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Gottes Wegbereiter Der prophetische Dienst in den letzten Tagen

John Bevere


Inhaltsverzeichnis Vorwort .................................................................................... 7 Einleitung ................................................................................. 9 1 Die Elia-Salbung ................................................................ 13 2 Der prophetische Dienst .................................................... 21 3 Die Stimme eines Rufenden .............................................. 35 4 Bahnt den Weg des Herrn ................................................. 43 5 Wölfe im Schafspelz ........................................................... 59 6 Weicht von mir: Ich habe euch niemals gekannt ................ 69 7 Echte oder unechte Buße? .................................................. 81 8 Ein egozentrisches Evangelium .......................................... 95 9 Flieht den Götzendienst ................................................... 109 10 Gute Wurzel – gute Frucht ............................................... 121 Über den Autor ..................................................................... 133

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Vorwort Das Wichtigste in der Welt ist Errettung. Ohne sie kommst du nicht in den Himmel, und ohne Buße gibt es keine Errettung. Gottes Wegbereiter ist ein ausgezeichnetes Buch zum Thema der Buße. Ich fordere jeden, der dieses Buch liest, heraus, der Reinigung des Herzens und der Seele durch Buße nachzugeben. Wir können nicht länger nach den Maßstäben der Welt leben, denn Gott hat uns zu einem heiligen Leben berufen. Nur durch Buße können wir darauf hoffen, die Reinigung zu erlangen, die uns das gerechte Ansehen vor dem Vater verschafft, durch das wir ewiges Leben haben. Ich bitte Leiter und Laien gleichermaßen, das Wort mit Liebe und Autorität zu ergreifen. Hört auf, nur die Ohren der Gemeinde zu kitzeln, und leitet sie zur Buße, damit wir bei der Wiederkehr unseres Herrn Jesus Christus fleckenlos, schuldlos und ohne Runzeln sind. Betrachte, während du dieses Buch liest, deine persönliche Beziehung zu Gott. Lass die Botschaft zu dir sprechen. Sieh nicht auf deinen Nachbarn und richte über ihn; Gott will zu dir sprechen. Gott sucht danach, Männer zu erheben, die tun und sagen, was notwendig ist, um die Gemeinde auf dem richtigen Kurs zu halten. John Bevere ist einer dieser Männer. Ich kenne John seit zehn Jahren und weiß, dass er ein reines Herz, einen kühnen Charakter und eine Beziehung zu Gott besitzt, die durch seine Stabilität offenbar wird. Dr. Norvel Hayes Autor und Lehrer Norvel Hayes Ministries Cleveland, Tennessee

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Einleitung Dieses Buch ist eine Botschaft an die Gemeinde. Es wendet sich auch an die, die die Gemeindestruktur verlassen haben, weil sie unzufrieden wurden oder Anstoß genommen haben. Es ist eine Botschaft für Christen jeglicher Konfession oder Zugehörigkeit – und auch für die, die mit Glaubensbekenntnissen oder Mitgliedschaften nichts zu tun haben wollen. Es wendet sich an die im vollzeitlichen Dienst und die, die nicht im vollzeitlichen Dienst stehen. Es ist ein Buch für Jung und Alt, ganz gleich, ob sie den Herrn schon viele Jahre kennen oder Ihm erst seit Kurzem dienen. Da wir am Anfang eines neuen Jahrtausends leben, gibt es Fragen, die sich uns allen stellen. Befinden wir uns in der Erweckung? Erfahren wir die Ausgießung des Heiligen Geistes und die Seelenernte, wie der Prophet Joel es vorausgesagt hat? Wie schneiden wir im Vergleich zu der Gemeinde in der Apostelgeschichte ab? Sind wir die verherrlichte Gemeinde, für die Jesus zurückkommt? Sind wir bereit für seine Wiederkehr? Ist es möglich, dass wir in den letzten Jahrzehnten Übertreibung und emotionale Begeisterung als einen erbärmlichen Ersatz für Erweckung akzeptiert haben? Sind wir zu einem Volk geworden, das den Schein statt der Substanz liebt und deshalb keine Tiefe besitzt? Haben wir Gottgefälligkeit und Integrität für das verlassen, was viele „das Reich Gottes vorantreiben“ nennen? Kann die Welt durch unsere aufrichtige Liebe füreinander Jesus Christus in uns erkennen? Sind die Beispiele, die wir in den 80er und 90er Jahren gegeben haben, unsere Bestimmung? Die fortschreitende Erweckung, die Joel vorausgesagt hat, wird anders aussehen, als viele erwarten. Sie wird nicht durch eine Gemeinde geschehen, der der Geruch der Welt anhaftet. Sie wird nicht durch eine laue, Götzen verehrende Gemeinde kommen oder durch Dienste, die miteinander wetteifern und ringen. Sie wird auch nicht eintreten, solange wir im Bereich unserer Integrität zugunsten unseres Erfolgs Kompromisse eingehen. Die Welt wird nicht vom Glanz und Glitzerwerk der Gemeinde angelockt, sondern durch ihre Herrlichkeit angezogen werden. 9


Gottes Wegbereiter

Der Grund für die Abkehr von der Gemeinde in dieser Zeit ist der Lebensstil, den wir in der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts an den Tag gelegt und gepredigt haben. Wir haben das Evangelium auf eine billige Lösung für die Probleme des Lebens reduziert. Wir haben Jesus vermarktet wie Händler, die versuchen, ihre vorgegebenen Verkaufszahlen zu erreichen. Dabei haben wir die Buße umgangen, um Bekehrte zu bekommen. Bekehrte haben wir also. Die Frage ist nur, was für Bekehrte sind das? Jesus sagte zu den Gesetzeslehrern und Pharisäern seiner Zeit: „Ihr reist über Land und Meer, um einen Menschen zu bekehren, und dann macht ihr aus ihm einen Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst“ (Mt. 23, 15; Neues Leben). Bekehrte sind leicht zu gewinnen, doch sind sie wirklich Söhne des Reichs Gottes? Dieses Buch geht auf all diese Fragen und noch viele mehr ein. Im Herbst des Jahres 1992 hat mich der Heilige Geist damit beauftragt, dieses Buch zu schreiben. Während ich schrieb, zitterte ich voller Ehrfurcht, denn das, was Gott mir eingab, war so viel stärker, als ich erwartet hatte. Ich hörte sogar an einem Punkt auf, zu schreiben. Ich wollte manche Dinge nicht so stark ausdrücken, wie sie mir eingegeben wurden. Nachdem einige Wochen vergangen waren, machte ich mich wieder an die Arbeit und versuchte, einiges anders zu formulieren. Doch es gelang mir nicht. Es schien, als sei die Salbung zu schreiben verschwunden. Stundenlang saß ich vor dem Computer und versuchte, weiterzukommen, doch der Fluss des Heiligen Geistes war nicht da. Ich betete und suchte den Herrn für dieses Buch. Ich sagte: „Herr, wenn du willst, dass ich dieses Buch schreibe, musst du mir die Worte dafür geben. Es scheint, dass nichts fließt, kein Leben darin ist und keine Salbung darauf liegt.“ Der Herr antwortete mir ganz deutlich und sagte: „Vor sechs Wochen bist du von dem abgewichen, was ich wollte; kehre wieder dorthin zurück, wo das Leben und die Salbung geflossen sind.“ Daraufhin wandte ich mich wieder dem Kapitel zu, mit dem ich aufgehört hatte, und sofort kehrte die Salbung zu schreiben zurück. Dann schrieb ich ohne Pause weiter, bis das Buch fertig war. Vieles, was in diesem Buch geschrieben steht, habe ich in den Vereinigten Staaten und in Übersee gepredigt. Ein großer Teil seines 10


Einleitung

Inhalts jedoch kam mir in den Sinn, während ich schrieb. Ich hatte diese Dinge zuvor nie gehört, gepredigt oder gedacht. Das war eine weitere Bestätigung dafür, dass dieses Buch vom Herrn inspiriert war. Ich weiß, dass diese Botschaft der Schrei aus Gottes Herzen zu seinem Volk in diesen letzten Tagen ist. Bitte nimm sie nicht auf die leichte Schulter! Ich möchte dich ermutigen, dieses Buch ganz zu lesen; die Botschaft wäre nicht vollständig, wenn du nur einen Teil lesen würdest. Während du es liest, bitte den Herrn, seinen Inhalt auf dein Leben anzuwenden, damit sein Weg in deinem Leben und in deinem Dienst bereitet werden kann. Die Gemeinde wird umgeformt werden, während sich jedes einzelne Mitglied verändert. Wir denken zu oft, jeder müsse sich verändern, nur wir selbst nicht. Vieles von dem, was ich geschrieben habe, betrifft Bereiche, über die Gott mit mir persönlich gesprochen hat, um mich auf die letzten Tage vorzubereiten. Der Herr wird wahrhaft zu einer heiligen und tadellosen Gemeinde zurückkehren, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen hat (siehe Eph. 5, 27). Wir müssen diese Vision vor unseren Augen bewahren, damit wir nicht entmutigt werden und verlieren, was uns verheißen wurde. Wenn Gott uns zur Buße ruft, dann tut Er das, damit wir verändert werden und in die Hoffnung einziehen, die vor uns gesetzt ist. Die Botschaft von Johannes dem Täufer lautete: „Tut Buße! Denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen“ (Mt. 3, 2). In anderen Worten verkündigte er: „Das Reich der Himmel ist nahe gekommen, und um das zu erhalten, was Gott für dich hat, musst du dich verändern (Buße tun).“ Wenn man den Menschen predigt, Buße zu tun, ohne ihnen Hoffnung zu geben, wird sie das in Gesetzlichkeit führen. Wir müssen uns verändern, um an den Ort zu gelangen, an dem wir empfangen können, was Gott verheißen hat. Diese Botschaft ist eine Botschaft der Gnade aus dem Herzen Gottes, nicht eine des Gerichts. Gnade, weil Er uns warnt, dass Er in seiner Herrlichkeit kommen wird, ob wir als Einzelne nun bereit sind oder nicht. Um zu empfangen, was Er für uns hat, müssen wir also das ändern, was gegenwärtig nicht seinen Wegen entspricht, damit wir, wenn seine Herrlichkeit offenbart wird, von überfließender Freude erfüllt sind. 11


Gottes Wegbereiter

Es ist mein Gebet, dass du, während du dieses Buch liest, Gottes Stimme darin zu dir sprechen hörst, dass deine Ohren hören, deine Augen sehen und dein Herz erkennt und versteht, was der Heilige Geist in diesen letzten Tagen zu dir und der Gemeinde sagt. Ich bete auch dafür, dass Er dir durch dieses Buch sich selbst und seinen Willen für dich offenbart, damit du für das, wozu Er dich in diesen letzten Tagen berufen hat, bereit bist.

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1 Die Elia-Salbung Gottes Gericht wird gemäß seinem gerechten Maßstab erfolgen, nicht gemäß unserem Maßstab. Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare. Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage. Maleachi 3, 23–24

Der Tag des Herrn Der große und furchtbare Tag des Herrn – das zweite Kommen Christi – ist vielleicht näher, als wir denken. Gott sagt, dass Er den Propheten Elia senden wird, bevor dieser Tag kommt. Es wird ein großer Tag für die treuen und klugen Diener des Herrn sein, und ein furchtbarer Tag für die, die nie das Evangelium Christi empfangen haben sowie für die unklugen und bösen Diener des Herrn. Das sind die, die seinen Willen nicht getan haben, obwohl sie ihn kannten. Das wird in den folgenden Worten Jesu veranschaulicht: Der Herr aber sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, um ihm die zugemessene Speise zu geben zur rechten Zeit? Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird! In Wahrheit sage ich euch, dass er ihn über seine ganze Habe setzen wird. Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt sich Zeit mit dem Kommen, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen und zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es nicht 13


Gottes Wegbereiter erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn entzweischneiden und ihm sein Teil festsetzen bei den Ungläubigen. Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn wusste und sich nicht bereitet, noch nach seinem Willen getan hat, wird mit vielen Schlägen geschlagen werden; wer ihn aber nicht wusste, aber getan hat, was der Schläge wert ist, wird mit wenigen geschlagen werden. Jedem aber, dem viel gegeben ist – viel wird von ihm verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern. Lukas 12, 42–48

Der große und furchtbare Tag des Herrn ist seine Wiederkehr, um Gericht zu halten. Gottes Gericht wird nach seinem gerechten Maßstab erfolgen, nicht nach unserem. Jesaja sagt uns, an diesem Tag wird „… der Stolz des Menschen … gebeugt und der Hochmut des Mannes erniedrigt werden. Und der Herr wird hoch erhaben sein, er allein, an jenem Tag. Und die Götzen – mit ihnen ist es völlig aus“ (Jes. 2, 17–18). Es ist der Tag der Rache für den Stolz und den Ungehorsam der Menschen, auch wenn es jetzt so aussieht, als würden Hochmut und Rebellion weder bemerkt noch bestraft und oft sogar noch belohnt werden. Viele heute betrügen sich selbst. Sie leben für sich selbst, doch sie glauben, sie seien gerecht vor Gott. Ihre verhärteten Herzen haben die Furcht Gottes verloren. Über sie wird uns gesagt: „… dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden, die nach ihren eigenen Begierden [Lüsten] wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Ankunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an“ (2. Petr. 3, 3– 4). Diese Männer und Frauen wandeln gemäß ihren selbstsüchtigen Begierden, nicht gemäß den Wünschen Gottes. Einiges tun sie sogar im Namen des Christentums. Ihr Maßstab ist nicht Jesus, sie vergleichen sich miteinander. Die Akzeptanz der Gesellschaft ist ihr Maßstab. Ihre Argumentation hört sich in etwa so an: „Warum sollte ich einen heiligen Lebensstil anstreben, wenn viele in der Gemeinde das nicht tun und damit ungestraft davonkommen? Sie scheinen sogar noch in dem zu gedeihen, was sie tun. Warum sollte ich mir eine unnötige Last auferlegen?“

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Die Elia-Salbung

Der Herr wird sich zum Gericht erheben und Er sagt: „Seit ewigen Zeiten habe ich geschwiegen, war still, habe an mich gehalten. Wie eine Gebärende will ich nun stöhnen, schnauben und nach Luft schnappen zugleich. Ich will Berge und Hügel ausdörren und all ihr Kraut vertrocknen lassen …“ (Jes. 42, 14–15). Gott hat seit ewigen Zeiten geschwiegen und an sich gehalten. Der Zweck seines Wartens ist die Errettung. In dieser Zeit werden viele umkehren und sich wieder dem Herrn zuwenden, während andere immer härter werden, weil sie seinem Ruf nicht entsprechen. Für sie wird der Tag des Herrn unerwartet kommen. Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit! dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen. 1. Thessalonicher. 5, 2–3

Der Tag des Herrn wird kommen wie in den Tagen von Lot. Sodom und Gomorra waren blühende Städte ohne Mangel an Nahrungsmitteln oder Unterkunft. Es gab kein Anzeichen für ein drohendes Gericht. Alles war genau so, wie es schon bei ihren Vätern gewesen war. „Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten …“ (Lk. 17, 28). Sie wurden vollkommen überrascht. Sie müssen geglaubt haben, dass Gott den Zustand ihres Herzens und ihre verirrten Wege nicht bemerkt hatte. Lot war sich des bevorstehenden Gerichts ebenso wenig bewusst. Lot könnte als Bild für irdische, fleischliche Christen dienen. Das sehen wir daran, welchen Ort er als seinen Wohnort wählte (unter den Einwohnern von Sodom und Gomorra), an der Frau, die er hatte, und an den Kindern, die er durch Inzest zeugte, den Moabitern und den Ammonitern. Im Gegensatz dazu entschied sich Abraham dafür, ein abgeschiedenes Leben zu führen. Er suchte nach der Stadt, deren Erbauer und Schöpfer Gott war. Lot zog es vor, mit den Gottlosen Freundschaft zu schließen, statt ein abgesondertes Leben zu führen. Die Wege der Gottlosen begannen jedoch langsam aber sicher, in ihm und seiner Familie Früchte zu tragen. Seine Maßstäbe wurden nicht länger von Gott vorgegeben; sie wurden von der Gesellschaft, in der er lebte, diktiert. Lot 15


Gottes Wegbereiter

wurde „… von dem ausschweifenden Wandel der Ruchlosen gequält … denn der unter ihnen wohnende Gerechte quälte durch das, was er sah und hörte, Tag für Tag seine gerechte Seele mit ihren gesetzlosen Werken …“ (2. Petr. 2, 7–8). Der Tag des Gerichts wäre auch auf ihn gekommen wie ein Dieb in der Nacht, hätte Gott nicht die Engel geschickt, um ihn zu warnen. Doch trotz dieser Warnung vor dem Gericht blickte seine Frau zurück, denn sie stand so unter dem Einfluss der Welt, dass sie den Herrn nicht mehr fürchtete. Deshalb warnte Jesus uns, indem Er sagte: „Gedenkt an Lots Frau! Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren; und wer es verliert, wird es erhalten“ (Lk. 17, 32–33).

Zuerst kommt Elia Gott sagte, Er würde den Propheten Elia senden, bevor der Tag des Herrn kommen würde, der große und furchtbare. Dieser Elia, der kommen wird, ist nicht der wiedergeborene Elia aus 1. und 2. Könige. Der Text bezieht sich nicht auf einen Mann aus der Geschichte, noch ist er auf nur einen Mann begrenzt. Stattdessen beschreibt er die wahre Bedeutung von „Elia“. Zur Erklärung: Das Wort Elia stammt von zwei hebräischen Wörtern: el und Jahh. El bedeutet „Kraft und Macht“, und Jahh ist der richtige Name für den einen wahren Gott, Jahwe. Wenn wir diese Bedeutungen zusammenfügen, gelangen wir zu: „Die Kraft und die Macht Jahwes, des einzig wahren Gottes.“ Was Maleachi also sagte, war, dass Gott, bevor der Tag des Herrn kommt, einen prophetischen Mantel oder eine prophetische Salbung in der Kraft und der Macht des einen, wahren Gottes senden würde. Vor dem ersten Kommen Jesu erschien Zacharias, dem Vater von Johannes dem Täufer, der Engel Gabriel und beschrieb ihm die Berufung auf dem Leben seines Sohnes folgendermaßen: Und viele der Söhne Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Und er wird vor ihm hergehen in dem Geist und der Kraft des Elia, um der Väter Herzen zu bekehren zu den Kindern und Ungehorsame zur Gesinnung von Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten. Lukas. 1, 16–17 16


Die Elia-Salbung

Johannes war der Prophet Elia, der gesandt wurde, um vor dem ersten Kommen Jesu den Weg des Herrn zu bereiten. Er war die „Stimme eines Rufenden“ in der Wüste: „Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade gerade!“ (Mk. 1, 3). Der Auftrag seines Dienstes war es, die Herzen der Kinder Israel wieder zu Gott zu bekehren; seine Botschaft: „Tut Buße! Denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen“ (Mt. 3, 2). Buße bedeutet eine Veränderung des Herzens, nicht nur eine Änderung der Handlungsweise. Die Taten des Volkes Israel waren sehr fromm, doch ihre Herzen waren weit von Gott entfernt. Tausende gingen treu in die Synagoge, doch sie waren sich des wahren Zustands ihres Herzens nicht bewusst. Deshalb sandte Gott den Propheten Johannes, um ihren wirklichen Herzenszustand zu offenbaren. Johannes sprach zu den Volksmengen: „Otternbrut! Wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn (Gericht) zu entfliehen? Bringt nun der Buße würdige Früchte; und beginnt nicht, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater!“ (Lk. 3, 7–8). Er offenbarte die Verführung, auf die ihre Herzen vertrauten. Sie glaubten, sie seien gerecht, weil sie Kinder Abrahams waren und treu in die Synagoge gingen und ihren Zehnten gaben. Johannes wurde nicht zu den Heiden gesandt, die nie vorgegeben hatten, Gott zu kennen; er wurde gesandt, um die „verlorenen Schafe“ des Hauses Israel zu erwecken und sie auf die Ankunft Jesu vorzubereiten. Johannes der Täufer erfüllte die Elia-Prophetie für seine Zeit vor dem ersten Kommen des Herrn. Maleachi prophezeite jedoch, dass diese Salbung vor dem großen und furchtbaren Tag des Herrn kommen würde. Das bedeutet, dass es zwei verschiedene Erfüllungen dieser Prophetie gibt. Das wird in Matthäus 17 erklärt: Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, mit und führt sie abseits auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen umgestaltet. Und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie das Licht; und siehe, Mose und Elia erschienen ihnen und unterredeten sich mit ihm. Matthäus. 17, 1–3

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Copyright © 2005 in German by Adullam Verlag. Originally published in English by

John Bevere Ministries, P.O. Box 888 Palmer Lake, CO 80133, USA under the title

The Voice of One Crying by John Bevere Copyright © 1993 by John Bevere All rights reserved. Alle Rechte der deutschen Ausgabe bei:

Adullam Verlag St.-Ulrich-Platz 8 85630 Grasbrunn Tel 089/468801 www.adullam.de ISBN 3-931484-48-3

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