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T TRANSPARE TRANSPARENT Das Magazin für Vermögen, Sinn und Glück Thema der Ausgabe: Unternehmertum März/2013 Die strategische Sicht

Wissen

Gesellschaft

NACHHALTIGE INVESTMENTS

UNTERNEHMER VERÄNDERN DIE WELT

NACHHALTIGES UNTERNEHMERTUM

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Foto: Festspielhaus Afrika © Hans-Georg Gaul


Vorwort

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LIEBE LESER Die strategische Sicht

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NACHHALTIGE INVESTMENTS avesco Aktuell

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MITARBEITER-AWARD 2012 Wissen

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UNTERNEHMER VERÄNDERN DIE WELT Sinnstiftendes

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FESTSPIELHAUS AFRIKA Kolumne

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LEHREN AUS DER VERGANGENHEIT Zeitläufte

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KARL MARX Persönlichkeit

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UNTERNEHMEN WELTGESUNDHEIT Gesellschaft

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NACHHALTIGES UNTERNEHMERTUM Leben

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ZÜNDENDE IDEE? avesco Intern VORSTELLUNG UND NACHRUF

Titelbild: Modell Operndorf Afrika, Planungsstand Mai 2012

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Vorwort

LIEBE LESER R für Generationen von Anlegern galten Staatsanleihen als die sicherste Anlage. Ratingagenturen bescheinigten unisono selbst maroden Staaten eine hervorragende Kreditwürdigkeit, während etwa mittelständische Unternehmen als riskant eingestuft wurden. avesco möchte mit diesem transparent das Vertrauen in Unternehmen stärken. Aus diesem Grund erfahren Sie mehr darüber, wie Ideen entstehen und wie sie zu nachhaltigen Erfolgen werden. Wir berichten über Prof. Detlev Ganten, der das größtmögliche Unternehmen angegangen ist, nämlich die Weltgesundheit. Sie erfahren, dass es laut Marx den Unternehmer, wie wir ihn heute kennen, gar nicht geben sollte, weil er die “gesellschaftliche Werterechnung aus dem Gleichgewicht bringt“. Dann stellen wir Ihnen Prof. Faltin und seine Teekampagne vor, ein Unternehmen, das Marx sicherlich gemocht hätte. Wie Visionen ihre Urheber überleben und sich selbstständig machen können, gehen wir am Beispiel Christoph Schlingensief und seinem Festspielhaus Afrika nach. Auch für dieses transparent haben alle “avesco-Autoren“ begeistert recherchiert, Interviews geführt und geschrieben. Wir wünschen Ihnen ein spannendes Leseerlebnis und freuen uns auf Ihr Feedback. Mit österlichen Frühlingsgrüßen Ihr

Oliver Hagedorn (CEO avesco)

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Die strategische Sicht

DER EX ZELLENZANSPRUCH UND SEINE FO OLGEN Als wir uns bei avesco mit nachhaltigen Investments auseinandersetzten, um Fragen unserer Kunden zu beantworten, haben wir die Finanzmärkte untersucht und mit Fondsanbietern, Ratingagenturen und Privatbanken gesprochen. Was wir wissen wollten, lässt sich auf zwei Fragen reduzieren. Erstens, was verstehen die Akteure unter Nachhaltigkeit bei Finanzinstrumenten und zweitens, wie schlägt sich dieses Nachhaltigkeitsverständnis jeweils konkret in der Deklarierung und im Nachhaltigkeitsranking nieder. Ernüchternde Erfahrungen und Chance Das Ergebnis unserer Recherche war ernüchternd. Wir haben durchweg keine uns befriedigenden Antworten bekommen. Manches, was als nachhaltig deklariert war, erschien eher vom Marketing her getrieben. Die Prüfungen auf Nachhaltigkeit waren weder wirklich plausibel noch transparent. Das Erkennen von Defiziten ist aber immer auch eine Chance, etwas besser zu machen. So kam uns gelegen, gemeinsam mit der TU München ein Projekt zu gestalten, um zu untersuchen, welche Vorgehensweisen zur Nachhaltigkeitsprüfung von Finanzinstrumenten angewandt werden

und wie eine Methode aussehen müsste, um die Nachhaltigkeit vollumfänglich zu prüfen. Herausgekommen ist die Ö2SE-Methode. Neue Methode und neues Unternehmen avesco versteht sich als ein unabhängiges Finanzdienstleistungsunternehmen und nicht als eine Ratingagentur. Was macht man mit einer neuen Methode, von dem andere Institutionen, wie zum Beispiel das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie, oder die Partner auf der Berliner Konferenz Create Climate Wealth im September 2012 sagen, dass genau dieses Vorgehen die Skepsis und Unsicherheit der Investoren beseitigen kann, ob ein Investment wirklich nachhaltig ist oder nicht. Um jeglichen Interessenskonflikt zwischen Finanzdienstleistung und Rating von Finanzinstrumenten zu vermeiden, ist für die Verbreitung der Ö2SE-Methode ein eigenes, rechtlich selbstständiges und von avesco unabhängiges Unternehmen gegründet worden, die Sustainability Intelligence Ltd.

Unter der Lupe: Die Ö²SE-Methode Mithilfe einer ganzheitlichen Betrachtung wird die Nachhaltigkeit von Investments vollumfänglich aus vier Aspekten erfasst: ökonomisch, ökologisch, sozial und ethisch. Diese vier Aspekte werden fundamental aus jeweils zwei Ansichten betrachtet: Entropie und Pareto-Optimum, wobei vom Prinzipiellen und vom Grundsätzlichen ausgegangen wird. Das Prinzipielle ist die Tatsache, dass die Erde seit ihrer Existenz stets der Entropie unterliegt und das Grundsätzliche besteht darin, dass die Menschheit – global und regional – durch Ungleichgewichte und ein nicht einheitliches Menschenbild gekennzeichnet ist. Das Prinzipielle mündet im Begriff Entropie und das Grundsätzliche im Begriff Pareto-Optimum. Bei jedem Investment fragen wir danach, ob die stets stattfindende Entropie unnötiger Weise noch beschleunigt wird oder nicht (z. B. durch Verbrauch fossiler Energie) und ob die Ungleichverteilungen verstärkt oder gemindert werden (z. B. Einkommensverteilung). Diese Bewertungen fließen in ein Schema ein, durch das am Ende ein Nachhaltigkeitsranking mit sieben Stufen von A bis G entsteht, so wie wir es zur Kennzeichnung der Energieeffizienz beim Kauf einer Waschmaschine kennen. Das Ergebnis ist eindeutig, es ist plausibel und kann durch die Transparenz der Methode vom Investor nachvollzogen und gegebenenfalls durch eigene Gewichtungen modifiziert werden.

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© Wimmer Ferdinand / pixelio.de

NACHHALTIGE INVESTMENTS


Die strategische Sicht Die Ö²SE-Methode funktioniert Im Januar 2013 ist die Sustainability Intelligence Ltd. gegründet worden. Sie wird die Nutzungslizenz der Ö2SE-Methode vergeben. Die Kapitalausstattung wird durch Finanzierungsrunden realisiert. Nutzer der Methode wird eine gemeinnützige Gesellschaft sein, die von öffentlichen Einrichtungen und Stiftungen gegründet und durch ein Kuratorium, besetzt mit Mitgliedern der Zivilgesellschaft, beaufsichtigt wird. Den Gemeinnutzen hat die Zivilgesellschaft durch die Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsratings der Finanzinstrumente. Der Prüfungsaufwand der gemeinnützigen Gesellschaft wird durch die Einnahmen gebührenpflichtiger Labels gedeckt. Wir von avesco haben als eines der ersten Unternehmen diese Dienstleistung in Anspruch genommen und sind überzeugt, dass wir

damit unserem Exzellenzanspruch abermals gerecht werden. Wir haben ein mittelständisches Unternehmen mit der Methode prüfen lassen, weil wir sicher sein wollten, ob eine Unternehmensanleihe dieses Unternehmens wirklich nachhaltig ist. Die Anwendung der Ö2SE-Methode hat funktioniert und wir sind überzeugt, dass unseren Kunden damit eine vollumfänglich auf Nachhaltigkeit geprüfte Investition zur Verfügung steht. Weitere Informationen unter: www.sustainability-intelligence.de Prof. Volkmar Liebig (CFO avesco) volkmar.liebig@avesco.de

© Rainer Sturm / pixelio.de

avesco Aktuell

MITARBEITER-AWARD 2012 PREIS FÜR HERAUSRAGENDE LEIST TU N G E N Anlässlich des jährlich stattfindenden Jahresauftaktprogramms (JAPA) in Luckenwalde, zeichnete die Geschäftsleitung der avesco den Preisträger des „avesco Exzellenz-Award“ aus. Mit der Zielsetzung, allen Mitarbeitern einen fachübergreifenden Einblick in die Tätigkeiten und Aufgaben von avesco zu vermitteln, trifft sich das Team zu Jahresbeginn zum JAPA. Vorstand und Aufsichtsrat lassen das vergangene Jahr Revue passieren und berichten über die erreichten Ziele sowie zukünftige Zielsetzungen. In einer großen Gesprächsrunde können Mitarbeiter Fragen zu aktuellen Themen stellen und ihre persönliche Sichtweise zu dem jeweiligen Sachgebiet äußern. Die Unternehmensziele können dadurch kundenorientierter und effizienter realisiert werden. Zum Abschluss des zweitägigen Workshops fand die Auszeichnung des „avesco Exzellenz-Award“ durch die Vorstände Oliver N. Hagedorn und Prof. Volkmar Liebig statt. Der Award würdigt die individuellen Ideen,

Kompetenzen und Leistungen und wurde an den Mitarbeiter übergeben, der über das gesamte Jahr hinweg den größten Beitrag zur Exzellenz von avesco geleistet hat. Die diesjährige Preisträgerin ist unsere geschätzte Kollegin Kristin Hartmann, zuständig für die Bereiche Buchhaltung, Controlling und Personal. Zur Begründung: Frau Hartmann arbeitet äußerst effizient und effektiv, hält ohne Ausnahme vereinbarte Termine ein, springt unaufgefordert für andere Mitarbeiter ein und fühlt sich über die Arbeitszeiten hinweg avesco verpflichtet. Nach dem erfolgreichen Start soll der Award auch künftig als Anerkennung und zur Förderung von Spitzenleistungen vergeben werden. Sascha Franz (Wertpapiercontrolling) sascha.franz@avesco.de

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Wissen

"JE EDER GROSSE E ERF FOLG G BEG GINNT MIT EIN NER KLEINEN ID DE E" ... so lautet das Motto von Gülsen Sariergin, Gründerin des Unternehmens NordseePflege. Sie überzeugte ohne Sicherheiten einen Millionenkreditgeber von ihrem Konzept und beschäftigt heute über 140 Mitarbeiter. Unternehmensgründungen sind der Motor der Wirtschaft. Sie fördern die Wettbewerbsfähigkeit unserer Ökonomie und schaffen neue Arbeitsplätze. Der englische Begriff „Entrepreneurship“ wurde von der französischen Bezeichnung „entreprendre“ (deutsch: „etwas unternehmen“) abgeleitet und bezieht sich im Wesentlichen auf die Gründung von Unternehmen, basierend auf innovativen Geschäftsideen. Wer ist eine Gründerpersönlichkeit? Die Ergebnisse empirischer Studien, wie die der Universität Jena im Jahr 2001, zeigen, dass sich ein Entrepreneur gegenüber einer abhängig beschäftigten Person durch zahlreiche Charakteristika unterscheidet. So existieren bestimmte physische und psychische Persönlichkeitseigenschaften, die als erfolgsrelevant angesehen werden. Dies sind unter anderem Risikofreudigkeit, das Streben nach Unabhängigkeit, eine intrinsische Motivation, ein hohes Maß an Durchsetzungsfähigkeit sowie Kreativität, Flexibilität und Belastbarkeit. Aber auch das Humankapital des Entrepreneurs (Fertigkeiten, Ausbildung und Erfahrung)

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sowie das Umfeld des Unternehmens (Marktlage, Branche etc.), die finanzielle Ausstattung und ein überzeugendes Geschäftsmodell nehmen Einfluss auf das Gründungsgeschehen und werden bei den Untersuchungen berücksichtigt. Die Kraft von Visionen und neuen Ideen „Social Entrepreneurs“ sind moderne Unternehmer, die sich zum Ziel gesetzt haben, gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren. Dabei spiegelt sich der Erfolg des Vorhabens an der gesellschaftlichen Veränderung wider und nicht am finanziellen Gewinn. Die erste und weltweit führende gemeinnützige Organisation zur Förderung von Social Entrepreneurship wurde bereits 1980 durch William Drayton ins Leben gerufen. Mittlerweile agiert seine Ashoka weltweit in 72 Ländern und hat bislang rund 2.800 Social Entrepreneurs mit Stipendien, Beratung sowie einem globalen Netzwerk unterstützt. Die Handlungsfelder von Social Entrepreneurs sind sehr vielfältig. Mit Hilfe von Förderern engagieren sie sich überall da, wo gesellschaftlicher oder sozialer Bedarf festgestellt wird – im Umwelt- und Naturschutz, Gesundheitswesen, Menschenrechte oder auch in Wirtschafts-, Bildungs- und Entwicklungshilfeprojekten.

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UNTERNEHMER VERÄNDERN DIE WELT


Wissen Weitere Institutionen, die sich der FĂśrderung von Social Entrepreneurs verschrieben haben, sind zum Beispiel die Schwab Foundation for Social Entrepreneurship, die Avina Stiftung oder Echoing Green. Berliner GrĂźnderszene und Chinas Internet-Boom Berlin ist ein Magnet fĂźr UnternehmensgrĂźnder. Internet-Startups boomen. Es sind die geringen Lebenshaltungskosten und die gĂźnstigen BĂźromieten, die die kreativen KĂśpfe an die Spree-Metropole ziehen. Zudem gibt es hier ein Netz aus Programmierern, Investoren und die richtige kulturelle Umgebung zur Verwirklichung neuer Ideen. Ehemalige Praktikanten etablierter Firmen oder Manager werden GrĂźnder, dabei sind sie meist branchenfremd. UnterstĂźtzung finden GrĂźnder in Deutschland bei Business Angels, zahlreichen GrĂźnderplattformen im Internet, Messen und sogenannten Inkubatoren; sie helfen bei der Organisation und Finanzierung. Zu einer der wichtigsten Messen rund um ExistenzgrĂźndung und Unternehmertum gehĂśrt die deGUT in Berlin. Um das Netz und das Netzwerken geht es auch auf der internationalen Startup-Konferenz hy! Berlin. Zwei Tage treffen sich zahlreiche fĂźhrende KĂśpfe der InternetSzene, um zu debattieren und zu feiern. Den Abschluss der Konferenz bildet die Auszeichnung der besten Startups. KĂźnftig wird sich die Axel Springer AG mit 49 Prozent an der Veranstaltung beteiligen. Auch in China ist der Internet-Boom in voller Fahrt. „Mir liegen gerade Unterlagen eines Internetprojekts mit Bildungsbezug in China vor, das nach weiteren Investoren sucht“, erklärt Yu Zhang, GrĂźnderin und GeschäftsfĂźhrerin der Unternehmensberatung China Communications Consulting. „Ein interessantes Projekt, wenn man bedenkt, dass eine dreistellige Millionenzahl von Menschen profitieren kĂśnnte. Gerade auch wegen der gigantischen MarktgrĂśĂ&#x;e habe ich oft das GefĂźhl, dass die chinesische Internet-Szene noch schneller wächst“, sagt Zhang.

„In China grĂźnden auch unerfahrene Unternehmer Firmen in fremden Branchen. So beispielsweise der GrĂźnder Li Shufu des chinesischen Autoherstellers Geely, der spätestens durch die Ăœbernahme von Volvo international bekannt wurde. Bevor er beschloss, in der Automobilbranche mitzumischen, war er Fabrikant fĂźr Motorräder und stellte anschlieĂ&#x;end KĂźhlschränke her“, erzählt Zhang. Innovation braucht Unternehmergeist Was es vor allem braucht, um einen Betrieb zu grĂźnden, ist Unternehmergeist. Der, so Zhang, „in China stärker ausgeprägt ist als in Deutschland und unabhängig von der jeweiligen gesellschaftlichen Schicht ist. Zurzeit machen Privatunternehmer bereits 68 Prozent der Unternehmen in China aus.“ Allein mit Unternehmergeist wird man sicherlich nicht erfolgreich. Unabdingbar fĂźr erfolgreiche UnternehmensgrĂźndungen sind „die Idee, das Startkapital und die realen Marktpotenziale“, resĂźmiert Zhang. „Als Chinesin wĂźrde ich an dieser Stelle Konfuzius zitieren: Ein groĂ&#x;es Vorhaben braucht ÂťTian Shi (Himmelszeit)ÂŤ, ÂťDi Li (Vorteile auf der Erde)ÂŤ und ÂťRen He (menschliche Harmonie)ÂŤ.“ Andrea Franke (Assistentin der Geschäftsleitung) andrea.franke@avesco.de

Doreen Breiter (Marketing) doreen.breiter@avesco.de

Quellen: ‡KWWSHXURSDHXOHJLVODWLRQBVXPPDULHVRWKHUQBGHKWP ‡KWWSJHUPDQ\DVKRNDRUJ ‡KWWSZZZVWXGLHQIRUXPEHUOLQGHHQWUHSUHQHXUVKLSSGI ‡6FKPLWW5RGHUPXQG(  :HUKDWGDV=HXJ]XP8QWHUQHKPHU"3V\FKRORJLVFKH9RUOlXIHUI UXQWHUQHKPHULVFKHQ(UIROJ-HQD

Yu Zhang China Communications Consulting \X]KDQJ#FKLQDFRPPXQLFDWLRQVGH

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Sinnstiftendes

WIE ĂœB BERLEBT EINE IDEE E IHREN VISIIONĂ„R? Am besten lässt sich das Thema geistiges Erbe an einem absolut irren Beispiel verdeutlichen. Der Theatermacher Christoph Schlingensief hatte die verrĂźckte Vision, mitten in Afrika ein Festspielhaus zu bauen. Bereits schwer an Lungenkrebs erkrankt, reist Schlingensief durch den Kontinent, um den richtigen Ort fĂźr seine Oper zu finden. Vierzig Kilometer Ăśstlich von Ouagadougou fand er den richtigen HĂźgel und begann - zusammen mit dem Architekten Francis KĂŠrĂŠ - seine Ideen umzusetzen. Grundsatz der Vision ist der Blick der Menschen in Burkina, sagt seine Weggefährtin Aino Laberenz.

laufen lernte. Laberenz begleitet als GeschäftsfĂźhrerin der gemeinnĂźtzigen Operndorf GmbH die Bauarbeiten, die sie regelmäĂ&#x;ig dem wachsenden Kreis von UnterstĂźtzern präsentiert. Von Anfang an dabei sind KĂŠrĂŠ, KunstfĂśrderer und Rechtsanwalt, Peter Raue, Amelie Deuflhard, Intendantin der Kampnagel Fabrik in Hamburg, die KĂźnstleragentin Claudia Kaloff, Matthias Lilienthal, Intendant Theater der Welt Mannheim und Antje Vollmer, GrĂźnen Politikerin und ehemalige Vizepräsidentin des Bundestages. Es ist auch gelungen, den ehemaligen Bundespräsidenten Horst KĂśhler als Schirmherr zu gewinnen.

Ohne richtig und falsch „Es ging Christoph nicht darum, noch eine weitere Idee nach Afrika zu bringen, sondern die MĂśglichkeit zu schaffen, dass die Menschen in Burkina ihr eigenes Bild formulieren und produzieren“, sagt Laberenz. Tatsächlich sind neunzig Prozent aller Bilder, die wir in Deutschland von Afrika sehen, nicht von Afrikanern produziert. Schlingensief wollte, dass unsere Sicht auf Afrika nicht gleich unser Afrika ist. Zum Sinnbild dieser Haltung wurden die Fotos von Kindern, denen Schlingensief Einwegkameras in die Hand drĂźckte und sie bat, ihre Umgebung zu fotografieren. Ohne richtig und falsch. 'DV )HVWVSLHOKDXV VR 6FKOLQJHQVLHIV 9LVLRQ VROO eine Plattform fĂźr Begegnungen zwischen Kunst und Leben sein. Ein Ort, an dem sich Kulturen begegnen, ohne zu urteilen oder zu bewerten“, erklärt Frau Laberenz. Drumherum sollte ein ganzes Dorf mit Schule, Krankenstation und Wohnhäusern entstehen.

Die schĂśnste Opernmelodie Inzwischen ist die Schule erĂśffnet, eine Kantine erbaut und bald werden auch die Häuser fĂźr die Lehrer bereitstehen und ein KĂźnstlergremium aus Burkina arbeitet am Kulturprogramm. „Das Geld ist fĂźr das nächste Betriebsjahr vorhanden“, sagt Peter Raue. Und irgendwann wird es auch ein Festspielhaus geben. Aber zunächst wird die Krankenstation fertiggestellt, „denn wenn dort ein Kind geboren wird, ist sein erster Schrei doch die schĂśnste Opernmelodie“, sagt Laberenz auf einer Pressekonferenz.

Was passiert, wenn der Antreiber eines Tages nicht mehr da ist? Bereits nach der Grundsteinlegung verstarb Schlingensief und Laberenz erzählt davon, wie die Ur-Vision

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Der Tod des Visionärs ist Programm „Christophs Vision war eine sehr weitsichtige. Eine sehr Reale, die immer das Leben mit einbezogen hat. Er konnte sich auf Land und Menschen einlassen und hatte nie versucht, seine Vision als absolut darzustellen“, weist Laberenz darauf hin, wie Authentizität die Ăœberlebenschance einer Idee sein kann. Vielleicht kĂśnnen Unternehmer vom Geist Schlingensiefs lernen, sich zurĂźckzunehmen und zuzulassen, dass eine Vision von denen weiterentwickelt werden kann, fĂźr die sie ursprĂźnglich gedacht gewesen ist.

Š PerfectShotFilms

FESTSPIELHAUS AFRIKA


Sinnstiftendes Vertrau deiner Idee Es bedarf eines hohen Maßes an Vertrauen in den Menschen und die Fähigkeit, die eigene Unsterblichkeit in die Hände anderer zu legen. Dann werden aus Vision und Entwicklung parallele Prozesse. Schlingensiefs Operndorf lehrt uns, dass die Allmachtsfantasie der Visionäre, zu Lebzeiten alles fertig zu stellen, vielleicht die Krux ist, weswegen viele andere Projekte mit ihren Visionären gehen. Schlingensief lehrt uns die Erkenntnis, dass nur etwas für viele ein Ziel sein kann, das für alle Traum geblieben ist.

Schlingensiefs Erbe hat sich verselbstständigt. Es ist kein Denkmal, sondern ein eigenständiger Organismus, der seine Zukunft selbst gestaltet. &KULVWLDQH0H\HU5LFNV )UHLH-RXUQDOLVWLQ PH\HUULFNV#DROFRP

Weitere Informationen: http://www.operndorf-afrika.com/de/startseite.html

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Kolumne

LEHREN...

... AUS DER VE E R G AN G E N H E I T Als der preußische König 1869, die "Theaterfreiheit" proklamierte, erfreuten sich die Wiener Bühnen schon seit fünfzig Jahren an der sogenannten „Spektakelfreiheit“. Während in der neu gebauten Wiener Staatsoper Don Giovanni in Anwesenheit des Kaisers gegeben wurde, im Theater an der Wien die Operette das Volk unterhielt und das Wiener Burgtheater am 2. April 1800 Premiere mit Beethovens Symphonie Nr.1 feierte, wurde in Berlin noch um Inhalte und Konzessionen geschachert. Sehr zum Missfallen der Berliner, die sich sehnlichst ein Volkstheater wünschten. Nicht dass Berlin keine herausragenden Künstler oder innovative Geister zu bieten gehabt hätte, aber es fehlte am Gesamtkonzept. Die konservativen Verantwortlichen der Regierungsstadt konnten sich weder auf Stücke noch auf Spielorte einigen, was auch daran lag, das Konzessionen nur für die Königstadt ausgegeben werden konnten, die 1825 noch außerhalb der alten Stadtmauern lag.

So kam es dazu, dass Berlin kulturell weit abgeschlagen war und sich erst nach dem konzeptionellen „Ja“ zur „Theaterfreiheit“, zu der Kulturhauptstadt entwickeln konnte, von der wir heute noch zehren. Stellt sich die Frage, was haben wir Berliner in den vergangenen Jahrhunderten für Lehren aus der verheerenden Konzeptlosigkeit von damals gezogen? Ob der Neubau unserer geliebten 'Oper unter den Linden' oder unser beinahe 'International Airport'... Elke Kerkhoff (Aufsichtsrat avesco) elke.kerkhoff@avesco.de

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Zeitläufte

© Rolf Handtke / pixelio.de

KARL MARX ... UND DIIE UNTERNEHMER Als ich mir vor 40 Jahren als studentische Hilfskraft und Tutor am Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie von Prof. Wilhelm Krelle an der Universität Bonn die legendären Marx-Engels-Werke Nummer 23 bis 25 – „Das Kapital“ von Karl Marx, erster bis dritter Band, herausgegeben vom Dietz-Verlag Berlin/DDR – erworben hatte und bei meiner Steuererklärung als Werbungskosten berücksichtigen wollte, wurde mir das vom Finanzamt nicht anerkannt. Für meine Tätigkeit, so die Begründung des Sachbearbeiters, sei diese Lektüre nicht notwendig und im Übrigen mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. 1973, das Jahr, in dem das World Trade Center in New York eingeweiht wurde, die Ölkrise zum Sonntagsfahrverbot in Westdeutschland führte, die Regierung Willy Brand mit der DDR den Grundlagenvertrag abschloss und Dänemark, Großbritannien und Irland EU-Mitglieder wurden – es war die Zeit des Wettrüstens, des sogenannten „Kalten Krieges“, wo sich zwei Gesellschaftssysteme gegenüberstanden und die Berliner Mauer seit zwölf Jahren die Stadt in Ost und West trennte. Akkumulation des Kapitals Der in Trier 1818 gebürtige Karl Marx hatte, unterstützt durch den vermögenden Unternehmersohn Friedrich Engels aus Wuppertal-Barmen, eine grundlegende Kritik an Gesellschaften mit kapitalistischer Produktion entworfen. Nach seinen Thesen vermehren die Kapitaleigner ihr Eigenkapital durch die Inanspruchnahme von nicht angemessen entlohnter Arbeit. Durch diese „Akkumulation des Kapitals“ entsteht Reichtum, während die Arbeiter nur bis zur Höhe ihrer „Reprodukti-

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onsrate“ entlohnt werden. Die politische Herrschaft und die Eigentümer des Produktivkapitals machten gemeinsame Sache, so dass eine „vernünftige, demokratische Ökonomie“ nicht entstehen könne. Marx hat lediglich den ersten Band herausgebracht, die beiden anderen Bände und die späteren Überarbeitungen sind von Engels. Der musste, obwohl er eher an Philosophie und Sprachen interessiert war, eine kaufmännische Lehre absolvieren und die Leitung des elterlichen Webereibetriebs in Manchester übernehmen. Dort lernte er die Situation der Arbeiter im „Manchester-Kapitalismus“ kennen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu großen gesellschaftlichen Veränderungen, u.a. zum Aufstand der Weber. Nach dem Tod des Vaters verkaufte Engels alle Anteile am Unternehmen, zog nach London und betrieb dort seine Studien. Durch seine Sprachbegabung – Engels beherrschte zwanzig, insbesondere osteuropäische Sprachen – verbreiteten sich die Schriften von ihm und Marx schnell international. Kritik der politischen Ökonomie Wir wissen heute, dass Marx keine Blaupause für den Kommunismus bzw. Sozialismus liefern wollte. Engels war der politische, der revolutionäre Kopf. Die schwer lesbare Kost in den drei Büchern mit dem Untertitel „Kritik der politischen Ökonomie“ unterstellt, dass es den Entrepreneur, den Typus Unternehmer, wie ihn der Kapitalismus in den Mittelpunkt stellt, nicht geben darf, weil privates Eigentum am Produktionskapital die „gesellschaftliche Wertrechnung“ aus dem Gleichgewicht bringt.


Zeitläufte Das Kapital ist nach der Bibel die am weitesten verbreitete Schrift. Allein deswegen kann das Marx’sche Gedankengut nicht ignoriert werden. Die Soziale Marktwirtschaft, wie sie sich in Westdeutschland nach dem Krieg konstituierte, wäre letztlich ohne dieses Gedankengut wohl nicht entstanden, nämlich eine kapitalistische Gesellschaft zu entwickeln, in der auch weniger Leistungsfähige und sozial Schwache berücksichtigt werden und Menschen, die sich in unselbstständiger Arbeit an der Wertschöpfung beteiligen, angemessen zu entlohnen und mit erheblichen Rechten auszustatten. Insoweit dient "Das Kapital" auch heute noch als gedankliches Korrektiv, um bestehende Gesellschaftssysteme zu reflektieren bzw. kritisch zu hinterfragen.

Vermutlich war der Sachbearbeiter des Finanzamtes in Bonn dann doch nicht so tief in die Materie eingedrungen. Ich wollte damals gegen die Ablehnung Einspruch erheben, habe es aber unterlassen. Aber wenn ich heute daran denke, wurmt es mich noch immer. Und an Karl Marx werden wir im Jahr 2013 häufig erinnert werden, denn sein Todestag jährt sich zum 130. Mal. 3URI9RONPDU/LHELJ (CFO avesco) volkmar.liebig@avesco.de

© 2010 World Health Summit

Persönlichkeit

UNTERNEHMEN WELTGESUNDHEIT "INVESTIEREN SIE IN GESUNDHEIT...

... denn kein Markt wird so sicher weiterwachsen“ Das sagt einer, der es wissen muss: Prof. Detlev Ganten, Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrums und bis 2008 Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Inzwischen ist er das größtmögliche Unternehmen in Sachen Gesundheit angegangen: Die Weltgesundheit. Anlässlich der 300-Jahr-Feier der Charité luden Detlev Ganten und sein Team 2009 zum ersten Weltgesundheitsgipfel, dem World Health Summit (WHS), ein. Ausgangsbasis für den Gipfel war die Erkenntnis, dass der rasante wissenschaftliche Fortschritt nur viel zu langsam zu einer Verbesserung der Gesundheit der

Weltbevölkerung führt. „Das liegt“, so Ganten, „auch daran, dass nicht alle an einem Strang ziehen“. Also wurden beim World Health Summit Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erfolgreich zum „Davos für Gesundheit“, zusammengebracht. M8-Allianz bildet das Rückgrat des WHS Inzwischen geht der WHS in die fünfte Runde. Weltweit haben sich mächtige Schirmherren hinter der Vision des Teams auf dem Campus Charité versammelt. Die Schirmherren Angela Merkel und François Hollande ermunterten Prof. Ganten zur Bildung der „M8-Allianz“: Ein Zusammenschluss herausragender Universitäten und National Akademien aus den G8- und G20-Län-

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Persönlichkeit dern, einschließlich der Deutschen Nationalakademie Leopoldina und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Anders als andere Initiativen ist der World Health Summit unabhängig, völlig frei organisiert und offen für Kooperationen mit allen Parteien des Gesundheitssektors – wie zum Beispiel mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). „Wir brauchen die Kooperation mit staatlichen Partnern, Zivilgesellschaft ebenso wie mit visionären Unternehmern, weltweit! Gesundheit ist ein Menschenrecht“, sagt Prof. Ganten, „aber der Weg dahin ist noch weit. Gesundheit ist mehr als Medizin, dazu gehört auch, dass man in Freiheit die Möglichkeit hat, sein Leben selbstverantwortlich zu gestalten“.

muss zum WHS kommen und ist herzlich willkommen. Die Wissenschaft muss mehr Verantwortung übernehmen für die Anwendung der rasanten Fortschritte zur Verbesserung der Gesundheit der Weltbevölkerung - gemeinsam mit den wichtigen Gruppierungen der Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft“, sagt Prof. Ganten. Als Prof. Ganten mich hinaus auf das Gelände der Charité begleitet und wir uns die Hände schütteln, sagt er: „Ich lade Sie persönlich und die Welt dazu ein, gemeinsam den Diskurs darüber zu führen, wie wir in Zukunft gesund leben wollen“. Leser, die dieser Einladung folgen möchten, können sich über http://www. worldhealthsummit.org/ zum nächsten World Health Summit anmelden.

Strategische Allianz für die Zukunft Gesundheit ist das Ergebnis einer wahrhaft modernen interdisziplinären Zusammenarbeit. Das reicht vom Verständnis der Evolution des Lebens und der Kulturen, über die Biologie, Genomforschung, Medizin, Technik, Physik, Informationstechnologie, Materialwissenschaft, Klimaforschung, Soziologie bis hin zur Politik und natürlich der Ethik. „Wer zukünftige Entwicklungen in diesen Bereichen mitgestalten möchte, der

Christiane Meyer-Ricks (freie Journalistin) meyerricks@aol.com

Gesellschaft

EIN ERFOLGSKONZEPT MIT TEE Wann immer Unternehmertum zur Sprache kommt, ist der Name Prof. Dr. Faltin nicht weit. Mit seinem Gründungserfolg - der Teekampagne - beweist der an der Freien Universität Berlin lehrende Professor für Entrepreneurship, dass der Weg von der Theorie in die

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Praxis mit einer unkonventionellen Idee, ergänzt durch Willenskraft, durchaus gelingen kann. In den 70er Jahren bereiste Prof. Dr. Faltin Entwicklungsländer und kam zu der Erkenntnis, dass die Herstellungskosten für hochwertige und arbeitsintensive Produkte, wie Tee,

© Ernst Scharbach / pixelio.de

NACHHALTIGES UNTERNEHMERTUM


Gesellschaft Kaffee, Kakao oder Zucker, lediglich einen Bruchteil der mitteleuropäischen Verkaufspreise ausmachten. Wer Dinge anders machen will, muss genau hinsehen Daraufhin untersuchte er die bestehenden Lieferketten und stellte fest, dass die Kleinverpackungen sowie der Vertriebsweg Ăźber mehrere Zwischenhändler verantwortlich fĂźr die hohen Endverbraucherpreise sind. "Es geht keineswegs um Einfälle, um geniale Gedankenblitze, sondern um harte Gedankenarbeit." Diesen Kreislauf galt es zu durchbrechen: Durch VerkĂźrzung der Lieferketten Ăźber Ausschluss der Zwischenhändler und Wandel der VerpackungsgrĂśĂ&#x;en versprach sich Prof. Dr. Faltin eine angemessene Entlohnung der Erzeuger bei gleichzeitiger Preissenkung zugunsten der Endverbraucher. Zur Umsetzung dieser Idee war somit einerseits die Verringerung der Sortenvielfalt auf die unter TeegenieĂ&#x;ern beliebteste Teesorte Darjeeling zugunsten der Mindesteinkaufsmenge beim Hersteller erforderlich, andererseits bedurfte es einer Bereitschaft zum Vorratskauf seitens der Kunden. Den Kunden mit ins Boot holen "Wenn Sie Ihren Kunden einen auĂ&#x;erordentlich gĂźnstigen Preis anbieten kĂśnnen, sind auch hohe StĂźckzahlen beim Einkauf kein Problem." Insbesondere die Bereitschaft des Kundenkreises, einen Jahresvorrat abzunehmen und Vorkasse zu leisten, war ausschlaggebend fĂźr den anfänglichen Erfolg des Geschäftsmodells und diente fĂźr die Studierenden Prof. Dr. Faltins als Praxisbeispiel, wie erfolgreiche UnternehmensgrĂźndung auch ohne Fremdfinanzierung gelingt. „Banken brauchen Sicherheiten statt unkonventioneller Ideen.“ Nach zehn Jahren konnte das Unternehmen Teekampagne, das als ein kleines Universitätsprojekt begann, sich als MarktfĂźhrer im deutschen Teeversandhandel etablieren. Bereits 1997 setzte das Unternehmen Ăźber 300 Tonnen Darjeelingtee um und stieg zum weltgrĂśĂ&#x;ten Importeur von Darjeeling-Blatttees auf. Heute beliefert Teekampagne einen ca. 200.000 Personen umfassenden Kundenstamm. Auch der Gedanke der Nachhaltigkeit spielt eine HQWVFKHLGHQGH 5ROOH LQ )DOWLQV *HVFKlIWVPRGHOO 'XUFK$XVVFKDOWXQJYRQ=ZLVFKHQKDQGHOEHLP(LQNDXI XQG 9HUVDQGKDQGHO ZHUGHQ 7UDQVSRUWZHJH UHGX]LHUW GDQN *UR‰YHUSDFNXQJHQ 9HUSDFNXQJV-

PDWHULDOHLQJHVSDUW%HLGHVI KUW]XU5HGXNWLRQYRQ &2(PLVVLRQHQ =XGHPVWDUWHWH7HHNDPSDJQHEHUHLWVLQ=Xsammenarbeit mit dem WWF India ein WiederaufforVWXQJVSURMHNWLQGHU5HJLRQ'DUMHHOLQJ'RUWZXUGHQ 0LOOLRQHQYRQ%lXPHQJHSĂźDQ]WXPGHU%RGHQHURsion entgegenzuwirken. Ă–kologische Projekte, wie die Einrichtung von Baumschulen, Gewinnung von %LR.RPSRVWXQG9HUPLWWOXQJYRQ$XIIDQJWHFKQLNHQ I U5HJHQZDVVHUIROJWHQ'LH7HHNDPSDJQHKDWVLFK DOV.DWDO\VDWRUXQG,QLWLDWRUI UHLQHQDFKKDOWLJH(QWwicklung erwiesen. Nachhaltigkeit gewinnt 2012 wurde die Teekampagne mit dem Nachhaltigkeitspreis der IHK Potsdam fĂźr ihr Engagement in der Region Darjeeling ausgezeichnet. „Ein Ă–konom der langfristig denkt, muss auch Ăśkologisch denken.“ Ăœberhaupt erkannte der Professor, dass Projekte, die im Einklang mit den Werten der Gesellschaft entwickelt werden, die besten Chancen haben, langfristig erfolgreich zu sein. Faltin publizierte auĂ&#x;erdem diverse Fachliteratur zum Thema Entrepreneurship, initiierte das Labor fĂźr Entrepreneurship und ist Business Angel erfolgreicher Startups. FĂźr seine Engagements erhielt er verschiedene Auszeichnungen bis hin zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Teeliebhabern und Interessenten an nachhaltigem Unternehmertum empfehlen wir: www.teekampagne.de. Irina Schwarz (Compliance) irina.schwarz@avesco.de

Maxim Horvath (Portfoliomanagement) maxim.horvath@avesco.de

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Leben

© Stefan Bär / pixelio.de

ZÜNDENDE IDEE?

SELBER R ERFIN NDE EN, K AUFEN ODER KL AUEN? Gerade in Berlin hat man das Gefühl, dass jeden Tag neue innovative Startups gegründet werden. Bei dieser Flut an neuen Ideen stellt sich die Frage: Woher nehmen Gründer ihre Visionen? Sucht man im Internet nach Begriffen wie Gründungsvisionen oder -Ideen, stößt man zuerst auf Webseiten, die versprechen, dass mit Hilfe von mehreren Sitzungen wirklich jeder Mensch eine innovative Idee entwickeln kann. Dahinter steckt in der Regel ein Psychologe oder Therapeut, der den Tunnelblick des Alltags zu durchbrechen verspricht, so dass kreative Gedanken fließen und Ideen sprießen können. Plagiat oder "Imovation"? Wem das zu zeitintensiv ist, dem empfiehlt der Wirtschaftswissenschaftler und Autor des Buches Copycats, Oded Shenkar, zu klauen. Er schreibt, wie bestehende Erfolgsrezepte und -produkte ganz ohne plumpes Plagiieren genutzt werden können. Er nennt es "Imovation": Cleveres Adaptieren und Fortentwickeln. Und er verrät Strategien, wie aus Abkupfern die Kunst des erfolgreichen Nachmachens wird - ganz ohne hohe Entwicklungskosten, Marketingetat und Fehlerquote. Noch ein Weg zur Gründeridee führt darüber, etwas bereits Bestehendes aufzugreifen und in etwas Neues umzuwandeln. Zum Beispiel in dem man Ideen aus einem anderen Land, einer anderen Kultur oder einfach aus einem anderen Lebensbereich aufgreift und auf die Bedingungen in Deutschland oder an die gewünschte Funktion anpasst. Ein schönes Beispiel hier-

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für ist das Startup „eTukTuk“. Das Gründerteam kam bei einem Asienbesuch auf die Idee, die dort als Taxis oder Transportfahrzeuge genutzten TukTuks nach Deutschland zu bringen und diese mit einem umweltfreundlichen Elektroantrieb auszustatten. Eine Nische belegen Dann gibt es auch noch den Gründertyp, der aus einem persönlichen Bedarf heraus aktiv wird. Fällt ihm auf, dass es ihm an einem Produkt oder an einer Dienstleistung mangelt und kommt er zu der Überzeugung, dass er eine Nische gefunden hat, ist die Idee zur Unternehmensgründung geboren. Und zu guter Letzt gibt es dann noch den Typ Gründer, der aus dem Nichts heraus eine zündende Idee hat und unter der Annahme, dass ein solches Unternehmenskonzept gute Chancen auf dem Markt hat, eine Firma gründet. Doch egal auf welchem Weg der Gründer an seine Idee gekommen ist, die wahre Herausforderung ist für viele der fantasielose Arbeitsalltag, der jeder tollen Idee unweigerlich folgt. Isabelle Seeger-Armbruster (Portfoliomanagement) isabelle.seeger-armbruster@ avesco.de


avesco Intern

VORSTELLUNG UNSERER NEUEN MITARBEITER

Seit dem 01. Juli 2012 unterstützt Hendrik Roeke als Senior Berater Private Banking das Vertriebsteam bei avesco. Als gelernter Bankkaufmann kennt er das Privatkundengeschäft von der Pike auf. Nach erfolgreichem Abschluss als Bankfachwirt an der Bankakademie in Frankfurt/Main folgte ein Intensivstudium zum Financial Planner (ebs) an der European Business School Finanzakademie. Herr Roeke ist seit 18 Jahren als Vermögensplaner tätig, zunächst für verschiedene Banken später als selbstständiger Finanzdienstleister im Bereich Vermögensberatung bei einer großen Privat- und Geschäftskundenbank. „Ich bin zu avesco gekommen, weil ich hier keinen reinen Produktverkauf betreibe, sondern den Kunden unabhängig und individuell entsprechend seiner Wünsche und Ziele beraten kann“, sagt Herr Roeke. In seiner Freizeit spielt er gerne Tennis. Hendrik Roeke (Senior Berater) hendrik.roeke@avesco.de Vom 18. Februar bis zum 31. Juli 2013 absolviert Christian Bonin sein Fachpraktikum bei avesco. Herr Bonin studiert im 10. Semester an der Otto-Friedrich Universität Bamberg. Christian Bonin (Wertpapiercontrolling) christian.bonin@avesco.de

Seit dem 01. Dezember 2012 arbeitet Maxim Horvath als Werkstudent im Bereich Portfoliomanagement. Er studiert im 3. Semester Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Wie kommt man als Jura-Student zu einer Tätigkeit bei avesco? „Als Student der Rechtswissenschaft einen Einblick in die Welt der Finanzen gewährt zu bekommen, ist lehr- und hilfreich zugleich“, sagt Herr Horvath. „Die Möglichkeit, Erfahrungen in der Geschäftswelt zu sammeln und gleichzeitig in meiner Funktion zum Erfolg von avesco beizutragen, freut mich besonders“. Maxim Horvath (Portfoliomanagement) maxim.horvath@avesco.de Seit dem 04. Februar 2013 unterstützt Doreen Breiter das Marketing-Team. Frau Breiter hat ihr wirtschaftswissenschaftliches Studium mit Schwerpunkt Marketing an der Technischen Universität Dresden als Diplom-Kauffrau erfolgreich abgeschlossen. Sie war die letzen vier Jahre für eine unabhängige Kapitalanlagegesellschaft in der Schweiz tätig und hat dort den Marketingbereich auf- und ausgebaut. Doreen Breiter (Marketing) doreen.breiter@avesco.de

Nachruf Gekämpft und doch verloren Zum Jahresbeginn erschütterte uns die traurige Nachricht vom Ableben Burkhard Liewalds am Heiligen Abend. Es gab langjährige Kontakte, bevor Herr Liewald Ende 2011 als selbstständiger Vertriebsmitarbeiter im Bereich Institutionelle Kunden zu avesco kam. Auch wenn die intensive Zusammenarbeit aufgrund seiner Erkrankung recht kurz war, verlieren wir mit ihm einen kompetenten und liebenswürdigen Kollegen, Freund und Geschäftspartner. Seine herzliche Art und seine absolute Verlässlichkeit werden uns immer in Erinnerung bleiben. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Ehefrau, seinen Kindern und allen Angehörigen. Um die Familie in dieser schweren Zeit nicht nur gedanklich sondern auch finanziell zu unterstützen, hat sich das avesco-Team an einer Spendenaktion beteiligt.

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© 2013 avesco Financial Services AG ISSN 2193-2115

avesco Transparent 18  

aktuelle Ausgabe der avesco Transparent mit dem Thema: Unternehmertum

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