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NATURLICH...

TOURING 22 Vorschl채ge f체r kulturelle Ausfl체ge

www.valdisole.net

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VAL DI SOLE

NÜTZLICHE ADRESSEN

S. 4-5

UND TELEFONNUMMERN

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AUSFLÜGE

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1. MALÉ. DIE ALTSTADT MIT DER PFARRKIRCHE CHIESA PIEVANA UND DEM MUSEUM FÜR SOLANDRISCHE KULTUR 2. IN UNMITTELBARER UMGEBUNG VON MALÉ 3. EIN GANZ BESONDERER AUSFLUG: VON CROVIANA NACH DIMARO 4. CALDES: DREI KIRCHEN UND EINE BURG 5. ALTES UND NEUES IM VAL DI RABBI 6. DER MITTELPUNKT DES TALS: SANT’AGATA DI COMMEZZADURA 7. BURG OSSANA UND FRIEDENSPARK 8. EIN JUWEL, DAS ENTDECKT WERDEN WILL: DIE KIRCHE SANTA MARIA IN PELLIZZANO 9. DER GEMÄLDEZYKLUS IN DER KIRCHE SANTA MARIA MADDALENA IN CUSIANO 10. DIE ZEUGEN EINER SCHWEREN VERGANGENHEIT IN PEIO 11. AN DEN GRENZEN DES TRENTINOS: DER TONALE-PASS

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12. ZWISCHEN CLÉS UND TOVEL: DAS REICH DES BRAUNBÄREN 13. SCHLOSS THUN 14. DIE BERGWALLFAHRTSKIRCHE SAN ROMÉDIO 15. TRENTO – HAUPTSTADT DES FÜRSTBISTUMS 16. BOZEN: EINE STADT, DIE MEHR ZU BIETEN HAT, ALS ÖTZI, DEN MANN AUS SIMILAUN 17. MERAN, DIE WIEGE TIROLS 18. DAS MUSEUM IN SAN MICHELE UND DIE ERDPYRAMIDEN IN SEGONZANO 19. EINE KULTURTRÄCHTIGE STADT: ROVERETO MIT CASTEL BESENO 20. PASSTOUR: TONALE, GAVIA, STILFSER JOCH UND GAMPENPASS 21. AUF DER NEUEN STRASSE NACH PROVEIS UND INS ULTENTAL 23. DIE BODENSCHÄTZE: ÄPFEL, KÄSE UND WEIN AUS DEM TRENTINO - EIN BREITER FÄCHER AN ALTERNATIVEN

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Titelseite: Val di Pejo Fotos Archiv Fremdenverkehrsamt Val di Sol

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Kleiner Votivaltar

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as Val di Sole, ein abgelegener Winkel im Trentino, der auf eine tausendjährige, durch Burgen, Kirchen und Landsitze belegte Geschichte zurückblickt, besitzt einen verborgenen Zauber, den es zu entdecken gilt. Neben dem herrlichen Naturschauspiel, zu dem sich Flüsse, Bäche, Gletscher, Berge, Wälder und Parks vereinen, versteht es das Tal, den Besucher auch mit seiner Kultur zu begeistern. Archäologische Fundstücke sind selten. Zeugnisse der Geschichte aus den letzten zehn Jahrhunderten sind jedoch in den Dörfern sowie den Kirchen und Festungen (Castel Caldés, Rocca di Samoclévo, Palazzo Pèzzen in Croviana, Castel San Michele in Ossana sowie Palazzo Migazzi in Cogolo) zu finden. Letztere erzählen von einem durch Kriege und Aristokratie geprägten Mittelalter, während die Kirchen die Geschichte der Völker in einer unmittelbar verständlichen Form zum Ausdruck bringen: Verehrung, Schutzheilige, Fresken, Holzbildhauerei und aufwendiger Kirchenbau. Vor allem für das Spätmittelalter und die Barockzeit besitzt das Val di Sole ein exzellentes Schatzkästlein,

das es zu öffnen und einfach zu genießen gilt. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Dörfern des Tals sind gering und können mithilfe eines hervorragend funktionierenden ÖPNV-Systems zurückgelegt werden: mit den Linienbussen und vor allem mit der Bahnlinie Trient–Malé, deren neue Endstation seit einigen Jahren der Fremdenverkehrsort Marilleva 900 ist (Tel. +39 0463 901150). Durch ein großes Gebiet des Val di Sole führt zudem ein Radweg. All dies erleichtert die Entdeckung dieser Region. Bevor Sie Besichtigungen planen, sollten Sie sich über die Öffnungszeiten informieren, was insbesondere für Kirchen und Kapellen gilt. Zahlreiche Kirchengebäude waren in der Vergangenheit von Diebstählen und Vandalismus betroffen und sind daher häufig geschlossen. Andere hochinteressante Sehenswürdigkeiten können Sie problemlos besuchen (wie den Parco della Pace – dt. Friedenspark – in Ossana oder San Rocco in Peio). Das Val di Sole ist ein Schatz, den Sie langsam entdecken und dabei jeden Augenblick wie ein großes Abenteuer genießen sollten.

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MALÉ. DIE ALTSTADT MIT DER PFARRKIRCHE CHIESA PIEVANA UND DEM MUSEUM FÜR SOLANDRISCHE KULTUR weiht, dem bekannten Schutzheiligen gegen Überschwemmungen. Der Altar aus dem 17. Jahrhundert stammt aus der Werkstatt der Ramus. Am östlichen Ortsrand befindet sich das Museo della Civiltà Solandra (dt. Museum für solandrische Kultur, Tel. +39 0463 “Die Stube” im Volkskundemuseum 901780), das eine Dauerausstellung über die Alltagskultur im Val di Sole beherbergt. Erläutert wird die Kunst er Hauptort des Val di Sole ist sehr alten Ursprungs der Tischlerei, Eisen-/Kupferschmiede und der Weberei und wurde vielleicht in der Römerzeit gegründet. sowie das Bauern- und Zuchthandwerk, und gezeigt Seine Funktion als Pieve (dt. Pfarrei) ist seit 1178 belegt, werden die Lebensräume der einstigen solandrischen geht jedoch mit aller Wahrscheinlichkeit auf die JahrBevölkerung anhand einer liebevoll gestalteten Ausstelhunderte vor dem Jahr 1000 zurück. Malé kommt eine lung von Originalwerkzeugen und -gerätschaften sowie erhebliche Bedeutung zu, sowohl als Geschäfts- und einer Rekonstruktion der Arbeitsstätten. Im Zentrum Fremdenverkehrszentrum als auch als des Museums sehen Sie die stùa, Verkehrsknotenpunkt dank der 1909 den für die solandrischen Häuser eingeweihten Eisenbahnlinie Trient– typischen, mit Holz verkleideten Malé. Das Stadtbild präsentiert sich Raum. Eine Abteilung des Museums „urban“, was für Alpentäler ganz beist Giacomo Bresadola gewidmet, sonders ist. Die Chiesa dell’Assunta einem bedeutenden Priester und erhebt sich in der Mitte der Ortschaft Pilzkundler. Am Ortsausgang Richan einem Platz, der jahrhundertelang tung des Ausflugsorts Regazzini bieals Kirchplatz und Friedhof diente:Vor tet sich Ihnen die Möglichkeit, das der römisch-gotischen Fassade der Sägewerk Segheria Veneziana zu bePfarrkirche befindet sich eine schmale, sichtigen: In diesem herrlichen, vor dem heiligen Valentin gewidmete ÄdiKurzem renovierten Bauwerk aus kula. Die Vorhalle mit den schlanken dem Jahr 1770 werden noch kleine Säulen wurde 1531 im Renaissance-Stil Sägearbeiten ausgeführt, vor allem erbaut. Der Innenraum gliedert sich in wird es als wertvolles Zeugnis für drei Kirchenschiffe. An den Wänden die Kultur der Bergbewohner jeund im Presbyterium sind die Fresken doch zu Lehrzwecken genutzt. Ein des Malers Pino Casarini aus Verona zu Pieve di S. M. Assunta Mitarbeiter demonstriert Touristen sehen, der 1932 die Stationen des und insbesondere Schulklassen anKreuzwegs malte. Die beiden Altäre neben dem Presbyhand praktischer Vorführungen und der Herstellung terium präsentieren sich im klassischen solandrischen kleiner Holzgegenstände, wie der Sägebetrieb dank Stil der Barockzeit; den linken schmückt das Altarbild Wasserkraft des Noce-Flusses möglich war. der Mariä Geburt, das Martin Teofilo Polacco 1614 anfertigte. Besonders prunkvoll ist die Kanzel, ein Werk von Giandomenico Bezzi aus dem Jahr 1670. Im linken Kirchenschiff befindet sich der beeindruckende TaufMalé stein, an dem jahrhundertelang die Bewohner aller Dörfer des unteren Tals, einschließlich des Val di Rabbi, getauft wurden. Am westlichen Ortsrand von Malé steht die Kirche San Luigi (Tel. +39 0463 901192) aus dem 18. Jh. Sie ist in den aktuellen Sitz der Gemeinschaft Comunità della Val di Sole integriert und war ursprünglich dem heiligen Johannes von Nepomuk ge-

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IN UNMITTELBARER UMGEBUNG VON MALÉ MALÉ-SAMOCLEVO: 4,5 KM; MALÉ-BOLENTINA: 5 KM

Die Burg Samoclevo

ie letzten Meter des Bachs Rabbiés erleichterten D bereits im 13. Jahrhundert die Arbeit der Müller und Schmiede im Ortsteil Pondàsio. Eine alte Schmiede, deren Blasebalg in der Esse und deren Hammer mittels Wasserkraft angetrieben werden, ist heute noch in Betrieb. Dabei handelt es sich um die Marinelli-Schmiede (Tel. +39 0463 901780 / +39 349 5509702), in der das Eisen noch nach traditionellen Methoden bearbeitet wird. Sie ist die letzte von zahlreichen mit Wasserkraft betriebenen Maschinen und Werkstätten, die dank der Kooperation von Eigentümern, der Gemeindeverwaltung von Malé und dem Studienzentrum Val di Sole weiterbetrieben wird. Auf dem Weg, der von Pondàsio nach Magràs hinaufführt, lohnt sich der Besuch der Kirche SS. Egidio e Marco, ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert mit wertvollen bemalten und vergoldeten Holzaltären. Hinter Magràs gruppieren sich ein Stück weiter bergwärts die wenigen Häuser von Arnàgo um die Kapelle San Romedio aus dem Jahr 1628, in der eine Holzstatue aus dem 17. Jh. den heiligen Romedius auf einem Bären reitend zeigt.Am Fuß des Ortsteils befindet sich ein Kapuzinerkloster, das Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet Das Torraccia-Palais in Terzolàs

wurde, nachdem das Ordenshaus in Malé 1892 bei einem verheerenden Brand zerstört worden war. Der Komplex wurde umgebaut und dient heute als Kongresszentrum sowie Unterkunft für Familien und Gruppen. Nicht weit davon entfernt erreichen Sie Terzolàs, das inmitten von Obstgärten liegt: In der Ortsmitte sticht u. a. das große Anwesen der Malanotti hervor. Dieses als „Torraccia“ (dt. schlechter Turm) bezeichnete Gebäude wurde Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet und zeichnet sich durch charakteristische Eckerker sowie große mit Fresken ausgeschmückte Räume aus. Die Kirche in Terzolàs stammt aus dem Jahr 1801 (Tel. +39 0463 901288), wurde im spätgotischen Stil gebaut und ist mit Gemälden einheimischer Künstler geschmückt. Sehenswert im Innenraum sind das Altarbild der Madonna mit dem Kind und Heiligen, ein Werk Elia Naurizios aus dem 17. Jahrhundert, sowie ein Gemälde Domenico Delperos aus dem 19. Jahrhundert, das die biblische Geschichte des jungen Tobias zeigt. Kurz darauf ist Samoclévo zu sehen, ein kleiner Ortsteil von Die Schmiede in Pondasio Caldés, dessen Häuser sich rund um die San-Vigilio-Kirche drängen.Von großer historischer Bedeutung sind die Ruinen der Festung (Rocca), die über dem Dorf thront und von deren ursprünglichem Gebäude nur der durchbrochene Mauerwall und der mächtige quadratische Hauptturm erhalten sind. Das vor dem 13. Jahrhundert errichtete Bauwerk diente zur Überwachung der Kaiserstraße durch das Val di Sole, die weiter bergwärts verlief als die heutige Straße. Auf einer Straße mit zahlreichen Kehren gelangen Sie von Malé zu den mittelalterlichen Dörfen Bolentina und Montés auf einer Höhe von zirka 1200 m. Deren Besuch lohnt sich nicht nur wegen der herrlichen Landschaft und des zauberhaften Panoramas, sondern auch wegen der außerhalb gelegenen Kirche San Valentino aus dem 16. Jahrhundert.

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EIN GANZ BESONDERER AUSFLUG: VON CROVIANA NACH DIMARO MALÉ-CARCIATO: 5,5 KM

Altar der S. Lorenzo Kirche

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enn Sie von Malé in Richtung Tonale fahren, gelangen Sie auf einer ebenen Straße nach Croviana (1,5 km), einem Dorf uralten Ursprungs, das im Mittelalter eine wichtige Rolle spielte: Hier wurden die „Zehnten“ eingetrieben, die die solandrische Bevölkerung an den Fürstbischof von Trient entrichten musste. Gleich am Ortseingang stoßen Sie auf den Palazzo dei Pèzzen (die Pèzzen sind eine kleine, ursprünglich aus dem Veltlin stammende Adelsfamilie, die zur Hochzeit des Bergbaus im 15. Jahrhundert an diesen Ort gelangte). Daneben erhebt sich die SanGiorgio-Kirche (Tel. +39 0463 901192), ein Schatzkästlein der solandrinischen Kunst, in der zwei Holzaltäre von ausgezeichneter Machart (17. Jh.) zu sehen sind, von denen sich einer in der um 1613 von Elia Naurizio erbauten und mit Fresken ausgeschmükkten Privatkapelle der Pèzzen befindet.Von Croviana führt durch Wiesen (1,5 km) eine kleine Straße nach Monclàssico, ein ebenfalls sehr altes Dorf, dessen Ursprünge bis in die Späte Eisenzeit zurückgehen. Dort Das Zollhaus in Dimaro

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sind einige Herrschaftshäuser zu sehen, u. a. das der Valenti, sowie spätmittelalterliche Winkel wie die „pòrteghi“. Dominiert werden die Häuser von der Kirche San Vigilio (Tel. +39 0463 974158), die bemerkenswerte Barockaltäre beherbergt. Monclassico und Presson erlangten in den letzten Jahren als „Dörfer der künstlerischen Sonnenuhren“ auf nationaler Ebene Bekanntheit. Zu verdanken ist dies dem Kulturverein „Le meridiane“, der in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und verschiedenen Behörden jeden Sommer eine „Sonnenuhrenwoche“ veranstaltet, während der fünf neue Uhren entstehen. 2012 wird die bemerkenswerte Zahl von 50 Sonnenuhren erreicht werden. Im Sommer, von Juli bis September, haben Sie zudem die Möglichkeit, an den Sonderführungen „percorso delle meridiane“ (dt. Sonnenuhrenwege) teilzunehmen, die in Zusammenarbeit mit dem solandrischen Fremdenverkehrsverband APT organisiert werden. In Pressón zeugen die Steinwappen an den Haustüren von der adeligen Herkunft einiger Familien. Das Kirchlein aus dem Jahr 1630 besitzt eine Seitenkapelle mit einem prächtigen, herrlich gearbeiteten Barockaltar. Nachdem Sie den Noce-Fluss überquert haben, erreichen Sie Dimaro (1 km), einen beSt. Lorenzo Kirche deutenden Fremdenverkehrsort, an dem die Straße nach Campiglio und ins Rendena-Tal beginnt. Jeder, der in den Ort wollte, musste das von der adeligen Familie de Mazzis geführte Zollhaus (Casa del Dazio) passieren und dort einen Wegzoll bezahlen. In der Kirche San Lorenzo (Tel. +39 0463 974118) können Sie Fresken aus dem späten 15. Jahrhundert bewundern, eine raffinierte Arbeit Baschènis', sowie Barockaltäre aus vergoldetem Holz. Bei kürzlich ausgeführten Renovierungsarbeiten wurde festgestellt, dass der Ursprung dieser Stätte bis ins Frühmittelalter zurückgeht, worauf im Übrigen schon ein bedeutendes Fragment einer karolingischen Malerei über der Tür zur Sakristei hinwies. Ihren Ausflug können Sie in Carciàto beenden, einem Ortsteil von Dimaro und ruhigem Bauerndorf mit großen Gehöften und einem Kirchlein aus dem 15./17. Jahrhundert.


CALDES: DREI KIRCHEN UND EINE BURG MALÉ-CAVIZZANA, DURCH DIE ORTSTEILE VON CALDÉS: 10,5 KM

Burg Caldes

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ie Ortschaft Caldés ist dank der drei Glockentürme schon von Weitem zu sehen. Der älteste aus dem 13. Jahrhundert steht am Dorfplatz und wacht über eine Straße, die die Ortsmitte in zwei Teile teilt. Es handelt sich um die Straße „de la Vila“, die von mächtigen, einst vom örtlichen Landadel bewohnten Herrschaftshäusern gesäumt ist. Steinwappen und –portale sind Zeugen für die Feudalzeit. Vergangene Epochen beschwört die Burg herauf, die sich am östlichen Ortsrand erhebt. Castel Caldes, heute im Besitz der Autonomen Provinz Trient, wurde 1230 von Ribaldo da Cagnò erbaut, in den darauffolgenden Jahr- St. Giacomo Kirche hunderten vergrößert und wird derzeit renoviert. Der Bau war bis 1464 im Besitz des hier ansässigen Zweigs der da-Cagnò-Familie, der seinen Namen in „da Caldes“ änderte, dann erbten die mächtigen Herren von Thun die Burg. Im Innenraum sind große Säle zu bewundern, eine lange Steintreppe sowie der berühmte Raum „Stanza di Olinda“. Angegliedert ist eine Kapelle, die Elia Naurizio im Auftrag von Johann Arbogast, Graf von Thun, um 1629 mit Fresken zu „Mariä Geschichten“ ausschmückte. Auf der anderen Seite des Dorfs befindet sich die Kirche San Rocco, die nach der Pest 1510 errichtet wurde und wertvolle Holzaltäre aus dem 17. Jahrhundert besitzt. Wenn Sie das Dorf hinter sich gelassen haben, geht es bergab zu den „Còntre“, einem ruhigen Ort am rechten Ufer des Noce, der hier weniger reißend als sonst läuft. Hinter Caldes reihen sich die Ortschaften der „Capèle“ an-

einander: Cassana mit der Kirche San Tommaso aus dem 15. Jahrhundert liegt sehr nah an der Talstraße; weiter oben thront San Giacomo, einst „Solàsna“ genannt, das neben den solide gebauten Bauernhäusern mit einem Schmuckstück glänzt: seiner Kirche (Tel. +39 0463 901515). Darin können Sie zwei Altäre mit hölzernem Altarbild (Werke aus dem 17. Jahrhundert aus der Werkstatt der Holzschnitzerfamilie Bezzi aus Cusiano) sowie einige spätgotische Statuen, u. a. die des heiligen Jakobus, bewundern. Bordiana und Bozzana sind die letzten der „Capèle“-Dörfer. Auf der anderen Talseite liegt Cavizzana: Dessen Kirche (Tel. +39 0463 901515) ist dem heiligen Martin gewidmet und weist vier erstklassig gearbeitete Altäre auf, die teils den Ramus, teils den Bezzi zugewiesen werden – Bildhauerdynastien, die im 17. und 18. Jahrhundert ihre Werkstätten im oberen Val di Sole betrieben. In Cavizzana befindet sich in der Nähe des Noce auch die vom Sportverein der solandrinischen Fischer verwaltete Brutanlage, eine Einrichtung, in der Forellen gezüchtet werden, die anschließend in den Seen und Flüssen des Tals eingesetzt werden. Diese Anlage können Sie kurz nach der Brücke über den Noce erreichen, indem Sie links dem Radweg nach unten folgen.

Cavizzana

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ALTES UND NEUES IM VAL DI RABBI MALÉ-SOMRABBI-TERME DI RABBI-RAGAIOLO: 20 KM

Die Höfe von Valorz

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as Val di Rabbi ist für Besucher ein wirklich lohnendes Ausflugsziel. In diesem Seitental des Val di Sole lebt der Mensch seit jeher im Einklang mit der Natur, was heute noch deutlich erkennbar ist. Die Straße, die durch das Tal führt, zweigt zwischen Malé und Terzolas ab und windet sich die nächsten 19 km wie in früheren Zeiten durch die Berge. Nadelwälder reichen bis zu den kleinen Dörfern, zu denen sich zahlreiche verstreut liegende Bergbauernhöfe sowie ein außerordentlicher Wasserreichtum gesellen. Als wertvolle Ressource für Weideland und Bauholz wurde das Val di Rabbi ab dem 13. Jh. von Menschen aus den nahen Dörfern des unteren Val di Sole bevölkert und ist, geprägt durch die mittelalterliche Besiedelung, eher tirolerisch als trentinisch. Diese behielten ihren ursprünglichen Dialekt ebenso wie ihre Traditionen. Zu den historischen Dörfer zählen Pracorno, San Bernardo und Piazzola, aber es gibt unzählige kleine Ortsteile, die verantwortlich für das typische Landschaftsbild des Val di Rabbi sind: Hunderte von Bergbauernhöfen sprenkeln die Wiesen und stehen für eine Kultur, die das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden wusste. San Bernardo besitzt eine neue Kirche (Tel. +39 0463 985126), die jedoch auf beiDas Thermalbad

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spielhafte Weise in die Umgebung integriert ist und Kunstwerke aus dem 15. bis 18. Jahrhundert bewahrt. Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich eine bemerkenswerte Thermalanlage (Tel. +39 0463 983000), die ihren Ruhm den gesundheitsfördernden Eigenschaften des Wassers verdankt, das schon Anfang des 17. Jahrhunderts als Heilwasser bekannt war. Hinter der Thermalanlage, bereits im Nationalpark Stilfser Joch (Tel. +39 0463 746121), ist heute noch ein venezianisches Sägewerk aus dem 18. Jahrhundert in Betrieb. Weitere Einrichtungen des Parks, die einen Besuch wert sind, sind das Museum mit angegliederter Molkerei in Somrabbi, das alte Gerät-

schaften zur Milchverarbeitung zeigt, sowie Venezianisches Sägewerk das Besucherzentrum in Stablet: Dieses liegt nur 10 Minuten von Malga Stablasolo entfernt und ist im Sommer ganz einfach mit einem Shuttle-Bus zu erreichen. Das Zentrum ist ein Info-Point, in dem sich alles um das Murmeltier, den wahren Star des Parks, dreht. Am Coler-Parkplatz im Herzen des Parks lockt ein ganz besonderer Kinderspielplatz, auf dem sich die Kleinen nach Herzenslust austoben dürfen. Am Taleingang kurz vor Pracorno stoßen Sie auf die Ruatti-Mühle: Sie wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut, kürzlich renoviert und zeigt sowohl die Mahlmaschinen als auch die beeindruckende Rekonstruktion der Innenausstattung aus dem 19. Jahrhundert: die mit Holz getäfelte stùa, die Küche, zahlreiche Nebenräume, nicht zu vergessen der Eingangshof, der Mahlraum, der Stall, der Keller und die alte spleuza, d. h. das oberste Stockwerk, in dem einst das Heu gelagert wurde und das heute für Konferenzen und Ausstellungen ausgestattet ist.


DER MITTELPUNKT DES TALS: SANT’AGATA DI COMMEZZADURA MALÉ-MEZZANA: 10,5 KM

St.Agata Kirche

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as Commezzadura-Gebiet befindet sich in der Mitte des Tals und umfasst einige Dörfer mit alten Namen. Die Ursprünge der Siedlungen gehen teils in die vorrömische Zeit, teils ins Mittelalter zurück: Deggiano, Mastellina, Mestriàgo, Almazzàgo und Piano. Jeder Ort hat sein eigenes Kirchlein, auf das er stolz ist. Die wichtigste Kirche ist Sant’Agata, die nur ein kurzes Stück von der Talstraße entfernt liegt. Sie geht auf das Ende des 15. Jahrhunderts zurück und besitzt einen asymmetrischen Grundriss. Leicht erkennbar ist sie an der Freskenmalerei an der Straßenseite, die 1495 entstand und eine große Darstellung des heiligen Christophorus zeigt. Das Presbyterium und die Apsis schmückte Simone Baschénis, der einer wandernden Malerfamilie des 15.–16. Jahrhunderts angehörte, mit Fresken aus, die biblische Figuren und die Geschichte der heiligen Agatha, der Schutzheiligen der Kirche, zeigen (Tel. +39 0463 974174). Bei kürzlichen Renovierungen wurde die Südfassade mit einem bemerkenswerten Gemälde aus dem 13. Jahrhundert freigelegt. Interessant sind auch die drei Altäre aus geschnitztem und vergoldetem Holz, die von Giovanni Battista Ramus und Simone Lenner angefertigt wurden. In Mastellina befindet sich das Kirchlein Sant’Antonio Abate, das Fresken Baschenis vom Ende des 15. Jahrhunderts sowie einen kostbaren Altar mit Statuen der Madonna, des heiligen Antonius und des heiligen Johannes des Täufers aus dem 15. Jahrhundert besitzt, die der Schule des Meisters Narziss von Bozen entstammen. Nicht weit von der Kirche entfernt steht

Mastellina

das Haus der Guardi, einer dem Landadel angehörenden Familie, was das Wappen über dem Eingangstor bezeugt. Berühmtheit erlangte sie durch ihre Künstler: Gianantonio, Maria Cecilia (die mit dem berühmten venezianischen Maler G. Battista Tiepolo verheiratet war) und Francesco. Sie zogen nach Venedig und eröffneten dort eine Künstlerwerkstatt. Dort tat sich besonders die Arbeit Francescos hervor, der sein Talent in der Malkunst durch die Veduten der venetischen Lagune zum Ausdruck brachte und die wichtigsten Momente im venezianischen Leben des 18. Jahrhunderts verewigte. Piano ist die letzte Ortschaft des Commezzadura: In der Kirche San Giuseppe hängt ein interessantes Gemälde, das die schmerzhafte Jungfrau mit Szenen aus der Passion Christi und Schenkende darstellt und 1666 von Stefan Kessler angefertigt wurde. Von dort erreichen Sie nach ein paar Kilometern Mezzana, Winter- und Kanusportort. Die Kirche der Ortschaft schmückt sich mit kostbaren Altären aus dem 17. Jahrhundert (Tel. +39 0463 751138). Hinter Mezzana geht die Straße etwa zwanzig Minuten bergauf und bringt Sie nach Róncio, das einem Aussichtsbalkon über die Berge und das Tal gleichkommt. Die Kapelle dieses winzigen, fast unbewohnten Dorfs ist dem heiligen Romedius und der heiligen Barbara Die Kirche in Mezzana geweiht: Der reich verzierte Altar stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde von den Ramus und den Bezzi angefertigt.Von Róncio können Sie noch weiter nach oben fahren zu den Bergbauernhöfen „eredi della solitudine“ (dt. Erben der Einsamkeit). Auf der anderen Seite des Tals, genau gegenüber Róncio, ragen die modernen Tourismusbauten von Marilleva 900 in den Himmel, Startbahnhof der elektrisch betriebenen Bahnlinie Trient–Malé. Um die stark frequentierten Liftanlagen zu bedienen, wurde im Ortsteil Daolasa, nicht weit vom Rathaus entfernt, 2007 die Talstation einer hochmodernen Seilbahn eingeweiht, die Skifahrer zu den Pisten des Val Mastellina bringt. Sie bietet eine fast durchgehende Verbindung bis zum Talgrund: Vom Zug können Sie sofort in die Seilbahn umsteigen und die Pisten des Skigebiets Folgarida-Marilleva-Madonna di Campiglio erreichen: 108 Pistenkilometer vor der außerordentlichen Kulisse der Brenta-Dolomiten.

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BURG OSSANA UND FRIEDENSPARK MALÉ-OSSANA: 16,5 KM

Burg S. Michele

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m Val di Sole gibt es nur drei Burgen: in Caldes, Samoclevo und Ossana. Dies ist auf das stark in der Bevölkerung verwurzelte Bedürfnis nach Unabhängigkeit zurückzuführen und auf das besondere Augenmerk, das die Fürstbischöfe von Trient stets auf dieses Gebiet an der Grenze ihres Herrschaftsbereichs hatten. Die faszinierenden Ruinen der Burg San Michele di Ossana, deren Renovierungsarbeiten kurz vor dem Abschluss stehen, stammen vom Anfang des 15. Jahrhunderts, als die camunischen Lehnsherren de Federici sie komplett neu errichten ließen.Von einer Burg war jedoch bereits 1191 die Rede, und dank kürzlich durchgeführter archäologischer Forschungen konnten sogar Fundstücke aus der Bronzezeit und andere aus dem Frühmittelalter geborgen werden. Die seit 1004 unter bischöflicher Herrschaft stehende Burg wurde mehreren Feudalherren anvertraut, u. a. den de Federici ab Anfang des 15. S.Vigilio Kirche Jahrhunderts, den Heydorf und anschließend den Bertelli. Bertha von Suttner, Friedensnobelpreisträgerin 1905, war während der vorletzten Jahrhundertwende für einige Zeit Miteigentümerin der Burg, die bald darauf für die Öffentlichkeit zugänglich wurde und wirklich exponiert gelegen ist: Ein von drei Seiten nahezu unzugänglicher Felsvorsprung bildet das Fundament der Anlage. Der viereckige Hauptturm ist ein weithin sichtbarer Orientierungspunkt für das gesamte obere Val di Sole. In Ossana, einer mittelalterlichen Pfarrei, steht die Kirche San Vigilio (+39 0463 751203): Die Fassade ziert ein Vorbau aus der Renaissance. Sowohl der Hauptaltar als auch die Kanzel im Innenraum sind Werke der Ramus, Bildhauer, die zusammen mit Lenner und den Bezzi Holzbild-

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hauerschulen bildeten, die für die gesamten Noce-Täler von großer Bedeutung waren. Die barocken Altarbilder, auf die zahlreiche Kirchen heute stolz sind, wurden in ihren Werkstätten geschnitzt und anschließend vergoldet. In der Altstadt von Ossana verbirgt ein altes Gebäude einen geheimen Kunstschatz: Es handelt sich dabei um das „Haus der Fresken“, das vor wenigen Jahren wiederentdeckt wurde und mit zahlreichen Gemälden aus dem 15. Jahrhundert mit religiösen und profanen Darstellungen, u. a. vom höfischen Leben, ausgeschmückt ist. Das Gebäude kann momentan nicht besichtigt werden, da es umfassend renoviert wird. Ein Ortsteil Ossanas trägt heute noch den Namen Fucine (dt. Schmieden): Ein Großteil des im Val di Sole abgebauten Eisenerzes wurde geschmolzen und von lombardischen Schmiedemeistern bearbeitet, die auch Einfluss auf die Sprache der lokalen Bevölkerung nahmen. Wenig östlich der Ortschaft erstreckt sich am Fuß der Kirche Sant’Antonio aus dem 18. Jh. am Tomino-Hügel der ehemalige österreichisch-ungarische Soldatenfriedhof, in dem über 1400 Soldaten, die im Ersten Weltkrieg an der Tonale-Front fielen, mit allen Ehren beigesetzt wurden. Die Ebene, auf der das Kaiserschützendenkmal von Othmar Schrott-Vorst (1917) thront, ist nun ein Friedenspark zum Zeichen der Verbundenheit zwischen den Völkern.Von Ossana gelangen Sie auf einem anspruchslosen Spaziergang zum Ortsteil Val Piana. Die Aussicht ist beeindruckend: Im Norden zeigen sich die mächtigen Gipfel der Ortler-Gruppe (mit dem Monte Vioz 3645 m), während sich im Süden der Giner (2955 m) erhebt, dem sich die Presanella-Gruppe anschließt. Ossana bietet nunmehr seit vielen Jahren erstklassige Touristen- und Kulturveranstaltungen: Im Sommer lockt der Holzbildhauerwettbewerb Künstler aus ganz Italien, und im Winter strömen alljährlich über zehntausend Besucher ins Dorf, um die unterschiedlichsten Krippen in den Straßen und Eingangsbereichen der Häuser zu bewundern, die dort im Rahmen der großen Krippenausstellung aufgebaut wurden. Friedenspark


EIN JUWEL, DAS ENTDECKT WERDEN WILL: DIE KIRCHE SANTA MARIA IN PELLIZZANO MALÉ-FAZZÓN: 16,5 KM; PELLIZZANO-MENÀS: 7 KM

St. Maria Kirche in Pellizzano

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n Pellizzano treffen Sie am Noce-Bach auf die wichtigste kirchliche Kunststätte des Tals: die Kirche Natività di Maria in Pellizzano (Tel. +39 0463 751138). Sie befindet sich in einem spätmittelalterlichen und von der Renaissance geprägten Stadtviertel von erheblichem historischem Wert, das sich durch Herrschaftshäuser mit steinernen Wappen über den Eingangsportalen auszeichnet. Das Kirchengebäude wurde von aufeinanderfolgenden Künstlergenerationen der Baschenis-Dynastie, die in dieser Gegend zwischen 1470 und 1533 wirkten, mit Fresken ausgeschmückt: Sowohl der Vorbau als auch die Wände des Eingangsbereichs sind mit zahlreichen Malereien verziert. Das kostbarste Inventar dieser Kirche sind die fünf fein geschnitzten und vergoldeten Altäre, die von Simone Lenner und Giovanni Battista Ramus angefertigt wurden.An der Stirnseite des linken Seitenschiffs befindet sich der Altar der Disciplini-Bruderschaft mit einem Fresko von Cipriano Vallorsa (1571), das die örtliche Compagnia dei Battuti und Maria mit dem Kind, flankiert vom heiligen Vigil und dem heiligen Antonius Abt darstellt. Die Kirche in Pellizzano ist reich und kostbar ausgestattet mit Reliquiarien, hölzernen Absperrungen von Lenner aus dem Jahr 1626, dem Kreuzweg von Karl Henrici von 1782 sowie Kelchen und Stabkreuzen. Außerhalb der vom mächtigen Glockenturm dominierten Kirche wird hinter einem schmucken schmiedeeisernen Gitter Maria mit dem Kind verehrt, ein spätmittelalterliches Werk, das auch als „Madonna degli annegati“ (dt. Maria der Ertrunkenen) bezeichnet wird. Um diesen Kult ranken sich viele Legenden. Sechs Kilometer von Pellizzano entfernt führt die Straße in Kehren zum kleinen See Caprioli di Fazzón (1301 m), in dem sich eindrucksvoll die Umgebung spiegelt und der Aus-

gangspunkt für anspruchsvolle Wanderungen in die umliegenden Berge ist. Bevor Sie sich zum See begeben, sollten Sie einen Abstecher zum Besucherzentrum „Malga bassa“ machen, wo Sie die Fauna und Flora des Gebirges entdecken können. Kinder freuen sich besonders über das Streichelgehege mit Ziegen.Auf dem Pfad zum See werden Ihnen die Geheimnisse des Walds anhand einer Reihe von Schautafeln nähergebracht. Die andere Talseite, die der Sonne ausgesetzt ist, ist mit ziemlich charakteristischen Dörfern gesprenkelt, die über gute Verkehrsverbindungen zum Talgrund verfügen. Zuerst gelangen Sie nach Claiàno, das eine achteckige Kapelle aus dem 18. Jh. besitzt, anschließend erreichen Sie Termenàgo mit seinen zwei Kirchen, einer gotischen und einer neoklassizistischen. Weiter oben liegt Castello mit der Kirche San Donato aus dem 15. Jh. In Ortisé (1479) wurde Don Giacomo Bresadola (1847– 1929), ein berühmter Pilzkundler, geboren: Ein Teil seiner Schriften wird im Museum für solandrische Kultur in Malé verwahrt. An den weltweit bekannten Wissenschaftler erinnert eine Statue an der Kapelle San Cristoforo, die drei von den Bezzi im späten 17. Jh. geschnitzte Altäre besitzt. Das am höchsten gelegene Dorf ist Menàs (1517 m) mit wenigen Häusern, die sich rund um das einfache Kirchlein drängen. Dieses bewahrt jedoch die älteste Glocke des Val di Sole, datiert auf das Jahr 1441. Die Berge, die sich über diesen Dörfern erheben, bieten herrliche Ausblicke, Ruhe und Erholung. Wenn Sie Zeit haben, wandern Sie in Richtung Malga Monte auf dem Weg, der ins Val di Rabbi führt, über den Passo Valletta (2684) oder in Richtung der Alm Malga Pozze, die von Gipfeln mit einer Höhe von knapp 3000 m umrahmt wird. In der St. Maria Kirche

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DER GEMÄLDEZYKLUS IN DER KIRCHE SANTA MARIA MADDALENA IN CUSIANO MALÉ-CUSIANO-COMÀSINE-PEGAJA: 27,5 KM

St. Maria Kirche in Cusiano

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usiano, ein Ortsteil der Gemeinde Ossana, blickt auf eine ziemlich weit zurückreichende Vergangenheit: Auf dem Dos Casteler knapp oberhalb der Ortschaft stieß man in den 1970er-Jahren auf Fundstücke aus der Bronzezeit. In der Ortsmitte sticht das bedeutende, der heiligen Maria Magdalena geweihte Kirchlein hervor (Tel. +39 0463 751203).Vor ihr wurde eine sehenswerte Kapelle in offener Ädikulaform errichtet, die dem heiligen Rochus, Schutzpatron der Pestkranken, gewidmet ist. Im Innenraum ist ein Ende des 15. Jh.s. von Giovanni und Battista Baschènis angefertigter Freskenzyklus zu bewundern. Diese lombardischen Künstler stammten ursprünglich aus Averara im oberen Brembana-Tal (Bergamo).Auf sehr populäre erzählerische Weise ist in Feldern mit Unterschriften im Italienisch des 15. Jh.s die Legende der Magdalena und ihrer Gefährten Lazarus und Martha dargestellt. Die Schlusssteine am Rippengewölbe stellen die Wappen Trients, Tirols und der de Federici aus Ossana dar, der Herren St. Lucia Kirche in Comasine

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der Burg San Michele. Nachdem Sie Cusiano hinter sich gelassen und die Tonale-Straße verlassen haben, gelangen Sie ins Val di Pejo: Wenn Sie an der linken Talseite bergauf fahren, erreichen Sie Comàsine, eine Ortschaft, die einst wegen ihrer ergiebigen Eisenerzbergwerke bekannt war. Vom Dorf führt ein Sträßchen zum Platz, an dem die Kirche Santa Lucia steht (Tel. +39 0463 754042). Lassen Sie diesen eindrucksvollen Ort auf sich wirken: Das Kirchengebäude dominiert den alten Friedhof, und Sie können den Blick auf die umliegenden hohen Gipfel genießen. Die drei reich ausgeschmückte Altäre der aus dem 15.–16. Jh. stammenden Santa-Lucia-Kirche waren vielleicht ein Geschenk der Bergarbeiter. Heute werden sie jedoch in der Kirche San Matteo in der Ortsmitte aufbewahrt. Kehren Sie nun wieder auf die Talstraße zurück und fahren Sie weiter nach Celledizzo. An den Glockenturm der Pfarrkirche schmiegt sich die Kapelle Sant’Antonio, die vollständig mit Fresken der Baschènis aus dem Jahr 1473 verziert ist (Tel. +39 0463 754042). Fast übergangslos grenzt an das Dorf die Ortschaft Cógolo an, deren alte Kirche SS. Filippo e Giacomo zahlreiche interessante Fresken an der Außenseite besitzt, die die Passion Christi darstellen. Nur wenig entfernt ist der Palazzotto der edlen Migazzi. Diese Familie stammte ursprünglich aus der Lombardei und ließ sich in dieser Ortschaft etwa Mitte des 15. Jh.s nieder. Ihr bekanntester Spross war Kardinal Christoph Anton von Migazzi (1714–1803), der 46 Jahre lang Erzbischof von Wien war.Auf der Straße nach Malga Mare, dem Ausgangspunkt für Wanderungen zur Ortlergruppe, treffen Sie auf das Kirchlein Pegaja. Dieses vor 1500 errichtete Gebäude ist das einzige Überbleibsel des gleichnamigen Dorfs, das vielleicht im 15. Jh. durch einen Erdrutsch zerstört wurde. An der Außenwand thront der heilige Christophorus, Schutzpatron der Reisenden und Beschützer vor einem plötzlichen Tod.


DIE ZEUGEN EINER SCHWEREN VERGANGENHEIT IN PEIO MALÉ-PEJO-FORTE BARBA DI FIOR: 32,5 KM

Friedhof S. Rocco

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eio lohnt wirklich einen Besuch: Das Dorf ist prähistorischen Ursprungs und präsentiert sich wie ein außergewöhnlicher Aussichtsbalkon, von dem der Blick bis zur Brenta-Gruppe reicht.Am Ortseingang können Sie das Tiergehege besuchen (Tel. +39 0463 753106), wo Sie die scheuen Bewohner des Nationalparks Stilfser Joch ganz aus der Nähe beobachten können, u. a. Hirsche und Rehe. Mit etwas Glück können Sie Königsadler und Bartgeier sehen, die hier nicht selten ihre Kreise ziehen, insbesondere wenn Sie mit der Seilbahn bis zum verschneiten Massiv der Ortler-Gruppe an die Basis des Viòz (3645 m) hinauffahren. In Peio-Ort wurde kürzlich das „Museo della Guerra Bianca“ (Museum des Ersten Weltkriegs im Hochgebirge) „Peio 1914– 1918: la guerra sulla porta“ (dt. der Krieg vor der Tür) eröffnet (Info-Tel. +39 348 7400942). Es zeigt Bücher, Gegenstände, Dokumente, Fotografien, Waffen und Zeugnisse vom Leben der in den Bergen stationierten Soldaten und der vom Krieg gebeutelten Zivilbevölkerung.Wenige Minuten vom Dorf Peio entfernt geht es zum mit Bäumen bestandenen Dosso di San Rocco hinauf, wo Sie eine Kapelle aus dem 16. Jh., die dem Schutzpatron der Pestkranken gewidmet ist, und den österreichisch-ungarischen Friedhof besuchen können. Dort wurden über Hundert Soldaten unterschiedlicher Nationalitäten bestattet, die in den Kämpfen des Ersten Weltkriegs (1914–1918) an einer äußerst nahe gelegenen Front, der berühmten „guerra bianca“ (dt. weißer Krieg – im übertragenen Sinn für Hochgebirge), fielen. Eine graue, 1916 errichtete Steinpyramide dient als Mahnmal gegen Kriege. Auf dem kleinen Friedhof wurden erst kürzlich die Gebeine einiger österreich-ungarischer Soldaten beigesetzt, die während zweier blutiger Schlachten im Herbst 1918, als der Krieg bereits zu Ende war, auf dem Monte San Matteo (3684 m) starben. Eine eindrucksvolle Feier erinnert jährlich an die Opfer dieses und aller anderen Kriege. Von San Rocco sehen Sie an der Einmündung zum Val del Monte die Ruinen einer Befestigungsanlage

vom Anfang des 20. Jh.s: Dabei handelt es sich um die Festung Forte Barba di Fior, die Sie leicht auf einer Straße erreichen können, die zum Staudamm Pian Palù führt.Wenn Sie anschließend einen über den Noce führenden Pfad nehmen, können Sie bis zum massiven Militärbau hinaufsteigen. Peio hat jedoch nicht nur mit Kriegserinnerungen aufzuwarten: In der Kirche San Giorgio können Sie herrliche Altäre aus geschnitztem und vergoldetem Holz bewundern. Der größte stammt aus dem 16. Jh. und wird der Werkstatt des Narziss aus Bozen zugeschrieben. Am Glockenturm wacht ein überdimensionierter heiliger Christophorus, den die Baschènis 1484 mithilfe der Freskomalerei darstellten. Daneben steht die letzte nach dem Anteilsprinzip arbeitende Molkerei des Trentinos, wo Sie Butter und Käse aus Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch genießen können. Peio Fonti ist ein renommierter Sommer- und Winterfremdenverkehrsort, der für seine Thermen bekannt ist, die bereits seit dem 17. Jh. besucht werden und ganzjährig geöffnet sind. Zirka 3 km von Peio entfernt erreichen Sie bei einem angenehmen Spaziergang Malga Talè. Diese Almhütte wurde erst kürzlich renoviert und beherbergt einen originellen, supermodernen Themenparcours, der ausschließlich den Rauchfußhühnern (Auerhuhn, Birkhuhn, Schneehuhn) und ihren komplexen Strategien, sich der Umgebung anzupassen, gewidmet ist: Bei der Gestaltung wurde erstmals in Europa die High-Definition-3-D-Technik eingesetzt. Wieder zurück in Cogolo statten Sie dem Sitz des Nationalparks Stilfser Joch und der Kirche des heiligen Philipp und des heiligen Jakobus einen Besuch ab, deren Fassade Giovanni Angelo Valorsa 1643 vollständig mit Geschichten aus der Passion Christi bemalte. Wenig unterhalb können Sie in Celledizzo das noch ganz neue Holzmuseum besuchen, das in einer alten Sägemühle eingerichtet wurde. Sehenswert auf der anderen Talseite sind die einsam stehende Kirche Santa Lucia in Comasine sowie die beeindruckenden jahrhundertealten Lärchen. In der kleinen Ortschaft Strombiano sollten Sie außerdem die Casa Grazioli (Info-Tel. +39 0463 754345) nicht versäumen, ein Haus, das unverändert im Zustand des 19. Jh.s belassen wurde. Es handelt sich um ein einfaches, jedoch gepflegtes Bauernhaus mit einer holzverkleideten stùa und einer vom Rauch geschwärzten Küche: Das Haus bildet den Mittelpunkt des Ökomuseums Val di Peio „Piccolo mondo alpino“ (dt. kleine alpine Welt), ein bedeutendes Projekt, das vom Leben und der Kultur in diesen Gebirgstälern erzählt.

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AN DEN GRENZEN DES TRENTINOS: DER TONALE-PASS MALÉ-TONALE: 33 KM tigt wurde.An den Wänden des Kirchenschiffs hängen Bilder eines modernen, originellen Kreuzwegs, der bildhaft die Geschichte Vermiglios erzählt. Die Häuser der Ortsteile Pizzano und Cortina drängen sich um ihre Kirchlein. Einsam steht dagegen die kleine Kirche Santa Caterina, die im 15. Jh. auf dem gleichnamigen Hügel errichtet wurde. Aus derselben Zeit stammt das nahe ZollFestung Strino haus, in dem die Beamten des Fürstbischofs von Trient die Zölle einkassierten. Unbedingt besichtigen sollten Sie das neue Kriegsmuonale ist die älteste Ortsbezeichnung des Tals, urseum (Museo della Guerra, Tel. +39 0463 758200): kundlich belegt in einem Kapitularium Karls des Dieses ist im Gebäudekomplex des KulturzenGroßen von 774. Über den Pass wacht das alte trums Vermiglio untergebracht und zeigt San-Bartolomeo-Hospiz, das heute ein Hotel Waffen und persönliche Gegenstände der ist. Mit seiner Glocke half es Reisenden, Soldaten, Materialien zum Krieg im Gedie sich verirrt hatten, bei der Orientiebirge sowie unzählige Fotos und Dorung und markierte jahrtausendelang kumente. eine historische Grenze. Diese wurde Es handelt sich um kostbare Erinnevon den Geschehnissen im Ersten rungsstücke aus der Emilio-SerraWeltkrieg aufgehoben, der hier oben Sammlung. Emilio Serra stammte zwischen Italien und Österreich-Unaus der Gegend und war ein leigarn ausgefochten wurde. denschaftlicher Sammler von Aber schon 1860 begann die kaiserKriegsandenken und Zeugnissen liche Regierung mit dem Bau von des Ersten Weltkriegs. Das Museum Befestigungsanlagen zur Verteidiwurde 1967 im historischen Alpinogung: So entstanden Forte Pozzi Alti Hotel eingerichtet: 2006 konnte dank (oder Werk Presanella), Forte Velón, der Zusammenarbeit der Erben EmiForte Mèro, Werk Strino und Werk Tolios – seiner Frau Pina und seinem Sohn nale (ital. Forte Zaccarana). ZangenförAchille – mit der Gemeindeverwaltung die mig angeordnet und mit schwerem Geneue Ausstellung eröffnet werden. schütz ausgestattet, leisteten sie gute DiensDie Bereiche wurden vergrößert, was die te: Mehr als der Krieg setzten Ihnen die umfassende Sammlung an KriegsgegenstänSchrottsammler, die in der Nachkriegszeit Presena-Gletscher den besser zugänglich macht. vom Schrott- und Eisenverkauf lebten, zu. Die beDas Museum bietet zahlreichen Besuchern Augenblikannteste Festung ist Werk Strino (Tel. +39 0463 cke der intensiven Auseinandersetzung und der be758200), in der seit 1998 ein für die Geschichte des wegten Erinnerung an die Personen und Orte, die im Ersten Weltkriegs im Trentino äußerst bedeutendes Mittelpunkt einer so leidvollen Zeit in der Geschichte Ausstellungs- und Forschungszentrum untergebracht standen. ist. Vom Pass können Sie mit der Seilbahn bis zum PreséAufführung in der Festung Strino na-Gletscher hinauffahren (Tel. +39 0364 92066), wo Sie bis in den Juni hinein Ski laufen können. Knapp 10 km vom Pass entfernt befindet sich Vermiglio, dessen Bewohner im August 1915 allesamt nach Österreich deportiert wurden und das nach der Bombardierung neu aufgebaut wurde. In der Kirche Santo Stefano (Tel. +39 0463 758139) bewundern Sie ein buntes hölzernes Altarbild aus dem 17. Jh., das in der Werkstatt der Ramus angefer-

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Trento-Malé-Marilleva 900-Bahnlinie

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ank des gut ausgebauten Straßennetzes im Trentino-Südtirol bietet Ihnen der Pkw zahllose Möglichkeiten für Tagesausflüge. Einige Ziele können Sie jedoch auch mit den Zügen des Bahnunternehmens Trentino Trasporti (Tel. +39 0463 901150), die auf der Strecke Marilleva 900–Malé–Trient oder der italienischen Bahn Trenitalia (Call-Center 892021), Start in Mezzocorona, verkehren, erreichen. Dank des breit gefächerten Angebots können Sie Ausflüge wählen, bei denen Sie von wenigen Kilometern bis zu 100 km, um die am weitesten entfernten Ziele zu erreichen, zurücklegen. Doch auch längere Anfahrten lohnen sich wegen der abwechslungsreichen Routen und der Kulturschätze der Orte, die Sie besuchen. Es gilt schließlich, Südtirol zu entdecken: Bozen mit seinen Museen (u. a. das archäologische Museum und das Museum für zeitgenössische Kunst) und dem Einkaufszentrum, Meran, das einstige Machtzentrum Tirols, und das fürstbischöfliche Zentrum Brixen, das am weitesten entfernt liegt. Sehenswert ist zudem das Südtiroler Landesmuseum für Volkskunst, ein Freilichtmuseum in Dietenheim bei Bruneck, das Ihnen eine genaue Vorstellung von der komplexen alpinen Kultur der vergangenen Jahrhunderte vermitteln wird. Das zentral-südliche Trentino lockt vor allem

mit zwei Highlights: Trient, für acht Jahrhunderte die Hauptstadt des Fürstbistums, und Rovereto, einem Städtchen, das sich dem venezianischen Einfluss in der Zeit zwischen dem 15. und 16. Jh. öffnete und das dank des Museums MART zu einem auf internationaler Ebene anerkannten Zentrum für zeitgenössische Kunst wurde. Im Allgemeinen weniger bekannt sind die Seitentäler am Flusslauf der Etsch, in denen Besucher jedoch wegen der beeindruckenden Landschaft und Natur, die Sie zum Beispiel im Val di Cembra oder im Val Rendena bewundern können, auf ihre Kosten kommen. Wer an Volkskunde interessiert ist, sollte sich das Museum in San Michele all’Adige nicht entgehen lassen, das die trentinischen Traditionen vergangener Zeiten hütet. Auch die Weinkeller der Rotaliana-Ebene sowie die Obstlager in den Noce-Tälern sind einen Besuch wert. Bei einem Abstecher zum Schloss Thun werfen Sie zudem einen Blick in das luxuriöse Leben einer großen Adelsfamilie. Was zählt, ist, dass Ihnen beim Bereisen und Entdecken des Trentinos mit Ausgangspunkt im Val di Sole das Bild einer alten Region, die erfolgreich Geschichte und Leben, Kultur und Kunst, Religion und Arbeit miteinander verschmolz und Mensch und Natur in Einklang zu bringen, gegenwärtig ist.

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ZWISCHEN CLÉS UND TOVEL: DAS REICH DES BRAUNBÄREN MALÉ-TÓVEL: 32 KM TRENTO-MALÉ-BAHN BIS CLES - BUS BIS TOVEL

Schloss Cles

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lés ist der historische Hauptort des Val di Non und im Allgemeinen der beiden Noce-Täler (Tel. +39 0463 662000). Die Ortschaft ist uralten Ursprungs, ihren Namen hat sie wahrscheinlich vom lat. „ecClésiae“ (dt. Kirchen). 1869 wurde knapp oberhalb des Orts eine Bronzeplatte mit einem Edikt des Kaisers Claudius aus dem Jahr 46 n. Chr. entdeckt. Es räumte den Bewohnern des Tals, den Anauern, einige Vorrechte sowie die römische Bürgerschaft ein. Heute ist Clés ein florierendes Handelsstädtchen mit einigen Fremdenverkehrsbetrieben inmitten eines vom Obstanbau geprägten Gebiets. Die Ortschaft bietet zahlreiche Attraktionen: Die Burg (die jedoch nicht zu besichtigen ist) thront über dem See und wird von der adeligen Familie Clés bewohnt, deren berühmtester Vertreter Bernhard von Clés ist, der von 1514 bis 1539 Fürstbischof von Trient und lange Jahre oberster Minister des Königs Ferdinand von Habsburg war. Im Inneren der Burg befinden sich große Säle und bemerkenswerte Reste gemalter Verzierungen. Nicht versäumen sollten Sie die Chiesa Pievana (dt. Pfarrkirche,Tel. +39 0463 421155), die in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhundert im gotisch-Clésischen Stil errichtet wurde. Interessant im Innenraum ist die Gewölbeverstrebung, während Sie an der Wand des Kirchenschiffs rechts den Grabstein Giorgio Clés’ (1490) bewundern können. Das dritte Highlight des Städtchens ist der Palazzo Assessorile, ein Tovel-See

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altes Turmhaus, das als Warenlager, Herrensitz sowie Regierungs- und Justizgebäude genutzt und erstmals 1356 erwähnt wurde. Das im 16. Jh. neu errichtete und mit Fresken ausgeschmückte Gebäude wurde kürzlich renoviert und bietet dem Besucher die Pracht herrlich ausgemalter Räume. Interessant sind insbesondere die Malereien, die im dritten Stockwerk freigelegt wurden und, da die Räume bis 1975 als Gefängnis genutzt wurden, früher von der Holzverkleidung der Zellenwände verborgen waren. Eine außerordentliche Entdeckung sind die zwei Freskenzyklen aus dem 16. Jh., die Aliprando de Clés und seine Frau Anna Wolkenstein in Auftrag gaben: Den ersten und kostbareren führte die Werkstatt Marcello Fogolinos 1543 aus. Er zeigt Motive aus der Mythologie und zeichnet sich durch den kunstfertigen Einsatz der monochromen Technik aus. Der zweite, der biblische Geschichten darstellt, entstand etwas später. Die Wandkritzeleien der Cles, der “Palazzo Assessorile” Gefangenen in denselben Räumen sind dramatische Zeugnisse aus einer weit zurückliegenden Zeit. Unter der Ortschaft glitzert der Santa-Giustina-See, ein großer, 7,5 km langer und 1,5 km breiter Stausee mit 172 Millionen Kubikmeter Wasser, das im Wasserkraftwerk Taio genutzt wird. Wenn Sie Clés hinter sich gelassen haben, gelangen Sie nach Tuenno, einer großen vom Obstanbau geprägten Ortschaft mit der Doppelkirche Sant’Orsola.Von dort aus erreichen Sie den Tóvel-See. Das Tal liegt eingebettet zwischen den steilen Felswänden des Peller-Castellazzo und der Cima Vallina im Norden und den hoch aufragenden nördlichen Ausläufern der Brenta-Gruppe. Im mittleren Teil des Tals, das über 17 km lang ist, liegt der See (Länge 1 km, Breite fast 600 m, Höhe 1178 m). Einst war dieses Gewässer für seine rote Färbung durch einen hier vorkommenden Mikroorganismus bekannt, heute hat es jedoch diese außergewöhnliche Eigenschaft verloren. Was bleibt, ist ein landschaftlich herrlich gelegener See, in dem sich die Fichtenwälder und Felsen der Brenta-Gruppe spiegeln. Die Gegend ist einer der bevorzugten Lebensräume des Braunbären.


SCHLOSS THUN VOM MALÉ: 31 KM

Castel Thun

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in mit Kunst und Geschichte gefülltes Schatzkästlein: So präsentiert sich Schloss Thun (+39 0461 657816), ein prächtiges herrschaftliches Anwesen, seinen Besuchern. Das Schloss ist seit dem 17. April 2010 wieder für den Publikumsverkehr geöffnet, nachdem es unter der Leitung der Autonomen Provinz zwanzig Jahre lang restauriert worden war. Heute beherbergt es auch eine Zweigstelle des Museums des Schlosses Buonconsiglio. Die Burganlage thront auf einem Hügel (609 m) oberhalb der Ortschaft Vigo di Ton und bietet auf ihren Terrassen einen atemberaubenden Ausblick auf Dutzende von Schlössern und Burgen im Val di Non. Schloss Thun mit seinen TürCastel Thun in der Nacht

men, Bollwerken, einem Burggraben und einem Wehrgang ist ein Paradebeispiel für den Burgbau im Trentino. Der mittelalterliche Gebäudekomplex präsentiert sich heute wie nach seiner Neugestaltung im 16. Jh. Nachdem Sie das mächtige spanische Tor (1566) vor der Zugbrücke und den ersten Hof passiert haben, gelangen Sie zum Eingang zum Palazzo Comitale im gotischen Renaissancestil, dem Sitz des Grafen. Der Palazzo wird von Türmchen flankiert, erstreckt sich über vier Stockwerke und ist reichhaltig mit Möbeln aus der Zeit vom Mittelalter bis zum 20. Jh. bestückt. Der kostbarste der zahlreichen Räume ist der Bischofssaal, der vollständig mit Zirbelkiefernholz getäfelt ist und eine Kassettendecke sowie eine Monumentaltür aus dem Jahr 1574 aufweist. Der Raum selbst stammt dagegen von 1670. Erstmals erwähnt wurde die Burg 1267 als Anwesen derer da Tono, deren Name später in Thun eingedeutscht wurde. Ein außerordentlicher familiärer Im inneren des Schlosses Sammeltrieb verschaffte der Burg eine bemerkenswerte Zahl an Kunstwerken – von Familienporträts bis zu Gemälden mit sakralen und mythologischen Themen, Landschaften und Stillleben italienischer und ausländischer Künstler. Herrlich ist auch das Originalmobiliar, zu dem Gegenstände aus zahlreichen europäischen Regionen, Kachelöfen und Silberwaren gehören. Nicht versäumen sollten Sie einen Besuch der San-Giorgio-Kapelle, die zwischen Ende des 15. und Anfang des 16. Jh.s mit den „Geschichten der heiligen Barbara“ und des „Jüngsten Gerichts“ ausgemalt wurde. Aber auch die alte und die neue Küche, die Backstube, der Ahnensaal, der Speisesaal, der Waffensaal und die Wachstube sowie die Kanonen-Loggia aus dem 16. Jh., in der demnächst eine reichhaltige Sammlung an Kutschen und Schlitten präsentiert wird, sind einen Blick wert.

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DIE BERGWALLFAHRTSKIRCHE SAN ROMÉDIO MALÉ-S. ROMÉDIO: 28 KM; MALÉ-CASTEL BRAGHÉR-TRÉS: 28 KM

Wallfahrtsstätte S. Romedio

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achdem Sie die steile Mostizzòlo-Schlucht hinter sich gelassen haben, die von einer gewagten Brücke in einer Höhe von 85 m überquert wird, erreichen Sie Clés und anschließend den 152 m hohen Santa-Giustina-Staudamm: Bei seiner Fertigstellung 1951 war er der höchste Europas. Nun geht es weiter nach Dermùlo, und von dort gelangen Sie auf der Alta-Anàunia-Straße nach Sanzéno. Das Dorf ist ein Beispiel für eine antike Evangelisierung: 397 wurden dort die drei aus Kappadokien stammenden anaunischen Märtyrer Sisinius, Martyrius und Alexander verbrannt. An dieser Stelle entstanden eine „Basilika“ im Stil der Gotik-Renaissance sowie eine Reihe mittelalterlicher Kapellen. Im Zentrum von Sanzéno führen Sie ab dem Kirchplatz des aus dem Jahr 1000 stammenden Kirchleins Santa Maria Hinweisschilder zur Straße nach San Romédio (Tel. +39 0463 830133). Sie fahren durch eine Schlucht entlang dem Rio San Romédio, und nach zirka drei Kilometern gelangen Sie zum Fuß des Felsens, auf dem die Wallfahrtskirche errichtet wurde. Der Ort kann auf eine komplexe Geschichte zurückblicken, die sich auch in den BauCastel Braghér werken widerspiegelt, die im Zeitraum von 900 Jahren aufeinanderfolgten. Die höchstgelegene Kapelle, die als Reliquienkapelle bezeichnet wird, weist vorrömische Säulen und spätmittelalterliche Malereien auf und beherbergte vermutlich den heiligen Eremiten um das Jahr

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1000. Ihm zu Ehren wurden anschließend weitere Kapellen errichtet, die stufenartig am zirka 70 m hohen Felsvorsprung gebaut wurden. Interessant sind die 1514 errichtete Kirche San Michele und die mit herrlichen Fresken ausgeschmückte Kapelle San Giorgio aus dem Jahr 1487. In den Gebäuden sind ein kleines Franziskanerkloster untergebracht sowie eine steile Treppe. Zur Erinnerung an die Legende, derzufolge der heilige Romedius einen Bären geritten haben soll, der sein Pferd gerissen hatte, wurden früher an diesem einsamen, spirituellen Ort Bären gehalten, was sehr viele Besucher anlockte. Wieder auf die Hauptstraße zurückgekehrt, geht es bergab nach Taio, und auf einem Braunbär anspruchslosen Weg (1,7 km) können Sie Castel Braghér erreichen, das jedoch Privateigentum und nicht für den Publikumsverkehr geöffnet ist. Der faszinierende und gut erhaltende Festungsbau wird an drei Seiten von natürlichen Böschungen inmitten eines Fichtenwalds geschützt. Die Burg stammt aus dem 13. Jh. und ging 1323 ins Eigentum der mächtigen Familie Thun über. Nach einem Besuch des Dorfs Coredo, in dem Sie sich die Casa Marta (Ausstellung von Trachten aus aller Welt) sowie den Palazzo Nero aus dem 15. Jh., in dem 1615 das Gericht tagte und Hexenprozesse stattfanden, nicht versäumen sollten, kehren Sie auf die Straße ins Alta Anaunia zurück: Von dort erreichen Sie die Ortschaft Fondo, die Ihnen auf einer Höhe von zirka 1000 m das zauberhafte Naturschauspiel des kleinen Smeraldo-Sees bietet, der im Sommer die ideale Umgebung für erholsame Spaziergänge ist und im Winter zum Eislaufen genutzt wird. Nun haben Sie die Möglichkeit, einen beeindruckenden Naturpfad in einer in den Felsen gegrabenen tiefen Schlucht zurückzulegen. Dieser Weg führt nun auch zum „Canyon Rio Sass“. Lassen Sie sich auf ein unerwartetes Abenteuer zwischen Felsen und Fossilien, tiefen Bächen und herrlichen „marmitte dei giganti“ (Erosionshöhlen) ein!


TRENTO – HAUPTSTADT DES FÜRSTBISTUMS MALÉ-TRENTO: 60 KM TRENTO-MALÉ-BAHN

Der Domplatz in Trento

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rient (Fremdenverkehrsverband APT Tel. +39 0461 216000) können Sie vom Val di Sole auch ohne Pkw leicht erreichen: Nehmen Sie einfach die Bahn Trient–Malé–Marilleva 900 (Tel. +39 0463 901150). Von Malé benötigt der Zug zirka 80 Minuten für die entspannte und interessante Durchquerung des unteren Val di Sole und des gesamten Val di Nòn mit Dutzenden von Dörfern und alten Burgen, die für ein einzigartiges Panorama sorgen. Auf 20 km führt die Strecke durchs Etschtal, umgeben von herrlichen Weingärten (Rotaliana-Ebene) und der Paganella (2125 m).Trient war römisches „municipium“ und bewahrt heute noch wichtige Spuren aus dieser Zeit wie den unterirdischen Bereich Sass, in dem Sie Wegstücke der damaligen Zeit zurücklegen und sogar durch die Kanalisation laufen können, und die „Porta Veronensis“, zu der Sie vom Diözesanmuseum am Domplatz gelangen. Von der späteren Herrschaft durch die Barbaren – Ostgoten, Langobarden und Franken – ist nur wenig erhalten. Wirkliche Bedeutung erlangte die Stadt, als Trient mit seinem Gebiet um das Jahr 970 dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation einverleibt wurde und anschließend Fürstbistum (1004 bis 1802) wurde. Die beiden Zentren der kirchlichen und weltlichen Macht, die über den kleinen Alpenstaat fast 800 Jahre lang herrschte, waren der neben dem Palazzo Pretorio stehende Dom und die Buonconsiglio-Burg (Tel. +39 0461 233770). In der Festung hausten ab dem 13. Jh. die Fürstbischöfe: Es handelt sich um ein komplexes Bauwerk mit einem vorrömischen Kern, dem unzählige Anbauten hinzuTrento-Malé-Marilleva 900-Bahn gefügt wurden. An die alte Burg wurden der Magno Palazzo, den der Fürst und Kardinal Bernhard von Cles im 16. Jh. bauen ließ, und die

Giunta Albertiana Ende des 17. Jh.s angegliedert. Der herrliche Innenraum mit seinen edlen als „Kammern“ oder „stùe“ bezeichneten Räumen beherbergt Museen und Grabsteinsammlungen. Während der Cles’schen Regierung wurden die Räume und Säle von Dossi, Fogolino und Romanino mit zahlreichen Fresken ausgeschmückt und mit Terrakotten von Zacchi dekoriert. Eine gesonderte Erwähnung verdienen die Fresken des „Torre dell’Aquila“, eines herrlichen Beispiels für internationale gotische Kunst mit dem „Ciclo dei Mesi“ (dt. Zyklus der Monate), den der böhmische Meister Wenceslao um 1390 anfertigte. Zentrum der Stadt ist der Dom, ein Meisterwerk des aus Como stamSchloss menden Baumeisters Adamo Buonconsiglio d’Arogno und seiner Söhne. Ursprünglich war der Dom die Begräbniskirche des heiligen Bischofs Vigilius (5. Jh.) und wurde bis ins 13. Jh., der Zeit des Fürstbischofs Friedrich von Wangen, immer wieder neu errichtet. Den Außenbereich prägen neben der auf den Platz ragenden Frontseite der in der Barockzeit fertiggestellte mächtige Glockenturm und die Rosette an der Nordseite mit dem berühmten „Glücksrad“. Der Innenraum ist nüchtern gestaltet und verströmt eine durchdringende Heiterkeit. Neben dem Ziborium des Hauptaltars aus dem 18. Jh. befindet sich der Eingang zum unterirdischen Kirchenraum, dessen Besuch dazu beiträgt, die Entwicklung des Bauwerks von Beginn an nachzuvollziehen. Im Palazzo Pretorio ist das reich bestückte Diözesanmuseum (Tel. +39 0461 234419) mit flämischen Wandteppichen aus dem 16. Jh. und dem Domschatz untergebracht. Zahlreiche weitere Denkmäler verschönern die Stadt: Santa Maria Maggiore, San Lorenzo, Piazza Fiera und Palazzo delle Albere, der Sitz des weltweit bekannten Museums MART für moderne und zeitgenössische Kunst in der Stadt. Das Zentrum bildet eine ansprechende Fußgängerzone, die zum Shoppen verführt: Dies gilt insbesondere für die Weihnachtszeit, wenn auf der Piazza Fiera der Weihnachtsmarkt mit typischen kulinarischen Erzeugnissen und Handwerksprodukten, die in den kleinen Holzhäuschen feilgeboten werden, stattfindet.

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BOZEN: EINE STADT, DIE MEHR ZU BIETEN HAT, ALS ÖTZI, DEN MANN AUS SIMILAUN MALÉ-BOZEN ÜBER DEN MENDELPASS: 62 KM, AUF DER AUTOBAHN 75 KM TRENTO-MALÉ-BAHN BIS MEZZOCORONA UND S. BAHN BIS BOZEN

Die Kathedrale in Bozen

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ozen – eine mächtige Stadt zwischen deutscher und italienischer Kultur: Dieser Ort ist reich an Kunst und Kultur und wurde weltweit durch die 1991 entdeckte „Similaunmumie“ sowie die zauberhafte Atmosphäre der Weihnachtsmärkte bekannt, die den historischen, nach dem Lyriker Walther von der Vogelweide benannten Platz mit Farben und Düften verzaubern. Für einen Besuch Bozens gibt es viele Gründe: Einer davon ist natürlich der Körper dieses prähistorischen Jägers, der mit Beilen, Bogen und Köcher bewaffnet war und Beinlinge aus Schaffellstücken sowie Innenschuhe aus gedrillten und verzwirnten Grasschnüren trug. Der Ötzi, wie der Mann vom Hauslabjoch genannt wird, fand seine letzte Ruhestätte in einer Sonderabteilung des archäologischen Museums in Bozen (Tel. +39 0471 320100) und ist Ziel Tausender von Besuchern, die von dem Mann aus dem Eis fasziniert sind. Bozen (Fremdenverkehrsverband A.P.T. Tel. +39 0471 307000) hat jedoch noch mehr als eine Mumie: Der einstige römische Militärposten mit der Bezeichnung „Pons Drusi“ stand später unter bayerischer Herrschaft, ging 1004 an das Fürstbistum Trient und blieb jahrhundertelang mit der trentinischen Herrschaft verbunden. Infolge widerrechtlicher Aneignungen und Schenkungen wurde Bozen später Tirol einverleibt, unterhielt jedoch weiterhin enge Kontakte zum Trentino, dessen Diözese es angehörte. Der älteste Teil der Stadt umfasst den gotischen, aus dem 12. bis 14. Jh. stammenden Dom am Walther-Platz, der Maria Himmelfahrt gewidmet ist und einen sehr schönen, 65 m hohen Glockenturm besitzt. In den drei Kirchenschiffen können Sie Werke aus der Zeit vom 15. bis zum 20. Jh. bewundern. Einfach grandios ist der barocke Hauptaltar. Nicht weit vom Dom entfernt befindet sich eine Dominikanerkirche vom Ende des 13. Jh.s. Der Innenraum bewahrt interessante Fresken, u. a. die aus der Schule Giottos in der beeindruckenden Johanneskapelle aus dem Jahr

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1340. Sehr schön ist auch der Kreuzgang, der im Lauf des 15. Jh.s mit Fresken ausgeschmückt wurde. Der charakteristischste Teil Bozens ist der Obstplatz, auf dem ein geschäftiger Obstmarkt stattfindet. Hier beginnen auch die Lauben, das Geschäftszentrum der Stadt. Rechts und links folgen nacheinander Dutzende eleganter und gut bestückter Läden, die in Häusern aus dem 15. bis 17. Jh. mit verzierten Erkern und raffinierten Portalen untergebracht sind. Auf der Hälfte der Laubenstraße erhebt sich das Merkantilgebäude, in dem die vier berühmten Bozener Messen stattfanden. In der näheren Umgebung der Stadt lohnen vier Burgen einen Besuch:Allen voran Schloss Runkelstein (Tel. +39 0471 3298098), eine sehenswerte Burganlage, die mit mittelalterlichen Fresken, den Gralsfresken, aufwarten kann, die die Geschichten der Artus-Sage erzählen. 1390 ließ Niklaus Vintler das sog. Sommerhaus mit Geschichten von König Artus und der Tafelrunde, Tristan und Isolde, Garel vom blühenden Tal und Wigalois Ötzi: der Mann aus dem Eis

ausschmücken. Bozen bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten zu Zielen, die Sie beeindrucken werden. Am Stadtrand befindet sich die Benediktinerabtei MuriGries mit ihrer herrlichen Barockkirche. Zeitgenössische Kunst ist im neuen Museion (Tel. +39 0471 223411) zu sehen, einem Kulturzentrum von europäischer Bedeutung, in dem Ausstellungen stattfinden, die stets Debatten, manchmal auch polemische Äußerungen hervorrufen.


MERAN, DIE WIEGE TIROLS MALÉ-GAMPENJOCH-MERAN: 74 KM

Meran

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om Gampenjoch (über Mostizzòlo, Revo und Fondo oder über Clés, Dermulo und Fondo) gelangen Sie durch eine beeindruckende Gebirgslandschaft hinab ins obere Etschtal, vorbei an Tisens und Schloss Leonburg zu Ihrer Rechten. Hinter Lana, in dessen Friedhofskirche Sie einen großen beeindruckenden gotischen Altar aus dem 16. Jh. bestaunen können, geht es weiter auf einer angenehmen Route, die an Obstgärten, Weinbergen und Burgen vorbeiführt, unter denen das mittelalterliche Schloss Lebensberg bei Marling hervorsticht. Die Etschbrücke markiert den Ortseingang von Meran (Fremdenverkehrsverband A.P.T. Tel. +39 0473 272000), gleich darauf passieren Sie die bekannte Pferderennbahn im Ortsteil Untermais. Das Südtiroler Städtchen ist für den Fremdenverkehr von großer Bedeutung und besitzt ein altes, historisches Zentrum, das eine belebte Straße, die von Lauben mit Läden und Geschäften gesäumt wird, durchzieht. Meran verströmt eine besondere Atmosphäre, die während des Weihnachtsmarkts, der einer der schönsten im Alpenraum ist, noch eindringlicher wird. Die Lauben

Burg Tirol

führen zum Dom, der zwischen 1367 und 1495 erbaut wurde: Ein großer heiliger Christophorus, der über das gotische Eingangsportal gemalt ist, empfängt die Besucher. Im Außenbereich beeindrucken der 83 m hohe Glockenturm und hinter der Apsis die Barbarakapelle mit einem vergoldeten Altar von 1450. Der in drei Kirchenschiffe gegliederte Innenraum zeigt einige bemalte und vergoldete Altäre aus dem 15. Jh. Die Apostelstatuen am Presbyterium stammen aus dem 19. Jh. Von den Lauben gelangen Sie zur landesfürstlichen Burg, in der Erzherzog Sigmund zwischen 1449 und 1480 residierte. Der Innenraum mit den zwar schmalen, aber freundlichen Räumen vermittelt eine Vorstellung davon, wie ein Tiroler Herrensitz aussah: Er besteht aus Wachraum, Kapelle, Schlafzimmer, Speisesaal und Spielsaal. Jeder Raum ist mit Inventar aus der damaligen Zeit möbliert. Nicht weit von der Burg entfernt befindet sich das interessante städtische Museum. In Obermais lohnen die Gärten von Schloss Trautmannsdorff (Tel. +39 0473 235730) einen Besuch. Es handelt sich um einen außergewöhnlichen botanischen Garten mit vielen Pflanzenarten, die zu jeder Jahreszeit ein sich täglich veränderndes Schauspiel bieten, das auf einem abwechslungsreichen und auch für Kinder spannenden Rundgang genossen werden kann. Im Innenraum der Burg finden Sie ein interessantes Museum über den Tourismus in Meran und Südtirol sowie eine Bar mit großer Auswahl, die auch warme Snacks serviert. Meran ist der Ursprungsort der Tiroler Grafen, die das Gebiet vom 12. Jh. bis 1363 beherrschten, bevor sie von den Habsburgern verdrängt wurden. Ihre Burg, die Sie zu Fuß vom Dorf Tirol (3,7 km von Meran) auf einem zirka halbstündigen Spaziergang erreichen, ist eines der bedeutendsten Denkmäler der Region. Außer den Sammlungen des archäologischen Museums sollten Sie den großen Rittersaal und die zweistöckige Kapelle mit einem riesigen Kreuz der deutschen Schule aus dem 14. Jh. besichtigen. Sehr wertvoll sind die romanischen Portale mit den symbolischen Figuren.Vom Thronsaal aus genießen Sie ein zauberhaftes Panorama.Von Schloss Tirol können Sie einen anderen Weg, vorbei am vorrömischen Petruskirchlein und Schloss Thurnstein, wählen und zu Fuß den Bahnhof in Meran erreichen.

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DAS MUSEUM IN SAN MICHELE UND DIE ERDPYRAMIDEN IN SEGONZANO MALÉ-S. MICHELE-SEGONZANO: 70 KM

Volkskundemuseum

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s war der 29. September 1145, als die von Bischof Altmann von Trient berufenen Augustinermönche im Kloster von San Michele all’Adige eintrafen. Ihr mit einer wertvollen Bibliothek ausgestattetes Kloster blieb ein Leuchtturm der trentinischen Kultur, bis es Anfang des 19. Jh. aufgegeben wurde. Die Augustiner waren erfahrene Weinbauer und verrieten den einheimischen Bauern ihre Geheimnisse. 1869 erwarb der Tiroler Landtag das Gebäude und richtete das 1874 erbaute Agrarinstitut ein, wobei sich zu den alten Bauwerken ein neues gesellte. Der mittelalterliche Teil gliedert sich um einen dreieckigen Hof, der durch eine Loggia und von drei Seiten von einem Kreuzgang verschönert wird. Seit 1972 ist in rund vierzig Räumen des Klosterkomplexes das empfehlenswerte Heimatkundemuseum (Museo degli Usi e Costumi della

Die Pyramiden von Segonzano

Gente trentina,Tel. +39 0461 650314) untergebracht, das Giuseppe Sebesta 1967 gründete. Dort sind Materialien ausgestellt, die auf die Geschichte, die Wirtschaft, die Religion, die Folklore sowie das Brauchtum des Trentinos verweisen, und zwar insbesondere für die Zeit ab dem 18. Jh. Beim Rundgang durch die Museumsräume erfahren Sie mehr über die Techniken, die beim Keltern, Brennen und Pressen der Trauben eingesetzt wurden. Die Landwirtschaft wird durch eine komplette Sammlung an landwirtschaftlichen Geräten repräsentiert. In den Abteilungen über Metallverarbeitung, Spinnkunst und Keramikherstellung können Sie Werkzeug und Geräte bestaunen. Ein großer Bereich ist der Holzbearbeitung, der Almwirtschaft und der traditionellen Küche gewidmet. Hochinteressant sind die Aussteuersammlungen sowie die Das Museum von außen

Alltags- und Festtagsgewänder:All dies macht den Besuch dieses Museums zum Muss für alle, die die Kultur und Geschichte des Trentinos kennenlernen möchten. Wenn Sie weiter nach Lavis fahren, einer kleinen Stadt am nördlichen Stadtrand Trients, nehmen Sie die Straße ins Valle di Cembra und erreichen Segonzano. Die Ortschaft ist für die Statuen berühmt, die die Natur im Moränengelände des Tals schuf.Vier „Pyramidentypen“ machen die Landschaft einzigartig: Am gefälligsten diejenigen, die von ihrem „Porphyrhut“ beschattet werden (diese Abdeckungen sind bis mehrere Dutzend Tonnen schwer); andere sind wie Orgelpfeifen angeordnet, wieder andere scharf wie Messerschneiden. Glaubt man der Legende, handelt es sich dabei um durch einen geheimnisvollen Zauber versteinerte Feen und Kobolde.


EINE KULTURTRÄCHTIGE STADT: ROVERETO MIT CASTEL BESENO MALÉ-ROVERETO: 84 KM TRENTO-MALÉ-BAHN BIS TRENTO DANN S. BAHN NACH ROVERETO mauerten Feudalkomplex, der sein heutiges Aussehen seit dem 16. Jh. besitzt. Seine Ursprünge, über denen die mittelalterliche Festung angelegt wurde, stammen jedoch aus prähistorischer Zeit. Das Bauwerk zeigt die Spuren seiner verschiedenen Bewohner, die WehrgänPiazza Rosmini ge, Türme, Wendeltreppen, Falltüren und Geschützstellungen schufen sowie einige Räumen mit Fresken ausschmücken ließen. Fast 500 Jahre lang war die Burg ie „Stadt der Eiche“ (Anm. d. Ü. das italienische im Besitz der Freiherren von Trapp: Sie überließen sie Wort rovere bedeutet im Deutschen Eiche), so in den 1970er-Jahren der Autonomen Provinz, die sie der heraldische Name Roveretos (Fremdenverkehrsaufwendig restaurierte und dort insbesondere im verband A.P.T. Tel. +39 0464 430363) befindet sich im Sommer herrliche Aufführungen in historischen KoHerzen des Val Lagarina zwischen Weingärten und eistümen veranstaltet. Rovereto erreichen Sie von Norner Reihe von Ortschaften, mit denen die Landschaft den, nachdem Sie Castel Pietra (das Masowohl rechts als auch links der Etsch gechiavelli 1508 erwähnte) hinter sich gesprenkelt ist. Durch das Tal zogen unzählilassen und Volano mit der schönen Kirge Male Heere, Kaiser und Prälaten, u. a. che San Rocco, die im 16. Jh. mit Fresken Barbarossa, Maximilian von Habsburg, verziert wurde, durchquert haben. Die Karl V., Papst Pius VI., Napoleon und KaiStadtmitte Roveretos hat uralte Urser Franz Josef. Noch weiter in der Zeit sprünge: Auf die Siedlung aus der Eisenzurück liegt das Ereignis, an das ein Kirchzeit folgte die der Römer, im Mittelalter lein erinnert: die königliche Hochzeit zwikamen deutsche Siedler. Die Castelbarco schen Theolinde und Authari, dem Langoerrichteten den Mauerring (13.–14. Jh.). bardenkönig. Das geschichtsträchtige RoAnschließend fiel die Stadt unter die vereto ist heute eine der Hochburgen für Herrschaft Venedigs (1416–1509), deren zeitgenössische Kunst: Dies ist dem MART Spuren an der Burg (heute historisches (Museum für moderne und zeitgenössiKriegsmuseum) und der Kirche San Marsche Kunst,Tel. +39 0464 454110) zu verco (1462) noch zu sehen sind. In den foldanken, dem es mit seinen Ausstellungen genden Jahrhunderten wurde Rovereto an einem Ort, der einer wahre Kulturzur intellektuellen Hauptstadt des Trentistadt ist, gelingt, Besucher, Künstler und Die Friedensglocke nos mit drei Musikkapellen, der Accademia degli Agiati Kunstkritiker aus aller Welt herbeizulocken. Vor der sowie herausragenden Persönlichkeiten wie Tartarotti, Stadt stoßen Sie auf Castel Beséno (Tel. +39 0464 Vannetti, Rosmini und Zandonai. Der junge W.A. Moz834600), das über die Etschebene und die Straße, die art gab hier 1769 zwei Konzerte. Für zirka acht Jahrzur Folgaria-Hochebene führt, wacht. Es handelt hunderte blühte in der Stadt die Seidenindustrie, zu sich um einen zirka 250 m langen und der sich im 18. Jh. die Papierindustrie gesellte. Auch etwa 100 m breiten, geheute noch ist Rovereto Mittelpunkt eines relativ bedeutenden Industriegebiets. Einen Besuch wert sind Burg die Herrschaftshäuser aus dem 19. Jh., allen voran PaBeseno lazzo Rosmini, das Theater Zandonai, die Valbuse, das städtische Naturkundemuseum und die Carmine-Kirche. Drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, ist auf dem Miravalle-Hügel die Campana della Pace (dt. Friedensglocke) zu sehen. Sie wiegt 22,6 t, ist 3,36 m hoch und an der Öffnung 3,21 m breit (Parkmöglichkeit auf dem Vorplatz).

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PASSTOUR: TONALE, GAVIA, STILFSER JOCH UND GAMPENPASS VON MALÉ: 254 KM

Richtung Tonale

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ine herrliche Tour auf den berühmtesten Alpenstraßen vor der Kulisse hoher Berge im Trentino, der Lombardei, der Schweiz und in Südtirol. Die Route führt um den gesamten Nationalpark Stilfser Joch, der eine Fläche von 135.000 ha umfasst.Wenn Sie das obere Val di Sole erreicht haben, fahren Sie nach Vermiglio und vorbei an den österreichisch-ungarischen Befestigungsanlagen, von denen die berühmteste Werk Strino ist, bergauf. Vor Ihnen erhebt sich die weiße Felswand der Presanella (3556 m). Der TonalePass (1883 m) ist eine zugige Ebene, von der Sie zu den fast 3000 m hoch gelegenen Presena-Pisten gelangen, auf denen Sie sowohl im Winter als auch im Sommer Ski laufen können. Diese Berge bildeten zehn Jahrhunderte lang die Grenze zu Italien. Das nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) erbaute Beinhaus befindet sich bereits in der Lombardei. Die Straße führt mit einigen Kehren hinab in Richtung Ponte di Legno. Kurz hinter dem Fremdenverkehrsort verlassen Sie die Staatsstraße und biegen rechts auf einen Fahrweg ein. Nach 16 km überqueren Sie zwischen dem Monte Gavia (3223) und dem Corno dei Tre Signori (3360 m) den Gaviapass (2621 m) und fahren dann nach Santa Caterina Valfurva hinunter, das Sie nach 13 kurvenreichen Kilometern erreichen. In diesem Urlaubsort sollten Sie das interessante Volkskundemuseum besuchen. Nach wei-

teren 13 km gelangen Sie nach Bormio (Fremdenverkehrsverband A.P.T Tel. +39 0342 903300), einer historischen Stätte zur Überwachung der wichtigsten Alpenpässe.Von der Ortschaft folgen Sie einer Straße, die auf der Strecke einer zwischen 1820 und 1825 erschlossenen Militärstraße angelegt wurde, 22 km bergauf bis zum Stilfser Joch (2758 m) zwischen dem Veltlin und dem Vinschgau. Dort haben Sie die Möglichkeit, mit der Seilbahn zur Livrio-Hütte (3174 m) zu gelangen. Auf einer schmalen, gewundenen Straße fahren Sie 27 km und um 42 Kehren nach Spondigna hinunter! Hier dominieren die leuchtenden Gipfel des Ortlers (3905 m) über dichten Wäldern und Ferienorten, u. a.Trafoi, Prad am Stilfser Joch mit dem romanischen Kirchlein von 1100 sowie Gomagoi. Der Vinschgau, der in Reschen beginnt und an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz liegt, wird von der Etsch durchquert: Das Tal präsentiert sich als lang gezogene Mulde mit malerischen Dörfern: Laas mit seinen weiß leuchtenden Marmorsteinbrüchen, Schlanders inmitten großer Obstgärten und beherrscht von einem mächtigen Renaissance-Schloss, Latsch, Kastellbell mit seiner Burg sowie Naturns. Über letztgenanntem Dorf thront Schloss Juval aus dem 13. Jh., in dem seit 1983 der Bergsteiger Reinhold Messner wohnt. Die Burg ist für den Publikumsverkehr geöffnet (Tel. +39 348 4433871 – 0471 631265, geschlossen Juli/August und im Winter). 14 km nach dieser Ortschaft fahren Sie durch die Vororte Merans, wo sich in Forst die alte gleichnamige Brauerei befindet. Hier nehmen Sie die Gampenpassstraße, vorbei an Lana und auf breiten Kehren hinauf zum Pass (1512 m). Auf der Talfahrt führt rechts eine Straße zur interessanten Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau im Wald, die herrliche barocke Holzaltäre sowie eine Jungfrau besitzt, die bereits im Mittelalter verehrt wurde. Von Unserer Lieben Frau im Walde (14 km) gelangen Sie nach Fondo, einem Landwirtschafts- und Ferienort im oberen Val di Non. Für die Rückfahrt nach Malé haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder fahren Sie weiter nach Dermulo und biegen dann rechts nach Clés und ins Val di Sole ab, oder Sie verlassen die Hauptstraße in Fondo, fahren in Richtung Brez, Cloz und Revò, in Obstgärten eingebettete Ortschaften, um anschließend auf die Straße zurückzukehren, die von Mostizzòlo nach Malé führt. Abstieg vom Stilfser Joch

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AUF DER NEUEN STRASSE NACH PROVEIS UND INS ULTENTAL MALÉ-ST. GERTRAUD, ULTENTAL: 50 KM

Ultental

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er nördlichste Teil des Val di Nòn ist auch unter Bezeichnung „Deutschnonsberg“ bekannt und wird seit dem 13. Jh. von Bevölkerungsgruppen deutschen Ursprungs bewohnt. Sie verwandelten die Gebirgshänge in Kulturland und verdingten sich auch als Bergleute in den lokalen Bergwerken. Die Völker aus dem Norden brachten eine ihrer traditionellen Wohnformen mit: die Besiedlung mit verstreut liegenden Bergbauernhöfen, die laut Gesetzgebung als „geschlossene Höfe“ bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um eine rechtliche Vorschrift, dergemäß Haus und Hof an nur ein Kind weitervererbt werden, wobei dieses heute nicht mehr unbedingt der erstgeborene Sohn sein muss. Ein weiteres bedeutendes Charakteristikum ist die deutsche Die Höfe des Sprache: Die deutschsprachige GeUltentals meinschaft lebt in den Dörfern Laurein und Proveis (ital. Lauregno und Proves) sowie in den Gebieten des Gampenpasses (St. Felix und Unsere Liebe Frau im Walde). Dabei handelt es sich um hochgelegene Dörfer, die durch den Gebirgszug, der nordwärts eine Barriere bildet, fast komplett von der anderen Südtiroler Bevölkerung getrennt waren. Vor einigen Jahren wurde eine Panoramastraße gebaut, die das winzige Gebiet des Val di Nòn mit dem Ultental verbindet (Tel. +39 0473 795387) und somit auch mit Meran und Bozen. Sie erspart den Bewohnern lange, anstrengende Fahrten.Von Malé fahren Sie nach

Clés: In Mostizzòlo geht es bergauf nach Revò, einem schön herausgeputzten Dorf inmitten von Apfelplantagen, das zahlreiche Herrschaftshäuser besitzt, allen voran die Casa Càmpia, sowie eine herrliche Kirche, die im gotisch-schwäbischen Stil im 15. Jh. erbaut wurde. Unmittelbar vor dem Dorf biegt eine gut ausgeschilderte Straße nach Nordwesten ab, vorbei an Tregióvo. Im Ortsteil Frari fahren Sie an der Kreuzung nach Rumo, einer Ortsgruppe mit herrlichen Kirchen, die im 15. Jh. von den Baschenis mit Fresken ausgeschmückt wurden, und dann immer Richtung Norden bergauf in Richtung Proveis. Die neue Straße führt weder an Laurein, der legendären Heimat König Laurins, des Herrn der Dolomiten, noch an Proveis vorbei, sondern mit Kehren und durch Tunnel über das Gebirge zwischen Ilmenspitz und Laugenspitz. Anschließend geht es auf der Straße mit einem erheblichen Gefälle bergab ins Ultental, wobei Sie zwischen St. Pankraz und St.Walburg weitere Straßen kreuzen. Das zirka vierzig Kilometer lange Tal zählt einige typisch südtirolerisch anmutende Dörfer, deren Bergbauernhöfe heute noch die alten Traditionen bewahren. Ein Beispiel dafür ist die Prozession der Heiligen Drei Könige. Das Gebiet ist äußerst waldreich und bietet ausgezeichnete Wintersportanlagen sowie ein kleines Volkskundemuseum, das den traditionellen Hausformen in St.Walburg gewidmet ist. Das höchstgelegene Dorf ist St. Gertraud am Rand des Nationalparks Stilfser Joch, das ein optimaler Ausgangspunkt für Wanderungen zur Eggenspitze (3443) und ins Val di Rabbi ist. Die Schützen


DIE BODENSCHÄTZE: ÄPFEL, KÄSE UND WEIN AUS DEM TRENTINO MALÉ-SEGNO 25 KM; MALÉ-MEZZANA: 10,5 KM; MALÉ-TERZOLAS: 2 KM TRENTO-MALÉ-BAHN, LINIENBUS

Käsebereitung

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pfel, Käse und Wein: Drei Erzeugnisse, die die Tafeln in den Noce-Tälern und der Rotaliana-Ebene, die auf einer Strecke von knapp 50 km zu durchfahren sind, zu etwas Großartigem machen. Das Apfelparadies im Val di Non, in dem Äpfel mit dem Gütesiegel g.U. erzeugt werden, ist Segno, ein Ortsteil der Gemeinde Taio: Hier besuchen Sie Mondomelinda (Tel. +39 0463 469299), wo Sie die außerordentliche Qualität der Äpfel aus dem Val di Non und deren Folgeprodukte (Säfte, Mus, Snacks usw.) entdecken, sich zu den Wiesen, wo die Äpfel wachsen, führen lassen und das Melinda-Konsortium aus nächster Nähe kennenlernen können, das seit über zwanzig Jahren maßgebend für zirka 5200 in 16 Kooperativen organisierte Obstbauer ist. Sie bauen Äpfel in Spitzenqualität auf einer Fläche von über 6500 ha an, deren Produktion sich 2009 auf 320.000 t, was 1,5 Milliarden Äpfel entspricht, belief! Das nahe Val di Sole, in dessen östlichsten Teil auch die paradiesischen Früchte angebaut werden, ist die Heimat eines köstlichen Käses: Dabei handelt es sich um den casolét, vom lat. caseolus, was so viel wie kleiner Käse bedeutet. Diese Spezialität ist das Ergebnis einer jahrhundertealten Tradition in der Rinder-, Schaf- und Ziegenzucht sowie im Molkereihandwerk, das in der Lage ist, Milch der Spitzenqualität und somit hochwertigen Käse, Butter und Ricotta herzustellen. Diese Tradition wird heute in den Hochgebirgsalmen, der kleinen, nach dem Anteilsprinzip arbeitenden Molkerei in Pejo (der letzten im Trentino) sowie den beiden größeren Zentren, der Molkerei Presanella in Mezzana (Tel. +39 0463 757282) und der Molkerei Cércen in Terzolàs (Tel. +39 0463 900029) weiter gepflegt. Hier erfahren Sie mehr über die Milchverarbeitungstechniken. Wenn Sie weiter in Richtung Etschtal hinabfahren, dringen Sie in das Trentiner Weinbaugebiet vor: die Piana Rotaliana und die Hügel östlich von Lavìs. Hier gedei-

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hen Spitzentrauben, die in den Kellereien der Provinz zu Wein gekeltert werden, allen voran die Kellereien des Agrarinstituts in San Michele all’Adige (Tel. +39 0461 615111). Im Kellergeschoss, wo über sechs Jahrhunderte Generationen von Augustinermönchen wirkten, wird eine besondere Auswahl des Götterelixirs gekeltert und zur Reife gebracht. Heute sind dafür sachkundige Weinbauer und Önotechniker zuständig, die neben theoretischen Kenntnissen hervorragendes Know-how und die notwendige Sensibilität mitbringen, um die hohe Qualität des hier in Flaschen abgefüllten Weins aufrechtzuerhalten. Vom Teròldego über den Nosiòla bis zu den verschiedenen Chardonnay- und Burgundersorten: Jede Rebsorte ergibt ein ausgezeichnetes Produkt. Nach der Überquerung der Etsch wird Sie zwischen Mezzocorona und Mezzolombardo die „Cittadella del vino“ (dt. Weinstädtchen) der Kellerei Cantine Rotari beeindrucken (Tel. +39 0461 616300 – 0461 616301), ein wunderbarer, von Alberto Cecchetto entworfener, hochmoderner Bau, der von der trentinischen Pergola inspiriert ist. Auf dem hiesigen sandigen Boden gedeihen Teròldego, Lagrein, Cabernet, Weißburgunder (Pinot bianco) und Grauburgunder (Pinot grigio) sowie Vernatsch (Schiava). Traditionsgemäß wird hier zudem ein ausgezeichneter Schaumwein der Sorte „Talento – Trento DOC“ hergestellt. In der Brennerei Bergagnolli (Tel. +39 0461 603800) in Mezzocorona wird aus dem Trester in den Behältern zudem spritziger trentinischen Grappa gebrannt.

MondoMelinda


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Val di Genova und die Nàrdis- und Làres-Wasserfälle: ein wildes, faszinierendes Naturschauspiel (40 km). Info: +39 0465 501007.

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Innsbruck: historische Hauptstadt Tirols mit dem Kaiserhof und der kaiserlichen Kirche, dem Tiroler Volkskundemuseum, dem Ferdinandeum (Kunst und Geschichte) sowie faszinierenden Denkmälern, Kirchen und Burgen/Schlössern (Ambras) (Entfernung von Malé 180 km; zu erreichen auch mit der Bahn von Mezzocorona). Info: 0043 51259850.

Val di Brésimo: schmales Alpental, über dem die Ruinen der Burg Altaguarda wachen. In 13 km Entfernung führt von Basélga eine gut ausgebaute Gebirgsstraße zur Malga Bordolóna (25 km). Info: +39 0463 530310.

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Livigno: zollfreie Zone mit ausgezeichneten Einkaufsmöglichkeiten! (187 km über den Tonale-Pass, Aprica,Tirano und Bormio) Info: +39 0342 052200.

Die Weinstraße: Wein- und Obstgärten, unterbrochen vom Kalterer See und überragt von alten Burgen. Der Mendelpass (1363 m) verbindet das Val di Nòn mit dem Südtiroler Etschtal.Vom nahen Penegal genießen Sie ein atemberaubendes Panorama (57 km bis Eppan: Die Straße bis zum Mendelpass ist 10,5 km lang). Info: +39 0471 345245.

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Dietenheim und sein Volkskundemuseum im Pustertal bei Bruneck: Mair am Hof – Landwirtschaftsgebäude auf einer Fläche von 3 ha – zeigt die Südtiroler Bauernkultur (92 km). Info: +39 0474 5520870474 555722.

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Ridnauntal: Am Fuß des Zuckerhuts wird Sie der Besuch eines bereits im Mittelalter genutzten Bergwerks begeistern. In der Nähe liegt Sterzing, wo Sie Werke des Malers Michael Pacher bewundern können (145 km). Info: +39 0472 656364.

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Brixen: antike Hauptstadt des Fürstbistums mit der landesfürstlichen Burg (Krippensammlung) und einer interessanten Altstadt (Dom, Pfarrkirche, Laubenstraße). 4 km weiter nordwärts das romanische Kloster Neustift (eine faszinierende Barockkirche, Tel. + 39 0472 836189) (95 km). Info: +39 0472 836401.

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Wallfahrtsort Maria Weißenstein (von der Straße ins Fleimstal): Die Barockkirche wurde im 16. Jh. errichtet und lässt Sie eine atemberaubende Aussicht auf den Rosengarten genießen (79 km). Info: +39 0462 241111 - 0471 615165.

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Capo di Ponte im Valcamonica: mit dem Park der Felsgravuren (aus über 4000 Jahren von der Jungsteinzeit bis zum frühchristlichen Zeitalter auf zirka Hundert Felsen) in Naquane (78 km). Info: + 39 0364 42080.

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Sanzeno mit der beeindruckenden Wallfahrtskirche San Romedio, die vor dem Jahr 1000 entstand, und dem rhätischen Museum ist wie geschaffen für eine Entdeckungsreise in die Frühgeschichte des Tals und des Trentinos.

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Romallo mit dem Novella-Flusspark, ein außergewöhnlicher natürlicher Parcours in der Schlucht des Bachs, der am Santa-Giustina-See beginnt.

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St. Moritz (Schweiz): großartige Gebirgs- und Gletscherlandschaft in über 4000 m Höhe; neben der Straße verlaufen die Gleise der Berninbahn (die höchstgelegene Bahnlinie Europas) (150 km). Info: 0041 818373333 – Rhätische Bahn: tel. 0342 701353. Gardasee und Toblino: Der herrliche Lacus Benacus, wie die alten Lateiner den Gardasee nannten, mit seinem glazialen Ursprung und dem mediterranen Klima erstreckt sich mit einer Länge von 52 km auf den Gebieten der drei Provinzen Trient, Brescia und Verona (80 km über Campiglio,Tione und den Ballino-Pass bis Riva; möglich ist auch die Anfahrt über die Autobahn von San Michele bis Rovereto Sud und Mori-Riva). 17 km von Trient entfernt (Autobahnausfahrt Trento Nord) liegt der romantische Toblinosee mit einer Burg aus dem 11. Jh. zwischen den Sarca-Bergen. Info: +39 0464 554444. Spormaggiore im Val di Nòn mit dem großartigen Ausblick auf das Tal und die Brenta-Gruppe. Dort befinden sich ein Wildgehege, in dem einige Braunbären leben, sowie ein Zentrum für die Überwachung und das Studium des Sohlengängers, der in den nahen Bergen heimisch ist (40 km). Info: +39 0461 653637 – 0461 653622.

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Fondo: Ferien- und Landwirtschaftsort im oberen Val di Nòn. In zwanzig Minuten Entfernung liegt in nördlicher Richtung der kleine Smeraldo-See (33 km) vor einer herrlichen Kulisse aus Kiefern und Fichten, Ziel eines herrlichen, botanisch aufschlussreichen Spaziergangs. Info: +39 0463 830133.

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Ponte di Legno:Wintersport- und Sommerurlaubsort am Fuße des Tonale-Gebirges und in der Nähe der Adamello-Gruppe. Acht Kilometer in Richtung Nordosten können Sie die charakteristischen Häuser des Museumsdorfs Case di Viso besuchen (41 km). Info: +39 0364 91122.

Coredo, Casa Marta – eine außergewöhnliche Sammlung an Trachten aus aller Welt.

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NÜTZLICHE ADRESSEN UND TELEFONNUMMERN

AZIENDA PER IL TURISMO (FREMDENVERKEHRSAMT) DELLE VALLI DI SOLE, PEJO E RABBI V.LE MARCONI, 7 - 38027 MALÈ (TN) TEL. 0463.901280 - FAX 0463.901563 info@valdisole.net - www.valdisole.net

FREMDENVERKEHRSÄMTER VAL DI SOLE GANZJÄHRIG GEÖFFNET Malé Folgarida Mezzana/Marilleva Passo Tonale Peio Cogolo Dimaro

☎ 0463.901280 0463.986113 0463.757134 0364.903838 0463.753100 0463.754345 0463.974529

WÄHREND DER SAISON GEÖFFNET Commezzadura 0463.974840 Marilleva 1400 0463.796306 Ossana 0463.751301 Pellizzano 0463.751183 Rabbi 0463.985048 Vermiglio 0463.758200

BAHNHÖFE Trento Malé Marilleva Bahn Malé Staatseisenbahn - Trenitalia (ohne Vorwahl)

0463.901150 892021

STILFSER JOCH NATIONALPARK Cogolo - Via Roma, 65 Rabbi - Loc. Bagni Cogolo di Peio 30

0463.746121 0463.985190 0463.754186

MUSEEN UND SCHLÖSSER IM TAL ☎ Museo della Civiltà Solandra (Volkskundemuseum) Malé - Via Trento 0463.901272-901780 Museo di Tradizioni Casearie (Käserei-Museum) Rabbi - località Somrabbi 0463.903046 Museo della Guerra Bianca (Kriegsmuseum) Vermiglio 0463.758144 Festung Strino Vermiglio 0463.758200 Museo della Guerra Bianca (Kriegmuseum) Peio Paese 348.7400942 IM TRENTINO Museo Usi e Costumi della Gente Trentina (Trentiner Volkskundemuseum) S. Michele A. Adige 0461.650314 Schloss Buonconsiglio - Trento 0461.233770 Naturwissenschaftliches Museum Trento - Via Calepina 0461.270311 Diözesanmuseum - Trento 0461.234419 Luftfahrtmuseum “G. Caproni” Mattarello di Trento 0461.944888 Schloss Thun - Vigo di Ton 0461.657816 Schloss Stenico Stenico - Val Giudicarie 0465.771004 Schloss von Rovereto und Historisches Kriegsmuseum Rovereto 0464.438100 Mart - Rovereto

0464.454110

Schloss Beseno - Besenello

0464.834600

Schloss Sabbionara - Avio Pfahlbauten-Museum Molina di Ledro

0464.684453 0464.508182


FREMDENVERKEHRSVERBÄNDE, A.P.T., PRO LOCO

☎ A.P.T. A.P.T. A.P.T. A.P.T. A.P.T. A.P.T. A.P.T.

Trento Bolzano Merano Piné e Valle di Cembra Rovereto Garda Trentino Campiglio, Pinzolo, Val Rendena A.P.T. Bormio A.P.T. Val di Fiemme A.P.T. Val di Fassa A.P.T Val di Non Pro Loco Val d’Ultimo Pro Loco Cles Pro Loco “Le Maddalene” Pro Loco Tovel - Val di Non

0461.983880 0471.307000 0473.232000 0461.557028 0464.430363 0464.554444 0465.442000 0342.903300 0462.241111 0462.601113 0463.830117 0473.795387 0463.421376 0463.530310 0463.454023

KÄSEREI - ÄPFEL Käserei Presanella Mezzana 0463.757282 Käserei Cercen Terzolas 0463.901431 Mondo Melinda Segno (Val di Non) 0463.469299

WEINENKELLEREIEN UND BRENNEREIEN Winzerverband des Trentinos Trento 0461.911957 “La• Vis” Lavis 0461.249519 Brunnerei Bertagnolli Mezzocorona 0461.603800 Rotari - Cittadella del vino Mezzocorona 0461.616300-603906 Landwirtschaftliches Institut S. Michele all’Adige 0461.615111

☎ Cavit Trento Casa Marchesa Pallavicina Mezzolombardo S. Leonardo Borghetto all’Adige - Avio Castel Noarna Nogaredo F.lli Pisoni Pergolese Cantine Ferrari Trento F.lli Dorigatti Mezzocorona Casa del Vino della Vallagarina Isera Cantina d’isera Isera De Tarczal Marano d’Isera Spagnolli Isera Cantina Valle di Cembra Valle di Cembra Maso Martis Martignano Pojer e Sandri Faedo Balter Rovereto Madonna delle Vittorie Linfano di Arco Conti Bossi e Fedrigotti Borgo Sacco Rovereto Maso Poli Pressano Letrari Borgo Sacco Rovereto Longariva Borgo Sacco Rovereto Grigoletti Nomi Maso Cantanghel Civezzano

0461.381711 0461.603303 0464.689004 0464.413295 0461.563216 0461.972311 0461.605313 0464.486057 0464.433795 0464.409134 0464.409054 0461.680010 0461.821057 0461.650342 0464.430101 0464.505542 0464.439250 0461.658514 0464.480200 0464.437200 0464.834215 0461.859050

HERAUSGABE: A.P.T. Valli di Sole, Peio e Rabbi TEXTE: Fortunato Turrini • FOTOS: G. Bernardi, A. Dalpez,V. Mariotti, Zotta, De Polo, Risser, Andergassen, Fraschetti, Simonini, Archiv Fremdenverkehrsamt Val di Sole - D.Andrei DRUCK: Tipografia Esperia srl - Erste Ausgabe 2000 - Überarbeitete Auflage 2011

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ZUG+RAD vom 25. Juni bis zum 4. September 2011

RADTRANSPORT IM ZUG MÖGLICH: VON BIS ZU 80 RÄDERN KÖNNEN IN DEN DAFÜR VORGESEHENEN ZUG TRANSPORTIERT WERDEN •STRECKE VON MOSTIZZOLO BIS MARILLEVA 900: der Zug verkehrt täglich Mit Ihrem Rad oder mit einem geliehenen Fahrrad radeln Sie ganz nach Lust und Laune auf den Mountainbike-Strecken oder dem Radweg im Tal; natürlich müssen Fahrräder nicht gleich für einen ganzen Tag ausgeliehen werden, es können auch nur 5 Stunden sein. Wenn Sie dann vom Radfahren müde sind, laden Sie Ihren Rad in den Zug und fahren bequem zu ihrem Quartier zurück!

BICI-BUS (RADLERBUS)

ES HANDELT SICH UM EINEN BESONDEREN BUS-SERVICE UND EINEN SPEZIELLEN BUSANHÄNGER DER VON BIS ZU 25 RÄDER TRANSPORTIEREN KANN

FAHRSTRECKEN UND FAHRZEITEN • STRECKE VON MARILLEVA 900 BIS COGOLO: jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag • STRECKE VON MALE‘ BIS MADONNA DI CAMPIGLIO: jeden Dienstag und Sonntag • STRECKE VON MALE‘ BIS PASSO TONALE: jeden Donnerstag This service must be booked in advance. Weitere Infos erhalten Sie bei den touristischen Informationsbüros des Tals

Natürlich...TOURING  

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