Page 1

AndrĂŠ Wilkes

Traumdiebe Lass dir nicht wegnehmen, was Gott dir ins Herz gibt


Über den Autor: André Wilkes, Jahrgang 1964, wurde im Missionshaus Bibelschule Wiedenest ausgebildet und hat 10 Jahre z.T. überregionale Jugendarbeit geleitet. Seit 2003 arbeitet er zusammen mit seiner Frau Renate in dem Projekt www.inJesus-STEPS.de. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Bereich der Gebetsseelsorge und der persönlichen Lebensberatung. Er ist stolzer Vater von vier Kindern und lebt in Bergneustadt.

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

ISBN 978-3-86122-965-0 Alle Rechte vorbehalten © 2007 by Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH 35037 Marburg an der Lahn Umschlaggestaltung: Sandra Janzen, Münster Satz: Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH Druck: CPI Moravia Books, Korneuburg www.francke-buch.de


Inhaltsverzeichnis

Einleitung ................................................................. 5 1. Träume deinen Traum! ........................................... 7 2. Die Traumdiebe ................................................... 27 3. Gottes Stimme hören .......................................... 63 4. Jesus und ich ..................................................... 138 5. Schauspiel „Modellbau mit Hindernissen“ ......... 146


Ich widme dieses Buch meiner Frau Renate, meinen Sรถhnen Ben Joel, Patrick Noah und Leon Emanuel, meiner Tochter Lara Joanna. Es ist so schรถn, dass es euch gibt! Gott segne uns!


Einleitung In Joh. 10 lesen wir die Geschichte vom guten Hirten. Die Gegenspieler des guten Hirten sind die Diebe. Von ihnen heißt es, dass sie nicht durch die Tür kommen, sondern ihren Zugang zu den Schafen anderswo suchen. In Vers 10 lesen wir von dem Motiv eines Diebes. Er kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Das Leben ist zu Ende. Genau das ist das Ziel des Gegenspielers Gottes. Er will Leben vernichten. Er ist nach Joh. 8,44 der Vater der Lüge und Zerstörer der Menschen. Er will vernichten, damit sich Joh. 10,10b nicht erfüllt. Dort verheißt Jesus denen, die auf seine Stimme hören und ihm folgen, dass sie das Leben in Fülle haben sollen. Ein erfülltes Leben ehrt Jesus, weil es zeigt, dass das, was er versprochen hat, eintrifft. Aber es ist ein Kampf. Bei diesem Kampf geht es auf der einen Seite darum, die Diebe zu entlarven, und auf der anderen Seite darum, zu lernen, auf die Stimme des guten Hirten zu hören. Denn wir werden nicht dann in Sicherheit leben und Erfüllung finden, wenn wir zu einem starken Killer-Schaf mutieren, das alle Probleme selbst in den Griff kriegt, sondern wenn wir in Jesu Nähe bleiben. Bei ihm hat alles das, was uns ausmacht, seinen Platz und seine Berechtigung. Er kennt unsere Wünsche, unsere Sehnsüchte und auch das, was wir uns schon haben rauben lassen. Geben wir uns nicht mit zu wenig zufrieden, sondern wagen wir es, diesen geistlichen Kampf zu kämpfen, uns zu stellen, unserer Geschichte, unseren Entscheidungen, unseren Fehlern und allem, was uns davon abhält, zu der Person zu werden, als 5


Traumdiebe

die Gott uns geschaffen hat und über die er das Urteil „sehr gut“ geschrieben hat. Durch Jesus sieht Gott uns heute schon so vollkommen. Durch die Nähe zu Jesus können wir Schritte gehen, damit davon heute schon etwas Wirklichkeit wird. Also:

6


1. Träume deinen Traum! Verlass dich auf den Herrn und tu, was recht ist; dann bleibst du im Land und wohnst in Sicherheit. Suche dein Glück beim Herrn: Er wird dir jeden Wunsch erfüllen. Überlass dem Herrn die Führung in deinem Leben; vertrau doch auf ihn, er macht es richtig! Ps. 37,2-51 Das ist die alttestamentliche Variante von Joh. 10. Die Lektüre eines Buches mit dem Titel „Traumdiebe“ ist natürlich nur sinnvoll , wenn man noch Träume hat. Man kann einem ja nur wegnehmen, was man besitzt. Aber es könnte auch sinnvoll für jene sein, die durch dieses Buch bemerken, dass sie wie ich bereits bestohlen worden sind. Sie könnten dann auf den Gedanken kommen, es zurückzufordern, es neu zu wagen, neu zu träumen und sich neu auf den Weg zu machen. Das ist herausfordernd. Genau richtig für Menschen, die sich im Leben nicht mit zu wenig zufriedengeben wollen, weil sie die Erwartung an Gott haben, dass es mehr gibt als das, was sie heute kennen! Dieses Buch lädt ein, die Verse aus Ps. 37 in das Leben zu übertragen. Dabei werden wir feststellen, dass es weder um ein Prinzip à la „Üb immer Treu und Redlichkeit!“ noch um „Gott tut, was du willst!“ geht, sondern um eine gelebte Beziehung. Es geht nicht darum, seine Träume einer „frommen Mittelmäßigkeit“ zu opfern, um „im Land sicher zu wohnen“ und auch nicht darum, Gott zum 1

Text zitiert nach Gute Nachricht Bibel

7


Traumdiebe

Traumerfüller zu degradieren, der pausenlos um unsere Bedürfnisse zu kreisen hat. Die Kernaussage dieser Verse ist: Suche dein Glück beim Herrn! Dieser Ratschlag fordert uns dazu auf, die Erfüllung unserer Sehnsüchte in der Beziehung zu Gott zu suchen. Wir stehen also in der Herausforderung, damit aufzuhören, für unser Leben irgendetwas Gutes außerhalb des Willens Gottes zu erwarten. Wir sollten vielmehr erwarten, dass Gott die Träume in unsere Herzen hineinpflanzt, deren Erfüllung uns zu einem Leben mit ihm befreien, herausfordern und uns zur Reife führen wird. Das bedeutet nichts anderes, als ein Leben zu führen, in dem es darum geht, Gott zu vertrauen. Gut, das ist nun wirklich nichts bahnbrechend Neues, aber die Frage ist doch, wie das im Alltag konkret aussieht! Wünsche, die in unserem Herzen wohnen, haben Macht über uns. Dabei ist es nicht entscheidend, ob sie bewusst sind oder ins Unterbewusstsein abgetaucht sind. Sie beeinflussen unser Denken, Wollen, unseren Lebensstil. Manche setzen uns in Bewegung, wecken Kampfgeist und Leidenschaft in uns. Wie hat es der französische Dichter und Philosoph Antoine de Saint-Exupéry so schön ausgedrückt: Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer. Denn dann werden sie ein Schiff bauen wollen!

8


1. Träume deinen Traum!

1.1. Träume können motivieren Bei mir war es kein Schiff! Sie war blau-metallic. Der Rasenmäher meines Vaters hatte unglücklicherweise ein halbes PS mehr, doch das machte nichts, denn dafür hatte sie viel mehr Chrom. Und war schneller. Die Straße gehörte mir. Mit 16. Dank meiner Suzuki X1 50. Für Nichteingeweihte: Das ist ein Mokick. Für gar nicht Eingeweihte: Das ist eines von den zweirädrigen Gefährten, die meist mehr laut als schnell sind und bis heute von Jugendlichen als Fortbewegungsmittel bevorzugt werden. Seit mein älterer Bruder drei Jahre vor mir auf so ein Ding gestiegen war, hatte ich auf diesen Tag gewartet. Endlich selbst Gas geben. Endlich unabhängig von Busfahrplänen sein, keine Wartezeiten und auch keine mühselige Trampelei mehr. Die große Freiheit! Endlich fahren können, wann und wohin ich wollte. Mein Traum ging in Erfüllung! Darf ich dich etwas fragen? Wovon hast du als Jugendlicher geträumt? Was wolltest du erreichen?

9


Traumdiebe

Darf ich dich noch etwas fragen? Was bist du für Schritte gegangen, was hast du unternommen, damit diese Träume Wirklichkeit geworden sind?

Bei meinem Mokick damals war das so: Als in mir der Wunsch gewachsen war, dass ich so ein Ding haben wollte, wusste ich, dass ich Geld verdienen musste, damit ich es mir kaufen konnte. Also bin ich in allen Ferien, in denen ich einen Job bekommen konnte, arbeiten gegangen und habe meinen Lohn fein säuberlich aufs Sparkonto gepackt. Sicher hätte es mir mehr Spaß gemacht, die Ferien zu genießen, in der Sonne zu liegen, schwimmen zu gehen oder sonst etwas Nettes zu unternehmen, was einem so gerade in den Kopf kommt. Aber ich wollte ein Mokick! Das war mir wichtiger. Deshalb habe ich gejobbt, meine Zeit und meine Kraft investiert, um meinem Ziel näher zu kommen. Warum ich das getan habe? Ganz einfach! Der Traum war in erreichbarer Nähe! Das war machbar, und es lag in meiner Hand! Ich konnte die Schritte sehen, die ich gehen musste und konnte sie auch selbst gehen. Ich musste mir „nur“ einen Job suchen, arbeiten und meinen Lohn sparen. 10


1. Träume deinen Traum!

Das Ergebnis war ein Erfolgserlebnis. Ich hatte mich auf den Weg gemacht und erlebt, dass ich Hindernisse ausräumen, Strecken bewältigen und Ziele erreichen konnte. Es ist ungeheuer motivierend, einen Traum zu verwirklichen! Ich war so stolz, als ich endlich auf meiner Suzi Platz nehmen und meine ersten Runden drehen konnte. Ich bin dabei in dem Bewusstsein losgefahren, dass mich dieses Ding eine Menge gekostet hat. Deshalb war es wertvoll für mich. Ihr Anblick sagte mir: Du hast etwas geschafft! Selbstreflexion: Was war dein erstes und was dein bisher letztes Erfolgserlebnis, das Gefühle von Stolz und Freude in dir ausgelöst hat?

1.2. Träume können lähmen Ein paar Jahre später – aus meiner Suzuki X1 50 war inzwischen eine GSX 250E geworden – lag ich in meinem Bett und träumte. Meistens träumte ich von der Serpentinenstrecke, die bei uns fast vor der Haustür lag. Ein Traum von Links-rechts-Kombinationen. Und im Traum konnte ich die Strecke immer und immer wieder 11


Traumdiebe

fahren. Ohne hinfahren zu müssen, ohne umdrehen zu müssen, einfach wenn man oben war, unten wieder anfangen. Im Traum geht das. Im Traum konnte ich auch viel schneller da hochfahren. Ich brauchte keine Angst zu haben, weil mir nichts passieren konnte. Im Traum schaffst du jede Kurve mit Funken sprühenden Fußrasten. So bin ich immer und immer wieder diese Strecke gefahren. Im Traum. In diesem Traum gab es auch dieses dunkelhaarige Mädchen aus der Nachbargemeinde. Das mich nicht wollte. Was sie mir fairerweise unmissverständlich deutlich gemacht hatte. Aber ich wollte sie so gerne. Und im Traum saß sie bei mir auf dem Sozius. Oder sie kam „zufällig“ vorbei, wenn ich lässig grüßend mit flatterndem Halstuch in wilder Kurvenhatz an ihr vorbeidüste. Ihr bewundernder Gesichtsausdruck war dann gerade eben lang genug in meinem rechten Spiegel, um von mir bemerkt zu werden. Ich lächelte dann überlegen. Das tat ich. Im Traum. Was ich nicht tat? Ich fuhr nicht! Draußen war schönster Sonnenschein, und ich lag auf meinem Bett, ließ mich von meiner melancholischen Musik bedudeln und träumte davon, Motorrad zu fahren, während mein Motorrad unten in der Garage stand! Ist das nicht völlig bescheuert? Wie kann man denn so blöd sein? Nun, wenn man in der Realität bei dunkelhaarigen Mädchen abblitzt, in den Serpentinen nicht so schnell fahren kann und nach einem Mal auch schon Schluss ist, dann ist man im Traum im Vorteil. Da ist es schöner, ungefährlicher, erfolgreicher. Eine solche Träumerei ist natürlich noch verlockender, wenn man in der Realität nicht nur abblitzt und zu lang12


1. Träume deinen Traum!

sam fährt, sondern einem so richtig an den Karren gefahren wird. Wenn man ständig Ärger hat, sich ausgeliefert und ohnmächtig fühlt, sich keine reale Chance ausrechnen kann, auf einen grünen Zweig zu kommen, dann ist es einfach so: Die Sehnsucht nach dem „weiten Meer“ ist furchtbar frustrierend und lähmend, wenn man weder Männer, noch Holz, noch Werkzeug zur Verfügung hat, um ein Schiff bauen zu können. Träume, die in unerreichbare Ferne rücken, weil man keine Möglichkeiten sieht und hat, sie zu verwirklichen, haben die Macht, einen zu lähmen. Es ist so einfach, sich aus dem Leben zu verabschieden und sich eine Traumwelt aufzubauen, in der endlich das passiert, was man sich wünscht. Aber diese Wunschträume lähmen, wenn man in ihnen versinkt, statt seinen realen Alltag zu gestalten! Heute geht es dank Computertechnik, Cyberspace und Internet noch viel einfacher, sich so eine Scheinrealität aufzubauen, wie ich es gemacht habe. Denn bei dieser technischen Variante braucht man noch nicht mal unbedingt viel Fantasie. Die Bilder im Kopf werden einem hochauflösend abgenommen, und man kann nicht nur Motorradfahrer werden, sondern alles, was man schon immer mal sein wollte: Magier, Sexbombe, Held, Fee, cool, schön, zickig, was immer. Es gibt keine Grenzen, und man kann 24 Stunden am Tag in eine Welt eintauchen, die einen den eigenen langweiligen und schwierigen Alltag vergessen lässt. Dieser ist aber trotzdem noch da! Er muss auch gestaltet werden. Sich auszuklinken, um zu vergessen – wie immer man das anstellt – ist nichts anderes als eine Form von Flucht. Ich verweigere mich dem Leben und ziehe 13


Traumdiebe

eine selbst gemachte Scheinwirklichkeit vor, deren Ergebnis ist, dass ich am echten, realen Leben vorbeilebe. Selbstreflexion: Wo erkenne ich bei mir selbst Tendenzen, mich in Traumwelten zu flüchten, um mich nicht meiner Realität stellen zu müssen?

1.3. Der teilweise Tod! Möglicherweise kennst du aus deinem Leben beide Seiten, die ich jetzt geschildert habe. Da gibt es Teilbereiche im Leben, in denen es einem gelingt, Schritte zu gehen, damit Träume Wirklichkeit werden, und man ist motiviert, und da gibt es andere Bereiche, in denen man am liebsten weglaufen würde. Nicht jeder landet dabei in einer Traumwelt. Die Fluchtmechanismen können sehr unterschiedlich aussehen. Eine sehr häufige Fluchttendenz leitet sich genau aus der Tatsache ab, dass wir in einigen Bereichen aktiv sind, weil das, was wir wollen, machbar ist. Da liegt es auf der Hand, sich in diese Bereiche zurückzuziehen und nur noch da zu investieren. Denn das gibt einem ein gutes Gefühl: Man erlebt, dass man Dinge und Situationen beherrscht. Man 14


1. Träume deinen Traum!

erreicht Ziele und hat möglicherweise messbare Ergebnisse vorzuweisen. Mit diesen Ergebnissen versuchen wir dann den Frust, den wir in anderen Bereichen empfinden, zu kompensieren. Das innere Gleichgewicht ist wiederhergestellt, wenn wir Erfolgsmeldungen auf die Waagschale werfen können, um das Unerreichte zu verschmerzen. Das Ergebnis ist häufig tatsächlich ein zweigeteiltes Leben. Der eine Teil ist der, den man gestaltet, und in dem anderen wird man passiv. Faktisch bedeutet das, dass man sich selbst von diesen Teilbereichen seines Lebens abschneidet, weil man dort nicht mehr investiert. Die Träume sterben und werden unter einem Berg von Alltagsgeschäft begraben. Wie ich aus meinem eigenen Leben weiß, kann das einem so normal und selbstverständlich werden, dass man es gar nicht mehr bemerkt. Ich wurde in manchen Bereichen völlig unfähig, irgendeinen Traum zu benennen, den ich gerne erfüllt haben würde und für den ich bereit war, mich zu investieren. Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich eigentlich nur aus Arbeit bestand. Das war der einzige Bereich, den ich gestaltet und geplant habe. Entweder habe ich gearbeitet oder abgehangen. Mein Leben gestalten, das kannte ich nicht. Ich dachte dabei sogar, dass das Gott gefallen würde, weil ich mich selbst ja nicht für wichtig nahm und nur für ihn im Dienst unterwegs sein wollte. Außerdem kam dazu, dass ich in diesem Bereich als Jugendreferent eines christlichen Werkes einer Vielzahl von Anfragen und Anforderungen gegenüberstand, so dass mein Eindruck war, dass ich gar nicht entscheiden konnte, wie aktiv ich in diesem Bereich sein wollte. Mein Eindruck 15


Traumdiebe

war, dass das andere entschieden und weil alles so wichtig war, versuchte ich, alles zu machen. Für den Rest war dann einfach keine Zeit mehr. Meine Frau war so freundlich, mich deutlich darauf hinzuweisen, dass ich mich auf diese Weise selbst vom Leben abschnitt. Denn ich plante nichts, überließ privat alles dem Zufall, der Spontaneität oder meiner Frau und ihrem Organisationstalent. Ich war sogar einigermaßen zufrieden damit, solange ich in meiner Arbeit produktiv war und Ergebnisse vorweisen konnte. Alles andere war wie tot. Denn darin gab es keine Veränderung. Alles, was sich nicht verändert, ist tot. Selbstreflexion: Wie aktiv gestalte ich meine Lebensbereiche? (1 = sehr aktiv / 6 = gar nicht) Bereich Arbeit Ehe/Beziehung Kinder Familie Gemeinde Eigene Freizeitgestaltung / Hobby Besonderer Traum, nämlich: 16

Note


1. Träume deinen Traum!

1.4. Leben in der Mittelmäßigkeit Jetzt erwartest du sicher, dass ich berichte, wie Gott das alles geändert hat. Das Problem war aber, dass ich an vielen Stellen noch nicht mal die Notwendigkeit gesehen habe, dass Gott etwas ändern müsste. Denn wenn man in einem Teilbereich – egal, welchem – Erfolge hat, sich Träume erfüllen und dadurch alles andere innerlich ausgleichen kann, dann sehnt man sich nicht unbedingt nach Veränderung. Man vermisst nichts, so lange man noch etwas in die Waagschale zu werfen hat. Die Träume der anderen Lebensbereiche fallen raus. Es bestehen keine allzu hohen Erwartungen mehr. Wenn man sich dann noch seine Erfolge von den Dingen ableitet, die mit eigenen Anstrengungen zu erreichen sind, dann versinkt nicht nur das Leben an sich, sondern auch das Glaubensleben in Mittelmäßigkeit. Man lebt zwar als Christ, doch es ist klar, dass man wenig von Gottes Wirklichkeit im eigenen Leben bemerkt, wenn man nur die Schritte geht, die für einen selbst machbar sind! Wenn ich die Träume auslebe, deren Verwirklichung in meiner Hand liegen, dann investiere ich dort, und Gott ist dabei maximal als der gefragt, der das „abnicken“ soll, aber ich brauche ihn nicht unbedingt. Da in den anderen Bereichen, von denen ich mich abgeschnitten habe, keine Erwartungen mehr da sind, erwarte ich ihn dort auch nicht. Ich habe mich daran gewöhnt, dass dort nichts passiert. Die Blickrichtung hat sich verschoben. Vom „Suche dein Glück beim Herrn“ ist der Fokus auf das „Tue, was recht ist ... und du wohnst in Sicherheit“ gerutscht. Der Blick 17

330965  

Lass dir nicht wegnehmen, was Gott dir ins Herz gibt André Wilkes Über den Autor: André Wilkes, Jahrgang 1964, wurde im Missionshaus Bibelsc...