz kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 34 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München Walk of Happiness – MCBW Edition 10 – 19 Uhr / 11 MAR / 1632 Kunst und Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Location: 37 siehe www.mcbw.de Design zum Anfassen 10 – 20 Uhr / 11 MAR / 1626 Design-/Innovations­beratung // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Cairo AG E ­ inrichtungsversand Tal 30 19 80331 München UNIVERSAL DESIGN Expert & Consumer Jury Session 11 – 17 Uhr / 11 MAR / 1585 Universal Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München TRAMTHINGS 11 – 17 Uhr / 11 MAR / 1593 Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München

112  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

ab 12 Uhr WOOD WORKS Ausstellung 11 – 17 MAR / 1520 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei Showroom Holzrausch C2 70 Corneliusstr. 2 80469 München

ab 15 Uhr Smart Home. Fluch oder Segen? 17 – 19:30 Uhr / 11 MAR / 1591 Universal Design // Vortrag kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München

ab 18 Uhr Afterwork-Nähworkshop 18 – 21 Uhr / 11 MAR / 1647 Mode/Accessoires // Workshop kostenpflichtig / anmeldepflichtig Nähatelier louloute 59 Gollierstr. 33 80339 München Vernissage: Zukunft Design – Politics of Design 18 – 22 Uhr / 11 MAR / 1561 Produktdesign/Industriedesign // Vortrag kostenfrei / anmeldepflichtig USM Showroom München 80 Wittelsbacherplatz 1 80333 München Martin Wöhrl – Kunst und Handwerk 19 – 21:30 Uhr / 11 MAR / 1481 Kunst und Design // Vortrag kostenfrei / anmeldepflichtig Galerie Handwerk, Handwerkskammer für 28 München und Oberbayern Max-Joseph-Str. 4 80333 München


Münchner Gespräch zur Stadtbaukultur 19 – 21 Uhr / 11 MAR /  1526 Architektur/Stadtplanung // Podiumsdiskussion Stadtbaurätin Prof. Dr. (I) Elisabeth Merk lädt zum Gespräch zur Stadtbaukultur. Als Gast auf dem Podium begrüßt sie Dr. Angelika Nollert, Direktorin der Neuen Sammlung – The Design Museum. Stadtbaukultur umfasst viele Facetten – den ­gebauten Raum und das ­

urbane Leben genauso wie die politische Dimension von Stadt. Aus verschie­ denen Blickwinkeln wollen die Münchner Gespräche zur Stadtbaukultur jenseits des fachlichen Alltags ­Themen beleuchten, die für Münchens Entwicklung wichtig sind. Stadtbau­ rätin Elisabeth Merk lädt deshalb Menschen mit ­unterschiedlichen Hinter­ gründen, Berufen und ­Meinungen ein, mit ihr über die aktuellen Heraus­ forderungen zu sprechen. Anmeldungen bitte an ­plantreff@muenchen.de. Mehr Informationen ­unter muenchen.de/­ stadtbaukultur. kostenfrei anmeldepflichtig Jüdisches Museum 40 Sankt-Jakobs-Platz 16 80331 München

ab 15 Uhr EINBLICK – AUSBLICK 15 – 1 Uhr / 12 MAR / 1528 Digital Innovation // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Mediadesign Hochschule 53 Claudius-Keller-Str. 7 81669 München Der Mensch im Mittelpunkt von Robotik und KI in der Medizintechnik 15:30 – 19 Uhr / 12 MAR / 1592 Healthcare Design // Workshop kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München MEET YOUR LOCAL HEROES – Inspiration & Innovation Tour by MUCBOOK 16 – 21 Uhr / 12 MAR / 1658 Design-/Innovationsberatung // Aktion kostenpflichtig / anmeldepflichtig Location: wird bei Anmeldung bekannt gegeben

12 MAR ab 8 Uhr

Code Branding 17 – 20 Uhr / 12 MAR / 1650 Designforschung // Vortrag kostenfrei / anmeldefrei sternthaler Werbeagentur GmbH 98 Altheimer Eck 7 80331 München

Walk of Happiness – MCBW Edition 10 – 19 Uhr / 12 MAR / 1632 Kunst und Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Location: 37 siehe www.mcbw.de

ab 18 Uhr

Design zum Anfassen 10 – 20 Uhr / 12 MAR / 1626 Design-/Innovations­beratung // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Cairo AG E ­ inrichtungsversand 19 Tal 30 80331 München

Afterwork-Nähworkshop 18 – 21 Uhr / 12 MAR / 1647 Mode/Accessoires // Workshop kostenpflichtig / anmeldepflichtig Nähatelier louloute 59 Gollierstr. 33 80339 München

TRAMTHINGS 11 – 17 Uhr / 12 MAR / 1593 Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 113


Creative Stories 18 – 22 Uhr / 12 MAR / 1643 Kunst und Design // ­Vernissage/Finissage Mode, Medien, Management und Design – seit fast 30 Jahren bildet die AMD Akademie Mode & Design für innovative und betriebswirtschaftlich ­orientierte Berufe in der Kreativwirtschaft aus. Wir geben den Blick frei auf die Werkschau der ­kreativen Arbeiten von ­

Designern und Journalis­ ten der AMD Akademie Mode & Design München. Die besten Absolventen ­erzählen Short Stories aus ihren Abschlussarbeiten: Themen wie Mode, Zeit­ geist, Trend und Marken­ welten werden in visuellen und verbalen Geschichten sichtbar und erlebbar. Die Werkschau ist zudem zur freien Besichtigung am Mittwoch, 13.3. und Donnerstag, 14.3.2019 in der Zeit von 10 bis 17 Uhr geöffnet. kostenfrei anmeldepflichtig AMD 3 Akademie Mode & Design GmbH Infanteriestr. 11a 80797 München

Designers Talk: Progressive Luxury meets Creative Excellence 18:30 – 20:30 Uhr / 12 MAR / 1625 Transportation Design // Podiumsdiskussion Patricia Urquiola, Architektin und Designerin, im Gespräch mit Adrian van Hooydonk, Chefdesigner der BMW Group, über die wachsende Bedeutung von Interior Design im Kontext neuer Mobilität. Die spanische Architektin und Designerin Patricia

MD.H Werkschau 18 – 1 Uhr / 12 MAR / 1529 Digital Innovation // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei Mediadesign Hochschule 53 Claudius-Keller-Str. 7 81669 München Design Thinking 18:30 – 20 Uhr / 12 MAR / 1530 Designmanagement // Vortrag kostenfrei / anmeldepflichtig Mediadesign Hochschule 53 Claudius-Keller-Str. 7 81669 München Nacht der Master 20 – 2 Uhr / 12 MAR / 1611 Social Design // Vernissage/Finissage kostenfrei / anmeldefrei Location: siehe www.spekulativeraeume.de

114  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

Sculpture Network Lab: Special Edition MCBW 19 – 21:30 Uhr / 12 MAR / 1639 Kunst und Design // ­Podiumsdiskussion Auch Kreativität will gelernt sein! Deswegen gibt sculpture network bei der Lab Special Edition Denkanstöße, wie Unternehmen kreative Impulse aus der Kunst nutzen können. Mitreden erwünscht!

­ rquiola gilt als eine der U wichtigsten Gestalterinnen der Gegenwart. Die Art-­ Direktorin von Cassina wurde mehrfach als Desig­ nerin des Jahres ausge­ zeichnet. Adrian van ­Hooydonk steht seit 2009 an der Spitze aller Design­ teams der BMW Group. Er verantwortet damit die ­Gestaltgebung einer Viel­ zahl von Automobilen, ­Motorrädern und anderen Designobjekten. Die bei­ den Designer präsentieren die neue gemeinsam kre­ ierte Ausstellungsfläche in der BMW Welt und tau­ schen sich über Mobilität und die wachsende Be­ deutung von Gestaltung im Raum aus. kostenfrei anmeldepflichtig BMW Welt 10 Am Olympiapark 1 80809 München

In Zeiten disruptiver Inno­ vationen und Geschäfts­ modelle sehen sich etab­ lierte Unternehmen mit der Aufgabe konfrontiert, kreative Ansätze zu finden, um ihr Fortbestehen zu ­sichern. Wichtige Impulse kann dabei die Kunst ge­ ben. Es stellt sich jedoch die Frage, wie diese Impul­ se innerhalb bestehender, oft starrer Strukturen ver­ arbeitet und kreative Poten­ ziale ausgeschöpft werden können. In Anlehnung an sein Format Sculpture ­Network Lab wird sculpture network im Rahmen der MCBW dieser Fragestellung auf den Grund gehen, ­Methoden beleuchten und Lösungsansätze sowie Best Practices präsentieren. kostenpflichtig anmeldepflichtig Location: siehe www.mcbw.de


Zukunft wird aus Design gemacht

Bau haus 4.0 Dienstag, 12. März 2019, 18:30 Uhr Bauhaus 4.0 meets Product & Industrial Design: Zur Gestaltung von Schnittstellen – zwischen Produkten, Medien und Menschen 85748 Garching bei München im Showroom der 2H GmbH & Co. KG Dieselstraße 16 Tickets buchen unter www.designtag.org upGRADE — Creative Salon für Designer, Hersteller und Auftraggeber Eine Veranstaltungsreihe der Mitgliedsorganisationen im Deutschen Designtag anlässlich 100 Jahre Bauhaus in Verbindung mit der IGEPA-Gruppe PROGRAMM DESIGN SCHAU! 115


Wer will denn noch ins Büro? 19 – 22 Uhr / 12 MAR /  1655 Innenarchitektur // Aktion SVYT ['Suite], (svi:t): Der private Rückzugsort in der Großstadt/sich treffen/­ arbeiten /verweilen. SVYT bietet Geschäfts­ leuten und Vielreisenden repräsentative Räumlich­ keiten – hochwertig aus­ gestattet und diskret, zum Arbeiten, Konferieren oder einfach zum Entspannen

Bürokonzepte von morgen und ein Stuhl, der die Welt bewegt 19 – 22 Uhr / 12 MAR / 1503 Produktdesign/Industriedesign // Podiumsdiskus­ sion Wie sieht die Bürowelt von morgen aus? Wagner Living und Stefan Diez ­haben das Dondola-Sitzgelenk weiterentwickelt und zeigen mit der Stuhlfamilie D1 und flexiblen Office-Systemen maßgebende Lösungen.

zwischen zwei Geschäfts­ terminen. Auf einer groß­ zügigen Gesamtfläche wurden ganz verschiedene Raumbereiche gegliedert, sodass Diskretion, Komfort und absolutes Wohlfühl­ ambiente im Vordergrund stehen. Freuen Sie sich auf ein Event mit hochkarätigen Gesprächspartnern, in dem wir Ihnen – am Beispiel von SVYT – den Workspace für den urbanen Nomaden vorstellen. kostenpflichtig anmeldepflichtig SVYT – The 66 executive space Hildegardstr. 2 80539 München

„Sitzen in Bewegung“ ist ein Megatrend, der das künftige Arbeitsplatzdesign herausfordert. Die Kollek­ tion D1 by Stefan Diez von Wagner Living revolutio­ niert mit dem einzigartigen Dondola 4D-Prinzip das Sitzen und fördert durch ein cleveres Bewegungs­ gelenk eine gesunde Hal­ tung am Schreibtisch. ­Zusammen mit dem Regal­ system „New Order 2.0“ von HAY ergibt sich ein durchdachtes Bürokonzept, das den Anforderungen an modernes Arbeiten ent­ spricht. Besuchen Sie uns und überzeugen Sie sich selbst von dem mehrfach prämierten Stuhl, der die Welt bewegt. kostenfrei anmeldepflichtig AmbienteDirect Store 6 Lenbachplatz 3 80333 München

116  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

13 MAR ab 8 Uhr

TALENTE 2019 9:30 – 18 Uhr / 13 – 17 MAR / 1487 sich wiederholender Event Manufaktur & Handwerk // Ausstellung TALENTE – bei diesem ­internationalen Handwerks-Wettbewerb präsentieren Newcomer aus Gestaltung und Technik ihre innovativen Ideen ­einem breiten Publikum.

TALENTE – Kaleidoskop der Ideen. Junge Gestalter zeigen, was neu, spannend und ganz und gar nicht ­unmöglich ist. Mit experi­ mentellen Handwerkstech­ niken, neuen Materialien und einer unverstellten Sicht auf das Wesentliche bringen sie neue Impulse für Gestaltung und Tech­ nik. Die besten Arbeiten der internationalen Nach­ wuchstalente erhalten den renommierten TALENTE-­ Preis. (Foto: Eva Jünger) kostenpflichtig anmeldefrei Messegelände 55 München Eingang West 81823 München

#kreativmuenchen: BERATUNG für Kultur- und Kreativschaffende 10 – 17 Uhr / 13 MAR / 1676 Design-/Innovationsberatung // Weiterbildung/Coaching kostenfrei / anmeldepflichtig Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der 43 Landeshauptstadt München Dachauer Str. 114 80636 München Walk of Happiness – MCBW Edition 10 – 19 Uhr / 13 MAR / 1632 Kunst und Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Location: 37 siehe www.mcbw.de


MEISTER DER MODERNE 2019 9:30 – 18 Uhr / 13 – 17 MAR / 1485 sich wiederholender Event Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Meister der Moderne – zeitgenössische Werke des Kunsthandwerks und der angewandten Kunst von internationalem Rang.

Lebenswelten der Zukunft 9:30 – 18 Uhr / 13 – 17 MAR / 1679 sich wiederholender Event Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung Im Eingang West auf der Internationalen Handwerksmesse 2019 erleben Sie heute Lebenswelten von morgen. Innovative Produkte laden zum Ausprobieren ein und lassen die Besucher in die Zukunft eintauchen. Gemeinsam stellen die GHM und bayern design

Weltweit werden die bes­ ten Gestalter zur dieser Sonderschau geladen. Sie ist eine Schatzkammer der Internationalen Hand­ werksmesse und zeigt ­Arbeiten aus Glas, Holz, Keramik, Metall, Schmuck und Textil. (Foto: Choi Keeryong, Korea) kostenpflichtig anmeldefrei Messegelände 55 München Eingang West 81823 München

Partner vor, deren Produkte und Konzepte dazu auf­ fordern, miteinander eine bessere Welt zu gestalten. Die teilnehmenden StartUps, Unternehmen und ­Institutionen informieren über ihre Visionen und zei­ gen den Besuchern Wege zu einem bewusst nach­ haltigeren Leben, um den Alltag einfacher statt kom­ plexer zu machen. Wenn uns zum Beispiel die Stra­ ßenlaterne die Parkplatz­ suche abnimmt, da sie den besten „Überblick“ hat und freie Parkplätze direkt an unser Smartphone ­sendet, schont das die ­eigenen Ressourcen und die des Fahrzeugs. kostenpflichtig anmeldefrei Messegelände 55 München Eingang West 81823 München

EXEMPLA 2019 9:30 – 18 Uhr / 13 – 17 MAR / 1483 sich wiederholender Event Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Die Welt des Textils unter dem Blickwinkel von ­Tradition und Innovation – präsentiert in lebenden Werkstätten auf der ­EXEMPLA 2019 unter dem Motto „Textil – Stoff der Zukunft“.

Internationale Handwerksmesse 2019 9:30 – 18 Uhr / 13 – 17 MAR / 1484 sich wiederholender Event Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Erleben, Entdecken, ­Einkaufen – auf der Handwerk & Design, dem Treffpunkt für Kreative aus aller Welt.

Textile Techniken gehören zu den großen Traditionen im Handwerk. Sie prägen einen wesentlichen Teil unserer Alltagskultur, vom Teppich über Kleidung bis hin zu Möbeln, ebenso wie die Bereiche Architektur und Medizintechnik. Die Geschichte des Textils war und ist mit Innovationen verbunden. Hightech-­ Textilien mit ihren spezi­ fischen Eigenschaften und unterschiedlichen Funktio­ nen weisen in die Zukunft. Die Exempla zeigt einen Querschnitt von histori­ schen Stoffen bis zu neu entwickelten Werkstoffen für textiles Bauen. (Foto: Michael Brennand-­ Wood, UK) kostenpflichtig anmeldefrei Messegelände 55 München Eingang West 81823 München

Die Handwerk & Design präsentiert im Rahmen der Internationalen Handwerks­ messe hohe Handwerks­ kunst, erstklassiges Kunst­ handwerk und kunstvolles Design. Highlights und ­Publikumslieblinge sind die internationalen Sonder­ schauen EXEMPLA, ­TALENTE, SCHMUCK und MEISTER DER MODERNE. Auf der Messe für Kunst­ handwerk und Design tref­ fen sich alle, die Schönes, Besonderes, Praktisches und Innovatives lieben. Weit über die Region hinaus ­bekannt, ist sie der Anzie­ hungspunkt für nationale und internationale Hand­ werker, Kunsthandwerker und Designer. kostenpflichtig anmeldefrei Messegelände 55 München Eingang West 81823 München

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SCHMUCK 2019 9:30 – 18 Uhr / 13 – 17 MAR / 1486 sich wiederholender Event Manufaktur & Handwerk // Ausstellung Stilprägend seit 1959 und seither Ausgangspunkt für neue Strömungen in der zeitgenössischen Schmuckgestaltung: die Sonderschau SCHMUCK 2019.

SCHMUCK – internationale Ausstellung von Weltruf und Wegbegleiter der ­Entwicklungen im zeitge­ nössischen Schmuck. ­Junge Goldschmiede und international bekannte Schmuckgestalter zeigen ihre neuesten Arbeiten und verweisen auf die künstlerische und hand­ werkliche Innovationskraft dieser Disziplin. Heraus­ ragende Arbeiten werden mit dem Herbert-Hofmann-­ Preis ausgezeichnet. (Foto: Linda Hughes, Aus­ tralien; Fotograf: Brendan Adair Smith) kostenpflichtig anmeldefrei Messegelände 55 München Eingang West 81823 München

Start-Up Architecture – New tools for the Built Environment 16 – 18 Uhr / 13 MAR / 1548 Digital Innovation // Atelier-/Studioführung kostenfrei / anmeldefrei Meeting Point: TUM-Foyer 54 Arcisstr. 21 80333 München Barrierefreie Kommunikation: Leichte Sprache und integratives Design 16:30 – 19 Uhr / 13 MAR / 1589 Universal Design // Vortrag kostenfrei / anmeldefrei Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München Afterwork-Cocktail zur Ausstellung „Radikal zeitgemäß“ 17 – 19 Uhr / 13 MAR / 1615 Produktdesign/Industriedesign // Vernissage/Finissage kostenfrei / anmeldefrei Rosenthal Store München 64 Kardinal-Faulhaber-Str. 5 80333 München

Design zum Anfassen 10 – 20 Uhr / 13 MAR / 1626 Design-/Innovations­beratung // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Cairo AG E ­ inrichtungsversand Tal 30 19 80331 München TRAMTHINGS 11 – 17 Uhr / 13 MAR / 1593 Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München

ab 15 Uhr TypeWalk – ein typografischer Stadtspaziergang 16 – 17:30 Uhr / 13 MAR / 1602 Kommunikationsdesign/Branding // Aktion kostenpflichtig / anmeldepflichtig Eingang Alter Peter 25 Rindermarkt 1 80331 München

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Visionen gestalten 17 – 19 Uhr / 13 MAR / 1612 Kunst und Design // ­Podiumsdiskussion Werden Autos zukünftig fliegen? Wie sieht die ­Architektur der Zukunft aus? Diskutieren Sie mit kreativen Köpfen über die Zukunft. Wir laden Sie herzlich ein, zusammen mit Experten aus Design, Architektur, Kunst und Wirtschaft den

Blick in die Zukunft zu rich­ ten und überraschende Praxisbeispiele kennen­ zulernen. Ausgangspunkt der Veranstaltung ist das Buch „Visionen gestalten“, das in München im städti­ schen Projekt PLATFORM entstanden ist. Am Mitt­ woch, den 13. März, haben Sie die Chance, kreative Köpfe live zu erleben und ihnen Fragen zu stellen. Die Herausgeberin des ­Buches und Kunstwissen­ schaftlerin Elisabeth ­Hartung und der Journalist Frank Kaltenbach mode­ rieren das vielseitige Pro­ gramm. kostenfrei anmeldefrei Buchhandlung 16 Hugendubel Karlsplatz 12 80335 München


Gute Zusammenarbeit bleibt analog – Arbeitsweltenkonzepte von combine 17 – 21 Uhr / 13 – 14 MAR / 1608 sich wiederholender Event Innenarchitektur // A ­ usstellung Digitalisierung ist in aller Munde. Durch verstärkte technische Unterstützung im Alltag verändern sich unsere Aufgaben und Tätig­ keiten in allen Bereichen der Arbeit, allen voran in der Zusammenarbeit.

Moderne Arbeitsumgebun­ gen müssen sich dieser Herausforderung stellen; es ergeben sich neue ­Anforderungen an die ­Gestaltung von Büroland­ schaften. Arbeitswelten sind zukunftsfähig, wenn sie diese geforderte Flexi­ bilität ermöglichen. Als ­einer der Pioniere für weg­ weisende Bürokonzepte entwickelt combine ganz­ heitliche innovative Kon­ zepte und unterstützt bei der Umsetzung. Erhalten Sie einen Einblick in die ­Arbeitsweltenkonzepte von combine und lassen Sie sich inspirieren. kostenfrei anmeldefrei combine Consulting 86 GmbH Leopoldstr. 28a 80802 München

Designers Talk: My Favorite Space – Intelligent and Ultimately Human 19 – 20:30 Uhr / 13 MAR / 1623 Universal Design // ­Podiumsdiskussion Domagoj Dukec, Leiter Designstudio BMW M und BMW i, in einem zukunftsweisenden Gespräch mit einem Special Guest über die Potenziale autonomer Mobilität und deren Einfluss auf Design.

ab 18 Uhr Wine & Design 19 – 21 Uhr / 13 MAR / 1652 Manufaktur & Handwerk // Aktion kostenpflichtig / anmeldepflichtig Lump, Stein & Küchenmeister – 48 die Weinbar im Alten Hof Alter Hof 3 80331 München 21 gram – Internationales Schmuckprojekt 13 – 17 MAR / 1482 sich wiederholender Event, Termine unter www.mcbw.de Kunst und Design // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei Galerie Handwerk, Handwerkskammer für 28 München und Oberbayern Max-Joseph-Str. 4 80333 München

The Five Seasons 19 – 21 Uhr / 13 MAR / 1499 Produktdesign/Industriedesign // Ausstellung Alessi präsentiert seine erste Home Fragrance Kollektion von Marcel Wanders: fünf edle Raumdüfte und Accessoires (Diffuserstäbe, Duftkerzen, Zerstäuber), inspiriert durch den steten Wandel der Natur. Kreiert wurden die fünf Düfte zusammen mit einem der renommiertesten ­Parfümeure aus Grasse.

Wie wird die zukünftige Mobilität unsere Städte beeinflussen? Inwiefern wird sich unsere Beziehung zum Auto verändern? Wie werden Emotion und Funk­ tion in Einklang gebracht? Domagoj Dukec, Leiter ­Designstudio BMW M und BMW i, diskutiert mit einem Special Guest über die Möglichkeiten autonomer Mobilität und die damit einhergehenden Heraus­ forderungen an das Design. Für die Podiumsdiskussion im BMW Museum ist eine Anmeldung im Online­ programm der MCBW ­erforderlich. kostenfrei anmeldepflichtig BMW Museum 9 Am Olympiapark 2 80809 München

„Brrr” (Winter) wärmt mit Duft­noten aus Bergamotte, Mai­glöckchen und Mo­ schus. „Ahhh” (Frühling) belebt mit Nuancen von Karda­mom, Hyazinthe und ­Vetiver. „Hmm” (Sommer) betört mit einer Kombi­ nation aus Feige, roten Früchten und verschie­ denen Hölzern. „Grrr” (Herbst) umarmt mit einer Mischung aus Weihrauch, Zedernholz und Moos. „Shhh” (Transzendenz) entführt mit einem Hauch von Eukalyptus, Rose und Patschuli. Alessi Design Manager Carlo Gasparini gibt die Einführung in diese Kollektion der Sinne. kostenfrei anmeldefrei ALESSI Store 2 Fünf Höfe Theatinerstr. 15 80333 München

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WAS ICH WILL: DIE NEWS DIE INSPIRATION DEN HINTERGRUND DEN VORSPRUNG DAS WISSEN DEN VERGLEICH DIE MEINUNG WUV.DE/WASICHBEKOMME

ERLESEN. ERLEBEN. ERFAHREN.

www.wuv.de 120  PROGRAMM DESIGN SCHAU!


Verleihung Hans Sauer Preis 2019 19 – 22 Uhr / 13 MAR / 1515 Social Design // ­ reisverleihung P An diesem Abend verleiht die Hans Sauer Stiftung den Hans Sauer Preis 2019 „Designing Circular Society – In Kreisläufen denken.“ in der Pinakothek der Moderne. „Make, Use, Waste“ – ­dieses lineare Verbrauchs­ muster ist gesamtgesell­ schaftliche Realität, die von

ALLES BANANE? 19:30 – 21:30 Uhr / 13 MAR / 1654 Produktdesign/Industriedesign // Vortrag Diese Frage beantwortet das Schweizer Taschen­ label QWSTION, wenn es bei MAGAZIN um nach­ haltiges Design & funktionales Gepäck geht. Talk mit Christian Kägi, Creative Director & Mitgründer von QWSTION.

der Rohstoffgewinnung über die Produktherstellung bis hin zu den Lebensstilen und dem Verhalten der Menschen reicht. Der Hans Sauer Preis 2019 „Desig­ ning Circular Society – In Kreisläufen denken.“ zeich­ net Konzepte, Produkte, Prozesse und auch Orte aus, die dieser Realität ­entgegenwirken, denn die Nutzung von Stoffen und Dingen in Kreisläufen ist eine zentrale Aufgabe unse­ rer Gegenwart. Am Abend der Preisverleihung wer­ den die Siegerprojekte des Wettbewerbs vorgestellt und die Preise verliehen. kostenfrei anmeldepflichtig Pinakothek 23 der Moderne i Barer Str. 40 80333 München

QWSTION ist einen neuen Weg gegangen und hat drei Jahre intensive Material­ forschung betrieben, um Bananatex® zu entwickeln: ein 100 % organisches Ge­ webe aus reinen Abacá-­ Bananenfasern, das nicht nur in der eigenen Taschen­ kollektion zur Verwendung kommt. Christian Kägi, Creative Director und Mit­ gründer von QWSTION, gibt Einblicke hinter die Kulissen einer kleinen Firma mit großer Motivation, die gängigen Normen zu hin­ terfragen. kostenfrei anmeldefrei MAGAZIN 51 Fünf Höfe i Kardinal-Faulhaber­Str. 11 80333 München

Wein & Käse Workshop 19:30 – 22:30 Uhr / 13 MAR / 1609 Manufaktur & Handwerk // Workshop kostenpflichtig / anmeldepflichtig einfach geniessen – das Studio 88 Augustenstr. 97 80798 München Here Comes the Sun! Designtalk 20 – 23 Uhr / 13 MAR / 1671 Innenarchitektur // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Seven Elohim 69 Friedrichstr. 1a 80801 München

14 MAR ab 8 Uhr #kreativmuenchen: BERATUNG für Kultur- und Kreativschaffende 10 – 17 Uhr / 14 MAR / 1677 Design-/Innovationsberatung // Weiterbildung/Coaching kostenfrei / anmeldepflichtig Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der 43 Landeshauptstadt München Dachauer Str. 114 80636 München Walk of Happiness – MCBW Edition 10 – 19 Uhr / 14 MAR / 1632 Kunst und Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Location: 37 siehe www.mcbw.de Design zum Anfassen 10 – 20 Uhr / 14 MAR / 1626 Design-/Innovations­beratung // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Cairo AG E ­ inrichtungsversand Tal 30 19 80331 München TRAMTHINGS 11 – 17 Uhr / 14 MAR / 1593 Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München

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ab 12 Uhr

ab 18 Uhr

Verständliche Informationen in Unternehmen 13:30 – 17:30 Uhr / 14 MAR / 1590 Universal Design // Workshop kostenfrei / anmeldefrei Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München

Creating Craft Beer – Tasting, Branding und Braugeschichten 18 – 22 Uhr / 14 MAR / 1656 Kommunikationsdesign/Branding // Aktion kostenpflichtig / anmeldepflichtig Jüdisches Museum 40 Sankt-Jakobs-Platz 16 80331 München

Orte des Wandels – Social Entrepreneurship MUC 14 – 18 Uhr / 14 MAR / 1673 Social Design // Aktion Social Entrepreneurship – eine Branche, die wie kaum eine andere inno­ vative neue Wege geht, um die Probleme unserer Zeit auf kreative Weise zu lösen. Wir besuchen ­Pioniere und Projekte in München! Der Kapitalismus schreibt die Regeln für unsere Wirt­ schaft – meist zulasten von

Umwelt und Menschen­ rechten. Doch es geht auch anders! Social Entre­ preneurship bringt zahlrei­ che kreative Ideen zutage, wie die Welt zu einem bes­ seren Ort gemacht werden kann. Social Design für eine lebenswerte Zukunft! Einige dieser Ideen und Projekte möchten wir euch bei unserer Tour vorstellen: Wir besuchen inspirierende Macher und lernen die Orte, Menschen und Pro­ jekte in München kennen, bei denen der Wandel hin zu mehr Gerechtigkeit für Mensch und Natur gelebt wird. Es gibt viel zu ent­ decken! kostenfrei anmeldepflichtig Treffpunkt 78 Eine Welt Haus Schwanthalerstr. 80 80336 München

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WOOD WORKS Vernissage 19 – 22 Uhr / 14 MAR / 1633 Produktdesign/Industriedesign // Vernissage/Finissage kostenfrei / anmeldefrei Showroom Holzrausch C2 70 Corneliusstr. 2 80469 München

Management Stories 18 – 22 Uhr / 14 MAR / 1506 Designmanagement // Vortrag Konnektivität, Innovations­ kraft, Kreativität, Flexibi­ lität – Kompetenzfelder im Umbruch zur Wissensgesellschaft. Verantwortliche der AMD-Management-Studiengänge zeigen Ansätze dieses neuen ­Kapitels.

Professoren und Studie­ rende präsentieren wissen­ schaftliche Fragestellungen und Ergebnisse im Kontext innovativer, richtungswei­ sender Managementpro­ zesse. Dabei liegen die thematischen Schwer­ punkte bei gesellschaft­ licher Verantwortung und digitalem Wandel. Zum Thema „Chatbots“ etwa stellt Prof. Dr. Katharina Klug ihre Forschungs­ ergebnisse und neuesten Erkenntnisse vor. kostenfrei anmeldepflichtig AMD 3 Akademie Mode & Design GmbH Infanteriestr. 11a 80797 München


Filmstadt Atelier – eine interaktive Zeitreise durch 100 bewegte Jahre 19 – 22 Uhr / 14 MAR / 1681 Film/Bühne // Atelier-/­ Studioführung Tauchen Sie ein in 100 Jahre Filmgeschichte, erleben Sie einen geführten Rundgang durch die neue Jubiläumsausstellung.

The future of automotive industry – chances and risks 19 – 22:30 Uhr / 14 MAR / 1570 Design-/Innovationsberatung // Podiumsdiskussion Unter dem Motto „together we create a new car future” wollen wir diskutieren: Welche Herausforderungen gibt es? Welche neuen Felder öffnen sich für die Branche?

Der Mediencampus im Münchner Süden ist auf 30 Hektar eine eigene Welt mit einer langen Tradition. Anlässlich des 100. Ge­ burtstags präsentiert die Bavaria Filmstadt eine ­interaktive Jubiläumsaus­ stellung mit einmaligen, bisher unveröffentlichten Bildern, Dokumenten, ­Exponaten und Kostümen aus großen Filmklassikern und legendären TV-Hits. Erfahren Sie, wie sich Geisel­gasteig – heute Sitz der Bavaria Film Gruppe und Zentrum eines Netz­ werks von Tochterfirmen und Kooperationspartnern – zu einem der wichtigsten Medienstandorte Deutsch­ lands entwickelt hat. kostenfrei anmeldepflichtig Bavaria Filmstadt 11 Bavariafilmplatz 7 82031 München

Es scheint, als hätte die deutsche Automobil­ industrie ihre beste Zeit hinter sich. Was folgt nun, wo Styling immer weniger ­relevant wird und Differen­ zierung über die enorme Experience stattfindet? Was passiert, wenn zum Beispiel in der Zukunft ­aufgrund von anderen – durchaus attraktiven – ­Angeboten weniger als 50 % der Menschen noch ein Fahrzeug besitzen? Das und vieles mehr wollen wir mit unseren Akteuren aus der Kreativ- und der Auto­ mobilbranche aufzeigen. Schauen Sie vorbei und diskutieren Sie bei Snacks und Bier gemeinsam mit uns in unserem CMUI Lab. kostenfrei anmeldefrei designaffairs GmbH 87 Balanstr. 73 Haus 32 81541 München

15 MAR ab 8 Uhr #kreativmuenchen: BERATUNG für Kultur- und Kreativschaffende 10 – 17 Uhr / 15 MAR / 1678 Design-/Innovationsberatung // Weiterbildung/Coaching kostenfrei / anmeldepflichtig Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der 43 Landeshauptstadt München Dachauer Str. 114 80636 München Walk of Happiness – MCBW Edition 10 – 19 Uhr / 15 MAR / 1632 Kunst und Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Location: 37 siehe www.mcbw.de Design zum Anfassen 10 – 20 Uhr / 15 MAR / 1626 Design-/Innovations­beratung // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Cairo AG E ­ inrichtungsversand 19 Tal 30 80331 München Klangstadtraum 11 – 17 Uhr / 15 – 16 MAR / 1594 sich wiederholender Event Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München TRAMTHINGS 11 – 17 Uhr / 15 MAR / 1593 Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München

ab 12 Uhr Handwerk meets Universal Design 13:30 – 15 Uhr / 15 MAR / 1584 Universal Design // Aktion kostenpflichtig / anmeldefrei Messegelände München 55 Eingang West 81823 München

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Orte des Wandels – Fair Fashion MUC 14 – 18 Uhr / 15 MAR /  1672 Mode/Accessoires // ­ ktion A Ethical is sexy! Mode, die nicht nur schön ist, sondern auch Spaß macht, weil man sie mit gutem Gewissen shoppen kann. Wir besuchen Pioniere der Branche und geben Einblicke aus erster Hand. Mode ist unglaublich schnelllebig geworden und hat an Qualität verloren – zulasten von Umwelt und

Menschenrechten. Doch es geht auch anders! Viele tolle Stores, Labels und Blogger haben sich dem Thema Nachhaltigkeit ­verschrieben und leisten großartige Pionierarbeit, ecofaire – und dabei nicht minder schöne – Mode aus der Nische rein in den ­Alltag der Menschen zu holen. Wir besuchen einige dieser inspirierenden ­Macher auf unserer Tour. Sei dabei und lerne die Orte, Menschen und Pro­ jekte in München kennen, bei denen der Wandel hin zu mehr Gerechtigkeit für Mensch und Natur gelebt wird! kostenfrei anmeldepflichtig Treffpunkt JIZ – 79 Eingang Innenhof Sendlinger Straße 7 Oberanger 6 80331 München

ab 15 Uhr Apéro mit Karen Pontoppidan und Ellen Maurer-Zilioli 17 – 18 Uhr / 15 MAR / 1662 Kunst und Design // Vernissage/Finissage kostenfrei / anmeldefrei Museum Villa Stuck 57 Prinzregentenstr. 60 81675 München Fabricate – Vernissage 17 – 20 Uhr / 15 MAR / 1614 Kunst und Design // Vernissage/Finissage kostenfrei / anmeldefrei VITSŒ 82 Türkenstr. 36 80799 München

124  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

ab 18 Uhr

Design zwischen Politik und Poetik 18 – 20 Uhr / 15 MAR / 1664 Produktdesign/Industriedesign // Vortrag Gespräch und Filmscreening. „Cheick Diallo – oder die Suche nach der Leichtigkeit der Dinge“ mit Prof. Dr. Kerstin Pinther und weiteren Gästen.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der ­Ausstellung „Militanter ­Optimismus / Plakativer ­Aktivismus. Global Design Politics“, die vom 4.4. bis 19.5.2019 im Maximilians­ Forum zu sehen ist. Kura­ tiert und moderiert von ­Alexandra Weigand. Frei­ tag, 15.3.2019, 18 – 20 Uhr. Veranstaltungs­ort bitte ­online einsehen (www. maximiliansforum.de). ­Eröffnung der Ausstellung im MaximiliansForum am Mittwoch, 3.4.2019 um 19 Uhr. kostenfrei anmeldefrei MaximiliansForum 52 Altstadtring Maximilianstr. 38 80539 München

Kitchenparty 18 – 22 Uhr / 15 MAR / 1473 Kunst und Design // Ausstellung kostenfrei / anmeldefrei plattform15 95 Infanteriestr. 15 80797 München Schmuckismus – Vernissage 19 – 21 Uhr / 15 MAR / 1636 Kunst und Design // Vernissage/Finissage kostenfrei / anmeldefrei Pinakothek der Moderne 23 Barer Str. 40 i 80333 München


16 MAR ab 8 Uhr

Tag der offenen Tür 2019 10 – 16 Uhr / 16 MAR / 1508 Kommunikationsdesign/ Branding // Ausstellung Wir sind ein Kompetenzzentrum für die Ausund Weiterbildung in den ­Bereichen Mode und Kommunikationsdesign. Träger ist die Landeshauptstadt München.

Die Deutsche Meisterschule für Mode / Designschule München gibt mit Ausstel­ lungen, Präsentationen und Modeschauen einen Einblick in die neuesten ­Arbeiten und Projekte aus den Fachbereichen Mode und Kommunikations­ design. kostenfrei anmeldefrei Deutsche Meister­­ 22 schule für Mode / Designschule München Roßmarkt 15 80331 München

Walk of Happiness – MCBW Edition 10 – 19 Uhr / 16 MAR / 1632 Kunst und Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Location: 37 siehe www.mcbw.de Design zum Anfassen 10 – 20 Uhr / 16 MAR / 1626 Design-/Innovations­beratung // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Cairo AG E ­ inrichtungsversand 19 Tal 30 80331 München SLOW DOWN WALK – Genuss-Spaziergang für das gute Leben 11 – 16 Uhr / 16 MAR / 1657 Manufaktur & Handwerk // Aktion kostenpflichtig / anmeldepflichtig Location: wird bei Anmeldung bekannt gegeben

Schmuckismus – Ausstellung 10 – 18 Uhr / 16 – 17 MAR / 1478 sich wiederholender Event Kunst und Design // ­Ausstellung Karen Pontoppidan, dänische Schmuckkünstlerin und Professorin an der Akademie der Künste in München, kuratiert ­Arbeiten zeitgenössischer SchmuckkünsterInnen, die gesellschaftliche ­Phänomene aufnehmen. Die Neue Sammlung lädt mit Karen Pontoppidan die

All Good Things – Design & DIY Markt 11 – 18 Uhr / 16 – 17 MAR / 1531 sich wiederholender Event Manufaktur & Handwerk // Aktion Beim „All Good Things“Markt erwartet Euch ein Potpourri aus Design, Kunst, Vintage, Selfmade, Mode und Lifestyle-­ Produkten.

dänische Schmuckkünst­ lerin und Professorin der Schmuckklasse an der Akademie der Bildenden Künste in München als ­Kuratorin der alljährlich stattfindenden Schmuck­ ausstellung in der Pinako­ thek der Moderne ein. Ge­ zeigt werden Arbeiten von 30 zeitgenössischen inter­ national tätigen Schmuck­ künstlerInnen. Für alle Ob­ jekte ist die Hinterfragung gesellschaftlicher Phäno­ mene charakteristisch. Das Ausstellungskonzept ent­ stand aus der Überzeugung, dass die politischen und religiösen „-ismen“ der heutigen Zeit einer Hinter­ fragung bedürfen. kostenfrei anmeldefrei Pinakothek 23 der Moderne i Barer Str. 40 80333 München

Über 100 Aussteller prä­ sentieren ihre kreativen und ideenreichen Unikate. Ob gehäkelt oder genäht, recycelt und upcycelt, ­gemalt oder fotografiert, designt oder gebastelt, hier ist von allem etwas ­dabei. Abgeschmeckt wird das Ganze mit einem bun­ ten Rahmenprogramm aus Live-Musik, Workshops, Aktionskunst und mehre­ ren Streetfood-Küchen, die feinste Leckereien ­bereithalten. Also kommt vorbei und bummelt bei guter Musik und einem Drink durch die Stände. kostenpflichtig anmeldefrei Reithalle 63 Heßstr. 132 80797 München

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 125


Klangstadtraum 11 – 15 Uhr / 16 MAR / 1594 Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München TRAMTHINGS 11 – 17 Uhr / 16 MAR / 1593 Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München

ab 18 Uhr

Erlebe die Reise von morgen 19 – 24 Uhr / 16 MAR / 1682 Servicedesign // Vortrag Digitalisierung und Schnelllebigkeit sind der Antrieb unserer Gesellschaft. Die Sehnsucht nach Erholung wächst – wir entfliehen dem Alltag, indem wir reisen. Doch wie sieht die Reise von morgen aus? Reisen gewinnt in unserer schnellen und digitalisier­ ten Welt immer mehr an

Bedeutung. Wir leben in Metropolen, erleben einen stressigen Arbeitsalltag, verbringen unzählige Stun­ den online – haben kaum Zeit, durchzuatmen. Sehn­ sucht nach Abenteuer und das Verlangen nach Erho­ lung wächst – deshalb rei­ sen wir! Wie stark ist je­ doch der Erholungseffekt, wenn wir an Mobilität den­ ken? Wartezeiten, stunden­ lange Fahrten, verspätete Flieger und Planungshin­ dernisse erzeugen unge­ wollte Stresssituationen. Wir zeigen, wie durch zu­ kunftsweisende Technolo­ gien eine komplett neue Travel Experience ensteht. kostenfrei anmeldefrei N+P Industrial 58 Design GmbH Liebigstr. 8 80538 München

126  PROGRAMM DESIGN SCHAU!

17 MAR ab 8 Uhr Walk of Happiness – MCBW Edition 10 – 19 Uhr / 17 MAR / 1632 Kunst und Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Location: 37 siehe www.mcbw.de Gijs Bakker. Die Notwendigkeit von Schmuck. 11 – 13 Uhr / 17 MAR / 1479 Kunst und Design // Vortrag kostenfrei / anmeldefrei Pinakothek der Moderne 23 Barer Str. 40 i 80333 München COKREA Kreativcafé 11 – 15 Uhr / 17 MAR / 1582 Kunst und Design // Veranstaltung für Kinder kostenpflichtig / anmeldepflichtig COKREA 18 Nordendstr. 64 80801 München TRAMTHINGS 11 – 17 Uhr / 17 MAR / 1593 Mediendesign // Aktion kostenfrei / anmeldepflichtig Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München All Good Things – Design & DIY Markt 11 – 18 Uhr / 17 MAR / 1531 Manufaktur & Handwerk // Aktion kostenpflichtig / anmeldefrei Reithalle 63 Heßstr. 132 80797 München Midnightbazar


ab 12 Uhr

ab 15 Uhr

Modedesign im 18. Jahrhundert 12 – 13 Uhr / 17 MAR / 1619 Kunst und Design // Atelier-/Studioführung kostenpflichtig / anmeldefrei Bayerisches Nationalmuseum 12 Prinzregentenstr. 3 80538 München

Discover Andaz 15 – 16 Uhr / 17 MAR / 1534 Architektur/Stadtplanung // Architekturführung kostenfrei / anmeldepflichtig Andaz München Schwabinger Tor 7 Leopoldstr. 170 80804 München

DESIGNBUS: Unternehmer und Designer 01 13 – 15 Uhr / 17 MAR / 1497 Produktdesign/Industriedesign // Podiumsdiskussion kostenpflichtig / anmeldepflichtig Hochschule für Fernsehen und Film München 31 Bernd-Eichinger-­Platz 1 i 80333 München

Zuckerkuchen und Design 15 – 17 Uhr / 17 MAR / 1587 Universal Design // Aktion kostenfrei / anmeldefrei Oskar von Miller Forum 60 Oskar-von-Miller-Ring 25 80333 München

Künstlergespräch mit Karen Pontoppidan und Ellen Maurer-Zilioli 14 – 15 Uhr / 17 MAR / 1663 Kunst und Design // Vortrag kostenfrei / anmeldefrei Museum Villa Stuck 57 Prinzregentenstr. 60 81675 München

DESIGNBUS: Unternehmer und Designer 02 15 – 17 Uhr / 17 MAR / 1498 Produktdesign/Industriedesign // Podiumsdiskussion kostenpflichtig / anmeldepflichtig Hochschule für Fernsehen und Film München 31 Bernd-Eichinger-­Platz 1 i 80333 München

Ein völlig neuer Werkstoff: Porzellan(Design) im 18. Jahrhundert. 14 – 15 Uhr / 17 MAR / 1620 Kunst und Design // Atelier-/Studioführung kostenpflichtig / anmeldefrei Bayerisches Nationalmuseum 12 Prinzregentenstr. 3 80538 München

PROGRAMM DESIGN SCHAU! 127


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128  DESIGN SCHAU! Das Magazin

Chefredaktion (V.i.S.d.P.)  Boris Kochan Chefin vom Dienst/Bildredaktion  Kathrin Schäfer Schlussredaktion/Lektorat  Sigrun Borstelmann, Katrin Engelmann, Nathalie Röseler Autoren  Ayla Amschlinger, Sigrun Borstelmann, Joachim Goetz, Sandra ­Hachmann, Florian Hardwig, Jonas Rehn, Andreas Ritter, Lars Thieleke, Lilien Wege, Gabriele Werner Konzept, Design, Herstellung  Kochan & Partner, München Gestaltung  Mattea Stahl Cover-Artwork  Anna Robertus Produktion  Antonia Huber Druck und Verarbeitung  Eversfrank Gruppe, Meldorf Beileger  Druckerei Vogl, Zorneding Papier  Umschlag: IGEPA Maxigloss hfr, 250 g  Inhalt: UPM Star matt 1.2, 80 g  Beileger: UPM Sol matt 1.2, 70 g Schriften  Das gesamte Magazin wurde mit Schriften von Commercial Type gestaltet:  Graphik, Austin, Canela, Stag, Produkt, Robinson, Dala Floda Collection (Floda/Moa/Prisma), Le Jeune, Kommissar, Chiswick Sans, Chiswick Serif, Caponi, Schnyder, Publico, Orientation Alle Schriften zu beziehen unter www.commercialtype.com Anzeigen  Kochan & Partner Bildnachweis  www.intervox–pr.de (S. 4–5, 7); Justus Dahinden (S. 5); Tom Schmid (S. 6); Stephan Rumpf/picture alliance (S. 7); UA_Rudolph/Alamy (S. 8); Robert Haas/ picture alliance (S. 9); Pixelrakete/Thomas Reißer (S. 9); Archiv Restaurant Tantris (S. 9); DigitalVision Vectors/Getty Images (S. 11); GlobalP/iStock.com (S. 11); Courtesy of Bayerische Schlösser und Seenverwaltung (S. 13); Courtesy of Botanischer Garten München (S. 13); Porzellan Manufaktur Nymphenburg (S. 14); Courtesy of Tierpark Hellabrunn (S. 15); Courtesy of Museum Fünf Kontinente (S. 16); Kathrin Schäfer (S. 20–22, 50–51, 62–63, 74, 80–81); Gabriela Neeb/Münchner Kammerspiele (S. 23); Brot am Haken e.V./Denis Pernath (S. 27), Christiane Bechler (S. 28); Beeldbewerking/iStock.com, esvetleishaya/iStock.com, kmk–vova/iStock.com, no_limit_pictures/iStock.com, no_limit_pictures/iStock.com, ZU_09/iStock.com, freepik.com (S. 30–35); SMG Miesbach mbH (S. 36–37); Archreactor/Shutterstock. com (S. 40); mediaphotos/iStock.com (S.41); privat (S. 41); Bart Lenoir/Shutterstock.com (S.41); Jan Woitas/picture–alliance (S. 42); Stephen Chung/Alamy (S. 43); Michael Nagy/Presseamt München (S. 45–46, 47); arminreinhardt.com (S. 47); Vincenzo Buscemi (S. 47); Mark Simons, Courtesy of Bayerische Schlösser und Seenverwaltung (S. 48–49); Nickl & Partner (S. 52, 54–55); Lensdrop (S. 55, 56); Vincent ­ ederer Chan (S. 58–59); UNS Architekten (S. 64); Franzi Fröhlich (S. 65); Architekten L Ragnarsdóttir Oei/Volkstheater (S. 65); Stephan Rumpf/sz–photo (S. 65); Robert Haas/sz-photo (S. 66); Margaret Lochner und Eva Schnitzer (S. 67); Johannes S ­ imon/ sz-photo (S. 67); Christian Michelides, CC BY–SA 4.0 Wikimedia (S. 68); stauss ­prozessform (S. 68, 70–71, 72); Stadtarchiv München, E. Weichelt (S. 73); Hubert Burda Media/Sabine Finger (S. 74); Prof. Dr. Melanie Kurz (S. 75); Anna Lena von Helldorff (S. 78); HFF/Robert Pupeter (S. 85); Sophie Southgate (S. 85); Patrycja Nowak/shutterstock.com (S. 86); PHOTO-GRAPHICS Hillinger-Perfahl (S. 87); Chansom Pantip/Shutterstock.com, cristi180884/Shutterstock.com (S. 88); TUM/Patrick Ranz (S. 89); Stijlmarkt/Anjuna Hartmann, Lara Freiburger (S. 96); Svenja John (S. 98); Miriam Schlägel (S. 98) Wir bitten um Entschuldigung, falls trotz sorgfältiger Recherche nicht alle Bild­ quellen vollständig genannt wurden. Der Herausgeber übernimmt für unverlangt eingesandte Unterlagen keine Haftung. Eine Verwertung der urheberrechtlich geschützten Zeitschrift und aller in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen, insbesondere durch Vervielfältigung und Verbreitung, ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Herausgebers unzulässig ­ rheberrechtsgesetz nichts anderes ergibt. Insund strafbar, soweit sich aus dem U besondere ist eine Einspeicherung oder Verarbeitung der auch in elektronischer Form vertriebenen Zeitschrift in Datensystemen ohne Zustimmung des Heraus­ gebers unzulässig. Herausgeber  bayern design GmbH, Luitpoldstraße 3, 90402 Nürnberg Veranstalter  Veranstalter der MCBW ist die bayern design GmbH, die zur Aufgabe hat, Designstrategien von Unternehmen nachhaltig zu steigern. Die Bedeutung der Kreativwirtschaft in Bayern soll herausgestellt werden, um den Freistaat als international anerkannten Standort für Innovationen und Gestaltung zu positionieren. Dabei spielt die Vernetzung von regionalen und internationalen Partnern eine entscheidende Rolle. Gefördert werden die Programme der bayern design GmbH vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Die MCBW wird zusätzlich durch die Landeshauptstadt München gefördert, Gründungspartner der MCBW ist die iF International Forum Design GmbH. Die BMW Group, Steelcase ­sowie Ströer unterstützen die MCBW maßgeblich. Messepartner ist die Internatio­ nale Handwerksmesse und Regionalpartner der Landkreis Miesbach.


Orientation New from Commercial Type commercialtype.com

Orientation, a new stencil typeface designed by Sandrine Nugue, is dramatic, direct, and playful, driven by a highly inventive form of minimalism. The characters become increasingly abstract as the weight increases, even pushing the bounds of legibility, though they are surprisingly readable in words.


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DESIGNSCHAU! Das Magazin zur MCBW 2019  

Das detaillierte Programm der DESIGN SCHAU! unter anderem mit Ausstellungen, Vernissagen, Aktionen, Workshops, Designmarkt und Führungen. Üb...

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