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O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018 Ein Wort vorweg

Mehrheit für Vizepräsident der Weimarer Musikhochschule

Die Sommerpause ist ja immer die große Zäsur im akademischen Jahr: Die Professorinnen und Professoren verschwinden in ihre Nebentätigkeiten, die Studierenden in den Urlaub, in den Broterwerb und an den Schreibtisch, um ihre Abschlussarbeiten zu schreiben, die Lehrbeauftragten haben für einige Monate eine Lehrtätigkeit, aber auch eine Einnahmequelle weniger zu jonglieren; nur die Verwaltung hält die Stellung, denn an vielen Stellen läuft ja der Betrieb weiter: Der Neubau plant sich nicht von selbst, die Neuzugänge des Wintersemesters müssen vorbereitet werden, neue ProfessorInnen vereidigt, ein neues Semester voller Veranstaltungen und Projekte geplant werden, viele Bau- und Reinigungsarbeiten können nur in diesen Wochen durchgeführt werden; und tatsächlich gar nicht so wenige freuen sich, dass sie endlich einmal in Ruhe üben und unterrichten können. Es wäre natürlich albern, in diesem letzten Editorial aus meiner digitalen Feder nicht darauf hinzuweisen, dass diesmal die Zäsur noch etwas spürbarer ist als sonst: Ich verabschiede mich nach bald zweieinhalb Jahren Präsidentschaft (zurück) in die Lehre und freue mich mit Ihnen auf unseren neuen Präsidenten Elmar Fulda, dem ich an dieser Stelle alles erdenklich Gute für sein Amt wünsche. Rückblickend kann ich sagen: Jede Hochschule hat ihre Eigenarten, aber unsere ist wirklich etwas Besonderes. Ich kann mir keine andere Institution vorstellen, an der so viel und so andauernd gestritten und gerungen wird und an der dennoch eine so gute Stimmung und konstruktive Atmosphäre herrschen; keine andere, an der unter so widrigen und teilweise absurden räumlichen und planerischen Bedingungen so Großartiges geleistet wird (größtmöglichen Dank an dieser Stelle an Daniela Kabs und das Team des KBB und der Raumplanung), auch keine andere Hochschule, die in den letzten zwei Jahren der Stagnation und des Stillstands, der ja nach den gescheiterten Wahlen immer prognostiziert wurde, so viel auf die Beine gestellt hat: eine komplette Flächenermittlung und Bedarfsmeldung, Studiengangsakkreditierungen in allen Fachbereichen, eine Stiftungsgründung, die Implementierung des Deutschlandstipendiums, dazu diverse hochkarätige Neuberufungen, großartige Konzerte, Performances und Projekte in Serie sowieso: Wir haben uns eine kleine Pause verdient, freuen uns auf neue Perspektiven und Herausforderungen und finden vielleicht sogar Momente der Muße, um die ästhetischen Erfahrungen zu machen, die wir die ganze Zeit zu vermitteln versuchen. Herzlichen Dank und alles Gute Ihr Prof. Christopher Brandt Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main

Elmar Fulda (Zweiter von links) hat zugesagt, ab 1. Oktober die Amtsgeschäfte als neuer Präsident der HfMDK zu übernehmen. Das Bild zeigt ihn gemeinsam mit dem aktuellen Präsidium mit Prof. Christopher Brandt (rechts), Prof. Ernst August Klötzke (links) und Kathrin Schwalb.

Prof. Elmar Fulda wird Präsident der HfMDK Elmar Fulda hat die Wahl angenommen und zugesagt! Zum 1. Oktober 2018 wird er seine erste Amtszeit als Präsident an Hessens Hochschule für Musik, Theater und Tanz antreten. Damit endet eine über zweijährige Übergangszeit, in der Gitarrenprofessor Christopher Brandt interimistisch die Amtsgeschäfte geführt hat. „Ich danke für das große Vertrauen! Es ist für mich Herausforderung und Ansporn. Gemeinsam mit Ihnen allen, den Studierenden, den Kolleginnen und Kollegen in Lehre und Verwaltung, möchte ich die Frankfurter Hochschule als einen herausragenden Ort der performativen Künste, der Kommunikation, des Forschens und Erfindens weiterentwickeln“, schrieb Elmar Fulda nach seiner Wahl. Den erweiterten Senat der Hochschule, der sich aus Mitgliedern des Hochschulrats und aus Vertretern der Lehre, der Verwaltung und der Studentenschaft zusammensetzt, konnte er in zwei Vorstellungsrunden überzeugen. Das Gremium wählte ihn am 28. Mai 2018 zum neuen Präsidenten der HfMDK. Schon wenige Tage später kommt er nach Frankfurt, sucht den Gesprächskontakt zu den Fachbereichen, zu Studierenden und dem Personalrat. Zügig kann er sich mit dem Hessischen Ministerium für Wissen-

schaft und Kunst über die Rahmenbedingungen für seine Präsidentschaft einigen, so dass er das neue Amt nun zum 1. Oktober antreten wird. Elmar Fulda ist Regisseur in Musiktheater und Schauspiel. Seit 2005 unterrichtet er als Professor an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und leitet die Opernschule und das Thüringer Opernstudio. Von 2010 bis 2013 und wieder ab 2017 war er Vizepräsident für Künstlerische Praxis der Weimarer Hochschule. Präsidium ist bald komplett Dozentenkonzert und Sommerfest am 5. Juli waren willkommene Gelegenheit, klingende Eindrücke zu sammeln und mit Lehrenden, Studierenden und MitarbeiterInnen bei einem Glas Wein ins Gespräch zu kommen. Im Präsidium wird Elmar Fulda mit den VizePräsidenten Prof. Christopher Brandt und Prof. Ernst August Klötzke sowie der Verwaltungswissenschaftlerin Kathrin Schwalb zusammenarbeiten. Sie nimmt seit Februar 2018 die Geschäfte der Hochschulkanzlerin wahr. Fulda hofft, dass das Ministerium Fortsetzung nächste Seite


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018 Fortsetzung

Kathrin Schwalb zeitnah zur Kanzlerin ernennt. Damit wird das Präsidium wieder komplett sein und kann seine Arbeit aufnehmen. Zentrale Aufgabe in den kommenden Jahren ist der Neubau der Hochschule in Bockenheim, den es voranzutreiben gilt. Die Signale aus Land und Stadt sind derzeit ermutigend, dass die Vision eines Kulturcampus, auf dem Kunstpraxis, Lehre und Forschung zusammenwirken, Realität werden kann. Kurzfristig stehen die Sanierung des C-Gebäudes an sowie die Suche nach Übergangslösungen, um die Raumnot zu lindern, die die Entwicklung der HfMDK beschränkt. „Es sind immer die Menschen, die den Unterschied machen,“ sagt Elmar Fulda. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den kreativen, engagierten Kolleginnen und Kollegen in Frankfurt und will mich einsetzen, dass Studierende hier Studienbedingungen vorfinden, die sie ermuntern und fördern!“

Teilnahme an Umfrage erbeten Die HfMDK-Hochschulleitung bittet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Verwaltung und Lehre um die Teilnahme an einer Online-Umfrage des Netzwerks Musikhochschulen. Im Netzwerk Musikhochschulen arbeitet die HfMDK mit zehn weiteren deutschen Musikhochschulen zum Thema Qualitätsmanagement und Lehrentwicklung zusammen. Das Netzwerk entwickelt Instrumente zur Evaluation von Lehre und Studium, bietet Weiterbildungsveranstaltungen an und fördert den hochschulübergreifenden Austausch zu den genannten Themen. HfMDK-Präsident Prof. Christopher Brandt erklärt dazu: „Die Aktivitäten im Netzwerk Musikhochschulen sind für unsere Hochschule sehr wichtig. Deshalb wollen wir die

Zusammenarbeit intensivieren und die Angebote weiterentwickeln. Ich möchte Sie deshalb bitten, sich ca. 20 Minuten Zeit zu nehmen, um einige Fragen zu den Angeboten des Netzwerks zu beantworten. Im Interesse stehen Ihre Erfahrungen, Einschätzungen und Erwartungen. Die Umfrageergebnisse helfen, die Angebote in den Bereichen Weiterbildung, Evaluation und hochschulübergreifender Austausch auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen.“ Die Befragung wird in Kooperation mit dem Netzwerk Musikhochschulen auf Grundlage des Auftrags der Hochschule an das Netzwerkzentrum mit Sitz an der HfM Detmold durchgeführt. Folgender Link führt zur Umfrage: https://limesurvey. netzwerk-musikhochschulen.de/ index.php/533617?lang=de

Erfolge in Graz

Preis für Philippe Ledun

Der dritte Jahrgang des Ausbildungsbereichs Schauspiel ist mit einem fulminanten Doppel-Erfolg vom Schauspielschultreffen in Graz zurückgekehrt.

Am 17. Juni 2018 wurde der von Walter H. Krämer gestiftete Förderpreis für junge Schauspielerinnen und Schauspieler an Philippe Ledun verliehen. Walter H. Krämer würdigt mit dem Preis herausragende künstlerische Leistungen von Studierenden im Ausbildungsbereich Schauspiel.

Bei der Preisverleihung, in der sowohl Ensemble- wie auch Einzelpreise vergeben werden, würdigte die Jury drei Studierende der HfMDK für ihre Leistungen im WettbewerbsBeitrag „Einige Nachrichten an das All“. Lisa Eder erhielt für ihre Rolle der dicken Frau den begehrten Marina-Busse-Einzelpreis, mit dem im vorigen Jahr Hans-Christian Hegewald ausgezeichnet wurde. Philippe Ledun und Vincent Lang wurden mit dem von der Jury neu geschaffenen Preis für die beste Zweierszene geehrt. In der Laudatio wurde die Zartheit und Poesie hervorgehoben, mit der sie zwei Beckett-Clowns spielen, die sich ein Kind wünschen. Am diesjährigen Schauspielschultreffen nahmen 19 staatliche Schauspielschulen mit insgesamt 151 Studierenden teil, die sich mit einer jeweils 60minütigen Arbeit dem Wettbewerb stellten. Die HfMDK präsentierte sich mit „Einige Nachrichten an das All“ von Wolfram Lotz in der Regie von Marc Prätsch. Die Inszenierung wurde als Koproduktion innerhalb des Studiojahres Schauspiel am Schauspiel Frankfurt produziert und erlebte in den Kammerspielen zehn Aufführungen. Das Schauspielschultreffen (die offizielle Bezeichnung ist „Bundeswettbewerb zur Förderung des deutschsprachigen Schauspielnachwuchses“) findet jährlich an wechselnden Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt und richtet sich an Studierende der höheren Semester. Mit zwei Auszeichnungen war dies die bislang erfolgreichste Teilnahme der HfMDK am Schauspielschultreffen seit dessen Bestehen.

Philippe Ledun studiert seit 2015 Schauspiel an der HfMDK. Im Rahmen des Studiojahrs Schauspiel spielte er in mehreren Inszenierungen am Schauspiel Frankfurt. In seiner Laudatio würdigte Walter H. Krämer insbesondere den Teamgeist, den Spielwitz und

die Spielintelligenz, mit der Philippe Ledun seine Rollen gestaltet: „Seine persönlichen Recherchen für Rollenarbeiten speisen sich aus einer Neugier, den Dingen auf den Grund gehen wollen, und er zeigt die Bereitschaft und den Willen, sich bewusst auch größeren, über den jeweils aktuell geforderten Ausbildungsstandard hinausreichenden Herausforderungen zu stellen.“ Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 600 Euro verbunden und wurde inzwischen zum sechsten Mal an eine Studentin oder einen Studenten aus dem 3. Jahrgang Schauspiel vergeben.

Walter H. Krämer vergab den diesjährigen Förderpreis für junge Schauspielerinnen und Schauspieler an Philippe Ledun. Mit dabei Ausbildungsdirektorin Prof. Dr. Dagmar Borrmann. Foto: Hansjörg Rindsberg

Freude bei Lisa Eder, Philippe Ledun und Vincent Lang über ihre abgeräumten Preise beim Schauspielschultreffen in Graz. Foto: Dagmar Borrmann


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018 Die klimaneutrale Hochschule

Kultur und Nachhaltigkeit in Synergie Die Nachhaltigkeitsdebatte hat ein Problem. Sie wird oft mit Verzicht, politischen oder wirtschaftlichen Interessen in Verbindung gebracht und beschränkt sich in Medien und Veröffentlichungen vielfach auf einen rein technischen und wissenschaftlichen Informationsgehalt. Dazu kommen mahnende Worte, dass der Klimawandel unaufhaltsam wird, wenn wir nicht augenblicklich unser Selbstverständnis ändern. Diese Lesart hat allerdings nicht zu einer Verminderung der Emissionen geführt, sondern konnte die bis heute steigenden CO2-Emissionen weltweit scheinbar nicht bremsen. Es ist an der Zeit, dieses Narrativ zu ändern. Dies kann gelingen, wenn die Themen uns emotional berühren. Wie sollte das besser gehen als durch Kunst und Kultur in einem kreativen Freiraum wie der HfMDK? Lassen Sie sich überraschen, was das Energiemanagement der HfMDK mit Ihnen und durch Sie bewegt, damit nicht nur die HfMDK klimaneutral werden kann, sondern wir alle Nachhaltigkeit mit all ihren positiven Bestandteilen leben! Ein erster Schritt nach draußen ist der neue Webauftritt „Klimaschutz an der HfMDK“ auf unserer Website. Dem Leitsatz „Kultur und Nachhaltigkeit in Synergie: Die HfMDK auf dem Weg zur klimaneutralen Hochschule“ folgend, erzählen wir grüne Geschichten und starten Aktionen und Kampagnen. Einige laufen bereits, andere werden wir durch Ihre Ideen weiterentwickeln. Wie wir das machen, lesen Sie hier. Heiko Frieling

In „KlimaThinkTanks“ entstehen Ideen für den Klimaschutz

„Grün geht doch!“ Wir wussten nicht recht, was passieren wird, wenn wir die gesamte HfMDK-Nutzerschaft (Studierende, Lehrende und MitarbeiterInnen) zu freiwilligen Workshops – wohlgemerkt neben Arbeit und Studium, einladen, um grüne Ideen für die HfMDK zu entwickeln. Eine zuvor geschaltete Meinungsumfrage fand große Resonanz und zeigte repräsentativ: Nachhaltigkeit und Klimaschutz im privaten und Hochschulumfeld sind Ihnen wichtig. Jede/r hat seine/ihre Spezialgebiete, und darauf lässt sich aufbauen. Das bestätigte sich auch bei den Anmeldungen für die „KlimaThinkTanks“, die in der ersten Juliwoche in öffentlichen Bereichen des Foyers stattgefunden haben. Damit wollten wir auch ein Zeichen setzen, wie man mit akuter Raumnot umgehen kann. Wir haben in heterogenen Grup-

Vordenker für mehr Umweltschutz an der HfMDK: eine der „KlimaThinkTank“-Arbeitsgruppen

pen nach der Methode des „Design Thinking“ Ideen entworfen, Prototypen gebaut und umsetzbare Lösungen im Ansatz dokumentiert. Die Tatsache, dass die „KlimaThinkTanks“ in unserer Hochschule einen Platz und Anklang gefunden haben, beweist: Grün geht doch! Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden. Ihre Ideen werden dokumentiert und demnächst unter den grünen Geschichten des Energiemanagements auf der Website ausgestellt. Wir werden außerdem alle Ideen in einen Machbarkeitsprozess nehmen und versuchen, einzelne in die Tat umzusetzen. Heiko Frieling, Energiemanagement der HfMDK Links: Ideen-Prototyp „Grünes Konzert“ Foto: Lorna Lüers

Das HfMDK-Radelteam: 4.462 Kilometer in 21 Tagen Eine beeindruckende Bilanz hat das HfMDK-Radelteam bei der ersten Stadtradeln-Teilnahme hingelegt. Wir waren sehr fleißig und haben gemeinsam 4.462 km in 21 Tagen mit dem Rad zurückgelegt. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich bei allen, die für das Team mitgefahren sind. Unser 20. Platz von über 130 angemeldeten Teams in Frankfurt ist ebenfalls mehr als beachtlich. Wir haben damit einen großen Beitrag geleistet, den Radfahreranteil in Frankfurt und Umgebung zu steigern. Wir haben ein Zeichen gesetzt, dass Radfahren unerlässlich ist, um in puncto emissionsfreie Mobilität einen echten Schritt nach vorn zu machen.

Außerdem haben wir aktiv CO2Emissionen vermieden. An einer Tonne CO2 haben wir gekratzt, sie aber nicht ganz geschafft. Das soll uns Ansporn sein, es im nächsten Jahr wieder zu versuchen. Das Radeln hat sich für den/ die Gewinner/in in unserem kleinen Gewinnspiel auch noch in Form eines 50,- Euro-Gutscheins für ein lokales Fahrradgeschäft bezahlt gemacht. Weiter so an alle Radler! Die meisten Kilometer „erradelte“ innerhalb von drei Wochen die Lehramtsstudentin Zoe Breithaupt (links im Bild mit Malte Bechtold und Franz Schreiber) – sie legte den Weg von ihrer über zehn Kilometer entfernten Wohnung zur Hochschule stets mit dem Rad zurück. Heiko Frieling


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018 Prof. Jan-Richard Kehl löst Prof. Ingo Diehl als Dekan des Fachbereichs 3, Darstellende Kunst, ab

Eine aktuelle Standortbestimmung Am 1. Juni hat Jan-Richard Kehl für drei Jahre das Amt des Dekans im Fachbereich Darstellende Kunst (FB 3) von Prof. Ingo Diehl übernommen. Als Professor für Szenischen Unterricht in der Gesangsabteilung bleibt Prof. Kehl nach wie vor deren Ausbildungsdirektor. An seiner Seite fungiert als Prodekan der Ausbildungsdirektor Regie Prof. Hans-Ulrich Becker. Im nachfolgenden Interview erläutert der neue Dekan die aktuellen Themen des Fachbereichs, in dem SängerInnen, SchauspielerInnen, TänzerInnen, TanzpädagogInnen, RegisseurInnen sowie Theater- und OrchestermanagerInnen studieren.

theoretisch-praktische Brücke zwischen Sprachen, hat sich in der Ausbildung als Standard etabliert; darauf haben wir als Ausbildungsinstitut zu reagieren. Zudem wurden in der HfMDK neue allgemeine Bestimmungen beschlossen, die wir in den Studienordnungen berücksichtigen müssen. Kurzum: Mit der Überarbeitung definieren wir auch unsere Standpunkte und die Gesichter der Studiengänge neu. Welche Themen gilt es jenseits dessen zu bearbeiten?

Welches „Erbe“ haben Sie von Ingo Diehl übernommen? Prof. Jan-Richard Kehl: Seine Arbeit zeichnet sich durch ein hohes Maß an theoretischer Reflexion, auch als grundlegendes Element seines Studiengangs, des Master Contemporary Dance Education (MA CoDE), aus. Mit diesen Voraussetzungen hat er als Dekan den gesamten Fachbereich und sicher auch die Hochschule bereichert. Er trug wesentlich zur besseren Wahrnehmung der sehr unterschiedlichen Ausbildungsbereiche bei und schuf in den Fachbereichssitzungen eine Prof. Jan-Richard Kehl ist neuer Dekan des Fachbereichs 3. Kultur der gegenseitigen Einblicke. Insgesamt hat er sich für die bessere Prof. Jan-Richard Kehl: Extrem virulent Sichtbarkeit des Fachbereichs stark gemacht ist für uns das Thema Kulturcampus und unsere Stärken in den Fokus der Wahrund der damit ersehnte Neubau der nehmung gerückt. Diesen Anspruch gilt es Hochschule. Es ist unsere Aufgabe zu fortzusetzen. Im Alltag unserer Dekanatsarzeigen, wie wichtig uns der Kulturcambeit gibt es natürlich eine große Anzahl an pus ist. Die große Chance der Gemeindringlichen Themen. samkeit verschiedener Kunstsparten, die unser Fachbereich ja per se Welche sind dies? beinhaltet, müssen wir nach außen hin spürbar machen und dadurch dieser Prof. Jan-Richard Kehl: Auf der formalen großartigen Idee Vorschub leisten. Ebene müssen aktuell vier Verfahren zur Das haben wir jüngst im Verbund mit Besetzung von Professuren parallel durchder Hessischen Theaterakademie, geführt werden. Außerdem stehen wir vor deren Präsident Ingo Diehl jetzt ist, der Akkreditierung dreier Studiengänge: und weiteren Kulturinstitutionen der Bachelor Regie sowie Bachelor und Master Stadt und des Landes bereits in Form Gesang. Bevor die Akkreditierung beginnen verschiedener Inszenierungen und Persoll, müssen die neuen Studienprüfungsordformances begonnen. Zudem erhoffen nungen, die wir für die genannten Studienwir uns vom neu gewählten HfMDKgänge zur Zeit erarbeiten, eingeführt sein. Präsidenten Elmar Fulda Impulse, die die Idee des Kulturcampus weiter nach Warum war eine Überarbeitung fällig? vorn bringen. Daneben gilt es aber auch Perspektiven aufzuzeigen, wie die Prof. Jan-Richard Kehl: Mittlerweile haben Arbeitsbedingungen in der Übergangssich neue Ausgestaltungsnotwendigzeit bis zur Fertigstellung des Neubaus keiten ergeben. Es hat sich nicht nur der gestaltet werden. Ein unumgängliches Arbeitsmarkt deutlich verändert, sondern Thema, das uns die aktuelle geselles gilt auch, die Erfahrungen des Bolognaschaftliche Diskussion verdeutlicht, ist Alltags einfließen zu lassen. Um ein kleines die sogenannte „me too“-Debatte, die Beispiel aus dem Gesang zu nennen: Ein das Selbstverständnis der Lehrenden neuer Standard, das Internationale Phoneneu beleuchtet und so wichtige Astische Alphabet (IPA), eine Lautschrift als

pekte wie den der Achtsamkeit für und mit Studierenden in einen neuen Fokus rückt. Unser Eindruck ist, dass die Auseinandersetzung damit in unserem Hochschulalltag erst am Anfang steht; deshalb hat sich der Fachbereich dazu ausgetauscht und ist dabei, die Herausforderung für die Lehre, die Lehrenden und die Studierenden aufzugreifen. Wie könnte eine solche Auseinandersetzung aussehen? Prof. Jan-Richard Kehl: Wir sollten uns überlegen, ob und wie sich das Miteinander in der täglichen Unterrichtspraxis verändern müsste. Gerade in der Darstellenden Kunst ist es wichtig, dass ihre körperlich orientierte Handwerklichkeit bewahrt bleibt und nicht in Konflikt mit einem Schutzkonzept gerät. Hier gibt es ja einige so zugespitzte Reaktionen wie die „no touch-policy“ in den USA, die wir in den Darstellenden Künsten nicht für den richtigen Weg halten. In jedem Fall führt eine thematische Auseinandersetzung zu einer Sensibilisierung auf allen Ebenen und hoffentlich auch zu einer neuen Sicherheit im Umgang miteinander. Welchen eigenen Anspruch hegen Sie an sich als jetziger Dekan? Prof. Jan-Richard Kehl: Zunächst hoffe ich auf den baldigen Arbeitsbeginn des gewählten Präsidenten. Gerade nach der langen Phase der Präsidentenwahl freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit Elmar Fulda, dessen Neuanfang auf vielen Gebieten hoffentlich eigene Impulse setzten wird und Chancen für die Entwicklung der Hochschule eröffnet. Als Dekan möchte ich nach wie vor meine Ohren für Studierende offenhalten. Aber auch daran arbeiten, für uns Lehrende bessere Bedingungen zu ermöglichen, dies nützt letztlich auch wieder den Studierenden. Unter anderem ist als konkrete Verbesserung des Unterrichtsalltags die Anmietung von Unterrichtsräumen für den Studiengang MA CoDE geplant, für die ich mich einsetze. Die Interdisziplinarität möchte ich im Blick behalten, Gemeinsamkeiten pflegen, aber auch die Unterschiedlichkeiten sehen und als Chance eines vielgestaltigen Miteinanders nutzen. In dieser Hinsicht machen wir im Fachbereich 3 schon einiges richtig: Wir praktizieren bereits seit Jahren Bewegungs- und Körperbewusstseinsangebote für die gesamte Hochschule, deren interdisziplinärer Ansatz selbstverständlich ist. Nicht zuletzt steht für mich als Dekan die Chancengleichheit aller zugehörigen Studiengänge im Fokus. bjh


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018 Dr. Peter Mall initiiert im Durchschnitt 25 Evaluationen von Lehrveranstaltungen pro Semester

Chance auf hilfreiches Feedback Wer seine Arbeit evaluieren lässt, setzt sich keiner Fremdkontrolle aus, sondern nutzt die Chance, durch ein konstruktives Feedback der Studierenden an und mit sich selbst zu wachsen. So könnte man vielleicht umschreiben, was Evaluieren bedeutet – und was es vor allen Dingen nicht bedeutet: Urteilen oder gar Verurteilen.

insgesamt hohe Lehrqualität“, verrät Peter Mall. Die Evaluation sei zudem kein Instrument, mutmaßlich schlechten Lehrenden auf den Leib zu rücken: Dies kann nur ein funktionierendes Beschwerdemanagement leisten. In diesem Sinne sei die Evaluation als ein Entwicklungsinstrument zu verstehen und einzusetzen. Evaluierung in Form eines verbalen Austauschs mit den

Im Durchschnitt sind es etwa 25 Lehrveranstaltungen pro Semester, deren Evaluation Dr. Peter Mall an der HfMDK aktuell betreut. Der Musikpädagoge, der zuvor an dem EU-Projekt „Sounding Ways into Mathematics“ im Rahmen der HfMDK-Beteiligung mitarbeitete, gehört als – aus Projektmitteln des Innovationsfonds des Landes Hessen finanzierter – wissenschaftlicher Mitarbeiter nun zum Team des hochschuleigenen Qualitätsmanagements. Der Kern der formativen Evaluation, die ein laufendes Projekt unter die Lupe nimmt, ist die Befragung der Teilnehmenden, an der HfMDK also im Wesentlichen der Studierenden. Dies gilt für jedes Lehrangebot – vom instrumentalen Einzelunterricht bis zum Orchesterprojekt, letzteres übrigens jüngst geschehen –, aber auch für Theorieveranstaltungen wie Vorlesungen und Seminare. Und um die zweite Mär über Evaluation zu enttarnen: „In ihr geht es schon gar nicht um die Fachkompetenz der oder des Lehrenden“, stellt Peter Mall klar. Vielmehr, so erklärt er weiter, offenbare eine Evaluation, wie Studierende eine Lehrveranstaltung wahrgenommen haben – „oft geht es dabei vor allem um organisatorische Fragen und logistische Rahmenbedingungen.“ Um dies zu hinterfragen, gibt Peter Mall den Dr. Peter Mall initiiert an der HfMDK Evaluationen von LehrStudierenden auf die Veranstalveranstaltungen. tung zugeschnittene Fragebögen Studierenden (TAP, Gruppendiskussizur Beantwortung. Grundsätzlich ist dies onen) ist übrigens auch ein wichtiger sowohl per Papier als auch online möglich – Bestandteil des Evaluationskonzepts der Anonymität der Studierenden wird dabei der HfMDK. In Gruppendiskussionen höchste Priorität eingeräumt. tauschen sich die Studierenden z.B. über ihre Erfahrungen im Studium, in Persönliche Ansprache wichtig einem Studienfach oder in bestimmten Unterrichtssituationen aus. Diese Die Erfahrung hat ihn gelehrt: Mit jedem StuDiskussionen können dann anonym dierenden, den er persönlich anspricht, steigt protokolliert und als Rückmeldung für die Rückläuferquote, welche bei Online-Bedie Weiterentwicklung z.B. eines Studifragungen schon mal unter 20% fallen kann. engangs genutzt werden. Die personalisierten Auswertungen erhält übrigens nur der oder die Lehrende selbst, Höheres Semester, nicht etwa ein Vorgesetzter oder eine übergekritischeres Feedback ordnete Instanz. Davon abgesehen, sprechen die Ergebnisse der 187 im vergangenen Eine Tendenz kann Peter Mall aus den Wintersemester an der HfMDK Befragten bisherigen Evaluations-Erfahrungen in eine eindeutige Sprache: „Sie bescheinijedem Fall erkennen: Je älter und quagen den evaluierten Veranstaltungen eine

lifizierter die Studierenden sind, desto kritischer fällt deren Feedback aus. Im kommenden Projektjahr will Peter Mall eine Studierenden-Befragung an der Hochschule initiieren, zudem hat die HfMDK eine Befragung der Alumni aus den Abschlussjahrgängen 2013 bis 2015 in Gang gesetzt – ca. 600 AbsolventInnen sind dazu aufgerufen, Fragen zu ihrem Berufseinstieg und ihrem Studium an der HfMDK zu beantworten. Die Entdeckung des Neuen, das Aufdecken versteckter Zusammenhänge durch empirische Beobachtung, haben bereits vor längerem Peter Malls persönlichen Forschergeist beseelt. Diesen Entdeckungen widmet er sich auch in seiner jetzigen Position mit großer Leidenschaft. In jedem Fall wünscht sich Peter Mall noch mehr Kontakt zu den Lehrenden, um deren Bewusstsein dahingehend zu verändern, Evaluation mehr als Chance denn als unabwendbares Schicksal zu verstehen. bjh Prof. Sibylle Cada (Klavier, Methodik/Didaktik): „Seit Beginn der Lehrevaluation an unserer Hochschule beteilige ich mich im Zusammenhang mit meiner Seminar-Arbeit daran, habe gute Erfahrungen damit gemacht und denke, sie ist prinzipiell ein gutes Instrument. Die skalierten positiven Werte sind selbstverständlich immer erfreulich. Für meine perspektivische Reflexion jedoch waren die Äußerungen und Vorschläge in den frei formulierten Feedbacks besonders wertvoll – so kenne ich das auch aus meinen eigenen Feedback-Aktivitäten. Wenn sich dann Überlegungen einstellen, welche weiteren alternativen Feedback-Formen (z.B. Gesprächsrunden zu Einzelunterrichts-Rückmeldungen – sicher besonders sinnvoll bei Nicht-Muttersprachlern) denkbar sind, kommt Peter Mall ins Spiel. Mit ihm fanden zu diesen Fragestellungen bereits anregende und konstruktive Gespräche statt, in denen mir besonders sein offenes und aktives Zuhören gefallen hat – mit ihm zu sprechen habe ich als miteinander sprechen empfunden. Konstruktiv und besonnen geht er auf seine wahrlich nicht immer leichte Aufgabe zu, Vorgaben `von oben` mit Positionen und Bedürfnissen der Lehrenden wie auch der Studierenden in eine befriedigende und realisierbare Balance zu bringen. Da Peter Mall selbst auch ausgewiesener Praktiker ist, kann er sich in konstruktive Impulse für eine Weiterentwicklung der Lehrqualität einfühlen“.


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018 Impressionen des Semesters

Konzert mit Dozenten und Studierenden am Abend des Sommerfests

Tanzperformance beim Sommerfest

Oben: Spaßige Wettkämpfe beim HfMDK-Sommerfest

Eröffnung des Barockfests 2018 im Innenhof der Burg Kronberg

„Partita im Tanz“mit Anna Zhitnukhina und Fabian Riess beim Barockfest Kronberg

„Die Krönung der Poppea“ in der Johanniskirche Kronberg

Unten: Tanz-Performance am Sommerfestabend

Angelika Merkle, Susanne Stoodt, Jan Ickert, Tobias Reifland und Axel Ruge.

Momente aus dem ZuKT_tanzmarathon 2018 Schauspiel-Monolog: Vincent Lang

Der HfMDK Pop- & Jazzchor in der Brotfabrik Foto: Hansjörg Rindsberg

Schauspiel-Monolog: Kristin Hunold Unten: Shakespeare-Regieprojekte von Sahar Rezaei, Dennis Duszczak und Maxime Mourot.

Probe für den Kompositionsabend


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018 Angelika Stevanovic, stellvertretende Leiterin der Bibliothek, seit 25 Jahren im öffentlichen Dienst Angelika Stevanovic ist gebürtige Frankfurterin und begann ihre musikalische Sozialisation mit Volksliedersingen schon als Kind nicht nur bei familiären Autofahrten. Sie nahm früh Gitarrenunterricht und liebäugelHochschulpräsident Prof. Christopher Brandt te zunächst mit einer Ausbildung als gratulierte kürzlich der stellvertretenden Musiktherapeutin, studierte dann aber HfMDK-Bibliotheksleiterin Angelika StevaMusikwissenschaft an der Goethenovic zu 25-jähriger Tätigkeit im öffentliUni, wo sie ihren Magister (M.A.) chen Dienst. Seit dem Jahr 2000 ist sie an erwarb. Ihre erste berufliche Station Hessens Hochschule für Musik, Theater und hatte sie als Assistentin in der FrankTanz beschäftigt. furter Stadtbücherei, ehe sie sich an der damaligen Fachhochschule in Manchmal treffen die Prognosen der BerufsStuttgart für den Diplomstudiengang berater eben doch ins Schwarze: Jedenfalls „Öffentliche Bibliotheken“ einschrieb. formulierte einer der damaligen Bornheimer Parallel sammelte sie bibliothekarische Helmholtzschülerin die Tätigkeit als BiblioErfahrungen unter anderem im badenthekarin als ihren mutmaßlichen Traumberuf. württembergischen Wirtschaftsarchiv Und wer Angelika Stevanovic in ihrem Büro und der Bibliothek für Zeitgeschichte. am Bibliothekseingang besucht, hat nicht Nach dem Diplom absolvierte sie ihr Mehrere Jahre lang engagierte sie sich den Eindruck, als hätte sich an dieser trefZusatzstudium für Musikbibliotheken in der Personalvertretung der HfMDK fenden Prognose von damals etwas geäninklusive sechsmonatigem Praktikum und brachte dort ihr pragmatisches dert. „Ich fühl mich hier einfach sehr wohl“, in der Musikhochschule Stuttgart. Denken gewinnbringend mit ein. „Das bestätigt sie. Es ist der Mix aus dem Verwar durchaus eine spannende Zeit“, tieftsein in Stapel von zu katalogisierenden Zurück in Frankfurt arbeitete sie in der resümiert sie ihre berufliche EtapNoten und dem Kontakt zu Lehrenden und Institutsbibliothek für pädagogische pe als Personalrätin. Gremienarbeit Studierenden am Ausleihschalter, der sich Psychologie und Psychoanalyse an der ist ihr ohnehin nicht fremd: Bei der für Angelika Stevanovic mit der Möglichkeit Goethe-Universität, einer „one person Einführung des neuen Regelwerks zu flexiblen Arbeitszeiten verbindet. library“ im 37. Stock des damaligen „RDA“ zur bibliothekarischen BeHfMDK-Bibliotheksleiter Dr. Andreas AFE-Turms in Bockenheim. Spätestens schreibung vertrat sie den Hessischen Odenkirchen ernannte Angelika Stevanovic da fiel ihr Entschluss, beruflich wieder Bibliotheksverbund (HeBIS) in der schon vor Jahren zu seiner Stellvertreterin. mit Musik in Berührung zu kommen. dafür gegründeten Arbeitsgruppe und Als solche ist sie zugleich zweite AnsprechDas gelang ihr mit der jetzigen Stelle wirkte an der Erstellung der nationalen partnerin für die studentischen Hilfskräfte definitiv. Gesangsunterricht und die musikrelevanten Schulungsunterlagen im Bibliotheksbetrieb. Ansonsten wandert Mitgliedschaft in einem ambitionierten mit, was zusätzlich zum normalen Arjedes (neue) Notenexemplar im Bestand der Chor rundeten ihre persönliche Freude beitspensum an der HfMDK regelmäHfMDK-Bibliothek zum Einarbeiten (Systean der Musik ab, für die sie gegenwärßige Mehrarbeit bedeutete. Für den matisieren, Katalogisieren, Beschriften von tig nur noch passiv hörend Zeit findet: HeBIS-Verbund war sie als Referentin Notenbänden oder -mappen) über ihren Sie ist Oper und Konzert ebenso zufür FachkollegInnen tätig und ist bis Schreibtisch. Entsprechend fundiert ist ihr gewandt wie den Hits ihres Lieblingsheute Verbundansprechpartnerin bei Überblick über den Notenbestand. Radiosenders hr 1. bjh musikbibliothekarischen Fragen.

Überblick garantiert

Studierende eines Musikpädagogik-Seminars begaben sich in einen interkulturellen Dialog

Brückenschlag im Klassenzimmer In Kooperation mit „Bridges – Musik verbindet“ und gemeinsam mit sechs BridgesMusikern hatten Studierende der HfMDK die Möglichkeit, unterschiedliche Kulturen über Musik kennenzulernen und den Gedanken eines interkulturellen Dialogs auch für Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen erlebbar werden zu lassen. „Bridges – Musik verbindet“ ist eine interkulturelle Initiative, bei der professionelle MusikerInnen aus unterschiedlichen Kulturen in gemeinsamen Projekten durch Verbindung von traditioneller und moderner, orientalischer und europäischer Musik neue musikalische Wege gehen. Auf Initiative der HfMDK-Absolventin und Gründerin von Bridges, Julia Kitzinger, und gefördert durch die con-moto-foundation, konnten Lehramtsstudierende „Bridges“ in den Klassenraum bringen. Im Rahmen eines musikpädagogischen Seminars konnten die Studierenden,

gemeinsam mit den Bridges-Musikern, Unterrichtssequenzen entwickeln und in drei Klassen von Frankfurter Schulen, zwei Haupt- und Realschulen und einer Integrierten Gesamtschule, den SchülerInnen ermöglichen, die Musik der unterschiedlichen Kulturen in aktiver Auseinandersetzung zu erleben. Nachfolgend schildert Moritz Gräb seine Eindrücke als beteiligter Lehramtsstudent: „Spannend war, dass wir größtenteils keine Vorahnung hatten, was uns denn mit `arabischer/ afghanischer Musik` erwarten wird. Die Instrumente, die benutzt wurden, waren für die meisten Studierenden neu: von der Oud oder der Rubab, zwei Saiteninstrumenten, bis hin zu verschiedensten Percussionselementen. Der Schwerpunkt der Unterrichtsstunden sollte praxisorientiert sein, sodass ein gemeinschaftliches

Musizieren entsteht, ähnlich dem Prinzip von `Bridges`, dass Geflüchtete oder migrierte Musiker ihre Musikkultur mit anderen teilen können. Es war schön zu sehen, wie aufschlussreich und interessiert die Schüler in den von uns gehaltenen Stunden waren und wie motiviert sie mitgearbeitet haben. Der Vortrag der Musiker war dabei meist das Schönste für die Schüler. Rückblickend betrachtet, war das Seminar eine tolle Erfahrung, die ich persönlich jedem weiterempfehlen kann. Auch für mich war der Einblick in verschiedenste Musikkulturen neu, sodass ich auch ein Konzert von einem der Musiker besucht und dadurch eine neue Stilrichtung gefunden habe, die definitiv meine Neugier geweckt hat, mich weiterhin damit auseinanderzusetzen.“ Prof. Dr. Katharina SchillingSandvoß/Moritz Gräb


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018 Der Georgier David Kvaratskhelia, Alumnus der HfMDK, hat seit Sommersemester 2016 die Vertretungsprofessur für Gitarre inne

„Liebe zum Können“ David Kvaratskhelia leitet seit dem Sommersemester 2016 als Vertretungsprofessor die Geschicke der Gitarrenklasse der HfMDK. Er übernahm zu diesem Zeitpunkt einen Großteil der Instrumentalklasse von Prof. Christopher Brandt, der seit Mai 2016 geschäftsführender Präsident der Hochschule ist und dafür um Entlastung bat. Wer in der deutschen Musikszene den Namen Kvaraskhelia hört und kennt, dürfte damit für gewöhnlich zuerst an die mittlerweile bundesweit konzertierende GitarrenDuobesetzung denken: Nick und David sind Brüder, doch der anderthalb Jahre jüngere David stellt klar: „Wir sind keine Zwillinge – weder biologisch noch musikalisch –, aber ergänzen uns eben sehr gut.“ Zusammengeschweißt hat sie dennoch eine in großen Teilen gemeinsam durchlebte Biografie, vor allem aber eine gemeinsame Leidenschaft: die Gitarre. Von Georgien nach Deutschland kamen die beiden im Jahr 1996, nämlich für ein Gitarrenstudium an der HfMDK bei Prof. Michael Teuchert. Schon im Alter von 14 Jahren war bei David der Entschluss gefallen, die als Sechsjähriger begonnene Beschäftigung mit der Gitarre, die in Georgien bis dato fast ausschließlich als Instrument für Laienmusiker bekannt war, zum Beruf zu machen. Bereits als Kinder hatten David und Nick häufig miteinander musiziert, wuchsen wie selbstverständlich zum Duo zusammen, ohne jedoch die solistische Ausbildung zu vernachlässigen. In Weimar absolvierten sie gar als Duo ihr Konzertexamen, bevor sie ihre beruflichen Wurzeln im Rhein-MainGebiet weiter verfestigten. Das Unterrichten ist für David Kvaratskhelia ein wesentliches Standbein. Wesentlich und routiniert: Schon als 16-Jähriger arbeitete er als Gitarrenlehrer und führt neben der aktuellen Vertretungsprofessur eine Gitarrenklasse an der Musikschule in Bad Homburg. Ungeplant kann David Kvaratskhelia nun viel von dem „zurückgeben“, was die Frankfurter Hochschule ihm an Befähigungen und Möglichkeiten mit auf den Weg gegeben hat. Vor allem in ihrer Zeit als Stipendiaten von „Live Music Now“ sammelten er und sein Bruder mannigfache Auftrittserfahrung. Ihr erster „Wiederauftritt“ in ihrem Heimatland Georgien fand im Jahr 2000 statt und war der Anfang einer pionierhaften Rückkehr als glänzend ausgebildete Musiker in ein Land, in das sie die Begeisterung für eine professionelle Auseinandersetzung mit der Gitarre sozusagen „importierten“. Gemeinsam mit ihrem damaligen Professor organisierten sie im Jahr 2007 eine Gitarrenakademie in Geor-

David Kvaratskhelia leitet aktuell die Gitarrenklasse an der HfMDK als Vertretungsprofessor.

gien und fuhren vor drei Jahren gleich mit einer Reihe von Gitarristen in ihre Heimat, um das Bewusstsein für die ambitionierten Möglichkeiten als Gitarrist zu schärfen. Derlei Früchte machen sich auch schon in Frankfurt bemerkbar: Fast ein Dutzend georgischer Gitarristen hat sich entschieden, in Frankfurt das Instrument auf professionellem

Tanzstunde

Niveau zu studieren. Was das eigene Unterrichten für David Kvaratskhelia dauerhaft so interessant macht, ist schnell gesagt: „Mit jedem Unterrichten wächst man selbst als Lehrer, muss auf jede Persönlichkeit individuell eingehen und sie kennenlernen.“ Was er vermitteln möchte? „Liebe zum und Können am Instrument“. bjh

im Opernstudio: Auch im Wintersemester wollen die beiden Gesangsstudierenden Laura Lex und Jonathan Macker ihr wöchentliches Angebot fortsetzen, Grundschritte und leichte Figuren von Standard- und Lateintänzen an Interessierte zu vermitteln. Detaillierte Infos bietet dann ein Aushang am Opernstudio.


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018

Die DeutschlandstipendiatInnen mit ihren Förderern: 38 Studierende der HfMDK kommen 2018 in den Genuss der Förderung.

Foto: Hansjörg Rindsberg

Die aktuellen StipendiatInnen des Deutschlandstipendiums boten den Förderern einen künstlerischen Rundgang durch die Hochschule

Mehr Freiraum zum Studieren Förderer und Stipendiaten feierten am 15. Mai gemeinsam das Deutschlandstipendium an der HfMDK. „Es ist uns eine besondere Ehre und eine wichtige Motivationsquelle, dass wir für unsere Leistung in dieser Form ausgezeichnet werden“, bedankte sich Eszter Sebök stellvertretend für alle 38 StipendiatInnen bei den Förderinnen und Förderern des Deutschlandstipendiums. „Durch die Förderung können wir uns auf das Studium konzentrieren und an berufsrelevanten, aber oft unbezahlten Projekten sowie an Meisterkursen teilnehmen“, so die Studentin des Theater- und Orchestermanagements. Mit einem künstlerischen Rundgang durch die Hochschule bedankten sich die StipendiatInnen bei ihren Förderinnen und Förderern. Dabei unterhielten sie die rund 120

Besucher der Feier mit Musik und Tanz und gaben viele individuelle Einblicke in ihr Studentenleben. Beim anschließenden Festakt würdigte der Präsident Prof. Christopher Brandt das Engagement der Förderer: Dank der Unterstützung der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule (GFF) und privater Förderer, Stiftungen und Unternehmen vergibt die HfMDK 38 Deutschlandstipendien im Studienjahr 2017/2018. Im Deutschlandstipendium fördern private GeldgeberInnen und der Bund gemeinsam begabte Studierende. Jede Seite finanziert 1.800 Euro pro Stipendium, sodass jeder Stipendiat ein Jahr lang 300 Euro monatlich erhält. Prof. Ernst August Klötzke, Vorsitzender der Auswahlkommission, lobte das Deutschlandstipendium als „eine echte Verbindung zwischen der Politik, der Bürgergesellschaft und den universitären Einrichtungen und im Falle unseres Hauses als eine der sinnvollsten Möglichkeiten, das, was uns am Herzen liegt und dem wir eine

unbedingte gesellschaftliche Relevanz zusprechen, zu fördern, nämlich die Kunst.“ Beim anschließenden Get-together im Foyer konnten Förderer und StipendiatInnenen dann miteinander ins Gespräch kommen. Stipendiengeber sind Dr. Alin Adomeit und Michael Hauger, Dr. Clemens Börsig, Richard J. Byer, Ute Bramann und Dr. Martin Dill, Otto Deilmann, Dr. Roland Egerer, Hildegard und Günter Prack, Dr. Klaus-Dieter Stephan, Sabine Petersen-Spindler und Dr. Manfred Spindler, Frank Schumann, Udo Schweickhardt, Liselotte Wagner sowie Gisela Ingrid und Matthias von Tettau, die Albert und Barbara von Metzler-Stiftung, Carls Stiftung, Dr. Bodo Sponholz-Stiftung, Dr. Hans Feith und Dr. Elisabeth Feith-Stiftung, DZ BANK Kulturstiftung, Edmund Vey-Stiftung, Tanja Liedtke Stiftung und von Schad‘sche Stiftung. Auch die Frankfurter Sparkasse, Landwirtschaftliche Rentenbank, Commerzbank, Messe Frankfurt und Yamaha Music Europe engagieren sich.

Die drei Preisträgerinnen der Alix Steilberger Kultur-Stiftung studieren im 3. Jahr BAtanz

Erster Preis für Maria Kobzeva Maria Kobzeva erhält aufgrund ihrer Leistungen im Klassischen und Zeitgenössischen Bereich den mit 7.500 Euro dotierten Förderpreis der Alix Steilberger Kultur-Stiftung. Den zweiten Förderpreis teilen sich Ida Kaufmann in der Kategorie Zeitgenössischer Tanz und Maria Morillas Alonso in der Kategorie Klassischer Tanz. Sie erhalten jeweils 3.750 Euro. Maria Kobzeva, geboren im russischen St.Petersburg (rechts im Bild), begann ihre Ausbildung mit Rhythmischer Gymnastik in Kanada, bevor sie ein Tanzstudium an der Vaganova Ballet Academy in Russland aufnahm. Anschließend ging sie mit dem St. Petersburg Ballet Theater auf Tournee. María Morillas Alonso, in Spanien geboren (Bildmitte), absolvierte eine sechsjährige Tanzaus-

bildung am Konservatorium für Tanz „Reina Sofía de Granada“und gehörte zur Auswahl des Centro di Formazione Professionale per Danzatori Classici e Contemporanei „Ateneo della Danza“ in Siena. Ida Kaufmann (links im Bild) ist Frankfurterin und begann mit zehn Jahren mit dem Tanzen. Sie erarbeitete

mit Choreographen wie Johannes Wieland und Georg Reischl neue Stücke und war Tänzerin in verschiedenen Produktionen von Mitstudierenden. Im vergangenen Jahr hat sie ihre erste eigene Arbeit an der HfMDK präsentiert. Alle drei Preisträgerinnen sind Studentinnen des 3. Jahres BAtanz.


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018 Maria Mucke-Grünefeldt, die noch als 87-Jährige an der HfMDK lehrte, starb im Alter von 98 Jahren

„Grande Dame“ voller Herzenswärme

Die einstige Chanson- und Schlagersängerin Maria Mucke-Grünefeldt starb am 28. Mai im Alter von 98 Jahren. Die Kronbergerin hatte bis 2007 15 Jahre lang an der Hochschule Chansongesang unterrichtet. „Das ist meine große Familie, die ich mir ausgesucht habe.“ Dies waren die Abschiedsworte von Maria Mucke von der Hochschule, als die der damals 87-Jährigen im Kleinen Saal der Hochschule eine Abschiedsgala schenkte. Das war im Jahr 2007, als die „Grande Dame“ des Chansongesangs nach 15-jähriger Lehrtätigkeit an der Hochschule in ihren „Dozenten-Ruhestand“ wechselte. Ihren Lehrauftrag hatte sie als 72-Jährige angenommen, um vor allem den SchulmusikerInnen die Kunst des Chansongesangs nahezubringen. Und das tat sie vor allem kraft ihrer warmherzigen, schlichten und zugleich so eleganten Art und Weise, die Erfahrung ihrer eigenen jahrzehntelangen Bühnenpräsenz an die Studierenden weiterzugeben. Die einstige Gattin des HR-Fernsehprogrammdirektors Hans-Otto Grünefeldt stand mit den ganz Großen der Fernsehunterhaltung auf der Bühne, war selbst eine von ihnen, ohne jedoch ihre Natürlichkeit und ihren bescheidenen Charme zu verlieren: Peter Frankenfeld, Heinz Schenk und Hans-Joachim Kuhlenkampff gehörten zu ihrem Kollegenkreis vor der Kamera. Begonnen hatte ihre Karri-

Mit 87 Jahren ging Maria Mucke im Jahr 2007 in den Hochschul-Ruhestand. Sie ist nun im Alter von 98 Jahren gestorben.

ere als Schauspielerin und Sängerin mit Engagements an den Städtischen Bühnen Leipzig und am Natioaltheater Weimar. Nach der Begegnung mit dem Musiker Paul Kuhn wechselte sie in das Fach Schlager und Chanson. 1948 entstand die erste Rundfunk-Aufnahme mit dem Tanzorchester Willy Berking – übrigens im heutigen Großen Saal der Hochschule, der damals als Sendesaal genutzt wurde. Unzählige Einspielungen, Sendungen und Konzerte folgten mit allen damaligen deutschen Sendeanstalten. Ihre wichtigsten Schlager waren „LALELU“, „Zauber von Paris“ und „Heut ist ein Feiertag für mich“. Ein riesiger Erfahrungsschatz, von dem über 80 Studierende in ihrer Zeit als Lehrbeauftragte profitierten. In den HfMDK-O-Tönen von 2007 hieß es zu ihrem Abschied als Dozentin: „Sie lebte Menschsein vor als ein Star ohne Allüren, als ein Künstler ohne Dünkel und eine Sängerin ohne Divengehabe.“ Und wie sie das Miteinander mit den Studierenden für sich selbst erlebt hatte, verriet Maria Mucke damals auch: Angesichts des liebevollen Abschieds empfand sie es als „wunderbar, dass all die Liebe, die ich in sie gesteckt habe, irgendwie zurückkommt.“ bjh

Diplom-Pädagogin Jana-Maria Hahn betreute den Aufbau der Graduiertenschule Musikpädagogik einem Konsortium zusammenschlossen. Seither sind weitere Institutionen beigetreten, der Verbund besteht jetzt aus sieben Partnerhochschulen und Universitäten in Deutschland und Nach mehrjähriger Tätigkeit zum Aufbau und Österreich (Universität Osnabrück, der Gründung des Konsortiums „GraduHfMDK Mannheim, HfMDK Stuttgart, iertenschule Musikpädagogik“ verlässt Universität Mozarteum in Salzburg, Jana-Maria Hahn nach getaner Arbeit die Pädagogische Hochschule Heidelberg, Hochschule. Technische Universität Braunschweig und HfMDK Frankfurt am Main). Im Jana-Maria Hahn trat die Stelle bei Prof. Rahmen dieses Zusammenschlusses Dr. Maria Spychiger Ende 2012 an. Es ging nehmen die Promovierenden Lehr- und darum, eine Idee auszuarbeiten, welche Betreuungsangebote in gegenseitigem drei Professorinnen der Musikpädagogik – Austausch wahr und treffen sich zu geMonika Oebelsberger (Universität Momeinsamen Studientagen, an welchen zarteum Salzburg), Birgit Jank (Universität auch die betreuenden Professorinnen Potsdam) und Maria Spychiger (HfMDK und Professoren teilnehmen. Frankfurt am Main) – schon länger hatten, Die Diplom-Pädagogin Jana-Maria nämlich im Zusammenschluss von mehreHahn begleitete bis Ende April 2018 ren Hochschulen und Universitäten für das den gesamten Prozess, sie hat zum kleine Promotionsfach Musikpädagogik eine Erfolg des Projekts wesentlich beigeGraduiertenschule aufzustellen. Eine solche tragen. Die HfMDK sowie die PartnerEinrichtung ermöglicht Promovierenden der hochschulen und -universitäten danken Musikpädagogik eine strukturierte und verihr für ihren kontinuierlichen Einsatz, netzte Promotion. Die Idee wurde gemeinohne den diese Entwicklung nicht sam mit interessierten Fachkolleginnen und möglich gewesen wäre. Die Förderung -kollegen im Rahmen von mehreren Treffen des Projekts an der HfMDK ist nun weiter entwickelt und schließlich ein Koopeausgelaufen. Jana-Maria Hahn übt ihre rationsvertrag mit einem Anhang für die Expertise neuerdings an einer unbefrisstrukturierte Promotion verfasst. 2016 war es teten Stelle bei der Stadt Frankfurt am soweit, dass vier Hochschulen und UniversiJana-Maria Hahn wirkte am Aufbau der GraMain aus. Prof. Dr. Maria Spychiger täten den Vertrag unterschrieben und sich zu duiertenschule Musikpädagogik mit.

Großer Beitrag zum Erfolg


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018 HfMDK trauert um ihre einstige Professorin Irina Lein-Edelstein

Temperamentvoll und rührend Die seit 2009 emeritierte HfMDK-Klavierprofessorin Irina Lein-Edelstein starb in der Nacht zum 7. Juni im Alter von 74 Jahren. 27 Jahre lang war sie hauptberuflich als Professorin an der Hochschule prägend tätig, danach für mehrere Jahre als Lehrbeauftragte.

heva. Bis in die 80-er Jahre erarbeitete der englische Sender BBC zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen mit Irina Edelstein. Seit 1979 produzierte der Hessische Rundfunk etliche Aufnahmen mit ihr, von denen es viele in den Katalog der besten HR-Musik-

Der einstige Hochschuldirektor HansDieter Resch war es, der Irina Edelstein in einem Konzert des Frankfurter Hindemith-Instituts im Duo mit dem Cellisten Viktor Yoran als pädagogisches Potenzial für die HfMDK entdeckte und sie 1980 als Lehrbeauftragte für Klavier engagierte. Dass es 1987 an der Zeit war, der russischen Pianistin in Frankfurt eine Klavierprofessur zuzusprechen, untermauerten Empfehlungsschreiben von August Leopolder, Vladimir Ashkenazy und Radu Lupu. „Als ich die Professur bekommen habe, habe ich zu kämpfen begonnen – für die Demokratie“, erinnerte sich Irina Edelstein aus Anlass ihrer Emeritierung an ihre professoralen Anfänge. Damit meint sie vor allem ihren Einsatz für die fachliche Gleichberechtigung von Lehrbeauftragten und Professoren in einer Zeit, als noch ausschließlich Professoren in Prüfungskommissionen Platz nehmen durften. Doch auch jenseits dieses Kampfes um mehr Liberalität waren in der Hochschule ihre argumentative Offenheit und ihr wortreiches Temperament geschätzt. „Der damalige Klavierprofessor August Leopolder fand, dass ich einen neuen Wind in die Hochschule gebracht habe.“ In der Fachgruppe Klavier setzte sie sich für ein kollegiales Miteinander und den Austausch von Erfahrungen unter ihresgleichen ein. Einen familienähnlichen Kontakt untereinander aufzubauen, gelang ihr in ihrer eigenen Klavierklasse. Die pädagogische Erfolgsgeschichte, die sie damit verbinden kann, besteht aus Namen vieler arrivierter Absolventen, darunter über 20 internationale Preisträger. Irina Edelstein beschrieb sich selbst als „sehr pedantisch in der Kenntnis der Notenliteratur“ – sicher eine wichtige Voraussetzung für ihr erfolgreiches Arbeiten sowohl als Solistin als auch mit ihren Studierenden. Die hat sie stets gelehrt, „menschlich und musikalisch im guten Sinne professionell zu sein, ehrgeizig mit einer gesunden Dosis solistischem Bewusstsein“. Am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium wurde Irina Edelstein als Studentin vor allem von ihrem Lehrer Jacov Milstein musikalisch geprägt. Ihr Prinzip, das Klavier zum Singen zu bringen, bescherte ihr eine beachtliche Konzertkarriere: zuerst in ihrer russischen Heimat, nach ihrer Emigration nach Israel auch in Jerusalem, Tel Aviv, Haifa und Beers-

Hochschulrats-Mitbegründer

In Memoriam Hilmar Hoffmann Die HfMDK trauert um Prof. Dr. h.c. Hilmar Hoffmann, der am 1. Juni im Alter von 92 Jahren gestorben ist. Hilmar Hoffmann war von 2006 bis 2010 Gründungsmitglied des HfMDK Hochschulrats.

Als solches hat er die Weiterentwicklung von Hessens Hochschule für Musik, Theater und Tanz in diesen Jahren mit geprägt. Seit 1970 beeinflusste Hilmar Hoffmann zwei Jahrzehnte lang als Dezernent für Kultur und Freizeit maßgeblich die kulturelle Entwicklung der Stadt Frankfurt am Main. 1990 wechselte er dann in die Geschäftsführung der „Stiftung Lesen“ nach Mainz, um ab 1993 bis 2002 das Präsidentenamt des Goethe-Institutes zu übernehmen. Hoffmann gilt als einer der einflussreichsten und fortschrittlichsten Kulturmacher in Nachkriegsdeutschland. „Weitsichtig, mutig, entscheidungsfreudig“

produktionen schafften. 1986 gründete sie das Kammerorchester „Concerto Grosso Frankfurt“, das sie viele Jahre künstlerisch leitete. Sehr persönlich sind die Worte, mit denen Anna Stepanova, selbst ehemalige Studentin von Irina Lein-Edelstein und heute Lehrbeauftragte der HfMDK, ihre einstige Lehrerin nachfolgend beschreibt: „Ihre unglaubliche Energie, Ausstrahlung und ihre absolute Sicherheit, dass alles gut wird, werden mir sehr fehlen. Das Wort `unmöglich`, ob im Leben oder in der Musik, hat für sie nicht existiert, und sie hat es immer geschafft, auch den Zweifler davon zu überzeugen. Dem Schüler konnte sie alles verzeihen außer formales und phantasieloses Spiel. Was ich immer an ihr bewundert habe, das sind ihre unglaubliche Freude am Leben und die Fähigkeit, immer von ganzem Herzen begeistert zu sein. Wir alle behalten sie, unsere liebe Frau Edelstein, in unserem Herzen so, wie sie war: großzügig, temperamentvoll und rührend.“ bjh

„Mit Hilmar Hoffmann ist nicht nur ein visionärer Kulturdenker und -politiker gestorben, sondern gleichzeitig ein weitsichtiger, mutiger und entscheidungsfreudiger Kulturmann der Tat, der insbesondere als geistiger Vater des Frankfurter Museumsufers kulturpolitische Maßstäbe gesetzt hat. Dabei ist gerade seine bedingungslose Forderung nach einer ‚Kultur für alle‘ heute wichtiger denn je“, so der HfMDKPräsident Prof. Christopher Brandt. Die Anteilnahme der Hochschule gilt der Familie und den Angehörigen von Hilmar Hoffmann.

Senatstermine im WS 2018/19 Das Präsidium hat die vier Sitzungen des Senats der HfMDK im kommenden Wintersemester 2018/2019 bekanntgegeben: Sie finden jeweils montags am 29. Oktober, 26. November und 17. Dezember 2018 sowie am 28. Januar 2019 um 10 Uhr in einem Unterrichtsraum im ersten Stock des A-Gebäudes statt. Rund um Weihnachten und den Jahreswechsel pausiert der Hochschulbetrieb vom 24. Dezember 2018 bis zum 4. Januar 2019.


O-Töne 16. Jahrgang | Nr. 3 | Sommer 2018

Erfolge unserer Studierenden Sebastian Leibing, Trompete (Klasse Prof. Klaus Schuhwerk), hat sich die Aushilfsstelle als Solotrompeter an der Oper Duisburg für die Spielzeit 2018/2019 erspielt. Jonas Huck, Trompete (Klasse Prof. Klaus Schuhwerk), hat die Aushilfsstelle als Solotrompeter bei der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz sowie das Probespiel für die Trompetenstelle am Staatstheater Nürnberg gewonnen.   Istvan Lukacs, Trompete (Klasse Prof. Klaus Schuhwerk), hat einen Aushilfsvertrag als Solotrompeter am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin angeboten bekommen.

Philipp Schum, Posaune (Klasse Prof. Oliver Siefert), hat das Probespiel für die Akademiestelle „Posaune“ beim MDR Sinfonieorchester in Leipzig gewonnen.

Vedat Okulmus, Fagott (Klasse Prof. Henrik Rabien), hat sein Probejahr bei den Osnabrücker Sinfonikern bestanden.

Pauline Spiegel, Violoncello (Klasse Prof. Jan Ickert), gewann im Mai 2018 das Probespiel für die Akademie des HR-Sinfonieorchesters.

Haruka Yoshida, Fagott (Klasse Prof. Henrik Rabien), gewann das Probespiel für ein Praktikum im Loh-Orchester Sondershausen. Lena Nagai, Fagott (Klasse Prof. Henrik Rabien), gewann das Probespiel für die Orchesterakademie Rhein-Neckar (OARN, Orchesterakademie des Nationaltheaters Mannheim, der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, des Philharmonischen Orchesters Heidelberg u.a.). Jamie Louise White, Fagott (Klasse Prof. Henrik Rabien), gewann das Probespiel für die Orchesterakademie der Staatskapelle Berlin (Staatsoper unter den Linden). Levent Altuntas, Student für Lehramt an Gymnasien, hat sich beim Wettbewerb für junge Filmkomponisten im Rahmen der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt mit zwei Beiträgen des HfMDK-Projekts „Musik für Stummfilme“ für eine Masterclass samt Aufnahme mit der Staatskapelle Halle qualifiziert. Jonas Fischer, Student für Lehramt an Gymnasien, hat beim 14. Bundeswettbewerb für Schulpraktisches Klavierspiel den Sonderpreis für die beste Interpretation eines deutschen Volksliedes erhalten. Lara Sophie Schmitt, Konzertexamen Viola (Klasse Prof. Roland Glassl), hat die Solobratschenstelle am Gärtnerplatztheater in München gewonnen. Iris Icellioglu, Viola Master KIA (Klasse Prof. Roland Glassl), hat eine Akademiestelle an der Staatsoper Hamburg gewonnen. Dominik Manz, Violoncello (Klasse Prof. Michael Sanderling), ist ab der kommenden Saison als 1. Solo-Cellist bei den Stuttgarter Philharmonikern engagiert. Lukas Rizzi, Jungstudent Blockflöte (Klasse Prof. Michael Schneider und Kerstin Fahr), hat im 55. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in der Kategorie Blockflöte solo (Altersgruppe IV) einen ersten Preis gewonnen. Thorsten Grasmück, Jungstudent Orgel (Klasse Prof. Stefan Viegelahn), hat im 55. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in der Altersgruppe IV an der Orgel den 1. Preis mit voller Punktzahl erreicht.

> Impressum Prof. Christopher Brandt, Präsident Redaktion und Layout Björn Hadem, bhadem@arcor.de Redaktionsbeirat Prof. Dr. Dagmar Borrmann, Prof. Christopher Brandt, Dr. Sylvia Dennerle, Beate Eichenberg, Björn Hadem, Anatol Riemer, Prof. Eike Wernhard Autoren Prof. Christopher Brandt, Prof. Dr. Dagmar Borrmann, Dr. Sylvia Dennerle, Daniela Fox, Heiko Frieling, Herausgeber

Martin Gierden, Trompete (Alumnus der Klasse Prof. Klaus Schuhwerk), hat sich die Stellv. Solotrompete am Stadttheater Gießen erspielt. Julian Fahrner, Konzertexamen Violine (Klasse Prof. Sophia Jaffé), hat das Probespiel um die Stelle als Stellvertretender Konzertmeister im Zeitvertrag am Staatstheater Darmstadt gewonnen.

Remi Wjuniski, Violoncello (Klasse Prof. Jan Ickert), hat sich beim Probespiel für die Akademie der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und des Nationaltheater-Orchesters Mannheim erfolgreich durchgesetzt. Calvin Wong, Violoncello (Klasse Prof. Jan Ickert), hat den Gold Medal Award der Hongkong-Italy Music Competition erhalten. Sophia Stiehler, Violine, Jelena Galic, Violine, Ulla Knuuttila, Viola, und Bettina Kessler, Violoncello, sind als Malion Quartett neue Stipendiatinnen der Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz. Ensemble „4Times Baroque“ mit neuer CD

„Caught in Italian Virtuosity“

„Caught in Italian Virtuosity“ lautet der Titel des neuen Albums von „4 Times Baroque“, dem Frankfurter Quartett für barocke Musik, das zu den aufstrebenden Ensembles seiner Generation gehört. Es ist die erste Aufnahme des Ensembles bei Sony Classical/ Deutsche Harmonia Mundi, einem der führenden Labels auf dem Markt für Alte Musik. Die neue CD enthält hochvirtuose Kammermusik von Vivaldi, Corelli, Merula und anderen Komponisten. Es erklingen sowohl bekannte Stücke wie „La Notte“ von Antonio Vivaldi als auch weniger bekannte Triosonaten, zum Beispiel von Pierre Prowo. Drei der vier Ensemblemitglieder von „4 times Baroque“ haben an der HfMDK studiert: Jan Nigges studierte Blockflöte bei Prof. Michael Schneider und Barockoboe bei Benoit Laurent. Der Geiger Jonas Zschenderlein studierte in der Violinklasse von Prof. Susanne Stoodt, Alexander von Heißen Cembalo bei Prof. Eva-Maria Pollerus, Hammerklavier bei Jesper Christensen sowie Jazz-Piano bei Prof. Christoph Spendel. Der Cellist Karl Simko studiert bei Peter Wolf an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Die CD ist seit März 2018 unter der Bestellnummer 8074183 erhältlich. Moritz Gräb, Björn Hadem, Prof. Dr. Katharina Schilling-Sandvoß, Prof. Dr. Maria Spychiger Fotos Prof. Dr. Dagmar Borrmann, Björn Hadem (26), Lorna Lüers, Hansjörg Rindsberg (2) Erscheinungsweise zwei- bis fünfmal im Semester Druck Brandenburgische Universitäts-Druckerei und Verlagsgesellschaft Potsdam mbH

Profile for HfMDK Frankfurt

O-Töne Sommer 2018  

Lesestoff für die Semesterferien: Prof. Elmar Fulda wurde zum neuen Präsidenten der HfMDK gewählt, die Klimaschutz-Initiative nimmt fahrt au...

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