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Ausgabe 2/20i7 Mitgliederjournal aktion tier –menschen für tiere e.V.

aktion tier-kampagne

Tierliebe geht durch den Magen Zirkus macht SpaSS: nur ohne tiere!

Wildtiere gehören in die Wildnis Reptilienschutzzentrum aktion tier brandenburg

Exotenhaltung: oft illegal und nicht artgerecht

Mit Gewinnspiel


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aktion tier – menschen für tiere e.V.

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redaktion Alexandra Pfitzmann (geb. Diezemann) Redaktion mensch und tier Für aktion tier – menschen für tiere e.V. Sächsische Straße 72 10707 Berlin Tel.: + 49 30 24535181 Fax: +49 30 68070004 Mobil: +49 172 3110212 journal@aktiontier.org www.aktiontier.org gestaltung P. Bolz druck

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beiträge

Ursula Bauer, Dr. Florian Brandes, Yvonne Goltz, Marion Gonzalez, Maya Hertlein, Dr. Tina Hölscher, Sophie Janenko, Jutta Nitzsche, Jan Peifer, Alexandra Pfitzmann, Heike Philipps, Ingeborg Polaschek, Milena Vesterling, Beiträge der Projektpartner Fotos: aktion tier, aktion tier/Ursula Bauer, aktion tier Igelzentrum Laatzen, aktion tier Lottihof, R. Altenkamp, Ärzte ohne Grenzen, cocolino, Kai Horstmann, aktion tier/Wildtierstation Sachsenhagen, aktion tier/Julia Schöffel, aktion tier-Zossen, Ursula Bauer, Bolz, Dr. Florian Brandes, Fotolia.com, Dr. Tina Hölscher, Karremann/PETA, Robert Lawton, Jan Peifer, PETA, Alexandra Pfitzmann, pixabay, Alexandra Schubert/Schirner Verlag, Sonja Smalian, Vias Design, Valentin Winhart, Bilder der Projektpartner, Titel: © Sebastian Duda Fotolia.com

Ausgabe 2/2017; Gesamtauflage 200 000 nächster Redaktionsschluss: 03.07.2017 Die nächste Ausgabe von „mensch und tier“ erscheint am 29.09.2017 „mensch und tier“ ist das Mitgliederjournal des Vereins aktion tier – menschen für tiere e.V. und wird den Mitgliedern und den Projektpartnern von aktion tier kostenlos zugestellt. Alle Beiträge/Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit ausdrück­licher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangt eingesandte Beiträge übernehmen Herausgeber und Redaktion keine Gewähr. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen und/oder zu überarbeiten. Texte und Bilder werden gegebenenfalls auf der Website von aktion tier veröffentlicht. Redaktionelle Fremdbeiträge oder Leserbriefe entsprechen nicht immer der persönlichen Meinung der Redaktion, werden jedoch mit Rücksicht auf die freie Meinungsäußerung einbezogen. Für den Inhalt von Anzeigen ist die Redaktion nicht verantwortlich.

© moventis GmbH


editorial

Liebe Mitglieder, Projektpartner und Tierfreunde!

© Alexandra Pfitzmann

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Tierschutzarbeit hat unglaublich viele Facetten. Es ist auf der einen Seite immer wieder erstaunlich und ermutigend zu erleben, wie viel man innerhalb einer Gemeinschaft wie eben bei aktion tier – menschen für tiere e.V. gemeinsam erreichen kann. So manch einer von Ihnen, liebe Mitglieder, hat sich da sicherlich einmal gefragt „was kann ich denn da schon alleine ausrichten, da ändert sich doch sowieso nichts …“. Aber, man darf nicht vergessen: Wir sind viele! Und so kommt es, dass aktion tier mit all seinen Forderungen, Aktionen und Handlungen sehr erfolgreich arbeiten kann. Auf der anderen Seite stimmen einen natürlich viele Tatsachen im Tierschutz sehr traurig, was unsere Arbeit oftmals nicht so leicht macht – schließlich nehmen auch wir, über die Jahre Leidgeprüften, Missstände im Tierschutz nicht emotionslos zur Kenntnis.

Das Sprichwort „Gut Ding will Weile haben“ trifft auch auf so Manches im Tierschutz zu. Doch wir werden nicht müde, und so wiederholen wir beinahe Mantra gleich Sätze wie „Tierhaltung bedeutet Verantwortung“ und leisten mit jährlich rund 4000 Aktionen in Wir wünschen Ihnen Deutschland eine kontinuierliche und erfolgreiche Aufklärungsarbeit. „Tierleid verhindern einen schönen Sommer! bevor es entsteht“ ist unser Credo. Denn gerne würden wir auf die letzten Seiten dieses Bitte beachten Sie unJournals beispielsweise verzichten auf denen wir leider wieder viele Tiere vorstellen, die in sere Empfehlungen für Tierschutzeinrichtungen untergebracht sind und auf ein endgültiges Zuhause hoffen (alle Ihr Tier. Vermittlungskandidaten stellen wir ab Seite 82 vor). Viele von ihnen sind im Tierheim gelandet, weil der vormalige Besitzer sich nicht gut überlegt hat, was da so auf einen zukommt, wenn man sich ein Tier anschafft. Und so mancher Tierhalter denkt nicht darüber nach, was er sich da so ins Haus holt. Dies zeigt eine Beschlagnahmung in Berlin, bei der wir zusammen mit dem Leiter der Reptilienstation aktion tier Brandenburg zahlreiche hochgiftige und illegal gehaltene Schlangen aus einer Wohnung herausholen mussten. Alles zu dieser nicht ganz ungefährlichen Aktion lesen Sie auf den Seiten 10-13. Im Rahmen unserer Aufklärungsarbeit führen wir jährlich auch mehrere Kampagnen durch, um intensiv und gezielt Menschen auf ein konkretes Thema hinzuweisen. Aktuell ist die Kampagne „Tierliebe geht durch den Magen“, die Hunde- und Katzenbesitzer darüber aufklärt, was für Bello oder Miezi denn in der Ernährung nun wichtig ist. Sie kennen das: Ihr Liebling würde am liebsten das essen, was auch bei Ihnen auf dem Teller liegt? Hm, ob das so schlau ist, und was es heißt für sein Tier zu kochen oder ob es doch die Dose aus dem Discounter sein darf, das erklärt unser Bericht zum Kampagnenthema auf den Seiten 36-43. Raus in die Natur zu gehen macht doch im Sommer am meisten Spaß, finden Sie nicht auch? Es ist herrlich warm, die Sonne lässt alles erstrahlen, und Hundebesitzer freuen sich auf lange Spaziergänge im Wald oder über Wiesen. Toll ist es natürlich, wenn man einen See findet in dem der Hund sich dann auch einmal abkühlen darf. Herrlich! Aber – ein wenig Vorsicht ist geboten, da an und in einem See so manche Gefahr für den Vierbeiner lauert. Hierzu gibt es mehr Informationen auf Seite 50. Und apropos Gefahren für den Hund: Wer mit seinem Hund ins südeuropäische Ausland verreist, der sollte bitte mit dem Hund nach Rückkehr umgehend zum Tierarzt, um eine Wurmkur durchführen zu lassen. Denn vor allem der Herzwurm, der Hunde eben in diesen südlichen Ländern (und auch in Osteuropa) durch einen Mückenstich infizieren kann, ist nicht zu unterschätzen. Lesen Sie mehr hierzu auf den Seiten 56-57. Achten Sie im Sommer bitte auch immer auf einen möglichen Zeckenbefall Ihres Tieres. So manche Zecke ist der Überträger gefährlicher Krankheiten. Im besten Fall heben Sie die Zecke nach der Entfernung auf und bringen diese zur Untersuchung zum Tierarzt, der feststellen kann, ob bedrohliche Viren erkennbar sind. Eine sommerliche Buchempfehlung haben wir ebenfalls für Sie parat: Begeben Sie sich in die Welt der Bienen mit dem Buch „Die Bienenfabrik“ von Jürgen Tautz und Diedrich Steen, die Ihnen die hochspezialisierten Mitarbeiterinnen eines Bienenstocks näherbringen von Wächterbienen, Ammen, Sammlerinnen, Putzbienen, Honigmacherinnen, über Tankstellenbienen bis zu Königinnen, die das Großunternehmen zusammenhalten. Schauen Sie nach auf S. 75! Und vergessen Sie natürlich nicht, sich unsere veganen Sommerrezepte auf den Seiten 72-73 anzusehen – damit punkten Sie garantiert auf der nächsten Sommerparty. Lassen Sie die Sonne in Ihr Herz – danke, dass Sie uns helfen! Ihre Redaktion mensch und tier aktion tier – menschen für tiere e.V. Mitgliederjournal

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Inhalt

aktuelles

aktion tier Zossen, Brandenburg Mopars & Coffee mit großem Elan dabei . . . 8-9 Reptilienschutzzentrum aktion tier Brandenburg Illegale Giftschlangenhaltung in Berlin beendet . . . . . . . . . . . . . . . . . 10-13 aktion tier Gewinnspiel Code of Survival . . . . . . . . . . . . . . . . 14-15 Jetzt kommt der STOCKMANN! Unsere Gewinner! . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

projekte

aktion tier Igelzentrum Niedersachsen Schaffen Sie Platz für Igel und Spatz! . . . . . . . . . . . . . . . . . 16-19 Lottihof für Kinder und Tiere e.V., Mecklenburg-Vorpommern Endstation Tierheim … . . . . . . . . . . . . 20-23 aktion tier-Wildtierauffangstation Rastede, Niedersachsen Azubi-Austausch unter aktion tierProjektpartnern . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

© aktion tier, Ursula Bauer

+ + + NEWS + + + . . . . . . . . . . . . . . . . . 6-7

In Berlin hielt ein Mann 22 Giftschlangen sowie eine fünf Meter lange Würgeschlange und einen Giftskorpion in seiner Wohnung. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung reagierten die Behörden sofort und baten Marko Hafenberg, Experte für Gifttiere und Leiter des Reptilienschutzzentrums aktion tier Brandenburg, um Hilfe. Wie sich herausstellte, lebten in der Wohnung einige der giftigsten und gefährlichsten Schlangen der Welt.

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Reptilienstation aktion tier Brandenburg Krokodildame „Nili“ aus Keller befreit . . . 25-27 aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen, Niedersachsen Traumberuf Tierpflegerin . . . . . . . . . . . 28-30

aktion tier Zossen, Brandenburg Schwer vermittelbar oder doch nicht? . . . 32-34 aktion tier Tierheim Teneriffa, Spanien Was ist die Aufgabe eines Tierheims? . . . . 34-35

wir klären auf

aktion tier-Kampagne Tierliebe geht durch den Magen . . . . . . . . 36-43 Keine Ende in Sicht Weitere Tierquälerei im Schweinehochhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44-45 Zirkus macht Spaß: nur ohne Tiere! Wildtiere gehören in die Wildnis . . . . 46-47

Millionen Tonnen von Monsantos „Roundup“ mit seinem Hauptwirkstoff Glyphosat werden Jahr für Jahr weltweit auf die Felder ausgebracht. Diese Giftwaffe wird jedoch stumpf, denn die Natur bildet resis­ tente Unkräuter. Dieser Form der zerstörerischen Landwirtschaft setzt der spannend erzählte Dokumentarfilm CODE OF SURVIVAL drei nachhaltige Projekte entgegen. Machen Sie mit beim Gewinnspiel!

© Pandora Filmverleih

aktion tier ZOSSEN, Brandenburg 19 beschlagnahmte Katzen übernommen . . . 31

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report Jeder verantwortungsvolle Tierhalter sollte Wert auf die gesunde Ernährung seines Lieblings legen. Doch wie mache ich es richtig? Soll ich selber kochen, roh füttern (barfen) oder Fertigfutter kaufen? Gibt es gutes und schlechtes Futter, und kann das falsche mein Tier krank machen? Die aktuelle aktion tier Kampagne „Tierliebe geht durch den Magen“ schenkt Tipps und gibt Hilfestellung.

Ein ganz besonderer Vogel Die Waldschnepfe . . . . . . . . . . . . . . . 48-49 Mit dem Hund am See unterwegs … Im Trüben fischen . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 aktion tier informiert Wer nagt an den Gartenmöbeln? . . . . . . 51

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junior aktion tier Tierschutzzimmer Radeberg, Sachsen-Anhalt Danke für die tolle Unterstützung! . . . . 52-53

Rätselspaß & Kids-Infoseite . . . . . . . . . . . . 55

Die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Sie gehört zu den sogenannten Watvögeln, deren Vertreter feucht-sumpfige Lebensräume wie Ufer, Küsten, Moore und Nasswiesen besiedeln. Im März wurde eine Waldschnepfe verletzt in der aktion tier Geschäftsstelle in Berlin abgegeben.

rat & tat Aus der Tiermedizin Entwurmen Sie nach Reiseende! . . . . . 55-57 Verbraucherschutztipps von aktion tier Leder, ein Abfallprodukt? . . . . . . . . . . . . 58-59

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unsere partner Berliner Katzenschutz e.V., Brandenburg Katzen wie Abfall entsorgt … . . . . . . . . . . . . 60

Es ist heiß. Was liegt näher als seine Freizeit am See zu verbringen? Und der Hund kommt natürlich mit. Schließlich hat er beim Tollen im kühlen Nass auch einen Heidenspaß. Doch so manches Mal findet der Badespaß ein jähes Ende …

Katzenhilfe Rheine und Umgebung e.V., NRW Katzenpopulation umgesiedelt . . . . . . . . . . . . 61 © Alexandra Pfitzmann

© aktion tier, Ursula Bauer

Comic Max und Lolo in: ein Tag am See . . . . . . 54

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Tierheim Mayen e.V., Rheinland-Pfalz Wulli grüßt aus dem Frühling mit Notfellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62-64 Katzenschutz Rostock e.V., MecklenburgVorpommern Tod und Tierquälerei durch Tellereisen . . . . . . 65 TSI Odenwald, Hessen Tierversuche und kein Ende? . . . . . . . . . . 66-68 Wildvogel-Pflegestation Kirchwald Turmfalke – Autounfall – Flügelfraktur . . . 68-69

service Pressespiegel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70-71 aktion tier macht Appetit! Kulinarisch-Vegetarisch-Vegan . . . . . . 72-73 Geschenke für den Tierschutz aktion tier Shop . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Zu den Themen „Die Störche sind zurück!“, „Krötenwanderung“ und „Der Unterschied zwischen Kröten, Unken und Fröschen“ zeigten sich die Kinder des AWO Kinderhorts Radeberg in Sachsen-Anhalt ganz kreativ. Das aktion tier Tierschutzzimmer war voller Aktivität.

Für unsere Leseratten Die Honigfabrik . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 Patentiere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76-81

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Vermittlungstiere . . . . . . . . . . . . . . . . 82-92 Adressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93-98

Mitgliederjournal

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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+ + NEWS + + + NEWS + + + NEWS + Tierschutzwidrige Kükentötung?

USA: strengere Regeln für Antibiotika

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n mehreren Landkreisen Niedersachsens wurden im Zusammenhang mit dem erneuten Ausbruch der Vogelgrippe 2016 und 2017 rund 500.000 Putenküken offenbar getötet, weil eine Vermarktung der Tiere nicht möglich war. Nach Medienberichten prüft das Land nun, ob dies nicht ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz bedeutet. Die zuständigen Veterinärbehörden zweier Landkreise wurden aufgefordert, den Vorwürfen nachzugehen und die Untersuchungen ggf. an die Staatsanwaltschaften zu übergeben. Dies ergab die schriftliche Antwort von Agrarminister Christian Meyer auf eine mündliche Anfrage mehrerer CDU-Abgeordneten im Landtag. Niedersachsen gilt als Hochburg der Geflügelzucht in Deutschland und ist daher von der Vogelgrippe regelmäßig besonders betroffen.

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© Jan Peifer

uch in den USA gelten seit diesem Jahr strengere Anforderungen für die Gabe von Antibiotika an sogenannte Nutztiere, die für den menschlichen Verzehr gezüchtet werden. So dürfen Antibiotika nicht mehr als Wachstumsbeschleuniger eingesetzt werden, außerdem sind viele bislang frei verkäufliche Antibiotika nun verschreibungspflichtig. Darüber hinaus muss auch der Einsatz von auch humanmedizinisch relevanten Medikamenten seit dem 1. Januar strenger dokumentiert und durch Tierärzte überwacht werden. Hierzu gibt es schriftliche Anwendungsvorschriften für Landwirte und Futterhersteller. Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung ist seit langem umstritten, auch die EU setzt sich daher für einen strengeren Umgang ein. Denn mit der Gabe von Antibiotika ist immer auch die Gefahr von Resistenzbildung verbunden, wodurch die Behandlung von Krankheiten bei Mensch und Tier erschwert oder sogar verhindert werden kann.

eigenen Tod und die Schlachtung miterleben müssen. Mit den unangekündigten Kontrollen reagierte das Ministerium auf verheerende Prüfungsergebnisse bei Nachkontrollen schon vorher aufgefallener Betriebe. Ab 2018 sollen die Schlachthöfe nicht mehr wie bisher von Städten und Landkreisen, sondern von einer überregionalen Kontrollbehörde überwacht werden, um eine ordnungsgemäße Betäubung der Schweine sicherzustellen.

Weiter mangelhafte Betäubung in bayerischen Schlachthöfen

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ei Nachkontrollen Ende des vergangenen Jahres wurden in fast jedem dritten Betrieb (allein in Bayern) wie schon im Vorjahr Mängel festgestellt. Auch eine Tierschutz-Sonderkontrolle des Verbraucherschutzministeriums im Januar zeigte, dass bei der Betäubung von Schweinen einiges schiefläuft – so könne nicht garantiert werden, dass die Tiere keine Schmerzen erleiden müssen. Vereinzelt waren Mitarbeiter nicht in der Lage, eine ordnungsgemäße Betäubung der Tiere zu erkennen und sicherzustellen. Dies bedeutet, dass Schweine mitunter bei Bewusstsein ihren 6

aktuelles

• Ausgabe 2/2017

Viele Tierschutzverstöße bei privaten Haltern

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ls landesweit erste Hochschule bekommt die Westfälische Wilhelms-Universität Münster eine Professur für Tierschutz, die vom Land NRW für vorerst fünf Jahre finanziert wird. Die neue Stelle soll unter anderem dazu beitragen, das Thema Tierversuche neu zu erforschen. So sollen die Haltungsbedingungen der Tiere verbessert und Experimente verantwortungsvoller durchgeführt werden, insgesamt soll das Wohlergehen der Tiere und damit die Aussagekraft von Versuchen sichergestellt werden. Außerdem sollen eine Koordinierungskommission für tierexperimentelle Forschung und ein Büro für Tierschutz eröffnet werden, an denen Studierende und Wissenschaftler beteiligt werden. Die Professur soll mit einer 34-jährigen Biologin besetzt werden, deren Forschungsgebiet die Verhaltensbiologie ist.

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äufiger als in der gewerblichen Tierhaltung wird von privaten Haltern gegen das Tierschutzrecht verstoßen. Darauf machen Amts­ tierärzte in Brandenburg aufmerksam. Rund zwei Drittel der gemeldeten Verstöße wurden 2016 durch Halter von Katzen, Hunden und anderen Haustieren begangen. Gewerbliche Tierhaltungen sind überwachungspflichtig, für private Tierhalter gibt es diese Pflicht nicht. Das

© Kai Horstmann

© Jan Peifer

Professur für Tierschutz in Münster


+ + + NEWS + + + NEWS + + Zusammengestellt von Jan Peifer

Betreten eines Grundstücks durch die Behörden erfordert eine richterliche Anordnung, was Kontrollen nach einer Anzeige erschwert. Hintergrund vieler Anzeigen sind nach Aussagen der Veterinärämter Nachbarschaftsstreitigkeiten, doch etwa die Hälfte der gemeldeten Fälle hat einen triftigen Grund. Dazu gehören nicht nur Katzen oder Hunde auf zu kleinem Raum oder in Zwingerhaltung, auch überforderten Tierhaltern begegnen die Kontrolleure häufiger. Oft ist diesen nicht bewusst, dass sie gegen Vorschriften verstoßen. Tierärzte appellieren daher auch weiterhin an Angehörige und Kontaktpersonen insbesondere von sozial schwächeren Menschen, Missstände aktiv anzusprechen und den Behörden zu melden.

chen, dieses soll nun vom Bundestag beschlossen werden. Derzeit gibt es noch sechs Nerzfarmen in Deutschland – keine von ihnen hat die gültige Haltungsverordnung umgesetzt.

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chleswig-Holsteins letzte Nerzfarm ist geschlossen, auf dem Betriebsgelände in Schlesen/Plön leben keine Tiere mehr. Jahrelang hatte der Betreiber sich gegen ein Umsetzen der 2011 in Kraft getretenen Verschärfung der Haltungsvorschriften für Farmnerze gesträubt. Demnach ist eine Käfigmindestgröße von 3 m 2 vorgeschrieben, doch die bis zuletzt verwendeten Käfige unterschritten diese Vorgabe um das Zehnfache. Auch den vorgeschriebenen Zugang zu Wasser und Sand hatten die alten Käfige nicht gewährt. Ein langer Rechtsstreit mit Klagen der Pelztierzüchter hatte diesen ermöglicht, die Vorgaben nicht umsetzen zu müssen. Doch mittlerweile hat sich der Bundesrat für ein vollständiges Verbot von Pelzfarmen ausgespro-

in leidenschaftlicher Fleischesser als Betreiber eines veganen Restaurants? Eigentlich wollte der von Geldnot geplagte Harry das Restaurant, das er von seiner Großmutter erbt, in ein Bordell umwandeln. Dem Rotlichtmilieu ist er (vor allem mit Schulden) verbunden, mit der veganen Geschäfts­idee des Lokals weiß er hingegen nicht viel anzufangen. Doch dann erfährt er vom letzten Willen der verstorbenen Oma: Das Restaurant darf nicht zweckentfremdet werden. So ist Harry plötzlich Besitzer eines Restaurants, in dem er eine völlig neue Welt kennen und lieben lernt. Mit Los Veganeros 2 bringt Regisseur Lars Oppermann die Fortsetzung seines Erfolgs von 2015 in die Kinos und wirbt charmant unaufdringlich für die vegane Lebensweise. Auch für (Noch-) Nichtveganer unser Tipp: ansehen und sich begeistern lassen!

Polizei stoppt illegalen Transport aus Rumänien

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m Grenzübergang in Passau hat die Polizei immer wieder mit Schmugglern zu tun, häufig gehen ihr illegale Tiertransporte ins Netz. So auch im Februar: Bei der Kontrolle eines rumänischen Fahrzeugs wurden die Beamten stutzig und durchsuchten den Kleintransporter. Dabei stießen sie auf insgesamt 56 Hunde- und Katzenwelpen, die bereits an Käufer in Deutschland und Dänemark vermittelt worden waren. Die Tiere befanden sich in

Berliner Eisbär Fritz wurde nur vier Monate alt

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r hätte der nächste Publikumsliebling im Berliner Zoo werden können, doch nach nur vier Monaten starb Eisbärbaby „Fritz“, wie ihn die Berliner genannt hatten. Die offizielle Todesursache lautet Organversagen, auch Notärzte konnten das Tier nicht mehr retten. Trotz der hohen Sterblichkeit bei jungen Eisbären auch in freier Wildbahn sorgt der Tod des Bären für ein Aufleben der grundsätzlichen Kritik an der Eisbärenhaltung. Schon sein Zwilling war kurz nach der Geburt

© Jan Peifer

© Jan Peifer

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gestorben, den Tod von Fritz sehen Tierschützer nun als weitere Folge der nicht artgemäßen Haltungsbedingungen im Zoo. Oftmals seien Bären und insbesondere ihre Babys in erster Linie Publikumsmagnete, ihre Haltung nicht zeitgemäß, heißt es auch aus Wissenschaftskreisen. Eine Botschafterfunktion für ihre frei lebenden Artgenossen und ihren schwindenden Lebensraum könnten sie schon längst nicht mehr übernehmen, alleine jedoch aus Platzgründen und wegen der fehlenden natürlichen klimatischen Bedingungen sei ihre Haltung und kontrollierte Fortpflanzung nicht zu unterstützen. Derzeit leben in insgesamt 14 deutschen Zoos noch 36 Eisbären.

Film: Los Veganeros 2

Nerzfarm geschlossen

aktuelles

einem verwahrlostem Zustand, waren in kleinen oder unzureichenden Boxen untergebracht, waren nicht geimpft und hatten keine Papiere. Die Käufer wurden von der Polizei ermittelt und mit einem Bußgeld belegt, um die Tiere kümmerten sich hinzugezogene Tierärzte.

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aktion tier Zossen, Brandenburg

Mopars & Coffee mit großem Elan dabei

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Auch in den Kaninchenausläufen und in den Katzengehegen wurde Hand angelegt. Für die Nager gab es einen neuen Untergrund aus Sand, und die Außenbereiche der Katzen wurden komplett ausgeräumt, gereinigt und mit neuen aktuelles

• Ausgabe 2/2017

© aktion tier, Ursula Bauer © aktion tier, Ursula Bauer

Unter anderem wurde ein neues Außengehege für die Hunde errichtet.

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Um 11 Uhr gingen die Arbeiten los: Der alte Militärzaun wurde abgerissen, die Fläche geebnet und die Grundpfeiler für die neuen Holzhütten wurden ebenfalls befestigt. Ein ungenutzter Carport bietet hierfür das Grundgerüst. „Solche Hütten wie wir sie brauchen, gibt es so nicht zu kaufen. Den Carport auszubauen erscheint mir am sinnvollsten“, so Hausmeister Thomas Kaminski. „Gedämmt, gefliest und beheizt werden das richtig tolle Unterkünfte für die Hunde.“

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Umzäunung für das weitläufige Außengehege für Hunde. Ebenfalls sollen neue Holzhütten entstehen, welche beheizt werden können, sodass die Tiere auch im Winter eine angenehme Unterkunft haben.

An die 15 Leute von Mopars & Coffee haben sich am 25. März im Zossener Tierheim eingefunden, um den Grundstein für das neue Bauprojekt zu legen. „Dass wir so gut und schnell vorankommen und dabei so viel erreichen, hätte ich gar nicht erwartet“, freut sich Hausmeister Thomas Kaminski. Der gelernte Tischler behielt auch heute den Überblick über die Bauarbeiten und koordinierte die Helfer, sodass die geplanten Arbeiten schnell getan waren. Vorgesehen ist eine neue

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Reichlich zu tun gab es im Zossener Tierheim. Ende März wurde an allen Ecken und Enden des großen Geländes gewerkelt und geschuftet. Wie auch schon im letzten Jahr versammelten sich Mitglieder von Mopars & Coffee Berlin, um gemeinsam mit aktion tier – menschen für tiere e.V. und dem Tierheimpersonal ein neues Bauprojekt zu beginnen. Die Finanzierung hierfür ist Dank der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, welche 4000 Euro spendete und der Stiftung Menschen für Tiere weitestgehend abgedeckt. Doch neben den nötigen Geldern ist auch tatkräftige Unterstützung gefragt. Ein Bericht von Sophie Janenko


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Die Mitglieder von Mopars & Coffee werden auch bei ihren diesjährigen Ausfahrten Geld für das Projekt in Zossen sammeln, und für jeden verkauften Kalender fließen drei Euro in die Spendenbüchse. Darüber hinaus ist ein weiterer Arbeitseinsatz im Tierheim Zossen bereits für Oktober geplant. Wir möchten uns auf diesem Wege sehr herzlich bei den Mitgliedern von Mopars & Coffee für die großartige Unterstützung bedanken. Für das Tierheim Zossen ist es eine große Freude, dass sich die Mitglieder

über ihre eigentliche Leidenschaft hinaus engagieren und sich so für das Wohl der Tiere einsetzen.

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gutes Essen, Musik und amerikanische Oldtimer spielten an diesem Tag eine Rolle. Es wurden Spendenbüchsen ausgestellt, um weitere Gelder für das Bauprojekt im Tierheims Zossen zu sammeln. Ebenfalls waren Vorstandsmitglieder Denny Rehfeldt und Ursula Bauer vor Ort, um die Besucher rund um das Tierheim und das anstehende Projekt zu informieren.

© a k ti on t ier, U r

Jens Wiezorek, der Gründer von Mopars & Coffee organisiert jedes Jahr ein soziales Projekt, welches von den Mitgliedern eifrig unterstützt wird. So hat die Gruppe sich unter anderem schon für krebskranke und behinderte Kinder engagiert. Nun hat sich die Gemeinschaft zum zweiten Mal dafür entschieden, ihre Tatkraft dem Tierheim Zossen zugutekommen zu lassen. „Es ist sehr schön zu sehen, was man bewirken kann. Wir kommen immer gerne vorbei um uns das Ergebnis anzuschauen“, so Jens Wiezorek.

Bei der Saisoneröffnung von Mopars & Coffee am 23. April 2017.

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© aktion tier, Ursula Bauer © aktion tier, Ursula Bauer

Spiel- und Klettermöglichkeiten eingerichtet. „Wir möchten die Außengehege ein bisschen naturnaher gestalten“, so Vorstandsmitglied Elna Windmann.

Als nächste Aufgabe für den Organisator ging es an die Vorbereitungen für die Saisoneröffnung von Mopars & Coffee. Am 23. April trafen sich die Autoliebhaber in Berlin, um sich bei guter Musik, Essen und Getränke über ihre Leidenschaft auszutauschen. Den perfekten Rahmen bot auch in diesem Jahr das Cruise-In Diner in Spandau. Trotz des sehr wechselhaften Wetters wurden die US-Oldtimer aus ihren Garagen geholt und aufpoliert. Zu den passend gekleideten und frisierten Besitzern war dies ein wirklicher Augenschmaus für die Besucher. Wer das passende Rockabilly-Outfit noch nicht im Kleiderschrank hatte, konnte sich bei einem Stand von „Dotty & Dan“ gleich eines zulegen. Doch nicht nur

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aktuelles


Reptilienschutzzentrum aktion tier Brandenburg

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Illegale Giftschlangenhaltung in Berlin beendet Die Frau wollte Anfang April eigentlich nur ein im Internet angebotenes Möbelstück in einer Wohnung in Berlin abholen. Dann stand sie in einem Zimmer voller Terrarien mit Schlangen. An jedem klebte ein Schild mit einem Totenkopf und dem Hinweis ‘sehr giftig’. Aus den Behältnissen drang unheimliches Rasseln. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

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Wieder zu Hause schrieb die Frau eine Mail an die Behörde des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg und schilderte ihre Beobachtungen. Der Verdacht auf illegale Giftschlangenhaltung setzte das zuständige Veterinäramt in Alarmbereitschaft. Marko Hafenberg, Experte für Gifttiere und Leiter des Reptilienschutzzentrums aktion tier BRANDENBURG, wurde um Mithilfe gebeten, und einen Tag später standen wir vor der Tür des potentiellen Giftschlangenhalters. Da die beiden Mitarbeiterinnen

Der Giftschlangenexperte Marko Hafenberg beim Einfangen einer Westlichen Gabunviper

haje) und die Monokelkobra (Naja kaouthia). Außerdem Vipern mit gewebe- oder nervenzerstörenden Giften wie die Westliche Gabunviper (Bitis gabonica rhinoceros) oder die Schauer-Klapperschlange (Crotalus durissus collineatus). Auch das Gift des Dickschwanzskorpions

des Veterinäramtes vorsorglich einige Polizeibeamte mitgenommen hatten, blieb dem 44-Jährigen Tierhalter nichts anderes übrig als der Kontrolle zuzustimmen. Wie sich herausstellte, lebten in der Wohnung insgesamt 21 Giftschlangen sowie eine fünf Meter lange Würgeschlange und ein Giftskorpion. Unter den Schlangen befanden sich die weltweit gefährlichsten. Zum Beispiel Giftnattern mit hochwirksamen Nervengiften wie die Ägyptische Kobra (Naja

Ägyptische Kobra oder Uräusschlange (Naja haje)

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• Ausgabe 2/2017

© aktion tier, Ursula Bauer

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Monokelkobra (Naja kaouthia), Albino


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Die meisten der in zwei Zimmern dicht an dicht gestellten Terrarien waren nicht ausbruchsicher, da entsprechende Schließvorrichtungen fehlten. Nicht auszudenken was hätte passieren können, wenn sich eines der Reptilien in dem Mehrfamilienhaus auf Entdeckungstour begeben hätte. Die Haltung gefährlicher Wildtiere ist in Berlin in einer speziellen Verordnung geregelt. Teil A der Anlage zu dieser Verordnung beinhaltet Tiere wie beispielsweise Menschenaffen, Bären, große Raubkatzen, Panzerechsen, giftige Spinnen, Skorpione und Schlangen, die nicht von Privatpersonen gehalten werden dürfen. Dieses Verbot gilt ohne Ausnahme – Sondererlaubnisse werden nicht erteilt. In Teil B sind dann gefährliche Tiere aufgelistet, die nur mit einer Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde von Privatpersonen gehalten werden dürfen. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Vogelspinnen, Warane über 50 cm Körperlänge, Riesenschlangen über 2m und sämtliche Affenarten außer Menschenaffen.

Ein sicher verschlossenes Terrarium wäre bei dieser hochgiftigen Westlichen Gabunviper (Bitis gabonica rhinoceros) sinnvoller gewesen als grelle Warnschilder.

Die dämmerungs- und nachtaktive Gebänderte Kobra (Naja annulifera) kann eine Körperlänge von 250cm erreichen. Ihr Gift wirkt überwiegend neurotoxisch (das Nervensystem schädigend). Die Symptome bei Gebissenen reichen von Übelkeit, Seh- und Sprachstörungen bis hin zum Atemstillstand, der ohne medizinische Gegenmaßnahmen zum Tod führt.

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Parabuthus schlechteri kann dem Menschen gefährlich werden.

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Dickschwanzskorpion Parabuthus schlechteri

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© aktion tier, Ursula Bauer

Die Zebrakobra (Naja nigricincta nigricincta) gehört zu den Speikobras. Sie kann nicht nur beißen, sondern auch ihr Gift auf eine Entfernung bis zu maximal 4m verspritzen. Ist das Gift in die Augen gelangt, muss es schnellstens ausgewaschen werden, sonst droht Erblinden.

Die anwesenden Amtstierärzte ordneten sofort die Wegnahme der Tiere an. Selbst unser erfahrener Giftschlangenexperte Marko Hafenberg geriet beim Einfangen der gefährlichen Reptilien ins Schwitzen, zumal sich auch das Hantieren mit den Schlangenhaken in den kleinen, mit Terrarien vollgestopften Zimmern, als äußerst

schwierig erwies. Bei dem großen Netzpython (Python reticulatus) waren fünf Personen erforderlich, um die beeindruckende, aber auch sehr wehrhafte Würgeschlange in eine Transportbox zu verfrachten. Nach etwa 4 Stunden waren alle Tiere in mehrfach gesicherten Behältnissen verstaut, und Marko Ha-

fenberg machte sich auf den Weg in das Reptilienschutzzentrum aktion tier BRANDENBURG. Hier wurden die Schlangen und der Skorpion erst einmal eine Zeit lang in Quarantäne gehalten. Eine Vermittlung an Privatpersonen war ausgeschlossen, aber einige Tiere konnten an Zoos abgegeben werden. Der Rest bleibt im Reptilienschutzzentrum.

© aktion tier, Ursula Bauer

Breitband-Kupferkopf (Agkistrodon contortrix laticinctus); Unterart des Nordamerikanischen Kupferkopfes; gehört zur Familie der Vipern; Kupferkopfbisse gehören zu den schmerzhaftesten aller Schlangenbisse und sind potentiell tödlich.

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aktuelles

• Ausgabe 2/2017


aktuelles

Welche Strafe droht Gemäß der Berliner Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere wildlebender Arten stellt die private Haltung eines in der Anlage Teil A mit absolutem Verbot belegten Tieres keine Straftat, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit dar, die allerdings mit einem saftigen Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann. Neben dem zu erwartenden Bußgeld in unbekannter Höhe muss der Gifttierhalter auch die Kosten des Einsatzes tragen. Wir brauchen eine bundesweite Regelung Angesichts dieses neuerlichen Falles von illegaler Gifttierhaltung weist aktion tier wieder einmal auf die dringende Notwendigkeit

einer bundesweiten Gefahrtierverordnung hin. Bisher regeln dies die Länder immer noch nach eigenem Gusto. Es ist zwar lobenswert, dass in Berlin eine klare gesetzliche Regelung besteht. Mehrere Bundesländer, darunter das an Berlin

Alle 21 in der Wohnung vorgefundenen Giftschlangen sowie der Skorpion stehen auf der Verbotsliste. Ihre Haltung war folglich illegal. Netzpythen erreichen eine durchschnittliche Körperlänge von fünf bis sieben Meter, gehören also zu den erlaubnispflichtigen Riesenschlangen. Das in der Wohnung lebende Exemplar wurde jedoch ohne die erforderliche Genehmigung gehalten.

angrenzende Brandenburg, haben jedoch keine entsprechende Verordnung. Dort kann jedermann Giftschlangen halten, ohne eine entsprechende Sachkunde oder die Sicherheit der Unterbringungen nachweisen zu müssen. Der Gedanke, dass unser Gifttierhalter vielleicht einfach nach Brandenburg zieht und sich wieder massenweise und völlig legal Giftschlangen zulegt, ist schwer zu ertragen. Die Haltung von giftigen und gefährlichen Tieren stellt nicht nur eine Gefahr für den Tierbesitzer und dessen Familienmitglieder dar, sondern unter Umständen auch für völlig ahnungslose und unbeteiligte Dritte. Es ist Aufgabe des Gesetzgebers dafür zu sorgen, dass niemand durch sein Verhalten andere Menschen beunruhigt oder einer potentiellen Gefahr aussetzt.

KURZ

&

BÜNDIG

China verbietet Elfenbeinhandel

bwohl China das Wash­ ingtoner Artenschutzabkommen unterschrieben hat, das seit 1989 den Handel mit Elfenbein ächtet, gilt es bis heute als Hauptumschlagplatz. Rund 70% der weltweiten Handelsmenge landen in dem asiatischen Land. Doch nun soll endlich auch hier ein Verbot in Kraft treten, welches schon vor zwei Jahren beschlossen wurde. Dieses stellt die Einfuhr, Verarbeitung und den Verkauf unter Strafe und soll zum Ende des Jahres in Kraft treten. Die Nachricht wird von Tierschützern weltweit als historischer Schritt begrüßt. Denn die Zahl der wild lebenden afrikanischen Elefanten ist in den letzten Jahren dramatisch gesunken. Schätzungen zufolge fallen pro Tag rund 100 Tiere Wilderern zum Opfer. Sollte diese Entwicklung sich fortsetzen, könnten die Dickhäuter innerhalb weniger Jahre ausgerottet werden. Allerdings muss nun Wert

© pixabay

O

auf strenge Kontrollen gelegt werden, da ein Verbot die Preise auf dem Schwarzmarkt deutlich ansteigen lassen und den Schmuggel für Wilderer noch rentabler machen könnte. Mitgliederjournal

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aktion tier Gewinnspiel

Code of Survival

„CODE OF SURVIVAL – die Geschichte vom Ende der Gentechnik“ Seit 1. Juni 2017 im Kino! Mehr unter www.codeofsurvival.de Kinofinder: http://kinofinder.kino-ze it.de/ programmsuche/code-of-survival

© Pandora Filmverleih

© Pandora Filmverleih

Auf der Teeplantage Ambootia in Indien.

In dem aktuellen Film wird die heilende Kraft der ökologischen Landwirtschaft mit den Auswirkungen des giftgestützten Anbaus konfrontiert. Der Film stellt die entscheidende Frage: In welcher Art von Landwirtschaft liegt der CODE OF SURVIVAL auf unserem Planeten? Ein Filmtipp mit Gewinnspiel, vorgestellt von Alexandra Pfitzmann

laya. In 2000m Höhe erleben wir, wie nachhaltige ökologische Land-

wirtschaft eine ganze Region rettet. Die ökologische Anbauweise ver-

Die Teeplantage AMBOOTIA in Indien, in der überwältigenden Landschaft von Darjeeling/Hima14

aktuelles

• Ausgabe 2/2017

© Pandora Filmverleih

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Millionen Tonnen von Monsantos „Roundup“ mit seinem Hauptwirkstoff Glyphosat werden Jahr für Jahr weltweit auf die Felder ausgebracht. Diese Giftwaffe wird jedoch stumpf, denn die Natur bildet resistente Unkräuter, die sich in biblischen Ausmaßen vermehren und nun ein Superwachstum an den Tag legen, das Nutzpflanzen überwuchert und abtötet. Dieser Form der zerstörerischen Landwirtschaft setzt der überaus spannend erzählte und vielschichtige Dokumentarfilm CODE OF SURVIVAL drei nachhaltige Projekte entgegen:

Bertram Verhaag dreht im Rahmen seiner eigenen Produktionsfirma DENKmal-Film Dokumentarfilme. In drei Jahrzehnten entstanden etwa 140 Filme, darunter neun abendfüllende Kinoproduktionen. Konsequent, beharrlich und nachhaltig fühlt er sich als Produzent, Autor und Regisseur ausschließlich politischen, umweltpolitischen und sozialen Themen verpflichtet. In den vielen Diskussionen nach seinen Filmen begegnet ihm immer wieder das Argument der Gentechnikbefürworter: „Man kann die bald 9 Milliarden Menschen auf der Welt nur mit Gentechnik ernähren“. Mit diesem Aberglauben räumt Verhaag in „Code of Survival“ gründlich auf. Er zeigt auf der einen Seite die verheerenden Folgen der Gentec-Gifte, die in fast jedem von uns nachweisbar sind – selbst in Ländern, wo keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut werden. Auf der anderen Seite zeigt er Auswege: Projekte, die ohne Gentechnik und Gifte schon seit Jahrzehnten die Menschen ausreichend und gut ernähren, den Produzenten schwarze Zahlen und Gewinne bescheren, und zusätzlich den Boden wertvoll erhalten, statt ihn zu zerstören.


aktuelles

hindert das Abrutschen der durch den Kunstdüngereinsatz erkrankten Teegärten. Das Projekt SEKEM des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish, der vor 40 Jahren inmitten der Wüste seine biologische Farm gründete, beweist eindrücklich, wie man Wüste in fruchtbaren Boden verwandeln kann, und es wird gezeigt wie es funktioniert.

In der eindrücklichen Montage wird die heilende Kraft der ökologischen Landwirtschaft mit den Auswirkungen des giftgestützten Anbaus konfrontiert, und es wird die Frage aufgeworfen: In welcher Art von Landwirtschaft liegt der CODE OF SURVIVAL auf unserem Planeten?

© Pandora Filmverleih

Der unbeugsame Bayer FRANZ AUNKOFER war einer der ersten Biobauern Deutschlands – auf alle Fälle aber der erste biologische Schweinemäster. Durch seine Pionierarbeit erwirtschaftet er inzwischen denselben Ertrag wie im konventionellen Anbau – ohne einen Tropfen Gift. Nur der Bauer sollte an der Landwirtschaft verdienen und nicht die Chemiegiganten.

Glyphosat trägt maßgeblich zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei. Es steht im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Die Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation hat es als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft. Glyphosat ist in der Landwirtschaft ersetzbar, vor allem durch Pflügen und Grubbern.

Unsere Gewinnspielfrage: Wie heißt die umstrittene Hauptkomponente des Unkrautbekämpfungsmittels „Roundup“ der Firma Monsanto?

- Glyphosat - Kohlenmonoxyd - Stickstoff

Gewinnen Sie zwei von sechs Kinokarten für den Kinofilm „Code of Survival“!

Vielen Dank an Pandorafilm und ZOOM MEDIENFABRIK GmbH für die Bereitstellung der Preise!

Senden Sie Ihre Antwort bis zum 24. Juli 2017 an*:

aktion tier – menschen für tiere e.V. Stichwort „Gewinnspiel Code of Survival“ Kaiserdamm 97 14057 Berlin

*Wir versichern, dass alle persönlichen Daten aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht an Dritte weitergeleitet werden. Mitarbeiter von aktion tier – menschen für tiere e.V. und deren Angehörige sind von der Teilnahme am Gewinnspiel ausgeschlossen. Die Namen der Gewinner werden im nächsten Journal bekannt gegeben und die Gewinne versandkostenfrei zugeschickt.

Jetzt kommt der STOCKMANN!

Unsere Gewinner!

I

In der letzten Ausgabe von mensch und tier haben wir den Film „Jetzt kommt STOCKMANN!“ vorgestellt. Aus den zahlreichen Zusendungen haben wir mittels unserer Losfee drei Gewinner des Gewinnspiels ermittelt.

Die Gewinnspielfrage lautete: Von was für einem Tier wird Stockmann mitgenommen? a) einem Vogel b) einem Hund c) einem Pferd

Unsere Gewinner sind:

1) Fanny Hirsch, Plauen 2) Eva van Deßel, Köln 3) Nico Reichelt, München

Wir gratulieren und wünschen viel Spaß mit dem Gewinn eines Fanpakets!

© cocolino

Die richtige Antwort war: b) einem Hund.

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aktion tier Igelzentrum Niedersachsen

Schaffen Sie Platz für Igel und Spatz!

W

Wilde Gartentiere leiden unter akuter Wohnungsnot, sie lieben wilde Gärten. Menschen können mit dem „soziale Wohnungsbau für Wildtiere“ helfen! In unserem Beispielgarten konnten Betrachter viele Exponate zum Nachahmen entdecken. Das umzusetzen, muss nicht teuer sein. Wer handwerklich

nicht geschickt ist oder ein außergewöhnliches Geschenk sucht, konnte verschiedene Nisthilfen käuflich am Stand erwerben oder einfach eine alte Holz-Apfelkiste als Unterschlupf selbst zweckentfremden. Von ökologischer Bedeutung sind vernetzte Flächen und Struk-

Beispielgartenausstellung im LeineCenter Laatzen 27. Februar bis 4. März mit ganztägiger Beratung, Nisthilfenverkauf, Literatur, Information. Um die Ausstellung mit einer Länge von über 10 m im gut besuchten Einkaufszentrum aufzubauen, waren die meisten Exponate aus Schaugarten und Schulungsraum sorgfältig ausgewählt und für den Möbelwagen verpackt und konnten am 27.02. aufgebaut und dekoriert werden. Interessierte Passanten wurden direkt darüber aufgeklärt, dass es nicht gut um den Zustand der Lebensräume für unsere heimischen Wildtiere steht. Durch intensive Flurbereinigung und überdimensioniertem Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln ist der ursprüngliche Lebensraum für große Teile der Flora und Fauna praktisch nicht mehr bewohnbar. Private und öffentliche Gärten, Parks und Grünflächen in und um die Städte und Dörfer, selbst Balkone sind heutzutage die letzten Rückzugsgebiete, die wilden Gartentieren noch zur Verfügung stehen. Aber auch hier wird es immer enger, die Tiere haben nicht die nötige Ruhe. Selbst die Wochenstuben sind vor immensen Störungen alles andere als sicher.

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projekte

• Ausgabe 2/2017

© pixabay

Das Jahr 2017 hat für die Einrichtung „aktion tier Igelzentrum Niedersachsen“ mit den Vorbereitungen für die Kampagne „Schaffen Sie Platz für Igel und Spatz“ mit dem Ziel angefangen, rechtzeitig vor den Frühjahrsgartenarbeiten nicht nur Gartenbesitzerinnen und -besitzer dazu aufzufordern, Lebensräume für Wildtiere aufzuwerten oder neue zu schaffen. Ein Bericht von Heike Philipps, Ambulanzleitung turen. Auch in den Städten brauchen Wildtiere dicht begrünte „Trittsteine“, um sicher von der Futtersuche zurückzukehren oder um sicher von einem zum anderen Garten zu kommen. Es gilt, vorhandene Lebensräume qualitativ zu verbessern und auch neue zu schaffen, damit die nächste Generation


projekte

nicht nur aus Büchern erfährt, wie Igel und Spatzen aussehen. Die Selbstbau-Exponate mit Bauanleitungen können Sie demnächst auf unserer Homepage einsehen und herunterladen. Sie wollen gleich anfangen?

• Öffnen

Sie Ihre Zäune, damit Frösche, Blindschleichen und Igel auch in Nachbars Garten gelangen! • Legen Sie Stein-, Reisig- und/ oder Asthaufen an! • Spatzen brauchen Sandbäder, füllen Sie einfach eine Vogeltränke mit Vogelsand (im Drogeriemarkt erhältlich). • Schaffen Sie Ruhezonen in Ihrem Garten, die Sie mit Reisig abdecken und nicht ständig auf- oder umräumen. • Pflanzen Sie ein paar Meter Wildfruchthecke – dann haben Sie beides: Nahrung und Wohnung für wilde Gartenbewohner. • Verwenden Sie kein Gift im Garten! • Versorgen Sie regelmäßig flache Wasserstellen und bedenken Sie: Auch auf Friedhöfen leben Igel! • Bauen Sie doch einmal eine Trockenmauer oder eine Kräuterspirale, hier lassen sich gut Unterschlüpfe für viele Untermieter integrieren. Beide Bauwerke lassen sich an den kleinsten Reihenhausgarten anpassen! • Ganz einfach und praktisch kos­ tenlos ist das Aufschichten eines „Multi-Tierhauses“ – das Sam-

meln der Zutaten und der Aufbau selbst macht nicht nur Kindern Spaß, es ist zudem noch nachhaltig spannend. Auf jedem Schulhof oder in jeder Kleingartenkolonie wird sich ein geeigneter Standort für 1qm finden lassen! • Entdecken Sie, welche Tiere sich in Ihrem Umfeld aufhalten, bieten Sie Nisthilfen an. Auch wenn Sie nur einen Balkon haben – Schmetterlinge, Ohrwürmer, Marienkäfer, Hummeln und Wildbienen finden ihn auch schön! • Hängen Sie Nistkästen auf, auch auf dem Balkon macht so etwas Sinn! • Wenn Sie einen Kleingarten haben, bringen Sie Bauanleitungen von Unterschlüpfen für Wildtiere in das Vereinsgeschehen ein (z.B. durch Veröffentlichung in den Informationsschaukästen, oder legen Sie selbst Hand an bei Arbeitseinsätzen in der Kolonie).

gebrachte Nistkästen für Mauersegler gereinigt, einige komplett ausgetauscht, weil die Einfluglöcher nachträglich „getunnelt“ werden mussten. Bisher hatte es um die 2013 angebrachten Nistkästen mehrfach Luftkämpfe zwischen den schon seit April brütenden Staren und den erst im Mai aus dem Süden kommenden Mauerseglern gegeben. Um aber beiden schützenswerten Vogelarten Unterschlupf zu bieten und den Kampf um Wohnraum zu verhindern, haben wir kurzerhand zusätzlich Starenkästen angeschafft und die eigentlich für Mauersegler vorgesehenen Nistkästen im Eingangsbereich mit einem Tunnel versehen. Sowohl Stare als auch Mauersegler sind Koloniebrüter, wobei Mauersegler mit extrem wenig Nistmaterial auskommen. Bei der Nistkastenreinigung fanden wir qualitativ gutes Nistmaterial vor (ohne Plastikschnüre, Tüten, Papier o.ä.).

Hilfe durch die Freiwillige Feuerwehr Rethen Am 10. März 2017 hat die Freiwillige Feuerwehr Rethen wieder einen starken Übungseinsatz zugunsten bedrohter Vogelarten mit der Drehleiter bei uns zugesagt. Über drei Stunden wurden in 10 m Höhe an unserer Einrichtung anStarker Einsatz der Feuerwehr beim Einsatz für bedrohte Flugkünstler

Beispiel: Bau eines Multi-Tierhauses

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Während des Übungsleiterein­ satzes hat eine zeternde Spatzenschar im Hausbaum heftig gegen die „Umstrukturierungsmaßnahmen“ protestiert, gleich am nächsten Tag haben sie trotzdem zwei der für sie eigentlich nicht bestimmten Tunnelnistkästen besetzt. Offensichtlich hatten sie kein Problem damit, die nun vorhandene 8 cm lange „Diele“ zu durchschlüpfen. Nun hoffen wir, dass die Spatzenbrut schon flügge ist, bevor die Mauersegler Anfang Mai kommen und ihr gewohntes Zuhause beziehen wollen. Unsere Einrichtung „aktion tier Igelzentrum NIEDERSACHSEN“ ist zwar eine Auffangstation nur für Igel, wir sehen jedoch das Haus und unseren Schaugarten sowie unser Umfeld ganzheitlich und tun in der arbeitsärmeren Winterschlafzeit auch etwas für andere Tierarten. Immer wieder sind wir überrascht, wie schnell sich durchaus gewünschte Untermieter einfinden.

einer Höhe von mindestens 3-4 m über dem Boden akzeptieren. Beim Anbringen von Nisthilfen sind auch Akkuschrauber oder Hammer er-

tragen. Auch verwenden Spatzen und Stare komplett andere Nistmaterialien als z.B. Mauersegler. Alte Plastikschnüre oder Bänder ver-

Nistkasten-Arbeitsmaterial

Igelunterschlupf

forderlich, um die manchmal die nicht gerade leichten Nisthilfen sicher anzubringen. Wenn Nistkästen aufgehängt werden, ist das jährliche Reinigen und Kontrollieren unbedingt notwendig! Verbleiben alte

heddern sich unter Umständen an den Füßen oder Flügeln dieser nicht kleinen Vogelart. So kommt es vor, dass Mauersegler im schlimmsten Fall kopfüber und tot aus der Nisthilfe hängen. Bei Mauersegler-Nisthilfen könnte man alternativ zur jährlichen Reinigung die Einflugöffnungen nach dem Brüten (August) schließen und kurz vor der Ankunft (Mai) wieder öffnen. Für beide Einsätze braucht es eine lange Ausziehleiter oder die örtliche Feuerwehr mit einer Drehleiter.

Kauzhöhle

Die folgende Fotoserie zeigt einen Einsatz auf einer Streuobstwiese im März 2017. Wenn die Bäume noch nicht belaubt sind, lässt sich das Anbringen von Nistkästen auch in Schwindel erregender Höhe gut bewerkstelligen. Oft geht es aber nicht ohne Ausstell-Leiter, weil viele Vogelarten Nisthilfen nur in

Ohrwurmunterschlupf

Ausziehleiter und Sicherheitsseil

Nistmaterialien in der Nisthilfe, werden im Folgejahr neue Nester einfach aufgesetzt, möglicherweise aber vorhandene Parasiten oder Bakterien in das frische Nest überFledermauskasten

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projekte

• Ausgabe 2/2017

Zaunkönigkugel von Schwegler

Hummelburg Keramik


projekte

Wussten Sie, … dass z.B. ein großer Vogelbeerbaum 63 Vogelarten Nahrung bietet? … dass eine große Eiche für über 300 Tierarten nützlich ist? … dass auch schattige Staudenbeete bunt und nützlich sein können? Akelei, Fingerhut und Lungenkraut bringen richtig Farbe ins Beet und bieten Hummeln & Co. Nahrung! … dass Stieglitze sich hauptsächlich von Löwenzahn- und Distelsamen ernähren? Deshalb diese Pflanzen dulden und nicht verteufeln! … dass wilder Thymian auf Rasen-

oder Grünflächen vielen HummelBienen- und Schmetterlingsarten Nahrung bietet! Machen Sie nicht zu früh den ersten Rasenschnitt, oder mähen Sie einfach rund und vorkommenden Thymian herum, lassen Sie Thymian-Kissen stehen. …und was tat sich derweil in unserer Igel-Station? Über 300 Igel haben in unserer Einrichtung 2016/2017 die sogenannte „häusliche Überwinterung in menschlicher Obhut“ genossen, die meisten von ihnen waren im Herbst gekommen und konnten

sich nicht so schnell erholen, um vor dem Kälteeinbruch noch wieder ausgewildert zu werden. Über 25 % der Überwinterungsgäste waren aktiv während der Winterschlafzeit im Garten, auf der Straße oder in Wohngebieten aufgegriffen und uns gebracht worden. Alle Tiere hatten mindestens ein Problem: Sie waren entweder krank, untergewichtig oder verletzt, sehr oft waren Fundorte nicht als Lebensraum geeignet oder das Nest zerstört. Insgesamt waren seit Mitte August 2016 bis Mitte April mehr als 1.200 Tiere ambulant oder stationär in unserer Einrichtung untergebracht.

Übersicht Vogelarten, Nisthilfen-Standorte und Größen: Vogelart/ Brutzeit

Nisthilfe-Standort

Grundfläche der Nisthilfe

Tiefe der Nisthilfe

Einflugloch Durchmesser

Sperling April-August

Hauswand, mindestens 2 m Höhe

15 x 15 cm

15 cm

3,2-3,5 cm

Gartenrotschwanz Mai-Juni

Geschützt am Baum befestigt, Halbhöhle

13 x 13 cm

20 cm

4,5 cm (oval bevorzugt)

Kleiber Mai-Juni

Geschützt am Baum befestigt

13 x 13 cm

20 cm

4,5 cm

Kohlmeise April-Juli

Geschützt am Baum befestigt

15 x 12 cm

12 cm

3,2 cm

Star April-Juli

Nistkasten 4 m über dem Boden

15 x 15 cm

Steinkauz April-Juli

Hohe ausgewachsene Bäume

30 x 30 cm

30 cm

7 cm

Trauerschnäpper Mai-Juni

Bäume

13 x 13 cm

20 cm

3,0-3,2 cm

Blaumeise ab Februar

Vor Sonne geschützt

14 x 14 cm

25 cm

2,8 cm

Tannenmeise April-Juni

Ca. 3 m über dem Boden

14 x 14 cm

25 cm

2,6-2,8 cm

Hausrotschwanz Mai-Juli

Halbhöhle

10 x 10 cm

15 cm

5 cm

Rotkehlchen März-August

Halbhöhle

10 x 10 cm

15 cm

5 cm

Waldkauz

Außen Sitzstange anbringen!

25 x 25 cm

30 cm

13 cm

Mauersegler Mai-Juli

Gebäude ab 6 m Höhe

30 x 30 cm

20 cm

6,4 x 3,2 cm (oval oder Rechteck)

Zaunkönig

Halbhöhle im dichten Gebüsch, Hecke

Durchmesser 25 cm, rund

20 cm

3 cm

Bachstelze

Halbhöhle

24 x 22 cm

20 cm

5,5 cm

5,5 cm 30 cm

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Lottihof für Kinder und Tiere e.V., Mecklenburg-Vorpommern

Endstation Tierheim … Immer wieder stolpern wir über Vorwürfe, warum wir denn keine Tiere aufnehmen und wenn doch, dann auch noch Geld verlangen, oder andersherum auch noch Geld verlangen, wenn jemand ein Tier aus dem Tierheim aufnehmen möchte. Ein Bericht von Yvonne Goltz

D

Der Lottihof versorgt sehr viele Tiere, die abgegeben oder gefunden oder gar beschlagnahmt wurden. Doch auch wir, so wie viele andere Tierschutzeinrichtungen auch, stoßen an unsere Kapazitätsgrenzen. Die Versorgung der Tiere kostet natürlich Geld, sodass auch wir bei einer erfolgreichen Vermittlung eine Gebühr erheben, um die bisher entstandenen Kosten ein wenig Christine Geburtig, Leiterin des Lottihofs, hat ein Herz für Kinder und Tiere. zu minimieren. Ich finde es immer wieder traurig, dass es so viele im Räuberwald. An einem Samstag die beiden kastriert werden, denn Menschen gibt, die sich unüberlegt kommt uns auch eine junge Familie wir möchten keine Vermehrungen ein Tier anschaffen besuchen. Nur leider verursachen – Nachwuchs können und es dann wieder nicht, um zu helfen. wir nicht auch noch versorgen. Der „loswerden“ wollen, Seid euch also vor der Die Frau hielt in ih- Kostenpunkt läge bei 35 Euro pro Anschaffung eines Tieres wenn es dann doch rer Hand eine kleine Meerschweinchen, was noch sehr immer der Verantwortung lästig wird. Dabei Tragebox in der sie günstig ist. Wir ließen ihr offen, ob bewusst und schaut wie rede ich nicht von zwei Meerschwein- sie uns Geld dalässt oder sie die beidie Tiere gehalten und persönlichen Umchenböcke transpor- den nochmal mit nach Hause nimmt versorgt werden müssen. ständen (Todesfall, tierte. Wir begrüßten und woanders kastrieren lässt. Des Tiere brauchen Platz, Zeit Krankheit, plötzliche sie freundlich, und Weiteren erklärten wir ihr, dass wir und kosten Geld, am inArbeitslosigkeit etc.), sie kam gleich zu ihtensivsten bei Krankheit. bei denen es auch rem Anliegen. Sie Tierhaltung bedeutet Verantwortung schmerzhaft ist, sich habe sich vor einer von seinem geliebten Weile in einem ZooTier zu trennen und es womöglich fachgeschäft drei Meerschweinchen keine andere Lösung gibt als ein gekauft. Zwei davon seien Böcke Tierheim. und nicht kastriert. Diese beiden möchte sie auf dem Lottihof abgeAuch Meerschweinchen ben, da ihr drei auf einmal zu laut verursachen Kosten seien. Wir waren entsetzt über ihre Begründung und erklärten ihr, dass Eine vor kurzem erlebte Situa- sich Meerschweinchen doch nur in tion möchte ich hierzu kurz schil- einer Gruppe wohlfühlen und dass dern: Jeden Samstag kommen un- es Tierquälerei wäre, nur eines ganz sere zahlreichen Stammkinder zu einsam zu halten. Aber die gute uns und packen kräftig mit an. Sie Frau hatte ihren Entschluss gefasst versorgen und pflegen mit uns die und wollte die beiden bei uns abgeTiere, helfen beim Ausmisten und ben. So erklärten wir ihr die Bedinbauen sehr viel mit uns, z.B. Insek- gungen einer Abgabe, die für uns tenhotels, Vogelhäuser oder Höhlen normal sind. Zu allererst müssten

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projekte

• Ausgabe 2/2017


projekte

pro Tier eine Aufnahmegebühr von 15 Euro nehmen. Denn wir wollen ja die Tiere bis zu einer Vermittlung versorgen können. Die Frau schaute ihren Mann verdutzt an, und ihr Lächeln verschwand aus ihrem Gesicht. Sie meinte, das sei doch übertrieben, soviel Geld zu verlangen, denn so viel hätte sie nicht einmal beim Kauf bezahlt. Wir antworteten ihr, dass es uns leidtut, wir hätten aber etwa 150 Tiere, die größtenteils krank sind und dass alles viel Geld koste. Darunter seien kranke Pferde, Schafe, Ziegen, Esel, Hunde, Katzen und

viele weitere Tiere. Uns sind finanziell die Hände gebunden, um einfach mal so Tiere aufzunehmen. Sie beendete daraufhin das Gespräch und sagte, dass sie sich das nochmal überlegen müsste. Mein Gedanke war sofort: Hoffentlich setzen sie die beiden nicht aus. Leider können wir auch dann diese Situation nicht verändern. Warum kostet ein Tier aus dem Tierheim Geld? Ich möchte auch noch auf den zweiten Vorwurf eingehen, warum

ein Tier aus dem Tierheim Geld kostet. Oft fällt der Satz: „Sie können doch froh sein, wenn es ein Tier weniger ist“. Diesem Satz möchte ich zustimmen! Es ist nicht einfach, ein Tierheim oder Gnadenhof aufrecht zu erhalten. Es reicht leider nicht, jeden Tag zu hoffen, dass genug Spenden zusammen kommen. Ohne den Projektpartner aktion tier e.V. und vor allem ohne Euch Mitglieder wäre es gar nicht machbar, alle Tiere ausreichend zu versorgen. An dieser Stelle nutze ich die Gelegenheit, um meinen großen Dank auszudrücken. Leider habe ich auch

Unser aktion tier-Team aus MecklenburgVorpommern Wenn Sie Tipps und Ratschläge brauchen, informieren Sie sich gerne bei uns an den Informationsständen, auf dem Lottihof, den Tierheimen, oder rufen Sie uns während der Geschäftszeiten in unserem aktion tier Büro in Berlin an, und lassen Sie sich all Ihre Fragen beantworten. Mehr Infos gibt es auch immer unter www.aktiontier.org.

Yvonne Goltz

Andrea Braun

Christine Geburtig

Doreen Huff

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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im Laufe meiner Tierschutzzeit mitbekommen müssen, wie viele Tierheime schließen mussten, da die Finanzen alles übersteigen. Denn es gehört ja leider nicht nur dazu, den Tierarzt und das Futter zu finanzieren, sondern auch Strom, Wasser, Pacht, Personalkosten. Auch dieses bringen wir schon den Kleinsten bei. Dass die Arbeit mit Kindern im Laufe der Zeit gewachsen ist, ist das Schönste. Wir gehen in Kindergärten und in Schulen, und aktion tier hat bundesweit Tierschutzklassenzimmer eröffnet, damit die Schulen speziell zum Thema Tiere unterrichten können, wobei nicht nur Haustiere eine Rolle spielen, sondern alle Tiere in der Natur und die Natur an sich. Jederzeit können Kitas und Schulen zu Projekt- oder auch Wandertagen den Lottihof oder unsere Tierheime besuchen. Nur was wir kennen, können wir lieben und werden wir auch schützen.

Auf dem Lottihof lernen Kinder viel über den Umgang mit Tieren

vom Boden fressen. Bekommt das Pferd nun größere Mengen an Futter serviert, kann es zu Problemen kommen. Unser Max ging tagsü-

Abschied von Max Max war ein 19 Jahre alter Friese, und er kam vor ungefähr sechs Jahren mit unserem anderen Friesen Moritz zu uns auf den Lottihof. Am 15. März 2017 mussten wir ihn schweren Herzens gehen lassen und erlösen. Er litt immer wieder an schweren Schlundverstopfungen. Erst waren sie nicht gravierend, und wir konnten ihm selbst helfen. Dann aber wurden sie bei ihm so schlimm, dass wir den Tierarzt rufen mussten. Leider neigen Friesen im Alter oft zu einer Absackung der Speiseröhre. Er hatte immer wieder Probleme, das Futter blieb immer wieder in seinem Schlund stecken. Egal, was wir ihm zu fressen gaben, selbst bei eingeweichten Heucobs (sogar sehr flüssig) bekam er immer wieder eine Schlundverstopfung. Wir sahen ihm an, dass er schon Angst hatte zu fressen und zu trinken. Bei einer Schlundverstopfung kann ein Pferd nicht mehr schlucken. Viele Pferde sind sehr empfindlich, wenn es ums Futter geht. Das liegt daran, dass sie in freier Wildbahn ständig kleine Mengen an Futter 22

projekte

• Ausgabe 2/2017

Der Friese Max war ein imposantes Pferd und bei allen sehr beliebt ...

ber immer auf die Wiese. Morgens, mittags und abends bekam er Heu. Morgens freute er sich auf ein paar Möhrchen, Äpfel oder Rote Bete.


projekte

Gerade beim Füttern von Möhren und Äpfeln ist darauf zu achten, dass diese nicht zu klein geschnitten werden, weil ein Pferd das Futter ordentlich kauen muss. Schlundverstopfungen sind tückisch Typische Symptome für eine Schlundverstopfung sind Unruhe, plötzliche Appetitlosigkeit, ständiges, krampfhaftes Schlucken, starkes Speicheln und Futterbrei, der ausgehustet wird oder aus der Nase läuft. Um die Schlundverstopfung herum bildet sich meist ein Krampf in der Muskulatur der Speiseröhre. Das ist für das Pferd sehr schmerzhaft. Unser Max hatte am Hals dann immer eine große Beule. Hat ein Pferd eine Schlundverstopfung, sollte man sofort einen Tierarzt rufen. Der wird zuerst den Hals abtasten, um festzustellen wo die Blockade sitzt. Dafür gibt

es drei typische Stellen: direkt unter dem Kehlkopf, am Eingang des Brustkorbs und an der Stelle, an der die Speiseröhre durch das Zwerchfell tritt. Ist die Blockade gefunden, wird der Tierarzt versuchen, sie zu lösen. Liegt die Blockade relativ weit oben, kann er mit speziellen Sonden versuchen, sie zu lösen. Zusätzlich werden meist Schmerzmittel und ein krampflösendes Mittel gespritzt. Klappt das nicht, wird er eine Nasen-Schlund-Sonde legen und versuchen, die Verstopfung frei zu spülen. Dazu kippt er immer wieder Wasser über einen Trichter in die Sonde. Diese Prozedur wird mehrmals wiederholt. Für das Pferd ist diese Prozedur sehr schmerzhaft und unangenehm. Klappt das Freispülen nicht, muss das Pferd in eine Klinik. Dort wird dann unter Narkose versucht, die Blockade mit einem Endoskop und weiteren Spülungen zu lösen. Im Extremfall muss der Fremdkörper

chirurgisch entfernt werden. Das ist allerdings nicht immer möglich und sehr heikel. Deshalb ist es wichtig, den Tierarzt schnell zu rufen. Denn je länger die Speiseröhre verstopft ist, desto mehr schwillt sie an. Dann kann man die Blockade immer schwerer lösen. Besteht die Schlundverstopfung länger als sechs Stunden, kann das Gewebe an dieser Stelle absterben. Dann bilden sich Narben, die das Pferd noch anfälliger für eine Schlundverstopfung macht. Für unseren Friesen Max war diese Prozedur immer wieder so schmerzhaft, dass es ihm von Tag zu Tag immer schlechter ging. Er wollte nicht mehr fressen und trinken. Max wird uns für immer in schöner Erinnerung bleiben. Er war bei allen Kindern immer sehr beliebt, weil er sich zu gerne verwöhnen und kuscheln ließ. Wir werden unseren Max nie vergessen!

Max und Moritz waren schon lange im Ruhestand.

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aktion tier-Wildtierauffangstation Rastede, Niedersachsen

Azubi-Austausch unter aktion tier-Projektpartnern Im März 2017 fand ein großartiger Austausch zwischen den aktion tier Projektpartnern „TSV Aurich e.V.“ und der „Wildtierauffangstation Rastede e.V.“ statt. Die 23-jährige Auszubildende Ulrike Becher aus dem Tierheim Aurich unterstützte die Wildtierstation Rastede tatkräftig bei der Versorgung ihrer Schützlinge und nahm im Gegenzug viel Wissen für ihre bevorstehende Abschlussprüfung mit. Ein Bericht von Maya Hertlein

U

Ulrike Becher befindet sich im dritten Ausbildungsjahr zur Tierpflegerin, Fachrichtung Tierheim und Tierpension, und steht kurz vor ihrer Abschlussprüfung. Prüfungsinhalte sind neben Hunden und Katzen auch exotische Haustiere, wie Bart­ agamen, Graupapageien und Landschildkröten, sowie einheimische Wildtiere, wie Eichhörnchen, Igel, Tauben und Feldhasen – alles Tiere, die sie während ihrer zweiwöchigen Praktikumszeit in der Wildtierstation kennenlernen durfte. Die Wildtierauffangstation Rastede nimmt jährlich etwa 1500 Tiere auf, darunter zahlreiche einheimische Vögel und Säugetiere, sowie Exoten auf. Das oberste Ziel ihrer Arbeit ist

Dieses etwa drei Wochen alte Eichhörnchen wurde von einer Katze angeschleppt und hat das Abenteuer dank rechtzeitiger Antibiotikagabe gut überstanden. Jetzt wird es alle drei Stunden mit Ersatzmilch gefüttert, um groß und stark zu werden.

es, möglichst viele der heimischen Wildtiere gesund zu pflegen und wieder in die Natur zu entlassen. Der Großteil der Wildtiere verletzt sich in der von Menschen geschaffenen, modernen, technischen Umwelt. Vermehrt gehört auch die Versorgung von beschlagnahmten exotischen Tieren, wie Papageien, Schlangen und Schildkröten, zu ihren Aufgaben sowie deren Vermittlung an öffentliche Einrichtungen wie Zoos und Tierparks. Seit 2005 ist die Auffangstation in Rastede Ausbildungsbetrieb für den Beruf des Tierpflegers Fachrichtung Zoo. Derzeit werden Sabrina Behrends im zweiten Lehrjahr und Marcel Sakowitz als Umschüler im ersten Umschulungsjahr ausgebildet. Ulrike Becher war während ihres Praktikums eine große Hilfe bei der Fütterung und Pflege zahlreicher Wildtiere und Exoten, sowie bei der Reinigung der Unterkünfte und Entwicklung von Beschäftigungsmaßnahmen. Darüber hinaus übernahm sie eine große Verantwortung bei der Aufzucht mehrerer Jungtiere, unter anderem Eichhörnchen Diese nur wenige Tage alten Feldhasen wurden aus Unwissenheit eingesammelt und zwei Tage lang mit falscher Milch gefüttert, bis sich die Finder aufgrund des starken Durchfalls bei uns gemeldet haben.

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Links Sabrina Behrends (Azubi Wildtierstation, zweites Lehrjahr) und rechts Ulrike Becher (Azubi Tierheim Aurich, drittes Lehrjahr) dokumentieren das Gewicht der rund 50 Landschildkröten nach dem Winterschlaf.

und Feldhasen. Die Stationsmitarbeiter freuen sich sehr über diesen überaus gelungenen Austausch von Wissen und Arbeitseinsatz und wünschen Ulrike weiterhin viel Erfolg und Freude in ihrer Ausbildungszeit und alles Gute für die bevorstehende Abschlussprüfung.

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itte wenden Sie sich bei einem Wildtierfund noch vor dem Einsammeln an die nächste Wildtierstation! Dort kann die Situation eingeschätzt und das weitere Verfahren besprochen werden.


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Reptilienstation aktion tier Brandenburg

Krokodildame „Nili“ aus Keller befreit Viele Menschen lagern in ihrem Keller Vorräte oder haben dort eine Werkstatt. Doch immer öfter findet man dort keine Einmachgläser vor, sondern die exotischsten Reptilien. Das Interesse an solchen außergewöhnlichen Haustieren ist zwar groß, die Sachkenntnis dagegen leider oft sehr spärlich oder gar nicht vorhanden. So kommt es immer öfter vor, dass die Besitzer überfordert sind und eine artgerechte Haltung der Reptilien nicht gewährleistet ist. Ein Bericht von Sophie Janenko

Ein Jungkrokodil ist sehr klein, daher denken unwissende Menschen, man könne solch ein Tier in einem gewöhnlichen Terrarium halten. Doch dies ist ein absoluter Trugschluss, denn Nilkrokodile wachsen bis ins hohe Alter und können bis zu vier Meter lang werden. Krokodildame Nili bringt mittlerweile bei einer Körperlänge von 3,20 m ein Gewicht von 160 kg auf die Waage. Ein solches Reptil benötigt ein Terrarium, welches dem Tier ausreichend Platz – mindestens 30 bis 40 Quadratmeter – bietet und

gleichzeitig verschiedene Lebensräume zur Verfügung stellt: einen Landteil, einen Flachwasserbereich sowie eine Tiefwasserzone. Krokodile sind sogenannte wechselwarme Tiere, d.h. die Körpertemperatur entspricht nahezu der Temperatur der Umgebung. Diese sollte 25°-30°C betragen. Damit Krokodile ihre bevorzugte Körpertemperatur erreichen und diese ihren jeweiligen Bedürfnissen anpassen können, ist eine Temperaturdifferenz auf dem Land und im Wasser nötig. Bei dauerhaft zu niedrigen Umgebungstemperaturen werden die Tiere lethargisch und ihre Stoffwechsel- und Verdauungsvorgänge funktionieren nicht mehr richtig. Ihr Immunsystem wird geschwächt, und die Infektionsgefahr steigt. Zu hohe Umgebungstemperaturen setzen das Reptil un-

Neben der richtigen Wärmebeleuchtung muss eine UV-Beleuchtung vorhanden sein, welche für eine Reihe wichtiger Vorgänge im Organismus notwendig ist. So ist zum Beispiel eine ausreichende Bestrahlung mit UV-B-Licht dafür verantwortlich, dass Vitamin D3 erzeugt wird. Dieses hormonwirksame Vitamin ermöglicht die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung und dessen Einlagerung in die Knochen. Fehlt dieses Vitamin, so können Knochenveränderungen zu Problemen bei der Bewegung und der Nahrungsaufnahme führen. Für das Reptil bedeutet dies ebenfalls große Schmerzen und Leiden. Zusammenfassend ist die Haltung eines Krokodils also nicht nur sehr anspruchsvoll und aufwändig, auch die Kosten für den Eigenbau sowie das Betreiben eines artgerechten Terrariums sind sehr hoch. Doch nicht nur die nötige Sachkunde über den natürlichen Lebensraum – und die Möglichkeiten, diesen künstlich zu erzeugen – muss jedem Interessenten bewusst sein. Auch die Sicherheit muss bei dieser speziellen Tierhaltung bedacht werden. Das Terrarium muss entsprechend gesichert sein, denn das Reptil darf weder ausbrechen können, noch in irgendeiner anderen Weise für Menschen gefährlich werden. Da Nilkrokodile eine Lebenserwartung von bis zu 60 Jahren haben, müssen Reptilienhalter langfristig planen und Vorsorge treffen – was passiert mit dem Tier, wenn man sich selbst nicht mehr um dieses kümmern kann oder der Exot gar seinen Halter überlebt? Besser ist es, erst gar keine Reptilien zu halten. Artgerecht können sie ohnehin nie untergebracht werden.

© Ursula Bauer

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So erging es auch der Krokodildame „Nili“, welche seit November 2016 im Reptilienschutzzentrum aktion tier BRANDENBURG untergebracht ist. Knapp zwölf Jahre lebte das Nilkrokodil bei einem Privathalter, welcher eigens für die Unterbringung seinen Keller ausbaute. Importiert wurde das Reptil einst aus Afrika – nun kümmert sich Marco Hafenberg, der Leiter des aktion tier Reptilienschutzzentrums BRANDENBURG, um die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen des Exoten. Und dies ist kein Einzelfall. Immer mehr fremdländische Wildtiere halten in deutschen Wohnhäusern Einzug. In Deutschland ist die Haltung von gefährlichen Wildtieren zwar durch sogenannte Gefahrtier-Gesetze geregelt, allerdings nicht in allen Bundesländern. Ein paar Bundesländer wie zum Beispiel Brandenburg haben gar keine Gesetze.

ter Hitzestress was wiederum zum Tod der Tiere führen kann.

Freilebendes Nilkrokodil (Crocodylus niloticus) in Südafrika

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© aktion tier, Ursula Bauer

Auch das Füttern kann den Tierbesitzer vor Probleme stellen, denn Nilkrokodile fressen nicht nur kleine Insekten, Schnecken und Krebse. Als Hauptmahlzeit eignen sich Fische, Ratten und Küken. Ausgewachsene Krokodile freuen sich auch über größere Tiere wie Meerschweinchen und Hasen. „Fünf bis sechs Kilogramm Fleisch verspeist Nili wöchentlich. Die etwa 60cm große Meerforelle gehört zu ihrer Leibspeise“, so Marko Hafenberg, Leiter des Reptilienschutzzentrums BRANDENBURG. Die ungebrochene Faszination für Reptilien und Amphibien gibt Anlass zur Sorge, denn die Anschaffung eines exotischen Tieres, auch eines gefährlichen Tieres, ist völlig problemlos. Im Internet gibt es neben den üblichen Marktplätzen für Kleinanzeigen zahlreiche spezialisierte Online-Shops. Die Auswahl ist groß, und selbst ein Krokodil wie Nili wird hier als niedliches Haustier angepriesen – Lieferung bequem frei Haus.

Nili hat die tote Forelle gepackt ...

... und lässt sie der Länge nach in seinen Schlund gleiten Dann folgt ein Verdauungsschläfchen unter der Wärmelampe

© aktion tier, Ursula Bauer

Warten aufs Futter

© aktion tier, Ursula Bauer

© aktion tier, Ursula Bauer

Werden Pate von Nili! Schauen Sie einfach in unser Webtierheim unter: www.aktiontier-webt ierheim. org/patentiere


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Immer wieder werden bei Polizeieinsätzen auch illegale Sammlungen gefunden, welche nicht selten zur Bedrohung der Artenvielfalt beitragen. Vielen Menschen ist nicht bewusst, welche Probleme mit dem Handel und der Haltung von exotischen Wildtieren verbunden sind. Häufig werden die Tiere einfach ausgesetzt, wenn die Besitzer überfordert sind: Das Terrarium ist auf einmal zu klein, die Kosten zu hoch. Entsprechende Einrichtungen wie das Reptilienschutzzentrum aktion tier BRANDENBURG sind aufgrund sogenannter „Fundtiere“ maßlos überfüllt, und der Zustand der Tiere ist schlecht – oft müssen sie von den Tierpflegern erst wieder aufgepäppelt werden. „Nili hatte bei ihrer Einlieferung kaum Zähne im Maul“, so Marko Hafenberg. „Zurückzuführen ist das auf eine fehlerhafte Ernährung oder mangelnde UV-Bestrahlung. Genau sagen kann man das nicht. Erfreulich ist allerdings, dass sie bereits nachwachsen.“

© aktion tier, Ursula Bauer

Wildtiere gehören nichts ins Wohnzimmer

Marko Hafenberg, der Leiter des Reptilienschutzzentrums BRANDENBURG.

aus: Die Welt, 20.04.2017

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aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen, Niedersachsen

Traumberuf Tierpflegerin Hallo, mein Name ist Milena Vesterling, und seit dem 01.08.2016 arbeite ich in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. Hier werde ich in den nächsten drei Jahren in meinem Traumberuf zur Tierpflegerin in der Fachrichtung Zoo ausgebildet. Finanziert wird die Ausbildung durch die von aktion tier – menschen für tiere e.V. gegründete Stiftung Menschen für Tiere. Ein Bericht von Milena Vesterling

Als ich im August angefangen habe, wurde ich die ersten Monate in der Jungtieraufzucht angelernt, einer der wichtigsten und zeitintensivsten Arbeitsbereiche der Wildtierstation. Seit dem Frühjahr bekommen wir täglich viele verwaiste Jungtiere, die wir mit aufwändiger Pflege großziehen. Es sind hauptsächlich kleine Säugetiere und Vögel, die wir in unsere Obhut nehmen. Wir nehmen in einem Jahr rund 2.400 Tiere auf, die zum größten Teil im Sommer kommen. Dazu zählen zum Beispiel Eichhörnchen und Feldhasen, die regelmäßig am

© Sonja Smalian

Tag ihre Milch benötigen. Diese werden mit kleinen Flaschen oder mit Einmalspritzen zugefüttert. Zu dieser Arbeit gehört viel Geduld und Ruhe, da die kleinen Tiere nicht immer so mitarbeiten wie man sich das gerne wünschen würde. Für jedes Säugetier führen wir ein Protokoll, wo wir das Gewicht, die Milchfütterung und andere Auffälligkeiten dokumentieren. So können wir in den meisten Fällen den täglichen Erfolg mitverfolgen.

mit Futter bei den kleinen Jungtieren viel Spaß macht, ist es immer wieder eine Erleichterung, wenn sie groß genug sind, um alleine zu fressen. Doch kaum ist diese Hürde geschafft, nehmen meist neu aufgenommene Jungtiere ihren Platz ein. Wenn die Tiere groß genug sind und selbstständig fressen, kommen sie nach draußen in eine kleine Voliere. Auch hier werden sie immer noch regelmäßig am Tag von uns mit Futter versorgt. In den Volieren können sie sich jetzt an die Außenwelt gewöhnen und stehen somit kurz vor

Aufwändiger ist da noch die Pflege von kleinen Singvögeln. Diese müssen jede Stunde mit Futter versorgt werden. In der Hochsaison ist man kaum mit der ersten Futterrunde fertig, dann kann man wieder von vorne anfangen. Da die kleinen Vögel regelrecht nach Futter verlangen, begleitet uns bei der täglichen Arbeit ein ständiges Gezwitscher. Obwohl die Versorgung

Das Futter wird im Exotenrevier verteilt.

© Sonja Smalian

Milena Vesterling und Miriam Obermüller bei der Vorbereitung der Futterrunde in der Futterküche.

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© Sonja Smalian

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Die Aufgaben der Wildtier- und Artenschutzstation liegen unter anderem darin, verletzte und verwaiste heimische Wildtiere aufzunehmen, um sie nach erfolgreicher Versorgung und Pflege wieder auswildern zu können. Doch bis dahin ist es meist ein langer Weg!


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der endgültigen Auswilderung. Dies geschieht durch das „Soft Release“ (sanfte Auswilderung). Unsere Volieren sind mit einer Klappe versehen, die wir für die Auswilderung öffnen, so können die Tiere ohne weiteren Stress einfach aus der offenen Klappe in die Freiheit fliegen. Diese wird einige Zeit nach der Auswilderung noch offen gelassen, da viele der Tiere an ihren gewohnten Ort zurückkommen, um sich Futter zu holen. Somit geben wir ihnen die Möglichkeit, sich langsam in der Außenwelt zurechtzufinden.

anzutrainieren, bevor wir sie dann auswildern. Das Prinzip der Auswilderung durch das Soft Release ist bei den Greifvögeln dasselbe wie bei den Singvögeln und Säugetieren. Es ist immer eine spannende Angelegenheit, wenn man auf dem Stationsgelände unterwegs ist und an einer Voliere vorbeikommt, wo die Klappe zur Auswilderung offen steht, und man sehen kann, ob die Tiere den Weg in die Freiheit schon gefunden haben oder noch nicht.

„Es ist immer schön mit anzusehen, wie die kleinen Jungtiere zu aufgeweckten und neugierigen Tieren heranwachsen, was mich persönlich jeden Tag aufs Neue motiviert, freudig in meinen abwechslungsreichen Arbeitsalltag zu starten.“

Zu einer weiteren Aufgabe der Wildtier- und Artenschutzstation gehört auch die Annahme von

© Sonja Smalian

Milena und Miriam Obermüller füttern einen geschwächten Mäusebussard mit der Sonde.

© Sonja Smalian

Aber es sind nicht immer nur Jungtiere, die wir über das ganze Jahr pflegen. Auch ausgewachsene heimische Säugetiere, Raub- und Singvögel nehmen wir auf. Diese kommen meist mit Verletzungen zu uns, die wir dann behandeln und wieder aufpäppeln. Je nach Gesundheitszustand und Genesungsdauer des Tieres dauert es unterschiedlich lange, bis die Verletzungen verheilt sind. Zu meinen Aufgaben gehört es unter anderem, das Tier mit Futter zu versorgen, zu pflegen, die Boxen zu reinigen, aber auch die Tiere zu beobachten. Es kommt auch öfter mal vor, dass die Tiere nicht selbstständig fressen und somit ihr Gewicht immer weiter abnimmt, was für die Genesung nicht förderlich ist. In solchen Fällen müssen wir das Tier, auch wenn es sich unangenehm anhört, mit Futter stopfen. Wenn diese Methode Erfolg zeigt, nehmen die Tiere dann nach einiger Zeit wieder selbstständig Nahrung zu sich. Ist die Verletzung geheilt und das Gewicht gestiegen, können wir die Tiere in die Außenvolieren setzen. Greifvögel haben dann in den Rundvolieren die Möglichkeit, ihre Kondition wieder

Jedes Jahr nimmt die Wildtierstation rund 200 Reptilien auf

beschlagnahmten exotischen Tieren. Darunter fallen hauptsächlich Reptilien und Papageien, die als Fundtiere oder aus Artenschutzund Tierschutzgründen zu uns kommen. Wir nehmen im Jahr rund 200 Reptilien auf, die wir teilweise nur an öffentliche Einrichtung weitervermitteln können, da unter ihnen viele geschützte Arten sind. Nachdem die Exoten einen vierwöchigen Aufenthalt in der Quarantäne überstanden haben, beziehen sie ihre neuen Tierunterkünfte. Hier werde ich zurzeit von Revierleiterin Miriam Obermüller eingearbeitet und mit den Exoten vertraut gemacht. Ganz besonders gefällt mir in diesem Bereich die Arbeit mit den Papageien. Diese

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„Um 15 Uhr bin ich auch mal für die tägliche Stationsführung zuständig, in der ich den Besuchern ein wenig unsere Arbeit näher bringen kann. Es gefällt mir sehr, dass ich meine gewonnenen Erfahrungen weitervermitteln kann und nicht nur die kleinen Besucher großes Interesse an den Tieren finden.“

Tiere werden – mit über 50 Jahren – nicht nur ziemlich alt, sie sind auch sehr intelligent und haben ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Erst hier habe ich gelernt, dass sie viel Beschäftigung brauchen und am besten zu zweit gehalten werden sollten. Ansonsten entwickeln sie Verhaltensstörungen, die sie meist nie wieder loswerden. Deswegen freut es mich umso mehr zu sehen, dass sich einige Papageien bei uns auf der Station zusammengefunden haben. In diesem Bereich der Station gehört es auch zu meiner Ausbildung, das richtige Handling mit den exotischen Tieren zu lernen. Wo ich früher Schlangen lieber nur von weitem beobachtet habe, werde ich hier täglich mit ihnen konfrontiert. Durch den regelmäßigen Umgang mit ihnen hat sich meine frühere Abneigung in Faszination umgewandelt.

Obwohl wir auf der Station eine Vielzahl von verschiedenen Tieren haben, gibt es kein Tier, das ich am liebsten mag. Für mich hat jedes Tier seine eigenen Eigenschaften, die es unverwechselbar macht. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren meiner Ausbildung noch viele weitere Tiere pflegen und bei der erfolgreichen Auswilderung helfen kann. Vielen Dank an die Stiftung Menschen für Tiere für die Möglichkeit in der Wildtier- und Artenschutzstation arbeiten und so vielen Tieren helfen zu können!

© Sonja Smalian

Was mir aber am meisten Spaß an meiner Ausbildung macht, ist wenn ich den ganzen Tag draußen auf dem ca. 20 ha großen Gelände unterwegs bin. Früher wurde die Anlage von der Bundeswehr genutzt, heute dienen uns die noch bestehenden Bunker für die Unterbringung von größeren Vögeln, Raubsäugern und als Winterquartier. Teilweise wurden vor den Bunkern Volieren gebaut, so dass Uhus und Mäusebussarde diese zum

Flugtraining nutzen können. Aber auch Gehege für Wildkatzen, Primaten, Füchse und Hirsche sind so entstanden. Selbst bei schlechtem Wetter stört es mich nicht, die Tiere in den großen Bunkeranlagen, unsere Wasservögel, Nerze, Elstern und Schweine zu füttern.

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Auf dem Weg zum Überwinterungsbunker. Im Überwinterungsbunker halten neben vielen Land- und Wasserschildkröten über 80 Igel ihren Winterschlaf.

© Sonja Smalian

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© Sonja Smalian

Milena wiegt einen Igel und versorgt ihn mit Medikamenten.

Igel halten hier Winterschlaf


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aktion tier ZOSSEN, Brandenburg

© aktion tier, Ursula Bauer

19 beschlagnahmte Katzen übernommen Mitte Februar haben Mitarbeiter des Tierheims aktion tier ZOSSEN 19 Katzen in einem kleinen Dorf im Landkreis Teltow-Fläming abgeholt. Das zuständige Veterinäramt hatte die Tiere beschlagnahmt, da die betagte Halterin mit deren Versorgung und Pflege überfordert war. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier Geschäftsstelle Berlin

© aktion tier, Ursula Bauer © aktion tier, Ursula Bauer

Die Rentnerin war mit der Versorgung der vielen Katzen zunehmend überfordert

Ein Teil der Tiere ist sehr scheu

Es ist erfreulich, dass die Katzenhalterin der Beschlagnahmung zugestimmt hat. Derart viele Tiere gut zu betreuen und in einem sauberen, ansprechenden Umfeld zu halten, schaffen Einzelpersonen in der Regel nicht. Zumal, wenn sie mit zunehmendem Alter gebrechlich und krankheitsanfällig werden.

© aktion tier, Ursula Bauer

Tierpfleger Dustin hat eine der scheuen Katzen mit dem Kescher eingefangen

Tierheimmitarbeiterin Claudia beim Einladen der Transportboxen © aktion tier, Ursula Bauer

© aktion tier, Ursula Bauer

Vor dem Verladen wurde jede Katze notiert

© aktion tier, Ursula Bauer

Bei einer so großen Population erhalten meistens nicht alle Tiere ausreichend menschliche Zuwendung und sind daher scheu. Diese Samtpfoten mussten mit Keschern eingefangen werden. Mitarbeiterinnen des Veterinäramtes dokumentierten den Bestand, und dann ging es ins Tierheim nach Zossen. Anfangs waren die Katzen in der Quarantänestation untergebracht, bis ihr Gesundheitszustand tierärztlich untersucht und die erforderlichen Behandlungen eingeleitet werden konnten.

Auch das Wiegen gehört zur Untersuchung

Durch diesen Fall wird uns erneut die Notwendigkeit einer TierschutzKatzenverordnung bewusst, die aktion tier im vergangenen Jahr in Form einer Kampagne thematisiert hatte. Würden klare gesetzliche Regeln zum Beispiel hinsichtlich Platzbedarf, Hygiene und Ausstattung der Aufenthaltsräume bestehen, hätte diese Katzenhaltung schon sehr viel früher beendet werden können.

© aktion tier, Ursula Bauer

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Die Rentnerin zeigte sich einsichtig und kooperativ, so dass alle Katzen zügig in die mitgebrachten Transportboxen gesetzt werden konnten.

Jede Katze muss nun tierärztlich untersucht werden

Die erste Nacht im Tierheim ist natürlich ungewohnt

Weitere Informationen zu unserer Kampagne „Tierschutz-Katzen­ver­ ord­nung jetzt!“ finden Sie auf unserer Home­ page. Hier können Sie das Hinter­grund­video einsehen sowie den Kampagnenflyer her­ un­ter­­laden.

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?

vermittelbar oder doch r e w h c S

nicht

Jojo tisches erlebt, ist nie misshandelt Jedes Tierheim kennt sie, und jedes Tierheim hat sie: die sogenannten worden oder hat eine dramatische Langzeitinsassen. Tiere, die aus irgendwelchen Gründen eben nicht in Lebensgeschichte hinter sich. Nein, das Beuteschema oder die Lebensumstände der meisten Menschen „Benny“ ist einfach ein reservierter passen. Sei es die Katze, die sich ängstlich verkriecht, sobald man das Zimmer betritt und faucht, wenn man sie bedrängt. Oder das Kaninchen, das aufgrund einer Erkrankung unter einer Kopfschiefhaltung leidet und lebensBenny lang einer tierärztlichen Betreuung bedarf. Oder eben der doch eigentlich beste Freund des Menschen, der von einer Freundschaft erstmal nichts wissen will. „Benny“, „Tyson“ und „Jojo“ sind Hunde, deren Vermittlung die Tierheimmitarbeiter und potenziellen neuen Halter vor eine große Herausforderung stellt. Ein Bericht von Jule Dittmer

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Benny hätte eigentlich sehr gute Vermittlungschancen. Er ist mittelgroß, hat kurzes Fell, ist von mittlerem Alter, sportlich und agil und verträgt sich gut mit Artgenossen. Eigentlich. Doch „Benny“ präsentiert sich eben nicht so, wie sich Hundeliebhaber ihren neu-

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en treuen Freund vorstellen. „Benny“ braucht lange, ehe er Vertrauen zum Menschen gefasst hat. Er ist dabei nicht ängstlich oder unsicher. Er hat nichts Trauma-


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Hund, der seine Individualdistanz einfordert. Er möchte nicht bedrängt werden, kann und will auch gar nicht damit umgehen, wenn er von fremden Menschen angesprochen, geschweige denn angefasst wird. Ganz offensichtlich wurde ihm nie vermittelt, wie das normale Miteinander in einem menschlichen Haushalt funktionieren sollte.

Ziehen wir doch mal einen Vergleich. Was macht einen guten Chef aus? Ein guter Chef bringt mir alles bei, was ich wissen muss, um meinen Job gut zu machen. Er kommuniziert klar und verständlich. Bei einem guten Chef weiß ich, woran ich bin. Er ist nicht launisch, nicht cholerisch, handelt nicht willkürlich. Er lobt mich für gute Arbeit, weist mich auf Fehler hin. Ähnlich wie „TyEr zeigt klar Grenzen auf, son“. Auch dieser schenkt aber auch Verprinzipiell freundtrauen und gibt Raum zur liche, temperamentpersönlichen Entwicklung. volle und lebensfroBei einem guten Chef weiß he Staffordshire-Mix ich ganz genau, was ich zu wartet schon lange tun und zu lassen habe. Er auf ein geeignetes motiviert durch entspreZuhause. Nicht nur, chende Anerkennung zur dass seine RasseLeistungssteigerung. Ein zugehörigkeit ihm guter Chef steht hinter seiSteine in den Weg nen Mitarbeitern, reguliert legt. Sein impulsives aber auch, wenn einer über und oft hitzköpfiges das Ziel hinaus schießt. Er Tyson Verhalten, gepaart organisiert, überblickt und mit einer geringen Frus­ handelt vorausschauend. Kurztrationstoleranz, machen eium, nur ein souveräner Chef ist ein ne Vermittlung in einen normalen guter Chef. Denn Souveränität verFamilienhaushalt nahezu unmög- mittelt Sicherheit und Respekt. lich. Auch bei „Tyson“ zeigen sich ganz klar SozialisierungsversäumKann ich das auf die Hundehalnisse, mit denen es nun umzugehen tung übertragen? Sicherlich nicht gilt. im vollen Umfang, denn ein wichMit anderen Worten haben beide nie gelernt, darauf zu vertrauen, dass in einer Hund/Mensch Beziehung immer der Mensch die Führung übernimmt. Doch wie lernt ein Hund das?

den wir nicht zwischen Arbeit und Feierabend. Und so selten wie es wirklich gute Chefs gibt, so häufig erleben wir Hunde im Tierheim, die eben nicht souverän durchs Leben geführt wurden. Und dann haben wir sie, die „Bennys“, die kontrollieren, die protestieren, die sich schwer damit tun, sich auf einen neuen Halter einzulassen. Denen man Zeit geben muss, Grenzen zu akzeptieren und sich führen zu lassen. Die erst lernen müssen, auf die Führung des Menschen zu vertrauen und Kontrolle abzugeben. Die „Tysons“, denen es schwer fällt, ihre Erregung der Situation anzupassen und Frust zu ertragen. Und denen man langsam beibringen muss, dass Reagieren das Leben wesentlich entspannter macht, als Agieren. Auf kaum einen Hund in unserem Tierheim passt die Aussage „wird nur in erfahrene Hände vermittelt“ so sehr wie auf „Jojo“. Ein junger kleiner Mischling mit niedlichen Fledermausohren. Und bei kaum einen anderen Hund ist die

Die Übernahme eines „schwierigen“ Hundes erfordert Erfahrung. Heikles Thema. Wann bin ich ein erfahrener Hundehalter? Wenn ich schon einen Hund besessen habe? Oder zwei, oder drei? Und geht Erfahrung immer mit Kompetenz einher? Sagt die Anzahl der Hunde, die mal bei mir gelebt haben, wirklich etwas über meine Fähigkeiten als Hundehalter aus? Und worauf genau zielt die Aussage „wird nur in hundeerfahrene Hände vermittelt“ eigentlich?

Es sagt sich immer so leicht daher, „man muss die Führung übernehmen“. Letztlich muss ich mich fragen, was erwarte ich von meinem Hund? Ich erwarte von meinem Hund, dass er auf mich hört. Dass er sich anpasst, sich an die Regeln hält und alles natürlich freiwillig und mit Freude. Schließlich gebe ich ihm ja auch alles was er braucht. Ich gehe mit ihm Gassi, er bekommt immer pünktlich sein Futter, und es wird ja auch ganz viel gekuschelt. Doch reicht das, um einem Hund Führung zu suggerieren?

tiger Aspekt wurde bei diesem Vergleich außen vor gelassen. Nämlich der der liebevollen Zuneigung. Und in den meisten Fällen lasse ich mir nicht abends auf der Couch den Bauch von meinem Chef kraulen. In der Hundehaltung unterschei-

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Aussage „Ach tatsächlich? So sieht er gar nicht aus!“ beispielhafter. „Jojo“ gehört zu den Hunden, die wirklich schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben und nur einen Lösungsweg hatten: Angriff. Er hat nur eine Konsequenz aus seinen Erfahrungen gezogen und die heißt: „bevor du mir etwas tust, halte ich dich lieber auf Abstand!“. Gott sei Dank ist er in der Lage, Vertrauen zu fassen und geht zu den Menschen, die einen Zugang zu ihm finden, eine unglaublich intensive Bindung ein. Hat man ihn einmal geknackt, ist diese Beziehung auch unumstößlich. Bei seinen Bezugspersonen ist er ein ganz normaler, verspielter, fröhlicher Junghund. Doch seine Erfahrungen sitzen tief. Sein Misstrauen gegenüber Fremden wird bleiben. Aber er geht Konfrontationen aus dem Weg. Sodass es ihm bei den richtigen Leuten, die mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl an die Sache herangehen, möglich sein wird, ein Leben ohne Stress und ständiger Habachtstellung zu führen. Da ist sie also wieder, die Erfahrung. Nein, Hundeerfahrung misst sich nicht an der Anzahl der Hunde, die ich mal besessen habe. Sie misst sich auch nicht an den Jahren, die ich schon Hunde hatte. Sie misst sich an meiner Fähigkeit, Hunde zu verstehen. Ihre Psyche, ihre Biologie, ihr Ausdrucksverhalten. Sie misst sich an meiner Fähigkeit, das Lernverhalten des Hundes zu begreifen und gezielt auszunutzen. An meiner Fähigkeit, Souveränität und Sicherheit auszustrahlen. An meiner Geduld und meiner Fähigkeit, den Hund zu beobachten. Mir die Zeit zu nehmen, genau hinzuschauen und die Signale, die mir der Hund aussendet, entsprechend einzuordnen. Es ist die Fähigkeit, die individuellen Bedürfnisse meines Hundes zu erkennen und mein Verhalten und mein Umgang diesen anzupassen. Wenn ich meinem Hund ein guter Chef bin, dann bin ich ein erfahrener Hundehalter. Also so gesehen, ist „schwer vermittelbar“ doch eigentlich relativ, oder?

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aktion tier Tierheim Teneriffa, Spanien

Was ist die Aufgabe eines Tierheims? Die Aufgabe eines Tierheim besteht natürlich darin, ausgesetzte Hunde aufnehmen, sie zu pflegen und vermitteln, würden die meisten Menschen sagen. Was richtig ist, doch nicht nur einzig und allein Bestandteil sein sollte. Das Tierheim „Acción del Sol“ von aktion tier – menschen für tiere e.V., auch Zentrum für Tierschutz und Umwelt genannt, wird jährlich von 4.000 bis 5.000 Schülern und Schülerinnen, in den Altersgruppen von 3-16 Jahren besucht. Ein Hinweis von Marion Gonzalez, Leiterin des Tierheims

Der Besuch einer Schulklasse aus Grandilla war toll. Demnächst kommt auch eine Klasse aus der Unterstufe.


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Den Kindern und Jugendlichen wird der sachgerechte und liebevolle Umgang mit Vierbeinern näher gebracht, was nun schon seit seinem 10jährigen Bestehen eines der größten Ziele und Aufgaben ist. Kinder werden sensibilisiert und aufgeklärt, z.B. bei Themen wie der Massentierhaltung. Die Umwelt achten zu lernen, egal von welcher Herkunft man stammt und welche Bräuche man hat. Im Klassenzimmer darüber zu sprechen ist eine Möglichkeit, doch es zu fühlen und live zu erleben, ist eine andere und eine viel wirksamere. Wir bereiten auch älteren Menschen Freude und Abwechslung mit Besuchen und Ausflügen. Sie in den Alltag mit einzubeziehen und sie nicht nur in Heimen auf Abstellgleise zu stellen, ist ein weiterer Programmpunkt unserer Tierschutzarbeit. Natürlich sind das Aufgaben, die ein Tierheim-Team zu organisieren und auszuarbeiten hat. Zeit und viel freiwilliger Einsatz sind hier gefragt. Doch wollen wir die Zukunft verändern, dann Bedarf unser aller Kraft und Mitwirkung. Neue Schule aus Granadilla

Besuch einer Schulklasse aus Parc de Reina. Neben dem Spaß im Umgang mit Tieren, lernen die Kinder auch sehr viel über Verantwortung und Respekt.

Die Schüler von Granadilla und ihre Lehrerschaft hatten viel Spaß im Tierheim, und alle stellten fest, dass sie einiges dazu gelernt haben. Das wurde uns am Ende der Besuche mitgeteilt. Nach der guten Erfahrung möchte die Schule nun auch ihre Unterstufe zu uns schicken.

Auch ältere Menschen werden gerne ehrenamtlich mit Hunden besucht. Der Kontakt mit den Tieren schenkt ein Stück Wärme und ein Gefühl von Geborgenheit.

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Tierliebe geht durch den Magen Jeder verantwortungsvolle Tierhalter sollte Wert auf die gesunde Ernährung seines Lieblings legen. Doch wie mache ich es richtig? Soll ich selber kochen, roh füttern (barfen) oder Fertigfutter kaufen? Gibt es gutes und schlechtes Futter, und kann das falsche mein Tier krank machen? Wer anfängt zu fragen, bekommt unglaublich viele, teilweise sehr unterschiedliche Antworten und Meinungen zu hören … Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

✔ Mein Tier hat Idealgewicht (gute Proportionen, sichtbare Taille, Rippen sind leicht zu fühlen). ✔ Mein Tier hat glänzendes, weiches Fell, das auch in feuchtem Zustand angenehm riecht. ✔ Mein Tier hat gesunde weiße Zähne und einen angenehmen Atem. ✔ Mein Tier hat klare, glänzende Augen. ✔ Mein Tier setzt nicht öfter als 2x am Tag festen (nicht harten) Kot ab. ✔ Die Kotmenge beträgt etwa 1/10 der aufgenommenen Futtermenge. ✔ Mein Tier ist lebhaft und fit und frisst mit gutem Appetit. Falls nicht alle Aussagen zutreffen, sollten Sie etwas ändern.

© aktion tier

Ob Sie hinsichtlich der Ernährung Ihres felligen Familienmitglieds alles richtig machen, können Sie anhand dieser Checkliste, die sich auf erwachsene, gesunde Hunde und Katzen bezieht, leicht überprüfen:

Gesund, schön und gut gelaunt.

Der Ernährungsplan Viele Faktoren beeinflussen die Gesundheit unserer Hunde und Katzen. Z. B. Bewegung, Haltung, genetische Veranlagung, tiermedizinische Vorsorge und eben die Ernährung. Ist diese optimal auf alle Lebensphasen eines Haustieres abgestimmt, wird dessen Lebensqualität verbessert und das Erkrankungsrisiko gesenkt. Gutes Futter allein reicht jedoch nicht aus. Wir brauchen einen Ernährungsplan, der den individuellen Bedürf- Der Ernährungsplan setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen nissen unseres Vierbeiners gerecht wird. Jeder Tierbesitzer sollte den Gesundheits- und Er- jeweils aktuellen tierärztlichen Beurteilung angepasst nährungszustand seines Lieblings im Auge behalten und werden. Mit zunehmendem Alter, bei Krankheit oder mindestens 1x jährlich von einem Tierarzt überprüfen plötzlichen Gewichtsschwankungen ist der Tierarztbeund beurteilen lassen. Der Ernährungsplan muss der such dann häufiger erforderlich. 36

wir klären auf

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aktion tier-Kampagne


wir klären auf

Bedarfsangepasst füttern

© aktion tier, Ursula Bauer

Der Nährstoff- und Energiegehalt des Futters muss auf den Bedarf des Hundes oder der Katze abgestimmt sein, denn sowohl ein Mangel als auch ein Überfluss an Nährstoffen kann zu Krankheiten führen. Der Nährstoffoder Energiebedarf eines jeden Tieres ist individuell und hängt vorrangig vom Alter, von Rasse und Geschlecht, vom körperlichen Leistungsniveau (Aktivität), möglichem Stress und eventuell vorhandenen Erkrankungen ab.

Beispiel Alter und Rasse Vor allem junge und alte Hunde/ Katzen brauchen ein Futter, das auf ihre speziellen Bedürfnisse angepasst ist. Welpen und Jungtiere benötigen für das intensive Wachstum des Körpers eine ausreichende Versorgung mit Protein (Eiweiß), Fett, Kalzium, Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Um eine Fehlversorgung und ernährungsbedingte Wachstumsstörungen zu vermeiden, sollte das Futter sowohl zum Welpenalter, als auch zur Rasse passen. Bei Hunden wachsen beispielsweise große Rassen langsamer als kleine, so dass das Futter teilweise alle 2 Wochen der rassespezifischen Wachstumsphase angepasst werden muss. Bei älteren Hunden und Katzen mit Neigung zu Übergewicht sollte ein Futter mit wenig Fett und geringerer Energiedichte verwendet werden. Sehr alte Tiere wiederum verlieren häufig Gewicht und benötigen daher ein fetthaltiges Futter mit hohem Energiegehalt.

Aus dem Riesenangebot an Tierfutter das richtige herauszufinden ist gar nicht so einfach

Katzen, die gerne spielen und draußen herumstrolchen, oder Hunde, die lebhaft und sportlich sind, haben einen teilweise deutlich höheren Energiebedarf als gemütliche Vierbeiner, die am liebsten zu Hause auf dem Sofa dösen. Bedarfsangepasst füttern bedeutet auch, dass die Futtermenge tagesaktuell an die Aktivität des Haustieres angepasst werden kann. Ist beispielsweise eine lange Wanderung mit dem Hund geplant, darf die Futtermenge an diesem Tag entsprechend größer sein. Oder es werden gesunde Leckerlis als „Wegzehrung“ mitgenommen.

Wer viel rennt, darf auch viel fressen.

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Junge Hunde und Katzen benötigen Spezialfutter

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Beispiel Aktivität

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Nach der Kastration sinkt der Sexualhormonspiegel, und der Stoffwechsel verändert sich. Was zur Folge hat, dass der Appetit zunimmt, während der Energiebedarf abnimmt. Eine schlechte Kombination, die unweigerlich zu einer Gewichtszunahme führt. Um das zu verhindern, benötigen kastrierte Hunde und Katzen einen anderen Ernährungsplan als unkastrierte Tiere. Ein bedarfsangepasstes Spezialfutter kann hier gewährleisten, dass weniger Kalorien aufgenommen werden, die Nährstoffversorgung jedoch weiterhin optimal bleibt, damit keine Mangelerscheinungen auftreten.

Herkömmliche Snackstangen sind oft Kalorienbomben

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rung ist heutzutage bei Hunden und Katzen die bedeutendste ernährungsbedingte Krankheit. Etwa 25 % aller Vierbeiner sollen sogar krankhaftes Übergewicht (Fettleibigkeit = Adipositas) aufweisen – verursacht durch zu wenig Bewegung in Verbindung mit übermäßigem Kalorienkonsum.

Diese Katze könnte ein wenig schlanker sein

Oft sind es nicht einmal die Hauptmahlzeiten, sondern die Leckereien zwischendurch, die zu überflüssigen Pfunden führen. Vor allem billige und qualitativ minderwertige Fertigsnacks sind ungesund und liefern viele zusätzliche Kalorien (z.B. durch Fett, Zucker, Salz, Geschmacksverstärker). Für Hunde sind naturbelassene, luftgetrocknete Kauartikel etwa aus Rinder-Blättermagen, magerem Büffelfleisch oder Rinderhaut eine gesunde Alternative zu Leckerlis. Sie haben wenige Kalorien, reinigen die Zähnen und beMeistens sind unsere Hunde und Katzen eher zu dick

Dicker Hund = ungesund Das Prinzip ist simpel und trifft auf alle Säugetiere zu: Wird mehr Energie aufgenommen als verbraucht, speichert der Körper den Überschuss in Form von Fettpolstern. Übergewicht als Folge von Überfütte-

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Unterernährte Hunde und Katzen findet man in Deutschland zum Glück eher selten

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Beispiel Kastration


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Sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter haben ihre Vor- und Nachteile. Wichtiger als die Konsistenz ist aber auf jeden Fall der Inhalt.

Idealgewicht plus 15-20% = Übergewicht Idealgewicht plus 30-40% = krankhaftes Übergewicht (Adipositas).

schäftigen lange. Auch Häppchen vom Tisch fallen im wahrsten Sinne des Wortes „schwer ins Gewicht“. Menschennahrung mit viel Zucker, Fett und Gewürzen macht unsere Haustiere dick und ist insgesamt ungesund oder sogar giftig.

Empfehlung bei Gewichtsproblemen Ist Ihr Tier nur leicht übergewichtig, kann allein schon durch mehr Bewegung (höherer Energieverbrauch)

und den Verzicht auf Zwischensnacks ein gesunder Abnehmerfolg erreicht werden. Einfach weniger vom gewohnten Alleinfuttermittel zu geben ist jedoch keine gute Idee. Es besteht die Gefahr, dass nicht ausreichend lebenswichtige Nährstoffe aufgenommen werden, wenn die auf der Verpackung empfohlene tägliche Futtermenge unterschritten wird. Empfehlenswert ist stattdessen ein hochwertiges Diätfutter. Bei krankhaft fettleibigen (adipösen) Katzen und Hunden sollte eine entsprechende Diät unbedingt unter Anleitung eines Tierarztes durchgeführt werden.

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Weniger wäre auch hier mehr

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In Deutschland ist gemäß Futtermittelverordnung der Hersteller verpflichtet, auf der Verpackung von Tiernahrung nähere Angaben zum Produkt zu machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Trockenoder Nassfutter handelt. 1. Verwendungszweck Je nach Verwendungszweck müssen Hunde- und Katzenfuttermittel in folgende Kategorien eingeteilt und auch entsprechend deklariert werden. 1.1 Alleinfuttermittel Sie müssen futtermittelrechtlich die wichtigsten Nährstoffe (Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe) enthalten, die der Hund oder die Katze benötigen. Es dürfen also keine Mangelerscheinungen auftreten, wenn auch langfristig nur dieses eine Futter entsprechend der auf der Verpackung angegebenen Empfehlung gefüttert wird. Alleinfuttermittel gibt es als Trockenfutter (maximal 14 % Wasser), Nass- oder Feuchtfutter (ca. 70-85 % Wasser) oder halbfeuchtes Futter (Wassergehalt meist zwischen 20-40 %).

Katze mit Futtermittelallergie

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1.2 Diätfuttermittel Hierbei handelt es sich um spezielle Futtermittel, zum Beispiel für Tiere mit Übergewicht, Allergien oder anderen Erkrankungen wie Leberinsuffizienz. Aber Hund mit Futtermittelallergie

auch individuelles Welpen- oder Seniorenfutter fällt üblicherweise in diese Kategorie. Es gibt diese Spezialnahrung entweder als Alleinfutter oder als Ergänzungsfutter zu anderen Futtermitteln. 1.3 Einzelfuttermittel Diese bestehen aus nur einer wesentlichen Zutat (z.B. reines Fleisch oder Kartoffelflocken), manchmal sind kleine Mengen an Zusatzstoffen beigemengt. Einzelfuttermittel sind für sich allein keine vollwertige Nahrung und müssen daher mit anderen Zutaten kombiniert werden. Wer sich auskennt, kann aus verschiedenen Einzelfuttermitteln wie Fleisch, Gemüseflocken, Öl und Mineralfutter selbst ein vollwertiges Katzen- oder Hundefutter zusammenstellen.

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Was steht auf der Verpackung?

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1.4 Ergänzungsfuttermittel Wie der Name schon sagt, sollen diese Futtermittel die tägliche Futterration ergänzen und aufwerten. Zum Beispiel im Krankheitsfall, aber auch zur Gesundheitsvorsorge. Ähnlich wie Nahrungsergänzungsmittel für Menschen. Zu den Ergänzungsfuttermitteln zählen beispielsweise Vitamine und Mineralstoffe, Öle und Fette sowie Produkte aus der Homöopathie oder Naturheilkunde.


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Zusammensetzung Gemäß Futtermittelverordnung muss der Hersteller die Inhaltstoffe nach Gewicht absteigend sortiert angeben. Die erste Zutat macht also den mengenmäßig größten Anteil im Futter aus.

Unsere Empfehlung Einem erwachsenen, gesunden Tier genügt ein hochwertiges Alleinfuttermittel. Hier sollten Sie auf Ergänzungsfuttermittel wie etwa hochdosierte Vitaminprodukte oder Mineralstoffmischungen verzichten. Diese sind nur notwendig, wenn der Vierbeiner unter einem nachgewiesenen Mangel oder einer Krankheit leidet. Ohne tatsächlichen Bedarf können derartige Ergänzungsfuttermittel gesunde Katzen und Hunde unter Umständen sogar krank machen.

Wichtig sind auch die unterschiedlichen Formen der Deklaration:

Geschlossene Deklaration: Hier ist die Zusam­ mensetzung nach Futtermittelgruppen und nicht nach einzelnen Komponenten angegeben. So wird zum Beispiel der Sammelbegriff „Getreide“ verwendet, anstatt einzelne Sorten wie Hafer, Weizen oder Mais zu nennen. Auch Fleischerzeugnisse werden nicht differenziert angegeben, sondern zusammen als „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ be­ zeichnet. Halboffene Deklaration: Es werden zwar sämtliche Inhaltstoffe genannt, allerdings fehlen die Maß­ angaben. Offene Deklaration: Jede einzelne Zutat ist mit ihrem prozentualen Anteil aufgelistet.

Inhalt

Um es gleich vorweg zu sagen: Spätestens an dieser Stelle wird es ziemlich kompliziert. Unter den Überschriften „Zusammensetzung“, „Analytische Bestandteile“ und „Zusatzstoffe“ finden sich verwirrende Ausdrücke, die kaum jemand versteht, wage Angaben mit niedrigem Informationsgehalt.

Die offene Deklaration bietet zwar die besten Informationen, ist aber zumindest in der Variante, wo wirklich hinter jeder einzelnen Zutat eine Prozentangabe steht, sehr selten zu finden. Denn dadurch würden die Hersteller quasi ihre Rezeptur offenlegen.

Selbst Fachleute kritisieren die mangelnde Trans­ parenz und die schwerverständlichen Komponenten­ bezeichnungen auf der Deklaration. Meistens sind die Angaben zum Inhalt auch noch in winziger Schrift auf ein kleines Etikett gedruckt. © aktion tier, Ursula Bauer

Ohne Lupe ist dieses Etikett kaum zu entziffern

Das Hauptmerkmal sind gute, möglichst unverfälschte Zutaten in einem gesunden, ausgewogenen Mischungsverhältnis. Achten Sie auf eine weitestgehend offene, ehrliche Deklaration, und meiden Sie Futter mit unklaren Sammelbegriffen wie „tierische oder pflanzliche Nebenprodukte“, „Bäckereierzeugnisse“, „Getreide“, „Öle und Fette“ oder Mitgliederjournal

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Woran erkenne ich hochwertiges Dosenfutter?

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Was gut schmeckt muss noch lange nicht gut sein

„Molkereierzeugnisse“. Die Hersteller von hochwertigem Alleinfutter für Hunde und Katzen haben nichts zu verbergen und geben gerne an, was in ihren Produkten steckt. Der Anteil an „richtigem Fleisch“ (Muskelfleisch) sollte möglichst hoch sein. Mineralstoffreiche Innereien sowie Gelenke, Sehnen und Knochen (z.B. in Form von Geflügelhälsen und -flügeln) machen ebenfalls ein gutes Futter aus, da sie einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung liefern. Getreidefreies Futter liegt derzeit voll im Trend. Wenn Ihr Tier es verträgt, spricht nichts dagegen, Fertigfutter mit einem gewissen Getreideanteil zu verwenden, zumal die in Getreide und auch in Gemüse enthaltene Stärke Energie liefert. Allerdings sollte der Anteil an pflanzlichen Inhaltstoffen bei Hunden höchstens 10 % und bei Katzen höchstens 5 % ausmachen. Übrigens sind Kräuter in diesem Zusammenhang zu bevorzugen, da sie mehr Vitamine und Mineralstoffe enthalten und besser verwertet werden können.

Zuckerhaltige Substanzen (z.B. Zucker, Karamell, Melasse, Rübenschnitzel). Zusatzstoffe wie künstliche Farb-, Aroma- oder Ge­ schmacksstoffe. Technologische Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe, Bindemittel und Emulgatoren. E-Nummern (beziffern Zusatzstoffe ohne Gesundheitswert, die z.B. das Aussehen, die Haltbarkeit und den Geschmack verbessern sollen).

Qualität hat ihren Preis Teuer ist nicht automatisch gut, aber ein Futter aus erstklassigen, frischen Zutaten ist einfach nicht für wenige Cent zu haben. Eine artgerechte, bewusste Ernährung erhöht auch bei unseren Hunden und Katzen die Chance auf ein langes, gesundes Leben! Außerdem wird gutes, nährstoffreiches Futter vom Tierorganismus optimal verwertet, was kleinere Kotmengen zur Folge hat. Bei Katzen werden Sie das deutlich am geringeren Verbrauch an Katzenstreu merken, wodurch sich die Mehrausgaben für das Qualitätsfutter wieder ausgleichen. Bei Hunden sparen Sie an Kotbeuteln, und schließlich wird auch die Umwelt durch weniger Häufchen entlastet.

Ethische Aspekte Millionen Nutztiere leiden in der tierquälerischen Massentierhaltung. Wer dies nicht unterstützen möchte, sollte konsequent bei der Wahl der eigenen Nahrungsmittel und auch beim Tierfutterkauf zu Bioprodukten greifen.

Achten Sie außerdem auf ein günstiges Calcium-Phosphor-Verhältnis 1,2:1 und, bei Katzenfutter, auf den Zusatz von Taurin.

Katze bei einer natürlichen Maus-Mahlzeit

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Hochwertiges Futter wird optimal verwertet und spart Katzenstreu

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Was im Hunde- und Katzenfutter nichts zu suchen hat:


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Wenn Sie nach der Lektüre dieses Artikels der Verdacht beschleicht, dass die Ernährung Ihres Lieblings nicht optimal ist, dann ist es Zeit für einen neuen Ernährungsplan. Lassen Sie am besten zuerst den Gesundheits- und Ernährungszustand Ihres Tieres von einem Tierarzt beurteilen. Dann folgt die Suche nach dem richtigen Futter, bei welchem der Tierarzt oder das Fachpersonal eines auf Tierfutter spezialisierten Geschäftes sicher gerne berät. Haben Sie alle Punkte beachtet und ein ausgezeichnetes Fertigfutter gekauft, kann es trotzdem sein, dass Ihr Tier es nicht mag oder nicht verträgt. Das sind keine Zeichen für minderwertige Qualität. Am Ende hilft nur ausprobieren. Und wenn Sie ein Futter gefunden haben, das Ihrem Liebling schmeckt und guttut, dann bleiben Sie dabei.

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ine Futterumstellung sollte nicht abrupt, sondern allmählich erfolgen, wobei man am besten das neue Futter in ansteigender Menge dem alten Futter beimengt, bis letzteres vollständig ersetzt ist.

Selber zubereiten? Nur wer das Hunde- oder Katzenfutter aus unverfälschten, frischen Rohstoffen selbst zubereitet, weiß mit 100prozentiger Sicherheit, was drinsteckt. Die meisten Tierbesitzer haben hierfür jedoch keine Zeit oder trauen sich einfach nicht. Natürlich ist es wichtig, dass die Zusammensetzung des selbst hergestellten

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© Sandy Both

Jetzt umsteigen

Futters auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Tieres abgestimmt ist. Sonst kann es zu Mangelerscheinungen oder zu einer ebenso krank machenden Überversorgung mit bestimmten Stoffen kommen. Gewisse Schwankungen hinsichtlich Nährstoffgehalt und -zusammensetzung sind für ein gesundes Tier jedoch unproblematisch. Wer sich selbst vielseitig und ohne Fertigindestens ebenso produkte ernährt, wichtig wie eine schafft es auch, gesunde, bedarfsgesein Haustier gerechte Ernährung ist die sund zu „bekochen“. Zeit und Zuwendung, die Tipps und Rezepte Sie Ihrem Tier schenken. gibt es haufenweiKuscheln und Spiese im Internet, in len macht Hunde und zahlreichen FachKatzen froh. Glückliche büchern oder bei Tiere sind gesünder und entsprechend verleben länger. sierten Tierbesitzern.

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enn Sie die gesamte Broschüre zum Thema

„Tierliebe geht durch den Magen“ haben möchten, so melden Sie sich gerne in unserer Berliner Geschäftsstelle unter Tel. 030 30103831 oder unter berlin@aktiontier.org. www.zabello.de Hier erhalten Sie eine kostenfreie Futtermittelberatung.

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Keine Ende in Sicht

Weitere Tierquälerei im Schweinehochhaus In engen Käfigen müssen die Schweine leben.

Von außen nicht erkennbar: In diesem Hochhaus leben Schweine.

Als im März 2015 der Fernsehsender RTL im Rahmen einer populären Reality-Doku um den Reporter Jenke von Wilmsdorff erstmals über das Schweinehochhaus berichtete, waren Erschrecken und Entrüstung unter Verbrauchern und Tierschützern groß. Völlig in Vergessenheit geraten war bis dahin der ehemalige DDR-Vorzeigebetrieb in Maasdorf bei Halle, in dem auf sechs Etagen Schweine gezüchtet und Ferkel für die Mast produziert werden. Mit Unterstützung der Sowjetunion wurde hier 1969 mit dem Bau dieser europaweit einzigartigen Zuchtanlage begonnen, die vor fast 50 Jahren die Möglichkeiten agrartechnischer Entwicklungen zeigen sollte und bis heute nahezu unverändert ist. Ein Bericht von Jan Peifer

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Mit einer nur kurzen Unterbrechung zur Zeit der Wende leben hier ständig rund 500 Zuchtsauen, die jedes Jahr Tausende Ferkel zur Welt bringen müssen. Dass Schweine in der industriellen Massentierhaltung so gut wie nie ein artgerechtes Leben führen können, ist den meisten Menschen mittlerweile bekannt. Doch Zuchtsauen leiden besonders unter der grausamen Haltung, denn sie verbringen fast die Hälfte ihres Lebens fixiert in sogenannten Kastenständen. In diesen engen Käfigen können die Tiere sich kaum bewegen, ein

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Umdrehen ist unmöglich. Sie stehen, essen und schlafen in ihren eigenen Exkrementen, oft können sie sich nicht einmal ablegen. Die Kastenstände sollen offiziell Verletzungen durch Rangkämpfe verhindern – doch dienen sie vor allem dazu, möglichst viele Schweine auf möglichst wenig Platz unterzubringen und den Profit der Mäster so zu steigern. Mit der Dokumentation eben dieser Haltungsform im Schweinehochhaus sorgten Tierschützer für Aufsehen, sie zeigten den Betreiber der Anlage an. Denn die Kastenstände an

sich sind zwar (noch) nicht verboten, doch die durch sie verursachten Missstände verstoßen regelmäßig gegen eine Reihe von Vorschriften. Die einzelnen Käfige im Schweinehochhaus waren zu eng, die hygienischen Bedingungen eine Katastrophe. So wurden auch bei einer amtlichen Kontrolle zahlreiche Mängel und Verstöße gegen Tierschutzrecht und Hygieneverordnung festgestellt, dem Züchter wurden strenge Auflagen erteilt. Schon wenig später aber wurde das Verfahren wieder eingestellt, die Staatsanwaltschaft sah die Mängel als behoben an. Neue Aufnahmen aus dem Inneren der Anlage zeigen nun jedoch, dass diese nach wie vor den Alltag der Zuchtschweine bestimmen. Erneut stellten Tierschützer deshalb jetzt Strafanzeige gegen den Betreiber des Schweinehochhauses. Schon 2015 hatten sie eine Großdemonstration vor dem Betrieb organisiert, an einer Folgeveranstaltung nahmen auch 2016 wieder mehrere hundert Tierschützer aus ganz Deutschland teil und machten ihrer Forderung nach einer Schließung der Anlage lautstark und medienwirksam Luft.


© Jan Peifer

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Hunderte von Tierschützern demonstrieren vor dem Schweinehochhaus in Maasdorf bei Halle.

Für weiteres Aufsehen sorgte zeitgleich eine Gerichtsposse im vergangenen Jahr: Der Betreiber des Schweinehochhauses hatte nach der Dokumentation und Veröffentlichung der Zustände in seiner Anlage Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet, doch wegen eines Formfehlers wurde der Prozess vor dem Amtsgericht Köthen schon nach zwanzig Minuten wieder beigelegt. Schon lange beschäftigt das Schweinehochhaus auch die Politik. Zwar werde die Anlage offiziellen Angaben nach regelmäßig kontrolliert, um Missstände auszuschließen. Doch auch Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert hat sich mittlerweile für ein Ende der Kastenstände in der Sauenhaltung und damit auch im Schweinehochhaus ausgesprochen. Die GrünenPolitikerin setzt stattdessen auf das Modell Dänemarks, wo die Kastenstände bereits abgeschafft wurden und Zuchtschweine in Gruppen gehalten werden. Mit dieser For-

© Jan Peifer

Für ein Ende der Haltung in Kastenständen

derung folgt sie auch einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, welches im vergangenen Jahr entschieden hatte, dass Schweinen mehr Platz angeboten werden muss als bisher. Statt auf starre Vorgaben an die Breite der Kastenstände zu achten, müssen Schweinezüchter danach gewährleisten, dass den Tieren jeweils individuell ein ungehindertes Ablegen und Ausstrecken der Gliedmaßen möglich ist. Da moderne Schweinerassen deutlich größer werden als in der Vergangenheit, sich dennoch in der Widerristhöhe und damit der zum Ablegen benötigten Breite deutlich unterscheiden können, seien demnach die Haltungsbedingungen den einzelnen Tieren anzupassen und nicht länger umgekehrt – ein Mei-

lenstein in der Geschichte der Massentierhaltung. Als erstes Bundesland hat Hessen daraufhin bereits Ende des Jahres eine Umbaufrist für die veralteten Kastenstände bis Mitte 2017 beschlossen und will damit Vorreiter für die übrigen Länder werden. Ein Umbau des Schweinehochhauses gemäß neuer Haltungsverordnungen hin zur Gruppenhaltung ist aber eher unwahrscheinlich, da dieser mit hohen Kosten verbunden wäre, die sich in einer so alten Anlage wohl kaum rentieren würde. Tierschützer in ganz Deutschland hoffen daher, dass die erneute Strafanzeige ein großer Schritt auf dem Weg zur Schließung des ehemaligen DDR-Betriebs sein wird.

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Zirkus macht Spass: nur ohne Tiere!

Wildtiere gehören in die Wildnis Für viele große und kleine Kinder und Zuschauer ist ein Zirkus ohne Löwen, Tiger, Elefanten und andere Wildtiere in der Manege eine traurige Vorstellung – wenn man den Aussagen und der Werbung vieler Zirkusunternehmen Glauben schenkt. Dabei sieht die Wirklichkeit längst anders aus, denn laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des ZDF lehnen rund zwei Drittel der Bevölkerung die Wildtierhaltung im Zirkus ab. Ein Bericht von Jan Peifer

Wildtiere im Zirkus sorgen seit Jahren für Skandale und Unmut, nicht nur bei Tierschützern. Denn die artgerechte Haltung von Wildtieren ist im Zirkus nicht möglich, zusätzlich leiden sie unter Zwang und Gewalt der Dressur. Immer wieder gelangen Bilder und auch Gutachten an die Öffentlichkeit, die dies belegen. Viele Tiere weisen in der Gefangenschaft gravierende Verhaltensstörungen auf, die auf die nicht artgerechte Haltung und Unterbringung zurückzuführen sind. Insbesondere für Wildfänge, also Tiere, die nicht aus Zuchtprogrammen stammen, sind diese Bedingungen eine Qual. In fast jedem Zirkus zu beobachten sind Tiere, die Stereotypien aufzeigen. Dies sind zwanghaft wiederholte, sinnlose Verhaltensweisen: Tiger, die vor dem Gitter unablässig auf und ab gehen, Elefanten, die mit dem Kopf „weben“ oder auch Tiere, die sich ständig im Kreis drehen. Nicht selten kommt es auch zu Vorfällen mit ausgerissenen, teils aggressiven Tieren, die auch Menschen angreifen: So tötete 2015 ein Zirkuselefant in Baden-Württemberg einen Spaziergänger, 2016 sorgten ausgebrochene Elefanten in Berlin für Aufsehen. Löwen, Tiger, Elefanten und Co. im Zirkus sind nicht zeitgemäß, darum fordern Tierschützer schon lange ein generelles Verbot von Wildtieren in deutschen Zirkussen.

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Elefanten etwa, die als hochsozial gelten und in Freiheit im Familienverbund leben und weite Flächen durchstreifen, werden im Zirkus oft alleine gehalten und mit Ketten fixiert.

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Damit sind sie nicht alleine – in fast 20 europäischen Ländern gibt es bereits ein teilweises oder vollständiges Verbot, u.a. in den Nie-


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derlanden, Belgien, Großbritannien, Dänemark, Österreich, Griechenland oder Bulgarien. Auch der deutsche Bundesrat hat sich bereits mehrfach für ein solches Verbot ausgesprochen. Da die Bundesregierung bislang jedoch tatenlos blieb, hat er diese nun nach 2003 und 2011 zum dritten Mal aufgefordert, endlich ein Verbot bestimmter Tierarten im Zirkus auszusprechen. Damit war die Länderkammer einem Vorstoß aus Hessen gefolgt. Fast alle wichtigen deutschen Parteien unterstützen ein Wildtierverbot – lediglich die CDU sträubt sich beharrlich, die Umsetzung zu realisieren. Weil die Entscheidung auf Bundesebene seit Jahren verzögert wird, haben viele Städte und Kommunen unterdessen einen eigenen Weg gefunden, Zirkusse mit Wildtieren nicht mehr willkommen zu heißen. So haben schon mehr als Ein gesetzliches Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus ist längst überfällig. 50 deutsche Städte und Gemeinden entschieden, keinen Raum für Zirkusse mit Wildtieren im Programm zufolge in deutschen Zirkussen eine ganz neue Generation von Unmehr zur Verfügung zu stellen. U.a. noch mehr als 200 Raubkatzen, für ternehmen dem „zeitgenössischen in Köln, Düsseldorf, München, deren Unterbringung die Unterneh- Zirkus“ (ohne Tiere) verschrieben. Stuttgart, Hannover und Schwerin men dann verantwortlich gemacht Dennoch hoffen wir, dass auch die sowie mehreren Bewerden könnten. Es Bundesregierung nun ein Zeichen zirken Berlins sind wundert daher nicht, setzt und Wildtiere im Zirkus endZirkusbetriebe mit dass die Schausteller lich generell verbietet. ber 50 Städte Wildtieren gar nicht auch vor Gerichtsgeben Zirkusmehr oder nur noch prozessen nicht zu- Hinter Gittern sollte kein (Wild-)Tier leben müssen. eingeschränkt gedulrückschrecken, die sen mit Wildtieren det. Tierschützer mundkeine Standfläche tot machen sollen. mehr. Große, aber vor Allerdings sind auch allem kleine Zirkuvor dem Hintergrund sunternehmen, die des letzten Bunoft seit Generationen als Famili- desratsentschlusses zum Thema enunternehmen existieren, wehren die Gerichte sensibilisiert, und so sich vehement gegen die Vorwürfe entschied erst im letzten Jahr ein von Tierschützern. Die Misshand- Berliner Gericht, dass sich ein grolungen, Verhaltensstörungen und ßer Zirkusbetrieb den öffentlichen weitere Missstände werden immer Vorwurf gefallen lassen muss, er wieder dokumentiert, aber die Ver- würde Tiere quälen – die wegen antwortlichen sehen nur einzelne Verleumdung und übler Nachrede „schwarze Schafe“. Sie fürchten um angeklagten Tierschützer wurden ihre Existenz, und in der Tat ist die freigesprochen. Gleichzeitig gehen Zukunft vor allem der in deutschen viele Zirkusunternehmen mit dem Zirkusbetrieben lebenden Wildtiere Trend und verzichten bereits vollim Falle eines generellen Verbots ständig oder zumindest größtenteils ungewiss. Einige von ihnen (z.B. auf Tiere. Zu den bekanntesten zähBären) könnten in Auffangstati- len sicher der Cirque du Soleil oder onen untergebracht werden, Ele- der Zirkus Flic Flac, doch hat sich fanten könnten in Zoos ein Zuhau- unter der Bezeichnung Cirque nouse finden, doch leben Schätzungen veau (frz. „neuer Zirkus“) bereits

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Ein ganz besonderer Vogel

Die Waldschnepfe Wussten Sie, dass das Waldschnepfen-Weibchen bei Gefahr ihre Küken mit den Füßen am Bauch einklemmt und so mit ihnen davonfliegt? Das ist aber noch nicht alles. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

Humus, üppiger Krautvegetation und schützenden Sträuchern bedeckten Waldboden. Zum Verstecken, zur Nahrungssuche und auch für das Brutgeschäft. Des Weiteren sind Waldschnepfen dämmerungs- und nachtaktiv, weshalb man sie selten zu Gesicht bekommt. Auffallend und sehr besonders ist ihr langer Schnabel, bei dem es sich um ein hochsensibles Sondierwerkzeug handelt, mit dem die Vögel im Untergrund nach Würmern, Insekten oder Schnecken bohren und Beutetiere bis zu 8cm Bodentiefe ertasten können.

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Die etwa taubengroße Waldschnepfe (Scolopax rusticola) ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Sie gehört zu den sogenannten Watvögeln, deren Vertreter feucht-sumpfigen Lebensräume wie Ufer, Küsten, Moore und Nasswiesen besiedeln. Mit Ausnahme der Waldschnepfe – die lebt lieber in vielfältig strukturierten Laub- und Mischwäldern, die nicht einmal feucht sein müssen. Der gut getarnte, bodenbewohnende Vogel benötigt jedoch einen mit

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Gefahr droht der Waldschnepfe zum Beispiel durch forstwirtschaft-

Die Spitze des Oberschnabels lässt sich bei ansonsten geschlossenem Schnabel wie eine Pinzette öffnen. So kann die Beute mit Hilfe der Zunge geschluckt werden, ohne dass der lange Schnabel komplett aus dem Boden gezogen werden muss.

Windrad im Schwarzwald

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Gefährdung und Schutz

Waldschnepfen können fantastisch sehen. Ihre großen Augen, die für einen dämmerungsaktiven Vogel sehr wichtig sind, liegen so weit oben am Kopf, dass ein 360 Grad-Rundumblick ohne Kopfdrehung möglich ist.

Regenwürmer sind die Leibspeise der Waldschnepfen

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In der Regel leben Waldschnepfen nicht permanent in Deutschland, sondern kommen nur zum Brüten her. Den Winter verbringen sie meistens an der Atlantikküste, im Mittelmeerraum oder in England. Städte gehören nicht zu den bevorzugten Lebensräumen der scheuen Waldschnepfe, aber während der Zugzeit im Herbst und Frühjahr trifft man sie gelegentlich in besiedelten Bereichen beim Rasten oder Fressen.


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Die verletzte Waldschnepfe in einer Transportkiste

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Daneben stellt die Jagd eine nicht zu vernachlässigende Gefährdungsursache dar. Leider zählt die Waldschnepfe in Deutschland nach dem Bundesjagdgesetz zu den jagdbaren Wildarten und darf vom 16. Oktober bis zum 15. Januar geschossen werden. Neben Bundesländern wie Bayern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen, die diese maximal erlaubte Jagdzeit in ihren regionalen Jagdgesetzen festgeschrieben haben, gelten in einigen Bundesländern wie Niedersachsen und MecklenburgVorpommern leicht verkürzte Jagdzeiten vom 16. Oktober bis zum 31. Dezember. In Bundesländern wie Hessen und Nordrhein-Westfalen besteht für Waldschnepfen im Moment eine ganzjährige Schonzeit.

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liche Maßnahmen wie die Anpflanzung nicht-standortheim­isch­er Baum­arten sowie den Verlust von Lebensräumen durch die Einrichtung von Windanlagen in Waldgebieten.

In der Tierklinik in Düppel wird der Vogel untersucht

Verletzte Waldschnepfe gerettet In Deutschland wurden in der Jagdsaison 2014/2015 insgesamt 9.672 Waldschnepfen erlegt. In Frankreich und Italien sind die scheuen Vögel bei Jägern noch weit aus beliebter. In jedem dieser Länder werden jährlich bis zu 1,3 Millionen Tiere zur Strecke gebracht.

Die nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Waldschnepfe steht in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands aufgrund der beobachteten Bestandsrückgänge auf der Vorwarnliste. BirdLife International, eine internationale Organisation zum Natur- und Vogelschutz, erarbeitet regelmäßig die Europäische Rote Liste der Vögel. Hier zählen Waldschnepfen zu den innerhalb der EU jagdbaren Vogelarten mit „unvorteilhaftem Erhaltungsstatus“. Übersetzt: Es wird ein starker Bestandsrückgang beobachtet und die Art als gefährdet eingestuft. Als erster Schritt zum Schutz dieser schönen und besonderen Vögel sollte die Waldschnepfe bundesweit als jagdbare Art gestrichen werden!

Ende März wurde eine verletzte Waldschnepfe in unsere Berliner Geschäftsstelle auf dem Kaiserdamm gebracht. Ein tierlieber Nachbar hatte den apathisch auf dem Gehweg kauernden Vogel in einer Seitenstraße gefunden. Das Tier bewegte sich nur schwach, an der Schnabelwurzel klebte Blut. Wir fuhren sofort in die Tierklinik nach Düppel, wo unsere Vermutung bestätigt wurde: Die Schnepfe muss gegen eine Scheibe geflogen sein. Beim Aufprall hatte sich der arme Vogel ein Schleudertrauma zugezogen und das Brustbein gebrochen. Das war auch der Grund, warum das Tier nicht mehr fliegen konnte. Außerdem waren bei dem Unfall einige Luftsäcke geplatzt. Es handelt sich hierbei um Anhänge der Lunge, die wie Blasebälge dafür sorgen, dass diese ständig mit Luft durchströmt wird. Zum Glück bestanden für alle Verletzungen sehr gute Heilungschancen, zumal unsere Waldschnepfe auch kräftig und gut genährt war.

Einige Tage musste der Vogel in der Tierklinik intensiv betreut werden. Bei Waldschnepfen sind Pflegeaufenthalte immer ein wenig problematisch, da sie eine sehr spezielle Art haben, sich zu ernähren. Sie stochern mit ihrem langen Schnabel tief in der Erde nach Würmern und Insekten. Nur sehr selten wird die in Gefangenschaft angebotene Nahrung selbstständig gefressen, daher müssen die meisten Schnepfen von Hand zwangsernährt werden. Das sogenannte Stopfen mit kleingeschnittenem Rinderherz stresst die empfindlichen Vögel, und es besteht die Gefahr, dass ein Pflegling bei der Prozedur vor Aufregung stirbt. Nach dem Klinikaufenthalt zog unser Patient dann in eine spezialisierte Pflegestelle, wo er in einer entsprechend präparierten Voliere untergebracht war, deren Boden aus einer dicken Humusschicht voller Regenwürmer bestand. In diesem konnte der Vogel dann selbstständig nach Nahrung suchen. Nach der vollständigen Genesung wurde er schließlich wieder in die Freiheit entlassen.

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Mit dem Hund am See unterwegs …

Es ist heiß. Was liegt näher als seine Freizeit am See zu verbringen? Und der Hund kommt natürlich mit. Schließlich hat er beim Tollen im kühlen Nass auch einen Heidenspaß. Doch manches Mal holt einen der ungetrübte Nachmittag im Freien ein. Am nächsten Tag ist der Vierbeiner unlustig, frisst nicht richtig und auf der nächsten Wiese wird die Bescherung offensichtlich. Dünnpfiff, aber wie! Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Im Gegensatz zu uns Menschen schlucken die Hunde beim Baden viel Wasser. Sei es bewusst beim Trinken oder auch im wilden Spiel. Die Flüssigkeitsmengen, die hier abgeschluckt werden, sind teilweise enorm. Wenn da das Wasser aufgrund von Verunreinigungen eine schlechte Qualität besitzt, kann das Folgen haben. Kot von Wassergeflügel oder Müllreste, zurückgelassen von Badegästen, verunreinigen die Gewässer. Verschimmelte Brotreste gutmeinender Vogelfütterer mindern die Wasserqualität zudem. Je nachdem ob ein Bakterienbefall oder Giftstoffe Ursache der Verunreinigung sind, entwickeln sich unterschiedliche Symptome. Bauchschmerzen, Zittern, Fieber, Erbrechen und Durchfall gehören zu den klassischen Anzeichen einer Magen-Darm-Erkrankung unserer Vierbeiner. Füttern sollte man seinem Hund in dieser Situation jetzt besser nichts. Schnellste Abhilfe schafft der Gang zum Tierarzt. In ganz unklaren Fällen kann eine Wasserprobe Aufschluss über die Krankheitsursache geben. Kennt man ein Gewässer nicht, meidet man es als Tierbesitzer vorsichtshalber besser. Gleiches gilt für Bäche oder Seen, an denen der Hund nach dem Badespaß bereits einmal Probleme gehabt hat. Dann verträgt er die dortige Wasserzusammensetzung offensichtlich nicht. Diese Stellen sucht man als Hundehalter besser nicht mehr auf.

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© Alexandra Pfitzmann

Im Trüben fischen

Gehen Sie mit Ihrem Hund nur an saubere Seen.

Einige Hunde entwickeln Hautprobleme nach dem Baden. Die Vierbeiner riechen unangenehm und das Haarkleid wirkt fettig und unansehnlich. Dahinter steckt keine schlimme Erkrankung. Hier ist oft nur eine vermehrte Talgproduktion die Ursache. Ein Abduschen zuhause mit milden Hundeshampoos kann die Gerüche beseitigen und für seidigen Glanz des Fells sorgen. Das Shampoonieren darf allerdings nicht öfter als alle 14 Tage durchgeführt werden, sonst sorgt es seinerseits für Irritationen der Haut. Suchen Sie nur saubere Seen und Bäche auf! Grundsätzlich eignen sich als Badeplätze mit Hund nur saubere Seen oder Bäche. Denn auch der am Uferrand herumliegende Müll kann zum Problem werden. Nichts

ist unangenehmer als eine tiefe Schnittverletzung durch verstreute Glasscherben am Uferrand oder scharfkantige Metallstücke fernab von jedem Transportmittel. So muss der Hund mit blutender Pfote noch den langen Heimweg antreten. Auch am Boden liegende Zigarettenkippen stellen eine Gefahr dar. Besonders junge, verspielte Hunde fressen derartigen Unrat gern und müssen es später mit Übelkeit und Durchfall büßen. Doch keinesfalls soll das Baden im Allgemeinen hier verteufelt werden. Die Schwimmbewegungen sind eine Bereicherung für den Hundekörper. Ohne die Gelenke zu belasten, benutzt der Vierbeiner alle Muskeln des Körpers und hat zudem Spaß dabei. Also nix wie raus und rein ins kühle Nass, aber gewusst wo!

kann im Fall von ansehnlich, sondern Müll ist nicht nur un werden. rlich für Hundepfoten Scherben bspw. gefäh


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Die abgenagten und mit Speichel vermischten Holzfasern werden zu einem Klümpchen gedreht Kunstvolles Wespennest aus unterschiedlichen Holzfasern

Wer nagt an den Gartenmöbeln?

© Ursula Bauer

aktion tier informiert

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Alle bei uns vorkommenden elf Arten der Echten Wespen (Vespidae), zu denen unter anderem die Gemeine und die Deutsche Wespe sowie die Hornisse zählen, bauen Nester aus zerkauten Cellulosefasern – also im Prinzip aus Papier. Die meisten Arten bevorzugen als Baustoff leicht verwittertes, unbe-

© Ursula Bauer

Kennen Sie das? Sie sitzen gemütlich im Garten und hören plötzlich ziemlich deutlich schabende und kratzende Geräusche. Dann sind mit Sicherheit Wespen in der Nähe, die sich Baumaterial für ihre Nester beschaffen. Kleine Nagespuren beispielsweise an den Gartenmöbeln sind ein weiteres Indiz für die Knabbertätigkeit der emsigen Insekten. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

handeltes Holz zum Beispiel von Gartenmöbeln, die längere Zeit im Freien standen. Andere verwenden vollständig verwittertes Holz. Auch die Oberflächen von älteren Schilfrohrmatten, die häufig als Sichtschutz zum Beispiel an Balkonen angebracht werden, sind beliebt.

Mit Hilfe des Oberkiefers schaben die Insekten im Rückwärtsgang kleine Holzbahnen ab, die sie mit Speichel vermengen und zu einem Knäuel drehen. Diese Klümpchen werden zum Nest transportiert, auseinandergezogen und als hauchdünne Streifen mit viel Speichel angeklebt. So entsteht die meist mehrschichtige Außenhülle des Nestes sowie die Waben im Innern. Wurden verschiedene Sorten von Baumaterial verwendet, erkennt man dies an den unterschiedlich farbigen Streifen. Die kunstvollen und je nach Art sehr unterschiedlichen Wespennester wer­den nur für eine Saison gebaut und nie ein zweites Mal bezogen. Im Herbst sterben alle Wespen bis auf die befruchteten Königinnen, die an einem geschützten Ort überwintern und dann im kommenden Frühjahr mit dem Bau eines völlig neuen Nestes beginnen.

© Ursula Bauer

Diese Wespe schabt mit ihrem Oberkiefer die verwitterte Holzoberfläche eines Gartentischs ab

Es macht Freude, die emsigen Insekten beim Knabbern zu beobachten. Gehen Sie ruhig näher ran. Die Tiere sind viel zu beschäftigt, als dass sie sich um Menschen kümmern würden. Also keine Panik: Die wollen nur nagen!

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Tierschutzzimmer Radeberg, Sachsen-Anhalt

Danke für die tolle Unterstützung! Heute möchte ich mich bei meiner Familie, Freunden, Arbeitskollegen, Eltern, Lehrern sowie bei allen Firmen und Geschäften für das Sammeln alter und neuer Kalenderblätter bedanken! Nur durch dieses Material entstehen kreative Masken, lustige Sonnenblenden, Fensterbilder, tolle Hasenohren, Briefumschläge und Geburtstagstüten. Ein Dankeschön von Jutta Nitzsche

Weitere Informationen erhaltet ihr unter:

www.aktiontier-junior.org

Unsere letzten Themen: „Die Störche sind zurück!“ „Krötenwanderung“ „Unterschied zwischen Kröten, Unken und Fröschen“

Thema

Kröten Unken Frösche

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junior

• Ausgabe 2/2017

Bei der Erarbeitung der Unterschiede zwischen Fröschen, Unken und Kröten waren alle Erstklässler von meinen kleinen Erzählungen mit Wesensmerkmale über den flotten, frechen Frosch Frank und der fröhlichen Fröschin Franziska, der ulkigen Unke Undine und dem ungeschickten Unken-Udo sowie der küssenden Kröte Katharina und dem kräftigen Kröten Karl total begeistert! Großes Staunen gab es, dass es nicht nur grüne Frösche gibt!


junior

Thema

Waldkauz

Wie

schön es ist, eine

Schwester zu haben

Hallo, ich bin Meike Behrens und besuchte vier Jahre lang die Grundschule Süd in Radeberg. Meine Hortnerin Frau Nitzsche hat zusammen mit aktion tier das Tierschutzzimmer im AWO Hort Süd gegründet.

Alles begann mit dem Tod meiner geliebten Urgroßeltern. Es ist fünf Jahre her, da nahmen wir deren alten Hund Willi zu uns und gaben ihm ein schönes Zuhause. Als er starb waren wir sehr traurig, und wir wussten, dass wir ohne Hund nicht mehr leben wollten. In dieser Zeit war Frau Nitzsche immer für mich da, und ich konnte mit ihr über die schöne Zeit mit Willi und meinem Wunsch nach einem neuen Hund reden. Frau Nitzsche brachte mir während meiner Grundschulzeit den Tierschutz und die Tierliebe nah. Ich verstand, wie wichtig Tiere in unserem Leben sind und wie sehr sie es bereichern. Gott sei Dank konnte ich meine Eltern von meinem großen Traum überzeugen, und ein Berner Sennenhund wurde unser neues Familienmitglied. Seitdem macht sie uns jeden Tag glücklich, und sie hat mir über die bisher traurigste Zeit meines Lebens, den Tod meiner Großeltern und unseres Hundes Willi, ein wenig hinweggeholfen. Leika ist immer für mich da. Sie kuschelt mit mir, wenn ich müde oder traurig bin, tobt mit mir, wenn ich Sport machen will und wandert gerne mit uns in den Bergen des Allgäus. Es tut gut, sie zu haben, denn sie nimmt mich so wie ich bin. Wie Frau Nitzsche sagt: „Wenn man gut zu den Tieren ist, geben sie einem viel zurück“. Gerne könnt ihr uns auf Instagram unter „m_leika“ verfolgen wie es mit uns weitergeht.

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An einem herrlichen Sommertag. Lolo und Max haben beschlossen, den Tag am See zu verbringen.

Prima, dass wir unseren See ganz in der Nähe haben. Den Rest gehen wir zu Fuß. Na los, komm schon. Ich brauche jetzt unbedingt ein kühles Bad.

Ein Tag am See Ist doch klasse, wir haben unsere geheime Badestelle ganz für uns alleine. Dann können wir auch ungestört toben und spielen.

Gut, dass wir den Sonnenschirm dabei haben. Der wird uns schützen.

Oh, fies, da liegt ja überall Müll rum. Gut, dass ich eine Tüte mitgenommen habe.

Ja, Sauerei! Einige denken echt nicht nach.

Max und Lolo vergnügten sich unbeschwert am und im Wasser. Die Stunden verflogen an diesem herrlichen Tag wie immer viel zu schnell. Super Max, schon wieder gefangen!

Na warte, ich krieg dich, du gemeiner Nassspritzer!

Max! Mach mal eine Pause, du solltest nicht so lange in der Sonne sein. Nachher kriegst du noch einen Sonnenstich.

Na, da kann ich mich aber an was Anderes erinnern.

I-woh, ich krieg doch so was nicht!

Schnell haben Lolo und Max die gefährlichen Müllreste beseitigt. Leider kommt es doch immer wieder vor, dass Müll und besonders gefährlicher Abfall wie Glascherben, Dosen, Kron­korken einfach liegen bleiben. Das kann gerade beim Laufen und Spielen sehr gefährlich werden. Max, wir müssen jetzt wieder nach Hause fahren. Na ja, laufen in deinem Falle.

Hm! Wieso wusste ich, dass das kommt!?

Ich glaube, du hast wieder mal eine Spontanheilung durchlaufen. Geht es wieder?

Klaro, bin wieder Top-Fit! Hihihi, nicht Kitzeln!

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• Ausgabe 2/2017

OH-WEH! Ich glaube, ich habe wieder einen Anflug von Sonnenstich. Es scheint doch ernster zu sein als gedacht. Äh, kann ich im Korb Na dann, mitfahren? hüpf mal rein, Biiiiitte! alter Simulant.


junior

K

aderege B e l fü n i e Vi rbein le ern r Zw mit am e Hier ein Paar einfache Regeln S ibe für einen perfekten und sorgenfreien Tag am See:

Der richtige Platz

An vielen Seen sind Hunde häufig unerwünscht und sogar verboten. Zumindest besteht Leinenpflicht, und an ein Badevergnügen ist da nicht zu denken. Es gibt aber auch Badestellen für Tier und Mensch. Die könnt ihr im Internet finden. Es gilt dann offizielle Badestellen (z.B. innerhalb eines Naturschutzgebietes) mit eurem Vierbeiner zu meiden.

Auf andere Badegäste achten

Nehmt Rücksicht auf andere Besucher des Sees, nicht jeder möchte unfreiwillig eine Dusche nehmen, wenn euer Hund sich das nasse Fell ausschüttelt. Also Abstand halten. Auch nicht unbedingt erwünscht sind die Fähigkeiten eures Hundes als Vorkoster von Picknickkörben und Co. Das Häufchen gehört auch hier selbst­ verständlich in die Tüte.

ee!

iner

Achtung Müll

Leider gibt es immer wieder Menschen, die ihren Müll liegen lassen oder sogar Glasflaschen in den See werfen. Also Achtung: Glassplitter. Eine unbehandelte Schnittverletzung kann sich leicht zu einer gefährlichen Entzündung entwickeln.

TIPP:

Es macht immer Sinn, ein kleines Notfall-Verbands-Päckchen mit Desinfektionsspray dabei zu haben. So können Verletzungen versorgt und vor weiterer Verschmutzung geschützt werden.

Pausen und Schatten

Gerade bei hohen Temperaturen ist es wichtig für ausreichende Pausen im Schatten und Wasser zu sorgen. Denn auch Hunde können einen Sonnenstich oder sogar einen Hitzschlag bekommen. Damit ist nicht zu spaßen, denn das kann sehr gefährlich enden.

ERKENNEN

?!

So erkennt ihr einen Sonnenstich Trägheit, verstärktes Hecheln, Taumeln und ein starrer Gesichtsausdruck sind erste Alarm­signale, Erbrechen, Bewusstlosigkeit und eine stark erhöhte Körpertemperatur sind eindeutige Symptome für einen drohenden Kreislaufkollaps.

HANDELN Beginnt euren Hund zu kühlen, damit sich die Körpertemperatur senkt und der Kreislauf angeregt wird. Sollte jedoch nach zehn Minuten keine Besserung eingetreten sein, muss das Tier zum Arzt. Besonders wichtig: Bei einem Hitzschlag darf der Hund nur wenig Wasser trinken!

Liebe Kinder! Auch diesmal haben sich im rechten Bild wieder zehn verflixte Fehler eingeschlichen. Könnt ihr sie alle finden?

Weitere Informationen erhaltet ihr unter:

www.aktiontier-junior.org

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Aus der Tiermedizin

Entwurmen Sie nach Reiseende! Dass in vielen Reiseländern gefährliche Krankheiten lauern, gegen die der Tierbesitzer vorbeugen sollte, wenn er mit seinem Tier verreist, ist den meisten bereits bekannt. Sie verabreichen ihrem Vierbeiner im Vorfeld des Urlaubs Präparate, die potentielle Krankheitsüberträger fernhalten. Doch was viele nicht wissen: Damit ist es leider nicht getan. Die wichtigste Maßnahme fehlt noch! Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.

brigens kann sich sogar der Mensch mit dem Herzwurm durch einen Mückenstich infizieren. Doch ihm ergeht es weit besser als dem Hund. In seinem Körper bilden sich lediglich Knoten, die weiter keine Beschwerden verursachen. Auch nicht schön, aber besser als daran vielleicht sogar zu sterben.

als erwachsener Wurm anzusiedeln und dort Nachwuchs zu produzie­ ren.

ren Temperaturen aktiv. Saugt eine derartige Mücke Blut bei einem bereits infizierten Hund, nimmt sie Larven des Herzwurmes auf. Die­ se entwickeln sich im Insekt wei­ ter. Sticht die Mücke den nächsten Hund, gibt sie den Parasiten in den Hundekörper ab. Dort entwickelt er sich zum nächsten Stadium. Er wandert von der Haut in die Blut­ gefäße, um sich schließlich im Be­ reich des Herzens und der Lunge

© aktion tier

Hauptsaison für die Ansteckungs­ gefahr sind die Monate April bis Oktober. Einzig auf den Kanaren ist eine ganzjährige Ansteckung möglich. Dies liegt am Übertra­ gungsweg. Hierfür ist eine Mücke vonnöten und die ist nur bei wärme­

Ü

© Alexandra Pfitzmann

G

Gegen einen besonders fiesen Pa­ rasiten muss man erst im Anschluss an die Reise tätig werden. Gemeint ist der Herzwurm Dirofilaria immi­ tis. Sein Verbreitungsgebiet sind die Anrainerstaaten des Mittelmeers sowie Osteuropa. Dort sind beson­ ders viele Tiere mit dem Herzwurm infiziert. Unsere Haustiere können sich anstecken und im Anschluss lebensbedrohlich erkranken. Da­ bei sind Katzen seltener betroffen als Hunde. Dies liegt aber vermut­ lich daran, dass sie auf derartige Urlaubsreisen nicht mitgenommen werden, sondern meist zuhause bleiben.

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• Ausgabe 2/2017

Momentan gibt es keine zuver­ lässigen zugelassenen Präparate auf dem Markt, die vor einer Infektion mit dem Herzwurm schützen kön­ nen. Wohl aber Medikamente, die die im Körper umherwandernden Larven abtöten. Deshalb sollten Tierbesitzer nach einer Auslands­ reise in die betreffenden Staaten immer im Anschluss eine Entwur­ mung durchführen, die auch einen möglichen Herzwurm mit abtötet. So schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen ist die so­ wieso regelmäßig durchzuführen­ de Entwurmung abgehandelt, zum anderen können sie auf diese Wei­ se sicherstellen, dass sich mögliche Larven des Herzwurms nicht in den Blutgefäßen ihres Lieblings einnis­ ten können. Die Behandlung muss spätestens 30 Tage nach dem ersten möglichen Tag einer Infektion erfol­ gen, also in aller Regel sofort nach der Rückkehr aus dem Urlaub.


rat & tat

Nur eine Blutuntersuchung kann Aufschluss geben

Die Therapie ist äußerst heikel. Es gibt sehr wohl Präparate, die die Würmer abtöten. Doch tote Würmer in den Blutgefäßen sind für einen Hundeorganismus schwer abbaubar und somit nicht leicht zu

© aktion tier

Die Symptome eines Herzwurm­ befalls sind alles andere als eindeu­ tig und treten erst einige Monate nach der Infektion auf. Das Tier wirkt schlapp und abgeschlagen. Es ermattet schnell beim Spielen und hüstelt manchmal vielleicht etwas. Die Anzeichen können jahrelang bestehen bleiben. Besteht der Ver­ dacht, dass sich der Hund tatsäch­ lich mit einem Herzwurm infiziert hat, kann nur eine spezielle Blut­ untersuchung Aufschluss geben. Sie macht allerdings erst 6 Monate nach der Ansteckung Sinn. Vorher zeigt sie den Befall nicht an, auch wenn er stattgefunden hat. verkraften. Also muss die Behand­ lung besonders vorsichtig und unter engmaschiger Kontrolle durch Tier­ ärzte erfolgen. Theoretisch können die Würmer zum Teil auch in einer Operation entfernt werden. Doch die ist sehr teuer und risikoreich.

Besser man verhindert im Vorhin­ ein, dass sich die Parasiten im Tier festsetzen. Also sollte die „Pille danach“ nicht vergessen werden, auch wenn der Alltag den Tierhal­ ter nach einer Urlaubsreise schnell wieder einholt.

KURZ

BÜNDIG

Zecken unbedingt aufbewahren

Sind sie Träger einer Krankheit, übertragen sie bei der Mahlzeit die Krankheitserreger. Sie bedrohen damit nicht nur unsere Haustiere. Auch wir Menschen können Opfer ihrer Beißattacken werden. Und das mit unter Umständen schlimmen Folgen. Die durch Zecken übertragenen Erkrankungen können schwerwiegend sein. Wir sprechen von der Borreliose oder auch der FSME (Frühsommermeningoenzephalitis). Unsere Hunde trifft es noch heftiger. Ihnen blühen noch weitere Infektionskrankheiten wie die Ehrlichiose und die Babesiose. „Entdeckt man bei sich oder seinem Haustier eine Zecke, sollte sie schnellstmöglich entfernt werden“, rät Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. Je kürzer die Zecke saugt, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Krank-

Es geht wieder los. Auf Wiesen und am Wegesrand lauern die graubraunen Plagegeister ihren Wirtstieren auf. Sie warten auf ihre nächste Mahlzeit – gemeint sind die Zecken. Merken die Lästlinge, dass sich ein potentielles Opfer nähert, lassen sie sich auf den Wirt fallen und wandern auf dessen Körper umher, auf der Suche nach einer dünnen und damit geeigneten Stelle, um ihren Biss auszuführen.

heiten übertragen werden. „Außerdem rate ich dringend, die entfernte Zecke aufzubewahren!“, führt sie aus. Beobachtet man bei sich oder seinem Haustier Krankheitssymptome, die auf eine der durch Zecken übertragenen Krankheiten hindeuten – wie beispielsweise die Wanderröte bei der Borreliose – kann man kurzerhand die Zecke auf die betreffenden Krankheitskeime hin untersuchen lassen. Anderenfalls muss man auf Verdacht behandeln, was im Fall der Borreliose wochenlange hochdosierte Antibiotikatherapie bedeutet.

© Alexandra Pfitzmann

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„Hat man die Zecke und kann diese untersuchen, ist das Gold wert“, unterstreicht die Veterinärin die Bedeutung des Zeckenkörpers als Untersuchungsmaterial. „Es müssen keine Behandlungen ins Blaue hinein durchgeführt werden, und man weiß genau, womit man es zu tun hat oder eben auch nicht“. Mitgliederjournal

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Leder, ein Abfallprodukt? Die industrielle Massentierhaltung steht längst weltweit in der Kritik von Verbrauchern und Tierschützern. Viel zu groß ist die Summe der Skandale und Missstände, die im Zusammenhang mit der Intensivtierhaltung immer wieder in die Öffentlichkeit gelangen. Fleisch ist vor allem in der westlichen Welt eine kostengünstige, allzeit verfügbare Ressource geworden. Auch an die Herkunft anderer tierischer Produkte wie Milch oder Eier werden oft nur wenig Gedanken verschwendet, wie selbstverständlich gehören auch sie zum Alltag. Doch ein weiteres tierisches Produkt wird oft ganz vergessen: Während der Protest gegen Pelz mittlerweile selbst bei teuren Modelabels zum guten Ton gehört, wird Leder fast immer ausgeblendet. Ein Bericht von Jan Peifer

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Dabei ist der Unterschied nur ober­ flächlich, lediglich die Herkunft sieht man dem verarbeiteten Pro­ dukt meist nicht mehr an. Fast ei­

Schlangen, Warane und sogar Hun­ de und Katzen ihr Leben auch oder ausschließlich für die „Gewinnung“ ihrer Haut zur Produktion von Be­ kleidung, Schuhen, Sofabezügen, Autositzen, Handtaschen und vie­ lem mehr. Oft wird Leder als reines Abfallprodukt der Fleischindustrie gesehen. Die Häute der geschlach­ teten Tiere werden eben auch ver­ wertet, was soll daran falsch ein? Diese Sichtweise ist jedoch etwas zu einfach. Richtig ist, dass die Ver­ arbeitung der Tierhaut zu Leder Zucht und Schlachtung noch profi­ tabler machen.

ne Milliarde Tiere fällt jährlich der Lederindustrie zum Opfer; neben Rindern, Pferden oder Schweinen lassen auch Exoten wie Krokodile,

Mit knapp 50 % des Gesamtge­ winns, der neben dem Verkauf von Fleisch aus einem Schlachttier (z.B. einer Kuh) erwirtschaftet wird, macht Leder einen enormen Teil der Wertschöpfung aus. Viele Tiere aber werden sogar vorrangig für die Lederproduktion geschlachtet und genutzt. Dies gilt vor allem für exo­ tische Tierarten, deren Häuten he­

Hundeleder Produktion in China

© PETA

Kaum ein Verbraucher weiß, dass die Produktion von Leder meist mit Tierquälerei verbunden ist.

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rat & tat

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© PETA

Verbraucherschutztipps von aktion tier


rat & tat

Handel und die Hände unwissen­ der westlicher Käufer. Die Tatsache, dass die Herstellung von Kunstpelz mittlerweile teurer geworden ist als die Verarbeitung echter Häute von den von uns als Haustiere so belieb­ ten Vierbeinern, trägt weiterhin zu dieser traurigen Feststellung bei – und zeigt gleichzeitig, wie wenig ihr Leben andernorts zählt.

rausragende Eigenschaften nachge­ sagt werden. So sollen etwa die bes­ ten Fußballschuhe aus Kängurule­ der gemacht werden, Handtaschen oder Gürtel aus dem Leder von Krokodilen oder Schlangen gelten als besonders exklusiv. Dabei leiden gerade diese Tiere schwer, denn in den Herkunftsländern gibt es oft keine oder nur mangelhafte Tier­ schutzgesetze. Bevor ihre Haut als Luxusaccessoire auch in westlichen Ländern über die Ladentheken wan­ dert, werden Krokodile, Schlangen, Warane und viele andere Tiere vor allem in Asien auf großen Farmen gezüchtet. Gar nicht oder nur unzu­ reichend betäubt, werden sie häufig lebend gehäutet. Während Teile des Fleisches von Krokodilen noch als Delikatesse nach China verkauft werden, ist der restliche Körper nur noch Abfall, der auch dementspre­ chend behandelt wird. Das Blut und

© PETA

Bei diesen Handtaschen erinnert nichts mehr an das Tier, dabei sind diese Taschen aus Straußenleder.

Leid der Tiere aber sieht man dem teuren Uhrenarmband oder Porte­ monnaie, welches zu einem hohen Preis auch bei uns verkauft wird, nicht mehr an. Leder von Hund und Katze gelangt immer wieder in den Handel Nicht besser ergeht es auch Hun­ den und Katzen, die in asiatischen Ländern vielerorts ganz alltäglich als Lieferant für Leder und Pelz ge­ schlachtet werden. Da diese Nutzung westlichen Normen und Werten ek­ latant widerspricht, sind der Handel und der Import ihrer Felle oder Be­ standteile in der EU schon seit 2009 verboten. Doch mangels gründlicher Kontrollen und insbesondere stren­ gerer Kennzeichnungspflicht gelan­ gen auch Pelz oder Leder von Hund und Katze immer wieder in den

Zu den Verlierern der Ledergewinnung gehören mittlerweile aber längst nicht mehr nur die Tiere. Auch wenn der Einsatz von gefährlichen Chemikalien bei der Gerbung zurückgedrängt wird, sind fast 90 % aller gehandelten Lederartikel mit verschiedenen Substanzen belastet. In erster Linie setzen die Arbeiter ihre Gesundheit aufs Spiel, die direkt an der Herstellung beteiligt sind. Doch selbst im fertigen Produkt werden immer wieder Spuren von Chrom oder anderen giftigen Stoffen festgestellt, die allergische Reaktionen und Hautschäden hervorrufen können. Die Belastung des Grundwassers und überhaupt der riesige Wasserverbrauch während der Produktion ist nur ein weiterer negativer Effekt der Lederherstellung.

Umso spannender ist angesichts dieser Missstände nicht nur für Ve­ ganer die Entwicklung von alterna­ tiven Lederquellen aus Pflanzen, die schon seit einigen Jahren für großes Aufsehen sorgt. Neben der Verfügbarkeit von tierischem Leder sind vor allem die Eigenschaften Gründe für seine stetige Beliebt­ heit. Leder gilt nicht nur als robust und langlebig, sondern gleichzeitig als geschmeidig, wind- und wasser­ abweisend, atmungsaktiv und form­ stabil. Genau diese Eigenschaften konnten Tüftler mittlerweile mit Geweben aus pflanzlichem Leder erzielen. Zu den vielversprechen­ den Stoffen der Zukunft zählen da­ bei Fasern aus Kork, Hanf, Ananas und sogar von Pilzgeflechten. Sie bilden den Rohstoff für veganes Le­ der, welches seinem tierischen Vor­ bild in nichts nachsteht – ganz ohne Tierleid, ohne Gifte und – weil viel ressourcenschonender – auch noch zu einem günstigeren Preis. Diesen Trend haben auch westliche Label schon erkannt, und so könnten Pro­ dukte aus Pflanzenleder sogar zum Statussymbol werden, welches sein ursprüngliches Vorbild in naher Zukunft ablösen könnte.

Aufnahmen aus Bangladesh: Abwasser der Gerbereien werden einfach in den Fluss geleitet.

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Berliner Katzenschutz e.V., Brandenburg

Katzen wie Abfall entsorgt … Am 23.01.2017 bekamen wir einen Anruf vom Tierheim Berlin. An einer Futterstelle in Berlin Friedrichshain ist eine Katze als Neuzugang aufgefallen. Sie wurde eingefangen und ins Tierheim Berlin gebracht. Laut Chipnummer ist sie auf den Berliner Katzenschutz e.V. registriert. Ein Bericht von Harry Kindt, 1. Vorsitzender Berliner Katzenschutz e.V.

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Anhand der Chipnummer konnten wir ermitteln: Sie wurde im Mai 2015 als tragende Katze bei uns aufgenommen und hat drei Babys zur Welt gebracht. Sie stammt von einer Futterstelle in Werder. Weil die Mutterkatze nicht zahm war, ging sie kastriert und gechipt Anfang August an die Futterstelle zurück. Nach Rücksprache mit der Futterstellenbetreuerin ist die Katze wohl schon ein paar Wochen weg. Da die Frau S. nicht in der Lage ist, die Katze vom Tierheim Berlin abzuholen, erklärten wir uns bereit, das Tier abzuholen. Als wir zurückkamen, brachten wir die Katze erst mal in Quarantäne. Nach Rücksprache mit Frau S. stellte sich die Frage, wie die Katze nach Berlin kommt, eine Strecke von ca. 60 km. Die Katze lässt sich nur beim Füttern von Frau S. anfassen, also wird

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unsere partner

• Ausgabe 2/2017

sie auch nicht zum Bespiel in ein offenes Auto springen. Da an dieser Futterstelle in der letzten Zeit schon fünf Katzen verschwunden sind, sind wir überzeugt, dass jemand das Tier eingefangen und in Berlin wieder ausgesetzt hat. Wir werden die Katze aus Sicherheitsgründen erstmal bei uns lassen und abwarten, was an dieser Futterstelle noch passiert. Wir haben auch die zuständige Amtstierärztin in Kenntnis gesetzt. Können diese Menschen noch gut schlafen? An einer Bushaltestelle am Fehrbelliner Postplatz in Neuruppin fanden Leute in einem Abfalleimer drei Katzenbabys, ca. 4-5 Tage alt. Sie waren in einer Plastiktüte im Abfalleimer entsorgt worden. Die Leute

benachrichtigten den Tierschutzverein Kyritz Neuruppin. Da der Verein eine Rundumversorgung nicht gewährleisten kann, baten sie uns um Hilfe. Sie brachten die Babys nach Glindow in die aktion tier Katzenbabystation, wo eine Erstversorgung vorgenommen wurde. Anschließend wurden sie zur Babyrettungsstation nach Großziethen gebracht. Sie sind in keinem schlechten Zustand, also hat die Katzenmutter ihre Babys bis zur Wegnahme gut versorgt. Die Katzenmutter wird natürlich ihre Babys suchen, und es besteht die Gefahr, dass die Mutterkatze einen Milchstau bekommen könnte. All das scheint diese Menschen, die die Kleinen entsorgt haben, nicht zu interessieren. Wir werden natürlich alles tun, um sie großzuziehen und werden ein tolles liebevolles Zuhause für sie finden.


unsere partner

Katzenhilfe Rheine und Umgebung e.V., NRW

Katzenpopulation umgesiedelt Im Mai 2016 wurde die Katzenhilfe Rheine über eine große Katzenpopulation informiert. Bei einem allein stehenden Mann lebten im Garten insgesamt 29 Katzen. Zwölf erwachsene Katzen wurden damals auf die Schnelle kastriert und wieder zurück gebracht. Zehn Katzenbabys und zwei Mütter wurden in eine Pflegestelle übernommen, und die restlichen Katzen wurden später kastriert. Mehrere bereits tote Katzenbabys wurden im Garten entdeckt. Ein Bericht von Doris Bringe

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Im Februar 2017 verstarb der Be- – sie behinderten eher die Arbeit; sitzer dieser Katzen ganz plötzlich. ihnen ging das Einfangen nicht schnell genug. Sie Die Katzenhilfe wurwollten die Katzen de vom Ordnungsamt nicht in ihren Gärten gebeten, das GrundDie ärztliche Versorgung und Kastrationen dieser haben und wurden stück von Katzen Katzen haben den Verein in zu befreien. Damit massiv vertrieben. eine sehr schwierige finanbegann der erneute Über die örtliche zielle Situation gebracht. Presse und im InterStress für die Katzen Deshalb ist die Katzenhilfe net wurden Aufrufe und die MitarbeiteRheine immer wieder auf für Unterbringungsrinnen des Vereins. Spenden angewiesen. möglichkeiten auf Die Katzen mussten Höfen oder Ställen wieder mit einer Legestartet. Viele unbendfalle eingefangen werden. Nicht motivierend wa- seriöse Anrufe und völlig ungeeigren die Reaktionen der Nachbarn nete Stellen haben der Mitarbeite-

rinnen viel Zeit und Kraft geraubt. Die Vorbesuche von guten Stellen haben viel Zeit in Anspruch genommen, und innerhalb von drei Wochen wurden für diese Aktion viele 100 Kilometer mit dem Auto gefahren. An dieser Stelle ein großes Danke an alle Helfer! Die Einfangaktion erwies sich als sehr aufwändig. Die Katzen kannten ja die Fallen. Im ehrenamtlichen Einsatz wechselten sich Tag und Nacht alle zwei Stunden die Mitarbeiter ab, um die vier aufgestellten Fallen zu kontrollieren. Nach dem Einfangen begann für die Katzen erneuter Stress: Sie mussten für einige Zeit an den neuen Stellen festgesetzt werden und sich an neue Personen gewöhnen. Und die Arbeit der Katzenhilfe ist damit noch nicht beendet. Eine Mitarbeiterin betreut die vermittelten Katzen und steht weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung. Man kann nie einschätzen, wie diese Tiere reagieren, wenn sie aus ihrer vertrauten Umgebung herausgerissen werden und sich jetzt neu orientieren müssen. Diese Aktion ist wieder ein wichtiger Grund, um auf die erforderliche Kastrationspflicht von Katzen hinzuweisen.

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Wullis wunderbare Tierheim Mayen-Welt

Tierheim Mayen e.V., Rheinland-Pfalz

Wulli grüßt aus dem Frühling mit Notfellen

„Frühling lässt sein buntes Band wieder flattern durch die Lüfte...“, das schrieb 18hundert-nochwas Erich Mörike, nachdem ihn die Muse geküsst hatte. Wer die Person war, die ihn da abgeknutscht hat, weiß ich nicht, aber das Gedicht ist für meine WulliBegriffe ziemlich altmodisch. Guten Tag liebe aktion-tier Journal Leserinnen und Leser! Schon wieder ist ein viertel Jahr nach unserem letzten Date vorbei, und es ist wieder jede Menge passiert. Die poetischen Frühlingsflatterbänder von Herrn Mörike flatterten in diesem Jahr mal gerade so bei uns im Tierheim Mayen vorbei, denn unser Frühling war fünf Wochen lang alles andere als erbauend. Ein Bericht von Alleskümmerer Wulli

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Anfang März fingen bei uns an sonnigen Ecken die Tulpen an zu blühen und wie es ein Tierheimbürochef und Alleskümmerer vom Tierheim Mayen gerne macht, marschierte ich mitten durch die Tulpenpracht, schnüffelte hier und roch mal da, hob mein Bein, um den Tülpchen meine Duftnote zu verpassen, zupfte schließlich zwei lilafarbene ab und steckte sie mir vorsichtig ins Haupthaar. Hach, wie fühlte ich mich klasse. Flowerpower-Wulli. Ein Tulpenkavalier par excellence. Ich fühlte mich frei und gut wie der laue Frühlingswind und glaubte, dass mich diese Leichtigkeit den ganzen März lang begleiten würde. Aber denkste Puppe. Bereits am nächsten Tag begann die erste Katastrophe, der noch viele andere folgen sollten. Es stürzten so viele negative Dinge und Notfälle auf uns herein, dass die folgenden Wochen eine physische und psychische Herausforderung für uns alle im Tierheim wurden. Gerne würde ich euch jedes einzelne Schicksal darlegen, doch ich hab es mir ein bisschen einfacher gemacht und den Text, den wir nach all den Schrecklichkeiten bei Facebook, auf unserer Tierheimhomepage und in diversen Medien (sogar das Fernsehen war bei uns) veröffentlichten, einfach einmal hier in diesen WulliBericht kopiert:

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• Ausgabe 2/2017

Wulli

Ein Notfall nach dem anderen Unser Tierheim beherbergt zurzeit so viele Not“Felle“ wie noch nie, und wir bitten um eure Hilfe! Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich, und an der Zahl sind es 365 Tage, die wir jedes Jahr für unsere Tiere im Tierheim aufbringen, um sie aufzufangen, zu päppeln, zu umsorgen und auf ein neues Leben vorzubereiten. Die letzten Monate hatten es in sich. Wir arbeiten nachmittags mit vier Mitarbeitern, wobei sonst nur zwei anwesend wären, um all die Dinge Schultern zu können, die wir euch jetzt berichten. Ein Notfall nach dem anderen kommt zu uns. Jeder hat eine tragische Geschichte.

Kora

scheinungen in den Hinterbeinen (Kora). Wenige Tage später eine in der Wohnung zurückgelassene Katze (Isabelle), die leider nach rund zwei Wochen aufgrund von Lymphdrüsenkrebs eingeschläfert werden musste, da er sich rasant ausbreitete und jede Hilfe zu spät kam. An einem Donnerstagmorgen (02.02.17) lag unsere französische Im Februar/März dieses Jahres Bulldogge „Rocky“ morgens gehatten wir drei Beschlagnahmun- lähmt in seinem Hundezwinger. Er gen des Kreisveterinäramtes in wurde zunächst zu unserer Tierärzeiner Woche! Datin gebracht und dann sovon eine lebensfort in die Tierklinik nach Heinz bedrohliche SituaTrier überwiesen. Dort tion eines Hundes fand man einen schweren mit zugebundenem Bandscheibenvorfall vor, Maul und doppelt und er musste notoperiert gebrochenem Kiewerden. Mittlerweile, nach fer (Teddy), ein etlichen Physiotherapiebis auf die Knostunden und konsequenchen abgemagertem Training, kann er sich ter Hund (Heinz) auf allen vier Beinen aufund eine Hündin richten und wenige Meter mit Lähmungseralleine gehen. Ein Rie-


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senerfolg! Am 04.03.2017 wurden vier komplett verwahrloste Schäferhund-Mischlinge völlig erschöpft auf den Feldern rund um Düngenheim gefunden. Das Fell war mit Schlamm und Matsch so verklebt, dass sie in Narkose geschoren werden müssen. (Die Medien berichteten ausführlich darüber: Wochenspiegel, SWR, Blick aktuell, RPR1). Am 05.03.17 ging es weiter mit einem Hund, der mehrere Tage ohne Futter auf dem Bett seines Herrchens lag. Dieser lag regungslos in der Wohnung, ein Stockwerk tiefer. „Opa Heinz“ ist bis auf die Knochen abgemagert und kann sich kaum fortbewegen. Auch er musste nach wenigen Tagen erlöst werden, da jede Hilfe zu spät kam… Auch sein Herrchen verstarb im Krankenhaus. Alles schlimme Schicksale, die uns viel Kraft kosten. Unser kleines Tierheim ist nun zu einem Hospiz geworden, und wir geben unsere größte Mühe, allen gerecht werden zu können und bestmöglich medizinisch zu behandeln.

Uns stehen nun einige Behandlungskosten bevor, die wir ohne eure Hilfe kaum stemmen können. Wir würden uns über kleine Geldbeträge freuen, die uns helfen, die medizinischen Kosten zu tragen. Empfänger: Tierschutzverein Mayen u.U. e.V. Kreissparkasse Mayen IBAN: DE73 5765 0010 0000 0245 54 BIC: MALADE51MYN

Schäferhundmischling

Schäferhundmischlinge irrten wohl ursprünglich zu acht in den Wäldern und Feldern der Eifel umher. Die vier, die zu uns kamen, waren derart geschwächt und verwahrlost, dass sie wohl keine 3 bis 4 Tage mehr überlebt hätten. Drei weitere wurden bereits im Dezember 2016 rund 50 km von Mayen entfernt eingefangen, ein weiterer Hund aus der Gruppe wurde tot aufgefunden. Richtig geweint habe ich, als das alte Zwergpudelchen „Teddy“ gebracht wurde. Habt ihr das gelesen? Rund 8 Wochen lang vegetierte er in einem alten Keller dahin, nachdem ihm zweimal der Unterkiefer gebro-

eine Wolfskralle war ihm bereits ins Fleisch eingewachsen, und der Sensemann hatte bereits ein breites Lächeln in seinem Fratzengesicht. Doch das klägliche Häufchen Elend hatte einen so starken Überlebenswillen, dass wir ihn nach einer sofortigen Notoperation in eine ganz liebe Pflegestelle geben konnten. Der Stand Anfang April war folgender: Zwei kleine Metallschienen fixieren die Unterkieferfrakturen, die Wolfskralle wurde entfernt, und er beginnt wieder „zu leben“. Leider ist er noch fast nackt, doch wir hoffen, dass auch sein Fell eines Tages wieder nach wächst. Allerdings hat mir auch Rockys Schicksal

Teddy

Verwendungszweck: Notfelle Wir danken für jede noch so kleine Spende und guten Worte für all unsere Patienten! Auch im Namen von Rocky, Teddy, Kora, Paco, Pina, Penny und Co.

Ja, meine Lieben. Das waren, wie ihr lesen und sehen könnt, wirklich harte Brocken, die wir da ertragen mussten. Kaum war ein schlimmer Fall notversorgt, kam auch schon der nächste. Die vier verwahrlosten

Rocky

chen wurde, anstatt zum Tierarzt zu gehen, das Maul zu gebunden und er so seinem Schicksal überlassen wurde. Er hatte (und hat auch heute leider noch) kaum noch Haare an seinem Körper, er ist fast taub,

schwer zugesetzt, denn der kleine Knuffelkopf war immer so fit und fröhlich und auf einmal, durch den Bandscheibenvorfall, gelähmt an den Hinterläufen. Ganz schlimm! Bei ihm ist der Stand Anfang April gewesen, dass er wieder Kot und Urin selbstständig absetzen kann und er mit seinem eisernen Willen, Mitgliederjournal

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Wullis wunderbare Tierheim Mayen-Welt den er hat, fleißig mithilft die gelähmten Beine wieder zu belasten. Sein Glück, dass er so ein Kämpfer ist. Nun, meine Lieben, ich hoffe ich habe euch nun nicht zu sehr belastet mit so vielen Schicksalen, die wirklich zu Herzen gehen. Doch das ist auch die Realität in einem Tierheim. Dass sich so vieles häuft, ist zum Glück die Ausnahme, doch ich sage immer: Solange es Menschen gibt, gibt es auch Elend auf der Welt. Egal, ob bei Mensch, Tier oder in der Natur. Viele Menschen sind skrupellos, ohne Mitgefühl und gnadenlos. Manchmal möchte man daran zerbrechen in Anbetracht dessen was überall um uns auf diesem Erdenrund geschieht. Leid, Qual, Tod. Volles Programm. Und manchmal hat man das Gefühl, dass alles immer schlimmer wird, statt besser. Doch ich wäre nicht der, der ich bin, nämlich der unglaublich optimistische Wulli, der anpackt, mitmischt, Problemen nicht aus dem Weg geht, das Maul aufmacht,

Menschen und Tiere tröstet, wenn ich nicht auch die Schicksale wegstecken könnte, die uns im März auf den Buckel geladen wurden. Nein. Aufgeben niemals! Ich bin nun schon ein etwas älterer Knabe im zarten Alter von zwölf Jahren, doch ich habe noch viel vor. Ich habe vor noch vielen solcher „Kieferbruchhunden“ und all den anderen armen Kumpel zu helfen so gut ich kann. Nein, WIR geben nicht auf. Wir im Tierheim Mayen. Für mich ist dieses Kleinod am Tor zur Eifel mein Hort, meine Konstante und mein kleines und glückliches WulliLeben. Ok. Mag ein bisschen pathetisch klingen, aber mir war mal eben danach. Und wenn mir nach was ist, dann mach ich das. Meistens ist mir danach was Leckeres zu klauen, und dann mach ich das auch …

fleischgeschmack und ganz viel Zeit um mit allen Sinnen zu genießen. Das alles wünsche ich auch euch allen dort draußen in der „aktiontier-Journal“-Welt. Genießt die Wärme, das Licht und die Leichtigkeit der warmen Jahreszeit, und lasst eure Seele baumeln. Genau das mache ich nun auch, in Gedanken bei euch allen. Mit einem schönen, sämigen Sabber drücke ich euch einen Knutscher mitten aufs Gesicht, und es grüßt euch aus dem kleinen, aber feinen Tierheim Mayen, dem Tierheim mit Herz aus der Eifel, euer WULLI.

Wulli

Nun mache ich einen Cut und wende mich wieder den schönen Dingen des Lebens zu. Und neben fressen, fressen, fressen ist das für mich... chillen und sonnen. In diesem Sinne freue ich mich mit euch auf einen wonnigen, sonnigen Sommer mit ganz wenigen Zecken und Stechmücken, aber mit ganz viel leckerer Hundebrause mit Rind-

KURZ

BÜNDIG

Passivrauchen ist auch für Tiere gefährlich

Darauf weist die oberste Behörde für Arznei- und Lebensmittel­ überwachung der USA, die Food and Drug Administration (FDA) hin. Gefahren beim Passivrauchen lauern dabei nicht nur für Hunde und Katzen, sondern auch für Vögel und (weil Nikotin und weitere Inhaltsstoffe sehr gut wasserlöslich sind) für Fische und andere Aquarien- und Terrarienbewohner. Fast 100 der beim Verbrennen von Tabak entstehenden über 7.000 Chemikalien gelten als gefährlich oder sogar sehr gefährlich für Menschen und auch Tiere. So können durch Rauchen wie auch durch das passive Einatmen von Rauch Lungenentzündungen, Allergien, Augenkrankheiten, Atemwegserkrankungen, Fruchtbarkeitsprobleme und verschiedene Krebsleiden hervorgerufen und gefördert werden. Darüber hinaus stellen auch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen ein Risiko dar, wenn sie von Tieren gefressen werden. Sollte dies geschehen, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden, da eine gefährliche Nikotinvergiftung droht. 64

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© Jan Peifer

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Katzenschutz Rostock e.V., Mecklenburg-Vorpommern

Ende März 2017 ereignete sich Schreckliches im Raum Rostock. Eine Freigängerkatze kam nicht wie gewohnt vom Abendspaziergang zurück. Der Besitzer wunderte sich und machte sich in der Nacht auf die Suche. Als er das Tier fand, war er völlig schockiert. Ein Bericht von Peter Kumm

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© R. Altenkamp

In der Nacht vom 31.03. zum 01.04. 2017, etwa 24 Uhr, vermisste Herr K. sein Tier, das um diese Zeit eigentlich zu Hause ist. Nach kurzem Suchen hörte er die Schreie einer Katze und entdeckte das verletzte Tier auf dem Grundstück von Herrn B. Die rechte Vorderpfote steckte in einem, mit einer Kette an einem Baum befestigten, Fangeisen. Mit Hilfe eines Bekannten konnte die Katze nebst Falle mit einem Bolzenschneider von der Kette getrennt werden. Das Fangeisen musste in einem Schraubstock geöffnet werden, um dem Tier keine weiteren Schmerzen zu bereiten. Der inzwischen informierten Polizei wurde die Falle als Beweisstück übergeben, das Veterinäramt am folgenden Tag benachrichtigt.

Die Katzenpfote steckte in einem Fangeisen

Der Katzenbesitzer Herr K. kann sechs Zeugen für die Tat benennen, die mitgelieferten Bilder dokumentieren die Tierquälerei. Laut Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes ist es strafbar, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm aus Rohheit erhebliche, länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Das Aufstellen eines

© Robert Lawton

Tod und Tierquälerei durch Tellereisen Das Tellereisen wird mit Hilfe eines Tellers gespannt, der zwischen die auseinander gehenden und niedergetretenen Bügel eingespannt wird. Umgeben ist der Teller von einem 2 cm breiten Kranz mit einem Durchmesser von meist 20 cm. Die beiden Bügel werden über eine Feder gespannt; diese kann sich im Innern der Falle befinden oder außen liegen. Meist ist an der Feder eine Kette mit einem Anker angebracht, um ein Fortschleppen des Tellereisens vor oder nach dem Zuschnappen zu verhindern.

Fangeisens dient doch gezielt der Verletzung dieses Paragraphen und ignoriert menschliche Eigenschaften, wie Hilfsbereitschaft und Mitleid gegenüber anderen Lebewesen. Glücklicherweise konnte die Katze gerettet werden. Auch musste ihr nicht wie befürchtet, eine Pfote amputiert werden. Gegen Herrn B. ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Rostock.

Dieser Rotfuchs war mit dem rechten Bein in einem illegal gestellten Tellereisen gefangen (Eichwalde, Landkreis DahmeSpreewald, Land Brandenburg). Der Fuchs hatte sich mit der Falle losgerissen und war damit bis in einen Garten gelaufen. Die Gartenbesitzer versuchten vergeblich, die Falle zu entfernen und fuhren dann mit dem Fuchs in eine Tierklinik in Berlin. Dort wurde die Falle entfernt. Der Fuchs musste aufgrund seiner schweren Verletzungen eingeschläfert werden.

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TSI Odenwald, Hessen

Tierversuche und kein Ende?

Klar gesetztes Ziel des niederländischen Agrarministers Marijn van Dam ist es, die weltweit führende Rolle im Bereich der Innovationen ohne Tierversuche Die Tierschutzinitiative Odenwald (TSI) ist zu werden – und seit nunmehr 25 Jahren zwar bis 2025. Vor im Tierschutz – sehr diesem Hintergrund erfolgreich – aktiv. Sie hat er das niederkümmert sich nicht ländische nationale nur um ausgesetzte TierversuchskomiTiere, Vermittlungstiere tee beauftragt, eioder Patentiere, sonnen Fahrplan zum dern möchte die Leser Ausstieg aus der auch für weitere Tiertierexperimentellen schutzthemen – in dieForschung zu erarsem Fall Tierversuche beiten. Dabei her– sensibilisieren. ausgekommen ist ein Strategiepapier, das für unterschiedliche Forschungsbereiche konkrete Zeitschienen und Handlungsoptionen aufzeigt, Wege ohne oder zumindest mit deutlich weniger Tierversuchen zu gehen. Auch ethische Aspekte spielen eine Rolle, was nach Aussage des Ärztevereins von Seiten der Politik nicht selbstverständlich ist. Für die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen von Chemikalien, Pestiziden, Nahrungsinhaltsstoffen sowie Human- und Tierarzneimittel, ebenso wie für biologische Stoffe wie Impfstoffe, kann dem niederländischen Bericht zufolge bis 2025 vollständig auf Tierversuche verzichtet werden, ohne den Sicherheitsstandard zu gefährden. In der angewandten 66

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Forschung sieht das Komitee Möglichkeiten, viel schneller voranzukommen als das derzeit der Fall ist, beispielsweise mit Hilfe der Konzentration auf tierversuchsfreie Methoden bei der Entwicklung von menschlichen Krankheitsmodellen. Bei der Grundlagenforschung empfiehlt das Komitee, für jeden Bereich einen Fahrplan mit einer Zehn-Jahres-Frist auszuarbeiten, um Tierversuche deutlich zu reduzieren. Damit leitet das niederländische Agrarministerium als erstes europäisches Land und weltweit einzigartig klar die Abkehr vom System Tierversuch und die Fokussierung auf innovative, tierversuchsfreie Forschung ein. Anders als Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, der 2015 äußerte, sein langfristiges Ziel sei der vollständige Ersatz von Tierversuchen und Deutschland würde eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Alternativen einnehmen, setzt der niederländische Agrarminister nicht auf leere Versprechungen. Vielmehr hat dieser klare Ziele und insbesondere einen zeitlichen Ausstiegsplan mit Umsetzungsvorschlägen vorgelegt. „Während die Niederlande den Zeitgeist, das heißt, Tierversuche letztlich als Auslaufmodell erkannt haben, hinkt unsere deutsche Bundesregierung um Lichtjahre hinterher und beharrt weiterhin als Erfüllungsgehilfe der milliardenschweren Tierversuchslobby auf althergebrachten tierexperimentellen Methoden“ kommentiert Dipl.-Biol.

©Ärzte ohne Grenzen

Die Niederlande wollen bis 2025 führend auf dem Gebiet der tierversuchsfreien Forschung werden. Die bundesweite Vereinigung „Ärzte gegen Tierversuche“ zeigt sich hocherfreut über das kürzlich veröffentlichte Strategiepapier des niederländischen Agrarministeriums, das einen konkreten Fahrplan vorlegt und spricht von einem ”wegweisenden Schritt auf dem Weg zur Abschaffung der Tierversuche“. Die deutsche Bundesregierung dagegen setze weiter auf "leere Worthülsen und althergebrachte tierexperimentelle Methoden.“ Ein Bericht von Birgit Lind

Silke Strittmatter, Sprecherin der Ärzte gegen Tierversuche. „Wenn die Bundesregierung jetzt nicht nachzieht, verpasst Deutschland den Anschluss an eine innovative Forschung, die die Möglichkeiten unserer Zeit nutzt“, so Strittmatter abschließend. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Nachdem 2015 das Centrum für tierversuchsfreie Forschung (CERST) in Düsseldorf seine Arbeit aufnahm, wurde nun auch in Frankfurt eine Professur für tierversuchsfreie Verfahren an der Goethe-Universität eingerichtet. Dafür wurde schon 2008 ein Konzept vorgelegt. Die „Professur für Pharmazeutische Technologie mit dem Forschungsschwerpunkt 3R-Verfahren“ wird mit der Pharmazeutin Prof. Maike Windbergs besetzt. Ihre Forschungen konzentrieren sich darauf, natürliche Zellverbände durch dreidimensionale Zellkulturen realitätsnah nachzuahmen, um daran neu entwickelte Wirkstoffe ohne den Einsatz von Tieren zu testen. Die Professur wird fünf Jahre lang mit Landesmitteln in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr unterstützt. Neben der Goethe-Universität wird auch eine Professur an der Justus-Liebig-


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Universität in Gießen gefördert, die sich mit der Verfeinerung (Refinement) von Tierversuchen beschäftigen wird, d.h. mit der Verbesserung von Versuchsabläufen, um Tierleid zu vermindern. Insgesamt fließen rund zwei Millionen Euro in die Finanzierung der beiden Professuren. Der Bundesverband konzentriert sich ausschließlich auf das sogenannte Replacement, also den vollständigen Ersatz von Tierversuchen durch neue humanspezifische Methoden. Denn nur diese stehen für einen Systemwechsel hin zu einer Forschung ohne Versuche am Tier. Langfristiges Ziel ist der vollständige Ersatz von Tierversuchen, und Deutschland würde eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Alternativen einnehmen.

Cupcake – ein Überraschungspaket Seit 2009 bin ich Pflegestelle für Katzenbabys bei der Tierschutzinitiative Odenwald e.V. und habe in dieser Zeit gelernt: Man erlebt immer wieder Überraschungen! Und so gab es auch 2016 ein ganz spezielles Sorgenfellchen in meinem Katzenkindergarten. Cupcake kam im Alter von ca. 5 Wochen in die Obhut der TSI. Ein Bericht von Barbara Vock, Tierschutzinitiative Odenwald e.V.

ca . 5 Cupcake, lt. Wochen a

Die Katze war in einem Kellerfensterschacht gefunden worden, und keiner wusste, woher sie kam und wohin sie gehörte. Eigentlich sah der kleine Fellpopo ganz gut aus (im Vergleich zu vielen anderen Kätzchen, die bei uns landen): Sie war gut genährt, hatte flauschiges Fell, keine Flöhe oder ähnliche Mitbewohner – und sie war sehr zutraulich. Das einzige, das auffiel, war ihr kotverschmiertes Hinterteil. So erstaunte die Erstdiagnose eines Tierarztes, Durchfall, nichts weiter. Cupcake zog also bei mir ein, wurde gebadet und gefüttert und lebte sich schnell ein. Nachdem ich sie bei ihren ersten Kotabsatzversuchen beobachtet hatte, bekam ich allerdings Zweifel, dass das Katzenkind tatsächlich unter Durchfall litt: Es machte dabei ein Geschrei zum Steinerweichen, und die kleinen Kotmengen waren von normaler Konsistenz, aber trotzdem war sie ständig verschmiert. Irgendwie sah das alles „untenrum“ auch anders aus... Gleich montags eilte ich mit dem Kätzchen zur Tierärztin, die nur einen kurzen Blick auf das Popöchen warf und konstatierte: Es hat eine Missbildung, eine Analatresie, d.h. von Geburt an ist kein Darmausgang angelegt. Der Kot wird über die Vagina ausgeschieden! Außerdem litt es an Verstopfung, die mit einem Einlauf gelöst werden musste. Von nun an bekam Cup­ cake Laktulose ins Futter, damit sie ihr Geschäftchen ohne Probleme verrichten konnte. Wenn sie wieder anfing zu jammern, wusste ich, dass die Dosis erhöht werden muss. Zweimal täglich musste ich die Kleine anfangs baden, weil sie noch zu klein war, sich selbst ordentlich zu reinigen. Wenn die Katze Kotabsatzschwierigkeiten hatte, wurde sie massiert, allerdings nicht am Bauch, denn das war ihr sehr unangenehm. Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben, also fanden wir auch hier eine geeignete Methode. Am liebsten wäre es mir natürlich gewesen, ich hätte sofort erfahren, wie es mit Cupcake weiterge-

ca . 2 Cupcake, lt. te M o na a

hen würde: Muss bzw. kann man sie operieren, wenn ja, wie und wann? Welche Kosten würden auf den Verein zukommen und vor allem: Würde sie jemals ein Zuhause finden? Denn stubenrein war Cup­cake nicht, obwohl sie sich bemühte. Für das „kleine Geschäft“ benutzte sie brav die Katzentoilette, aber das „große“ fiel einfach heraus… Die Tierärzte mahnten mich zur Geduld: Bevor Cupcake 3 bis 4 Monate alt sein würde, könne man nichts machen.

ca. 3,5 Cupcake, lt. Monate a

In dieser Zeit wuchs mir dieses ganz besondere Katzenkind mit seinem Silberblick sehr ans Herz: Es entwickelte sich zu einem hinreißenden, anhänglichen, aber auch frechen und übermütigen Katzenmädchen, das nur etwas kleiner als gleichaltrige Artgenossen war. Ein Katerchen im selben Alter, das sehr menschenscheu war und auf seiner ersten Pflegestelle keinerlei Katzenfutter zu sich nehmen wollte, hatte sich inzwischen zu Cupcake Mitgliederjournal

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gesellt. Davon profitierten beide: Kater Mio hatte nach nur einem Tag begriffen, dass man Katzenfutter essen kann, und er war deutlich entspannter, wenn man sich als Mensch näherte, und Cupcake hatte endlich einen Artgenossen, mit dem sie spielen und toben konnte. Je größer sie wurde, desto besser konnte sie sich selbst sauber halten, und wir stellten zu ihrer großen Freude das Baden ein. Was ich aber kaum für möglich gehalten hatte: Immer häufiger benutzte sie für ihr großes Geschäft die Katzentoilette! Auch auf die „Verdauungshilfe“ konnten wir schließlich verzichten, und als sie ca. 3 Monate alt war, konnte ich sie mit gutem Gewissen als stubenrein bezeichnen, sogar im Bett durfte sie schlafen wie jedes andere Kätzchen auch!

k na p p 4 Cupcake, . lt nach OP Monate a

Dann ging alles ganz schnell: kurz vor der geplanten Sterilisierung inklusive Entfernung der Gebärmutter meldeten sich ernsthafte

Interessenten. Sie wollten die Katze möglichst schnell bei sich aufnehmen. Schon beim ersten Besuch im Katzenkindergarten zeigte sich: Es war Liebe auf den ersten Blick auf beiden Seiten. Am Tag der OP waren wir alle ziemlich angespannt, denn wir wussten nicht, was bei der Eröffnung des Bauchraums zutage treten würde. Und auch hier sorgte Cupcake noch einmal für eine Überraschung: Es stellte sich heraus, dass sie weder Gebärmutter noch Eierstöcke hatte, dafür in den Leisten zwei kleine Hoden – Cupcake ist ein Zwitter! Für mich als Pflegemama und ihre Besitzer ist Cupcake ein Mädchen geblieben. Sie hat sich wunderbar eingelebt, ist am liebsten überall dabei, darf im Bett schlafen und wird von ihrer Familie innig geliebt.

Wildvogel-Pflegestation Kirchwald, Rheinland-Pfalz

Turmfalke – Autounfall – Flügelfraktur 193 Wildvögel mit Flügelfrakturen wurden uns z.B. im Jahr 2016 gebracht. Wir geben ihnen die Chance, trotzdem wieder gesund in die Freiheit zurückzukehren. Ein Bericht von Dr. Anja Baronetzky

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Wenn ein Tierfreund einen verletzten Turmfalken wie diesen vom Straßenrand aufsammelt, setzt er ihn am besten in einen Karton, der mit Luftlöchern versehen wurde. So hat der Vogel am wenigsten Angst und kann weder sich selbst noch andere verletzen. Nur in der Dunkelheit des Kartons ist es möglich, ihn relativ stressfrei mit dem Auto zu uns zu transportieren. Wird bei einem Greifvogel ein Flügelbruch festgestellt, ist fast immer eine Operation erforderlich. Um den Bruch zu fixieren und damit es dem Vogel weniger schmerzt, bekommt der Turmfalke nicht nur ein Schmerz-

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mittel verabreicht, es wird von der Stationsleiterin auch ein stabilisierender Verband angelegt. Blick auf den Turmfalken in seinem Karton: Der Verband stabilisiert den gebrochenen Oberarm.

Der weiße Zettel auf dem Karton ist sein Krankenblatt. Nach Prämedikation erfolgt die schonende Narkoseeinleitung mit Isofluran, einem Inhalationsnarkotikum, dass schnell an- und abflutet. So ist die Narkose gut zu steuern. Während


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Der Verband kann nach einigen Tagen schon abgenommen werden Mit dem Anlegen des Verbandes beenden wir die Narkose, und der Falke wacht langsam wieder auf. Wenn der Bruch durch die Pins im Knochen gut stabilisiert ist, darf der Falke schon nach ein paar Tagen ohne Verband in seiner Box sitzen. Grundsätzlich besteht die große Gefahr, dass die Gelenke eines Vogels unter einem Verband steif, Narkoseeinleitung mit Isofluran

der Narkose wird die Herz- und die Atemfrequenz des Vogels mit einem Überwachungsmonitor erfasst. Auf diese Weise halten wir das Narkoserisiko gering. Unter sterilen Bedingungen wird bei einer Oberarmfraktur über einen möglichst kleinen Hautschnitt zuerst der erste, dann der zweite Pin in das proximale Knochenfragment gesetzt. Die Pins kommen dabei oberhalb der Schulter des Vogels wieder aus der Haut heraus. Von dort aus werden sie im nächsten Schritt retrograd in das distale Knochenfragment, also Richtung Ellbogen geschoben; dabei wird der Bruch gerichtet und fixiert. Anschließend werden die Pins entsprechend gekürzt, und die Hautwunde verschließen wir mit einem feinen Nahtmaterial. Zumindest für die ersten Tage legen wir dem Turmfalken einen stabilisierenden Verband an.

Beim Richten des Bruchs

Ein Verband stabilisiert

also unbeweglich werden. Im Grunde kann man also sagen, je kürzer ein Vogel einen Flügelverband tragen muss, umso besser, und umso schneller wird er nach der Heilung der Fraktur wieder fliegen können. Leider funktioniert das nicht immer, denn nicht jede Fraktur kann durch die Operation so fixiert werden, dass sie von Beginn an auch bei Belastung komplett stabil bleibt. Auch wir Menschen dürfen z.B. mit einem frisch operierten Bein nicht gleich Fußball spielen … was würde der Chirurg sagen…? Ein Wildvogel hält sich natürlich nicht an irgendwelche Anweisungen, er wird den Flügel, sobald wir ihm die Möglichkeit geben, benutzen und keinerlei Rücksicht auf die Verletzung des Knochens nehmen. Daher muss leider manchmal ein Verband der Knochenheilung helfen, denn nur ein ruhiggestellter Bruch kann stabil ausheilen. Um das Versteifen des Flügels zu verhindern, wird der Flügelverband alle 5 Tage gewechselt, und dabei werden alle Gelenke ein paar Mal bewegt. Damit verhindern wir mögliche Schäden an den Gelenken.

Nach Flügelfrakturen müssen die Greifvögel, die auf optimal funktionierende Flügel angewiesen sind, ihre Geschicklichkeit und ihr Flugvermögen einige Wochen, manchmal auch Monate trainieren. Erst wenn wir sicher sind, dass sie wieder fähig sind, ihre Beute zu fangen, werden sie in die Freiheit entlassen. 8 Wochen nach seinem Unfall kann unser Turmfalke wieder so gut fliegen, dass wir ihn in die Freiheit entlassen können.

rer Intensivstation in eine Voliere umziehen, wo er erste Flugübungen macht. Die Pins in seinem Oberarm stören ihn am Anfang nicht bei seinen Flugübungen. Sie müssen aber wieder entfernt werden, bevor der Vogel in die Freiheit entlassen werden kann. Also geht es, wenn der Knochen komplett geheilt ist, wieder in den Karton, um zur Operation transportiert zu werden; auch dieses Mal begleitet ihn sein Krankenblatt. In Narkose werden die Pins von der Schulter aus entfernt. Dann geht es zurück in die Flugvoliere.

Kleiner Fehlerteufel In der letzten Ausgabe von mensch und tier wurden auf S. 56 unten links zwei junge Turmfalken fälschlicherweise als junge Mistdrosseln bezeichnet. Dies soll an dieser Stelle unbedingt korrigiert werden.

Unser Falke darf nach 3 Wochen aus der relativ kleinen Box in unseMitgliederjournal

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+++ Pressespiegel +++

aus: Hannoversche Allgemeine, 11.02.2017

aus: Mittelbadische Presse, 03.04.2017 aus: Westfälische Rundschau, 12.01.2017

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aus: Fernsehwoche, 01.01.2017

aus: Märkische Allgemeine, 2017


aus: BRAVO Sonntag, 29.02.2017

aus: Tenneriffa, April, 2017

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aus: Schwäbische Zeitung, 17.03.2017

aus: Recklinghäuser Zeitung, 23.01.2017

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aktion tier macht Appetit

Kulinarisch-Vegetarisch-Vegan Herrlich! Es kommt nun die Zeit des gemütlichen Draußensitzens, des Grillens unter freiem Himmel und die Zeit, einfach die Natur zu genießen. Natürlich darf da etwas Leckeres zum Essen nicht fehlen! Tischen Sie Ihren Gästen doch einmal die hier vorgestellten veganen Rezepte auf – ganz sicher werden sie sich die Finger danach schlecken! Viel Spaß beim Nachkochen wünscht Alexandra Pfitzmann

© Alexandra Schubert/Schirner Verlag

e mit Kräuter-Grillkäs n-Salat e t a m o -T n e k r u G Zubereitung:

Für den Käse: Sojamilch in einem großen Topf mit Salz und Garam masala zum Kochen bringen. Zitronensaft in die leicht kochende Sojamilch einrühren, dann beginnt die Sojamilch auszuflocken. Unter ständigem Rühren ca. 3-4 Minuten köcheln lassen. Anschließend alles durch ein mit einem Geschirrtuch ausgelegtes Sieb gießen und den Käse gut abtropfen lassen. Das Tuch über der Käsemischung zusammenschlagen und den Käse gut ausdrücken. Kräuter klein hacken und unter den Käsebruch mischen. Frischhaltefolie auf der Arbeitsfläche auslegen und den Käsebruch gleichmäßig darauf verteilen. Mithilfe der Folie kompakte Käseblöcke formen. Diese, eingeschlagen in der Folie, in eine Auflaufform legen und mit einem Schneidebrett oder einer Platte belegen. Darauf eine Schüssel mit Wasser stellen und den Käse über Nacht im Kühlschrank stehen lassen. Für den Salat:

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200 g Salatgurke 100 g Kirschtomaten 3 Schalotten 1 Knoblauchzehe ½ Bund Basilikum 4 EL Balsamico-Essig 5 EL Olivenöl Salz und Pfeffer aus der Mühle

Zutaten Für den Käse:

• • • • •

Den Käse aus der Verpackung nehmen, auf 2 Seiten dünn mit Olivenöl bestreichen und auf der Grillplatte auf beiden Seiten ca. 3-4 Minuten bei mittlerer Hitze grillen. Für den Salat: Salatgurke in ca. 5 mm große Würfel schneiden. Kirschtomaten in Scheiben schneiden. Schalotten in dünne Ringe schneiden. Knoblauch fein hacken. Basilikum klein schneiden. Gurke, Tomaten, Schalotten und Knoblauch mit Balsamico-Essig, OliAußerdem: venöl, Salz und Pfeffer marinieren und den Basilikum unterrühren. 3 EL Olivenöl 1 in Zitrone Spalten geschnitten 4 Bahnen Frischhaltefolie ca. 25 cm Länge

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2 l Sojamilch 1 TL Salz ½ TL Garam masala Gewürzmischung Saft von 2 Zitronen 2 Bund Gartenkräuter Bärlauch oder Schnittlauch etc.


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Baba Ghanoush (Auberginen-Creme)

© Valentin Winhart

Baba Ghanoush ist ein Klassiker der arabischen Küche. Übersetzt heißt das Gericht „kokettierender Vater“. Die Creme aus gebackenen Auberginen schmeckt köstlich als Dip oder Brotaufstrich. Dieses Rezept hat Bilal Maikeh aus seiner Heimat Syrien mitgebracht.

Zubereitung: Auberginen mit einer Gabel an mehreren Stellen anpieksen und für eine Stunde bei 250 °C im Backofen backen, bis sie sehr weich sind.

Währenddessen die Zwiebel, die Minze und die Tomate sehr klein schneiden und den Knoblauch pressen. Wenn die Auberginen fertig gebacken sind, abkühlen lassen. Die Auberginen etwa nach einer halben Stunde aufschneiden und das Fruchtfleisch mit einem Messer herausschaben. Das Fruchtfleisch in ein Sieb über einem Topf geben und weiter abkühlen und abtropfen lassen. Wenn das Fruchtfleisch kühl ist, alles mit einer Gabel zerkleinern. Granatapfelsirup, Salz, Pfeffer und Knoblauch darüber geben und gut vermischen. Zutaten

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1 kg Auberginen 1 Zwiebel 15 Blätter frische Minze 1 Tomate 2 Knoblauchzehen ½ Glas Granatapfelsirup (optional) 2 TL Salz 1 TL Pfeffer Olivenöl

Auf einem Teller oder in einer Schüssel anrichten und mit etwas Olivenöl verfeinern. Dazu zum Beispiel arabisches Brot servieren. Alternativ kann man die Auberginen auch frittieren oder mit viel Öl anbraten, bis sie sehr weich sind. Um den Energieaufwand des Backofens zu nutzen, lohnt es sich, mehr von der Auberginen-Creme herzustellen. Im Kühlschrank hält sie sich bis zu zehn Tage. Das Rezept stammt aus dem Buch von Bilal Maikeh, „Hummus Evolution“, 84 Seiten, 18 EUR, www.hummus-evolution.de

Das Rezept Kräuter-Grillkäse stammt aus dem Buch von:

Diese und viele weitere Rezepte finden Sie in dem 52-seitigen Leitfaden „Vegetarisch für Profis“, den Sie im VEBU-Shop bestellen können.

Roland Rauter einfach vegan - draußen kochen von Grillen bis Picknick Schirner 2013, 232 Seiten, 19,95 EUR ISBN 978-3-8434-1105-9

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aktion tier Shop

Geschenke für den Tierschutz! T-Shirt: nur 8,95 EUR, Sweat-Shirt: nur 14,95 EUR (grau mit Aufdruck des Logos von aktion tier – menschen für tiere e.V., vorne und hinten, 70 % Baumwolle, 30 % Polyester) Tasche: nur 1,50 EUR

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Für unsere Leseratten

Die Honigfabrik „Die Honigfabrik“, in die uns Jürgen Tautz und Diedrich Steen in dem beim Gütersloher Verlagshaus erscheinenden Buch mitnehmen, ist eine Welt voller eigenwilliger Bewohner, überraschender Fertigkeiten und erstaunlicher Regularien. Dort lernen wir jede Menge hochspezialisierter Mitarbeiterinnen kennen: Wächterbienen und Ammen, Sammlerinnen und Putzbienen, Honigmacherinnen, Tankstellenbienen und Königinnen, die das Großunternehmen zusammenhalten. Nicht zu vergessen die Drohnen, deren Job schlicht der ist, als „Callboys für die Königin“ zu arbeiten. Ein Buchtipp von aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Entlang der Produktionskette des Honigs lernt der Leser den Superorganismus „Biene“ kennen. Es ist ein komplexes Gesamtsystem, in dem Bienen mit Kniffen arbeiten, die Ingenieure im modernen Spannbetonbau anwenden in dem Wachs aus 300 Einzelsubstanzen hergestellt und in dem nicht einmal vor Betriebsspionage und Raubüberfällen haltgemacht wird. Hinter dieser „Betriebsbesichtigung“ steht ein ungewöhnliches Autorentandem mit unterschiedlicher Expertise: Jürgen Tautz ist einer der international renommiertesten Bienenforscher sein Kompagnon, Diedrich Steen ist seit 20 Jahren selbst Imker. Beide sind seit sie denken können von Bienen und deren Honigfabriken fasziniert. Auf diese Weise konnte eine wunderbar unterhaltsam präsentierte Mischung aus neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Beobachtungen aus der Imkerpraxis entstehen. Wer also immer schon einmal wissen wollte, was Wabentelefone oder Pollenhöschen sind, kommt hier ebenso auf seine Kosten wie wissenschaftlich interessierte Leser, die mehr über den geheimnisvollen Schwänzeltanz der Biene erfahren wollen. Eine weitere Imkerschule will der Band explizit nicht sein.

Bibliografie Jürgen Tautz, Diedrich Steen Die Honigfabrik Die Wunderwelt der Bienen – eine Betriebsbesichtigung Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 288 Seiten. 2017, Originalausgabe. Mit 16­seitigem, vierfarbigem Bildteil. Gütersloher Verlagshaus ISBN: 9783579086699 EUR 19,99 [D]

Bei aller Faszination für die Welt der Bienen – Tautz und Steen verklären nichts und blenden keine der vielen Gefahren aus, denen die Insekten heute ausgesetzt sind: gefährliche Milben, Pilze und Bakterien, Umweltgifte und landwirtschaftliche Monokulturen. Umso eindringlicher liest sich das Fazit der beiden Autoren: „Bienen lehren uns, wieder zu staunen über die Wunder, von denen wir umgeben sind“.

Über die Autoren Jürgen Tautz, geboren 1949, ist ein international anerkannter Bienenexperte und Professor em. am Biozentrum der Universität Würzburg. Seit 2006 leitet er das interdisziplinäre Projekt HoneyBee Online Studies (HOBOS). Tautz ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen und wurde für die populäre Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte vielfach ausgezeichnet. Diedrich Steen, geboren 1963, arbeitet als Programmleiter in einem Buchverlag. In seiner Familie werden seit mehr als 100 Jahren Bienen gehalten. Er selbst imkert seit 20 Jahren.

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Patentiere

In unserem

Webtierheim

gibt es auch sehr viele Tiere, die Hilfe brauchen oder ein neues Zuhause suchen!

Liebe Tierfreunde,

www.aktiontier-webtierheim.org

wie gewohnt an dieser Stelle präsentieren wir Ihnen diejenigen Tiere, die schon zu lange im Tierheim sind als dass ein erneuter Umzug sinnvoll wäre. Viele Tiere erhalten regelmäßig nötige Medikamente und sind zum Teil auch in privaten Pflegestellen untergebracht, die den jeweiligen Tierschutzeinrichtungen angeschlossen sind. Die Versorgung der Tiere kostet natürlich viel Zeit und leider auch viel Geld. aktion tier unterstützt seine Partner – dennoch fehlt es an allen Ecken und Enden. Schauen Sie sich die nachfolgenden Tiere in Ruhe an, und helfen Sie mit einer Patenschaft. Vielen Dank. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an einer Patenschaft direkt an den jeweiligen aktion tier-Projektpartner. Eine Patenschaft ist keine Dauerverantwortung und kann jederzeit nach Wunsch widerrufen werden.

Jule von Seite 80

Katzenhilfe Westerwald e.V. • 56470 Bad Marienberg • Tel.: 02661 9839944 3Pünktchen, 1 J., ist ein sehr lieber und sehr ver­ schmuster Kater. Leider ist Pünktchen sehr krank, sein Herz ist stark verändert, die rechte Herzhälfte viel zu groß, die Herzwand verdickt, und der Blutfluss ist gestört. Er bekommt Medikamente, um das Herz zu entlasten. Aufgrund seiner Herzer­ krankung kann er nicht ka­ striert und nicht geimpft

6Rossi, 4 J., streunte schon einige Monate in einem kleinen Dorf im Westerwald herum, bevor sie einge­ fangen und ins Tierheim gebracht wurde. Rossi ist noch sehr scheu und möchte nicht angefasst werden. Bis sie Vertrauen zu Menschen fasst, wird es sicher noch eine Weile dauern. Bis zu ihrer Vermittlung wünscht sich Rossi liebe Paten, die sie unterstützen.

Ansprechpartner für die Patenkatzen: Claudia Stotz westerwald.de claudia@katzenhilfeTel.: 0151 22811646

werden. Er hat einen Chip er­ halten, der ihn chemisch kas­ triert. Die Wirkung soll ca. zwei Jahre andauern. Pünktchen muss in der Wohnung gehalten werden, er darf nicht nach draußen. Für Pünktchen wünschen wir uns liebe Paten, die uns helfen, seine Behandlungskosten zu tragen.

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Berliner Katzenschutz e.V. • 14542 Werder (Havel) • Tel.: 03327 42587 3Wuschel wird bei uns gerne wegen ihrer wuscheligen Erscheinung mit “WuschelMutti” angesprochen. Ein wunderschönes Tier, jedoch wurde sie bei uns bis jetzt nie zahm. Sie war früher einmal ein Muttertier bei uns. Leider war sie so wild, dass wir sie nicht behalten konnten, und so ging die kleine Maus zurück an ihre Futterstelle. Leider wurde ihre Futterstelle aufgelöst, und so suchten die Be­ treuer erneut Hilfe bei uns. Natürlich nahmen wir das kleine Federkissen bei uns auf und suchen nun einen liebevollen Paten für die Kleine, der vielleicht Freundschaft mit ihr schließt. Laut Aussage der Betreuer soll es nämlich möglich sein, dass Wuschel sich auch mal gerne streicheln lässt. Vielleicht findet sich da draußen ein neuer Zweibeiner, der Zeit und Lust hat, sich ihr Vertrauen zu erkämpfen.

4Lisa ist eine relativ junge Kätzin, die nie zahm geworden ist. Sie steht mit ihren neuen Freunden bei uns am Fenster und wartet geduldig auf ihr Futter. Am Futterplatz lässt sie sich auch selten mal kurz über den Rücken streicheln, doch sobald sie das mitbekommt, ist sie sofort verschwunden und beo­ bachtet alles von der Ferne. Geht man dann weg vom Platz, kommt die kleine Maus wieder an den Teller. Wir suchen für Lisa einen netten Paten, der ab und an mal Zeit hat, sie und ihre Freunde in ihrem Zimmer besuchen zu kommen und mit ein paar Leckerlies ihre Freundschaft gewinnen kann.

3Ingrid, leider eines unserer Sorgenkinder, ist einer der sogenannten „Dauerschnupfer“ und zudem durch die Erkrankung auch noch fast taub und blind geworden. Sie reagiert nur auf sehr laute Geräusche. Bewegungen nimmt Ingrid nicht mehr wahr. Sie lebt in einem Zim­ mer mit einem großen Freigehege, indem sie sich perfekt auskennt, trotz ihrer physischen Einschränkung. Ingrid lässt sich beim Füttern, wenn man sehr vorsichtig mit ihr umgeht, auch gerne einmal strei­ cheln. Wir suchen daher einen Paten, welcher sie ab und zu besuchen kommt und versucht mit ihr Freundschaft zu schließen. Vielleicht trägt diese Vertrauensbasis zu ihrer Gesundheit bei und macht ihr das Leben etwas leichter.

4Fauna ist ein älterer Straßenkater, der es bisher noch nicht ge­ schafft hat, seine Scheu gegenüber dem Menschen zu überwinden. Seine Unsicherheit äußert sich durch kräftiges Fauchen. Zudem markiert Fauna und ist allein aus diesem Grund nicht vermittelbar. Wir hoffen trotzdem, dass Fauna eines Tages sein Leben in besse­ rer Umgebung als Freigänger genießen kann. Bis zu diesem Zeit­ punkt suchen wir einen Paten für den einstigen König der Straße.

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Tierschutzinitiative Odenwald • 64658 Fürth • Tel.: 0700/0410-6666 (12 Cent/Minute aus dem dt. Festnetz) 4Oskar, ca. 5 J., ein stattlicher Kangal-Mischlingsrüde, lebte zunächst in einer Familie, die sich vor der Anschaffung lei­ der nicht mit den Eigenschaften eines Herdenschutzhundes vertraut gemacht hat. Die Erziehung eines Kangals bedarf äußerste, aber liebevolle Konsequenz, und dies war in der Familie nicht gegeben, sodass Oskar sein Zuhause verlassen musste! Seit drei Jahren lebt er nun auf einem Gnadenhof für ältere, behinderte, verwaiste und verhaltensauffällige Tiere. Leider stellte sich nach seiner Ankunft sehr schnell heraus, dass er an beidseitiger Hüftgelenkdysplasie leidet. Durch gezielten Muskelaufbau wird versucht, die Hüfte zu stabilisieren. Doch um eine OP wird man langfristig wohl nicht herumkommen. Hinzu kommt, dass Oskar ein nicht gerade einfacher Vertreter seiner Rasse ist, sodass seine Vermittlungschancen sehr gering sind. Deshalb suchen wir dringend Paten, die sich an den Futter- und Tierarztkosten beteiligen.

3Cindy, Schäfermix-Hündin, ca. 13 Jahre, wurde vor einigen Jah­ ren auf einer Landstraße im Hunsrück gefunden – wahrscheinlich wurde sie ausgesetzt. Eine Autofahrerin konnte in letzter Sekun­ de noch bremsen, lud die Hündin beherzt in ihr Auto und brachte sie auf einen Gnadenhof. Cindy leidet an einer Augenkrankheit (Keratitis), mit der sie aber gut zurechtkommt. Sie benötigt al­ lerdings entsprechende Pflege und täglich Augensalbe. Wird sie nicht regelmäßig versorgt, kann eine völlige Erblindung eintre­ ten. Dies und ihr Alter waren wohl der Grund dafür, dass alle Vermittlungsversuche scheiterten. Mit den Jahren kam noch eine Erkrankung der Haut über der Nase hinzu. Ohne erkennbare Ur­ sache – auch ein Besuch beim Hautspezialisten gab keinen Auf­ schluss – ist diese ständig wund und will trotz intensiver Pflege einfach nicht heilen. Wir suchen Paten, die sich an den Kosten für Medikamente und Futter beteiligen.

4Tinto, ca. 15 J., war ein wild lebender Ka­ ter, der von einer Tierfreundin über längerer Zeit gefüttert wurde. Zum Essen stellte sich das scheue Tier regelmäßig ein, allerdings immer mit entsprechendem Sicherheitsab­ stand – bis er eines Tages schwer verletzt bei seiner Betreuerin Hilfe suchte. Die so­ fort zu Rate gezogene Tierärztin stellte eine offene Fraktur am Hinterlauf fest. Das Bein konnte leider nicht mehr gerettet werden. Weil der Kater zu scheu ist, um vermittelt zu werden, sich aber auf seinen mittlerweile nur drei Beinen auch nicht mehr alleine durch­ schlagen kann, lebt er nun auf einem Pfle­ geplatz, wo der nach dem Ausheilen seiner Wunde auf dem eingezäunten Grundstück kontrollierten Freigang bekommt. Welche liebe Paten beteiligen sich an den Tierarztund Futterkosten?

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Tierschutzverein Korbach e.V. • 34497 Korbach • Tel.: 05631 3970 3Sue wurde bei uns im Tierheim abgegeben, da ihr Herrchen ver­ storben ist. Sie kam dann übergangsweise zum Enkel. Dieser hatte aber ein ganz kleines Kind und einen Hund, womit Sue überfordert war. Sie reagierte mit Unsauberkeit. Ebenso war aber auch die Fa­ milie mit ihr überfordert. Nicht nur die Unsauberkeit, sondern auch ihre Erkrankung war nicht wirklich in den Griff zu bekommen. Sue leidet an einer Autoimmunerkrankung, eosinophiles Granulom. Sie hatte massive Wucherungen am Zahnfleisch und einen völlig ent­ zündeten Rachen. Ihr hing der zähe Speichel aus dem Maul, und sie konnte aufgrund der Wucherungen ihre Zunge nicht mehr einziehen. Sie hing immer aus dem Maul raus. Und Sue hatte starke Schmer­ zen. Die Familie hatte sie schon in Behandlung, welche wir nach der Abgabe fortführten. Sie bekam Medikamente, sodass erstmal die Wucherungen zurückgingen. Danach wurden ihr alle Zähne gezo­ gen. Nur dadurch hatte sie eine Chance auf Heilung. Nach der OP ist alles gut verheilt, die Zunge hat wieder Platz im Maul, sie sab­ bert nicht mehr, doch ganz abgeheilt ist es nicht. Momentan ist sie wieder auf Medikamente eingestellt, und wir müssen schauen, ob wir sie absetzen können oder ob sie dauerhaft behandelt werden muss. Sue ist aber sehr kooperativ und macht alles gut mit. Sie ist eine schmusige und anhängliche Katze, die es liebt, auf dem Schoß zu kuscheln. Ab und an hat sie mal ihren eigenen Kopf und zeigt es dann auch. Bei uns ist sie überhaupt nicht unsauber und lebt zusammen mit einem Kater in einem Raum. Das klappt auch sehr gut. Ein bereits vorhandener Artgenosse sollte aber eher ruhig sein. Freigang wäre im neuen Zuhause wichtig. Etwas größere Kinder ab dem Schulalter sind auch kein Problem. Sue wurde ca. 2010 geboren und ist eine unkomplizierte Katze. Da sie aber aufgrund der Autoimmunerkrankung schlechtere Vermittlungschancen hat, suchen wir Paten, die sie bis zu ihrer Vermittlung unterstützen.

Am 20.08.2017 findet im Tierheim Korbach der Tag der offenen Tür statt. Von 11-17 Uhr freuen wir uns über zahlreiche Besucher von nah und fern. Für das leibliche Wohl ist wie immer bestens gesorgt. Einige Info- und Verkaufsstände rund ums Tier sind präsent. Tierschutzverein Korbach e.V. Mönchepfad 7 34497 Korbach

4Lennox, Border-Collie-Mixrüde, 5 J., Schulterhöhe ca. 55cm, unkastriert, wurde abgegeben, weil die Besitzerin vermutlich aufgrund ihrer Erkran­ kung mit ihm völlig überfordert war. Lennox hat leider nie Grenzen ge­ lernt, es ging alles nur nach seinem Willen. Nach seiner Welpenzeit hat er leider auch Haus und Garten nie mehr verlassen. Zum Schluss biss er dann auch zu, wenn irgendetwas mit ihm gemacht wurde, was ihm nicht gefiel. Auch hier im Tierheim geht es nur solange gut, bis man etwas von ihm fordert, was ihm missfällt. Wir arbeiten daran, aber es wird ein noch recht langer, steiniger Weg sein. Bis eine Vermittlung möglich wird, wäre eine Patenschaft für den hübschen Lennox hilfreich.

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Lottihof für Kinder und Tiere e.V. • 23936 Seefeld • Tel.: 0173/6002852 3Jule, ca. 22 Jahre, war vorher in einem Kinder­ hospiz in Berlin, hat leider einen Leberschaden und Cushing. Eine Patenschaft würde helfen, die teuren Medikamente zu bezah­ len.

4Kermet, unser ältestes Pferd mit 30 Jahren, lässt sich gerne von den Kindern verwöhnen, freut sich aber bestimmt über ein Extra-Möhrchen.

Hahn 6Otto, ca. 2 Jahre, wurde in einer Kita ausgebrütet, damit Kinder lernen wie ein Huhn sich vom Ei zum Küken und zum Huhn entwickelt. Seitdem ist er mit vielen anderen Hähnen und Hühner ein glücklicher Lottihofbewohner. 5Stella, ca. 7 J., steht stellvertretend für unsere 31 Schafe. Eine Patenschaft hilft, die Herde glücklich zu halten!

4Hugo, ca. 5 Jahre, ist ein Vertreter un­ serer Hoppeldorf­ bande mit derzeit 14 Kaninchen. Haben Sie Lust, mit einer Paten­ schaft die LeckerliVersorgung in Betrieb zu halten?

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Lottihof für Kinder und Tiere e.V. • 23936 Seefeld • Tel.: 0173/6002852

Minischwein 3Simba, ca. 9 Monate, Ab­ gabetier, kam aus einer Wohnungshal­ tung, ist der Kuschelstar für die Kinder, schmust und legt sich auf die Seite zum Bauchkraulen.

5Dixi, ca. 28 Jahre altes Shet­ landpony, ist ein typisch freches Pony, das von unseren Kindern leider nicht viel wissen will. Sonst ist er aber sehr verschmust und freut sich über Paten.

5Collin, ca. 3 Jahre, ist frech wie alle Ziegen und der Chef bei uns im Me­ ckerland. Mit einer Patenschaft ist der Unterhalt gesichert.

3Balloo, ca. 8 Jahre alter Beaglemix, wurde von jun­ gen Leuten abgegeben, da sie nicht mit dem Frech­ dachs fertig wurden. Manch­ mal ist er unberechenbar, aber meistens führt er sich wie ein Kassar auf. Eine Pa­ tenschaft sichert ihm seine Pflegestelle.

3Fritzi, ca. 3 Jahre, war nicht glücklich in einer Woh­ nungshaltung, jetzt ist er ein entspannter Schmuser auf dem Hof.

4Dancer, Dartmoorpony, ca. 9 Jahre alt, ist durch Misshand­ lungen fremder Menschen sehr misstrauisch geworden, fühlt sich aber auf dem Lottihof sehr wohl.

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Vermittlungstiere

In unserem

Webtierheim

gibt es auch sehr viele Tiere, die Hilfe brauchen oder ein neues Zuhause suchen!

www.aktiontier-webtierheim.org

Liebe Tierfreunde, ein Haustier soll demnächst bei Ihnen Zuhause einziehen? Sie haben sich das genau überlegt und wissen wie viel Zeit und Geld eine Tierhaltung kostet? Gut. Dann schauen Sie bitte mit aller Aufmerksamkeit die nachfolgend vorgestellten Tiere an. Es muss nicht immer der Hund oder die Katze vom Züchter sein. Die Tierheime sind voll mit Tieren, die dringend ein endgültiges Zuhause suchen mit der richtigen Bezugsperson. Vielleicht sind das ja genau Sie? Geben Sie den Tieren eine Chance. Sie werden es Ihnen danken. Es besteht die Möglichkeit, dass Tiere, die hier vorgestellt werden, bereits vermittelt sind und dies redaktionell nicht mehr erfasst werden konnte. Die Einrichtung in Ihrer Nähe hilft Ihnen gern weiter. Bei Interesse an einem der Tiere wenden Sie sich bitte direkt an den dazugehörigen Projektpartner von aktion tier.

Paula von Seite 91

Tierschutzverein Mayen u.U. e.V. • 56727 Mayen • Tel.: 02651 77438

5Fräulein Fine Firlefanz, Jack Russel-Terrier-Mix, ca. 3-5 J., Schulterhöhe: ca. 40 cm, ist seit dem 10.02.17 im Tierheim. Das quirlige Hundemädchen ist eine kleine Prinzessin, die gerne als alleinige „Herrscherin“ in einem neuen Zuhause wohnen würde. Das heißt, sie heischt so sehr nach den Zuneigungen von uns Menschen, dass sie einen Zweithund nicht tolerieren würde. Allerdings ist Prinzesschen ein einziges Bündel Liebe. Da wir sie aufgrund ihrer Eifersüchteleien einzeln halten müssen, schreit und weint sie, dass es einem das Herz zerreißt. Eigentlich müsste sie mittlerweile schon heiser sein, doch ihre Not lässt es einfach nicht zu, dass sie sich beruhigt. Kommen Gassigänger oder sonst ein Mensch zu ihr, fiepst und zittert sie vor Freude und würde am liebsten in sie hineinkriechen und nie mehr loslassen. Fine ist nichts für Couchpotatos, sondern sollte ausreichend beschäftigt werden. Ist sie dann ausgepowert, wird sichtlich glücklich und müde das Körbchen aufgesucht und geschlafen. Wir können nur von Herzen hoffen, dass die kleine, fröhliche Maus bald aktive Menschen findet, die sie endlich auslasten und lieb haben.

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Tierschutzverein Mayen u.U. e.V. • 56727 Mayen • Tel.: 02651 77438

5Hummelchen, Mischlingshündin, 8 J., kastr., Schulterhöhe 45 cm, ist ein Schattenhund, den niemand wahrnimmt und seit November 2016 im Tierheim ist. Es gab noch keinen einzigen, ernsthaften Interessenten, der die bezaubernde Bulgarin ins Herz schließen konnte. Hummelchen mag vielleicht optisch nicht jeden ansprechen, aber ihre „inneren Werte“ sind diejenigen, die zählen. Vom Charakter ist Hummelchen eher die gemütliche Couchpotato, die das Kuscheln auf ihrem Hundebett bevorzugt, statt lange Wanderungen durch Feld und Wiesen zu unternehmen. Ihr Highlight ist, wie könnte es anders sein, die Essenszeit im Tierheim. Unsere pummelige Hummel gibt als Erste Laut, wenn wir 5 Minuten zu spät servieren. Hummel ist absolut bezaubernd, mit allem und jedem verträglich und hat ihren eigenen Kopf, den sie schon einmal durchsetzen will. Hummel hat ihr ganzes Leben im Tierheim verbracht und möchte nun endlich eine eigene, richtige Familie ihr Eigen nennen. Das hat sie so sehr verdient!

4Dana, Pitbull-Mix, ca. 7 J., kastr., Schulterhöhe 55 cm, ist seit dem 25.07.2013 im Tierheim. Wir können es gar nicht glauben... Die Zeit rennt, und in all diesen langen Jahren gab es so gut wie keine ernsten Interessenten für unsere Maus. Mittlerweile verbringt Dana die meiste Zeit mit ihrem Stammgassigänger, der sie leider aus beruflichen Gründen nicht komplett übernehmen kann. Zu lange wäre sie alleine. Wir sind ihm dennoch sehr dankbar, dass er Dana eine Abwechslung neben dem tristen Tierheimalltag bietet. Danas großes Laster ist ihre Rasse. Nach wie vor stehen Pitbulls auf der Liste, und man braucht einen sogenannten Sachkundenachweis, um einen solchen Hund adoptieren zu dürfen. Anschließend müssen Herrchen bzw. Frauchen und Hund eine Wesensprüfung absolvieren. Erst dann darf Dana rechtmäßig als eigener Hund gehalten werden. Wir würden uns für Dana ein Zuhause als Einzelhund bei Pitbull-Fans wünschen. Wer einmal einen solchen Hund besessen hat, wird nie wieder etwas anderes wollen. Die, die einmal in Kontakt mit dieser Rasse kamen, wissen, wie wir das meinen. Ihr witziges Gemüt, die bedingungslose Liebe für ihre Dosenöffner, ihre Tollpatschigkeit, ihren verschlafenen Blick, wenn sie bei Regen nach draußen sollen, ihr lautes Schnarchen, ihre Liebe, die sie einem geben und noch so Vieles mehr. Das macht einen richtigen Pit aus. Dana ist unsere Knutschkugel, das wärmeliebende braune „Dany Sahne Häschen“.

4Mojoe, Mops-PekinesenMix, ca. 5 J., kastr., ist seit dem 23.06.2015 im Tierheim. Mojoe ist ein kleiner Rotzlöffel, der in seiner Familie die Hosen anhatte, was ihm schließlich zum Verhängnis wurde. Dem kleinen Hund nicht mehr gewachsen, wurde er im Juni 2015 bei uns abgegeben. Was Mojoe dringend braucht, ist ein wenig Erziehung. Wir sind uns sicher, dass der kleine Hundemann ein super Kumpel werden wird, wenn man ihm klare Regeln aufweist. Obwohl Mojoe im November 2015 in eine Pflegestelle umziehen durfte, sucht er immer noch ein Zuhause. Es wird höchste Zeit, dass er endlich seinen „richtigen“ Menschen findet. Dieser Knirps ist eine kleine Herausforderung, denn wenn er etwas nicht möchte, dann zeigt er das auch und reagiert mit einem frechen Zuschnappen. Trotzdem ist Mo-

joe einfach bezaubernd. Bezaubernd selbstbewusst, und bezaubernd pfiffig! Er möchte sehr gerne der Rudelführer in der Familie werden, und wer ihm auch nur die kleinste Möglichkeit dazu gibt, der wird ihm sein Vorhaben auch erfüllen. Also: Für diesen wirklich lustigen, frechen und „starken“ Hund suchen wir Menschen, die aktiv sind und gerne bereits einen Hund haben. Auch können wir uns gut vorstellen, dass der kleine Flitzebogen neben einem Pferd her sausen würde. Für ihn ist kein Abenteuer zu abenteuerlich. Hauptsache, es ist was los! Mojoe ist ein kleiner Clown, der aber wirklich weiß, was er will. Und wer ihm nicht gewachsen ist, dem wird er ganz schnell auf der Nase herumtanzen. Es sollten sich daher nur Interessenten melden, die alle angegebenen Kriterien erfüllen. Auch wenn Mojoe so knuffig aussieht. Das ist alles nur kluge Tarnung. Hoffen wir, dass er endlich seine „richtigen“ Menschen findet. Es wird allerhöchste Zeit.

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Tierschutzinitiative Odenwald • 64658 Fürth • Tel.: 0700/0410-6666 (12 Cent/Minute aus dem dt. Festnetz) 3Surly, 4 J., 28 cm, geimpft, gechippt, kastriert, aus Ungarn, sucht ein liebevolles Zuhause, in dem sie die Prinzessin sein darf. Die Besitzer wollten Surly nicht mehr behalten und brachten sie in die Tötungsstation. Sie verstand die Welt nicht mehr, warum man sie einfach abgeschoben hatte und sie nun in einem kalten Raum sitzen musste. Zum Glück holten sie Tierschützer dort raus, und nach einem gründlichen Tierarztcheck durfte sie nach Deutschland reisen. Hier wartet nun die kleine quirlige „Maus“ in einer Pflegestelle auf „ihre Menschen“. Surly ist eine ganz liebe und anhängliche Hundedame, die es jedem recht machen möchte. Sie verträgt sich mit ihren vierbeinigen Kumpels und begegnet jedem immer freundlich. Wer möchte den Hund gerne kennenlernen und bei sich aufnehmen? Tel. 06251 869858 oder 06209 797078. 4Emma. Als Tierfreunde in ein kleines Dorf im Odenwald zogen, konnten sie nicht ahnen, was für ein Katzenelend in ihrer neuen Nachbarschaft herrschte. Nach und nach tauchten bei ihnen im Garten immer mehr abgemagerte und kranke Katzen auf. Sie nahmen sich der Tiere liebevoll an, pflegten sie gesund und ließen sie sterilisieren. Jetzt möchten sie gerne den vermittelbaren unter den insgesamt 16 Katzen die Chance auf ein eigenes Zuhause geben. Emma ist sehr lieb und einfach froh, wenn sie im Haus sein kann. Sie leidet immer mal wieder unter Katzenschnupfen und hat dauerhaft ein entzündetes Auge. Sie sucht liebe Tierfreunde, die sich daran nicht stören und sie nehmen, wie sie eben ist. Nach einer angemessenen Eingewöhnungszeit muss sie die Möglichkeit zum Freigang haben. Geboren ist sie ca. 2010, sie ist sterilisiert und tätowiert. Wer sie gerne kennenlernen möchte, bitte anrufen unter Tel.-Nr.: 06209 7969766 oder 0157 52577165 oder Mail an info@tsi-odenwald.de.

5Mutzi, Australien-Shepard-Mix-Rüde, 1 J., 35 cm, geimpft, kastriert, gechippt, hat gerne Menschen um sich und genießt jede Streicheleinheit, vor allem liebt er Kinder sehr. Mutzi ist ein agiler, temperamentvoller Hund, der viel Auslauf und Beschäftigung braucht. Am liebsten ist er mit anderen Artgenossen „on Tour“, um mit ihnen um die Wette zu rennen. Ein Haus mit eingezäuntem Garten zum Spielen und Herumtollen mit Kindern bzw. Hunden sollte vorhanden sein, das wäre sein Traum. Mit Sicherheit würde er sich auch für Agility interessieren, und es würde ihm bestimmt auch Spaß machen, beim Joggen oder Radfahren dabei zu sein. Daher wäre eine sportliche Familie, die Hundeerfahrung mitbringt, für Mutzi genau das Richtige. Katzen sind ihm ziemlich egal. Er ist schon recht gut erzogen, kommt sofort auf Zuruf, macht „Sitz“ und „Platz“. Natürlich muss noch weiter mit ihm gearbeitet werden, denn er versucht manchmal, sein kleines Dickköpfchen durchzusetzen. Wer möchte diesen tollen Vierbeiner gerne kennenlernen? Tel. 06253 6527 oder 06251 869858, E-Mail an info@tsi-odenwald.de.

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4Alina, Collie-Schäfer-Mischlingshündin, 3 J., 55 cm, geimpft, gechippt, wurde auf Kreta aufgegriffen, nachdem sie in der Nähe einer Bar mehrere Welpen zur Welt brachte. Zwei der Welpen kamen zu Tode, einer verunfallte auf der Straße, der andere wurde von einem Rottweiler tot gebissen. Die Leute ringsum konnten das nicht mehr mit ansehen und verständigten die Tierschützer von Apal, die die Mutter und 3 Welpen mitnahmen. Alina kam am 24. März nach Deutschland und könnte erstmal als Pflegehund bei Interessenten einziehen. Sie wünscht sich „Traummenschen“, die ihr endlich ein liebevolles Zuhause geben wollen, in dem sie sich wohlfühlt. Alina ist unglaublich sozial, menschenbezogen, verschmust und versteht sich super mit allen anderen Hunden, auch Kinder mag sie. Ob sie mit Katzen zurechtkommt, weiß man nicht. Toll wäre ein Haus mit eingezäuntem Garten, in dem sie nach Herzenslust herumtollen und spielen kann. Sie liebt lange Spaziergänge, auch würde sie sicher schnell lernen, am Fahrrad mitzulaufen. Natürlich braucht sie noch ein wenig Erziehung, vielleicht in einer Hundeschule, zusammen mit anderen Kumpels. Wer möchte diese Hündin gerne kennenlernen? Tel.-Nr.: 06253/972293 oder 06253/6527 oder Mail an info@ tsi-odenwald.de.


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Ein Heim für Tiere e.V. • 34587 Felsberg/Beuern • Tel.: 05662 6482

Der kleine 5Bonzo, 6 J., hat eine traurige Geschichte, obwohl er so ein lieber, kleiner, bildhübscher Kerl ist. Er hatte einen Besitzer, der ihn in der Tötungsstation entsorgte. Dort fanden ihn Tierschützer vor Ort, total verängstigt und allein in einem kahlen Zwinger. Bonzo wich ihnen nicht mehr von der Seite, und so nahmen sie ihn mit und brachten ihn in Sicherheit. Nun sucht Bonzo seine Familie fürs Leben. Er ist anhänglich und verschmust. Für jede Aufmerksamkeit ist er dankbar und genießt jede Streicheleinheit. Er bindet sich sehr schnell an seine Zweibeiner und möchte am liebsten immer um einen rum sein. Wer Bonzo gerne kennenlernen möchte: Tel.: 06209/797078 oder 06251/869858 oder E-Mail an info@tsi-odenwald.de.

3Lisa und 3Anja, 5 und 10 J., Chow Chows, wurden im Februar abgegeben und sind typische Vertreter ihrer Rasse. Sie sind vorsichtig mit Fremden und zeigen sich eher desinteressiert oder anders gesagt: Sie tun so, als wäre man nicht da. Haben sie Vertrauen gewonnen, werden sie langsam mit einem warm. Lisa ist dabei die Neugierigere, und Anja läuft einfach mit. Beide kennen ein ruhiges Leben und möchten zusammen bleiben. Anja erkundet gerne mal neue Wege und achtet nicht die ganze Zeit auf Lisa, doch Lisa sucht die Nähe zu Anja sehr und gerät fast in Panik, wenn Anja sich zu weit entfernt. Daher suchen wir ein Zuhause, in dem sie gemeinsam leben können. Es sollte ein ruhiger Haushalt sein, ohne Kinder und mit Hundeerfahrung. Anja und Lisa brauchen eine längere Eingewöhnungszeit, sind aber freundliche und entspannte Zeitgenossen. Beide laufen angenehm an der Leine, sind stubenrein und können einige Stunden alleine bleiben. Mit Kontakt zu anderen Hunden haben leider beide wenig am Hut. Wenn Sie also ein wunderschönes Dreamteam suchen, dann lernen Sie die beiden Schönheiten doch mal bei einem Spaziergang kennen. 4Ghandi, Border-Collie-Mix, ca. 10 J., wurde von seinen ehemaligen Besitzern einfach an einem Autobahnparkplatz ausgesetzt. Leider weiß man dadurch auch nicht viel von seinem Vorleben. Bei uns zeigt er sich sehr verschmust und liebt es, gestreichelt zu werden. Er schmiegt sich ganz dicht an einen. Allerdings leidet Ghandi darunter, dass er im Tierheim nicht die volle Aufmerksamkeit bekommt. Wichtig ist zu erwähnen, dass Ghandi sein Futter verteidigt. Dies ist keine schöne Eigenschaft, aber mit Training, Vertrauensaufbau und einem immer gleichen Ablauf der Fütterung ist ein harmonisches Zusammenleben möglich. Da er sonst in allen Lebenslagen den vorbildlichen Begleiter darstellt, hoffen wir, dass die Chance auf ein Leben in einem Zuhause nicht an diesem Problem scheitern wird. Sind Sie auf der Suche nach einem Hund, der Ihnen für jede Aufmerksamkeit dankbar ist? Dann schauen Sie bei uns vorbei und lernen Ghandi persönlich kennen und vielleicht auch lieben. 3Felix, EKH, ca. 14 J., befindet sich aufgrund von Trennung seiner Besitzer seit Dezember 2016 im Tierheim Beuern und ist dringend auf der Suche nach Menschen mit einem großen Herzen. Wie man auf dem Foto gut erkennen kann, ist sein rechtes Auge fast schwarz. Das Tierheim hat ihn tierärztlich untersuchen lassen und die traurige Diagnose bekommen, dass Felix ein Melanom (bösartiger Tumor) hat. Aufgrund seines Alters und einer Schilddrüsenerkrankung ist eine OP leider nicht empfehlenswert. Da durch den Tumor der Augeninnendruck stetig steigt, hat Felix nicht mehr viel Zeit, und regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sind notwendig. Nun suchen wir Menschen mit einem großen Herzen, die Felix für diese überschaubare Zeit einen Platz geben. Jemanden, dem bewusst ist, dass es ein kurzes (wenige Monate) gemeinsames Lebensstück sein wird, dies aber gerne mit dem so verschmusten und dankbaren Felix teilen möchten. Felix hat es so sehr verdient, nochmal Nummer 1 sein zu dürfen. Wenn Sie also dem kleinen Kerl diese Möglichkeit bieten können, dann melden Sie sich bitte!

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Ein Heim für Tiere e.V. • 34587 Felsberg/Beuern • Tel.: 05662 6482 3Feiwel, EKH, 1 J., wurde im Jan­uar in Fritzlar gefunden und zu uns gebracht. Er teilt sich im Tierheim ein Zimmer mit anderen Katzen und ist auf der Suche nach einem neuen Wirkungskreis mit der Möglichkeit auf Freigang. Feiwel ist noch sehr zurückhaltend, da er noch nicht so richtig weiß, was mit ihm passiert. Aus diesem Grund zieht er sich bei Besuchern gern erst einmal in den sicheren Bereich seiner Höhle zurück. Feiwel beobachtet alles aufmerksam von seinem Platz aus, lässt sich aber streicheln und kann sich mit etwas Zeit und Geduld zu einem Schmusekater entwickeln, da am Ende doch die Neugier des kleinen Kerls geweckt wird. Wenn Sie sich also in den kleinen Schatz verlieben möchten, dann schauen Sie doch bei uns vorbei und gewinnen sein kleines Herz. Er wird es Ihnen sicher danken.

4Felix, Schäferhund-Mix, 11 J., ist seit Februar 2017 bei uns. Anfangs war er aufgrund zu großer Leibesfülle nach nur wenigen Schritten stark erschöpft, und so war auch die Eingewöhnung sehr anstrengend für ihn. Wie soll man sich alles anschauen, wenn man sich kaum bewegen kann? Nun wohnt er bereits seit einiger Zeit im Tierheim und hat auch schon die Gassigeher von sich überzeugt. Er wird immer fitter und mobiler und freut sich sichtlich darüber. Mit einer angepassten Diät gibt es schon erste Fortschritte, und sein freundliches Wesen besticht sowieso. Felix ist ein unglaublich netter, aufgeschlossener Hundeopi, der noch viele Ziele vor sich hat. Streicheleinheiten genießt er sehr, und auch Fellpflege findet er, bis auf wenige Stellen, super. Er fährt ruhig im Auto mit, ist verträglich mit Artgenossen (Rüden nach Sympathie) und kann einige Stunden alleine bleiben. Für Felix suchen wir Menschen, die die Vorzüge eines Seniors zu schätzen wissen! Hundefreunde, die es etwas ruhiger mögen und einer Seele von Hund die Ehre erweisen, ihn auf seinem letzten Lebensabschnitt zu begleiten. Ein ebenerdiges Zuhause und ein Garten, in dem er beobachten und dösen kann, wäre ein Muss. Da er schon einiges an Kraft hat und seine Energie sichtlich steigt, sollte man ihn aber auch nicht ganz zum alten Eisen zählen. Suchen Sie einen schmusebedürftigen, liebenswerten Zeitgenossen? Einen treuen Gefährten? Dann kommen Sie bei uns vorbei, und geben Felix die Chance, Sie zu begeistern.

Tierschutzverein Korbach e.V. • 34497 Korbach • Tel.: 05631 3970

Am 20.08.2017 findet im Tierheim Korbach der Tag der offenen Tür statt. Von 11-17 Uhr freuen wir uns über zahlreiche Besucher von nah und fern. Für das leibliche Wohl ist wie immer bestens gesorgt. Einige Info- und Verkaufsstände rund ums Tier sind präsent. Tierschutzverein Korbach e.V. Mönchepfad 7 34497 Korbach

5Chucky und 5Monchi, Britisch Kurzhaare, 7 u. 5 J., sind zwei Abgabekatzen, die ihr Zuhause aufgrund von Erkrankung der Besitzerin verloren haben. Monchi kennt das Leben im Haus nicht, kommt aber prima damit im Tierheim zurecht. Chucky war auch mit im Haus, hatte aber auch seinen Freigang. Beide sind absolute Traumkatzen. Verschmust, ruhig und total lieb. Monchi braucht einen Moment, um Vertrauen zu fassen, schmust dann aber auch sehr gerne. Für die beiden suchen wir gemeinsam ein neues Zuhause mit der Möglichkeit zum Freigang.

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Tierschutzverein Korbach e.V. • 34487 Korbach • Tel.: 05631 3970 4Tyson, Malinois-Boxer-Mix-Rüde, 4 J., Schulterhöhe 58cm, unkastriert, ist sowohl optisch, als auch vom Wesen eher typischer Mali. Clever, arbeits- und bewegungsfreudig. Seine Reizschwelle ist eher nicht so hoch, allerdings verhält er sich hier bei uns noch recht ausgeglichen und kann auch zur Ruhe kommen. Er kam als Junghund zu einem GoldenRetriever-Rüden dazu, der allerdings schon ein Zuhause gefunden hat. Tyson kennt es bislang noch nicht, ohne einen anderen Hund alleine zu bleiben. Mit unkastrierten Rüden ist er eher nicht verträglich, auch nicht mit Katzen und Kleintieren. Kinder im Haushalt sollten mindestens ca. 14 Jahre sei. Sein Jagdtrieb ist recht ausgeprägt, er wurde an der Schleppleine geführt. Tyson hat einen guten Grundgehorsam, kann viele Kommandos und Kunststücke. Ein toller Hund für Menschen, die Spaß z.B. an Sucharbeit oder Obedience Training haben. Auch die Arbeit mit dem Futterbeutel ist ihm bekannt. 5Balu, Dobermannrüde, 4,5 J., Schulterhöhe 68 cm, unkastriert, wurde wegen Allergie des Lebenspartners der Besitzerin abgegeben. Leider wurde mit ihm nie die Leinenführigkeit trainiert, hier besteht Übungsbedarf. Zu Kindern und anderen Hunden hatte er wohl nie Kontakt, zeigt sich aber bislang recht neutral und pöbelt auch nicht an der Leine. Er ist Dobermanntypisch sehr sensibel und menschenbezogen.

4Jano, 4 J., kam ursprünglich als Fundkater ins Tierheim. Es ließ sich leider kein Besitzer ermitteln. Wir freuten uns, als er dann bei einem Ehepaar ein neues Zuhause gefunden hatte, wo er sechs Monate lebte. Er kam dann leider aufgrund einer starken Allergie des Mannes wieder zurück. Die Abgabe fiel nicht leicht, und der Besitzer sagte noch: ,,Jano ist ein absoluter Traumkater, wie man ihn sich nur wünscht!“. Jano ist einfach toll. Er schmust sehr gerne, ist aber auch ein richtiges Sensibelchen und reagiert bei Unsicherheit sehr schüchtern. Der lustige Kerl wurde 2013 geboren und ist temperamentvoll und verspielt. Gegen nette Artgenossen hat er nichts einzuwenden. Sein neues Zuhause sollte ihm Freigang ermöglichen, und es sollten keine kleinen Kinder vorhanden sein. Vor denen hat Jano Angst. Jetzt wünscht er sich ein Zuhause für immer. Bei wem darf er einziehen?

3Sammy, 11 J., ist ein Abgabekater. Sein Zuhause verlor er mit noch zwei weiteren Katzen wegen gesundheitlicher Probleme des Besitzers. Anfangs hatte Sammy Schwierigkeiten, sich im Tierheim einzufinden. Er verstand die Welt nicht mehr, wo er auf einmal war. Inzwischen hat er sich zu einem Traumkater entwickelt. Er ist ruhig und unkompliziert, schmust für sein Leben gerne und hat sich in die Herzen der Tierheimbelegschaft geschlichen. Sammy hat aber auch eine sehr sensible Seite. Er erschrickt sich schnell und faucht dann aus Unsicherheit. Er hat aber bei uns noch nie gekratzt oder gebissen. Sammy weiß einfach nicht, wie groß er wirklich ist und dass er sich nicht vor allem fürchten muss. Diese sensible Seite macht ihn zu einem Kater, den man einfach gern haben muss. Er kommt mit netten und ruhigen Kätzinnen super zurecht. Kinder sollten im neuen Zuhause schon größer sein. Gesucht wird für ihn ein neues, ruhiges Zuhause mit der Möglichkeit zum Freigang. Wer gibt dem stattlichen Kater ein neues Zuhause?

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Tierschutzverein Korbach e.V. • 34487 Korbach • Tel.: 05631 3970 3Polly, 5 J., haben wir von einem befreundeten Tierheim übernommen. Sie wurde damals ursprünglich mit ihren Kindern als Fundkatze ins Tierheim gebracht. Bis auf eine Tochter waren die Kinder schnell vermittelt. Auch ihre Tochter war lange im Tierheim. In der Masse sind die beiden Katzen einfach völlig untergegangen. Als wir Platz hatten, übernahmen wir die zwei und hofften, dass sie bei uns die Chance auf ein neues Zuhause bekommen. Tochter Mascha hat auch nach ein paar Wochen neue Besitzer gefunden. Jetzt wartet noch Polly. Sie fällt kaum auf und weiß sich nicht so gut zu präsentieren, obwohl sich das schon gebessert hat. Wenn man ihren Raum betritt, begrüßt sie einen mit ihrer außergewöhnlichen Quietschestimme. Sie ist zwar schwarz und ein wenig schüchtern, aber sie hat sonst nur positive Eigenschaften. Sie spielt gerne, ist lustig, schmust und kommt mit ruhigen, netten Artgenossen gut zurecht. Eigentlich eine völlig unkomplizierte Katze. Wir verstehen gar nicht, warum sie schon so lange auf neue Besitzer warten muss. Sie wünscht sich ein ruhiges Zuhause mit der Möglichkeit zum Freigang. Vielleicht wird sie jetzt entdeckt und bekommt ihre Chance?

Aus dem Tierheim Meißen: Eine glückliche Vermittlung – Leila und Caesar

Hallo, hier gibt es mal wieder Neuigkeiten von Leila, die wir (Familie Weitze aus Bieberstein) im Juni 2015 bei euch im Tierheim geholt haben. Sie ist ein Traum von Hund und eine sehr treue Seele. Wir sind überglücklich dass wir uns auf Anhieb für sie entschieden haben und lieben sie über alles! Seit letztem Jahr hat sie noch einen Kumpel, der auch mit bei uns lebt. Caesar war damals fünf Monate alt als er zu uns kam, und wir mussten gar nicht viel machen, das hat Leila übernommen, das heißt sie hat ihn super erzogen. Er wusste schnell was sich gehört und was nicht, und jetzt habe ich hier zwei wundervolle Hunde. Mittlerweile bin ich auch Mitglied bei aktion tier! Da ich weiß, was ihr alles tut, um Tieren zu helfen und ohne finanzielle Mittel wäre das nicht möglich, und wir hätten unsere Leila nicht. Macht weiter so, und allen anderen Tieren im Tierheim wünsche ich viel Glück, dass auch sie ein schönes Zuhause finden! Liebe Grüße Tine und die Fellnasen

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vermittlungstiere

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Boxernothilfe Deutschland e.V. • 32549 Hilddenhausen • Tel.: 05221 626149 3Kenzo, 10 J., ist ein Abgabe-Boxer. Wenn ein Oldie zu uns kommt, reagieren wir ganz besonders sensibel und hoffen sehr, dass rasch ein neues Zuhause gefunden werden kann, da die Unterbringung, selbst bei bester Betreuung, auch im Boxerhof nicht der ideale Platz für einen Senior ist. Die Vergangenheit von Kenzo können wir nur bedingt nachvollziehen, da die Angaben widersprüchlich sind. Wir müssen jedoch davon ausgehen, dass er in seinem bisherigen Leben wohl kaum auf der Sonnenseite gelebt hat. Darum wünschen wir ihm umso mehr, dass er jetzt auf seine alten Tage noch die Chance auf ein glückliches und behütetes Leben bei Boxer-Freunden bekommt. Er ist leider in einem sehr vernachlässigten Gesamtzustand. Hier haben wir erste tierärztliche Untersuchungen und Maßnahmen eingeleitet. Kenzo hat Spondylose im Endstadium und ist jetzt mit entsprechenden Medikamenten versorgt worden. Es genügt, wenn der Rüde kleine, regelmäßige Spaziergänge bekommt. Günstig wäre eine ebenerdige Wohnung, wo er direkt in den Garten kann. Gerade in diesem sehr traurigen Fall bitten wir unsere Boxer-Freunde sehr um Unterstützung und hoffen, dass es mit Ihrer Hilfe gelingen wird, für Kenzo ein endgültiges Zuhause zu finden.

4Robi, Boxer-Rüde, 7 J., ist leider taub und ein Allergiker. Dies beeinträchtigt seine Lebensfreude in keiner Weise. Er ist ein fröhlicher und ausgelassener Boxer, der mit großem Vergnügen mit seinen Artgenossen spielt und tollt. Robi wurde auf Sichtzeichen erzogen, so dass er, wie auch andere Hunde, frei laufen kann. Sieht er das Sichtzeichen, dass er kommen soll, so kommt Robi auch zurück. Robi ist mit Artgenossen sehr verträglich und liebt seine Menschen über alles. Katzen mag er allerdings nicht. Im Auto ist er gern dabei und kann ohne Probleme eine angemessene Zeit allein Zuhause bleiben. Wegen seiner Allergie bekommt er Cortisontabletten (2 x 1 Tab. Prednisilon) und Dermacomfort-Trockenfutter, was ihm ein fast beschwerdefreies Leben erlaubt. Robi bellt nur sehr selten und ist ein unkomplizierter, gut zu führender Boxer. Bisher lebte er in großer Harmonie mit einer Boxerin zusammen. Robi ist ein herzensguter und liebenswerter Boxer-Rüde, und es ist besonders tragisch, dass Robi nach glücklichen Jahren nun erneut ein neues Zuhause sucht. Robi kann gern als Einzel- wie auch Zweithund zu einem netten und verträglichen Artgenossen vermittelt werden.

3Balou, Boxer-Doggen-Rüde, 7 J., kastr., wurde wegen Überforderung bei uns auf den Boxerhof gebracht. Balou ist ein großer, schlanker, eleganter Rüde, der eine gute Grunderziehung in der Hundeschule bekommen hat. Er läuft sehr gut an der Leine, und für ein Leckerchen zeigt er freudig, was er alles gelernt hat. Gegenüber Fremden ist Balou zunächst etwas zurückhaltend, aber bereits nach wenigen Minuten ist das Eis gebrochen. Er ist anhänglich und liebt es, mit seinen Menschen zu kuscheln und zu schmusen. Balou kommt aus einem Haushalt mit Kindern und geht mit diesen sanft und vorsichtig um. Diese sollten im standfesten Alter sein. Er konnte problemlos Alleinbleiben, hat aber in der letzten Zeit in der Abgabe-Familie Verlassens­ängste gezeigt. Im neuen Zuhause ist es für ihn wichtig, zunächst Sicherheit zu erfahren. Darum sollte er Einzelhund sein. Seine neuen Menschen sollten einen ruhigen, geregelten Alltagsablauf haben, was die Eingewöhnung erleichtern würde.

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Care 4 Life e.V. • 70193 Stuttgart • Tel.: 0711 8062805

5Balu, Labrador, 4 J., kastr., Mikrochip, geimpft, ist ein deutscher Abgabehund. Er liebt Kinder und kommt mit Artgenossen bestens aus. Katzen kennt er bisher nicht. Balu beherrscht alle Grundkommandos und mehr. Wir suchen für Balu sportliche Menschen, die gerne bereit sind ihn auszuBei Interesse lasten.

5Lisa, Mischling 2,5 J., kastr., geimpft, ist derzeit noch in der Türkei, aber ausreisebereit. Lisa ist ein sehr freundliches und aufgeschlossenes Hundemädchen, die sehr gut mit ihren Artgenossen auskommt. Auch Katzen sind kein Problem. Wir wünschen uns für unsere Lisa Menschen, die bereit sind, mit ihr eine Hundeschule zu besuchen. Das kleine Hunde Abc fehlt ihr noch. Da sie aber ein pfiffiges Mädel ist, wird sie sicher großen Spaß daran haben und es schnell erlernen.

an einem der Tiere wenden Sie sich bitte an den Tierschutzverein Care 4 life e.V., Frau Silvia Greene, Mobil 01738256887.

6 Anka, 8 Mon., hat ihr ganzes Hundeleben noch vor sich. Wir haben das Mädchen in einem erbärmlichen Zustand auf der Straße aufgegriffen. Inzwischen hat sie sich gut erholt und ist bereit, mit uns ihre Familie zu finden. Anka ist noch ein kleiner Rohdiamant. Daher ist der Besuch in einer Hundeschule ganz wichtig für unser Mädel. Die hübsche Hündin versteht sich prima mit anderen Hunden und Katzen. Kinder kennt Anka auch und liebt es, mit ihnen zu spielen. Selbstverständlich ist sie geimpft, kastriert und gechippt.

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vermittlungstiere

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6 Tessa, Hovawart Hündin, 2,5 J., 30 kg, sucht das große Glück. Sie hört gut, spielt gerne Ball und apportiert, läuft an der Leine und am Fahrrad. Sie ist sehr Menschenbezogen, fährt gerne Auto und kann problemlos alleine Zuhause gelassen werden, ist stubenrein, verträglich mit anderen Hunden, Katzen rennt sie hinterher, aber tut ihnen nichts. Kinder mag sie sehr gerne und spielt gerne mit ihnen. Tessa kommt kas­ triert, geimpft und gechipt nach Deutschland. Derzeit ist sie noch in der Türkei.


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Berliner Katzenschutz e.V. • 14542 Werder (Havel) • Tel.: 03327 42587 3Adele, 10 J., war schon einmal vor langer Zeit vermittelt, kam aber wegen Unsauberkeit nach 3 Jahren zu uns zurück. Die alten Besitzer haben sich wirklich sehr viel Mühe gegeben, um das Problem in den Griff zu bekommen, doch leider ohne Erfolg. Hier im Heim stellten wir dann fest, dass Adele einfach Freigang gebraucht hat, welchen die alten Besitzer ihr nicht bieten konnten. Nun suchen wir ein neues Zuhause für sie. Wie man sehen kann, ist die liebe Kuschelkätzin nicht unbedingt das, was man unter „athletisch“ versteht. Aber man muss die kleine einfach lieben, denn sie ist super verschmust, lässt sich extrem gerne kämmen (was bei ihr wirklich notwendig ist) und liebt es, sich neben einen Streichler fallen zu lassen. Für Adele würden wir uns ein Zuhause mit Artgenossen wünschen, da sie die Nähe zu diesen immer wieder sucht. Auch Freigang sollte nach wie vor vorhanden sein.

5Paula, 6 J., lebte jahrelang als Freigängerin im ehemaligen Pfötchenhotel und wurde nach dessen Schließung zu uns gebracht. Auch bei uns genießt die kleine Schmusenase den Freigang und sollte daher auch wieder in ein Zuhause vermittelt werden wo ihr dieser gewährt werden kann. Paula ist ihren Bezugspersonen gegenüber sehr zutraulich und lässt sich gerne streicheln. Ihre neuen Dosenöffner sollten deshalb ein wenig Geduld mit ihr haben, da die Eingewöhnungsphase etwas länger dauert, aber sie werden am Ende sicher dafür belohnt. Sie versteht sich prima mit Artgenossen und kann daher auch als Zweitkatze in ein neues Heim einziehen, dies ist aber kein Muss für sie. Paula ist, wie alle anderen Katzen auch bei uns, kastriert, geimpft, entwurmt, entfloht und mittels eines Transponders gekennzeichnet.

3Biene, ca. 4 J., kam ursprünglich von einem anderen Tierschutzverein zu uns. Zuerst war die noch recht junge Kätzin ziemlich eingeschüchtert von ihrer neuen Umgebung und den fremden Menschen, die ihr nun das Futter reichten. So entschloss sich das Bienchen eine “summse” nach draußen zu machen und lebte lange Zeit in der neu gebauten Außenanlage. Die ersten paar Wochen blieb das Bienchen draußen, ungesehen und kam nur zum Fressen nach oben auf die neu angebauten Liegeplätze. Mittlerweile hat sie sich jedoch an uns gewöhnt und lässt sich beim Fressen auch gerne mit Streicheleinheiten 4Cora, ca. 4 J., wird verwöhnen. Zur Beauch liebevoll “Caplohnung für Speis und tain” Cora gerufen. Trank gibt es von ihr dann ein dankbares SchnurSie war 2016 bei uns ren und auch mal einen Köpfchenstoß. Aber man in der Kittenstation muss sich das Vertrauen der kleinen Biene erst glückliche Mama von einmal verdienen, denn nicht jeder darf sie gleich drei kleinen Katzenanfassen und das zeigt sie auch. Kommt man ihr welpen. Ihre Babys als Fremder zu nahe, sucht sie lieber schnell das sind seit einer ganzen Weite. Lässt man der jungen Kätzin Zeit, dann Weile schon vermittelt, wird sie schnell zum Schmusekätzchen und geund nun sucht unser nießt jede Berührung. Biene sollte in ein Zuhau“Captain” ebenfalls se kommen, wo sie jederzeit raus ins Freie gehen neue Matrosen. Cora darf. Als Zweittier ist sie gut geeignet, da sie ein trägt ihren Kosenamen sehr sozialisiertes Wesen hat. Die neue Familie nicht umsonst, denn sollte sich in Geduld üben können, da Biene etwas sie bestimmt wann, Zeit braucht, um sich an eine neue Umgebung zu wie und wo sie gestreichelt werden darf. Trotz ihres typischen Katgewöhnen, und so könnte es auch passieren, dass zenverhaltens kann man sie schnell mit Essen bestechen. In dieser sie sich die ersten Tage oder Wochen unter einem Hinsicht ist Cora unkompliziert und lässt sich auch beim Fressen Bett oder einer Couch verkriecht. Dies sollte kein gerne kräftig durchkraulen. “Captain” Cora möchte ihre ArtgenosHindernis für eine Vermittlung sein, denn die viersen nicht um sich haben, weswegen sie ein Zuhause sucht in dem jährige Katze ist ein sehr aufgeschlossener und sie ganz alleine die Couch besiedeln darf und wo die Aufmerksamfreundlicher Wegbegleiter, und wenn man einmal keit ihres neuen Personals nur ihr gehört. Sie ist wirklich eine tolle ihr Herz für sich gewonnen hat, wird man es beund verschmuste kleine Kätzin, die das Leben ihrer neuen Mitbestimmt nie wieder verlieren. wohner auf zwei Beinen mit Sicherheit bereichern wird.

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Katzenhilfe Westerwald e.V. • 56470 Bad Marienberg • Tel.: 02661 9839944 3Gizmo, 14 J., Wohnungshaltung, ist ein lieber und verschmuster Kater, der aber auch zeigt, wenn er genug gekuschelt hat. Da er sein Leben lang alleine in der Wohnung gehalten wurde und seine Artgenossen nicht mag, möchte er auch seinen Lebensabend alleine mit seinen Menschen verbringen. Auch Hunde kennt er nicht. Gizmo sucht ein ruhiges Zuhause ohne Kinder. Er möchte nicht auf den Arm genommen werden, dafür ist er aber sehr gesprächig und unterhält sich mit seinen Menschen.

Ansprechpartner für : alle Vermittlungstiere

-28907143 Marlene Winter 0151 -2725271 Sylvia Schmidt 0171 terwald.de es www.katzenhilfe-w

Baby 5Mina, 4 J., Freigänger, ist noch etwas misstrauisch Menschen gegenüber. Sie lässt sich kuscheln, ist aber recht schnell überfordert und fängt an zu fauchen. Dann sollte man Mina auch in Ruhe lassen. Wenn Mina Vertrauen gefasst hat, wird sich das sicher geben. Da Mina von draußen kommt, möchte sie auch im neuen Zuhause wieder Freigang genießen.

Mohrle 4Mohrle, 13 J., und 5Baby, 13 J., Freigänger, kamen ins Tierheim, weil ihr Frauchen einen Schlaganfall hatte und im Pflegeheim ist. Anfangs sind sie etwas schüchtern. Sie zeigen sich aber als sehr liebe und sehr menschenbezogene Katzen, wenn sie Vertrauen gefasst haben. Mohrle und Baby können getrennt vermittelt werden. Freigang ist für die beiden ein Muss.

Alle Katzen sind bei Vermittlung entwurmt, entfloht, anund nachgeimpft sowie kastriert, tätowiert und gechippt.

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vermittlungstiere

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service

aktion tier Tierschutzzimmer

Schauen Sie auch unter: www.aktiontier-junior.org

Liebe Kinder, liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde, hier haben Sie die Möglichkeit, zu denen von aktion tier aufgebauten Tierschutzzimmern Kontakt aufzunehmen.

PLZ

Ort

Vielen Dank.

Adresse

Name • Internet • Email

Ansprechpartner

Telefon

Baden-Württemberg 76593

Gernsbach

Hahnbachweg 51

Tierschutzzimmer Weidenhof Pferde bewegen Menschen e.V. info@pferde-bewegen-menschen.com

Frau Kess

07224 6425759

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Ansprechpartner

Telefon

80804

München

Birkenfeldstr. 1

Tierschutzzimmer München Städtische Kindertagesstätte kita@birkenfeld.musin.de, www.birkenfeld.musin.de

Huggenberger

089 89051950

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Ansprechpartner

Telefon

Bayern

Berlin 10405

Berlin (Prenzlauer Berg)

Rykestr. 53

Tierschutzzimmer Berlin Prenzlauer Berg Lauder-Beth-Zion-Grundschule info@lauderschule.de, www.lauderschule.de

Frau Kuchling

030 440131622 oder 0177 8357012

12053

Berlin (Berlin Neukölln)

Boddinstraße 55

Tierschutzzimmer Berlin Neukölln Hermann-Boddin-Grundschule boddinschule@t-online.de

Frau Grieser

030 68874410 oder 0178 3282617

12439

Berlin (Niederschöneweide)

Bruno-Bürgel-Weg 7

Tierschutzzimmer Waldorfschule-Berlin-Südost post@waldorfsuedost.de, www.waldorfsuedost.de

Frau Marion Mayr

030 67798010 oder 01577 3887769

12587

Berlin (Treptow-Köpenick)

Aßmannstr. 63

Tierschutzzimmer Berlin Treptow Köpenick Müggelsee Grundschule info@mueggelsee-grundschule.de www.mueggelsee-grundschule.de

Frau Brandenburg

030 6458806

12679

Berlin (Berlin-Hellersdorf)

Parsteiner Ring 24

Tierschutzzimmer Berlin Hellersdorf Wilhelm-Busch-Grundschule a.a.wilde@arcor.de

Frau Wilde

030 30344299

12689

Berlin (Marzahn)

Schorfheidestr. 42

Tierschutzzimmer Berlin Marzahn Paavo-Nurmi-Grundschule nurmi.schule.sek@lycos.de www.paavo-nurmi-grundschule.cidsnet.de

Frau Rumsch

030 9309508

13051

Berlin (Lichtenberg)

Malchower Chaussee 2

Tierschutzzimmer Berlin Lichtenberg Grüner Campus Malchow schulleiter@gruener-campus-malchow.de www.gruener-campus-malchow.de

Herr Tobias Barthl

030 96248595 oder 0171 1464715

13086

Berlin (Weißensee)

Gustav-Adolf-Str. 60

Tierschutzzimmer Berlin Weißensee Hagenbeck-Schule it@hagenbeck-schule.de, www.hagenbeck-schule.de

Frau Eichenauer

030 96275050 oder 0176 21502883

13125

Berlin (Pankow)

Bedeweg 1

Tierschutzzimmer Berlin Pankow Grundschule am hohen Feld sekretariat@grundschule-amhohenfeld.de www.grundschule-amhohenfeld.de

Herr Imke

030 948006220

13355

Berlin (Mitte)

Stralsunder Str. 57

Tierschutzzimmer Berlin Mitte Ernst-Reuter-Oberschule info@erst-reuter-oberschule.de www.ernst-reuter-oberschule.de

Frau Boss

030 467779910

13359

Berlin (Mitte)

Zechliner Str. 4

Tierschutzzimmer Berlin Mitte Carl-Kraemer-Grundschule carl-kraemer@grundschule@t-online.de www.carl-kraemer.be.schule.de

Frau Frank

030 4998993

13627

Berlin (Charlottenburg/ Wilmersdorf)

Heckerdamm 221

Tierschutzzimmer Berlin Charlottenburg Wilmersdorf Helmuth-James von Moltke-Schule www.moltke-grundschule.de

Frau Wierschin

030 348068910

Mitgliederjournal

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Ansprechpartner

Telefon

Sachsen 01309

Dresden

Wittenberger Str. 9

Tierschutzzimmer Dresden Private Schule IBB Dresden www.ibb-dresden.de

Frau Scholz/ Frau Splettstößer

0351 4944920

01454

Radeberg

Heidestr. 21

Tierschutzzimmer Radeberg AWO Radeberg Hort Süd jutta.nitzsche@arcor.de www.awo-radeberg.de

Frau Nitzsche

03528 418129

01662

Meißen

Wettinstr. 19

Tierschutzzimmer Meißen-Triebischtalschule Mittelschule Triebischtal (Meißen) schule-1.msmeissen@t-online.de www.triebischtalschule.de

Frau Scholtz

0178 9332922

01665

Meißen OT Winkwitz

Dieraer Weg 85

Tierschutzzimmer Meißen-Winkwitz aktion tier Meißen meissen@aktiontier.org, www.aktiontier-meissen.org

Herr Aßmann

03521 730169

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Ansprechpartner

Telefon

Sachsen-Anhalt 39167

Niederndodeleben

Goethestraße 15

Tierschutzzimmer Niederndodeleben Wartbergschule Niederndodeleben e-mail: kontakt@sks-niederndodeleben.bildung-lsa.de

Frau Kerstin Schumann

Telefon: 039204/7690 Fax: 039204/76920

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Ansprechpartner

Telefon

Mecklenburg-Vorpommern 23936

Seefeld

Waldweg 2a

Tierschutzzimmer Lottihof Lottihof für Kinder und Tiere e.V. www.lottihof.org, info@lottihof.org

0173 6002852

03881 7524826

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Ansprechpartner

Telefon

Spanien 38632

Arona Teneriffa/Spanien

Calle de la Infanta Cristina 5

Tierschutzzimmer Teneriffa CEIP Parque de La Reina www.cwipparquelareina.es

38594

Granadilla Teneriffa/Spanien

Calle la Constitutión, s/n

Tierschutzzimmer Teneriffa CEIP La Jurada

Adressen und Ansprechpartner Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde, gerne können Sie sich bei unseren unten stehenden eigenen Projekten im In- und Ausland sowie den Einrichtungen unserer Projektpartner telefonisch oder auch via I­nternet noch näher über die jeweilige Einrichtung informieren. Liebe Projektpartner, bitte setzen Sie uns stets über jede Änderung zu Ihrer Einrichtung in Kenntnis. Vielen Dank. Land

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

AKTION TIER IM AUSLAND Bolivien

La Paz, 5100 Casilla

Postanschrift Deutschland: Stefan Hebele, Im Freihöfl 12, 85057 Ingolstadt

Animales SOS Bolivien www.animalessos.org, hebele_stefan@yahoo.com

Stefan Hebele

08092 851092

Rumänien

Bucuresti Sector 6

Drumul Sabareni, Nr. 69-73, Bucaresti Sector 6

aktion tier Projekt: „aktion tier Christi Bukarest“ Dog Shelter, Giulesti, Drumul Sabareni, Nr. 69-73; Associatia “Prietenii animalelor” Romania,

Dr. Ionut Moise Dr. Vlad Saplacan

0040 212200530

0040 212200530

Slowakei

SK-96681, Zarnovica

Revist’ské Podzámcie c 41

Hundeauffangstation, Obcianske zdruzenie, Bergtierheim Podzámcie – domov pre opustené zvieratá, Bystricka, bergtierheim@gmx.de

Jozefina Dankova

00421 915845076

00421 456814412

Spanien

38611 San Isidro

Poligono Industrial de Granadilla, Parque Eólico de ITER, Tenerife

aktion tier Projekt: aktion tier Teneriffa Tierheim „Acción del Sol“ Centro de protección animal y medioambiental de Tenerife, teneriffa@aktiontier.org

Marion Gonzalez

0034 922778630

94

service

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service

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Name • Internet • Email

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Fax

BADEN-WÜRTTEMBERG 70193

Stuttgart

Markelstr. 30-32

Care 4 Life e.V., www.care-4-life.de

Silvia Greene

0711 8062805

0711 3151617

72336

Balingen-Ostdorf

Dorfstr. 42

URIA e.V. Verein z. Förderung einer neuen Art d. Tierhaltung www.uria.de, Info@uria.de

Hermann Maier

07433 21774

07433 22274

76275

Ettlingen

Am Baggersee 5

TSV Ettlingen e.V. www.tierschutzverein-ettlingen.info, info@tierschutzverein-ettlingen.info

Andrea Zeiß

07243 93612

07243 93153

76593

Gernsbach

Hahnbachweg 51

Pferde bewegen Menschen e.V. www.pferde-bewegen-menschen.com Info@ pferde-bewegen-menschen.com

Frauke Kess

07224/6425759

77656

Offenburg

Am Flugplatz 2c

TSV Offenburg Zell a.H. e.V. www.Tierschutzverein-Offenburg.de info@tierschutzverein-offenburg.de

Uwe Dindas

0781 33333

77694

Kehl/Rhein

Alte Landstraße 5

Tierheim Kehl e.V. www.kehler-tierheim.de info@kehler-tierheim.de

79761

Waldshut-Tiengen

Steinatalstr. 2

Tierschutzverein Waldshut-Tiengen u.U. e.V. www.tierheim-steinatal.de tierheim-steinatal@t-online.de

Anja Fuchs

07741 684033

07741 9656776

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

0781 9666761

07851 1755

BAYERN 80796

München

Herzogstr. 127

aktion tier Projekt: aktion tier-tierrettung münchen e. V., www.tierrettungmuenchen.de, info@tierrettungmuenchen.de

01805 843773

83075

Bad Feilnbach

Sonnenham 9

KatzenTRaum e.V. www.katzenTRaum.org, info@katzentraum.org

08064 909726

82110

Germering

Zugspitzstr.4

Igelstation und Kleintiere

Waltraut Eckl

089 8415513

84389

Postmünster

Wald 4

Rottaler Tierfreunde e.V. www.rottaler-tierfreunde.beepworld.de rottaler-tierfreunde@t-online.de

Anita Schustereder

08561 2461

85445

Notzingermoos

Franzheimer Str. 6

aktion tier Projektpartner/Projekt Kitty: Tierschutzverein Schlupfwinkel e.V. www.tierschutz-schlupfwinkel.de info@tierschutz-schlupfwinkel.de

Heide Hagl

0811 9966787

91413

Neustadt a.d. Aisch

Robert-Bosch-Straße 5

aktion tier Projektpartner: TSV Neustadt a.d. Aisch u.U.e.V. www.tierschutzverein-neustadt-aisch.de tierheim-neustadt@t-online.de

Dr. Johannes Hofmann

09161 42 32

95632

Wunsiedel

Siebenbürgenweg 2

Projekt Kitty: Kitty Forum Marktredwitz

Edeltraud Potrykus

09232 9199411

95643

Tirschenreuth

Mooslohe 2

TSV Tirschenreuth, www.tierheim-tirschenreuth.de, info@tierheim-tirschenreuth.de

Daniela Riedl

09631 2355

09631 798723

96317

Kronach

Ottenhof 2

Projekt Kitty: TSV Kronach u.U. e.V. tsvkc@gmx.de

Klaus Barnickel

09261 20111

09261 20111

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Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

(0,14 Euro/ Min., max. 0,42 Euro/ Min. im Mobilfunknetz)

08561 910789

09161 875287

BERLIN 10243

Berlin-Friedrichshain

Kopernikusstr. 3

aktion tier Projekt: projekt kitty, Dienstag 14-18 Uhr.

Alexandra Fink

030 55669305 030 57795385

030 57794062

14193

Berlin

Wallotstr. 6

Leben mit Tieren e.V. Hundebesuchsdienst Mensch-Tier-Begegnungsstätten www.lebenmittieren.de, info@lebenmittieren.de

Viola Freidel Geschäftsführerin

030 70177953

030 76683904

14057

Berlin

Kaiserdamm 97

Mensch·Umwelt·Tier e.V. www.mut-ev.org, info@mut-ev.org

030 30096234

030 30096255

14057

Berlin

Kaiserdamm 97

aktion tier Projekt: aktion tier JUNIOR www.aktiontier-junior.org tierschutzzimmer@aktiontier.org

030 30103836

030 30103834

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Telefon

Fax

03149

Forst (Lausitz)

Am Pferdegarten 6

Tierschutzverein Forst (Lausitz) u.U. e.V. www.tierheim-forst-lausitz.npage.de

14513

Teltow

Waldstr. 18 b

aktion tier Projekt: aktion tier-Eichhörnchen-Hilfe-Berlin/Brandenburg Projektpartner: Eichhörnchenhilfe-Berlin/Brandenburg e.V. www.eichhoernchenhilfe-berlin.de, info@eichhoernchenhilfe-berlin.de

Tanya Lenn

0172 3553314

14542

Glindow

Ziemensstraße 84 b

aktion tier Projekt / Projekt kitty: projekt kitty Babystation kindt.hummelwiese@t-online.de

Harry Kindt

03379 445533 03327 42587

Kontakt

BRANDENBURG 03562 983023

Mitgliederjournal

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

95


14542

Glindow

Ziemensstr. 84b

aktion tier Projektpartner: Berliner Katzenschutz e.V. www.Berliner-Katzenschutz.de Kindt.Hummelwiese@t-online.de

Harry Kindt

03379 445533 03327 42587 Paten und Vermittlungstiere: 03327 42587

14776

Brandenburg an der Havel

Rietzer Straße 17

aktion tier Projekt: aktion tier BRANDENBURG Projektpartner: Reptilienschutzzentrum brandenburg@aktiontier.org, www.aktiontier-brandenburg.org

Marko Hafenberg

0173 2473199

15806

Zossen

Strasse der Jugend 156

aktion tier Projekt: aktion tier ZOSSEN Projektpartner: Verein der Tierfreunde „Schützende Hand e.V.“ zossen@aktiontier.org, www.aktiontier-zossen.org

16303

Schwedt/ Oder

Berliner Straße 143

aktion tier Projektpartner: Schwedter Tierschützer – Hilfe für Tiere in Not e.V. www.schwedter-tierheim.de, tierheim-schwedt.de@t-online.de

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

03379 445549

03377 201517

03377 201686

Frau Wyrembek

03332 523933

03332 523933

Kontakt

Telefon

Fax

HESSEN 34479

Breuna-Wettesingen

Obere Str. 31

Tiernothilfe Breuna Tierfreunde Altkreis Wolfhagen e.V. www.tiernothilfebreuna.de tiernothilfe-breuna@web.de

Jutta Zyweck

05606 534738

34497

Korbach

Mönchepfad 7

Tierschutzverein Korbach und Umgebung e.V. www.tierheim-korbach.de, info@tierheim-korbach.de

Petra Schlickewei

05631 3970 05631 7847

05631 915249

34587

Felsberg-Beuern

Steinbruchsweg 1 a

„Ein Heim für Tiere“ e. V. www.tierheim-beuern.com, info@tierheim-beuern.com

Ralf Pomplun

05662 6482

05662 930802

36208

Wildeck-Obersuhl

Eisenacher Str. 121

Naturschutz-Informationszentrum

Walter Gräf

06626 1887 8105

06626 915705

63589

Linsengericht

Augustastr. 14

aktion tier Projekt: aktion tier-Fachberatungsstelle Wild- und kleine Haustiere, Bildagentur.ipo@t-online.de

Ingeborg Polaschek

06051 73615

06051 75111

64658

Fürth

Forststr. 31

Tierschutzinitiative Odenwald www.tsi-odenwald.de, info@tsi-odenwald.de

Esther Görlich

0700 04106666

0700 04107777

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

17429

Labömitz

Triftstr. 6

Tierhof Labömitz – Verein zur Förderung und Aufrecht­erhaltung des Tierhofs Labömitz e.V. tierhof.laboemitz@gmail.com

Frau Wetzel

038379 289892

038379 28948

18106

Rostock

Willi-Bredel-Straße 9

Projekt kitty: Kitty Forum Rostock Projektpartner: Katzenschutzbund Rostock e.V. katzenschutzbund-rostock@web.de

Felix Stengel

0175 8085407

18239

Hastorf

Oberdorf 11

Projekt kitty: Kitty Forum Hastorf Projektpartner: Streuners Arche Hastorf e.V. w.r.j.neumann@t-online.de

Wolfgang Neumann

038207 73507 0151 44336666

18356

Pruchten OT Bresewitz

Zur Vogelwiese 18

Projekt kitty: Kitty Forum Zingst/Darß Projektpartner: TSV Zingst Darß e.V.

Waltraud Geß

038231 669936

18439

Stralsund

Greifswalder Chaussee 62U

aktion tier Projektpartner: TSV Stralsund e.V. tiernotaufnahme-stralsund@t-online.de

Frau Ernst

03831 305318

03831 305318

03838 251126

MECKLENBURG-VORPOMMERN

038207 71549

Frau Scheurich

18528

Bergen OT Tilzow

Landstr. 12

aktion tier Projektpartner: TSV Rügen/ Hiddensee e.V. tiernotstation@tierschutz-ruegen.com, www.tierschutz-ruegen.de

Heike Stock

03838 251126

19059

Schwerin

Johannes-R.-Becher-Str. 35

Projekt kitty: TSV Schwerin e.V.

Jürgen Hamann

0385 785635

19205

Roggendorf

Gadebuscherstr. 3

aktion tier Projekt: Tierschutz Roggendorf und Umgebung e.V. www.aktiontier-roggendorf.org, roggendorf@aktiontier.org

Anette Herbing

038876 31863

038876 31863

23936

Seefeld

Waldweg 2a

aktion tier Projekt: Lottihof für Kinder und Tiere e.V. www.lottihof.org, info@lottihof.org

0173 6002852

03881 7524826

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

26180

Rastede

Parkstr. 154

aktion tier Projekt: aktion tier Wildtierauffangstation RASTEDE Projektpartner: Wildtierauffangstation Rastede e.V. www.wildvogelstation-rastede.de, station@wildtierstation-rastede.de

Klaus Meyer

04402 985444

04402 987850

NIEDERSACHSEN

26524

Hage

Hinkenaweg 11 a

Tierhilfe Ostfriesland e.V.

Ingrid Habben

04931 76259

26607

Aurich

Eheweg 24

aktion tier Projektpartner: TSV Aurich e.V., www.tierheim-aurich.info, info@tierheim-aurich.info

Lena Sartorius

04941 71922

04941 72647

27607

Langen

Glieshamm 8 c

Tierschutz Stadt Langen u.U. e.V. j.domhardt@nord-com.net

Ingrid Domhardt

04743 4165

04743 4865

96

service

• Ausgabe 2/2017


service

30880

Laatzen

Am Südtor 11

aktion tier Projekt: aktion tier Igelzentrum NIEDERSACHSEN Projektpartner: Igel-Schutz-Initiative e.V. www.aktiontier-igelzentrum.org igelzentrum@aktiontier.org

0511 233161

31553

Sachsenhagen

Hohe Warte

aktion tier Projekt: aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation Projektpartner Wildtierstation Sachsenhagen e.V. www.wildtierstation.de info@wildtierstation.de

05725 708730

31675

Bückeburg

Am Hasengarten 6

aktion tier Projektpartner: TSV Bückeburg-Rinteln u.U. e.V. www.tierheimbueckeburg.de

Monika Hachmeister

05722 5220

38159

Wedtlenstedt

Berliner Damm 32

Katzenschutz Braunschweig e.V. www.katzenschutz-bs.de katzenschutz-bs@web.de

Angelika Malik

05302 804811

38667

Bad Harzburg-OT Eckertal

Stapelburger Str. 4

Tierschutzverein Bad Harzburg www.tierschutzverein-badharzburg.de info@tierheimeckertal.de

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

05725 708740

01212 5 716 71 832

05322 53796

Kontakt

Telefon

Fax

05731 3001466

NORDRHEIN-WESTFALEN 32549

Bad Oeynhausen

Wöhrener Str. 74

Boxer Nothilfe Deutschland e.V. www.boxernothilfe.de geschaeftsstelle@boxernothilfe.de

Ute Helweg

05731 3001465

33100

Paderborn

Gogrevenstr. 38

Projekt kitty: Kitty Forum Paderborn john.pyka@aktiontier.org susan.smith@aktiontier.org

John F. Pyka Susan Smith

05252 9357018 0178 2375424

47802

Krefeld

Mevissenstr. 62b

Katzenschutzbund Krefeld e.V. wwbruder@arcor.de

Walter Bruder

02151 6531119

41189

Mönchengladbach

In der Schley 38

respektiere e.V. www.respektiere.com, kontakt@respektiere.com, Katzenvermittlung: Manuela Esser, Tel.: 02271-983038, manuela.esser@respektiere.com Hundevermittlung, Monika Reinhardt Tel. 07157-536228

Tobias Werner Manuela Esser

04322 751418 oder 0160 97737871

41379

Brüggen-Bracht

Königstr. 20

Katzenschutzbund Mönchengladbach e.V. www.katzenschutzbund.de info@katzenschutzbund.de

Gaby Classen

02157 909690

02157 125542

41470

Neuss

Im Kamp 16

Tierschutzverein Katzenhilfe e.V. Düsseldorf-Neuss Tierheim Neuss-Bettikum, www.tierheim-bettikum.de, info@tierheim-bettikum.de

Uta Wegener Monika Provaznik

02137 6672

02137 6672

42117

Wuppertal

Friedrich-Ebert-Str. 157 a

Netzwerk Igel e.V.

Monika Thomas und Christel Braun

0202 3097717

44797

Bochum

Brockhauser Str. 13 a

Tierhilfe Bochum e.V. www.tierhilfe-bochum.de

Gisela Ocker

0234 797074

44849

Bochum

Postfach 630146

KIS Ruhr e. V., Katzen Informations- und Schutzverein Bochum www.kisruhr.de kisruhr@web.de

Julia Oelschläger

0152 3018917

03212 1109559

45899

Gelsenkirchen

Hippolytusstr. 13

Tierwacht Ruhrgebiet e.V. www.tierwacht.de info@tierwacht.de

Manfred Röll

0209 771717

0209 785731

48565

Steinfurt

Münsterkamp 4 a

Projekt kitty: Katzenhilfe Rheine u.U.e.V. www.katzenhilfe-rheine.de ulli.steimel@gmx.de

Gerlinde Rieß

05971 71747

50354

Hürth-Efferen

Höninger Weg 98

Projekt kitty: Tierheim Helenenhof Hürth, Verein zur Verhinderung von Tierquälerei Köln u.U. e.V. www.tierheim-huerth.de info@tierheim-huerth.de

Hanni Schäfer

02233 691067

02233 692156

50354

Hürth

Kreuzstrasse 124

Tiere in Not e.V. www.tiere-in-not-ev.de info@tiere-in-not-ev.de

Irmgard Seehausen

02233 46302

02233 400259

52080

Aachen

Mühlenweidweg 1

Tierschutzverein Kreis Aachen

Nicole Kuhn

0176 48262230

52088

Aachen

Postfach 500431

Katzenhilfe Aachen e.V. www.katzenhilfe-aachen.de info@katzenhilfe-aachen.de

Manuela Pabich

0241 555688

52382

Niederzier

Römerstraße 23

Katzen in Not e.V. Kreis Düren www.katzeninnotdueren.de rwirtz@freenet.de

Roswitha Wirtz

02428 2097

57369

Lennestadt

Zum Hengstenberg 7

Katzenhilfe Olpe e.V. www.katzenhilfe-olpe.de

Christa Ellert

02721 8820

Mitgliederjournal

02428 904361

• aktion tier – menschen für tiere e.V.

97


58285

Gevelsberg

Schieferbank 91

Projekt kitty: Tiernothilfe Katzen-Glück Kitty - Forum Gevelsberg www.katzen-glueck.de, ulrike-klaus@web.de

Ulrike Klaus

02332 558995

58566

Kierspe

Thingslindestr. 58

Arche Kierspe e.V., reginaflick@gmx.de www.tierschutz-kierspe.de

Bärbel Höll

02359 3628

58730

Fröndenberg

Goethestr. 18

Projekt kitty: Katzen-Steunerhilfe Fröndenberg streunerhilfe@gmx.de, www.katzenstreunerhilfe.de

59071

Hamm

Lippestr. 134

Projekt kitty: Hilfe für Katzen in Not e.V. www.katzenhilfe-poetter.de info@katzenhilfe-poetter.de

Karin Pötter

02388 800 501 02388 800 471

02388 800 502

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

02373/70147

RHEINLAND-PFALZ 54439

Saarburg

Fasanenweg 33

Freunde herrenloser Katzen e. V. Liane.Christmann@web.de

Liane Christmann

06581 5895

55438

Stromberg

Postfach 126

aktion tier Projektpartner: Tierschutzverein Stromberg Tierschutz-Stromberg@t-online.de

Rosemarie Meyer

06724 477

06724 477

56470

Bad MarienbergLangenbach

An der Schmiede 16

Projekt kitty: Katzenhilfe Westerwald e.V. www.katzenhilfe-westerwald.de info@katzenhilfe-westerwald.de

1. Vorsitzende und Pressewärtin: Sylvia Schmidt

02661 9839944 0177 7889766

02661 2830074

0171 2725271

56648

Saffig

Buchenstr. 6

Verein zum Schutz der Katze e.V.

Elvira Schumacher

02625 958299

02625 958171

56710

Mayen

Postfach 2021

aktion tier Projektpartner: Tierschutzverein Mayen u.U. www.tierheim-mayen.de, kontakt@tierheim-mayen.de

Hildegard Maas

02651 77438

02651 494733

56729

Kirchwald

Auf Silchenrath 2

aktion tier Projektpartner: Wildvogelpflegestation Kirchwald www.wildvogel-pflegestation-kirchwald.org, stationsleitung@wildvogel-pflegestation-kirchwald.org

Andrea Friebe

02651 3971

02651 1089

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

01309

Dresden

Hepkestr. 34

TSV Dresden e.V. „Menschen für Tierrechte“ tierschutzdresden@web.de www.tierschutzdresden.de

Frau Sägner

0157 77844442

01665

Meißen

Dieraer Weg 85

aktion tier Projekt: aktion tier Meissen Projektpartner: Tierheim Meissen Winkwitz e.V., tierschutzcentrum-meissen.org www.aktiontier-meissen.org, meissen@aktiontier.org

Katrin Assmann

03521 730169

08223

Falkenstein

Luis Müller Str. 30

TSV Auerbach u.U. e.V.

Ursula Reinhold

03745 77372 0160 7723508

08280

Aue

Knollweg 14

Wildtierauffangstation dalasi@web.de

Bärbel Schroller

03771 23773

03771 257574

08451

Crimmitschau

Waldsachsener Weg 11

aktion tier Projekt: Tierheim aktion tier Crimmitschau Projektpartner: Tierschutzverein Crimmitschau/ Werdau e.V. www.aktiontier-crimmitschau.org, crimmitschau@aktiontier.org

Karin Junold

03762 705773

03762 705775

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

Fax

SACHSEN

03521 730179

SCHLESWIG-HOLSTEIN 21514

Büchen

Auf der Heide 7a

Katzenschutzverein und Tiernothilfe Büchen e.V. kontakt@katzenschutzverein-buechen.de

23795

Bad Segeberg

Neuland 2

Tierschutz Bad Segeberg u.U. e.V. www.tierschutz-bad-segeberg.de info@tierschutz-bad-segeberg.de

Henrike Schwarz

04551 6551

04551 995832

24635

Rickling

Eichbalken 44

Tierhilfe Nord e.V., www.tierhilfe-nord.de, info@tierhilfe-nord.de

Johannes Franken

04328 722622

04328 722868

25938

Wyk auf Föhr

Grönland 1b

Tierhuus-Insel Föhr e.V. tierhuus@hotmail.com

Janine Bahr

04681 748789 0163 3333770

PLZ

Ort

Adresse

Name • Internet • Email

Kontakt

Telefon

04155 499807

Fax

THÜRINGEN 36433

Bad Salzungen

An der Armbach 16

Tierhilfe Bad Salzungen

Helmut Hahn

03695 601849

98544

Zella-Mehlis

Oberzella 33

Tierhilfe Zella-Mehlis e.V.

Udo Rohr

0163-3792013

98

service

• Ausgabe 2/2017

03682 400691


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Das "mensch & tier" ist das Mitgliederjournal von aktion tier - menschen für tier e.V.

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