Sarah Schindler · Mira Weiss · Sheila Serrer
WUNDER ERWARTEN Texte, Bilder und Gebete, die das Schöne suchen
Vorwort | 6 1. Neue Wege I 8 2. Zwischenzeiten I 18 3. Sich verwurzeln I 26 4. Aufblühen I 36 5. Sich zärtlich zeigen I 44 6. So herrlich leicht I 52 7. Einmal alles I 60 8. Freischwimmen I 68
Inhalt
9. Bleiben und Gehen I 78 10. So viel mehr I 86 11. Nebeltage I 94 12. Liebesmut I 104 Die Autorinnen | 110
Vorwort
Ein Sonnenstrahl, der sich früh am Morgen sanft auf die Bettdecke legt. Ein Moment tiefer Verbundenheit in dem Lieblingscafé direkt an der Ecke. Die Straßen von Paris. Eine Hand voll Erdbeeren. Dieses eine Wort, das das Herz auf besondere Weise berührt. Wir sind überzeugt: Schönheit tut der Seele gut. Und so haben wir sie gesucht und gesammelt: Worte, Bilder, Gebete, die der Seele guttun. Und manchmal bedeutet das, gerade im Schweren das Schöne aufzuspüren. Uns drei verbindet die Liebe zum christlichen Glauben und zur Kreativität. Dieses Coffee Table Book bringt beides zusammen. In 12 Kapiteln begleiten die Texte, Bilder und Gebete durch das Jahr, greifen die einzelnen Jahres- und Lebenszeiten auf, sind jedoch so offen formuliert, dass sie in jede Zeit hineinsprechen können. Die Texte stammen von Sarah Schindler, die Bilder von Sheila Serrer. Mira Weiss hat Design und Gesamtkonzeption für dieses Buch gestaltet. Wir wünschen dir viele wohltuende Momente beim Lesen, Anschauen, Nachspüren. Möge dieses Buch deiner Seele guttun. Sarah, Sheila und Mira
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1. Neue Wege
Manchmal Manchmal, wenn ich aufhöre, mich zu verrenken, den Zweifeln Glauben zu schenken, wenn Kreativität und Inspiration mich ablenken, kann ich hinter die Dinge sehen und bekomme eine Ahnung davon, was könnte entstehen. Manchmal, wenn ich aufhöre, zu vergleichen, mir immer wieder die gleichen Sorgen zuzubereiten, und vom Jammern abweiche, kann ich hinter die Dinge sehen und bekomme eine Ahnung davon, was könnte entstehen. Manchmal, wenn ich meinen Blick abwende, von Zahlen und Prognosen und den immer gleichen Einwänden, kann ich hinter die Dinge sehen und bekomme eine Ahnung davon, was könnte entstehen. Manchmal, wenn ich dem Leben vertraue, Hoffnung und Zuversicht aufeinander baue, mich zeige und ganz bei mir bleibe, kann ich hinter die Dinge sehen und bekomme eine Ahnung davon, was könnte entstehen.
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Manchmal, wenn die Tage hell sind und warm, halte ich all mein Zutrauen im Arm, ich kann immer noch nicht alles verstehen, aber ein bisschen mehr hinter die Dinge sehen und bekomme eine Ahnung davon, was könnte entstehen. Manchmal, wenn ich mich nicht mehr mit dem „Warum“ quäle, sondern die Frage anders, nämlich nach dem „Wozu“ stelle, kann ich hinter die Dinge sehen und bekomme eine Ahnung davon, was könnte entstehen. Manchmal, wenn ich nicht mehr nur um mich selbst kreise, mich unterbrechen lasse von meiner eingefahrenen Sichtweise, kann ich hinter die Dinge sehen und bekomme eine Ahnung davon, was könnte entstehen. Manchmal, wenn ich dann hinter die Dinge sehe und verstehe, was könnte entstehen, packt mich der Mut und ich fange an, endlich aufzustehen und loszugehen, damit die Ahnungen nicht einfach davonwehen, sondern in neue Wege übergehen.
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Gott, da bin ich wieder. Mit meinem aufgerauten Herzen, meinem angeknacksten Hoffnungssinn, meinem seufzenden Weltschmerz, meinen hoffnungsvollen Erwartungen. Da bin ich wieder. Mit meinem tastenden Fragen, dem kindlichen Leuchten, meiner verschütteten, immer wieder und wieder mühevoll freigelegten Sehnsucht. Da bin ich wieder. Mit so vielen Tagen Leben auf den Schultern –
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manche lasten noch schwer auf mir, andere lassen mich schmunzeln, sanft lächeln, friedlich dankbar sein. Da bin ich wieder – getragen, geborgen, durchgeschüttelt – das auch. Schaue auf viele glückliche Stunden und schwere Tage. Auf Geschenktes, Verlorenes, Gelungenes, Gescheitertes. Gott, da bin ich wieder mit meinem gefühlstaumelnden Herzen, den aufgerissenen Händen, den müden Knien, den sich zärtlich anschmiegenden Hoffnungen. Flüsterst du mir nochmal dein „Fürchte dich nicht!“ ins Ohr?! Lässt du mich spüren, dass du bei mir bist?! Umfängst du mich mit deiner Segenskraft, die mich weiter
Gebet
hoffen, glauben, lieben lässt?! Gott, da bin ich wieder. Geh du mit, ins Neue hinein. Lass mich spüren: Du wirst ja bei mir sein. Amen
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Umfängst du mich mit deiner Segenskraft, die mich weiter hoffen, glauben, lieben lässt?!
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Segen Dass dich ein Stern begleiten möge in das Neue hinein, das wünsche ich dir. Dass Klarheit deine Tage säumt, sie sanft leuchten lässt, das wünsche ich dir. Dass gute Worte und Wärme dein Herz bewegen, das wünsche ich dir. Dass du spürst, dass du nicht alleine gehst, das wünsche ich dir. Dass am Tag, in der Nacht, im Alltag, am Krankenbett, am Himmel, dir ein Stern leuchte, der dich an Verheißung erinnert, das wünsche ich dir. Segen für deine Wege in das Neue hinein, du gehst nicht allein. Amen
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