Page 1

Wilhelm Germann

Dag Hammarskjรถld

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 1

16.07.2018 07:17:56


201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 2

16.07.2018 07:17:56


Wilhelm Germann

Dag ­Hammarskjöld Geistliche Perlen aus seinem ­Tagebuch

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 3

16.07.2018 07:17:56


Bibliografische Information: Deutsche Nationalbibliothek. Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Der Band ist 1995 unter dem Titel »Wer sich Gottes Hand ­überlassen hat …« im Kanisius Verlag, Fribourg, erschienen.

DAG HAMMARSKJÖLD Geistliche Perlen aus seinem Tagebuch Wilhelm Germann © Media Maria Verlag, Illertissen 2018 Alle Rechte vorbehalten ISBN 978-3-9454019-5-8 www.media-maria.de

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 4

16.07.2018 07:17:56


Inhalt

Vorwort  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  7 1. »Die längste Reise ist die Reise nach innen« – Auseinandersetzung mit sich selbst  . . . . .  13 Die längste Reise ist die Reise nach innen  .  13 Jedes Werk immer weniger an deinen Namen gebunden  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  17 Der große Einsatz ist so viel einfacher  . . . .  20 Was du wagen musst – du selbst zu sein  . .  24 Dem Vergangenen: Dank, dem Kommenden: Ja  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  28 2. »Inmitten der Welt frei von sich selbst« – in der Beziehung zu anderen  . . . . . . . . . . .  33 Das Leben hat Wert nur durch den Inhalt – für andere  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  33 Wir greifen nach dem anderen. Umsonst  . .  37

– 5 –

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 5

16.07.2018 07:17:56


Es gibt keinen, von dem du nichts lernen kannst  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  41 Verzeihen ist die Antwort auf den Kindertraum vom Wunder  . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  45 Mit der Liebe dessen, der alles weiß  . . . . . .  49 3. »Das Unerhörte – in Gottes Hand zu sein« – in der Beziehung zu Gott  . . . . . . . . . . . . . .  53 Jeder Tag der erste –. Jeder Tag ein Leben  . .  53 Du wagst dein Ja – und erlebst einen Sinn  .  58 Gott stirbt nicht – aber wir sterben  . . . . . . .  62 Ich bin das Gefäß. Gottes ist das Getränk  . .  65 Eins mit Gott  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  69 Ja zu Gott: Ja zum Schicksal und Ja zu dir selbst  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  73 In seiner Hand hat jede Stunde einen Sinn  .  77 Gib uns reinen Geist  . . . . . . . . . . . . . . . . . .  81 Des Glaubens Nacht  . . . . . . . . . . . . . . . . . .  86 Ausklang  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91

– 6 –

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 6

16.07.2018 07:17:56


Vorwort Worte von Dag Hammarskjöld haben ihre gestaltende Lebenskraft bewahrt. Das Echo auf eine vor einigen Jahren gehaltene Radiopredigt im Schweizer Rundfunk hat mir das deutlich gemacht und mich veranlasst, die vorliegenden Besinnungen zu veröffentlichen. Am 17. September 1961 fand Dag Hammar­ skjöld bei einem Flugzeugunglück den Tod. Als Generalsekretär der Vereinten Nationen (UNO) wollte er den blutigen Bürgerkrieg im Kongo – heute Zaire1 – beenden. Vielleicht wurde er von denen getötet, denen er Frieden bringen wollte. 1905 in Schweden geboren, wurde Dag Hammarskjöld – wie sein Vater – Politiker. 1953 wählte die UNO ihn zum Generalsekretär und 1957 wurde er erneut gewählt. Dieser schwierigen Aufgabe widmete er seine ganze Kraft bis zu sei1 Seit 1997 Demokratische Republik Kongo (Anm. d. Verl.).

– 7 –

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 7

16.07.2018 07:17:56


nem Tod. Es war die Zeit des Kalten Krieges zwischen Ost und West, die Zeit der Entkolonialisierung und der damit verbundenen Wirren in Afrika. Im Klima von Angst und Machthunger wusste Hammarskjöld, dass mit seiner Aufgabe kaum Erfolge zu ernten waren. So lesen wir in seinem Tagebuch: »Der Preis für den Einsatz des Lebens sind Schmähungen, und die tiefe Erniedrigung bedeutet jene Erhöhung, deren der Mensch fähig ist« (108).2 Dieses Wort gibt uns einen ersten Einblick in die Haltung seines Lebens. In seinem Tagebuch »Zeichen am Weg«, das nach seinem Tod gefunden wurde, lässt er uns erahnen, woraus er die Kraft für den Einsatz seines Lebens bis zur »tiefen Erniedrigung« schöpfte und warum er diesen Weg als »Erhöhung« zu sehen vermochte. Diese Kraft schöpfte er aus der Geborgenheit in Gott. In den eigenen Nöten und in den Anfeindungen von außen verdichtete sich im Leben Hammarskjölds immer mehr die Erfahrung: 2 Die Zahlen in Klammern verweisen auf die entsprechenden Seiten in Hammarskjölds Tagebuch »Zeichen am Weg«, München 1965.

– 8 –

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 8

16.07.2018 07:17:56


»Wer sich Gottes Hand überlassen hat, der steht den Menschen frei gegenüber: ganz frei, weil er ihnen das Recht gab, zu verurteilen« (53). Und diese Erfahrung wird zu einem staunenden ­Gebet: »Das Unerhörte – in Gottes Hand zu sein« (58). Dag Hammarskjöld ist mir persönlich mit seinem Tagebuch »Zeichen am Weg« zum Freund geworden. Er macht uns darin deutlich, was im Leben eines Christen zusammengehören muss: tiefe Verwurzelung in Gott (»Das Unerhörte – in Gottes Hand zu sein«) und Einsatz des Lebens für andere (»Das Leben hat Wert nur durch seinen Inhalt – für andere. Mein Leben ohne Wert für andere ist schlimmer als Tod«). In den folgenden Besinnungen versuche ich, in einige seiner Worte hineinzuhören, zu fragen, was sie für mich bedeuten, wie sie mich persönlich – und viele andere – herausfordern. Die oft sehr knapp formulierten Gedanken Hammar­ skjölds führen in die Tiefe und helfen, das Wesentliche unseres Lebens nicht aus den Augen zu verlieren, nämlich im Du Gottes das Zentrum des Lebens zu sehen und so ganz einfach zu werden: »Einfach heißt, die Wirklichkeit nicht in – 9 –

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 9

16.07.2018 07:17:56


Beziehung auf uns zu erleben, sondern in ihrer heiligen Unabhängigkeit. Einfachheit heißt sehen, urteilen und handeln von dem Punkt her, in welchem wir in uns selbst ruhen. Wie vieles fällt da weg! Und wie fällt alles andere in die rechte Lage! Im Zentrum unseres Wesens ruhend, begegnen wir einer Welt, in der alles auf gleiche Art in sich ruht. Dadurch wird der Baum zu einem Mysterium, die Wolke zu einer Offenbarung und der Mensch zu einem Kosmos, dessen Reichtum wir nur in Bruchteilen erfassen. Für den Einfachen ist das Leben einfach, aber es öffnet ein Buch, in welchem wir nie über die ersten Buchstaben hinauskommen« (93). Auch wenn wir in dieser Besinnung über die Worte Hammarskjölds »nie über die ersten Buchstaben hinauskommen«, so hoffe ich, dass sie uns helfen, unser eigenes Leben und Handeln und alles Geschaffene als Offenbarung Gottes zu sehen. Dem suchenden Herzen kann Gott sich offenbaren. Dag Hammarskjöld gibt uns Zeugnis davon. Darum können seine Worte für uns zu erhellenden Wegzeichen werden. Hammarskjöld selbst hat seine Notizen verstanden »als eine Art Weißbuch meiner Verhand– 10 –

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 10

16.07.2018 07:17:56


lungen mit mir selbst – und mit Gott«. Damit gibt er uns eine Wegspur, wie wir seine Texte zu bewerten haben. In diesem Sinne möchte ich einige seiner Worte auswählen und sie durch folgende Gliederung zu einem weisenden Weg werden lassen: – »Die längste Reise ist die Reise nach innen« – Auseinandersetzung mit sich selbst – »Inmitten der Welt frei von sich selbst« – in der Beziehung zu anderen – »Das Unerhörte – in Gottes Hand zu sein« – in der Beziehung zu Gott Freilich liegen auf unserem Weg zur geistigen Reife diese drei Phasen nicht abgetrennt hinteroder nebeneinander. Die »Reise nach innen« als Auseinandersetzung mit uns selbst vermögen wir nur zu beschreiten, wenn wir lernen, uns unter den Augen Gottes tiefer zu verstehen. Und wir finden unser eignes Selbst nur, wenn wir unser Leben wagen für andere. Und letztlich ist es nicht unsere eigene Kraft, die uns einen solchen Weg gehen lässt. Denn »das – 11 –

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 11

16.07.2018 07:17:56


Beste und Herrlichste, wozu man in diesem Leben gelangen mag, ist, dass du schweigst und Gott wirken und sprechen lässt« (86). So möge das Nachsinnen über die Gedanken uns tiefer ins Schweigen vor Gott führen, damit er durch unser Leben mitten in unserem Alltag wirken und sprechen kann.

– 12 –

201800089_Germann_Hammarskjoeld.indd 12

16.07.2018 07:17:56

568150095  
568150095