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Korrupter Fußball Unser Schwerpunktthema in dieser ArrivalNews-Ausgabe

ZEITUNG FÜR NEUBÜRGER*INNEN WWW.ARRIVALNEWS.DE

AUSGABE KÖLN + DÜSSELDORF NOVEMBER/2019

30 Jahre Mauerfall TEXT LILLIANE WEISS Am 9. November 2019 ist der Fall der Berliner Mauer genau 30 Jahre alt. Es war ein wichtiges Ereignis auf dem Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990. Doch warum wurde Deutschland überhaupt geteilt? Wie kam es zum Fall der Mauer? Welche Folgen hat die Teilung auch heute noch? Um diese Fragen geht es hier.

M

it dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1949 wurde Deutschland in 4 Besatzungszonen aufgeteilt. Jedes Mitglied der Alliierten bekam eine Besatzungszone. Sie übernahmen ab 1949 die Kontrolle über Deutschland. Auch die Hauptstadt Berlin wurde in 4 Besatzungszonen geteilt. Die Sowjetunion bekam einen großen Teil im Osten der Stadt. Die Sowjetunion bekam auch ein großes Gebiet im Osten von Deutschland. Nämlich die heutigen Bundesländer: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Allerdings hatten die Alliierten unterschiedliche politische Meinungen. Sie haben sich zerstritten. Das hatte für die Alliierten und auch für die deutsche Bevölkerung schlimme Folgen. Warum wurde die Mauer gebaut? Aus der sowjetischen Besatzungszone wurde 1949 die DDR. Dazu gehörte Ostdeutschland und Ostberlin. Die anderen Besatzungszonen und Westberlin wurden zur BRD. Die vorherrschende Partei der DDR war die SED. Sie regierte kommunistisch und nicht demokratisch. Das

bedeutet: Man durfte seine Meinung nicht frei sagen. Deswegen gründete das SED-Regime einen Staats-Sicherheits-Dienst. Man nannte ihn die Stasi. Die Aufgabe der Stasi war es, die Menschen in allen Bereichen zu überwachen und zu kontrollieren. Auch nahm man vielen Menschen ihren Besitz weg. Zum Beispiel ihre Betriebe und Grundstücke. Außerdem fehlten wichtige Elemente eines Rechtsstaates. Zum Beispiel gab es keine Gewaltenteilung. Die Gerichte waren oft parteiisch. Die DDR bekam schnell wirtschaftliche Probleme. Trotzdem hat die Regierung ihre Politik weitergemacht. Und deswegen wanderten viele DDR-Bürger*innen nach Westdeutschland aus. Damit die Menschen in der DDR blieben, baute die SED eine Mauer in Berlin. Am 13. August 1961 wurde dieser Plan umgesetzt. Auch zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland gab es eine Grenze. Was waren die Folgen des Mauerbaus Über Nacht wurde Ostberlin von Westberlin durch eine Mauer getrennt. Familien und Freunde wurden von einen Tag auf den anderen voneinander getrennt. Viele DDR-Bürger*innen haben versucht zu fliehen. In vielen Fällen endete das mit dem Tod. Es spielte eine extrem wichtige Rolle, ob man 10 Meter weiter links oder rechts wohnte. Die Grenze wurde streng kontrolliert und bewacht. Grenzsoldaten mussten auf Bürger*innen schießen, die aus der DDR fliehen wollten. 28 Jahre lang war die Mauer die Grenze zwischen Ostberlin und Westberlin. Wie kam es zum Fall der Mauer? Ein Grund für den Mauerfall waren friedliche Demonstrationen der Bürger*in-

I L LU S T R AT ION M A R I ON BLO M E Y E R

nen in der DDR. Im Oktober und November 1989 demonstrierten sie immer montags. Sie sind für Veränderungen auf die Straßen gegangen. Sie wollten freie Wahlen haben und überall hinreisen dürfen. Am Abend des 9. November 1989 erlaubte die DDR-Regierung das Reisen nach Westdeutschland. Damit war die Mauer gefallen. Ungefähr ein Jahr später war Deutschland wieder eins. Und gegen Ende des Jahres 1990 erhielt Deutschland seine volle Souveränität wieder. Das heißt, es wurde eine deutsche Regierung ernannt. Sie durfte alleine über innere und äußere Angelegenheiten bestimmen. Aber natürlich gab es nach so langer Zeit auch Probleme. Einige dieser Probleme gibt es heute noch. Obwohl der Fall der Mauer schon 30 Jahre her ist. Welche Folgen der deutschen Teilung kann man heute noch sehen? Vor allem wirtschaftlich unterscheiden sich der Osten und der Westen. 1. Zum Beispiel beim Gehalt. Menschen, die im Osten wohnen, verdienen immer noch weniger als im Westen. 2. Auch die Abwanderung der letzten Jahrzehnte hat Folgen: Viele junge Menschen aus der DDR sind in die westlichen Bundesländer gezogen. Es gibt im Osten viel weniger Jugendliche, die unter 20 Jahre alt sind als im Westen. Aber es gibt viel mehr ältere Menschen im Osten als im Westen. Erst seit 2017 ziehen wieder mehr Menschen in die östlichen Bundesländer. Vorher zogen mehr in die westlichen Bundesländer. 3. Die Regierung wollte den Osten von Deutschland wirtschaftlich unterstützen. Einige Maßnahmen waren jedoch erfolglos. -1-

  

4. 1991

wurde der Solidaritätszuschlag eingeführt. Er wird auch „Soli“ genannt. Das ist eine Steuer, die jede*r Bürger*in seit der Wiedervereinigung zahlen muss. Und das noch bis 2021. Danach soll der Soli abgeschafft werden. Der Soli wird für den Auf bau des Ostens verwendet. Viel Geld davon hat der Staat jedoch für andere Projekte ausgegeben.

Es gilt, nicht verzagen! Zumindest in den Köpfen der jüngeren Generationen ist Deutschland erfolgreich zusammengewachsen. Laut einer Umfrage sagen jeweils ca. 60 % der jungen Menschen im Osten und Westen: „Die Bundesrepublik ist meine politische Heimat.“ Eine bewusste Unterscheidung zwischen Ost und West gibt es für sie nicht mehr. Natürlich ist nicht jede*r von einer gelungenen Wiedervereinigung überzeugt. Vor allem die älteren Generationen, die diese schwierige Zeit miterleben mussten.

die Wiedervereinigung

Zusammenschluss von 2 oder mehr getrennten Teilen

die Besatzungszone, -n

ein von ausländischen Truppen besetzter Bereich des Staates

die Sowjetunion

Staat in Osteuropa und Nordasien (1922-1991)

sich zerstreiten

sich so stark streiten, dass man nicht mehr zusammenarbeiten oder leben kann

die Alliierten

Zusammenschluss der Länder, die gegen Deutschland im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben: USA, Großbritannien, die ehemalige Sowjetunion und Frankreich

die DDR

Deutsche Demokratische Republik

die BRD

Bundesrepublik Deutschland

die SED

Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

kommunistisch

politische Richtung mit der Idee einer zentral gelenkten Wirtschafts- und Sozialordnung

das Regime, Regime

ein Begriff für Regelungs- und/ oder Ordnungssysteme

jemandem etwas wegnehmen

etwas von jemand anderem nehmen, obwohl es einem nicht gehört

der Betrieb, -e

Firma, Unternehmen

das Grundstück, -e Boden, der einem gehört; eigenes Land der Rechtsstaat, -en ein Staat, der die Rechte seiner Bürger *innen schützt und der durch unabhängige Richter kontrolliert wird die Gewaltenteilung, es gibt 3 Gewalten, über die ein -en Rechtsstaat mit verschiedenen Institutionen verfügt: Gesetzgebung, Gesetzesausführung und Gerichtsbarkeit parteiisch

nicht neutral

über Nacht

sehr schnell

die Souveränität, -en

wenn ein Land/Staat unabhängig ist und selbständig handeln kann

innere und äußere Angelegenheiten

Innenpolitik und Außenpolitik eines Landes

die Abwanderung, -en

wenn viele Menschen von einem Ort wegziehen

verzagen

die Hoffnung verlieren

Scanne den QR-Code und höre den Text auf deinem Handy an. Mehr Texte findest du auf www.arrivalnews.de

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GOOD NEWS, EVERYONE...!

SERIE

„Wir in Deutschland“

zusammen in Berlin

In den letzten Jahren begegneten die europäischen Gesellschaften vielen Herausforderungen durch Migration. Viele Menschen, Medien und Politiker*innen diskutieren oft sehr aufgeheizt und emotional. Mit der Serie “Good News, Everyone...!” möchten wir Erfolgsgeschichten aus unserer Arbeit erzählen und Einblicke geben, was Neubürger*innen mit ein wenig Hilfe erreichen konnten. Auf Seite 2 der ArrivalNews heißt es daher monatlich: Gute Nachrichten für alle!

TEXT MARGAUX METZE

 

FOTOS MARGAUX METZE, DAVID OFFENWANGER & BAHA A FATIOUH

Ousman, Abdoulie und Bahaa sind gerade in Berlin angekommen

Kleine Pause vor dem Reichstag

Alle 10 Videos der Reihe „Wir in Deutschland“ gibt es hier zu sehen: www.bit.ly/2BWS63X

Die Teilnehmer*innen von „Wir in Deutschland“ bei der Podiumsdiskussion

die Fachtagung, -en

Personen, die viel über ein Thema wissen, treffen sich, um über das spezielle Thema zu sprechen

Integration

Eingliederung in die Gesellschaft

wertvoll

bedeutend, von hohem Wert

die Kooperation, -en

Zusammenarbeit, Teamarbeit

die Erfolgsgeschichte, -n

besonders erfolgreiche Entwicklung, Geschichte mit einem positiven Ende

das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, -e

neues Gesetz für die Einwanderung von Arbeitskräften

die Qualifizierung, -en

Bildung, Eignung, Fähigkeit

die Podiumsdiskussion, -en Diskussion von Expert*innen auf einer Bühne vor Zuschauer*innen das Publikum, Publika

Zuschauer, Zuhörer

der Druck

hier: Zwang, Belastung

faul

bequem, nicht aktiv

abstempeln

jemanden oder etwas schlecht bewerten

die Bodenabfertigung, -en

hier: alle Aufgaben rund um das Flugzeug am Flughafen, zum Beispiel das Verladen von Gepäck

die Abfertigung, -en

fasziniert, bewegt

der Reichstag

Sitz des Deutschen Bundestags in Berlin

das Brandenburger Tor

Berliner Wahrzeichen/Symbol und ein deutsches Nationalsymbol

A

Besucher*innen Fachtag „Bildung: Mobilität – global denken“

rrivalAid ist mit 6 Teilnehmer*innen aus den Videos „Wir in Deutschland“ nach Berlin gefahren. Dort waren wir zur Fachtagung „Bildung: Mobilität – global denken“ des Goethe-Instituts eingeladen. Die Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmer*innen waren dabei für viele Menschen und für die Diskussion über Integration sehr wertvoll. In unserer Juli-Ausgabe 07/2019 der ArrivalNews haben wir von dem Projekt „Wir in Deutschland“ berichtet. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen ArrivalAid und dem Goethe-Institut. Im Video-Projekt haben wir 10 Menschen vorgestellt, die von ihrem Leben in Deutschland erzählen. Es sind 10 Erfolgsgeschichten. Alle Personen kommen ursprünglich aus einem anderen Land und haben hier ein neues Zuhause gefunden. Die Menschen in den Videos sind sehr beeindruckend: Sie haben in kurzer Zeit sehr viel erreicht: Sprachkurs, Schule, Studium, Ausbildung, Arbeit – und das alles in einem fremden Land. Zum neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das ab 2020 in Kraft tritt, hat das Goethe-Institut eine Fachtagung in Berlin organisiert. An der Veranstaltung haben Menschen aus Wirtschaft und Politik teilgenommen, die sich beruflich mit dem Thema beschäftigen. An 2 Tagen gab es Diskussionen und Workshops zum Thema Qualifizierung und Einwanderung von Arbeitskräften. Die Teilnehmer*innen des Projekts „Wir in Deutschland“ waren eingeladen, an der Tagung vom Goethe-Institut teilzunehmen. Und sie wurden gebeten, über ihre Erfahrungen sprechen. Zwar sind die meisten von ihnen nicht als Fachkräfte nach Deutschland gekommen, aber sie durchleben -2-

das, wovon viele Politiker*innen und Medien sprechen: die Integration in Deutschland und in den deutschen Arbeitsmarkt. 6 Kandidat*innen aus den Videos sind mit nach Berlin gefahren: Abdoulie, Alex, Bahaa, Malek, Ousman und Somaye. Abends gab es eine Podiumsdiskussion vor Publikum. Die Kandidat*innen haben erzählt, was bei der Integration in Deutschland schwierig war, was gut gelaufen ist und welche Ziele sie haben. Somaye hat zum Beispiel erzählt, dass sie großen Druck gespürt hat, als sie nach Deutschland gekommen ist. Sie hat das Gefühl, dass Geflüchtete alles schnell und richtig machen müssen. Sonst werden sie als faul abgestempelt. Das bedeutet für sie: schnell die Sprache lernen. Sofort wissen, welchen Beruf man lernen möchte. Ziele haben. Immer fleißig und motiviert sein. Aber Geflüchtete sind auch nur Menschen. Somaye wünscht sich mehr Verständnis für Geflüchtete und für Menschen, die neu nach Deutschland kommen. Das hat auch das Publikum an diesem Abend verstanden. Alex hat in Uganda mehrere Jahre einen Beruf gelernt. Er hat am Flughafen in der Bodenabfertigung gearbeitet. Um in Deutschland in seinem Beruf arbeiten zu können, muss er noch einmal eine Ausbildung machen. Er kann nicht ganz verstehen, warum. Darüber musste auch das Publikum nachdenken. Dieser Abend war ein kleiner Erfolg. Denn an diesem Abend wurde nicht nur über Geflüchtete und ihre Integration gesprochen, sondern es wurde ihnen auch zugehört. Die 2 Tage in Berlin waren eine schöne Zeit. Die Teilnehmer*innen kannten sich noch nicht. Aber sie haben sich auf der Zugfahrt schnell kennengelernt. Abdoulie und Ousman haben sogar festgestellt, dass sie aus demselben Ort in Gambia kommen und gemeinsame Freunde haben. Einige Teilnehmer*innen waren schon einmal in Berlin, einige aber noch nicht. In Berlin waren wir spazieren, haben den Stadtteil Prenzlauer Berg kennengelernt, den Reichstag und das Brandenburger Tor besucht. Wir haben über die deutsche Geschichte, über Ost und West gesprochen. Und wir haben kurz überlegt, ob wir Angela Merkel spontan auf einen Kaffee im Kanzleramt besuchen. Wir wollten uns aber nicht selbst einladen. Es waren tolle Tage mit wunderbaren Menschen.


LEBEN

„Fragen stellen ist wichtig“ Eltern und die Grundschule in Deutschland INTERVIEWS & FOTOS ANJA SCHMIDT

ArrivalNews Interview Lojain ist 7 Jahre alt und ist dieses Jahr in die Schule gekommen. ArrivalNews hat mit ihr gesprochen. ArrivalNews: Lojain, gefällt es dir in der Schule? Lojain: Ja. Du bist schon seit über einem Monat in der Schule. Was hast du alles gelernt? Erzähl mal. Das E, das A, die 5, die 6, die 1, die 2, die 3, die 4 und das I. Also du kannst schon richtig lesen? Ja und wir haben auch Malen. Wir haben diese Woche Igel gemalt. Was machst du am liebsten in der Schule? Mit Wasserfarben malen und Sport. Hast du schon Freunde in der Schule gefunden? Ja. Gibt es etwas in der Schule, das du nicht so gerne magst? Dass ein Kind erst zu mir sagt: „Komm, ich spiele mit dir.“ Und dann sagt es: „Ich spiele nicht mehr mit dir.“ Oder schlagen. Oder wenn andere Kinder mich ärgern oder anlügen. Also wenn sie einfach sagen: „Du hast mich geschubst“. Aber ich war das nicht. Und das mag ich nicht. Und gibt es etwas an der Schule, das du ganz besonders gerne magst? Zusammen spielen und dass wir eine Belohnung bekommen. Vor dem Wochenende bekommen wir Gummibärchen. Die gibt es mit Schwein und ohne Schwein. Bekommt jedes Kind die Belohnung? Ja. Magst du deine Lehrerin? Ist die nett? Ja. Gibt es noch etwas, was du sagen willst? Habe ich noch etwas vergessen zu fragen? Nein.

S

Die beiden Schulkinder: Lojain (7) mit ihrem Bruder Almotasem (8)

afa kommt aus Syrien. Sie hat vier Kinder. Sie sind 8, 7, 5 und 3 Jahre alt. Ihr ältester Sohn Almotasem ist in der zweiten Klasse. Ihre Tochter Lojain ist dieses Jahr in die erste Klasse gekommen. Die beiden jüngeren Kinder, Lamar und Zeid, gehen in den Kindergarten. ArrivalNews hat mit Safa über ihre Erfahrungen mit dem deutschen Schulsystem gesprochen.

ArrivalNews: Was sind die Aufgaben der Eltern, wenn sie Grundschulkinder haben? Safa: Die Aufgabe der Eltern ist es, ein gutes System zu haben. Folgendes ist wichtig: • Schlaf. Ein Schulkind muss früh ins Bett. So bekommt es genug Schlaf und ist in der Schule nicht müde. • Essen. Frühstück ist sehr wichtig. Und das Schulkind braucht ein Pausenbrot. • Termine. Die Eltern müssen den Stundenplan kennen. Das Kind darf nicht zu spät zur Schule kommen. In unserer Grundschule ist es so: Das Kind muss eine viertel Stunde vor dem Unterrichtsbeginn in der Schule sein. So hat das Kind Zeit, seine Jacke auszuziehen und seine Hausschuhe anzuziehen. Und es kann ohne Stress im Klassenzimmer ankommen. Wenn es nicht eine viertel Stunde vor Unterrichtsbeginn da ist, ist das Kind zu spät. • Fragen stellen. Wenn das Kind nach Hause kommt, ist es wichtig zu fragen: Was hast du in der Schule gemacht? Was hast du gelernt? Warum ist das wichtig? Die Eltern müssen verstehen, was die Kinder in der Schule lernen. Und sie müssen wissen, ob die Kinder Hausaufgaben aufhaben. Oder, ob die Kinder einen Elternbrief mitgebracht haben. In den Elternbriefen steht zum Beispiel: Wann ist der nächste Ausflug? Welche Sachen brauchen die Kinder dafür? Und die Lehrerin schreibt in das Hausaufgabenheft, wenn das Kind ein neues Heft oder neue Stifte braucht. Jeden Tag muss man sich für diese Fragen mindestens eine viertel Stunde Zeit nehmen.

Lojain (7) an ihrem ersten Schultag

die Belohnung, -en

ein Kind macht etwas gut, dann bekommt es ein Geschenk

der Elternbrief, -e

Brief, den der/die Lehrer*in an die Eltern schreibt

die individuelle Unterstützung

jedes Kind bekommt die Hilfe, die es braucht

der Lernfortschritt, -e

das Kind lernt und wird besser

der Brauch, Bräuche

Tradition

herausfinden

nachfragen

der Lernerfolg, -e

Lernfortschritt

selbstständig

etwas alleine machen können, ohne Hilfe

Ist die Grundschule in Deutschland sehr anders als in Syrien? Ja, hier in Deutschland ist das etwas anders. In den meisten Dingen finde ich das deutsche Schulsystem besser. Zum Beispiel: In Syrien gab es Schuluniformen. Die Kinder mussten jeden Tag das gleiche anziehen, es gab keine Freiheit. Hier darf jedes Kind das anziehen, was es möchte. Diese Idee mag ich. Was ich an dem System hier auch gerne mag: Es gibt viel mehr individuelle Unterstützung für die Kinder. Das ist sehr gut für den Lernfortschritt. Und in Syrien gab es keine Aktivitäten wie zum Beispiel Ausflüge, Schwimmen, Feste oder Sport. Es gab zwar Sport. Das war aber nicht so wichtig wie hier. Aber es gibt auch einen Punkt, den ich am deutschen System nicht so gut finde. Wenn ein Kind hier in die Grundschule kommt, muss es alles ganz schnell lernen. Die Buchstaben und die Zahlen und Schreiben. Die Geschwindigkeit ist sehr hoch. In Syrien haben wir in der ersten Klasse nur die Buchstaben gelernt. In der zweiten Klasse haben wir angefangen Wörter und Sätze zu schreiben. Aber in Deutschland geht das alles sehr viel schneller. Als mein ältester Sohn -3-

Almotasem in die Schule gekommen ist, war das sehr schwierig für mich. Deutsch ist ja nicht seine Muttersprache und wir als Eltern kannten das Schulsystem nicht. Es war also schwierig für dich, als dein erstes Kind in die Schule gekommen ist? Ja, das war sehr schwierig mit dem ersten Kind. Weil das System hier so anders ist. Die Schule ist nicht in der Muttersprache. Ich kannte die Sprache und das Lernsystem nicht. Und ich wusste nicht: Wie kann ich meinem Sohn helfen? Zum Beispiel bei den Hausaufgaben. In Syrien kannte ich das Schulsystem. Dort wusste ich, wie alles läuft und funktioniert. Hier wusste ich das nicht. Wir hatten deswegen schwierige Situationen. Zum Beispiel: Am ersten Schultag nach den Ferien hat jedes Kind der Lehrerin eine Blume mitgebracht. Und ich wusste das nicht. Mein Sohn hat gesehen, dass alle Kinder der Lehrerin eine Blume gebracht haben. Und er war traurig, dass er keine Blume dabeihatte. Und er hat mich gefragt: Warum haben wir keine Blume mitgebracht? Also bin ich schnell zum Markt gelaufen und habe Blumen gekauft. Und ich habe sie meinen Kindern in die Schule gebracht. Ein anderes Beispiel: Die Schule hat einen Flohmarkt organisiert. Jedes Kind sollte etwas für den Verkauf mitbringen. Ich wusste das aber nicht. Mein Sohn hätte so gerne etwas für den Verkauf gehabt. Das Geld war ihm nicht wichtig. Er wollte einfach nur mit seinen Freunden Flohmarkt spielen. Aber er hatte an diesem Tag kein Spielzeug dabei, weil ich das nicht wusste. Wenn die Eltern das System und die Bräuche nicht kennen, ist das schwierig für das Kind. Aber mit dem zweiten Kind ist es jetzt besser. Viel einfacher. Denn jetzt kenne ich das Schulsystem und die Bräuche. Auch zu Hause habe ich jetzt ein gutes System. Ich weiß jetzt, wie ich die Zeit organisieren muss. Und ich weiß, was meine Kinder für die Schule brauchen. Was würdest du Eltern empfehlen, die aus anderen Ländern kommen? Was sollten sie beachten, wenn ihre Kinder in die Schule kommen? Man muss herausfinden: Wie funktioniert das Lernsystem an der Schule? Man muss sehr viele Fragen stellen. Was braucht das Kind für die Schule? Wie sind die Regeln in der Schule? Fragen stellen ist sehr wichtig. Und es ist wichtig, dass man den Lernerfolg des Kindes begleitet. Wenn man sieht, dass das Kind Schwierigkeiten in der Schule hat, muss man das wissen. Damit man ihm helfen kann. Der Zeitpunkt der Einschulung ist auch sehr wichtig. Wenn man das Gefühl hat: Mein Kind ist noch nicht bereit für die Schule, dann sollte man es noch ein Jahr im Kindergarten lassen. Denn in der Schule muss sich ein Kind selbst organisieren können. Es muss selbstständig sein. Es muss sich selber schnell anziehen und ausziehen können, zum Beispiel für den Sportunterricht. Mein drittes Kind ist noch nicht bereit für die Schule. Ein Beispiel: Ich muss ihr die Hausschuhe anziehen. Wenn ich ihr sage: „Zieh deine Hausschuhe an!“, dann braucht sie eine viertel Stunde dafür. Nächstes Jahr wird sie 6 Jahre alt. Dann könnte sie in die Schule kommen. Aber wie soll das funktionieren? Sie wird für alles viel zu langsam sein und eine halbe Stunde zu spät in den Unterricht kommen. Ich denke, dass Kinder erst in die Schule gehen sollten, wenn sie dafür bereit sind. Und wenn sie mit 6 Jahren noch nicht bereit sind, sollten sie noch ein Jahr im Kindergarten bleiben. Denn hier in Deutschland ist die Lerngeschwindigkeit sehr hoch. Das Niveau ist hoch. Und dann kommt bei uns natürlich noch eine Schwierigkeit hinzu: Deutsch ist nicht die Muttersprache meiner Kinder. Zu Hause sprechen wir Arabisch. Wenn also das Kind noch nicht bereit ist, ist es besser, das Kind noch ein Jahr im Kindergarten zu lassen. Meine beiden älteren Kinder sind deswegen auch erst mit 7 Jahren eingeschult worden. Das war einfach besser für sie. GRAFIK FLATICON


DOSSIER

Korrupter Fußball

Der Fußballsport ist voller geheimer Absprachen, Betrug und Skandalen. Auch die deutschen Fußballchefs machen gerade keinen guten Eindruck.

  

GRAFIK FREPIK

TEXT PAUL KUHLMANN

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DOSSIER

F

Franz Beckenbauer ist einer der bekanntesten deutschen Fußballer. Im Jahr 1974 gewann er als Spieler mit der deutschen Nationalmannschaft den Weltmeister-Titel. Im Sommer 1990 wurde er als Teamchef der Deutschen zum zweiten Mal Weltmeister. Ein paar Jahre später war Beckenbauer einer der Hauptverantwortlichen für die Bewerbung Deutschlands als Gastgeberland der Weltmeisterschaft (kurz: WM) im Jahr 2006. Und es gelang ihm, die Weltmeisterschaft nach Deutschland zu holen. Aber wie? Die WM findet alle 4 Jahre in einem anderen Land statt. Im Weltfußballverband FIFA sitzen Vertreter aus fast allen Ländern der Welt. Es sind nur Männer. Sie entscheiden darüber, welches Land die nächste Weltmeisterschaft ausrichtet. Bei der Abstimmung hat jeder Vertreter eine Stimme. Seit einiger Zeit wird vermutet: Beckenbauer und andere deutsche Fußball-Chefs sollen den Stimmberechtigten Geld gezahlt haben. Damit diese für Deutschland als Gastgeberland der WM 2006 stimmen. Geld zahlen für eine Entscheidung? Das wäre Bestechung. Und das ist verboten. Deshalb hat die schweizerische Bundesanwaltschaft schon im Jahr 2015 ein Strafverfahren gegen Beckenbauer, Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst Schmidt eröffnet. Sie alle arbeiteten für den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Bis heute fehlen aber echte Beweise. Die Ermittlungen gehen kaum voran. Beckenbauer sagt: Er ist zu krank für ein Gerichtsverfahren. Vielleicht ist das nur eine Ausrede. Vielleicht wird nie geklärt, ob es einen Betrug gegeben hat. Trotzdem bleibt der Verdacht. Der Korruptions-Verdacht.

Was bedeutet Korruption? Eine Person ist dann korrupt, wenn sie ihre Machtposition für einen persönlichen Vorteil ausnutzt. Dabei handelt sie gegen die Moral und gegen das Gesetz. In vielen Fällen zahlt jemand Geld, damit eine andere Person eine bestimmte Entscheidung trifft. Das ist Bestechung.

korrupt

bestechlich, käuflich

geheim

heimlich, versteckt, ohne, dass jemand etwas merkt

die Absprache, -n

Vereinbarung, Deal, Vertrag

Bei der FIFA gibt es deutlich mehr Korruptions-Skandale als beim DFB. Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter stand mehrere Male unter Korruptionsverdacht. Er hat sehr gute Anwälte. Sie halfen ihm dabei, nicht verurteilt zu werden. In der FIFA gibt es viel Korruption, weil Entscheidungen von sehr wenigen Menschen getroffen werden. Manchmal gibt es keine schriftliche Entscheidung, sondern nur eine mündliche Absprache im Geheimen. In der FIFA entscheiden fast nur Männer. Untersuchungen zeigen: Korruption findet häufiger zwischen Männern statt als zwischen Frauen. Im Frauenfußball gibt es übrigens keine großen Korruptions-Skandale.

der Betrug, Betrüge

Manipulation, Illusion, Täuschung

der Skandal, -e

Affäre, Sensation, Aufregung

keinen guten Eindruck machen

nicht sympathisch erscheinen, niemanden beeindrucken

der Weltmeister, Weltmeister, die Weltmeisterin, -nen

Gewinner*in des Fußballturniers vieler Länder

etwas ausrichten

Etwas veranstalten, eine Veranstaltung organisieren

Die Ermittler*innen können Korruption schwierig beweisen. Hin und wieder klappt es trotzdem: Im Mai 2015 wurden 6 FIFA-Funktionäre festgenommen. Sie sollen Bestechungsgelder erhalten haben, damit sie die Fernsehrechte für die WM 2014 in Brasilien an bestimmte Fernsehsender vergeben.

die Abstimmung, -en

Wahl, Referendum

die Stimmberechtigung, -en

die Erlaubnis, an einer Abstimmung teilzunehmen

die Bestechung, -en

jemandem Geld geben, um etwas durchzusetzen

Der größte Skandal der jüngeren FIFA-Geschichte dreht sich um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022. Wieder soll es viel Bestechung bei der Abstimmung gegeben haben. Michel Platini ist Franzose und war lange Chef des europäischen Fußballverbandes UEFA. Er soll vor einigen Jahren mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und wichtigen Politikern aus Katar diesen Deal gemacht haben: Katar kauft den französischen Hauptstadtclub Paris St Germain und investiert viel Geld in den französischen Fußball. Als Dankeschön unterstützt Platini die Bewerbung von Katar als Gastgeberland der Fußball-WM. Heute gehört der Verein Paris St. Germain einem Investor aus Katar und die nächste WM findet in der katarischen Wüste statt.

die Bundesanwaltschaft, -en

Staatsanwälte beim Bundesgerichtshof

der Staatsanwalt, Staatsanwälte die Staatsanwältin, -nen

jemand, der im Gericht den Staat vertritt

der Bundesgerichtshof (BGH)

das höchste Gericht in Deutschland

die Ermittlung, -en

Nachforschung, Untersuchung, Recherche von der Polizei

die Moral, -en

Werte und Regeln, die eine Gesellschaft oder eine Person hat und die bestimmen, was richtig und was falsch ist

die Affäre, -n

Hier: Skandal, illegale Abmachung

der/die Kriminelle, -n

eine Person, die illegale Sachen macht

das Wettbüro, Wettbüros

ein Büro, wo man Geld zum Beispiel auf Pferde oder Fußballspiele setzen kann; wenn man richtig setzt, gewinnt man Geld

der Verdacht

Vermutung, Misstrauen, Zweifel

der Anwalt, Anwälte

Jurist, Verteidiger beim Gericht; jemand, die/der die Gesetze kennt und andere Menschen vor Gericht vertritt

die Anwältin, -nen

Fetus, Baby, Organismus

der Funktionär, -e

Vertreter*in, Sprecher*in einer Organisation

die Funktionärin, -innen

eine Beziehung zwischen 2 oder mehreren Menschen

Wie lässt sich gegen die Korruption im Fußball vorgehen? Wichtig sind öffentliche Kontrollen und klare Strafen. Hilfreich sind so genannte Nichtregierungsorganisationen wie Transparency International. Sie sind unabhängig und machen öffentlich Druck, damit wichtige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Sport transparenter werden. Auch hilfreich sind so genannte Whistleblower. Das sind Menschen, die geheime, illegale Absprachen öffentlich machen. Im Jahr 2015 gründeten anonyme Whistleblower in Portugal die Internet-Plattform FootballLeaks. Sie veröffentlichten geheime Daten zu illegalen Absprachen. Unter anderem berichteten sie von Steuerhinterziehung des spanischen Fußballstars Christiano Ronaldo, des portugiesischen Trainers José Mourinho und des ehemaligen deutschen Nationalspielers Mesut Özil. Die Veröffentlichungen von FootballLeaks wurden immer wieder behindert. Mächtige Menschen mit viel Geld gehen gegen sie vor. Das zeigt: Es ist schwer, Korruption zu bekämpfen. Der nächste Korruptions-Skandal kommt bestimmt.

das Gastgeberland, Gastgeberländer das Land, in dem die Veranstaltung stattfindet

die Nichtregierungsorganisation, -en NGO; eine staatlich unabhängige Organisation anonym

ohne Namen, unbekannt

behindert

Hier: verlangsamt, aufgehalten, gestoppt

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Scanne den QR-Code und höre den Text auf deinem Handy an. Mehr Texte findest du auf www.arrivalnews.de

GRAFIK FLATICON, FREEPIK

Im Jahr 2005 wurde eine der größten Bestechungs-Affären im deutschen Fußball bekannt. Der Schiedsrichter Robert Hoyzer gab zu: Er hat wichtige Fußballspiele so beeinflusst, dass ein bestimmtes Team gewann. Zum Beispiel dadurch, dass er einen Elfmeter pfiff, der eigentlich keiner war. Hoyzer hatte Geld von Kriminellen bekommen, damit er diese Entscheidungen traf. Durch die Bestechung wussten die Kriminellen, welches Team gewinnen würde. Sie wetteten dann in einem Wettbüro viel Geld auf ein Spielergebnis, das sie schon vorher kannten. Und sie gewannen dadurch noch mehr Geld. Bis der Betrug herauskam. Dann wurden die Kriminellen bestraft. Robert Hoyzer musste 2 Jahre ins Gefängnis und darf nie wieder als Schiedsrichter arbeiten.


ARBEIT

Mechatroniker*in Mechanik, Elektronik, keine Autos TEXT + FOTOS MARTIN RUBIN

V

iele junge Menschen kennen den Beruf des Kfz-Mechatronikers. Für viele ist das ein Traumberuf. Nicht ganz so bekannt ist der Beruf des Mechatronikers. Ohne „Kfz“. Ein Beruf, der mindestens genauso spannend ist.

STECKBRIEF

Salim kommt aus Afghanistan und ist Mechatronik-Azubi im dritten Lehrjahr. „Schau mal, das haben wir Azubis gemacht“, sagt er und holt sein Handy. Er zeigt mir einen kurzen Film von einem Cocktail-Roboter. Es ist eine Maschine mit einem Arm aus Metall. Der Arm greift nach einem Glas, gießt aus verschiedenen Flaschen unterschiedliche Zutaten hinein und bereitet so ein Getränk zu. Am Ende kommt der fertige Cocktail aus der Maschine. „Es gibt auch noch einen Currywurst-Roboter“, sagt Salim lachend und legt das Handy zur Seite.

Mechatroniker*in

Die Ausbildung und der Beruf des

Mechatronikers/der Mechatronikerin sind sehr umfangreich „Normalerweise bauen wir keine Cocktail- oder Currywurst-Roboter“, erklärt Herr Naegele. Herr Naegele ist Ausbilder bei Spinner Automation in Markgröningen, der Firma in der Salim seine Ausbildung macht. Herr Naegele ist für den Bereich der Ausbildung zuständig, der mit Elektronik zu tun hat. Die Firma Spinner baut große Maschinen, mit denen dann verschiedene Dinge hergestellt werden können. Zum Beispiel werden Maschinen von Spinner benutzt, um Autos zu bauen oder Elektro-Werkzeuge herzustellen. Am Standort in Markgröningen, wo Salim seine Ausbildung macht, passieren ganz besondere Dinge: Hier werden solche Maschinen für sehr spezielle Kundenwünsche entwickelt und gebaut. Herr Naegele erklärt: „Wir bekommen dazu eine Maschine aus einem anderen Werk von Spinner Automation geliefert und passen diese dann an. Und zwar ganz genau so, wie sie ein Kunde benötigt. Nur selten bauen wir hier mehr als eine oder zwei gleiche Maschinen. Unsere Kunden kommen aus ganz Europa. Wir haben sogar schon Maschinen nach Kanada oder China geliefert.“ Beim Rundgang durch die Fertigungshalle von Spinner Automation wird schnell klar, wie umfangreich der Beruf des Mechatronikers ist. Die Maschinen bestehen aus vielen mechanischen Teilen, die aus Metall hergestellt werden. Sie haben eine elektronische Steuerung und viele Kabel, aber auch Schläuche und Rohre für Druckluft. Ein*e Mechatroniker*in muss über all diese Dinge Bescheid wissen.

Mangelberuf in Deutschland: Ja Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre  Voraussetzungen: sehr guter Haupt- oder guter Realschulabschluss  Schwerpunkte: Zusammenbauen von mechanischen, elektrischen und elektronischen Teilen zu komplexen Maschinen und Systemen, Wartung und Pflege dieser Maschinen, Installation von Softwares zur Steuerung der Maschinen  Das solltest du mitbringen: Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik, Verständnis von Elektronik, Hydraulik, Pneumatik, handwerkliches Geschick

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Herr Krasniqi ist bei Spinner Automation für den mechanischen Teil der Ausbildung verantwortlich. Er legt einige Maschinenteile und Zeichnungen auf den Tisch. „Manchmal müssen wir Teile für eine spezielle Maschine selber bauen. Dazu muss man dann nach einem Plan aus einem Stück Metall dieses bestimmte Teil herstellen. Das alles muss natürlich ganz genau passen. Sonst funktioniert die Maschine nicht. Der Beruf des Mechatronikers verbindet Mechanik und Elektronik. Daher kommt der Name Mechatronik. Es geht also nicht nur um Elektronik oder Programmierung. Ein wichtiger Teil ist die Arbeit mit den Händen. In diesem Beruf lernt man sehr viel, deswegen ist die Dauer der Ausbildung mit 3,5 Jahren auch länger als in anderen Berufen.“ Bei Spinner Automation in Markgröningen arbeiten 70 Personen. Salim ist einer von vier Azubis. Eine große Herausforderung in der Ausbildung ist das breite Themengebiet: Mechanik, Elektronik, Kenntnisse über verschiedene Werkstoffe, Mathematik und Physik. Das macht den Beruf aber auch sehr abwechslungsreich und vielseitig. Spielen Mathematik und Physik eine große Rolle in der Ausbildung? „Man sollte schon einigermaßen gute Noten in Mathematik und Physik haben“, antwortet Herr Krasniqi. „Wichtig ist aber, dass man gerne mit den Händen arbeitet und gerne neue Dinge lernt.“ Herr Naegele ergänzt: „Der Beruf muss einem Spaß machen. Nur das gibt einem die richtige Motivation. Man muss Freude daran haben, Probleme zu lösen. Und dann sind natürlich wie in jeder Ausbildung Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sehr wichtig.“

Nach der Ausbildung gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten, sogar ein technisches Studium Auch nach der Ausbildung sollte man neugierig bleiben, denn es gibt viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden oder sich zu spezialisieren. Herr Naegele zählt auf: „Man kann sich in Richtung Programmierung weiterbilden, zur Meister-Schule gehen, eine anschließende Techniker-Ausbildung machen oder sogar etwas Technisches studieren.“ Für Herrn Krasniqi ist es wichtig, dass er und seine Kollegen ihr Wissen ständig erweitern: „Wir machen hier schon sehr spezielle Dinge. Außerhalb unserer Firma gibt es nicht viele Menschen, die das sofort verstehen. Deswegen bilden wir aus und unterstützen unsere Mitarbeiter darin, ihre Kenntnisse zu verbessern und Neues zu lernen.“


ARBEIT

ArrivalNews Interview Salim kommt aus Afghanistan und absolviert seine Ausbildung als Mechatroniker bei Spinner Automation im dritten Lehrjahr. ArrivalNews hat mit ihm gesprochen. ARRIVALNEWS: Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden? Salim: Am Anfang wusste ich nicht so genau, was für eine Ausbildung ich machen möchte. Es gibt ja ganz viele Berufe in Deutschland, die man lernen kann. Ich war schon immer an Technik interessiert, auch schon früher in Afghanistan. Deswegen passt der Beruf sehr gut zu mir. War es schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen? Wie ich zu dem Ausbildungsplatz kam, ist bei mir eine längere Geschichte. Als ich nach Deutschland kam, hat mir eine Frau ehrenamtlich geholfen, Deutsch zu lernen. Ich habe während der Schulzeit ein Praktikum gemacht in einer Maschinenbaufirma, was mir sehr gut gefallen hat. Ich habe der Frau davon erzählt. Sie hat mir dann gesagt, dass ihr Mann auch so eine Firma hat. Das war die Firma Spinner Automation. Ich habe dann dort auch ein Praktikum gemacht. Meine Schulnoten waren gut und so kam es dann, dass ich meine Ausbildung bei Spinner Automation begonnen habe. Ist der Beruf so, wie du ihn dir am Anfang vorgestellt hast? Ich hätte am Anfang nie gedacht, wie viel man in diesem Beruf lernt. Es gibt so viele Sachen, so viele Materialien, so viele unterschiedliche Bereiche. Vor der Ausbildung dachte ich: „Na ja, das ist Mechanik und dann schließt du noch ein paar Drähte an.“ Aber so ist es gar nicht. Wir haben so viel Pneumatik, Mechanik, Montage, Konstruktion – das ist echt krass! Deswegen macht mir der Beruf auch so viel Spaß, weil er so abwechslungsreich ist. Was ist der schwierigste Teil der Ausbildung? Was fällt dir leicht?

Der Cocktail-Roboter: www.bit.ly/Cocktailroboter

komplex; die Komplexität

etwas, das kompliziert und schwierig ist; was man nicht einfach verstehen kann

die Hydraulik, -en

Steuerung einer Maschine durch den Druck einer Flüssigkeit (zum Beispiel durch Öl)

die Pneumatik, -en

Steuerung einer Maschine durch Luftdruck

das handwerkliche Geschick

wenn jemand gut in handwerklicher Arbeit ist

der Traumberuf, -e

der Beruf, den jemand am liebsten machen möchte

der Cocktail, -s

ein Getränk, das aus verschiedenen anderen Getränken und Zutaten zubereitet wird. Oft mit Alkohol.

die Zutat, -en

die einzelnen Bestandteile, aus denen ein Essen oder ein Getränk zubereitet wird

die Currywurst, Currywürste

Eine besondere Art der Bratwurst, die aufgeschnitten und mit Curry und Ketchup gegessen wird.

das Werk, -e

hier: eine Fabrik

die Fertigungshalle, -n

ein großer Raum, in dem etwas hergestellt wird

umfangreich

hier: wenn etwas aus sehr vielen Teilen besteht

die Druckluft

zusammengepresste Luft, mit der Dinge gesteuert werden können

der Werkstoff, -e

allgemeine Bezeichnung für jedes Material, aus dem etwas gebaut werden kann

abwechslungsreich

wenn etwas immer wieder neu ist und sich nicht wiederholt

vielseitig

wenn etwas aus vielen verschiedenen Dingen besteht und nie langweilig ist

neugierig

Lust auf Neues zu haben und neue Dinge zu lernen

einen Draht anschließen, Drähte anschließen

zwei Kabel zusammenbringen, damit Strom durchfließen kann

Am Anfang war es sehr schwer wegen der Sprache. Nach drei Wochen hätte ich am liebsten aufgehört. Nicht nur die deutsche Sprache ist schwer. Es gibt ja noch die ganzen Fachbegriffe. Und in der Schule sprechen ja auch alle nur deutsch. Ich bin sehr dankbar, dass mich die Firma und mein Chef unterstützt und motiviert haben. Sie sagten: „Du schaffst das!“. Ich habe es geschafft und ab dem zweiten Lehrjahr wurde es auch einfacher für mich. Schwierig finde ich in der Schule Gemeinschafts- und Wirtschaftskunde und Themen aus der europäischen Vergangenheit. Ich komme aus Afghanistan, ich habe mich mit sowas nie beschäftigt, bevor ich nach Deutschland kam. Mathematik und mathematische Aufgaben sind für mich einfacher, das fällt mir leicht. Wie kommst du mit deinen Kollegen zurecht? Gibt es Probleme, weil du aus einem anderen Land kommst?

verschiedenen Ländern. Alle werden gleich behandelt. Wir sind ein bisschen wie eine große Familie. Ich fühle mich sehr wohl. Was hat dich beim Arbeiten in Deutschland am meisten überrascht? Am meisten hat mich überrascht, welche Freiheit man in Deutschland hat, nach einem Beruf zu schauen. Schon während der Schule konnte ich Praktika machen und verschiedene Berufe ausprobieren. Niemand hat mir gesagt: „Du musst diesen oder jenen Beruf lernen.“ Ich hatte Zeit, mir alles in Ruhe anzuschauen und selbst zu entscheiden. In Afghanistan gibt es das nicht. Normalerweise kann man dort keine Praktika machen, während man noch zur Schule geht. In Deutschland kannst du direkt nach der 9. Klasse mit der Ausbildung anfangen. Das finde ich gut. Wenn jemand motiviert ist, dann kann er in Deutschland seine Ziele schnell erreichen. Was würdest du anderen Flüchtlingen raten, die sich auf diesen Beruf bewerben wollen? Auf was sollten sie achten? Mir ist aufgefallen: Viele glauben, sie würden eine Ausbildung nicht schaffen. Egal ob Mechatroniker oder eine andere Ausbildung. Viele denken negativ. Besonders in den Flüchtlingsunterkünften ist das ein Problem. Dort gibt es viele Menschen, die keine Arbeit haben und den ganzen Tag nichts zu tun haben. Ich wurde oft gefragt: „Warum machst du das alles? Warum strengst du dich so an?“ Manche sagen auch, sie würden eine Ausbildung nicht schaffen, weil sie nicht die Unterstützung oder die Voraussetzungen haben, die Deutsche haben. Oder weil sie wenig Geld haben. Ich bin der Meinung, dass es falsch ist, so zu denken. Jeder kann etwas erreichen, wenn er es wirklich will. Jeder Mensch hat in Deutschland Chancen. Er muss sie nur nutzen. Auch für Deutsche ist eine Ausbildung oft schwierig. Sie haben vielleicht andere Voraussetzungen, aber schwierig ist es für sie auch. Jeder Mensch ist unterschiedlich, manche schaffen etwas schneller, andere nicht. Wenn du was nicht geschafft hast, dann probiere es einfach noch mal. Oder probiere was anderes. Wichtig ist, seine Zeit und seine Fähigkeiten zu nutzen und nicht rumzusitzen und komische Sachen zu machen. Hast du schon Pläne für die Zeit nach der Ausbildung? Erstmal möchte ich arbeiten, um Erfahrung zu sammeln. Mich interessiert die Programmierung von Robotern. Vielleicht werde ich etwas in dieser Richtung machen. Vielleicht auch eines Tages studieren. Im Moment bin ich immer noch im laufenden Asylverfahren. So lange noch nicht klar ist, wie das Ergebnis des Asylverfahrens sein wird, bin ich etwas vorsichtig mit meinen Zukunftsplänen.

Überhaupt nicht. Es gibt bei uns Mitarbeiter aus vielen

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WIR ZUSAMMEN

30 Jahre Mauerfall: 2 Erinnerungen EIN INTERVIEW MIT DAVID PROCHNOW & DAVID J. OFFENWANGER

 

A

m 9. November 1989 fiel die Mauer in Deutschland. Das war vor 30 Jahren. Seitdem hat sich die Bundesrepublik geändert. Zwei Länder wurden wieder zu einem Land: Die Wiedervereinigung, oder auch Wende genannt. Aber was hat dieses Ereignis mit den Menschen gemacht? Wie haben sie die Trennung zwischen Ost- und Westdeutschland erlebt? ArrivalNews fragt die beiden Geschäftsführer von ArrivalAid nach ihren Erfahrungen. Der eine, David Prochnow, ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Der andere, David Offenwanger, ist im Westen geboren und aufgewachsen. Beide sind ungefähr gleich alt und waren Kinder, als Deutschland wieder zu einem Land wurde. 2 unterschiedliche Geschichten, 2 Biografien, die doch irgendwie zusammentrafen. Was geht dir durch den Kopf, wenn du an den 9. November 1989 denkst? Wie hast du diesen Tag erlebt? Erinnerst du dich noch daran? DAVID OFFENWANGER: Ich war damals noch ein Kind, erst 8 Jahre alt. Ich wusste nicht genau, was gerade passiert. Aber ich habe gespürt, dass gerade etwas Historisches passiert. Ich habe die vielen Menschen im TV gesehen. Sie kamen mit ihren Trabbis über die Grenze und wurden begrüßt. Wenn ich heute daran denke, erinnert mich vieles an die Szenen von 2015 in München. Damals kamen auch viele Menschen nach Deutschland. Zwar aus weit entfernten Ländern, klar. Aber die DDR war damals wie eine andere Welt für mich. Die Menschen flohen aus der DDR in die BRD. Viele kamen dabei ums Leben. Sie wurden auf ihrer Flucht an der Grenze von den DDR-Grenzschützern erschossen. DAVID PROCHNOW: Ich war damals 9 Jahre alt und kann mich kaum erinnern. Ich weiß aber noch: im Sommer 1989 ist einiges passiert. Viele DDR-Bürger*innen sind nach Ungarn und die ehemalige Tschechoslowakei in den Urlaub gefahren. Sie wollten versuchen, nach West-Deutschland zu fliehen. Ich weiß noch, dass am Abend des 9. November 1989 bei

uns die ganze Zeit der Fernseher an war. Manchmal konnten wir das TV-Programm aus West-Deutschland empfangen. Man sah Menschen aus Ost-Berlin an den Grenzübergängen. Sie wollten nach West-Berlin. Meine Eltern sagten zu mir: „Wir können nun auch nach West-Deutschland reisen.“ Wenn ich heute daran denke und die Bilder von damals sehe, bekomme ich noch immer Gänsehaut. Ich sehe glückliche Menschen, die auf der Berliner Mauer tanzen und jubeln. Menschen, die endlich in Freiheit leben können. Daher kann ich gut verstehen, dass viele Menschen aus ihren Ländern fliehen. Sie möchten genauso in Freiheit leben.

dieses Interview geben können. Die längste Zeit meines Lebens verbringe ich im vereinigten Deutschland. Und seit 13 Jahren in München. Ein Leben in einer Diktatur – wie die DDR – kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Als Kind durfte ich in der Schule nichts sagen, was gegen die DDR war. Zum Beispiel, dass Politiker doof sind.

Welche Bedeutung hat der Fall der Mauer für dein persönliches Leben?

Hast du das Gefühl, dass die ehemalige DDR und die alte BRD ganz eins sind? Sind aus zwei Ländern ein Land geworden?

DAVID PROCHNOW: Für mich persönlich bedeutet es vor allem Freiheit. Dort hingehen zu können, wohin man möchte. Sagen zu können, was man möchte. Einen Beruf wählen zu können, der mir gefällt. Vor Übergriffen durch den Staat geschützt zu sein. Und all diese Rechte gibt mir das Grundgesetz. Und das alles habe ich bekommen, ohne etwas dafür gemacht zu haben. Für dieses große Glück bin ich sehr dankbar. Ohne Mauerfall würde ich heute nicht hier sein und

DAVID OFFENWANGER: Auf mein persönliches Leben hat die Wende keine direkte Auswirkung gehabt. Aber: Dank dem Mauerfall kenne ich viele Menschen, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Zum Beispiel David Prochnow, mit dem ich ArrivalAid gegründet habe.

DAVID PROCHNOW: Ich habe schon das Gefühl, dass wir in den 30 Jahren mehr und mehr eins geworden sind. Ich glaube, dass die jüngeren Menschen nicht mehr so auf Unterschiede zwischen Ost und West schauen. Für sie ist es einfach nur ein Deutschland. Für die Generation meiner Eltern in Ost-Deutschland war der Weg in die Demokratie und Marktwirtschaft oft schwierig. Sie mussten sich sehr schnell dem „neuen System“ anpassen. Viele Ostdeutsche fühlen sich bis heute nicht ausreichend wertgeschätzt von Westdeutschen. DAVID OFFENWANGER: Das weiß ich nicht. Ich kenne viele Menschen, die in Ostdeutschland geboren sind. Oder deren Eltern von dort herkamen. Für mich macht das keinen Unterschied. Aber ich habe das Gefühl, dass sich manche Menschen in Ostdeutschland noch immer benachteiligt fühlen. Vielleicht haben Sie noch immer ein Gefühl von zwei verschiedenen Seiten von Deutschland.

David Prochnow,

wie war das Leben in der DDR? Ich bin in einer Kleinstadt mit 5.500 Einwohnern groß geworden. Ich bin gern zur Schule gegangen. Im Sommer waren wir immer an der Ostsee im Urlaub. Am meisten habe ich mich auf das Neptunfest gefreut. Und in den Ferien war ich bei meinen Großeltern auf dem Dorf. Von dem politischen System in der DDR habe ich als Kind noch nicht viel mitbekommen. Nur wenn ich etwas von Verwandten aus Westdeutschland bekommen habe – zum Beispiel Spielzeug oder Kleidung. Dann musste ich ganz genau überlegen, ob ich es mit in die Schule nehme, oder nicht. Denn alles aus Westdeutschland war gegen die DDR und man bekam vielleicht Ärger. Und es gibt da noch die Geschichte mit den Bananen. Die gab es ganz selten in der DDR. Wenn mal Bananen verkauft wurden, musste sich jeder aus der Familie im Supermarkt anstellen. Dann brachte meine Mutter Bananen mit, mein Vater, meine Schwester und ich. Und auf einmal hatten wir ganz viele Bananen. Die konnten wir dann gar nicht so schnell aufessen.

die Biografie, -n

die Beschreibung des Lebens einer Person

das Historische

die Geschichte betreffend

der Trabbi, -s

ein für die DDR typisches, kleines Auto

DDR

Deutsche Demokratische Republik

BRD

Bundesrepublik Deutschland

der Grenzschützer, Grenzschützer

Wissenschaft von der zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung und Auswertung von Massenerscheinungen

die Grenzschützerin, Soldaten, die eine Grenze bewachen -nen die Gänsehaut

Veränderung der Haut bei Kälte; starke Emotionen, bei denen sich die Haare aufstellen

der Übergriff, -e

ein unrechtmäßiger Eingriff in eine Angelegenheit oder gegen Menschen

der Mauerfall, Mauerfälle

die Öffnung der Grenzen zwischen BRD und DDR; damals trennte eine große Mauer die 2 Länder; diese Mauer wurde ab dem 9.11.1989 kaputtgemacht. Es gibt noch Teile der Mauer, die als Erinnerung in ganz Deutschland stehen

vereinigt

zusammengeschlossen; wieder eins

die Diktatur, -en

Unterdrückung der Gesellschaft durch eine Person oder eine Partei

die Auswirkung, -en

einen Effekt auf etwas haben

die Markwirtschaft, -en

ein Wirtschaftssystem, das auf Angebot und Nachfrage beruht

wertschätzen

achten, respektieren

benachteiligt

nicht die gleichen Rechte wie andere haben

sich anstellen

in einer Schlange stehen und auf etwas warten

David Offenwanger,

was hast du über die DDR gewusst? Nicht sehr viel. Sie hatte etwas Geheimnisvolles für mich. Menschen sind aus der DDR geflohen. Also dachte ich als Kind, dass es dort nicht schön sein muss. Irgendwie habe ich mir dort alles sehr grau und dunkel vorgestellt. Wann warst du zum ersten Mal in der ehemaligen DDR? Ich war Mitte der 1990er Jahre mit meinen Eltern in der Nähe der ehemaligen Grenze. Das war schon spannend. Man hat noch Teile der Grenzanlagen gesehen. Es war ein komisches Gefühl für mich, zu wissen: Früher sind hier Menschen gestorben, weil sie auf die andere Seite wollten. Für mich war das kaum vorstellbar, dass man so viele Menschen einsperren kann. Ehrlich gesagt: Heute ist es für mich immer noch nicht vorstellbar.

Fühlst du dich als Ost-Deutscher? Wie fühlt man denn genau „Ost-Deutsch“? Natürlich komme ich aus Ost-Deutschland. Dort liegen meine Wurzeln. Natürlich verbinde ich Erlebnisse mit der ehemaligen DDR. Aber sich „Ost-Deutsch“ fühlen? Ich fühle mich eher als „Gesamt-Deutscher“ und sehe da keine Unterschiede. Wann warst du das erste Mal im Westen Deutschlands? Kurz nach dem Mauerfall im November 1989 waren wir in West-Berlin. Wir sind in völlig überfüllten Zügen nach Berlin gefahren. Meine Eltern haben an der Grenze zu West-Berlin den Pass vorgezeigt und wir konnten rübergehen. Damals hat jede*r DDR-Bürger*in 100 DM zur Begrüßung bekommen. Für mich war das eine völlig neue und vor allem bunte Welt. In den Supermärkten glitzerte alles. Es roch völlig anders als ich es gewohnt war. Dort gab es Früchte, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Und dann war da ein Mann in Uniform - ein Alliierter. Er schenkte mir mein erstes Überraschungs-Ei.

Was hast du als Kind gedacht, was die DDR ist und wie die Menschen dort sind? Ich habe nicht geglaubt, dass die Menschen anders sind als bei mir im Westen. Ich habe mich aber oft gefragt: Wissen die Menschen in der DDR wie das Leben im Westen ist? Was vermissen sie am meisten? Coca-Cola? Große Supermärkte? Wie denken sie über die Menschen in der BRD? Ich war eben noch ein Kind. Das echte Leben war natürlich viel komplizierter. Etwas wie Freiheit hatte ich wahrscheinlich noch nicht ganz verstanden.

Wenn du an deine Kindheit in der DDR zurückdenkst – was kommt dir als erstes in den Kopf? Ein besonderes Spielzeug? Besonderes Essen? Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, denke ich an die unbeschwerte Zeit bei meinen Großeltern auf dem Dorf. Ich denke an die warmen Sommer, an das Baden und an das Klettern in den Bäumen. Danach gab es oft selbstgebackenes Brot von meinem Opa und selbstgemachte Marmelade. Ich vermisse das leckere Eis, das es zu DDR-Zeiten gab. Leider gibt es das nicht mehr. Wenn ich heute in Osteuropa bin, kaufe ich immer Eis. Ich hoffe dann, dass es dort noch genauso schmeckt, wie damals in der DDR.

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Kinderseite

Der süße Brei Ein deutsches Märchen nach den Brüdern Grimm NACHERZÄHLUNG JUDITH KAISER

I L LU S T R AT ION A N A ĺ T OL A B A

Mäuse zählen

Es war einmal

Kleine, hungrige Mäuse haben sich schon durch den Brei gefressen. Wie viele kannst du finden? Natürlich darfst du das Bild auch ausmalen.

ein Mädchen. Das Mädchen lebte mit seiner Mutter zusammen. Sie waren sehr arm. Sie hatten nichts zu essen. Das Mädchen ging in den Wald. Dort suchte sie etwas zu essen. Aber sie fand nichts. Sie suchte im Gebüsch. Aber sie fand nichts. Nicht einmal einen Pilz.

Auflösung auf Seite 12

Plötzlich stand eine alte Frau vor ihr. Das Mädchen wollte etwas sagen. Aber die alte Frau schüttelte nur den Kopf. Dann gab sie dem Mädchen einen kleinen Topf. Die alte Frau sagte: „Du musst zum Topf sagen: Kleiner Topf, koch etwas! Dann wird es einen leckeren Grießbrei kochen. Und wenn du sagst: Kleiner Topf, hör auf zu kochen! Dann wird es nicht mehr kochen.“ Das Mädchen freute sich. Schon knurrte ihm der Magen. Das Mädchen lief schnell nach Hause zu seiner Mutter. Dann kochten sie Grießbrei und aßen, so viel sie konnten. Jetzt hatten sie nie wieder Hunger. Denn der kleine Topf kochte ihnen immer etwas zu essen. Eines Tages war das Mädchen wieder einmal im Wald. Seine Mutter war zu Hause und sagte zum Topf: „Kleiner Topf, koch etwas!“ Und der Topf begann zu kochen. Als die Mutter genug zu essen hatte, sagte sie: „Stopp!“. Aber das war falsch. Der richtige Satz war: „Kleiner Topf, hör auf zu kochen!“ Aber das wusste die Mutter nicht. Und so kochte der Topf weiter und weiter und weiter. Irgendwann war die Küche voller Grießbrei. Dann das Wohnzimmer. Dann das ganze Haus. Dann die ganze Straße. Dann die zweite Straße. Aber der Topf kochte weiter. Irgendwann war die ganze Stadt voller Grießbrei. Da kam das Mädchen aus dem Wald zurück. Es sah die Stadt voller Grießbrei. Sofort rief das Mädchen: „Kleiner Topf, hör auf zu kochen!“ Erst jetzt hörte der kleine Topf auf, Grießbrei zu kochen. Und jeder, der in die Stadt wollte, musste sich durchessen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann essen die Menschen dieser Stadt noch heute Grießbrei.

arm

ohne Geld, nicht reich

das Gebüsch, -e

Strauch, Pflanze, Busch

der Pilz ,-e

Champignon, Schwammerl

den Kopf schütteln

den Kopf nach links und rechts bewegen, eine Geste für „nein“

der Grießbrei, -e

Brei/Mischung/Essen aus Grieß

der Grieß, -e

gemahlenes Getreide (vor allem Weizen), das man zum Kochen verwendet

der Magen knurrt

wenn man sehr viel Hunger hat, dann macht der Bauch Geräusche wie ein Hund, dann sagt man: der Magen knurrt

sich durchessen

hier: sich durch den Grießbrei essen, um in die Stadt zu kommen

Scanne den QR-Code und höre den Text auf deinem Handy an. Mehr Texte findest du auf www.arrivalnews.de

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QUELLE ORIGINALTEXT www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/der_susse_brei


KOMPASS

INFOS, TIPPS & TERMINE IN KÖLN UND DÜSSELDORF KÖLN Comedy im Atelier Theater

Auf der Comedy-Bühne im Atelier Theater kannst du vielleicht Deutschlands nächsten Comedy-Superstar sehen. Hier siehst du Bühnenshows von Anfängern, die gerade erst in der Comedy-Szene anfangen. Vielleicht entdeckst du aber auch den ein oder anderen bekannten Künstler, der seine neuen Showeinlagen und Witze testen will. In den 2x 20 Minuten Programmen hast du viel Spaß und kannst viel lachen. Egal ob Neulinge in der Comedy-Szene oder bekannte Kölner Künstler, hier bist du vor allem eins: nah dran! Mehr Informationen zum Programm und den Künstlern findest du hier: www.ateliertheater.de/aktuell Wann: Mittwoch – Samstag, ab 21:00 Uhr | Wo: WirtzHaus, ATELIER THEATER GmbH, Roonstr. 78, 50674 Köln | Eintritt: kostenlos

Kölsche Tön im Gaffel am Dom

Zusammen mit Björn Heuser, dem bekannten Kölner Musiker, lernst du bei diesem besonderen Konzert kölsche Lieder aller Art kennen. Das Mitmachkonzert im Gaffel, das Kölner Brau- und Wirtshaus am Dom, lädt dazu ein, mitzusingen, zu tanzen und Spaß zu haben. Hier lernst du alte und neue Lieder aus Köln und Umgebung kennen! Wenn du noch nicht textsicher bist, kannst du dir eines der ausliegenden Texthefte nehmen und so auch kräftig mitsingen! Wann: jeden Freitag ab 22:30 Uhr | Wo: Gaffel am Dom, Kölsches Brau- und Wirtshaus, Bahnhofsvorplatz 1, 50667 Köln | Eintritt: kostenlos

Lesungen und Konzerte im Goldmund Literaturcafé

Im Literaturcafé Goldmund kannst du in zahlreiche Lesungen und Konzerte besuchen. Je nachdem welcher Autor

dich interessiert oder welche Musik du am liebsten hörts, hier ist für jeden was dabei. In diesem besonderen Café kannst du außerdem in zahlreichen Büchern stöbern. Wenn du eines gefunden hast, dass dir gefällt, kannst du es dir mit einem Tee gemütlich machen und es im Café gleich lesen. Mehr Informationen zu den Veranstaltungen findest du hier: https://www. goldmundkoeln.de/?page_id=207 Wann: Montag – Donnerstag, 9:00 Uhr - 24:00 Uhr, Freitag – Samstag, 09:00 Uhr – 01:00 Uhr, Sonntag und Feiertage, 09:00 Uhr – 23:00 Uhr, Termine für Lesungen und Konzerte findest du im Veranstaltungskalender | Wo: LiteraturCafé Restaurant, Glasstraße 2, 50823 Köln-Ehrenfeld | Eintritt: kostenlos

Für Kinder: Freizeitreff für Familien

Hier kann man das Spielzimmer, die Turnlandschaft, das Café und den Garten nutzen. Die Familienbildungsstätte lädt ein zum gemeinsamen Spielen, Entdecken, Genießen und Entspannen. Hier kann man einen schönen Sonntag mit der ganzen Familie erleben, anderen Familien begegnen und Freunde treffen. Wann: jeden zweiten Sonntag im Monat, von 15:00 Uhr – 18:00 Uhr, nächste Termine: 17.11.2019, 01.12.2010. 15.12.2019 usw. | Wo: f bs – Ev. Familienbildungsstätte, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln | Eintritt: kostenlos

Theater: „Der kleine Rabe Socke“

In diesem Puppentheater kommt der freche Rabe Socke auf die Bühne und hat dabei auch alle seine Freunde: Eddi Bär, Hase Löffel, das Schaf Wolle, der Dachs, Frau Eule und viele andere mehr mitgebracht. In der Geschichte „Alles gemerkt“ geht es lustig, spannend und zugleich lehrreich zu.

Wann: 17.11.2019, 15:00 Uhr, 18.11.2019, 16:00 Uhr, 23.11.2019, 15:00 Uhr, 24.11.2019, 18:00 Uhr, 25.11.2019, 16:00 Uhr, 30.11.2019, 15:00 Uhr, 01.12.2019, 15:00 Uhr, 02.12.2019, 16:00 Uhr | Wo: Barber´s Puppentheater, Festplatz an der Gummersbacher Straße, Gummersbacher Str. 6, 50679 Köln | Eintritt: Erwachsene 11 €, Kinder 10 €

könnt ihr auch aufs Fahrrad umsteigen. Fahrradwege gibt es hier nämlich auch. Der Hofgarten ist ein weiterer sehenswerter Park. Er ist der älteste öffentliche Park in Düsseldorf. Die dort stehenden Bäume sind mehrere 100 Jahre alt. Im Sommer lohnt es sich auch, die reich bestückten Blumenbeete bestaunen. Also, auf was wartet ihr noch?

Auf der Suche nach dem Geheimnis des Doms

Museumsbesuch

Wie Detektive können Kinder am und im Dom dem Geheimnis des Doms auf die Spur kommen. Hier kann man den Kölner Dom und seine Geschichte von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Tickets sind am Veranstaltungstag im DOMFORUM am Roncalliplatz erhältlich (begrenzte Teilnehmerzahl). Mehr Informationen zu den Führungen für Kinder im Dom findest du hier: www.bit. ly/2NcrSAI Wann: Sonntag, 17.11.2019, 14:30 Uhr, Sonntag, 01.12.2019, 14:30 Uhr, Samstag, 28.12.2019, 14:30 Uhr Donnerstag, 02.01.2020, 14:30 Uhr, Sonntag, 05.01.2020, 14:30 Uhr | Wo: Domforum am Roncalliplatz, Roncalliplatz 2, 50667 Köln | Eintritt: Erwachsene 6 €, Kinder 4€

DÜSSELDORF Einfach mal Spazierengehen

Düsseldorf hat einige schöne Parks zu bieten, in denen man lange Spaziergänge machen kann. So zum Beispiel der Nordpark und der Südpark. Beide Parks bezaubern mit ihren breiten Wegen, den Wasserstraßen und den besonderen Gartenanlagen. Besonders lohnenswert ist der Japanische Garten. Die Hauptattraktion im Südpark ist wohl der Streichelzoo, den man auch kostenlos besuchen kann.Falls es euch zu Fuß dann doch nicht aufregend genug ist,

Die Stadt Düsseldorf ist der Ansicht, der Zutritt zum Museum sollte jedem möglich sein. Deshalb kann man viele Museen eine Stunden bevor sie schließen umsonst besuchen. So Beispielsweise das Heinrich Heine Institut, das Stadtmuseum und das Film Museum. Zusätzlich kann man jeden ersten Mittwoch im Monat kostenfrei die Kunstsammlung bestaunen. Das Automobil Museum Classic Remise kann man immer kostenlos besuchen. Da ist für jeden etwas dabei und es lohnt sich auf jeden Fall.

EKO-Haus der japanischen Kultur

Man muss nicht teuer nach Japan fliegen, um die berühmten Tempel sehen zu können. Es gibt sie auch in Düsseldorf. Neben den buddhistischen Tempeln gibt es natürlich auch die Gärten zu bestaunen. Einen traditionellen Teeraum kann man auch besuchen. Der perfekte Ort also, um einmal in die faszinierende japanische Kultur einzutauchen. Wann: Dienstag - Sonntag 13:00 – 17:00 Uhr | Wo: Brüggener Weg 6, 40547 Düsseldorf | Eintritt: 3,50 €

Für Kinder: Aquazoo Löbbecke Museum

Tauche ein in die Welt der Meerestiere und erlebe die faszinierende Geschichte des Museums. Es warten über 500

Tierarten darauf, von dir entdeckt zu werden. Du kannst nicht nur spektakuläre Exponate bestaunen, sondern auch an verschiedenen Forschungsstationen teilnehmen und natürlich auch die Tiere kennenlernen. Verschiedene Themenräume bringen dir die Vielfalt der Meereswelt näher. Danach bist du ein echter Spezialist was die das Thema Meer angeht. Wann: täglich 10:00 – 18:00 | Wo: Kaiserswertherstr. 380, 40474 Düsseldorf | Eintritt: Kinder bis 18 Jahre 5 €, Erwachsene 9 €

Münster Therme

1902 wurde die Münster Therme eröffnet. Es ist ein Schwimmbad mit historischem Hintergrund. Neben einer großen Schwimmhalle gibt es auch ein Solebecken. Für Kinder werden Anfängerschwimmkurse angeboten. Man kann dort auch die Schwimmabzeichen „Pinguin“, „Seepferdchen“ und „Seeräuber“ absolvieren. Wann: Dienstag - Freitag 06:30 – 21:00 Uhr, Samstag - Sonntag 09:00 – 17:00 Uhr | Wo: Münsterstraße 13, 40477 Düsseldorf | Eintritt: Kinder 3 €, Erwachsene 4,60 €

Puppentheater

Das Stück „Weihnachtsfest im Zauberwald“ stimmt euch perfekt für die Weihnachtszeit ein. Es handelt vom kleinen Zauberer, der ausgerechnet am Heiligen Abend eine Zauberprüfung ablegen muss. Zum Glück hilft jedoch sein Kater Theophil ihm. Es gibt eine Menge zu tun. Geschenke verpacken, Baum aussuchen und schmücken. Eine richtige Weihnachtsgeschichte, die dir den Nachmittag versüßt. Wann: 14.11.19, 16:00 Uhr | Wo: Helmholtzstraße 38, 40215 Düsseldorf | Eintritt: Kinder und Erwachsene 8 €, mehr Infos unter: www.puppentheater. de oder unter 0211-372401

In unserer Reihe stellen wir klassische Bücher vor, die tief in den Köpfen vieler Menschen in Deutschland verankert sind – und die vielleicht mehr über dieses Land und dessen Bewohner*innen aussagen, als man denken würde.

Keine Angst - die wollen nur gelesen werden!… TITEL: Momo BUCHREZENSION

AUTOR: Michael Ende SOFIE CALHEIROS

 

selbstverständlich

ganz klar, offensichtlich

die Oper, -n

Theaterstück mit Musik und Gesang

das Ballett, -e

Theaterstück mit Tanz

das Amphitheater, Amphitheater

altes, römisches Gebäude für Bühnenstücke; meist rund oder oval

der Hüter, Hüter die Hüterin, -nen

jemand, der*die auf etwas aufpasst

Das Buch: Im Jahr 1973 schrieb der Autor Michael Ende diesen Roman. Der Untertitel ist: Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte. Es ist ein Jugendbuch, das aber auch viele Erwachsene lesen. Denn es geht um die Frage „Was ist Zeit?“. Und es geht darum, sich über Dinge zu wundern, die wir selbstverständlich finden. Das Buch wurde über 7 Millionen Mal verkauft, es gibt auch eine Oper und ein Ballett. 1974 erhielt Michal Ende für „Momo“ den Deutschen Jugendbuchpreis. Der Inhalt Ein Mädchen namens Momo lebt am Rande einer großen Stadt in Südeuropa in einem Amphitheater. Sie besitzt fast nichts. Aber eine Sache kann sie sehr gut: zuhören. Ihre besten Freunde sind Gigi der Geschichtenerzähler und Beppo der Straßenkehrer. Eines Tages kommen die „grauen Herren“ in die Stadt. Sie wollen den Menschen ihre Zeit stehlen. Doch Momo hat Hilfe von Kassiopeia, einer Schildkröte, die in die Zukunft blicken kann. Momo kann zu Meister Hora, dem Hüter der Zeit, reisen und den Menschen ihre Zeit zurückgeben. Der Autor: Michael Ende ist ein deutscher Autor, der von 1929 bis 1995 lebte. Er hat viele bekannte Kinder- und Jugendbücher geschrieben. Er ist der Sohn von einem surrealistischen Maler. Er wuchs in München auf. Seine Familie hatte Schwierigkeiten, weil die Nationalsozialisten die Kunst von Michael Endes Vater nicht gut fanden. Er wollte eigentlich Schauspieler werden, aber dann begann er zu schreiben. Mit 27 Jahren schrieb Michael Ende sein erstes Kinderbuch, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Es wurde ein Welterfolg, genau wie auch „Momo“ und „Die Unendliche Geschichte“. Er lebte auch für einige Zeit in Italien, kehrte aber nach dem Tod seiner Frau nach München zurück.

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Das Buch Momo von Michael Ende ist als Schulausgabe im Thienemann Verlag erschienen: Taschenbuch, 304 Seiten, 9,99 Euro, ISBN-13: 978-3522202107 Oder kostenlos online lesen: https://kupdf.net/download/ michael-ende-momo_ 59b3cb2edc0d604254568edc_pdf

ICONS FLATICON


MARKTPLATZ

ANGEBOTE IN KÖLN UND DÜSSELDORF KÖLN

DÜSSELDORF Hilfe bei Behördenangelegenheiten

ArrivalAid Köln ist eine Initiative zur Ausbildung und Fortbildung von Ehrenamtlichen, die Geflüchtete auf die Termine zur Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie beim Verwaltungsgericht im Klageverfahren vorbereiten und sie zu diesen begleiten. Asylsuchende in Deutschland haben häufig zu wenige Informationen über den Verlauf des bevorstehenden Asyl- bzw. Klageverfahrens. Sie wissen häufig nicht, worauf achten müssen, damit ihre individuelle Situation ausreichend wahrgenommen und berücksichtigt werden kann. Für ein Engagement bei ArrivalAid Köln suchen wir:

Ehrenamtliche Klagebegleiter*innen In verschiedenen Qualifizierungsmodulen werden Ehrenamtliche intensiv auf die Vorbereitung und Begleitung der geflüchteten Menschen vorbereitet. In den Seminaren werden notwendige Grundlagenkenntnisse zum Asylverfahren, zu den Aufgaben und Grenzen der Anhörungsbegleitung und zum Umgang mit besonders schutzbedürftigen Personen (z. B. Thema Trauma) vermittelt. Nach der Absolvierung der Qualifizierungsmodule organisiert ArrivalAid Köln die Zusammenführung der Klagebegleiter*innen mit den Asylsuchenden. Bei Bedarf können Sprach- und Kulturmittler*innen in die Klagebegleitung miteinbezogen werden. Um einen optimalen Unterstützungsrahmen zu bieten und die Qualität zu sichern, ermöglichen wir regelmäßige Fortbildungen und Supervision. Vor Beginn der ehrenamtlichen Mitarbeit ist die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses notwendig.

Montag: 12-14 Uhr + Mittwoch: 13-16 Uhr

Wenn Sie diese interessante und verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen möchten, freuen wir uns über Ihre Rückmeldung.

Marcella, Maro + Peter unterstützen beim • Verstehen von Behördenschreiben • Ausfüllen v. Formularen • Schreiben von Bewerbungen oder Lebensläufen.

Für Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zu Verfügung. Schreiben Sie eine E-Mail an birgit.pikullik@diakonie-koeln.de oder rufen Sie uns an unter Tel.: 0221-1603842. Für weitere Informationen steht Ihnen auch die Webseite unter www.arrivalaid-koeln.org zur Verfügung.

im Welcome Point 01 Diakonie Düsseldorf Münsterstr. 6 40477 Düsseldorf

DÜSSELDORF

Welcome Point 03

Beratung für Smartphones, Notebooks , Tablet & Co.

Was sind die Welcome Points? Welcome Points sind Treffpunkte für Geflüchtete, Nachbarn und Ehrenamtliche aus dem Stadtteil. Seit Anfang des Jahres gibt es in jedem Stadtbezirk Düsseldorfs einen Welcome Point. Die Diakonie Düsseldorf hat Welcome Points in 4 Stadtbezirken. Beate Loskamp organisiert seit fast 4 Jahren den Welcome Point 03 in Bilk. Wichtige Themen sind hier: ein Miteinander auf Augenhöhe und Hilfe als Selbsthilfe für alle Neu-Düsseldorfer*innen. Die „Düsseldorfer Jonges und Freunde“ laden herzlich zu wöchentlichen Treffen ein, jeden Mittwoch von 18-20 Uhr. Diese Gemeinschaft bietet Begegnung, Gespräche, Rat und Unterstützung an, auch auf dem Weg in das Berufsleben. Welcome Point 03 Merowingerstraße 24 40233 Düsseldorf

Wir beraten gerne! Mittwoch: 17- 19 Uhr

Samstags ab 13 Uhr: Treffen von friendship e.V., ein Verein für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte aus afrikanischen Ländern. Dienstags von 10-13 Uhr: Unterstützung beim Umgang mit Behörden, Ausfüllen von Formularen, Sortieren von Unterlagen auf Arabisch Nach Terminabsprache: Mathematik-Nachhilfe für Mittelstufen- und Berufsschüler*innen, Ansprechpartnerin Beate Loskamp 01731595348

Fragen rund um das Einrichten oder der Bedienung Ihres Smartphones, Notebooks, oder Tablets? Heiko, Peter und Lukas helfen gerne (kostenfrei)! im Welcome Point 01 Diakonie Düsseldorf Münsterstr. 6 40477 Düsseldorf

Weitere Welcome Points der Diakonie Düsseldorf: Welcome Point 01 Münsterstr. 6 40477 Düsseldorf

Welcome Point 02 Platz der Diakonie 2a 40233 Düsseldorf

Welcome Point 08 Gumbertstr. 160 40229 Düsseldorf

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Ausgabe 11/2019 Köln  

ArrivalNews ist eine Zeitung für Neubürger*innen von ArrivalAid in einfachem Deutsch. Es gibt sie in den Regionen rund um München, Stuttgart...

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