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F ü r a l l e M i ta r b e i t e r , G ä s t e u n d F r e u n d e d e s K l o s t e r s A n d e c h s u n d d e r A b t e i S a n k t B o n i fa z 1 | 2011

Aus Kirche und Kloster 80. Geburtstag von Altabt Odilo Lechner | seite 4

Aus der Brauerei Rezepte für die Weißbier-Saison | seite 24

Termine und Veranstaltungen Carl Orff-Festspiele 2011 | seite 32


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Editorial

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ass »der Heiligen Berg« so ist, wie er ist, verdankt er der Beständigkeit und Standfestigkeit der Benediktiner. Dafür bin ich Zeuge. Wenn diese Ausgabe des Andechser Bergechos von April bis Ende Juli reicht, so umfasst sie genau den Zeitbereich, in dem ich wiederholt auf den »Berg« getragen worden bin – vor meiner Geburt. Mein Vater war Gutsverwalter auf dem Berghof, Gemeinde Ammerhöfe, und die Eltern wallfahrten auf den »Berg«, damit ich ein Bub werde, damit ich gesund auf die Welt komme – und weitere Kinder sich einstellen, so Gott will. Auf die Welt bin ich gekommen dann am 28. Juli 1936, während eines fürchterlichen Gewitters, im Kreiskrankenhaus Weilheim mit Hilfe der Barmherzigen Schwestern vom Mutterhaus Augsburg. Was ich also vor meiner Geburt von Andechs mitbekommen habe – ich erinnere mich sehr genau – war jeweils ein Hauch von Andechser Doppelbock: In der Fastenzeit weniger, in der Osterzeit etwas mehr, in der Pfingstzeit aber auch noch, weil ich doch im Wachsen war. Damals meinte man noch, dass Bier in der Schwangerschaft nicht schaden kann, zumal auf dem Andechser Bier ein Segen drauf ist. Was sich auch herausstellen sollte.

Denn: sehr viele Jahre später bat ich um Aufnahme in die Benediktinerabtei Sankt Bonifaz München und Andechs. Die alten Brüder in Andechs fragten mich, ob ich schon einmal auf dem »Berg« gewesen sei. »Wiederholt, schon vor meiner Geburt!« Frater Gundekar, ein Allgäuer, meinte trocken: »Da werdet Ihr aber keine rechte Erinnerung mehr daran haben.« Doch! An den Andechser Doppelbock allemal. An die Gottesmutter mit dem Kind, zu der meine Mutter großes Vertrauen hatte – und im Verlauf der Schwangerschaft immer mehr. Darum bin ich ja auch ein Bub geworden. Mit den Augen meiner Mutter erinnere ich mich an das Altarbild vom hl. Benedikt und an das vom hl. Grafen Rasso; denn so sollte ich werden: fromm schon, aber ein rechtes Mannsbild auch. Ich erinnere mich an die eiskalte Kirche in der Fastenzeit, an den erhabenen Kirchenschmuck in der Osterzeit und an die fröhliche Stimmung in der schon warmen Pfingstzeit. An den »Schatz von Andechs« kann ich mich nicht erinnern – auch nicht an die Dreihostienmonstranz – und auch nicht an die Kirchenmaus, die den Schatz wieder aufgefunden hat. Das alles ist mir als Mönch wieder vor die eigenen Augen gestellt worden. Ich war wieder zu Hause angekommen, in der Stabilitas, der Gott- und Heimatverbundenheit des Benediktiners. Der Pfaffenwinkel hat mich wieder aufgenommen, nicht als verlorenen Sohn, sondern als Heimkehrer. Auch ich hätte ein Kreuz hinauftragen können, auf »den Heiligen Berg«, aus Dankbarkeit – und ich gehe mit jedem innerlich mit, der das tut. Aber eine Votivkerze aufzünden geht leicht. Sie verbrennt in sich, wie das irdische Leben auch.

P. Benedikt Probst OSB


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I n h a lt

a u s k i r c h e u n d k l o s t e r

4 80. Geburtstag von Altabt Odilo Lechner Ein geistlicher Impuls

4 »Was würde Paulus heute den Gemeinden schreiben?« – Impulse zum 80. Geburtstag von Altabt Odilo Lechner 7 Hirte und Gärtner aus Leidenschaft – 70. Geburtstag von Frater Thomas Schmidt 8 Abt Bonifaz Wöhrmüller – fünfter Abt von Sankt Bonifaz 10 Nachrichten aus dem Archiv 12 »Tag zu festlicher Begehung« – Ein Bild und seine Geschichte aus dem Archiv der Abtei 14 Andechser Dreihostienfest 2011 16 »Ich lege Euch das heute so aus« – Gedanken zum Matthäus-Jahr 18 Neue gemeinsame Homepage der Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs

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Klosterbrauerei investiert in Qualität – neues Datenbanksystem für die Qualitätskontrolle Klösterlicher Genuß auf Grüner Woche in Berlin Hopfen – das grüne Gold – Erster Teil einer Serie über die Rohstoffe des Bieres Weißbier für Messer und Gabel – Rezepte zur Weißbier-Saison Botschafter der Andechser Klosterbiere – die Verkaufsleiter der Klosterbrauerei

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Klösterliche Käsekultur – Andechser Frischkäsezubereitungen neu im Bräustüberl 1000. Stammgastkarte im Andechser Bräustüberl Urgemütlich und bayerisch – 25 Jahre Andechser in Mannheim Traditionsreicher Gasthof schätzt klösterliche Bierkultur – Der Landgasthof ›Alte Krone‹

t e r m i n e u n d v e r a n s ta lt u n g e n

24 Weißbier für Messer und Gabel Rezepte zur Weißbier-Saison von Gertrud Möstl vom Hofcafe Villa Möstl

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Carl Orff-Festspiele Andechs 2011 – Eine Programmübersicht Eine Passion mit klarer, durchsichtiger Struktur – Die Markuspassion »Kühner, gewaltiger, poetischer« – Die Johannespassion von J. S. Bach Colloquium Benedictinum® Lebe einfach mal anders – Tage im Kloster für junge Männer Das Ende der Bavaria Sancta. Die Säkularisation von 1803 und ihre Folgen – Sommerakademie des Vereins der Freunde von Sankt Bonifaz 41 Blasmusik auf der Bräustüberl-Terrasse 42 Andechser Zelt auf dem Tollwood 2011 – das Programm

pa n o r a m a

32 Carl Orff-Festspiele Andechs 2011 Eine Programmübersicht für die Zeit vom 28. Mai bis 7. August 2011

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10. Bayerisches Gesundheitsforum im Kloster Andechs Aktion »Pflanzenrätsel« – Steierl-Pharma verlost Brotzeitpakete für Andechser Bräustüberl Sponsoring für den TSV Erling-Andechs Der Stern von Bethlehem – Fakt oder Fiktion? Diana Sandmann stellt im Fürstentrakt aus

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Bruchstelle das Zeichen des Heils Geheimnisse hinter Klostermauern Scheckübergabe im Gedanken an Rudolph Moshammer Stefanie Irányi überstrahlt Händels Oratorium 80. Geburtstag Altabt Odilo Lechner Engel auf Glitzersteinen Andechs im i-Phone Abschied von einer tapferen Frau Irmingard Prinzessin von Bayern gestorben Technische Fitness-Kur – Muhleisen-Orgel in St. Bonifaz muss überholt werden

presse echo


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Aus Kirche und Kloster

»Was würde Paulus heute den Gemeinden schreiben ?«

Zum 80. Geburtstag von Altabt Odilo Lechner am 25. Januar 2011 hat Dr. Josef Steiner, langjähriger Leiter der Abteilung Sakramentenpastoral im Erzbischöflichen Ordinariat München, während der Pontifikalvesper in Sankt Bonifaz einen geistlichen Impuls gegeben. Er setzt sich mit den Sorgen der Kirche im beginnenden 21. Jahr­ hundert auseinander. Wir drucken den Impuls im folgen­den leicht gekürzt ab.

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ie Sorgen im 21. Jahrhundert kann Paulus uns nicht abnehmen, seine Zeit war anders. Aber er kann einer müden und suchenden Kirche ein paar Hinweise geben, die uns helfen. Drei aus seinen Briefen möchte ich mit Ihnen kurz bedenken.

1. Kritik in Liebe 2. Hört, was die Jungen sagen 3. Charismen entdecken und einsetzen 1. Kritik in Liebe

Dazu eine Geschichte eines Freundes. Es war am Heiligen Abend. Alle warteten gespannt. Unter dem Weihnachtsbaum bei den Geschenken lag ein Brief an den Vater, verfasst vom achtzehnjährigen Sohn, der die drei jüngeren Geschwister unterschreiben ließ. Dar-

Anstöße des Apostels Paulus für die suchende Kirche heute


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in schrieb er: »Du trinkst zu viel und fährst auch betrunken Auto. Wenn einmal etwas passiert, bist du ein Mörder. Du bist selten zuhause, und wenn, dann bist du ungeduldig und streng.« Nach dem Beten und Singen, bei der Bescherung nahm der Vater den Brief, las ihn und schwieg, die gesamten Weihnachtstage hindurch. Erst nach dem Fest rief er alle Kinder zusammen, nahm den Brief, zerriss ihn und sagte: Es ist ein Pamphlet. Den Achtzehnjährigen belastete das so, dass er in seiner Verzweiflung bei seinem Beichtvater sein Herz ausschüttete. Der sagte: Du hast eine große Dummheit gemacht. Ich bewundere, wie Dein Vater reagiert hat. Der junge Mann verstand die Welt nicht mehr. Was hätte ich anders machen sollen? Der Beichtvater: Du musst zuerst die Stärken deines Vaters sehen und sie ihm sagen. Dann weckst du in ihm die Kraft, sich zu ändern. Einige Jahre später besuchte der Vater den Sohn an seinem Studienort. Sie gingen miteinander essen. Der Sohn nahm sich ein Herz und sagte zu seinem Vater: Ich bewundere dich, was du alles leistest. Wir sind vier Kinder, allen hast Du eine gute Ausbildung ermöglicht; du arbeitest Tag und Nacht; du bist politisch in der Öffentlichkeit tätig; du hast so viele Freunde. Der Vater war vollkommen überrascht und sagte: Aber schau, welche Probleme ich habe. Die Ehe ist nicht einfach. Ich habe keine Zeit für euch. Du weißt, ich trinke zu viel; ich bin fast krank. Der Vater konnte ein Bekenntnis ablegen, weil der Sohn ihm mit Anerkennung und Dankbarkeit entgegen gekommen ist. Der Beichtvater hatte dem jungen Mann den paulinischen Weg der Kritik in Liebe

ermöglicht. Der Apostel Paulus beginnt all seine Briefe mit Worten der Anerkennung: Ich danke Gott jedes Mal, wenn ich an euch denke, ihr erwärmt mein Herz, ich staune über die Aufnahme bei euch, über eure Gastfreundschaft, eure Mühe, euer Glaube leuchtet in die Welt. Griechen und Nichtgriechen, Gebildete und Nichtgebildete nimmt er in sein Herz. »Ich liebe euch mit der Eifersucht Gottes.« Erst dann, auf dem Hintergrund dieser Liebe, kritisiert er: die Unsensibilität der Reichen und Starken, das Übergehen und Übersehen der Armen und Schwachen, – »Wollt ihr jene demütigen, die nichts haben?« – den Personenkult und den Streit zwischen unterschiedlichen Frömmigkeitsformen, – »Ist denn Christus zerteilt?« Ebenso groß spricht er von seinen Schwestern und Brüdern aus dem Judentum, die seinen Weg – wir denken am heutigen Fest besonders daran – nicht verstehen und bekämpfen. Sie »haben die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihnen ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst, die Verheißungen.« Erst dann, auf dem Hintergrund dieser Liebe fragt er: Mit dieser riesengroßen Tradition, warum klammert ihr euch so am Alten fest und habt Angst vor Neuem? Lieber Abt Odilo, Du bist ein Meister der Kritik in Liebe. Du lebst Deinen Wahlspruch. Deinem weiten Herzen haben viele hier in dieser Basilika zu verdanken, dass wir Kritik einbringen und für die Kirche fruchtbar ma-

chen konnten. Und wenn Du selbst kritisch fragst, ob das Potenzial der Frauen in unserer Gemeinschaft genügend genützt wird, oder ob bei der diözesanen Strukturreform unsere Gemeinden nicht führungslos gemacht werden, dann tust Du das liebevoll, in Sorge um die Zukunft der Kirche. 2. Hört, was die Jungen sagen

Kardinal Martini war von 1980 bis 2002 Erzbischof von Mailand. Berühmt waren seine biblischen Katechesen. Monat für Monat hörten ihm im Dom und wegen der vielen Leute übertragen auf dem Domplatz 5000 Menschen zu, vorwiegend junge Menschen. Ein Mitbruder fragte ihn nach dem Geheimnis dieses Erfolges. Er sagte: Ich habe keines. Aber ich lade vorher ein paar Jugendliche in mein Bischofspalais ein und rede mit ihnen über die Bibelstelle. Was sie mir sagen, gebe ich dann weiter. In dem kleinen Büchlein Jerusalemer Nachtgespräche beschreibt er, wie er einmal bei einer befreundeten Familie eingeladen ist. Und wie der Sohn des Hauses und dessen Freundin sich dann selbstverständlich in ein gemeinsames Schlafzimmer zurückziehen. Martini erlebt das mit den Eltern und redet darüber. Er schreibt: Ich kann es nicht verstehen, aber ich stelle ihre Ehrlichkeit und ihr Vertrauen zu den Eltern fest. Das gibt mir Optimismus. Ich hoffe und bete für sie, dass etwas Neues und Gutes aus ihrer Beziehung wächst. Unsere Generation musste das viel versteckter machen. Der Graben zwischen den jungen Leuten, denen es materiell an nichts fehlt, und der Kirche mit ihren geistigen Schätzen, hat ihn umgetrieben. Im Wohlstand gefangen, abhängig vom Computer – wer spricht sie an? Wer


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Aus Kirche und Kloster

braucht sie? Warum so viel Gleichgültigkeit? Eine alternde, müde Kirche braucht dringend junge Leute. Auf die Jungen hören anstatt sie zu bepredigen – das war sein pastorales Prinzip. »Es gibt nichts Schöneres für einen Priester oder Bischof, als wenn ihm junge Menschen Fragen stellen.« Kardinal Martini geht den Weg des Apostels Paulus, der heißt: Hören, was die Jungen sagen. Was er als Pharisäer gelernt und geübt hat, jeden Tag am Abend und am Morgen auf Gott zu hören, das hat er in seiner täglichen missionarischen Arbeit umgesetzt. Alle seine Briefe sind Antworten auf Fragen. Als ein Mazedonier in dunkler Nacht ruft, komm herüber zu uns, dann hört Paulus diesen Hilferuf und bricht auf in eine neue Welt. In Philippi hört er die Einladung einer suchenden Frau und gründet in ihrem Haus eine erste Hausgemeinde. In der Hafenstadt Korinth hört er die Hilferufe gequälter und ausgebeuteter Sklaven und richtet sie auf. Wenn auf der Burg Akrokorinth 1000 junge Menschen ihren Körper den heidnischen Liebesgöttinnen und Liebesgötter prostituieren, dann hört er die Hilferufe der Korinther nach sexueller Führung und stärkt in ihnen das Bewusstsein: Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes. Lieber Abt Odilo, Du bist ein Meister des Zuhörens. Eine Situation hat sich mir eingeprägt. Jeden Mittwochnachmittag in einem Hinterzimmer des Klosters. Unterschiedlichste Leute kommen herein: der Professor, der Student, die Krankenschwester, die Gemeindereferentin, der Kaplan, die Hausfrau, alles junge Menschen. Und dann kamst Du, in einer Kutte, in der Rechten eine Bibel, in der Linken ein Tragerl Andechser. Du hast Dich hingesetzt und zugehört: den Suchenden und Fragenden, den Geknickten und Bedrückten, den Gebildeten und den Eingebildeten. Und das seit 40 Jahren. Weil Du das getan hast, hast Du uns Perspektiven aufgetan. Dein seelsorgerliches Prinzip ist: Nicht zuerst dozieren, lehren, antworten, sondern zuhören, einfühlen, verstehen. Und erst dann ein Hinweis auf einen Schritt, eine Perspektive, einen möglichen Weg.

3. Charismen entdecken und einsetzen

Das vergangene Jahr vor meinem Ruhestand war für mich nicht einfach. Ich hatte große familiäre Sorgen. Und dann die Angst vor dem Ruhestand. Die täglichen Gespräche mit Eltern, die der Kirche fern stehen und trotzdem ihre Kinder zur Erstkommunion führen wollen. Die Arbeit mit Gruppenleiterinnen, die skeptisch fragen: Eine Firmgruppe führen, ob ich das kann? Die angenehme Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen im Ordinariat. Das gemeinsame Suchen mit Priestern und Laien, wie denn ihre Pfarrgemeinde lebendiger werden könnte. Und mit all dem sollte Schluss sein? All das würde mir fehlen. Was soll ich tun? Wie wird die Zukunft ausschauen? In meinem Suchen und Fragen schlug mir ein Freund vor: Komm zweimal im Monat nach Wien und arbeite dort in meiner Bibelschule mit. Das war wie eine Erlösung. Er lud mich zu etwas ein, was ich konnte, was ich gern tat, das mich nicht überforderte, das meiner Liebe zur Bibel und dem Arbeiten mit Menschen entgegen kam. Der Freund hat mir geholfen. Er ist mit mir den Weg des Apostels Paulus gegangen. Paulus hat dafür sogar ein eigenes Wort erfunden: Charisma. Er hat Menschen gebraucht und hat einen Blick dafür bekommen, wer bei seinem Missionswerk mitarbeiten könnte. Jede und jeder kann zu diesem Ziel etwas beitragen. Paulus verknüpfte da-

bei genial die Charismen mit dem Bild des menschlichen Leibes. Er entdeckte in seinen Gemeinden Menschen mit einem guten und gütigen Auge, andere, die zuhören können, die nicht auf den Mund gefallen sind, die praktische, zugreifende Hände haben, andere, die dynamisch unterwegs sind, neue Schritte wagen. Die Vorsteherin soll dabei fleißig sein, der Caritashelfer barmherzig, die Pädagogin klug und der Prophet sprachmächtig. Wenn alle zusammenarbeiten, die unterschiedlichen Begabungen nicht neidisch beäugen, sondern als Gewinn sehen, wenn Solidarität die treibende Kraft ist, dann können Gemeinden wachsen. Lieber Abt Odilo, Du hast viele Charismen entdeckt, hervorgeholt. Du hast Menschen Aufgaben gegeben, die sie nicht überfordern. Wer Bier brauen kann, wer einen Betrieb wirtschaftlich führen kann, wer sich in der Wissenschaft einer Bibliothek vertiefen will, wer Menschen geistlich führen kann, wer ein Raucherbein auszuwaschen vermag – immer hast Du den Menschen im Kloster, in der Gemeinde Sankt Bonifaz und außerhalb jene Aufgaben gegeben, die ihnen entsprechen. Kritik in Liebe, Hören was die Jungen sagen, Charismen entdecken und einsetzen – drei Anstöße des Apostels Paulus am Fest Pauli Bekehrung für eine müde und suchende Kirche. Sie umzusetzen ist unsere Bekehrung.


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Hirte und Gärtner aus Leidenschaft 70. Geburtstag von Frater Thomas Schmidt

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n der Predigt des Gottesdienstes, der von den Haunshofener Sängerinnen musikalisch gestaltet wurde, ging Abt Johannes auf das pfarramtliche Zeugnis des Heimatpfarrers von Fr. Thomas ein. Vor 47 Jahren schrieb der Pfarrer vom sonnigen und stillen Wesen, von der Beliebtheit von Fr. Thomas und auch davon, dass er gelegentlich gerne getanzt hat. Dieses Tanzen nun nahm Abt Johannes in seinen Worten auf, als Bild für unser Leben. Gerade als Christen dürfen wir uns Schritt für Schritt einlassen auf einen Anderen, auf Gott als Partner auf dem Parkett des Lebens. Sich Schritt für Schritt Gottes Vorsehung und seiner Führung überlassen, wie die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes, die sich mit Jesus auf den Weg zum Berg der Verklärung machen (vgl. Lukas-Evangelium 9. Kapitel). Wie die Drei mit Jesus den Berg erklimmen, wie sie sich einlassen auf Christi Wort, auf seine Melodie, so ist es auch für einen guten Tänzer wichtig dem Gehörten durch den Körper, durch die Bewegungen zum Ausdruck zu bringen.

Am 19. Februar dieses Jahres durfte Fr. Thomas Schmidt auf 70 Lebensjahre zurückblicken. Mit vielen Verwandten, Freunden, Bekannten aber auch mit Angestellten vom Heiligen Berg hat er diesen Tag festlich begangen.

Abt Johannes stellte das Beschenktsein von Gott in den 70 Lebensjahren von Fr. Thomas in den Vordergrund, auch wenn es nicht nur Stunden des Glücks und Momente der Freude gab. Man kann das Glück nicht festhalten, wie es Petrus auf dem Berg möchte, indem er Hütten bauen will. Es gibt immer Zeiten in den Niederungen des Alltags, wenn die Jünger wieder hinabsteigen müssen vom Berg. Auch Fr. Thomas steigt seit Jahrzehnten jeden Tag hinab in den Garten, er sorgt sich um die Schafe, manchmal bei Tag und bei Nacht. Gerade dann, wenn der Berg vielleicht immer steiler wird, wenn es mit Schwächen und Krankheiten leben zu lernen gilt, ist es wichtig, nicht aufzugeben, sich immer wieder mit anderen aufs Parkett zu begeben in dem Wissen, dass es eben überall Stärken und Schwächen gibt. Doch gibt es das feste Vertrauen, dass Gott uns trägt, dass letztlich er uns führt, so wie es der Heilige

Benedikt am Ende seiner Regel sagt, dass Christus uns gemeinsam zum ewigen Leben führen will. In der Ostersequenz, so sagte es Abt Johannes, wird Christus uns als dux vitae, als Anführer zum Leben vorgestellt, als Anführer des Reigentanzes, in dem wir immer wieder seine Melodie aufnehmen, dass er uns in Bewegung bringt, dass wir uns auch in Zukunft seiner Melodie anvertrauen. Fr. Thomas wurde geprägt durch sein Vorbild, seinen Onkel Frater Ursmar. Als Gärtner und Schafhirte hat er immer wieder die Schönheiten der Natur und des Gartens erleben und erfahren dürfen, und so hat Abt Johannes mit den Worten von Madeleine Delbrêl, die 1964 – dem Eintrittsjahr von Fr. Thomas in Andechs – gestorben ist, seine Gedanken zusammengefasst: »Lass uns unser Leben leben, wie ein Tanz in den Armen deiner Gnade, in der universellen Musik der Liebe. Komm Herr, lade uns ein.« P. Valentin Ziegler


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Aus Kirche und Kloster

Fürsorglicher Vater und verantwortungsbewußter Oberer Abt Bonifaz Wöhrmüller – fünfter Abt von Sankt Bonifaz

Im »Colloquium Benedictinum« in Sankt Bonifaz standen vor einiger Zeit in der Reihe »Aus der Geschichte der Abtei Sankt Bonifaz« die Gestalten der Äbte im Mittelpunkt – vom Gründungsabt Paulus Birker (1850 –1854) bis hin zu Abt Bonifaz Wöhrmüller (1919 –1951). Anhand von Archivalien der Abtei wurden sie porträtiert und vorgestellt. In Kurzfassung geschah dies auch im Berg-Echo. Der folgende Beitrag beschäftigt sich nun mit Bonifaz Wöhrmüller, dem fünften Abt von Sankt Bonifaz, und beschließt damit zugleich die Reihe.

Abt Bonifaz Wöhrmüller – Porträt aus der Abtsreihe im Andechser Kapitelsaal. Max Schneidt stellt ihn als jungen Mann dar – im Gegensatz zum Altersportrait in Sankt Bonifaz. Die Verse dazu lauten: ›Wieder aufgebaut hat er tatkräftig Gebäude, die er zuvor mit Worten errichtet hatte, unbesiegt durch den Krieg war er wahrhaft ein Täter des Guten (ein Boni-facius)‹. Die Gebäude aus Worten beziehen sich auf seine literarische Tätigkeit.


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Abt Bonifaz Wöhrmüller – lebens-

Die Kräfte konzentrieren

großes Porträt in Sankt Bonifaz.

Seine Jahre als Abt sind geprägt vom Gedanken der Konzentration von Kräften und Aufgabenbereichen vor dem Hintergrund schwieriger Zeiten. Sankt Rupert und Sankt Benedikt wurden an Weltpriester übergeben, 1925 wurde die Sankt-Nikolaus-Anstalt in Andechs und 1933 auch die Sankt-GregoriusAnstalt in Rothenfeld geschlossen. Personelle und finanzielle Gründe waren ausschlaggebend, im Falle von Rothenfeld spielte sicher auch die neue politische Situation ab Januar 1933 eine Rolle. Abt Bonifaz Wöhrmüller war ein strenger und herber Mensch, wohl auch aufgrund seiner chronischen Lungenerkrankung, die ab 1924 immer wieder längere Erholungsaufenthalte in der Schweiz erforderlich machte und die ihn Zeit seines Lebens behinderte und damit prägte. Er war schriftstellerisch tätig – auf historischem Gebiet mit den ›Beiträgen zur Geschichte der Kastler Reform‹ (1923) oder den ›Literarischen Sturmzeichen der Säkularisation‹ (1927) und pastoraltheologisch mit »Das königliche Gebot. Kleine Kapitel von der Nächstenliebe« (1. Auflage 1921, 53. Auflage 1949, in fünf Sprachen übersetzt), »Frohe Botschaft« (1929), »Gottes Lieblingsandacht« (1922), und »Mannhaftes Christentum. Nachdenkliche Kapitel für Männer und Frauen« (1934). 1922 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität München. In seine Regierungszeit fällt 1919 die Gründung der Chorvereinigung Sankt Bonifaz – vorher hatten Berufsmusiker die Gottesdienste gestaltet, das 75-jährige Gründungsjubiläum der Abtei im Jahr 1925 sowie die Wiederbelebung der Pfarrwallfahrt von Sankt Bonifaz nach Andechs und der Feier des dortigen Dreihostienfestes.

Franz Xaver Wilfried Braunmiller, Bruder von P. Willibrord Braunmiller, hat es 15 Jahre nach Wöhrmüllers Tod begonnen und ihn in die für ihn prägenden Ereignisse hineingestellt: Brand und Zerstörung von Sankt Bonifaz im Zweiten Weltkrieg, auch als Symbol für die schwierige Zeit, in der Abt Bonifaz der Abtei vorstand.

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n einem »Bilderbuch meiner Erinnerung«, das sich im Archiv der Abtei befindet, hat Abt Bonifaz Wöhrmüller sein Leben bis zur Priesterweihe 1909 beschrieben, vor allem seine Kindheit und Jugend im Münchner Westend. Am 15. Dezember 1885 war er in Altötting geboren und auf den Namen Franz Seraph getauft worden. Sein Vater Johann war ein Bauernsohn aus Grüntegernbach – die dortige Wöhrmühle gab der Familie den Namen – und arbeitete als Bräubursche, die Mutter Anna Staudhammer stammte vom Altöttinger Bonimaier-Hof. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Die zwei Jahre jüngere Schwester Anna trat als Schwester Gregoria bei den Missionsbenediktinerinnen in Tutzing ein und starb bereits 1916. 1889 zog die Familie nach München, wo der Vater eine Stelle beim Augustinerbräu antrat – auf der Schwanthaler Höh und damit im Pfarrsprengel von Sankt Bonifaz bzw. später dann von Sankt Benedikt. 1893 starb die Mutter im Alter von 30 Jahren an der Schwindsucht. Als sich der Vater mit der Schwester der Mutter verheiratete, begann für den kleinen Franz der ›zweite Teil der Kindheit, der etwa vier Jahre dauern sollte und in meiner Erinnerung etwas Sonnenloses und Gnadenloses hat‹. Der Wunsch, Mönch zu werden

Nach der Erstkommunion 1896 und der Firmung entstand durch den Kontakt mit P. Willibald Krone von Sankt Benedikt langsam der Wunsch, Priester zu werden. Die Eltern waren zwar skeptisch, doch nach sieben Jahren Benediktusschule und privaten Lateinstunden bei P. Willibald gelang der Übertritt ins Ludwigsgymnasium. 1900 kam Franz dann ins Scholastikat nach Metten und

trat 1904 in Sankt Bonifaz ein, wo er den Namen Bonifatius erhielt. Nach dem Studium an der Münchner Universität und der feierlichen Profess am 4. Oktober 1908 folgten am 16. Juni 1909 die Priesterweihe in Sankt Anna durch den Apostolischen Nuntius Andreas Frühwirth und am 24. Juni die Primiz, bei der P. Pius Eichinger zum Thema: »Du wirst ein Prophet des Allerhöchsten genannt werden« predigte. Religionslehrer, Gastmeister, Novizenmeister, Stiftsprediger, Prior

Zunächst war P. Bonifaz als Kooperator und Katechet in Sankt Bonifaz eingesetzt. Seine Katechetentätigkeit, die vielen Referate beim Münchner Katechetenverein und die Beiträge in den Katechetischen Blättern empfahlen ihn dabei als Religionslehrer der heranwachsenden Prinzen und Prinzessinnen aus dem Haus Wittelsbach in der Nachfolge von P. Rupert Jud. Er half beim Aufbau der Pfarrbibliothek von Sankt Bonifaz mit, wurde 1914 Gastmeister, 1915 Novizenmeister und Stiftsprediger und 1917 Prior. Nach dem Tod von Abt Gregor Danner wurde er am 12. Juni 1919 zu dessen Nachfolger gewählt und am 20. Juli zum Abt geweiht.

Zerstörung und Wiederaufbau

Im Zweiten Weltkrieg mussten Abt und Konvent die sukzessive Zerstörung von Kloster und Basilika erleben: ab August 1942 die Evakuierung von Teilen der Bibliothek nach Andechs, am Aschermittwoch 1943 erste Brandbomben auf den Klosterbereich mit der Vernichtung der Bibliothek und der dar-


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Aus Kirche und Kloster

in verbliebenen Bestände, am 25. April 1944 das Ausbrennen der Basilika nach dem Abwurf von Phosphorbomben und am 7. Januar 1945 die endgültige Zerstörung der Kirche und der Einsturz der Krypta, die bis dahin als Gottesdienstraum gedient hatte. Die Basilika wurde nach dem Krieg nur im hinteren Drittel wieder aufgebaut, ihre Weihe am 17. Dezember 1950 konnte Abt Bonifaz Wöhrmüller nicht selbst vollziehen. Er war wieder einmal schwer erkrankt und wurde von Abt Angelus Kupfer von Ettal vertreten. Das im Mai 1951 gefeierte 150-jährige Gründungsjubiläum von Sankt Bonifaz hat er noch erlebt, am 25. Oktober desselben Jahres ist er im Alter von 65 Jahren gestorben und wurde

in der neu erbauten Krypta von Sankt Bonifaz beigesetzt. Seinen Wahlspruch »Ambulemus in lumine« und den damit verbundenen Stern in seinem Wappen hat er in einer Zeit des Umbruchs ausgewählt, sicher nicht ahnend, durch welch schwierige und auch finstere Zeiten Abt und Konvent von Sankt Bonifaz in den Jahren zwischen dem Ersten und dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterwegs sein sollten. Angeschlagen, aber nicht zerbrochen

Weniges ist über Abt Bonifaz Wöhrmüller vorhanden, was ihn persönlich in den Mittelpunkt stellt. Aber auf allzu große Außenwirkung war sein Leben auch nicht angelegt.

Wenn man es in der Rückschau betrachtet und die großen Herausforderungen in seiner Zeit als Abt beleuchtet – und das alles auch noch vor dem Hintergrund seiner desolaten Gesundheit und seiner beständigen Selbstzweifel, hat er eigentlich Über-Menschliches geleistet. Sankt Bonifaz hat mit ihm als Abt die schlimmsten Jahre des 20. Jahrhunderts überstanden – baulich nahezu zerstört, aber trotzdem nicht vernichtet, menschlich angeschlagen, aber nicht zerbrochen. Gleichzeitig wird hier aber auch deutlich, dass ein Abt für sich allein nichts vermag, sondern dass klösterliches Leben gemeinschaftliches Leben ist. Wer die Priestermönche in ihrer je unterschiedlichen und unterschiedlich in-

NACHRICHTEN AUS DEM ARCHIV

Nach der Zerstörung von Sankt Bonifaz hat sich Abt Bonifaz Wöhrmüller mit der Frage beschäftigt, die Abtei in München aufzugeben und mit dem gesamten Konvent nicht nur vorübergehend, sondern für immer in Andechs zu bleiben. Er hat das Für und Wider in handschriftlichen Aufzeichnungen zusammengetragen:

»Der 2. Weltkrieg schien die Abtei Sankt Bonifaz in München auslöschen zu wollen. Die Basilika ist bereits vernichtet und auf viele Jahre hinaus wird Sankt Bonifaz keine eigentliche Abteikirche mehr haben, weder seine alte Basilika noch irgend eine größere neue Kirche an ihrer Statt. Das Kloster, am Aschermittwoch 1943 eingeäschert, und dann noch 9mal angegriffen, schien allmählich der völligen Zerstörung anheimzufallen, wie auch die bereits zu 9/10 zerstörte Pfarrei einer völligen Ausradierung entgegenzugehen drohte. So traurig eine völlige Zerstörung von Kirche, Pfarrei und Kloster gewesen wäre – das Problem, wie die Zukunft unsres Doppelklosters gestaltet werden soll, wäre dann bereits von einer höheren Hand gelöst gewesen. Nun aber hat der Krieg sein Werk nicht vollendet. Er hat die Möglichkeit offen gelassen, das Schwergewicht unseres Hauses in Andechs zu belassen, wohin es sich 1943, 44 und 45 immer mehr verlagert hatte, oder aber es nach München zurück zu verlegen. Denn wenn hier auch keine Abteikirche mehr auf 10 oder mehr Jahre mehr vorhanden ist, so kann und wird doch eine Notkirche erstellt werden

für die Reste unserer Pfarrgemeinde, die zweifellos mit den Jahren wieder von 2000 Seelen auf 5, 10.000 und mehr anwachsen wird; auch die Wiederherstellung der Klostergebäude ist in einem Umfang möglich, daß wieder Abt und der größere Teil des Konvents darin wohnen wird können. Also Andechs oder München – das ist nun die Frage! Soll Andechs der Sitz der Abtei sein, während Sankt Bonifaz bloß ein Priorat bleibt ähnlich wie einst Sankt Benedikt? Oder soll Sankt Bonifaz wieder Sitz und Schwerpunkt der Abtei werden, Andechs aber wie bisher bloß Priorat? I. Für Ersteres sprechen folgende Momente: 1. Ohne eine Kirche, also die nächsten 10 Jahre, wird Sankt Bonifaz doch kein rechtes liturgisches Leben entfalten können, ohne das eine Benediktinerabtei sich nur schwer denken läßt. 2. Je mehr Patres jetzt nach München versetzt werden, umso mehr besteht Gefahr, daß sie, in Ermangelung der großen Arbeit der bisherigen 20000 Seelen Pfarrei, sich in der Stadt nur an kleine Liebhabereien verlieren …


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tensiven Außenwirkung betrachtet, wer an die vielen Brüder denkt, die das alles mitgetragen haben – im Krieg, in der Abtei in München, in Andechs, beim Wiederaufbau, und wer auch die nicht vergisst, die von der Pfarrei und aus der Stadt München zur Stelle waren, wenn es im Krieg und nach dem Krieg um Hilfe und Unterstützung ging, der sieht, was ein Haus aus lebendigen Steinen wert ist, umso mehr, wenn das Haus aus toten Steinen zusammenbricht.

den. Auch wenn Wöhrmüllers Wirkung und damit die Erinnerung an ihn vom fürsorglichen Vater bis zum verantwortungsbewußten Oberen reichen mag, mit seinem Wahlspruch hat er sich von Anfang an mit allen anderen unter das gleiche Licht gestellt: »Lasst uns wandeln im Licht« – und das darf auch als sein Vermächtnis gelten. Birgitta Klemenz Stiftsarchivarin

Im Licht wandeln

Der Wahlspruch »Ambulemus in lumine« wurde so zum Programm für alle, die zur Sankt Bonifaz gehörten oder ihm nahe stan-

Schmuckblatt zur Abtweihe von Bonifaz Wöhrmüller am 20. Juli 1919 mit seinem Wahlspruch ›Ambulemus in lumine‹ – ›Lasst uns wandeln im Licht‹ und seinem Wappen, das neben dem hl. Bonifatius für Sankt Bonifaz und Löwe und Adler für Andechs als persönliches Signet den Stern trägt.

3. Andechs dagegen hat eine schöne, berühmte Kirche, die würdig wäre eines reicheren und regeren liturgischen Lebens. Auch das Kloster selbst hätte die Aufgabe und wenn ein größerer Konvent hier wäre, auch die Möglichkeit, mehr als bisher Zentrum eines religiösen Lebens auf weitere Entfernung, vielleicht mit Reichweite bis München hinein zu werden. Ein Andechs, das auch geistig auf der Höhe steht, wäre wohl geeignet, Berufe zu gewinnen, während Sankt Bonifaz in seinem ruinösen Zustand nicht viel besser als ein Pfarrhof und ebenso ein Andechs, das nicht viel mehr ist als ein Klostergut mit Brauerei, wohl wenig Anziehendes und Verlockendes, die Phantasie und das Gemüt Begeisterndes an sich haben kann und das Nachwuchsproblem, seit 75 Jahren die beständige Crux des Hauses, nun erst recht bedrohlich ernst sein wird. Dagegen aber kann und muß man Folgendes ins Feld führen: 1 Der Abt hat unter den gegenwärtigen Personalverhältnissen nur in Sankt Bonifaz die Möglichkeit, eine wirklich abteiliche Tätigkeit zu entfalten.

2 Der Konvent, in München eingetreten und aufgewachsen, ist durch Neigung und Erziehung auf Großstadtleben und Großstadtarbeit eingestellt und hat deshalb wenig Lust, in Andechs zu sein, namentlich wenn ihm hier nicht in absehbarer Zeit ein größeres und passendes Arbeitsgebiet zufällt. 3 Nun aber läßt sich doch auch in Andechs ein größeres liturgisches Leben nicht entfalten: a) wegen der Bauart der an sich so schönen Kirche, die nur ein kleines Presbyterium, fast wie eine Landkirche, besitzt und den Mönchschor auf die Musikempore verbannt. b) auch wegen der unter den bayerischen Klöstern ziemlich alleinstehenden Tatsache, daß fast das ganze Jahr hindurch der Pfarrgottesdienst in der Kirche des Dorfes gehalten wird und damit die Klosterkirche ohne Sängerchor ist. Eine Schule läßt sich in Andechs nicht aufmachen, da es an Lehrern und besonders an Räumlichkeiten fehlt. Letzteres gilt auch für ein größeres Exerzitienhaus. Was sich tun ließe, wäre allenfalls nur die Errichtung einer Jugendherberge und eine intensivere Seelsorge der Jugend der näheren und weiteren Umgebung (kleine Exerzitien, Einkehrtage usw.). Aber die Möglichkeiten

füllen nicht das Tagwerk einer ganzen Abtei aus. Für wissenschaftliche Arbeiten, für die immer nur der eine oder andere in Frage kommt, wäre München günstiger als Andechs. Alles in allem scheint mir, psychologisch wenigstens Sankt Bonifaz die schwereren Gewichte in der Wagschale zu haben und es wird dem Abt wohl nichts übrig bleiben, als die Abtei wieder in München aufzumachen und aufzubauen. Aber es muß doch in Andechs wenigstens etwas von dem engeren Leben zurückbleiben, das hier angefangen hat; namentlich aber muß etwas geschehen, um von hier aus in lebhafteren Contakt mit der Jugend zu treten (Aufrichtung einer neudeutschen Gruppe besonders für Erling und Herrsching; Errichtung einer Jugendherberge, Einrichtung von Studentenexerzitien in kleinen Gruppen), wie auch in Sankt Bonifaz die Seelsorge der Akademiker und die Betreuung der studierenden Jugend eine besondere Aufgabe wird bilden müssen«.


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Aus Kirche und Kloster

»Tag zu festlicher Begehung« Ein Bild und seine Geschichte aus dem Archiv der Abtei

Kronprinz Ruprecht am Fenster bei seinem Besuch in der Abtei Sankt Bonifaz

Zum 150-jährigen Gründungsjubiläum von Sankt Bonifaz, das durch den Wiederaufbau der zerstörten Basilika erst am 1. Mai 1951 begangen werden konnte, waren viele prominente Gäste aus Nah und Fern gekommen.

A

m Festgottesdienst, den der Münchner Erzbischof Michael Kardinal Faulhaber zelebrierte, nahm auch S. K. H. Kronprinz Rupprecht von Bayern teil – als Nachkomme des Stifters König Ludwig I. Bereits am 12. April hatte der Verwaltungschef des Kronprinzen von Leutstetten aus die Teilnahme zugesagt. Ebensolche Zusagen sind von den Äbten von Sankt Ottilien, Niederaltaich, Ettal, Augsburg, Weltenburg, Plankstetten, Scheyern, Metten und Ottobeuren überliefert – in der Reihenfolge ihres Eingangs. Auch der Abtprimas übermittelte aus Rom die Gewährung eines Ablasses. Selbst Prof. Dr. Hans Döllgast, der den Wiederaufbau von Kirche und Kloster geleitet hatte, hielt sich den Tag ›zu festlicher Be-

gehung frei‹. Gleichzeitig übersandte er zwei Stimmen von führenden Architekten der Zeit zum Erscheinungsbild der wieder aufgebauten Basilika, die die Einfachheit und Klarheit des Kirchenraumes rühmen und seine konsequente Schlichtheit auch als die in Stein ausgedrückte Demut eines neuen, besseren Deutschlands werten.


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GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei

www.hofpfisterei.de


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Aus Kirche und Kloster

Andechser Dreihostienfest 2011 Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, kommt zum Festgottesdienst am 10. Juli 2011 im Kloster Andechs

Wie jedes Jahr begeht das Kloster Andechs am vierten Sonntag nach Pfingsten das Dreihostienfest. Um 9.00 Uhr feiert der Apostolische Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, das Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche. Im Anschluss folgt – bei günstiger Witterung – die traditionelle Prozession mit der Dreihostienmonstranz rund um die Kirche. Zu Festgottesdienst und Vesper sind alle Wallfahrer und Besucher des Heiligen Berges an diesem Tag herzlich eingeladen.

H

Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset

öhepunkt des Andechser Drei­ hostienfestes ist das große Pontifikalamt, das Erzbischof Jean-Claude Périsset am 10. Juli 2011 um 9.00 Uhr in der Andechser Wallfahrtskirche feiern wird. Außer seiner Muttersprache Französisch spricht Erz­bischof Périsset fließend Deutsch, Italienisch, Spanisch, Englisch und Rumänisch. Schon in seiner Mehrsprachigkeit kommt seine Verbundenheit mit der Weltkirche zum Ausdruck, die er beim Andechser Dreihostienfest auf dem Heiligen Berg repräsentieren wird. Zahlreiche Gottesdienstbesucher, Wallfahrer und Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine werden am Festgottesdienst und an der Prozession teilnehmen. Die Andechser Chorgemeinschaft gestaltet das Pontifikalamt musikalisch. Im Anschluss an das Pontifikalamt folgt die traditionelle Prozession mit der Drei­ hostienmonstranz rund um die Wallfahrtskirche. Zwei Altäre säumen den Weg der Prozession, bevor der sakramentale Segen

in der Wallfahrtskirche den Abschluss bildet. Den Festtag auf dem Heiligen Berg beschließt eine Pontifikalvesper um 14.00 Uhr in der Wallfahrtskirche. Jean-Claude Périsset wird 1939 in Estavayer-le-Lac (Schweiz) geboren. Seine philo­ sophisch-theologisches Studien absolviert er am Priesterseminar in Fribourg (Schweiz). 1964 wird er in Fribourg für die Diözese Lausanne-Genf-Fribourg zum Priester geweiht. Von 1964 bis 1969 ist Jean-Claude Périsset Vikar in der Basilika Notre-Dame in Genf. 1969 tritt er in den administrativen Dienst des Heiligen Stuhles und arbeitet bis 1970 in der Kongregation für den Klerus, anschließend in der Kongregation für die Bischöfe. Von 1971 bis 1973 studiert er an der Päpstlichen Diplomatenakademie und wird 1973 zum Doktor des Kanonischen Rechts an der Päpstlichen Universität Gregoriana promoviert. Seine Dissertation mit dem Titel »Curé ou presbytérium paroissial« untersucht die Bedeutung der Aussage des Zweiten Vatikanischen Konzils im Dekret »Presbyterorum ordinis« über die Verantwortung aller Priester im pastoralen Dienst.


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1973 tritt Jean-Claude Périsset in den Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhles und wirkt bis 1986 in den Apostolischen Nuntiaturen in Südafrika, Peru, Frankreich, Pakistan und Japan. Von 1986 bis 1991 arbeitet er als Offizial des Diözesangerichts von Lausanne-GenfFreiburg. 1991 kehrt Jean-Claude Périsset in den Diplomatischen Dienst zurück und nimmt eine Tätigkeit in der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten im Staats­ sekretariat auf. 1996 wird er zum beige­ ordneten Sekretär des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen ernannt. 1998 folgt die Ernennung zum Apostolischen Nuntius in Rumänien. Seit dem 15. Oktober 2007 ist Jean-Claude Périsset Apostolischer Nuntius in Deutschland.

DIE HEILIGEN DREI HOSTIEN

Von den Drei Heiligen Hostien gehen zwei auf den Hl. Papst Gregor den Großen († 604) und eine auf den Hl. Papst Leo IX. († 1054) zurück. Auf Vermittlung der Andechs-Meranier auf dem Bamberger Bischofsstuhl sind sie schon im 12. Jahrhundert aus Rom über Bamberg auf die Andechser Burg gekommen. Etwa seit 1130 ist auch die Andechser Wallfahrt bezeugt. Nach der Zerstörung der Burg um 1248 galten sie – wie der restliche »Heiltumsschatz« – rund 140 Jahre als verschollen. Ihre Wiederauffindung 1388 erregt großes Aufsehen und belebt die Andechser Wallfahrt neu. Der päpstliche Kardinallegat Niko­laus von Kues heißt die Wallfahrt Mitte des 15. Jahrhunderts ausdrücklich gut und empfiehlt ihre weitere Durchführung. Im Zuge der neu aufblühenden Wallfahrt wird zu Beginn des 15. Jahrhundert auch der Bau der Andechser Wallfahrtskirche in Angriff genommen. Herzog Ernst von Bayern fördert Wallfahrt und Seelsorge auf dem ehemaligen Andechser Burgberg, dem

er den Namen »Heiliger Berg« gibt. So wird aus dem Burghügel des Andechser Grafengeschlechtes der Heilige Berg Bayerns. 1455 erfolgt die Stiftung des Benediktklosters durch seinen Sohn, Herzog Albrecht III., der die Benediktiner aus dem Reformkloster Tegernsee mit der Betreuung der Wallfahrt beauftragt. Das Dreihostienfest wird jährlich am vierten Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Als liturgische Texte werden die Messformulare des Fronleichnamsfestes verwendet. An diesem Tag kommt die ursprüngliche ChristusWallfahrt am Heiligen Berg besonders deutlich zum Tragen. Die Gläubigen verehren in Brot und Wein den gegenwärtigen Herrn. Die Feier des Dreihostienfestes will bezeu­ gen, dass Christus in seiner Kirche lebt und die Menschen im Glauben zusammenführt. So ist das Dreihostienfest auch Zeichen für die Völkerwallfahrt zum Heiligen Berg Zion, wie sie der Prophet Jesaja verheißt. Gott selbst lädt hier ein zum Gastmahl und stiftet Gemeinschaft über alle Grenzen hinweg.


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Aus Kirche und Kloster

»Ich lege Euch das heute so aus« Gedanken zum Matthäus-Jahr

Durch das Kirchenjahr 2010/ 2011 werden uns in den Sonntagsgottesdiensten vor allem Abschnitte aus dem Matthäusevangelium begleiten. Deshalb stellt Pater Stephan Dorner, Stiftsbibliothekar in Sankt Bonifaz, in diesem Beitrag die wesentlichen Anliegen des Evangeliums vor.

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ereits ein erster Vergleich mit dem erheb­lich kürzeren Markusevangelium lässt erkennen, dass in dem wohl zwischen 80 und 100 n. Chr. entstandenen Matthäusevangelium den Worten und Reden Jesu weitaus mehr Raum gegeben wird. Doch bevor der matthäische Jesus Gelegenheit hat, etwas zu sagen, wird der Leser mit den so genannten Kindheitsgeschichten konfrontiert, die als Ouvertüre zentrale Themen der folgen­den Jesus-Geschichte benennen:

1. In Jesus, dem »Christus« (Messias), setzt Gott selbst einen neuen Anfang. Deshalb das theologische Bild von der Geburt aus der Jungfrau. 2. Als Sohn Davids ist Jesus fest in der Geschichte Israels verankert, weshalb 3. in ihm die biblischen Verheißungen in Erfüllung gehen. 4. Der Israel angekündigte König übt seine Herrschaft als ein um das Wohl der Menschen besorgter »Hirt« aus und ist 5. für die gesamte Menschheit von Bedeutung.

Evangelium als Kommentare

die größer ist als die der Pharisäer und der Schriftgelehrten (5,20). Nach einer verbreizur Tora des Mose teten Theologenauskunft geht es hier um Die Bergpredigt (Mt 5–7), die Friedrich Düreine neue Gerechtigkeit im Horizont der renmatt als die »Rede der Reden« bezeichnet Gottesherrschaft. Die Formulierung klingt hat, ist wohl die am meisten zitierte Rede, nicht übel, erweist sich aber in Wirklichkeit die je gehalten wurde; aber zugleich ist sie als ziemlich nichtssagend. Der Autor dieses die am häufigsten verratene, missbrauchte Beitrags hört heute aus den und missverstandene Rede. Es empfiehlt sich übriWorten Jesu die AuffordeDie gleich am Beginn getroffene Feststellung, dass Jesus gens, anstelle der missver- rung zu einem fröhlichen ständlichen Formulierung Wettstreit zwischen Juden auf einem Berg die um ihn »Ich aber sage euch« mit und Christen in der Toversammelten Jünger beder »Bibel in Gerechter ratreue heraus, zu einem lehrt, gibt uns einen wich(bei allen Unterschieden tigen Hinweis für das VerSprache« zu lesen: »Ich leständnis der Rede Jesu und ge euch das heute so aus«. im Verständnis der Tora) fair ausgetragenen Wettbedes gesamten Evangeliums: werb, bei dem es keine Sieger und Verlierer Jesus handelt in der Gestalt und mit der Augibt und bei dem es vielmehr stets um Gottes torität des Mose, womit jedoch der biblische Weisung geht, die das Beste der Welt und das Mose in keiner Weise ersetzt, abgelöst oder glückende Leben der Menschen im Blick hat. verdrängt wird. In diesem Zusammenhang ist es übrigens bezeichnend, dass Jesus sich zwar nicht scheut, für sich das Prädikat »gröEin Einblick in die jüdische Schriftauslegung ßer als Jona und Salomo« in Anspruch zu Die sogenannten Antithesen der Bergprenehmen (Mt 12,41–42), dass er jedoch niedigt (»Ihr habt gehört …, ich aber sage euch« mals explizit behauptet, größer als Mose zu 5,21–48) gewähren uns einen Einblick in die sein. Unter diesem Vorzeichen erweisen sich jüdische Schriftauslegung und präsentieren die Bergpredigt und das gesamte Evangelium ein Beispiel jüdischer Disputationskultur. Es als Kommentare zur Tora des Mose. geht hier nicht um Überbietung und Radika­ lisierung der biblischen Weisung, sondern um ihre stets gebotene Aktualisierung. Wer Gottes Weisung hat das glückende Leben sich hier genauer umsieht, merkt rasch, dass der Menschen im Blick Jesus an keiner Stelle gegenüber dem Ersten Jesus will Gesetz und Propheten nicht aufTestament und der jüdischen Überlieferung heben, sondern erfüllen (5,17), und er veretwas Neues sagt, wie seit einigen Jahrzehnlangt von seinen Jüngern eine Gerechtigkeit,


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ten auch christliche Kommentatoren festgestellt haben. Es empfiehlt sich übrigens, anstelle der missverständlichen Formulierung »Ich aber sage euch« mit der »Bibel in Gerechter Sprache« zu lesen: »Ich lege euch das heute so aus«. Auslegung und Aktualisierung des mosaischen Gesetzes

In diesem Zusammenhang ist auch die Weherede an die Adresse der Pharisäer und Schriftgelehrten (Mt 23,1–12) zu sehen: Hier geht es nicht um eine endgültige »Generalabrechnung«, sondern eine innerjüdische Disputation nach dem Vorbild prophetischer Scheltreden. Die einleitend getroffene Feststellung »Auf dem Lehrstuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer« (V. 2) ist in keiner Weise polemisch zu verstehen, sondern sie verweist auf die »Sukzession« auf dem Lehrstuhl des Mose, auf dem kompetente RechtsVisionen eines geschwisterlichen Mitein­ gelehrte sitzen und um die Auslegung und anders von Juden und Christen pflegen Aktualisierung des Gesetzes besorgt sind. Kein anderer Evangelist ringt so unverkenn– Die gelegentlich zu Tage tretende Vehebar um die Verankerung in Israel wie Matmenz der Auseinandersetzung Jesu mit den thäus. Hat man noch vor wenigen JahrzehnPharisäern dürfte ein Indiz dafür sein, dass ten selbstverständlich von der Ablösung sich die Matthäus-Gemeinde in einem akIsraels durch die Christen (»Substitutionsthetuellen Konflikt mit den orie«) und von der Kirche Vielleicht ist es für uns als pharisä­ischen Kontrahenten als dem neuen Volk Gottes Christen heilsam, die Sen- gesprochen, so haben sich befand, wobei diese Spandung zu Israel so zu vernungen in den größeren solche Gedankengänge zwistehen, dass wir in aller Kontext des innerjüdischen schenzeitlich als völlig unDemut Jünger Israels wer- brauchbar erwiesen. Es verNeuorientierungsprozesses den. Und mit vorsichtiger hält sich vielmehr so, dass nach dem Jahr 70 n. Chr. Zurückhaltung dürfen auf einzuordnen sind. Die ZerIsraelbezogenheit und Hinchristlicher Seite Visionen wendung zu den Völkern in störung des Tempels durch die Römer erwies sich als ihrem spannungsvollen Miteines geschwisterlichen nachhaltige traumatische einander die narrative KonMiteinanders gepflegt Erfahrung, die sowohl die zeption des Matthäusevanwerden. jüdische als auch die sich geliums von Anfang an präallmählich etablierende christliche Gemeingen. Dabei denkt der Matthäusautor keinen schaft vor schwerwiegende HerausforderunAugenblick daran, dass die Ausrichtung auf gen stellte und manche einseitige und überdie Völker erst das Ergebnis der vorausgehenzogene Polemik auslöste. den Verweigerung Israels ist. An keiner Stelle

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Der Evangelist Matthäus aus dem Weihenstephaner Evangeliar (Mitte 12. Jh.) Quelle: Bildarchiv Foto Marburg

bezeichnet der Evangelist die christliche Gemeinde als (neues) Gottesvolk, er denkt folglich nicht an die Ablösung Israels, sondern er setzt auf Ergänzung: Die Jünger, deren bleibende Aufgabe die Erneuerung Israels ist, werden auch zur übrigen Menschheit gesandt. – Dabei wird freilich aufgrund der Irreversibilität geschichtlicher Prozesse (das heißt: so wie die 2000 Jahre jüdisch-christlicher Geschichte verlaufen sind) gelten, dass manche vertraute Formulierung nicht mehr unreflektiert nachgesprochen werden kann. So kann etwa die Sendung der Jünger Jesu zu Israel definitiv nicht mehr Israelmission bedeuten. Vielleicht ist es für uns als Christen heilsam, die Sendung zu Israel so zu verstehen, dass wir in aller Demut Jünger Israels werden. Und mit vorsichtiger Zurückhaltung dürfen auf christlicher Seite Visionen eines geschwisterlichen Miteinanders gepflegt werden. Wenn das Reich Gottes – oder wie Matthäus lieber sagen würde: »das Reich der Himmel« (»Himmel« als jüdische Umschreibung für »Gott«) – angebrochen sein wird, muss niemand mehr ein Evangelium lesen. So lang es aber noch nicht so weit ist, sind Christen auf die Lesung der Evangelien angewiesen, auch auf das des Matthäus – nicht nur im Matthäusjahr …

L I T E R AT U R -T I P P

Wer sich in die Botschaft des Matthäus­ evangeliums vertiefen will, dem sei das folgende Buch als weithin zuverlässige Orientierung empfohlen: Thomas Söding, Kommt zu mir! Die Botschaft des Matthäus­evangeliums, Freiburg–Basel–Wien: Herder, 2009.


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Aus Kirche und Kloster

Verbunden und doch eigenständig Neue gemeinsame Homepage der Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs

Seit Anfang 2011 präsentiert sich die Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs nun auf einer gemeinsamen Homepage. Der vollständig neu gestaltete Internetauftritt ist seither durchweg positiv aufgenommen worden. Beide Häuser der Abtei in München und Andechs können über eine Dachseite aufgerufen werden. So erkennt jede virtuelle Besucher des Klosters sowohl die Verbindung von Sankt Bonifaz und Kloster Andechs wie ihre Eigenständigkeit. Aber auch viele neue Einblicke in die beiden Häuser der Abtei hält die Homepage unter www.andechs.de oder www.sankt-bonifaz.de bereit.

Ü

ber eineinhalb Jahre hat eine Gruppe von Mönchen und Mitarbeitern in Sankt Bonifaz und Andechs zusammen mit externen IT – Dienstleistern die Entwicklung der neuen Homepage geplant. Gründlichkeit vor Schnelligkeit war von Beginn an die Maßgabe für den neuen Internetauftritt. Der Zeitrahmen für die Entwicklung der neuen Homepage war so weit gesteckt, dass verschiedene Entwürfe intensiv von Mönchen und Mitarbeitern auf mehreren Arbeitsebenen in Sankt Bonifaz und im Kloster Andechs – durchaus auch kontrovers – diskutiert werden konnten. Schließlich stimmten alle Beteiligten in München und Andechs der Grundkonzeption für die neue gemeinsame Homepage zu.

Eine Menge Arbeit war nun zu leisten. Aus den optischen und inhaltlichen Skizzen, wurde Schritt für Schritt ein für beide Häuser der Abtei durchgängiges Seitendesign erarbeitet. Dazu wurden »Farbwelten« abgestimmt, Schriftarten ausgewählt, und identische Bild- und Textfelder beim Seitenaufbau festgelegt. Die detaillierte Seitennavigation musste mehrfach angepasst werden. Bis hin zur Schulung auf dem neuen Online-Redaktionssystem der Homepage haben sich viele Mönche und Mitarbeiter erheblich engagiert, Ideen eingebracht, Zeit und Mühe investiert. Über Monate hinweg haben die IT-Experten geplant und programmiert. Mönche und Mitarbeiter haben in Sankt


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Bonifaz und Andechs wiederum Texte verfasst, redigiert und umgeschrieben und es sich bei der Suche nach geeignetem Bildmaterial und der Einholung der entsprechenden Rechte nicht einfach gemacht. So konnten die wesentlichen Zielsetzungen, die die neue Homepage erfüllen sollte, weitgehend umgesetzt werden. Optisch wie inhaltlich ist die Verbundenheit wie auch die Eigenständigkeit von Sankt Bonifaz und Andechs unter anderem durch ein einheitliches Seiten-Layout und die durchgängige Verwendung der Logos beider Häuser auf jeder Seite der Homepage und einen gemeinsamen Termin- und Veranstaltungskalender deutlich auszumachen. Das Selbstverständnis des Klosters Sankt Bonifaz, das in der Großstadt München ein

geistliches, pastorales, kulturelles und soziales Zentrum bildet, wurde unter anderem durch die Aufteilung der Hauptnavigation in die Bereiche »Abtei«, »Pfarrei«, »Colloquium«, »Obdachlosenarbeit« und »Verein der Freunde« unterstrichen. Mit einer ausgewogenen optischen und inhaltlichen Darstellung des Klosters Andechs als ältestem Wallfahrtsort Bayerns und zugleich Wirtschaftsgut der Abtei Sankt Bonifaz sind die beiden wichtigsten Funktionen des Klosters auf dem Heiligen Berg deutlich herausgearbeitet.

Für die Besucher haben wir die neue Homepage soweit wie möglich benutzerfreundlich und barrierefrei gestaltet. Über große und aussagekräftige Bilder und eine klare Navigation kann man sich jederzeit orientieren, an welcher Stelle der Homepage man sich befindet und – wenn gewünscht – direkt zwischen Sankt Bonifaz und Andechs hin und her navigieren. Die neue Homepage wird stetig weiter entwickelt. Videosequenzen sollen zum Beispiel in Zukunft das vielfältige Engagement der Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs noch plastischer zeigen. Vorschläge zur Verbesserung und Erweiterung unseres Online-Auftrittes nimmt Martin Glaab unter glaab@andechs.de gerne entgegen.

Zurück am angestammten Platz Entwendete Opferstocktafel wieder in der Wallfahrtskirche aufgestellt

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ine vor vielen Jahren entwendete Opferstocktafel hat nun wieder an ihren Platz in der Andechser Wallfahrtskirche zurück gefunden. Ende letzten Jahres war sie in einem Auktionshaus angeboten worden und kehrte durch die Aufmerksamkeit eines Münchner Archivars und die tatkräftige Mithilfe der Polizeibehörden nach Andechs zurück.

Die Tafel stammt wohl aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und bittet die Besucher der Wallfahrtskirche auf dem Heiligen Berg: »Zu Gottes Ehr’ und unser Frau, gebt, was Euch b’liebt, zum Kirchenbau«. Sie zeigt in drei pyramidenartig angeordneten Medaillons oben die Andechser Dreihostienmonstranz, unten links die Madonna mit dem Christuskind vom unteren Hochaltar und unten rechts die Mariendarstellung von Hans Degler vom oberen Hochaltar.


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Aus der Brauerei

Klosterbrauerei investiert in Qualität Zum 1. Januar hat die Klosterbrauerei ein neues umfassendes Datenbanksystem für die Qualitätskontrolle eingeführt

Qualität und nur Qualität – das ist das Ziel der Andechser Brau­meister, wenn sie klösterliche Bierspezialitäten am Fuß des Heiligen Berges brauen. Mit dem speziellen Datenbanksystem »Qualifax« können die Mit­arbeiter in der Qualitätssicherung der Klosterbrauerei seit Anfang des Jahres die Daten aller Produktionsschritte – von der Malzanlieferung bis zur Flaschen- und Fassfüllung – zentral erfassen und damit die Qualität der Produktion weiter verbessern.

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ualifax macht es uns seit Jahres­ beginn noch einfacher, die Quali­ tät der klösterlichen Biere im Blick zu halten und zu verbessern«, so Alexander Reiss, Betriebs­leiter der Brauerei am Heiligen Berg Bayerns. »Wir arbeiten nun mit einer einzigen Datenbank, die mit allen wichtigen Produk­ tionsdaten gefüttert wird.« Bei Bedarf erhalten die Mitarbeiter in der Qualitätssicherung auf Knopfdruck Analysedaten oder verschiedene Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit in den einzelnen Herstellungsschritten. Klingt einfach, ist im Detail allerdings eine Herausforderung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Brauerei gewesen. Im Sudhaus wurden die Daten der einzelnen Sude über eine besondere Computerschnittstelle in das neue Datenbanksystem hinein

genommen. So sind im Sudhaus nun fast keine Eingaben von Hand mehr nötig. Zudem lässt sich jetzt auf Knopfdruck bestimmen, wie viel so genannte Ausschlagwürze ein bestimmter Sud erbracht hat – nur eine von vielen verschiedenen Möglichkeiten zur chemisch-technischen und wirtschaftlichen Analyse der Brauprozesse. Damit im Sudhaus noch einfacher und schneller Proben im Rahmen der Qualitätssicherung gezogen werden können, wurde der Druck von Etiketten für die Proben im Sudhaus automatisiert. Jede Probe erhält einen Barcode. Wird dieser dann zum Beispiel im Labor eingescannt, erhalten die Mit­ arbeiterinnen und Mitarbeiter im Labor auf Knopfdruck mikrobiologische Analysen und Ergebnisse.

Im chemisch-technischen Labor erledigt »Qualifax« automatisch die Erfassung der Analysedaten zu jeder produzierten Bier­ charge. Bei den mikrobiologischen Analysen ruft »Qualifax« ohne eine Extraeingabe von außen die zugehörige Auswertungsmaske auf. Hinzu kommen die vielfältigen Möglichkeiten zur Auswertung von Prozess- und Labor­ daten. Die Vorteile von »Qualifax« liegen für Alexander Reiss klar auf der Hand. »Für uns steht an erster Stelle, dass wir jetzt mit wenigen Klicks wissen, in welchem Fass und in welcher Flasche welche Rohstoff-Lieferungen verarbeitet wurden. Das schafft schnell Transparenz und Sicherheit für Lieferanten, Mitarbeiter und vor allem für die anspruchvollen Genießer unserer Klosterbiere.« Martin Glaab


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Klösterlicher Genuß auf Grüner Woche Klosterbrauerei Andechs mit großem Publikumszuspruch in Berlin

Auf der Grünen Woche, der weltgrößten Verbraucher-Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Garten­bau, präsentierte sich die Kloster­brauerei Andechs zu Beginn des Jahres 2011 erfolgreich mit ihrem Berliner Verleger Ambrosetti. Die klösterliche Braukunst vom Heiligen Berg Bayerns stand bei den Besuchern offensichtlich hoch im Kurs.

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uf der Grünen Woche in Berlin vertrat Allard Buursink Anfang Januar 2011 – wie schon in den vergangenen Jahren – die Klosterbrauerei Andechs. Fünf der sieben Andechser Klosterbiere konnten die Messebesucher verkosten: Andechser Spezial Hell, Andechser Weißbier Hefetrüb und Andechser Export Dunkel kamen direkt frisch vom Fass. Andechser Doppelbock Dunkel und Andechser Bergbock Hell waren in der Flasche zu haben. Der Stand lockte viele Fach- und Privat­besucher an, die sich von der Qualität der klösterlichen Braukunst überzeugen konnten. Die Frage nach »Qualität« und »Sicherheit« von Lebensmitteln bestimmten die diesjährige Grüne Woche mit engagiert geführten Gesprächen und Diskussionen. Auch

aus dieser Sicht waren die Andechser Bierspezialitäten genau am richtigen Platz. Stehen sie doch in besonderer Weise für eine regional verwurzelte, nachhaltige und umweltschonende Produktionsweise, bei der modernste Brautechnologie konsequent benediktinischer Brautradition dient. Die Grüne Woche gab dieses Jahr mehr als 1.200 Ausstellern eine Plattform für die Produktgruppen Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Sie ist damit die weltgrößte Verbraucher-Messe in diesem Bereich. Rund 200 Spitzenpolitiker aus dem In- und Ausland, darunter auch Bundesministerin Ilse Aigner und Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, besuchten mit ihren Delegationen die Grüne Woche. Die Internationale Grüne Woche hat sich auch zur wichtigsten agrarpolitischen Plattform in Europa entwickelt. Das diesjährige Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) stand mit dem Leitthema »Handel und Sicherung der Welternährung: Global – Regional – Lokal« ganz im Zeichen der steigenden Preise für Agrarrohstoffe und der Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Ärmsten der Welt. Rund 1.000 Vertreter aus Politik und Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft nahmen am Internationalen Agrarministerpodium im ICC Berlin teil und setzten sich für mehr Transparenz an den inter­nationalen Finanzmärkten und für deren stärkere Regulierung ein. Die vielen Privatbesucher kamen in erster Linie, um etwas Neues kennen zu ler­nen. Sie nutzen die Grüne Woche als besonderes Erlebnis und verkosteten Produkte aus aller Welt. Christian Bolley


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Aus der Brauerei

Hopfen

Das grüne Gold

Erster Teil einer kleinen Andechser Bergecho-Serie über die Rohstoffe des Bieres

Teurer Rohstoff

Hopfen macht Arbeit, viel Arbeit. Nicht umsonst heißt es in einer alten Redensart: »Der Hopfen will täglich seinen Herrn sehen.« Das lohnt sich auch, denn der Hopfen wächst an guten Tagen bis zu 30 cm. Aber auch als Heilmittel und kostbare Geschmackszutat schätzt man den Hopfen schon lange. Was den Hopfen zu einer besonderen Pflanze und was ihn für das Bier so wertvoll macht, darüber informiert Alexander Reiss, Betriebsleiter der Klosterbrauerei.

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opfen und Bier – das ist die Geschichte einer langen Verbindung. Schon die alten Babylonier und Ägypter haben Hopfen zur Herstellung von Bier verwendet. Bei uns wurde der Hopfen wohl um das 4. und 5. Jahrhundert n. Chr., also zur Zeit der Völkerwanderung, heimisch. Jedoch erst in einer Urkunde aus dem Jahr 860 wird der Anbau von Hopfen bei Nandlstadt im Landkreis Freising erstmals erwähnt. 1516 schlug die große Stunde für den Hopfen. Erließ doch in diesem Jahr der bayerische Herzog Wilhelm IV. das bis heute gültige so genannte »Bayerische Reinheitsgebot«. Darin bestimmt er, dass zur Bierherstellung nur »Malz, Hopfen, Wasser verwendet und gebraucht werden sollen«.

Wurde im Spätmittelalter Hopfen noch in Norddeutschland und zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Süden von Passau bis zum Rheinland hin angebaut, kristallisierten sich schließlich im 20. Jahrhundert Regionen heraus, in denen Klima und ein besonders lehmig sandiger Boden den Anbau von hochwertigem Hopfen begünstigten. Heute wird Hopfen um Tettnang in Baden-Württemberg und an Saale und Elbe angebaut. In Bayern konzentriert sich der Hopfenanbau auf die Gebiete Spalt und Hersbruck. Besonders wichtig für die Klosterbrauerei Andechs ist das Anbaugebiet in der Hallertau, da sie von dort den Hallertauer Aromahopfen für die sieben Andechser Klosterbiere bezieht. Mit über 15.000 ha ist die Hallertau das größte Hopfenanbaugebiet der Welt. Wirft man einen Blick auf Malz, Wasser und Hefe, die anderen Rohstoffe für die Bierherstellung, dann macht der Hopfen mengenmäßig nur einen sehr geringen Anteil aus, ist aber dafür im Verhältnis der teuerste Rohstoff. Der Grund ist einfach: Die Pflege des Hopfens macht sehr viel Arbeit. Nach Angaben des Verbandes der deutschen Hopfenbauern verwenden die Hopfenbauern pro Hektar und Jahr bis zu 300 Stunden für die Hopfenpflege. Fürs Bier nur das Beste vom Hopfen: die weiblichen Blütenstände

Vom Hopfen werden für die Bierbereitung nur die weiblichen Blütenstände, die Dolden, verarbeitet. Sie werden entweder zu Pellets


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gepresst oder die Inhaltsstoffe der Dolde werden als Extrakt verwendet. Für 100 Liter Bier werden im Durchschnitt ca. 100 g Hopfen benö­tigt. Die Erntemenge einer Hopfenpflanze reicht für 400 Liter Bier. Von einem Hektar Anbaufläche wird Hopfen – je nach Biersorte – für ca. 15.000 hl Bier produziert. Der Hopfen gibt dem Bier die aromatische Bittere, er wirkt bakteriostatisch, d. h. er sorgt für die natürliche Haltbarkeit und für stabilen Schaum. Darüber hinaus hat er beruhigende Wirkung, was man aus seinen vielfachen Verwendungen in Tees oder als Hopfenkissen weiß. Umwälzungen auf dem Hopfenmarkt

Gut die Hälfte der europäischen Hopfenanbaufläche liegt in Deutschland und hier wiederum zum weit überwiegenden Teil in der Hallertau. Der Hopfenmarkt sah sich in den vergangenen Jahre großen Umwälzungen und Veränderungen ausgesetzt, die sich daher besonders auf die Situation der

Hopfenbauern in Deutschland und Bayern auswirkte. Weltweit stagniert die Bierproduktion und zudem werden die Biere im Durchschnitt immer milder, also weniger gehopft. Wegen des Klimawandels häufen sich extreme Wettersituationen wie Hagel, die innerhalb kürzester Zeit eine ganze Ernte, die Arbeit eines ganzen Jahres und im schlimmsten Falle die Existenz eines Hopfenbauern vernichten können. Vom Hopfen zur Bittere im Bier

Zur Nutzung als Rohstoff für die Bierherstellung ist beim Hopfen der Gehalt an Bitter­ stoffen ausschlaggebend. Diese Bitterstoffe unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Löslichkeit, ihrer Nutzbarkeit während des Brauprozesses und ihrer Bitterkraft. Der entscheidende Inhaltsstoff ist die so genannte a-Säure. Sie ist im natürlichen Zustand nur schwach bitter und nahezu unlöslich. Beim Kochen der Würze geschieht eine chemische

Umwandlung in die stark bittere und lösliche Iso-a-Säure. Diese ist dann für gut dreiviertel der Bittere im fertigen Bier verantwortlich. Die Intensität und das Aromaspektrum des Hopfens bzw. der Bittere werden beeinflusst, je nach dem, welche Hopfensorte man verwendet, welches Hopfenprodukt man gibt, welche Hopfenmenge man zugibt und wann. In der Klosterbrauerei sind dies alles gut gehütete Geheimnisse unserer Braurezeptur. Zusammen mit dem Malz und dem Vorgang des Maischens sowie der Hefe und ihrer Aufgabe bei der Gärung, Zucker in Alkohol und CO2 umzuwandeln, bildet der Hopfen das dritte wesentliche Charakteristikum für das Geschmacksbild eines Bieres. Die Klosterbrauerei Andechs hat schon von je her größten Wert auf die Verwendung einheimischer Produkte von bester Qualität gelegt. Dies ist umso wichtiger als wir traditionell – im Vergleich zu anderen Brauereien – ein etwas stärkeres, hopfenaromatisches Bier brauen.


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Aus der Brauerei

Weißbier für Messer und Gabel Rezepte zur Weißbier-Saison von Gertrud Möstl vom Hofcafe Villa Möstl

Man kann das gute Andechser Weißbier natürlich im Isarseidl auf der Andechser Bierterrasse genießen. Das ist schon Kult. Dass man aber mit den obergärigen Bieren aus der Klosterbrauerei Andechs auch noch viel mehr anfangen kann, das zeigt Getrud Möstl.

K O N TA K T

Hofcafe Villa Möstl Gertud Möstl Oberbeuern 5, 86911 Diessen Tel.: 08807/4664 Fax: 08807/9493491 hofcafe-moestl@web.de www.gertrudmoestl.de

WeißbierBaguette

SchinkenWeißbiersemmeln

Zutaten * 250 g Dinkelvollkornmehl * 250 g Weizenmehl 550 * 1 Würfel Hefe (40 g) * 1 Prise Zucker 1 * 1– ⁄ 2 TL Salz * etwas Kümmel (ganz oder gemahlen) * 300 ml Andechser Weißbier Dunkel * 25 g Sonnenblumenöl

Zutaten * 500 g Weizenmehl 550 * 1 Würfel Hefe (40 g) 1 * ⁄ 4 Liter Andechser Weißbier Hefetrüb * 1 TL Salz * 200 g kleingewürfelter gekochter Schinken * 2 EL Röstzwiebelwürfel

Zubereitung Mehl in eine Schüssel sieben, in der Mitte eine Mulde machen, Hefe hineinbröseln, eine Prise Zucker darüber streuen, einen Teil des Weißbiers darüber gießen und die Hefe etwas gehen lassen. Restliche Zutaten zugeben und alles gut verkneten. Teig kurz (10 Min.) ruhen lassen, nochmals durchkneten und ein großes oder zwei kleine Baguette formen, auf’s Backblech legen oder falls vorhanden auf ein Baguetteblech, mit Wasser einstreichen und ein paar Mal mit einem Messer einritzen. Im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 25 Minuten backen (je nach Größe).

Zubereitung Hefe im zimmerwarmen Weißbier mit einer Prise Zucker kurz gehen lassen. Alle Zutaten glatt kneten, eine halbe Stunde gehen lassen. Teig nochmals gut durchkneten, zu einer Rolle formen und in gleichgroße Stücke schneiden. Semmeln formen, auf ein Backblech setzen, mit Wasser bestreichen und im vorgeheizten Backofen bei 220° C ca. 20 Minuten backen.


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Schweinefilet mit Käse-Kräuterweißbierkruste Zutaten (4 Personen) * 800 g Schweinefilet * Röstgemüse (Zwiebel, Karotten, Lauch, Sellerie, Wurzelpetersilie) * 1 Liter Fleischbrühe * Andechser Weißbier Hefetrüb * 100 g geriebener Emmentaler * 1 TL weiche Butter * klein geschnittene Kräuter (Brennessel, Thymian, Schnittlauch, Petersilie) * 1 EL Semmelbrösel * 100 ml Sahne * Salz, Pfeffer, Paprikapulver * etwas Speisestärke

Zubereitung Schweinefilet mit den Gewürzen einreiben und in einer Pfanne mit Sonnenblumenöl von allen Seiten ca. 5 bis 6 Minuten gut anbraten, aus der Pfanne nehmen und im vorgeheizten Backofen bei mittlerer Hitze, mit Alufolie zugedeckt, weiter garen. In der Pfanne das Röstgemüse anbraten, mit einem Teil des Weißbiers und der Brühe aufgießen und etwas einreduzieren lassen. Inzwischen die kleingeschnittenen Kräuter mit der weichen Butter, dem geriebenen Emmentaler und Semmelbrösel mischen. Die Sauce mit etwas angerührter Speisestärke andicken. Sauce durchpassieren, mit Sahne verfeinern und mit Salz, Pfeffer und dem restlichen Weißbier abschmecken. Kurz vor dem Servieren die Kräuter-KäsePaste auf das Filet streichen und nochmals kurz überbacken, bis der Käse geschmolzen ist. Fleisch kurz ruhen lassen, dann erst aufschneiden. Dazu passt Kartoffelgratin und Salat.

Rindsgulasch »Bräustüberl« Zutaten (4 Personen) * 800 g Rindsgulasch (mundgerechte Stücke) * 1 Zwiebel * 1 Karotte * 100 g Sellerie 1 * ⁄ 2 Stange Lauch 1 * ⁄ 2 l Andechser Weißbier Dunkel * 1 Liter Fleischbrühe * 1 EL Senf * 1 EL Mehl * 100 ml Sahne * Salz, Pfeffer * 1 Zweig Rosmarin * etwas Thymian * Petersilie * 1 Lorbeerblatt * Öl zum Anbraten Zubereitung Öl in einem Topf erhitzen, Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen und von allen Seiten anbraten. Zwiebel klein würfeln und mit anbraten, mit etwas dunklem Weißbier und Brühe aufgießen und zugedeckt etwa eine halbe Std. garen. Etwas vom Bratenfond in einen anderen Topf abgießen, drin das Gemüse und die Kräuter zugedeckt leicht köcheln lassen. Zwischendurch mit restlichem Bier und Brühe aufgießen, nach einer halben Stunde abseihen. Mehl mit Sahne und Senf anrühren und die Soße damit binden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu passen Serviettenknödel.


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Aus der Brauerei

Botschafter der Andechser Klosterbiere

Als Botschafter der Andechser Klosterbiere sind die beiden Verkaufsleiter der Klosterbrauerei Michael Schönhut (links) und Gino Casarotto (rechts) oft unter­ wegs und mit unseren Kunden im persönlichen Kontakt.

B

aden-Württemberg ist die Heimat von Michael Schönhut. Der gelernte Handelsfachwirt schlägt seit 1999 mit Heimatverbundenheit und Sachverstand die Brücke für die Klosterbrauerei Andechs nicht nur in den deutschen Südwesten. Ebenso ist er auch Ansprechpartner für die Kunden im Export. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Betreuung der Kunden im Getränkefachhandel und in der Gastronomie sowie der ständige Ausbau und die Begeisterung neuer Kunden für die Andechser Bierspezialitäten. Gino Casarotto ist der Mann für den Heimatmarkt. Hauptsächlich in Bayern aber auch darüber hinaus kümmert er sich um die Kunden der Klosterbrauerei Andechs. Nachdem unsere Großhandelskunden die Andechser Klosterbiere an der Rampe der Klosterbrauerei abgeholt haben, beginnt für die Biere die Reise zum durstigen Genießer. Diese Reise begleitet Herr Casarotto mit ebenso viel Engagement und Herzblut wie seine Kolleginnen und Kollegen. Viele Gespräche und Verhandlungen führt er, trifft Vereinbarungen, damit anderen Kunden mit den

Andechser Bierspezialitäten rundherum zufrieden sein können. Das ist nicht immer einfach. So werben allein in Bayern 600 Brauereien um die Gunst der Biertrinker. Dabei ist es entscheidend, den unverwechselbaren Charakter der Andechser Bierspezialitäten zu vermitteln. Am besten gelingt dies natürlich am Heiligen Berg. Hier sorgt P. Valentin Ziegler als Leiter des Vertriebs der Klosterbrauerei für die notwendige Verankerung und Rückbindung aller Vertriebsaktivitäten im Konvent. K O N TA K T

Klosterbrauerei Andechs Bergstraße 2, 82346 Andechs Michael Schönhut Tel.: +49 8152/376-307 Fax: +49 8152/376-245 schoenhut@andechs.de Gino Casarotto Tel.: +49 8152 376-249 Fax: +49 8152 376-245 casarotto@andechs.de


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Schöne A u s s i c h t e n für Ihren Gaumen.

Ein Schlückchen Himmel auf Erden. Die Schnäpse vom Kloster Andechs. Vom Heiligen Berg ins ganze Land. Wo Sie unsere feinen Schnäpse erhalten, erfahren Sie über unseren Vertriebspartner Schwarze & Schlichte unter Telefon +49 (0) 2522/9302-223/-224. Oder bestellen Sie Ihr Schlückchen Himmel auf Erden ganz bequem im Internet unter www.schwarze-schlichte.de – Zum Wohlsein!

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E s s e n u n d Tr i n k e n

Klösterliche Käsekultur Andechser Frischkäsezubereitungen neu im Bräustüberl

Sahnig und mild schmecken sie, besonders gut aber auf deftigem Andechser Biertreberbrot der Hofpfisterei oder zu ofenwarmen Brezn: die neuen Andechser Frischkäsezubereitungen. Sie werden täglich frisch im Kloster Andechs hergestellt. An der Brotzeittheke des Bräustüberls gibt es sie ebenso wie Freitags während der Verkaufszeiten von 8 bis 11 Uhr in der Klostermetzgerei, dem Einzelhandelsgeschäft am Heiligen Berg.

I

n den klösterlichen Wirtschaftsbetrieben am Heiligen Berg hat man immer schon großen Wert darauf gelegt, möglichst viel im eigenen Hause herzustellen, und das nicht nur zur Eigenversorgung. »Was wir selbst verarbeiten und veredeln können, das machen wir auch selbst. So haben wir die Qualität immer im Griff«, so Josef Eckl, Hauptabteilungsleiter im Andechser Bräustüberl. In dieser Tradition stehen zwei neue Frischkäsezubereitungen des Bräustüberls: einmal mit Radieschen und einmal mit Frühlingszwiebeln und Schnittlauch. Weitere

Andechser Frischkäsezubereitung mit Radieschen: Passend zur Biergartensaison zu einer deftigen Brotzeit darf diese Frischkäsevariante nicht fehlen. Der knackig frische Geschmack mit dem pikanten Temperament der kleinen roten Radieschen, verfeinert mit etwas Schnittlauch, versetzt nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge in Entzücken. Eine Scheibe rustikales Brot und ein köstliches Andechser Klosterbier runden die Mahlzeit ab.

Kreationen, je nach Saison sollen folgen. Radieschen, Schnittlauch und Frühlingszwiebeln kommen aus klösterlichen Gemüsegärten in Oberbayern und im Allgäu. Alle weiteren Verarbeitungsschritte bis hin zur Veredelung geschehen direkt am Heiligen Berg – Handarbeit im besten Sinne. Allein die Aufbereitung der Radieschen ist ein arbeitsaufwändiger Prozess. Aber durch die eigene Frischkäsezubereitung kann das Bräustüberl jederzeit seine hohen Qualitätsstandards sicherstellen.

Frischkäsezubereitung mit Frühlingszwiebeln und Schnittlauch: Bodenständig einfache, jedoch qualitativ hochwertige Zutaten erinnern beim ersten Gaumenkontakt an den Frühling. Ein Hauch von Meerrettich rundet den vollen Geschmack zu einem kulinarischen Kunstwerk ab und versetzt Käseliebhaber in Begeisterung.

Die Andechser Frischkäsekreationen lassen sich besonders gut mit leichter Küche verbinden. Sie schmecken zu Pellkartoffeln oder in Soßen und im Salatdressing. Auch zu Grillfleisch sind diese mit Lauch und Radieschen verfeinerten Schöpfungen hervorragend geeignet und ein Genuß. Als Dipp zu knackigen Gemüsestreifen schmecken die Frischkäsezubereitungen besonders gut und sind obendrein kalorienarm. Nahrhaft sind sie ohnehin: Hauptbestandteile sind u.a. hochwertiges Eiweiß und leicht verdauliches Fett. Nur erntefrische Erzeugnisse werden hierbei verarbeitet.


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1.000 E

nde Februar konnte Josef Eckl, Hauptabteilungsleiter im Andechser Bräustüberl, mit Herrn Wolfgang Knigge, den 1.000. Inhaber der Andechser Stammgastkarte begrüßen. Josef Eckl übergab die Stammgastkarte an das Ehepaar aus Starnberg, das sich an diesen Besuch auf dem Heiligen Berg sicherlich gerne erinnern und – als langjährige Freunde des Heiligen Berges – wieder kommen wird. Man muss aber nicht schon langjähriger Gast des Klosters Andechs sein, um in den Genuss der Andechser Stammgastkarte zu kommen. Sie möchte auch dazu anregen, das vielfältige geistliche, kulturelle und kulinarische Angebot des Klosters regelmäßig zu nutzen.

Stammgastkarte im Andechser Bräustüberl

Das Andechser Bräustüberl bietet den Inhabern der Stammgastkarte vergünstigte Getränke-Gutscheine. An der Bierkasse zahlt man 10 Gutscheine und erhält den 11. gratis dazu. 10 % Nachlass auf den Eintrittspreis aller Führungen auf dem Heiligen Berg gehören ebenso zum Angebot wie der ermäßigte Eintrittspreis für Konzerte in der Wallfahrts-

P.S.: Das Antragsformular findet sich auch auf unserer Homepage unter www.andechs.de/kloster-andechs/andechsergastlichkeit-br-ein-genuss-fuer-leib-seele/ braeustueberl/stammgast-werden.html

ste kirche. Freunde der Werke von Carl Orff können sich über den kostenfreien Zugang zu den Generalproben der Carl Orff-Festspiele im Florian-Stadl freuen. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt und eine Voranmeldung erforderlich. Und schließlich lockt die Andechser Klostermetzgerei mit einem 5 %-Rabatt beim Einkauf ab einem Einkaufswert von 20,– Euro. Wer auch Andechser Stammgast werden will, füllt einfach das Antragsformular im Bräustüberl aus und schickt ihn zusammen mit einem Passfoto an das Andechser Bräustüberl, Bergstrasse 2 in 82346 Andechs. Die Stammgastkarte liegt dann nach ca. 2 bis 3 Wochen zur Abholung an der Schänke des Bräustüberls bereit.


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E s s e n u n d Tr i n k e n

Urgemütlich und bayerisch 25 Jahre Andechser in Mannheim – Bayerische Gemütlichkeit mitten in der Kurpfalz

Urgemütlich sollte es sein und bayerisch – Georg Koch jun. wollte den Mannheimern einen neuen gastronomischen Treffpunkt bieten und landete 1986 einen Treffer. Der Andechser wurde ein Erfolg. Sohn Stephan Koch leitet den Betrieb seit 1998 mit der sprichwörtlichen Leidenschaft, die der Familie eigen ist.

E

s war eine kleine Sensation für Mannheim: Der Familie Koch gelang es als erstem gastronomischem Betrieb außerhalb Bayerns, einen Vertrag mit der Klosterbrauerei Andechs über den Ausschank ihres Biers zu erlangen. »Wir wollten das Beste!« – so Stephan Koch. Georg Koch jun. hielt in der Stadtmitte Ausschau nach dem richtigen Platz. Eine ehemalige Bankfiliale in N2,10 am Dalbergplatz stand zur Disposition. Und daraus sollte ein urgemütliches Restaurant werden? Die Mannheimer staunten nicht schlecht, als 1986 Eröffnung gefeiert wurde. Der Gastronom hatte wahre Wunder vollbracht. Bayerischer kann es kaum sein. In gemütlicher Umgebung können die Gäste beim Grillen der Haxen und Hendln zuschauen, in großer und kleiner Runde einkehren und echtes Andechser Bier genießen. Der Biergarten lädt von Frühling bis Herbst ein und das in Trachten gekleidete Servicepersonal trägt viel zu der gastfreundlichen Atmosphäre bei. 1998 übergab der Firmenchef das Restaurant an seinen Sohn Stephan, blieb ihm aber als erfahrener Ratgeber erhalten, denn seine Devise lautete:

»Was die Familie Koch in drei Generationen über 80 Jahre hinweg an gastronomischer Erfahrung gesammelt hat, kann man nicht auf einer Schule lernen, das ist wie ein Familienschatz.« 70.000 Liter Fassbier werden heute im Andechser in einem Jahr ausgeschenkt. Dazu passen die Köstlichkeiten aus der Küche. Pro Woche serviert das freundliche Serviceteam bis zu 500 Schnitzel, 400 Portionen Haxn oder 150 Hendln, begleitet von rund 1.000 Knödeln. Zu den bayerischen Schmankerln gehört natürlich auch die berühmte Weißwurst mit Brezen. Neben den Andechser Klosterbieren vom Fass gibt es auch für Weintrinker eine Auswahl. Edle Tropfen renommierter Pfälzer Winzer sind im Ausschank.

Trotz allem Traditionsbewusstsein gehört auch das Gespür für notwendige Veränderungen zum Erfolg der Unternehmerfamilie. »Man muss mit der Zeit gehen« – stellte Stephan Koch fest und unterzog sein Restaurant im Jahr 2004 einer »Schönheitskur«. Ein Teil der Räumlichkeiten wurde umgestaltet und die Einrichtung der Zeit angepasst. Schicke Polster, frische Farben und eine neue Beleuchtung gaben dem Andechser ein moderneres Gesicht. Selbst vor der Speisekarte machte das »Lifting« nicht halt. »Auch in einem bayerischen Restaurant wollen die Gäste mal Neues probieren«, weiß der Wirt und zeigt sich auch hier kreativ. Edith Redzich-Augstein


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Traditionsreicher Gasthof schätzt klösterliche Bierkultur Der Landgasthof ›Alte Krone‹ in Nordenstadt bei Wiesbaden schenkt seit 2008 Andechser Klosterbiere aus

Weit zurück reicht die Historie des Landgasthofes »Alte Krone«. Vor über 300 Jahren wurde der Hof erbaut und zählt damit zu den ältesten Höfen in Nordenstadt bei Wiesbaden. 1997 wurde er aus dem Dornröschenschlaf geweckt und mit viel Liebe zum Detail restauriert. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, an der die Andechser Klosterbiere bis heute nicht ganz unbeteiligt sind.

K O N TA K T

Landgasthof ALTE KR O N E Stolberger Straße 20 65205 Wiesbaden-Nordenstadt Tel.: 06122/533833 Fax: 06122/587497 www.alte-krone-landgasthof.de Öffnungszeiten: Sonntag: 12–14 Uhr, 17– 22 Uhr Dienstag bis Samstag: ab 17 Uhr Montag: Ruhetag

N

ordenstadt bestand als kleine Ansiedlung bereits in der Keltenzeit. Typisch für diese Gegend sind Fachwerkhäuser, die aus Gefachen, einer Mischung aus Lehm, Wasser, Stroh, dicken und dünnen Ästen, sowie Holzbalken in verschiedenen Stärken bestehen. Gastlichkeit und Qualität werden im Landgasthof »Alte Krone« von jeher groß geschrieben, auch wenn sich die Speisen im Laufe der vergangenen Jahre dem Wandel des Geschmacks angepasst haben. Carol Schaefer und Paolo Manca sind die heutigen Inhaber des Gasthofs, und Herr Manca ist gleichzeitig der Chef in der Küche, die er mit einem individuellem Stil betreibt. Ein Blick auf die Speisekarte unter www.alte-kronelandgasthof.de verrät mehr über die Geheimnisse der ambitionierten Gasthof-Küche. Wenn man das Lokal betritt, fällt der Blick als erstes auf den Stammtisch, der sich gut in das rustikale Ambiente einfügt, daneben lädt die gemütliche Theke zu einem frisch gezapften Andechser Klosterbier ein. Man hat die Wahl zwischen dem Andechser Spezial Hell oder dem Andechser Export Dunkel. Eine Treppe führt in die oberen Gasträume, die sich für Gesellschaften aller

Art bis etwa 45 Personen eignen. Dort sind hübsche Sitzgruppen mit sehr stilvollem Mobiliar geschaffen worden. Das Gebälk schafft zusätzlich eine behagliche Atmosphäre. Für die wärmere Jahreszeit steht übrigens ein großer, gemütlicher Biergarten bis in die Nachtstunden zur Verfügung. Die Speisen werden stets frisch zubereitet und die Speisekarte bietet für jeden Geschmack etwas Passendes. Eine Spezialität ist der hausgemachte Flammkuchen. Im Gästebuch findet man viele zufriedene Stimmen, wie z. B. von Christof B.-S. aus München: »Nun war ich schon des Öfteren bei Euch. Immer wieder genieße ich das tolle Ambiente, den klasse Service und das TOP Essen! Schade, das ich nicht so oft nach Nordenstadt komme. Viele Grüße aus München und weiter so!« Wer Kultur und kulinarischen Genuss verbinden möchte, dem sei noch der Besuch des Historischen Heimatmuseums in Nordenstadt, wo man z.B. einen »Tante Emma-Laden« aus dem Jahre 1910, aber auch andere Kuriositäten besichtigen kann, empfohlen. Informationen dazu unter Tel.: 06122/15602.


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Carl Orff-Festspiele Andechs 2011 Eine Programmübersicht für die Zeit vom 28. Mai bis 7. August 2011

Seit 1998 locken die Carl Orff-Festspiele Andechs alljährlich tausende musikbegeisterte Besucher auf den Heiligen Berg Bayerns. Auch für die Saison 2011 hat Marcus Everding als Künstlerischer Leiter wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammen­gestellt.

Bele Kumberger aus Straubing als die ›Kluge‹

D

ie diesjährigen Festspiele werden am 28. Mai vom Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Ulf Schirmer eröffnet. Seit dem Jahr 2009 gastiert das Münchner Rundfunkorchester im Florian-Stadl, wobei die dramaturgische Linie der jeweiligen Festspielsaison durch die Konzerte des Ensembles thematisch ebenso ergänzt wie erweitert wird. Gastkonzerte des Münchner Rundfunkorchesters

2011 hält das Programm unter dem Motto »Mythos, Epos, Theos« neben Richard Wagners »Faust-Ouvertüre« und dem »Berliner Requiem« von Bertolt Brecht und Kurt Weill auch Auszüge aus Orffs »Bernauerin« bereit. Marcus Everding erläutert als Moderator, in welchem Zusammenhang die einzelnen Komponisten des Abends stehen.

Siphiwe McKenzie Edelmann aus Kanada, Sopranistin in der ›Carmina Burana‹

Carmina Burana – in magisches Licht getaucht

Zudem stehen auch die »Carmina Burana« mit dem Andechser Festspielchor und dem Orchester der Carl Orff-Festspiele Andechs wieder auf dem Spielplan, denen diesmal eine aufwendige Lichtgestaltung besondere atmosphärische Dichte verleihen wird (8. bis 11. Juni). Damit nähern sich die Festspiele erstmals Orffs Wunsch an, zu diesem Stück »magische Bilder« zu zeigen. Für die Solistenpartien konnten namhafte Sänger gewon­ nen werden. Die Leitung liegt in den bewährten Händen von Christian von Gehren. Wandelkonzert an verschiedenen Orten des Hl. Berges

»Festspiele für alle« – unter diesem Motto könnte das Wandelkonzert (23. Juli) an verschiedenen Orten des Klosters wie etwa der Wallfahrtskirche und der Alten Bibliothek stehen. Es wird nach dem Vorbild des letztjährigen Kammerkonzertes auch 2011 ein bunt gemischtes Programm angeboten. Mit-

glieder der Andechser ORFF-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters spielen Kammermusikwerke, der Festspielchor singt u. a. Bachs Mottete »Jesu, meine Freude«. Dazu gesellt sich der Kabarettist Christian »Fonsi« Springer, der damit bereits zum zweiten Mal auf dem Heiligen Berg grantelt. Vier Schauspieler präsentieren zudem Ausschnitte aus der Komödie »2 nach Orff« von Marcus Everding. Neu-Inszenierung: ›Die Kluge‹

Am 29. Juli 2011 feiert die diesjährige NeuInszenierung Premiere: »Die Kluge« von Carl Orff. Das Werk wird damit erstmals seit 2002 wieder in einer Neu-Inszenierung bei den Festspielen zu sehen sein. In den Hauptrollen sind mit Bele Kumberger als »Kluge« und Benjamin Appl als »König« zwei viel versprechende junge Sänger zu erleben. Die Musikalische Leitung hat Christian von Gehren inne, während Thomas Pekny erneut für Bühne und Kostüme verantwortlich zeichnet. Es spielt die Andechser ORFF-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters. ➔


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K A R T E N bestellung

SPIELPLAN

Telefonische Kartenbestellung Klosterpforte Andechs Tel.: 08152/376-400

im Andechser Florian-Stadl:

München Ticket: Tel.: 089/54818181 Ticket Online: Tel.: 01805/4470777 Online Kartenbestellung München Ticket: www.muenchenticket.de Ticket Online: www.ticketonline.de Abendkasse Bitte beachten Sie, dass Karten an der Abendkasse ausschließlich bar bezahlt werden können! VIP-Ticket Das Förderticket bietet Festspielbesuchern die Möglichkeit, die Festspiele mit einem Beitrag zu unterstützen. Sie erhalten einen bevorzugten Platz in der 1. erhöhten Reihe und eine steuerlich abzugsfähige Spendenquittung in Höhe von 50,– Euro. Preis Konzerte: 95,– Euro ›Die Kluge‹: 100,– Euro VIP-Tickets erhalten Sie ausschließlich über Münchenticket: Tel.: 089/54818181 oder www.muenchenticket.de

Marcus Everding über seinen Inszenierungsansatz: »Die allgemeine Wahrnehmung der ›Klugen‹ als schlichtes Märchen greift zu kurz. Die raffinierte Fabel ummantelt ein brisant-politisches Stück, das heißt: Leben und Verhalten von Menschen in totalitären Regimen. Die Utopie der Liebe als wahre Siegerin über menschliche Regeln bestimmt dabei die Sichtweise. Die Inszenierung will genau auf diese beiden Aspekte scharf und poetisch fokus­sieren.«

Gastkonzert des Münchner Rundfunkorchesters 28. Mai, 19.00 Uhr 29. Mai, 16.00 Uhr Carmina Burana 8. Juni, 20.00 Uhr 9. Juni, 20.00 Uhr 10. Juni, 19.00 Uhr 11. Juni, 19.00 Uhr Wandelkonzert an verschiedenen Orten des Heiligen Berges 23. Juli, 17.00 Uhr Die Kluge – Die Geschichte von dem König und der klugen Frau 29. Juli, 19.00 Uhr (Premiere) 30. Juli, 19.00 Uhr 31. Juli, 16.00 Uhr 5. August, 19.00 Uhr 6. August, 19.00 Uhr 7. August, 16.00 Uhr

Veranstaltungen des Freundes­kreises Kloster Andechs bis Juli 2011 n

9. April, 18.00 Uhr Passionssingen in der Wallfahrtskirche

n

14. Mai, 18.00 Uhr Mariensingen in der Wallfahrtskirche

n

26. Juni, 19.30 Uhr »25 Jahre Missionskreis Andechs – Hilfe zur Selbsthilfe« Vortrag von Gabriele Eberl

n

15. Juli, 16.00 Uhr Werkstattgespräch mit Marcus Everding und Besuch einer Arbeitsprobe »Die Kluge«


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Eine Passion mit klarer, durchsichtiger Struktur Die Markuspassion am 16. April in der Andechser Wallfahrtskirche

Reinhard Keiser (1674–1739) genoss zu Lebzeiten als Opernkomponist in ganz Deutschland Berühmtheit und beeinflusste auch die junge Gattung des Passionsoratoriums maßgeblich. Unter Keisers erhaltenen Kirchenkompositionen finden sich sechs Passions­musiken. Die wohl früheste davon, die »Markus­passion«, entstand vermutlich um das Jahr 1710. Johann Sebastian Bach hat sich inten­siv mit Keisers Markuspassion beschäf­tigt und sie nachweislich mehrfach auf­geführt.

I

Anton Ludwig Pfell

nsgesamt besticht die Markuspassion, die sich aus reinem Evangelientext in den Rezitativen und betrachtenden und kommen­ tierenden Abschnitten in den Arien, Chorälen und zum Teil auch in den Chören zusammensetzt, durch ihre klare, durchsichtige Struktur. Die kurzen, aber prägnanten Da-capoArien und Chöre sind von der Virtu­osität und Kontrapunktik eines Bachs zwar weit entfernt. Mit dieser Schlichtheit entsprach Keiser sicherlich aber der traditionellen Vorstellung, die Leidensgeschichte Christi nicht als einen geistigen Genuss zu präsentieren, sondern als reine Darstellung des Geschehens. Diese Schlichtheit findet man auch in der Instru­mentierung. Deutlich zeichnet sich die Tendenz zu einer kammermusikalischen Begleitung anstatt zu einer orchestralen ab. Es gibt wohl kaum ein Werk eines Zeit­ genossen, mit dem sich Bach nachweislich so häufig und intensiv beschäftigt hat wie mit Keisers Markuspassion. Unter Johann Sebas­ tian Bach wurde das Werk dreimal, jeweils mit geringfügigen Änderungen, aufgeführt.

M arkuspassion

Reinhard Keiser, Markuspassion in der Fassung von Joh. Seb. Bach 16. April 2011, 18 Uhr, Wallfahrtskirche Andechs Solisten Cora Bethke, Sopran Claudia Schneider, Alt Markus Durst, Tenor Martin Danes, Bass Andechser Chorgemeinschaft Orchester »Ensemble Lodron« München Anton Ludwig Pfell, Leitung Kartenpreise Karten zu 19,– EUR (Schüler/Student ermäßigt: 12,– EUR) Klosterpforte Andechs (Tel.: 08152/376 400) und 45 Minuten vor Konzertbeginn an der Abendkasse


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»Kühner, gewaltiger, poetischer« Die Johannespassion von J. S. Bach am Karfreitag, 22. April im Florian-Stadl

Die 1724 uraufgeführte Johannespassion von J. S. Bach stand in der Rezeptions­geschichte immer ein wenig im Schatten ihrer jüngeren Schwester, der Matthäuspassion. Und doch wartet sie mit ganz eigenen Schön­heiten und Vorzügen auf.

J O H A N N E S PA S S I O N

von Johann Sebastian Bach Karfreitag, 22. April 2011, 18.00 Uhr, Kloster Andechs, Florian-Stadl Franka Kraneis, Sopran Alexandra Petersamer, Alt Jan-Martin Mächler, Tenor Martin Danes, Bass (Arien) Raphael Sigling, Bass (Jesus) Mozart Vokal Ensemble Orchester ›Ensemble Lodron‹ München Leitung: Anton Ludwig Pfell Kartenpreise 38,–/32,–/25,–/15,– Euro Telefonisch Klosterpforte Andechs Tel.: 0 8152/376 400 München Ticket Tel.: 089/54818181 und alle angeschl. Vorverkaufsstellen, www.muenchenticket.de Buchhandlung Greiner (Starnberg) Tel.: 08151/29341 Schüler und Studenten erhalten 50 Prozent Ermäßigung auch im Vorverkauf

S

chon Robert Schumann hat dies erkannt: »Kennen Sie die Bachsche Johan­nespassion, die so genannte ›kleine‹? Finden Sie sie nicht auch um vieles kühner, gewaltiger, poetischer als die nach Matthäus?« fragt er in einem Brief den Hamburger Musikdirektor Georg Dietrich Otten und lobt sie als »durchaus genial, namentlich in den Chören«. In der Tat sind es besonders die aufgewühlten und breit angelegten Turba-Chöre, die als »auskomponierter Volkszorn« das Publi­kum unmittelbar ins dramatische Gesche­hen zu ziehen und zu ergreifen wissen. Viel stärker als in der kontemplativeren Matthäus­passion bleibt der Fokus in der Johan­nespassion auf dem eigentlichen Passions­geschehen, insbesondere der Konfrontation zwischen Pilatus und Jesus. Der theologischen Eigenart des JohannesEvangeliums folgend, steht in dieser Passion die göttliche Natur Jesu im Vordergrund: Im Leiden des Menschensohns schwingt immer zugleich die Herrlichkeit des Gottessohns mit, im Beweinen immer zugleich der Trost, welcher den Menschen durch die Erfüllung des Heilsplanes zuteil wird. Und so formuliert der zentrale Choral der Passion denn auch das christliche Mysterium der Erlösung: »Durch Dein Gefängnis, Gottes Sohn, ist uns die Freiheit kommen«.


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Colloquium Benedictinum® Auszug aus dem aktuellen Programm

Das vollständige Programm erhalten Sie an den

ein bibelabend fÜr frauen

Pforten von

aus der gesChiChte der abtei sanKt bOnifaZ

Dienstag: 12. 7. 2011, 20 Uhr Jugendhaus Sankt Bonifaz, Raum Jona

Sankt Bonifaz und Kloster Andechs n

Lebensbilder aus Sankt Bonifaz und Andechs Anhand von Archivalien aus den Archiven von Sankt Bonifaz und Andechs werden Lebensweg und Wirkungsfelder zentraler Mönchsgestalten aus Sankt Bonifaz vor dem Hintergrund ihrer Zeit vorgestellt.

Gott handelt an, mit und durch Frauen – Frauengestalten in der Bibel:

»Ruach« – die Geistkraft Gottes In der Bibel begegnen uns verschiedene Frauengestalten. Mit Informationen über den exegetischen Hintergrund und im gemeinsamen Gespräch wollen wir uns gemeinsam diesen Frauen nähern und ihre Bedeutung für unser heutiges Leben entdecken. Referentin: Sabine Leitl, Gemeindereferentin, Pfarrei Sankt Bonifaz Weitere Informationen über das Pfarrbüro Sankt Bonifaz, Telefon 089/55171-200, E-mail: familie_leitl@hotmail.com

COllOQuium benediCtinum Dienstag, 3. 5. 2011, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal n

Bildungsauftrag der Mönche

Referent: Pater Dr. Benedikt Probst OSB Dienstag, 17. 5. 2011, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal n

›Bildung in der Kirche – Kerngeschäft oder Randphänomen?‹

Referent: Dr. Florian Schuler, Direktor der Kath. Akademie in Bayern Dienstag, 7. 6. 2011, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal n

Montag, 30. 5., 27. 6., 18. 7. 2011, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum n

Glaubensbekenntnisses

Referenten: Pater. Dr. Stephan Dorner OSB, Dr. Anton Deutschmann

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Philosophischer Lesekreis

Do., 28. 4., 30. 6., 28. 7. 2011, 16.30 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum n

Teilhard de Chardin-Arbeitskreis München der Gesellschaft Teilhard de Chardin stellt Essays vor und interpretiert sie.

Leitung: Gerhard H. Sitzmann, 1. Vorsitzender Gesellschaft Teilhard de Chardin, Postfach 38, 93322 Abensberg Kontakt: Regina v. Szemerey, Tel.: 089/47099799

Michelangelo – Bildhauer, Maler, Architekt und Dichter (2-teiliger Vortrag)

Referent: Dozent und Fotopublizist für Architektur und Kunstgeschichte Richard Konstantin Blasy

Referenten: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB, Dr. phil. Dr. theol. Richard Schneider

auslegung der heiligen sChrift

Die biblischen Bilder des Apostolischen

Mittwoch, 13. 4. und 18. 5. 2011, 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal

des Mittelalters

Referent: Abt Fidelis Ruppert OSB, Abtei Münsterschwarzach

Zeichensprache des Glaubens:

Stiftsbibliothekar und Kirchenhistoriker

Die Suche nach Gott – in der Mystik

Wirken miteinander verbinden?‹

n

Pater Romuald Bauerreiss (1893–1971) –

Referentin: Dr. Birgitta Klemenz; Archivarin der Abtei Sankt Bonifaz

fOrum PhilOsOPhie

Wie lässt sich monastisches Leben

Freitag, 13. 5., 20. 5., 27. 5., 1. 7. 2011, jeweils 20 Uhr, Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum

n

reisen in Kunst und Kultur

›Zwischen Benedikt und Bonifatius: und pastorales (missionarisches)

Dienstag, 12. 4. 2011, 17 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Gruppenraum

Mittwoch, 8. 6. 2011 (Toulouse), 20 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal n

Südwestfrankreich – zwischen Toulouse, Bordeaux und den Pyrenäen

Referent: Dozent und Fotopublizist für Architektur und Kunstgeschichte Richard Konstantin Blasy


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Lebensgeschichten »Ins Gespräch kommen – Leben in unserer Stadt« – Das Münchner GeschichtenForum der Generationen, eine lebendige Möglichkeit der Begegnung. Mittwoch, 25. 5. 2011, 20 Uhr Jugendhaus Sankt Bonifaz n Esther

Nüdling-Schröer

Pastoralreferentin, Krankenhausseel­ sorgerin im Rotkreuzklinikum München, Mit­arbeiterin in der AG Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung der Erz­ diözese München und Freising und im Beratungsdienst für kirchliche Berufe sowie Mitwirkung in der erzbischöflichen Frauen­kommission.

Charismatische Erneuerung Die Teilnahmezusage erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Da wir auf das Angebot einer persönlichen Begleitung in dieser Woche großen Wert legen, können nicht mehr als neun Personen teilnehmen. Anmeldung: bis 22. Juli 2011 Kosten: Kost und Logis sind frei, dafür wird um Mitarbeit im Kloster gebeten. Schriftliche Anmeldung bei Frater Lukas Essendorfer OSB, Abtei Sankt Bonifaz, Karlstraße 34, 80333 München, Tel.: 089/55171-112, Fax: 089/55171103, colloquium@sankt-bonifaz.de Freitag, 15. 4., 27. 5., 10. 6., 29. 7. 2011, 19.30 Uhr, Jugendhaus Sankt Bonifaz, Meditationsraum n Taizé-Gebet

Besinnung und Zeiten des Stillewerdens Palmsonntag, 17. 4. 2011, 15 bis 18 Uhr Zentrum Sankt Bonifaz, Saal n Vorösterlicher

Veranstaltungen der Kath. Jugendstelle Innenstadt, Karlstr. 34, 80333 München, Andrea Uhl, Tel.: 089 55171-360, info@jugendstelle-innenstadt.de

Besinnungstag am Palm-

sonntag – ›Am dritten Tag auferweckt,

Wallfahrt

Freitag, 29. 4., 27. 5., 24. 6., 29. 7. 2011, 19 Uhr, Sankt Bonifaz, Krypta n Charismatischer

Gottesdienst

Ansprechperson: P. Dr. Korbinian Linsenmann OSB, Tel.: 089/55171-200 Vorbereitungsteam: Dominik und Barbara Milla, Tel.: 089/62269962, Ana Eisen, Helmut Penka, Hermann und Birgitt Glogger Wir sind sonntags im 9-Uhr-Amt und anschließend im Jugendcafe anzutreffen. Freitags, 27. 5. 2011, 21.15 Uhr (nach dem charismatischen Gottesdienst) bis 24 Uhr, Sankt Bonifaz, Werktagskirche n Nachtanbetung

»Betet ohne Unterlass!« Das versuchen wir einige Nachtstunden lang vor dem Aller­heiligsten auf verschiedene Weise: in der stillen persönlichen Anbetung, mit Lobpreisliedern, durch Meditation von Bibeltexten, durch gemeinsames Gebet und Fürbitte. Verantwortlich: Birgitt Glogger, Tel.: 089/8122779

gemäß der Schrift‹ (1 Kor 15,4)

Leitung: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB

Samstag 9. bis Sonntag, 10. 7. 2011 n Fußwallfahrt

Samstag, 30. 7., bis Samstag, 6. 8. 2011 Beginn 15.00 Uhr, Ende nach dem Mittagessen gegen 14.30 Uhr n Lebe

einfach mal anders!

Tage im Kloster für junge Männer Wir Benediktiner der Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs laden junge Männer im Alter von 16 bis 26 Jahren ein, mit uns im Kloster Andechs für eine Woche im Wechsel von Gebet, Arbeit und täglichen Impulsen zur Hl. Schrift und benediktinischen Spiritualität zu leben. Die gemeinsame Freizeit (Ausflüge in die Umgebung, Bade- und Sportaktivitäten etc.), der Austausch miteinander und die Gelegenheit zu Rückzug und persönlichen Gesprächen mit den Mönchen haben ihren Platz.

von München nach Andechs

›Wer darf hinaufziehen zum Berg des

Mittwoch, 19.15 Uhr, Sankt Bonifaz, Jugendhaus, 1. Stock, Meditationsraum n Jugendgebetskreis

der Charismatischen

Herrn?‹ (Psalm 24,3)

Erneuerung: Lobpreis und Fürbitte

Für Jugendliche (ab 16 Jahren) und Erwachsene. Leitung: Sr. Rosa Maria Dick OSV v. P., Abt Dr. Johannes Eckert OSB Treffpunkt: 6 Uhr, Marienplatz München (Mariensäule), Ankunft in Andechs ca. 18 Uhr, Übernachtung im Kloster Sonntag, 10. Juli 2011, Mitfeier des Dreihostien­festes, Abschluss ca. 14 Uhr Kosten: 30 Euro (Diese werden am Ende der Wallfahrt eingesammelt.) Eine verbindliche schriftliche Anmeldung ist erforderlich.

»Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er Christus, ist das Haupt.«« (Epheserbrief 4,15) Weitere Informationen unter www.jce.info oder bei Sina Fackler, Tel.: 089/80924005, sina.vera@gmail.com

I nformationen

Fragen zum Colloquium Benedictinum ® beantworten gerne: P. Anno Bönsch, Leiter des Programms; Emma Rasch, Sekretariat Telefon 089/55171-112 Bürozeiten: Montag, Dienstag und Donnerstag, 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, Mittwoch, 8 bis 12 Uhr


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Veranstaltungen in Andechs

ÖKumenisChes gebet

besinnung und Zeiten des stilleWerdens

Jeden 1. Dienstag im Monat um 19.15 Uhr Sankt Bonifaz, Krypta n

Jeden zweiten Freitag im Monat, 8. 4., 13. 5., 10. 6., 8. 7. 2011, 19 Uhr, Hedwigskapelle Andechs

›Dass alle eins sind‹ (Joh 17,11)

Ökumenisches Gebet der Gemeinden Sankt Bonifaz, Sankt Ludwig, Sankt Martin und Sankt Willibrord

n

n

Samstag, 16. 7. 2011, 18 Uhr n

Jeden Samstag in der Fastenzeit, 9. 4. und 16. 4. 2011, 16 Uhr, Wallfahrtskirche Andechs n

Kreuzwegmeditation

Meditatives Konzert zum Karfreitag

während der Fastenzeit

Werke von: Arvo Pärt, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Samuel Barber Altabt Odilo Lechner OSB, Meditation David Frühwirth (Violine), Guido Gärtner (Violine), Johannes Zahlten (Viola), Rupert Buchner (Violoncello) Eintritt: 15,– Euro/ermäßigt 12,– Euro

Leitung: Elfriede Englmeier und Florian Bartl, Tel.: 08152/999274 Musikalische Gestaltung: Anton Ludwig Pfell, Erlinger Schnepfen, Junger Chor Erling, Quartett der Chorgemeinschaft

Joseph Haydn (1732–1809), Theresienmesse u. a. für Solisten,

Leitung: Florian Bartl, Tel.: 08152/999274 Musik. Gestaltung: Anton Ludwig Pfell

KOnZerte in sanKt bOnifaZ Karfreitag, 22. 4. 2011, 20 Uhr Basilika Sankt Bonifaz

Abendgebet mit Gesängen aus Taizé

geistliChe abendmusiK und OrgelKOnZerte in der WallfahrtsKirChe andeChs Musikalische Gestaltung: Andechser Chorgemeinschaft, Mozart Vokal Ensemble Andechs, Leitung: Anton Ludwig Pfell

Chor und Orchester

andeChser OrgelsOmmer 2011 Künstlerische Leitung: Anton Ludwig Pfell, Organist der Wallfahrtskirche Andechs Samstag, 13. 8. 2011, 18 Uhr bis 22 Uhr n

6. Andechser Orgelfest

Treffen mit engl./bayer. Organisten und dem Chor der Kathedrale Nottingham Samstag, 20. 8., 27. 8., 3. 9., 10. 9. 2011, 18.00 Uhr n

Europäische Orgellandschaften III

International renommierte Organisten spielen Kompositionen ihrer Heimatländer (Russland, Mitteldeutschland und Tschechien)

Orgelpaten vom 11. 11. 2010 bis 31. 3. 2011

Patenschaftsaktion für die Orgel

Clara Pauline Rist, Margot Frank, Thomas Kaukal, Sophia Aigner, Sofie und Johann Müller, Hans-Hermann Deters, Marion Löffler, Smilla Eidt, Georg Zehntgraf, Johanna Stephanie und Jakob Maximilian Lishek, Sophia Aurora und Franz Xaver Haas, Dr. Wolfgang Böcking, W. Konzett, Leopold Johannes Rudolf Gruber, Jeffrey Ahrens, Dr. Konrad Schmittner.

Nähere Auskünfte über Orgel-Patenschaften unter: Tel.: 08152/376-312 Fax: 08152/376-267 freundeskreis@andechs.de www.andechs.de


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Lebe einfach mal anders Tage im Kloster für junge Männer

INFO UND ANMELDUNG

Termin Samstag, 30. Juli, 15.00 Uhr bis Samstag, 6. August 2011, 14.30 Uhr Treffpunkt an der Klosterpforte in Andechs Anmeldung bis 22. Juli 2011; Die Teilnahmezusage erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Teilnehmerzahl Da wir auf das Angebot einer persönlichen Begleitung in dieser Woche großen Wert legen, können nicht mehr als neun Personen teilnehmen. Kosten Kost und Logis sind frei, dafür wird um Mitarbeit im Kloster gebeten. Anmeldung schriftlich bei Frater Lukas Essendorfer OSB Abtei Sankt Bonifaz Karlstraße 34, 80333 München Tel.: 089/55171-112 Fax: 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de

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inmal heraus aus dem Alltag – aus Schule, Arbeit, Studium und anderen persönlichen Verpflichtungen? Die Zeit sich gönnen, den eigenen Lebensweg gemeinsam mit anderen jungen zu überdenken oder neu zu ordnen? Interessiert am Tagesrhythmus benediktinischer Mönche teilzunehmen und christlichen Glauben neu zu erfahren? Wir Benediktiner der Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs laden junge Männer im Alter von 16 bis 26 Jahren ein, mit uns im

Kloster Andechs für eine Woche im Wechsel von Gebet, Arbeit und täglichen Impulsen zur Hl. Schrift und benediktinischen Spiritualität zu leben. Die gemeinsame Freizeit, zum Beispiel Ausflüge in die Umgebung, Bade- und Sportaktivitäten, der Austausch miteinander und die Gelegenheit zu Rückzug und persönlichen Gesprächen mit den Mönchen haben ihren Platz.


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

»Das Ende der Bavaria Sancta. Die Säkularisation von 1803 und ihre Folgen« Sommerakademie Sankt Bonifaz vom 29. Juni bis 3. August 2011

Erstmals veranstaltet der Verein der Freunde Sankt Bonifaz im Jahr 2011 eine Sommerakademie in Sankt Bonifaz. Unter der Leitung und Organisation von Prof. Dr. Hans-Michael Körner von der Ludwig-Maximilians-Universität München thematisiert diese Sommerakademie im Rahmen von sechs Vorträgen »Das Ende der Bavaria Sancta. Die Säkularisation von 1803 und ihre Folgen«. Die Vorlesungen finden jeweils um 20 Uhr im Saal des Zentrums Sankt Bonifaz statt.

themen und termine Mittwoch, 20. Juli 2011

Mittwoch, 29. Juni 2011 n

Vorgeschichte, Voraussetzungen und

n

Ursachen der Säkularisation von 1803

Das Königreich Bayern und die Säkularisationsverluste: die Versuche der Wiedergutmachung unter Ludwig I.

Prof. Dr. Reinhard Stauber, Universität Klagenfurt

Dr. Katharina Weigand, Ludwig-Maximilians-Universität München

Mittwoch, 6. Juli 2011 n

Das Säkularisationsgeschehen des Jahres 1803

Mittwoch, 27. Juli 2011 n

Die Debatte um die Säkularisation bis in die Gegenwart

Prof. Dr. Hermann Rumschöttel, Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayern a. D.

Mittwoch, 13. Juli 2011 Konsequenzen und Fernwirkungen der Säkularisation

Prof. Dr. Karl Hausberger, Universität Regensburg

Veranstalter Abtei Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, 80333 München Verein der Freunde der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz e.V.

von der zeitgenössischen Wahrnehmung

Prof. Dr. Manfred Heim, Ludwig-Maximilians-Universität München

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Vorträge 20 Uhr, Saal des Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, 80333 München

Mittwoch, 3. August 2011 n

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und die Säkularisation

Dr. Martin Schawe

Organisation und Leitung Prof. Dr. Hans-Michael Körner, Ludwig-Maximilians-Universität München Kontakt Abtei Sankt Bonifaz Karlstraße 34, 80333 München Tel.: 089/55171-112 Fax: 089/55171-103


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Blasmusik auf der Bräustüberl-Terrasse jeweils von 12.00 bis 14.30 Uhr; nur bei Biergarten-Wetter 24.4. Ostersonntag, Blechhaufen 25.4. Ostermontag, Blaskapelle Frieding 1.5. Maifeiertag, FFW Kapelle Unterzeitlarn 8. 5. Sonntag, Musikverein Steißlingen 15. 5. Sonntag, Blaskapelle Hechendorf 22. 5. Sonntag, Blaskapelle Traubing 29. 5. Sonntag, Musikvagabunden 3. 6. Schauerfreitag, Blaskapelle Entraching

5. 6. Sonntag, Markt Rettenbach 12. 6. Pfingstsonntag, Blaskapelle Gilching 13. 6. Pfingstmontag, Blaskapelle Frieding 19. 6. Sonntag, Stadtmusikkapelle Amras-Innsbruck 23. 6. Fronleichnam, Blaskapelle Erling/Andechs 26. 6. Sonntag, Musikverein Rammingen

3. 7. Sonntag, Schlößachtaler Musikanten 10. 7. Sonntag, Blaskapelle Erling/Andechs 17. 7. Sonntag, Blaskapelle Utting 24. 7. Sonntag, Blaskapelle Hechendorf 31. 7. Sonntag, Giaßbachtäler Musikanten 7. 8. Sonntag, Trachtenkapelle Scheuring

Wir kennen unsere Region und ihre Stärken.

“Heimat”

Daher übernehmen wir Verantwortung und engagieren uns regional. Damit sichern wir aktiv die Entwicklung und Zukunft unserer Region - und das schon seit über 100 Jahren. Zählen Sie auf uns. Stabil. Sicher. Nah.

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Wir machen den Weg frei.

VR Bank

Starnberg-Herrsching-Landsberg eG

www.vrsta.de


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Te r m i n e u n d V e r a n s ta lt u n g e n

Tollwood 2011

Auszüge aus dem Sommerprogramm 2011 im Olympiapark Süd

Genießen Sie bei freiem Eintritt ein frisches Andechser Bier und ein topaktuelles Musik- und Kulturprogramm. Das komplette Programm für das Andechser Zelt und die Andechser Lounge finden Sie unter: www.tollwood.de/sommerfestival-2011/.

Das Andechser Zelt Öffnungszeiten: Mo–Fr, 14.00–1.00 Uhr Sa/So 11.00–1.00 Uhr

Donnerstag 23. Juni 14.00 Uhr Melanie Dotzler – solo 15.00 Uhr Hexagon – Percussion-Group 16.00 Uhr Tintenfisch – ein integratives Musikprojekt der Lebenshilfe Donau-Ries 19.00 Uhr Palo Santo – Latino Power – Schweißnähte ohne Bruchstellen Freitag 24. Juni 16.00 Uhr Red Back Spyders – Andechser Bier & … Rock’n’Roll 19.00 Uhr Tschebberwooky – Babylon-Reggae mit dem Wooky-Groove Samstag 25. Juni 16.00 Uhr Tillmann – Deutschrock 19.00 Uhr the bomb is in da houze: Daisy Ultra – vier Tierinnen lassen die Erde beben Sonntag 26. Juni 12.00 Uhr Altstadt Musi – boarisches Quartett 15.00 Uhr Isar Rider – Kultrock aus München 19.00 Uhr Dylan On The Rocks – a tribute to the Altmeister

Donnerstag 30. Juni 16.00 Uhr Michael Wolfschmidt & Band – RockPop in bester bundesdeutscher Songtradition 19.00 Uhr Tanzkinder – eingängiger, akustischer Gitarren-HipHop & Reggae ohne Sprachbarrieren Freitag 1. Juli 16.00 Uhr Lupin And The Pursuit – SongReggae 19.00 Uhr Mr. Irish Bastard – fein destillierter FolkPunk aus NRW Samstag 2. Juli 16.00 Uhr Fretless – Latin, Funk & Fusion – Covers und Selbstgemachtes 19.00 Uhr Soleil Bantu – Latin, Jazz & Bantu Sonntag 3. Juli 13.00 Uhr Türkenfelder Blasorchester – die ultima ratio blasorchestrischer Evolution 16.00 Uhr Volkstanzwettbewerb 17.00 Uhr Edwin Kimmler – der Mann am Klavier zieht … alle Register Donnerstag 7. Juli 16.00 Uhr Alex Cumfe Band – Funk & Soul auf die lässige Tour 19.00 Uhr Graeme Lockhart – bluegrass & acoustic music Freitag 8. Juli 16.00 Uhr laut und legal: Die Drogen – Sixties-Twang-Gitarren-Beat 19.00 Uhr Troubleshooters – Münchens Großraumprojekt in Sachen Soul Samstag 9. Juli 16.00 Uhr Flüsterton – die aktuelle Großstadtmischung aus HipHop, Funk und Reggae 19.00 Uhr The Rejetnicks – 80er Sound heute

Sonntag 10. Juli 13.00 Uhr Paddywhack – speedfolk 16:30 Uhr Don Karlos – independent deutsch 18:30 Uhr rockin’ SZ – Deadline & Lila Sterila – die Redaktionsband der Süddeutschen Zeitung & special guest Donnerstag 14. Juli 16.00 Uhr Dillitzer – knalliger Bulgaro-Rock 19.00 Uhr Yellow Umbrella – der oberamtliche und leicht zerknitterte dresdener Reggae & Ska-Trupp Freitag 15. Juli 16.00 Uhr Garden City Jazz Orchestra – die Big Band der Jugendmusikschule Gräfelfing (Leitung: Steffen Schmitt) 19.00 Uhr Rockomotion – wochenendoptimierte Classic Rockparty Samstag 16. Juli 16.00 Uhr Rivers Avenue – total Reggae 19.00 Uhr Kongo Joe Orchestra – liebgewonnene Melodien in frischem (aber gleich wieder verschwitzten) Ska-Gewand Sonntag 17. Juli 12.00 Uhr original und ober-bayrisch: Achentaler Trio – Gabi Dicker, Norbert Hierl und Otto Dufter 15.00 Uhr Opas Diandl – mit Holz-Instrumenten durchs wilde Südtirolien 18.00 Uhr United Blues Experience – mit einer Weltmeisterin der Blues Harp 20.30 Uhr Das Endspiel Frauenfußball WM


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Andechser Lounge Immer 22.00 Uhr, wenn nicht anders vermerkt

Mittwoch, 22. Juni ULMAN from Dresden – electroacoustic goes world weit weg

Freitag, 1. Juli SARAH HAKENBERG – »der Fleischhauerball« – literarisches Kabarett, bedingt nett

Donnerstag, 23. Juni Bayrischer Kulturpreis 2010: GRUBER & GRUBER – Tango & Flamenco mit zwietrachtlerischer Note

Samstag, 2. Juli Einer für Alles – EDWIN KIMMLER – Blues, RocknRoll, Vodoo-Swing, Balladen

Freitag, 24. Juni unglaublich authentisch: WOHNRAUMHELDEN – der Stresstest für alle anderen Liedermacher

Sonntag, 3. Juli TIMOTHY TRUST – die Show mit dem amtierenden Deutschen Meister der Zauberkunst

Samstag, 25. Juni MARCO ZAPPA, RENATA STAVRAKAKIS & GUESTS – Music Al Dente

Donnerstag, 7. Juli SEDONA’S HOGWARTS – die Abschlusskandidaten aus Sandrinas musikalischem Zauberschloss

Sonntag, 26. Juni GÖTTLER & HAMPEL – depressiver Blues

Freitag, 8. Juli MICHAEL FITZ – solo live

Donnerstag, 30. Juni KLAUS KOHLER – »Vorgespielte Höhepunkte« – ein klavierkabarettistisches Feuerwerk

Samstag, 9. Juli ESTUAR – gefälliger, intelligenter Indie-Pop aus Hamburg

Sonntag, 10. Juli Claudia Cane’s PIANO LOUNGE Donnerstag 14. Juli CHRISTOPH & LOLLO – »Tschuldigung« – Lieder über Themen Freitag, 15. Juli aus Wien: 5 ⁄ 8 erl IN EHR’N – heurige Affairen, im 3 ⁄4 Takt gelebt, mit 5 ⁄ 8 erl runtergespült. Samstag, 16. Juli 18.00 Uhr Musik löffelweise – LÖFFEL WORKSHOP mit Jan Langer (Opas Diandl) 22.00 Uhr verlockende wiener Stilbrüche – BOA BOA – Agnes Heginger, Gesang & Klaus Wienerroither, Sonntag, 17. Juli ROSA VOLPINI – jazzige Kühle und spanisches Feuer


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Pa n o r a m a

Leidenschaftliche Diskussionen im vertrauten Familienkreis 10. Bayerisches Gesundheitsforum im Kloster Andechs

Als »Teil des Markenzeichens der Andech­ser Gespräche« hat Heinz Brunner, einer der drei Moderatoren des diesjährigen Bayerischen Gesundheitsforums, die leidenschaftliche Diskussionen bezeichnet, die aber dennoch »wie in einem vertrauten Familienkreis« geführt wurden. Zum zehnten Mal war das Bayerische Gesundheitsforum nun zu Gast auf dem Heiligen Berg Andechs. Anlass für einen besonderen Rückblick auf das diesjährige »JubiläumsGesundheits­forum« aus Sicht eines der Modera­toren der hochkarätig besetz­ten Veranstaltung.

S

ehr geehrte Referenten des 10. Bayerischen Gesundheitsforums, für Ihren engagierten Einsatz auf dem Podium des 10. Bayerischen Gesundheitsforums im Kloster Andechs möchten wir Ihnen nochmals sehr herzlich danken. Durch Ihre hochkarätige regionale und nationale Präsenz auf dem Podium war eine höchst kompetente Diskussionsrunde mit ganz unterschiedlichen Perspektiven sichergestellt. Das Thema »Sicherstellung und Nachhaltigkeit in der ambulanten Gesundheitsversorgung« hatten wir für dieses 10. Jubiläumsjahr bewusst gewählt: Es sollten nicht die Arznei­ mittel im Zentrum der Diskussion stehen, sondern ein übergreifendes für alle Beteiligten langfristiges, gesundheitspolitisches Thema. Das Interesse auf Seiten der Teilnehmer war diesmal besonders hoch; viele Repräsentanten aus dem bayerischen Gesundheitswesen  waren gekommen und haben sich auch zu Wort gemeldet. Wir hatten wohl das erste Mal durch die Einladung eines Patientenvertreters auf dem Podium den »im Mittelpunkt stehenden Patienten« im Fokus. Klar, dass dies dann von Dr. Reimann extra betont wur-

de. Da Sie ja alle selbst aktiv mitgewirkt und Ihre Argumente ausgetauscht haben, erlauben Sie uns nur einige wenige Bemerkungen aus unserer Sicht. Pater Valentin Ziegler, als Vertreter des Klosters, gelang es erneut, uns mit klaren Worten zu ethischen Fragen in der Medizin ins Gewissen zu reden. Dann hat Prof. Ehlers uns alle in das Thema und die ursprüngliche Bedeutung von Nachhaltigkeit, als einen Begriff aus der Forstwirtschaft, eingestimmt. Er hat aber vor allem auf die Bedeutung für die Generationengerechtigkeit hingewiesen mit einem Zitat »Entwicklung zukunftsfähig zu machen heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt , ohne die Fähigkeit der künftigen Generation zur gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.« (Brundland-Bericht 1997) Für Dr. Wonka, in Vertretung von Herrn Staatsminister Dr. Söder war erwartungsgemäß die Regionalisierung sowohl der Bedarfsplanung als auch der Finanzen ein wichtiges Instrument für Sicherstellung und Nachhaltigkeit. Auch wenn Dr. Hess zu viel Zentralismus unterstellt wurde, so hat er doch sehr wohl klar gemacht, dass es Bereiche gibt, die gemeinsam und einheitlich in unserem System entschieden werden müssen, aber dennoch in der Umsetzung einer regionalen

Ausgestaltung bedürfen. Schließlich saßen auch die beiden »offiziellen bayerischen Kontrahenten« Dr. Krombholz, der neugewählte KVB-Chef, und Dr. Platzer, der AOK-Chef, in freundlicher Einigkeit auf der Podium. Dr. Krombholz sah es als eine gemeinsame Aufgabe an, die Versorgung zu verbessern. Nachhaltigkeit wäre schon gewonnen, wenn nicht in ständig kürzeren Abständen die politischen Regeln geändert würden. Dr. Platzer bestätigte, dass die regionalen Besonderheiten wieder stärker zu berücksichtigen wären. Dazu sind regionalspezifische Instrumente statt kollektiver Verträge einzusetzen. Notwendig wäre dann auch ein regionaler Refinanzierungsansatz beim Gesundheitsfonds. Der beigefügte Artikel aus der Ärztezeitung geht speziell auf die beiden Statements ein. Schließlich hat Dr. Reimann die Beteiligten auf das eigentliche Ziel, nämlich die Sicherstellung und Nachhaltigkeit bei der »Patienten­versorgung« hingewiesen. Es geht um eine patientenzentrierte Versorgung, bei der die verschiedenen Leistungserbringer je nach Notwendigkeit in einem Stufenmodell zu beteiligen sind. Dem konnten wir auch von Seiten der Industrie zustimmen. Einen Beitrag zur Sicherstellung und Nachhaltigkeit könnten wir als Unternehmen auch durch eine stärkere Einbindung in das Gesundheitssystem leisten. Eine damit verbundene finanzielle Verantwortung wird  nur durch die Chance zur Mitgestaltung des Systems zu akzeptieren sein.  Das Thema der fairen Einbeziehung auch der anderen Heilberufe und das Thema Prävention wurden durch Beiträge aus dem Publikum ergänzt. Es gab nicht immer Übereinstimmung, sondern auch kritische und kontroverse, aber auch leidenschaftliche Diskussionen, fast so wie in einem vertrauten Familienkreis. Das ist wohl auch ein Teil des Markenzeichens der Andechser Gespräche geworden. Heinz Brunner


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Aktion »Pflanzenrätsel«

Ab dieser Saison gibt es im Andechser Kräutergarten am Nordende des großen Besucherparkplatzes ein besonderes »Pflanzen-Rätsel«. Wer mitmacht, gewinnt – ein Stück »Andechser Lebensgefühl«.

S

eit Frühjahr 2003 besteht der Andechser Kräutergarten – ein Gemeinschaftsprojekt des Klosters Andechs und des mittelständischen Naturheilmittelherstellers Steierl-Pharma aus Herrsching. Hier erlebt der Besucher während der Vegetationsperiode (ca. Mai bis September) ungefähr 70 verschiedene Heil- und Gewürzpflanzen. Neu ab dieser Saison ist ein »Pflanzenrätsel«. An einer Stelle des Kräutergartens gibt es jeweils in den Monaten Mai/Juni und Juli/August Fragen zu einer konkreten Pflanze. Unter allen richtigen Einsendungen

Steierl-Pharma verlost Brotzeitpakete für Andechser Bräustüberl

werden in jedem der beiden Zeiträume drei Brotzeitpakete für das Andechser Bräustüberl im Wert von jeweils EUR 50,– verlost. Die Benachrichtigung der Gewinner einschließlich des Versandes der Preise erfolgt innerhalb vier Wochen nach dem jeweiligen Einsendeschluss (15. Juli bzw. 15. September 2011) per Post. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Spaß im Kräutergarten sowie beim Knacken der Rätselfrage!

Sponsoring für den TSV Erling-Andechs

A

uch 2010 hat das Andechser Bräustüberl die E2-Jugend des TSV Erling-Andechs mit einer Spende unterstützt. Mit Hilfe des Bräustüberls konnte der Verein nun Trainingsanzüge und Regenjacken kaufen. Bei der Übergabe im Dezember 2010 an die Gruppe in Begleitung von Trainer Jens Jahn berichteten sie voller Stolz von ihren Erfolgen im letzten Jahr. Jeder einzelne Teilnehmer hat seine eigene Nummer für das Trainingsoutfit, um Verwechslungen zu vermeiden. Mit dieser Foto-Karte – samt einer Rückenansicht (!) – bedankten sie sich alle beim Andechser Bräustüberl.

SO ERREICHEN SIE UNS

per Mail an info@steierl.de per Postkarte an Steierl-Pharma GmbH Kennwort: Pflanzenrätsel Mühlfelder Straße 48 82211 Herrsching


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Pa n o r a m a

Einen kosmischen Krimi aus biblischer Zeit erlebten an die 80 Zuhörerinnen und Zuhörer im Fürstensaal des Klosters Andechs. Auf Einladung des Freundeskreises referierte Helmut Hornung, Leitender Wissenschaftsredakteur bei der Max-PlanckGesellschaft und Sachbuchautor, über das Thema »Der Stern von Bethlehem – Fakt oder Fiktion?«.

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er Evangelist Matthäus erzählt von einem geheimnisvollen Gestirn, das vor 2000 Jahren Weise aus dem Morgenland zu einem Stall nach Palästina geführt haben soll. Was verbirgt sich dahinter? Mit faszinierenden Bildern und Computeranimationen schilderte Hornung, was die Wissenschaftler über das Phänomen herausgefunden haben – und wie sie dem Rätsel mit modernen Metho­den auf die Spur kommen.

Der Stern von Bethlehem – Fakt oder Fiktion? Faszinierende Computeranimationen beim Vortrag von Helmut Hornung

Hornung räumte mit so manchem Vor­ urteil auf: So etwa waren die »Heiligen Drei Könige« gar keine Könige, sondern persische oder chaldäische Sterndeuter aus der Region des heutigen Iran/Irak. Auch schreibt Matthäus weder etwas über deren Zahl, noch über deren Namen. Der Theologe Origenes (185–254) nennt die Dreizahl als Erster. Und die Namen tauchen erst Anfang des 6. Jahr-

hunderts auf – ebenfalls in unterschiedlichen Fassungen. Leuchtete über der Geburtsstätte Jesu Christi ein Komet, wie ihn historische und moderne Krippen zeigen? Jesus wurde vermutlich zwischen den Jahren 7 und 4 v. Chr. geboren. In dieser Zeit sind aus dem Mittelmeer­raum aber keine entsprechenden Beobachtungen überliefert. »Zudem galten Kometen in der Astrologie als Unglücksboten«, sagte Hornung. Auch das Aufflammen eines hellen Sterns – eine so genannte Super­ nova – schloss der Referent aus ähnlichen Gründen als Weihnachtsstern aus. Für wahrscheinlich halten die meisten Forscher dagegen eine seltene Konstellation zweier Wandelsterne: Im Jahr 7 v. Chr. zogen im Sternbild Fische die Planeten Jupiter und Saturn dreimal eng aneinander vorbei. Eine solche Große Konjunktion ereignet sich nur alle 800 Jahre. Und: Die Fische waren das himmlische Pendant zum irdischen Palästina, Jupiter galt als Königstern und Saturn als Planet der Juden. »Die Priesterastrologen könnten das als Zeichen gedeutet haben, dass in Palästina ein König der Juden geboren worden ist«, sagte Helmut Hornung. Aber: »Der Stern von Bethlehem ist viel Fakt und ein wenig Fiktion. Letztendlich bleibt er ein Geheimnis des Glaubens.«


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Kulturstandort gestärkt Kloster Andechs baut Hinterbühne des Florian-Stadls aus

Der bisher so genannte Zwölfbalken­ keller ist seit dem Abschluss der Umbauten des Florian-Stadls zum Veranstaltungsort im Jahr 2000 immer noch in seinem Originalzustand erhalten geblieben. Im Zuge des Umbaus wird er nun in den FlorianStadl integriert.

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m bei Veranstaltungen, insbesondere bei den Carl Orff-Festspielen, Andechs, den Künstlern und dem Bühnenpersonal des Klosters ein angemessenes Arbeitsumfeld zu ermöglichen, wird nun innerhalb des bestehenden Baukörpers der Bereich der Hinterbühne erweitert. Damit werden besonders für den Bühnenbau verbesserte Arbeitsbedingungen und Lagermöglichkeiten geschaffen.

Ein weiterer wichtiger Teilabschnitt betrifft die Isolierung des gesamten Baus. Bisher war dieser Bereich nur mit einer einfachen Bretterwand von Witterungseinflüssen abgeschirmt. Nach dem Umbau ist dann gewährleistet, dass Musiker, Künstler, Bühnenbauer, Mitarbeiter in der Kulisse, Requisiteure, Maskenbildner und Assistenten unter entsprechenden klimatischen Bedingungen arbeiten können. So können sie sich vor den

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rater Stephan Janker vom Klosterladen hatte für die Krippenausstellung Ende Dezember 2010 rund 50 Exponate zusammen getragen. Bei einer kleinen Eröffnungsfeier begrüßte P. Valentin Ziegler die zahlreichen Gäste und lobte die unermüdliche Arbeit seines Mitbruders. Frater Stephan selbst stellte im Anschluss die Kostbarkeiten der Ausstellung vor. Im gesamten Andechser Florian-Stadl waren weit über 40 Krippen aus Nah und

Frater Stephan Janker und P. Valentin Ziegler im Gespräch mit dem Leiter der klösterlichen Landwirtschaft, Fritz Bernhard.

Veranstaltungen bzw. Aufführungen hier vorbereiten, finden hier während der Veranstaltungen und Aufführungen einen adäquaten Aufenthaltsbereich vor und haben im Anschluss eine sichere Lagermöglichkeit. Das Kloster dokumentiert mit dieser erheblichen Investition seine fortgesetzte Verbundenheit mit den kulturellen Veranstaltungen und den Carl Orff-Festspielen im Florian-Stadl.

Fern dazu Fatschenkindl und andere Zeugnisse reli­giöser Volkskunst versammelt. Die Leihgaben kamen aus Irschenberg, Miesbach, Bad Tölz, Wallgau, Weilheim, Ober­ ammergau und Garmisch-Partenkirchen. Aber auch bis von Amberg in der Oberpfalz oder Fürstenfeldbruck kamen die Aussteller auf den Heiligen Berg. Frater Stephan trug auch selbst zur Ausstellung bei: mit einer neapolitanische Krippe mit einer Breite von fünf Metern.


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Diana Sandmann stellt im Fürstentrakt aus 30. April bis 30. Juli 2011

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ie Münchner Künstlerin zeigt ab 30. April 2011 ihre Malerei unter dem Titel »Im Glanz der Dinge« im Kloster Andechs. In ihren Bildern werden expressive Farbgestaltung und ein dynamischer, maleri­scher Duktus mit meditativen Elementen verbunden. Ein Wechselspiel zwischen Titel und Bild erzeugt einen Spannungs­ gehalt, der den Arbeiten ein hohes Maß an Assoziationsmöglichkeiten gibt. Es ist über die Gedanken­kunst hinaus eine satte, die Sinne befriedigen­de Malerei. Diana Sandmann arbei­tet mit selbst angemischten Ei-Öl-Tempera­farben, die ihren Bildern einen beson­deren Glanz verleihen.

V ernissage

Samstag, 30. April 2011, 16.00 Uhr Einführung mit Marion von Schabrowsky (Kunsthistorikerin) Besichtigung nur nach telefonischer Anmeldung möglich. Kontakt Mobil: 0170/5451667 www.diana-sandmann.de


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Presse Echo

Starnberger Merkur 22./23. Januar 2011


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Presse Echo

S체ddeutsche Zeitung, 7. M채rz 2011


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BISS, M채rz 2011


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Presse Echo

M端nchner Merkur, 20. Dezember 2010

Der Dom, Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn, 23. Januar 2011


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S端ddeutsche Zeitung, 7. Dezember 2010

Augsburger Allgemeine, 6. Dezember 2010


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Presse Echo

Der Neue Tag, 12. November 2010

Mittelbayerische, 25. Oktober 2010

irmingard Prinzessin von bayern gestorben L E U T S T E T T E N / M Ü N C H E N Irmingard Prinzessin von Bayern ist gestorben. Wie der Präsident der Verwaltung des Herzogs von Bayern am Montag mitteilte, starb die 88-Jährige bereits am Samstag im oberbayerischen Leutstetten. Sie war die Ehefrau des 2008 gestorbenen Ludwig Prinz von Bayern. Die beiden hatten im Jahr 1950 geheiratet, ein Jahr später kam ihr einziges Kind Luitpold zur Welt. Irmingard Prinzessin von Bayern bei einem Empfang vor dem Münchner Schloss Nymphenburg im Jahre 2003

Irmingard von Bayern wurde 1923 in Berchtesgaden geboren, in ihrer Jugend wurden sie und Mitglieder ihrer Familie von den Nationalsozialisten verfolgt und in Konzentrationslagern eingesperrt. Ihre Erinnerungen daran verarbeitete sie als Malerin und Autorin des Buches »Jugend-Erinnerungen. 1923–1950«. Sie soll im engsten Familienkreis im Wittelsbacher Friedhof im Kloster Andechs beigesetzt werden. Für Donnerstag, 4. November, ist ein feierliches Requiem in der Münchner Theatinerkirche geplant.


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M체nchner Kirchenzeitung, 6. M채rz 2011


Klosterarbeit von Fr. Stephan Janker

Das Osterlicht ist der Morgenglanz nicht dieser, sondern einer neuen Erde. Gertrud von Le Fort (1876 –1971)

Impressum V.i.S.d.P.: P. Valentin Ziegler Bergstraße 2 · 82346 Andechs · Tel.: 08152/376-0 · Fax: 08152/376-267 · www.andechs.de Redaktion: Christian Bolley, Martin Glaab, Birgitta Klemenz · Gestaltung: Mellon Design Druck: Agentur Beckenbauer · Papier: gedruckt auf umweltfreundlichem Papier

Titelbild: Ursula Bosch – Alle Fotoaufnahmen durch Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: Apostolische Nuntiatur (S. 14); argum – Heller Falk (S. 3, 24, 25); Chwalczyk Klaus (S. 3, 4, 5, 6); Dlouhy Markus (S. 43); Eschenlohr Eugen (S. 7); Frei Lisa (S. 41); Kinner Stefan (S. 44); Kumberger Bele (S. 32); McKenzie Siphiwe (S. 3, 32); Messe Berlin / Presseabteilung (S. 21); Bildarchiv Foto Marburg (S. 17); Schaefer Carol (S. 31); Sandmann Diana (S. 48); Schmid Thomas (S. 15); Schuhbauer-von Jena Stefan (S. 26, 34, 35, 36, 47) Bei Einsendungen von Artikeln behält sich die Redaktion Kürzungen und Änderungen vor. Das nächste Andechser Berg Echo erscheint Ende Juli 2011

Andechser Bergecho 1-2011  
Andechser Bergecho 1-2011  

Issue 2011 /1

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