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Sommer 2017


Sommersemester 2017 Daniel Albrecht, Marie Bartz, Vanessa Bausch, Florian Bengert, Pascale Besslich, Justine Borsenberger, Abigail Naomi Christin Brardt, Gamze Demiray, Juliane Diener, Ruben Dietz, Lisa Diliberto, Farias Bruno Fialho, Florian Fischer, Nan Gao, Isabel Garcia Espino, Melanie Graef, Kerstin Groetsch, Dietmar Hahn, Elise Heckmann, Younjee Heo, Mariam Hussein-Agha, Lisa Kahl, Bahar Kalyoncu, Anna Katharina Kuhli, Jana Lange, Hyun Ji Lee, Jinze Li, Sarah Menzer, Melena Metz, Claire Meyer, Sahar Mohammad, PazmiĂąo Maite Tamara Molina, Chantal Isabel Musiolik, Carolin Nissen, Maurice Fabien Nitsche, Petya Petrova, Anna Petz, Wangqi Qian, Alexandra Riemann, Alin Rotaru, Sebastian Rumold, Marcel Schaaf, Marc Schillinger, Thomas Schmitz, Simon Tolle, Luis Francisco Vasco Escobar, Sven Waibel, Tamara Wissel, Yi Yu, Yi Zhang


Sportinternat Garmisch-Partenkirchen Daniel Albrecht

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Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Architekturkommunikation Prof. Dr. Riklef Rambow

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Der alpine Wintersport in Deutschland ist im Wandel. Während der Skitourismus weiter zunimmt, ist die Zahl der Leistungssportler rückläufig. Das Sportinternat ermöglicht Athleten in der Nähe der Alpen zu trainieren und Schulform zu besuchen, die auf spezielle Bedürfnisse der Sportler Rücksicht nimmt und diese punktgenau fördert. Der Standort im Ortsteil Partenkirchen liegt geschützt zwischen dem Fluss Partnach und einem Nebenarm. Städtebaulich galt es Wohnhäuser mit dem Volumen eines Internats zu verbinden. Der Komplex besteht aus mehreren Einfirsthäusern, die durch einen Flachbau verbunden wurden, um die Teilung Schule, Sport und Wohnen zu unterstützen.

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Im Stile der oberbayerischen Bauweise besteht das Sockelgeschoss aus einem rauen Sichtbeton, der in den Außenwänden als Dämmbeton ausgebildet ist, sowie einem hölzernen Aufbau, der Obergeschoss und Dachkonstruktion verbindet. Der Zugang zum Sportinternat erfolgt über den Schulbereich, in welchem sich freie Flächen und klassische Unterrichtsräume abwechseln. Durch den Materialwechsel zwischen Erdund Obergeschoss wird die Atmosphäre den verschiedenen Funktionen angepasst. Der Sportbereich verbindet den Schul- mit dem Wohnbereich und bietet als Mensa und Aufenthaltsraum eine Gemeinschaftsfläche, die rund um die Uhr genutzt werden kann.

Konstruktiv besteht der Holzaufbau aus drei Ebenen. Die Trägerebene bietet ein Dreigelenkträger mit 25 Metern Spannweite. Die Dämmebene ist zurückgesetzt und bildet einen Balkon aus, der als Fluchtweg fungiert. Die Dachhaut ist ebenfalls als Sandwichelement ausgebildet, verfügt aber zudem über eine Blecheindeckung. Darüber liegt die sichtbare Lamellenkonstruktion, wodurch die Vertikalität der Konstruktion weiter unterstrichen wird. 1) Perspektive Außen 2) Ansicht + Schnitt 3) Perspektive Innen 4) Grundriss Erdgeschoss 5) Modell 1.200


WEISSHAUS TRIER Marie Bartz

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Landschaftsarchitektur Prof. Henri Bava

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Das Weißhaus ist für Trier ein Ort mit einer starken emotionalen Bindung und langer Geschichte. Nachdem das Haus aus dem Jahr 1823 und der Wald durch den Einsatz von zwei Bürgerinitiativen in den Jahren 1879 und 1979 für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt erhalten wurden, ist nun ein weiteres Mal der Verbleib des Weißhauses ein Thema. Das Gesamtkonzept das zur Reaktivierung des Gebäudekomplexes des Weißhauses und seiner Umgebung entwickelt wurde, zeigt eine Möglichkeit, wie die Architektur des Weißhauses das Naturerleben für Stadtbewohner ermöglichen kann und die historische Tradition der Bürgernähe fortgesetzt wird.

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Der Entwurf mit einer Gastronomie, die sich auf das Erleben der Natur im Genuss spezialisiert, einer Garten-Akademie und öffentlichen Aufenthaltsangeboten zeigt eine Möglichkeit, wie eine zeitgemäße Verbindung von Mensch und Natur aussehen kann. Ziel des freiraumplanerischen und architektonischen Entwurfs ist es, aus der Verbindung mit der Natur, dem Schnittpunkt zwischen Wald und Garten, der Erlebbarkeit des Ortes und der gastronomischen Nutzung am Weißhaus eine ausgewogene gestalterische Einheit zu entwickeln, die sich maßvoll in die bestehende Landschaft sowie in den Gebäudebestand einfügt. Dabei soll in der Formsprache und in der Wahl der eingesetzten Materialien

ein harmonisches Gesamtbild geschaffen werden, das den Bezug zur Charakteristik des Ortes herstellt. Durch den Abbruch des Restaurantbaus aus den 80er Jahren und den Neubau eines Sockelgeschosses entsteht eine neue Terrasse. Den neuen Mitspieler des bestehenden Ensembles bildet der runde, eingeschossige Restaurantpavillon, der den Blick auf die verschiedenen Ausblicke frei gibt. 1) Lageplan 2) Geländew 3) Ansicht vom Moseltal 4) Perstpektive Ausblick 5) Modell 1:1000 6) Modell 1:200


Neuinterpretation der Baukultur im Schwarzwald - Ein Hostel am Feldberg Vanessa Bausch

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Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Landschaftsarchitektur Prof. Henri Bava

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Der Entwurf zur Masterarbeit basiert auf einem Konzept, welches aus der Analyse der Baukultur im Schwarzwald und den Gegebenheiten des Grundstücks entstanden ist. Das Grundstück für das Hostel am Feldberg befindet sich an der Talstation der Feldbergbahn. Die Talstation befindet sich im Untergeschoss. In das Hostel gelangt man über den Eingang auf der Ostseite. Das Erdgeschoss liegt auf dem höheren Geländeniveau auf plus fünf Meter. Im Erdgeschoss befinden sich Gemeinschaftsnutzungen wie Rezeption und einem Restaurant bzw. Frühstücksraum.

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Das Hostel bietet sechs Zimmervarianten, um die Bedürfnisse verschiedener Besucher zu decken. Es gibt Familienzimmer bishin zu Einzelzimmern. Die einzelnen Varianten sind geschossweise angeordnet, um Störungen zu vermeiden. Eine Kommunikation ist trotzdem möglich, da sich die Erschließung der Zimmer um einen großen Luftraum befindet. In jedem Stockwerk gibt es kleine Aufenthaltsräume, wie eine Bibliothek oder ein Spielezimmer. Im Dachgeschoss befinden sich weitere Gemeinschaftsräume, welche weitestgehend offen gestaltet sind. Dort können Gäste in einer Lounge entspannen oder die Sportecke, mit Tischtennisplatten und Kicker nutzen. Zudem gibt es eine Bar und eine Gemeinschaftsküche.

Der Sockel des Gebäudes ist eine Betonkonstruktion und beinhaltet die Untergeschosse und das Erdgeschoss. Ab dem 1. Obergeschoss bis zum Dach ist das Hostel in einem Holzbau ausgeführt. Die konstruktiven Materialien sind auch an den Oberflächen sichtbar. Durch das schräge Dach soll eine Neuinterpretation der Sattel- und Pultdächer des Schwarzwaldes entstehen.

1) Modellfoto Maßstab 1:500 2) Modellfoto Maßstab 1:200 3) Grundriss Erdgeschoss 4) Grundriss 1. Obergeschoss (Familienzimmer) 5) Schnittperspektive 6) Außenperspektive


Tales from Trash to Treasure Florian Bengert

Raum und Entwerfen Prof. Marc Frohn Architekturtheorie Prof. Dr. Georg Vrachliotis

Oh honey, get a new one...

Masterarbeit von Florian Bengert (1485161) an den Fachgebieten Raum und Entwerfen, Prof. Marc Frohn und Architekturtheorie, Prof. Dr. Georg Vrachliotis Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Fakultät für Architektur, Sommer 2017

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Oh honey, get a new one...

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Tales from Trash to Treasure basiert auf der Untersuchung des iPhones als neue Architekturmaschine des 21. Jahrhunderts. Dabei war das Ziel, ein architektur- und medientheoretisches Verständnis von Maschinenzeitaltern, Architekturmaschinen und Environments zu erlangen und so die digitale Dekade des Smartphones (u.a. mittels Banham, Flusser, Negroponte) zu kontextualisieren. Doch auch das raumbildende Potential dieser Maschine stand im Fokus der Arbeit, wirft diese Neue Architekturmaschine doch bisherige räumliche Ordnungen über Board und erschüttert alles und jeden. Unter dem Schirm von Christopher Alexanders Pattern Language entstand in der weiteren Ausarbeitung eine neu aktualisierte Muster-Sprache, in der die Alexander‘schen

Patterns benutzt wurden, um die Environments der Neuen Architekturmaschine zu dechiffrieren und als gleichwertig architektonische Sachverhalte festzuhalten. Im anschließenden Entwurf wurde dann ein Gebäude entwickelt, das als Kurzschluss verschiedener Muster des Atlanten angesehen werden kann, um die räumlichen Potentiale der Neuen Architekturmaschine zu kommentieren und zu diskutieren. Der Gegenstand, von dem der Entwurf ausgeht, ist die Idee des Gebrauchs. Gebrauch impliziert gleichermaßen Verschleiß. Doch während die meisten Kleingeräte weggeworfen werden sobald sie veraltet oder eben kaputt sind, hat sich die Wegwerfmentalität auf das Smartphone nicht übertragen. Millionen alte Handys verstauben so in Schubladen, den

Rohstoffzellen unserer Häuser. Städte werden sich gezwungen sehen architektonische Maßnahmen zu ergreifen, um diese anthropogenen Lagerstätten zu erschließen, da bislang kaum Anreiz für die Bevölkerung bestand, die Altgeräte zu recyclen. Technik wird der zirkulierende Rohstoff der Zukunft eines neuen Edelmetall-Zeitalters sein. Der Entwurf könnte demnach als Mühle des 21. Jahrhunderts bezeichnet werden, ein innerstädtischer Ort, der Neukauf im Store und Altgerät-Abgabe beim Recyclinghof überlagert.

Masterarbeit von Florian Bengert (1485161) an den Fachgebieten Raum und Entwerfen, Prof. Marc Frohn und Architekturtheorie, Prof. Dr. Georg Vrachliotis Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Fakultät für Architektur, Sommer 2017

1) Store-Bereich mit Wertstoffbörse, Showroom, Hotel, Auditorium und Recycling-Stationen 2 ) Ansicht Süd 3) Kontext Friedrichsplatz als Bindeglied zwischen den beiden Shopping-Tempeln ECE und Postgalerie


Fischerdorf, Trabzon Gamze Demiray

Konstruktive Entwurfsmethodik Prof. Renzo Vallebuona Tragkonstruktion Prof. Dipl.-Ing. Matthias Pfeifer

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Ansicht vom Land

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Ausgangspunkt des Entwurfskonzepts ist die traditionelle und wirtschaftliche Bedeutung der Fischerei für Trabzon als einer Küstenstadt des Schwarzmeers mit jahrhundertelanger Geschichte. Ansicht Seite

Die ersten Schritte zu meinem Entwurf des Fischerdorfs führten über die vorhandenen Fischerhäuser in der Stadt und deren Struktur und Aufbau im Einzelnen und Gesamten. Mir gefielen die Struktur und Atmosphäre einer kleinen Fischerstadt an der Küste, auch weil mir die Stimmung unter den Fischern sofort ins Auge gefallen war. Sie verhielten sich wie eine große Familie in einem Dorf. Jeder hilft jedem, das Vertrauen untereinander ist so groß, dass sogar die Haustür manchmal offenbleibt.

Auch wenn die Globalisierung die Fischer dazu zwingt, immer mehr Fische zu fangen und zu verkaufen, spielen in Trabzon die traditionellen Fischer noch eine große Rolle. Das hat mich auch inspiriert zu zeigen, dass Traditionen nicht vergessen werden dürfen und beibehalten werden sollten, da hier alles seinen Anfang hat. Es ist auch eine wesentliche Voraussetzung, um eine touristische Nutzung integrieren zu können. Schnitt aa

Schnitt bb

Deshalb war es mein Wunsch, dieses Dorf nicht nur für die Fischer zu planen, sondern es sollte offen für alle sein. Für Touristen, Hobby-Angler und Bewohner sollte ein Knotenpunkt geschaffen werden, an dem sie sich treffen und ihre ErAnsicht Seite

fahrungen austauschen können, sich dadurch kennenlernen und voneinander lernen können. Trotz der Möglichkeit, eine totale Verfremdung der Wohnhäuser vorzunehmen, habe ich bei der Schaffung der Grundform meines Entwurfs die traditionellen Formen und Baustrukturen beibehalten. Mir ist es wichtig, den Charakter und das Bild der traditionellen Fischerei Trabzons beizubehalten. Ein kleiner Eingriff an den Wänden soll zusätzlich die Verbindung zwischen Land und Wasser versinnbildlichen. Ansicht vom Land

1) Lageplan 2) Lageplan Ausschnitt 3) Konzept 4) Grundriss Fischerhütte EG

5) Grundriss Fischerhütte OG 6) Schnitt aa 7) Schnitt bb 8) Grundriss Markthalle Schnitt aa


rovine moderne. Strategien für moderne Bauruinen auf Sizilien Lisa Diliberto

Fachgebiet Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Fachgebiet Konstruktive Entwurfsmethodik Prof. Renzo Vallebuona

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Ansicht Süd, Schnitt AA 1:200 1

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Jeder, der schon einmal im Süden Europas war, kennt sie - moderne Bauruinen. Eine Vielzahl an unvollendeten Stahlbetonskeletten sind vor allem in Ländern wie Spanien, Griechenland und Italien oftmals an den prominentesten Stellen zu finden. Dieses Phänomen, welches im Italienischen als „mainfinito“ oder „incompiuto“, zu Deutsch „nie vollendet“ oder „unvollendet“ bezeichnet wird, tritt dagegen in Zentral - oder Nordeuropa kaum auf. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, lassen sich aber in den meisten Fällen auf Spekulation, Misswirtschaft und Korruption zurückführen. Im Rahmen dieser Masterarbeit werden Bauruinen also nicht als Symbol des Scheitern betrachtet, sondern es soll vielmehr die These überprüft werden, inwiefern eine Transfor-

mation der Typologie, die von Le Corbusiers „Maison Dom-Ino“ abstammt, als Ressource für neue architektonische Interventionen dienen kann. Das aus der Theorie hergeleitete Nutzungskonzept Wohnen und Arbeiten soll in einem neuen Wohn- und Arbeitscampus in Adrano, einer Stadt bei Catania auf Sizilien, Einzug finden. Dieser bietet Platz für Start-Ups und Jungunternehmer, vor allem aus dem landwirtschaftlichen Bereich. Gleichzeitig soll für diese ein zeitgemäßes und sich den Bedürfnissen anpassendes und bezahlbares Wohnangebot geschaffen werden. Verschiedene neue bauliche Strategien zeigen im Entwurf den Umgang mit dem Bestandsensemble, welche auch auf andere Bauruinen

angewendet werden können. Beispielsweise bilden neue Aufsätze eine erste städtebauliche Strategie. Die Ruinen erhalten jeweils einen AbschlussAnsicht in vertikaler Richtung, welcher hier Süd, Schnitt AA 1:200 in vorgefertigter Holztafelbauweise ausgeführt ist und die Wohnbauten kennzeichnet. Des Weiteren können die Ruinen nach „klassischem Beispiel“, jedoch mit hochwertigeren Ziegeln, ausgemauert werden, wie im Entwurf für den „Kopf“, eine Quartiersbibliothek, oder mit einem modularen zweiten System gefüllt werden. 1) Ansicht Südwest 2) Ansicht Nordwest 3) Aufnahme Bestand 4) Perspektive Wohnen 5) Modell 1:500

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FestivalLabor NATUR2, Mannheim Isabel Garcia Espino

Landschaftsarchitektur Prof. Henri Bava Architekturtheorie Prof. Georg Vrachliotis

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Da die Erde nicht unendlich ist, die Städte bereits wichtigster Lebensraum sind und Natur sowohl dem Menschen als auch der Umwelt behilflich sein kann, thematisiert diese Master-Thesis die Natur im öffentlichen Raum der Stadt. Ziel ist die bewusste und vielseitige Implementierung von Natur in der dichten Innenstadt für ein Zusammenleben des Menschen und der Natur mit beiderseitigem Nutzen. Die These lautet also: Mithilfe der voranschreitenden Implementierung entsteht ein langfristig zukunftsfähiger Lebensraum. Die wissenschaftliche Ausarbeitung setzt sich dafür, mithilfe drei Essays, mit der Emanzipation der Natur, der Entwaffnung der Stadt sowie der Natur und der Stadt als unschlagbares Paar auseinander.

Ausführung

Konzeption

Durchführung

Dokumentation

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Für die entwurfliche Ausarbeitung wird das FestivalLabor NATUR2 für die Qaudratestadt Mannheim konzipiert. Durch langfristige sowie temporäre Projekte werden neue Naturräume geschaffen und diese mit den bestehenden verknüpft werden. Es entsteht eine natürliche Infrastruktur. Verschiedene Akteure interpretieren den Naturbegriff in Form dieser Interventionen und Installationen: Von physischen Naturelementen, über die Natur als Motor für Innovation, bis hin zu einer medialen und metaphorischen Umsetzung findet der performative und prozesshafte Raumgewinn für die Natur statt. Mit der Zeit verändert sich die Stadt, das städtische Leben, die Mobilität und Nutzungen sowie das psychische und physische Wohlbe-

finden der Bewohner. Sowohl Bürger als auch Politik werden sensibilisiert, die Natur mit anderen Augen zu sehen und wahrzunehmen. Folglich erhält die Natur mehr Raum und Bedeutung - räumlich sowie planerisch. Ein gleichwertigeres Miteinander von Natur und Mensch in der Stadt wird erreicht. NATUR2 schlägt die Strategie des Mannheimer FestivalLabors vor, die die Natur in der Quadratestadt potenziert.

1) Freiraumkonzept der Quadratestadt Mannheim 2) Vision für die Transformation der Stadt 3) Konzeption FestivalLabor NATUR2 4) Organisatorischer Ablauf 5) Langfristiges Projekt, Straßenraum K3-4 6) Temporäres Projekt, Museumsplatz C5


Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl Internationaler Städtebau Prof. Barbara, Engel

Ansätze für eine nachhaltigere Entwicklung Iyolwas Ein Unterbezirk des Distriks Tororo in Uganda Florian, Fischer

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3 Durch ein Toiletten- Trennsystem wird der Urin von den festen Bestandteilen separiert

Regenwasser wird von den Dachflächen des Zentrums gesammelt

Auch die Tiere des Zentrums bekommen genug Wasser

Über das Dach der tiefergelegten Veranda gelangt das Regenwasser zunächst in eine der zwei unterirdischen Zisternen

Eine Solarpumpe betreibt das Bewässerungssystem

Das Wasser wird durch den Biosandfilter frei von pathogenen Keimen

Eine Solarpumpe befördert das Wasser zunächst in den Hochtank, von dort aus übernimmt die Schwerkfraft

Zunächst wird das gewonnene Trinkwasser zwischengelagert, von dort aus gelangt es zu seinem Bestimmungsort

Auch das anfallende Oberflächenwasser wird in die Wasserspeicher eingeleitet

Das Grauwasser und der Urin wird durch ein offenes Pfanzenbecken erneut gereinigt. Die Reinigung erfolgt durch geeignete Bepflanzung des Klärungsbeckens

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Die Motivation dieses Projekts entstand durch Durch verbesserte Bewässerungsmethoden wird das die Teilhabe der Hochschulgruppe „Engineers Wasser effektiver genutzt und es wird mehrInstituts Ernteertrag erzielt Durch den Einsatz von Tieren Without Borders“ des Karlsruher sowie Landwirtschaftsgeräten, die Bestellung der Felder fürwird Technologie. Die Projektgruppe Uganda vereinfacht und verschnellert unterstützt seit drei Jahren die neu eröffnete Sekundarschule St. Francis des Sales College in Iyolwa. Es wurden bereits Sanitär- und Trinkwasseraufbereitungsanlagen errichtet. Derzeit werden Regenwasserzisternen gebaut, um die Aufbereitungsanlagen mit ausreichend Wasser zu versorgen. Durch verbesserte Samen Das nicht benötigte Wasser versiDawird die Projektgruppe das bereits gewonnene mit weniger Wasser ckert ins Grundwasser mehr Ernteertrag erzielt Vertrauen der Gemeinde nutzen möchte, um diese nachhaltig zu fördern, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht ein nachhaltiges Konzept hierfür zu entwickeln. Durch die durchgeführte vor Ort- und Fern-

Kosten (circa): 860 Euro

Kosten (circa): 245 Euro

Kosten (circa): 540 Euro

Kosten (circa): 50 Euro

Der Anfallende menschliche Kot kann nach ausreichender Trocknungszeit als Nährstofflieferant des Bodens dienen

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analyse wurden die bereits aktiven Akteure den Handelsbereich und die Vergabe von MikDem Boden werden auf natürliche Weise Nährstoffe zugeführt Die Richtige Bodenbehandlung ist wichtig. Iyolwas besucht und die Problematiken dieser rokrediten kann die Gemeinde ihre GeschäftsUm die Aufnahme des anfallenden Niederschlags besser zu gestalten, muss der und Region im Gesamtzusammenhang ideen in die Tat umsetzen. Zusätzlich kann die Boden der aufgelockert werden, dies könnten Termiten übernehmen dort vorhandene Infrastruktur mitgenutzt und analysiert. Da es keinen gemeinsamen Treffpunkt der Gemeinde gibt, sieht das Konzept Netzwerke gebildet werden. die Schaffung eines Ortes für die Gemeinde Durch den stetigen Wissensaustausch und die Durch Berücksichtigung der wird der Boden vor: Das Gemeinde- undBrachzeiten Handelszentrum. Im neu gewonnenen Einkommensquellen kann ökologischer genutzt Laufe der Bearbeitung kristallisierten sich die eine nachhaltigere Entwicklung der Gemeinde vier Hauptbausteine des Zentrums heraus. von Innen heraus erfolgen. Diese sind: Es wurde ein Konstruktionsmodul entwickelt, Die richtige Lagerhaltung verhinDie Landwirtschaft als Schulungsobjekt und das der Gemeinde ermöglicht das Zentrum dert nicht nur das zu schnelle Verderben der Lebensmittel, sie selbständig auszubauen. mögliche Einkommensquelle des Zentrums. ermöglicht zusätzlich das Warten auf faire Preise, bis sie verkauft Durch den erhöhten Ernteertrag Der werdenSanitärbereich, um die Trinkwasserwird Einkommen generiert versorgung sicherzustellen und hygienische 1) Axonometrie 2) Die vier Hauptbausteine Sanitäranlagen anzubieten. Im Gemeindebe3) Perspektive „Ankommen und Marktbereich reich können Workshops durchgeführt und 4) Wasserkreislauf Kompetenzgruppen gebildet werden. Durch 5) Konstruktionsmodul


Orte der Entschleunigung im urbanen Kontext, München Melanie Graef

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Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Architekturkommunikation Prof. Dr. phil. nat. Riklef Rambow

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Konstruktionsschnitt B-B 1_20

ORTE DER ENTSCHLEUNIGUNG

ORTE DER ENTSCHLEUNIGUNG

im urbanen Kontext

im urbanen Kontext

Prof. Ludwig Wappner FG Baukonstrution Prof. Dr. phil. nat. Riklef Rambow FG Architekturkommunikation

Prof. Ludwig Wappner FG Baukonstrution Prof. Dr. phil. nat. Riklef Rambow FG Architekturkommunikation

Masterthesis SS 2017 I Melanie Graef I 1922265

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Individualisierung, Digitalisierung und Automatisierung wirken sich bereits auf die Gesellschaft aus. Nicht zuletzt aber ist es das Digitale Zeitalter, das in uns die Sehnsucht nach realen Face-to-Face Gesprächen und einem gesteigerten Bewusstsein schürt, das uns in der Welt verortet. Unser Alltag wird geprägt durch die Wege, die wir täglich zurücklegen. Mit den Orten die zwischen dem Wohnen und dem Arbeiten liegen, die sich als sogenannte ‚‚Dritte Orte‘‘ beschreiben lassen, kann ein Netz von unterschiedlichen Angeboten herausgefiltert werden, welches Individuen in ihrem Leben als Orte erinnern und diese gezielt aufsuchen. Durch die Wohnraumknappheit in den Städten reduziert sich zunehmend der private Raum

Masterthesis SS 2017 I Melanie Graef I 1922265

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des Einzelnen, sodass dem öffentlichen Raum und neuen Wohnformen ein großer Wert zuteil wird, der von den Individualisten unserer Zeit auf unterschiedliche Arten zunehmend territorialisiert wird. Diese Aneignungsprozesse gehen einher mit dem zunehmenden Bewusstsein, die Stadt als Lebensraum zu begreifen. Diesen Lebensraum für sein eigenes Verständnis von einem selbstbestimmten Leben zu nutzen und zu gestalten, rückt immer mehr in das Bewusstsein des Einzelnen. Im Zentrum der pulsierenden Stadt gewinnen Ruheräume, Orte der Kontemplation, des Zusammenkommens und des Austausches immer mehr an Bedeutung. Lebensqualität ist für Städte ein wichtiger Faktor im globalen Wettkampf geworden.

Die Auseinandersetzung mit Bereichen, Orten und Räumlichkeiten, die uns in der Stadt dazu einladen, uns aufzuhalten steht im Mittelpunkt meiner Arbeit. Es sollen Umgebungen geschaffen werden, die uns die Möglichkeiten bieten sich alleine oder im Kollektiv der Alltagswelt zeitweise entziehen zu können. Mein Anliegen war es, einen Ort zu erschaffen, der sich unmittelbar mit dem Kontext verbindet, der Räume und Qualitäten schafft um verschiedene Bevölkerungsschichten und -gruppen miteinander partizipieren zu lassen. 1) Perspektive 2) Konstruktionsschnitt 3) Grundriss EG 4) Grundriss UG


Super Urban Industrial Symbiosis Arbeiten und Wohnen im City Hof, Hamburg Dietmar Hahn

Raum und Entwerfen Prof. Marc Frohn Internationaler Städtebau Prof. Dr.-Ing.Barbara Engel

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Mitbestimmung Prosumer Kultur günstiger Wohnraum

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Gutes Wohnumfeld FOND Rendite

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Wohnflächen Integration von Stadtzuwanderern Pacht

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BEWOHNER EIGENTÜMER

STADT Arbeitskraft Miete Entwicklungsideen

Grundstück Baurechtliche Privilegien

Finanzmittel

Lokale Wertschöpfung

Kurze Wege

CITY HOF FOND Planungsgrundlagen Know How

ENTWICKLER

soziale Durchmischung Integration Miete

Arbeitskraft Innovationen Know How Produktionsmittel Produkte Integration von Zuwanderern Miete

VEREINE GALLERIEN

PRODUZENTEN

Neues Planungsfeld mit Innovationspotenzial

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Ausstellungsflächen

Produzenten erhalten günstigen, städtischen Arbeitsraum und Mittel im direkten Austausch mit anderern Kleinstunternehmen

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Die Funktionstrennung der Moderne kann nicht mehr als zeitgemäß angesehen werden, da sie keine räumlich adäquate Reaktion auf die durch Globalisierung und Digitalisierung aufkommenden sozioökonomischen und soziokulturellen Veränderungen liefert. Stattdessen müssen räumliche und ökonomische Synergieeffekte aus transformierter Produktion und neuen Wohnformen untersucht werden, um so der Stadt ihre Fähigkeit zur Integration und Durchmischung zurückzugeben und dadurch resiliente Quartiersstrukturen zu schaffen. Der City Hof Hamburg, eine von der Bevölkerung verstoßene Ikone der Moderne an prominenter Stelle am östlichen Altstadteingang, wird räumlich und funktional zu einem

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Funktionsmix aus zeitgemäßen Wohn- und Arbeitsformen umfunktioniert. Das Ensemble geht in einem Fond aus räumlichen, finanziellen, rechtlichen und Zeitressourcen auf, wodurch die verschiedenen Akteure, sowohl auf Gebäudeebene, als auch auf Quartiersebene aktiviert werden sollen. Das Projekt nutzt dabei Formen des Tauchens und Teilens, indem jedem Akteur eigene Tauschwerte, seien es Arbeitskraft, finanzielle, intellektuelle oder rechtliche Mittel, zugesprochen werden.Es entsteht ein neuer Ort der Forschung, der offengelegten Produktion, der Ausstellung, des Ankommens, sowie des Wohnens und Arbeitens. Dazu wird die City-Hof Passage geöffnet und zu drei öffentlichen Plätzen mit sozialen

Nutzungen umfunktioniert, von denen aus die in der umgestalteten Tiefgarage liegende Forschungs- und Produktionslandschaft ersichtlich wird. In den City-Hof-Hochhäusern finden sich sowohl unterschiedliche Wohn- und Gemeinschaftseinrichtungen als auch Officeund Ateliereinheiten. Die Nutzungen und Sphären sind horizontal geschichtet, aber vertikal eng vernetzt und stehen in Synergie mit der Umgebung.

1) Schnittperspektive 2) Produktion 3) Open Space 4) Forschung 5) Grundriss 2.UG 6) City Hof Fond


MEGA-HOCHHAUS IN CBD, Qingdao Jinze Li

Fachgebiet BLM Prof.Dipl.Ing. Petra von Both Fachgebiet Bautechnologie Prof.Dr.Ing. Rosemarie Wagner

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Da China eine sehr schnell wachsende Wirtschaft hat, werden große Mengen an umweltverschmutzenden Fabriken gebaut. Diese stoßen riesige Mengen von verschmutzter Luft aus. Abfall wird nur mangelhaft entsorgt. Viel Abwasser von Fabriken wird in Flüsse geleitet, und die vielen Millionen Einwohner Chinas bewegen sich, vor allem in den großen Städten, z.b in meinem Heimat Stadt Qingdao,mit Autos fort. Die Autobahnen sind verstopft und das Problem wird ständig größer. In China gibt es fast keine Stadt, die kein großes Umweltproblem hat. Die chinesische Regierung überwacht die meisten 74 Städte; 71 von ihnen (inclusive Qingdao)erfüllen nicht die Standards für ein gesundes Lebensumfeld.

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Deswegen ist die Umweltshutz noch witiger ,in dieser schlect Situation bracht Qingdao die Nachhaltig konzept in Zukunft, asl die erste Schritt ist Nachhaltig Architektur. Meinem heimet Stadt Qingdao wird Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2050 schätzungsweise noch auf 400 bis 500 M.Menschen ansteigen und erst dann ein Maximum erreichen. Aus der Altersstruktur der Bevölkerung resultiert eine Zunahme des Arbeitskräftepotenzials von bis zu 20 Millionen Menschen bis zum Jahr 2030. Arbeitsplätze für dieses riesige Herr von Erwerbspersonen zu schaffen, wird die entscheidende Herausforderung der chinesischen Wirtschaftspolitik sein. Die strikte Ein-Kind-Politik, die auch nicht so gut funktionert ist. Zu den Problemen mit

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Ernährung, Arbeitsplätzen und Wohnraum wird sich in den nächsten Jahrzehnten, dies ist die Kehrseite der Fertilitätsreduktion, eine erhebliche Altenlast gesellen. Mit dieser große Bevölkerungszahl gibt es nicht ausreichend platz in Qingdao, deswegen Hochhaus ist eine gute Lösung ,um dieser dicht zu reduzieren. In Hochhaus kann man alles z.b Büro, Handel, whonung zusammen bleiben.

1) Lageplan 2) Perspektive 3) Schnitt 4) Analyse


IN BALNEIS SALUS - Ein Badehaus in Berlin Lisa Kahl

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Gebäudelehre Prof. Meinrad Morger

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Die Stadt Berlin steht sinnbildlich für Modernität, Dynamik, Fortschritt - aber auch das Laster. Für viele Menschen ist die Metropole Sehnsuchtsort und Verhängnis zugleich. Ein maßgeblicher Faktor, der Berlin als Metropole von der „gewöhnlichen“ Stadt unterscheidet, ist ihre Vergnügungskultur. Institutionen zur Unterhaltung haben den urbanen Raum seit 1900 maßgeblich verwandelt und das physische Bild der Stadt durch Leuchtreklamen, Theater und Plakate verändert. Doch der Überfluss sinnlicher und ästhetischer Eindrücke geht gleichzeitig mit einer Schattenseite einher. Vergnügungskultur bildet eine Großstadt, ermüdet aber auch. Neben dem Vergnügen muss der Regeneration deshalb eine ebenso wichtige Funktion im

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sozialen Gefüge der Stadt beigemessen werden. Als zeitloses Grundbedürfnis des (Groß-) Städters kann diese gewissermaßen als Kulturmaß angesehen werden und gewinnt vor allem in einer von Produktion beherrschten Zeit erneut an Bedeutung. Als identitätsstiftender Baustein der Friedrichstraße vereint der Admiralspalast Vergnügen und Regeneration als unabdingbare Bedürfnisse des Großstädters in baulicher Form und repräsentiert darüber hinaus den gesellschaftlichen Stellenwert der Institution Bad in vergangenen Tagen. Durch die bauliche Ergänzung um ein vertikales Badehaus soll er bereichert und an seine Tradition als hybrider Badestätte angeknüpft werden. In der Verbindung von Theater und

Bad und deren programmatischer Reibung könnte der Grundstein eines modernen Bades im städtischen Kontext liegen. Die Stapelung von Attraktionen verfolgt dabei die einstige Konzeption des Admiralspalasts als Warenhaus für Vergnügen. Die Metropole Berlin mit all ihren Spannungsverhältnissen soll bewusst als Teil der Badewelt inszeniert werden.

1) Badehalle 2) Straßenansicht 3) Stapelung des Raumprogramms 4) Situation


Gemeinde Nuevo Samán, Ecuador Maite Tamara Molina Pazmiño Luis Francisco Vasco Escobar

Fachgebiet Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Fachgebiet Bauphysik und Technischer Ausbau Prof. Andreas Wagner

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Am 16. April 2016 wurde Ecuador von einem Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richterskala erschüttert. Hunderte von Menschen starben und viele Tausende verloren ihr Zuhause. Uns erreichten Bilder der Verwüstung, die das Ausmaß der Katastrophe darstellten. Die Machtlosigkeit, unserem Land und unseren Landsleuten nicht helfen zu können, verwandelte sich schnell in eine große Motivation. Zusammen mit Engineers Without Borders KIT e.V. und den Lokalen Projektpartner Projecto Samán wollen wir für 14 Familien des Fischerdorfs Canoa ein neues Zuhause aufbauen. Die neue Gemeinde wird 12 km von Canoa in einem sehr ländlichen und abgelegenen Gebiet aufgebaut. Die Arbeit bezieht die Randbedingungen und die Bedürfnisse der Region

realistisch mit ein und wird anhand unserer Kenntnisse so ausformuliert und konkretisiert, dass man sie zur tatsächlichen Planung der Gemeinde nutzen kann. Entwickelt wurde ein Lowtech Gebäude, mit passivem Klimakonzept, das mit den Ressouurcen vor Ort arbeitet. Das Konzept sieht eine Modulare Bauweise aus Bambus vor, die sich den Bedingungen der jeweiligen Familien anpasst und die durch eine einfache Bauweise von den Bewohnern selbst aufgebaut werden kann. Je nach verfügbaren finanziellen Mitteln, dem Bedarf und der jeweiligen Größe der Familie, kann die Wohnfläche auf bis zu 81 m² erweitert werden. Um den Familien langfristig wirtschaftliche Selbständigkeit zu ermöglichen, werden vom

Projektpartner Weiterbildungen, Workshops und diverse Seminare angeboten. Um diesem Ziel zu ermöglichen, wurde ein Gemeindehaus konzipiert, dass das gleiche passive Klimakonzept und die gleiche Bauweise wie bei den Häuser anwendet. Ein Steg verbindet die dafür benötigten Räumlichkeiten und führt zu einem zentralen überdachten Platz, der von der Gemeinde vielseitig genutzt werden kann. 1) Visualisierung Häuserensemble 2) Innenperspektive Gemeindehaus 3) Modellfoto 1:100 - Häuser 4) Modellfoto 1:100 - Gemeindehaus 5) Ansicht West - Häuser 6) Ansicht West - Gemeindehaus 7) Schema passives Klimakonzept - Häuser 8) Schema passives Klimakonzept - Gemeindehaus


From Frontiers to New Lands, Gibraltar Maurice Fabien Nitsche

Entwerfen Konstruieren Prof. Ludwig Wappner Architekturtheorie Prof. Georg Vrachliotis

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Die Arbeit unterteilt sich in den theoretischen Teil Frontiers und die daraus ergehende entwurfliche Arbeit New Lands. Durch eine Auseinandersetzung mit vergangenen Entdeckungen und Eroberungen von Räumen und Grenzen während der Menschheitsgeschichte, entstand so die These, dass die Menschheit vor dem nächsten Sprung im Maßstab durch technologischen Fortschritt in eine Zeit der Post-Globalisierung steht. Die Betrachtung des Status Quo der Raumfahrt, mit den privaten Weltraumbehörden, zeigt die Notwendigkeiten neuer Typologien in der Raumfahrt. Im Gesamtkonzept entsteht so ein Tandempartner als wirtschaftlicher Weltraumbahnhof. Durch verschiedene globale, geogprahische, politische, technische und kli-

matische Parameter verortet sich der Bahnhof auf der exklavischen Halbinsel Gibraltars, die vollgepackt ist mit diversen vorteilhaften Infrastrukturen. Abgeleitet von architektonischen und infrastrukturellen Elementen der Insel und der Raumfahrt entsteht eine neue Typologie, die mit Raketenteilen beliefert werden kann und diese zu Raketen weiterverarbeitet und ins All starten lässt. Ankommende Proben und Ressourcen aus dem Weltall können nach dem höchsten sicherheitstechnischen Standard im Bergmassiv in einer bestehenden Struktur, die zum Labor umfunktioniert wird, untersucht und weiterverarbeitet werden. Der Bahnhof besteht aus dem liegenden Stahlelement, der Werkhalle und den Bays, an denen die Werk-

halle hoch und runtergefahren werden kann, und dem massiven und geschlossenen Turm, der für die Erschließung, Mission Control, als Übergang ins Massiv und die Büros genutzt wird. Ergänzt wird das Hauptelement der Ostseite der Insel durch eine 2,5 km lange Mole an der sich das Start- und Landepad befinden. Innerhalb der Mole, die zugleich Wellenbrecher ist, befinden sich die Erschließungen der Pads für die Astronauten.

1) Gesamtkonzeption 2) Explosionsdarstellung des Weltraumbahnhofes 3) Abläufe vor und während dem Raketenstart 4) Schnittperspektive mit Konstruktion 5) Außenansicht des Weltraumbahnhofes 6) Innenansicht des Labors im Massiv


Das neue Opernhaus, Plovdiv Petya Petrova

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Internationaler Städtebau Prof. Dr. Barbara Engel

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Technik

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Dachterrasse Beprechungsraum

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Plovdiv als zweitgrößte Stadt Bulgariens hat einen unglaublichen Beitrag zu der kulturellen Entwicklung der Welt geleistet. Als die älteste Stadt Europas und eine der ältesten in der Welt, hat Plovdiv viel von den alten Denkmälern bewahrt und konserviert. Trotzdem ist es ein großer Aufwand für die Stadt, diese vielfältige Schichten in einem attraktiven, zeitgenössischen Raum zu vereinen. Das neue Opernhaus soll als Kernstück den neu geschaffenen Zentralen Platz in der Stadtmitte ein zeitgenössisches, kulturelles Zentrum für Plovdiv bilden. Städtebaulich gliedert sich das Gebäude in zwei Volumen: der horizontale Sockel des Bestands aus sozialistischer Zeit und der mittig stehende, neue, strahlende Konzertsaal, den

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aus dem Volumen des Bestands “spingt.“ Der neue Konzertsaal wird mittig an der Stelle des Innenhofs der Post vorgesehen. Es entsteht ein unterirdisches Museum des antiken Forums. Das Erscheinungsbild des Konzertsaals soll den leichten Übergang zwischen dem Alt- und Neubau vermitteln. Die Fassade der ehemaligen Post wurde mit glatten weißen Natursteinen geplant. Der Konzertsaal knüpft mit einem hell pigmentierten ausgeschliffenen und glänzenden Beton an die hellen Fassaden der Umgebung an. Im Unterschied zu den gerasterten Fassaden des Platzes hat der Konzertsaal keine sichbare Öffnungen und reflektiert mit der Fassade die umgebende Umfeld. Die massive Erscheinung des Opernhauses drückt

das Anstreben von Monumentalität. Die grundliegende Idee des Entwurfs ist die Potentiale der sozialistischen Architektur, die Bulgarien geerbt hat, wiederzuentdecken. Anstatt solche Architektur zu veranlässigen, können solche Orte, die in fast jede bulgarische Stadt existieren, die vermittelnden Funktion zwischen den Menschen und dem öffentlichen Stadtraum sein. Diese neue Orte der Kultur können durch einen kulturellen Austausch zwischen den Generationen wiederbelebt werden. 1) Modellfoto 2) Detailansicht 3) Schnitt 4) Visualisierung Innenraum - Unterirdische Museum 5) Axonometrie im städtischen Raum 6) Schnittaxonometrie im städtischen Raum


CLOUD CITY Damian Platten

Das Verhältnis von Arbeit und Freizeit wird durch die Digitalisierung neu definiert. Daraus ergeben sich Auswirkungen auf die Zusammensetzung und Funktion der Gesellschaft, die sich direkt auch architektonisch fassen lassen. Der Entwurf ist ein räumliches Experiment, in dem unterschiedliche Gradienten von Aufenthalts-, Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten erprobt werden können.

Raum + Entwerfen Prof. Marc Frohn Architekturtheorie Prof. Dr. Georg Vrachliotis

Hierzu wird das Postbetriebsgebäude in Basel umgebaut und aufgestockt. Auf den Bestand werden Typologien gestapelt: Teppich, Block, Zeile und Punkt. Die Innenräume werden im Sinne des Experimentalcharakters frei und flexibel gehalten, das heißt die Fassade liegt außen, Zugang, Versorgung und Haustechnik werden über eigene Türme ebenfalls von außen dem Typologiestapelt zugeführt.

Mehr Informationen, sowie die theoretische Vorarbeit und ein Fotoessay gibts unter folgendem Dropbox-Link oder dem QR-Code!

http://tiny.cc/cloudcity


Potential der Unschärfe Wiederbelebung der Karlsruher Nancyhalle Alexandra Riemann

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Architekturtheorie Prof. Dr. Georg Vrachliotis

GARTENBAUAMT LEUCHTKASTEN

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GBA

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Mit der Erweiterung des Badischen Staatstheaters wird sich erneut die Frage stellen, was mit der Karlsruher Nancyhalle geschehen soll. Ursprünglich für eine Dauer von 20 Jahren geplant und im Rahmen der Bundesgartenschau von 1967 entstanden, besitzt die Halle heute den Status des Kulturdenkmals. Aufgrund des ungedämmten Zustandes und damit einhergehenden enorm hohen Betriebskosten, löste die Halle wiederkehrende Diskussionen über einen Abriss aus. Im Wechsel von Leerstand und temporären Zwischennutzungen, bleibt bis heute die Frage nach einer geeigneten Neunutzung offen. Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen zum Thema Bauen im denkmalgeschützten Bestand, beschäftigt sich der Entwurf mit der grundsätzlichen

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Frage, wie dem Kulturdenkmal entsprechend, gerechte Lösungen gefunden werden können. Entgegen der in Vergangenheit gescheiterten Suche nach Gesamtlösungen, verfolgt das Entwurfskonzept eine andere Strategie: Anstelle einer abgeschlossenen Nutzungsfestlegung, konzentriert sich das Entwurfskonzept auf die Idee, mit Hilfe einer Gebäudeaktivierung, den Diskurs um die Halle neu anzustoßen. In Folge soll zu der Etablierung eines prozesshaften, authentischen Nutzungskonzeptes beigetragen werden. Den temporären Charakter der Halle betonen reversible Holzeinbauten, die von den Bestandwänden abgerückt sind und so deutlich als Zugabe erkennbar werden. Das Nutzungskonzept sieht eine sehr öffentliche, gemischte Nutzung vor, die zur Aktivierung

des Gebäudes beitragen soll. So schafft beispielsweise eine Markthalle Begegnung und Bewegung vor Ort. Die Aktivierung des ehemaligen Restaurants schafft in Ergänzung mit einer Kochschule und einem Barbereich eine zusätzliche Wiederbelebung. Workspaces und die in Karlsruhe dringend benötigten Musikproberäume ergänzen das vielfältige Angebot. Insgesamt kann die Nancyhalle so zum dringend benötigten Impulsgeber für das gesamte Festplatzareal werden.

1) Grundriss Erdgeschoss 2) Längsschnitt Schwarzwald- und Nancyhalle 3) Foto Lagemodell 4) Innenperspektive des Proberaumareals


Die Engelshalde ein nachhaltiges Quartier für Rottweil Sebastian Rumold

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Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl Regionalplanung und Bauen im ländlichen Raum Prof. Kerstin Gothe

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Gründächer mit Photovoltaikanlagen

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3 Bezug

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2 Erzeugung

Verbrauch

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Stromnetz Verbrauchsspitzen PV - Anlage

Holzhackschnitzel

Strom

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Regenwasserzisternen

Heizen Spitzenwertkessel

Heizspitzen Solarthermieanlage

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E- Mobilität

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Nahwärme und Stromnetz

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BHKW

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Fuß-, Rad- und Anlieferverkehr Fuß- und Radverbindungen

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 ottweil ist eine Stadt in der Baden R Württembergischen Provinz zwischen Stuttgart und Bodensee, zwischen Alb und Schwarzwald. Für ein nachhaltiges Wohnquartier in Rottweil stellen sich folgende Fragen: Was sind die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner? Zu welchen Maßnahmen sind die Rottweiler bereit? Wie kann ein nachhaltiges Quartier in Rottweil aussehen? Neben der theoretischen Annäherung an das Thema der Nachhaltigkeit haben auch Standortqualitäten, sowie die Vorstellungen und Ideen einer Probandengruppe die Entwurfskriterien definieren.

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Ein nachhaltiges Quartier für Rottweil nimmt die Wünsche und Bedürfnisse der im partizipativen Prozess erarbeiteten Wünsche und Ideen auf und setzt sie in eine städtebauliche Figur um. Neben den ökologischen Ansätzen wie der Regenwassernutzung, des Blockheizkraftwerks, der Solaranlagen und des Mobilitätskonzepts, werden auch soziale Aspekt umgesetzt. Eine durch die unterschiedlichen Wohnformen geförderte soziale Durchmischung findet eine Kommunikationsfläche in den Höfen. Durch die unterschiedliche Programmatik der einzelnen Höfe wird auch eine Kommunikation über den eigenen Hof hinaus stattfinden. Die gemeinsame Mitte,

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welche aufgrund des breiten Angebots unterschiedlicher Funktionen auch Bewohner anderer Quartiere anzieht, bietet die Plattform für eine quartiersübergreifende Kommunikation. Die Engelshalde kann eine Vorbildfunktion für andere Bauprojekte darstellen, denn sie zeigt, dass nachhaltige Konzepte funktionieren, wenn eine enge Kommunikation mit den Beteiligten stattfindet. 1) Partizipativer Prozess 2) Gruppe der Befragten 3) Axonometrie 4) Lageplan 5) Energiekonzept 6) Perspektive „Blick in den Hof“ 7) Perspektive „Gemeinsame Mitte“ 8) Maßnahmen


Der Duwakshopp, Konzepte zur Revitalisierung eines alten Wahrzeichens Marc Schillinger

Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Konstruktive Entwurfsmethodik Prof. Renzo Vallebuona

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Laut einer Urkunde wurde im Jahr 1573 in der südpfälzischen Gemeinde Hatzenbühl das erste Mal überhaupt Tabak in Deutschland angebaut. Über die Jahrhunderte wurde der Tabak immer populärer und verbreitete sich immer weiter im Land und bildete so bald eine der Haupteinnahmequellen der Landwirte in der Region. Der Trockenraum stieß aber mit dem zunehmenden Interesse schnell an seine Kapazitätsgrenze und so wurden spezielle Schuppen entwickelt die durch ihre besondere Bauform den Tabak optimal trockneten. Im späten 20. Jahrhundert aber, durch unterschiedliche Einflüsse, verlor der Tabakanbau erheblich an Bedeutung. Als eines der letzten Zeugnisse dieser Zeit blieben die unzähligen Schuppen in den Gemeinden zurück. Heute

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haben sie zum größten Teil keine Funktion mehr und stehen fast ausschließlich leer. Die geschichtsträchtigen Tabaktrockenschuppen stechen aber durch ihre schlanke und hohe Bauform und der monolithischen Fassade in den Dörfern der Region sofort heraus. Auch ihr, durch die Verstrebungen und den Lichteinfall, fast sakral wirkender Innenraum fasziniert viele Besucher. Die Arbeit beschäftigt sich mit unterschiedlichen Konzepten, diese Schuppen wieder zu reaktivieren. Gerade Ihre sehr gute Lage in den Dorfkernen bieten verschiedene Möglichkeiten der Nutzung. Hierbei wurden zum einen Konzepte für die einzelnen Dörfer untersucht, private Nutzungsmöglichkeiten wie Wohnen, aber auch regional Gedacht eine Vernetzung

der Trockenschuppen. Ausgearbeitet wurden zum Schluss drei Nutzungen die vor allem für die Bewohner der Dörfer, der Region aber auch den vielen Besuchern zur Verfügung stehen sollen. Hierbei wurde zum einen Versucht, möglichst wenig in den vorhandenen Bestand der schmalen Bauten einzugreifen, um die Schuppen zu erhalten, aber auch eine Neuinterpretation der vorhanden Elemente zu entwickeln um gerade Substanzlose Schuppen mit ihrer guten Lage neu zu übersetzten und dabei Ihre Wirkung zu erhalten. 1) Schnitte des Tabaktrockenschuppens „Der Marktplatz“ 2) Typische Tabaktrockenschuppen von Innen und Außen 3) Perspektive Eg „Der Tourstop“ 4) Perspektive Og „Der Tourstop“


New Commonism Thomas Schmitz

Fachgebiet Stadtquartiersplanung Prof. Markus Neppl Fachgebiet Architekturkommunikation Prof. Dr. phil. nat. Riklef Rambow

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Karlsruhe ist eine Stadt der Planung. Seit der Stadtgründung 1715 hat jede Epoche, jede Zeit ihre Spuren hinterlassen und dabei Stadtteile entwickelt, die als typische Beispiele ihrer Entstehungszeit gelten. In den 2010er Jahren entsteht in Karlsruhe ein neues bürgerliches Selbstverständnis. Neue Informations- und Kommunikationskanäle verändern die politische Teilhabe und die Kommunikation der Generationen untereinander. Die „Badisch-Boring, anschauen-aber-nichtanfassen“-Mentalität ist out. Die Menschen wollen ihre wachsende Stadt aktiv mitgestalten!

Dennoch entsteht hinter dem Hauptbahnhof derzeit ein Projekt, dass all diese Erkenntnisse ausblendet und die im Verfahren zum räumlichen Leitbild entwickelte Beteiligungskultur unter den Teppich kehrt. Als Gegenthese dazu soll auf einer vergessenen Brachfläche ein neues Stadtquartier entwickelt werden, das sowohl mit den spezifischen, schwierigen, von Lärm belasteten Bedingungen umgeht, als auch ein Fortschreiten der bürgerorganisierten Stadtentwicklung ermöglicht. Dabei sollen Freiräume entstehen, die selbst verwaltet werden und zum gemeinsamen Diskurs über deren Nutzung einladen.

Die spezifische Architektursprache der Gebäude und die Gegenüberstellung unterschiedlicher Lebensweisen, stellt provokant die Frage nach angemessenen Bauformen in einer Stadt, die unter großem Immobilienwirtschaftlichem Druck steht. Zudem werden Partizipationsverfahren in der heutigen Bau- und Wettbewerbspraxis allzu häufig als trügerischer Placebo angewendet und als Allheilmittel angepriesen. Mein Projekt soll in diesem Rahmen auch als kritischer Kommentar verstanden werden.


Räume zum Bleiben, Karlsruhe Tamara Wissel

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Baukonstruktion Prof. Ludwig Wappner Architekturtheorie Prof. Dr. Georg Vrachliotis

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Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im November 2015, kamen 39.656 Menschen in Baden-Württemberg an. Inzwischen hat sich die Lage in den Erstaufnahmeeinrichtungen entspannt, weshalb provisorische Lösungen wie die Unterbringung in Turnhallen zum Großteil wieder stillgelegt wurden. Durch die rückläufige Anzahl neuankommender Asylsuchender treten neue Aufgaben in den Vordergrund, denen sich die Gesellschaft stellen muss: die langfristige und menschenwürdige Unterbringung der Asylsuchenden, die auf Dauer bleibeberechtigt sind. Eine große Gruppe der Asylsuchenden zählt zur Altersgruppe der 18-25 Jährigen, was mit der Altersgruppe von Studierenden übereinstimmt. Durch die derzeit neun Hochschulen

in Karlsruhe leben ca. 42.000 Studenten in der Stadt, was etwa 14% der städtischen Bevölkerung ausmacht. Grundkonzept des Entwurfes bilden sogenannte Kommunikatoren im Erdgeschoss, welche die Verbindung der Bewohner zur Umgebung und der Karlsruher Bevölkerung herstellen. Zunächst garantiert die öffentliche Nutzung im Erdgeschoss die nötige Privatsphäre für die Bewohner, welche im 1. und 2. Obergeschoss wohnen. Weiterhin ermöglichen die Einnahmen aus den Nutzungen den Asylsuchenden und Studierenden ein selbstbestimmtes Leben und die finanzielle Unabhängigkeit von den Eltern oder dem Staat. Als Mehrwert für die Bevölkerung sollen die Kommunikatoren die Akzeptanz der Asylsuchenden in der Bevölke-

rung erhöhen. Das Gebäude besteht aus drei grundlegenden Elementen: Den modularen Boxen, drei Trägerrosten und der Stegkonstruktion. Durch Verschieben der einzelnen Module und unterschiedliche Größen entstehen spannende Zwischenräume sowie überdachte Bereiche und Terrassen, welche dem Austausch zwischen den Bewohnern dienen.

1) Perspektive 1.OG 2) Ansicht Ost 3) Grundriss 2.OG 4) Schnitt längs


Impressum Diese Publikation versammelt alle von den Absolventinnen und Absolventen für die Veröffentlichung eingereichten Arbeiten. Die Beiträge wurden von den Absolventinnen und Absolventen erstellt. Die Rechte liegen bei ihnen. Gestaltung Dipl.-Des. Frank Metzger Bildnachweis Umschlag-Vorderseite: IN BALNEIS SALUS - Ein Badehaus in Berlin Lisa Kahl Umschlag-Rückseite: From Frontiers to New Lands, Gibraltar Maurice Fabien Nitsche Herausgeber KIT-Fakultät für Architektur Englerstraße 7 76131 Karlsruhe arch.kit.edu Karlsruhe, November 2017


KIT-Fakultät für Architektur - Master-Arbeiten Sommer 2017  
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