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Offiz. Amtliches Publikationsorgan des Kreis 2 Limmattal für die Gemeinden Wettingen, Neuenhof, Killwangen, Spreitenbach und Würenlos Donnerstag, 14. Mai 2020, 59. Jahrgang, Nr. 20

CVP-Vorschläge regen Diskussion an

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Das Konkursverfahren ist eröffnet

In einem Bericht schlägt die Dass die Nordfisch AG vor CVP-Fraktion des Wettinger Einder Liquidation stand, war wohnerrats neun Sparmassnahmen für das Budget 2021 vor. So etwa bereits Anfang Jahr klar – eine Musikschule oder eine Biblio- die Limmatwelle berichtethek mit einer anderen Gemeinde. te. Nun ist das KonkursverDie CVP-Vorschläge kommen nicht bei allen Fraktionen gleich gut an. fahren offiziell eröffnet. Die Diskussion um das Budget 2021 ist aber lanciert. (rb) S. 3 MELANIE BORTER Für die Mitarbeitenden der Nordfisch AG in Killwangen war es ein Schock, als der Firmenbesitzer und Geschäftsführer Claude Kaiser im Herbst 2019 unerwartet verstarb und sie merken mussten, dass sich Bisher habe sich die Bevölkerung das Unternehmen in finanziellen grösstenteils gut an die Vorgaben Nöten befand (die Limmatwelle bedes Bundes gehalten. Das sagt Ro- richtete). Nach langem Warten kam land Jenni, Chef der Regionalpolizei nun der Bescheid: Das KonkursverWettingen-Limmattal. Gleichzeitig fahren über die Nordfisch AG wurmahnt der Polizeichef, trotz den seit de Ende April eröffnet. Peter ZurMontag geltenden Lockerungen buchen, der ehemalige Leiter Innicht nachlässig zu werden und kei- nendienst, ist froh. Endlich kann ne zweite Welle zu riskieren: «Die er den noch ausstehenden Lohn Lockerung darf nicht zu Euphorie über die Insolvenzentschädigung S. 10/11 Das Konkursverfahren über die Nordfisch AG in Killwangen ist eröffnet. führen.» (bär) S. 14/15 anfordern.

Abstand auch nach den Lockerungen

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Die Limmatwelle erscheint in der Auffahrtswoche am Freitag, 22. 2020 31. Mai 2019 Der Inserate- und Redaktionsschluss bleibt unverändert am Montag, 18. 27. Mai, 9 Uhr. Besten Dank! Verlag und Redaktion Limmatwelle Inserate: brigitte.gaehwiler@chmedia.ch Redaktion: redaktion@limmatwelle.ch


WETTINGEN

WOCHE NR. 20 DONNERSTAG, 14. MAI 2020

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Fraktionen zeigen (kein) Verständnis Die CVP-Fraktion des Wettinger Einwohnerrats schlägt Massnahmen für das Budget 2021 vor. Unter anderem die Privatisierung des Gluri-Suter-Huus.

vorgeschlagen», schreibt Fraktionspräsidentin Ruth Scheier. Als Beispiele nennt sie Rückweisungsanträge zum Minikreisel oder zum 975-Jahr-Fest. Im Einwohnerrat seien diese allerdings nicht durchgekommen, weil unter anderem die CVP sie abgelehnt hätte. Zudem sei die GLP der Meinung, die Gemeinderatsparteien sollen ihre Gemeinderäte dazu auffordern, «konsensfähige, signifikante Sparvorschläge mit der Verwaltung zu bringen». Denn Sparen sei eine Exekutivaufgabe. Die FDP-Fraktion hat sich ebenfalls in einer ausserordentlichen Fraktionssitzung getroffen, wie Präsidentin Judith Gähler schreibt. Dabei habe man sich Gedanken über die Wettinger Finanzen gemacht. Die Vorschläge der CVP erachtet die FDP als «solide Diskussionsgrundlage», die ihren Gedankengängen nahekämen. Die FDP-Fraktion sieht zudem weiteres Sparpotenzial im Personalwesen: Sie schlägt vor, auf weitere Stellen oder gesetzlich nicht geforderte Aufgaben zu verzichten.

RAHEL BÜHLER

Kleinere Beiträge an Tagesstrukturen, Kooperationen mit anderen Gemeinden im Bereich der Musikschule oder der Gemeindebibliothek, Privatisierung des Gluri-Suter-Huus. Das sind drei der Vorschläge, die die CVP-Fraktion des Wettinger Einwohnerrats in einem Bericht zusammengefasst hat. «Wir machen dies im Wissen, dass es keine populären Vorschläge sind», sagt Fraktionspräsident Christian Wassmer. «Aber irgendwo müssen wir anfangen.» Konkret sieht der Vorschlag neun Punkte vor. Nebst den bereits genannten sind dies: die Hinterfragung der freiwilligen Leistungen. Also jener Leistungen, die durch das Gesetz nicht die Gemeinde regeln muss, so Wassmer. Zudem soll die Gemeinde keine weiteren Stellen schaffen. Die CVP erwartet zudem «Augenmass» bei weiteren Lohnerhöhungen für die Gemeindeangestellten. Sie schlägt zudem vor, anstelle von Strassensanierungen Häuser zu unterhalten. Auch soll der Hochwasserschutz zurückgestellt werden. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt für diese Vorschläge, so Wassmer. «Jetzt beginnt auf der Gemeinde die Planung für das Budget 2021.» Eine Wiederholung vom Budget 2020 wolle die CVP verhindern. Der Einwohnerrat lehnte die erste Version des Budgets 2020 im Oktober 2019 ab, genehmigte die zweite Fassung im Dezember 2019. Im Februar lehnte das Volk das Budget jedoch mit 75 Prozent ab. Es wollte keine Steuererhöhung von 95 auf 100 Prozent. Der Regierungsrat entschied schliesslich im April zugunsten des Volkes. Somit bleibt der Steuerfuss wie gehabt. Der Wettinger Gemeinderat gibt keinen Kommentar ab Der Gemeinderat habe die Vorschläge zur Kenntnis genommen, werde sie aber nicht kommentieren, sagt Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer. «Der Gemeinderat hat mit dem Erarbeiten des Budgets 2021 angefangen. Er hat den Auftrag, dem

Im Februar hat das Wettinger Stimmvolk das Budget 2020 bachab geschickt. Im April hat der Regierungsrat darüber entschieden. Nun geht im Einwohnerrat bereits die Diskussion um das Budget 2021 los. Dolores Kotrle/Leserfoto Parlament ein Budget vorzulegen. Dies unter Würdigung des Regierungsratsbeschlusses und der politischen Vorstösse, die es zum Thema bereits gibt.» Als einzige Fraktion lehnt die Fraktion SP/WettiGrüen die Vorschläge der CVP vollständig ab: «Ein kompletter Schuldenabbau nützt der nächsten Generation nichts, wenn am Ende dadurch keine attraktive Infrastruktur mehr vorhanden ist», schreibt Co-Fraktionspräsidentin Mia Gujer. Für die Fraktion sei auch eine Steuerfusserhöhung noch nicht vom Tisch: «Nur durch eine sinnvolle Steuerfusserhöhung kann der Schuldenabbau vorangetrieben und ein weiterer Leistungsabbau verhindert

werden.» Die Fraktion EVP/Forum5430 zeigt sich mit den Vorschlägen zu den Tagesstrukturen, der Musikschule, den Kooperationen und dem Hochwasserschutz teilweise einverstanden, wie Fraktionspräsidentin Fränzi Widmer schreibt. Strassensanierungen zugunsten von Liegenschaftsunterhalt drosseln will sie nicht: «Nötige Sanierungen müssen vorgenommen werden, egal ob im Strassen- oder Gebäudeunterhalt.» Die GLP wiederum sei etwas befremdet über die Sparvorschläge der CVP. «Schliesslich hat die GLP sowie mehrheitlich auch die SVP in den letzten Jahren immer wieder Kürzungsanträge und Rückweisungsanträge zu gewissen Budgetposten

Die Diskussion um das Budget 2021 scheint lanciert zu sein SVP-Fraktionspräsidentin Michaela Huser zeigt sich erfreut über die Vorschläge der CVP. Sie weist auf die leistungsorientierte Verwaltungsanalyse (Lova II) von 2016 hin: «Viele der dazumal eruierten Handlungsfelder werden nun in der Stellungnahme der CVP-Fraktion wieder angesprochen.» Das gebe Hoffnung, dass die Sparbemühungen der SVP-Fraktion der vergangenen Jahre doch noch fruchten. Seit Anfang Jahr redet die Interessengemeinschaft Attraktives Wettingen in der Budgetdiskussion mit. In der aktuellsten Debatte schreibt Vorstandsmitglied Thomas Bodmer: «Die Gemeinderatsparteien sollen ihre eigenen Gemeinderäte überzeugen, endlich signifikante Sparvorschläge zu präsentieren.» Für diese Vorschläge diene die Lova II als Grundlage. Die Stellungnahme ähnelt jener von SVP und GLP. Mögliche Erklärung dafür: Zwei der vier IG-Mitglieder, Orun Palit und Martin Fricker, sind Mitglieder der GLPbeziehungsweise der SVP-Fraktion des Wettinger Einwohnerrats. Die Meinung der IG sei aber keineswegs jene der SVP, meint Huser dazu. Christian Wassmer sagt, die CVP-Fraktion wolle mit ihren Vorschlägen die Diskussion lancieren. Das scheint ihr gelungen zu sein.


WETTINGEN

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AUS DEM GEMEINDERAT Glückwunsch Am 10. Mai feierte Dora Christeler-Käser, Rosenauweg 11b, Wettingen, ihren 90. Geburtstag. Der Gemeinderat gratuliert herzlich und wünscht alles Gute.

nen den Lieferdienst benutzen. Die Öffnungszeiten bleiben gleich. Samstags ist die Bibliothek bis auf weiteres von 10 bis 14 Uhr geöffnet ist. An Auffahrt, 21. Mai, bleibt die Bibliothek geschlossen und schliesst am Wiedereröffnung der Gemeindebiblio- Vorabend bereits um 18 Uhr. thek Die Gemeindebibliothek ist seit 11. Mai wieder offen, allerdings mit Gemeindeverwaltung geschlossen Die Einschränkungen: Sie wird mittels Büros der Gemeindeverwaltung bleiEingangskontrollen maximal 15 ben über Auffahrt am Donnerstag, Kunden Einlass gewähren. Die Kund- 21. Mai, und Freitag, 22. Mai, geschaft wird gebeten, den Besuch schlossen. Informationen zum Pikurz zu halten. Pro Bibliothekskon- kettdienst des Bestattungsamtes sind to können maximal 10 Medien aus- über 056 437 71 11 erhältlich. Ab geliehen sowie maximal 5 Medien Montag, 25. Mai, sind alle Abteilunreserviert werden. Ausgeliehene gen zu den normalen ÖffnungszeiMedien sollen ausserhalb der Öff- ten erreichbar. nungszeiten in den Rückgabekasten gelegt werden. Wenn möglich, sollen Stipendien der Joseph- und FranzMedien weiterhin via Online-Katalog Probst-Stifung Die Joseph- und (winmedio.net/wettingen) bestellt Franz-Probst-Stiftung vergibt Stipenwerden. Diese können nach Erhalt dien an junge Wettinger in Ausbileiner Abholungseinladung in der dung. Aufgrund der Coronakrise hat Bibliothek abgeholt werden. Perso- der Stiftungsrat entschieden, die nen, die einer Risikogruppe angehö- Eingabefrist für Unterstützungsgeren und in Wettingen wohnen, kön- suche bis zum 31. Mai zu verlängern. INSERATE

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«Ich versuche, das Mit ihren 105 Jahren ist Klara Hunn die älteste Bewohnerin von Wettingen. «Das ist ein Geburtstag wie jeder andere auch», findet die Jubilarin. RAHEL BÜHLER

Unter normalen Umständen wäre ein Besuch bei Klara Hunn kein Problem. Die Jubilarin wohnt im Haus Sonnenblick in Wettingen. Es gehört zum Regionalen Pflegezentrum Baden (RPB). Unter normalen Umständen hätte das Gespräch mit ihr im Sonnenblick-Restaurant bei einer Tasse Kaffee stattgefunden. Verstünde sie eine Frage nicht, würde ihr Gegenüber die Frage einfach etwas lauter und mit weniger Distanz wiederholen. Doch normal sind die Umstände schon länger nicht mehr. In der gläsernen Eingangstür vom Sonnenblick hängt ein Zettel. Besuche seien derzeit wegen des Coronavirus nicht möglich, erinnert er die Ankömmlinge. Um tatsächlich ins Innere zu gelangen, braucht es eine Bewilligung. Einen Tag zuvor hat die RPB-Leitung diese erteilt. Die Journalistin dieser Zeitung darf rein. Schwester Liliane holt sie ab und führt sie ins Untergeschoss, am Restaurant vorbei, in den Garten. An die Hausmauer gelehnt, steht dort ein graues Zelt mit blauem Dach: die «Begegnungsstätte». Im Inneren des Zelts ein Tisch und zwei Stühle vor einem Fenster. Es ist geöffnet, die Flügeltüren zeigen in einen Raum. Darin ein Tisch, darauf eine Plexiglasscheibe, flankiert von zwei pinkfarbenen Orchideen. Am Tisch sitzt Klara Hunn.

Geboren und aufgewachsen ist Klara Hunn in Bremgarten Neben ihr sitzt Pflegeassistentin Myrtha Moser. Sie wird während des ganzen Gesprächs neben Klara Hunn sitzen bleiben und die Fragen wiederholen. Die Jubilarin ist zwar geistig noch fit, aber teilweise taub. Deswegen braucht es jemanden, der die Fragen der Journalistin, die draussen vor dem Fenster sitzt, drinnen, direkt neben Klara Hunn, wiederholt. Zuallererst entfernt die Jubilarin ihr Hörgerät. «Ich höre besser ohne», erklärt sie und grinst. Dann beginnt sie zu erzählen: Geboren ist Klara Hunn 1915 in Brem-

LESERBRIEF

PARTEINOTIZ FDP

Danke IG Attraktives Wettingen Dank dem Einsatz der IG Attraktives Wettingen konnte der Steuerfuss in Wettingen auf 95 Prozent belassen werden. Auch sind ihre Vorstösse und Sparmöglichkeiten endlich auch von den Politikern erhört worden. Zumindest die CVP versucht nun auch, Sparmassnahmen vorzuschlagen. Was aber dort komisch ist: Wieso wirbt ein CVP-Politiker, der in der Fiko ist, für einen Steuerfuss von 96 bis 99 Prozent und gleichzeitig sagt die Partei, der Steuerfuss muss bei 95 Prozent bleiben? Ist dies nur Wahlpropaganda für nächstes Jahr oder steckt mehr dahinter? Als Wettinger bin ich froh, dass die Kosten endlich hinterfragt und optimiert werden. Kevin Suter

Mit dem Entscheid des Regierungsrates über das Budget der Gemeinde Wettingen, der den Steuerfuss auf 95 Prozent festsetzt, ist die Ausgangslage für die nächsten Budgetdebatten für die Fraktion FDP klar. Es ist alles daranzusetzen, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln ein ausgeglichenes Budget zu präsentieren, ohne dabei das Ziel der FDP Wettingen aus den Augen zu verlieren, dass nicht zukünftige Generationen für jetzige Investitionen zahlen müssen. Ein Leistungsabbau und das Führen einer Verzichtsdiskussion werden unumgänglich. Die Fraktion ist bereit, auf diese einzutreten. Sie sieht nebst Kürzungen des Leistungsstrausses ein grosses Potential bei zukünftigen Investitionen. Diese

In der «Begegnungsstätte», einem Zelt, das wurde, können Altersheimbewohner Besuch


WOCHE NR. 20 DONNERSTAG, 14. MAI 2020

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Beste aus meinem Lebenzumachen» Tochter Erika, es sei Zeit für den Umzug in den Sonnenblick. «Die Angestellten sind gut und liebenswürdig. Es geht mir gut hier. Aber zuhause bin ich hier nicht.» Heute verbringt sie ihre Zeit unter anderem mit Zeitunglesen. «Ich habe zum Beispiel gelesen, dass Männer häufiger am Coronavirus sterben sollen als Frauen.» Angst vor dem Virus habe sie keine. Aber man müsse sich halt an die Gegebenheiten anpassen und sich an die Massnahmen halten.

an die Hausmauer des «Sonnenblicks» gebaut Wegen des Coronavirus fand das Interview mit Klara Hunn durch ein offenes ihrer Angehörigen empfangen. Rahel Bühler Fenster statt. Während des Gesprächs stand auf dem Tisch eine Plexiglasscheibe. garten. Dort ist sie mit ihren Geschwistern und ihren Eltern aufgewachsen. Wie viele Geschwister sie habe? Da müsse sie kurz studieren, sagt sie und beginnt, mit den Fingern zu zählen. «Vier Schwestern und zwei Brüder.» Der Vater war Maurer. In Bremgarten hat sie auch die Schule besucht. Acht Jahre lang, sagt sie. Nach der Schule habe sie keine Ausbildung gemacht, sondern direkt angefangen, in einer Firma zu arbeiten. «Ich habe kaufmännische Arbeiten erledigt», sagt die Seniorin. Eigentlich habe sie ihr ganzes Leben nur gearbeitet.

Im Alter von 20 Jahren hat sie angefangen, in einer Wollfabrik zu arbeiten. 1941 hat sie geheiratet. Zehn Jahre war sie verheiratet, sagt sie. Darüber erzählen möchte sie nichts. Sie habe keine guten Erinnerungen an ihre Ehe. Klara Hunn hat zwei Kinder: Ruedi Hunn ist 77 Jahre alt, Erika Kyburger 73 Jahre. Die ersten sieben Jahre hat die junge Familie in Stetten (AG) gewohnt, erzählt Erika Kyburger später am Telefon. Dann seien sie in ein Einfamilienhaus in Fislisbach umgezogen. Nach der Scheidung ist Klara Hunn nach Baden gezogen. Dann begann sie, sich und ihre

Familie selbst zu versorgen. «Ich musste mich durchschlängeln», meint sie heute. Sie hat unter anderem in einer Seidenfabrik Seide gewoben. «Das war keine einfache Zeit.» Hobbys hatte sie keine. Dafür sei keine Zeit gewesen. Sie habe Geld verdienen müssen. Noch einmal geheiratet hat sie nie. «Ich habe 50 Jahre alleine in Baden gelebt.» Die Stadt nennt sie denn auch ihre Heimat. «Dort bin ich zuhause. Wettingen hingegen kenne ich kaum.» Erst, als sie vor einigen Jahren in ihrer Badener Einzimmerwohnung hinfiel, beschloss sie mit ihrer

Die Seniorin kommuniziert ausschliesslich auf Hochdeutsch Während des ganzen Gesprächs spricht Klara Hunn Hochdeutsch. Sie wisse nicht, warum. Es sei einfach so. Sie beschreibt sich selbst als fröhliche Person, die die Gesellschaft anderer Menschen schätzt. Myrtha Moser, die Pflegerin, bestätigt dies. Das zeigt sich auch während des Gesprächs: Klara Hunn lacht, schmunzelt und winkt immer wieder. Mehrmals bittet sie Moser zudem, die Frage zu wiederholen. «Durch den Mundschutz verstehe ich Sie schlecht», erklärt die Seniorin. Am heutigen Donnerstag wird Klara Hunn 105 Jahre alt. Tochter Erika wird ihr einen Besuch abstatten. Wettingens Gemeindeammann Roland Kuster wird die Jubilarin einen Tag später, am Freitagnachmittag, besuchen. Etwas Spezielles sei dieser Geburtstag für sie nicht. «Es ist ein Geburtstag wie jeder andere auch», findet sie. Warum sie so alt wurde, könne sie sich selbst auch nicht erklären. «Ich lebe einfach. Und ich versuche, stets das Beste daraus zu machen.»

LESERFOTO sind genau zu prüfen nach dem Aspekt: «Was braucht es wirklich und was nicht?» Vom Gemeinderat erwartet die Fraktion, dass er seine Finanzstrategie, wie schon einige Male von der Fraktion gefordert, dem Willen des Volkes anpasst, eine transparente und verlässliche Planung vorlegt und er eine Vision zu der finanziellen Zukunft der Gemeinde entwickelt. Diese gilt es im Rat zu präsentieren, so dass Einwohnerrat und Gemeinderat gemeinsam lösungsorientiert arbeiten können. Nebst dem Aufzeigen, wo zukünftig verzichtet werden muss, wird die Fraktion FDP in Zusammenarbeit mit dem Vorstand der FDP Wettingen auch in themenspezifischen Arbeitsgruppen nach neuen Ideen und

Möglichkeiten suchen, wie die Kosten gesenkt werden können (z. B. Gesundheitskosten, Pf legef inanzierung). Ausserdem sind nun alle angesprochen, konkrete und umsetzbare Massnahmen zur Reduktion des Leistungsaufwandes und/oder Steigerung des Steuersubstrats der Gemeinde vorzuschlagen. Jetzt sind Lösungen und keine Polemik mehr gefragt. Die Fraktion ist sich bewusst, dass die kommenden Budgetdebatten keine einfachen sein werden. Die Fraktion baut auf ihre Einwohnerratskollegen, dass mit Vernunft, Verzichtbereitschaft und Kompromissfähigkeit aller die finanzielle Schieflage der Gemeinde langfristig wieder ins Lot zu bringen ist und nichts überstürzt entschieden wird.

«Im Abflug», schreibt Leserin Ursi Depentor aus Wettingen zu ihrem Leserfoto. Haben auch Sie ein tolles Sujet in der Region mit Ihrer Kamera oder Ihrem Handy aufgenommen? Dann schicken Sie uns das Foto (im JPG-Format und in der Grösse von mind. 1 MB) an redaktion@ limmatwelle.ch.


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NEUENHOF AUS DEM GEMEINDERAT

Die Erfolgsrechnung.

Grafiken zVg

Die Erträge aus Quellen- und Aktiensteuern liegen deutlich über dem Budget.

Erfreuliche Ergebnisse der Eigenwirtschaftsbetriebe.

Die einzelnen Bereiche und ihre Eigenkapitalbestände.

Jahresrechnung 2019 mit erfreulichem Ertragsüberschuss Die Erfolgsrechnung 2019 der Einwohnergemeinde Neuenhof schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 3 807 159.89 (Vorjahr 67 073.78) ab. Das Budget 2019 sah einen Aufwandüberschuss von 105 000 Franken vor. Das erfreuliche Ergebnis ist auf einmalige Steuereinnahmen zurückzuführen. 1. Erfolgsrechnung der Einwohnergemeinde Die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen konnten aufgrund von einmaligen Steuereinnahmen in der Höhe von rund 3,5 Mio. Franken sowie den Mehreinnahmen aus dem Bevölkerungswachstum deutlich gesteigert werden. Die Erträge aus Quellen- und Aktiensteuern liegen deutlich über dem Budget. Die Mehreinnahmen aus Quellensteuern sind auf einmalige Effekte aus der Aufarbeitung von Rückständen durch die kantonalen Stellen zurückzuführen. Die Erträge aus Aktiensteuern widerspiegeln die im Jahr 2019 herrschende gute konjunkturelle Lage. Die Einnahmen aus Nach- und Strafsteuern fallen weiterhin überdurchschnittlich an, erreichen jedoch die Erträge aus den Vorjahren aufgrund der gesetzlichen Entwicklung nicht mehr. Ebenfalls verbleiben die Einnahmen aus Grundstückgewinnsteuern aufgrund der regen Bautätigkeit in Neuenhof auf hohem Niveau. Die Erbschafts- und Schenkungssteuereinnahmen fallen fallbezogen an und sind daher unter den Jahren stark schwankend. Den vergleichsweise hohen Mehreinnahmen bei den Steuern stehen auch deutlich gesteigerte Ausgaben gegenüber. Insbesondere in den Bereichen «Soziales» und «Gesundheit», aber auch beim Sachauf-

senen Tarifanpassungen im Rahmen der im langfristigen Finanzplan abgebildeten Entwicklung ausfallen. Die Elektrizitätsversorgung weist einen stabilen Geschäftsgang mit einem durchschnittlichen Ertragsüberschuss aus. 4. Bilanz Es darf davon ausgegangen werden, dass sowohl die Rechnung der Einwohnergemeinde wie auch diejenigen der spezialfinanzierten Eigenwirtschaftsbetriebe weiterhin solid finanziert sind. Wie in den vergangenen Publikationen erwähnt, wird der Gemeinderat sein Ziel zum Abbau der Verschuldung durch die Realisierung weiterer Projekte weiterführen. Die Bereiche «Wasserwerk» und «Elektrizitätsversorgung» werden gemäss Beschluss der Einwohnergemeindeversammlung vom 25. November 2019 per 1. Januar 2020 in die selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt «Elektrizität Wasser Neuenhof (ewn)» überführt.

wand mussten Mehrausgaben verbucht werden. Im Bereich «Gesundheit» sind die Kosten für die Pflegefinanzierung weiterhin einem hohen Wachstum unterworfen. Im Rechnungsjahr mussten Kosten von fast 1,5 Mio. Franken, was rund 10 Steuerprozenten entspricht, finanziert werden. Leichte Kostensteigerungen sind auch bei den Sozialausgaben zu verzeichnen, da mehr Leistungsbezüger in verschiedenen Bereichen zu registrieren sind. Insbesondere die Kosten für Beiträge an die familienexterne Betreuung von Kindern haben mit 325 000 Franken einen neuen Höchststand erreicht. Bei den Sachaufwendungen fielen verschiedene nicht budgetierte Unterhaltsaufwendungen an. Der Gemeinderat wird auch im Jahr 2020 sein konsequentes Kostenmanagement weiterführen und dem Ziel der Minimierung des Kostenwachstums oberste Priorität beimessen, insbesondere da davon ausgegangen werden muss, dass die Steuereinnahmen wieder auf einem durchschnittlichen Niveau zu liegen kommen werden. 2. Investitionsrechnung Einwohnergemeinde In der Investitionsrechnung 2019 der Einwohnergemeinde (ohne Eigenwirtschaftsbetriebe) sind Ausgaben von 0,8 Mio. Franken verbucht. Nach einer Periode von hohen Investitionen in die Infrastruktur erreichen diese somit einen durchschnittlichen Umfang. 3. Eigenwirtschaftsbetriebe Insgesamt sind die Ergebnisse erfreulich. Insbesondere konnte der Aufwandüberschuss bei der Abfallbeseitigung gegenüber den Vorjahren nochmals praktisch halbiert werden. Die Ergebnisse der Abwasserbeseitigung sowie des Wasserwerkes werden aufgrund der beschlos-

Absage der Bundesfeier 2020 Der Bundesrat hat an seiner Medienkonferenz vom 29. April informiert, dass Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen bis 31. August verboten sind. Der Gemeinderat hat dies als Anlass genommen, auch über die Durchführung der Bundesfeier in Neuenhof, welche meist rund 200 bis 250 Besucherinnen und Besucher anlockt, nachzudenken. Aufgrund der aktuellen Ausgangslage mit dem Coronavirus erachtet der Gemeinderat ein Aufeinandertreffen von dieser Personenanzahl auf engem Raum (Aula) als fahrlässig. Zudem ist es auch fraglich, ob unter diesen Umständen überhaupt eine «Festfreude» aufkommen kann. Die Gemeinde Neuenhof trägt hier als Organisatorin eine gewisse Ver-

antwortung gegenüber der Bevölkerung und hat deshalb nach reiflicher Überlegung entschieden, die diesjährige Bundesfeier abzusagen. Öffnungszeiten über Auffahrt – Verwaltung geschlossen Die Türen der Gemeindeverwaltung bleiben am Donnerstag, 21. Mai (Auffahrt), sowie am Freitag, 22. Mai (Brückentag), den ganzen Tag geschlossen. Am Mittwoch, 20. Mai, schliessen die Türen der Gemeindeverwaltung infolge eingeschränkter Öffnungszeiten bereits um 11.30 Uhr. Die Pikettdienstnummern können auf neuenhof.ch entnommen werden. Baugesuch Die Baubewilligung wurde erteilt an: Rupaal Immo AG, Industriestrasse 14, Neuenhof, Neubeschriftung der bestehenden Reklametafeln, Industriestrasse 14, Neuenhof; Slobodan Stepanoski, Haldenweg 13, Neuenhof, Erstellen eines Parkplatzes, Haldenweg 13, Neuenhof. Vorübergehende Parkplatzsperrung bei der röm.-kath. Kirche Neuenhof Die Parkplätze an der Glärnischstrasse, welche zur katholischen Kirche und dem Pfarreiheim gehören, wurden vorübergehend gesperrt. Zudem wurden die Sitzbänke rund um die Kirche abmontiert. Bei der Kirchenpflege gingen in letzter Zeit mehrere Anrufe aufgrund von nächtlichen Lärmimmissionen ein. Zudem kam es zu Littering bei den Bänken, was zu Mehrarbeit beim Hauswart führte. Sobald Gottesdienste wieder erlaubt sind und das Pfarreiheim wieder genutzt werden darf, werden diese Massnahmen rückgängig gemacht. Die Kirchenpflege Neuenhof dankt für das Verständnis.


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WOCHE NR. 20 DONNERSTAG, 14. MAI 2020

Die Besucherzone schafft ein bisschen Nähe Pflegebedürftige Bewohner der Alterssiedlung Sonnmatt können nun wieder ihre Angehörigen treffen. Die Heimleitung hat dafür ein spezielles Zimmer eingerichtet. SIBYLLE EGLOFF

Die Eingangstüre der Alterssiedlung Sonnmatt in Neuenhof ist streng bewacht. Ein Zivilschützer lässt nur Zulieferer, Bewohner und Angestellte eintreten. Rechts neben dem Einlass stehen ein blaues Partyzelt und ein fünf Meter langer Tisch. Angehörige und Seniorinnen und Senioren, die in den 46 Alterswohnungen leben, treffen sich hier seit rund drei Wochen mit viel Abstand und den nötigen Coronaschutzmassnahmen. Verwehrt war diese Form des Austauschs jedoch den Bewohnerinnen und Bewohnern der Pflegeabteilung bis zur Lockerung des generellen Besuchverbots für Pflegeheime ab dem 11. Mai. «Sie gehören zu den Höchstrisikopatienten. Viele von ihnen sind dement, körperlich beeinträchtigt und haben Vorerkrankungen wie etwa Lungenleiden», sagt Geschäftsführer Thomas Zeller. Das oberste Gebot sei deshalb, die vulnerablen Bewohner zu schützen. «Wir möchten einen Coronafall unbedingt verhindern. Dies auch, weil die Pflegebedürftigen in Zweierzimmern wohnen und die Ansteckungsgefahr bei einer Erkrankung extrem hoch wäre», sagt Pflegedienstleiterin Katharina Betschmann. Besucher sitzen draussen und Bewohner drinnen Zeller und Betschmann haben nun aber eine vertretbare Lösung gefunden, damit die 28 pflegebedürftigen Bewohner von der Lockerung des Besuchsverbots profitieren und ihre Angehörigen wieder sehen können. Die Heimleitung hat eine Besucherzone eingerichtet, die sich teils draussen auf der Gartenterrasse im Parterre und teils drinnen im Mehrzwecksaal befindet. «Die Besucher setzen sich hier draussen hin», erklärt Zeller und zeigt auf die beiden orangefarbenen Gartenstühle, die unter dem Dach vor dem Fenster des Mehrzwecksaals stehen. «Die Bewohner nehmen im Gebäude Platz.» Das Fenster bleibe zwei Spalte offen.

Geschäftsführer Thomas Zeller und Pflegedienstleiterin Katharina Betschmann zeigen die neue Besucherzone. Dazwischen werde eine Plexiglasscheibe geklemmt, die 1,3 Meter hoch ist, sagt Zeller. «Wenn beide Parteien sitzen, kann man so die Tröpfchenübertragung beim Sprechen ausschliessen.» Und trotzdem könne man sich gut verständigen, weil das Fenster gegen oben offen sei. Angehörige müssen sich vor einem Besuch beim Tagesverantwortlichen der Pflegeabteilung melden. «Das Pflegepersonal bringt die Bewohner und Angehörigen ins Besucherzimmer und sorgt dafür, dass alle Hygieneregeln beachtet werden», sagt Zeller. Die Treffen dauern in der Regel 20 Minuten. Den Tisch im Besucherzimmer schmücken zwei kleine Rosengestecke. «Die sind noch vom Muttertag», sagt Betschmann. Pflegeheimbewohner durften bereits am Muttertag Besuch empfangen. Das Angebot wurde sehr geschätzt. «Zehn Parteien haben es in Anspruch genommen», sagt Betschmann. Dass man sich wieder sehen kann, sei ein grosses Anliegen der Bewohner und ihrer Familien gewesen, bestätigt Zeller. «Wir haben viele Briefe und Telefonate erhalten, in denen uns Angehörige mitteilten, dass sie sich am Besuchsverbot stören», erzählt Zeller. Man befinde sich in einem Dilemma. «Wir stehen in der Mitte, verstehen die Bedürfnisse der Bewohner und ihrer Angehörigen und müssen gleichzeitig unsere Verantwortung wahrnehmen und die Bewohner schützen», so Betschmann. Die Besucherzone komme bei einem Grossteil der Pflegeheimbewohner

und ihren Angehörigen gut an, sagt Betschmann. Doch es gebe auch solche, die keine Freude daran hätten. «Das Getue wurde auch schon mit den Besuchen in Gefängnissen verglichen», sagt Zeller. Pflegepersonal nimmt Eigenverantwortung wahr Die Betreuung der Bewohner ist derzeit keine leichte Aufgabe für die 53 Angestellten der Alterssiedlung. Das Personal kümmert sich in der Coronakrise noch intensiver um die Senioren. Diese werden nämlich ungeduldig. «Sie wollen wieder rausgehen und selber einkaufen oder ihre Liebsten umarmen können», sagt Betschmann. Zudem habe sich das Pflegepersonal seit Ausbruch des Virus privat sehr eingeschränkt. «Es hat gar keinen Kontakt mehr zu Eltern und Freunden.» Die Eigenverantwortung werde grossgeschrieben. «Für uns ist das ein Glücksfall, weil wir das nicht direkt beeinflussen können», sagt Zeller. Im derzeit für die Öffentlichkeit geschlossenen Restaurant der Alterssiedlung dominiert Covid-19

Sibylle Egloff

auch bei den Senioren kurz vor Mittag das Tischgespräch. Lea Schibli lebt seit 18 Jahren in der Alterssiedlung. Sie kann es kaum erwarten, wieder selber einkaufen zu gehen. «Eine Kollegin macht derzeit Besorgungen für mich, aber es funktioniert nicht gut. Sie findet nicht immer die richtigen Produkte», sagt die 90-jährige Neuenhoferin. Auch für Lieselotte Jecklin ist die Situation mühsam. Ihren in Oberrohrdorf wohnhaften Partner hat sie schon seit acht Wochen nicht mehr sehen dürfen. «Sonst gehen wir an den Wochenenden gemeinsam einkaufen und auswärts essen», sagt die 77-jährige gebürtige Münchnerin. Ihren Geburtstag im April musste sie ohne ihn feiern. «Etwas mehr Freiheit wäre schon schön», sagt sie. Jutta Jauslin kann sich für die neue Besucherzone nicht erwärmen. «Meine Tochter arbeitet in Neuenhof, aber ich will nicht, dass sie ihre Mittagspause dafür opfern muss.» Nichtsdestotrotz bleibt die 70-Jährige zuversichtlich: «Wir sind schon mit ganz anderen Sachen fertiggeworden.»

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KILLWANGEN/SPREITENBACH AUS DEM GEMEINDERAT

Nordfisch AG wird liquidiert Die ehemaligen Mitarbeitenden der Nordfisch AG haben sehnlichst darauf gewartet: Das Konkursverfahren über die Nordfisch AG wurde Ende April eröffnet. Nun hoffen sie auf Lohnzahlungen. MELANIE BORTER

Gemeindeverwaltung geschlossen Über die Auffahrtstage (21./22. Mai) bleibt die Gemeindeverwaltung Killwangen geschlossen. Die ausfallende Arbeitszeit wurde vom Personal vorgeholt. Bei Todesfällen ist das Bestattungsamt während der ordentlichen Bürozeiten via Pikettdienst unter der Nummer 079 559 73 00 erreichbar. Baubewilligungen Der Gemeinderat hat folgende Baubewilligungen erteilt: Andreas Oberholzer, Rütihaldenstrasse 5, Killwangen, für den Ersatz einer Erdgasheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und PV-Anlage, Parz. Nr. 387, Rütihaldenstrasse 5; Martina Jäggin, Widenweg 4, Baden, und Oliver Jäggin, Rütihaldenstrasse 34, Killwangen, für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage, Parz. Nr. 482, Rütirain; Einwohnergemeinde Killwangen, Schürweg 2, Killwangen, für die Umsetzung der Massnahmen «Tempo 30 Rütihaldenstrasse/Schürweg/Kirchstrasse», Parz. Nrn. 359, 190, 230 und 318, Rütihaldenstrasse, Schürweg und Kirchstrasse. INSERATE

Am 28. April war es so weit, das Konkursverfahren über die Nordfisch AG in Killwangen wurde eröffnet. «Ich bin sehr froh, dass dieses Datum endlich feststeht. Die Warterei war schwierig», sagt Peter Zurbuchen, der ehemalige Leiter des Innendienstes der Nordfisch AG. Warum er erst eine Woche später erfuhr, dass das Konkursverfahren eröffnet worden war, ist ihm rätselhaft. Er und seine ehemaligen Kollegen warteten darum so sehnlichst auf die Eröffnung des Konkursverfahrens, weil sie erst dann den Antrag auf Insolvenzentschädigung einreichen konnten, um die drei noch ausstehenden Monatslöhne vom letzten Jahr zu erhalten. Die Limmatwelle berichtete im Februar ausführlich über den Fall der Nordfisch AG: Der Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer Claude Kaiser war im Oktober 2019 tot in einem Auto aufgefunden worden. Die anderen beiden Verwaltungsräte der Nordfisch AG, darunter die Witwe von Kaiser, traten aus dem Verwaltungsrat aus, bevor das Handelsregisteramt im November 2019 vom Tod des Verwaltungsratspräsidenten

Peter Zurbuchen vor der Nordfisch AG in Killwangen: «Ich bin ein Stehaufmännchen.» erfuhr. Dann stellte das Amt den sogenannten «Ordnungsmangel» der Aktiengesellschaft fest, weil diese ohne Verwaltungsrat dastand. Und, wie Zurbuchen in der Folge erfahren musste, zudem mit finanziellen Problemen. «Ich erhielt Anrufe von sehr wütenden Gläubigern», erzählte Zurbuchen im Februar der Limmatwelle. Er und seine Kollegen kündigten per 23. Dezember 2019 fristlos. «Auf Anweisung des mobilen RAV, da die Kündigungsfrist von drei Monaten wegen Produktionsstillstands nicht eingehalten werden konnte. Um die drei Monate Arbeit ohne Lohn von der Insolvenzentschädigung zu bekommen, habe ich bereits im Dezember alle nötigen Formulare ausgefüllt. Nur das Datum, wann das Konkursverfahren beginnt, fehlte noch», sagt Zurbuchen, der zurzeit immer noch auf Jobsuche ist und mittlerweile nicht nur mit den finanziellen, sondern auch mit psychischen Problemen zu kämpfen hat. Die Belastung im letzten halben Jahr war für ihn hoch, seine Geduld gefordert. «Aber ich bin ein Stehaufmännchen», sagt er kämpferisch. Es kommt zu einem summarischen Konkursverfahren Bis das Bezirksgericht Baden die «Liquidation von Amtswegen» der Nordfisch AG einleiten konnte, mussten bestimmte Fristen abgewartet werden. Dass der Eigentü-

mer der Aktiengesellschaft verstorben war, beschleunigte diese Prozedur wohl nicht gerade und auch die aussergewöhnliche Coronasituation wirkte nicht gerade prozessbeschleunigend. Fakt ist, ein halbes Jahr nach der Feststellung, dass die Firma ohne Besitzer und Geschäftsführer ist. So kommt es nun zum summarischen Konkursverfahren. Zurbuchen rechnet mit etwa zwei Monaten, bis er den Lohn von der Insolvenzentschädigung erhält. «Zwei Monate für diesen einen Schritt sollten reichen», sagt er. Bis das summarische Konkursverfahren abgeschlossen ist, dauert es länger, das weiss auch Zurbuchen. «Bestimmt ein Jahr oder auch viel länger». Wie lange genau, da möchte sich die zuständige Amtsstelle in Baden auf Anfrage der Limmatwelle nicht festlegen und über die finanzielle Situation der Firma erst recht keine Auskunft erteilen. Wären zu wenig Mittel vorhanden, um die Verfahrenskosten zu bezahlen, so wäre, wie in solchen Fällen üblich, das Verfahren mangels Aktiven wohl eingestellt worden. Auch die Art des Konkursverfahrens, das bei dieser Liquidation angewendet wird, lässt Rückschlüsse auf die Finanzen zu: Das summarische Verfahren wird dann durchgeführt, wenn die Verhältnisse einfach sind oder die Firma nicht mehr viele Vermögenswerte besitzt.


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Mehr Abfall im Wald seit Lockdown Vor allem im Wald verzeichnet Spreitenbach mehr Liegengelassenes. Förster Peter Muntwyler hofft auf Entlastungen durch die Lockerungen. RAHEL BÜHLER

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Bezüglich der Dauer des Verfahrens lässt sich nur so viel sagen: Im Gegensatz zu einem ordentlichen Konkursverfahren gilt das summarische Konkursverfahren als rasch und effizient, da bei diesem Verfahren auf die direkte Mitwirkung der Gläubiger verzichtet wird, zum Beispiel keine Gläubigerversammlungen stattfinden. In der Konkurspublikation der Nordfisch AG vom 8. Mai werden alle Gläubiger aufgefordert, ihre Forderungen samt Beweismitteln bis zum 8. Juni beim Konkursamt Aargau, Amtsstelle Baden, einzugeben. «Ich soll die Arbeit aufschreiben, die ich nach meiner Kündigung noch für die Firma geleistet habe, hat mir die Beamtin am Telefon gesagt», so Zurbuchen. Immer wieder sah er in den vergangenen Monaten an der Würenloserstrasse 2 in Killwangen nach dem Rechten, putzte Schmierereien weg, leerte den Brief kasten. «Ich weiss, dass solche Leistungen und auch die mehr als 300 Überstunden, die ich eigentlich noch zugute hätte, beim Konkursverfahren erst in dritter Instanz berücksichtigt werden. Zuerst kommen die Löhne, dann die Gläubiger», sagt Zurbuchen, dem nichts anderes übrig bleibt, als weiter geduldig zu warten und ansonsten: «Einfach machen lassen, die sollen jetzt arbeiten.»

Während des coronabedingten Lockdowns gingen die Menschen öfter in den Wald. Dieses Phänomen konnte man in der ganzen Schweiz beobachten. Auch in Spreitenbach. «Ich finde es toll, wenn die Menschen den Wald mehr nutzen und schätzen», sagt Spreitenbachs Förster Peter Muntwyler. Es gebe aber auch eine Kehrseite der Medaille: «Die Menschen, die jetzt vermehrt im Wald unterwegs waren, wissen nicht, wie man sich darin verhält.» Sie lassen Abfall liegen. Muntwyler sagt, seit dem Lockdown habe der Abfall im Spreitenbacher Wald drastisch zugenommen: «Vorher ging ein Mitarbeiter des Forstreviers Heitersberg einmal pro Woche auf die Tour und sammelte Abfall ein. Heute gehen wir zweibis dreimal.» Und würden dabei dreimal mehr Abfall einsammeln. Auf diesen Touren würden seine Kollegen und er alles Mögliche an Abfall finden: Dosen, Glas, Essensreste. Im Wald gebe es bewusst keine Abfalleimer: «Wir hatten früher welche. Es landete viel Siedlungsabfall darin», erklärt Muntwyler. Er findet, jeder solle das, was er in den Wald mitnimmt, wieder nach Hause bringen. Als Abfall-Hotspots bezeichnet er den Franzosenweiher, den Unterstand nahe der Heitersbergstrasse und die Waldhütte. Dies bestätigt Evelin Mötteli, die Hüttenwartin: «Ich gehe jeden zweiten Tag zur Hütte und sammle fast immer Abfall ein.» Vor einer Woche habe sie etwa einen 35-Liter-Sack gefüllt. Die vie-

Die Mitarbeitenden des Forstreviers sammeln dreimal mehr Abfall ein. len Besucher im Wald bringen laut Muntwyler ein weiteres Problem mit sich: Viele würden mit ihren Fahrzeugen in den Wald fahren und so Fahrverbote missachten. Zudem sei vielen nicht bewusst, dass der Wald auch ein Arbeitsort ist: «Manche stellen sich mit ihren Bikes mitten in den Weg, wenn wir uns mit unseren Fahrzeugen nähern», so der Förster. Das Feuerverbot im April beruhigte die Situation etwas Auch die Feuerstellen an der Limmat sind zu beliebten Treffpunkten geworden. Mehr Abfall als vorher würden sie jedoch nicht einsammeln, sagt Thomas Wittwer, Fachspezialist Tiefbau und Entsorgung der Gemeinde Spreitenbach. Er weist zudem darauf hin, dass Spreitenbach im vergangenen Oktober die Sackgebühren eingeführt habe. Wenn es mehr Abfall gebe, könne dies also auch damit zu tun haben. Konsequenzen für das Liegenlassen von Abfall im Wald gebe es keine: «Die Regionalpolizei patrouilliert mehr und redet meistens mit den Leuten», so Muntwlyer. Das sei ziel-

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führender als Bussen. «Wer mag schon Bussen? Die Polizei kann nicht immer im Wald präsent sein. Wenn sie es nicht ist, werfen Gebüsste nur noch mehr Abfall in den Wald, weil sie verärgert sind.» Etwas stimmt Muntwyler allerdings positiv: «Es sind viele Menschen unterwegs, die Sorge tragen zum Wald und die den Abfall einsammeln.» Von 17. bis 30. April galt im Kanton Aargau ein Feuerverbot im Wald und an Waldrändern. «Deswegen und wegen des Regens hat sich die Lage in den vergangenen zwei Wochen etwas beruhigt», so Muntwyler. Vergangene Woche hat der Kanton die Waldbrandgefahr von Stufe 3 auf Stufe 1 hinuntergesetzt. Nun gilt keine oder nur noch eine geringe Waldbrandgefahr. Der Förster rechnet damit, dass jetzt wieder mehr Menschen in den Wald gehen. Hoffnungen setzt er in die Lockerungsmassnahmen, die seit Montag gelten: «Wenn die Leute wieder in Einkaufsläden und Restaurants dürfen, gehen sie vielleicht weniger in den Wald und es gibt dadurch auch weniger Abfall.»

AUS DEM GEMEINDERAT Verkehr mit Gemeindeverwaltung und -werken Damit die Coronapandemie nicht mit einer zweiten Welle zuschlägt, sind Termine am besten im Voraus per E-Mail oder Telefon zu vereinbaren. Sachgeschäfte sind nach Möglichkeit schriftlich oder per E-Mail zu beantragen. So kann verhindert werden, dass sich zu viele Personen in den Wartebereichen von Gemeindehaus und -werken aufhalten. Gemeinderat und Perso-

nal danken für die entsprechende che Rechtsauskunft telefonisch anTerminvereinbarung (info@sprei- geboten. Die Termine sind unter www.anwaltsverband-ag.ch unter tenbach.ch, Tel. 056 418 85 11). der Rubrik «Unentgeltliche RechtsUnentgeltliche Rechtsauskunft Auf- auskunft» einsehbar. Zu den angegrund der bekannten Einschrän- gebenen Zeiten ist eine Anwältin kungen finden bis zu den Sommer- oder ein Anwalt für eine unentgeltferien weiterhin keine persönlichen liche Rechtsauskunft erreichbar. Beratungstermine der unentgeltli- Dabei ist zu beachten, dass die Kachen Rechtsauskunft in den Räum- pazität beschränkt ist. In diesem lichkeiten der Gemeinde statt. Als Fall soll später nochmals ein VerErsatzlösung wird die unentgeltli- such gemacht werden.


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SPREITENBACH

Co-Working-Space

NATUR- UND VOGELSCHUTZVEREIN

Die Firma Office Lab bietet in Spreitenbach offene Arbeitsplätze auf 5500 Quadratmetern an. Damit wird die Gemeinde zum grössten Standort für Co-Working-Space in der Schweiz. SIBYLLE EGLOFF

Als Dank für die jahrelange Unterstützung schenkt der Natur- und Vogelschutzverein Spreitenbach-Killwangen der Gemeinde Spreitenbach eine mit einheimischen Pflanzen gestaltete Rabatte vor dem Gemeindehaus. Sie soll ein Beispiel sein, wie man die Natur im Siedlungsraum fördern kann. Die Königskerzen, Brunellen, Gamander, Sonnenröschen, Thymian bieten mit ihren Blüten zahlreichen Insekten Nektar an. Stehen gelassene Samenstände bieten auch den Vögeln Nahrung.

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Pikettdienst während Auffahrt Donnerstag, 21. Mai 2020 (Auffahrt) sowie am Freitag, 22. Mai 2020 bleiben sämtliche Büros der Gemeindeverwaltung und des Werkhofes geschlossen. In dringenden Fällen können erreicht werden: Regionalpolizei: Tel. 117 Bestattungsamt (Todesfälle): Tel. 079 369 39 92 Störungsdienst: – Elektrizitätsversorgung – Wasserversorgung – Kommunikationsnetz

Tel. 056 402 00 55 Tel. 056 402 01 77 Tel. 056 410 21 20

Wir danken für Ihr Verständnis.

Gemeinderat und Personal

Boostock, Heitersberg, Lägern, Franzosenweiher, Teufelskeller: Die Namen der Projekträume und Sitzungszimmer im neuen Co-Working-Space-Standort der Firma Office Lab im ehemaligen Globus-Zentrallager spiegeln trotz moderner und urbaner Einrichtung das Lokalkolorit der Gemeinde Spreitenbach und des Limmattals wider. Die Taufe der Räume übernahm denn auch ein waschechter Spreitenbacher. Roger Krieg ist im Dorf aufgewachsen, mittlerweile lebt er aber nicht mehr in Spreitenbach. «Der lokale Bezug zum Standort lag mir am Herzen. Dem Auditorium haben wir zu Ehren unseres Lokalkünstlers den Namen Bruno Weber gegeben», sagt der Geschäftsführer von Office Lab. Krieg ist nun sozusagen wieder in die Heimat gezogen. Am Montag eröffnete er mit dem Office Lab Spreitenbach-Limmatstadt im dritten Stock des ehemaligen Globus-Lagers den fünften Standort des Unternehmens. Im selben Gebäude befand sich bis zum Verkauf an ein österreichisches Möbelhaus auch eine Interio-Filiale der Migros. INSERATE

Gemeindewahlen 17. Mai 2020

Markus Mötteli Gemeindevizepräsident

als Gemeindepräsident Erfahren und Lösungsorientiert

verheiratet, 61, drei erwachsene Söhne dipl. Bauingenieur ETH / Verkehrsplaner SVI / Vorstand CVP Spreitenbach früher Mitglied Finanzkommission, Schulpflege, Vorstand QuartiervereinSchleipfe www.cvp-spreitenbach.ch www.markusmoetteli.ch

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Auf einer Fläche von 5500 Quadratmetern können Teams, Firmen, Start-ups und Einzelpersonen die Arbeitsräume nutzen. «Wir bieten flexible Einzelarbeitsplätze, aber auch Grossräumbüros mit abgetrennten Flächen für mehrköpfige Teams, sogar mit dazugehörigem Einzelbüro für Chefs. Dazu kommen zusätzlich buchbare Meetingräume sowie Begegnungs- und Pausenräume, die zum Austausch und Netzwerken einladen», sagt Krieg an der Pressekonferenz am Montag. Er habe sich nicht nur wegen seiner Verbundenheit mit Spreitenbach für diesen Standort entschieden. Der Fokus liege auf Orten in der Nähe von urbanen Zentren. Der nächste Standort liegt mit Baden ebenso im Limmattal. Die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowie den Individualverkehr mit dem Autobahn-Halbanschluss war ebenso ausschlaggebend. Gleich daneben fährt künftig die Limmattalbahn durch «Ende 2022 wird das Gebiet zusätzlich durch die Limmattalbahn erschlossen. Die Haltestelle befindet sich gleich neben dem Gebäude», sagt Krieg. Auch die Nähe zum Shoppi Tivoli mit Geschäften, Fitnesscenter und Verpflegungsmöglichkeiten sowie zur Umwelt-Arena Schweiz als Eventlocation sei von Vorteil. Krieg hofft nun, die Räume und Arbeitsplätze bald vermieten zu können. Der monatliche Preis für einen flexiblen Arbeitsplatz beträgt 499 Franken. Wer einen fixen Arbeitsplatz will, zahlt 625 Franken. Inbegriffen sind bei beidem auch die Benutzung

LESERFOTO


WOCHE NR. 20 DONNERSTAG, 14. MAI 2020

zieht in altes Globus-Lager

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PERSÖNLICH

Sibylle Egloff, freie Mitarbeiterin Limmatwelle und Redaktorin «Limmattaler Zeitung»

Office-Lab-Geschäftsführer Roger Krieg, IDH-Präsident Fredi Pahr, Jasmina Ritz, Geschäftsführerin Limmatstadt AG, Beat Christen vom Hightech-Zentrum Aargau und Gemeindepräsident Valentin Schmid (v. l.) in den neuen Räumen. Sibylle Egloff des Druckers, von Meetingräumen, der Kaffeeküche oder der Community-Zone. Die beinhaltet unter anderem eine Gamestation, einen PingPong-Tisch und Schaukeln. «Wir wollen nun die Vermarktung angehen. Sie war während der Coronakrise auf Eis gelegt. Es bringt schliesslich nichts, Werbung zu machen, wenn alle zu Hause sitzen», sagt Krieg. Er ist zuversichtlich, dass der neue Standort trotz Pandemie ankommt. «Viele Leute wollen gerne wieder im Büro arbeiten. Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, können sich Teams aufteilen. So könnte ein Teil den Co-Working-Space hier nutzen und der andere zurück ins

Büro gehen», sagt Krieg. Erfreut über AG. «Der Co-Working-Space stärkt das Projekt ist auch Fredi Pahr, Prä- das Limmattal und den Standort sident der Vereinigung Industrie, Spreitenbach», sagt sie. Dienstleistung und Handel SpreitenAuch Noch-Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP) ist zugegen. Für ihn ist es eine der letzten öffentlichen Amtshandlungen. «Die letzte «Das ist eine grosse vollziehe ich am Sonntag im WahlAufwertung und Chance büro, wenn ich meine Unterschrift für unsere Gemeinde.» unter das Wahlprotokoll meines Nachfolgers setze.» Schmid zeigt VALENTIN SCHMID, GEMEINDEPRÄSIDENT sich stolz, dass Spreitenbach nun der grösste Co-Working-Spabach. Er gratuliert Krieg zum Projekt ce-Standort der Schweiz ist. «Das ist und lässt sich nach der Konferenz eine grosse Aufwertung und Chance die Räume zeigen. Ebenso anwesend für unsere Gemeinde. Ich wünsche ist Jasmina Ritz, Geschäftsführerin viel Erfolg und stets voll ausgebuchder Standortförderung Limmatstadt te Arbeitsplätze.»

Flugverkehr auf dem Franzosenweiher in Spreitenbach. Fotografiert von Leser Fredy Nüesch. Haben auch Sie ein tolles Sujet in der Region mit Ihrer Kamera oder Ihrem Handy aufgenommen? Dann schicken Sie uns das Foto (im JPG-Format und in der Grösse von mind. 1 MB) an redaktion@limmatwelle.ch.

Die Coronalockerungen sind da. Und mit ihnen die Freude auf etwas Normalität nach fast zwei Monaten Ausnahmezustand. Ich kann es kaum erwarten, meine Kosmetikerin aufzusuchen. Und nicht nur ich. Ich glaube, wenn meine Augenbrauen einen Mund hätten, würden sie vor Erleichterung juchzen. Das Lockdown-Gestrüpp im Gesicht hat den Namen Augenbraue sowieso nicht mehr verdient. Froh bin ich, dass die Kosmetikerin den Hörer abnimmt, als ich zur Terminvereinbarung anrufe. «Sie haben die Krise überlebt», denke ich mir. Etwas getrübt wird mein Enthusiasmus im Beauty-Salon. «Hast du eine Maske dabei?», werde ich gefragt. Ich verneine und kaufe eine. Zudem werde ich angehalten, vor dem Behandlungszimmer die Schuhe auszuziehen. Ein ziemlich grosser Aufwand für das, dass ich auf der Liege meine Maske ausziehe, damit auch meine Oberlippenhaare entfernt werden können. Um ein paar Haare erleichtert bin ich danach schon, doch es fühlt sich nicht mehr so an wie vor Covid-19. Besser verläuft mein erstes Mal im Fitnesscenter. Ich freue mich auf den Besuch, fast so, als hätte ich ein Jahresabo gewonnen. Die Geräte stehen nun etwas weiter auseinander, gewisse sind abgesperrt. Pumper müssen bereits angekleidet erscheinen und sich vor Benutzung der Maschinen die Hände desinfizieren. Erstaunlicherweise befinden sich zur Stosszeit nur wenige in der Muckibude. Für mich ein Segen. Ich kann mich frei bewegen und muss nicht darauf warten, dass jemand die Hantel zurücklegt oder das Gerät freigibt. Der Besitzer ist zufrieden, dass sich die Trainierenden über den ganzen Tag verteilt haben. Rücksicht und Weitsicht, die ich sonst bei meinen Gym-Kumpels eher vermisse. Obwohl die Krise die stählernen Körper etwas aus der Form gebracht hat, scheint man gewachsen zu sein. Feedback an: redaktion@limmatwelle.ch


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WÜRENLOS/LIMMATTAL/KIRCHLICHE MITTEILUNGEN

«Lockerung darf

AUS DEM GEMEINDERAT Coronavirus – Verkehr mit Gemeindeverwaltung Das Gemeindehaus ist wieder zu den ordentlichen Öffnungszeiten offen. Besucherinnen und Besucher sind aufgefordert, die allgemeinen Verhaltensregeln zum Schutz vor dem Coronavirus zu beachten. Die Schalter sind geschützt. Für persönliche Gespräche sind Gesichtsmasken verfügbar. Wer das Gemeindehaus betritt, ist aufgefordert, seine Hände zu desinfizieren. Wer nicht unbedingt am Schalter vorbeikommen muss, soll sein Anliegen möglichst telefonisch, per E-Mail oder per Brief an die zuständige Abteilung richten. Verschiedene Dienstleistungen stehen online zur Verfügung. Es wird jeweils nur 1 Schalter bedient. Es werden maximal 2 Personen (die zusammengehören) zum Schalter vorgelassen. Die weiteren Personen werden gebeten, unter Wahrung der Abstandsregeln zu warten. Achtung: Es kann zu längeren Wartezeiten kommen! INSERATE

Baugesuchspublikation

Einsicht nur nach telefonischer Vereinbarung möglich! Bauverwaltung Würenlos 056 436 87 50 Baugesuch Nr.: 202035 Bauherrschaft: Konsortium Landstrasse 54, c/o Immotip AG, Schönaustrasse 59, 5430 Wettingen Bauvorhaben: Abbruch EFH (AGV Nr. 20) und Schopf, Neubau Mehrfamilienhaus mit Einstellhalle Lage: Parzelle 648 (Plan 65), Landstrasse 54 Zone: Wohn- und Gewerbezone WG Zusatzgesuch: BVU Baugesuch Nr.: 202039 Bauherrschaft: Inauen Roland, Erliacherweg 12, 5436 Würenlos Bauvorhaben: Innengerät für Luft-WasserWärmepumpe und Lichtschacht Lage: Parzelle 4304 (Plan 75), Erliacherweg 12 Zone: Wohnzone W2 Gesuchsauflage vom 15. Mai bis 15. Juni 2020 während der ordentlichen Schalterstunden im Büro der Bauverwaltung. Allfällige Einwendungen sind innerhalb der Auflagefrist im Doppel an den Gemeinderat zu richten und haben einen Antrag und eine Begründung zu enthalten. BAUVERWALTUNG WÜRENLOS

Telefon 056 424 11 31 info@schwab-beck.ch schwab-beck.ch

Unentgeltliche Rechtsauskunft Aufgrund der momentanen Situation mit dem Coronavirus können die Die Bevölkerung habe sich persönlichen Beratungstermine der bisher grössenteils an die unentgeltlichen Rechtsauskunft aktuell nicht stattfinden. Als Ersatz- Vorgaben zur Bekämpfung lösung wird die unentgeltliche des Virus gehalten. Das Rechtsauskunft während dieser Zeit sagt Roland Jenni, Chef der telefonisch angeboten. Alle Auskunftstermine und die entsprechen- Regionalpolizei Wettingenden Auskunftstelefonnummern sind Limmattal, im Interview. auf der Website des Anwaltsverbandes www.anwaltsverband-ag.ch aufMELANIE BÄR geschaltet. Was hat sich in der täglichen Arbeit Publikation Gesuch um ordentliche bei der Regionalpolizei verändert, seit Einbürgerung Folgende Personen die Schweiz im Pandemiemodus ist? haben bei der Gemeinde Würenlos Roland Jenni, Chef Regionalpolizei ein Gesuch um ordentliche Einbür- Wettingen-Limmattal: Seit Mitte gerung gestellt: Antonella Giorgio, März bestimmt der Coronavirus geb. 1967, italienische Staatsange- neben unserem Grundauftrag weithörige, Ländliweg 4a; Amir Selimi, gehend unseren Alltag. Primärer geb. 2008, und Almira Selimi, geb. Auftrag ist seither, Personenan2006, beide nordmazedonische sammlungen mit mehr als fünf Personen zu unterbinden und dafür zu Staatsangehörige, Landstrasse 30. Jede Person kann innert 30 Tagen sorgen, dass die Bevölkerung den seit der amtlichen Publikation dem Abstand von zwei Metern einhält. Gemeinderat eine schriftliche Ein- Am Anfang taten wir das vor allem gabe zum Gesuch einreichen. Diese präventiv, klärten vor allem auf und Eingaben können sowohl positive gaben Ermahnungen. Zwischenzeitwie negative Aspekte enthalten. Der lich mussten wir auch durchgreifen, Gemeinderat wird die Eingaben prü- Leute wegschicken und auch Bussen fen und in seine Beurteilung ein- verteilen; es war nicht anders mögfliessen lassen. lich.

GLÜCKWÜNSCHE (2.TEIL) Folgenden Einwohnern gratuliert der Gemeinderat Würenlos zum Geburtstag recht herzlich und wünscht ihnen ein schönes Geburtstagsfest. Eliane Zellweger-Racine, Altersheim St. Katharinen, Solothurn 21./90 Jahre; Ivano Panizzon, Lättenstrasse 41 20./78 Jahre; Personen, welche keine Publikationen ihres Geburtsdatums und ihrer Adresse im Rahmen dieser Gratulationswünsche möchten, können dies der Gemeindekanzlei Würenlos mitteilen.

gelmässig angefahren. Wir erhalten auch vermehrt Meldungen wegen Litterings. Meist leider erst am Tag danach, wenn die Verantwortlichen längst weg sind. Littering gehört in unseren Aufgabenbereich, für die Entsorgung des Unrates sind aber die einzelnen Gemeinden zuständig. Wir fahren auch diese Plätze regelmässig ab und suchen das Gespräch, wenn Leute vor Ort sind. Wie reagierte die Bevölkerung? Es gibt Ausnahmen, aber die meisten Leute haben grosses Verständnis und halten sich an die Vorgaben. Man merkt, dass sich die Leute auch selber vor dem Virus schützen wollen. Vereinzelt bekamen wir auch positive Rückmeldungen für unseren Einsatz. Gerade in Krisenzeiten sind die Leute froh um die unterstützende Polizei.

Seit Montag sind die ersten Lockerungen im Gang. Es kam auch erste Kritik an den Massnahmen des Bundes auf und es sind wieder spürbar mehr Leute unterwegs. Hält sich die Bevölkerung trotzdem noch an die Abstandsund Gruppierungsregeln? Durch die Lockerungen und verschiedenen Geschäftsöffnungen entsteht die GeWie viele Bussen haben sie wegen fahr, dass sich zu viele Leute auf zu Missachten der Coronamassnahmen verteilt? Im Gebiet der Repol Wettingen-Limmattal haben wir etwa 100 «Es entsteht die Gefahr, Bussen ausgestellt. Wir setzen mehr dass sich zu viele Leute auf auf Prävention statt auf Repression. zu engem Raum aufhalten.» Aber es gibt immer uneinsichtige Personen, die mehrmals dagegen verstossen und die dann gebüsst wer- engem Raum aufhalten. Bei jeder den. Und die Sanktionen waren ja Lockerung müssen wir besonders gut beobachten, wie die Bevölkemehrfach angekündigt worden. rung reagiert, und wenn nötig interWo sind die Hotspots? Bekannte venieren. Sie darf nicht zu einer Naherholungsgebiete wie der Eigi- Euphorie führen. Präsenz und Präweiher, Heitersberg, Rüsler, der vention ist in dieser Phase sehr Stauseebereich an der Limmat in wichtig. Wir sind weiterhin mit Neuenhof oder der Egelsee. Auch mehr Patrouillen als üblich aktiv Tankstellenshops und Autowasch- unterwegs, sprechen Gruppierunanlagen gehören dazu. Deshalb wa- gen an und schreiten mit gesundem ren Waschanlagen einige Zeit ge- Menschenverstand wo nötig ein. Die schlossen. Die Hotspots werden re- aktuelle Situation dauert sicher bis

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nicht zu Euphorie führen»

«MEIN GOTT»

normal. Wenn die Polizisten mit ihnen Kontakt aufnehmen und sie wegschicken müssen, sind sie grundsätzlich einsichtig. War der Schalter immer offen? Ja, aber auch wir erledigen, was immer möglich ist, telefonisch. Nicht zwingend notwendige Arbeiten, beispielsweise amtliche Zustellungen im Bereich Rechtshilfe, haben wir zurückgestellt. Ebenso wie nicht dringend notwendige Einvernahmen, die sich verschieben lassen. Die Pandemie könnte aber noch lange dauern, kommt es da nicht zu einem Stau? Doch, deshalb nehmen wir diese Arbeiten im Rahmen der Lockerungen schrittweise, unter Einhaltung der Vorschriften, wieder Repol-Chef Roland Jenni vor dem Schalter, der mittlerweile mit einer Plexiglas- auf. Präventiv haben wir Schutzmescheibe von der Kundschaft abgetrennt ist. Melanie Bär/Archiv chanismen eingebaut und die Räumlichkeiten, in der Einvernahmen zum 8. Juni. Dann werden weitere involviert. Den Schalterbereich ha- stattfinden, zum Beispiel mit PlexiBundesentscheide erwartet. Die Lo- ben wir mit Plexiglas gesichert und glasscheiben ausgestaltet. ckerungen dürfen zu keiner Eupho- es gibt einen Wartebereich, damit rie führen. Die Abstandsvorschrif- es im Posten keine Ansammlungen Haben die Polizistinnen und Polizisten ten sind unverändert gültig. Kan- gibt. Und selbstverständlich werden Angst, sich bei einem Einsatz anzutons- und Regionalpolizeien in den Patrouillenfahrzeugen im- stecken? Nein, unsere Polizistinnen mer Handschuhe, Schutzmasken und Polizisten gehen sehr vernünfunterstützen sich gegenseitig. und Desinfektionsmittel mitgeführt tig mit der Situation um. Sie sind Gab es innerhalb des Polizeikorps der und wenn nötig eingesetzt. Eine ge- sich gewohnt, mit GefahrensituatioRepol Coronafälle? Nein, bisher nerelle Maskenpflicht haben wir nen umzugehen, auch wenn sie sich durchaus bewusst sind, einem ernicht. Als Notfallorganisation ist jedoch nicht. höhten Risiko ausgesetzt zu sein. unser oberstes Ziel, dass niemand erkrankt und wir einsatzfähig blei- Gibt es bei der Repol auch Kurzarbeit Und es gab heikle Situationen, einben. Wir setzen deshalb alles dran, oder Home-Office? Kurzarbeit nicht. mal wurde jemand bei einem Eindass sich bei uns niemand ansteckt. Zwei Mitarbeiter hatten vorüberge- satz bespuckt. Bisher gelang es uns Gleichzeitig sind wir einem beson- hend die Möglichkeit, von zu Hause aber, uns mit den erwähnten Risikoderen Risiko ausgesetzt. Denn wir aus zu arbeiten. Alle anderen arbei- massnahmen vor dem Covid-19-Vikönnen unsere Einsätze nicht aus- ten in ihren Dienstgruppen, am rus zu schützen. suchen und müssen zu Konfliktsitu- Schalter oder zeitverschoben. Die ationen ausrücken, bei denen die Polizisten vom Spezialdienst Ver- Es wurde befürchtet, dass es mehr FälAbstandsregeln nicht immer einge- kehrswesen, die sonst in den Schu- le von häuslicher Gewalt gibt, weil die halten werden können. Um zu ver- len Verkehrsunterricht geben, ha- Bevölkerung weniger Aussenkontakte hindern, dass sich eine ganze Grup- ben in den letzten Wochen statt hat. Ist die Befürchtung eingetroffen? pe infiziert und nicht mehr hand- tagsüber teilweise auch abends ge- Nein, es gab keine markante Veränlungsfähig ist, haben wir unsere arbeitet. Sie waren als sogenannte derung der Fallzahlen. Ich glaube Einsatzgruppen aufgeteilt. Es rückt Jugendpatrouillen unterwegs und auch nicht, dass es daran liegt, dass jeweils nur die Hälfte einer Gruppe haben das Gespräch mit Jugendli- sich die Leute nicht melden. Wenn aus. Die andere Hälfte ist als Reser- chen gesucht. Denn gerade auch jemand zu Hause unter Druck oder ve im Bereitschaftsraum. So sind nie Jugendliche wollen sich treffen und in Gefahr gerät, dann ruft die Person alle miteinander in den gleichen Fall austauschen, das ist ja auch völlig immer noch die Polizei.

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Lust auf Abenteuer? Ist dir aufgefallen, dass die Lu frischer, die Sicht nicht versmogt & es viel ruhiger ist? Damit es so bleibt, miete das Model 3 mit Camp Mode & übernachte in den Bergen, am See oder wo du willst.

Evelyn Windisch, Mitglied Frauenverein Würenlos

Die Schule, die Restaurants und viele Läden sind wieder offen. Lockerungen werden eingeführt. Jeder, den ich treffe, hat eine andere Geschichte zu erzählen. Träume sind geplatzt, Isolation und Unsicherheit sind unerträglich geworden. Wenn wir doch nur die Gewissheit hätten, da wieder gut herauszukommen! Eine Orientierung fehlt gänzlich. Für jede Meinung gibt es mehrere Experte. Und keiner hat Schuld – das haben wir uns sicher so nicht ausgesucht. Wir wollen die Kontrolle zurückbekommen. Aber wie, mit Hamsterkäufen? Aber wir können uns aussuchen, wie wir damit umgehen. Lassen wir uns einschränken oder nutzen wir die Zeit? Vielleicht könnten wir eine neue Sprache lernen oder mal orientalisch kochen. Oder wie ich, mal den Keller streichen. Mir tut jetzt noch der ganze Arm weh von der ungeübten Haltung. Wie wäre es, wenn wir Gott unsere Not in einem kleinen Gebet übergeben und ihn um neue Visionen und Lösungen bitten? Ich habe mich ganz klar vom Gedanken, ein Opfer der Coronazeit zu sein, getrennt. Ich habe Gott gebeten, mich in meiner Situation zu unterstützen, denn ich merkte, dass die berühmte Warum-Frage mich nicht weiterbringt, aber meine persönliche Einstellung. Wie nutze ich meine Ressourcen, die schon immer da waren? Ich lasse mich auf die Not meiner Nachbarn ein. Ich hüte wieder Kinder. Ich kann für andere da sein, weil ich mich nicht in Selbstmitleid bade. Ich schaue nicht auf all die Dinge, die ich nicht mehr kann – sondern auf alles, was ich kann. Karl Barth: «Wie man beten soll, steht in der Bibel. Was man beten soll, steht in der Zeitung.» Ich habe im Gebet einen Weg gefunden, Gott um Unterstützung zu bitten, und so eine verlässliche Orientierung bekommen. Feedback an: redaktion@limmatwelle.ch


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AGENDA

WOCHE NR. 20 DONNERSTAG, 14. MAI 2020

KREUZWORTRÄTSEL

kleines Schloss südl. von Gränichen

schweiz. Fernsehmoderatorin

Tatkraft

zivilisiert, anständig

Zwerge in Märchen

HERAUSGEBERIN CH Regionalmedien AG, Kronenplatz 12, 5600 Lenzburg

6 Balte

3

arktischer Meeresvogel

2

franz. Schriftsteller † 1857

GESCHÄFTSFÜHRER Stefan Biedermann, stefan.biedermann@chmedia.ch, Telefon 058 200 58 10

französisch: Sommer englisch: nach, zu

weggebrochen (ugs.)

schweiz. Kabarettist (Beat)

4

Fremdwortteil: wieder

1

Gangregler der Uhr

Lurchtier

1

2

3

4

5

6

7

8

BINOLOGIC

SUDOKU

24 300 Exemplare. Erscheint jeden Donnerstag. Amtliches Publikationsorgan der Gemeinden Wettingen, Neuenhof, Killwangen, Spreitenbach und Würenlos.

Jasskartenfarbe (CH-Blatt) griech. Vorsilbe: gleich

überholt (engl.)

kant. Autokennzeichen

Kosewort für Therese

Schweizer Nationalheld

Beginn

Tropfkante am Dach

7

geldloser Handel

5 8

auseinanderbaufähig

Vorname Einsteins

SR 20 Rätsel Media

Vorortsgemeinde der Stadt Luzern freier Verteidiger beim Fussball Antitranspirant (Kw.) durch Los ermitteln

öffentl. Diskussionsrunde

KilimandscharoGipfel

nachgebend, elastisch

Finanzprobleme

REDAKTION redaktion@limmatwelle.ch, Telefon 058 200 58 20 REDAKTIONSLEITUNG Melanie Bär, melanie.baer@chmedia.ch REDAKTIONSTEAM Rahel Bühler, rahel.buehler@chmedia.ch Manuela Page, manuela.page@chmedia.ch REDAKTIONSSCHLUSS Montag, 8 Uhr COPYRIGHT Herausgeberin Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material. INSERATE Brigitte Gähwiler, brigitte.gaehwiler@chmedia.ch, Telefon 058 200 53 73

In jeder Zeile oder Spalte, aber auch in jedem der neun Quadrate, müssen Zahlen von 1 bis 9 stehen. Jede Zahl darf in jeder Zeile oder Spalte sowie in jedem Quadrat nur einmal vorkommen.

Es dürfen nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende X oder O in jeder Zeile oder Spalte vorkommen und in jeder Zeile und jeder Spalte stehen gleich viele X und O. Alle Zeilen und alle Spalten sind einzigartig.

BILDER-RECHNUNG

LÖSUNGEN

DRUCK CH Media Print AG, 5001 Aarau ZUSTELLUNG Die Post ABO SERVICE E-Mail: abo@chmedia.ch / Stichwort Liwe, Telefon 058 200 55 55, Telefax 058 200 55 56

EIN PRODUKT DER

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VERLEGER Peter Wanner

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