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ast du jemals ein Spiel mit Wort-Assoziationen gespielt? Das Spiel mit Wort-Synonymen ist ein interessanter Weg, um zu sehen, wie jemand bestimmte Dinge einstuft, bzw. Ideen, Gefühle, Erfahrungen und Informationen miteinander kombiniert. Es geht darum: Wenn ich ein Wort sage, was ist der erste Gedanke, der dir dazu in den Sinn kommt? Wenn ich beispielsweise „Hund“ sage, könntest du „Katze“ antworten. Wenn ich „Herz“ sage, würdest du vielleicht an „Liebe“ denken. Wenn ich „Pelz“ sage, denkst du vielleicht an „Mantel“. Doch was ist, wenn ich das Wort „Gericht“ sage? Was kommt dir dabei in den Sinn? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es negative Gedanken sind, die du mit „Gericht“ verbindest. In der Tat verabscheut unsere moderne Welt Weniges so sehr wie den Gedanken an das Gericht. Ein Bibelvers, den die meisten Menschen, die mit Christentum sonst nichts zu tun haben, zu kennen scheinen, ist: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“ (Matthäus 7,1). Doch auch viele Christen ignorieren den Gedanken an das Gericht – oder lehnen ihn sogar ab. Es stimmt natürlich, dass in unserer modernen Welt Gerichte bestenfalls fehlerhaft sind und im schlimmsten Fall korrupt. Und es gibt nichts Schlimmeres als ununterbrochene Verurteilung und den sogenannten Richtgeist. Doch wenn es um Gottes Gerichte geht, dann sollten wir wissen, dass sie ebenso schön und vollkommen sind wie er selbst. Das heißt, wir brauchen das Thema über das „Tribunal Gottes“ nicht zu vermeiden. Als Christen können wir es verstehen und sogar schätzen.

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Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!

Einer der Gründe für die Verwirrung rund um dieses Thema liegt darin, dass für viele Menschen das Gericht Gottes dem zu widersprechen scheint, was sie in der Bibel an anderen Wahrheiten wertschätzen. Sagte Jesus zum Beispiel nicht: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen“ (Johannes 5,24)? Und doch sagt Paulus ausdrücklich: „Wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden“ (2.Korinther 5,10). Beide Aussagen sind ohne jeden Widerspruch wahr, denn sie beziehen sich nicht auf das gleiche Ereignis, sondern beschreiben unterschiedliche Gerichte. Tatsächlich nennt die Schrift eine ganze Reihe von verschiedenen Gerichten in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.

Auch wenn Christen durch das Blut Jesu vom endgültigen Gericht befreit worden sind, ist es doch wichtig, dass wir Gottes Gerichte aus zwei Gründen berücksichtigen. Erstens: Sie offenbaren die tiefen Geheimnisse seines göttlichen Charakters. David erklärte: „Deine Gerechtigkeit ist den Bergen Gottes gleich, deine Rechtssprüche dem gewaltigen Urmeer“ (Psalm 14


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36,7). Sie zeigen die unergründliche Verschmelzung von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in Gottes Wesen. „Und er, er wird richten die Welt in Gerechtigkeit, wird über die Völkerschaften Gericht halten in Geradheit“ (Psalm 9,9). Doch schon im nächsten Vers heißt es: „Doch dem Unterdrückten ist der HERR eine hohe Feste, eine hohe Feste in Zeiten der Bedrängnis“ (Psalm 9,10). Das ist der Grund, warum auch im Neuen Testament die Gerichte Gottes regelrecht gefeiert werden. Sie sind keine Relikte der Vergangenheit, die ausschließlich zum Alten Testament gehören. Sie offenbaren auch im Neuen Bund seine Herrlichkeit. Erinnere dich, dass Jesus sagte, dass der Vater „das ganze Gericht dem Sohn gegeben hat“ (Johannes 5,22) und dass es über ihn heißt: „Er heißt Treu und Wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit“ (Offenbarung 19,11). Unser Herr und Retter Jesus Christus, der am Kreuz starb und dessen Blut für die Rettung der Welt vergossen wurde, ist jetzt der große Richter, dem der Vater alles Gericht in die Hand gegeben hat. Da alles Gericht also jetzt und in Zukunft Jesus zusteht, gibt es kaum etwas, was deutlicher „Neuer Bund“ ist als dieses Thema. Mir ist klar, dass dies der „Sei happy und nimm es leicht, Hippie-Blumenkind“-Version von Jesus widerspricht, die so viele moderne Christen glauben. Doch der biblische Jesus – der einzig wahre Jesus – ist ganz anders, als die meisten Menschen verstehen. Sieh einmal, wie Johannes ihn in der Offenbarung beschreibt: „Sein Haupt aber und die Haare waren weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme, und seine Füße gleich glänzendem Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser, und er hatte in seiner rechten

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Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein zweischneidiges, scharfes Schwert hervor, und sein Angesicht war, wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot.“ (Offenbarung 1,14-17) Das ist der Jesus, der zur Rechten Gottes sitzt – der Richter und König der ganzen Welt. Das Thema des Gerichtes Gottes erstreckt sich über die gesamte Zeit der menschlichen Geschichte und ist ebenso wunderbar wie es ernüchternd ist. Es ist beides, sowohl genial und erschreckend, herrlich und ehrfurchtgebietend, gerecht und barmherzig. Zweitens: Wir Christen sollten uns mit den Gerichten Gottes beschäftigen, weil wir alle auf die ein oder andere Weise direkt davon betroffen sind. Wir werden in der Tat alle einmal vor dem „Richterstuhl Christi“ stehen, um die Bewertung unserer Werke zu empfangen, wenn wir in die Herrlichkeit des kommenden Zeitalters eintreten. Ja, wir sind durch Glauben gerecht gesprochen und brauchen keine Angst vor der Verdammnis zu haben. Aber wir sollten uns sehr der Tatsache bewusst sein, dass die brennenden Augen Jesu die Taten, die wir in diesem Leben getan haben, analysieren werden, um zu sehen, ob sie geeignet sind, uns in sein ewiges Reich zu folgen. Dieses ganze Thema ist heutzutage nicht sehr populär, doch das bedeutet nicht, dass es nicht wahr ist. Wie du sehen wirst, ist es äußerst wichtig und verdient deine ernsthafte Aufmerksamkeit. „Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person nach eines jeden Werk richtet, so wandelt die Zeit eurer Fremdlingschaft in Furcht!“ (1.Petrus 1,17). Für Christen ist es weise, sich der Ernsthaftigkeit der Gerechtigkeit Gottes bewusst zu

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sein und gleichzeitig die Genialität Seiner Barmherzigkeit zu feiern. So wollen wir jetzt einige der ehrfurchtgebietenden Gerichte Gottes in der biblischen Geschichte betrachten. Dann werden wir uns auf das Gericht konzentrieren, das uns als Gläubige betrifft: Den Richterstuhl Christi. Dies wird uns helfen, sowohl mit freudiger wie auch mit nüchterner Erwartung zu leben, während wir in Richtung Ewigkeit unterwegs sind.

Das Gericht an Adam und Eva im Garten Eden (1.Mose 3,14-24)

Diese Geschichte ist bekannt. Sie ist sogar so gut bekannt, dass es sehr einfach ist, ihre kraftvolle Bedeutung durch bloße Vertrautheit zu verpassen. Aber der Bericht über die Ursünde und das erste Gericht Gottes ist keine literarische Erfindung oder ein Klischee für die Sonntagsschule. Es ist ein überzeugendes Bild von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Es zeigt die neu geschaffene Welt, Gottes schönen Garten, Adam und Eva, die listige Schlange und die verbotene Frucht. Diese gewaltige Erzählung zeigt uns drei grundlegende Wahrheiten, auf denen die künftigen Gerichte Gottes basieren – einschließlich seines Erlösungswerkes. Erstens respektiert Gott persönliche Entscheidungen. Der gleiche freie Wille, der unsere größte Würde ist, kann also möglicherweise unser größter Untergang sein, so wie es im Garten Eden war. 17


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