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Ausgabe 2/2013 Mitgliederjournal aktion tier –menschen für tiere e.V.

Urlaub vom Tierleid

Korsika – ein Geheimtipp für Tierfreunde Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Eier-Betrug im großen Stil „No Angels“-Sängerin Sandy Mölling

Neue aktion tier-Botschafterin unterwegs


Kontakt 030 30 111 62-0 Titel: Sandy Mölling mit ihrem Patenhund „Blue“

Bitte geben Sie I­hre Anschrift und ­Mitgliedsnummer an, wenn Sie mit uns per Fax oder Mail in Kontakt treten. Leserbriefe, Anregungen und Kritik schicken Sie bitte an journal@aktiontier.org

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aktion tier – menschen für tiere e.V.

aktion tier – menschen für tiere e.V. Spiegelweg 7 14057 Berlin Tel.: 030 30 111 62-0 Fax: 030 30 111 62-14 www.aktiontier.org aktiontier@aktiontier.org mitgliederservice

aktion tier – menschen für tiere e.V. Tel.: 030 30 111 62-0 Fax: 030 30 111 62-14 mitgliederbetreuung@aktiontier.org geschäftsstelle münchen Herzogstraße 84 80796 München Tel.: 089 32 66 98 10 Fax: 089 32 66 98 12 muenchen@aktiontier.org geschäftsstelle berlin Kaiserdamm 97 14057 Berlin Tel.: 030 30 10 38 31 Fax: 030 30 10 38 34 berlin@aktiontier.org pressestelle Kaiserdamm 97 14057 Berlin Tel.: 030 30 10 38 33 Fax: 030 30 10 38 34 info@aktiontier-pressestelle.org anzeigenverwaltung aktion tier GmbH Spiegelweg 7 14057 Berlin Tel.: 030 30 111 62-55 Fax: 030 30 111 62-56 anzeigen@aktiontier.org Mediadaten und Anzeigenpreise können gerne angefordert oder unter www.aktiontier.org heruntergeladen werden. Unser Beitrag zum Umweltschutz: „mensch und tier“ wird auf 100% Altpapier gedruckt.

herausgeber Spiegelweg 7 14057 Berlin © moventis GmbH Kaiserdamm 97 14057 Berlin Tel.: 030 30 09 62 33 Fax: 030 30 09 62 55

redaktion Alexandra Diezemann Sächsische Straße 72 10707 Berlin journal@aktiontier.org Tel.: + 49 30 24535181 Fax: +49 30 68070004 Mobil: +49 172 3110212 gestaltung A. Bolz, P. Bolz druck Oberndorfer Druckerei GmbH A-5110 Oberndorf beiträge Ursula Bauer, ­A lexandra Diezemann, Christine Geburtig, Dr. Sylvia Haghayegh, Dr. Tina Hölscher, Holger Knieling, Jan Pfeifer, Ingeborg Polaschek, Daniel Prengel, Ann Kari Sieme, Vegetarierbund Deutschland, Beiträge der Projektpartner Fotos: aktion tier, Ursula Bauer, Bolz, Alexan­ dra Diezemann, Fotolia.com, Peter Göttler, ne/pixa, pixelio.de, RTL Disney, TeleNewsNetwork, Tierschutzzentrum Meissen, Vegetarierbund Deutschland e.V., www.tierschutzbilder. de, Bilder der Projektpartner, Titel: renato13 – Fotolia.com

Ausgabe 2/2013; Gesamtauflage 200 000 nächster Redaktionsschluss: 15.07.2013 Die nächste Ausgabe von „mensch und tier“ erscheint am 26.09.2013 „mensch und tier“ ist das Mitgliederjournal des Vereins aktion tier – menschen für tiere e.V. und wird den Mitgliedern und den Projektpartnern von aktion tier kostenlos zugestellt. Alle Beiträge/Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit ausdrück­licher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangt eingesandte Beiträge übernehmen Herausgeber und Redaktion keine Gewähr. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen und/oder zu überarbeiten. Texte und Bilder werden gegebenenfalls auf der Website von aktion tier veröffentlicht. Redaktionelle Fremdbeiträge oder Leserbriefe entsprechen nicht immer der persönlichen Meinung der Redaktion, werden jedoch mit Rücksicht auf die freie Meinungsäußerung einbezogen. Für den Inhalt von Anzeigen ist die Redaktion nicht verantwortlich.

© moventis GmbH


editorial

Liebe Tierfreunde, liebe Mitglieder!

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Was bedeutet für Sie Engagement im Tierschutz? Sie selbst sind in jedem Fall engagiert – sonst würden Sie dieses Journal eines der größten Tierschutzvereine Deutschlands, aktion tier – menschen für tiere e.V., nicht in den Händen halten. Und wenn Sie derzeit „nur“ Leser sind, so zeigen Sie in jedem Fall Ihr Interesse daran, den Schutz der Tiere, in welcher Form auch immer, zu verbessern. Sie sind Mitglied bei aktion tier? Prima, umso besser, denn dank Ihrer Unterstützung können eine große Vielzahl an Tierschutzprojekten, Kampagnen und Aufklärungsaktionen des Vereins realisiert werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich im Tierschutz einzubringen, ohne gleich sein ganzes Leben auf den Kopf stellen zu müssen. Die einen sind Mitglied und fördern die Arbeit des TierTim, siehe Patentiere schutzvereins durch ihren Mitgliedsbeitrag, der, wie Sie selbst vielleicht wissen, bereits ab 4 Euro im Monat frei wählbar ist (auch die Dauer der Mitgliedschaft ist frei wählbar). Sie werden durch unser Mitgliedsjournal „mensch und tier“ vierteljährlich informiert und können natürlich auch die neuesten Aktivitäten des Vereins auf der regelmäßig aktualisierten Website www.aktiontier.org nachlesen und verfolgen. Es gibt zusätzlich die Möglichkeit des ehrenamtlichen Engagements, so wie es die vielen freiwilligen Helfer beispielsweise im Rahmen des aktion tier Projekts Kitty tun. Diese fahren regelmäßig die verschiedenen Futterstellen der verwilderten Hauskatzen an, um die Katzen zu füttern, die aber durch aktion tier regelmäßig kontrolliert werden, d.h., die Katzen werden mittels Fallen eingefangen, ggf. kastriert und medizinisch betreut. Dieses ehrenamtliche Engagement kann sich auch umfangreicher gestalten wie das der neuen aktion tier-Botschafterin Sandy Mölling, bekannt durch ihre Karriere als Sängerin in der bekannten Girls-Band „No Angels“.

Sandy Mölling hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass ihr der Tierschutz so sehr am Herzen liegt, dass sie noch mehr tun möchte als z.B. bei verschiedenen Eröffnungen und Feierlichkeiten der neuen aktion tier-Tierschutzzimmer in Schulen mitzuwirken. Nein, sie hat sich entschlossen, ein Praktikum beim Projekt Kitty zu absolvieren, hat einen zukünftigen Blindenhund überreicht und ist auch aktiv an den Aufklärungskampagnen des Vereins beteiligt. Lesen Sie mehr zur Arbeit der sympathischen Sandy Mölling ab S. 11. Dass die Aufklärungsarbeit von aktion tier von so immenser Wichtigkeit ist, lässt sich an einfachen Beispielen (leider) wieder festmachen. Denn nicht jeder, der ein Tier hat oder sich eins anschaffen möchte, ist sich der Verantwortung bewusst, die mit einer Tierhaltung einhergeht. So wurde in der jüngsten Vergangenheit eine Katze einfach in einer Tüte in der aktion tier-Geschäftsstelle Berlin entsorgt, bzw. ausgesetzt. Vom Besitzer fehlte jede Spur. Diesen „Aufreger“ lernen Sie auf S. 9 kennen. Auch die jüngsten Tierschutzfälle, die durch aktion tier aufgespürt und verfolgt wurden, zeigen, dass dringender Aufklärungsbedarf besteht. So wurden im sächsischen Ort Moritzburg Kadaver von Schafen entdeckt. Einige Tiere konnten glücklicherweise noch beschlagnahmt und gerettet werden. Auch für einige Tiere aus einem sogenannten „Animal Hoarding Fall“ im thüringischen Rittersdorf ging es noch mal glimpflich ab – die Zustände der dortigen Tierhaltungen gingen einem unter die Haut und ließen einen erschauern. Diese Fälle stellen wir Ihnen auf den Seiten 28-30 und 31-33 vor. Nicht umsonst veranstaltet aktion tier daher jedes Jahr so viele Informationsaktionen und Aufklärungskampagnen. Es gilt, Tierleid von vorn herein zu verhindern. Natürlich gibt es immer wieder von schönen Momenten und Positives zu berichten – auch im Tierschutz! So stellt Ihnen, liebe Leser, unsere Geschäftsstellenleiterin des Büros in Berlin, Ursula Bauer, ihr präferiertes Urlaubsziel vor: Korsika. Auch die Mitarbeiter von aktion tier fahren gelegentlich in den Urlaub – aber, wie das nun einmal ist, auch dann kann man schlecht die Arbeit vom Privaten trennen und in vielen Ländern wird man leider mit schrecklichen Zuständen die Tierhaltung betreffend konfrontiert oder erlebt viele streunende Tiere wie Hunde und Katzen, die sich oft von Krankheit gezeichnet an die Fersen des nächsten Touristen heften. Nicht so auf Korsika. Auf der zu Frankreich gehörenden Insel leben Mensch und Tier in friedlichem Einklang miteinander. Lobenswert und selten. Schauen Sie daher auf die Schönheit dieser Insel auf den Seiten 42-46. Engagement im Tierschutz findet sich in vielen kleinen Bereichen. Alleine, dass Sie uns durch Ihre Mitgliedschaft treu bleiben, ist ein Engagement, auf das aktion tier nicht verzichten kann. Denn wir könnten sonst längst nicht so viel tun. Vielen Dank dafür an dieser Stelle. Falls Ihnen etwas komisch vorkommt in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft oder auch während eines Ausflugs oder beim Urlaub – zögern Sie nicht und machen Sie uns auf mögliche Missstände aufmerksam. Alle Adressen und Telefonnummern finden Sie in diesem Journal im Impressum auf S. 3. Mit den besten Grüßen aus der Redaktion von mensch und tier aktion tier – menschen für tiere e.V. Mitgliederjournal

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Inhalt

Im Februar dieses Jahres ereignete sich ein Vorfall in der aktion tier-Geschäftsstelle Berlin, der wieder einmal demonstrierte, wie verantwortungslos Menschen mit ihren Tieren umgehen. Eine kleine Katze wurde in einer Tüte in unser Büro gesetzt. Vom Besitzer fehlte jede Spur. Die Katze hatte aber noch Glück im Unglück.

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Unsere neue aktion tier-Botschafterin Sandy Mölling, Sängerin der bekannten Girlband „No Angels“, ist mehr als aktiv. Sie eröffnete die neuen Tierschutzzimmer in der MüggelseeGrundschule in Berlin und das in der Privatschule IBB Dresden, übernahm die Patenschaft für den kranken Hund „Blue“, übergab Labrador „Jago“ als zukünftigen Blindenhund und absolvierte ein Praktikum im aktion tier Projekt Kitty. Danke für dieses großartige Engagement!

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aktuelles

+ + + NEWS + + + . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6-7 aktion tier – DVD Tipp Timmy, das Schäfchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

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Die aktion tier-tierrettung münchen e.V. ist 24 Stunden im Einsatz für verletzt aufgefundene Wildtiere und erkrankte und verletzte Haustiere. Und das 365 Tage im Jahr. Die außerordentliche Leistung, vor allem dank des Einsatzes von Vizepräsidentin Dr. Evelyne Menges, Stadträtin in München und Rechtsanwältin, wurde auch seitens der Polizei München gelobt. Diese steht der Tierrettung immer wieder helfend zur Seite.

Auf einer Weide bei Moritzburg (Sachsen) wurden 9 tote Schafe entdeckt. Mitarbeiter von aktion tier fuhren sofort hin und machten eine grausige Entdeckung. Denn neben den Kadaverresten, befanden sich noch völlig verwahrloste Schafe der Herde auf dem Grundstück. Einige Tiere konnten beschlagnahmt und gerettet werden.

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projekte aktion tier-tierrettung münchen e.V., Bayern Bilanz einer Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . 18 aktion tier-tierrettung münchen e.V., Bayern Angefahrene Hündin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 aktion tier-Wildtierstation Sachsenhagen, Niedersachsen Fleißige Naturforscher erhalten Preis . . . 20-21 aktion tier-Tierschutzzimmer Radeberg, Sachsen Hurra, in Radeberg ist der Nachwuchs da! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 aktion tier-Wildtierstation Rastede, Niedersachsen Führungen durch die Wildtierstation . . . . . . 23

aktion tier-Gewinnspiel „Findet NEMO“ Unsere Gewinner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 AUFREGER Kater in aktion tier-Geschäftsstelle Berlin ausgesetzt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Unsere Tierschutzaktion in Berlin Ergebnis der Osteraktion . . . . . . . . . . . . . . . . 10 „No Angels“-Sängerin Sandy Mölling Neue aktion tier-Botschafterin unterwegs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11-16 Leben mit Tieren e.V., Berlin Mach’s gut, Silva vom Merlin . . . . . . . . . . . . . . 17

wir klären auf Die Staatsanwaltschaft ermittelt Eier-Betrug im großen Stil . . . . . . . . . . . 24-25 Zeigen Sie Flagge! Kaninchenmast, nein danke . . . . . . . . . . 26-27 Tierheim Meissen-Winkwitz e.V., Sachsen Die Schafe von Moritzburg . . . . . . . . . . 28-30 Animal Hoarding-Fall in Rittersdorf, Thüringen Tiere leiden leise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31-33


Wer Urlaub in einem Land machen möchte ohne sich mit Tierleid konfrontiert zu sehen, dem sei Korsika ans Herz gelegt. Auf der zu Frankreich gehörenden Insel leben Mensch und Tier in respektvoller Eintracht miteinander. Kranke, streunende Tiere? Fehlanzeige. Lassen Sie sich inspirieren!

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Die tückische Krankheit Leishmaniose, die vor allem im südlichen Europa lauert, bedeutet für viele Hunde, die sich infizieren einen leidvollen Tod. aktion tier gibt Ihnen Tipps, wie Sie mit dieser Gefahr am besten umgehen können.

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report

TSI Odenwald, Hessen Kätzchenpflegestelle bei der TSI . . . . . . 54-56 Lottihof – für Kinder und Tiere e.V., Mecklenburg-Vorpommern Ein Praktikumsbericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56

Urlaub im Ausland Tipps zum Tier- und Artenschutz . . . . . . 34-35

Nothilfe für Polarhunde e.V., Baden-Württemberg Hunde leiden still und leise … . . . . . . . . 57-59

Zur Bewegungslosigkeit verdammt Ständerhaltung von Pferden . . . . . . . . . 36-37

Tierhuus Insel Föhr e.V., Schleswig Holstein Müll im Meer geht uns alle an . . . . . . . 60-61

Der Dämon der Hunde Leishmaniose – vermeidbar oder wenigstens heilbar? . . . . . . . . . . . . . . . . . 38-39

Tierheim-Tierhilfe e.V., NRW Das Aussetzen von Tieren ist ein Dauerbrenner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61

aktion tier intern 20 Jahre Tierschutzarbeit . . . . . . . . . . . . 40-41

Igelzentrum Laatzen, Niedersachsen Auch Wildtiere haben Wohnungsnot! . . . . . 62

Urlaub vom Tierleid Korsika – ein Geheimtipp für Tierfreunde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42-46

© aktion tier, aktion tier - Ursula Bauer, Alexandra Diezemann, Peter Göttler

unsere partner

Wenn es doch mal passiert …! Bissverletzungen richtig einschätzen und versorgen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47

junior Max & Lolo in „Die Schafschur" . . . . . . . . . . . 48 Rätselspaß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49

rat & tat Recht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50

in aller welt Südeuropäische Tierhilfe e.V., NRW Europa wächst zusammen . . . . . . . . . . 63-65

service Pressespiegel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66-67 aktion tier macht Appetit Kulinarisch-Vegetarisch . . . . . . . . . . . . . . 68-69 aktion tier shop Geschenke für den Tierschutz . . . . . . . . . . . . 70 Für unsere Leseratten Büchertipp von aktion tier . . . . . . . . . . . . . . 71

Aus der Tiermedizin Hilfe, mein Tier hat einen Pilz! . . . . . . . . . . . 51

Ihre Meinung zählt! Leserbriefe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71-73

Verbraucherschutztipps Pferdefleisch auf dem Teller . . . . . . . . . 52-53

Vermittlungstiere . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80-93

Patentiere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74-79

Mitgliederjournal

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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+ + NEWS + + + NEWS + + + N Veganes Gericht als Fleischwerbung inen skurrilen Fall von Miss­ achtung der Urheberrechte deckte unlängst das Tierschutz­ bündnis „Kaninchenmast, nein danke“ auf, dem auch aktion tier angehört: Die Bloggerin Big­ gi Blogsberg (Bloggername) hatte in ihrem Rezepte-Blog ein vega­ nes „Enten-“Gericht veröffentlicht. Das Foto dazu sah so überzeugend aus, dass ein Anbieter von Kanin­ chenfleisch es kurzerhand kopierte. Die Bloggerin staunte nicht schlecht, als sie wenig später „ihr“ Ge­ richt in einer Werbung für Fleisch aus der Massentier­ haltung fand. Umgehend schaltete sie das Tierschutzbündnis ein, welches sofort ein anwaltliches Schreiben veranlasste. Die Super­ marktkette „jawoll“, die mit dem Bild geworben hatte, bedauerte da­ raufhin den Vorfall, blieb jedoch ei­ ne Richtigstellung schuldig.

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Pferdefleischskandal weitet sich aus achdem zunächst in Großbri­ tannien und Irland nicht dekla­ riertes Pferdefleisch in RindfleischProdukten nachgewiesen worden war, zieht der Skandal nun immer weitere Kreise. Betroffene Hack­ fleisch-Erzeugnisse tauchten zu­ nächst in Schweden und Frankreich auf, schließlich auch in Deutschland. Außerdem sollen Firmen aus Rumä­ nien, Zypern und den Niederlanden beteiligt gewesen sein. Zu den ver­ dächtigen Produkten gehören vor

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allem Tiefkühl-Lasagnen, deren Füllung teilweise aus bis zu 100  % Pferdefleisch bestanden habe, teil­ ten die Kontrolleure mit. Es bestehe der Verdacht auf Medikamenten­ rückstände. Mehrere Zehntausend Produkte sind daraufhin bisher aus dem Handel genommen worden. Das Verbraucherministerium hat im Internet eine Liste mit allen be­ kannten, verdächtigen bzw. ausge­ listeten Produkten veröffentlicht: www.pferdefleisch-rueckrufe.de Heidi Klum und ProSieben in der Kritik odelmama Heidi Klum und der TV-Sender ProSieben ha­ ben mit ihrem Format Germany’s Next Topmodel den Zorn vieler Tierschützer hervorgerufen. Die Teilnehmerinnen der aktuellen Staf­ fel sind wegen des Besuchs des Del­ phinariums Dolphin Bay in Dubai und dem Tragen von Pelz ins Visier der Tierschützer geraten. Hunderte Protesteinträge verzeichneten allein die Facebook-Seiten der Sendung, des Senders und von Heidi Klum selbst. Eine eigens eingerichtete Protestseite sammelte innerhalb kürzester Zeit rund 10.000 Unter­ schriften. Für zusätzlichen Unmut sorgte der Umgang mit der Kritik, denn alle kritischen Einträge auf den offiziellen Seiten der Beteiligten wurden offenbar gelöscht. Verschie­ dene Tierschutzvereine und -organi­ sationen fordern das Model und den Sender auf, sich von Tierquälerei zu distanzieren, Delphinarien nicht mehr zu unterstützen und das Tra­ gen von Pelz zu verbieten.

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Verschärfung für die Massentierhaltung in Niedersachsen it einem Runderlass hat Nie­ dersachsen die Auflagen für große Massentierhaltungen ver­ schärft. Insbesondere durch bau­ rechtliche Bestimmungen soll die Wende zu einer mehr bäuerlichen Landwirtschaft vorangetrieben wer­

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aktuelles

• Ausgabe 2/2013

den. So gelten in Zukunft strengere Anforderungen für Schweine- und Geflügelmäster, die in großen Stall­ anlagen verstärkt Abluftreinigungs­ anlagen verbauen müssen. Die Vorschriften gelten für Betriebe mit mehr als 2.000 Mastschweinen bzw. 750 Muttersauen. Vorgese­ hen sind zudem Verschärfungen für Geflügelmastbetriebe mit mehr als 40.000 Tieren. Weiterer Aspekt des Erlasses ist der Schutz vor Pa­ rasiten, Erregern etc., die durch Wind und Wetter aus Mastanlagen in die Umwelt gelangen können (sogenannte Bioaerosole). Neu­ bauten müssen nun deutlich höhere Mindestabstände zu angrenzenden Wohnbebauungen einhalten. Hundefleisch auf dem Teller? em Eklat um nicht deklariertes Pferdefleisch folgt der nächste Skandal auf dem Fuße. Wieder ist verdächtiges Fleisch in Großbritan­ nien aufgetaucht, wieder stammt es aus Rumänien. Bei der Unter­ suchung verschiedener Gerichte fanden Forscher Fleisch, welches sie nicht identifizieren konnten. Ausschließen konnten sie, dass es sich bei den verdächtigen Proben

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aktuelles

EWS + + + NEWS + + + NEWS + Zusammengestellt von Jan Peifer

Hunde- und Katzenverbot im Mietvertrag unwirksam ach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes sind Klau­ seln im Mietvertrag unwirksam, mit denen das Halten von Hunden und Katzen in Mietwohnungen und ‑häusern grundsätzlich untersagt wird. Mietern von Wohnraum darf die Tierhaltung nicht generell verbo­ ten werden. Bei Tierschützern stieß das Urteil auf große Freude. „Die Abschaffung des generellen Ver­ botes stärkt die Rechte der Tierlieb­ haber unter den Mietern immens“, folgert Dr. Tina Hölscher, Tierärz­ tin bei aktion tier, aus dem Urteil. In Zukunft wird es aufwändig und schwierig für Vermieter, eine Klein­ tierhaltung verbieten zu wollen. Be­ sonders für Singles und ältere Men­ schen ist ein Haustier oft wichtiger Bezugspunkt, das Urteil trägt so di­ rekt zur Steigerung der Lebensqua­ lität bei. Im Falle eines Streits muss nun im Einzelfall nachgeprüft wer­ den, ob die Störung des Vermieters oder das Grundrecht des Mieters vorrangig zu behandeln ist.

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30 Monate Haft für Betrug mit „Rassehunden“ it angeblichen Rassehunden hat ein Österreicher offenbar viel Geld verdient. Unter anderem

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Bulldoggen und verschiedene Ter­ rier hat der 43-jährige Steirer an Kunden aus ganz Österreich ver­ kauft. Seinen Kunden wurde dabei vorgetäuscht, dass die Hunde aus Rassezuchten stammen, in Wirk­ lichkeit jedoch kamen sie über dubi­ ose Züchter und Zwischenhändler aus Ungarn nach Österreich. Die zu jedem Hund vorhandenen Papiere, Impfungen und Chipbelege hatte der Betrüger allesamt gefälscht. Für viele Kunden kam die Erkennt­ nis beim ersten Tierarztbesuch. In der Regel geschah dies schnell, denn die meisten der Tiere waren krank, einige starben bald. Nun hat der Schöffensenat den Steirer zu 30 Monaten Haft verurteilt, außerdem muss er Schadenersatz an ehema­ lige Kunden zahlen. aktion tier warnt immer wieder davor, Hunde (besonders Welpen) bei dubiosen Züchtern und Händlern zu kaufen, die die Tiere meist zu Niedrigst­ preisen anbieten. Verbot von Pelzfarmen und Wildtieren in Slowenien lowenien hat ein Verbot für Pelz­ farmen sowie von Wildtieren im Zirkus beschlossen. Damit folgt es unter anderem Schweden, Polen, Malta, Portugal und Dänemark, die mit einem Wildtierverbot bereits deutliche Zeichen gegen Tierquä­ lerei setzen. In Deutschland gibt es lediglich kommunale Beschrän­ kungen einzelner Städte, die Zir­ kus­unternehmer mit der Anmietung privater Stellflächen zudem leicht umgehen können. Auch das Verbot der Pelzfarmen lässt Deutschland weiter als Schlusslicht im Tierschutz erscheinen: Zwar ist 2011 eine Ver­ schärfung der entsprechenden Ver­ ordnung ausgelaufen, an die neuen Richtlinien hält sich jedoch keiner

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der bundesweit noch etwa 10 exi­ stierenden Pelzfarmbetriebe. Ob­ wohl der Tierschutz in Deutschland seit 10 Jahren Verfassungsrang hat, bietet die rechtliche Situation der Bundesrepublik ein trauriges Bild. Tote Bussarde: Polizei warnt vor Giftködern ach dem Fund von toten Greif­ vögeln warnt die Polizei im Raum Detmold vor vergifteten Brotresten an Straßenrändern. In ungewöhnlicher Anhäufung waren auf einem Acker mehrere Bussarde gefunden worden, die nicht eines natürlichen Todes gestorben seien. Dies teilte der Kreis Gütersloh mit und rief die Bevölkerung zu Auf­ merksamkeit auf. Eine Zeugin soll beobachtet haben, wie in der Nä­ he Tatverdächtige Brotreste aus­ gestreut haben. Ob es sich dabei um Giftköder handelte, ist nicht bekannt. Die Jagd auf Greifvögel nimmt nach Angaben von Exper­ ten stetig zu, dabei ist sie illegal und kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Sollte ein Jäger bei der verbotenen Greifvogeljagd er­ tappt werden, droht ihm der Verlust des Jagdscheins.

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Dioxin in Katzenund Hundefutter entdeckt ontrolleure eines belgischen Futtermittelherstellers haben in einem Zusatzstoff für Futtermittel einen erhöhten Dioxinwert festge­ stellt. Der Hersteller liefert auch an Betriebe in Deutschland. Zwar sei der nachgewiesene Wert weder für Menschen noch Haustiere gefähr­ lich, liege aber über den zulässigen Höchstwerten. Dies berichteten belgische Medien. Erst vor wenigen Jahren hatten Ermittler in Deutsch­ land erhöhte Dioxinwerte in Fleisch und Eiern festgestellt, die auf ver­ unreinigte Futtermittel zurückgin­ gen. Zehntausende Schweine und Mastgeflügel waren damals notge­ schlachtet und entsorgt worden.

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Bilder: © awww.tierschutzbilder.de

um Rind, Schwein, Lamm oder um Ziege, Kalb oder Huhn handele, wie britische Medien berichteten. Nicht nur Tierschützer fürchten, dass es sich hier um die Überreste von osteuropäischen Straßenhun­ den handeln könnte. Jedes Jahr verschwinden Tausende von ihnen allein in Rumänien. Örtliche Tier­ schützer berichten, dass 2012 in der Gegend von Brasov ca. 900 Stra­ ßenhunde verschwunden sind. Aus eben dieser Gegend stammten auch ein Teil des falsch deklarierten Pfer­ defleisches und das mit Antibiotika belastete Putenfleisch, was unlängst für Aufsehen sorgte.

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aktion tier – DVD Tipp

Timmy, das Schäfchen Timmy, das Schäfchen ist drei Jahre alt und geht in den Kindergarten. Hier trifft er auf viele andere Tierkinder und erlebt gemeinsam mit ihnen lustige Abenteuer. Das aufgeweckte Wollknäuel testet regelmäßig seine Grenzen aus und stellt mit seiner übermütigen Art hin und wieder den ganzen Kindergarten auf den Kopf. Eine Produktion von RTL Disney Fernsehen

Timmy stammt von den mit einem Oscar ausgezeichneten Ma­ chern von Aardman Animations,

die auch schon „Wallace & Gromit“ und „Shaun, das Schaf“ in Szene setzten. In Deutschland läuft die Serie „Timmy das Schäfchen“ re­ gelmäßig im Vorschulprogramm bei SUPER RTL.

Timmy das Schäfchen … auf Schatzsuche 5 Lustige Kindergartengeschichten FSK ab 0, 50 Min., DVD, Dolby Digital 9,99 EUR Erhältlich bei allen Elektrowarengeschäften und im Onlinehandel.

Abb. Konzeptstatus

Die witzige Preschool-Serie erzählt in bunten Bildern von großen und kleinen Kindergarten-Abenteuern, in denen sich Vorschulkinder rasch wieder erkennen. Auch bei älteren Kindern und Erwachsenen ist die Serie aufgrund ihres subtilen Hu­ mors sehr beliebt.

aktion tier-Gewinnspiel „Findet NEMO“

Unsere Gewinner

Hier nochmal die Fragen und die dazugehörigen richtigen Antwor­ ten: Wer hat die Stimme von Dorie? Richtige Antwort: Anke Engelke Welche Sprache spricht Dorie? Richtige Antwort: Walisch Wo steht das Aquarium, in dem Nemo gefangen ist? Richtige Antwort: Zahnarztpraxis in Sydney 8

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• Ausgabe 2/2013

Unfassbar viele Zuschriften er­ reichten uns! Es gab ja auch tolle Preise zu gewinnen! Hier unsere drei Gewinner: Ein Fan Paket bestehend aus ei­ ner DVD, einer 3D Tasse, einem Federmäppchen und einer Figur zu „Findet Nemo in 3D“ haben ge­ wonnen: Brigitte Schnele 71149 Bondorf Liane Trippold 65205 Wiesbaden Katrin Suchanek 06542 Allstedt OT Holdenstedt Wir gratulieren den Gewinnern ganz herzlich und wünschen viel

Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich Zurbei Disney Pixa für die der verfügungstellung Preise!

Spaß mit den schönen Preisen und bedanken uns ganz herzlich für die großartige Teilnahme!

© ne/Pixa

In der letzten Ausgabe von mensch und tier haben wir die DVD „Findet Nemo“ in 3D vorgestellt. Gerne stellen wir heute die Gewinner des Gewinnspiels dazu vor! Drei Fragen sollten beantwortet werden … Ein Hinweis von Alexandra Diezemann


aktuelles

AUFREGER

Kater in aktion tier-Geschäftsstelle Berlin ausgesetzt Am 06.02.2013 gegen 8.30 Uhr wurde ein junger Kater in der aktion tier-Geschäftsstelle Berlin ausgesetzt. Die Tür öffnete sich und bevor wir registrieren konnten, wer der frühe Besucher war, war dieser verschwunden und auf dem Boden stand eine rote Plastiktüte, aus der es kläglich miaute. Ein Bericht von Ann Kari Sieme, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

Nach einer kurzen Erholungspau­ se in unserer Geschäftsstelle wurde das schwarz-weiße Katerchen in das Katzenheim des aktion tierProjektpartners Berliner Katzen­ schutz e.V. nach Glindow gebracht und vor Ort gleich einer Tierärztin vorgestellt. Ronny war zwar weder gechippt noch geimpft, befand sich aber sonst glücklicherweise in ei­ nem guten Allgemeinzustand. Das Alter des Katers lässt die Ver­ mutung zu, dass es sich bei dem Tier um ein ungewolltes Weihnachtsge­ schenk handelte, welches schon nach kurzer Zeit einfach wieder entsorgt wurde. aktion tier hat selbstver­ ständlich sofort Anzeige bei der zu­ ständigen Polizei erstattet. Bedauer­ licherweise besteht in Deutschland keine Chip- und Registrierpflicht für Katzen. Sonst hätte die Möglichkeit bestanden, den Besitzer ausfindig zu machen, um ihn für seine herzlose Tat zur Rechenschaft zu ziehen.

Für den kleinen Kater hat die Geschichte glücklicherweise ein Happy End gehabt. So konnte Ron­ ny schon nach wenigen Tagen im Katzenheim des Berliner Katzen­ schutz e.V. vermittelt werden und in sein neues Zuhause zu verantwortungsvol­ len Besitzern und einer weiteren Katze zie­ hen.

Im Fall Ronny kann uns niemand sagen, wie lange das Tier schon in der Plastiktüte durch Berlin trans­ portiert wurde und was den Besitzer zu seinem verantwortungslosen Ver­ halten veranlasst hat. Wir halten die Anzeige bei der zuständigen Polizei für völlig gerechtfertigt und uner­ lässlich.

AUFREGER

Etwas ver w u n­ dert waren wir jedoch über einige Kom menta re von Tierfreunden auf unse­ rer Facebook-Seite. Vereinzelt wur­de die Meinung vertreten, dass der Besitzer verantwortungs­ voll gehandelt hätte, da er ja das Tier nicht einfach in die nächste Mülltonne geworfen hat, sondern bei aktion tier in die Geschäfts­ stelle brachte. Dieser Meinung können wir uns nicht anschließen. Das Aussetzen eines Tieres stellt immer einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar und wird auch nicht durch den Ort des Aussetzens verharmlost. Es kann immer Gründe geben, die einen Menschen dazu zwingen, sich von seinem Tier zu trennen. Je­ mand, der Verantwortung dem Tier gegenüber zeigt, wird dieses nicht einfach aussetzen oder an die Tür eines Tierheims binden, sondern sich mit seinem Tierheim in der Nä­

© aktion tier

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In der Tüte saß ein kleines Kater­ chen auf einer Wolldecke. Der Be­ sitzer hatte sich verantwortungslos davongemacht. Der kleine Kater, den wir kurzerhand auf den Namen „Ronny“ tauften, war zunächst na­ türlich völlig verstört. Der Schock des Aussetzens, der Verlust der Bezugsperson und die fremde Um­ gebung steckten ihm tief in den Knochen. Doch durch die kindli­ che Neugier und das vorhandene Schmusebedürfnis des kleinen und noch sehr jungen Ronny war die anfängliche Scheu schnell über­ wunden und das Eis gebrochen.

he in Verbindung setzen und dort die Aufnahme des Tieres gegen eine berechtigte Aufnahmegebühr abklären.

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Einkaufspassage schutzlos ausge­ liefert. Gravierende Mängel wurden festgestellt

Das Ergebnis: 6 der besuchten Ein­ kaufszentren hatten Gehege mit Tieren errichtet. Die konnten es wohl einfach nicht lassen. Aber im Vergleich zum Vorjahr, als wir noch 10 Gehege vorfanden, werten wir dieses Resultat trotzdem als positi­ ve Entwicklung. Die zu Ostern vielerorts mitten in der Shopping-Mall zwischen 10

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• Ausgabe 2/2013

Rolltreppen, Boutiquen und Ver­ kaufsständen errichteten Tiergehe­ ge sind nicht nur aktion tier, son­ dern auch vielen Tierfreunden ein Dorn im Auge. Besonders Kanin­ chen und Meerschweinchen, aber auch Hühner- und Gänseküken müssen dort als lebende Dekorati­ on die Besucher erfreuen. Sie sind dem grellen Licht und dem dauer­ haft hohen Geräuschpegel in der

© aktion tier

Wie in der letzten Ausgabe von mensch und tier berichtet, hatten wir unter dem Motto „Ostern ohne lebende Deko“ 44 Berliner Einkaufszentren angeschrieben und gebeten, auf österliche Tiergehege zu verzichten. Denn Tiere sind keine Dekoration, kein Spielzeug, keine Gegenstände. Vor dem Fest waren aktion tier-Mitarbeiter nun auf Kontrolltour. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier Geschäftsstelle Berlin

Zu viele Tiere auf zu engem Raum

© aktion tier

Ergebnis der Osteraktion

Zu niedrige Umzäunung © aktion tier

Unsere Tierschutzaktion in Berlin

Wir konnten mit unserer Aktion nicht verhindern, dass wieder Tier­ gehege errichtet wurden. Aber es sind schon weniger geworden und natürlich haben wir die bei unserer Kontrolle festgestellten Verstöße gegen Tierschutzvorschriften bei den zuständigen Veterinärämtern angezeigt.

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© aktion tier, Ursula Bauer

Bei den 6 in Berlin festgestell­ ten Tiergehegen wurden teilweise gravierende Mängel festgestellt. Die Einzäunungen waren meist zu niedrig, so dass sich Besucher weit in die Gehege hineinlehnen und theoretisch hineingreifen konnten. Auch haben wir mehrfach beob­ achtet, dass Kinder Gegenstände aus der umgebenden Dekoration durch die Gittermaschen der Zäune gesteckt haben, um die Tiere damit zu füttern. Teilweise war die Innen­ einrichtung der Gehege defekt oder bestand aus unverträglichen Mate­ rialien. Gerade Kaninchen knab­ bern alles an, Gegenstände aus Pla­ stik oder lackiertem Holz können für sie lebensgefährlich sein.


© aktion tier, Ursula Bauer

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„No Angels“-Sängerin Sandy Mölling

Neue aktion tier-Botschafterin unterwegs Hits wie am Fließband und ausverkaufte Tourneen: Als Sängerin der bekannten Girl-Group „No Angels“ hat Sandy Mölling eine extrem erfolgreiche Karriere vorzuweisen. Viele Menschen in Deutschland kennen die sympathische Rheinländerin und ihre Musik. Aber der Mensch Sandy Mölling hat noch viele weitere Facetten. Die Mutter eines Sohnes engagiert sich auch in sozialen Projekten und das Thema Tierschutz liegt ihr dabei besonders am Herzen. Ein Bericht von Ann Kari Sieme, aktion tier-Berlin Nachdem die blonde Sängerin an einem Informationsstand und dem Besuch einiger aktion tier-Pro­ jekte auf unseren Verein aufmerk­

sam wurde, hat sie sich immer mehr mit den Ideen und Projekten von aktion tier auseinandergesetzt. Da lag es nahe, sich gemeinsam darü­

ber zu verständigen, wie man in der Zukunft zusammenarbeiten könne und wie Sandy den Verein in seiner Tierschutzarbeit unterstützen kann. Mitgliederjournal

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Als Mutter eines Sohnes haben es ihr dabei besonders die Kinder- und Jugendprojekte des Vereines ange­ tan. So war die Idee schnell gebo­ ren, dass Sandy Mölling in Zukunft eine Botschafterin des Vereines aktion tier werden und ihre Populari­ tät in den Dienst des Tierschutzes stellen wird. Präventionsarbeit im Tierschutz ist wichtig

Der erste Arbeitseinsatz unserer neuen aktion tier-Botschafterin, Sandy Mölling, führte die ehema­ lige Sängerin nach Berlin TreptowKöpenick. Dort konnten sich die 12

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Anschließend wurde das neue Tierschutzzimmer eröffnet. Ge­ meinsam mit Sandy Mölling durch­ trennten die Schüler das rote Band am Eingang und erkundeten die Ausstattung. Ein großer Fernse­ her, DVD-Player, Mikroskope, Lu­ pen, Experimentierkästen, Bücher, Spiele und viel aktion tier-Eigen­ material zum Thema Tier- und Na­

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Eröffnung des Tierschutzzimmers in der Müggelsee-Grundschule in Berlin

Schüler der Müggelsee-Grundschu­ le am 20.03.2013 über prominenten Besuch zur Einweihung ihres neu­ en Natur- und Tierschutzzimmers freuen. Sandy Mölling hielt vor den etwa 20 ausgewählten Schülern eine kleine Ansprache und freute sich über das umfangreiche und krea­ tive musikalische Programm, das die Schüler für die feierliche Er­ öffnung vorbereitet hatten. Hierbei kamen sehr gekonnt neben Blockund Querflöte auch seltene Musik­ instrumente wie Harfe und Laute zum Einsatz.

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Und wie es offenbar für San­ dy typisch ist, war sie sofort mit Feuer­eifer bei der Sache. Keine lange Anlaufzeit, sondern sofort loslegen, scheint für sie das Mot­ to zu sein. Wenige Tage nach ihrer „Ernennung“ standen bereits die ersten Termine für sie an. Obwohl erst seit März im Amt, hat Sandy bereits eine Vielzahl von Aktivi­ täten umgesetzt. Sie eröffnete zwei weitere Tierschutzzimmer in Berlin und Dresden, übernahm die Paten­ schaft für den Welpen „Blue“, ab­ solvierte ein Praktikum in unserem KITTY-Forum Berlin, unterstützte unser Informations- und Aufklä­ rungsteam am aktion tier-Stand und übergab der erblindeten Ines Kilias einen jungen Labrador als zukünftigen Blindenhund.

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„Ich kenne viele Tierheime aus eigener Anschauung“, sagt Sandy Mölling, „und ich weiß, dass solche Einrichtungen leider nötig sind. Aber viel schöner wäre es doch, daran zu arbeiten, dass nicht so viele Tiere in deutschen Tierheimen versorgt werden müssen!“ Deshalb war sie auch besonders von der Idee unseres Vereines angetan, durch Prävention ein verändertes Bewusstsein in der Bevölkerung zu erzielen.


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nicht für alle Bürger. Am Ende des Tages war Sandy nach vielen Ge­ sprächen zwar müde, aber dennoch mit ihrem Einsatz zufrieden. Eröffnung des Tierschutzzimmers in der Privatschule IBB Dresden

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Am 28.03.2013 ging es für unseren Tierschutzengel dann nach Dres­ den. In der Privatschule IBB Dres­ den warteten schon die aufgeregten Schüler. Nach einer kurzen Anspra­ che stellte sich Sandy Mölling den Fragen der Schüler über aktion tier und die Hintergründe unserer Tier­ schutzzimmer. Dann konnte auch in Dresden endlich das neue und mit Spannung erwartete Zimmer ge­ stürmt werden. Die Schüler freuten sich über das Entdecken eines Be­ amers, DVD-Players, Mikroskope, Lupen sowie Pflanzen- und Tier­ bestimmungsbücher. Und natürlich wurde auch das erste Natur- und Tierschutzzimmer Dresdens mit viel aktion tier-Eigenmaterial ausgestat­ tet. aktion tier hat in Zusammenar­ beit mit der Stiftung Menschen für Tiere bereits vor einigen Jahren das

sehen. Aber Sandy wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht mit der eigenen Begeisterung geduldig erläutert hät­ te, warum sie damit einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz leistet.

Zwischenzeitlich hat Sandy ihre Zeit immer wieder genutzt, um un­ sere Mitarbeiter an den Informati­ onsständen zu unterstützen. Viele Passanten waren erstaunt, die po­ puläre Sängerin plötzlich mitten in Berlin an einem Tierschutzstand zu

Sandy wurde nicht müde, ge­ meinsam mit unseren Mitarbeitern Gespräche zu führen, ihre Erfah­ rungen zu erläutern und vielleicht bei dem Ein oder Anderen ei­ nen „Aha-Effekt“ zu hinterlassen. „Auch das macht mir Spaß!“, sagt sie mit einem Augenzwinkern, „wenn mein Gespräch an einem eurer InfoStände nicht so interessant gewesen wäre, hätte ich mich wahrscheinlich gar nicht weiter für das Thema in­ teressiert. Hier haben wir uns qua­ si kennengelernt“! Schockiert war sie allerdings darüber, wie schwer es den Mitarbeitern manchmal ge­ macht wird, für ihr Anliegen Gehör zu finden. „Viele Menschen wollen offenbar nicht an ihre Eigenverant­ wortung bei der Anschaffung eines Haustieres erinnert werden. Es ist sehr schade, wie abweisend manche von ihnen reagieren und wie schwer es den Mitarbeitern von aktion tier gemacht wird, ihren Beruf auszuü­ ben.“ Aber das gilt glücklicherweise

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turschutz standen zum Entdecken und Ausprobieren bereit. Sandy erklärte den Schüler den Gebrauch von Mikroskopen und las den Kin­ dern einiges aus Sachbüchern vor. Doch die Kinder freuten sich nicht nur über die Anwesenheit von Sandy Mölling, auch das beliebte aktion tier-Pinguinmaskottchen „Pingi“ ließ wie immer alle Kin­ deraugen strahlen. Nach dieser er­ folgreichen und sehr schönen Eröff­ nung können die rund 350 Schüler der Müggelsee-Grundschule das durchgängig geöffnete Natur- und Tierschutzzimmer nun zum lesen, erforschen, spielen und experimen­ tieren nutzen.

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„Kinderprojekte machen viel Spaß und Kinder äußern häufig den Wunsch nach einem eigenen Haustier“, meint Sandy Mölling, „aber die Erwachsenen müssen letztlich verantwortungsvoll handeln. Deshalb ist die Aufklärung von Erwachsenen mindestens genauso wichtig wie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen!“

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© aktion tier, Usula Bauer

© aktion tier, Usula Bauer

Morgenpost, 30.03.2013

Bild, 02.05.2013

Konzept des Tierschutzzimmers ent­ wickelt und zwischenzeitlich sechs dieser innovativen Bildungseinrich­ tungen in Radeberg, München, Ber­ lin (3 Tierschutzzimmer) und auf Te­ neriffa installiert.

ling noch nicht beendet. Gleich im Anschluss ging es weiter zu un­ serem Projektpartner „Tierschutz­ centrum Meißen“. Sandy Mölling, die selbst einen Hund besitzt, war schon ganz gespannt auf den kleinen Welpen „Blue“, für den sie die Pa­ tenschaft übernehmen wollte. Das kleine Hundemädchen stammt von einem polnischen Hundehändler, der schon mehrfach illegal Welpen nach Deutschland eingeführt und

Patenschaftsübernahme des kranken Hundes „Blue“ Doch auch nach der Eröffnung war der Arbeitstag von Frau Möl­

verkauft hat. Mario Aßmann, Lei­ ter des Tierschutzcentrums Meißen, hatte dem Händler gemeinsam mit der Polizei eine Falle gestellt und die beschlagnahmte und leider kranke „Blue“ bei sich im Tierheim aufge­ nommen. Die kleine „Blue“ ist durch die schnelle Hilfe und gute Pflege unseres Projektpartners inzwischen wieder gesund und freute sich über die mitgebrachten Geschenke ihrer neuen und prominenten Patin. Nach dem sofortigen Verschlingen der mit­ gebrachten Leckerlies und einer aus­ giebigen Tobe-Runde fiel am Ende des Tages beiden die unvermeidliche Trennung sichtlich schwer. Doch es warteten ja noch andere Aufgaben und auch weitere Einsätze im Tier­ schutzcentrum Meißen auf die aktion tier-Botschafterin.

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Labrador „Jago“ wird zur Ausbildung zum Blindenhund übergeben So reiste Sandy Mölling am 16.04. erneut nach Meißen, um dort der erblindeten Ines Kilias den jungen Labrador „Jago“ als zukünftigen Blindenhund zu übergeben. Die 25-


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Sächsische Zeitung, 17.04.2013

© aktion tier, Ursula Bauer

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Dresdner Morgenpost, 17.04.2013

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Am 17.04. übernahm diese Auf­ gabe die neue aktion tier-Bot­ schafterin. Ausgerüstet mit Schip­ pe, Lappen und Handschuhen und eingewiesen in die Besonderheiten bei dem Umgang mit verwilderten Katzen, stürzte sich Sandy Mölling in die Arbeit. So wurden mit viel Eifer und Arbeitsfreude 12 Kat­ zenkäfige gereinigt und die dort drin befindlichen Katzen mit Fut­ ter und frischem Wasser versorgt. Doch auch der Wissendurst der aktion tier-Botschafterin wollte gestillt werden. So ließ sie sich von den KITTY-Mitarbeitern vor Ort auch den Einsatz von Lebendfallen erklären und die alltägliche Arbeit der Station genau erläutern. Obwohl sie erst seit wenigen Wochen ihrer Aufgabe nachgeht, konnten wir schon eine Vielzahl

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jährige Kilias leidet seit nunmehr 7 Jahren an psychogener Blindheit, aufgrund derer sie nur noch zwi­ schen hell und dunkel unterscheiden kann. Mario Aßmann wurde vor ei­ nigen Jahren durch einen Zeitungs­ artikel auf das Schicksal von Frau Kilias aufmerksam. Als dann vor kurzem der 3,5 Monate alte Labra­ dor „Jago“, der ursprünglich aus ei­ ner Hundezucht stammt, die schon viele Begleithunde hervorgebracht hat, bei ihm im Tierheim abgege­ ben wurde, erinnerte er sich wieder an das Gelesene. Da Jago beste ge­ netische Voraussetzungen für einen guten Blindenhund in sich trägt, nahm Mario Aßmann Kontakt zu Frau Kilias auf, der bisher jegliche behördliche Unterstützung bei der Anschaffung eines Blindenhundes versagt wurde. Und so konnte unse­ re Botschafterin Sandy Mölling Frau Kilias im Tierschutzcentrum Mei­ ßen ihren zukünftigen Blindenhund vorstellen und als Geschenk über­ reichen. Hoffentlich wird der kleine Jago nach seiner Ausbildung in der Lage sein, der erblindeten Frau ih­ ren schweren Alltag zu erleichtern.

© aktion tier, Ursula Bauer

BUNTE, 18.04.2013

Um möglichst viele Facetten der Vereinsarbeit von aktion tier kennenzulernen, absolvierte San­ dy Mölling schon am nächsten Tag ein Praktikum in unserem KITTYForum Berlin. Das Projekt KITTY ist ein bundesweites Straßenkatzen­ hilfsprojekt, welches es sich zur Auf­ gabe gemacht hat, durch Kastra­tion, tiermedizinische Betreuung und kontrollierte Fütterung das Leid der Deutschen Straßenkatzen zu lindern. Die mit Lebendfallen von aktion tier-Mitarbeitern gefange­ nen verwilderten und freilebenden Hauskatzen, werden bis zur Ka­ stration in unserem KITTY-Forum Berlin untergebracht und bleiben auch nach der Kastration zwei bis drei Tage zur Erholung in der Sta­ tion. Während dieses Aufenthalts müssen die Tiere selbstverständlich versorgt werden.

von unterschiedlichen Aktionen gemeinsam durchführen. Eine Re­ duzierung auf reine Repräsentati­ on scheint Sandy zu wenig zu sein. „Natürlich sind Eröffnungen von Projekten wichtig und machen auch viel Spaß“, sagt sie, „aber die eigent­ liche Vereinsarbeit findet doch an den Informationsständen oder den vielen Projekten statt. Da möchte ich auch mitmachen“! Sehr gerne, liebe Sandy, mit dieser Einstellung werden wir noch viele gemeinsame Aktivitäten umsetzen können.

© aktion tier, Ursula Bauer

Praktikum im aktion tier Projekt KITTY


aktuelles

Leben mit Tieren e.V., Berlin

Mach’s gut Silva vom Merlin! er Schäferhund Silva vom D Merlin begleitete viele Jahre seine Besitzerin Heidemarie Kessner und ihren Mann. Heidemarie Kessner war ehrenamtlich für den Verein „Leben mit Tieren e.V.“ in Berlin tätig und besuchte regelmäßig verschiedene Seniorenheime und Heime für Menschen mit Behinderungen. Silva war ein Sonnenschein, der die Herzen der Menschen erreichte und ihnen viel Freude schenkte. Liebe Silva – wir danken Dir für Deinen Einsatz – Du bleibst uns immer in guter Erinnerung.

Heidemarie Kessner mit ihrer Silva

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aktion tier-Tierrettung München e.V., Bayern

Bilanz einer Zusammenarbeit Am 14. Februar 2013 trafen sich Frau Dr. Evelyne Menges, Vizepräsidentin der aktion tier-tierrettung münchen, Oberärztin Dr. Sylvia Haghayegh und mir, dem geschäftsführenden Tierarzt der aktion tier-tierrettung münchen, mit dem Polizeivizepräsidenten Robert Kopp und dem Ersten Polizeihauptkommissar (EPHK) Kurt Reim, um Erfahrungen bei der Zusammenarbeit auszutauschen. Von Daniel Prengel Zu Beginn des Gespräches gaben beide Gesprächsparteien zu verstehen, dass die Zusammenarbeit prinzipiell sehr gut funktioniere. Das zeige sich vor allem auch in einer Steigerung der von der Polizei angeforderten Einsätze vom Jahr 2011 zum Jahr 2012 um 30 Prozent. Die aktion tier-tierrettung münchen e.V. war in den Jahren 2011 und 2012 bei knapp 300 Einsätzen involviert. Hierzu zählte vor allem der Ruf bei verletzten Tieren, wie zum Beispiel verunfallten Hunden, Katzen oder Wildtieren. In letzter Zeit wurden wir immer wieder zu verunfallten Hunden auf der Autobahn gerufen. Die Menschenretter haben selbstverständlich alle Hände voll zu tun und sind dann froh, wenn sie fachkundige tierärztliche Unterstützung für die vierbeinigen Unfallopfer erhalten, die selbstverständlich auch eine professionelle Versorgung verdienen. Oft werden auch Tiere von Bürgern auf der Wache abgegeben. Da den Beamten natürlich die tiermedizinische Fachkenntnis fehlt und die Tiere sich teilweise in einem erbärmlichen Zustand befinden, wurden die Tierärzte der Tierrettung oft gerufen, um eine Untersuchung vorzunehmen und die Tiere gegebenenfalls in der Tierklinik unterzubringen. Teilweise ruft uns die Polizei 18

projekte

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V.l.n.r.: Polizeivizepräsident Robert Kopp, Daniel Prengel, Dr. Sylvia Haghayegh, Dr. Evelyne Menges, Vizepräsidentin Tierrettung München und Stadträtin, Erster Polizeihauptkomissar Kurt Reim

auch bei Fällen, die eigentlich nicht in das Tätigkeitsgebiet der Tierrettung München fallen. Wohnungsöffnungen auf Grund von Todesfällen der Tierbesitzer oder Einweisung in ein Heim zählen hierzu. In solchen Fällen ist der primäre Ansprechpartner der Tierschutzverein München. Aber hier findet die Polizei München nicht rund um die Uhr einen Ansprechpartner oder der Tierschutzverein hat manchmal keine freien Kapazitäten, so dass wir von der Tierrettung München dann um Rat gebeten werden. Dann helfen wir Tierärzte von der Tierrettung München selbstverständlich im Sinne des Tieres und führen eine Erstuntersuchung und Erstbehandlung vor Ort durch und bringen die Haustiere zu den entsprechenden Stellen. Ich selber konnte mich auch an einen Fall erinnern, der sich zuerst sehr dramatisch anhörte. Die

Polizei rief mich an, um mir mitzuteilen, dass sie einen Welpen auf der Wache haben, der zu sterben schien. Das sind natürlich Momente in denen man nicht lange zögert. Ich fuhr sofort zur Wache und fand einen in der Tat sehr matten Welpen im Alter von etwa 3 Monaten vor. Dieser wurde einem Bettler weggenommen. Im Zuge der Untersuchung und des damit verbunden Stresses wurde er immer munterer und stand am Ende wieder auf. Er spielte auch mit herumliegendem Verpackungsmaterial. Wie sich herausstellte, wurde der Welpe mit Narkosemitteln ruhig gestellt, damit besser mit ihm gebettelt werden konnte. Die Zusammenarbeit mit der Polizei bei Tierbeteiligung bietet immer wieder spannende, aber auch traurige Momente. Zum Wohle der Tiere werden wir weiterhin eng verzahnt zusammenarbeiten.


projekte

aktion tier-tierrettung münchen e.V., Bayern

Angefahrene Hündin Man hört es bereits an der Stimme der Anrufer, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Fast alle Besitzer sind sehr aufgeregt und verlangen einen sofortigen Einsatz zum Unglücksort. In der Aufregung wird vergessen, dass sie uns ihre Telefonnummer hinterlassen, was für uns bei evtl. Rückfragen von enormer Wichtigkeit sein kann, um den Unfallort schnell zu erreichen. Nicht selten werden uns in der Aufregung versehentlich falsche Straßennamen genannt oder sie werden von uns wegen der schlechten Akustik falsch verstanden. Ein Bericht von Dr. Sylvia Haghayegh, Obertierärztin der aktion tier-tierrettung münchen e.V. Glück im Unglück hatte eine sechs Monate alte Mischlingshündin, die von einem Auto angefahren wurde. Der Besitzer rief ganz aufgeregt bei

uns an und verlangte medizinische Hilfe für seinen Hund, der soeben angefahren worden war. Der Hund wurde von einem heranfahrenden Auto mit einer solchen Wucht erwischt, dass er von der Straße geschleudert wurde. Für eine ganze Weile lag er regungslos am Boden. Als ich vor Ort ankam, waren die Vitalzeichen jedoch nach der Erstuntersuchung alle zum Glück zufriedenstellend. Die Körpertemperatur, die Schleimhautfarbe, der Kreislauf und die Pupillenreaktion waren im Normbereich. Auffällig war jedoch, wie der Hund sein rechtes Vorderbein nach oben streckte. Dies ließ darauf schließen, dass es sich um einen Knochenbruch handelte. Glück im Unglück … Zur Schmerzlinderung verabreichte ich dem Hund noch vor Ort eine Injektion. Um die gebrochene Gliedmaße für den Transport ruhig zu stellen, legte ich einen stabilisierenden Polsterverband an. Danach

wurde der Hund in den Einsatzwagen getragen und in die Chirurgische Tierklinik der Universität München gebracht. In der Klinik war dann die Freude des Besitzers sehr groß. Zum einen, weil festgestellt wurde, dass der Hund keine inneren Verletzungen davon getragen hatte und zum anderen, weil der Knochen am Vorderfuß so glatt und „einfach“ gebrochen war, so dass eine Operation nicht zwingend notwendig war. Der Knochen (die Speiche) war so gebrochen, dass er auch durch Ruhigstellen und Anlegen eines Gipses verheilen würde. Der Besitzer entschied sich für ­diese konservative Therapiemethode. In der Klinik wurden dann die Bruch-Enden in Vollnarkose reponiert. Das bedeutet, dass in Vollnarkose die Gliedmaße so gestreckt wurde, dass die verschobenen Bruch-Enden des Knochens wieder in physiologischer (normaler) Stellung gelegt werden konnten. Dies geht natürlich nur unter Röntgenkontrolle. Anschließend wurde ein gipsähnlicher Verband angelegt. Der Hund musste volle neun Wochen den Gipsverband tragen und die Gliedmaße schonen. Die Gliedmaße schonen bedeutete in diesem Falle allerdings für den Hund: strikte Leinenführung, also kein Spielen und Toben mit anderen Hunden und auch kein Treppensteigen. Der Bruch ist mittlerweile ganz verheilt und dem Hund ist bei der Bewegung nichts mehr anzumerken. Also ein „ Happy End“ wie wir uns das für jeden Einsatz, bei dem es „Auto gegen Hund“ heißt, wünschen würden.

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Jolina Flögel und Marlene Dadzio mit ihren Preisen (von links)

Auch in diesem Jahr 2013 bietet die Wildtierstation im Bereich der Umweltpädagogik wieder viele Aktionen über das Jahr an. Die drei Biologen Stefan Sauer, Wolfgang Nülle und ihre Kollegin Helene Kruse haben ein buntes Programm mit den unterschiedlichen Themen zum Bereich Natur und Umwelt zusammengestellt. Natürlich bekommt jedes Kind einen Forscherpass, in dem festgehalten wird, an welchen Aktionen es teilgenommen hat. Am Ende des Aktionszeitraumes wird der fleißigste Forscher dann prämiert. Alle Aktionstage 2013 sind auf der Homepage der Wildtierstation (www.wildtierstation.de) zu finden. Eine verbindliche Anmeldung ist notwendig unter der Telefonnummer 05725 708730. Der Kostenbeitrag von acht Euro ist vor Ort zu entrichten, bei einigen Aktionen können zusätzliche Materialkosten für Bastelaktionen hinzukommen. Kinder und Eltern bauen Nisthilfen für Wildbienen und Insekten

aktion tier-Wildtierstation Sachsenhagen, Niedersachsen

Fleißige Naturforscher erhalten Preis

Wer hatte im Jahr 2012 die meisten Stempel in dem Forscherpass der Wildtierstation? Die drei fleißigsten Teilnehmer an den Aktionstagen bekamen einen Preis überreicht. Den ersten Platz belegte Marie Senden (10 Jahre), der zweite Platz ging an Marlene Dadzio (11 Jahre) und Rang drei belegte Jolina Flögel (10 Jahre). Marie Senden war bei der Verleihung nicht anwesend, sie bekommt ihr Präsent per Post zugestellt, Marlene freute sich über ein Vogelbestimmungsbuch mit CD und Jolina kann nun die Vögel und Kröten dank Bestimmungshilfen im Garten identifizieren. Ein Bericht von Dr. Florian Brandes 20

projekte

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Das „Insektenhotel“ liegt derzeit voll im Trend. Diesen Trend machten auch Kinder und Eltern im Rahmen des Aktionstages „Hotel oder Reihenhaus? Nisthilfen für Wildbienen und andere Insekten“ am 13. April mit. Zusammen mit Helene Kruse, selbst auch Imkerin und seit 2012 als Umweltpädagogin in der Wildtierstation in Sachsenhagen tätig, wurde kräftig gewerkelt und gebaut. Im Laufe des Nachmittags lernten die Teilnehmer verschiedene Arten von Nisthilfen kennen und konnten selbst entscheiden, welche Art sie bauen möchten. Die entstandenen Hotels kommen nun Zuhause im eigenen Garten zum Einsatz. „Aber auch ein abwechslungsreicher Garten mit vielen bienenfreundlichen Blüten ist sehr wichtig“, betont Dipl. Biol. Helene Kruse. „Das beste Nistangebot nützt rein gar nichts, wenn die Bienen keine Nahrung finden, um ihre Brut zu versorgen.“ Um auch im eigenen Garten das Angebot für die Tiere zu erweitern, bekamen die Teilnehmer noch eine Samenprobe


projekte

Die Teilnehmer präsentieren stolz ihre selbstgebauten Nisthilfen

für eine Wildblumenwiese und eine „Saatbombe“ mit nach Hause. Die Saatbomben wurden an einem Aktionstag im vergangenen Jahr gebastelt. Über die Hälfte der Wildbienenarten Deutschlands sind gefährdet und stehen auf der aktuellen Roten Liste Wirbelloser Tiere. Wild- und Honigbienen haben einen hohen wirtschaftlichen Wert und sind unentbehrlich für die Bestäubung von Nutz- und Wiesenpflanzen. Weißbüschelaffen in Hannover ausgesetzt Ungewöhnliche Gäste leben derzeit in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. Ein Pärchen Weißbüschelaffen wurde in Hannover bei frostigen Temperaturen in einer Transportbox vor einer Zoofachhandlung ausgesetzt. Über den Tierschutz Hannover sind die beiden Tiere nun nach Sachsenhagen gekommen. „Das Weibchen ist in keinem guten Zustand bei uns eingetroffen. Ihm fehlten der rechte Arm und fast der ganz Schwanz. Dem Männchen ging den Umständen entsprechend gut“, so Dr. Florian Brandes, Tierarzt und Leiter der Wildtierstation. Die Tiere sind momentan noch in der Quarantäne untergebracht, wo sie auch von Besuchern auf Führungen beobachtet werden können. Weitere Gesellschaft soll das Pärchen in dieser Woche nun noch von einem kleinen Weißbüscheläffchen aus Hamburg bekommen. Das Jungtier wurde bereits im Februar beim Hamburger Tierschutzverein zusammen

mit seiner Mutter abgegeben. Diese verstarb jedoch kurz danach. „Die Einzelhaltung von Primaten, und gerade von Jungtieren, die bei den Tieren psychische Schäden und Verhaltensstörungen hervorruft, ist gesetzlich verboten“, so der Experte. Es ist nicht das erste Mal, dass die Wildtierstation Affen aufnimmt. Zwei Berberaffen waren im letzten Jahr fast sechs Monate in einem der Papageienräume untergebracht, bevor sie in eine Affenauffangsta­tion nach Holland vermittelt werden konnten. Neben vielen anderen exotischen Tieren werden von Behörden immer wieder beschlagnahmte Primaten in Sachsenhagen eingestellt. Doch die Unterbringung stellt besondere Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter, aber

auch an die Haltung und die Quarantänemöglichkeiten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass hier nur begrenzte Möglichkeiten bestehen, die Anfragen nach Unterbringung jedoch stetig steigen. Daher hat die Leitung der Auffangstation ge­ plant, einen vorhandenen Bunker zu einem speziellen Affengehege auszubauen. Ein Innen- und Außenbereich soll eingerichtet werden, in dem die Tiere möglichst viel Platz haben. Die Finanzierung dieses „Affenbunkers“, wie dieses geplante Projekt genannt wird, bereitet noch einige Sorgen. Die voraussichtlichen Kosten betragen trotz großem eigenem Arbeitseinsatz der Mitarbeiter noch 17.000 Euro. Mit einem Spendenaufruf konnte die Wildtierstation bereits die Summe von 7.800 Euro zusammenbringen. „Leider ist die Finanzierungs­ lücke mit 9.200 Euro noch sehr groß. Solange wir das Geld nicht haben, kann mit dem Ausbau leider nicht begonnen werden“, bedauert Claudia Dadzio, kaufmännische Mitarbeiterin der Wildtierstation. „Wir freuen uns über jede Spende, ist sie auch noch so klein.“ Weitere Infos finden Sie unter www.wildtierstation.de im Internet.

Weißbüschelaffen Pärchen: Weißbüschelaffen sind sehr soziale Tiere und benötigen viel Beschäftigung

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aktion tier-Tierschutzzimmer Radeberg, Sachsen

Hurra, in Radeberg ist der Nachwuchs da! Seit September 2012 haben 24 Erstklässler der Grundschule Radeberg das erste Tierschutzzimmer Deutschlands neu bezogen. Meine Neulinge betrachteten mit großem Interesse die Einrichtung des Tierschutzzimmers. So kamen in den ersten Monaten schon alle pädagogischen Lern- und Hilfsmittel von aktion tier wie Bildbände, Spiele, Kinder-PC, Lupen etc. zum Einsatz. Der große Fernseher mit den tollen DVDs wurde dabei am meisten bewundert. Ein Bericht von Projektleiterin Jutta Nitzsche

chen“ (vom Regisseur von „Die Reise der Pinguine“) sehr große Aufklärung und zeigte den Kindern der ersten und zweiten Klassen, was alles passieren kann, wenn der Mensch den Lebensraum des Fuchses bewusst verändert. Als der Frühling kam, konnten wir endlich alle Lupen und Beobachtungsmaterialien mit in die Natur nehmen.

Die kleinen Tierschützer wurden durch Sachgeschichten über die bekanntesten Haustiere an den Tierschutz heran geführt. Da sich in diesen Sachgeschichten das Tier selbst vorstellte, wurde das Interesse zum entsprechenden Tier besonders geweckt. Aber zur Mittagsruhe hörten die Kinder nicht nur die Sachgeschichten über die verschiedenen Tiere, sondern auch CDs mit Vogel- und Tierstimmen. Die Handpuppen-Katzen “Franz und Fritz” unterstützen die Arbeit von Frau Schömann und mir in spielerischer Art und Weise.

Weitere interessante Themen stehen für die Zukunft an. So freuen sich schon alle Kinder und Erzieher auf zwei Exkursionen, die von aktion tier gesponsert werden! Die Kinder der 1. Klasse mit ihrer Erzieherin und Projektleiterin Jutta Nitzsche bedanken sich recht herzlich bei aktion tier für: das schön eingerichtete Zimmer mit allen Tierschutzmaterialien die erlebnisreichen Exkursionen den Überraschungsbesuch von Sandy Mölling die großartige Unterstützung von Herrn Knieling und Herrn Anders von aktion tier und bei den Mitgliedern der Stiftung Menschen für Tiere.

In bewährter Form werden die Tiere passend zur Jahreszeit oder 22

projekte

• Ausgabe 2/2013

durch aktuelle Themen der Tagespresse 14-tätig vorgestellt. Dabei erregte der Bericht: “Stadtfuchs beißt Säugling den Finger” ab, nicht nur bei den jungen Tierschützern das größte Interesse. Als pädagogisches Tierschutzhilfsmittel brachte der Film: „Der Fuchs und das Mäd-

„Ich bin über die ersten kleinen Erfolgserlebnisse bei der Tierschutzarbeit einer ersten Klasse sehr zufrieden. Wissen doch schon ein paar von den kleinen Tierschützern, dass: der Hase Sassen gräbt der männliche Luchs Kuder und das Nest des Eichhörnchens Kobel heißt“


projekte

aktion tier-Wildtierstation Rastede, Niedersachsen

© aktion tier

Die Wildtierauffangstation hat ihr Zuhause in der Gemeinde Rastede, ca. 10 km nördlich der Stadt Oldenburg. Auf einer vereinseigenen Fläche wird aktiver Wildtierschutz vor Ort praktiziert. Von Emden bis Cuxhaven, von den Ostfriesischen Inseln bis Vechta und Bremen. Das ist das Einzugsgebiet der flächengrößten Wildtierauffangstation im Bezirk WeserEms. Kommen Sie doch einmal vorbei und lassen sich bei einer Führung das Gelände zeigen und die Arbeit der Wildtierstation erklären. Ein Terminhinweis von Alexandra Diezemann Führungen durch die aktion tierWildtierstation Rastede: Samstag, 06.07.2013, 15:00 Uhr Freitag, 09.08.2013, 15:00 Uhr Samstag, 21.09.2013, 15:00 Uhr

dung und Absprache teilgenommen werden! Da die Wildtierstation auf Spenden angewiesen ist, hoffen die Mitarbeiter, dass sie bei einer Führung an eine angemessene Spende für die Tiere denken – vielen Dank!

An Führungen kann grundsätzlich nur nach telefonischer Anmel-

Für Ihre Gruppe oder Verein können Sie selbstverständlich auch

ei nen privaten Führungstermin vereinbaren. Sie möchten sich anmelden oder weitere Informationen? Telefon: 04402 / 985444

© Uryadnikov Sergey - Fotolia

Führungen durch die Wildtierstation

Wildtierauffangstation Rastede e. V. Parkstrasse 154 26180 Rastede Tel. +49 4402 987850 Fax: +49 4402 / 987851 E-Mail: verein@wildtierstation-rastede.de www.wildtierstation-rastede.de

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Eier-Betrug im großen Stil Wenn sich der Verdacht erhärten sollte, dann handele es sich um einen „Betrug im großen Stil“, kommentierte Ilse Aigner, Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, den zurückliegenden Skandal um falsch gekennzeichnete Eier noch im Februar, nur kurze Zeit nach dem Eklat um nicht gekennzeichnetes Pferdefleisch in Lebensmitteln. Betrug am Verbraucher, am Gesetzgeber und auch an den ehrlichen Eierproduzenten, die nun mit dem Misstrauen der Kunden umgehen müssen. Ein Bericht von Jan Peifer Mittlerweile ist klar – es handelt sich um einen der größten Betrugsfälle in der Geschichte der modernen Agrarindustrie überhaupt. Bereits seit Herbst 2011 ermittelte die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen etwa 150 Betriebe allein in Niedersachsen, also fast 20  % der Eierproduzenten. Weitere ca. 50 Fälle sind aus Nordrhein-Westfalen, aber auch Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt bekannt. Auch in den europäischen Nachbarländern wird bereits ermittelt. Es geht um Verstöße gegen die EU-Richtlinien für die Produktion von Eiern, aber auch um die Nichteinhaltung von Bau24

wir klären auf

• Ausgabe 2/2013

vorschriften und des Tierschutzgesetzes. Millionenfach sind offenbar Eier in den Handel gelangt, deren Herkunft nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet war. Dabei ging es nicht nur um angebliche Bio-Eier, sondern auch um grundsätzliche Verstöße, wie Verbraucherschützer warnen: Vom aktuellen Skandal um fehlende oder falsche Auszeichnung sind alle Haltungsformen von Legehennen betroffen. Der Hauptvorwurf in sämtlichen Fällen lautet: zu viele Tiere, zu wenig Platz in den Ställen. Nach der EU-Ökoverordnung dürfen pro Bio-Stall höchstens 3000 Hühner gehalten werden. Jedes der

Tiere muss Zugang zu 4 m² Freilauf haben, der Stall muss eine Mindestgröße von einem m² für sechs Tiere aufweisen, auch das Futter muss ökologisch erzeugt sein. In der Freiland- und Bodenhaltung sind die Auflagen weniger streng: pro Stall höchstens 6.000 Hennen, pro Quadratmeter 9 bzw. 18 Tiere, wenn sie auf mehreren Ebenen gehalten werden. In der Freilandhaltung muss zusätzlich ein Auslauf von 4 m² pro Tier zur Verfügung stehen. Eine deutliche Überbelegung war aber offenbar bei vielen der jetzt untersuchten Betriebe keine Ausnahme, sondern die Regel. Außerdem sind nach ersten Ermittlungsergeb-


wir klären auf

Bei der Vor Ort-Recherche – es fehlten die Hühner am Auslauf

Zu wenige Kontrollen finden auf Höfen statt Ein großes Problem: Offenbar werden die produzierenden Höfe durch die kommunalen Veterinärämter nur selten beobachtet. Stattdessen finden Kontrollen an den sogenannten Packstellen statt, wo die Eier schon fertig gestempelt ankommen und für den Verkauf in den Supermärkten verpackt werden. Tier- und Verbraucherschützer fordern daher bereits seit langem ein zuverlässigeres Kontrollsystem, denn über die tatsächliche Herkunft der Eier lässt sich nur bei Ansicht der Höfe selbst urteilen.

Folge des Skandals hat der Vizechef des Deutschen Geflügelverbands und Vorsteher des Niedersächsischen Geflügelverbands, Wilhelm Hoffrogge, seine Posten vorerst niedergelegt. Auch gegen ihn wird durch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die zuständige Bundesministerin Ilse Aigner wies umgehend die Verantwortung den Kontrollbehörden der Länder zu, die ihrer Pflicht nicht nachgekommen seien. Unterdessen kommt jedoch auch Kritik an den EU-Vorschriften für Bio-Eier auf, selbst wenn diese eingehalten werden: Nach derzeitigem Forschungsstand können Hühner soziale Systeme von bis zu 50 Tieren gut überblicken. Werden es jedoch mehr, so ist die Bildung von stabilen Rangordnungen nicht mehr möglich. Dies bedeutet für die Tiere Stress und Orientierungslosigkeit; aggressives Verhalten gegen sich selbst und andere Hühner ist daher auch in Bioställen häufig zu beobachten. Strengeren Anforderungen als den EU-Richtlinien müssen nur diejenigen Betriebe genügen, die

Bereits vor ein paar Jahren konnte dokumentiert werden, dass einer der größten Freilandeier-Produzenten Deutschlands seine Hühner nicht in den gesetzlich vorgeschriebenen Auslauf ließ, die Eier aber dennoch als Freiland- und sogar als Bio-Eier in Berliner Supermärkten verkauft hat.

Alle Bilder: © www.tierschutzbilder.de

nissen auch die Futtervorschriften systematisch nicht eingehalten worden. Die Ermittlungen dauern wohl mindestens noch einige Monate an. Der neue Landwirtschaftsminister Niedersachsens, Christian Meyer (Grüne) hat nun eine scharfe Aufklärung der Betrugsfälle und empfindliche Strafen bis hin zum Berufsverbot für die Verantwortlichen gefordert. Außerdem kündigte er an, die Namen der überführten Betriebe zu veröffentlichen. In der

sich zusätzlich von Bioverbänden wie demeter oder Bioland zertifizieren lassen möchten. Wer mit gutem Gewissen Eier kaufen möchte, sollte sich daher sehr genau über die Herkunft informieren. Denn auch wenn der steigende Anteil von Bioprodukten insgesamt ein gutes Zeichen ist, sollte jedem Verbraucher klar sein: Auch hier herrscht mittlerweile Massentierhaltung und -produktion.

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Zeigen Sie Flagge!

Kaninchenmast, nein danke Bereits über 80 Vereine, Organisationen, Parteien und Verbände haben sich zum Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ zusammengeschlossen – aktion tier gehörte zu den ersten Bündnispartnern. Gemeinsam setzen wir uns gegen die schrecklichen Missstände in der Kaninchenmast ein. Vielen Verbrauchern ist nicht bewusst, dass in Europa Millionen von Kaninchen unter tierquälerischen Umständen gemästet werden. Bis zu 30 Millionen Tiere werden jedes Jahr allein in Deutschland gegessen. Ein Bericht von Jan Peifer Nahezu alle Kaninchen, die für die Nahrungsmittelindustrie gezüchtet werden, leben in Käfigbatterien und leiden darunter, dass es bis heute keine gesetzlich verbindlichen Hal-

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tungsvorschriften gibt. Trotz vieler anderslautender Versprechungen ist die industrielle Käfigmast ein Standard in der Kaninchenproduktion. Die Drahtgitter der Käfige schneiden den Kaninchen tief in ihre empfindlichen Pfoten; die Ammoniak­ ausdünstungen der Fäkalien, die sich unter den Käfigreihen türmen, führen zu Verätzungen der Schleimhäute. Eingesperrt auf engstem Raum können die Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht annähernd ausleben – hoppeln, springen oder auch nur aufrichten ist in der Regel nicht möglich. Und so beißen sich die Kaninchen gegenseitig blutig oder reißen sich das eigene

Fell aus, um damit ein Nest auf dem kahlen Gitterboden zu bauen. Eine Verlustquote von bis zu 50 % wird einkalkuliert. Das bedeutet: Fast jedes zweite Kaninchen stirbt schon vor dem Ende der Mast. Unter anderem sind diese Missstände dafür verantwortlich, dass das Fleisch deutscher Tiere in der Schweiz nur mit dem deutlichen Warnhinweis „aus in der Schweiz nicht zulässiger Käfighaltung“ verkauft werden darf. Die Käfighaltung ist dort wie auch in Österreich längst verboten.


wir klären auf

Die Kampagne findet immer mehr Anhänger Auch im direkten Kontakt zum Lebensmittelhandel zeigt sich, dass unsere Kampagne immer mehr Unterstützer findet. Erst kürzlich haben wieder mehrere Supermärkte Kaninchenfleisch aus Käfighaltung ausgelistet, nachdem sie von Vertretern des Bündnisses auf die Tierquälerei in der Haltung aufmerksam gemacht worden waren. Und auch ein derzeit aktuelles Projekt zeigt bereits erste Erfolge: Die Handelskette HIT hat nach einem Hinweis durch das Bündnis den Verkauf von Kaninchenfleisch deutschlandweit eingestellt. Zuvor war der Verkauf von Fleisch aus Käfigmast durch Ermittler von „Kaninchenmast, nein danke“ dokumentiert worden.

Mit T-Shirts und Taschen Flagge zeigen! Einen weiteren Erfolg für die Kampagne konnten wir im letzten Jahr mit dem Start unserer großen T-Shirt- und Taschen-Aktion verbuchen. Zum vegan-vegetarischen Sommerfest auf dem Berliner Alexanderplatz haben wir die neuen Motive vorgestellt, jetzt sind sie endlich wieder in allen Farben und Größen verfügbar. Unter www.tierschutzbuero.de/shop finden Sie unseren Online-Shop und die Möglichkeit, einen „tragbaren“ Beitrag zum aktiven Tierschutz zu leisten. Außerdem können Sie hier auch unsere Flyer, Aufkleber und vieles mehr erwerben. Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Unter www.kaninchenmast.info finden Sie außerdem alle unsere Aktionen, laufende Kampagnen, Hintergründe und viele Informationen sowie eine kurze Dokumentation über die Kaninchenmast in Deutschland.

Alle Bilder: © www.tierschutzbilder.de

Mit spektakulären Aktionen sorgen wir daher in vielen deutschen Städten regelmäßig für Aufsehen, um auch hierzulande ein Verbot zu erreichen. Ein besonders großes Publikum finden wir im politischen Zentrum Berlins, wie zuletzt auf der größten Demonstration gegen die Agrarindustrie „Wir haben es satt“ – über 30.000 Menschen beteiligten sich daran. Wenn Frau Aigner, die verantwortliche Bundesministerin, vor dem Bundesrat symbolisch in einen Käfig gesperrt wird oder verkleidete Demonstranten mit Flyern und Aufklebern in Fußgängerzonen auf die Kampagne aufmerksam machen, berichten alle wichtigen Zeitungen, das Fernsehen ist ebenso häufig dabei. Auch Frau Aigner selbst konnten wir schon mehrfach direkt und persönlich mit unseren Anliegen konfrontieren. Sie versprach nicht nur zu diesen Gelegenheiten Verbesserungen, doch die angekündigten Maßnahmen sind bis heute ausgeblieben, die Käfigmast ist nach wie vor erlaubt und gängige Praxis. Viele Tausend Menschen beteiligen sich daraufhin regelmäßig an unseren Mailaktionen und Unterschriftensammlungen und weisen die Ministerin damit nachdrücklich auf ihre Verantwortung hin.

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Tierheim Meissen-Winkwitz e.V., Sachsen

Die Schafe von Moritzburg Der entsetzte Anruf im Tierschutzcentrum Meißen kam von einer Frau aus Radebeul. Sie hatte auf einer Weide bei Moritzburg 9 tote Schafe entdeckt. Die Kadaver lägen verstreut auf der Fläche sowie in einem als Unterstand genutzten Wohnwagen. Wir sprangen ins Auto und fuhren los. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

Der Rest der Herde

Blutiger Fellrest

nen, mussten wir unbedingt deren Todesursache erfahren. Also sorgten wir dafür, dass die Behörde die Kadaver obduzieren ließ. Es stellte sich heraus, dass die Schafe komplett unterernährt waren. Sogar das Herzfett war vollständig abgebaut. Dieses Fettdepot wird erst kurz vor dem Verhungern als letztes vom Körper abgebaut. In den Mägen der toten Schafe befanden sich außerdem Plastik- und Folienteilchen. Die hungrigen Tiere hatten anscheinend alles gefressen, was ihnen vor die Mäuler kam. Wahrscheinlich hatten sie aufgrund der schlechten hygienischen Zustände auch Bakterien, Pilze und Krankheitserreger mit der Nahrung aufgenommen. Ihr Tod war sicherlich sehr schmerz- und qualvoll. Kein Tierarzt kam ihnen zu Hilfe. Es erfolgte die behördliche Beschlagnahmung der Restherde

© aktion tier – Ursula Bauer

Als wir in Moritzburg eintrafen, hatte die örtliche Polizei schon die Tierleichen abtransportieren lassen. Der Rest der Herde, 5 abgemagerte und ungepflegte Schafe, scharrten auf der Weide verzweifelt den Schnee weg, um wenigsten an das im Winter nur sehr kümmerlich vorhandene Gras zu gelangen. Heu, das Hauptfutter für Wiederkäuer, stand den Tieren nicht zur Verfügung. Lediglich ein paar verfaulte Gemüsereste lagen an einem provisorisch aus lockeren Brettern zusammengebastelten und vollgekoteten „Futterplatz“. Der kleine Wasserrest, der sich in einer Zinkwanne auf der Weide befand, war zugefroren. Ein als Stall gedachter ehemaliger Wohnwagen war komplett mit Tierkot verdreckt, auf dem mit Urin durchtränkten Boden war keinerlei Einstreu vorhanden.

© aktion tier – Ursula Bauer

Von Wildtieren angefressenes Schafbein

Unterkiefer eines Schafs

Um der Tierhalterin, einer ortsansässigen Ärztin, die Schuld am Tod der Tiere nachweisen zu kön-

Unvorstellbar, dass die Tierhalterin nicht bemerkt hatte, dass ihre Tiere litten und schließlich der Reihe nach starben. Auf unsere sofortige Anzeige wegen Tierquälerei erfolgte bereits am nächsten Tag die behördliche Beschlagnahmung der Restherde. Wir waren sehr froh und dankbar, dass das zuständige Veterinäramt in diesem Tierschutzfall so schnell und kompetent gehandelt und uns die Tiere überlassen hat. Für eines der Schafe kam allerdings jede Hilfe zu spät. Es brach auf der Weide vor unseren Augen völlig entkräftet zusammen und starb kurze Zeit später trotz intensiver Wiederbelebungsversuche. Für dieses Schaf kam leider jede Hilfe zu spät

© aktion tier

© TeleNewsNetwork

Provisorischer Futterplatz ohne Futter © aktion tier – Ursula Bauer

Schafweide bei Moritzburg

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© aktion tier – Ursula Bauer

© aktion tier – Ursula Bauer

Wir fanden an den Stellen, wo die Kadaver gelegen hatten, Blutflecken sowie Fell-, Haut- und Knochenreste. Darunter 2 Unterkieferknochen, 1 Beinknochen sowie ein vermoostes Schulterblatt. Der Zustand der teilweise von Wildtieren angefressenen Kadaverreste deutete darauf hin, dass die Tiere nicht alle gleichzeitig, sondern nacheinander zu unterschiedlichen Zeiten gestorben waren.


© TeleNewsNetwork

Die geretteten Schafe werden von der Weide getragen

Beim Einfangen der Schafe

burt. Das Lamm kommt dann unterentwickelt oder stark missgebildet und in der Regel tot zur Welt. Umso größer war unsere Freude, als schließlich der kleine weiße Schafbock „Wölkchen“ zur Welt kam. Und in der drauffolgenden Nacht gebar das vierte Schaf ein

erlitten Totgeburten. Durch Unterernährung wird die Adrenalindrüse des Muttertieres aktiviert. Dadurch wiederum steigt der Cortisolspiegel des Fötus. Cortisol ist ein körpereigenes Stresshormon, welches normalerweise erst vor der Geburt gebildet wird. Steigt der Cortisolspiegel des ungeborenen Lamms aufgrund der Unterernährung der Mutter zu früh an, führt dies zur viel zu frühen Einleitung der Ge-

© aktion tier – Ursula Bauer

Die übrigen 4 weiblichen Schafe konnten wir einfangen und ins Tierschutzcentrum nach Meißen bringen. Sie wurden in einer Quarantänestation isoliert von anderen Tieren untergebracht, tierärztlich versorgt und mit hochwertigem Heu aufgepäppelt. Trotzdem zeigten sich bei den geretteten Tieren die schrecklichen Folgen der langen Vernachlässigung und mangelhaften Ernährung. Zwei der Schafe

Gerettetes Schaf

© TeleNewsNetwork

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Wölkchen mit seiner Mutter

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Hope wenige Tage alt

© aktion tier – Ursula Bauer

Hope nach zwei Wochen

© Tierschutzcentrum Meissen

schwarzes, weibliches Lämmchen, dem wir den Namen „Hope“ gaben. „Wölkchen“ war von Anfang an sehr klein und zart. Dieses Lamm ist trotz aller Fürsorge nach ein paar Tagen gestorben. Es hatte wahrscheinlich von Anfang geringe Überlebenschancen, da das Muttertier während der Schwangerschaft extrem leiden musste. Ein weiteres Opfer der schlechten Tierhaltung. Unsere kleine „Hope“ ist jedoch bisher gesund und munter, so dass wir hoffen können, dass wenigstens dieses Lämmchen einmal groß und stark wird. Wir werden alles dafür tun, dass „Hope“ ohne Angst und Hunger aufwachsen und ihr Leben in vollen Zügen genießen kann.


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wir klären auf

Animal Hoarding-Fall in Rittersdorf, Thüringen

Tiere leiden leise

Das eingezäunte Grundstück liegt, umgeben von Feldern, isoliert in der Landschaft. Es wirkt schon aus der Ferne wie eine Mülldeponie, obwohl der Schnee im Winter alles mit einer weißen Decke überzogen hatte. Defekte Autos, alte Wohn- und Bauwagen, schrottreife Landmaschinen, ein großer Misthaufen, Gerätschaften und baufällige Hütten. Dazwischen Berge von Hausmüll, Sperrmüll, Bauschutt und alten Autoreifen. Man vermutet nicht, dass in diesem ganzen Chaos Tiere gehalten werden. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

Es ist davon auszugehen, dass lediglich die Vögel gelegentlich in ihre kleinen Ausläufe gelassen werden. Um das Gelände herum befinden sich keine Weideflächen, auf welche die übrigen Tiere gelassen werden könnten. Sie scheinen das ganze Jahr hindurch in ihren Boxen teilweise in Einzelhaft ohne Sozialkontakt leben zu müssen.

laufen können. In einem dunklen Stall finden wir einen Ziegenbock an einer nur 1 m langen Kette. In

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Wir hören nur einen schwarzen Hund in einem kleinen Zwinger bellen. Sonst ist kein Laut zu hören. Erst durch intensive Recherche vor Ort können wir etwa 40 Tiere in diversen, wie selbst zusammengebastelt wirkenden Schuppen und Ställen entdecken. Struppige Ponys, Pferde, Esel, Schafe, Ziegen, Minischweine und ein Lama fristen in viel zu kleinen und mit Tierkot verschmutzten Boxen teilweise in völliger Dunkelheit ihr Dasein. Ihre Futterraufen sind leer, Trinkwasser ist nicht vorhanden oder jetzt im Winter zu Eis gefroren. Einige Tiere weisen Wunden auf, mehrere Pferde und Ponys haben derart lange Hufe, dass sie nicht mehr richtig

drei kleinen Ställen mit von Kot und Urin durchtränkter Einstreu sind Hühner, Enten und Gänse ohne Wasser und Nahrung eingesperrt. Ihr Gefieder ist verdreckt, die Schnäbel verklebt.

Die insgesamt schlampige und lieblose Tierhaltung verstößt gegen diverse Tierschutzvorschriften und zeigt, dass die in Rittersdorf ansässigen Tierhalter nicht über die erforderliche Zuverlässigkeit und Sachkunde zur Haltung von Tieren verfügen. Der Ausdruck „Wie der Herr, so's Gescherr“ trifft auch hier zu. Denn die Tierhaltung passt zum Zustand des gesamten Geländes. Wir haben es augenscheinlich mit Mitgliederjournal

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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© aktion tier – Ursula Bauer

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Inzwischen soll der Ziegenbock zumindest in einer eigenen Box leben und wird nicht mehr an der Kette gehalten. Auch der Zwingerhund soll angeblich mehrmals am Tag ausgeführt werden. Ein wenig Gutes macht jedoch das große Schlechte nicht besser.

© aktion tier

Wir rufen das zuständige Veterinäramt, dem die Tierhaltung bereits bekannt ist. Mehrere Amtstierärzte führen vor Ort eine Kontrolle durch und verfügen, dass sofort gefüttert und getränkt wird. Im Grunde muss jedem Tier jederzeit ausreichend Wasser zur Verfügung stehen. Da es auf dem Gelände weder Strom noch Wasser gibt, muss das gesamte Trinkwasser für die Tiere mit einem kleinen Traktor aus dem Ort herangeschafft werden. Bei einem Wasserbedarf von täglich etwa 300 Litern müssten die Halter ständig mit den kleinen Wasserkanistern hin und her fahren, was äußerst unwahrscheinlich ist. Kein Wunder, dass wir bei keiner unserer Kontrollen gefüllte Trinkgefäße vorgefunden haben. Schließlich wird unserer

Wir haben Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet und auch das Bau- und Umweltamt informiert. Vielleicht erweisen sich die vielen Ställe und Schuppen ja als illegal errichtet. Müssen diese wieder abgerissen werden, hat sich automatisch auch die Tierhaltung erledigt.

© aktion tier – Ursula Bauer

Mehrere Amtstierärzte führen vor Ort eine Kontrolle durch

Forderung nach sofortiger Wegnahme aller Tiere nicht nachgekommen. Die Behördenvertreter wollen den Tierhaltern „noch eine Chance geben“. Man hätte Auflagen erteilt und hoffe, dadurch die Zustände zu verbessern. Mitgefühl mit den Haltern statt Mitleid mit den Tieren.

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Messies zu tun, die nicht nur Gegenstände und Müll, sondern auch Tiere sammeln. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die vielen Tiere überhaupt angeschafft wurden, zumal sie doch nur in ihren kleinen und überwiegend dunklen Ställen weggesperrt vor sich hinvegetieren, verdammt zu Bewegungslosigkeit und Langeweile. Ein landwirtschaftlicher Hintergrund scheint nicht vorhanden zu sein, zumal Ponys, Pferde, Esel, Lamas und Minischweine in der Regel nicht zur Gewinnung von Lebensmitteln gehalten werden. Also lieblose Liebhaberei?

Im April dieses Jahres sind wir erneut vor Ort. Der alles bedeckende Schnee ist inzwischen geschmolzen. Unser Interesse gilt dieses Mal den mit Abfall und Sperrmüll bedeckten Randbereichen des Messiegrundstücks. Nach kurzem Suchen finden wir, wie befürchtet, zahllose Tierknochen, Schaffelle sowie die


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worfen wurden, wo sie dann verwest sind. Woran die Schafe und das Pony gestorben sind, lässt sich anhand der Knochen nicht mehr feststellen. Wir vermuten infolge der mangelhaften Versorgungen und tierärztlichen Betreuung. Unsere grausigen Funde sind weitere Beweise für die

desolate Haltung und den insgesamt rohen Umgang der Besitzer mit ihren Tieren. Staatsanwaltschaft und Veterinäramt wurden umgehend informiert und wir hoffen, hiermit einen weiteren Anstoß in Richtung Beschlagnahmung und Tierhalteverbot geliefert zu haben.

Screenshot

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© aktion tier – Ursula Bauer

Schädel von 3 Schafen und einem Pony. Wir sind uns sicher, dass intensivere Ausgrabungen noch weitere Tierskelette zu Tage bringen würden. Es ist anzunehmen, dass die in der Vergangenheit auf dem Grundstück gestorbenen Tiere wie Abfall einfach über den Zaun ge-

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© aktion tier/Ursula Bauer

Auch am Strand gesammelte Schneckengehäuse, Muscheln und Korallenstückchen können am Zoll Probleme verursachen.

Urlaub im Ausland

Tipps zum Tierund Artenschutz Jeder freut sich auf die Ferienzeit. Für viele Menschen bedeutet Urlaub verreisen, andere Länder kennen lernen, neue Eindrücke sammeln. Es locken exotische Märkte und Souvenirläden, Touristenattraktionen wie Kamelreiten und Delphinarien. Aber auch in den Ferien sollten wir den Tierund Artenschutz nicht vergessen. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin Fast jeder Urlauber möchte sich eine kleine Erinnerung an die schönste Zeit des Jahres mitnehmen. Auf ausländischen Märkten werden haufenweise exotische Souvenirs angeboten. Bunte Korallenketten, Taschen aus Krokodil- oder Schlangenleder, in Alkohol eingelegte Skorpione, Riesenmuscheln, Pelze oder Schildkrötenpanzer. Bei der Auswahl des Andenkens sollte man jedoch sehr vorsichtig sein, denn die Einfuhr vieler Tier- und Pflanzenarten sowie daraus hergestellter Produkte nach Deutschland ist entweder verboten oder an strenge Auflagen geknüpft. Nicht nur Leopardenfelle, Nashornprodukte und Elfenbein sind verboten – auch weniger spektakuläre Mitbringsel kön34

report

• Ausgabe 2/2013

nen gegen den Artenschutz verstoßen. Eine Schnitzerei aus seltenem Holz, Orchideen, Kakteen, getrocknete Seepferdchen oder sogar am Strand gesammelte Muscheln und Schneckengehäuse können Probleme bei der Rückkehr nach Deutschland bereiten. Mehr als 20.000 geschützte Tier- und Pflanzenarten entdecken Zollfahnder pro Jahr allein in Gepäckstücken am Frankfurter Flughafen. Was offen zum Kauf angeboten wird, muss noch lange nicht legal sein. Oft mangelt es an entsprechenden Kontrollen im Urlaubsland, um den illegale Handel mit verbotenen Souvenirs zu unterbinden. Auch lebende Tiere werden häufig zum Kauf angeboten. Vor allem Vögel, Reptilien und Schildkröteneier sind beliebte Urlaubsmitbringsel. Laien können vor Ort in der Regel nicht beurteilen, ob es sich um geschützte Arten handelt. So findet der Zoll jedes Jahr zahllose vom Aussterben bedrohte Tiere in Koffern und Reisetaschen. Viele der geschmuggelten Schildkröten, Papageien und Schlangen überleben den Transport nicht. Außerdem kurbelt der Kauf von lebenden Tieren im Urlaubsland den lokalen Markt an. Immer mehr Exoten wer-

Für viele Souvenirs lassen Tier ihr Leben Bitte denken Sie daran: Täglich sterben weltweit 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Für viele Souvenirs müssen bedrohte Arten ihr Leben lassen – machen Sie sich nicht mitschuldig! Wer bewusst oder unbewusst Produkte aus Tieren oder Pflanzen mitbringt, die durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt sind, macht sich strafbar. Ihre Einfuhr ist, wenn überhaupt, nur mit umfangreichen artenschutzrechtlichen Genehmigungen erlaubt.

den in freier Natur gefangen, was zu einer weiteren Gefährdung der ohnehin bedrohten Bestände führt. Kamelreiten und Co. Elefantenreiten in Thailand, Kamelreiten in Ägypten, Eselreiten in der Türkei – in vielen Urlaubsländern werden derartige Touristenattraktionen angeboten. Vor allem das Elefantenreiten ist aus Sicht des Tierschutzes abzulehnen. Die

Abgemagerte Ponys eignen sich nicht zum Reiten

sensiblen Dickhäuter werden häufig schon im Babyalter von ihren Müttern getrennt und in speziellen Ele-


report

ormiert +++ aktion tier informiert +++ Urlaub aktion tier informiert +++ aktion tier informiert +++ im Ausland Tipps zum Tier- und Artenschutz

Jeder freut sich auf die Ferienzeit. Für viele Menschen bedeutet Urlaub verreisen, andere Länder kennen lernen, neue Eindrücke sammeln. Es locken exotische Märkte und Souvenirläden, Touristenattraktionen wie Kamelreiten und Delphinarien. Aber auch in den Ferien sollten wir den Tier- und Artenschutz nicht vergessen.

Fast jeder Urlauber möchte sich eine kleine Erinnerung an die schönste Zeit des Jahres mitnehmen. Auf ausländischen Märkten werden haufenweise exotische Souvenirs angeboten. Bunte Korallenketten, Taschen aus Krokodil- oder Schlangenleder, in Alkohol eingelegte Skorpione, Riesenmuscheln, Pelze oder Schildkrötenpanzer. Bei der Auswahl des Andenkens sollte man jedoch sehr vorsichtig sein, denn die Einfuhr vieler Tier- und Pflanzenarten sowie daraus hergestellter Produkte nach Deutschland ist entweder verboten oder an strenge Auflagen geknüpft.

Delfinarien

Ansehen erlaubt – mitnehmen nicht; auch viele Pflanzen stehen auf der Artenschutzliste.

Unsere Empfehlung:

Jährlich beschlagnahmen deutsche Zölle tausende illegal eingeführte Souvenirs aus geschützten Tier- und Pflanzenarten

 Buchen Sie keine Reise, die den aktion tier hat einen Flyer zum Thema Tiere im Urlaub heraus gegeben. Diesen erhalten Sie in der Geschäftsstelle Berlin oder können ihn im Downloadbereich der Website www. aktiontier.org im Downloadbereich herunterladen.

© Bolz

© Ursula Bauer

30 111 62-0 (vor allem Hier030 werden Delfine www.aktiontier.org Große Tümmler und Orcas) zu kommerziellen Zwecken in Gefangenschaft gehalten und zur Schau gestellt. Meistens werden die Tiere trainiert und führen im Rahmen

© aktion tier/Ursula Bauer

Als Souvenir tabu: Tasche aus Schlangenleder

entsprechenden Kontrollen im Urlaubsland, um den illegale Handel mit verbotenen Souvenirs zu unterbinden.

Kontakttelefon:

von Shows Kunststücke vor Publikum vor. Delfine sind hochintelligente, sehr soziale und freiheitsliebende Meeressäuger. Experten sind sich mittlerweile einig, dass deren tier-, art-, und bedürfnisgerechte Haltung in Gefangenschaft nicht möglich ist. Delfine können in freier Natur täglich Strecken von bis zu 150 Kilometern zurücklegen und bis zu 300 Meter tief tauchen. Dass ein Becken in einem Zoo, Zirkus oder Delfinarium diesem Bewegungsdrang nicht gerecht wird, liegt auf der Hand. Von den ursprünglich neun Deutschen Delfinarien wurden inzwischen sechs geschlossen,

tografieren lassen können. Dass diese armen täglich stundenNicht nurTiere Leopardenfelle, Nashornprodukte und Elfenbein sind verboten – auch weniger lang „arbeiten“ müssen, wahllos spektakuläre Mitbringsel können gegen den Artenschutz verstoßen. Eine Schnitzerei aus herumgereicht von zahlreichen seltenem Holz,und Orchideen, Kakteen, getrocknete Seepferdchen oder sogar am Strand geMuscheln und Schneckengehäuse Händen sammelte begrapscht werden sollte können Probleme bei der Rückkehr nach Deutschland sein, bereiten. derartige GeGrund genug Mehr als 20.000 geschützte Tier- und Pflanzenarten schäfte nicht zu unterstützen. Tiere entdecken Zollfahnder pro Jahr allein in Gepäckstücken am Frankfurter Flughafen. sollten nicht als lebende Deko missWas offen zum Kauf angeboten wird, muss braucht werden! noch lange nicht legal sein. Oft mangelt es an © aktion tier/Ursula Bauer

16356 Ahrensfelde OT Blumberg

Stand April 2013

on CITES vereinbarten tweit. Zu den Vertragsen. Das Washingtoner nge, in denen Tier- und s aufgelistet sind. Der0.000 Tier- und Pflant, sollten grundsätzlich , ob selbst gesammelt werden!

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ende Papageien werden fig von Urlaubern nach tschland eingeschmuggelt.

Auch am Strand gesammelte Schneckengehäuse, Muscheln und Korallenstückchen können am Zoll Probleme verursachen.

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Verbotene Souvenirs

© aktion tier/Ursula Bauer

fantencamps „trainiert“. Ihr Wille wird mit brutaler Gewalt gebrochen, bis sichKontakt die Tiere ihrem Schicksal angeboten. Vor allem aktion tier – menschen für tiere e.V. istunterorddeutschlandweit eine ebte Urlaubsmitbringfügen und dem Menschen der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat beurteilen, ob es sich oll jedes Jahr zahllose sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen nen. Ob man sich im Urlaub auf ein und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz d Reisetaschen. Viele aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen und Schlangen überKamel oder einen Esel nachhaltig begegnet werden kann. setzen sollte, der Kauf von lebenden Immer mehr Exoten hängt immer neben dem grundsätzweiteren Gefährdung lichen aktion ethischen Aspekt vom autier-Geschäftsstelle Berlin Kaiserdamm 97 14057 Berlin genscheinlichen Gesundheits- und Tel.: 030 30 10 38 31 Fax: 030 30 10 38 34 Pflegzustand der Tiere und den äuberlin@aktiontier.org ßeren aktion Begleitumständen ab. Nicht tier – menschen für tiere e.V. Mitgliederbetreuung zu vergessen die fast überall mögSpiegelweg 7 14057 Berlin lichen Ritte auf Pferden und Ponys. Tel.: 030 30 111 62 0 Fax: 030 30 111 62 14 Das Glück der Erde mag zwar für mitgliederbetreuung@aktiontier.org manche Menschen auf dem Rücken itte denken Sie aran: Täglich sterder Pferde liegen, für die Tiere ist en weltweit 150 ier- und Pflanzenrten aus. Für viele das Tragen von oft ungeübten und ouvenirs müssen edrohte Arten ihr häufig Herausgeber: aktion tier – menschen für tiere e.V. übergewichtigen Touristen eben lassen – maRedaktion: © moventis GmbH/ Diezemann hen Sie sich nicht jedochGestaltung: © Bolz mit ziemlicher Sicherheit mitschuldig! Text: © aktion tier Titel: © Ursula Bauer kein Vergnügen. Druckerei: Möller Druck und Verlag GmbH

ein weiteres wird Ende 2012 seinen Betrieb einstellen. Weltweit werden jedoch nach wie vor etwa 200 Delfinarien betrieben. Zu kritisieren sind hier unter anderem die oft zu kleinen Becken mit SwimmingpoolCharakter, das Fehlen natürlicher Sozialstrukturen, unnatürliche Nahrung und die mit lautstarker Disco-Musik untermauerten täglichen Shows. Bezeichnend für das Leiden der Tiere sind eine hohe Sterblichkeitsrate, häufige Krankheiten, viele Todgeburten und die Tatsache, dass Delphine in Gefangenschaft immer wieder bewusst Selbstmord begehen. Foto gefällig? Vor allem in exotischen Reiseländern werden in den Straßen häufig Schlangen, Krokodile oder Affen präsentiert, mit denen sich die Urlauber für ein paar Euro fo-

Besuch von Delfinarien, Elefantenreiten oder sonstige Aktivitäten im Programm hat. Falls Sie vor Ort von Ihrem Reiseanbieter mit derartigen „Attraktionen“ überrascht werden weisen Sie ihn bitte auf die grausamen Begleitumstände hin und verzichten Sie demonstrativ auf die Teilnahme. Besuchen Sie keine Tierparks oder Tierzuchtfarmen. Schauen Sie im Urlaub nicht weg und prüfen Sie, welche Aktivitäten, in die Tiere involviert sind, Sie mit Ihrem Gewissen vereinbaren können. Kaufen Sie niemals lebende Tiere im Urlaub – auch nicht aus Mitleid. Kaufen Sie keine Erzeugnisse aus artgeschützten Tieren und Pflanzen. Erkundigen Sie sich vor Ihrem Urlaub beim zuständigen Zollamt oder dem Bundesamt für Naturschutz nach geschützte Arten in Ihrem Urlaubsland. Mit dem Kauf von alternativen Souvenirs wie Töpfer- und Korbwaren, Schmuck aus Glasperlen und Kokosnuss schützen Sie die Natur und unterstützen den lokalen Markt. 15.04.2013 12:47:30 Uhr

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Zur Bewegungslosigkeit verdammt

Ständerhaltung von Pferden Keine Möglichkeit zur Bewegung, zum Ablegen, Wälzen oder Ausstrecken, zum Kontakt mit Artgenossen und im ständigen Blickfeld oft nur eine Wand direkt vor dem Kopf – dies sind einige Gründe, warum die Ständer- oder Anbindehaltung von Pferden nicht artgerecht und in Deutschland (Bayern ab 2014) verboten ist. Ein Pferdeständer ist meist vorne und an den Seiten geschlossen, das Tier wird mit dem Kopf zur Wand angebunden. Es kann sich so nicht umdrehen; lediglich ein Hinlegen ist möglich, allerdings zumeist ohne ausgestreckte Beine. Der Ständer ist aus Platzgründen häufig viel zu schmal. Lange war diese Haltungsform weit verbreitet, da sie nicht viel Platz benötigt und das Tier besonders für den Einsatz in der landwirtschaftlichen Arbeit schnell verfügbar war. Ein Bericht von Jan Peifer

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Doch nicht erst seitdem das zuständige Bundesministerium für Ernährung, L a ndw i r tscha f t und Verbraucherschutz diese Haltung in einer L eitl i n ie

Pferde in Ständerhaltung sind gezwungen, stillzustehen und die Wand anzustarren. Studien belegen, dass Pferde, die in Anbindehaltung leben müssen, häufig Verhaltensstörungen zeigen, etwa die Hälfte der Tiere ist betroffen. Zu diesen Störungen gehört das „Weben“, eine häufig bei in Gefangenschaft lebenden Tieren (z.B. Ele-

stuhl ähnlich. Auch das sogenannte „Koppen“ ist bei vielen Pferden zu beobachten, die sich in falscher Haltung befinden. Hierbei streckt das Tier seinen Hals in einer ruckartigen Bewegung nach vorn, sodass Luft in die Speiseröhre einströmt. Ein deutlich hörbares Geräusch, ähnlich einem Rülpser, ist die Folge. Beide Stereotypien müssen u. a. bei Kaufverträgen angegeben werden, da sie nur schwer zu therapieren sind.

Gerade die dauerhafte Haltung von Pferden in Ständern am kurzen Anbindestrick verursacht dabei schwere Schäden. Pferde sind Flucht- und Lauftiere, die sich im natürlichen Umfeld bis zu 16 Stunden täglich in Bewegung befinden. Außerdem bilden sie im Herdenverband ausgesprochen komplexe Sozialsysteme. Für eine artgerechte Haltung sind also soziale Kontakte auch zu anderen Tieren und die nötige Bewegungsfreiheit Voraussetzung. Eine im schlimmsten Fall permanente Anbindehaltung verhindert dagegen das Ausleben der wichtigsten Grundbedürfnisse der Tiere.

von 2009 für tierschutzwidrig erklärte, wurde sie nach und nach in den Ländern verboten. Bereits 1998 untersagte Hessen als erstes Bundesland die Ständer, ab 2002 folgten weitere. Leider zeigen jedoch aktuelle Bilder von Tierschützern, dass die Ständerhaltung trotz Verbot besonders in ländlichen Gegenden vereinzelt noch immer praktiziert wird. 36

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• Ausgabe 2/2013

Marion Frey ist unsere aktion tier-Pferdeexpertin und steht Ihnen für alle Fragen rund ums Pferd gerne zur Verfügung. Schreiben Sie Frau Frey unter: frey.aktiontier@web.de

fanten oder Kamelen) zu sehende Anomalie: Unaufhörlich schwenkt das Tier seinen Kopf hin und her und bezieht auch mehr oder weniger stark den restlichen Körper mit ein, der monotonen Bewegung eines Webers am Web-


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report

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist ein fehlender räumlicher und körperlicher Ausgleich zur Anbindehaltung der Grund für solche Störungen, der Auslöser ist oft schlicht die Langeweile der Tiere. Wurden sie früher vor allem in der Landwirtschaft genutzt und hatten so eine regelmäßige körperliche Betätigung, werden die meisten Pferde heute als Reit- und Freizeittiere gehalten. Wenn sie nun auch noch Tag und Nacht im Ständer stehen und nicht einmal tagsüber Auslauf auf der Weide haben, sind psychische und physische Schäden sowie Verhaltensstörungen oft nahezu unausweichlich. Besonders schlimm ist die Situation, wenn der Ständer so eng ist, dass das Tier sich nicht

komplett auf die Seite ablegen und die Beine von sich strecken kann, denn für die Tiefschlafphase ist dies unbedingt nötig. Eine genaue Zahl ist auf Grund der Verbote nicht bekannt, Experten gehen jedoch von deutlich über tausend Tieren aus, die noch in Ständerhaltung leben. Allein in Bayern, wo die Haltungsform übergangsweise noch geduldet wird, soll es noch mehr als 100 Betriebe mit fast 1.000 Pferdeständern geben. Die Ständerhaltung ist die ungeeignetste, am wenigsten artgerechte Haltungsform für Pferde. Mehr Bewegungsfreiheit bietet eine Boxenhaltung, besser ist die Unterbringung im Offen- oder Laufstall; optimal eine Robust- oder

Freilandhaltung, bei der die Tiere ganzjährig auf der Weide leben. Ein Unterstand schützt sie hierbei vor extremen Wettereinflüssen. Oft sind kombinierte Haltungsformen anzutreffen, in denen die Tiere etwa im Sommer auf der Weide leben und nur im Winter mehr oder weniger dauerhaft im Stall. Solange den Tieren hier

Im Rahmen einer Recherche wurde eine verbotene Ständerhaltung in der Nähe von Berlin ausfindig gemacht. Dabei konnte dokumentiert werden, wie sehr die Pferde in einer Ständerhaltung leiden. Nach einer Anzeige beim Veterinäramt sind die Tiere nun bei einem neuen Besitzer und werden in einem Offenstall gehalten.

genügend Platz zur Verfügung steht, sie regelmäßig Bewegung und Kontakt zu Artgenossen haben, sind solche Mischformen aus Tierschutzsicht durchaus eine gute Alternative.

© Tierschutzbilder.de

Pferde in Ständerhaltung, keine Bewegung, kein Umdrehen ist möglich. Das ist Tierquälerei und darum auch zu Recht verboten.

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Der Dämon der Hunde

Leishmaniose – vermeidbar oder wenigstens heilbar?

Das Wesen der Leishmaniose-Erkrankung ist tückisch. Hat sich ein Hund erst einmal infiziert, kann er erkranken, muss aber nicht. Wie ein Damoklesschwert schwebt die Infektion über ihm, jederzeit bereit auszubrechen. Oft geschieht dies, wenn der Vierbeiner in eine Stresssituation gerät. Das kann ein Umzug sein, aber auch Familienzuwachs in Form eines Babys oder ähnliche anstrengende Situationen. Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier 38

report

• Ausgabe 2/2013


report

Aber was tun, wenn das Unglück passiert ist? Wenn die Diagnose Leishmaniose steht? In diesem Falle ist es wichtig zu wissen, in welcher Region sich der Hund die Erkrankung eingefangen hat. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass verschiedene Therapieformen abhängig vom Herkunftsland der Infektion unterschiedliche Erfolge zeigen. Das heißt, je nachdem, wo sich

der Patient angesteckt hat, weisen bestimmte Medikamentenkombinationen größtmögliche Erfolgschancen auf. Dieses auf den jeweiligen Fall zugeschnittene Behandlungsschema muss der Tierarzt für den Tierbesitzer ermitteln. Die richtigen Medikamente in Kombination mit einer stressfreien Umgebung ermöglichen dann auch infizierten Hunden ein glückliches Hundeleben.

Besser, es kommt gar nicht erst soweit. Oberste Regel, um eine Infektion mit einem LeishmanioseErreger zu vermeiden, ist Reisen in Länder, die an das Mittelmeer grenzen oder sogar noch weiter südlich davon liegen, mit Hund zu vermeiden. Muss es unbedingt sein, sollte der Tierbesitzer sich vorher vom Tierarzt ein Präparat gegen Sandmücken besorgen, da die Leishmaniose durch diese Mückenart übertragen wird. Außerdem kann man seinen Hund impfen lassen. Allerdings bietet die Impfung keinen

Leishmaniose wird durch Sandmücken übertragen

© A. Diezemann

Kommt es nach einer Infektion dann tatsächlich zur Erkrankung, hilft nur eine aufwendige und oft kostenintensive Therapie. Eliminieren kann man den Erreger dann meist trotzdem nicht, aber es gelingt häufig, ihn wenigstens so zurückzudrängen, dass dem Tier eine ordentliche Lebensqualität beschieden ist. Alles in allem – milde ausgedrückt – eine ungute Situation.

Ein persönlicher Erfahrungsbericht Ein Kommentar von Alexandra Diezemann ei einem Aufenthalt auf der spanischen Insel Mallorca erlebte ich im Sommer 2012 den tragischen Verlauf einer Leishmaniose-Erkrankung. Ein Mann, ich drücke mich mal vorsichtig aus, der für einen bei ihm in Betreuung lebenden Hund keine Verantwortung übernehmen wollte, brachte diesen Hund sehr krank auf das Grundstück meines guten Freundes, der einige Hunde bei sich betreut. Die gebrachte Hündin, ein Staffordshire-Sharpei-Mix (siehe Bild S. 38), war vollkommen dehydriert und schwach. Bei näherem Hinsehen lag die Vermutung nahe, dass sie zudem auch noch trächtig zu sein schien. Die arme Kleine musste sich ständig übergeben und Blut war an der Nase zu sehen. Wir brachten sie umgehend zu der uns bekannten deutschen Tierärztin. Der Bluttest ergab: Leishmaniose-positiv. Schweren Herzens entschieden wir gemeinsam mit der Tierärztin, der Hündin die Chance auf ein Weiterleben zu ermöglichen und ließen die Welpen (ca. 2-3 Woche) per Kaiserschnitt holen und einschläfern, sodass die Hündin Kraft für ihren eigenen Körper bekommt. Fünf Tage war unsere Patientin in der Tierarztpraxis und bekam alle Hilfe, die möglich war. Letztendlich versagten dann aber doch ihre Nieren und wir mussten sie schweren Herzens von ihrem Leid erlösen. Die Leishmaniose-Schutzimpfung gibt es noch nicht allzu lange. Es ist jedem Hundebesitzer dringend zu raten, die Impfung vornehmen zu lassen, wenn man sich auch nur kurz im südlichen Europa mit Hund aufhält. Die Impfung ist ziemlich heftig in ihrer Wirkung, der Hund zeigt durchaus Fiebersymptome und Schüttelfrost. Aber – auch wenn es einen 100%igen Schutz nicht gibt – die Wahrscheinlichkeit für den Hund, sich mit der Leishmaniose zu infizieren, ist zumindest extrem gering. Wer dann seinen Hund noch mittels Mücken- und Flohhalsband oder eines Spot-on Präparates schützt, kann schon sehr beruhigt sein. Der dramatische Krankheitsverlauf der Stafford-Sharpei-Hündin ist mir in mahnender Erinnerung. Es war wirklich schlimm mit anzusehen, wie die Kräfte dieser so tollen Hündin schwanden. Schlaf gut, kleine Muschi …

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© A. Diezemann

Leishmaniose ist heimtückisch

100%igen Schutz. Optimal ist daher eine Kombination aus Impfung und Mückenschutz. Die Impfung muss drei Mal in dreiwöchigem Abstand wiederholt werden, danach jährlich. Teilweise treten Nebenwirkungen auf. Daher sollte jeder Hundebesitzer sorgfältig abwägen: Lieber den Hund nicht in ein Endemie-Gebiet mitnehmen oder doch Prophylaxe betreiben?

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aktion tier intern

20 Jahre Tierschutzarbeit Einige von Ihnen werden mich durch unsere Informationsstände oder durch unser Vereinsjournal kennen. Seit 1993 bin ich beruflich jeden Tag für den Tierschutz unterwegs. Das sind 20 Jahre, die mein Leben geprägt haben. Ursprünglich habe ich eine Ausbildung zur Kindergärtnerin abgeschlossen und als ich mich beim Tierschutzverein bewarb, hatte ich eigentlich nicht eine langjährige berufliche Perspektive erwartet. Ein Bericht von Christine Geburtig sprüngliche Ausbildungsrichtung, der Umgang mit Kindern, kann ich auf dem Lottihof bei Kindern ein besseres Verständnis und Umgang mit Tieren wecken und ausbilden. Bei meiner täglichen Arbeit an unseren Informationsständen erhalte ich viel positives Feedback – leider auch einiges nicht so angenehmes. Es gibt viele Menschen mit großen Vorurteilen gegenüber unserer Arbeit, geschürt durch negaMein Beruf im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit für aktion tier – menschen für tiere e.V. bedeutet täglich an öffentlichen Plätzen und Einkaufszentren Menschen über ein besseren und bewussten Umgang mit Tieren aufzuklären. Gerade zu Festtagen wie zu Weihnachten ist es immer ein Hauptthema, darauf hinzuweisen, Tiere nicht zu verschenken. Ganzjährig gibt es immer wieder verschiedene Kampagnen zum Thema Einkaufsverhalten von tierischen Lebensmitteln, Welpenhandel, Artenschutzthemen usw. Nebenbei organisierte ich ehrenamtliche Einsätze bei den aktion tier-Projekten, wie z.B. Mithilfe beim Aufbau der Katzenbabystation in Glindow, eines Welpengeheges in Meißen oder bei unseren regelmäßigen Arbeitseinsätzen bei Streuners Arche in Hastorf. Seit zwei Jahren lebe und arbeite ich neben meiner 40 Stunden Woche in der Aufklärungsarbeit auf dem Lottihof im schönen Mecklenburg-Vorpommern. Mit Hilfe von Freunden und Familie betreuen wir ca. 130 Tiere aus schlechter Haltung und Abgabetiere. Durch meine ur40

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Wir wollen keine Tierheime bauen „Wir wollen keine Tierheime bauen“ – diese Aussage verstehen viele Menschen erst mal nicht. Wenn ich dann erkläre, was ein Tierheim für ein Tier bedeutet und auch die Kosten der Tierheime aufzeige, kommt ein erstes Verstehen. Viele wagen es nicht ins Tierheim zu gehen, „weil es so traurig ist“ – ja, das ist es auch, aber die Augen verschließen hilft nicht. Gerade auch deshalb ist es in der Satzung von aktion tier verankert, nicht nur die rund 100 Tierschutzeinrichtungen von aktion tier zu unterstützen, sondern auch eine gute Präventions- und Aufklärungsarbeit durchzuführen. Die Organisation von unseren Aufklärungsaktionen ist auch zum Teil nicht so einfach. Ob es darum geht, Genehmigungen von Behörden zu erhalten oder auch Marktleiter von Einkaufszentren zu bitten, gerade in den kalten Wintermonaten, in denen auch der abgehärtetste Tierschützer nach acht Stunden in der Fußgängerzone durchgefroren ist, uns eine kleine Fläche zur Verfügung zu stellen.

tive Presseberichte über aggressive Tierschützer oder auch unseriöse Spendensammler. Teilweise erlebe ich wenig Verständnis, warum ich mich überhaupt für den Tierschutz einsetze und nicht lieber für Kinder. Zum Teil treffen mich solche Aussagen, da ich beides sehr wichtig finde und ich durch meine Ausbildung zur Kindergärtnerin, viel ehrenamtlicher Arbeit auf Berliner Kinderbauernhöfen, im Streichelgehege im Kinderhospiz oder auch auf dem Lottihof, diesen Vorwurf bestimmt nicht gelten lassen muss. Diese Menschen würde ich gerne ein Wochenende zu solchen ehrenamtlichen Einsätzen mitnehmen. Es gibt auch Kommentare, man solle sich einen anständigen Beruf suchen. Ein Beruf, der durch das Fehlverhalten von Menschen gegenüber den Tieren und der Natur notwendig geworden ist. Ich treffe aber auch viele Menschen, die unsere Arbeit schätzen und gerne auch unterstützen. Ohne diese Menschen – vor allem unsere Mitglieder – wäre aktion tier nicht in der Lage, die Aufklärungsarbeit umzusetzen. Besonders für Kinder, die ja in 20 Jahren unsere nächste Tierschützergeneration ist. Durch unsere Arbeit kommen wir immer wieder mit Eltern, Lehrern und Erziehern in Kontakt, die den Tierschutzgedanken weitertragen können. Für mich ist es immer ein schönes Erlebnis, Menschen zu treffen, die schon ähnliche Tierschutzarbeit im privaten Umfeld betreiben. Ebenso, wenn ich am Ende eines Gespräches höre: „Danke für Ihre Beratung, das habe ich bis jetzt nicht gewusst“, z.B. bei der Überlegung, ein Tier anzuschaffen oder beim bewussteren Einkauf von tierischen Produkten. Besonders froh bin ich, wenn ich Eltern Alternativen zum Tierwunsch ihrer Kinder aufzeigen konnte. Wenn ich dann von der Teilnahme an unseren Tierschutzferien berichte, von der Über-


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nahme von Patenschaften von Tieren im Tierheim oder einfach das Gassi führen des Nachbarhundes zu organisieren und ihnen damit einen Weg aufzeige, dem Wunsch so teilweise nach zu kommen ohne selbst ein Tier anzuschaffen. Die Tierhaltung ist immer mit jahrelanger Verantwortung und viel Zeit, Geld und notwendigem Platz verbunden. Bei der Arbeit im Tierschutzverein gibt es auch Tage, an denen man knapp vor der emotionalen Kapitulation steht. Die Mitarbeiter und Tierpfleger in den Tierheimen erleben dies täglich, wenn sie verwahrloste Tiere aufnehmen. Ich hatte vor ein paar Wochen bei einer Tierschutzkontrolle am Wochenende solch ein Erlebnis. Nach der Einfangaktion mit zwei Kolleginnen von zwölf nicht kastrierten Katzen in einer Wohnung, erhielten wir die Information, noch einen anderen Fall ein paar Orte weiter zu überprüfen. Was mich da erwartete, schockierte mich. Eine ältere Doggen-Labradorhündin saß völlig abgemagert in einem dreckigen, nassen Zwinger. Beim Anblick von völlig verwahrlosten Scha-

fen weiter hinten auf dem Grundstück, schossen mir die Tränen in den Augen. Wir informierten sofort Polizei und Amtstierarzt – an einem Sonntag immer etwas schwieriger. Nach drei Tagen bekamen wir durch die Behörden das OK, die Hündin nach der Beschlagnahmung raus holen zu dürfen. In solchen Momenten denkt man sich, „warum nehme ich nicht einfach sofort den Hund und die Schafe mit?“. Der Zwinger war leicht zu öffnen und die Hündin wäre sofort befreit worden. Aber außer für die Hündin hätte sich nichts geändert. Wir müssen dafür sorgen, dass eine Anzeige gegen den Tierbesitzer gemacht wird, damit dieser ein Tierhalteverbot bekommt. Da dies nicht der erste Hund war, den er verwahrlosen ließ, wird dieses in diesem Fall ausgesprochen. Für einige der Schafe kam leider auch unsere Hilfe zu spät. Die Aufklärung der Bevölkerung ist im Tierschutz unerlässlich Umso mehr zeigt dieses Beispiel, wie wichtig unsere Aufklärungsarbeit ist, damit Menschen wissen,

wie sie sich bei Verwahrlosung oder Tierquälerei verhalten sollen. Es ist für mich unverständlich, wie Nachbarn nicht mitbekommen, dass nebenan 1700 Wellensittiche gehalten werden, ein verhungerter Hund im Nachbargrundstück im Zwinger oder 74 Katzen in einer Wohnung gehalten werden. Oft führe ich Gespräche an unseren Informationsständen, wie sich Nachbarn in so einer Situation verhalten können. In meiner Anfangszeit beim Tierschutz dachte ich immer, „wenn ich mal alt bin, werden wir nicht mehr so viele Tierheime brauchen und die Haltung der Nutztiere wird sich bis dahin maßgeblich verbessert haben“. Dieser Illusion bin ich mittlerweile beraubt, aber aufgeben kommt nicht in Frage. Ich kenne so viele Menschen durch die Tierschutzarbeit, die sich schon viel länger als ich beruflich oder auch ehrenamtlich einsetzen, um den Tierschutzgedanken weiter zu tragen. Ich freue mich immer, wenn Sie, liebe Mitglieder, an unseren Infoständen vorbei kommen oder uns auch auf dem Lottihof besuchen kommen.

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Urlaub vom Tierleid

„Mohrenkopf“ mit Stirnband – korsisches Wappen und offizielles Freiheitssymbol

Korsika – ein Geheimtipp für Tierfreunde

Mutterschwein mit Frischlingen sucht am Strand nach Fressbarem

Wohin reist ein Tierschützer, wenn er Urlaub vom Tierelend machen möchte? Ein Ort ohne Horden verhungerter Straßenkatzen, keine Souvenirshops voll Nippes aus toten Tieren, nirgends dürre Esel, die übergewichtige Touristen durch die Gegend schleppen müssen. Diesen Ort gibt es tatsächlich: eine etwa 8.700 Quadrat­kilometer große, wunderschöne Insel im Mittelmeer. Eine Urlaubsempfehlung von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin Korsika ähnelt vom Umriss her einer geballten Faust mit erhobenem Daumen. Die zumindest im Landesinneren mit 5 Einwohnern pro km 2 sehr dünn besiedelte, französische Insel besteht zum Großteil aus Hochgebirge. Eine imposante Gebirgslandschaft mit insgesamt 50 Zweitausendern durchzieht diesen Minikontinent von Nordwest nach Südost und geht zum Meer hin in Hügelland über. Die Küste Korsikas besteht aus zahllosen Buchten mit Sandstrand oder hohen, teilwei42

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se steil ins Meer abfallenden Granitformationen. Bedeutend und sehenswert sind Städte wie Bastia, Bonifacio, Calvi und die Hauptstadt Ajaccio, in der Napoleon Bonaparte am 15. August 1769 das Licht der Welt erblickte. Auch die teilweise an steile Hänge oder sogar auf Felsformationen errichteten mittelalterlichen Bergdörfer, die man auf kleinen, gewundenen Straßen erreicht, sind lohnende Ausflugsziele. Die meist

mehrstöckigen, streng geometrisch gebauten Häuser aus Naturstein sind teilweise so eng aneinandergedrückt, dass kein Auto mehr hindurch passt. Vor allem im Mittelalter mussten die Bewohner Korsikas mit Überfällen und Piratenangriffen rechnen. Eine exponierte Dorflage mit gutem Fernblick und eine ausgeklügelte Wehrarchitektur waren zu dieser Zeit überlebenswichtig. „Dieser hauchzarte Duft nach Thymian und Mandeln, Feigen und


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Alle Bilder © Ursula Bauer

von Korsika bedeckt. Die Macchia setzt sich neben Bäumen, Farnen und Gräser vor allem aus Ginster, Lavendel, Myrthe, Rosmarin, Zistrose und Wachholder zusammen. Viele dieser Pflanzen sondern zum Schutz vor der Sonne aromatisch duftende ätherische Öle ab.

Kastan ien … und dieser Hauch von Kiefer, diese leichte Andeutung von Beifuß, diese Ahnung von Rosmarin und Lavendel … ach, meine Freunde, dieser Duft!“ Mit diesen blumigen Worten beschreibt ein korsischer Häuptling in ‘Asterix auf Korsika’ sehr treffend den Geruch der Insel. Ja, Korsika riecht einfach umwerfend gut! Selbst Napoleon behauptete nach seiner Verbannung, seine Heimatinsel mit verbundenen Augen am Duft zu erkennen. „Schuld“ an diesem olfaktorischen Erlebnis ist der immergrüne, mediterrane Buschwald (Macchia), der mehr als ein Viertel

Neben der Flora ist auch die wildlebende Tierwelt Korsikas sehr beeindruckend. So leben auf der Insel zwar recht wenige Säugetierarten, darunter jedoch noch etwa 800 der streng geschützten Muff­ lon-Wildschafe. Der aufmerksame Wanderer kann sich über zahlreiche Eidechsen, Feuersalamander, Geckos, Gottesanbeterinnen, Zorn- und Ringelnattern freuen. Und wer besonders viel Glück hat, begegnet in der Küstenregion sogar einer griechischen Landschildkröte. Nach Heuschrecken, laut zirpenden Zikaden, Hummeln und Schmetterlingen muss man nicht lange suchen. Sie begleiten einen auf Schritt und Tritt. In der artenreichen Macchia finden auch die zahlreichen Bienenvölker der Korsen ganzjährig Nahrung. Dieser Wildblütenho nig schmeckt u ng laubl ich lecker. Auch die Vogelwelt der Insel bietet neben gängigen mitteleuropäischen Bockkäfer Arten einige auf Zistrose Besonderheiten wie Fischadler und Bartgeier. Wer mit der Fähre nach Korsika übersetzt, kann Delphine oder sogar einen Finnwal im Wasser beobachten.

Eidechsen sind auf Korsika allgegenwärtig

Griechische Landschildkröte Testudo hermanni hermanni

Neben den geschilderten Reizen bietet Korsika jedoch zumindest mir vor allem eins: keine geschundenen Tiere! So gibt es auf der Insel beispielsweise keine Massentierhaltung. Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist meist kleinbäuerlich. So wuseln um verstreute Höfe Schweine, Esel, Pferde, Enten, Mitgliederjournal

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© Ursula Bauer

Alte Esskastanie mit Früchten

© Ursula Bauer

Freilaufende Rinderherde am Strand

Hühner und Gänse durcheinander. Hofhunde liegen nicht an der Kette, sondern wo immer sie wollen. Und das am liebsten in der Einfahrt, von der Sonne beschienen. Jeder Landbesitzer musste früher pro Jahr 4 Bäume anpflanzen Charakteristisch für Korsika sind die freilaufenden, oft halbverwilderten Hausschweine, die sich vorrangig von den zahlreich auf der Insel zu findenden Eicheln, Bucheckern und vor allem Kastanien ernähren. Früher war die Edel- oder Esskastanie eine wichtige Nahrungsquelle der Korsen. Die Kastanien wurden

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zu Mehl verarbeitet und an das Vieh verfüttert. Als Maßnahme gegen die drohende Entwaldung Korsikas verfügten die Genueser im 16. Jahrhundert, dass jeder Landbesitzer pro Jahr mindestens 4 Bäume anpflanzen musste. Obwohl mehrere Baumarten zur Auswahl standen, pflanzten die Korsen hauptsächlich Esskastanien. Neben kleineren Wäldern und verstreuten Beständen existiert noch heute ein riesiger Kastanienwald in der

hügeligen Gegend zwischen Aleria und Bastia im Osten Korsikas – die sogenannte Castaniccia (Kastanienhain). Es lohnt sich, die verschiedenen Produkte mit Esskastanien wie Marmelade,


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© Peter Göttler

© Ursula Bauer

Rinder laufen auch in den Dörfern teilweise frei herum

Schweinekindergarten auf der Straße

© Ursula Bauer

© Peter Göttler

Die Esel an einer Bergerie freuen sich über Besuch

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nformiert +++ Urlaub aktion tier informiert +++ aktion tier informiert +++ im Ausland Tipps zum Tier- und Artenschutz

V. ist deutschlandweit eine anisationen. Der Verein hat kerung durch Kampagnen Missstände im Tierschutz n aufzuzeigen, wie diesen

Jeder freut sich auf die Ferienzeit. Für viele Menschen bedeutet Urlaub verreisen, andere Länder kennen lernen, neue Eindrücke sammeln. Es locken exotische Märkte und Souvenirläden, Touristenattraktionen wie Kamelreiten und Delphinarien. Aber auch in den Ferien sollten wir den Tier- und Artenschutz nicht vergessen.

hütten (sogenannte Bergerien) errichtet haben, in denen sie nicht nur jeder Urlauber möchte sich eiFFastnestekleine Erinnerung an die schönleben, sondern auch die Schafs- und Zeit des Jahres mitnehmen. Auf ausländischen Märkten werden Ziegenmilch haufenweise exotische Souvenirs zu Käse verarbeiten. angeboten. Bunte Korallenketten,Zum Taschen ausTragen Krokodil- oder der Vorräte und perSchlangenleder, in Alkohol eingelegte Skorpione, Riesenmuscheln, sönlichen Gegenstände nehmen Pelze oder Schildkrötenpanzer. Bei der Auswahl des Andenkens sollte die Hirten meistens Esel mit. Auch man jedoch sehr vorsichtig sein, denn die Einfuhr vieler Tier- und die­ s e dürfen dann nach Belieben Pflanzenarten sowie daraus hergestellter Produkte nach Deutschstromern und den Sommer in landherum­ ist entweder verboten oder an strenge Auflagen geknüpft. den Bergen genießen. © aktion tier/Ursula Bauer

Auch am Strand gesammelte Schneckengehäuse, Muscheln und Korallenstückchen können am Zoll Probleme verursachen.

© Ursula Bauer

© aktion tier/Ursula Bauer

Verbotene Souvenirs

Schafstall (Bergerie) im Gebirge bei Corte

© Ursula Bauer

Als Souvenir tabu: Tasche aus Schlangenleder

Stand April 2013

schen für tiere e.V. / Diezemann

Verlag GmbH

Freilaufenden Rindern begegnet man ebenfalls häufig auf Korsika. Am Strand teilen sich Touristenhorde und Rinderherde einvernehmlich die schönsten Liegeplätze Wasin offender zum Kauf angeboten wird, muss in den bergigen Sonne. Und noch lange nicht legal sein. Oft mangelt es an entsprechenden Kontrollen im Urlaubsland, um Regionen muss man damit rechnen, den illegale Handel mit verbotenen Souvenirs zu unterbinden. dass hinter der nächsten Kurve eine Kuh mit ihrem Kalb am Straßenrand grast. Die Tiere sind an den nur mäßigen Autoverkehr gewöhnt und lassen sich nicht stören. Sehr selten kommt es zu Unfällen, da die Autofahrer in der Regel rücksichtsvoll sind und um die zum Teil mitten auf der Straße liegenden Tiere herumfahren. Sogar beim Klettern © aktion tier/Ursula Bauer

e OT Blumberg

Nicht nur Leopardenfelle, Nashornprodukte und Elfenbein sind verboten – auch weniger spektakuläre Mitbringsel können gegen den Artenschutz verstoßen. Eine Schnitzerei aus seltenem Holz, Orchideen, Kakteen, getrocknete Seepferdchen oder sogar am Strand gesammelte Muscheln und Schneckengehäuse Ansehen erlaubt – mitkönnen Probleme bei der Rückkehr nach nehmen nicht; auch viele Pflanzen stehen auf Deutschland bereiten. der Artenschutzliste. Mehr als 20.000 geschützte Tier- und Pflanzenarten entdecken Zollfahnder pro Jahr allein in Gepäckstücken am Frankfurter Flughafen.

Jährlich beschlagnahmen deutsche Zölle tausende illegal eingeführte Souvenirs aus geschützten Tier- und Pflanzenarten

Backwaren oder Bier zu kosten, die es auf der Insel zu kaufen gibt. Etwa 30.000 halbwilde Hausschweine, die sich häufig mit den ebenfalls vorkommenden Wildschweinen vermischen, sollen auf der Insel leben. Ganze Schweine­ rotten können einem am Strand oder mitten auf der Straße begegnen. Völlig entspannt kommen die neugierigen Tiere näher und erweisen sich mitunter sogar als richtig aufdringliche Bettler. Hier ist auf jeden Fall Vorsicht angebracht. Die am Touristenproviant interessierten Burschen können schmerzhaft zubeißen und sollten daher nie gefüttert oder gestreichelt werden. Vor allem im hügeligen Hinterland Korsikas finden sich gartenähnliche Haine aus Orangen-, Zitronen-, Mandel- und Olivenbäumen, die sich mit kleinen Weinbergen abwechseln. Hier werden Schafe und Ziegen meist in alter Tradition von Hirten geführt. Häufig wandern die Herden im Sommer in die höhergelegenen Bergregionen, wo die Hirten kleine Stein46

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Weder den Römern, die Korsika 900 Jahre lang beherrschten, noch den räuberischen Vandalen, Mauren oder Goten gelang es in fast 500 Jahren, die Insel ganz unter Kontrolle zu bringen. Erbittert wehrten sich die korsischen Stämme gegen die Piraten und Invasoren. 1763 erklärte eine korsische Versammlung die Insel zum souveränen Königreich. Aus dieser Zeit stammt auch das noch heute überaus präsente Wappen der Insel, ein „Mohrenkopf“ mit einem Stirnband. Leider währte die Unabhängigkeit nicht lange, denn die Franzosen besiegten in einer vernichtenden Schlacht die korsischen Truppen. Seit 1769 gehört die Insel zu Frankreich. Aber noch heute ist das Streben der Korsen nach Freiheit und Unabhängigkeit spürbar. Offiziell gilt auf der Insel als Amtssprache französisch, aber die Korsen pflegen und erhalten ihre eigene Sprache. Die 1975 gegründete „Nationale Befreiungsfront“ FLNC kämpft inzwischen weitgehend gewaltfrei gegen den französischen Staat.

© Peter Göttler

15.04.2013 12:47:30 Uhr

Auf Korsika gibt es zum Glück keine Straßenhunde

© Ursula Bauer

Bitte bestellen Sie unseren neuen Urlaubsflyer kostenlos über unsere Geschäftsstelle Berlin oder laden Sie ihn sich im Downloadbereich unserer Homepage unter www.aktiontier.org herunter (nähers auch auf S. 34-35).

Rinder in den Bergen

in den alpinen Bergregionen trifft man regelmäßig auf Rinder, die in schwindelnder Höhe Felsenkräuter abweiden. Das Interesse an Menschen ist aber insgesamt eher mäßig, man bleibt lieber auf Distanz und jeder geht seiner Wege. Vielleicht ist die ausgeprägte Freiheitsliebe der Korsen der Grund dafür, dass auch die Tiere auf der Insel frei herumlaufen dürfen. Wer selbst nicht kontrolliert und gegängelt werden möchte, lässt auch seinen Mitgeschöpfen ihren Freiraum. Ich bin verliebt in diese Insel, die ich nun schon 6 Mal besucht habe. Lassen Sie, liebe Leser, sich doch auch einmal verzaubern und machen Sie Urlaub auf Korsika – der Insel der Freiheit.


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Wenn es doch mal passiert …!

Bissverletzungen richtig einschätzen und versorgen Es kann überall vorkommen: Daheim oder beim Tierarzt, beim Gassi gehen oder im wilden Spiel. Sei es aus Angst, aufgrund von Schmerzen oder auch Aggression. Hund, Katze, Kaninchen, alle haben Zähne. Blitzschnell hat das Tier den Finger im Maul. Der Biss tut weh, Blut fließt, die Panik ist groß. Der erste Gedanke – hoffentlich hat das Tier keine Tollwut? Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V. Eine Bisswunde ist immer unangenehm, doch sachgemäß behandelt, ist alles meist halb so schlimm. Angst vor Tollwut muss man in Deutschland so gut wie nicht haben. Deutschland gilt als Tollwut freies Land. Mit zwei Ausnahmen. Wurde das Tier aus dem Ausland importiert, ist Vorsicht geboten. Bei den letzten Tollwutfällen hierzulande handelte es sich immer um Importtiere. Stammt der Beißende hingegen aus Deutschland und ist nie ins Ausland gereist, ist eine Tollwutinfektion so gut wie ausgeschlossen. Die zweite Ausnahme sind Fledermäuse. Auch in Deutschland heimische Fledermausarten können Tollwut übertragen. Wurde man also von einer Fledermaus gebissen, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Pflanzenfressern. Das hat mit der Zusammensetzung der Mundhöhlenflora zu tun. Die Bakterien in Hunde- und Katzenmäulern führen viel eher zu einer Infektion, als beispielsweise die von Kaninchen und Pferd. Daher müssen Bisse der Karnivoren auch ganz genau beobachtet werden. Besonders Katzenbisse führen häufig zu schwersten Entzündungen. Mit ihren langen, spitzen Zähnen bringen sie die Keime tief in die Weichteile der gebissenen

Person ein. Nach dem Biss verschließt sich der Bisskanal und die Bakterien können sich in der Tiefe unter sauerstoffarmen Verhältnissen in der Wärme optimal vermehren. Nach etwa zwei Tagen schwillt die Bissstelle an. Sie ist gerötet und sehr schmerzhaft. Jetzt hilft nur der sofortige Gang zum Arzt. Er öffnet die Wunde und entfernt das infizierte Gewebe. Der Patient erhält ein Antibiotikum. Bleibt diese Behandlung aus, kann eine Blutvergiftung mit allen bekannten Konsequenzen die Folge sein. Bleibt festzuhalten: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Reinigt man auch kleine Verletzungen gründlich, bleiben größere Probleme in aller Regel aus. Im Zweifelsfall zieht man natürlich besser den Arzt zu Rate.

Das Risiko einer Infektion durch andere Erreger kann durch eine gründliche Desinfektion direkt nach dem Biss deutlich minimiert werden. Dafür spült man die Wunde mit sauberem Wasser aus. Nach einer Trocknungsphase an der Luft gilt es reichlich Desinfektionsmittel aufzutragen. Dafür kommen Jodlösungen oder andere Präparate zur Abtötung von Mikroorganismen aus dem Fachhandel in Frage. Ein Verband oder ein Pflaster schützt die Bissstelle vor weiterer Verunreinigung. Sachgemäß behandelt, sind Bissverletzungen halb zu schlimm.

Was viele nicht wissen – Bisse von Fleischfressern (Karnivoren) sind deutlich gefährlicher als die von Mitgliederjournal

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Hallo Franz, wir wollten dich mal wieder besuchen!

Wie geht’s dir und deinen Deichrasenmähern? Alles fleißig beim Grasen? Na klar! Braucht ihr vielleicht 'nen neuen Pullover?

Klasse! Na dann kommt mal mit zu den Schafen, die heute geschoren werden sollen. Wisst ihr noch, warum die Schafe für den Deich so wichtig sind?

Na klar: Schafe verhindern, dass am Deich was anderes als Gras wächst, und das befestigt ihn. So kann der Deich bei Sturm nicht weggespült werden. Außerdem treten die Schafe das Erdreich fest. Kennen wir alles schon.

Max, benimm dich! Sonst lass ich dich mal scheren.

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junior

Ha, das ist doch bestimmt 'ne Fangfrage!

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Na Mensch, Lolo und Max, watt 'ne Überraschung.

Hö hö hö, na meine kleinen schwitzen halt und brauchen 'ne frische Rasur. Da könnt’ ich 'en büschen Hülfe brauchen.

Wow, das ist ja super spannend. Echte Schafe scheren ... da machen wir mit, was sagst du Max?

Kurzurlaub am Deich hast du gesagt. Das ich da wieder drauf reingefallen bin.

Hast du dir ja gut gemerkt Lolo. Meine Schafe schere Wie lanich einmal pro Jahr. Das ge brauchst tut ihnen nicht weh und dauert nicht lange. Prima, du für eine Schafschur? dass ihr mir helft.

Ha ha, lass ihn doch, Lolo. Sehen ja wirklich was komisch aus, nach der Rasur. Außerdem haben wir noch genug zu tun.

Och, ich lasse mir Zeit, aber ein Pro­fi-Schafscherer braucht nicht län­ ger als vier Minuten. Ihr könnt die Schafe einzeln in die Scheune führen. Da schere ich sie.

So, nun müssen wir unsere Wolle oder besser gesagt, reine Schurwolle, erst einmal schonend waschen. Dann wird sie gekämmt und wer mag, kann sie natürlich auch färben oder bleichen. Ich hab’ sie gerne natürlich. Dann muss man sie noch kämmen und anschließend wird sie gesponnen. Für einen schönen Pullover mache ich Handstrickgarn, wird auch landläufig als Wolle bezeichnet. Fertig.

Später ... wieder Zuhause Hey Max, du kannst ja Stricken!? Jep! Warum denn nicht? Brauchst du auch noch 'nen Pulli?


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c h S a f s a

junior

Gotlandschaf Geschecktes Ostfriesisches Milchschaf

Merinoschaf Liebe Kinder! Auch diesmal haben sich im rechten Bild wieder zehn verflixte Fehler eingeschlichen. Könnt ihr sie alle finden?

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Pferdestall im Dorfgebiet (jlp). Ein Pferdestall für zwei hobbymäßig gehaltene Pferde kann als sogenannte Nebenanlage in einem Dorfgebiet zulässig sein. Eine solche Pferdehaltung im Dorfgebiet ist gegenüber dem Nachbarn weder rücksichtslos noch gehen hiervon unzumutbare Störungen oder Belästigungen aus. Wurde für einen solchen Pferdestall eine Baugenehmigung erteilt, so muss diese Genehmigung weder die Anzahl der maximal zu haltenden Pferde konkret festlegen noch muss eine Regelung zum Auslauf der Pferde getroffen werden. Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen, Az.: 2 A 309/12 Katzenhaltung in der Mietwohnung (jlp). Will ein Vermieter seine Zustimmung zur Haltung einer Katze in der Mietwohnung versagen, dann benötigt er hierfür sachliche Gründe. Unzureichend ist die Vermieterargumentation, dass er diese Wohnung später einmal seinem Sohn, der allergisch auf Katzenhaare reagiert, überlassen will. Dies jedenfalls dann, wenn ein Übergabezeitpunkt der Wohnung an den Sohn überhaupt noch nicht feststeht. Zudem waren hier die Richter der Auffassung, dass sich Katzenhaare ohne weiteres zuverlässig durch eine normale Reinigung entfernen lassen. Die Klage des Vermieters auf Entfernung der Katze wurde daher abgewiesen. Landgericht Landau/Pfalz, Az.: 1 S 30/12 Polizei haftet nicht für Fundhund (jlp). Ein Tierschutzverein, der einen bei der Polizei abgegebenen Hund dort abholt und vorübergehend in einem vereinseigenen Tierheim unterbringt, kann vom Land nicht den Ersatz von Pflege- und sonstigen Kosten verlangen. Die Klage gegen das Land als Träger der Polizeiaufgaben wies das Verwaltungsgericht damit ab. Die Polizei habe nicht in die Rechte des Tierschutzvereins eingegriffen. Insbesondere hat die Polizei auch nicht kraft ihrer polizeilichen Befugnisse vom Tierschutzverein verlangt, den Hund im Tierheim unterzubringen, sondern hat den Tierschutzverein lediglich über den Fund des Hundes informiert. Damit blieb der Tierschutzverein auf den Kosten der Unterbringung von 561,75 Euro sitzen. Verwaltungsgericht Koblenz, Az.: 2 K 907/12.KO Nachbesserung beim Pferdekauf (jlp). Auch bei einem Pferdekauf und einem mangelhaften Pferd setzt der Rücktritt vom Kaufvertrag stets voraus, dass der Käufer dem Verkäufer zuvor erfolglos eine angemessene Frist zur Nacherfüllung (zum Beispiel Lieferung eines gleichwertigen Ersatztieres) gesetzt hat. Diese grundsätzliche Regelung gilt auch 50

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bei einem Tierkauf. Diese Fristsetzung ist auch nicht entbehrlich, es sei denn, der Verkäufer hat den Mangel beim Pferd (hier: „Steigen“) arglistig verschwiegen. Kann der Käufer diesen Beweis der Arglist nicht führen, muss er erst den Weg der Nacherfüllung geltend machen, bevor er vom Pferdekauf zurücktreten kann. Oberlandesgericht Hamm, Az.: 19 U n132/11 Gefährlichkeit eines Hundes (jlp). Liegt ein Verdacht vor, dass bei einem Hund eine gesteigerte Aggressivität gegeben ist, dann ist die zuständige Ordnungsbehörde verpflichtet, die Gefährlichkeit dieses Tieres festzustellen und entsprechende Anordnungen zu treffen. Von einem Hund geht eine besondere Gefahr auch dann aus, wenn es sich um einen unsicheren Rüden handelt, der im Konflikt kein defensives Drohverhalten zeigt, sondern nach vorne geht, wobei der Konfliktauslöser kaum vorherzubestimmen ist. Da die Feststellung der Gefährlichkeit bereits bei einem begründeten bloßen Gefahrenverdacht erfolgt, kann ein späterer durchgeführter Wesenstest die getroffene Einstufung nicht nachträglich abändern. Oberverwaltungsgericht Lüneburg, Az.: 11 PA 294/12 Aufklärung vor tierärztlichem Eingriff (jlp). Die wirksame Einwilligung in die Operation eines Tieres setzt grundsätzlich nicht voraus, dass der Tierhalter nach den für die Behandlung eines Menschen geltenden Maßstäben über Risiken unterrichtet wird, weil es nur um wirtschaftliche Interessen geht, die allerdings durch die rechtlichen und sittlichen Gebote des Tierschutzes erweitert sind. Der Halter muss daher vom Tierarzt in die Lage versetzt werden, seine Entscheidung auf Erkenntnisse zu gründen, die seine Operationseinwilligung als Ausfluss einer eigenen wahren inneren Willensbildung erscheinen lassen. Unter diesem Aspekt kann die Operationseinwilligung unwirksam sein, wenn der Tierarzt grundlegende Informationen über statistisch erhebliche Risiken verschweigt, die sich durch die Wahl einer anderen Operationsmethode minimieren lassen (hier: offene oder bedeckte Kastration eines Pferdes). Oberlandesgericht Koblenz, Az.: 5 U 603/12 Fremde Pferde auf fremder Weide (jlp). Wird eine Person beim Überqueren einer Weide, auf welcher sich vier seit längerer Zeit als Herde zusammengefasste Pferde befinden, durch (mindestens) eines der Pferde verletzt, ohne dass aufklärbar ist, welches der Pferde die Verletzung herbeigeführt hat, greift für sämtliche Pferde die Gefährdungshaftung des Tierhalters. Oberlandesgericht Koblenz, Az.: 2 U 573/09


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Aus der Tiermedizin

Hilfe, mein Tier hat einen Pilz! Dermatophytose wird die Erkrankung vom Fachmann genannt. Treffen kann sie fast jeden – Hund, Katze, Kleintier und sogar den Menschen. Vor allem durch andere Vorerkrankungen geschwächte Individuen sind gefährdet. Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V. Beim Tier fallen als erstes haarlose, meist kreisrunde Stellen auf. Sie können überall am Körper auftreten. Typischerweise findet sich zunächst nur eine Stelle, weitere gesellen sich innerhalb weniger Tage oder Wochen hinzu, während erstere schon wieder abheilen. Die Veränderungen sind meist nur von eher mäßigem Juckreiz begleitet. Leben mehrere Tiere in einem Haushalt, kann der Pilz sich auf die anderen Vierbeiner übertragen. In aller Regel erkrankt das schwächste Tier einer Gruppe zuerst. Außerdem sind auch Tierbe-

sitzer gefährdet. Bei ihnen zeigt sich eine Pilzinfektion ebenfalls in Form von rundlichen Flecken, die aber auf der menschlichen Haut rötlich und leicht schuppig erscheinen. Sie zeigen sich zuerst an den Armen und Beinen sowie am Dekolleté. Pilzsporen sind sehr widerstandsfähig Wie gesagt, lebensgefährlich ist eine derartige Infektion so gut wie nie. Allerdings ist es schwer, die Pilze wieder los zu werden und das macht die Erkrankung so lästig. Die Pilzsporen, über die sich der Pilz vermehrt, sind sehr widerstandsfähig. Außerdem verbreiten sie sich im gesamten Wohnbereich. Folglich müssen erkrankter Mensch, Tier und Umgebung behandelt werden. Je mehr Mitglieder ein Haushalt zählt, umso teurer und aufwändiger die Maßnahmen. Zweibeiner erhalten von ihren Hausarzt Waschlotionen und Salben, in hartnäckigen Fällen auch Tabletten. Tiere bekommen Spritzen, Tabletten,

Waschungen – je nachdem, um welchen Pilz es sich handelt und wie schwer der Befall ist. Keinesfalls übergangen werden darf die Desinfektion der Umgebung. Nur wenn man auch die Pilzsporen eliminiert, gibt es eine Chance auf Heilung. Eine gründliche Reinigung aller Böden, Sofas, Liegeflächen, Fellbürsten und Decken ist unerlässlich. Welche Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion Mittel sich konkret tier e.V. zur Behandlung der Wohnräume eignen, muss mit dem behandelnden Tierarzt abgesprochen werden. In jedem Fall sollten sich Tierbesitzer auf ein mehrwöchiges, zeitintensives und anstrengendes Behandlungsschema einstellen. Oft bedarf es mehrerer Anläufe bis es endlich gelingt, den Pilzbefall ein für alle Mal auszulöschen.

Dieser arme Kerl leidet unter anderem an einer Pilzinfektion

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Verbraucherschutztipps

Pferdefleisch auf dem Teller

Für Aufsehen sorgte der Fund aus zwei Gründen: Experten vermuteten Medikamente im Fleisch, die für den Menschen gefährlich sein könnten. Da die Wahrscheinlichkeit bestand, es könne sich um das Fleisch auch von ehemaligen Sportpferden handeln, lag zudem der Verdacht auf leistungsfördernde Substanzen nahe. Auch unabhängig von verbotenen Dopingmitteln bekommen viele Pferde ein bestimmtes Rheumamittel, das in einzelnen Fleischproben schließlich auch gefunden werden sollte. Für einen Großteil der Verbraucher aber war aus einem anderen Grund das Entsetzen groß: Pferdefleisch fällt für viele unter ein Nahrungstabu. In Großbritannien und auch sonst im englischsprachigen Raum ist dieses Tabu weiter verbreitet als in Kontinentaleuropa, doch auch hierzulande mögen sich viele nicht vorstellen, Fleisch vom Pferd zu essen. Historische Gründe spielen eine wichtige Rolle, aber vor allem die Popularität des Pferdes als Haus- und Freizeittier dürften dafür verantwortlich sein. Der Schock über den Etikettenschwindel war dementsprechend groß. Produkte aus Pferdefleisch waren zwar auch bisher schon in Deutsch52

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land erhältlich, hatten aber nicht so große Bedeutung und Marktanteile wie etwa in Frankreich oder Italien. Doch nun wurde Pferdefleisch in Hackfleischprodukten fast aller großen Supermarktketten gefunden, außerdem auch in Dönerspießen in verschiedenen Städten und sogar in den bei vielen Kunden eines schwedischen Möbelhauses beliebten hauseigenen „Köttbullar“Frikadellen in einer tschechischen Filiale. Das Ausmaß der Verzweigung des Skandals lässt sich noch immer nicht erahnen, sowohl britische als auch französische, außerdem skandinavische und osteuropäische Betriebe sind offenbar in den illegalen Fleischhandel verwickelt.

Mit vergünstigten oder erlassenen Einfuhrzöllen, hohen Subventionen und Investitionen werden nicht nur grenzübergreifende Handelsbeziehungen ermöglicht, sondern offensichtlich auch die Voraussetzungen für einen fast sicheren, da nicht aufzuklärenden Betrug am Konsumenten geschaffen. Dazu kommt, dass

Die Bundesregierung reagierte mit einem „nationalen Aktionsplan“, die Europäische Union mit der Anordnung von mehr als 2000 Kontrollen. Alle verdächtigen Produkte wurden mittlerweile aus dem Handel genommen, viele allerdings dürften schon verkauft worden sein. Unter der Internetadresse www. pferdefleisch-rueckrufe.de hat das zuständige Ministerium eine Übersicht der verdächtigen Lebensmittel zur Verfügung gestellt. Auffällig: Die Liste der Funde in NordrheinWestfalen und Baden-Württemberg ist besonders lang. Der aktuelle Fleischskandal ... ... ist ein weiteres Beispiel für die Unübersichtlichkeit des europäischen Marktes. Unterschiedliche Vorstellungen von Transparenz und Kontrolle, dazu die üblichen Transportwege quer durch ganz Europa haben wie schon zuvor etwa in den Skandalen um umetikettiertes, eigentlich unverkäufliches Gammelfleisch dazu geführt, dass das Vertrauen der Verbraucher in die EUPolitik wieder einmal auf eine harte Probe gestellt wird.

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Mit verdächtiger Lasagne fing alles an, dann breitete er sich immer weiter aus: Zu Beginn des Jahres nahm ein europaweiter Lebensmittelskandal in bisher unbekanntem Maße seinen Anfang, dessen Ende noch immer nicht absehbar ist. Mittlerweile gibt es bereits erste Konsequenzen. Was war passiert? Von Januar bis Februar waren bei Kontrollen in Großbritannien und Irland falsch deklarierte Hackfleischprodukte aufgefallen, die statt des angegebenen Rindfleischs Pferdefleisch enthielten. Ein Bericht von Jan Peifer


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Die Hoffnung, dass über die Herkunft und Zusammensetzung eines Produktes gut informierte Käufer sich ihrer Verantwortung bewusst werden, ist letztlich der Antrieb aller Verbraucheraufklärung. Auch für die Eindämmung der industriellen Massentierhaltung wäre solch ein Umdenken ein riesiger Gewinn. In Einzelfällen deutet sich eine Veränderung an, so führte etwa die Einführung des Eierstempels erst zum Einbruch des Marktes mit Käfigeiern, schließlich zum

Verbot der Legebatterien durch das Bundesverfassungsgericht. Bis aber eine ähnliche, vielleicht noch stärkere Kennzeichnungspflicht auch für den Fleischhandel gilt, ist jedoch der Verzicht auf Fleisch und Fleischprodukte die sicherste Lösung, an keinem weiteren Skandal ungefragt und ungewollt beteiligt zu werden.

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es bis heute an verbindlichen Vorschriften zur genauen Herkunftsdeklaration (nicht nur, aber besonders) bei Fleischprodukten mangelt. Alle entsprechenden Vorstöße aus und außerhalb der Politik wurden stets von Lobbyisten der Fleischindustrie abgewehrt. Marketing und Werbung täuschen so manipulativ die von der Natur entfremdeten Großstadtkunden über die Herkunft ihres Fleisches aus der Massentierproduktion hinweg, dass jüngst sogar die Verbraucherzentrale intervenierte.

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TSI Odenwald, Hessen

Kätzchenpflegestelle bei der TSI Vor etlichen Jahren wurde ich das erste Mal Pflegemutter für damals drei etwa zwei Wochen alte mutterlose Kätzchen, die ich mit der Flasche großzog und im Alter von ungefähr zehn Wochen an ihre neuen Besitzer vermittelte. Seither sind unzählige Kätzchen hinzugekommen: Mutterlos sind sie in der Regel alle, bei ihrer Aufnahme bei mir zwischen wenige Tage und vier bis fünf Wochen alt, sehr häufig mehr oder weniger ernsthaft erkrankt und die älteren oft genug auch noch scheu. Nur wenige waren so krank, dass sie letztendlich nicht zu retten waren – das sind die bittersten Momente: Wenn man um so ein kleines, hilfloses Wesen kämpft und dann doch verliert. Bei solchen Gelegenheiten frage ich mich, warum ich mir „das antue“ – aber dann kommen die nächsten Winzlinge, die zu hinreißenden gesunden und zutraulichen Kätzchen heranwachsen … Ein Bericht von Barbara Vock, Laudenbach Wenn so ein kleines Kerlchen nach dem Trinken selig in meinem Arm einschläft oder die vier Wochen alten Racker fröhlich auf mich zuwackeln, sobald sie mich hören, lässt mich das alle Anstrengungen und Rückschläge vergessen, ebenso wie das große Vertrauen, das mir die etwas älteren entgegenbringen und durch zärtliches Schmusen zeigen. Und natürlich das tollpatschige, drollige Spielen der kleinen Kobolde, das zu beobachten schöner und lustiger ist als jedes Fernsehprogramm! Urlaub bedeutet für mich übrigens: Ich darf eine Katzenmutter mit Babys oder kurz vor der Niederkunft aufnehmen! Die Mama erledigt die Arbeit und ich habe den Spaß … Mit dem Maikätzchen beginnt mein Katzenjahr Spätestens Anfang Mai jeden Jahres kommt der – von mir bereits sehnlichst erwartete – Anruf von Nicola Oberle, der TSI-Kollegin, die zuständig ist für Katzen im allgemeinen, die Durchführung von Kastrationsaktionen und die „Verteilung“ der vom Verein aufgenommenen Katzen auf die Pflegestellen. In meinem Fall klingt das etwa so: „Ich habe da zwei verwaiste Kätz54

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Früher oder später trinken alle gern aus dem Fläschchen.

chen gefunden, die sind vielleicht so fünf Tage alt. Hast du Zeit und Lust?“ Natürlich habe ich beides! Grundvoraussetzung bei der Versorgung von so jungen Katzenwelpen ist übrigens, dass man Tag und Nacht zur Verfügung stehen kann – zeitlich, gesundheitlich und nervlich, denn das Allerwichtigste für die Zwerge ist die Ersatzmilch alle zwei Stunden, Tag und Nacht.

Abkochen sterilisierte Fläschchen, Sauger, Spritzen, Pipetten stehen bereit: Schließlich weiß man nicht, welche Art der Fütterung die Neuankömmlinge bevorzugen. Manche tun sich am Anfang sehr schwer mit dem Saugen, denen muss man die Milch eben mit einer Spritze oder Pipette eingeben. Über kurz oder lang haben aber bisher alle gelernt, aus der Flasche zu trinken.

Sofort beginne ich alles vorzubereiten: Ein Terrarium mit Rotlichtlampe leistet mir hier beste Dienste. Man muss es nur weich polstern, ein „Nestchen“ bauen und schon können die Kleinen einziehen. Ich koche – wie in der Folge jeden Tag – Fencheltee, den ich zum Anmischen der Ersatzmilch benutze. Wie bei Menschenkindern hilft er auch Kätzchen bei Blähungen. Durch

Als erstes wird gewogen und das Gewicht in eine Liste eingetragen (dort vermerkt man auch, ob Kot und Urin abgesetzt wurden, die Fütterungszeit und -menge etc.). Danach gibt es endlich die warme Ersatzmilch. Nach der Mahlzeit wird das Bäuchlein massiert: Der Verdauungstrakt ist noch nicht in der Lage, den Transport ohne Unterstützung zu erledigen.

Katzenmama Barbara mit ihren Babys.

Nach dieser Grundversorgung nehme ich mir Zeit, die Kätzchen genauer anzusehen: Gerade verwaiste Miezen sind oftmals dehydriert. Haben sie verklebte Augen oder Näschen, ist die Atmung auffällig, sind sie schmutzig oder haben sie womöglich Flöhe? Je nachdem kann ich mir bzw. den Kätzchen selbst helfen oder „mein bester Freund, der Tierarzt“ muss aufgesucht wer-


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den. Sind die Kitten soweit gesund, beginnt die anstrengende Routine: Bis sie zehn bis 14 Tage alt sind, füttert und massiert man alle zwei Stunden, wiegt, protokolliert, sterilisiert Fläschchen und Zubehör nach jeder Mahlzeit – und „geht am Stock“! Meistens kann ich allerdings schon ab dem 10. Lebenstag nachts abwarten, bis die Babys piepsen, d.h. sie schlafen schon mal drei bis vier Stunden durch. Mit jedem weiteren Tag werden die Milchmengen größer und die Schlafzeiten länger. Das Prozedere bleibt natürlich das gleiche, und die ganze Zeit besteht die Gefahr, dass doch noch eine latente Erkrankung ausbricht. Gerade Katzenschnupfen kommt häufig vor. Die Kätzchen müssen dann intensiv betreut und mit Augentropfen und Antibiotika behandelt werden. Ein fast regelmäßig auftretendes gesundheitliches Problem ist Durchfall, meistens ausgelöst durch Würmer, gegen die man ab der 2. Lebenswoche mit Entwurmungspaste vorgehen kann. Deutlich schwieriger und langwieriger zu behandeln sind andere Endoparasiten wie Giardien oder Kokzidien. Bei jeder Art von Durchfall ist außer der medikamentösen Behandlung für die Kätzchen überlebenswichtig, dass sie genügend Flüssigkeit aufnehmen. Nach vier Wochen beginnt die Lernphase

anderen Art angesagt, eher selten ein Vergnügen für die kleinen Schmutzfinken.

Die kleinen Kobolde zu beobachten, ist schöner und lustiger als jedes Fernsehprogramm.

zu verletzen. Später dürfen sie das ganze Bad in Besitz nehmen und irgendwann das gesamte Stockwerk, allerdings erst, wenn sie zuverlässig stubenrein sind. Mittlerweile bekommen sie nur noch alle vier Stunden das Fläschchen, nachts ist Pause für etwa sechs bis sieben Stunden. Vom Schlafdefizit kann ich mich also erholen. Dafür beginnt jetzt die „Putzphase“: Zum einen müssen natürlich die Hinterlassenschaften beseitigt werden, die noch danebengehen, ebenso das Katzenstreu, das von den Fellknäuels gleichmäßig verteilt wird. Zum anderen gelingt es ihnen oft nicht von Anfang an, „ordentlich“ zu fressen. Sie stehen bis zu den Schultern im Futternapf oder setzen sich gleich komplett hinein. Dann ist Katzenwäsche der

Sobald das Terrarium wieder bezugsfertig ist, stehe ich natürlich bereit, andere Flaschenkinder aufzunehmen. Beim „Wandern zwischen den Kätzchenwelten“ – sprich: zwischen Bad und Terrarium – ist äußerste Sauberkeit von großer Bedeutung, denn man kann nie wissen, welche Bakterien oder Viren von den einen auf die anderen übertragen werden könnten. Werde ich zu diesem Zeitpunkt gefragt, ob ich ältere, also z.B. 4 Wochen alte Kätzchen aufnehmen kann, hängt meine Antwort von der Stubenreinheit der „Badbewohner“ ab. Gott sei Dank, lernen Katzen extrem schnell, wohin das Geschäftchen gehört, sodass sie wieder umziehen dürfen: in mein Schlafzimmer (das mit dem Terrarium), wo sie herumtoben und in meinem Bett schlafen dürfen. Die Neuankömmlinge werden ins – vorher grundgereinigte – Bad gesetzt, wo auch sie gesund gepflegt werden, Stubenreinheit und Fressen lernen. Irgendwann wenn alle Kätzchen im Haus soweit sind, spielen sie gemeinsam und haben so die Möglichkeit, soziales Verhalten zu lernen. Ach ja, was ich eingangs zu erwähnen vergaß: Wehleidig und eitel

Wenn meine Pfleglinge erst mal drei bis vier Wochen alt sind, nachts durchschlafen, gut zugenommen haben und gesund sind, ist die erste „heiße Phase“ überstanden. Sie sind jetzt stabil genug, dass man nicht mehr täglich mit einer unangenehmen Überraschung in Form von gesundheitlichen Schwierigkeiten rechnen muss. Daher dürfen sie nun umziehen in unser „Katzenbad“. Der Raum ist groß genug und leicht zu säubern, wenn die Zwerge lernen, das Katzenklo zu benutzen und selbstständig zu fressen. Außerdem wird die Badewanne so hergerichtet, dass die Kätzchen schon mal laufen üben können, ohne sich 55


Der Weg ins eigene Zuhause Parallel darf man natürlich nicht vergessen, sich um die Vermittlung der kleinen Fellnasen zu kümmern. Fotos und Texte werden regelmäßig auf die Homepage der TSI gesetzt, Telefonate mit Interessenten geführt und Besuchstermine vereinbart. Sobald sich die neuen Besitzer für ihr/e Kätzchen entschieden haben, muss eine Vorkontrolle des neuen Zuhauses er-

Wenn so ein kleines Kerlchen nach dem Trinken selig einschläft, lässt das alle Anstrengungen vergessen.

Für die Kleinsten steht ein Terrarium mit Rotlichtlampe bereit.

folgen. Schließlich ist mir für meine kleinen Lieblinge nur das Beste gut genug! Mit frühestens acht Wochen werden meine Katzenkinder vermittelt – vorher dürfen ihre neuen Dosenöffner natürlich immer mal zu Besuch kommen, dann sind sie entwurmt und nach menschlichem Ermessen gesund. Im Allgemeinen und gerade wenn sie von Hand aufgezogen wurden, sind sie sehr menschenbezogen und verschmust. Von Anfang Mai bis November/Dezember tummeln sich ständig Kätzchen hier. Kaum sind die einen vermittelt, kommen schon die nächsten. Wenn schließlich Ruhe einkehrt, genieße ich das zunächst, aber es dauert nicht lange. Spätestens im März „scharre ich mit den Hufen“… Ich bin überzeugt: Wer einmal diesen „Job“ gemacht hat, wird regelrecht süchtig danach!

Lottihof – für Kinder und Tiere e.V., Mecklenburg-Vorpommern

Ein Praktikumsbericht Laura, Sandra, Lisa und Nicole sind kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zum Erzieher. Notwendig hierfür ist auch eine sogenannte Schlüsselthemenarbeit (ein 4 wöchiges Praktikum). Dieses Praktikum absolvierten die vier auf unserem Lottihof. Ein Bericht von Susan Müller

Die vier Auszubildenden hatten das Thema Öffentlichkeitsarbeit gewählt – ein Punkt, der für die Arbeit auf unserem Hof sehr wichtig ist. In der Praktikumszeit haben sie eine Broschüre für uns hergestellt, uns bei Kindergärten im Umkreis vorgestellt, einen Wegweiser hergestellt und Werbung für unseren Arbeitseinsatz am 30.03.13 gemacht. Wäh-

rend des Arbeitseinsatzes haben sie sich auch um die Kinder gekümmert und eine große Schatzsuche organisiert. Das Ziel war, den Kindern durch Spiel, Spaß und den Kontakt zu den Tieren, Wissen zu vermitteln. Das Praktikum bei uns zu absolvieren war den Vieren auch deshalb so wichtig, weil sie als zukünftige Erzieher wissen, welchen wichtigen Beitrag sie leisten, nämlich Kindern die Verantwortung gegenüber unserer Umwelt mitzugeben. So hoffen Nicole, Lisa, Sandra und Laura so wie wir, dass ganz viele Lehrer und Erzieher die Themen Tier- und Naturschutz in ihrer täglichen Arbeit mit einbeziehen und solche Einrichtungen wie unseren Lottihof und regionale Tierheime für Kinder nutzen. Wir vom Lottihof bedanken uns für die tolle Arbeit der Vier und hoffen, sie bald mit einer ihrer eigenen Kindergruppen bei uns wieder zu sehen.

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darf man auch nicht sein, wenn man häufiger Katzenjungspunde (5 bis 7 Wochen) beherbergt: Sie betrachten die menschlichen Beine (die bis zu den Schultern reichen können) als lebende Kratzbäume! Ehe man sich versieht, klettern sie in Affengeschwindigkeit an einem hoch und runter.


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Nothilfe für Polarhunde e.V., Baden-Württemberg

Hunde leiden still und leise … Mitten in Deutschland, sicher auch in Ihrem direkten Umfeld leben Hunde, die still und leise leiden. Dergestalt, dass sie beispielsweise krank oder verletzt sind, ihnen eine nötige Behandlung jedoch verwehrt wird. Dies führt viel zu oft zu chronischen Schäden, langsamen Siechtum, Tod. Oder sie sind einsam, sitzen, obwohl einmal gewollt, abgeschoben in ihrem Verlies, ohne Ansprache durch Menschen oder Artgenossen. Hungrig, durstig, mit minimaler Versorgung unlustig, angenervt oder frustriert, gerade so am Leben gehalten. Aufgrund fehlender oder falscher Unterkunft sind sie allen Wetterlagen ausgesetzt, mal frierend, mal schwitzend. Fehlende Bewegung und deren gesundheitliche Folgen und mehr oder minder starker Parasitenbefall quälen zusätzlich. Das seelische Leid mag sich jeder selbst vor Augen halten. Ein Bericht von Günter Schwartze Ich spreche nicht vom südlichen oder östlichen Ausland, auch wenn die meisten tierlieben Deutschen nach wie vor zu glauben scheinen, Deutschland sei bis auf ganz wenige Ausnahmen ein Hundeparadies und Zustände wie in den „bösen Ländern“ gäbe es hier nicht. Und selbst das finanzschwächste Tierheim sei noch um Welten besser als das Leben, das die sogenannten Auslandshunde fristen müssen. Diese Annahme ist falsch. Wo das sein soll, mitten in Deutschland, in Ihrem direkten Umfeld, können Sie nun fragen. Weil Sie so was in Ihrer Straße, Ihrem Ort noch nie gesehen haben und ja nicht blind durch die Welt laufen. Das glaube ich Ihnen. Doch auch wer aufmerksam um sich blickt, kann nicht durch Wän-

de sehen. Kann große Grundstücke hinter hohen Zäunen oder abgelegene Gartenanlagen nicht oder nur partiell überblicken. Doch genau da sind sie. In Verschlägen, Kellern und Garagen. In Gartenhäuschen, alten Ställen, versteckten verdreckten Zwingern, Kaya

unter oder in rostigen Autos oder an verkommenen Hundehütten angekettet, in entlegenen Ecken von Gärten, Hinterhöfen oder gewerblichen und landwirtschaftlichen Anwesen. Sie sind da, und doch nicht da. Weil sie unsichtbar sind. Manche von ihnen sind hörbar. Doch da man sie nicht sieht, kommt kein Misstrauen auf und man nimmt an, man höre einen ganz normal gehaltenen Hund, der dringlich Hilfe benötigt. Hundeelend in Deutschland ist leise und verschwiegen, blüht aber umso schlimmer, in Leid und Masse, im Verborgenen. Viel zu selten fällt so ein Hund jemandem ins Auge. Selbst, wenn er nicht völlig abgeschieden gehalten wird, sieht man vielfach weg. Kein Stress mit dem Nachbarn – Veterinäramt verMitgliederjournal

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sagt Hilfe – Dokumentation des Elends, die Beweislast liegt beim Anzeigeerstatter, lückenhaft und entspräche nicht den deutschen Gesetzen – daraus resultierende Unsicherheit, Angst, Hilflosigkeit sind oft Grund dafür. Der Fall Kaya Umso mehr ist es ein Glück für so einen Hund, wenn Menschen sich von all dem nicht abhalten lassen. Wenn Empathie und Charakterstärke diese Gründe überwinden und gehandelt wird. Wie im Falle von Kaya. Geboren mitten in Deutschland. Die Abgabe mit dem gesetzlichen Mindestalter von 8 Wochen folgt an jeden, der ein paar Scheine liegen lässt. Klein Kaya hatte Pech, an Menschen zu geraten, die Hunde nicht im Haus dulden und mit einem Hund an sich nicht wirklich was am Hut haben. Knuddelchen für die Kids sollte sie halt sein. Was sein würde, wenn aus Knuddelchen ein ausgewachsener Hund geworden wäre – noch weit hin. Ist ja nur ein Hund. Und so fand sich Kaya weg von den Geschwistern einsam in einer Garage wieder. Mit einer alten Decke als Gefährte. Mal ein Gassi­ gang, ein Besuch ihrer Menschen war ein Lichtblick. Ansonsten saß sie den folgenden Sommer über angepflockt im Garten, im Schatten, Regen oder Sonne, derweil sie nachts die kahlen kalten Betonwände anstarrte.

In dieser Garage fristete Kaya ihr trauriges Dasein

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Es wurde Herbst, es wurde Winter. Kaya saß weiterhin im Garten. Nur jetzt ohne Menschenbesuch. Denn denen war es zu kalt geworden. Einsam und verstört im inzwischen viel zu engen Geschirrchen, die Leine maximal gespannt, ohne jedoch den eng bemessen Radius verlassen zu können, hätte man einen verzweifelten Junghund sehen können, dem der Urin krankhaft die Schenkel hinunterlief und der sich wortwörtlich selbst nicht mehr riechen konnte. Nass und stinkend verliefen die Nächte weiter hinter und auf eiskaltem Beton. Aber jemand sah diesen Junghund. Und sah nicht weg. Weitere Menschen schalteten sich ein. Es folgte ein freundlicher Appell an die Halter – mehrfach ergebnislos. Es folgte der Hinweis aufs Veterinäramt und Benachrichtigung desselben, auch mehrfach. Dann ein Besuch vom Amt. Vorgefunden wurden supernette Halter und eine gebadete Kaya, die „natürlich“ hauptsächlich mit und im Hause leben würde. Den Hund bei schönem Wetter in den Garten zu tun, sei doch nicht verboten? Man liebe ihn doch. Auflagen wurden erteilt, die Halter schienen einsichtig, Fall erledigt. Real lief jedoch alles unverändert weiter. Kayas Alltag wurde dokumentiert, soweit dies machbar war. Erneut ein Amtsbesuch, erneut ein gebadeter Hund. Weitere Menschen schalteten sich ein. Es kam in Folge zur Anzeige Richtung Amt.

Kayas Fell war völlig urinverschmiert

Da Hund vor allem gesundheitlich sichtlich ein Riesenproblem hatte, die Halterangaben klar anzuzweifeln waren, was zwingend amtliches Einschreiten erfordert hätte. Das Internet brachte die Rettung Schicksal spielte wie so oft der Zufall. Kaya wurde im Netz angeboten. Als supertoller, kerngesunder Hund. Die Telefonnummer fiel auf. Der sofort versuchte Scheinankauf kam zu spät. Kaya war verschwunden. Wieder via Internet suchte man sie, wies direkt auf das medizinische Problem hin. Und hatte Erfolg. Sie lebte in für sich selbst gutgemeinter, aber wieder gänzlich ungeeigneter Haltung samt ungenügender medizinischer Versorgung. Vorsichtige Gespräche wurden geführt, Hilfe angeboten. Die Kontaktaufnahme durch die neue Halterin folgte dann wenige Tage später, die sofortige Übernahme des Tieres durch die Nothilfe für Polarhunde. Der Rest ist kurz zu fassen. (Die ganze Geschichte finden Sie auf der Website www.polarhunde-nothilfe. com unter dem Button „Kayas Geschichte“). Kaya litt, abgesehen von der unsäglichen Haltung bei beiden Haltern und dem Leiden in ihrem nassen, uringetränkten Pelz, der Gott sei dank noch keine Entzündungen der Haut hervorgebracht hatte, unter einem sogenannten „Ektopischer Ureter“. Vereinfacht gesagt, eine angeborene Anomalie, die zu einem häufigen, unwillkürlichen Harnabsatz führt. Junge Hündinnen sind häufiger betroffen, bei Rüden zeigt sich das Problem meist erst im Alter, wird aber auch oft übersehen, da die längere Rüdenharnröhre das Tropfen verhindert oder unsichtbar gering hält. Als Spätfolgen dieses Krankheitsbildes sind zu nennen: wiederkehrende Blasenentzündungen wie auch durch den Rückstau des Harns in die Nieren – Wasser- oder Zystenniere. Die Folge: chronische Nierenerkrankungen und/oder –infektionen, also sehr schwerwiegende Probleme. Konservativ ist das Problem nicht zu beheben. Einzig eine


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Kayas führt mittlerweile ein Leben mit Spiel und Spaß

Operation kann helfen, sofern nicht weitere Anomalien das Gesamtbild verschlechtern. Zuvor war es Schlag auf Schlag gegangen. Kaya wurde auf eine versierte, sehr engagierte Pflegestelle überstellt, wo ein männlicher Artgenosse sich ihrer Seele annahm. Man erklärte ihr das nötige Windelhöschen und hielt sie mit Hundebegegnungen und vollem Beschäftigungsprogramm so bei Laune, dass das Ding um ihren Hintern völlig nebensächlich wurde. Es folgten die nötigen Untersuchungen, die Medikation bis zur OP und die OP selbst. Endlich ist Kaya nicht mehr alleine

Im Anschluss die Nachsorge. Im Haus lief sie noch mit Windel, doch eine Besserung war wie erhofft sichtbar. Ob der Erfolg durchschlagend oder nur prozentual sein würde, man muss abwarten. Denn je später diese Art der OP erfolgt, desto geringer werden die Chancen völliger Heilung. Doch auch jetzt hatte sich schon aller Einsatz gelohnt. Denn zu sehen gibt es einen megamäßig lebensfrohen, jungen Hund, der, natürlich teilweise immer noch dank des Höschens, trocken und sauber die Welt durchsaust. Dem der Schalk aus den Äuglein spritzt und der allem und jedem gegenüber

freundlich gesinnt ist. Kaya verbreitet einfach gute Laune. Ob mit Windel, mit OP-Kragen, immer war und ist sie eifrig, fröhlich, zugetan. Kaya ist noch nicht völlig geheilt. Sollte sich das Problem nicht gänzlich geben, kann auch eine zweite OP nötig werden. Aber auch das wird das schelmische Mädchen überstehen. Alle, die sie bis hierhin begleitet haben, stehen fest an ihrer Seite. Für eine Zukunft voller Lebensfreude. Bei Menschen, die sie wertschätzen und lieben. So oder so ähnlich ergeht es vielen deutschen Hunden. Wenn keiner hinsieht, keiner einschreitet. Junge Hunde wie Kaya, die ihren Menschen nichts wert sind. Nicht finanziell, nicht emotional. Viele von ihnen werden, genetisch verkrüppelt oder nicht, zuvor noch schnell zur Vermehrung gebracht – ein paar hundert Euro sind so nebenbei immer noch völlig problemlos zu machen. Schärfen Sie Ihren Blick. Und wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt, schauen Sie noch mal, sehen Sie genauer hin. Werden Sie aktiv. Egal wie. Wir bedanken uns sehr herzlich bei aktion tier, dass wir unseren Beitrag in der Ausgabe 2/ 2013 vorstellen dürfen.

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Tierhuus Insel Föhr e.V., Schleswig Holstein

Müll im Meer geht uns alle an Die Meeresschutzorganisation „Project Blue Sea“ hat in Kooperation mit dem Robbenzentrum Föhr am 27. April eine Strandreinigungsaktion durchgeführt. Über 120 kg Müll, vornehmlich Plastikteile, wurden dabei an den Stränden in Goting, Borgsum und Hedehusum eingesammelt. Die Reinigungsaktion verlief erfolgreich und wir haben zahlreiche Müllstücke im Spülsaum finden können. Ein Bericht von Janine Bahr und André van Gemmert Das Thema Meeresmüll ist derzeit in aller Munde. Erst vor wenigen Wochen berieten sich zahlreiche Fachleute auf einer internationalen Meeresmüll-Konferenz in Berlin darüber, wie man dieses immense Problem zukünftig in den Griff bekommen könnte. Im Robbenzentrum Föhr (Wyk / Achtern Diek) wird ab dem 28. Mai eine von Project Blue Sea initiierte Ausstellung mit dem Namen „Müll im Meer geht uns alle an“ zu sehen sein. Sascha Regmann, Vorsitzender der Meeresschutzorganisation hierzu: Wir freuen uns, dass wir im Robbenzentrum Föhr die Möglichkeit bekommen, Menschen für dieses Der gerettete Guardian

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wichtige Thema zu sensibilisieren und darüber aufzuklären. Meeresmüll hat verschiedenste Quellen und es ist vielen Menschen nicht bewusst, dass der Müll bereits im Binnenland anfällt und über Flüsse in die Meere gelangt. Auch das Thema „Mikroplastik“ ist ein Schwerpunkt im Rahmen der Ausstellung von Project Blue Sea. Mikroplastik in den Gewässern hat verschiedene Ursprünge und auch als Inhaltsstoff in vielen Kosmetikprodukten sind beispielsweise kleinste Kunststoffkügelchen zu finden, die letztendlich im Meer und in der marinen Nahrungskette landen.

Oft eine weitere Gefahr auch für die Robben in der Nordsee. Spektakuläre Rettungsaktion für Guardian An einem kalten Morgen in der Woche vor Ostern 2013 erreichte das Tierhuus der Insel Föhr ein Notruf, dass ein großer, heller Hund seit ca. 8 Uhr morgens vermisst würde. Einige Zeit später bekamen wir einen Anruf von der örtlichen Polizei, dass ein Hund im Schleusensee ins Eis eingebrochen sei und wir doch bitte schnell kommen sollten, da sie eine Tierärztin benötigten und auch ein Team, das den Hund entgegennähme, wenn er geborgen würde. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr und die DLRG waren schon vor Ort, als wir eintrafen. Alle Anwesenden gaben sich unglaubliche Mühe, um den Hund, der schon ca. eine Stunde in der Mitte des Schleusensees ausgehalten hatte, aus seiner Notla-


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ge zu befreien. Verschiedene Feuerwehrgerätewagen, ein Schlauchboot – alles war zur Rettung des Tieres aufgeboten worden. Was notwendig war, denn vom Ufer bis zur Unfallstelle waren es sicher ca. 15-20 Meter. Nachdem es einem Retter der DLRG in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr gelungen war, dem Tier aus dem Einbruchloch zu helfen (siehe kleines Foto S. 60), blieb das Tier kurz benommen auf dem Eis stehen, schüttelte sich ... und rannte dann über das Eis fort! Sofort nahmen wir – mit Decken und Hilfsmitteln beladen – die Verfolgung auf. Beinahe wäre es mir auch gelungen, an das Tier heran zu kommen. Doch der Hund war unglaublich wendig, trotz der langen Zeit im Eiswasser.

Aber vermutlich hatte das Rennen seinen Kreislauf wieder in Gang gebracht. Nachdem wir die Besitzerin ausfindig gemacht hatten, erfuhren wir, dass Guardian, so sein Name, erst vor kurzem als Tierschutzfall aus Spanien gekommen war und demzufolge noch sehr scheu ist. Den ganzen Tag hat nicht nur unser Tierhuus-Team abwechselnd alles abgesucht, ist überall hingefahren und hat jeden Hinweis verfolgt. Fast die ganze Insel hat mitgefiebert und nach Guardian gesucht. Abends gegen 20.30 Uhr war es soweit: Guardian konnte endlich von seiner überglücklichen Besitzerin wieder in die Arme geschlossen werden. Er war unverletzt, nur sehr dreckig, enorm

hungrig und sprichwörtlich hundemüde. Am nächsten Tag ist er nochmal mit Frauchen und Herrchen ins Tierhuus Föhr gekommen um sich – gut aufgelegt und bei bester Gesundheit – selber zu bedanken. Wir schließen uns ihm an und richten ein großes Dankeschön an die Rettungsteams der Freiwilligen Feuerwehr Wyk und deren Kollegen von Föhr Land, der DLRG Wyk und der hiesigen Polizeistation. Sie alle haben sich so viel Mühe gegeben, um einem Tier in Not zu helfen! Und nicht zu vergessen, all die Föhrer und Kurgäste, die besorgt waren und mitgeholfen haben. Es ist ein tolles Gefühl, dass die Insel anlässlich eines Notfalls auch für ein Tier so zusammenhält.

Tierheim-Tierhilfe e.V., NRW

Das Aussetzen von Tieren ist ein Dauerbrenner Eigentlich braucht niemand sein Haustier auszusetzen. Es gibt doch überall Tierheime, Tierauffangstationen und Tierschutzvereine in Deutschland. Das Aussetzen bleibt leider weiterhin ein Thema. Ein Bericht von Sigurd Tenbieg Betroffen sind hauptsächlich Katzen und Kleintiere, Hunde weniger. Warum immer noch Tiere ausgesetzt werden, lässt sich nur erahnen. Vermutlich ist es Scham. Denn man muss sich im Tierheim „outen“, also seinen Personalausweis vorlegen. Alles muss schließlich seine Ordnung haben. Jedes eingehende Tier muss registriert werden. Es könnte ja auch mal ein gestohlenes Tier darunter sein. Offensichtlich wird die zu erwartende Strafe billigend in Kauf genommen, denn das Aussetzen kann sehr teuer werden. Wenn frühmorgens der Tierheimbetrieb beginnt und die Mitar-

beiter eintreffen, gibt es schon mal eine Überraschung. Am Tor zum Tierheim befinden sich ein angebundener Hund oder gleich mehrere Katzen in Kartons, Behältern oder Sporttaschen. Keineswegs sind wir darüber erfreut. Gerne hätten wir nämlich Näheres gewusst. Gibt es eventuell Impfausweise? Wurden die Katzen vielleicht kastriert? Wie heißt der Hund? Leider reines Wunschdenken. Also hat sich das Tierheim darum zu kümmern. Die Leute, die Tiere aussetzen, machen sich keine Gedanken darüber, wie es mit den Kosten aussieht. Die gehen nämlich zu Lasten des Tierheims. Bei Fundtieren gibt es Gelder seitens der Kommunen, die aber reichen bei Weitem nicht aus. So muss das Tierheim kostenmäßig für wildfremde Tiere aufkommen. Und dafür auch bisweilen „betteln“ gehen, denn ohne Geld läuft nun mal nichts auf dieser Welt. Leider lassen sich Katzen und Kleintiere wie Meerschweinchen oder Kaninchen nur sehr schwer vermitteln. Diese

Tiere sind daher sehr kostenintensiv. Besonders glücklich sind wir, wenn es gelingt, diese Tiere in ein gutes Zuhause zu vermitteln. Auffällige Hunde, die in ihrem Verhalten gestört sind und auch sehr alte Hunde, so ab 9 Jahren aufwärts, haben es ebenfalls besonders schwer, ein neues Zuhause zu finden. Aber es gelingt glücklicherweise doch ab und zu. Nur bissige Hunde zu vermitteln, ist so gut wie unmöglich. Hier helfen besonders tierliebe Menschen, die sich um diese Hunde kümmern. Finanziell sind natürlich Patenschaften eine sehr gute Hilfe. Denn ohne aktive oder passive Hilfe wären die schwerstvermittelbaren Tiere allesamt verloren. Und ausgesetzte Tiere sind fast immer Problemtiere. Diese armen Kreaturen können nichts dafür, dass sie so gemacht wurden. Wir müssen uns ihrer annehmen und ihnen bis zur letzten Stunde beistehen.

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Igelzentrum Laatzen, Niedersachsen

Auch Wildtiere haben Wohnungsnot! Der Klimawandel hat vielerorts dafür gesorgt, dass für neu zu errichtende Gebäude eine Wärmedämmung zu berücksichtigen ist. Auch alte Immobilien werden im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in Schaf- oder Steinwolle oder Dämmplatten buchstäblich „eingepackt“ und Dachbodenbereiche völlig dicht gemacht. Gebäudesanierungen helfen, teure Energie und damit Geld zu sparen, nur leider gefährden Sanierungen nicht nur während der Brutzeit die Vogelwelt und ihre Brut. Auch bei Baumaßnahmen außerhalb der Brutzeit werden viele Quartiere – oft ungewollt – für immer verschlossen. Ein Bericht von Heike Philipps Der Kampf um immer rarer werdenden Nistraum wird mit harten Bandagen geführt. Neue Häuser haben kaum noch Öffnungen oder Zugänge für verschiedene Vogelarten, so hat auch der Spatz ein Problem, „eine Wohnung“ zu finden. Besonders prekär sind Gebäude mit modernen Glasfassaden. So wird z.B. ein Mauersegler, der erst im Mai nur zum Brüten aus dem Süden zurückkehrt und schon im August wieder in den Süden zieht, einen von Spatzen belegten Nistplatz sehr energisch verteidigen und notfalls die schon geschlüpften Spatzen-Jungvögel hinauswerfen.

Bei der Entrümpelung während der Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in der Immobilie „neues Igelhaus – Igelzentrum Niedersachsen“ fanden wir sehr altes Nistmaterial auf dem Dachboden, konnten es mit Hilfe von Ornithologen dem Mauersegler zuordnen. Gegenüber wohnende Nachbarn machten uns auch darauf aufmerksam, dass Mauersegler seit Jahren versuchen, Öffnungen zum gewohnten Nistplatz an unserem Haus zu finden. Der vorherige Eigentümer der Immobilie hatte schon vor Jahren den Dachboden repariert und alle Schlitze und Zuglöcher geschlossen.

Mittels Hubsteigern wurden Nistkastenreihen für Mauersegler an der Hausfassade montiert

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unsere partner

• Ausgabe 2/2013

Die Feuerwehr erwies sich als sehr hilfsbereit und kooperativ

Nistkästen für verschiedene Vogelarten warten schon länger im Umzugskarton darauf, aufgehängt zu werden, nur ist das neue Igelhaus über 8 m hoch. Ein Anruf bei der örtlichen Feuerwehr ergab ein durchaus kooperatives, hilfsbereites Angebot, den nächsten Übungseinsatz bei uns vorzusehen. Am 3. April sollte die Übung stattfinden, wir haben die Nistkastenreihe für Mauersegler soweit vorbereitet, dass sie gleich samt Werkzeug und Bohrmaschine in den Hubsteiger verbracht wurden. Der Einsatz dauerte fast 1 ½ Stunden. Mauersegler (werden oft mit Schwalben verwechselt) sind heimliche Untermieter in luftigen Höhen, sie hinterlassen keinen Schmutz an Fassaden und ihre Anwesenheit an einem Gebäude bleibt oft über Jahre unbemerkt. Deshalb werden sie auch bei Baumaßnahmen nie rechtzeitig entdeckt. Mauersegler sind reinste Flugkünstler und Koloniebrüter, die Jungen orientieren sich in den folgenden Jahren an der Umgebung, wo sie als Jungvögel aufgezogen wurden. Deshalb bietet es sich an, gleich Mehrfachkästen für Mauersegler zu bauen und zu montieren. Übrigens leben Mauersegler nur in der Luft, nur zum Brüten lassen sie sich nieder. Wo Unterschlupf noch reichlich vorhanden ist (z.B. in hohen, noch nicht sanierten Fachwerkhäusern), kann man bis zu 30 Paare zählen! Der Bestand des Mauerseglers ist extrem gefährdet. Deshalb sind wir froh, hier die Not nicht nur für Igel, sondern auch für den Mauersegler etwas gelindert zu haben. Wer über kein hohes Gebäude verfügt, hilft auch mit dem Aufhängen von Spatzen-Reihenhäusern oder anderen Nistkästen. Auch der Spatz hat Wohnungsnot!


in aller welt

Südeuropäische Tierhilfe e.V., NRW

Europa wächst zusammen Es ist wahrlich schön, dass Europa zusammenwächst. Zwischen den meisten EU-Staaten gibt es freie Grenzen und in der Euro-Zone entfällt das lästige Umtauschen in fremde Währungen. Eigentlich wunderbare Errungenschaften zum Wohle der Europäer. Diese Entwicklung förderte eine Art Nomadentum, denn Jedermann kann sich überall in der EU niederlassen, wohnen und arbeiten. Ein Bericht von Sigurd Tenbieg

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Durch diese rasante Entwicklung werden und wurden immer mehr tierliebe Menschen mit den Problemen in Süd- und Osteuropa konfrontiert. Es geht um die Überpopulation von Hunden und zum Teil auch Katzen. Vor allem in den osteuropäischen Ländern gibt es hunderttausende von Straßenhunden, in den südeuropäischen kommen auch Katzenprobleme hinzu. Letztere sind allerdings bei Weitem nicht so gravierend wie in Deutschland. Überall in den Problemländern bildeten sich Tierschutzgruppen, private und offizielle Tierheime und Tierschutzvereine, die eigentlich verzweifelt versuchen, das Problem der Überpopulation zu lösen. Die Initiatoren sind vor allem Deutsche, Niederländer, Engländer, Belgier und Skandinavier. Die kommunalen Einrichtungen wiederum sind meistens zu Tötungsanstalten verkommen. Zum Teil werden die Eine von vielen Tötungsstationen

eingefangenen Hunde unter grausamen Bedingungen gehalten. Der Tod ist den Meisten von ihnen so gut wie sicher. Welche Arten von so genannten Straßenhunden gibt es? Zum einen handelt es sich um domestizierte Hunde, die feste Futter- und Schlafplätze haben und dadurch zwischen Hund und Mensch Zweckgemeinschaften vorhanden sind. Wenn diese Hunde kastriert und gekennzeichnet würden, wäre schon sehr viel geholfen. Anders ist es bei den verwilderten Straßenhunden. Von diesen gehen durchaus Gefahren aus, wie viele tausende Beißvorfälle und etliche Todesfälle es beweisen. Hier würde das Einfangen und Kastrieren und Wiederaussetzen nicht zur Gefahrenabwehr beitragen. Würden diese Hunde alle kastriert werden, würde

Typisch domestizierter Straßenhund

Typische verwilderte Straßenhunde

sich das Problem dann ganz natürlich erledigen. Denn solche Wildhunde werden in aller Regel nur etwa drei Jahre alt, weil überall Gefahren lauern. Hier sind insbesondere der Verkehrstod und Krankheiten die Gründe. Wie kann Hilfe vor Ort erfolgen? Groß angelegte Kastrationsaktionen gibt es leider nicht, wären aber wünschenswert. Die von den ausländischen Tierfreunden ausgehenden Kastrationsaktionen reichen absolut nicht aus, sie sind der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Zudem wird meistens illegal kastriert, denn die ausländischen Tierärzte besitzen in dem betreffenden Land keinerlei Zulassungen und Genehmigungen. Es muss allen Tierheimen und Tierschutzeinrichtungen in südlichen und östlichen Ländern hoch angerechnet werden, dass sie zumindest für die eigenen Mitgliederjournal

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Tiere das Kastrationsgebot strikt einhalten. Aber aus Kostengründen geschieht dies leider nicht überall. Von den Kommunen in Süd- und Osteuropa ist gerade wegen der internationalen Finanzkrise nicht zu erwarten, dass bereits angegangene Kastrationsaktionen weiter fortgesetzt werden. Am Beispiel Rumänien ist erkennbar, dass es kaum Fortschritte in der Eindämmung der Überpopulation von Hunden gibt. Allerdings sind die Probleme hauptsächlich im Großraum Bukarest und größeren Städten vorhanden, während in ländlichen Gegenden das Problem eher klein ist. Vorhandene kommunale Tierheime ähneln mehr schlimmen Auffanglagern, wo die Hunde nicht ausreichend versorgt werden. In Spanien z.B. werden Überpopulationen durch massive Tötungen bereinigt. In Cartagena sind es jährlich über 5.000 Hunde, in Barcelona 8.000 und in Madrid 30.000. Direkte Hilfe vor Ort in den verschiedenen Staaten ist eine sehr wichtige und unerlässliche Hilfe. Natürlich gehört auch die Zusammenarbeit mit anderen Tierschutzvereinen und Tierheimen im Ausland zur Direkthilfe. Sind Hundeimporte die Lösung? Ein Tierschutztierheim im Süden oder Osten von Europa ist schnell an die Kapazitätsgrenzen angelangt. Was also tun? So wird ständig versucht, Hunde oder Katzen zu vermitteln. Vor Ort schier

unmöglich, also gehen Hunde auch nach Deutschland oder in andere westliche EU-Staaten. Zwar wäre es sehr zu begrüßen, wenn nur Hilfe vor Ort erfolgte, aber angesichts der gewaltigen Probleme ist das leider nur Wunschdenken. Daher sind die süd- und osteuropäischen Tierschützer auf westliche Hilfe dringend angewiesen. So wird das Zusammenwachsen zwischen den Völkern auch durch tierschützerische Hilfe gefördert und es entstehen so viele Freundschaften. Und man ist mehr als nur dankbar. Zudem wird Deutschland in ein gutes und positives Licht gerückt. Beispielsweise nimmt das AlbertSchweitzer-Tierheim ohne Gitter in Kranenburg-Mehr (NRW) seit 1991 im Rahmen der Möglichkeiten Hunde aus Süd- und Osteuropa auf. Die Kosten hierfür übersteigen allerdings die Schutzgebühren um ein Vielfaches. Im Gegenzug erhält ein Interessent einen Hund, der ihm treu ergeben ist. Natürlich ist es von großer Bedeutung, dass auch Bluttests vor Ort in den süd- und osteuropäischen Ländern erfolgen, um sicherzustellen, dass der Hund z.B. nicht mit Leishmanien infiziert ist, obwohl diese Erkrankung durch neuzeitliche Behandlungen sehr gut in den Griff zu bekommen ist. Sogar eine Schutzimpfung ist inzwischen möglich. Überdies breitet sich diese Infektion auch bei uns in Deutschland immer mehr und mehr aus. (Mehr zum Thema Leishmaniose finden Sie auf S. 38-39 dieses Journals.)

Vorbereitungen bei einer Tierrettungsaktion in Spanien

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in aller welt

• Ausgabe 2/2013

Auch müssen die EU-Verordnungen strikt eingehalten werden. Eine Transportgenehmigung mit Auflagen und die Zulassung der Transportfahrzeuge und verantwortlichen Fahrer sind zwingend erforderlich. Äußerst wichtig sind die vorgeschriebenen Schutzimpfungen gegen Tollwut und weitere Seuchen und mögliche Erkrankungen. Die vorherige Anmeldung beim zuständigen Veterinäramt in Deutschland und die Meldung über das Internet durch den ausländischen Amtsveterinär. Mittels des TRACES-Papiers und des EU-Impfausweises ist die Einreise problemlos. Wer dies außer Acht lässt und erwischt wird, zahlt neben einem dicken Bußgeld auch die vorübergehende Unterbringung der beschlagnahmten Tiere. Was sich Negatives unter dem Deckmantel des Tierschutzes bei so genannten privaten Tierschützern oftmals abspielt, darauf möchte ich hier nicht näher eingehen, aber davor dringend warnen. Die vom Albert-SchweitzerTierheim ohne Gitter organisierten Tierrettungsaktionen werden ausschließlich mit anerkannten Partnertierheimen in Süd- und Osteuropa durchgeführt. Dadurch wird sichergestellt, dass alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden und die Veterinärbehörde immer nachvollziehen und überprüfen kann, wohin die Hunde gegangen sind. So ist trotz des strengen Datenschutzes stets der Verbleib sichergestellt und nachprüfbar.

Überwachung durch den spanischen Amtsveterinär


in aller welt

zu verzeichnen. Allerdings oftmals nur mit Hilfe von Hundeexporten, denn Kastrationsaktionen haben in keinem einzigen süd- oder europäischen Land bisher durchgreifende Erfolge aufweisen können. Was müsste geschehen, um der Situation Herr zu werden?

Wie kommen die Hunde nach Deutschland? Es gibt dazu zwei Möglichkeiten. Mittels Flugpaten oder auf dem Landweg. Die Tierrettung auf dem Landweg erfordert besondere Kenntnisse und Erfahrung und ist sehr effektiv. Grundsätzlich fährt das Team vom Albert-SchweitzerTierheim ohne Gitter nonstop durch die Nacht, um den Schlafrhythmus der Hunde auszunutzen. Die Zufuhr von Trinkwasser muss ebenfalls sichergestellt sein. Für die Hunde bedeutet der Transport keine große Belastung. Wer einmal unsere Transporte begleitet hat, weiß, dass die Hunde sehr ruhig sind und das Highlight das Ausladen im Tierheim ist. Dann fließen schon mal Tränen der Freude. Im Laufe von mehr als zwei Jahrzehnten konnten durch unsere Arbeit zehntausende Hunde vor dem sicheren Tod gerettet werden. Unsere Hunde sind wahrlich sehr beliebt, wie die vielen Zuschriften es beweisen. Natürlich ist der Hundeimport nicht die Lösung des Problems, jedoch zurzeit unverzichtbar und stellt eine zusätzliche Möglichkeit dar, das Problem zu lindern. Eine Ursachenbekämpfung ist der Import von Hunden jedoch nicht. Die Symptome werden gelindert, mehr nicht.

Gesetzliche Regelungen wie Kastrationspflicht, Kennzeichnungsund Impfpflicht wären hilfreich. Jedoch sind solche Gesetze nur sehr schwer umsetzbar. Vor allem in Osteuropa hätten die Hundehalter nicht das nötige Kleingeld, um die Kosten aufzubringen. Da viele osteuropäische Staaten pleite sind, sind Staatshilfen derzeit nicht zu erwarten. Das duale System 1. Zurzeit bleibt nur das duale System: Hilfe vor Ort in finanzieller und ideeller Form und im Rahmen der Möglichkeiten Kastrationsaktionen organisieren. 2. Hilfe durch den Export von Hunden nach Deutschland ebenfalls im Rahmen der Möglichkeiten. Wobei es sich um liebe, vermittelbare Hunde handeln muss. Problemhunde wiederum würden

das Problem nur von A nach B verlagern. Hier ist anzumerken, dass sehr viele deutsche Tierheime voll mit Problemhunden sind. Es ist zu berücksichtigen, ob im deutschen Tierheim genügend Kapazitäten frei sind. Immerhin hat der Tierschutz für uns in Deutschland oberste Priorität. Angesichts der Überpopulation von Katzen in Deutschland ist der Import von Katzen nicht zu empfehlen. Durch das duale System im Auslandstierschutz dürfte über Kurz oder Lang den süd- und osteuropäischen Hunden und Katzen geholfen werden. Eine Herkulesaufgabe, die unser Vorbild Albert Schweitzer sicher erfreuen würde. Ehrfurcht vor dem Leben, das war sein Leitspruch. Machen wir ihn uns zu Eigen. Resümee: Es geht nur langsam voran. Noch mehrere Jahrzehnte wird es dauern, bis die süd- und osteuropäischen Staaten den deutschen Standard in Bezug auf die Hundehaltung annähernd erreichen. Deutschland selber hat es bisher auch nicht geschafft, die Überpopulation von Katzen in den Griff zu bekommen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ankunft im Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter, ein Highlight für die Hunde

Welche Erfolge konnten erzielt werden? Obwohl die Überpopulation insbesondere von Hunden bisher nicht genügend verhindert werden konnte, gibt es doch bescheidene Erfolge. Überall da, wo sich engagierter Tierschutz breit macht, sind Erfolge Mitgliederjournal

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aus: Donaukurier, 18.04.2013

+++ Pressespiegel +++

aus: Dresdner Morgenpost, 30.03.2013

aus: Berliner Woche, 16.01.2013

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• Ausgabe 2/2013

aus: Siegener Zeitung, 09.02.2013

aus: Bunte, 25.04.2013

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aus: Sächsische Zeitung, 02.04.2013

aus: Berliner Kurier, 23.03.2013

aus: Berliner Kurier, 26.01.2013


07.03.2013 BR „Quer“ zum Thema Projekt kitty 12.03.2013 MDR „Sachsenspiegel“ zum Thema Welpenhandel 19.04.2013 MDR „Thüringen Journal“ zum Thema animal hoarding 25.04.2014 MDR „Hier ab vier“ zum Thema Spornschildkröte 'Arthur’ zieht um (Teil 1) 30.04.2013 MDR „Hier ab vier“ zum Thema Spornschildkröte 'Arthur’ zieht um (Teil 2)

aus: Münchner Merkur, 15.04.2013 aus: Ostfriesische Nachrichten, 12.02.2013

aus: OZ Grevesmühlen und Umgebung, 27.03.2013

aus: BZ am Sonntag, 21.04.2013


aktion tier macht Appetit!

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Kulinarisch-vegetarisch Der Sommer ist kräftig im Anmarsch und so haben wir aus der hervorragenden Rezeptdatenbank des Vegetarierbundes Deutschland e.V. erfrischende Rezepte für Sie zum Nachkochen herausgesucht. Das ist genau das Richtige für einen lauschigen Sommerabend im Kreis der Familie oder von Freunden. Viel Spaß und guten Appetit! Ein Tipp von Alexandra Diezemann

Zutaten für 4 Personen:

en g n a r

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-O AvocadosZubereitung: o d halbieren, Kerne a oc v entfernen. Fruchtfleisch mit einem A es g i E ­ sslöffel aus der Schale lösen und in feine Streit h c u r fen schneiden. F

• • • • • • • • • • •

3 reife Avocados (Hass) 8 Scheiben Ciabatta Brot 2 Orangen 2 Knoblauchzehen 4 EL Olivenöl 1 EL Weißweinessig 100 g Schwarze Oliven (entsteint) Salz Pfeffer (weiß) 5 Blätter frischen Basilikum Prise Zucker

Orange filetieren. Knoblauch schälen und Basilikum (einen Teil des Basilikums zur Garnitur aufbewahren) abwaschen und fein hacken. Mit den Avocados und Orangenfilets vorsichtig mischen, mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und einer Prise Zucker abschmecken. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die restliche Knoblauchzehe mit dem Messer andrücken und in das heiße Olivenöl geben. Die CiabattaBrotscheiben von beiden Seiten goldgelb braten und zum Abtropfen auf Küchenkrepp legen. Dann mittig auf einem Teller platzieren und die Avocado-Orangenmasse auflegen. Oliven zur Garnitur in feine Scheiben schneiden und mit dem Basilikum das Bruschetta garnieren.

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service

Glasnude

lsalat

Zubereitung: Die Glasnudeln in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten oder nach Packungsanweisung ziehen lassen, bis sie weich sind. Abtropfen lassen und nach Belieben mit der Küchenschere kleiner schneiden. Paprikaschoten waschen, halbieren, putzen und in dünne Streifen schneiden. Zwiebel schälen, halbieren und ebenfalls in Streifen schneiden. Die Gurke schälen, längs halbieren, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Chilischote waschen, halbieren, entkernen und fein hacken. Den Ingwer fein reiben. Chili mit Ingwer, Agavendicksaft, Limettensaft und der Sojasauce verrühren. Die Nudeln, Paprika, Zwiebel und Gurke untermengen und alles mit Sojasauce abschmecken. Die Erdnüsse hacken. Den Koriander abbrausen, trocken schütteln und die Blättchen grob hacken. Den Glasnudelsalat auf Schälchen verteilen und mit den gehackten Erdnüssen und dem Koriandergrün bestreut servieren. © Das Rezept entstammt dem eBook: Petra Koch und David Link, Vegetarisch für Anfänger – leichte und schnelle Rezepte, icook2day 2012, 50 Rezepte, 1,99 EUR, ISBN 978-3-943848-00-7

re

© Serhiy Shullye, Natika, Malyshchyts, ExQuisine - Fotolia.com

er-C e b d r E

Zubereitung: Joghurt mit 1 EL Ahornsirup und Vanillezucker verrühren. Früchte putzen und waschen. Erdbeeren in kleine Stücke schneiden und mit dem Rest Ahornsirup vermischen. Schichtweise Früchte und Joghurt in Gläser füllen. Mit den Früchten und Zitronenmelisse dekorieren. © Quelle: Iris Lange, Praxis für Ernährungsberatung, Hamburg

Zutaten für 4 Personen:

• • • • •

600 g Erdbeeren (alternativ: tiefgekühlt) 600 g (Soja-)Joghurt 2 EL Ahornsirup 1 Beutel Vanillezucker 4 Blätter Zitronenmelisse

rt

esse D e m

Zutaten für 4 Personen:

• • • • • • • • • • •

250 g Glasnudeln 2 rote Paprikaschoten 1 rote Zwiebel 1/2 Salatgurke 1 Chilischote 1 cm Ingwer 1 EL Agavendicksaft 4 EL Limettensaft 3 EL helle Sojasauce 40 g geröstete Erdnusskerne 2 Stängel Koriander

Teilen Sie Ihre Rezepte mit uns! Sie haben ein tolles vegetarisches oder veganes Rezept, das Sie mit uns und unseren Lesern teilen möchten? Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen! Schicken Sie Ihren Rezeptvorschlag an die Redaktion von mensch und tier per Post oder per Email. Gerne veröffentlichen wir Ihr Rezept in einer der nächsten Ausgaben von mensch und tier! Schicken Sie Ihr Rezept an: aktion tier – menschen für tiere e.V. Redaktion mensch und tier Kaiserdamm 97 14057 Berlin oder per Email an: journal@aktiontier.org

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eben Standardinformationen, wie Auslaufgebiete oder Gesetze, bietet das Buch interessante und unterhaltsame Artikel zu den Themen „Wirtschaftsfaktor Hund“, CityHundekrankheiten, „Kollege Hund“, „Helfer Hund“ und „Flirtfaktor Hund“. Es werden Berliner HundeInstitutionen wie das „Altenheim für Tiere e.V.“, Private Tierschützer, die „Tierdroschke“ oder der „Tierhimmel“ vorgestellt. Das Kapitel Perspektivenwechsel zeigt bekannte Berliner Sehenswürdigkeiten und typische Hundehaltersituationen aus Hundehalterund Hundeperspektive und eröffnet dem Betrachter einen ganz neuen Blick auf die Hauptstadt. Im Kapi-

tel Porträts erzählen 74 Berliner mit Hund aus den unterschiedlichsten Bezirken Berlins von ihrem Tagesablauf und geben Tipps für Ausflüge in Berlin mit Hund. Ein schönes Stück Berlin, nicht nur für Berliner. Hundeshauptstadt Berlin – Mit Hundeblick und Berliner Schnauze durch Berlin von Lasse Walter. Smiling Berlin Verlag Berlin 2013 ISBN 978-3-9814601-3-1 12,95 EUR www.hundeshauptstadt.de Der Verlag unterstützt den „Altenheim für Tiere e.V.“ mit einem Euro vom Verkaufspreis!

Ihre Meinung zählt!

Leserbriefe Zum Artikel „Aus!“, „Pfui!“ – Lebensgefahr!, mensch und tier 1/2013

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ehr geehrte Damen und Herren, ich finde es schade, dass Sie bzgl. des Trainings sofort aversive Methoden empfehlen, welche in diesem Fall dazu führen können, dass der Hund bloß schneller und geschickter im Aufnehmen von Fressbarem von der Straße wird. Denn: Der praktische Haken an Strafe ist, dass sie immer und punktgenau auf das unerwünschte Verhalten folgen muss. Mancher Spaziergang und das Trainingsszenario, das Sie vorschlagen, wird so zum Gängel-Marathon. Wem macht es denn Spaß, so mit seinem/ihrem Hund umzugehen? Wieso sollten

wir uns das antun, wenn wir dem Hund die ganze Sache auch freundlich vermitteln können? Z.B. indem man dem Hund beibringt, Gefundenes herzugeben und gegen eine Belohnung zu tauschen – belegt man dies mit einem Hörzeichen, hat man sowas wie ein „Nein“ (und kann es nach einer Weile als generelles Signal zum Abwenden von was auch immer nutzen). Sie schreiben „Der Klang der Disc-Scheiben unterscheidet sich deutlich von allen Alltagsge­ räuschen“, was die harmlose Variante von „Der Klang ist unangenehm“ sein dürfte. Die folgende Aufzählung von Wurfketten, Schlüsselbunden usw. wundert mich noch mehr – muss man solche Ideen wirklich noch verbreiten? Das Problem dabei ist für mich

auch, dass diese Mittel oft als nicht konditionierte Abbruchsignale ver­ wendet werden, eben einfach nur als positive Strafe (= ein unangenehmer Reiz wird zugefügt), deren Effekt jedoch durch Gewöhnung verschleißt, wenn er nicht in der Intensität gesteigert wird. So begegnet man dann im Wald Leuten, die ihre Hunde verzweifelt mit Schlüsseln bewerfen, erfolglos – sollen die als nächstes Handgranaten nehmen? Disc-Scheiben als konditionierte Abbruchsignale sind negative Strafen, wobei negativ bedeutet, dass ein angenehmer Reiz entzogen wird. Dies zu konditionieren bedeutet, den Hund systematisch zu frustrieren. Und all das, während man noch nicht einmal versucht hat, dem Hund auf die nette Tour zu sagen, was man von ihm möchte! Mitgliederjournal

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Sie empfehlen, den richtigen Umgang mit Discs von Profis erklären zu lassen, der Artikel macht aber gerade genug Andeutungen, dass man auch munter losdilettieren könnte. Beim Arbeiten mit aversiven Methoden kann man viel falsch machen – beim Arbeiten mit Belohnung auch, jedoch sind die Folgen weniger verheerend. Freundliche Grüße Birte Wrage

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Antwort der Redaktion

© Sinnlichtarts - Fotolia.com

Sehr geehrte Frau Wrage, Ihren Leserbrief haben wir erhalten und möchten auf diesen auch gerne reagieren. Wir freuen uns, dass Sie den Bericht „Aus!“,“Pfui!“ – Lebensgefahr! gelesen und uns Ihre Anmerkungen zu dem Artikel geschickt haben. Grundsätzlich ist es sicherlich in vielen Fällen eine Möglichkeit, den Hund darauf zu trainieren, alles was er findet, zum Besitzer zu bringen und gegen eine Belohnung einzutauschen. Da es sich bei Giftködern aber oft um starke Gifte handelt und auch ausgelegte Kontaktgifte bereits gefunden wurden, würden wir von dieser Methode ganz deutlich abraten. Bei sehr hoch dosierten oder eben auch Kontaktgiften kann schon das Berühren des Köders mit der Nase, spätestens aber die Aufnahme des präparierten Fundstücks zu 72

service

• Ausgabe 2/2013


service

schweren Vergiftungen oder auch zum Tod des Tieres führen. Wir halten es daher für sehr wichtig dem Hund beizubringen nichts aufzulesen und alles liegen zu lassen. Zu Recht erwähnen Sie, dass die Konditionierung auf Disc-Scheiben nicht von jedem Hundebesitzer selbstständig durchgeführt werden sollte. Dies sollte grundsätzlich nur durch fachkundige Personen geschehen. Aus diesem Grund empfehlen wir in dem Artikel, sich hierfür in die Hände des Fachmanns zu begeben, sich den Einsatz genau erklären oder noch besser die Konditionierung von einem Hundetrainer vornehmen zu lassen. Der Klang der Disc-Scheibe soll nicht als Strafe, sondern als Abbruchssignal gedeutet werden. Der Hund soll also lernen, bei dem Geräusch das momentane Verhalten abzubrechen und seine Konzentration auf den Besitzer zu richten – hierfür wird er, wie in dem Artikel beschrieben, ausgiebig belohnt. Des Weiteren weisen wir ganz klar darauf hin, dass es bei jeder Art von Hundetraining sehr wichtig ist, dem Hund durch Spielphasen auch Entspannung zu gönnen. Selbstverständlich haben wir keinerlei Interesse daran, dass der Spaziergang von Hund und Herrchen zu einem „Gängel-Marathon“ wird. Dennoch halten wir es für elementar wichtig, dem Hund beizubringen, nichts von der Straße aufzulesen, um ihn so vor Gefahren wie Vergiftungen zu schützen. Wir danken Ihnen für Ihre Hinweise zu dem genannten Artikel und für Ihr Interesse an unserem Verein und seiner Arbeit im Tier-, Naturund Artenschutz! Sollten Sie auch in Zukunft Fragen oder Anregungen zum Thema Tierschutz haben, können Sie sich gerne an uns wenden. Mit freundlichen Grüßen Ann Kari Sieme, aktion tier – menschen für tiere e.V., Geschäftsstelle Berlin Allgemein

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ehr geehrte Tierfreunde, sehr geehrtes Team, bedanke mich hiermit für die Hilfe, die ich bisher erhielt und ebenso für

die Ausgabe 1/ 2013. Ich bin von allen Heften total begeistert. Sehr gute Bilder, Berichte, Paten- und Vermittlungstiere, wobei sicherlich auch Ausdauer, Geduld unabdingbar sind, damit die Aufnahmen druckreif sind. Großes Kompliment dafür. Freude und entsetzliches Leid auf tierischer Ebene, also unterhaltsam und schockierend sowie die rechtliche Situation machen die Hefte immer wieder einmalig für Tierfreunde, Besitzer – das muss mal gesagt werden! Mit freundlichem Gruß verbleibt Uta Friztsche, 41069 Mönchengladbach, 25. März 2013

sehr, dass Andere beide Hunde für Vater und Sohn halten. Sam ist ein einziger Sonnenschein. Er steckt voller Lebensfreude und Temperament und Kraft und Liebe und Energie. Längst hat er alle Herzen in der Familie erobert. Vielen Dank für dieses zauberhafte Wesen. Ihnen persönlich und für Ihre gute Arbeit Gottes Segen und täglich die erforderliche Kraft. Herzliche Grüße aus Hamburg, Gisela Kummert, 3. Mai 2013

Sam

Antwort der Redaktion: Sehr geehrte Frau Fritzsche, ganz herzlichen Dank für diesen Leserbrief! Es freut uns sehr, dass Ihnen unser Journal so gut gefällt! Wir sind immer bemüht, aktuelle Themen aufzugreifen und versuchen auch, nicht nur das Negative nach außen zu tragen. Es gibt dank der Unterstützung durch die Mitglieder von aktion tier glücklicherweise auch viel Positives zu berichten. Danke, Frau Fritzsche, Briefe wie Ihrer machen uns Mut und freuen uns sehr! Herzliche Grüße Alexandra Diezemann Chefredakteurin mensch und tier

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iebe Frau Gonzalez! Am 27.02.13 haben Sie mir im Flughafen Teneriffa Süd den kleinen Sam anvertraut. Der Transport verlief ohne jede Probleme. Er hat viel geschlafen und war ganz lieb. Der Kontakt während des 5-stündigen Fluges und während der anschließenden Bahnfahrt nach Hamburg hat sich allerdings eine innige Beziehung angebahnt, dass ich es nicht fertig brachte, den Hund weiterzugeben. Mit Einwilligung aller Familienmitglieder haben wir den Familienzuwachs willkommen geheißen. Inzwischen ist Sam doppelt so groß wie bei seiner Ankunft, hat so ziemlich alle dunklen Haare verloren und ähnelt unserem 7-jährigen ungarischen Hund Martin so

Sam in seinem neuen Zuhause

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Patentiere Liebe Tierfreunde! Viele der Tiere, die wir Ihnen auf den kommenden Seiten vorstellen, sind schon alt. Oder sie sind krank und benötigen eine intensive medizinische Versorgung. Diesen Tieren kann man auf der einen Seite einen erneuten Ortswechsel nicht mehr zumuten und auf der anderen Seite interessiert sich ohnehin kaum einer der Tierheimbesucher für sie. Vielleicht zeigen Sie an dieser Stelle ein besonders großes Herz und übernehmen die Patenschaft für eines der Tiere. Sie helfen damit entscheidend mit, die Versorgung des Tieres sicherzustellen. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an einer Patenschaft direkt an den jeweiligen aktion tier-Projektpartner. Eine Patenschaft ist keine Dauerverantwortung und kann jederzeit nach Wunsch widerrufen werden. Lars von der Nothilfe der Polarhunde

Tierschutzverein Kronach e.V. · 96317 Kronach · Tel.: 09261 20111

5Yuri, Mischling, 1,5 Jahre, kastr., stammt aus Spanien, wo er im Welpenalter ohne viel Kontakt zu Menschen aufgewachsen ist. Da ihm somit wichtige Erfahrungen in seiner Prägephase fehlen, ist er nun sehr scheu bei Menschen und ängstlich allem Neuen gegenüber. Trotzdem ist er durchaus lernfähig. Wir haben ihn zu uns nach Deutschland geholt, um mit ihm zu üben und ihn zu „resozialisieren“. Yuri hat große Fortschritte gemacht und läuft inzwischen sogar schon an der Leine – was am Anfang unvorstellbar gewesen wäre. Aber er muss auch noch weiterhin viel lernen, bis wir ihn guten Gewissens vermitteln können, ohne seine neuen Besitzer zu überfordern. Ein Pate wäre daher super. Yuri ist übrigens absolut lieb und gutmütig und lässt alles mit sich machen – er ist kein Angstbeißer.

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Patentiere

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6 Minzi, Hauskatze, ca. 8 J., kastr., muss früher mal einen Unfall gehabt haben, wobei sein linkes Vorderbein falsch zusammengewachsen ist. Er humpelt stark und benutzt das Bein nur zum Abstützen. Laut Tierklinik ist daran nichts mehr zu ändern, er hat aber keine Schmerzen und kommt gut zurecht. Leider wollte ihn bisher niemand adoptieren, wobei nicht nur seine Behinderung, sondern auch das Alter die meisten Menschen abschreckt. An seinem Charakter kann es jedenfalls nicht liegen, denn Minzi ist unendlich liebesbedürftig, verschmust und anschmiegsam – ein richtig guter Kerl. Wie sehr würden wir ihm eine liebe Familie wünschen. Aber auch ein Pate wäre schon mal klasse.

5Pamina, Hauskatze, 10-12 J., konnte trotz ihrer Schönheit bisher noch keine neue Familie finden. Den meisten Menschen ist sie leider zu alt, obwohl sie viel jünger wirkt und topfit ist. Darüber hinaus ist sie auch nicht stubenrein und benutzt Körbchen und Decken als Klo, was vermutlich eine Protestreaktion auf die anderen Katzen im Katzenzimmer sein dürfte, mit denen sich Pamina nicht so gut versteht. Aus diesen Gründen ist eine Vermittlung schwierig, obwohl Pamina zu Menschen freundlich und gutmütig ist. Aber ein Pate würde uns schon mal helfen.


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Berliner Katzenschutz · 14542 Werder (Havel) OT Glindow · Tel.: 03327 42587

Hallo, ich bin allen bekannt als 5Wald, 4 J., da mich dort die Menschen gefunden haben und mir hier nun ein schönes Zuhause bieten. Wenn man mir zu nahe kommt, flüchte ich lieber nach draußen. Ich möchte hier nicht weg – nur eine finanzielle Stütze für meine Unterkunft wäre echt toll. Möchtest Du mein Pate werden?

4Zilli mit „Z“ wie Zirkus, 4 J., da komme ich nämlich her. Da ich nicht kastriert war und trächtig geworden bin, wollte mich keiner mehr. Ein Glück kam ich nach Glindow in die Babystation, da konnte ich in Ruhe meine Kinder bekommen und großziehen. Meine Babys haben schon ein schönes Zuhause bekommen, nur ich bin noch hier, weil ich den Menschen nicht traue. Wer mich hier unterstützen möchte, kann gerne eine Patenschaft für mich aufnehmen. Willst Du das sein?

3Spucky, 6 J.. Mein Personal kümmert sich hier toll um mich, aber da ich sehr ängstlich gegenüber den Menschen bin, werde ich wahrscheinlich mein Leben lang hier bleiben. Es wäre natürlich echt toll, wenn ich ein bisschen Unterstützung bekommen würde. Möchtest Du vielleicht eine Patenschaft für mich übernehmen?

4Rita, 7 J.. Eigentlich bin ich eine ganz Süße, nur zu nahe darf mir keiner kommen, da ich sonst die Ohren anlege und „Zack“, weg bin ich. Daher habe ich so gut wie keine Chance, vermittelt zu werden. Wenn ich Dir trotzdem gefalle, könntest Du doch eine Patenschaft für mich übernehmen, oder?

Hey, mein Name ist 5Treeny, 15 J., und ich werde wahrscheinlich nie das Glück haben, dass mich jemand zu sich nach Hause holt. Natürlich würde auch ich mich riesig freuen, wenn ich einen Paten hätte, aber auch das Glück blieb mir bislang verwehrt. Möchtest Du eine Patenschaft für mich übernehmen und mich vielleicht auch mal besuchen kommen?

4Julia, 7 J.. Ich bin eine ganz ruhige und liebe Katze und hätte doch so gerne einen Menschen, der sich um mich kümmert und mir nur das beste Futter gibt, denn ich bin eine Feinschmeckerin! Vielleicht würde ich sogar nochmal zu einer Schmusekatze mutieren, wenn Du mir ein bisschen Zeit gibst. Wer ein bisschen Geduld und Liebe für mich übrig hat, der kann mich gerne mal besuchen kommen. Und wer weiß, ob nicht aus einer Patenschaft sogar eine Vermittlung werden kann. Möchtest Du es herausfinden?

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Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter · 47559 Kranenburg-Mehr · Tel.: 02826 92060 4Kalli, Labrador-Mischling, 2 J., wurde aus dem aktion tier-Tierheim in Bukarest übernommen. Der dortige Tierarzt hatte ihn auf der Straße verletzt aufgelesen. Man muss ihm mit einem harten Gegenstand feste auf den Kopf geschlagen haben. Außerdem war sein Bein verletzt und einige Zähne müssen ihm ausgeschlagen worden sein. Das Unglaubliche ist, dass Kalli trotz all der Qualen, die er erleiden musste, das Vertrauen zum Menschen nicht verloren hat. Im Gegenteil, er freut sich über jede Streicheleinheit und Zuwendung. Er ist lieb und versteht sich prima mit anderen Hunden. Bis wir besonders tierliebe Menschen mit großem Herzen finden, die Kalli ein schönes Zuhause schenken und ihm zeigen, dass es auch Sonnenseiten im Leben gibt, suchen wir Paten für ihn. 5Stibi, Terrier Mischling, 4 J., ist ein selbstbewusstes Kerlchen, denn er weiß genau, was er will. Daher sollten seine Leute über Hundeerfahrung verfügen. Weiß Stibi einmal wo es lang geht, ist er ein treuer Freund. Er versteht sich prima mit anderen Hunden und liebt Spaziergänge. Stibi ist stubenrein und kann auch prima mal alleine bleiben. Bis wir die richtigen Leute für ihn gefunden haben, suchen wir Paten für ihn.

3Alfred, Terrier-Mischling, 9 J., hatte es in seinem bisherigen Leben nicht gerade gut. Daher hat er ein wenig das Vertrauen zum Menschen verloren. Er braucht Zeit und viel Ruhe, um sich seiner neuen Bezugsperson nähern zu können. Ist das Vertrauen einmal da, ist er eine treue Seele und Alfred würde für sein Frauchen oder Herrchen durchs Feuer gehen. Seine neuen Leute sollten bereits über Hundeerfahrung verfügen und geduldig sein. Auch sollten keine Kinder mit im Haushalt leben, denn die stressen den kleinen Mann. Bis wir Menschen finden, die die Herausforderung annehmen und Alfred eine Chance geben, suchen wir eine Patin oder einen Paten für ihn. 3Ben, Labrador-Mischling, 12 J.. Da sein Herrchen ins Altersheim musste, wurde Ben leider zu uns gebracht. Niemand aus der Familie oder dem Freundeskreis konnte ihn zu sich nehmen. Daher suchen wir dringend für den Senior ein ruhiges Zuhause. Er ist stubenrein und kann prima mal alleine bleiben, ist kinderlieb und mag andere Hunde. Zudem ist er bescheiden und braucht nur wenig Zeit, um bei Fremden Vertrauen zu fassen. Er ist ein Sensibelchen und das war alles etwas viel für den kleinen Schatz. Wer nimmt Ben zu sich und schenkt ihm noch einen schönen Lebensabend? Oder wer übernimmt eine Patenschaft für den Senior?

6 Morti, Pinscher-Beagle-Mischling 4 J., hat ein ruhiges Wesen, versteht sich gut mit anderen Hunden und liebt schöne Spaziergänge. Allerdings ist er auch ein selbstbewusstes Kerlchen, der weiß, was er will. Seine neuen Leute sollten über Hundeerfahrung verfügen und sich durchsetzen können. Sind die Fronten einmal geklärt, ist er ein toller Begleiter. Bis wir die richtigen Menschen für ihn finden, würden wir uns über eine Patenschaftsübernahme freuen.

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4Giorgio, Labrador-Podenco-Mischling, 1 J., hat ein sehr liebes und ausgeglichenes Wesen, ist stubenrein und kann prima auch mal alleine bleiben. Giorgio ist kinderlieb und versteht sich gut mit anderen Hunden. Natürlich liebt er Spaziergänge und fährt gerne im Auto mit. Er ist der perfekte Familienhund. Zu erwähnen ist noch, dass Giorgio Luminal Tabletten benötigt, denn er hatte einen epileptischen Anfall und wurde nun mit dem Medikament prima eingestellt. Die Tabletten sind erschwinglich und wir würden uns besonders freuen, wenn Giorgio endlich ein schönes Zuhause finden würde. Bis dahin wären wir sehr dankbar, wenn jemand eine Patenschaft übernehmen könnte.


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Tierheim Helenenhof Hürth e.V. · 50354 Hürth · Tel.: 02233 691067 3Coloraines oder Ray, wie der 5 J. alte Hund auch genannt wird, kam schon zwei Mal aus der Vermittlung zurück. Obwohl die Interessenten viele Wochen im Tierheim waren und mit ihm trainierten und sich an ihn gewöhnten, wandelte er sich im neuen Heim, indem er seine Ressourcen schnell zu verteidigen versuchte. Er schnappte dann und gab als Sturkopf auch nicht nach. Deshalb sind wir auf der Suche nach Paten, die dem sonst so liebenswerten Clown durch eine Patenschaft helfen.

3Ajax, ca. 8 J., wurde bei klirrender Kälte vor dem Tierheim angebunden, war völlig abgemagert und in schlechtem Allgemeinzustand. Eiter floss durch schwere Entzündungen aus den Ohren, die eine Operation unvermeidbar machten. Das Trommelfell ist beidseitig so beschädigt, dass die Gehörgänge entfernt werden müssen. Er wird nun mit Spezialfutter aufgebaut, damit er wieder zu Kräften kommt. Auch wenn er Schmerzen und dazu noch eine Hüftdysplasie hat, ist er ein sehr liebenswerter Hund, der dringend Paten braucht. 3Menta, 7 J., wartet seit 4 Jahren auf ein neues Zuhause. Sie möchte gerne Chefin sein und reagierte auf andere Artgenossen und Radfahrer ungehalten. Auch präsentiert sie sich Besuchern nicht freundlich, so dass sie regelmäßiges Training bekommt, um ihre Vermittlungschancen zu verbessern. Dabei ist Menta eine völlig verschmuste Seele, die bis zu ihrer Vermittlung Paten sucht.

3Lennox, 6 J., wurde als Kettenhund mit anderen Artgenossen in Kreta gehalten und konnte befreit werden. Leinen kannte er also bis dahin nicht, aber wir arbeiten mit ihm an der Leinenführigkeit. Lennox humpelt aufgrund arthritischer Veränderungen im rechten Hinterbein, die ärztlich behandelt werden sollen. Deshalb suchen wir Paten, die den ansonsten so lebensfrohen und lustigen Kerl unterstützen können. 3Blanca kam mit knapp 15 J. noch ins Tierheim, weil das Frauchen verstorben ist und niemand in der Familie die freundliche Hündin übernehmen konnte. Durch einen Schlaganfall hält sie ihr Köpfchen schief und hört auch nicht mehr gut. Wir freuen uns deshalb über eine Patenschaft für unsere kleine Seniorin bis zur hoffentlich erfolgreichen Vermittlung.

4Bodo, 1 J., kam aus einer erfolgreichen Vermittlung wieder zu uns zurück, weil seine kleine Hundeseele doch mehr unter der Härte seines Erstbesitzers gelitten hat als vermutet. Er akzeptiert außer seinem Alphamenschen keine anderen Mitläufer und beginnt diese zu kontrollieren und kann sogar zuschnappen. Bis zu einer Vermittlung würden wir uns sehr über Patenschaften freuen, die uns finanziell bei den Hundetrainerstunden für ihn unterstützen. Denn der Rüde ist ansonsten sehr verschmust, lernwillig und menschenbezogen.

Nothilfe für Polarhunde e.V. · 72250 Freudenstadt · Tel.: 07441 95 19 95 3Lars, Sib. Husky-Rüde, 14 J., hat gute 13 Jahre lang unter schlechten Bedingungen mit zwei weiteren Nordischen in einem Garten sein Leben verbracht. Seine Kumpels und er wurden im Januar 2013 aus dem Garten abgeholt, da es nicht mehr zumutbar war, die gesundheitlich angeschlagenen Hunde bei Wind und Wetter ohne isolierte Hütte draußen zu belassen. Lars kam in eine private Pflegestelle, wo er sich sehr schnell und problemlos eingewöhnt hat. Derzeit wird noch eine schon länger bestehende und verschleppte Lungenentzündung behandelt und die Zähne müssen saniert werden. Lars ist als Dauer-Pflegehund untergebracht und soll dort auch seine letzten Jahre verbringen dürfen, wo er endlich ankommen durfte. Eine Vermittlung wollen wir ihm nicht mehr zumuten. Wer würde Lars als Pate unterstützen, damit seine tierärztliche Versorgung abgedeckt werden kann?

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Tiernothilfe Breuna - Tierfr. Altkreis Wolfhagen e.V. · 34479 Breuna-Wettesingen · Tel.: 05606 534738 Wer hat ein Herz für 3Tilo? Einst lebte Tilo in den Straßen von Taipeh (Hauptstadt von Taiwan). Dort wird mit unvorstellbarer Härte gegen Streunerhunde vorgegangen. Wie Ungeziefer werden sie bekämpft. Tilo wurde mit 7 weiteren Hundewelpen nach Deutschland gebracht. Leider konnte er sich vor lauter Angst nirgendwo einleben und blieb daher in der Tiernothilfe Breuna, wo er begann, einer Mitarbeiterin zu vertrauen. Leider sind Tilos seelische Wunden bis heute nicht verheilt. Gegenüber fremden Menschen zeigt er sich sehr zurückhaltend, ängstlich und scheu, besonders, wenn man versucht, ihn festzuhalten. Er möchte so gerne vertrauen, kann aber nur schwer über seinen Schatten springen. Zu all seinen Problemen kam noch eine schwere Allergie hinzu, die Tilo Schmerzen und viel Juckreiz bringt. Er muss nun ausgewähltes, teures Futter zu sich nehmen und vieles, was er früher so gerne gegessen hat, darf er nun nicht mehr. Trotz seiner schweren Vergangenheit fand sich Tilo in seiner ruhigen Umgebung und dem immer gleichen Tagesabläufen ganz gut zurecht. Keine Veränderungen, stete Beständigkeit gaben Tilo die Sicherheit für ein zufriedenes Leben. Tilo ist jetzt ca. 13-14 Jahre alt und es geht ihm ziemlich gut. Doch leider stellen sich massive finanzielle Probleme ein. Es werden monatlich ca. 100,- Euro gebraucht, damit Tilo weiter glücklich leben kann. Wer hilft Tilo in seiner Not? Wir suchen dringend Paten für ihn, die die Kosten für seinen Unterhalt übernehmen. Jede kleine Spende bringt uns unserem Ziel ein Stück näher. Gibt es diese Menschen mit einem großen Herzen für Tilo?

Tierheim Korbach e.V. · 34497 Korbach · Tel.: 05631 3970 3Moritz, CairnTerrier-Rüde, 15 J., kastr., ist vom Pech verfolgt. 2012 verlor er sein Zuhause, weil sein Frauchen schwer krank wurde. Kurz darauf fand sich eine ältere Dame, die hervorragend mit ihm zurechtkam. Leider erkrankte auch diese kurze Zeit später so schwer, dass Moritz nun wieder im Tierheim ist. Er ist körperlich noch ziemlich fit und geht gern spazieren. Mit den meisten Hunden ist er verträglich. Wer verschönt seinen Lebensabend, entweder mit einer Patenschaft, oder schöner noch mit einer Übernahme?

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Die 5Wackelchen. Im Sommer 1999 kamen zwei Kater zur Welt, pechschwarz und der andere weiß/ getigert. Sie waren auf einem Bauernhof zur Welt gekommen und keiner kümmerte sich um sie. Irgendwann merkte man, dass sie nicht wie andere kleine Katzen sind. Sie kamen schlecht auf die Beine und liefen ungeschickt. Auch die Bauern merkten das und sagten: Die beiden sind behindert und taugen nicht zum Mäusejagen. Wir wollen sie nicht umsonst durchfüttern. Mitarbeiter der Tiernothilfe erfuhren von den beiden Katerchen. So kamen sie zu uns. Beide wurden „die Wackelchen“ genannt und lebten Jahre lang bei den Tierschützern, die nichts von ihnen erwarteten und sie einfach nur lieb hatten. Nach einigen Jahren wurde das schwarze Wackelchen krank: Katzenschnupfen und FIV positiv. So lange es ging, wurde dieses Wackelchen noch gepflegt. Doch im Jahre 2007 war sein Leben durch die Infektionen so schwer geworden, dass es von seinem Leid befreit wurde. Unser inzwischen acht Jahre altes Wackelchen suchte sich eine Freundin, eine verwilderte Katze, die von den Tierschützern nicht mehr gezähmt werden konnte. Lieschen (so hieß diese Katze) ließ sich plötzlich anfassen, wenn Wackelchen dabei war. Später haben wir das Phänomen noch öfter erlebt: Wenn scheue Kätzchen aufgenommen wurden und Wackelchen sie „bemutterte“, durften wir sie nach einiger Zeit anfassen. So wurde unser Wackelchen zur „Mutter“ der Station. Als die Leiterin der Pflegestelle aus gesundheitlichen Gründen ihr Arbeitspensum verkleinern musste, wurde das Wackelchen schweren Herzens in eine ausgesuchte Pflegestelle mit noch einer behinderten Katze gegeben. Nun darf Wackelchen mit im Bett schlafen und wird wie ein kleiner Prinz behandelt. Wer hat ein tierliebes Herz und möchte sich finanziell an der Betreuung des Wackelchens beteiligen? 3Tiger, 12 J., durfte wegen seines Alters nicht mehr im ehemaligen Zuhause bleiben. Der alte Kater versucht nun auf diesem Wege, katzenliebe Paten zu finden, weil ihn niemand mehr haben möchte. Menschen mit einem großen Herzen, die aus verschiedenen Gründen keine eigenen Tiere halten können, werden gebeten, sich diesen armen Katers anzunehmen und für ihn gute Paten zu sein.


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Katzenhilfe Rheine e.V. · 48429 Rheine · Tel.: 05971 71747 3Putty, 16 J., war sehr verstört als sie vor 6 Jahren von einer Pflegestelle der Katzenhilfe Rheine übernommen wurde. Ihre Besitzerin musste ins Altenheim und Putty wurde über einen langen Zeitraum nur „notversorgt“. Putty fühlt sich bei ihrer Pflegemutter sehr wohl und wird geliebt und so akzeptiert, wie sie ist. Sie hat Harnsteine und benötigt Spezialfutter und regelmäßig ein Schmerzmittel durch ihr Übergewicht – sie bringt stolze 11 kg auf die Waage. Putty ist nicht vermittelbar und deshalb würde sich die Katzenhilfe über eine Patenschaft sehr freuen. Näheres unter Tel.: 05971 71741

4Mucky, 13 J., wurde von der Katzenhilfe übernommen, weil seine Besitzerin erkrankt ist. Mucky hat Harnsteine und braucht Spezialfutter, seine Augen sind nicht mehr in Ordnung und er hat eine komplette Zahnsanierung bekommen. Er liebt seine Pflegemutter, die ihn seit einem Jahr liebevoll betreut. Wir möchten dem alten Kater keinen erneuten Umzug mehr zumuten und wären dankbar für eine Patenschaft. Näheres unter Tel.: 0597171741

TSI Odenwald e.V. · 64658 Fürth · Tel.: 0700 0410-6666 4Findus, 6 J., lebte viele Jahre ohne Tageslicht und Artgenossen in einem engen Käfig in einer dunklen Garage. Ängstlich und in desolatem Zustand kam er zum Tierschutz. Er wurde liebevoll aufgepäppelt, hat wieder Lebensfreude und ist ein fester Bestandteil der Kaninchengruppe geworden. Aufgrund seines Alters und seiner Vergangenheit wollen wir ihm keinen weiteren Platzwechsel zumuten und suchen liebe Menschen, die Findus mit einer Futterpatenschaft unterstützen wollen.

5Uschi, 34 J., wurde mit drei weiteren Stuten aus katastrophaler Haltung gerettet. Sie ist nicht einfach im Umgang und leidet zusätzlich noch unter einem Sommer-Ekzem. Schon mehrere Jahre darf sie ihr Gnadenbrot genießen und wir suchen liebe Paten, welche die Stute unterstützen möchten.

4Tim, 6 J., wurde verwildert mit starkem Katzenschnupfen und einer Verletzung am Auge gefunden, auf dem er trotz OP erblindet ist. Der Katzenschnupfen ist chronisch geblieben und muss immer wieder ärztlich behandelt werden. Obwohl sich seine Betreuerin intensiv um ihn bemühte, wurde Tim nie ganz zahm. Hin und wieder markiert er sein Revier im Haus, und er verträgt sich nur bedingt mit anderen Katzen. Seine Chancen, vermittelt zu werden, sind schlecht. Nun suchen wir liebe Paten, die sich an den Tierarzt- und Futterkosten beteiligen. 3Timmy, ca. 12-15 J., wurde Anfang März auf einer Wiese im Schnee gefunden. Obwohl er gechippt ist, konnten die Besitzer nicht ausfindig gemacht werden. Da er sehr schlechte Zähne hat und herzkrank ist, wird vermutet, dass er aus finanziellen Gründen einfach ausgesetzt wurde. Da Timmy nicht mehr vermittelbar ist und teure Medikamente benötigt, suchen wir liebe Tierfreunde, die für ihn eine Patenschaft übernehmen möchten.

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Vermittlungstiere Liebe Tierfreunde, es ist immer wieder traurig zu sehen und davon zu hören, wie sehnsüchtig so viele Tiere in den Einrichtungen unserer Projektpartner auf ein richtiges Zuhause warten. Und die Tatsache, dass so viele Tiere in den Tierheimen warten, ist dem Umstand geschuldet, dass sich die Menschen, die sich das Tier einst angeschafft haben, keine ausreichenden Gedanken eine Tierhaltung betreffend gemacht haben. Es ist eine Schande, wie lax mit Lebewesen umgegangen wird. Bitte tun Sie den Tieren den Gefallen und denken Sie genau nach, ob Sie diese Verantwortung für das gesamte Leben des Tieres übernehmen können. Wenn ja, dann schauen Sie sich unsere „Kandidaten“ dieser Ausgabe in Ruhe an. Es besteht die Möglichkeit, dass Tiere, die hier vorgestellt werden, bereits vermittelt sind und dies redaktionell nicht mehr erfasst werden konnte. Die Einrichtung in Ihrer Nähe hilft Ihnen gern weiter. Bei Interesse an einem der Tiere wenden Sie sich bitte direkt an den dazugehörigen Projektpartner von aktion tier.

Benny von RespekTiere e.V.

Nothilfe für Polarhunde e.V. · 72250 Freudenstadt · Tel.: 07441 951995 3Lacoda, Sib. Husky-Rüde, 9 J., verliert sein Zuhause wegen Umzug seiner Menschen. Von klein auf muss er an der Wirbelsäule mit einer Einschränkung leben. Bis September 2012 ging es ganz gut, dann hatte er allerdings eine Art epileptischen Anfall, verbunden mit Schmerzen. Seit diesem Zeitpunkt ist der Stellreflex in den Hinterbeinen etwas verzögert, sein Pannikulus Reflex jedoch ist positiv. Laut Röntgenbild besteht jedoch noch keine Skoliose oder Spondylose. Dank entsprechender Medikamente ist Lacoda schmerzfrei. Wir suchen für diesen netten Rüden einen Platz, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbringen darf. Trotz seines gesundheitlichen Problems ist er gerne draußen und läuft auch gut an der Leine, allerdings sollte er nicht zu sehr gefordert werden. Lacoda ist verträglich mit Kindern, Hündinnen und Katzen.

+ + + NOTFALL + + + 4Bella, Pudel-Mix-Dame, 14 J., kastr., sucht einen Alters-Ruhesitz. Wegen eines Umzugs wurde sie abgegeben. Sie benötigt eine ruhige Familie, die ihr noch die letzten Jahre ihres Lebens verschönt. Bella ist unkompliziert und versteht sich mit jedem anderen Hund. Sie lebt derzeit noch mit Katzen zusammen und versteht sich mit diesen sehr gut. Altersbedingt hat Bella leichte Herzprobleme, die sie jedoch nicht sonderlich einschränken. Gerne ist sie draußen und genießt die Spaziergänge. Wir haben Bella abgefangen, da wir der alten Hundedame das Tierheim ersparen wollten. Derzeit lebt sie in einer Pflegestelle in Baden-Württemberg.

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5Suma, Pinscher-Shiba-Mix-Hündin, 1,5 J., kastr., ist eine sehr lebhafte Hündin, jedoch unheimlich verschmust. Sie braucht hundeerfahrene Menschen, die auf sie eingehen können, dabei aber imstande sind, klare Anweisungen zu geben und auch Grenzen zu setzen. Sie folgt nicht, wenn sie das muss, sondern man muss ihr vermitteln, dass Folgsamkeit für sie von Vorteil ist. Fremden Menschen oder Hunden gegenüber ist sie zuerst skeptisch, taut aber schnell auf, wenn sie Vertrauen fasst und man sie zum Spielen auffordert. Sie ist mit allen anderen Hunden verträglich, kennt jedoch keine Katzen und Kleintiere. Sie fährt sehr gerne im Auto mit, ist stubenrein und kann auch kurze Zeit alleine bleiben, mit einem souveränen Zweithund kein Problem.


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„Ein Heim für Tiere e.V.“ Beuern · 34587 Felsberg-Beuern · Tel.: 05662 6482

Maxi

Bobbi

3Bobbi, Münsterländer, 12 J., wurde als 8 Wochen alter Welpe aus dem Tierheim in Beuern geholt. Eine lange Zeit hatte er ein gutes Leben mit seiner Freundin 3Maxi, einer nun 10jährigen Beagle Hündin. Sein Frauchen absolvierte sogar noch vor einigen Jahren die Familienbegleithundeprüfung mit beiden Hunden. Bobbi und Maxi sind demnach sehr gut erzogen, auch wenn sich ein wenig Alters-Starrsinn zeigt, was aber beide zu etwas ganz Besonderem macht. Bobbi und Maxi suchen zusammen ein neues Zuhause mit nicht allzu viel Action, aber ein Zuhause mit Kuschelplatz und einem Herrchen oder Frauchen, die kleine Ausflüge mit ihnen machen. Wer möchte Prinz oder Bobbi und Maxi besuchen und kennenlernen? Die Geschwister 4Ester und 4Erich, Europäisch-Kurzhaar, 1,5  J., kastr., wurden im Februar 2012 in Malsfeld gefunden. Beide sind scheu, aber nach einer Eingewöhnungszeit und mit Geduld, genießen auch sie Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit. Sie würden sich über ein Zuhause freuen, in dem sie später auch auf Abenteuerreisen gehen können. Auf jeden Fall wären sie froh, wenn sie nicht getrennt werden müssten, denn sie geben sich gegenseitig Halt. Wer möchte den beiden helfen und ihnen ein warmes Plätzchen mit viel Liebe schenken?

3Carlson, Europäisch Kurzhaar, ca. 4 J., kastr., wurde am 05.05.2012 einfach vor dem Tierheim ausgesetzt. Er ist ein stattlicher Kater, der sich gut mit anderen Katzen versteht. Carlson wartet sehnsüchtig auf liebe Menschen, die ihm ein Zuhause geben, in dem er nach einer Eingewöhnungszeit Freigang bekommen kann. Der verschmuste und sehr liebe Kater wird es mit viel Zuneigung und Treue danken.

Hallo, mein Name ist 3Prinz, 7 J., kastr.. und ich bin ein lieber, braver Hund. Vor 5 Jahren wurde ich aus diesem Tierheim vermittelt, doch leider verstarb mein Herrchen, und mein Frauchen konnte mich nicht weiter halten. So musste ich meine 4-pfotige Freundin, mit der ich fünf Jahre zusammenlebte, und mein Frauchen verlassen. Nun sitze ich wieder hier und warte auf eine neue Familie, die mich nimmt und für den Rest meines Lebens behält. Ich vertrage mich bedingt mit anderen Hunden, kann bis zu 6 Stunden alleine bleiben, bin kinderfreundlich. Bitte helft mir.

Erich

Ester

Gestatten, ich bin 6Snoopy, ein Cocker Spaniel-Mischling, 4 J., und möchte mich hier vorstellen. Ursprünglich kam ich aus Polen, wurde mit 3 Wochen gerettet, weil meine Geschwister und ich brutal getötet werden sollten! Leider war meine bisherige Besitzerin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, mich zu versorgen. Traurig bin ich nun im Tierheim und warte auf eine neue Chance. Auch wenn ich so niedlich bin, kann ich auch ganz anders sein. Wenn es um Futter und bestimmte Bereiche (Sofa, Körbchen, Küche) geht, setze ich mich durch, ohne lange zu fackeln! Eine ausgeprägte Ressourcenverteidigung wird das genannt und sollte nicht unterschätzt werden! Deshalb werde ich nur in Zusammenarbeit mit einer empfohlenen Hundeschule vermittelt, denn ich habe bereits mehrfach gebissen – das soll nicht wieder passieren! Beim Gassigehen verhalte ich mich lieb und laufe gerne mit jedem auch eine große Runde. Bin ich aber mit „meinen“ Menschen un­ ter­wegs, sollten uns andere nicht zu nahe kommen, denn auch meine menschliche Begleitung wird verteidigt.

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Berliner Katzenschutz · 14542 Werder OT Glindow · Tel.: 03327 42587 Ich bin die 6Helene, 2 J., und eine sehr neugierige und aufmerksame Katze. Eine meiner Vorlieben ist es, mich vor den Menschen zu verstecken, aber wenn sie mich finden, dann schmuse ich auch und schnurre so laut, dass alle anderen neidisch werden. Wer möchte mich kennenlernen?

5Viona, 7 Mon.. Ich bin eine von vielen verwilderten Jungkatzen und auch draußen geboren worden, daher kannte ich natürlich noch keine Menschen. Ich würde sicherlich schnell zahm werden, wenn ich zu einem schon schmusigen Artgenossen kommen würde, der mit mir spielt und mir zeigt, dass Menschen auch toll sein können. Aber Geduld und Erfahrung mit scheuen Katzen wären von Vorteil. Wer sich traut, den belohne ich eventuell mit meinem Vertrauen.

5Meta, 8 J.. Ich bin nun schon so lange hier und das, obwohl man mich kaum bemerkt, aber das wird wohl auch einer der Gründe sein, warum mich noch niemand mitgenommen hat. Ich bin gerne mit Artgenossen zusammen, aber eine reine Wohnungskatze. Ich lasse mich nur ungern anfassen, aber wenn es sein muss, dann bin ich auch ganz lieb. In der Ruhe liegt die Kraft – das ist mein Motto. Wenn Du Interesse an mir hast, dann melde Dich doch einfach oder komm mich mal besuchen.

+ + + NOTFALL + + + 3Stella, 1 J.. Ich müsste eigentlich „Mini“ heißen, weil ich ungewöhnlich klein bin, aber ich bin ein unheimlich großer Schmuser und wunderschön. Wenn Du ein großes Herz hast und auch gerne kuschelst, dann bin ich genau die richtige für Dich. Da gibt es nur noch eine Kleinigkeit, die Du wissen solltest. Ich bekomme täglich ein leichtes Herz-Medikament, deswegen ist meine Vermittlungschance sehr gering. Dabei bin ich so fit wie jede andere junge Katze und ansteckend bin ich auch nicht. Gib mir bitte eine Chance!

6Ebby, 3 J.. An der Autobahn hat man mich einfach ausgesetzt und das, obwohl ich doch Mutti geworden bin. Meine Rettung war die Babystation in Glindow. Jetzt haben alle meine Babys ein schönes Zuhause, nur ich bin immer noch hier, weil mich niemand möchte und das, obwohl ich echt lieb geworden bin. Aber überzeuge Dich am besten selbst davon, dass ich eine ganz ruhige und ausgeglichene Gefährtin bin. Halli hallo, ich bin 4Zicke, 3 J., und mein Name ist nicht immer Programm, nur wenn ich mich in die Enge getrieben fühle, dann kann ich auch mal zickig werden. Ansonsten spiele ich gern und lass mich super gerne kraulen. Ich brauche unbedingt einen Artgenossen mit dem ich mich ordentlich austoben kann. Es wäre schön, wenn ich auch nach draußen könnte, aber ein Balkon würde mir zur Not auch reichen. Wenn ich Dir gefalle, dann komm mich doch mal besuchen.

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Berliner Katzenschutz · 14542 Werder OT Glindow · Tel.: 03327 42587 Hallo, wir sind 3vier Jungtiere vom letzten Jahr, 1 J.. Uns wollte leider niemand mitnehmen. Wir sind alle noch nicht handzahm, aber schon sehr neugierig und aufgeschlossen, wenn Du schon einen zahmen Stubentiger hast, dann gib doch wenigstens einem von uns die Chance, bei Dir kuschelig zu werden und ein schönes Zuhause zu bekommen. Komm doch am besten mal vorbei und mach Dir Dein eigenes Bild von uns Süßen.

Ich bin die 3Kelly, 2 J., und bin eine junge aufgeweckte und sehr neugierige Katze. Ich liebe es, alles zu erkunden, was irgendwie neu ist. Meistens mache ich so mein eigenes Ding und bin auch keine Kuschelkatze. Ich finde die Anwesenheit von Menschen auch ganz schön, aber gestreichelt werden möchte ich lieber noch nicht. Wenn Du mich trotzdem niedlich findest und es Dir erst mal reicht, mich nur zu beobachten, dann nimm mich doch bitte mit zu Dir nach Hause.

Hallo, ich bin die 4Elfi, 6 J., und ein kleines ruhiges Kuschelmonster, aber hier hat keiner Zeit für mich und stressig ist es auch, deswegen möchte ich gerne zu Dir. Was mir außer Kuscheln auch Spaß macht, ist es, mich in die Sonne zu legen und mich zu putzen. Wenn Du auch gerne kuschelst und gerne in der Sonne liegst, dann lass uns doch beide zusammen das Leben genießen. Ich habe auch nichts dagegen, zu noch einem Kater zu kommen. Hast Du Interesse?

Ich bin die schüchterne 6Mimi, 11 J., aber total verschmust und das, obwohl ich eigentlich mein ganzes Leben draußen verbracht habe. Das sollte man mir auch weiterhin nicht verwehren. Ich bin hier sehr unglücklich und fresse so gut wie nichts. Deswegen brauche ich dringend ein neues Zuhause und sehr viel Liebe. Da ich ja so schüchtern bin, mach bitte Du den ersten Schritt und komm mich mal besuchen!

Hallo, ich bin 5Otello, 8 Mon., und bin ein super hübscher Kater, der aber noch nicht zahm ist. Ich war sogar schon einmal vermittelt. Leider hat es dort nicht geklappt, da ich dort ganz alleine war. Jetzt suche ich erneut ein Zuhause wo schon eine zahme Katze lebt, damit ich auch Vertrauen zum Menschen aufbauen kann. Wer genug Geduld und auch Erfahrung mit kleinen wilden Stubentigern hat, und sich für mich interessiert der sollte mich mal besuchen kommen. Ich möchte auch so gerne ein Zuhause haben, gibst Du mir eine Chance?

6Tom, 7 J.. Du hast es sicher schon erkannt? Ja, ich bin ein geschorener Perser. Da kommen meine wunderschönen, bernsteinfarbenen Augen mehr zur Geltung. Mein Fell wächst ja ein Glück wieder nach. Ich bin hier total beliebt und werde „Löwe“ genannt, weil ich ein außergewöhnlich großer Perser bin. Alle Leute wollen mich immer streicheln, aber niemand nimmt mich mit nach Hause, und das, obwohl ich noch nicht mal nach draußen müsste. Wenn Du gerne Haare bürstest, dann nimm mich bitte mit zu Dir – ich warte hier!

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Deutsche Boxernothilfe e.V. · 32549 Bad Oeynhausen · Tel: 05731 3001465 3Hera, 9 J., sucht eine Familie, in der sie ihren Ruhestand verbringen kann. Hera ist eine ganz tolle Boxerin, die es in ihrem bisherigen Leben nicht gut hatte. Sie vegetierte auf einem Hof vor sich hin, ohne jegliche Ansprache und ohne artgerechte Versorgung. Durch die Isolation ist sie nicht verträglich mit Hunden. Hera sucht einen Einzelplatz mit liebevoller Betreuung, sie gibt die Liebe tausendfach zurück.

3Addi, 10 J.. Addis Frauchen ist leider ganz plötzlich verstorben und nun ist seine Welt auf einmal ganz anders. Vor allem, weil Addi Frauchens Liebling war. Sie waren über die Jahre eine vertraute Einheit geworden und Addi liebte sein Leben mitten im turbulenten Boxer-Menschen-Rudel. Nun haben wir ihn erst einmal aufgefangen und er zeigt uns, wie rasch er liebevollen Kontakt zu Menschen aufnimmt. Wer ihn sieht, hält sein Alter nicht für möglich. Addi gehört zu den fitten Senioren. Er ist top gesund und immer noch bewegungsfreudig. Der Rüde ist bestens erzogen, sehr brav und folgsam. Mit Hündinnen hat er stets zusammen gelebt. Bei Rüden entscheidet die Sympathie. Addi kennt alle Abläufe im Familienalltag, fährt gern Auto und kann eine angemessene Zeit allein bleiben. Nach wie vor ist Addi ein beeindruckender wunderschöner Boxer, der seiner Rasse alle Ehre macht. 6Pauli, Boxerrüde, 5 J., nicht kastr., ist eine echte Wuchtbrumme in Fellformat, ist sehr kräftig und hat ein wenig Übergewicht. Trotz seiner Masse geht er leicht und fügsam an der Leine und hört auch ohne diese gut. Spaziergänge waren für Pauli in seinem früheren Leben nicht vorgesehen. Er läuft gerne und tänzelt immer um einen herum. Er kann alleine bleiben, Katzen und andere Rüden zählen nicht zu seinen Freunden. Pauli ist ein kräftiger Traumboxer, der eine ganz sensible Seele hat. Wer sich für Pauli entscheidet, bekommt einen imposanten Begleiter, für den ständiger Körperkontakt und Schmusestunden dazu gehören. Pauli geht davon aus, dass Sofa und Bett gerne mit ihm geteilt werden. Wir freuen uns über Boxerliebhaber, die nach dem ersten Kennenlernen, das auch so beurteilen.

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5Theo, 1 J., kastr., ist sehr temperamentvoll und verspielt. Natürlich benötigt er die Weiterführung der begonnenen Erziehung. Aber Theo begreift schnell und lernt sehr gern – beste Voraussetzungen, um ein gut erzogener Boxer zu werden. Theo hat ein freundliches und ganz liebes Wesen und benötigt liebevolle Zuwendung. An das Alleinsein muss man ihn in kleinen Schritten erst noch gewöhnen. Jetzt erst einmal braucht er seine Menschen, die für ihn da sein sollten. Artgenossen begegnet Theo freundlich, Katzenerfahrung ist uns nicht bekannt. Im Auto ist Theo gern dabei.

4James, Deutsche Dogge, 6 J., soll in den ersten Jahren der ganze Stolz seines Vorbesitzers gewesen sein. Warum dieser das Interesse an seinem Hund verlor, wissen wir nicht. Wir haben nur den verdreckten Verschlag gesehen, indem der viel zu dünne Riese lebte. Wieder so ein artiger, ruhiger Hund, den man nicht sehen oder hören kann, der leise sein Schicksal erträgt. Er konnte sich nicht mal mehr über uns freuen, er lag einfach apathisch in der Ecke. Offene Liegestellen, herausstehende Knochen und komplett verwurmt, scheinen zum Glück die einzigen Leiden von James zu sein. Wir haben sofort einer Übernahme zugestimmt und haben ihn in unsere Pflegestelle bringen lassen. Wir müssen ihn langsam an Hundefutter gewöhnen, das kennt er gar nicht. James ist einfach nur lieb zu Menschen, lieb zu anderen Tieren und total sanft und immer artig. Es ist schön mitzuerleben, wie seine Lebensfreude wieder kommt. Er spielt sehr gerne „seine Menschen suchen“ und freut sich wie ein kleiner Junge über jeden Erfolg. Vielleicht sehen ihn Doggenfreunde – bei diesem imposanten und lieben Hund macht man nichts falsch, er wird zu 100% eine Bereicherung für die Familie sein.


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Verein der Tierfreunde „Schützende Hand e.V.“ · 15806 Zossen · Tel.: 03377 201517 3Jessy, Schäferhund-Mix, 4 J., kastr., ist ein lieber und anhänglicher Hund, der noch viel lernen möchte. Er versteht sich gut mit anderen Hunden, mag aber keine Katzen. Jessy läuft gut an der Leine und beherrscht die Grundkommandos. Der hübsche Rüde leidet an einer Futtermittelallergie und benötigt Spezialfutter. Im Tierheim gefällt es Jessy nicht so gut, hier ist er oft gestresst und nervös. Er braucht dringend ein eigenes Zuhause oder eine dauerhafte Pflegestelle, um zur Ruhe zu kommen.

4Athos und 6Porthos – uns gibt's nur im Doppelpack. Denn wir sind Brüder, 10 J., und immer zusammen. Leider haben wir schmusebedürftige Kerle immer nur in verschiedenen Tierheimen gelebt. Nie wollte uns jemand mit nach Hause nehmen. Von der Welt haben wir also noch nicht viel gesehen. Vielleicht klappt es ja jetzt? Porthos

3Tom, ca. 12 J., kastr., ist ein echter Notfall. Er kam diesen Januar als Fundtier mit stark vereiterten Augen und Ohren zu uns ins Tierheim. Wir merkten schnell, dass sich Tom schlecht orientieren kann und brachten ihn zu einem Augenspezialisten. Diagnose: Netzhautablösung an beiden Augen. Tom ist also blind. Außerdem mussten Polypen aus seinen Ohren entfernt werden. Aber das wird wieder völlig abheilen. Wegen der Augen benötigt Tom dauerhaft ein Medikament. Der Kater ist trotz seiner Behinderung so lieb und verschmust. Wir hoffen, dass er auf diesem Wege einen verständnisvollen „Dosenöffner“ findet, bei dem er es noch ein paar Jahre gut hat. Wir bieten auch an, die Medikamente und Tierarztkosten für Tom zu übernehmen.

Athos

Weil wir schon etwas älter sind, wäre ein ebenerdiges Zuhause mit Garten zum Herumliegen ganz ausgezeichnet. Der Tierschutzverein würde sogar die Kosten für unsere Medikamente und den Tierarzt übernehmen. Porthos hat leichte HD und muss Schmerzmittel nehmen. Er mag keine Katzen und auch keine Kinder. Athos ist etwas pummelig. Eine Diät oder viele Spaziergänge würden seine Figur gut tun.

Katzenhilfe Rheine e.V. · 48429 Rheine · Tel.: 05971 71747 3Naomi, 4 J., kastr., ist seit Anfang März 2013 in einer Pflegestelle der Katzenhilfe Rheine. Vier Jahre lang wurde sie als Einzelkatze sehr beengt in der Wohnung gehalten. Man spürt, sie war zu lange allein und möchte in Zukunft die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Menschen. In der Pflegestelle merkt man: Die Artgenossen in der Gruppe braucht sie nicht zum glücklich sein. Auch den Familienhunden gegenüber merkt man ihre große Unsicherheit an. Diese Katze hat noch nicht viel erlebt und das wenige ist sicher nicht nur gut gewesen. Naomi genießt sichtlich (trotz Artgenossen und Hunden) die neue „große Freiheit“, ganz besonders die katzengesicherte Terrasse. Sie wünscht sich ein ruhiges Zuhause ohne kleine Kinder – auch da sind ihre Erfahrungen wohl nicht positiv. Naomi wurde 2009 geboren. Mehr zu Naomi erfährt man direkt bei der Pflegestelle: Tel.: Ulrike Steimel 05973 909584

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Tierheim Korbach e.V. · 34497 Korbach · Tel.: 05631 3970

5Benny, Labrador-Mix-Rüde, 10,5 J., kam er nach vielen Jahren aus der Vermittlung zurück. Bei fremden Menschen, vor allem bei Männern, reagiert er manchmal unsicher. Mit Kindern kam er wohl immer gut zurecht. Er fühlt sich im Tierheim sehr unwohl und sucht einen ruhigen Platz. Für sein Alter ist Benny noch sehr fit.

5Olymp, Mischlingsrüde, 6 J., kastr., wurde einem Alkoholiker abgenommen. Olymp ist eigentlich sehr verträglich, möchte aber menschliche Zuwendung nicht so gern teilen, weshalb er im neuen Zuhause vielleicht besser Einzelprinz wäre. 3Hilla ist eine junggebliebene Seniorin, manchmal auch dickköpfige Diva. Sie wäre gerne Einzelkatze in einem ruhigen Zuhause mit der Möglichkeit zum Freigang.

3Ramses, 3 J., ist ein wahres Prachtexemplar von Kater, ein Sensibelchen, das ein gemütliches, ruhiges Zuhause sucht. Mit Artgenossen meist unproblematisch.

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Tierheim Korbach e.V. · 34497 Korbach · Tel.: 05631 3970 3Gennaio, 8 J., sucht ein Zuhause ohne andere Katzen mit Freigang. Der arme Kerl hat im TH sehr viel Stress, er hat seit seiner Ankunft hier offene Stellen am Hinterlauf, die nicht heilen wollen, so dass er schon lange einen Trichter trägt. Er muss dringend aus der stressigen Situation heraus.

6Zeus, 2 J., sucht ein Zuhause, in dem man viel Zeit für ihn hat, ohne ihn zu bedrängen. Bisher hat er nur in der Wohnung gelebt. Vermutlich wäre er lieber Einzelkater.

3Max, Mischlingsrüde, 1,5 J., kastr., sucht unbedingt sportliche Menschen mit viel Zeit, da an seiner Erziehung noch intensiv gearbeitet werden sollte. Im Umgang mit den Menschen testet er gerne seine Grenzen, deshalb sollte er nicht unbedingt zu kleinen Kindern. Max ist sehr sozialverträglich.

3Cäsar, Berner-Mix, 9 J., kastr., musste leider aus der Vermittlung zurückgeholt werden. Er wurde kaum noch bewegt, dafür aber umso mehr mit Futter vollgestopft. Er ist verschmust und menschenfreundlich, hat aber leider nicht gelernt, auch mal unangenehme Dinge, wie z.B. bürsten, Ohrsäuberung usw., auszuhalten.

4Bernie, Mischlingsrüde, 2 J., kastr., ist ein unkompliziertes, kleines Kerlchen, sehr menschenbezogen und sozialverträglich.

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Tierschutzverein Kronach e.V. · 96317 Kronach · Tel.: 09261 20111 3Tom, Hovawartmix, 1 J., kastr., ist ein Wirbelwind, der Action und Aufmerksamkeit braucht und nicht für Stubenhocker geeignet ist. Er genießt es, mit seinen Bezugspersonen zusammen zu sein, lässt sie nicht aus den Augen und bemüht sich nach Kräften, alles richtig zu machen. Er kann es kaum erwarten, dass man mit ihm arbeitet, übt und ihm neue Kommandos beibringt. Für sein Bällchen würde er alles tun. Tom ist zwar etwas stürmisch und sich seiner Kraft nicht immer richtig bewusst, mag aber Kinder sehr gerne, ist gutmütig und freundlich. Gern lässt er sich so richtig knuddeln. Tom spielt leidenschaftlich gern vor allem mit kleinen Hunden und zeigt bis jetzt keinerlei Jagdtrieb.

3Nicoletta, Pointer-Bretonischer Spaniel, 6 J., kastr., musste viele Jahre ihres Lebens in einem spanischen Tierheim verbringen. Sie bräuchte auch endlich einmal eine Chance auf eine glückliche Zukunft. Nicoletta ist lieb zu allen Menschen, ruhig, brav, angenehm und verschmust. Sie ist so dankbar, wenn man ihr ein bisschen Zuwendung und Liebe schenkt und wäre sicher ein treuer Familienhund.

6Laila, Podenco-Mix, 6 J., kastr., musste ihr ganzes Leben seit Welpenalter in einem spanischen Tierheim verbringen. Niemand hat sich jemals für die brave Seele interessiert. So hat sich Laila leider etwas Kummerspeck angefressen. Viel wichtiger sind jedoch ihre inneren Werte, denn Laila ist einfach ein Schatz, unendlich liebes- und kuschelbedürftig. Nur zu gern schmiegt sie sich ganz eng an ihre Menschen und versucht, ihnen auf den Schoß zu krabbeln. Es ist rührend, ihre große Dankbarkeit und Sehnsucht nach Geborgenheit zu spüren. Laila ist ganz sicher ein angenehmer und unkomplizierter Familienbegleiter.

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5Elli, spanischer Hirtenhund, 1,5 J., kastr., ist einerseits ein kleines Sensibelchen, das in ungewohnten Situationen ängstlich reagiert, andererseits ist sie ein Wirbelwind, der Action und Aufmerksamkeit braucht. Wie alle Hütehunde hat sie viel Ausdauer, möchte beschäftigt und ausgelastet sein. Auch das kleine Hundeeinmaleins muss Elli erst noch lernen. Dafür ist diese sympathische und durch und durch freundliche Schmusebacke dann aber auch ein toller Kumpel, mit dem man durch dick und dünn gehen kann.

6Corinna, Podenco-Mix, 2 J. kastr., ist normalerweise ein lustiges, vorwitziges und lebenslustiges „Persönchen“, mit der man um die Wette schmusen, spielen und herumtollen kann. Es gibt aber auch immer wieder Menschen, vor denen sie große Angst hat. Vielleicht verknüpft sie damit eine böse Erinnerung aus ihrer Vergangenheit. Dennoch fasst sie schnell Vertrauen und ist sowieso eine absolut liebe, gutmütige und freundliche Hündin, die auch mit Kindern gut klar kommt.


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Tierschutzverein Kronach e.V. · 96317 Kronach · Tel.: 09261 20111 4Kiko, Mischling, 1 J., kastr., ist ein Ausbund an Temperament und Energie. Seine neuen Besitzer sollten daher sehr viel Zeit für ihn haben und keine Stubenhocker sein. Kiko braucht unbedingt viel Auslauf und Spiel, aber auch Erziehung und Beschäftigung. Auch Hundesport wie Agility würde ihm sicher gut gefallen. Kiko ist sehr menschenfreundlich, kinderlieb und verträglich. Der Kindskopf lässt sich gerne drücken und knuddeln und macht jeden Unsinn begeistert mit. 5Mambo, Mischling, 2 J., kastr., ist ein anhänglicher, freundlicher und neugieriger, kleiner Kerl, der nur zu gern beweisen würde, was für tolle Qualitäten er als Familienhund mitbringt. Er folgt seinen Bezugspersonen auf Schritt und Tritt, stets bereit für eine Streicheleinheit oder ein liebes Wort. Nur mit einem anderen Rüden möchte er seine Familie nicht so gern teilen.

4Evita, Irischer Terriermix, 2 J., kastr., ist ein richtiger Sonnenschein, hat immer gute Laune und ist für jedes Abenteuer zu haben. Sie möchte sofort mit allen Menschen Freundschaft schließen, ist kinderlieb, gutmütig und sehr verschmust. Natürlich muss Evita noch viel lernen, aber sie freut sich riesig, wenn man Zeit mit ihr verbringt. Sie wäre ideal für eine junge, sportliche und unternehmungslustige Familie geeignet, mit der sie gemeinsam viel Spaß haben darf.

3Eddy, Mischling, 4 J., kastr., stammt ursprünglich aus Rumänien und landete über verschiedene Umwege in unserem Tierheim. Warum ihn niemand behalten wollte/ konnte, ist sicher nicht sein Fehler, denn der liebe Kerl ist absolut problemlos. Eddy ist gut erzogen, kann allein bleiben und weiß sich zu benehmen. Er bemüht sich alles richtig zu machen und freut sich über jedes Lob. Selbstverständlich ist Eddy freundlich zu allen Menschen, kinderlieb und gutmütig. Er versteht sich auch gut mit anderen Hunden und mit Katzen.

4Sepia, Galgo-Mix, 2 J., kastr., ist eine freundliche, aufgeschlossene und fröhliche Schmusebacke, die alle Menschen gern hat und sich über jede Zuwendung freut. Sie braucht zwar noch etwas Erziehung und auch genügend Auslauf, wäre aber ansonsten ganz sicher ein unkomplizierter und sympathischer Familienhund.

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Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter e.V. · 47559 Kranenburg-Mehr · Tel.: 02826 92060

5Chut, Dackel-Terrier-Mischling, 2 J., wurde zusammen mit seinem Bruder Capi ausgesetzt. Er ist ein liebes Kerlchen, der bei Fremden kurz Vertrauen aufbauen muss. Ist der Bann einmal gebrochen, ist er ein ganz dankbares und freundliches Kerlchen. Er ist kinderlieb und mag andere Hunde sehr. Wer schenkt dem Hübschen ein schönes Zuhause? Auch für seinen Bruder suchen wir noch tierliebe Menschen.

5Zero, Pinscher-Beagle-Mischling, 4,5 J., wurde sehr jung in einem schrecklich geführten Tierheim in Spanien abgegeben. Dort holten Tierschützer ihn heraus und brachten ihn bei einer Pflegefamilie unter. Dort hat er schon sehr viel gelernt. Endlich konnte er dann durch eine Rettungsaktion zu uns kommen und hat nun die Chance, ein schönes Zuhause zu finden. Er ist stubenrein und sehr verschmust. Gerne geht er spazieren. Wer hat bereits etwas Hundeerfahrung und zeigt Zero die Sonnenseiten im Leben?

5Tobias, Mischlingsrüde, 3,5 J., ist lieb und verschmust, stubenrein und kann auch prima mal alleine bleiben. Er mag Kinder und ist ein klasse Familienhund. Wer nimmt den tollen Kerl zu sich? 4Chan, Shar Pei-Rüde, 2,5 J.. Seine neuen Leute sollten mit der Rasse etwas vertraut sein. Chan liebt seine Bezugspersonen über alles. Er versteht sich prima mit anderen Hunden, allerdings möchte er in seinem Zuhause die alleinige Aufmerksamkeit genießen. Er ist stubenrein und kann auch mal alleine bleiben, liebt schöne Spaziergänge und kuschelt gerne. Wer nimmt Chan zu sich?

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Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter e.V. · 47559 Kranenburg-Mehr · Tel.: 02826 92060

5Salima, Sheltie-Podenco-Mischlingshündin, 1 J., wurde in Spanien mit ihren Geschwistern in einem Karton ausgesetzt. Zum Glück fand man sie rechtzeitig. Nun suchen wir ein schönes zu Hause für die Süße. Bei Fremden ist sie zunächst etwas zurückhaltend, schnell fasst sie aber Vertrauen. Wer nimmt Salima zu sich?

5Toby, Pinscher-Basset-Mischling, 2,5 J., ist lebensfroh und anhänglich. Gerne geht er spazieren, anschließendes Schmusen gefällt ihm auch sehr gut. Und er ist kinderlieb und tobt gerne mit anderen Hunden. Wer nimmt den Sonnenschein zu sich?

5Ruffo, Galgo-Mischling, 1 J., steckt voller Lebensfreude, ist lieb, spielt gerne mit anderen Hunden und mag schöne Spaziergänge. Auch ist er sportlich und möchte gefordert werden. Er ist kinderlieb und schmust und kuschelt gerne. Wer nimmt den Hübschen zu sich und bringt ihm noch ganz viel bei, denn er möchte noch viel lernen? 3Bertin, Pinscher-Mischling, 2,5 J., wurde als Welpe auf einem Feld in Spanien ausgesetzt. Zum Glück fand man ihn rechtzeitig und er konnte in einer Pflegestelle aufgepäppelt werden. Nun hatte er die Chance durch eine große Rettungsaktion zu uns zu kommen und wir suchen nun ein schönes Zuhause für den Kleinen. Er ist kinderlieb und verspielt. Andere Hunde findet er toll. Wer nimmt den Kleinen zu sich?

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RespekTiere e.V. · 53773 Hennef · Tel.: 02196 7068824

5Minni, 3 J., sollte mit Zweitnamen „Hasenherz“ heißen. Denn die süße Maus hat in frühester Jugend auf Sardinien Schlimmes erlebt und fürchtet sich deshalb vor fremden Menschen. Mit Pflegefrauchen und den anderen Haustieren versteht sie sich blendend. Dann kommt sie ganz aus sich heraus und zeigt ihr wahres, wunderbares Wesen. Minni ist ein echter Clown, verspielt und fröhlich. Sie rennt und flitzt, dass es eine Freude ist. Als Jagdhund-Mix hat sie den richtigen Riecher und stöbert Spuren hinterher. Minni ist eine echte Kampfschmuserin und besitzt einen gesegneten Appetit. Damit Minni immer so glücklich sein kann, sucht sie hundeerfahrene, geduldige Besitzer, gerne mit souveränem Ersthund. Kinder im Haushalt sollten min. 12 Jahre alt sein. Katzen müssen Hundeerfahrung mitbringen. Wer Minni zeigen möchte, dass das Leben schön ist und angstfrei sein kann, meldet sich bei Anne Hake, Tel.: 02196 7068824 oder 0172 8856192 oder unter anne.hake@respektiere.com 6Fedo, 3 J., kastr., ist ein typischer Herdenschutzhund, der gerne auf Haus, Hof und Familie aufpasst. Er ist bestens erzogen und gehorcht sehr gut. Fedo ist ein gutmütiger Kerl, freundlich zu Mensch und Tier. Er versteht sich bombig mit anderen Hunden und mag Katzen. Fedo schmust für sein Leben gern. Draußen ist er agil – läuft, springt und tobt umher. Im Freilauf ist er problemlos. An der Leine gibt er bei einer Hundebegegnung schon mal den Macker, wenn er sein vierbeiniges Gegenüber doof findet. Autofahren ist nicht sein Ding. Ansonsten ist Fedo für jede Unternehmen offen. Seine Familie musste ihn schweren Herzens wegen Zeitmangel abgeben. Wer dem pelzigen Schatz ein neues, endgültiges Zuhause geben will, meldet sich bei Stefanie Pietz, Tel.: 0228 4299620 oder 0177 1630814 oder unter stefanie.pietz@respektiere.com

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Kampfschmuser 5Oran, 1 J., wünscht sich Menschen, die viel mit ihm unternehmen. Oran liebt große und kleine Zweibeiner, tobt und kuschelt gern und weicht seinen Bezugspersonen nicht von der Seite. Wer einen perfekten Familienhund sucht, hat ihn in Oran gefunden. Wie alle Tiere von respekTiere wird er geimpft und kastriert abgegeben. respekTiere vermittelt deutschlandweit. Kontakt für Oran bei Claudia Hansmann, Tel.: 02323 27882 oder 01578 9347345 oder unter claudia.hansmann@respektiere.com


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RespekTiere e.V. · 53773 Hennef · Tel.: 02196 7068824 Schmusemamsell 3Bianca, 7 J., ist ein HandicapKätzchen. Die schneeweiße Miez ist taub und ihre Öhrchen sind durch die starke Sonne ihrer Heimat Sardinien verbrannt, so dass sie sich nach außen rollen. Die hübsche Katzendame ist genügsam und lieb. Auf ihrer deutschen Pflegestelle zeigt sie sich ultra-verschmust und möchte am liebsten den ganzen Tag gestreichelt oder auf dem Arm getragen werden. Da Bianca schüchtern und zu sanft für die Rangkämpfe in der Katzenwelt ist, sucht sie ein Zuhause, indem sie Einzelprinzessin sein darf. Ein Balkon oder Garten wäre schön. Freunde von vierbeinigen Schneeflöckchen melden sich bei: Miri Plaschke, Tel.: 02268 800845 oder unter miri. plaschke@respektiere.com 3Tortughino, 1 J., ist ein süßer Fratz. Der junge Wonneproppen tobt und jagt nach Herzenslust durchs Haus. Er liebt Kuscheleinheiten über alles, versteht sich hervorragend mit Menschen. Kinder sollten schon älter sein, vor kleinen, wilden Zweibeinern hat Kater Tortughino Angst. Kater Tortughino mag Hunde. Ein Artgenosse im neuen Zuhause ist ein Muss. Tortughino ist der perfekte Anfänger-Kater und erobert mit seinem Charme alle Herzen im Sturm. Bei Interesse melden Sie sich bei Anke Janik, Tel.: 0172 2491300 oder unter anke.janik@respektiere.com

Kleine 3Rita, 5 J., kommt aus einem Animal-Hording-Haushalt und ist durch diese Überforderung Menschen und Tieren gegenüber anfangs schüchtern. Ihr zartes Herzchen möchte erobert werden. Aber dabei müssen die neuen Miez-Eltern geduldig vorgehen. Rita mag es zu schmusen, aber sie will nicht auf den Arm. Sie sehnt sich sehr nach Nähe, ist jedoch vorsichtig. Rita möchte gerne Einzelprinzessin sein. Wer der pelzigen Schönheit zeigen will, wie schön ein Katzenleben beim Menschen ist, meldet sich bei Anke Janik, Tel.: 0172 2491300 oder unter anke.janik@respektiere.com

Wirbelwind 5Benny, 1 J., ist ein typischer Jungkater. Er rennt, spielt und tobt den ganzen Tag. Und wenn er abends müde ist, möchte er, dass sein Bäuchlein gekrault wird. Benny passt gut in eine Familie, da er Kinder kennt und liebt. Über einen Artgenossen würde er sich sehr freuen. Hunde kennt er nicht. Benny wünscht sich Freigang. Wer dem hübschen Mini-Tiger ein Zuhause schenken möchte, meldet sich bei: Doris Schnorrenberg, Tel.: 02238 43612 oder unter doris. schnorrenberg@respektiere.com

4Tallyn, Maremmano-Mischlung, 2 J., natürlicher Stummelschwanz, besitzt die typischen Eigenschaften eines Herdenschutzhundes. Sie ist wachsam, hat Erkundungs- und Freiheitsdrang und wünscht sich ein naturverbundenes Leben. Optimal wäre ein Haushalt mit großem, umzäuntem Garten. Tallyn liebt ihre Familie über alles und genießt Streicheleinheiten. Sie ist neugierig, freundlich und sehr sozial zu Mensch und Hund. Allem Fremden gegenüber verhält sie sich vorsichtig und zurückhaltend. Autofahren ist kein Problem. Wer eine lebensfrohe, bildschöne Junghündin sucht, meldet sich bei Stefanie Pietz Tel.: 0228 4299620 oder 0177 1630814 oder unter stefanie. pietz@respektiere.com

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Adressen und Ansprechpartner Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde, gerne können Sie sich bei unseren unten stehenden eigenen Projekten im In- und Ausland sowie den Einrichtungen unserer Projektpartner telefonisch oder auch via ­Internet noch näher über die jeweilige Einrichtung informieren. Liebe Projektpartner, bitte setzen Sie uns stets über jede Änderung zu Ihrer Einrichtung in Kenntnis. Vielen Dank. Land

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

AKTION TIER IM AUSLAND Bolivien

La Paz, 5100 Casilla

Postanschrift Deutschland: Stefan Hebele, Im Freihöfl 12, 85057 Ingolstadt

Animales SOS Bolivien www.animalessos.org, hebele_stefan@yahoo.com

Stefan Hebele

08092 851092

Bulgarien

9300 Dobrich

„Boulevard 25. Sep­tem­­ ber“ Nr. 96, Postan­schrift Dtl.: Dt.-Bulg. Strassen­ tiernothilfe, Grigor Dimitrov, Frankfurter Str. 105, 35315 Homberg/Ohm

Kastrationszentrum und Tierheim Dobrich

Kontakt Dtl.: Grigor Dimitrov

06633 919865

06633 918979

Bulgarien

9700 Schumen

Industriegebiet Nr. 2 Postanschrift Dtl.: siehe Tierheim Dobrich

Kastrationszentrum und Tierheim Schumen

Kontakt Dtl.: Grigor Dimitrov

06633 919865

06633 918979

Bulgarien

7000 Rousse

„Boulevard Bulgarien“ Nr. 312, Postanschrift Dtl.: siehe Tierheim Dobrich

Kastrationszentrum und Tierheim Rousse

Kontakt Dtl.: Grigor Dimitrov

06633 919865

06633 918979

Bulgarien

1421 Sofia

Ul. Ljuba Welichkova 48 Kw. „Hladilnika“ Postanschrift Dtl.: siehe Tierheim Dobrich

Tierheim Nadeshda

Frau Wassileva Kontakt Dtl.: Grigor Dimitrov

00359 2 9624219 Mobil: 00359 899 235019 Dtl.: 06633 919865

Dtl: 06633 918979

Rumänien

Bucuresti Sector 6

Drumul Sabareni, Nr. 69-73, Bucaresti Sector 6, Postanschrift Dtl.: Südeuropäische Tier­­hilfe e. V., Sigurd Tenbieg, Nassauer Mauer 2, 47533 Kleve

aktion tier Projekt: „aktion tier Christi Bukarest“ Dog Shelter, Giulesti, Drumul Sabareni, Nr. 69-73; Associatia “Prietenii animalelor” Romania, www.rumaenientierhilfe.de

Dr. Ionut Moise Dr. Vlad Saplacan

0040 212200530 Sigurd Tenbieg: 02821 14401

0040 212200530 Sigurd Tenbieg: 02821 13980

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Slowakei

SK-96681, Zarnovica

Revist’ské Podzámcie c 41

Hundeauffangstation, Obcianske zdruzenie, Bergtierheim Podzámcie – domov pre opustené zvieratá, Bystricka, www.bundasik.sk, bergtierheim@gmx.de

Jozefina Dankova

00421 915845076

00421 45 6814 412

Spanien

38611 San Isidro

Poligono Industrial de Gra­ nadilla, Parque Eólico de ITER, Tenerife

aktion tier Projekt: aktion tier-Tierheim Teneriffa „acción del sol“ Centro de protección animal y medioambiental de Tenerife, teneriffa@ aktiontier.org

Marion Gonzalez

0034 922 77 86 30

0034 922 77 86 30

Ukraine

25300 Kiew

Volodymyrska St. 29

Society for the Protection of Animals

Tamara Tarnavska

0038044 2294295

0038044 2294295

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

BADEN-WÜRTTEMBERG 70193

Stuttgart

Markelstr. 30-32

Care 4 Life e.V., www.care-4-life.de

Silvia Greene

0711 8062805

0711 3151617

72250

Freudenstadt

Silcherstr. 10

aktion tier Projektpartner: Nothilfe für Polarhunde e.V. www.polarhunde-nothilfe.com, nothilfe@polarhunde.de

Günter Schwartze

07441 951995

07441 951996

72336

Balingen-Ostdorf

Dorfstr. 42

URIA e.V. Verein z. Förderung einer neuen Art d. Tierhaltung www.uria.de, Info@uria.de

Hermann Maier

07433 21774

07433 22274

76275

Ettlingen

Am Baggersee 5

TSV Ettlingen e.V. www.tierschutzverein-ettlingen.info, info@tierschutzverein.info

Andrea Zeiß

07243 93612

07243 93153

77656

Offenburg

Am Flugplatz 2c

TSV Offenburg Zell a.H. e.V. www.Tierschutzverein-Offenburg.de info@tierschutzverein-offenburg.de

Uwe Dindas

0781 9666760

0781 9666761

79761

Waldshut-Tiengen

Steinatalstr. 2

Tierschutzverein Waldshut-Tiengen u.U. e.V. www.tierheim-steinatal.de tierheim-steinatal@t-online.de

Anja Fuchs

07741 684033

07741 9656776

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

089 90936592

© Bolz

BAYERN 80796

München

Herzogstr. 127

SOS Projects – Hilfe für Mensch und Tier e.V. www.sos-projects.org, info@sos-projects.org

089 90936590

80796

München

Herzogstr. 127

aktion tier Projekt: aktion tier-tierrettung münchen e. V., www.tierrettungmuenchen.de, info@tierrettungmuenchen.de

01805 843773

81927

München

Regina-Ullmann-Str. 40

KatzenTRaum e.V.

Helena KüllerWiedemann Waltraut Eckl

(0,14 Cent/ Min., max. 0,42 Cent/ Min. im Mobilfunknetz)

089 951783

089 95760995

82110

Germering

Zugspitzstr.4

Igelstation und Kleintiere

82401

Rottenbuch bei Murnau

Hochkreit 8

aktion tier Projekt: Projekt Sonnenhof

84389

Postmünster

Wald 4

Rottaler Tierfreunde e.V. www.rottaler-tierfreunde.beepworld.de rottaler-tierfreunde@t-online.de

Anita Schustereder

08561 2461

08561 910789

91413

Neustadt/ Aisch

Nägeleinsgasse 45

aktion tier Projektpartner: TSV Neustadt/ Aisch u.U.e.V. www.tierschutzverein-neustadt-aisch.de juergen.m.kern@t-online.de

Jürgen Kern

09161 3876

09161 875287

91413

Neustadt/ Aisch

Nägeleinsgasse 45

Projekt Kitty: TSV Neustadt/ Aisch u.U.e.V. www.tierschutzverein-neustadt-aisch.de juergen.m.kern@t-online.de

Jürgen Kern

09161 3876

09161 875287

95643

Tirschenreuth

Mooslohe 2

TSV Tirschenreuth, www.tierheim-tirschenreuth.de, info@tierheim-tirschenreuth.de

Daniela Riedl

09631 2355

09631 798723

96317

Kronach

Ottenhof 2

TSV Kronach u.U. e.V. tsvkc@gmx.de

Klaus Barnickel

09261 20111

09261 20111

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

Rosi Lindemann

030 55669305 030 57795385

030 57794062

089 8415513 08867 921136

BERLIN 10243

Berlin-Friedrichshain

Kopernikusstr. 3

aktion tier Projekt: projekt kitty

10587

Berlin

Alt-Lietzow 31

aktion tier Projektpartner: Leben mit Tieren e.V. Hundebesuchsdienst Mensch-Tier-Begegnungsstätten www.lebenmittieren.de, info@lebenmittieren.de

030 70177953

030 76683904

14057

Berlin

Kaiserdamm 97

Mensch·Umwelt·Tier e.V. www.mut-ev.org, info@mut-ev.org

030 30096234

030 30096255

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Telefon

Fax

03149

Forst (Lausitz)

Am Pferdegarten 6

Tierschutzverein Forst (Lausitz) u.U. e.V. www.mulknitz.com

14513

Teltow

Waldstr. 18 b

aktion tier Projektpartner: Eichhörnchen-Hilfe Berlin-Brandenburg e. V., tanya.lenn@freenet.de

Tanya Lenn

03328-944882 0172 3553314

14542

Glindow

Ziemensstraße 84 b

aktion tier Projekt / Projekt kitty: projekt kitty Babystation kindt.hummelwiese@t-online.de

Harry Kindt

03379 445533

Kontakt

BRANDENBURG 03562 983023

Mitgliederjournal

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

95


14542

Glindow

Ziemensstr. 84b

aktion tier Projektpartner: Berliner Katzenschutz e.V. www.Berliner-Katzenschutz.de, Kindt.Hummelwiese@t-online.de

Harry Kindt

03379 445533

03379 445549

15806

Zossen

Strasse der Jugend 156

Verein der Tierfreunde „Schützende Hand e.V.“ www.tierheim-zossen.de, info@tierheim-zossen.de

Margaretha Tücking

03377 201517 0178 6267230

03377 201686

16303

Schwedt/ Oder

Berliner Straße 143

aktion tier Projektpartner: Schwedter Tierschützer – Hilfe für Tiere in Not e.V. www.schwedter-tierheim.de, tierheim-schwedt.de@t-online.de

Frau Wyrembek

03332 523933

03332 523933

16798

Himmelpfort

Naturschutzstat. Woblitz

Aquila e.V. aquilaev@web.de, www.aquila-ev.de

Dr. Klaus Dietrich Fiuczynski

033089 41204

033089 41204

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

34479

Breuna-Wettesingen

Obere Str. 31

Tiernothilfe Breuna Tierfreunde Altkreis Wolfhagen e.V. www.tiernothilfebreuna.de, tiernothilfe-breuna@web.de

Jutta Zyweck

05606 534738

34487

Korbach

Postfach 1706

Tierschutzverein Korbach und Umgebung e.V. www.tierheim-korbach.de, info@tierheim-korbach.de

Karla Aßmann

05631 3970 05631 7847

05631 915249

34587

Felsberg-Beuern

Steinbruchsweg 1 a

„Ein Heim für Tiere“ e. V. www.tierheim-beuern.com, info@tierheim-beuern.com

Angitta Rose

05662 6482

05662 930802

35315

Homberg/ Ohm

Frankfurter Str. 105

aktion tier Projektpartner: Verein Deutsch-Bulgarische Strassentier-Nothilfe e.V. www.db-tierhilfe.de, dt-bgTierhilfe.Dimitrov@t-online.de

Grigor Dimitrov

06633 919865

06633 918979

HESSEN

36208

Wildeck-Obersuhl

Eisenacher Str. 121

Naturschutz-Informationszentrum

Walter Gräf

06626 1887 8105

06626 915705

63589

Linsengericht

Augustastr. 14

aktion tier Projekt: aktion tier-Fachberatungsstelle Wild- und kleine Haustiere, Bildagentur.ipo@t-online.de

Ingeborg Polaschek

06051 73615

06051 75111

64658

Fürth

Forststr. 31

Tierschutzinitiative Odenwald www.tsi-odenwald.de, info@tsi-odenwald.de

Esther Görlich

0700 04106666

0700 04107777

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

038379 28948

MECKLENBURG-VORPOMMERN 17429

Labömitz

Triftstr. 6

Tierhof Labömitz – Verein zur Förderung und Aufrecht­ erhaltung des Tierhofs Labömitz e.V. auffangstation@tierhof-laboemitz.de

Frau Wetzel

038379 28 98 92

18106

Rostock

Willi-Bredel-Straße 9

Projekt kitty: Katzenschutzbund e.V. helga.pipirs@yahoo.de

Helga Pipirs

0381 7684040

18239

Hastorf

Oberdorf 11

aktion tier Projektpartner / Projekt kitty: Streuners Arche Hastorf e.V., w.r.j.neumann@t-online.de

Heide Tehrani-Neumann

038207 73507

18356

Pruchten OT Bresewitz

Zur Vogelwiese 18

Projekt kitty: TSV Zingst/ Darß e.V.

Waltraud Geß

038231 669936

18439

Stralsund

Greifswalder Chaussee 62U

aktion tier Projektpartner: TSV Stralsund e.V. tiernotaufnahme-stralsund@t-online.de

H. Krawutschke

03831 305318

03831 305318

18528

Bergen OT Tilzow

Landstr. 12

aktion tier Projektpartner: TSV Rügen/ Hiddensee e.V. luckau@phoenix1.de www.tierschutz-ruegen.de

Heike Stock

03838 251126

03838 251126

19059

Schwerin

Johannes-R.-Becher-Str. 35

Projekt kitty: TSV Schwerin e.V.

Jürgen Hamann

0385 785635

19205

Roggendorf

Gadebuscherstr. 3

aktion tier Projektpartner: Tierschutz Roggendorf und Umgebung e.V. www.tierheim-roggendorf.de.vu, bfunkwalther@aol.com

Birgit Funk-Walther

038876 31863

038876 31863

23936

Seefeld

Waldweg 2a

aktion tier Projektpartner: Lottihof für Kinder und Tiere e.V. www.lottihof.org, info@lottihof.org

0173 600 28 52

03881 7524826

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

Klaus Meyer

04402-987850

04402 987850

038207 71549

NIEDERSACHSEN 26180

Rastede

Parkstr. 154

aktion tier Projekt: WILDTIERAUFFANGSTATION Rastede e.V. www.wildvogelstation-rastede.de, station@wildtierstation-rastede.de

26524

Hage

Hinkenaweg 11 a

Tierhilfe Ostfriesland e.V.

Ingrid Habben

04931 76259

26607

Aurich

Eheweg 24

aktion tier Projektpartner: TSV Aurich e.V., www.tierheim-aurich.de, info@tierheim-aurich.de

Lena Sartorius

04941 71922 0172 4312374

04941 72647

27607

Langen

Glieshamm 8 c

Tierschutz Stadt Langen u.U. e.V. j.domhardt@nord-com.net

Ingrid Domhardt

04743 4165

04743 4865

30880

Laatzen

Ohestr. 12

aktion tier Projektpartner: Igel-Schutz-Initiative e.V., Igelhaus, www.igelschutz-initiative.de geschaeftsstelle@igelschutz-initiative.de

0511 233161

0511 221774

96

service

• Ausgabe 2/2013


service

30880

Laatzen

Ohestr. 12

aktion tier Projektpartner: Igel-Schutz-Initiative e.V., Igelhaus www.igelschutz-initiative.de geschaeftsstelle@igelschutz-initiative.de

0511 233161

0511 221774

31553

Sachsenhagen

Hohe Warte

aktion tier Projekt: aktion tier-Wildtier- und Artenschutzstation www.wildtierstation.de, info@wildtierstation.de

05725 708730

05725 708740

31675

Bückeburg

Am Hasengarten 6

aktion tier Projektpartner: TSV Bückeburg-Rinteln u.U. e.V. www.tierheimbueckeburg.de

Monika Hachmeister

05722 5220

38159

Wedtlenstedt

Berliner Damm 32

Katzenschutz Braunschweig e.V. www.katzenschutz-bs.de, katzenschutz-bs@web.de

Angelika Malik

05302 804811

01212 5 716 71 832

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

NORDRHEIN-WESTFALEN 32549

Bad Oeynhausen

Wöhrener Str. 74

Boxer Nothilfe Deutschland e.V. www.boxernothilfe.de geschaeftsstelle@boxernothilfe.de

Ute Helweg

05731 3001465

05731 3001466

33378

Rheda-Wiedenbrück

Heideweg 42

Pferdeschutzhof „Four Seasons“ e.V. www.pferdeschutzhof-four-seasons.de

Ina Schweikardt

05242 377604

05242 3798097

40501

Düsseldorf

Postfach 11 01 21

aktion tier Projektpartner: animal public e.V. www.animal-public.de, info@animal-public.de

Laura Zimprich

0211 56949730

0211 56949732

40670

Meerbusch

Ingerweg 102

Katzenschutzbund Krefeld e.V. wwbruder@arcor.de

Walter Bruder

02159 911846

41379

Brüggen-Bracht

Königstr. 20

Katzenschutzbund Mönchengladbach e.V. www.katzenschutzbund.de info@katzenschutzbund.de

Gaby Classen

02157 909690

02157 125542

41470

Neuss

Im Kamp 16

Tierschutzverein Katzenhilfe e.V., Düsseldorf-Neuss Tierheim Neuss-Bettikum, www.tierheim-bettikum.de info@tierheim-bettikum.de

Uta Wegener Monika Provaznik

02137 6672

02137 6672

42117

Wuppertal

Friedrich-Ebert-Str. 157 a

Netzwerk Igel e. V.

Monika Thomas und Christel Braun

0202 3097717

42781

Obgruiten

Obergruiten 2

respektiere e. V. www.respektiere.com, kontakt@respektiere.com, stefanie.richter@respektiere.com Hundevermittlung, Tel.: 02196 7068824, 0172 8856192

Anne Hake

02196 7068824 0172 8856192

44797

Bochum

Brockhauser Str. 13 a

Tierhilfe Bochum e.V. www.tierhilfe-bochum.de

Gisela Ocker

0234 797074

44849

Bochum

Postfach 630146

KIS Ruhr e. V. www.kisruhr.de, info@kisruhr.de

Julia Oelschläger

0152 03018917

01212 507367158

45899

Gelsenkirchen

Hippolytusstr. 13

Tierwacht Ruhrgebiet e.V. www.tierwacht.de info@tierwacht.de

Manfred Röll

0209 771717

0209 785731

47533

Kleve

Nassauer Mauer 2

aktion tier Projektpartner: Tierheim-Tierhilfe e.V. und N ­ atur- und Tierhilfe e.V. www.tierheim-tierhilfe.de

Sigurd Tenbieg

02821 14403

02821 13980

47533

Kleve

Nassauer Mauer 2

aktion tier Projektpartner: Südeuropäische Tierhilfe e.V. St. Antonius Tierhof für Großtiere und Elsenhof, Tierhof für Sonderfälle, www.suedeuropaeische-tierhilfe.de

Sigurd Tenbieg

02821 14401

02821 13980

47559

Kranenburg-Mehr

Keekenerstr. 40

Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter www.albert-schweitzer-tierheim.de

02826 92060

02821 13980

47669

Wachtendonk

Schlick 3

aktion tier Projekt: aktion tier-Pferdehilfe am Niederrhein e. V., www.pferdehilfe-niederrhein.com, Pferdehilfe.Niederrhein@t-online.de

Ursula von Sluyterman van LangeweydeRaubach

02836 916060

02836 916069

47669

Wachtendonk

Alter Harzbecker Weg 4

Tierhilfe Wachtendonk e.V. www.tierhilfewachtendonk.eu tierhilfewachtendonk@web.de

Peter Zensen

02836 93146

02836 93148

48429

Rheine

Birgteweg 14

Projekt kitty: Katzenhilfe Rheine u.U.e.V. www.katzenhilfe-rheine.de g.u.e.kuessner@t-online.de

Elsbeth Küßner

05971 71747

05971 981292

50354

Hürth-Efferen

Höninger Weg 98

Projekt kitty: Tierheim Helenenhof Hürth, Verein zur Verhinderung von Tierquälerei Köln u.U. e.V. www.tierheim-huerth.de, info@tierheim-huerth.de

Hanni Schäfer

02233 691067

02233 692156

50354

Hürth

Kreuzstrasse 124

Tiere in Not e.V. www.tiere-in-not-ev.de info@tiere-in-not-ev.de

Irmgard Seehausen

02233 46302

02233 400259

50460

Köln

Postfach 10 20 02

Katzenschutzbund e.V. Cat-Sitter-Club Köln katzenschutzbund-koeln.de www.katzenschutzbund-koeln.de

Andrea Bensberg

02234 996484

02234 996483

52080

Aachen

Mühlenweidweg 1

Tierschutzverein Kreis Aachen

Nicole Kuhn

0176 48262230

52088

Aachen

Postfach 500431

Katzenhilfe Aachen e.V. www.katzenhilfe-aachen.de info@katzenhilfe-aachen.de

Manuela Pabich

0241 555688

Mitgliederjournal

02129 915954

02407 8094689

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

97


52382

Niederzier

Römerstraße 23

Katzen in Not e.V. Kreis Düren www.katzeninnotdueren.de rwirtz@freenet.de

Roswitha Wirtz

02428 2097

02428 904361

57369

Lennestadt

Zum Hengstenberg 7

Katzenhilfe Olpe e.V.

Christa Ellert

58285

Gevelsberg

Schieferbank 118

Projekt kitty: Tiernothilfe Katzen-Glück www.katzen-glueck.de ulrike-klaus@web.de

Ulrike Klaus

02332 558995

58566

Kierspe

Thingslindestr. 58

Arche Kierspe e.V., reginaflick@gmx.de www.tierschutz-kierspe.de

Bärbel Höll

02359 3628

59071

Hamm

Lippestr. 134

Projekt kitty: Hilfe für Katzen in Not e.V. www.katzenhilfe-poetter.de info@katzenhilfe-poetter.de

Karin Pötter

02388 800 501 02388 800 471

02388 800 502

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

Liane Christmann

06581 5895

RHEINLAND-PFALZ 54439

Saarburg

Fasanenweg 33

Freunde herrenloser Katzen e. V. Liane.Christmann@web.de

55438

Stromberg

Postfach 126

aktion tier Projektpartner: Tierschutzverein Stromberg Tierschutz-Stromberg@t-online.de

56470

Bad MarienbergLangenbach

An der Schmiede 16

Projekt kitty: Katzenhilfe Westerwald e.V. www.katzenhilfe-westerwald.de info@katzenhilfe-westerwald.de

Hiltrud Klein

06724 477

06724 477

02661 40982 0171-8157157

02661 949935

56648

Saffig

Buchenstr. 6

Verein zum Schutz der Katze e.V.

Elvira Schumacher

02625 958299

02625 958171

56710

Mayen

Postfach 2021

aktion tier Projektpartner: Tierschutzverein Mayen u.U. www.tierheim-mayen.de, kontakt@tierheim-mayen.de

Hildegard Maas

02651 77438

02651 494733

56729

Kirchwald

Auf Silchenrath 2

aktion tier Projektpartner: Wildvogelpflegestation Kirchwald www.wildvogel-pflegestation-kirchwald.org, helgasteffens@online.de

Mara Fuhrmann

02651 3971

02651 1089

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

0351 2525047

SACHSEN 01279

Dresden

Wehlener Str. 44b

TSV Dresden „Menschen für Tierrechte“e.V. www.tierschutz-in-dresden.de tierschutzdresden@gmx.de

Elisabeth Adam

0351 2525047

01454

Radeberg

Heidestr. 21

aktion tier Projekt: aktion tier-Tierschutzzimmer im Hort Süd/ AWO Radeberg hort.sued.radeberg@awo-radeberg.de

Jutta Nitzsche

0174 6350576

01665

Meißen

Dieraer Weg 85

aktion tier Projektpartner: Tierheim Meißen/ Winkwitz e.V. tierschutzcentrum-meissen.org www.winkwitz.cabanova.de, Tierheim-Winkwitz@web.de

Katrin Assmann

03521 730169

03521 730179

02977

Hoyerswerda

Industriegelände Str. A

Katzenhilfe Hoyerswerda e.V., www.katzennot.de katzennot@gmx.de

Christina Koch

03571 922333 03571 428180

03571 428180

08223

Falkenstein

Luis Müller Str. 30

TSV Auerbach u.U. e.V.

Astrid Peuthert

03745 77372

08280

Aue

Knollweg 14

Wildtierauffangstation dalasi@web.de

Bärbel Schroller

03771 23773

03771 257574

08451

Crimmitschau

Waldsachsener Weg 11

aktion tier Projekt: aktion tier-Tierheim Crimmitschau-Werdau www.tierheim.crimmitschau.com, tierheim@crimmitschau.com

Karin Junold

03762 705773

03762 705775

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

SCHLESWIG-HOLSTEIN 21514

Büchen

Auf der Heide 7a

Katzenschutzverein und Tiernothilfe Büchen e.V. tierschutz-buechen@gmx.de

23730

Groß-Schlamin

Bahnhofstr. 10

TSV Oldenburg u.U. e.V. www.tierheim-luebbersdorf.de TierschutzOldenburg-Holstein@t-online.de

Hans-W. Oldenburg

04564 419

04564 993854

23795

Bad Segeberg

Neuland 2

Tierschutz Bad Segeberg u.U. e.V. www.tierschutz-bad-segeberg.de info@tierschutz-bad-segeberg.de

Henrike Schwarz

04551 6551

04551 995832

24635

Rickling

Eichbalken 44

Tierhilfe Nord e.V., www.tierhilfe-nord.de, info@tierhilfe-nord.de

Johannes Franken

04328 722622

04328 722868

25938

Wyk auf Föhr

Grönland 1b

Tierhuus-Insel Föhr e.V. tierhuus@hotmail.com

Janine Bahr

04681 748789 0163 3333770

PLZ

Ort

Adresse

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Kontakt

Telefon

04151 4259

Fax

THÜRINGEN 36433

Bad Salzungen

An der Armbach 16

Tierhilfe Bad Salzungen

Helmut Hahn

03695 601849

98544

Zella-Mehlis

Oberzella 33

Tierhilfe Zella-Mehlis e.V. info@tierhilfe-zella-mehlis.de

Udo Rohr

0163-3792013

98

service

• Ausgabe 2/2013

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aktion tier – menschen für tiere e.V.


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Tierschutz geht uns alle an aktion tier – menschen fßr tiere e.V.


mensch & tier 02/2013