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Winter 2016/17


Wintersemester 2016/17 Pawel Adamczyk Robin Balzer Matthias Berg Irene Bettas Fernández Daniel Bitzer Florian Blohmke Mona Bock Jannis Bruns Valerio Calavetta Michel Engelhardt Matthias Fehrenbach Daniela Groß Baharak Haddadi Robert Havranek Marlene Hübel Anja Jansen Eun Ji Jeong Maren Kaiser Brigitte Kalausek Jinsoo Kim Patrick Koska Tobias Lamade Michelle Josephine Langer Veronica Lill Anja Mägel

Simon Meyer De Miao Jeff Mirkes Christian Oeder Damian Platten Annegret Probst Marta Prokop Jessica Raithle Yvonne Recker Lukas Reichert Jacqueline von Rooy Florian Rothermel Roman Schallon Lisa Schnepper Lennart Schütz Theresa Seidel Simon Seitz Sophia Maria Sillmann Prisca Stichler Cevriye Torun Lisa Vogel Alina Witthaus Nicolas Wolf

Die Publikation enthält alle für diese Veröffentlichung eingereichten Beiträge.


Markt Halle Haus Ein Hybrid für Karlsruhe Paweł Adamczyk

Bauplanung Prof. Walter Nägeli Landschaftsarchitektur Prof. Henri Bava

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Impulse geben! Punktuelle Eingriffe können eine größere Wirkung haben, als die gesamtplanerische Vorgehensweise der traditionellen Stadtplanung. Dabei können Gebäude entstehen, die den öffentlichen Raum einer ganzen Stadt verändern und in ihrem Inneren selbst Öffentlichkeit generieren. Die Markthalle als Bautypus des 19. Jahrhunderts war ein Gebäude, das jene Öffentlichkeit schaffen konnte. Sie wurde allerdings zunehmend von anderen Verkaufsarchitekturen verdrängt. Heutzutage wird zumeist im Supermarkt eingekauft, doch der Trend zur Slow Culture, dem bewussten Konsumieren von Lebensmitteln, am besten bio und regional; und schließlich die Eventisierung des Einkaufs, machen Märkte populär und lassen Markthallen unter neuen

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Voraussetzungen wiedererstehen. Karlsruhe als Stadt mit einer eigenen Markthallendiskussion, angefangen bei Weinbrenners Boutiquen am Marktplatz bis hin zur abgerissenen Markthalle am Staatstheater, wurde als Ort des Entwurfs gewählt. Der Entwurf liegt am zentralen Ettlinger Tor an der Via Triumphalis, strukturiert den bisher undefinierten Raum neu und belebt ihn. Der Karlsruher Hybrid ist ein multifunktionales Gebäude, das die Gegebenheiten des Ortes aufnimmt und gleichzeitig neugestaltet. Das Gebäude besteht aus einer Halle, in der im Erdgeschoss und auf der Gallerie Markt stattfinden kann; in den oberen Geschossen wird die Halle von weiteren Funktionen umgeben, die jeweils durch das Halleninnere

erschlossen werden. Im ruhigeren, terrassierten Südwesten gibt es Wohnungen, im Norden Büros und zum Platz hin öffentliche Funktionen wie Coworking Space oder ein Restaurant. Abgerundet wird das Gebäude durch einen öffentlich zugänglichen Dachgarten mit Urban-Gardening. Die Nutzungsmischung mit unterschiedlichen Graden von Öffentlichkeit lässt mehrere Nutzergruppen aufeinandertreffen und schafft ein Gebäude wie eine kleine Stadt. 1) Längsschnitt 2) Schnittpiktogramm 3) Außenperspektive 4) Innenperspektive 5) Modell 1:1000 6) Modell 1:200


Hoch verdichtete Strukturen im städtischen Kontext, Karlsruhe Matthias Berg

Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl Bauplanung Prof. Walter Nägeli

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Der Wohnungsbau in Deutschland unterliegt zur Zeit einer Reihe von Problemen und Fragestellungen. Zum einen führen Bildungsexpansion und der Werte- und Einstellungswandel der Gesellschaft hin zu urbanem Wohnen zu einer regional sehr unterschliedlich verlaufenden demografische Entwicklung. Dies setzt den Wohnungsmarkt in Wachstumsstädten zunehmend unter Druck. Gleichzeitig gewinnt der Klimawandel an Präsenz. Der Bausektor hat auf diesen einen nicht unerheblichen Einfluss. Neben den Ingenieurswissenschaften, die Materialien und Bauweisen verbessern, sollten sich auch die Architekten ihrer Verantwortung zur Konzeption nachhaltiger Lösungsansätze bewusst werden. Drittens sorgen auslaufende Mietpreisbindungen und die

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Sanierung günstiger Altbaubestände zu einem massiven Einschnitt bei der Versorgung mit sozialem Wohnraum. Ökonomisch Schwache müssen an die Ränder der Stadt ausweichen, Doch genau diese Gruppe sollte im Sinne sozialer Gerechtigkeit an den Vorteilen städtischer Infrastruktur partizipieren. Ein Ansatz, der diese Problemfelder angeht, ist die Planung hoch verdichteter Strukturen. Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von verdichteten Großstrukturen im Zusammenspiel mit dem Kontext Stadt. Am Beispiel von Karlsruhe werden Kriterien dieses Kontextes mit Prinzipien zu den Themen Wachstumsstadt, Nachhaltigkeit und bezahlbarer Wohnraum verknüpft. Der städtischen Einordnung folgt ein architek-

tonischer Entwurf, der neben diesen globalen Gesichtspunkten versucht der äußeren und inneren Ordnung des Entwurfskontextes gerecht zu werden. In zwei verdichteten Stadtblöcken werden Wohnen und Arbeiten verknüpft und konventionelle Wohntypologien um neue Formen des Zusammenlebens ergänzt.

1) Lageplan 2) Schnitt Nord-Süd 3) Schnitt Ost-West 4) Piktogramme 5) Modellfoto


Inselareal, Pforzheim Daniel Bitzer

Fachgebiet Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl Fachgebiet Internationaler Städtebau Prof. Barbara Engel

B10 richtung Eutingen

richtung Nordstadt

richtung Wilferdinger Höhe

Bildungseinrichtungen

richtung Nordstadt

Schule, Kindergarten, Bibliothek,... Fahrschule, Tanzschule, Kochschule,...

öffentliche Verkehrsmittel Freizeit, Sport & Ausgleich

Bus/ (U)Bahn,... Volleyball, Hockey, Fußball, ...

kommunales

rex

HildaGymnasium

Kino

Verkehrsberuhigung Dorf

Vorort

Stadt

Kino

Schlössle galerie

welta Um

Wohngebiet

Jung & alt, körperlich eingeschränkte, Migrationshintergrund, ...

Heimweg

leer

B7

richtung Brötzingen

alle Bürger

hBrac e fläch

leer

B3

HebelGymnasium

Altstadt kirche

Kindertagesstätte

B14 richtung A8 / Niefern

B4 B9

bib

Kino

Zusammenhang B10

Fußgänger Brücke

Austausch, Mehrfachnutzung

öffentliche Einrichtungen

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Lernmethoden Schule

B13

Unterricht

B2

theate

Turnplatz

Bibliothek / Museum / Kino / ...

Gruppenarbeit

Museum

Cineplex

Querungen / Sicherheit? / Dauer

Einzeln

Autohändler

mt

Schloss- und Stiftskirche St. Michael

Tempolimit / Spielstraße / Straßenraumgestaltung / ...

Concress centrum

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Kreativm zentru r Bad MA Emma Jäge B11 EM

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B6 B5 urm Treppent and Rol & Cafe

B8

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B14

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B12

Herz Jesu Kirche

Medien Flexible Platzwahl

Unterrichtsoptimierungen möglich

ev tStad e kirch

Unterrichtsfächer

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Equipment, Vorraussetzungen, Umgebung

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Anforderung Räumlichkeiten

1_Bestand erhaltenswert

Anforderungen / Nutzung ?

Gemeinschaft

richtung Buckenberg/ Wildpark/ Hochschule

Während/ nach der Schulzeit

BILDUNG SPIELT SICH NICHT MEHR NUR IN SCHULGEBÄUDEN AB BILDUNG KANN HEUTE EINEN GANZEN STADTTEIL BEEINFLUSSEN

Radund Fußweg

Ruhen, relaxen, abschalten,..

5_nachBarschaft nutzung

richtung Dillweißenstein

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Werkhof mit Werkstätten Zufahrt über Altstädter Kirchenweg / Werkraumerweiterung der Alfons-Kern-Schule Bestand Wohnkomplex

Raumkanten Bildung prägnanter Straßenkanten Townhäuser für Familien

Alfons-Kern Schule

wohnen Townhäuser

Büro & Kleingewerbe

wohnen Townhäuser

wohnen Mehrspänner

Parken im Altstädter Kirchenweg Wohnangebot für Familien

KinderGarten / GanztagsBetreuungen + OG wohnen

Grünfläche mit altem Baumbestand

wohnen

Ebene +1

Wohngemeinschaften

Hallen für Kleingewerbe

G r üc ün kz er ug

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4_erschliessung Verkehr

Auszeit

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2_struktur stadt 3_einflussfaktoren lärm

Sporthalle

Schulzentrum mit Ruheräume

Sonderräume

Treppenturm aktivierung

Cafe mit Terrasse

Büros

Teilerhalt des alten Baumbestandes

Hostel Kreativzentrum

Erhalt der alten Ufermauer berücksichtigung wegen Hochwasserschutz

wohnen Mehrspänner

Zugang Rampe & Treppe zum Wasser

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Lernräume stellen in der heutigen Gesellschaft nicht mehr nur eine in sich geschlossene Organisation dar, sondern nehmen zunehmend durch neue Ansätze und Konzepte wesentlichen Einfluss auf städtebauliche Komponenten. Straßenräume, öffentliche Gemeinschaftsflächen wie Freizeiteinrichtungen oder die Nutzung der Nachbarschaftsgebäude sind nur ein paar Beispiele solcher Bausteine. Die gewonnenen Erkenntnisse, auch anhand mehrerer Referenzprojekte, wurden im Anschluss auf das Inselareal in Pforzheim, das bereits heute besonders von Schulgebäuden geprägt wird, angewendet. Unter Berücksichtigung zahlreicher Analyseschritte, wie beispielsweise der Untersuchung der Infrastruktur hat sich diese abgebildete Variante herauskristallisiert.

Grünes Band

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Der Fokus dieser Arbeit liegt besonders in der städtischen Nachverdichtung und Aufwertung des Inselareals. Das Gebiet, welches sich in zentraler Lage befindet, wird auf einer Fläche von 7,2 Hektar mit einer Mischnutzung aus Wohnen, Kleingewerbe und Bildungseinrichtungen belebt. Neu geplante Volumina, wie Blockbebauungen, Zeilen, Solitärgebäude und Hochpunkte erzeugen gemeinsam mit dem erhaltenswerten Bestand verschiedenste Räume mit unterschiedlichen Nutzungsszenarien. Die öffentlichen Räume wie ein roter Platz oder die neubespielte, östlich gelegene Grünfläche mit altem Baumbestand, können sowohl von der angrenzenden Nachbarschaft wie auch von den einzelnen Bildungseinrichtungen mitgenutzt werden. Zwischen den neu beplanten Gebäu-

den besteht aber auch für unterschiedlichste Altersgruppen die Möglichkeit, sich in den begrünten Innenhöfen zurück zu ziehen. Auch bei den Gebäuden soll die Möglichkeit gegeben sein, dass Einrichtungen, welche typischerweise im Erdgeschoss in kleineren Räumlichkeiten untergebracht werden, wie z.B. Fahr- und Tanzschulen, benachbarte Schulungsräume temporär in Anspruch nehmen können.

1) Analyse, Bildungsbausteine im städtebaulichen Kontext 2) Mentalmap, Planungsgebiet mit Nachbarschaft 3) Axonometrie, Bespielung im Detail 4) Perspektive, östlicher Zugang 5) Perspektive, neuer Treffpunkt


Ressource Raum - Positive Parasite Space Tactics Jannis Bruns

Konstruktive Entwurfsmethodik Prof. Renzo Vallebuona Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl

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Der Entwurf basiert auf der zugrundeliegenden Beobachtung, dass ein zunehmendes Städtewachstum inkohärent zur notwendigen Raumausnutzung geschieht. Die Greifbar- und Vermittelbarkeit von gebautem Raum wurde aufgrund ökonomischer Interessen für den Bereich des Wohnraumes bereits digitalisiert. Paradoxerweise ist es häufig gerade die Ökonomie, die einen kalkulierten Leerstand produziert. Diese Strömung steht dem steigenden Bedarf an verwertbarem Raum und einer lebendigen, lebenswerten und verdichteten Stadtstruktur entgegen. Ausgehend von einer entwurfsbegleitenden Feldstudie durch eine einmonatige Intervention in einem leerstehenden Ladengeschäft, wurde eine Applikation entwickelt, die als

Schnittstelle zwischen Raumsuchenden, -besitzenden und –verwaltenden fungiert. Über ihre Funktion wird Raum zu einem unmittelbar verfügbaren Tauschgut, was eine neue Potenz der städtischen Raumausnutzung ermöglicht: die informative Nachverdichtung. Um dem virtuellen Werkzeug eine notwendige physische Relevanz in der Stadt zu geben, wurde ein Gebäude entworfen, welches als Vermittler eine örtliche Zusammenkunft zwischen dem Bürger, der Stadtverwaltung, den Raumbesitzern und den App Betreibern ermöglicht. Gleichzeitig dient es als selbstbewusstes Statement eines Umdenkens und soll individuell benötigten Raum zur Verfügung stellen. Im vorliegenden Beispiel wurde aufgrund der Nähe zur angrenzenden Kunstaka-

demie eine Vermischung mit studentischen Ateliers vorgesehen. Da die Notwendigkeit der verbesserten Raumausnutzung an vielen Orten gegeben ist, muss auch das Gebäude ortsunabhängig funktionieren. Daher wurde eine Strategie entwickelt, die über die Verwendung der Parametrik, situationsbezogen agiert und sich einen identifizierten Leerraum in parasitärer Weise aneignen, vitalisieren und für sein Umfeld neu verfügbar machen kann.

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1) Axonometrie Intervention „Space Vague“ 2) Mobile App „Open Space Maps“ 3) Freiraummodell Karlsruhe M 1:2000 4) Axonometrie Nachbarschaft Entwurfsgrundstück 5) Visualisierung Treppenhaus 6) Umgebungsmodell Entwurfskonzept M 1:200 7) Schnittperspektive 8) Visualisierung Außeneindruck


Wohnen im Wildpark, Karlsruhe Valerio Calavetta

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl

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Ein Fußballstadion wird in einer regulären Bundesliga Saison zu nicht einmal 5% im Jahr genutzt. Einen Neubau zu errichten welcher die meiste Zeit des Jahres leer steht ist unwirtschaftlich und ein toter Stadtbaustein an der prominenten Lage in Karlsruhe. Um den Neubau des Wildpark Stadions auf eine Nutzungsfrequenz von 100% zu steigern, wird das Fußballstadion mit der Zusatznutzung kombiniert. Mit der direkten Anbindung zum Campus des Karlsruher Instituts für Technologie und dem aktuellen Mangel an Wohnraum, wird das Stadion mit der Zusatznutzung des „Studenten Wohnen“ verknüpft. Die Haupterschließung des Wildpark Areals erfolgt fußläufig. Somit wird die fußläufige Erschließung als Fundament des Entwurfs

betrachtet. Um den Witterungsschutz, die Akustik und die Atmosphäre des Stadions zu gewährleisten, kommt über die Stadionschüssel eine Struktur die all diese Funktionen aufnimmt. Hierbei erreichen die Fans den Wildpark barrierefrei mit dem sanften Übergang der wilden Baum Anordnung zur ungerichteten Struktur, wobei der Unterrang des Stadions um 9 Meter in den Boden eingelassen ist. Die fußläufige Erschließung wird gewährleistet und die Zusatzfunktion „Studenten Wohnen“ wird in die Struktur integriert. Die Struktur ist auf einem 6x6 Meter Raster aufgebaut und wird mit einer umliegendem 1,20 Meter breiten Horizontalerschließung verbunden. Aufzugskerne mit umliegender Wendetreppe garantieren die Vertikalerschlie-

ßung in der Struktur. Die Rasterfelden werden mit Wohn-, Lern-, Arbeits-, Funktions- und Freizeiträumen gefüllt. Somit entsteht ein Hybridgebäude mit den Funktionen des Wohnen, Studieren und des Sport.

1) Flugperspektive 2) Modellbild 3) Modellbild 4) Modellbild


Zwang & Komfort Michl Engelhardt

Raum + Entwerfen Prof. Marc Frohn Architekturtheorie Prof. Dr. Georg Vrachliotis

Banalität & Event

Kontrolle & Spiel

Besonderheit & Normierung

Realität & Traum

Den technologischen Neuentwicklungen der aktuellen Zeit ist eines gemeinsam:sie versprechen, den Komfort ihrer Nutzer zu steigern. Gleichzeitig erzeugen diese Werkzeuge neue Zwänge: das Handeln innerhalb geschlossener Systeme schreibt dem Anwender vor, was er zu tun hat. Diese Zwänge werden wiederum selbst als Komfort wahrgenommen, da die Wahl, selbsterklärende Regeln zu befolgen, wegfällt. Was als scheinbarer Gegensatz auftritt, wird im Sinne der neoliberalen Gleichzeitigkeit aufgelöst und zum kuturellen Imperativ einer Samplinggesellschaft.

Wie viele Wirklichkeiten gibt es? Wie funktioniert Wahrnehmung in einer komplexen Welt? Wie werden Räume durch Information erweitert? Wie verfügbar sind Rückzugsräume? Was ist wichtig? Welchen räumlichen Einfluss haben globale Systeme? Wem wird Einfluss überlassen? Kann Deutungshoheit gekauft werden? Hat der Elfenbeinturm Recht? Gibt es eine Berufung der Verinnerlichung? Wozu das Ganze? Sind Handlungsanweisungen langweilig? Ist Demokratie der neue Kompromiss? Schaffen Filter die Aufklärung ab? Wie einfach ist Gewissheit? Was hat das mit Architektur zu tun?

Download des Magazins:

BIT.LY/2OL85JF


you will never walk alone. Data.Warehouse, Berlin Matthias Fehrenbach

Raum und Entwerfen Prof. Marc Frohn Architekturtheorie Prof. Georg Vrachliotis

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Der menschliche Körper ist ein sensorisches System, das Information empfängt und sendet. Diese Körperdaten fanden ihre ursprüngliche Verwertung in der Medizin zur diagnostischen Untersuchung und den folgenden therapeutischen Maßnahmen. Die Heilung des Körpers ist Mittelpunkt der Disziplin. Heute hat sich das Zentrum um den Körper verschoben. Nicht mehr alleine das Krankenhaus ist Monopolbesitzer und Interessent des Datenträgers – dem menschlichen Körper. Die Datenerhebung ist dem Ort des Krankenhauses entbunden. Sie findet an jedem Ort statt, an dem sich das Individuum über eine Schnittstelle vernetzt. Die erhobenen Daten sind kostbares Gut – das Öl von Morgen. Der Datenpool hat einen riesi-

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gen Markt entstehen lassen, an dem die Teilnehmer schon lange nicht mehr das Ziel der gesundheitlichen Genesung verfolgen. In nahezu allen Bereichen der Industrie werden Datenerfassungssysteme integriert. Sie läuten das Zeitalter der Kapitalisierung des Körpers ein. Data.Warehouse ist eine architektonische Studie, die der Frage nachgeht, wie eine Architektur in der datenbasierten Welt aussehen könnte, in einer analogen Welt - einem physischen Raum. Das Data.Warehouse ist ein Gebäude, das auf diese neue klimatische Realität reagiert und so Raum für die Veränderung im Denken und Handeln des Subjektes bietet. Der Datenhandel ist als physischer Markt aus-

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formuliert. Die Stellflächen sind nach dem Datenwert hierarchisiert. Blickbeziehungen zwischen den Szenarien In räumlicher Korrelation steht der Markt mit dem darüber liegenden Datentheater. AusgeMatthias Fehrenbach hend vom Anatomischen Theater, dient es hier als aufklärerischer Baukörper. Nutzungen der Datenschutzvermittlung und des Austausches über ein Forum sind darin verankert. Zudem ist es der Ort an dem der Körper inszeniert in Daten zerlegt und über Screens visualisiert wird. 1) Schnittmodell 1:100 2) Titelbild 3) Umgebungsmodell 1:1000 4) Verteiler 5) Schwelle 1 6) Schwelle 2 7) Blickbeziehungen


Ein ökologisches Institut für Island, Reykjavík Marlene Luisa Hübel

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Architekturkommunikation Prof. Dr. Riklef Rambow

See Tjörnin

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GSEducationalVersion GSPublisherEngine 1036.86.90.100

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5 GSEducationalVersion

Unter dem Betrachtungspunkt besonderer wechselseitiger Beziehungen zwischen Mensch und Natur, wurdedie Insel Island in den Fokus gerückt werden. Dem voran stand die theoretische Auseinandersetzung mit der Frage nach einem Naturbegriff und der Stellung des Menschen zu diesem. Aufbauend auf den Grundlagen erfolgt die Annäherung an eine Insel, auf welcher das Leben der Menschen in besonders intensiver Abhängigkeit zu der umgebenden Landschaft stattfindet und von dieser geprägt ist. Welche Möglichkeiten und Verantwortung hat ein Land, das sich noch in den Kinderschuhen seiner Entwicklung befindet? Die Darlegung der Debatte um die Zukunft Islands und die Frage nach einem Naturbild, welches, geprägt von dem Zusammenspiel der Geschichte,

den naturräumlichen Voraussetzungen und den enormen Ressourcen, der Grundstein für alles Kommende sein könnte. Die Auseinandersetzung mit der Aneignung von Landschaft, die Problematik der Abwägung von persönlichen Belangen und dem zukünftigen Wohl der Gemeinschaft, sowie die daraus resultierenden Potentiale, Schwächen und Ansatzpunkte sind dem Entwurf vorangestellt und dienen als Basis der Konzeptfindung. Der Entwurf als bauliche Antwort auf die Frage nach einem Naturverständnis in einem Land, welches in Regel oft als Inbegriff der „Natur“ gilt. Die Kopplung einer neuen, ortsbildprägenden Architektur an eine Thematik, die in Island eine tiefgreifende Debatte entfacht hat, bildet die Grundlage des Entwurfsgedanken. Der Ausdruck von etwas

Langlebigem, Standhaftem, das zugleich die baulichen Eigenheiten des Landes transportiert und eine Identifikation mit Bekanntem zulässt. Ein Ort, welcher für Bildung, Forschung, und Fortschritt steht.

Elding

WHALE WATCHING

1) Lageplan 2) Perspektive 3) Modellfoto 4) Schnitt 5) Axonometrie


Architektur als Investition, Frankfurt am Main Maren Kaiser

Bauplanung Prof. Walter Nägeli Architekurtheorie Prof. Georg Vrachliotis

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Städte sind gebaute Landschaft des Kapitalismus. In kapitalistischen Prozessen entstehen Kapitalüberschüsse, die angelegt werden müssen, um nicht krisenhaft entwertet zu werden. Immobilien, Stadtbauprojekte und Infrastruktur eignen sich besonders als Anlage für Kapitalüberschüsse, da eine große Menge zum Startzeitpunkt angelegt werden muss und sich nur langsam amortisiert. Daher sind Immobilien, seit es kapitalistische Städte gibt, gebaute kapitalistische Landschaft. Durch diese Investitionen gibt es einen inneren Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Urbanisierung. Städte sind Grenzgebiete, an denen zwei Agierende aus unterschiedlichen Welten aufeinander treffen und sich mit unterschied-

lichen oder gegensätzlichen Interessen und Zielen begegnen. Dabei geht es immer wieder um Besitzverhältnisse in der Stadt, die Frage, wem die Stadt gehört, wem der Zugang zum städtischen Wohnen gewährt ist. In der heutigen Zeit der Postdemokratie und des Hyperkapitalismus bleibt die Frage nach verantwortungsbewusstem Handeln gegenüber den Bedürfnissen der Bevölkerung, aller gesellschaftlichen Schichten, ungeklärt. Postdemokratie beschreibt das Phänomen der Verflechtungen zwischen Staat und Wirtschaft, sie sind eine bequeme Übereinkunft eingegangen. Der Entwurf positioniert sich an einer präsenten Stelle zwischen dem Frankfurter Bahn-

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hofs- und Bankenviertel und stellt eine Symbiose zwischen der Typologie des Blockrandes und des Hochhauses dar, der Symbiose zwischen bezahlbarem- und Premiumwohnen.

1) Kopfseite des Baus mit sichtbarem Haupterschließungskern 2) Fassade Süd 3) Innenhalle des Blockrandteiles 4) Wohnen ist zum Produkt geworden. Der Entwurf als Merchandise- Objekt in Gold 5) Die Lage des Entwurfs zwischen Blockrandbebauung und Bankenviertel 6) Nutzungsaxonometrie


Erleben von Musik. Ein neuer Rahmen für das klassische Konzert Tobias Lamadé

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Konstruktive Entwurfsmethodik Prof. Renzo Vallebuona Landschaftsarchitektur Prof. Henri Bava

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Wie kann das klassische Konzert wieder attraktiver werden? Das Konzert befand sich im Wandel. War die Musik früher nur eine schöne Nebensache von Veranstaltungen, geriet sie mit der Zeit zunehmend in den Mittelpunkt, so dass sich um etwa 1850 eine Konzertform und mit ihr ein „Verhaltensritual“ etablierten, die wir bis heute kennen und sich kaum weiterentwickelten. Klassische Musik wird heute also wie vor 150 Jahren aufgeführt; die gesellschaftliche Veränderung und die zunehmende Medialisierung seitdem haben jedoch unsere Wahrnehmungsgewohnheiten verändert. Heutige Konzerthäuser haben zwar oft ein modernes Äußeres, das Innere ist jedoch immer noch sehr konventionell. Mit dieser Arbeit möchte ich für das Innere

ein neues räumliches Aufführungskonzept entwickeln, welches im Wesentlichen darin besteht, dass es keine festen Sitze gibt, sondern diese an Fäden von der Decke hängen. Der zuvor passive Zuhörer gelangt nun zu mehr Selbstbestimmtheit, er schwebt im Raum umgeben von Klang, wird als Individuum Teil eines sich leicht bewegenden Kollektivs und bildet mit den Fäden zusammen die erste Raumschicht des Konzertsaals. Die vom Publikum generierten leichten Schwingungen erzeugen ein neuartiges Band zwischen Musiker und Publikum, die Kommunikation wird zum visuellen Element. Die Sitze sind zu Konzertbeginn auf normaler Höhe und können dann nach oben fahren, wodurch sich unterschiedliche räumliche Konfigurationen ergeben.

Um ein durchmischtes Publikum zu erhalten, soll dies zu einem lebendigen Ort der Musik werden mit sowohl einem Kultur- als auch Freizeitangebot, was durch die attraktive Lage am Heidelberger Neckarufer begünstigt wird. Neben dem Konzertsaal gibt es Bandproberäume, ein Restaurant, ein Jazzclub, eine Bar, ein Kino und Duschen und Umkleiden für das Baden im Fluss.

1) Perspektive 2) Beispiel räumliche Konfiguration 3) Schnitt Konzertsaal 4) Modellfoto 5) Grundriss Ebene Park 6) Grund Ebene Straße


Maison de la Nouvelle-Zélande, Paris Michelle Langer

Bauplanung Prof. Walter Nägeli Architekturtheorie Prof. Dr. Georg Vrachliotis

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Die Cité Internationale Universitaire de Paris (CIUP) ist eine internationale Studentensiedlung, momentan bestehend aus 40 verschiedenen Länderpavillons. Der Campus soll in den nächsten Jahren um zehn neue Studentenwohnheime erweitert werden. Der dargestellte neue Länderpavillon repräsentiert Neuseeland. Das Gebäude befindet sich im Nordwesten des Campus und fügt sich durch seine Lage in die zweireihige Bebauung entlang der nördlichen Campusgrenze ein. Mitten auf einem Weg platziert, teilt sich das Gebäude in drei Hauptbereiche auf. Der Weg selbst wandelt sich im Innern des Gebäudes in einen neuseeländischen Dschungel aus

Baumfarn, Moos und Kletterpflanzen um. Rechts und links des Weges, befinden sich zueinander gespiegelt die StudentenwohnheimNutzungen. Horizontal ist das Gebäude in eine öffentliche Zone im Erdgeschoss sowie in die privaten Bereiche der Studenten in den Obergeschossen aufgeteilt. Während die öffentlichen Nutzungen auf Bodenniveau von innen erschlossen werden, sind die Treppen zu den Studentenbereichen von außen zu erreichen. Die Studentenbereiche zur rechten und linken Seite des Weges sind vertikal wiederum in je drei Wohnbäume aufgeteilt. Immer ein Wohnbaum ist mit dem gegenüberliegenden durch eine Hängebrücke verbunden. Dadurch kann der Dschungel auch auf privater Ebene war

genommen werden. Ein Wohnbaum besteht aus drei übereinander liegenden Studenten-WGs. In einer StudentenWG leben vier Studenten, wobei sich immer zwei der Bewohner eine Wohnbox teilen. Das gesamte Gebäude besteht aus einem Raumfachwerk aus Hartholz. Öffentliche und gemeinschaftliche Bereiche sind verglast und transparent, so dass von außen betrachtet nur die privaten Studentenwohnboxen durch die Holzkonstruktion hindurchscheinen. 1) Lageplan 2) Grundriss OG 3) Schnitt quer 4) Ansicht Süd 5) Visualisierung Dschungel 6) Studentenwohnbox


Forum der Handwerkskultur Simon Meyer

Bauplanung Prof. Walter Nägeli Architekturkommunikation Prof. Dr. Riklef Rambow

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Das Forum der Handwerkskultur ist eine Institution zur Vermittlung des handwerklichen Schaffens. Es bietet der Gesellschaft, den Handwerkern, Architekten, Designern und Händlern eine öffentliche Plattform zum kulturellen Austausch und der Kommunikation, in der das Handwerk im Mittelpunkt steht. Lokalisiert ist das Forum in der Heidelberger Altstadt. Mit dem Bestandsgebäude des Wormser Hofs, indem das Heidelberger Literaturhaus untergebracht wird und dem gegenüberliegenden Theater, bildet das Forum der Handwerkskultur die neue kulturelle Meile Heidelbergs.

Es bietet Ausstellungsfläche in der Besucher die Geschichte des Handwerks erfahren können. Als Weiteres bietet es die Möglichkeit, dass regionale Handwerksbetriebe eigene Arbeiten der Öffentlichkeit präsentieren können. Das Herzstück bildet die unter dem Theaterplatz gelegene Materialdatenbank. Veranstaltungsräume und Werkräume bieten die Möglichkeit kulturelle Vorträge und Seminare anzubieten. Ein zum Theaterplatz orientiertes Café, indem Manufakturen ihre Produkte anbieten können, soll einen direkten Dialog zum Theater schaffen und als Treffpunkt dienen. Somit wird der Theaterplatz, der bisher unattraktiv gestaltet ist neu aktiviert.

Das Konzept des Entwurfes ist abgeleitet von japanischen Holzverbindungen und spiegelt sich in drei Baukörper wieder, die sich mit dem historischen Bestandsgebäude verschneiden. Durch Verschiebung der Baukörper zueinander bilden sich unterschiedliche Städtebauliche Situationen heraus, die den Ort attraktiv bespielen.

1) Aussenperspektive 2) Perspektive Eingangsbereich 3) Modell 1:500 3) Modell 1:200


Fahrradhotel am Qinghai See, Qinghai De Miao

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Landschaftsarchitektur Prof. Henri Bava

HOTELZIMMER KONZEPT

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Masterarbeit WS 2016/17 | De Miao | Matrikel Nr.1793264 | Prof. Ludwig Wappner | Prof. D.P.L.G. Henri Bava

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Masterarbeit WS 2016/17 | De Miao | Matrikel Nr.1793264 | Prof. Ludwig Wappner | Prof. D.P.L.G. Henri Bava

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Seit 2002 findet in der Qinghai Provinz Chinas jährlich „Tour of Qinghai Lake“ statt, die das regionale Potenzial rapid entwickelt. Es ist für ihre besonders hochliegende Laufstrecke bekannt. Der Fixpunkt der Sportveranstaltung ist dabei der Qinghai-See, der immer wieder angesteuert wird. Das gewählte Gelände befindet sich am Qinghai See Im Rahmen des regionalen Entwicklungskonzepts wird nach einem idealen Standort gesucht, der sowohl über gute Verkehrsverbindungen mit der Stadt verfügt, als auch vor Lärmemissionen des Straßenverkehrs geschützt ist. Es soll natürlich auch ein Ort sein, wo man den besten Blick auf die schöne Seelandschaft genießt.

Inspiriert von der sehr hoch liegenden Straße auf den Bergrücken wird bei dem Entwurf mit einer neuen Straße angefangen, die den Neubau mit der Autobahn verknüpft. Die beste Ankunftsart für die Radfahrer heißt wohl, statt geschlossener Tür und roter Ampel mit Vollgas vom Start bis ins Ziel zu fahren. Nach den Kampf gegen die Schwerkraft kann man sich gut erholen. Diese neue Straße liegt genau in der Blickachse, die auf einen der höchsten Gipfel gerichtet ist. Die Kernzone des Hotels wird auf der letzten 100-Meter-Strecke der Straße angeordnet. Man kann mit dem Rad direkt in die Empfangshalle reinfahren. Die Bar würde als ein Ziel mit frischem Bier sowie vielfältigen Angeboten alle

Radfahrer anziehen, die sich von den vorherigen Anstrengungen gut ausruhen möchten. Mit der Bildung einer fließenden Raumkontinuen werden die beide Enden des öffentlichen Bereiches des Hotels verbunden. Somit kann man mit Fahrrad ziemlich einfach und bequem um das Gebäude laufen. Durch die ringförmige Baustruktur und das verbundene Kerngebiet kommen andererseits zwei Höfe zustande, was für ein angenehmes Raumerlebnis sorgt.

1) Konzept 2) Visualisierung - Innenhof 3) Analyse - Hotelzimmer 4) Visualisierung - Übergang 5) Modell


Dorf neu denken Jeff Mirkes

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Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl Bildende Kunst Prof. Stephen Craig

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Fußballfeld/Festraum

Energiepark Allmende “Bierg”

Allmende “Maierchen”

Detail 2

Allmende “Ouschterholz” Allmende “Eenchen”

Allmende “Funeck”

Campingplatz Allmende “Buurgkapp” Allmende “Funeck” Rathaus/Festsaal Detail 1 Schule

Dorfplatz

Sporthalle

Kirche

Kita Allmende “Duerfwis” Kindergarten

Allmende “Hänen” Dorfplatz

Schnittlinie

Schnittlinie

Allmende “Hänen” Allmende “Héngermuer”

Allmende “Wollefswis”

Allmende “Seitert”

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Laut Bevölkerungsfond leben seit 2008 erstmals mehr Menschen weltweit in Städten als im ländlichen Raum. Die Stadt gilt als die effiziente Lösung für die Organisation von Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Somit konzentriert sich fast die gesamte Planung auf die Städte, wobei die Frage, wie wir mit dem nichtstädtischen Raum umgehen, ungeklärt bleibt. Diese Fläche ist nicht nur viel größer als die städtische, sie hat auch diverse wichtige Aufgaben und Potenziale, die es gilt in Zukunft neu zu entdecken. Vor allem in einem Land wie Luxemburg, in dem die Einwohnerzahl stetig steigt, wird die Frage, wie wir mit dem ruralen Raum umgehen, immer bedeutender im Zusammenhang mit der sehr begrenzten Landesfläche.

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Das Konzept Dorf Neu Denken setzt genau an dieser Problematik an. Es geht darum, wie Dörfer zukunftsfähig gedacht werden können ohne mit dem Bestand und dem Vorhandenen zu brechen. Hier geht es um mehr als um wirtschaftliche Lösungsansätze. Vielmehr wird eine Möglichkeit gesucht, wie wir in Zukunft mit Landschaft und Kultur umgehen können, damit sich der ländliche Raum zu einem attraktiven Pendant zur Stadt entwickelt und so eine gesunde Balance zwischen Stadt und Land entsteht – Ohne dabei nostalgisch zu werden oder die Identität und den ländlichen Raum aufzugeben. Dorf Neu Denken stellt ein Modell vor, das exemplarisch an dem Dorf Consdorf umgesetzt wird. Mit großen grünen Allmendeflächen

wird das Dorf räumlich neu strukturiert. Die gemeinschaftliche Nutzung von Flächen schafft ein Bewusstsein für die umgebende Landschaft und das Lokale. Das Dorf wird wiederbelebt und die Identität wird gestärkt und kann sich in Zukunft auf eine gesunde, organische Art weiterentwickeln. Das Modell bietet einen Vorschlag, wie wir mit den Problemen im ruralen Raum umgehen können, auf eine Art und Weise, welche Dörfer den aktuellen Bedürfnissen entsprechend entfalten und wachsen lässt. 1) Fotografie Consdorf 2) Collage Allmende „op Bierg“ 3) Illustration Konzept 4) Lageplan Consdorf


CLOUD CITY Damian Platten

Das Verhältnis von Arbeit und Freizeit wird durch die Digitalisierung neu definiert. Daraus ergeben sich Auswirkungen auf die Zusammensetzung und Funktion der Gesellschaft, die sich direkt auch architektonisch fassen lassen. Der Entwurf ist ein räumliches Experiment, in dem unterschiedliche Gradienten von Aufenthalts-, Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten erprobt werden können.

Raum + Entwerfen Prof. Marc Frohn Architekturtheorie Prof. Dr. Georg Vrachliotis

Hierzu wird das Postbetriebsgebäude in Basel umgebaut und aufgestockt. Auf den Bestand werden Typologien gestapelt: Teppich, Block, Zeile und Punkt. Die Innenräume werden im Sinne des Experimentalcharakters frei und flexibel gehalten, das heißt die Fassade liegt außen, Zugang, Versorgung und Haustechnik werden über eigene Türme ebenfalls von außen dem Typologiestapelt zugeführt.

Mehr Informationen, sowie die theoretische Vorarbeit und ein Fotoessay gibts unter folgendem Dropbox-Link oder dem QR-Code!

http://tiny.cc/cloudcity


Habitat 21 Genossenschaftlich Bauen in Freiburg i.Br. Annegret Probst

Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl Landschaftsarchitektur Prof. Henri Bava

ANWENDUNGSBEISPIELE DES H21-FONDS: 1

Aktive Erdgeschosszone

EIGENTÜMER _konkrete Anreize zum Umbau von Erdgeschosszonen für gewerbliche Nutzungen _einmaliger Investitionszuschuss für nötige Baumaßnahmen NUTZER _Beteiligung am Ausbau verringert Miete

2 Multifunktionalität

Aktivierung des Quartiers durch öffentliche und gemeinschaftliche Nutzungen in der Erdgeschosszone.

lokale Wertschöpfung

Nachbarschaftshöfe

Der Raum wird sowohl von Eigentümern sowie allen Nutzern aktiv mitgestaltet und vernetzt so die Freiräume auf Quartiersund Stadtebene miteinander. Das Gewerbe hat die Möglichkeit sich mit dem Bestand zu ergänzen.

3 lokale Wertschöpfung Energie- und Flächenwertschöpfung Re-Lokalisierung

EIGENTÜMER _bieten Grundlage für Netzwerk

EIGENTÜMER _gewähren eine Durchmischung des Gebiets _stellen Gemeinschaftsbereiche zur Verfügung

NUTZER _Eigenbeteiligung _Aktivierung

NUTZER _zahlt Miete _Aktiviert und gibt Mehrnutzen

€ €

Gemeinschaftliche Multifunktionsräume Kultur des Bauens

Räumlichkeite werden gemeinschaftlich genutzt und können für Veranstaltungen vermietet werden. Sie bringen die Nutzer zusammen. Die Einnahmen werden dem Fonds zugefügt.

soziale Mischung Multifunktionalität

* €

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Durchlässiges Quartier

Das Urban-Farming bildet nicht nur eine Verbindung der Freiräume sondern bringt, durch die neuen Möglichkeiten der Betätigung und Freizeitgestaltung, neue Potentiale und ergänzende Funktionen in das Gebiet, die das städtische und Quartiersangebot ergänzen. EIGENTÜMER _stellen Fläche zur Verfügung _Verwalten und pflegen (mit) NUTZER _können sich selbst beteiligen _können Erträge (direkt als Rohstoff oder über die Mensa) erwerben

5 lokale Wertschöpfung Re-Lokalisierung Selbstorganisation

Anker

soziale Mischung

Öffentliche Einrichtungen locken, dank ihrer Funktion und der esponierten Lage, Menschen aus der Stadt an. Sie stellen eine Ergänzung zum bereits vorhandenen Angebot dar. Die Einnahmen fließen in den Fonds.

EIGENTÜMER _stellen Fläche zur Verfügung _ermöglichen Mischung NUTZER _aktivieren Ankerpunkt des Quartiers _zahlen Miete

Multifunktionalität kurze Wege

€ €

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„Minimal“ „Minimal“ „Minimal“ „Minimal“

„Duplex Minimal“

„Standart I“

„Duplex Minimal“ „ Duplex Minimal“

„Standart I“ „ Standart I“

„Duplex Minimal“

„Standart I“

„Standart II“ „Standart II“

„Family I“ „Family I“

„Family II“/“WG“ „Family II“/“WG“

„Standart II“

„Family I“

„Family II“/“WG“

„Standart II“

„Family I“

„Family II“/“WG“

„Family III“/Gartenhaus“

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„Duplex Family I“

„Duplex Family II“

„Family III“/“Gartenhaus“

„Duplex Family I“

„Duplex Family II“

„Family III“/“Gartenhaus“

„Duplex Family I“

„Duplex Family II“

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Die sichIII“/“Gartenhaus“ in einem Stützenraster befindenden Wohneinheiten haben zwei Ausrichtungen die Bewohner „Family „Duplex Familymit I“ beidseitiger Belichtung. Nach Außen hin zur Form haben „Duplex Family II“ die Möglichkeit mit einer variablen Fassade entweder einen Innen- oder Außenraum zu kreieren. Richtung Innenhof befindet sich die Erschließung über Laubengänge. Diese fungieren zudem als zusätzliche Außenräume für die Wohneinheiten. Die sich in einem Stützenraster befindenden Wohneinheiten haben zwei Ausrichtungen mit beidseitiger Belichtung. Nach Außen hin zur Form haben die Bewohner die Möglichkeit mit einer variablen Fassade Es gibt fünf verschiedene Typen der Wohneinheiten. „Minimal“, „Standart“, „Duplex Minimal“, „Family“ und „Duplex Family“. entweder einen Innen- oder Außenraum zu kreieren. Richtung Innenhof befindet sich die Erschließung über Laubengänge. Diese fungieren zudem als zusätzliche Außenräume für die Wohneinheiten. 2 Die sich inerstreckt einem Stützenraster befindenden Wohneinheiten habenWohneinheit zwei Ausrichtungen beidseitiger Belichtung. Nach Außen hin zur Form haben die Bewohner die Möglichkeit mit einer variablen Fassade „Minimal“ sich über eine Rasterbreite. Sie ist die kleinste mit 32 mmit Wohnfläche. Es gibt fünf verschiedene Typen der Wohneinheiten. „Minimal“, „Standart“, „Duplex Minimal“, 2„Family“ und „Duplex Family“. entweder einen Innenoder Außenraum zu kreieren. Richtung Innenhof befindet sichvon die65 Erschließung über Laubengänge. Diese fungieren zudem als zusätzliche Außenräume für die Wohneinheiten. „Standart“ erstreckt sich über zwei Einheiten des Rasters und hat eine Wohnfläche m. „Duplex Minimal“ ist in seiner Grundfläche gleich wie „Minimal“, erstreckt sich aber über 2zwei Geschosse mit insgesamt 47 m2. „Minimal“ erstreckt sich über eine Rasterbreite. Sie ist die kleinste Wohneinheit mit 32 m Wohnfläche. Es gibt fünf verschiedene Typen breit der Wohneinheiten. „Minimal“, „Standart“, „Duplex Minimal“, und „Duplex Family“. „Family“ ist drei Rastereinheiten und hat zwei abgetrennte Bereiche. Diese können bspw.„Family“ als Schlafzimmer genutzt werden. Sie hat eine Wohnfläche von 98 m2. „Standart“ erstreckt sich über zwei Einheiten des Rasters und hat eine Wohnfläche von 65 m2. „Duplex Family“ erstreckt sich über zwei Rasterbreiten mit einerm weiteren aufgesetzen Wohnbereich, der sich über eine Rasterbreite erstreckt. Sie weist eine Wohnfläche von 98 m2. Genau wie „Family“. „Duplex Minimal“ ist in seiner Grundfläche gleich wie „Minimal“, erstreckt sich aber über 2zwei Geschosse mit insgesamt 47 m2. „Minimal“Family“ erstreckt sich über eine Rasterbreite. Sie ist dieeiner kleinste Wohneinheit mit 32 mund Wohnfläche. „Duplex ist auch gespiegelt, mit einer Breite von Rastereinheit im unteren zwei Einheiten der Rastereinheit im oberen Bereich, vorzufinden. „Family“ ist drei Rastereinheiten breit und hat zwei abgetrennte Bereiche. Diese können bspw. als Schlafzimmer genutzt werden. Sie hat eine Wohnfläche von 98 m2. „Standart“ erstreckt sich über zwei Einheiten des Rasters und hat eine Wohnfläche von 65 m2. „Duplex Family“ erstreckt sich über zwei Rasterbreiten mit einerm weiteren aufgesetzen Wohnbereich, der sich über eine Rasterbreite erstreckt. Sie weist eine Wohnfläche von 98 m2. Genau wie „Family“. „Duplex Minimal“ ist in seiner Grundfläche gleich wie „Minimal“, erstreckt sich aber über zwei Geschosse mit insgesamt 47 m2. Von den Typen gibt es jeweils nochmal Variationen. „Duplex Family“ ist auch gespiegelt, mit einer Breite von einer Rastereinheit im unteren und zwei Einheiten der Rastereinheit im oberen Bereich, vorzufinden. „Family“ ist drei Rastereinheiten breit und hat zwei abgetrennte Bereiche. Diese können bspw. als Schlafzimmer genutzt werden. Sie hat eine Wohnfläche von 98 m2. „Duplex Family“ sich über zwei Rasterbreiten mit einerm weiteren aufgesetzen Wohnbereich, der sich über eine Rasterbreite erstreckt. Sie weist eine Wohnfläche von 98 m2. Genau wie „Family“. Es sind nie zwei erstreckt gleiche Wohntypen nebeneinander. Von den Typen gibt es jeweils nochmal Variationen. „Duplex Family“ ist auch gespiegelt, mit einer Breite von einer Rastereinheit im unteren und zwei Einheiten der Rastereinheit im oberen Bereich, vorzufinden. Ziel der Typen ist es so viele verschiedene Nutzer wie möglich anzusprechen und diese, durch die Durchmischung, miteinander zu verbinden. Es sind nie zwei gleiche Wohntypen nebeneinander. Von den Typen gibt es jeweils nochmal Variationen. Feste Bestandteile aller Wohntypen sind variabel anordnenbare Elemente. Hiervon gibt es zwei Stück. Das Badezimmer, das sich als Körper darstellt, und ein Küchenelement, das wie eine Wand einsetzbar ist. Ziel der Typen ist es so viele verschiedene Nutzer wie möglich anzusprechen und diese, durch die Durchmischung, miteinander zu verbinden. Es sind nie zwei gleiche Wohntypen nebeneinander.

Feste Bestandteile aller Wohntypen sind variabel anordnenbare Elemente. Hiervon gibt es zwei Stück. Das Badezimmer, das sich als Körper darstellt, und ein Küchenelement, das wie eine Wand einsetzbar ist. Ziel der Typen ist es so viele verschiedene Nutzer wie möglich anzusprechen und diese, durch die Durchmischung, miteinander zu verbinden.

Wohntypen

Feste Bestandteile aller Wohntypen sind variabel anordnenbare Elemente. Hiervon gibt es zwei Stück. Das Badezimmer, das sich als Körper darstellt, und ein Küchenelement, das wie eine Wand einsetzbar ist.

Wohntypen Habitat 21 Wohntypen Annegret HabitatProbst 21 1602946 Fachgebiet Stadtquartiersplanung Annegret Probst Habitat 21 Markus Neppl 1602946 WS 16/17 Fachgebiet Stadtquartiersplanung Annegret Probst Markus Neppl 1602946 WS 16/17 Fachgebiet Stadtquartiersplanung Markus Neppl WS 16/17

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Die Gemeinschaft, als Schnittstelle zwischen Privat und Öffentlich, steht im Vordergrund des Entwurfes. Die Verbindung verschiedener Funktionen ist die Grundlage.

keiten, die in der Erdgeschosszone von allen Nutzern der Quartiers sowie darüber hinaus und in den Obergeschossen von allen Bewohnern genutzt werden.

Im Erdgeschoss befinden sich öffentliche Breiche wie Büro- und Co-Working-Spaces, handwerklich genutzte sowie soziale und gemeinschaftliche Bereiche. In den in den Obergeschossen liegenden privaten Bereichen befinden sich unterschiedliche Wohneinheiten in durchmischter Anordnung. Erschlossen wird über einen hofseitigen Laubengang, der zusätzlichen Außenraum generiert. Zwischen den privaten und öffentlichen Bereichen erstrecken sich die gemeinschaftlichen Bereiche. Hier befinden sich Räumlich-

Durch das Zusammenlegen und Teilen von verschiedenen Funktionen und Nutzungen kann der private Bereich sich auf das Wichtigste - auf ein Minimum - reduzieren. So wird der private Wohnraum erheblich günstiger. Zukünftig wird es mehr kleine und minimale Wohneinheiten geben. Und mehr gemeinschaftlich genutzte Bereiche. Um attraktiven, individuellen und nachhaltigen Wohn-, Lebens- und Arbeitsraum zu schaffen müssen diese in Genossenschaften

oganisiert sein. So können die nutzerorientierten hohen Ansprüche und dauerhaft niedrige und fairen Mietpreise, durch den Entzug der Immobilie vom spekuativen immobilienmarkt, gewährlseistet werden. Der „H21-Fonds“ stellt den Finanzierungsplan dar und zeigt konkrete Anwendungsbeispiele auf. Habitat 21 soll als beispielhaftes Projekt gesehen werden.

1) Anwendungsbeisoiele „H21-Fonds“ 2) Wohntypen 3) Laubengang 4) Schnittperspektive


Der Wasserturm in Breslau, Breslau Marta Prokop

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Landschaftsarchitektur Prof. Henri Bava

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Der Wasserturm wurde in 1871 von englischen Architekt James Moore entworfen. Der Turm ist eines der am besten erhaltene Industriedenkmäler in Breslau. Das früher so wichtige Gebäude ist heute im Begriff zu zerfallen. Mein Ziel war, durch neue Funktion und Qualität seine frühere Pracht wiederherzustellen. Der Wasserturm steht in unmittelbarer Nähe zum Universitätscampus, deswegen wird seine neue Funktion für die Studierenden geeignet sein. An der Universität existieren eine Vielzahl von Arbeitskreisen, die jedoch über den ganzen Campus verteilt sind. Meine Idee ist es, dem Ganzen eine Adresse zu geben. Der Wasserturm soll ein Anziehungspunkt für kreative Menschen werden und diesen eine

Möglichkeit geben, sich zu treffen und Ideen auszutauschen. Vorgeschlagen sind hier Arbeitsräume, Werkstetten und Auditorien. Der Wasserturm hat eine über 140-jährige Geschichte, die über dies nicht vergessen werden soll. Die alten Dampfmaschnen und die Edelstahltreppen sind ein geschichtsträchtiges Erbe, das man renovieren und für die Besucher bewahren sollte. Der Wasseturm soll eine Schnittstelle zwischen Studierenden und Besuchern, zwischen fortschrittliche Technologie und historischer manueller Technik bilden. Der Wasserspeicher war der zentrale Punkt des Wasserturms. In meinem Entwurf wird diese Rolle der sogenannte „Wissensspeicher“ erfüllen, das große Auditorium, welches neu auf dem Turm gebaut wird. Der Turm ist

nur auf der Ost- und Westfassade mit Fenstern versehen. Um die Beleuchtungssituation im Gebäude zu verbessern und dabei nicht die historische Fassade zu zerstören, wird das Licht von oben in das Gebäude geholt. Die neu entworfenen Decken sind von den Außenwänden abgesetzt, damit Licht bis ins Erdgeschoss dringen kann. Das Gewicht dieser Decken und des Aufbaus tragen die Innenwände. So ist das Potential der festen Bestandskostruktion ausgenutzt.

1) Grundriss, Schnitt 2) Perspektive 3) Model 4) Lageplan


TEXTIL . MODE . MARKE Yvonne Recker

Konstruktive Entwurfsmethodik Prof. Renzo Vallebuona Architekturtheorie Prof. Dr. Georg Vrachliotis

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Foyer 59 m2

Luftraum

Galerie Textilmarkt 290 m2

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D Garderobe

Luftraum Foyer 55 m2

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Warum Mode nie aus der Mode kommt? Es heißt, sie sei eine Strömung, die parallel zur Weltgeschichte durch die Gesellschaft fließt. Kleidung und Mode bieten Zugang zur Gesellschaft, zur Kultur und zu dem Menschen. Veränderungen der Mode deuten oft auf Veränderungen in der Gesellschaft hin. Die Bekleidungsthematik hat einen wichtigen Beitrag zu Modernisierungsprozessen der westlichen Kulturen geleistet. Es wirft nicht nur Fragen nach den Mechanismen der Kulturindustrie und des Massenkonsums auf, sondern auch nach der heutigen Rolle der Textilien und ihrem Einfluss auf unsere Selbstwahrnehmung, unsere Normen und unser Anliegen. Die Reichweite ihrer Symbolfunktion greift auch in andere Fachbereiche, wie die der Wirt-

schaft, über. Die Entstehung der Märkte war nur eine logische Schlussfolgerung aus dieser Entwicklung. Längst haben Unternehmen auf das veränderte Konsumverhalten der Menschen regaiert. Inszenierte Scheinwelten mit neusten technologischen Entwicklungen und kulturellen Darbietungen sowie Markenarchitekturen bestimmen die heutigen Verkaufräume. Das Wesentliche, die Verkaufsgüter, treten dabei zugunsten einer Markenidentität, dem Corporate Identity, in den Hintergrund. Rückschließend stellt sich in dieser Entwicklung die Frage, ob diese Einkaufserlebniswelten die Kunstgalerien der Zukunft sind oder es in naher Zukunft werden? Die Grenze zwischen musealen Ausstellungsräumen und komerziellen Verkaufsräumen ist

fließend geworden. Die entwurfliche Umsetzung geht auf diese Entwicklung ein und führt kulturelle und gesellschaftliche Erlebnisse zusammen. Es geht nicht darum, eine neue Einkaufswerlebniswelt im Zeichen einer Marke zu schaffen, sondern den kulturellen Erinnerungsträger der Stadt Mailand zu stärken und vergessene Werte der Stadt wieder ins Blickfeld zu rücken.

1) Grundriss 2) Axonometrie 3) Eingang 4) Werkstatt 5) Ausstellung


St. Otto ist Erlich, Speyer Lukas Reichert

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl

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Kaum ein anderer Gebäudetypus prägt die Städte und Dörfer Europas so wie die Kirchengebäude. Für die Menschen in ihrer Nähe waren sie lange der Mittelpunkt des sozialen Lebens. Doch mit der zunehmenden Säkularisierung unserer Gesellschaft, schrumpfen die Gemeinden und die Zahl der Gottesdienstbesucher. Deshalb hat die Katholische Kirche begonnen nicht benötigte Kirchengebäude einer Nachnutzung zuzuführen. Eben dieses Schicksal hat auch St. Otto, eine Kirche in Speyer ereilt. Das 1965 erichtete Pfarrzentrum soll als Gottesdienststandort aufgegeben werden. Lange war es der Treffpunkt der katholischen Gemeinde im Gebiet „Erlich“, doch heute kommen nur noch sehr wenige Menschen dorthin. Aus diesem Grund muss

eine neue Nutzung für das Kirchengebäude und das Gemeindezentrum gefunden werden, um wieder alle Menschen im Stadtteil anzusprechen und die Kirche sinnvoll zu nutzen. Durch die zentrale Lage im Stadtteil eignet sich die Kirche als neuer Standort für die Stiftung „Rheinland-Pfalz für Kultur“. Dort erhalten junge bildende Künstler, Autoren, Designer oder Komponisten aus dem Ausland ein Stipendium, um in Deutschland ihrer Arbeit nachzugehen und eine andere Kultur kennen zu lernen. In St. Otto haben sie die Möglichkeit, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen, sind aber auch per ÖPNV und Fernverkehr stadtweit und regional gut angebunden. Für die Bewohner von Erlich wird das ehemalige Gemeindehaus

zu einem Stadtteilzentrum ausgebaut. Neue Sport- und Gruppenräume schaffen wichtige gemeinschaftliche Angebote für alle Altersklassen. Durch die räumliche Nähe mit den ausländischen Stipendiaten entsteht dabei ein Miteinander, von dem beide Seiten profi tieren können. Auf diese Weise wird St. Otto sozialer Mittelpunkt und Wahrzeichen des Stadtteils, dann ist St. Otto wieder Erlich.

1) Grundriss Erdgeschoss 2) Außenperspektive 3) Innenperspektive 4) Schnitt Kirche & Sporthalle


Europas Botschaft, Istanbul Jacqueline Alexandra von Rooy

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Architekturtheorie Prof. Dr. Georg Vrachliotis

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Europa benötigt eine neue Botschaft - sowohl inhaltlich als auch baulich muss diese Botschaft die Visionen von einem neueren und besseren Europa tragen. Entsprechend meiner Analyse entsteht eine zeitgemäße Botschaft dann, wenn Europas Bauwerke als Vermittler zwischen einem Land mit dessen Bevölkerung und einem europäischen Zugehörigkeitsgefühl stehen. Europa darf hierbei seine Werte mit Stolz repräsentieren. Jede Form der Freiheit darf innerhalb dieser Mauern gelebt werden. Unsere Grundwerte, wie die Meinungs-, Presse- oder die Informationsfreiheit, werden an diesem Ort, im Rahmen des diplomatischen Schutzes gefördert. Ein Nutzungshybrid, respektive der Zusammenschluss eines Kulturforums mit einer diplomatischen Botschaft

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könnte diesem Anspruch gerecht werden. Botschaft und Kulturforum funktionieren dabei, aufgrund von strengen Sicherheitsbestimmungen, als zwei abgeschlossene Systeme. Das Kulturforum soll sinnbildlich als ein Bindeglied zwischen verschiedenen Kulturen vermitteln. Auf diese Weise kann die Botschaft Europas zu einem Ort des Austausches werden. Europa fungiert dabei als Repräsentant, Schutz & Träger von humanistischen Werten. Diese sind keinesfalls das Besitztum einer bestimmten Nation, sondern das gemeinsame Erbe unserer Epoche. Der bauliche Ausdruck soll dabei bewusst ein Stück Neutralität wahren, um den vielfältigen, kulturellen Identitäten Europas einen Raum zu geben. Baulich fokussiert dieser Entwurf die Interessen des

Menschen als zentralen Bestandteil dieser Welt. Die Europäische Botschaft ist ein Ort der Vermittlung und soll den Gedanken von Europa, als geistiges und multikulturelles Kollektiv, widerspiegeln. Eine kulturideologische Brückenbildung wird somit zum baulichen Fokus des Gesamtkomplexes. Dabei sollen Diskussion und Begegnungsräume gestärkt werden, denn beide zusammen versinnbildlichen unser demokratisches Erbe. Ich möchte die vorliegende Arbeit mit den Worten von Jacques Derrida abschließen, die gleichwohl mein Fazit bilden und besagen, dass: Demokratie bedeutet, Fragen zu öffnen. 1 - 2) Perspektiven „Außen“ und „Philoxenos Zisternen“ 3 - 4) Schnitt und Perspektive „Eingang Kulturforum“ 5 - 6) Axonometrien im „Schnitt und Außen“


Herberge +, Heilbronn Lisa Schnepper

Fachgebiet Bauplanung Prof. Walter Nägeli Fachgebiet Landschaftsarchitektur Prof. Henri Bava

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Ausgangspunkt ist die Umnutzung und der Erhalt einer baulichen Einrichtung aus der boomenden Hafenzeit, welche ein einmaliges Potential bietet, die Geschichte und die Zukunft Heilbronns architektonisch zu einer neuen Einheit zu verschmelzen. Eine ehemalige Reederei am Ufer des Alt-Neckars in Heilbronn. Künftig wird das Grundstück der Reederei im Zuge der Bundesgartenschau das Ende einer neuen Landzunge darstellen. Bedingt durch die neu gewonnene Prominenz wird es erforderlich die Werft zu revitalisieren und zu erweitern. Deshalb entsteht auf der neuen Landzunge in einem Neubau als Kombination mit der alten Reederei als geschichtliches Fundament, die Herberge +. Ein Treffpunkt, der Schulklassen, Jugendlichen,

Familien, Radfahrer, Wanderer und auch Stadtbewohnern offen steht. Ein Ort der Begegnung und der Stadtgeschichte, der sich entlang der Promenade als neuer Ankerpunkt ausbildet. Die weitläufigen Außenanlagen entlang des Flusses werden zur Kontaktstelle zwischen Gästen und Stadtbewohnern ausgebaut. In den zurückhaltend veränderten Bestandsbau ziehen ein Restaurant, ein Regionalverkauf sowie Seminar- und Gruppenräume ein. Der Neubau beherbergt hauptsächlich den Bettentrakt, sowie rad- und wanderspezifische Nutzungen, die Gästeinformation sowie Tagesräume. Wichtig dabei ist der Dialog zwischen den beiden Gebäuden, sodass sie in Verbindung miteinander eine Einheit bilden. Neben der programmatischen

Verknüpfung wird dabei die Neuinterpretation des Bestandsgebäudes erforderlich. Trotz der drastischen und ungebremsten Veränderungen und der Modernisierung innerhalb der Nachbarschaft ist es möglich, ein Stück Stadtgeschichte und Identität zu bewahren und eine Verbindung zum Ursprung herzustellen. Mit Hilfe des Neubaus wurde eine neue, spannende Einheit geschaffen, die die alte Reederei nachhaltig revitalisiert. 1) Perspektive 2) Grundriss 3) Modellfoto 4) Modellfoto 5) Ansicht


#urbanhandwerk, Marburg Lennart Schütz

Bauplanung Prof. Walter Nägeli Konstruktive Entwurfsmethodik Prof. Renzo Vallebuona

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#urbanhandwerk steht für ein modernes kollaboratives System aus Handwerksbetrieben, Produktionsstätten mit digitalen Fertigungstechniken, Designbüros, Produktentwicklern und Startups. Zusammen nutzen sie Raum, Hard- und Software und erhalten so die wirtschaftliche Sicherheit, die solchen Unternehmen oft fehlt. Im leerstehenden Lokschuppen in Marburg entsteht genau dieses System. Das bauliche Konzept greift typologische Gegebenheiten des Lokschuppens auf und macht sich die infrastrukturelle Ressource zunutze. Innerhalb des Lokschuppens entsteht eine Empore, die den Raum erweitert. Unterhalb und auf dieser Empore finden dienende Räume

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und kleine Handwerksbetriebe Platz. Auf der eigentlichen Werkstattebene, der ehemaligen Lokebene, können sich größere Betriebe ansiedeln (Tischlerei, Schlosserei, ... ). Durch die Nutzung der Schienen wird hier ein dynamischer Produktionsprozess ermöglicht. Flächenanteile und Produktionsabläufe können zu jeder Zeit modifiziert und neu konfiguriert werden, da große Maschinen auf Waggons stets neu angeordnet werden können. Auf einer Ebene oberhalb der Bahngleise entsteht neuer Raum für das „immaterielle Arbeiten“. Anmietbare und beliebig zusammenschaltbare Büroflächen bieten gerade kleinen Startup-Firmen Chancen für Wachstum und Kooperationen. Daneben

gibt es hier ein Café, einen Shop für die entwickelten und produzierten Produkte, einen Ausstellungsraum, mehrere Besprechungsräume, etc. Der Umgang mit dem Bestand ist für das Projekt und den Kontext entscheidend. Es dürfen keine kleinmaßstäblichen und romantischen Bilder entworfen werden. Die Ressourcen müssen genutzt werden, um großmaßstäblichere soziale, politische, kulturelle, ökonomische und urbane Probleme zu lösen. 1) Grundriss 2) Perspektive 3) Axonometrie


Stadtinterface Fischbach Simon Seitz

PLANUNGSEBENE STADT M 1:5000

PLANUNGSEBENE QUARTIER M 1:2000

Internationaler Städtebau und Entwerfen Prof. Dr. Barbara Engel Stadtquartiersplanung Prof. Dipl.-Ing. Markus Neppl

PLANUNGSEBENE PARZELLE M 1:500

BAUSTEIN FIXPUNKT

BAUSTEIN PLATTFORM

BAUSTEIN SPIELFELD

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SPIELFELD AKTIVER PRIVATRAUM MÖGLICHKEITSRAUM DER DIE BÜRGER AKTIVIERT

FIXPUNKT ÖFFTL. STADTRAUM AKTIVIERUNGSRAUM DER DAS STADTGEFÜGE BELEBT

PLATTFORM ÖFFTL. FREIRAUM AKTIONSRAUM DER VON DER STADT BESPIELT WIRD

Ler nha

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Akt

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PLATTFORM AKTIVPLATZ FREIZEITRAUM FÜR SPORT UND GEMEINSCHAFT

rforum

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Hand allen

Werkh

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Stadt sollte von Fachplanern & Bürgern gestaltet werden, doch um Beteiligungshürden in der Stadtplanung abzubauen und Bürgerbeteiligung konstruktiver zu integrieren benötigt es mehr als nur eine immer größer werdende Anzahl an Planungsinstrumenten, es braucht eine gemeinsame Gestaltungsstruktur. Diese soll es ermöglichen die Komplexität zu entflechten & einen konstruktiveren Gestaltungsdialog einzugehen. Der vom Computer abgeleitete Interfacegedanke beinhaltet die Kombination von planerischen Rahmensetzungen mit gestalt- & diskutierbaren Inhalten. Die Stadt wird in drei unterschiedlichen Maßstabsebenen betrachtet, in welchen jeweils andere Akteure und Problemstellungen

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Werkh

SPIELFELD GEWERBEHÖFE

FLEXIBLER PRODUKTIONSORIENTIERTER ANEIGNUNGSRAUM

prägend sind. Innerhalb dieser Planungsebenen werden entwurfliche Lösungen mit drei unterschiedlichen Stadtbausteinen, welche repräsentativ für städtische Grundeigenschaften stehen.

Dem Entwurfsquartier kommt die besondere Bedeutung des Verbindungsraumes zu, da es auf städtischer Ebene Bausteine verbindet und auf Quartiersebene eine hohe Durchmischung der Bausteine aufweist.

Die komplexen Planungssituationen in der, vor einem Umbruch stehenden, Vorstadt Fischbach sollen durch die drei Planungsebenen ”Stadt”, ”Quartier” und ”Parzelle” überschauund kommunizierbarer gemacht werden.

Der Entwurf soll sowohl die Qualitäten und potenzielle Identitäten des Ortes aufzeigen, als auch das Potenzial und die vielvältigen Möglichkeiten einer Gestaltungsstruktur.

Anschließend können mit Hilfe der drei Bausteine ”Fixpunkt”, ”Plattform” und ”Spielfeld”, abgeleitet aus den Grundeigenschaften von Stadt, innerhalb der Planungsebenen gestalterische Entwürfe ausgearbeitet werden.

1) Schema Funktionsweise Stadtinterface 2) Lageplan Drei Stadträume 3) Lageplan Verbindungsquartier 4) Perspektive Plattform Aktivplatz 5) Perspektive Spielfeld Gewerbehöfe


DENKMAL Museum, Marburg Sophia Maria Sillmann

Bauplanung Prof. Walter Nägeli Architekturkommunikation Prof. Dr. phil. nat. Riklef Rambow

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Denkt man heute an Museen, ist dieser Gedanke von Gegensätzen geprägt. Auf der einen Seite stehen die großen Museen, welche sich mit ihrer preisgekrönten Architektur, ihrem Museumstourismus und ihrer enormem Bedeutung für ihre jeweilige Stadt profilieren, und auf der anderen Seite stehen die verstaubten und veralteten Kleinstadt-Museen, welche als „scheinbar“ unzeitgemäße Einrichtungen um Rechtfertigung kämpfen. Im Zeitalter von digitalen, virtuellen und interaktiven Museen wird es für kleine Museen immer wichtiger besucherorientiert zu arbeiten. Basierend auf einer Analyse dieser Problematik, entstand ein zukunftweisender Entwurf für das „kleine“ Museum für Kunst und

Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg. Sowohl Marburg als auch das Gebäude des Museums, sind sehr stark mit der Universität verbunden. Das Museum das einst als Schmuckstück zum 400 Jährigen Jubiläum der Universität errichtet wurde, befindet sich heute in sanierungsbedürftigem Zustand. Nach einem Umbau und Anbau, soll es zukünftig fünf Universitätsmuseen Raum für Ausstellungen, Vorlesungen und Experimente bieten. Mit kleinen Eingriffen im Altbau, sowie einem zusätzlichen direkt angrenzenden Neubau, entsteht eine neue Plattform für Wissensgewinnung und –speicherung. Dieser Ausstellungsort soll eine Präsentationsoberfläche für

alle Sammlungen der Universität werden und ein neues Zentrum für die institutionelle Einrichtung entstehen lassen. Ein Ort, welcher ein DENKMAL für eine Einrichtung darstellt und damit Zeugnis für vergangene und kommende Wissensgewinnung ablegt.

1) Perspektive 2) Modell 3) Konzeptskizzen


Neugestaltung des Enzufers in Pforzheim Prisca Stichler

Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl Landschaftsarchitektur Prof. D.P.L.G. Henri Bava

Der Entwurf beschäftigt sich mit der Neugestaltung des Enzufers in Pforzheims Innenstadt. Viele Plätze im Uferbereich wirken überdimensioniert, verwahrlost oder werden als Parkplätze genutzt. Ziel ist es, diese Bereiche erlebbarer zu machen, um das Wohlbefinden von Anwohnern zu steigern und neue Besucher anzuziehen. Konzipiert wurden mehr Zugänge direkt an das Wasser und eine bessere Anbindung des Ufers an die Gesamtstadt durch weichere Höhenunterschiede. Die Erlebbarkeit des Wassers soll bereits auf dem Weg zum Fluss spürbar werden. Deshalb befinden sich auf einigen Plätzen Wasserspiele und andere Aufenthaltsflächen in vielfältiger Form. Im innenstadtnahen, bisher kaum begrünten Uferbereich entsteht ein höherer Grünflä-

Auf einem Industriegelände bietet zukünftig ein Museum mit Besucherinformationszentrum, Restaurant, Dachterrasse, Strandbar und Fahrradverleih touristische Angebote. An anderer Stelle bietet ein Kreativitätszentrum für Absolventen günstige Arbeitsplätze, ausgestattet mit Café, Versammlungsraum, Dachterrasse und Tischtennisplatz. Insgesamt entsteht eine hochwertigere Uferpromenade in der Stadtlandschaft mit einem durchgängigen Konzept für bessere Zugänglichkeit, Unterhaltungsstationen und Treffpunkten.

chenanteil mit Sitzangeboten, zusätzlich leitet ein grünes Wegesystem mit Bäumen, kleinteiligeren Rasenflächen und Blumenbeeten an die mit Uferbalkonen ausgeschmückte Enz. Unterschiedlich gestaltete Plätze sind ausgerichtet auf verschiedene Nutzergruppen: Senioren, Berufstätige, Familien, Kinder, Touristen oder Studenten. Auf den bestehenden Uferflächen steigern zukünftig Grillplätze, Sitzflächen und ein höheres Angebot an Spazier- und Radwegen die Attraktivität. Ein Pavillon bietet überdachte Sitzflächen mit Blick auf das Ufer. Außerdem ist ein Konzept für die Neubebauung ausgewählter Bereiche vorgesehen. Darunter befinden sich auf einem ehemaligen Parkplatz eine neue Markthalle mit Dachterrasse, Parkhaus und Wohnflächen.

1) Städtischer Bezug 2) Konzept: Neue Gebäude und Plätze im Uferbereich 3) Gesamtentwurf 4) Perspektive Waisenhausplatz 5) Neues öffentliches Museum 6) Städtebaumodell


Versorgungszentrum für Krebskranke und ihre Angehörigen Cevriye Torun

Konstruktive Entwurfsmethodik Prof. Renzo Vallebuona Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl

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Der Entwurf eines Versorgungszentrums für Genesung dient in erster Linie der Hilfestellung und dem Umsorgen durch Rat und Information. Statt steriler Krankenhaus-Atmosphäre sollen sie dem Patienten eine angenehme architektonische Umgebung bieten, die nicht an das Kranksein, sondern an Heilung erinnert. Das Zentrum soll nicht nur als ein Ort der Untersuchung und Behandlung von Patienten dienen, sondern auch als ein offenes Haus für Betroffene, ihre Angehörigen und eine interessierte Öffentlichkeit entwickelt werden. Vielmehr soll es als ein Ort von Kommunikation, Austausch, Begegnung, Hoffnung und Verständnis sowie modernsten psychologischen Therapieangeboten aufgefasst werden.

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Entsprechende Räumlichkeiten zur sozialen Interaktion und Unterstützung sowie Beratungen zu allen Aspekten der Genesung und des Lebens mit der Krankheit sollen angeboten werden. Krebskranke, die einen Rückzug aus dem Klinikalltag suchen und nicht mehr als Patienten, sondern wieder als Menschen definiert werden wollen, erhalten hier die Möglichkeit aktiv an ihrer Genesung mitzuwirken und finden Hilfe für die Überwindung ihrer Ängste. Nähe und Kontakt soll entstehen um die distanzierte Umgangsform mit den Patienten, aber auch unter den Patienten selbst aufzulösen. Das Versorgungszentrum für Krebskranke und ihre Angehörigen soll als ein Repräsentant eines offenen Umgangs mit dem Thema Krebs

wahrgenommen werden, sodass Krebskranke keine Angst mehr vor der sozialen Isolation aufgrund ihrer Krankheit haben, sondern Mut, Kraft und Selbstbewusstsein erlangen, um sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

1) Ansicht Nordost 2) Schnitt 3) Perspektive Nahtstelle 4) Perspektive Eingang 5) Grundriss


Ein Krematorium für Chur Lisa Vogel

Fachgebiet Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Fachgebiet Architekturtheorie Prof. Dr. Georg Vrachliotis

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Bei diesem selbst gewählten Entwurfsthema handelt es sich um ein Krematorium für die Schweizer Stadt Chur. Das Baugrundstück ‘Totengütli‘ befindet sich im Churer Taltrichter. Es stellt den Übergang vom städtischen zum ländlichen Chur dar und liegt circa 100 Höhenmeter über dem momentanen genutzten Krematorium. Dieses bietet allerdings aufgrund seiner Lage zwischen dem Gebirgsbach Plessur und einem Steilhang keine Möglichkeit zur Erweiterung. Ein Neubau ist auch wegen den immer strenger geregelten technischen Anforderungen unausweichlich. Die Intention der Arbeit war die scheinbar unvereinbaren Faktoren, wie die anspruchsvolle Technik einer Feuerbestattungsanlage und der sensible Umgang des Gedenkens, pietätvoll

miteinander zu verknüpfen. Folglich beruht das Konzept auf drei Leitgedanken: die Schnittstelle, die Gegensätzlichkeit und die Grenzüberschreitung. Daraus gestaltet sich eine Raumaufteilung, die es dem trauernden Besucher ermöglicht den Prozess der Einäscherung vollständig zu begleiten. Auf Wunsch können Angehörige sich in den sogenannten Aufbahrungsräumen von dem Verstorbenen am offenem Sarg verabschieden. Anschließend folgt eine Trauerfeier, woraufhin die engsten Verwandten in den Ofenraum begleitet werden, um bei der Sargeinführung in den Ofen anwesend zu sein. Der Umgang, wie auch die Raumwirkung werden sakral behandelt, um den Hinterbliebenen ein Umfeld von Geborgenheit

und Trost zu sein. Der eigentliche Zweck wird jedoch nicht verleugnet, um den Bau authentisch zu belassen. Daher bildet der Ofenraum das Zentrum und Herzstück der Anlage. Im Untergeschoss der Anlage befindet sich neben dem Personalbereich und den Maschinenräumen, welche für den Besucher nicht zugänglich sind, ein großzügiges Kolumbarium mit Urnennischen. Hier können die Angehörigen den Verstorbenen bestatten und Andacht halten. 1) Perspektive Ostfassade 2) Perspektive Ofenraum 3) Grundriss Erdgeschoss 4) Schnitt


Impressum Die Beiträge wurden von den Absolventinnen und Absolventen erstellt. Die Rechte liegen bei ihnen. Gestaltung Dipl.-Des. Frank Metzger Bildnachweis Umschlagvorderseite: Wohnen im Wildpark, Karlsruhe Valerio Calavetta Umschlagrückseite: Dorf neu denken Jeff Mirkes Herausgeber KIT-Fakultät für Architektur Englerstraße 7 76131 Karlsruhe arch.kit.edu Karlsruhe, Mai 2017


KIT-Fakultät für Architektur - Master-Arbeiten Winter 2016/17