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Jahresbericht 2012

ARGE JUGEND

gegen Gewalt und Rassismus

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Inhaltsverzeichnis 1. Editorial

12. Das Team der ARGE Jugend

2. Problemfall Jugend?

13. Umgang mit Lebensmitteln

3. Graz ist bunt – »Sharing Cultures«

14. Wir lassen sie verhungern

4. Neue Orte junger GrazerInnen

15. Ohne Kompromisse – Engagement von Jugendlichen

5. Rechtsstaat statt Rechtspopulismus

16. Die neue Generation der Nazis auf Youtube

6. Exploring Diversity and its benefits

17. Die EU ein großartiges Friedensprojekt?

7. Human Rights Festival 2012

18. Früh übt sich. Wir sind Graz.

8. Statistik

19. Öffentlicher (T)raum

9. Reiseziel Interkulturelle Kompetenz

20. Impressum

10. Europa 11. Mehrwert Vielfalt

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Editorial von Christian Ehetreiber

Höchste Zeit für einen Paradigmenwechsel zum vernunftbegabten Euro-Keynesianismus, bevor Europa brennt

Joseph Stiglitz, Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 2001, bringt es auf den Punkt: „Keine Volkswirtschaft hat jemals einen Abschwung mit Hilfe von Sparpolitik überwunden.“ (Der Spiegel, Jahreschronik 2012, S. 24). Stefan Schulmeister, seit vielen Jahren wie Pierre Bourdieu (+), Joseph Stiglitz, Paul Krugman, Markus Marterbauer, Egon Christian Leitner, Christian Felber, Martin Schenk oder Hans Georg Zilian (+) ein einsamer Rufer in der alles verwüstenden Wüste des Neoliberalismus, bringt die als „Banken- und Wirtschaftskrise“ bekannten Verwerfungen und Katastrophen der finanzkapitalistischen Revolte auf den Punkt: „Über drei Jahrzehnte hat die Umsetzung der neoliberalen Empfehlungen Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und Armut steigen lassen, den Sozialstaat geschwächt und das Potential für die große Krise aufgebaut. Nun fordern die Eliten jene Therapien ein, die Teil der Krankheit sind: Senkung der Sozialausgaben, weitere Privatisierung, Schonung der Finanzvermögen, keine Konsolidierungsbeiträge der Vermögenden. […] In einer solchen Situation muss der Staat der Realwirtschaft nachhaltige Impulse geben, gleichzeitig aber auch seine Finanzlage stabilisieren. Dafür gibt es nur einen Weg: Er muss den Einkommensstärksten, insbesondere den Besitzern großer Finanzvermögen, spürbare Konsolidierungsbeiträge abverlangen, und zwar aus ökonomischen Gründen: Die „Reichen“ reagieren auf (leichte) Einkommensverluste nicht mit einer Einschränkung ihres Konsums, sondern ihres Sparens (im Gegensatz zu den Beziehern von Sozialleistungen). Mit diesen Mitteln soll eine expansive Gesamtstrategie finanziert werden, welche Staatsverschuldung, Ar-

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beitslosigkeit, soziale Ungleichheit und Klimawandel „im Ganzen“ bekämpft. Ì Stephan Schulmeister: Zehn Thesen zur Krise und ihrer Überwindung

Wer legt dem Finanzkapitalismus das Handwerk? Obwohl das neoliberale Wirtschaftsparadigma seit dem weltweiten Krisenjahr 2008 fortwährend Schiffbruch erleidet, die gesamte Weltwirtschaft in Krisen, Katastrophen und Tragödien stürzt, haben es die politischen, wirtschaftlichen und ökonomischen Eliten der G20-Staaten bislang nur zu einem rhetorischen – leider zu keinem politischen und wirtschaftlichen – Paradigmenwechsel vom enthemmten Finanzkapitalismus zur Realwirtschaft auf einer sozialen, ökologischen und marktwirtschaftlichen Grundlage geschafft. An den Börsen wird trotz wohlfeiler politischer Wortspenden der gesamten EU-Spitze weiterhin gezockt, was das Zeug hält, erhalten die Abzockbanken unentwegt Steuergeld von jenem Staat, den sie in neoliberaler Dogmatik zuvor als den „schlechtesten Unternehmer“ diffamiert haben, führen die Politik und den Souverän der Demokratie – die BürgerInnen – am sprichwörtlichen Nasenring vor, schließen unmoralische milliardenschwere Wetten auf den Bankrott von Volkswirtschaften ab, stürzen aktuell 26 Millionen Menschen in der EU-27 in die Arbeitslosigkeit und weitere Millionen Menschen in Armut und Prekarität. Dennoch legt dieser skrupellosen finanzkapitalistischen Kaste bislang niemand das Handwerk. Es herrscht weiterhin die Devise: „More of the same!“


Das Motto lautet: Europäische Eliten dämmern im Dornröschenschlaf dahin, während das „Haus Europa“ bald in Flammen stehen könnte. Wenn in Spanien und Griechenland jeder zweite Jugendliche unter 25 Jahren ohne Job dasteht und wenn Arbeitslosigkeit, Armut und Prekarität weiter steigen, dann sind die Tore für Gewalt, Rassismus und politischen Totalitarismus weiter offen als je zuvor seit dem 30.1.1933. Wenn die europäischen Eliten den Gründungsmythos und den Gründungsanlass der EU längst vergessen haben, so erinnern wir in unserer ARGE-Arbeit beharrlich daran: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Zusammenhänge erkennbar machen und Handlungsspielräume aufzeigen Als kleine NGO werden wir die makropolitischen und makroökonomischen Irrsinnigkeiten freilich nicht ändern. Dieser Anspruch gliche einer hybrishaften Selbstüberschätzung. Was wir mit unserer Jugend-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu den Themen der Demokratie- und Menschenrechtsbildung aber leisten können, hat die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann auf den Punkt gebracht: „am Schlaf der Menschen rühren“; die Verblendungszusammenhänge der Eliten als solche erkennbar machen, sich nicht mundtot machen oder einschüchtern lassen, Handlungsspielräume aufzeigen, in Netzwerken für eine andere – gerechtere, sozialere und friedlichere – Welt optimistisch mitwirken und – wiederum mit Ingeborg Bachmann gesprochen – den Menschen die Wahrheit zumuten. Die Wirklichkeit in vielen Weltgegenden gleicht ja leider zu oft der sprichwörtlichen Zumutung, von Nahost über Nordkorea und dem weltweiten Hunger einer Milliarde Menschen bis in die Elendsviertel der Europäischen Union. Unsere Projekte, Workshops und Publikationen sind Werkstätten und Experimentierräume für die reflexive Erprobung einer humaneren Welt. Ob die Kinder bei unserem Projekt „Wir sind Graz“ sozio-kulturelle Vielfalt in ihrer ganzen Faszination erleben lernen, ob Jugendliche beim Projekt „Schule ohne Rassismus“ Grundlagen der Demokratie- und Menschenrechtsbildung erfahren, ob unser aller Konsumverhalten bei der Bildungsreihe „Konsum. Macht. Politik“ im Brennpunkt steht und konkretes Menschenrechtshandeln im doppelten Wortsinne erkennbar wird, dabei die Verbindungen von globalen und regionalen Aspekten des Weltethos spürbar werden, ob Jugendliche beim Obersteirischen Jugendprojektfonds ihre Ideen zu den ARGE-Themen in Projektformen gießen, ob wir gemein-

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sam mit dem Steirischen Menschenrechtsnetzwerk und dem Grazer Menschenrechtsbeirat einen substanziellen Beitrag zum Fall des steirischen Bettelverbotes durch den VfGH leisten durften, ob wir die Vinzenzgemeinschaft in ihrer täglich geleisteten tätigen Solidarität und Nächstenliebe unterstützen oder ob wir einfach unsere Stimme erheben, wenn Unrecht geschieht: Stets geht es um die reflexive Nutzung vorhandener Handlungsspielräume für die Verwirklichung einer in jeder Hinsicht schöneren Welt, die auf keinen Menschen vergisst. All diese Aktivitäten sollten wir freilich nie überschätzen, sie aber keinesfalls von jenen Kleingeistern klein reden lassen, die sich in den zynischen Rollen eines Statler oder Waldorf aus der Muppets-Show gefallen, zu allem und jedem ihren unerträglichen Senf dazugeben, jedoch nicht den geringsten Beitrag zu einer besseren Welt leisten. Ich bedanke mich namens meines engagierten ARGE-Teams bei allen Förderern, UnterstützerInnen und AktivistInnen, die sich für eine Welt der Gewaltfreiheit und der Menschenrechte seit Jahren mit uns gemeinsam einsetzen. Herzlichst Christian Ehetreiber GF-Obmann der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus


Beratungsstelle

Problemfall Jugend? von Martina Mauthner-Tarkusch

Schlagen, hauen, raufen, bemaulen, mobben, streiten, zicken, respektloses Agieren – Attribute, die Handlungsweisen Jugendlicher beschreiben? Gibt es Lösungsmöglichkeiten in den jugendlichen Lebenswelten?

Die Beratungsstelle der ARGE Jugend verzeichnet im Jahr 2012 vermehrt Anfragen von Schulen und Jugendeinrichtungen zu den Themen Konfliktmanagement, Klassenklima und Umgang mit Aggressionen. LehrerInnen stehen immer wieder vor der Herausforderung, mit Störungen im Unterricht, einem sehr hohen Lärmpegel, Aggressionen unter SchülerInnen und einem destruktiven Umgang mit Konflikten umzugehen. Gewalt und diskriminierende Verhaltensweisen sind in vielen Schulen leider „Dauergast“. Alarmismus ist jedoch nicht angesagt. Ziel muss es sein, die Handlungsspielräume der Beteiligten zu erweitern und gemeinsam Interventionen zu setzen. Es fehlt neben guten Angeboten zu einem konstruktiven Umgang mit Konflikten wie z.B. StreitschlichterInnen an der Schule, Zivilcouragetrainings und projektorientiertem Arbeiten im Zusammenspiel von schulischen und außerschulischen Kompetenzen an einem sinnvollen Instrument eines gewaltfreien Konsequenzsystems für gewaltbereite Jugendliche an den Schulen. Lesen Sie mehr …

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Vertrauen und Zutrauen Foto: ARGE Jugend

Vorurteile haben bei uns keine Chance Foto: ARGE Jugend

»Faire Schule = Schule ohne Gewalt« Tagung


Unsere SchülerInnen werden bereits seit mehreren Jahren durch MitarbeiterInnen der ARGE Jugend gegen Rassismus und Gewalt zu MediatorInnen ausgebildet und der Erfolg ist beeindruckend. Die LehrerInnen können sich bei Konfliktsituationen zurückziehen und die MediatorInnen mit der Lösung der Probleme beauftragen. Durch die erhaltene Ausbildung sind sie sehr kompetent in der Lösungsfindung und es ist ihnen möglich, auf gleicher Ebene mit den SchülerInnen Gespräche zu führen, was mit den LehrerInnen so nicht machbar ist. Wir werden auch in Zukunft gerne die Ausbildung in Anspruch nehmen, da wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis sind und freuen uns bereits auf die weitere Zusammenarbeit. Mag. Ute Graf-Spitzer und Mag. Birgit Leistentritt, Herta Reich Gymnasium Mürzzuschlag

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Der ,Lebensraum‘ Schule sieht sich mit einer großen Palette von (sozialen) Themen und Fragestellungen konfrontiert. Diese reichen von Herausforderungen im sozialen Zusammenleben (Mobbingdynamiken, gewaltfreie Konfliktlösungen, etc.) über ,klassische‘ Jugendthemen (wie Suchtprävention, Gruppendruck oder den Umgang mit der eigenen Sexualität) bis hin zur Aneignung von Kompetenzen im Umgang mit einer modernen, virtuellen Welt im Web 2.0. ISOP Schulsozialarbeit bietet im Rahmen der Gruppenangebote auch die Durchführung und Organisation von Workshops und Projekten zu diesen Themen an. Die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus ist in diesem Zusammenhang zu einer wichtigen Vernetzungspartnerin geworden. Sie deckt mit ihrem Workshopkatalog nicht nur eine große Bandbreite sozialer und gesellschaftlicher Themen ab, sondern bietet (Schul-)Klassen auch individuell zugeschnittene Workshops und Projekte an. Diese profitieren vom Sandra Klinger, professionellen Zugang, der Schulsozialarbeit ISOP GmbH langjährigen Erfahrung der WorkshopleiterInnen und dem Bezug zur Region Obersteiermark.

Wenn ich einen Anruf von der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus bekomme, freue ich mich jedes Mal sehr: dann gibt’s interessante Workshops mit Schülerinnen und Schülern, dann geht’s mit Volksschulkindern in die Natur, um Wald & Wiese ganz neu zu entdecken, Mag. Brigitte Neureimit all den Gerüchen, Geräu- ter-Pühringer, Referenschen und Farben, den Tieren tin der ARGE Jugend und Pflanzen, den Ästen zum Häuserlbauen, ... Oder ich nähere mich mit Jugendlichen behutsam den Themen, die sie bewegen, bedrücken, aufregen. Wenn Vertrauen entstanden ist, können sie ihre Konflikte offen auf den Tisch legen. Dann ist es möglich, alle Seiten zu Wort kommen zu lassen und vielleicht einen Schritt in Richtung Lösung zu gehen. Jedes Mal bin ich auf‘s Neue von den jungen Menschen begeistert, von ihren Wünschen und ihren Bemühungen, sich in der Welt zurechtzufinden und sich ihren Platz in unserer Gesellschaft zu erobern!


Sharing Cultures

Graz ist bunt! von Margarita Kastanara-Baumgartner

Mehr als 100 begeisterte Jugendliche, Fotoapparate, die Suche nach spannenden Motiven und das Ergebnis? Eine tolle Fotoausstellung!

Kommunikation zwischen unterschiedlichen Personen zu ermöglichen, Fremdes bekannt bzw. vertraut zu machen und Klischees und Vorurteile abzuschwächen waren die zentralen Ziele dieses mehrmonatigen Projektes. Fotografie ist ein Bereich, der sehr gut geeignet ist, um Grenzen zu überschreiten und junge Menschen zu verbinden. Es ist ein aufregendes Erlebnis, die eigenen Gefühle und Gedanken in Form eines Fotos auszudrücken. Deswegen haben junge Gruppen, unter der Begleitung und Unterstützung von KunstfotografInnen, Kameras aufgeladen und sind auf die Straße gegangen, um ihre Perspektiven von Graz zu fotografieren. Somit haben sie einen Platz bekommen, wo ihre eigene Interessen und Wünsche im Mittelpunkt standen. Die Kreativität und die individuellen Fähigkeiten der Jugendlichen wurden gefördert, und sie bekamen eine Bühne, um sich auszuprobieren. Bei dieser Gelegenheit konnten sich die jungen Menschen mit ihrem Herkunftsland, aber auch mit neuen unbekannten Nationen beschäftigen. Im Zuge diesen Aktivitäten, den mehrstündigen Treffen und reizvollen Diskussionen haben sie mehr über ihre Heimat Graz als Ort der Vielfalt erfahren.

Projekthomepage Projektbericht der HLW Caritas EU-Förderungsprogramm »Jugend in Aktion« EU-Förderungsprogramm »Jugend in Aktion« – Antragsfomular für eigene Projektideen Film über den multikulturellen Austausch unter Jugendlichen, der im Zuge des Projekts entstand Fotoserie auf Flickr

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Neue Orte junger GrazerInnen von Dominik Knes

Vielleicht hat in den letzten Jahren der eine oder die andere die Beobachtung gemacht, dass sich in Stadtteilen wie Gries, Jakomini und Lend – kurzum, in den auf den ersten Blick oft weniger prestigeträchtigen Vierteln der Murstadt – in alten, heruntergekommenen Bauten oft viele junge Menschen auf engstem Raume tummeln. In Räumen, die befremdliche Namen wie Papierfabrik, SUB, Wakuum oder Kunsthure tragen.

„ „

Für viele jungen Alternative gab es einfach nix in Graz – deswegen schufen sie sich eigene Räume.

Bettina Roßmann

Schlösse man nach den Namen, so könnte man es niemandem verübeln, der hierbei an abgewrackte Industriehallen oder dubiose Etablissements denkt. Diese Vermutungen sind jedoch weit gefehlt. Tatsächlich handelt es sich um verschiedenste Vereine. Vereine, die aber mit dem allgemeinen Vereinsverständnis (Stichworte: Kegeln, Tanzen, Fußball) wenig zu tun haben. Es werden Parties gefeiert, Skulpturen geformt, Konzerte veranstaltet, Gedichte gelesen, Platten aufgelegt, Bilder gemalt – und das zumeist bis in die frühen Morgenstunden. Das Publikum ist

Die „kreative Bar“ in der Kunsthure, Jakoministraße Fotos: Dominik Knes

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Tatjana Petrović bemalt die Möbel im Vereinslokal

jung und energiegeladen, entsagt dem „Mainstream“ und hat sich kurzerhand seine eigenen Orte geschaffen. „Orte, bei denen der Konsum klein und die Autonomie groß geschrieben werden“, erklärt Tatjana Petrović, Gründerin der Kunsthure – La CuntRa in der Jakoministraße. „Junge Leute brauchen Orte ohne Grenzen. Es tut jedem Menschen einfach gut, sich und seine Kunst unkompliziert ausleben zu können.“ Petrović, die tagsüber als Psychotherapeutin arbeitet, erzählt, dass die Jugend richtig aufblühe und ihr „Ort ohne Grenzen“ großen Zuwachs verzeichne: „Am Anfang war das Publikum zwischen 22 und 28. Mittlerweile haben wir Jugendliche ab 16 und auch immer mehr Leute über 30, die uns regelmäßig Besuch abstatten.“ Obwohl die Parallelen bei diesen „neuen Räumen“ zu herkömmlichen Lokalen sehr groß sind – es gibt stets eine Bar, Musik und alkoholische Getränke – spricht Tatjana Petrović jedoch bewusst von einem Verein: „Die Kunsthure will kein Lokal sein, sondern viel mehr als das.“ Vor dem Eintritt in die Räumlichkeiten muss man jedoch dem jeweiligen Verein beitreten und eine Vereinsgebühr zahlen. Diese liegt zwischen 2 und 10 Euro. Dann erhält man meist eine Clubkarte, mit der man ein Jahr lang die Location betreten darf. Lesen Sie mehr …

Orte, bei denen der Konsum klein und die Autonomie groß geschrieben werden.

Tatjana Petrović


Rechtsstaat besiegt Rechtspopulismus von Christian Ehetreiber

Der Verfassungsgerichtshof hob in seinem Erkenntnis vom 06.12.2012 das steirische Bettelverbot als verfassungswidrig auf! Der Rechtsstaat und das parteiübergreifende argumentative Engagement des steirischen Menschenrechtsnetzwerkes setzten sich somit gegen jenen unerträglichen Rechtspopulismus durch, der Politik stets auf Kosten der Ärmsten zu machen versucht.

Der Verfassungsgerichtshof der Republik Österreich hob – nach der Aufhebung des Salzburger Bettelverbotes – im Jänner 2013 auch das steirische Landessicherheitsgesetz mit einer menschenrechtlichen Argumentation auf. Der VfGH stützt sich in seiner Begründung – analog zur bereits erfolgten Aufhebung des Bettelverbotes in Salzburg – auf die Menschenrechtskonvention: „Ein Bettelverbot ohne Ausnahme jedoch ist unsachlich und widerspricht der Menschenrechtskonvention. In der Steiermark besteht ein solches Bettelverbot ohne Ausnahme. Dass Gemeinden die Möglichkeit haben, in ,Erlaubniszonen‘ das Betteln zu gestatten, ändert daran nichts. Die Einrichtung solcher Erlaubniszonen ist nicht verpflichtend. Das Gesetz sieht also ein absolutes Bettelverbot vor. Die entsprechende Regelung im Steiermärkischen Landes-Sicherheitsgesetz ist daher verfassungswidrig. Der Verfassungsgerichtshof hat weiters entschieden, keine Reparaturfrist zu geben, sondern die Vorgängerregelung des Landes-Sicherheitsgesetzes wieder in Kraft zu setzen.“ (Presseinformation des Verfassungsgerichtshofes vom 10.1.2013; Auszug) Lesen Sie mehr …

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Trotz Regenwetters demonstrierten über 1.000 SteirerInnen gegen das Bettelverbot – mit Erfolg! Foto: VSSTÖ der TU Graz

Pfarrer Wolfgang Pucher – ein unermüdlicher Kämpfer gegen Armut und ein „Markenzeichen der Menschenrechtsstadt Graz“ Foto: Wiener Zeitung Emil Breisach, Pfarrer Wolfgang Pucher, Philipp Harnoncourt und Wolfgang Benedek üben Solidarität mit den bettelnden Roma – mit ihnen Tausende weitere Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft Foto: Der Standard

http://www.vfgh.gv.at/cms/vfgh-site/attachments/9/0/8/CH0006/CMS1361283710520/bettelverbot_steiermark_g64-8.11.pdf http://www.argejugend.at/2013/01/aufhebung-des-steirischen-bettelverbotes/ Presseaussendung – Aufhebung des Bettelverbots


Schule ohne Rassismus

Exploring Diversity and its benefits – being an open-minded school without racism! von Margarita Kastanara-Baumgartner

How many people from other countries live in Austria? How and why are stereotypes formed? How and why do we generalize? Why do we fear the unknown and which are the tools to handle such fears and irritations? These are only some of the central topics that this project is dealing with.

Für unsere Schülerinnen und Schüler war das Projekt eine große Bereicherung für den Schulalltag, aber auch darüber hinaus. Zusätzlich wurde in den verschiedenen Aktivitäten und Veranstaltungen auch die Klassengemeinschaft gestärkt. Der Höhepunkt war sicher das „Human Rights Festival“ im Grazer Orpheum, das eine Klasse hier auch sehr aktiv mitgestaltet hat. Dir. Mag. Michael Schweighofer, HLW Sozialmanagement der Caritas Graz

School without Racism is a youth project initiated and sustained by youngsters. A project made by and for students who are willing to fight against all forms of discrimination, racism and alienation. The beginning is a two-day kick-off seminar in which representatives of the six participating schools obtain background information on anti-racism work. During this time they start developing their own school focus. The next steps are 16 hours dedicated to violence prevention, social exclusion and migration. The project provides facts, figures and arguments against prejudices. Within various workshops and seminars young people get the chance to discuss about several topics they are concerned about. Sharing points of views and speaking freely about violence, discrimination, asylum and xenophobia give them the opportunity to gain critical awareness and form their own opinion. Why do we think that such a project is a valuable and necessary

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contribution for the society? Because in our experience, racism and discrimination are problems of prejudice and fanaticism. Despite the knowledge won over the years, our society still needs to deal with the racist systems of power that exist. Lesen Sie mehr …

„Schau nicht weg“ – unter diesem Motto stand der Workshop in der HLW Caritas Foto: ARGE Jugend

Schule ohne Rassismus in other countries: Schule ohne Rassismus Deutschland Schule ohne Rassismus Belgien Schule ohne Rassismus Spanien


Human Rights Festival 2012

Human Rights Festival 2012 Ein Jugendevent der Superlative von Dominik Knes

Was braucht man, um ein erfolgreiches Jugendfestival zu gestalten? Rockmusik, Summerfeeling, Stars, Spaß und viele, viele junge Menschen wäre wohl die gängige Antwort auf diese Frage. All diese Faktoren waren beim 9. Human Rights Festival in Graz jedenfalls gegeben. Doch Sommer hin, Stars her – das Festival glänzt immer noch am meisten durch die Beiträge unserer Projektjugendlichen aus den verschiedensten steirischen Schulen.

Thomas F., 17 Jahre

800 Jugendliche aus 16 steirischen Schulen nahmen am Festival am 28.06.2012 im Grazer Orpheum teil. Viele präsentierten ihre Schulprojekte zur Menschenrechtsbildung, die sich auch durchaus sehen lassen konnten. Ein Theaterstück, Tanzperformances, ein selbstkomponierter Song und ein Videofilm wurden von den Jugendlichen beim Festival präsentiert – stets im Grundtenor der Menschenrechte und des nachhaltigen Konsums. Solche wertvollen Projekte und das Engagement der Jugendlichen machten das Human Rights Festival im Laufe der Jahre zu einem der wichtigsten Markenzeichen der Menschenrechtsstadt Graz.

Ich finde die Stimmung hier einfach genial – und das Beste: es geht hier auch um etwas Wichtiges.

Es ist schön zu sehen, dass es hier soviel Gleichgesinnte gibt, denen Menschenrechte ebenso ein Anliegen sind. Ich bin überzeugt, dass unsere Projekte in der Gesellschaft etwas bewirken können. Eva V., 18 Jahre

„Ausgezeichnet!“ Das Festival bildet den Abschluss des Projektes „Schule ohne Rassismus“, wofür auch letztes Jahr wieder einige Schulen als „Europäische Schulen ohne Rassismus“ ausgezeichnet wurden. Junge Menschen setzten mit ihren Projekten ein sichtbares Symbol für eine gelebte Kultur der Menschenrechte. Genau hierin liegt auch der große Mehrwert der vielzähligen Beiträge. Es kommt zu einem Um- bzw. Neudenken der ProjektteilnehmerInnen. So werden

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Farid verzaubert das junge Publikum beim 9. Human Rights Festival

Bilder Human Rights Festival 2012


nachhaltiger Konsum sowie die Botschaft der Menschenrechte in der Gesellschaft erst tatsächlich und auf ganz natürlich Art und Weise etabliert.

Was wäre ein Festival ohne Musik? Mit rund 800 Jugendlichen starteten wir 2012 ins Festival, wobei die jungen BesucherInnen durchaus auf ihre Kosten kamen: Falco Darsteller Manuel Rubey moderierte den Event. Der TV-Magier Farid verzauberte mit seiner packenden Live-Performance und die „russische Hochgeschwindigkeitsattraktion“ Russkaja sorgte für belebte und hitzige Festival-Stimmung. Resümierend kann gesagt werden, dass das Festival, das wir jedes Jahr gemeinsam mit unseren PartnerInnen und Jugendlichen umsetzen, auch 2012 ein voller Erfolg war, weshalb wir uns auch bei den UnterstützerInnen des Festivals bedanken möchten. Mit großer Vorfreude fiebern auch schon dem 10. Human Rights Festival am 21. Juni 2013 in den Grazer Kammersälen entgegen. Lesen Sie mehr …

Die Projektjugendlichen, das ARGE Team und UnterstützerInnen aus der Politik

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Statistiken – Im Projektjahr 2012 erreichten wir:

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8636 Personen 41 Gemeinden 75 Schulen 18 Institutionen

8636

Personen *

Gemeinden 41

* Projekte der ARGE Jugend

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Beratungsstelle Schule ohne Rassismus Obersteirischer Jugendprojektfonds Schulprojekte NEU Wir sind Graz

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Schulen

Detailansicht (Gemeinden, Institutionen und Schulen) der Projekte: Beratungsstelle Obersteirischer Jugendprojektfonds Schule ohne Rassismus Schulprojekte NEU Wir sind Graz

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Institutionen


Reiseziel – Interkulturelle Kompetenz von Margarita Kastanara-Baumgartner

Sie ist in aller Munde … In Vorstellungsgesprächen wird man danach gefragt … Zahlreiche Trainings werden angeboten, um sie bewusst bzw. spürbar zu machen … Firmen investieren sehr viel Geld, um sie bei ihren MitarbeiterInnen zu entwickeln … Kurzum: Heutzutage braucht man sie einfach.

Ende des 19. sowie Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Psychoanalyse – eine schon längst nötig gewesene Auseinandersetzung mit dem Innenleben des Menschen – geboren. Hierbei wurde anerkannt, dass nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche Schmerzen erleiden kann. Nach langen Kämpfen – in Hinblick auf die Akzeptanz der Theorie – können als Vorreiter der Neurologe Siegmund Freud sowie Karl Gustav Jung genannt werden. Mit der Entwicklung der Psychoanalyse und der Untersuchung der Seele wuchs auch der Wunsch nach der Untersuchung der Kommunikation von Menschen: Wie transportiere ich Anliegen meiner Seele an mein Gegenüber? Oder: Wie nimmt das Gegenüber diese Botschaften auf? Durch den Fortschritt unserer Kultur ist circa 100 Jahre danach die Globalisierung gekommen, die nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kultur und soziale Identität beeinflusste. In diesem Rahmen wurden neue Wege und Arten der Kommunikation ermöglicht (siehe Facebook, Twitter usw.). Des Weiteren haben sich die Distanzen zwischen Ländern und Menschen verringert (siehe World Wide Web usw.) und die Mobilität ist gestiegen (siehe Flüge Wien-Peking sind mittlerweile fünf Mal pro Woche möglich usw.). Mit der Zeit ist der Menschheit klar geworden, dass – solange wir in einem „Global Village“ leben – die Entwicklung von interkultu-

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reller Kompetenz die Voraussetzung ist, damit gesellschaftliche Beziehungen funktionieren und multikulturelle Gesellschaften mit möglichst geringen Problemen existieren. Wir leben nach dem Motto: „Friedlich zusammenleben und voneinander profitieren!“ Lesen Sie mehr …

Interkulturelle Kompetenz wird zunehmend als eine Schlüsselqualifikation in unserer beständig globaleren Welt gesehen und ist besonders gefragt, wenn es darum geht, den Ansprüchen der geforderten Urteilsund Handlungsfähigkeiten des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Dabei ist es wichtig, ,interkulturelle Kompetenz‘ nicht als Modewort zu begreifen bzw. auf ein Schlagwort für ,alles, was zwischen zwei Kulturen passiert‘ zu reduzieren, sondern interkulturelle Kompetenz als notwendige Zusatzkompetenz zu definieren, welche zu Veränderungen auf folgenden drei Ebenen führt: 1. kognitiv (ein Umdenken), 2. affektiv (ein anders Fühlen) und 3. behavioral (ein anders Handeln). In den vergangenen Jahren wurden Skills wie Kommunikationsfähigkeit und soziale Intelligenz als wichtige Voraussetzung für beruflichen und persönlichen Erfolg erkannt und verstärkt trainiert. Heute steht die interkulturelle Kompetenz in Verbindung mit state-ofthe-art Forschung zu den Bereichen Diversität, Sprache und Neurokognition im Vordergrund. Ein ,anders Denken‘ wird in den Vordergrund gestellt, um neue Lösungsansätze für kulturelle Herausforderungen zu finden und sich nicht, wie bisher, ,oberflächlich‘ mit grundlegenden gesellschaftlichen Problematiken auseinanderzusetzen. Dr. Mag. Birgit Breninger, M.A., University of Salzburg, Head of the Postgraduate Intercultural Studies Program


Europa – Kontinuität von Krisen & Katastrophen oder doch noch Katharsis? von Christian Ehetreiber

Eines sei vorweg in aller Klarheit festgehalten: Die Europäische Union mit noch so vielen Krisen und Unzulänglichkeiten ist in jeder Hinsicht und tausendmal besser als die kriegsgeile Habsburgermonarchie, die europäischen Faschismen, der Stalinismus, die beiden Weltkriege, Auschwitz und GULAG.

Die oft adorierte „gute alte Zeit“ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war in der Retrospektive betrachtet ein einziger kollektiver Alptraum, der die ganze Welt mehrmals in den Abgrund von millionenfachen Massengräbern gerissen hat. Hegels Bonmot von der Geschichte als „Schädelstätte“ findet sich als reale Inszenierung auf den Schlachtfeldern, in den Zwangsarbeitslagern und Gaskammern der linken und rechten Totalitarismen, die von dem – in den Sissi-Filmen völlig verklärten – Warlord Kaiser Franz Joseph über Benito Mussolini, Adolf Hitler und Josef Stalin bis zu Konstantin Ustinowitsch Tschernenko reichte.

Die Tragödien des „kurzen 20. Jahrhunderts“ Der britische Historiker Eric Hobsbawm bezeichnet die Epoche zwischen dem vom Deutschen Reich und Kakanien vom Zaun gebrochenen Krieg 1914 und dem Berliner Mauerfall 1989 zutreffend als das „kurze 20. Jahrhundert“ oder das „Jahrhundert der (ideologischen) Extreme“. Doch dieses „kurze Jahrhundert“ geriet zu einem Ozean an Tränen, Blut und Gewalt, der erst durch die visionären EuropäerInnen nach dem 8. Mai 1945 – Konrad Adenauer, Alcide De Gasperi, Charles de Gaulle, Winston Churchill, Al-

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exander Dubcek, Vaclav Havel, Bruno Kreisky, Willy Brand, Olof Palme, Francois Mitterand, Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher, Michael Gorbatschow, Eduard Schewardnadse u.v.m. – trocken gelegt werden konnte. In den 1970er Jahren waren wir denkenden jungen Menschen schlicht angewidert und empört vom Einsperren der Menschen hinter dem Eisernen Vorhang, bedrückt von den Erschießungen von Flüchtlingen aus dem vermeintlichen Arbeiterparadies, entsetzt von der Vorenthaltung der Reise-, Presseund Meinungsfreiheit durch die von der KPdSU dirigierten KP-Regimes. Das Knistern eines drohenden Atomkriegs zwischen NATO und Warschauer Pakt bereitete Sorge und Angst bei den friedensbewegten Menschen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhanges.

Kein Vergleich von Unvergleichbarem All der Terror und Schrecken des „kurzen 20. Jahrhunderts“ sei einer (dennoch notwendigen!) Kritik an den aktuellen Krisen und Katastrophen Europas und der 27 EU-Staaten vorangestellt, um die mittlerweile 68 Jahre eines weitgehend friedlichen Europa vorweg zu würdigen, außer Streit zu stellen und allen unbotmäßigen Vergleichen der EU mit den Tragödien zwischen 1914 und 1989


zurückzuweisen. Derartige Vergleiche sind dermaßen unzutreffend und grotesk, dass sie einer Argumentation nicht bedürfen. Denn der denkende europäische Citoyenne kennt und schätzt die Unterschiede zwischen Europa vor und nach 1945 bzw. 1989. Der geschichtsblinde Anti-EU-Polemiker indes, indoktriniert von den Suggestionen des Populismus und des Boulevards, schmettert jedes noch so treffliche proeuropäische Argument mit schrägen Vergleichen ab und ignoriert es. Die europäische Einheit zu argumentieren ist weitaus schwieriger als das „Projekt Europa“ mit entdifferenzierter Polemik in pauschalen Misskredit zu bringen. Das „kurze 20. Jahrhundert“ lässt sich in einem Gesamtvergleich zur etwas kürzeren Geschichte der Europäischen Union auf den Punkt bringen: Kein Vergleich, der diesen Vergleich gestattet! Lesen Sie mehr …

Dieses Europa hat keine andere Utopie als jene, die sich zwangsläufig aus den Unternehmensbilanzen und Buchführungen ergibt, kein positives Projekt, nur das der share-holders, denen es nur noch um maximale Renditen geht, denen Bildung und Kultur nur noch als Produktionsfaktor in den Sinn kommen. […] Wie soll man sich da noch wundern, dass dieses Europa kaum mehr als Gleichgültigkeit, Enttäuschung und schließlich die Wiederkunft nationalistischen Gedankenguts hervorruft? […] Es ist höchste Zeit, die Voraussetzungen für den kollektiven Entwurf einer sozialen Utopie zu schaffen, die in gemeinsamen historischen Traditionen und zivilisatorischen Werten wurzelt, und man sollte dabei nicht aus den Augen verlieren, was diese Traditionen der Existenz eines Staates zu verdanken haben, der als erster zur Förderung und Verteidigung des Gemeinwohls in der Lage ist.“

„Es muss eine breit angelegte Debatte in ganz Europa geben – bevor es zur Einberufung eines Konvents und einer Regierungskonferenz kommt. Eine Debatte, die eine wahrhaft europäische Dimension aufweist. Wir dürfen nicht länger versuchen, europäische Probleme nur mit nationalen Lösungen zu bewältigen. Diese Debatte muss in unserer Gesellschaft und unter unseren Bürgern geführt werden.“ (EU-Kommissionspräsident Barroso)

Pierre Bourdieu, Gegenfeuer 1998

http://www.ksta.de/archiv,16592382,12333968.html

„Neulich saß ich mit einigen gebildeten und pro-europäisch eingestellten Briten beim Frühstück. Ein führender Politiker sagte, man könne ,Europa‘ doch zum Thema beim nächsten Wahlkampf machen – das gab ein großes Gelächter am Frühstückstisch. Die Begebenheit verrät viel über die Einstellung der Briten zu Europa." (Timothy Gordon Ash, britischer Historiker 2009)

Das Credo der Kanzlerin für Europa lautet: „Mehr Wachstum und Beschäftigung auf der Grundlage solider Haushalte.“ Der Abbau der Jugendarbeitslosigkeit sei das zentrale Thema. Wichtig sei auch, die Finanzmärkte zu regulieren, bei der Haushaltspolitik stärker zusammenzuarbeiten und eine europäische Bankenaufsicht zu schaffen.

http://www.zitate.de/db/ergebnisse.php?sz=2&stichwort=& kategorie=Europa&autor=

http://ec.europa.eu/european-debate/index_de.htm

Wir müssen sicher sein, dass die Bürgerinnen und Bürger jeden Schritt mit uns gehen. Dafür müssen wir Europa immer neu erklären, immer neu diskutieren – genau das, was Reinhold Lopatka und ich [Michael Spindelegger] in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt machen werden.“ Ich bleibe bei meiner These, dass die Frage der Einigung Europas eine Frage von Krieg und Frieden im 21. Jahrhundert ist. (Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl am 16. Oktober 1995 auf dem Karlsruher CDU-Bundesparteitag)

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-12/ eu-gipfel-merkel-bundestag-erklaerung

In der EU wird der Erfolg nationalisiert und der Misserfolg europäisiert.“ Martin Schulz (*1955), SPD-Politiker & Präsident d. EU-Parlaments, Quelle: DER SPIEGEL http://www.spiegel.de/fotostrecke/ zitate-27-ansichten-von-europa-fotostrecke-42944-12.html

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Schulprojekte Neu

Mehrwert Vielfalt – Lehrlinge erleben soziokulturelle Vielfalt in der Steiermark von Bettina Ramp

Vielfalt tut gut, Vielfalt bereichert mein Leben, Vielfalt unterstützt meinen Alltag, bei Vielfalt geht es vor allem um mich selbst! Vor diesem Hintergrund hat die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus in Zusammenarbeit mit der Lehrlingshäuser GmbH der Wirtschaftskammer Steiermark, des Referates für Gewerbliche Berufsschulen des Landes Steiermark und des LSR Steiermark das Projekt „Lehrlinge (er)leben soziokulturelle Vielfalt“ entwickelt.

Gelebte Vielfalt in steirischen Landesberufsschulen und Lehrlingshäusern: Unsere Gesellschaft baut auf gelebte Vielfalt und ein tolerantes, demokratisches Miteinander. Das Bewusstsein für diese Werte muss deshalb gerade bei Jugendlichen geschärft werden, um sie von Anfang an gegen jede Form von Extremismus stark zu machen. Junge Menschen suchen sich ihren Platz in der Gesellschaft und entwickeln ihre Wertvorstellungen. Gerade in dieser Phase brauchen sie ein demokratisches Umfeld und Vorbilder. Denn Vielfalt und Toleranz sind keine Selbstverständlichkeit. Sie gelingen nur, wenn daran Lehrlingsforum mit der Zeitzeugin Maria Cäsar aktiv gearbeitet wird. in der LBS und im LH Mureck Foto: Arge Jugend

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Lehrlinge aus vier verschiedenen Standorten (Bad Radkersburg, Eibiswald, Feldbach und Mureck) beteiligten sich von Herbst 2011 bis Sommer 2012 an dieser Arbeit. Zusätzlich organisierten die Lehrlingshäuser in Bad Gleichenberg und Murau für die BetreuerInnen eine interne Weiterbildung zu diesen Themenschwerpunkten. Die konkreten Schul- und Alltagserfahrungen der Lehrlinge bildeten den Ausgangspunkt. Schulungen und Projektwerkstätten erweiterten die Lernräume. Soziokulturelle Vielfalt ist eine Tatsache, den konkreten Umgang erlernten die Lehrlinge in den Workshops. Die Jugendlichen von heute brauchen Kompetenzen, wenn es darum geht, Verschiedenheit und das Andere schätzen zu lernen. Lesen Sie mehr …


Jugendliche stehen im Spannungsfeld von individueller Entwicklung und der Herausforderung der Gesellschaft als Gruppe. Dabei erleben sie sozio-kulturelle Vielfalt im Klassenzimmer (Dialekte, Persönlichkeiten...), im Schulalltag (mehrere Berufsgruppen, verschiedene Jugendszenekulturen…), im Lehrbetrieb und in der Gesellschaft.

Anna Reis, Landesberufsschule Feldbach

Dieses Potential der Vielfalt birgt für unsere SchülerInnen Vorteile, persönlichen Nutzen und Lernchancen in sich. Gleichzeitig sind Verunsicherungen, Abgrenzungen und der Aufbau von Vorurteilen und Ängsten möglich. Durch die konkrete Auseinandersetzung mit der ,Vielfältigkeit‘ der Menschen und der Gesellschaft in den Workshops, erweitern unsere SchülerInnen ihren Wissens- und Erfahrungshorizont und nehmen an einer bereichernden, prozesshaften Entwicklung ihrer Persönlichkeit teil. Das sozio-kulturelle Miteinander wird positiv erlebt. Dieser Bildungsauftrag ist uns als Team der LBS-Feldbach sehr wichtig.

Die aktuellen gesellschaftlichen, technischen, politischen und demographischen Veränderungen bedeuten sowohl für Jugendliche als auch für pädagogische Einrichtungen ein hohes Maß sowie eine hohe Qualität an Anpassungsleistungen. Nicht immer gelingen diese im Alltag und nur allzu oft verursachen sie Orientierungsprobleme, Angst und Konflikte. Diversität in jeglicher Hinsicht optimal zu managen, verstehen wir im Lehrlingshaus Eibiswald daher als einen kritischen Erfolgsfaktor in der Betreuung unserer Jugendlichen. Das Projekt Lehrlinge erleben soziokulturelle Vielfalt stellte durch die Workshops mit den Lehrlingen sowie durch das Fortbildungsangebot für das Betreuerteam wertvolle Impulse für einen guten Umgang mit jeglichen Formen von Diversität dar. Als besondere Höhepunkte blieben allen Beteiligten in Eibiswald die Produktion des Lipdub-Videos zum Michael Jackson-Klassiker „Black or White“ sowie die abwechslungsreiche und jugendgerechte Abschlussveranstaltung im Orpheum in Erinnerung. Mag. Bernhard Prangl und Astrid Dietrich, Lehrlingshaus Eibiswald

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ARGE Team Statements

Ich arbeite bei der ARGE Jugend, weil mir Menschenrechte, Demokratie, Vielfalt und Gerechtigkeit große Anliegen sind. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass es den Menschen in unserem Umfeld ein bisschen besser geht. Österreich ist ein klassisches Einwanderungsland, Graz eine schöne bunte Stadt! Unsere Aufgabe ist es, den Menschen dazu zu verhelfen, die Schönheit einer vielfältigen Gesellschaft sehen zu lernen. Wir müssen anfangen, statt Problemen Lösungen zu sehen. Jede und jeder verdient eine Chance und jede und jeder muss jemandem eine Chance geben! Bernadett Füzi

Die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus ist für mich nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern bedeutet eine Arbeit mit Inhalten. Seit 14 Jahren kann ich im Rahmen der Projektaktivitäten meine Ideen zu den Kernthemen – Menschenrechte, Demokratie, Diversity, Generationen, … einbringen. Persönliche Werte fließen somit in die tägliche Arbeit ein. Der gesellschaftliche Beitrag durch die Jugendprojekte begleitet und unterstützt die steirische Jugend in ihrem Werdegang. Bettina Ramp

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Ich bin sehr gerne Teil des Teams der ARGE Jugend, da mir Themen wie soziokulturelle Vielfalt und Menschenrechte ein Anliegen sind und mir gefällt, wie sehr Theorie und Praxis in den jeweiligen Projekten miteinander verknüpft sind. An der Mitarbeit bei der ARGE schätze ich vor allem die offene und herzliche Atmosphäre, den „Innovationswillen“ und die vielfältigen und -seitigen Arbeitsbereiche, die eine große Bandbreite an gesellschaftlichen und sozialen Themen abdecken. Bianca Angerer

In meiner Arbeit ist es mir wichtig, Jugendliche sowie junge Erwachsene zu unterstützen, die Vielfalt in ihrer Umwelt wahrzunehmen. Vor allem möchte ich den Jugendlichen dabei behilflich sein, in der Gesellschaft gehört zu werden. Es macht einfach eine riesige Freude, Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg zu begleiten. Dagmar Stoppacher

Die Jugend bekommt heute meines Erachtens zu wenig Aufmerksamkeit – und wenn dann oft nur in negativer Hinsicht. Mein Anliegen ist es, einerseits die Jugend zu fördern und das Selbstvertrauen zu stärken und andererseits all die positiven Eigenschaften unserer Jugend in der Gesellschaft aufzuzeigen. Dominik Knes

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Ich darf das Team der ARGE Jugend seit Herbst 2012 dabei unterstützen, das Netzwerk für Menschenrechte, Demokratie und Gewaltfreiheit in der Steiermark laufend zu erweitern und diese Werte Jugendlichen näherzubringen. Zielsetzung ist es, nicht in engen Kategorien zu denken, sondern unter dem Motto: „Ich bin weder AusländerIn noch InländerIn – ich bin Mensch!“ Julia Gugatschka

Ich sehe mich in der Arbeit bei der ARGE Jugend als Unterstützerin, Motivatorin, Coach. Das oft nicht zur Gänze ausgeschöpfte Potential der Jugendlichen in Hinsicht auf Kommunikation, Umgangsformen und Wertschätzung kann oft schon durch kleine Anstöße erweitert werden. Den Jugendlichen einen Zugang zu Menschenrechten und soziokultureller Vielfalt zu ermöglichen, öffnet oft neue Perspektiven und Möglichkeiten im Umgang mit diesen Themen. Eine Wegbereiterin in dieser guten Sache zu sein, ist für mich eine große Bereicherung. Außerdem wird immer wieder verdeutlicht, dass bei genauer Betrachtung großes Potential hinter den von der Gesellschaft des Öfteren deklarierten „nur auf sich selbst bezogenen“ Jugendlichen steckt. Dies bestärkt mich in der Arbeit mit den jungen Menschen. Kerstin Wesner


ARGE Team Statements

Seit meiner Jugend ist Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit ein großes Anliegen für mich. Durch meine tägliche Arbeit kann ich die praktische Umsetzung und den Erfolg bei der Jugend miterleben! Margarita Kastanara-Baumgartner

Das Wort Arbeit ist wahrscheinlich ein falsches, ich sehe es weniger als Beruf oder Job, sondern mehr als sinnstiftendes Tun. Einerseits ist es wunderbar mitzuerleben, wie junge Menschen, wenn ihnen das nötige Vertrauen und Zutrauen entgegengebracht wird, aus sich herauswachsen und mutige kritische BürgerInnen werden. Anderseits haben mich in den letzen Monaten Gespräche mit MultiplikatorInnen und Eltern zum Nachdenken gebracht. Ich hörte immer wieder in diesen Gesprächen: „Wir haben unsere Kinder gewaltfrei erzogen. Aber wir bedauern dies in gewissen Situationen, bei Konflikten oder bei Streitereien, in denen Jugendliche, die Gewalt anwenden, die Stärkeren sind, und somit die scheinbaren Gewinner.“ Und daraus leite ich auch meine Motivation, mein Engagement und meine Vision ab, nämlich die der Wichtigkeit der Gewaltfreiheit: Den jungen Menschen die Möglichkeit zu geben und ihnen zu zeigen, dass sie Handlungsspielräume haben, dass sie ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern können und dass es neben schreien, zuschlagen und Gewalt noch weitere Möglichkeiten gibt, mit Aggressionen, Konflikten und Streit umzugehen. Martina Mauthner-Tarkusch

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Die ARGE Jugend – (m)ein & unser Lebensprojekt für eine schönere Welt Peter Scheibengraf fragte mich 1998, ob ich seine Nachfolge in der ARGE Jugend antreten wolle, was ich als große Auszeichnung und Ehre erlebte. Rund 15 Jahre später kann ich mit meinem haupt- und ehrenamtlichen Team wie auch mit allen unseren NetzwerkspartnerInnen auf ein Stück des gemeinsam erkämpften Erfolges im Bemühen um mehr Menschenrechte, mehr Gewaltfreiheit und mehr sozio-kulturelle Vielfalt in unserer Steiermark zurückblicken. Die von uns – in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern - geprägte neue Erinnerungs- und Gedenkkultur mit Mahnmälern am Präbichl, in Gleisdorf oder in Bretstein, unsere Videoedition „Steirische ZeitzeugInnen“, unser themenspezifischer Seminar- und Workshopkatalog mit rund 100 Angeboten, die Wanderausstellung „A-Sozial. Sozialstaat Österreich“, drei wissenschaftliche steirische Jugendstudien, viele Fachpublikationen und vor allem die jahrelangen Kooperationsbeziehungen mit befreundeten Einrichtungen sind nur einige Glanzlichter unserer Erfolgsgeschichte. All das wurde von meinem Team und allen unseren FreundInnen und WegbegleiterInnen knochenhart erarbeitet, meist gegen erheblichen Widerstand und bei oft rauem Gegenwind. Doch wir ließen uns – trotz aller nötigen Biegsamkeit – nie verbiegen oder gar brechen in unserem Einsatz für die Menschenrechte, wie wir das u.a. im erfolgreichen Engagement gegen das Bettelverbot oder beim Anpacken anderer „heißer Eisen“ immer wieder zeigen. Bevormundungs-, Einschüchterungs- und Erpressungsversuche seitens der sogenannten Mächtigen gab es freilich auch immer wieder, bloß gefruchtet haben sie nie, weil wir den aufklärerischen Leitwerten verpflichtet sind und in unserem tragfähigen Netzwerk viele ähnlich denkende Menschen haben, die mir und uns eine echte Stütze sind im täglichen Üben des „aufrechten Ganges“. GF-Obmann einer überparteilichen Fachstelle für Gewaltprävention, Antidiskriminierung und Menschenrechtsbildung sein zu dürfen und mit einem jungen, kompetenten Team an den essenziellen Themen der Menschheit arbeiten zu können, das erfüllt mich mit Freude, Dankbarkeit und mit unermüdlicher Motivation. Last, but not least: Die ARGE Jugend ermöglichte mir neben der Realisierung so vieler innovativer Projekte immer auch die Begegnung mit faszinierenden und beeindruckenden Menschen: vom Taferlklassler in den Volksschulen bei „Wir sind Graz“ über Jugendliche verschiedenster Szenen und Milieus, Erwachsenen bis zu jung gebliebenen ZeitzeugInnen jenseits der 80 oder – wie bei Maria und Rudi Cäsar – sogar 92 Lenze. Diese Begegnungen, Dialoge und Kooperationen mit „Vielfalt“ in jeder Form gehören zu den allerschönsten Momenten in meiner täglichen Arbeit. Mit herzlichem Dank an mein Team und alle MitstreiterInnen in den steirischen Schulen und Gemeinden! Christian Ehetreiber, GF-Obmann der ARGE Jugend


Wir kennen den Preis unseres Lebensmittels – aber auch dessen Wert?

von Bernadett Füzi

Oscar Wilde schrieb bereits 1890 im „Das Bildnis des Dorian Gray“ folgenden Satz: „Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert.“ Diese Aussage ist nach 123 Jahren aktueller denn je!

Unsere moderne Zeit ist von der „Geiz ist geil“-Mentalität geprägt. Die Werbung verleitet uns dazu, Sachen zu kaufen, die wir nicht wirklich brauchen, oder Sonderangebote verleiten uns dazu, größere Mengen zu erwerben, als wir verbrauchen können. Warum haben wir den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln verlernt? Unseren Vorfahren stand eine viel bescheidenere Auswahl und Menge an Lebensmitteln zur Verfügung, sie respektierten aber das Essen deutlich mehr und verwerteten Reste, anstatt diese zu verschwenden. Eines der grundlegenden Probleme unserer Zeit ist, dass Lebensmittel immer weniger kosten und dass zumindest auf der nördlichen Halbkugel mehr als genug produziert werden. Dieser Überfluss führt zum Verlust von Wertschätzung und mindert unseren Bezug zu den Produktionsbedingungen und zur Natur. Wir müssen uns auf die „alten“ Werte rückbesinnen und dem kommerzialisierten Wahnsinn ein Ende setzen. Hierbei handelt es sich nicht nur um ein ethisches, sondern ebenso um ein soziales, ökonomisches und ökologisches Problem! Verhaltensänderungen einzelner Personen verändern zwar nicht augenscheinlich unsere globale Situation, aber in diesem Zusammenhang kommt es auf jeden noch so kleinen Schritt an, vorausgesetzt, er geht in die richtige Richtung. Jede/r von uns kann einen Beitrag leisten! Lesen Sie mehr …

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Nimm 3, zahl 2 – und Du brauchst 1: Nach dieser Devise – wobei die 1 oft nicht bedacht wird – gehen Menschen heute sehr oft vor. Um den für Mensch und Umwelt schädlichen Teufelskreis zu durchbrechen, ist der Ansatz auch beim Konsumenten wichtig. Die Entscheidung des Konsumenten und der Konsumentin bestimmt wesentlich mit, was und wie produziert und gehandelt wird. Diese Konsumentenmacht in Richtung Menschen-, Umwelt- und Gesellschaftsgerechtigkeit zu lenken, ist eine wichtige Aufgabe der Ethik. Univ.-Prof. Mag. Dr.theol. Leopold Neuhold

Eine gute Möglichkeit ist, fair gehandelte Produkte zu kaufen, die es in Supermärkten und Weltläden gibt: fair gehandelte und entsprechend gekennzeichnete Bananen, Schokolade, Kakao, Kaffee, Tee, Orangensaft oder sogar Fußbälle. Produkte aus fairem Handel („fair trade“) sind meist ein bisschen teurer als andere. Dafür erhalten die Kleinbauernfamilien für den Verkauf ihrer Produkte das Doppelte bis Dreifache als sonst. Ao. Univ.-Prof. Dr.theol. Kurt Remele

„Hungerkriege: Das Schicksal unserer Kinder?“ von Hans Putzer Foto: Leykam Verlag

„Essen macht Politik: Tägliche Entscheidungen mit großen Folgen“ von Hans Putzer Foto: Leykam Verlag


„Jeder Mensch, der an Hunger stirbt, ist eine sin1 guläre Katastrophe.“  von Bianca Angerer

Eine Bilanz des Globalisierungskritikers Jean Ziegler zum Welthungerproblem

In gewohnt wortgewaltiger und kämpferischer Manier legt der Schweizer Autor und Globalisierungskritiker Jean Ziegler mit „Wir lassen sie verhungern – Die Massenvernichtung in der Dritten Welt“, erschienen 2012 im C. Bertelsmann Verlag, ein Manifest für das Menschenrecht auf Nahrung vor. In dem Buch zieht Ziegler Bilanz seiner Erlebnisse und Erfahrungen aus acht Jahren als UN-Sonderberichterstatter und vereint diese mit seinem rastlosen Engagement für eine gerechtere und friedlichere Welt. Er stützt persönliche Schicksale, Situationsbeschreibungen und seine Beobachtungen mit zahlreichen Statistiken und deklariert den jährlichen Hungertod von mehreren zehn Millionen Menschen als „Skandal unseres Jahrhunderts“. Denn auf einem Planeten, auf dem grenzenloser Überfluss produziert wird, sei es nicht nötig, dass alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren verhungere. Laut Ziegler könnte derzeit die Weltlandwirtschaft problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren, fast das Doppelte der aktuellen Weltbevölkerung. Und so liegt seine Schlussfolgerung nahe: „Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet“. Ziegler sieht im Hunger ein organisiertes Verbrechen. Laut seinen Recherchen ist das Recht auf Nahrung nämlich das Recht, welches am öftesten und gewaltsamsten verletzt wird. Millionen von Menschen weltweit sind schwer unterernährt oder leiden an Hunger. Lesen Sie mehr …

„Wir lassen sie verhungern“ von Jean Ziegler Foto: C. Bertelsmann Verlag/Randomhouse

Schwaiger, Rosemarie: „Jean Ziegler: ,Konzerne sind Piraten und Plünderer.‘“, Profil, 20.09.2012, unter: http://www.profil.at/articles/1238/560/342433/krise-jean-ziegler-konzerne-piraten-pluenderer 1

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Obersteirischer Jugendprojektfonds

Ohne Kompromisse … Initiative und Engagement von Jugendlichen. von Kerstin Wesner

Können SchülerInnen mit einem Bühnenauftritt auf den Nationalsozialismus hinweisen? Können Jugendliche durch ein Konzert auf die gewaltbehafteten Texte in Musikliedern aufmerksam machen? Finden Jugendliche durch die Arbeit mit einem Kabarettisten einen Zugang zu gesellschaftskritischen Themen? Ja, sie können! In der 10. Antragsrunde des Obersteirischen Jugendprojektfonds überzeugten die jungen AkteurInnen mit ihren Projekten und ihrem kompromisslosen Engagement.

Für alle jungen Menschen, denen Menschenrechte, soziokulturelle Vielfalt und Zivilcourage am Herzen liegen und die etwas bewirken wollen, wurden auch im Jahr 2012 wieder die Pforten geöffnet und aus unserem Projektfonds Unterstützung geboten. Die Initiative der jungen Menschen wurde unsererseits jedoch nicht nur in finanziellen Belangen unterstützt, sondern auch der direkte Draht zu den Jugendlichen ist uns sehr wichtig. So vermerkt auch Wini Hofer, Lehrer vom BG/BRG Leoben neu, dazu: „Die ARGE Jugend hat nicht nur das unerlässliche Geld, sondern auch den Draht und das Ohr für unsere Jugendlichen.“

Auf Worte folgten Taten. Coaching von der ARGE Jugend und von ExpertInnen in den Bereichen Projektmanagement, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation/ Präsentation begleitete die Projektgruppen, um den Prozess der Projektentwicklung in Gang zu bringen. Mit großem

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Eifer angenommen, erfolgte sogleich die Umsetzung, und so entstanden aus anfangs groben Ideen und Entwürfen Projekte, die sich mit dem nötigen Background zu zeichensetzenden Maßnahmen entwickelten. Für ein gutes Endprodukt sind eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit unabkömmlich. Direktor Erich Leitenbauer lobte die Arbeitsweise der ARGE mit folgenden Worten: „Die Unterstützung seitens der ARGE Jugend war hervorragend. Ganz besonders möchte ich das unbürokratische und kundenorientierte Verhalten hervorheben. Wir wurden immer in allen Fragen unterstützt, und die Schülerinnen und Schüler haben begeistert bei den Projekten mitgemacht.“ Lesen Sie mehr …

Jugendliche der Projektgruppen des Obersteirischen Jugendprojektfonds präsentierten ihre Projekte bei der Abschlusspräsentation im BG/BRG Leoben neu Foto: Andreas Schöberl, Kleine Zeitung

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Im Zuge eines Schulbesuches habe ich die Mitarbeiterinnen der ARGE Jugend kennengelernt. Gleich im ersten Gespräch konnten wir Ansatzpunkte für ein mögliches Projekt finden. Jetzt haben wir bereits das zweite Projekt erfolgreich abgewickelt und möch- ten uns bei Frau Wesner und Frau Mauthner ganz herzlich bedanken. Erich Leitenbauer, Direktor der HAK Mürzuschlag

Der OBERSTEIRISCHE JUGENDPROJEKTFONDS ermöglicht meinen Kids, jedes Jahr Teile aus ihrem Leben auf die Bühne zu bringen. Subventionen für Jugendkultur erleben ja gerade keine Inflation. Aber die ARGE hat nicht nur das dafür unerlässliche Geld, sondern auch Draht zu und Ohr für Jugendliche. Und sie hat die Kompetenz, das alles in eiWini Hofer, Lehrer am BG/ nen professionellen Rahmen BRG Leoben neu zu fassen.


Die neue Generation der Nazis auf YouTube von Bettina Ramp

Die extrem rechte Szene hat sich in den letzten Jahren sowohl radikalisiert als auch verbürgerlicht. Sie kopiert vermehrt die Kultur der linksautonomen Bewegung und wirkt durch ihren Stil sehr anziehend auf Jugendliche.

Braune Szene im Wandel Die Zeit der Skinheads mit Springerstiefeln und Glatzköpfen ist vorbei. Die neuen Nazis sehen nicht mehr so aus. Die rechte Bewegung ist konservativer geworden und liegt in ihrem Auftreten im Mainstream. Inhaltlich steht die Hetze gegen den Islam im Vordergrund. Sie kopieren auch die linksradikalen Autonomen, kleiden sich hauptsächlich schwarz, öfter auch mit einem lässigen Kapuzensweater und dunklen Sonnenbrillen. Zu ihrem coolen Erscheinungsbild gehören auch Baseball-Mützen mit englischen Slogans. Für Werbezwecke verteilen sie unter den Jugendlichen Stickers mit coolen Graffitis. Sie erscheinen sehr dynamisch und modern, jedoch mit klaren nationalsozialistischen Botschaften. In diesem Bereich dominiert die „alte Schule“, sie verehren Hitler und auch Rudolf Hess. Mit ihrem äußerlichen Erscheinen liegen sie voll im Trend der Jugendkulturen und bedienen sich der neuen Medien. Auch in der Musikszene der Jugend sind sie vertreten, ebenso in der Kunstszene, im Comic- und Pop Art-Bereich. Insgesamt ist rund um diese Szene ein eigener Industriezweig entstanden mit vielen Musik- und Kleidungsstilen. Spezielle Versandhäuser und Jugendmarken sind gewachsen, der Absatz und die jährlichen Umsätze florieren. Anders als bei der sehr streng geführten Skinheadszene erlauben die neuen AnführerInnen auch

Stile der angloamerikanischen Jugendkultur, rechte Jugendliche feiern ebenso ihre Hip-Hop Partys und gehen mit dem Zeitgeist. Lesen Sie mehr …

Viele Jugendliche wollen einfach durch ihre Annäherung an die rechte Szene provozieren, ohne das Ausmaß genau zu kennen. Diese Szene bietet ihnen Abenteuer und durch das Verbot wirkt sie anziehend. Wenn Jugendliche immer rechter werden, hängt das auch mit der politischen Entwicklung und der Anziehungskraft von rechten Aussagen zusammen. Es wird immer moderner rechts zu sein, nicht nur bei Jugendlichen. Die Jugend ist immer das Spiegelbild der Gesellschaft in ganz Europa. Diese Tendenzen sind vor allem auch in Österreichs Nachbarländern zu sehen.

René Molnar

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Die Europäische Union – ein groSSartiges Friedensprojekt von Martina Mauthner Tarkusch

Die Europäische Union wird für über sechs Jahrzehnte Beitrag zur Förderung von Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa geehrt. Eine Auszeichnung für jeden und jede EuropäerIn.

Eine gezielte wirtschaftliche Verflechtung sollte nach dem Zweiten Weltkrieg neue militärische Konflikte für die Zukunft unmöglich machen und durch den größeren Markt das Wirtschaftswachstum beschleunigen. Aus dem Traum von einem geeinten Europa wurde Wirklichkeit. Die Herausforderungen für eine sich permanent in Erweiterung befindende Staatengemeinschaft sind vielfältig. Als Friedensunion, die einen Krieg zwischen Deutschland und Frankreich heute undenkbar macht, liegen die Aufgaben in der Vielfalt der globalisierten Welt. Die unterschiedlichen Lebensstandards in neuen Mitgliedsländern lassen die Schere zwischen Arm und Reich auseinanderklaffen. Die einkommensschwachen EU-Regionen sollten mittelfristig an die EU-Spitzenländer rangeführt werden. Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises rief Komiteechef Jagland Europa auf, auch während der Schuldenkrise auf das Miteinander zu setzen. EU-Ratspräsident Van Rompuy dazu: „Europa ist die Lösung der Krise, nicht die Ursache der Krise“. Dies bedeutet aber auch einen klaren Auftrag an uns alle, diesen Weg weiterzugehen und Frieden nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Die Idee des Friedensprojektes Europa soll in allen Köpfen verankert sein. Lesen Sie mehr …

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Die EU hat den Friedensnobelpreis gewonnen. Als Begründung nannte die Jury, dass die EU entscheidend zur friedlichen Entwicklung in Europa beigetragen habe. Foto: Reuters

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz durften den Preis entgegennehmen. Foto: dapd


Wir sind Graz

Früh übt sich … von Bernadett Füzi

… wer für ein friedliches Zusammenleben ist! Seit 2007 führt die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus im Auftrag des Schulressorts der Stadt Graz das Integrationsprojekt „Wir sind Graz“ durch. 15 Volksschulen, die Vielfalt als Chance sehen, nehmen jährlich am Projekt teil und profitieren vom Workshop-Angebot und den Beratungsleistungen der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus.

Integrationsprojekt „Wir sind Graz“ „Wir sind Graz“ ist ein Integrationsprojekt für Volksschulen, welches seit 2007 im Auftrag des Schulressorts der Stadt Graz beteiligungsorientiert und mehrjährig durchgeführt wird. Mit dem Start dieses Projektes forcierte die Stadt Graz den Paradigmenwechsel in der Integrationspolitik weg von Beschwichtigung, Verdrängung und Verleugnung hin zu einer multiethnischen sozialen Wirklichkeit! Das Projekt setzt sich zum wichtigsten Ziel, dass alle Beteiligten des Schulalltages, also SchülerInnen, LehrerInnen sowie Eltern, die Buntheit der Stadt Graz und Migration als große Bereicherung und Chance ansehen, begreifen und erleben. Somit wird Integration zu einer partizipativen Aufgabe und geschieht in den Köpfen und Herzen der Beteiligten, denn ihr Nutzen ist schwerer erklärbar als erlebbar! Lesen Sie mehr …

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Eine Klasse der Volksschule Bertha von Suttner auf Besuch in der Volksschule Murfeld Foto: ARGE Jugend


„ Barbara Pirker, Interkulturelle Pädagogin in der Volksschule Triester

Seit vielen Jahren begleitet uns das WSG-Team in interkulturellen Angelegenheiten. Durch kompetente Beratung, ein vielfältiges Workshopangebot und die finanzielle Unterstützung sind unterschiedliche individuelle standortbezogene Projekte möglich. An der Schule haben wir durch ,Wir sind Graz‘ die Möglichkeit, die interkulturelle Vielfalt aufzuzeigen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen werden durch authentische ReferentInnen kennengelernt, Vorurteile abgebaut und ein wichtiger Beitrag zur Toleranz von Fremdem in der Grazer Gesellschaft geleistet.

Die Volksschule Graz Brockmann ist eine Schule, an der Kinder unterschiedlichster Kulturen, Sprachen und Religionen unterrichtet werden. Das ,gemeinsam miteinander und voneinander lernen‘ steht im Vordergrund, ein wertschätzender Umgang ist uns sehr wichtig. Das ,Wir sind Graz‘ Projekt, das von der Stadt Graz unterstützt und von einem ganz besonders engagierten Team unter der Leitung von Mag. Christian Ehetreiber gemanagt wird, ermöglicht die Abhaltung zahlreicher Workshops an der Schule. Es trägt aktiv dazu bei, die Integration lebendig und authentisch zu gestalteten. Ob es um einen Tanzworkshop, Kinderspiele aus anderen Ländern, einen Schulaustausch oder um Sprache und Verstehen geht – sowohl die Kinder als auch die Lehrerinnen sind begeistert, dieses zusätzliche Angebot nutzen zu können. Maria Rossegger,

Die Motivation des Teams der Direktorin der VolksschuVolksschule Graz Brockmann, le Brockmann das Angebot in Anspruch zu nehmen, war in Übereinstimmung mit unserem Schulmotto Volksschule Brockmann – löwenstark – ,Gemeinsam sind wir stark!‘

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Die Volksschule St. Andrä modifizierte im Schuljahr 2012 die ,Weltreise in Graz‘ und begann eine längerfristige Kooperation mit der Volksschule Flöcking. Mein Ziel mit diesem Austausch war es, den Fokus von ,Kinder mit Migrationshintergrund treffen auf Einheimische‘ auf ,Stadtkinder treffen auf Landkinder‘ zu erweitern. Die Kinder verglichen ihre schulische Situation mit der Situation der anderen Klasse, die Stadtkinder bewunderten den riesigen Sportplatz der Kinder in Flöcking und bekamen Natureindrücke, die Landkinder bekamen Einblicke in den Lebensraum Stadt. In Hinblick auf ein Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft ist das ,Wir sind Graz‘ Projekt äußerst wertvoll, weil wir mit seiner Hilfe Vorurteilen entgegenwirken.“ Alexander Loretto, Direktor der Volksschule St. Andrä


Öffentlicher (T)raum? von Kerstin Wesner

Der öffentliche Raum erfüllt die Aufgabe, sich auf integrative und kommunikative Art zu begegnen. Ein Ort des Verweilens und des miteinander Lebens … Ein Traumbild. In Anbetracht der Debatten und Gesetzesverordnungen des vergangenen Jahres hat es sich wirklich ausgeträumt.

Vor allem beim Aspekt des friedlichen „miteinander Lebens“ zeigt sich, dass Menschengruppen sich Akzeptanz schenken, solange diese aus der gleichen „sozialen Schicht“ sind. Im öffentlichen Raum müssen jedoch bestimmte „Randgruppen“ oft eine Marginalisierung und Ausgrenzung erfahren. Dazu vermerkt Joachim Hainzl vom Verein Xenos: „Anhand von verhängten Alkoholverboten zeigt sich zudem, dass gleiches Verhalten unterschiedlich bewertet wird, je nach der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe.“ Hainzls Statement eröffnet den Zugang zu diesem heiß diskutierten Themen. Ein vermehrtes Bild der Diversität wird im Stadtbild von einem Großteil der Grazer BürgerInnen nicht akzeptiert.

Problemverlagerung anstatt Problemlösung Die Frage, die man sich bei den Entscheidungen über das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und dem Verbot sich an gewissen Plätzen aufzuhalten, stellt, ist, ob man die Vielfalt der Menschen, die uns täglich prägt und begegnet, nicht in einer integrativeren Form lösen kann, anstatt nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn!“?

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Dass die Abschirmung der „marginalisierten Gruppen“ keine befriedigende Lösung ist, brachte auch David Weiss von „Kenne deine Rechte“ zum Ausdruck: „Die Ausgrenzung von sozialen Randgruppen aus dem öffentlichen Raum führt meiner Meinung nach zur Isolation dieser Randgruppen, erschwert Hilfeleistungen und soziale Kontakte für die betroffenen Personen und wirkt sich somit eindeutig negativ auf deren Situation aus. Außerdem soll ein ,Heile Welt‘-Image unserer Gesellschaft vermittelt werden, welches nicht der Realität entspricht.“ Lesen Sie mehr …

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Wem gehört der öffentliche Raum? Foto: Gernot Eder, Kleine Zeitung

Problemlösung anstatt Problemverlagerung Foto: ARGE Jugend

Anhand von verhängten Alkoholverboten zeigt sich zudem, dass gleiches Verhalten unterschiedlich bewertet wird, je nach der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe. Joachim Hainzl, Verein Xenos

Die Ausgrenzung von sozialen Randgruppen aus dem öffentlichen Raum führt meiner Meinung nach zur Isolation dieser Randgruppen, erschwert Hilfeleistungen und soziale Kontakte für die betroffenen Personen und wirkt sich somit eindeutig negativ auf deren Situation aus. Au- David Weiss, Kenne deine Rechte ßerdem soll ein ,Heile Welt‘Image unserer Gesellschaft vermittelt werden, welches nicht der Realität entspricht.


Wir danken unseren Fรถrderen!

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Impressum Herausgeber: ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassimus Karmeliterplatz 2,8010 Graz Telefon: 0316/90370/100 , E-Mail: graz@argejugend.at

ARGE JUGEND

gegen Gewalt und Rassismus

Grabenfeldstraße 12a, 8600 Bruck an der Mur Telefon: 03862/57380, E-Mail: bruck@argejugend.at www.argejugend.at Facebook: www.facebook.com/argejugend Fotos Randleiste: aus dem Projekt »Sharing Cultures« gefördert aus Mitteln der EU, des Landes Steiermark und der FAGD Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Christian Ehetreiber Grafik & Layout: Black Kiwi Erscheinungsjahr: 2012

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Jahresbericht 2012  

. In unserem Jahresbericht erwarten Sie spannende Reportagen, Essays, Rezensionen und die Vorstellung unserer Einrichtung und Projektlandsch...

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