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Ausgabe 1/2014 Mitgliederjournal aktion tier –menschen für tiere e.V.

Mit l Gewinnspie aktion tier informiert

Eichhörnchen suchen Hilfe beim Menschen Für drinnen und draussen

Spiel & Spaß mit Ihrem Hund Verbraucherschutztipps

Der neue Trend heißt Veggie


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aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Bitte geben Sie I­hre Anschrift und ­Mitgliedsnummer an, wenn Sie mit uns per Fax oder Mail in Kontakt treten. Leserbriefe, Anregungen und Kritik schicken Sie bitte an journal@aktiontier.org

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www.aktiontier.org Unser Beitrag zum Umweltschutz: „mensch und tier“ wird auf 100% Altpapier gedruckt.

herausgeber Spiegelweg 7 14057 Berlin © moventis GmbH Kaiserdamm 97 14057 Berlin Tel.: 030 30 09 62 33 Fax: 030 30 09 62 55

redaktion Alexandra Diezemann Sächsische Straße 72 10707 Berlin journal@aktiontier.org Tel.: + 49 30 24535181 Fax: +49 30 68070004 Mobil: +49 172 3110212 gestaltung A. Bolz, P. Bolz druck westermann druck GmbH D-38104 Braunschweig beiträge Ursula Bauer, Brian Burke, Alexandra Diezemann, Lea Grünberg, Dr. Sylvia Haghayegh, Dr. Tina Hölscher, Jan Peifer, Vegetarierbund Deutschland, Beiträge der Projektpartner Fotos: aktion tier, aktion tier-Meissen, Ursula Bauer, Bolz, Alexan­d ra Diezemann, Fotolia. com, © Mio Matto, Sigi Müller, Jan Peifer, © Veganz, Vegetarierbund Deutschland e.V., Bilder der Projektpartner, Titel: © Gucio_55 – Fotolia.com

Ausgabe 1/2014; Gesamtauflage 200 000 nächster Redaktionsschluss: 14.04.2014 Die nächste Ausgabe von „mensch und tier“ erscheint am 19.06.2014 „mensch und tier“ ist das Mitgliederjournal des Vereins aktion tier – menschen für tiere e.V. und wird den Mitgliedern und den Projektpartnern von aktion tier kostenlos zugestellt. Alle Beiträge/Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit ausdrück­licher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangt eingesandte Beiträge übernehmen Herausgeber und Redaktion keine Gewähr. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen und/oder zu überarbeiten. Texte und Bilder werden gegebenenfalls auf der Website von aktion tier veröffentlicht. Redaktionelle Fremdbeiträge oder Leserbriefe entsprechen nicht immer der persönlichen Meinung der Redaktion, werden jedoch mit Rücksicht auf die freie Meinungsäußerung einbezogen. Für den Inhalt von Anzeigen ist die Redaktion nicht verantwortlich.

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editorial

Liebe Mitglieder, Projektpartner und Tierfreunde!

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© Ursula Bauer

Ostern steht vor der Tür. Natürlich fallen einem da Stichworte wie „Osterhase“, „Eier“, „Osterfeuer“ und „Osterlamm“ ein. Wir wären keine Tierschutzorganisation, wenn wir uns zu diesem Thema nicht auch kritisch äußern würden, denn auch zur Osterzeit erfahren viele Tiere Leid. Fangen wir bei den Kindern an, die sich so sehr ein Kaninchen (keinen Hasen!) wünschen, weil die ja „so süß“ sind. Erfahrungsgemäß landen viele Kaninchen wenige Wochen nach dem Osterfest im Tierheim, weil „Mama“ und „Papa“ feststellen, dass so ein Tier nicht nur „süß“ ist, sondern auch Dreck macht und das Kind vielleicht nicht, wie fest versprochen, sich täglich kümmert, sondern lieber mit Freunden unterwegs ist. Bitte sehen Sie daher davon ab, Kaninchen zu Ostern zu verschenken. Und wenn Sie mit Ihren Kindern oder Enkelkindern Eier bemalen möchten, achten Sie bitte auf deren Herkunft. Kaufen Sie am besten Eier aus Biohaltung. Und verzichten Sie gänzlich auf den Kauf bereits bemalter Eier auf denen der Herkunftsstempel nicht mehr zu erkennen ist. Viele weitere Tierschutz-Tipps für die Osterzeit haben wir für Sie zusammengestellt auf den Seiten 14-15.

aktion tier hat in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Problematik des Welpenhandels aufmerksam gemacht und 2011 auch eine Aufklärungskampagne gestartet. Vor allem in den osteuropäischen Ländern werden Hunde als Billigware zu Spottpreisen (30-50 EUR) angeboten. Auf den Märkten ist dies offiziell zwar nun verboten, dafür boomt der Onlinehandel. Der Slogan „Geiz ist geil“ ist dank eines bekannten Unternehmens fest in den Köpfen verankert und so sind leider noch immer viele Menschen bemüht, auch bei Tieren „ein Schnäppchen“ zu machen. Dank umfangreicher und kontinuierlicher Recherchen im Internet und vor Ort konnte aktion tier einen geplanten Handel mit Welpen aus Ungarn stoppen. Mehr zu dieser Geschichte erfahren Sie auf S. 30-31. Eine weitere Erfolgsmeldung können wir bei der Verfolgung eines Falls von Animal Hoarding (das krankhafte Sammeln von Tieren) verbuchen. Seit 2011 ist aktion tier der Animal Hoarderin Marietta P. auf den Fersen, die viel zu viele Tiere unter katastrophalen Umständen gehalten hatte. Animal Hoarder sind sich einer tierschutzwidrigen Haltung der Tiere meist nicht bewusst und letztlich mit der artgemäßen Betreuung vollkommen überfordert. So eben auch bei Marietta P., die Ende 2013 verurteilt wurde. Warum aktion tier über das Urteil froh ist, erklärt sich auf den Seiten 24-26. Vor allem in Berlin ging das Thema durch die Medien: der von der Partei Bündnis 90/Die Grünen geforderte „Veggie-Day“ – also ein Tag in der Woche, in der man auf Fleischkonsum verzichtet. Nun mag man darüber streiten, inwieweit dies gesetzlich angeordnet werden soll – die Idee an sich geht aber in die richtige Richtung. Dass der tägliche Fleischkonsum unserer eigenen Gesundheit schadet, dürfte mittlerweile bekannt sein. Dass das Fleisch aus Massentierhaltungsbetrieben oftmals Lebensmittelkontrollen (die im Übrigen zu selten stattfinden) nicht standhält und mit zu vielen Medikamenten belastetet ist, hat aktion tier in den vergangenen Jahren mittels seiner Kampagnen- und Aufklärungsarbeit umfangreich erläutert. Dass Tiere in Massentierhaltungsbetrieben unter unsäglichen Bedingungen gemästet werden, wissen die meisten, denken aber beim nächsten Supermarktbesuch nicht mehr darüber nach, weil das Sonderangebot zum Wochenende lockt (siehe „Geiz ist geil“ Mentalität weiter oben). Dennoch gibt es glücklicherweise immer mehr Menschen, die sich eben doch Gedanken machen, auf ihre Gesundheit achten möchten und auch ein schlechtes Gewissen denjenigen Tieren gegenüber haben, die ihr zu kurzes Leben unter schrecklichen Bedingungen fristen. Der Trend zeigt in Richtung „Veggie“. Nein, wir sind kein radikaler Verein, der die Menschheit zu Vegetariern erziehen möchte. Wir möchten lediglich die Tür aufmachen zu Veränderung. Wenn Sie Fleisch essen, dann achten Sie bitte auf die Herkunft. Zu teuer, sagen Sie? Es muss eben nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch. Vegetarische und vegane Ernährung ist mehr als nur grüner Salat mit Tomaten. Die Zeiten sind vorbei. Lesen Sie gerne unseren Artikel zu den Verbraucherschutztipps „Der neue Trend heißt Veggie!“ auf den Seiten 46-47 und beachten Sie auch die Rezepte, die uns vom Vegetarierbund Deutschland zur Verfügung gestellt wurden auf S. 68-69. Wenn Sie noch nicht zu den Personen gehören, die entdeckt haben, wie lecker und abwechslungsreich die vegetarische und vegane Küche ist, dann lassen Sie sich darauf ein und überraschen Sie Ihre Familie mit neuen kulinarischen Kreationen! Wer etwas verändern möchte, kann dies meist nur Schritt für Schritt tun. Die schnellen Dinge sind ungesund und bewähren sich nicht. Liebe Mitglieder, wir laufen gemeinsam in die richtige Richtung, um im Tierschutz etwas positiv zu bewegen. Bleiben Sie an unserer Seite – dann schaffen wir im Jahr 2014 wieder eine wichtige Strecke. Ihre Redaktion mensch und tier aktion tier – menschen für tiere e.V. Mitgliederjournal

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ENTDECKE DIE GROSSE WILDNIS aktuelles + + + NEWS + + + . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6-7

Inhalt

Kurz & Bündig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8-9 Aufreger Veterinäramt Pankow verfügt Trennung eines Esel-Ziege-Pärchens . . . . . . . . 10 aktion tier-Gewinnspiel AMAZONIA – Familienfilm mit faszinierenden Naturaufnahmen . . . . . . . . 11-13 aktion tier informiert Tierschutzgerechte Ostern . . . . . . . . . . . . 14-15 Kinder für den Tierschutz aktion tier bedankt sich bei engagiertem Jungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 aktion tier-Delegiertenversammlung 2013 Neuer Vorstand ist gewählt . . . . . . . . . . . . . . 16

projekte

aktion tier-Tierheim Teneriffa Impressionen der Weihnachtsfeier 2013 . . . . 17 aktion tier-Wildtierstation Sachsenhagen, Niedersachsen Affengehege-Bau und Lurchen Auswilderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18-19

ABENTEUER IM REGENWALD

IN 3D EIN FILM VON THIERRY RAGOBERT

AUCH IN 2D

BILOBA FILMS GULLANE FRANCE 2 CINEMA LE PACTE GEDEON PROGRAMMES IMOVISION GLOBO FILMES CANAL + RIOFILME TELECINE CNC – NOUVELLES TECHNOLOGIES EN PRODUCTIONS MEDIA PROGRAMM DER EUROPÄISCHEN UNION PROCIREP-ANGOA ANCINE/MINISTÉRIO DA CULTURA FUNDO SETORIAL DO AUDIOVISUAL FINEP/MINISTÉRIO DA CIÊNCIA TECNOLOGIA E INOVAÇÃO NATURA TETRA PAK STÉPHANE MILLIERE LAURENT BAUJARD FABIANO GULLANE CAIO GULLANE DEBORA IVANOV GABRIEL LACERDA LUCIA SEABRA SUZANA VILLAS BOAS THIERRY PERONNE PABLO TORECILLAS JEAN LABADIE ANNE LAURE LABADIE STÉPHANE MILLIERE ET LUC MARESCOT JOHANNE BERNARD LUIZ BOLOGNESI LOUIS-PAUL DESANGES LUC MARESCOT THIERRY RAGOBERT ARAQUEM ALCANTARA MANUEL TERAN GUSTAVO HADBA JEANNE GUILLOT ERIC BOISTEAU MIQUEIAS MOTTA FRANCIS WARGNIER OLIVIER GOINARD NADINE VERDIER BRUNO COULAIS

WWW.AMAZONIA-DERFILM.DE Die Bücher zum Film sind im Knesebeck Verlag erschienen

Der Film AMAZONIA kommt im April 2014 in die Kinos! Tauchen Sie ein in das Herz des brasilianischen Regenwaldes und begleiten Sie Kapuzineräffchen Saï auf wilden Abenteuern. Gewinnen Sie hier im Journal tolle Preise zum Film!

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aktion tier Projekt Kitty Kastrationsaktion in Obermuschütz . . . . . . . . 20 aktion tier-tierrettung münchen e.V., Bayern Junge Stadttaube vor qualvollem Tod bewahrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 aktion tier-Meissen Jahresrückblick 2013 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22-23

wir klären auf

Animal Hoarding Fall in Vitzeroda Marietta P. wegen Tierquälerei zu 1 Jahr Haft verurteilt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24-26 Animal Hoarding Fall in Grossburschla (Thüringen) aktion tier beendet aus dem Ruder gelaufene Katzenhaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Schweinemastanlage verhindert Bürgerprotest hat Erfolg! . . . . . . . . . . . . . . 28-29 Unser Kampf gegen den skrupellosen Welpenhandel Ungarische Welpenhändler gestoppt . . . . . 30-31

report

Gift im Kuhstall Botulismus, eine unterschätzte Gefahr? . . . 32-33 aktion tier informiert Eichhörnchen suchen Hilfe bei Menschen . . . . 34 Aus der Tiermedizin Verstümmeln verboten – eigentlich! . . . . . . . 35 Für Drinnen und Draußen Spiel & Spaß mit Ihrem Hund . . . . . . . . . 36-39

Das Osterfest steht vor der Tür und die meisten freuen sich auf freue Tage im Kreise der Familie. Bei vielen steht traditionell Lamm- und Kaninchenbraten auf dem Tisch. Wir zeigen Ihnen Alternativen hierzu und worauf Sie sonst achten können, um Ostern tierschutzgerecht zu verbringen.

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Eichhörnchen sind putzige Tiere. Geschickt springen sie von Ast und Ast und sehen einfach niedlich aus. Der aktion tierProjektpartner EichhörnchenhilfeBerlin Brandenburg e.V. kümmert sich um verletzt aufgefundene Tiere.

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Im Tierschutzcentrum von aktion tier-Meissen (Sachsen) ist 2013 viel Arbeit geleistet worden. So konnten z.B. alleine 304 Tiere in ein glückliches neues Zuhause vermittelt werden. Wir geben Ihnen einen kleinen Rückblick.

aktion tier-Tierschutzzimmer Radeberg, Sachsen Idee kommt an: Tierschutzzimmer einer Schiebockerin . . . . . . . . . . . . . . . . . 40-41 Max und Lolo in: Probier’s doch mal vegetarisch. . . . . . . . . . . . . 42 Rätselspaß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43

rat & tat Recht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

Der furchtbare Fall von Animal Hoarding (krankhaftes Tiersammeln) Ende 2011 im thüringischen Vitzeroda ist vielen von Ihnen, liebe Mitglieder, vielleicht noch im Gedächtnis. 125 Hunde wurden unter katastrophalen Bedingungen auf einem ehemaligen Kasernengelände gehalten. Nun gab es ein Gerichtsurteil.

Aus der Tiermedizin Wenn Haustiere zu Passivrauchern werden . . . 45 Verbraucherschutztipps Der neue Trend heißt Veggie! . . . . . . . . . . 46-47

unsere partner Katzen-Streunerhilfe Fröndenberg e.V., NRW Fünf Jahre erfolgreiche Arbeit . . . . . . . . . . . . . 48 Tierhuus Insel Föhr e.V., Schleswig-Holstein Robben auf Sylt erschossen . . . . . . . . . . . . . . . 49 animal public e.V., NRW Große Koalition will Schutz von Wildtieren verbessern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50-51

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Albert-Schweitzer-Tierheim aus Insolvenz übernommen, NRW Tierheim Kranenburg stellt sich vor . . . . . . . . . 52 Tierheim Kranenburg e.V., NRW Malinois ausgesetzt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 TSV Schwedt e.V., Mecklenburg-Vorpommern 20 Jahre Tierschutzverein und Tierheim . . . . . 54 aktion tier in Bayern Winter Tollwood in München . . . . . . . . . . . . 54-55

© aktion tier, aktion tier/ Ursula Bauer, Dziurek - Fotolia.com, Veganz, aktion tier-Meissen

TSI Odenwald, Hessen Gemeinsam gegen das Katzenelend . . . . . 56-57 Hunde sind tolle Begleiter und Gefährten. Wer einen möchte oder schon hat, der muss wissen, wie viel Zeit ein Hund täglich braucht, um artgemäß gehalten zu werden. Neben der täglichen Pflege und Fütterung haben wir Ihnen tolle Tipps zusammengestellt, was Sie mit Ihrem vierbeinigen Freund alles unternehmen können – auch wenn es mal regnet.

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Nothilfe für Polarhunde e.V., NRW Mythos Akita – wenn Träume zerplatzen . . 58-61 Nothilfe für Polarhunde e.V., NRW Katzenelend in Deutschland . . . . . . . . . . . . 62-63

service Pressespiegel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64-65

Vegan und vegetarisch leben gilt nicht länger als besonders ungewöhnlich. Immer mehr Menschen entschließen sich dazu, gänzlich auf tierische Produkte auf ihrem Speiseplan zu verzichten, lassen Fleischgerichte weg oder schränken den Konsum ein. „Veggie“ ist IN. Wir klären auf!

aktion tier Shop Geschenke für den Tierschutz . . . . . . . . . . . . . . 66 Für unsere Leseratten Stadtführer für Hunde: FRED & OTTO unterwegs in Berlin . . . . . . . . . 67 aktion tier macht Appetit! Kulinarisch-Vegetarisch . . . . . . . . . . . . . . . . 68-69 Ihre Meinung zählt! Leserbriefe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70-71 Patentiere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72-77 Vermittlungstiere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78-93 Adressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94-98

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Berlin: Jede 2. Lebensmittel­ kontrolle fällt aus rotz der immer schneller wiederkehrenden Lebensmittelskandale – zuletzt etwa undeklariertes Pferdefleisch in Lasagne und anderen Fertigprodukten oder verseuchte Erdbeeren aus China – funktioniert die Lebensmittelüberwachung alles andere als zuverlässig. Im vorvergangenen Jahr fanden gerade einmal 47% der in Berlin vorgesehenen routinemäßigen Lebensmittelkontrollen statt, wie jetzt be-

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kannt wurde. Das Ergebnis schockiert: Bei jeder dritten Kontrolle gab es Beanstandungen. Begründet wurden die mangelhaften Kontrollen von den Ordnungsbehörden mit Personalengpässen. Das Phänomen sei allerdings seit Jahren bekannt. 850 kg unbrauchbares Fleisch beschlagnahmt ast eine Tonne unbrauchbares Fleisch hat der Zoll an der belgischen Grenze aus dem Verkehr gezogen. Das Fleisch, teilweise deutlich über dem Mindesthaltbarkeitsdatum, teilweise nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet und falsch transportiert, war für einen Freizeitpark in Rheinland-Pfalz bestimmt gewesen, teilte der Zoll mit. Das für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignete Fleisch wurde durch die Lebensmittelkontrolleure sichergestellt und im Sinne des Gesundheits- und Verbraucherschutzes unschädlich gemacht. Darüber hinaus wurden die zuständigen Behörden über den Sachverhalt unterrichtet. Den niederländischen Fleischhändler erwartet nun ein Verfahren.

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Keine Bewährung für brutalen Tierquäler u einem Jahr und zwei Monaten Haft hat das Amtsgericht Jena einen 31-jährigen Tierquäler verurteilt, der von Beruf ausgerechnet Sozialbetreuer ist. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann mindestens einen Hund, ein Rind und ein Pferd getötet sowie 21 weitere Tiere brutal verletzt hatte. Meist hatte er mit einer Armbrust auf die Tiere geschossen, auch mit einem Luftgewehr hatte er regelrecht Jagd gemacht. Besonders grausam hatte er den Hund seines Nachbarn getötet: Nachdem er ihn mit der Armbrust angeschossen hatte, hatte er ihn mit einer Machete geschlachtet. Vor Gericht gab der Täter an, einen „Kick“ verspürt zu haben. Wegen

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der besonderen Grausamkeit wurde die Strafe nicht, wie sonst oft üblich, zur Bewährung ausgesetzt. WTO bestätigt Importverbot von Robbenfellen achdem Kanada und Norwegen gegen ein EU-Importverbot von Robbenfellen geklagt hatten, welches seit 2010 gilt, hat die Welthandelsorganisation WTO in einem Schiedsspruch bestätigt, dass Handelsinteressen nicht über Tierwohl entscheiden dürfen. Vielmehr könne das Wohlergehen von Tieren ein ausreichender Grund für ein Handlungsverbot sein. Kanada hat bereits angekündigt, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Seit 2010 dürfen Robbenfell und andere Pro-

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Lebendig geschlachtet ast 60 Millionen Schweine lassen jährlich in deutschen Schlachthöfen ihr Leben. Wie eine Anfrage der Grünen im Bundestag nun ergab, werden etwa 1% der Tiere bei vollem Bewusstsein geschlachtet: Bei knapp 500.000 Schweinen wirkt die Betäubung nicht, wie aus den Angaben der Regierung hervorgeht. Sie werden lebendig überbrüht, an den Beinen aufgehängt, anschließend zersägt und zerlegt. Zur Betäubung werden die Schweine vor der Schlachtung durch CO2Kammern geführt, doch diese Methode ist umstritten. Viele Schlachthöfe sind überlastet, für die Tötung eines Tieres bleiben oft nur wenige Sekunden – eine Nachkontrolle der Betäubung ist unter Zeitdruck nicht möglich, wie Insider berichten. Die Zahl der unbetäubt geschlachteten Rinder in deutschen Schlachthöfen schätzt die Bundesregierung auf 200.000; die Fleischindustrie bestreitet die Ergebnisse der Untersuchungen.

dukte aus der kommerziellen Robbenjagd in Kanada nicht mehr in die EU eingeführt und nicht gehandelt werden. Kanada hat eine Jagdquote von 400.000 Robben, die jährlich getötet werden dürfen. 2009 wurde diese mit 350.000 Tieren noch fast erfüllt; das EU-Importverbot sowie der Rückzug weiterer Abnehmer haben dazu geführt, dass die Zahl der getöteten Tiere mittlerweile auf ca. 50.000-70.000 Tiere pro Jahr gesunken ist. Delfine auf der Speisekarte talienische Journalisten haben einen Skandal in der Gastronomieszene aufgedeckt: In Rom und Civitaveccia, vermutlich noch in weiteren Städten, ist das Fleisch von Delfinen zum Verzehr angeboten worden – unter vorgehaltener

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aktuelles

EWS + + + NEWS + + + NEWS +

© Alexandra Diezemann

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Rekordbeteiligung an Großdemo nter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt“ haben sich im Januar über 30.000 Menschen an der jährlichen Großdemo anlässlich der Grünen Woche in Berlin beteiligt. Die Grüne Woche ist die weltgrößte Landwirtschaftsmesse

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Mehr Tierversuche an der Frankfurter Goethe-Universität ie Zahl der Tierversuche an einigen hessischen Universitäten ist in den letzten Jahren auffällig gestiegen. Die Frankfurter Goethe-Universität verzeichnete bei­ spielsweise einen enormen Zuwachs: Gab es im Jahr 2000 noch 186 Tierversuche, waren es zuletzt über 32.000. Eine mögliche Erklärung könnte die enge Zusammenarbeit der Pharmaindustrie mit einzelnen Universitäten sein. Während sich nämlich die Zahl der Tierversuche in der Forschung insgesamt nahezu verdoppelt hat, hat sich die Zahl der Tierversuche in der Wirtschaft insgesamt halbiert. Die wenigsten Versuche finden darüber hinaus mittlerweile in der Lehre statt – ein Ergebnis der noch immer heftigen Diskussion des Themas.

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Fleischatlas deckt auf – Hormone und mehr im Fleisch um dritten Mal ist der Fleischatlas, eine Koproduktion von verschiedenen umweltnahen Herausgebern, erschienen. Er deckt Zusammenhänge und Hintergründe der modernen Fleischproduktion auf und macht Trends und Entwicklungen im Konsum von Fleisch und Fleischprodukten deutlich. Besonderes Augenmerk der Publikation gilt dieses Jahr dem Einsatz von Hormonen in der Tiermast. Insbesondere vor dem Hintergrund des geplanten Freihandelsabkommens mit den USA ein Grund zur Besorgnis: Wachstumsfördernde Hormone, die in der EU verboten sind, könnten in den europäischen Markt drängen. Allerdings können auch von bereits eingesetzten Sexualhormonen bei der Befruchtung von Sauen Gefahren ausgehen, wenn Gülle ausgebracht wird und Rückstände so ins Grundwasser gelangen können, warnen Experten.

stenwächter einen russischen Fischtrawler festgesetzt. Senegals Fischereiminister verlangt die Zahlung eines millionenschweren Bußgeldes von Russland, um den entstandenen Schaden zu begleichen. In der EWZ darf nur von Einheimischen gefischt werden; Experten schätzen, dass im Jahr 2012 allein vor Senegal mehr als 125.000 Tonnen Fisch illegal gefischt wurden – das entspricht fast einem Drittel der Fangmenge insgesamt. Russland fordert die Herausgabe des Trawlers, es wird jedoch damit gerechnet, dass die Auslöse bezahlt werden muss.

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Hand, denn die Tiere stehen auf der roten Liste der bedrohten Arten. Für 100 EUR pro Person konnten die Ermittler über das Codewort „black“ tatsächlich Delfinfleisch im Restaurant bestellen. Angeblich sollen vor allem Tiere auf den Speisekarten gelandet sein, die als Beifang in den Netzen von Fischern gefangen wurden und eigentlich an die Küstenwache hätten übergeben werden müssen. Doch scheinen Delfine nicht nur zufällig gefangen worden zu sein, wie Fischer berichten. Demnach hätte man gefangenen Tieren Kopf und Flossen abgetrennt, um sie bei einer Kontrolle als Haifische ausgeben zu können. Nach den Recherchen des Fernsehsenders Rai Uno wurden nun polizeiliche Ermittlungen eingeleitet.

und bietet so auch ein Forum für Gegner der industriellen Landwirtschaft. Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich begrüßte die Demonstration; alle Argumente der Kritiker würden auch in den aktuellen Diskussionen eine Rolle spielen, so Friedrich. Die Teilnehmer der Demonstration, darunter auch ca. 50 Bauern mit ihren Traktoren, demonstrierten u.a. gegen Massentierhaltung, Genfood, den Einsatz von Pestiziden und Medi­ kamenten und auch gegen das ge­ plante Freihandelsabkommen mit den USA. Der Protestzug ging durch die gesamte Berliner Innenstadt und endete mit einer Kundgebung vor dem Kanzleramt.

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Zusammengestellt von Jan Peifer

Russischer Fischtrawler im Senegal festgesetzt egen wiederholter Fischerei in der exklusiven Wirtschaftszone (EWZ) haben senegalesische Kü-

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KURZ & BÜNDIG

aktion tier Jahresrückblick auf das Jahr 2013 aktion tier schaut in seiner Arbeit immer nach vorne! Doch gerne blicken wir mit Ihnen auch zurück und zeigen Ihnen auf unserer Website www.aktiontier.org (gleich auf der Startseite), was im Jahr 2013 alles passiert ist. Auch 2013 haben wir uns mit unserer Öffentlichkeitsarbeit und unseren Tierschutzkampagnen dafür eingesetzt, Tierleid zu verhindern, bevor es erst entsteht. Natürlich haben wir auch bei vorhandenem Tierleid nicht weggeschaut und in zahlreichen Aktionen sowie im Rahmen unserer Projekte (wie z.B. dem aktion tierIgelzentrum oder dem Projekt Kitty) notleidenden Tieren geholfen. In unserem Jahresvideo fassen wir noch einmal das vergangene Jahr für Sie zusammen. Wir leben Tierschutz - und danken allen, die unsere Arbeit möglich machen!

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Unser mobiles Tierschutzzimmer m noch mehr Menschen erreichen zu können, haben wir Ende letzten Jahres unsere Idee des mobilen Tierschutzzimmers realisiert. Mit diesem begehbaren Anhänger können wir in Zukunft Schulen anfahren, an entsprechenden Veranstaltungen teilnehmen oder auf Messen präsent sein. Die jährlich mehrmals wechselnden Ausstellungen in unserem mobilen Tierschutzzimmer mit Filmen, Fotos, Plakaten und diversen liebevoll arrangierten Anschauungsobjekten werden zahlreichen großen und kleinen Menschen die unterschiedlichen Aspekte des Tierschutzes näher bringen. Anfragen zu unserem mobilen Tierschutzzimmer richten Sie bitte per Mail an tierschutzzimmer@aktiontier.org.

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Für Sie entdeckt: Geweihstücke, Hunde-Kausnacks ohne Tierleid

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edes Jahr werfen Elche, Hirsche und Rehe ihre Geweihe ab. Im Laufe der Zeit wachsen diese Geweihe dann wieder nach. Gereinigt und in Stücke zersägt werden abgeworfene Geweihstangen und -schaufeln als Hundesnack verkauft. Dieses Naturprodukt ohne Zusatzstoffe ist reich an Mineralien und Spurenelementen und reinigt beim Kauen die Hundezähne. Plaque wird entfernt und die Bildung von Zahnstein reduziert. Die Geweihstücke halten sehr lange, riechen angenehm nach Wald und werden beim Kauen nicht klebrig oder schleimig. Hunde kauen von Natur aus gerne – das beruhigt und entspannt unsere Vierbeiner. Die Größe des Geweihstücks sollte der Beißkraft des Hundes angepasst sein. Deshalb empfehlen wir, sich im Laden beim Kauf beraten zu lassen. Geweihstücke sind nicht nur gesund und lecker, sondern haben gegenüber anderen Hundesnacks auch einen gewaltigen Vorteil: Es handelt sich hierbei quasi um ein natürliches „Abfallprodukt“, für dessen Gewinnung kein Tier sterben musste.

© aktion tier, Ursula Bauer

Über 12 000 Unterschriften gesammelt! m Rahmen unserer Frühjahrskampagne „OHREN OHNE – Mikrochips statt Ohrmarken für Klauentiere“ im vergangenen Jahr hatten wir eine Unterschriftenaktion gestartet. Wir wollten damit erreichen, dass in Zukunft die tierfreundliche Kennzeichnung mit Mikrochips auch für Rinder, Schweine, Ziegen und Schafe erlaubt wird. Bis heute haben sich über 12.000 Menschen an unserer Aktion beteiligt und unterschrieben. Vor allem unsere Mitglieder haben eifrig Unterschriften gesammelt und, versehen mit wirklich rührenden Karten und Briefen, in unsere Geschäftsstelle nach Berlin geschickt. Wenn wir die Listen übergeben haben, werden wir Sie wieder informieren. Wir sagen herzlichen Dank fürs Mitmachen – das war wirklich klasse!

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Aufkleber „BITTE KEINE WERBUNG!“ eden Tag werden unsere Briefkästen mit Werbung vollgestopft, die dann entweder im Papierkorb oder im Hausflur landet. Sie trägt zur Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung bei – und kann einfach nur nerven. Wenn Sie sich gegen unerwünschte Handzettel und Wurfsendungen wehren möchten, dann haben wir etwas für Sie: unseren Briefkastenaufkleber BITTE KEINE WERBUNG! Gut sichtbar am Briefkasten angebracht, muss er von werbenden Unternehmen und vom Briefträger beachtet werden. Dies hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil vom 20.12.1988 (Aktenzeichen VI ZR 182/88) entschieden.

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Jetzt kostenlos anfordern unter der Telefonnummer: 030/ 30 10 38 31 oder per Email unter: berlin@aktiontier.org. © aktion tier, Ursula Bauer

Kleiner kranker Biber ürzlich hatten wir es mit einem seltenen Wildtier zu tun. Ein Tierfreund hatte im Charlottenburger Schlosspark in Berlin einen offensichtlich kranken jungen Biber entdeckt, der zusammengekauert unter einem Baum saß. Vor Ort zeigte der kleine Kerl keinerlei Fluchtverhalten, sondern rollte sich nur weiter ein. So wurde auch eine große Verletzung auf seinem Rücken sichtbar. Wir schoben den matten Biber mit Hilfe eines Keschers in eine Transportbox und fuhren in die Tierklinik Düppel im Süden von Berlin. Am nächsten Tag erhielten wir dann die traurige Nachricht, dass der Biber eingeschläfert werden musste. Die kompetente Wildtierexpertin Frau Dr. Müller hatte das Jungtier gründlich untersucht und zahlreiche Abszesse an den Beinen, diverse großflächige Wunden und Entzündungen an der Haut des Nagers festgestellt. Der

Silvester 2013 – Jahresende mit Schrecken er Spuk ist vorbei. Wieder kam es zu diversen Unfällen, Verletzungen und Bränden. Allein in Berlin wurden in der Silvesternacht 500 Menschen durch Pyrotechnik verletzt. Polizei und Feuerwehr leisteten in der Hauptstadt mehrere tausend Einsätze. Böller verpesten unsere Luft, die Reste der Feier verschmutzen unsere Straßen und Bürgersteige. Für Tiere bedeutet Silvester der blanke Horror. Die meist schon Tage vor dem Jahreswechsel einsetzende Knallerei versetzt sie in Angst und Schrecken. Zootiere werden deshalb häufig in ihren Behausungen eingesperrt, Wildtiere verkriechen sich und unsere Haustiere schleichen verängstigt herum. Allein im Raum Dresden sind 2 Hunde angefahren worden, weil sie kopflos davonstürmten. Mitarbeiter von aktion tier-Meissen konnten die Tiere einfangen und in unserem Tierheim behandeln lassen.

kleine Biber muss schon seit längerer Zeit sehr krank gewesen sein. Da er augenscheinlich Schmerzen litt und sein äußerst kritischer gesundheitlicher Zustand keine Chancen auf Heilung versprachen wurde er schließlich erlöst. Wir sind sehr traurig, dass wir das Tier nicht retten konnten und trösten uns mit dem Gedanken, dass wir dem Biber zumindest einen langsamen, schmerzvollen Tod erspart haben.

Damit das kommende Silvester nicht wieder zur Horrornacht wird, raten wir zu dieser ungefährlichen, nachhaltigen und wirklich sinnvollen Alternative: Spenden statt Böller!

Angefahrener Hund im Tierheim Meißen

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© aktion tier - Meissen

© aktion tier, Ursula Bauer

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aktion tier – menschen für tiere e.V.

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AUFREGER Aufreger

© aktion tier, Ursula Bauer

Esel Toni und Ziege Freddy leben seit 7 Jahren bei einem Rentner-Ehepaar in Berlin-Pankow. Die beiden Tiere werden liebevoll betreut und verstehen sich blendend. Einer „Tierschützerin“ war diese tierische Gemeinschaft jedoch ein Dorn im Auge. Von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin Ich habe mir persönlich ein Bild von der Tierhaltung gemacht. Das gepflegte Haus der Platens ist von einem großen, schönen Garten umgeben, in welchem sich auch das Tiergehege mit angrenzendem Stall befindet. Toni und Freddy sind gesund, wohlgenährt und gepflegt. Gehege und Stall sind sauber und tiergerecht, es gibt einen großen Vorrat an hochwertigem Heu. Der Hufschmied kommt regelmäßig vorbei und ein Tierarzt betreut die beiden Tiere seit vielen Jahren. Neben der Bewegung im Gehege erhalten Toni und Freddy Auslauf im Garten. Frau Platen führt Esel Toni zusätzlich fast jeden Tag auf eine große Wiese in der Nähe ihres Hauses, wo er sich dann mehrere Stunden lang aufhalten kann.

Manuela B. er­stattete Anzeige beim Ve­te­r inäramt we­gen nicht art­gerechter Tierhaltung. Eine Amts­­ tierärztin reagierte prompt und verfügte, dass entweder der Esel oder die Ziege abzugeben sind und das Ehepaar einen Artgenossen für das verbliebene Tier anschaffen muss. Sowohl Ziegen als auch Esel sind gesellige Gruppentiere, die natürlich optimalerweise mit artgleichen Tieren gehalten werden sollten. Lebensgemeinschaften verschiedenartiger Tierarten sind nur die zweitbeste Lösung, aber immer noch um ein Vielfaches besser als eine Einzelhaltung. Zahlreiche Menschen halten zum Beispiel ein Kaninchen gemeinsam mit einem Meerschweinchen oder stellen ihrem Pferd einen Esel oder eine Ziege zur Gesellschaft. © aktion tier, Ursula Bauer

Fast täglich geht Sabine Platen mit Esel Toni auf ein großes Gar­ tengrundstück, wo er sich meh­ rere Stunden austoben kann.

Die beiden Tiere leben von Jugend an zusammen und verstehen sich offensichtlich sehr gut miteinander. Frau Platen berichtet, dass sie ausgiebig miteinander spielen und nachts aneinander gekuschelt im Stall schlafen. li.: Toni und Freddy in ihrem 60 Qua­ dratmeter großen Gehege mit Stall auf dem Grund­ stück des Ehepaars Platen.

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aktuelles

• Ausgabe 1/2014

Die gemeinsame Haltung eines Esels und einer Ziege ist weder verboten noch verstößt sie gegen geltendes Tierschutzrecht. Daher entbehrt die radikale Ordnungsverfügung des Veterinäramtes aus Sicht von aktion tier jeglicher rechtlicher Grundlage.

Da es Toni und Freddy gut geht und ihre Haltung nicht gegen geltende Tierschutzvorschriften verstößt, sieht aktion tier hier keinen Tierschutzfall, der das Eingreifen des Veterinäramtes erforderlich machen würde. Die behördliche Anordnung, die Tiere zu trennen und eines davon in ein Tierheim oder eine ähnliche Einrichtung abzugeben und das verbliebene Tier mit einem arteigenen Partnern zu vergesellschaften, ist für uns nicht nachvollziehbar. Es drängt sich die Frage auf, ob das Veterinäramt Pankow so wenige Fälle echter Tierquälerei zu bearbeiten hat, dass man sich derart rigoros für die Trennung dieses seit vielen Jahren gut eingespielten Tierteams Tony und Freddy einsetzt. Ungeachtet der negativen Konsequenzen für die Tiere, denen die komplette Veränderung ihrer Lebenssituation mit Sicherheit nicht guttun würde. Frau Platen hat sich auch auf unser Anraten hin einen Rechtsanwalt genommen und Widerspruch gegen die Ordnungsverfügung eingelegt. Wir hoffen, dass die Mitarbeiter des Veterinäramts in Zukunft ihre Zeit und Energie in echte Tierschutzfälle investieren.

Aus: Berliner Kurier 05.12.2013

Veterinäramt Pankow verfügt Trennung eines Esel-Ziege-Pärchens


aktuelles

Kinostart von

AMAZONIA

aktion tier-Gewinnspiel

ist am 24. April 2014.

AMAZONIA – Familienfilm mit faszinierenden Naturaufnahmen

ENTDECKE DIE GROSSE WILDNIS Tauchen Sie ein in das Herz des brasilianischen Regenwaldes und begleiten Sie Kapuzineräffchen Sai auf wilden Abenteuern. Aus der Gefangenschaft entkommen, erforscht der neugierige Primat seine neue Umgebung und trifft dabei nicht nur auf Freunde: Krokodile, Harpyie-Adler und Jaguare halten Saï in Atem. Auf die größte Bedrohung seines Lebensraums stößt Saï jedoch bald: Raubbau und Brandrodung sind verantwortlich für das rasche Verschwinden der Wälder und damit auch dem Aussterben von zahlreichen Tierarten. Sind Sie bereit für ein Abenteuer?

G

Grüne Lianen, dampfige Sümpfe und wilde Tiere: Kapuzineräffchen Saï nimmt Sie mit auf eine Reise durch den brasilianischen Dschungel! Im neuen 3D-Erlebnis AMAZONIA streift der kleine Affe durch das Regenwalddickicht am Amazonas, wo viele Gefahren auf ihn warten. Nach einem Flugzeugabsturz muss sich der Held in

ABENTEUER IM REGENWALD

IN 3D EIN FILM VON THIERRY RAGOBERT

AUCH IN 2D

BILOBA FILMS UND GULLANE IN ZUSAMMENARBEIT MIT FRANCE 2 CINEMA LE PACTE GEDEON PROGRAMMES IMOVISION GLOBO FILMES UNTER BETEILIGUNG VON CANAL + RIOFILME TELECINE MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG VON CNC – NOUVELLES TECHNOLOGIES EN PRODUCTIONS MEDIA PROGRAMM DER EUROPÄISCHEN UNION PROCIREP-ANGOA ANCINE/MINISTÉRIO DA CULTURA FUNDO SETORIAL DO AUDIOVISUAL FINEP/MINISTÉRIO DA CIÊNCIA TECNOLOGIA E INOVAÇÃO NATURA TETRA PAK PRODUZENTEN STÉPHANE MILLIERE LAURENT BAUJARD FABIANO GULLANE CAIO GULLANE DEBORA IVANOV GABRIEL LACERDA UNTER BETEILIGUNG VON LUCIA SEABRA SUZANA VILLAS BOAS THIERRY PERONNE PABLO TORECILLAS JEAN LABADIE ANNE LAURE LABADIE IDEE STÉPHANE MILLIERE ET LUC MARESCOT SZENARIO JOHANNE BERNARD LUIZ BOLOGNESI LOUIS-PAUL DESANGES LUC MARESCOT THIERRY RAGOBERT KÜNSTLERISCHE BERATUNG ARAQUEM ALCANTARA KAMERA MANUEL TERAN GUSTAVO HADBA STEREOGRAPHIE JEANNE GUILLOT TON ERIC BOISTEAU MIQUEIAS MOTTA FRANCIS WARGNIER OLIVIER GOINARD SCHNITT NADINE VERDIER MUSIK BRUNO COULAIS

EINE PRODUKTION VON

WWW.AMAZONIA-DERFILM.DE Die Bücher zum Film sind im Knesebeck Verlag erschienen

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aktion tier – menschen für tiere e.V.

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einer ungewohnten Umgebung zurechtfinden. Erst scheu, dann immer gewitzter durchstreift Saï sumpfige Mangrovenwälder und dichtes Unterholz und trifft auf hungrige Harpyien-Adler und schnelle Jaguare. Aber auch eine Kapuzinerfamilie begegnet dem neugierigen Tierchen, mit der er Eier und Kokosnüsse erbeutet. Die Dreharbeiten im brasilianischen Urwald dauerten über ein Jahr und kosteten das Team um Regisseur Thierry Ragobert viel Kraft und Nerven. Über neun Monate mussten sich die tierischen Darsteller an die Kameras gewöhnen, aber der Macher von „Der weiße Planet“ wartete geduldig auf den richtigen Moment, um die ganze Anmut und Schönheit der Amazonas-Tiefebene einzufangen. Die faszinierenden Aufnahmen von kecken Flussdelfinen, flinken Gürteltieren und farbenfrohen Papageien lassen die größte Gefahr für den größten Wald der Erde noch krasser zu Tage treten: Düstere, aschegeschwärzte Schneisen ziehen sich durch den Urwald: Der Mensch raubt durch Abholzung und Brandrodung vielen Tieren ihren Lebensraum.

www.AMAZONIA-DERFILM.de -Bilder aus

bene 3D • Erhaöß de ten Wald der Er

dem gr

Flussdelfin

Brüllaffe

Machen Sie beim aktion tier-Gewinnspiel mit! Gewinnen Sie zum Kinostart von AMAZONIA am 24. April drei ­Fanpakete mit je einem Plüsch-Kapuzineräffchen der Hermann Teddy Collection, dem Bildband „Amazonia“ vom Knesebeck Verlag und dem Filmplakat zu AMAZONIA. Unsere Gewinnspielfrage: Was fressen Kapuzineräffchen? Tipp: Lesen Sie aufmerksam den Text zum Film … Senden Sie Ihre Lösung an: aktion tier – menschen für tiere e.V. Stichwort „Gewinnspiel AMAZONIA“ Kaiserdamm 97 14057 Berlin Einsendeschluss ist der 5. Mai 2014.*

aktion tier – menschen für tiere e.V. bedankt sich herzlich bei Polyband Media GmbH für die freundliche Bereitstellung der Preise.

Tukan

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aktuelles

• Ausgabe 1/2014

*Wir versichern, dass alle persönlichen Daten aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht an Dritte weitergeleitet werden. Mitarbeiter von aktion tier – menschen für tiere e.V. und deren Angehörige sind von der Teilnahme am Gewinnspiel ausgeschlossen. Der Name des Gewinners wird im nächsten Journal bekannt gegeben und der Gewinn versandkostenfrei zugeschickt.


aktuelles

AMAZONIA zeigt auf einfüh lsame und doch eindringlic he Art die Zerbrechlichkeit ein es Ökosys tems, das mit seinen Bewohnern geschützt we rden muss .

Gürteltier

Weißrand-Laubfrosch

• Einzigartige Aufnahmen von über 80 verschiedenen Spezies

• Auf Ökologie und Nachhaltigkeit bedachte Dreharbeiten • Informative und spannende Unterhaltung für Groß und Klein

Jaguar

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aktion tier informiert

Tierschutzgerechte Ostern Das Osterfest beinhaltet unter anderem mit Eiern, Osterhasen und Osterlamm traditionell viele Aspekte aus der Tierwelt, die durchaus problematisch sind. Wir möchten Ihnen hier Hinweise geben, wie Sie Ostern ohne Tierleid feiern können. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

Für all diejenigen, die auch das Osterfest tierschutzbewusst feiern möchten, haben wir hier einige Tipps:

© Ursula Bauer

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aktuelles

Osterfeuer Dieser alte Brauch, den Winter und böse Geister durch ein großes Feuer in der Osternacht zu vertreiben, ist grundsätzlich ein schönes und stimmungsvolles Erlebnis. In den für das Feuer aufgeschichteten Holzund Asthaufen können sich allerdings Tiere wie Mäuse und Igel

• Ausgabe 1/2014

© Ursula Bauer

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Als eines der wichtigsten christlichen Feste feiern die Kirchen mit dem Osterfest die Auferstehung Jesu. Tatsächlich ist Ostern jedoch eine weltweite Tradition mit vielfältigen Bräuchen aus vorchristlicher Zeit. Gefärbte Ostereier und unser beliebter Osterhase etwa entstammen heidnischen Fruchtbarkeitsriten und wurden erst später durch die Kirchen „christianisiert“. Unabhängig vom Ursprung freuen wir uns heute im Zusammenhang mit Ostern vorrangig auf ein langes, freies Wochenende, ein mit Ostersymbolen geschmücktes Haus, suchen versteckte Eier und Süßigkeiten und genießen das gemeinsame Essen im Kreis der Familie.

verstecken. Um zu verhindern, dass diese Tiere verbrennen, sollten die Haufen vor dem Entzünden unbedingt noch einmal umgeschichtet werden. Bitte weisen Sie die Veranstalter vor Ort auf diesen wichtigen Umstand hin. Sie können dadurch Tierleben retten. Osteressen In vielen Haushalten gehören Gerichte mit Lamm- oder Kaninchenfleisch zum Osterfest dazu. Schafe können ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen. Als Lammfleisch darf nur Fleisch von Tieren ver-

kauft werden, die jünger als 1 Jahr sind. Kaninchen können bis zu 10 Jahre alt werden. Zum Verkauf angeboten wird größtenteils Fleisch von Kaninchen aus der tierquälerischen Massentierhaltung, wo sie auf engstem Raum in Drahtkäfigen gehalten werden, bis sie im Alter von durchschnittlich nur ca. 3 Monaten geschlachtet werden. Bitte überlegen Sie daher, ob Sie den traditionelle Lamm- oder Kaninchenbraten in diesem Jahr nicht vielleicht durch ein köstliches vegetarisches Gericht ersetzen möchten.

Gegen Lammverzehr in Kuchenform ist ja nichts zu sagen ...

© Ursula Bauer

© Ursula Bauer


Tiergehege in Einkaufszentren Leider bauen zu Ostern immer noch diverse Einkaufscenter Deko-

und jedes Management wird sensibel auf Kundenbeschwerden reagieren. Osterhasen Tiergehege in Einkaufszentren verfolgen natürlich auch den Zweck, Menschen zum Kauf eines Tieres zu animieren. Die Hinweise, dass man die süßen Kaninchen im ansässigen Zooladen kaufen kann, sind meist nicht zu übersehen. Egal, ob Weihnachten oder Ostern – lebende Tiere eignen sich nicht als Geschenk. Selbst wenn ein Kaninchenbaby vielleicht ganz oben auf der Oster-Wunschliste Ihres Kindes stehen sollte. Plüsch ja – lebend nein!

Wenn Sie österliche Tiergehege in Ihrem Einkaufszentrum entdecken, dann äußern Sie bitte Ihre In diesem Sinne wünschen wir Ih+++ aktion tier inf Kritik bei der Centerverwaltung. liebe Mitglieder, ein orminen, ert ++ + aktion tier infor miert + Der Kunde ist letztendlich König schönes Osterfest! Osterhase und Osterkaninchen

Da es sich bei Hasen um Wildtiere hande lt, die nicht als Haustier gehalt en werden können, wird zur Osterzeit häufig auf einen Verwandten des Hasen zurück gegriffen – das Kaninchen. Mit ihren Knopfaugen und dem weichen Kuschelfell stehen Kaninchen bei Kindern ganz oben auf der Oster-Wunschliste. Euro spontan im Für wenige Zooladen gekauf t, merken die neuen doch häufig sehr Besitzer jeschnell, dass sie den Bedürfnissen auf Dauer nicht gerech des Kaninchens t werden können. In der Folge werde Ostergeschenke dann schnell im n diese nächsten Tierheim die Statistiken jedes abgegeben, wie Jahr aufs Neue belege n. Hauskaninchen könne n bis zu 11 Jahre alt werden. Sie brauch unbedingt Kontak t zu Artgenossen en und dürfen desha ne gehalten werde lb nie allein. Sie sind beweg ungsfreudig und viel Platz. Pro Kaninc benötigen hen sollte man minde Versteckmöglichkeit stens 2qm Käfig mit en bereitstellen und den Tieren täglich lauf in der Wohnu Ausng oder in einem geschützten Freilau ten gewähren. Für f im Gardie tägliche Fütteru ng und grobe Säube des Käfigs benöti rung gt man etwa 30 Minuten Zeit. Darüb sollte man sich aber er hinaus auch jeden Tag intensi beschäftigen. Zweim v mit seinen Tieren al wöchentlich sollte gereinigt werden. der Käfig gründl Die Gesamtkosten ich für Anschaffung und halt eines Kaninc Unterhens betragen jährlic h rund 600,- EUR enthalten sind Streu, (Darin Futter, Käfig, Spielze Impfungen durch ug und erforderliche den Tierarzt).

Bitte verschenke n Sie keine Kaninchen zu Ostern!

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Auch wenn der Wunsc h des Kindes noch so groß ist, versch bitte keine Kaninc enken Sie hen zu von Ihnen gut durchd Ostern! Wenn die Anschaffung tatsäch lich acht ist und alle Familienmitglieder standen sind, könne einvern Sie zu Ostern zum Beispiel einen für den gemeinsame Gutschein n Besuch in einem verschenken. Letztlic Tierheim in Ihrer Region h sind es immer die Eltern, die für die Verantwortun die Tiere g tragen, denn Kinder verlieren Interesse am Tier. oft schnell das Für sein Haustier hat man jedoch lange Verantwortun eine lebensg.

Flyer_Ostern_201

2.indd 1

Kontakt

Wenn Sie Frage n haben, zöger n Sie nicht und in einer unser melden Sie sich er Geschäftsst ellen. Wir helfen weiter. Ihnen gerne Geschäftsstelle Berlin Kaiserdamm 97 14057 Berlin Tel.: 030 30 10 38 31 Fax: 030 30 10 38 34 berlin@aktiontier.org

Verbrauchertip

ps von aktion tier

Weitere Hinweise und Informationen finden Sie in unserem Osterflyer, den Sie über die aktion tier-Geschäftsstelle Berlin kostenfrei anfordern oder über unsere Homepage unter www.aktiontier. org/Rubrik Service/ 030 30 111 620 Downloadbereich www.aktiontier.o rg herunterladen können.

Tierschutzgere

chte Ostern

Geschäftsstelle München Herzogstraße 84 80796 München Tel.: 089 32 66 98 10 Fax: 089 32 66 98 12 muenchen@aktionti er.org

aktion tier-Mitglied erbetreuung Spiegelweg 7 14057 Berlin Tel.: 030 30 111 62-0 Fax: 030 30 111 62-14 mitgliederbetreuung @aktiontier.org

Herausgeber: Redaktion: Gestaltung: Text: Fotos:

Druckerei:

aktion tier – mensc hen für tiere e.V. © moventis GmbH / Diezemann © Bolz © aktion tier © aktion tier, www.t ierschutzbilder.de, igerenti/Pixelio.de, Bolz, Regina Kaute/Pixelio .de, Rainer Sturm/Pixelio .de, Regina Kaute/ Pixelio.de Tomas Gereda – Fotolia .com, Lilo Kapp/P ixelio.de Möller Druck und Verlag GmbH

16356 Ahrensfelde OT Blumberg

Kontakttelefon:

20.03.2012 13:17:34 Uhr

© aktion tier

Industriell gekochte und gefärbte Eier stammen aus Kostengründen in der Regel aus dieser Käfig-Massentierhaltung. Da sie nicht mit dem Stempel gekennzeichnet werden müssen, bleibt ihre Herkunft dem Verbraucher meist verborgen. Gestempelte Bioeier selbst kochen und färben oder phantasievoll bemalen macht der ganzen Familie Spaß und steigert die Vorfreude auf das Fest.

Gehege auf, in denen Küken, Meerschweinchen oder Kaninchen dem Lärm, grellen Licht und Menschengewimmel schutzlos ausgeliefert sind. Abgesehen von der Degradierung von Lebewesen zu Dekorationsgegenständen wird vor allem auch Kindern beispielsweise durch die Präsentation der künstlichen Küken-Aufzucht ein völlig falsches Bild als „normal“ vermittelt. Wir sind der Meinung, dass unser Nachwuchs lernen sollte, dass Hühnerund Gänsebabys nicht unter Rotlicht, sondern unter den fürsorglichen Schwingen ihrer natürlichen Tiermütter aufwachsen sollten.

Stand März 2012

Ostereier Eier gehören zum Osterfest einfach dazu. Sie werden hartgekocht gegessen sowie zum Backen und Dekorieren gerade in dieser Zeit in großen Mengen verwendet. Die Herkunft von frischen, losen Eiern ist leicht am Eierstempel (erste Zahl) zu erkennen. Tierfreunde greifen zu Bioeiern (0) oder Freilandeiern (1), Eier mit der 3 aus der tierfeindlichen Käfighaltung sollten tabu sein.

© Ursula Bauer

aktuelles

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Kinder für den Tierschutz

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Kendal G. ist 16 Jahre alt und von klein auf ein begeisterter Tierfreund. Im vergangenen Dezember hatte er zusammen mit seinem Betreuer einen unserer Infostände besucht und war entsetzt als er erfuhr, dass Nutztiere Ohrmarken tragen müssen, die beim Stechen starke Schmerzen verursachen. Ein Dankeschön von Ursula Bauer, aktion tier – menschen für tiere e.V.

Kendal wollte helfen und nahm sich vor, für unsere Kampagne „OHREN OHNE – Mikrochips statt Ohrmarken für Klauentiere“ Unterschriften zu sammeln. Trotz seiner starken Sprachstörungen lief der geistig behinderte Junge in seiner Berliner Schule von Klasse zu Klasse und erklärte Schülern und Lehrern, worum es bei der Unterschriftenaktion geht. Schließlich war seine Liste voll und er schickte

T-Shirt, einem kleinen JUNIORPlüschpinguin, einem Tierbuch und vegetarische Leckereien. Denn Kendal hat sich vor geraumer Zeit entschlossen, kein Fleisch mehr zu essen. Seine Mutter hat das akzeptiert und kocht nun vegetarisch. Wir finden Kendals Engagement beeindruckend und hoffen, dass sein Einsatz für die Tiere viele junge Nachahmer findet.

sie stolz an aktion tier. Kendals Lehrerin und sein Betreuer erzählten uns die Hintergründe dieser ganz besonderen Unterschriftenliste und wir beschlossen, Kendal zu überraschen. Mit unserem lebensgroßen Pinguinmaskottchen im Schlepptau besuchten wir ihn in seiner Klasse und überreichten ihm eine Urkunde sowie einen Korb mit unserem

© aktion tier

aktion tier bedankt sich bei engagiertem Jungen

© aktion tier

aktion tier-Delegiertenversammlung 2013

Neuer Vorstand ist gewählt

Im Vorstand sind: Manfred Fuchs, Vorstandsvorsitzender, Angela Anders, stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Rainer Schnitker, Michael Jänsch. Die Amtszeit des gewählten Vorstandes beträgt satzungsgemäß fünf Jahre. Wir freuen uns über diese Wahl und wünschen viel Kraft bei der weiteren Umsetzung unserer erfolgreichen Tierschutzarbeit.

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aktuelles

• Ausgabe 1/2014

v.l.n.r.: Michael Jänsch, Angela Anders, Manfred Fuchs, Rainer Schnitker

© aktion tier, Ursula Bauer

Im Rahmen der Delegiertenversammlung von aktion tier – menschen für tiere e.V. am 20.12.2013 in Magdeburg wurde der Vorstand neu gewählt.


projekte

aktion tier-Tierheim Teneriffa „accion del sol“

Weihnachten auf Spanisch Das aktion tier-Tierheim auf Teneriffa bietet nicht nur vielen Hunden die Möglichkeit, in ein neues Zuhause zu ziehen, sondern lädt jedes Jahr zu verschiedenen Anlässen, wie zum Beispiel zu Weihnachten, interessierte Tierfreunde ein, das Tierheim zu besuchen und die Tierschutzarbeit vor Ort kennen zu lernen.

Hintergrundbild

Der Pico del Teide auf Teneriffa. Der Vulkan hat eine Höhe 3718 Meter. Damit ist es der höchste Berg Spaniens.

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Wildtier- und Artenschutzstation e.V. Hohe Warte 1 31553 Sachsenhagen Tel. 05725 708730 Fax 05725 708740 info@wildtierstation.de www.wildtierstation.de aktiv für den Artenschutz!

aktion tier-Wildtierstation Sachsenhagen, Niedersachsen

Affengehege-Bau und Lurchen Auswilderung Da in den letzten Jahren immer wieder verschiedene Affenarten durch Behörden in der Wildtierstation eingestellt wurden, haben wir bereits im Jahr 2012 beschlossen, ein größeres Gehege für Affen zu bauen. Bislang wurden die Affen immer in den eigentlich für Papageien errichteten Volieren untergebracht, in denen es für einige Arten, wie z.B. Berberaffen, doch recht eng geworden ist. Ein Bericht von Dr. Florian Brandes

sprechend dimensionierten Außengehege ausgestattet. Dazu wurde der Bunker komplett umgestaltet. Für den Zugang der Mitarbeiter in den Pfleger-Gang wurde, durch eine auf solche Arbeiten spezialisierte Firma, eigens eine neue Öffnung in den Stahlbeton gesägt. Die beiden Innengehege besitzen jeweils eigeUmbau des Bunkers mit Spezialsägen

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Finanziell möglich wurde der Bau durch einen Spendenaufruf, der auf eine sehr positive Resonanz stieß. An dieser Stelle geht unser herzlicher Dank an alle, zum Teil sehr großzügigen Spender und Firmen, die den Bau mit ermöglicht haben! Um auch die größeren Affenarten optimal unterbringen zu können, wurde einer der vorhandenen Bunker als Innengehege mit einem ent-

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projekte

• Ausgabe 1/2014

Affengehege außen


projekte

ne Ausgänge zum ebenfalls zweigeteilten Außengehege. Insgesamt 120 qm stehen den Tieren damit zur Verfügung.

Die Wildtier- und Artenschutzstation hilft dem Lurch des Jahres 2014 auf die Sprünge Hand aufs Herz, wer kennt noch die Gelbbauchunke und hat diesen kleinen Froschlurch schon einmal am Wegesrand gesehen, wer den melodischen Klang einer rufenden Unke vernommen? Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat die Gelbbauchunke zum Lurch des Jahres 2014 ernannt. Mit der Wahl der seltenen Gelbbauchunke soll diese bedrohte und durch Aussehen und Verhalten ungewöhnliche Amphibienart in den Blickpunkt rücken. Der Froschlurch

Gelbbauchunke

Affengehege innen

des Jahres hat bei uns seine natürlichen Lebensräume durch menschliches Tun weitgehend verloren und gilt in Deutschland als stark gefährdet. Nichts Neues für die Mitarbeiter der Wildtierstation, die sich deswegen schon seit dem Jahr 2010 an einer Be­stands­stützungsmaßnahme für die Gelbbauchunken-Popula­ tion in der Ballertasche im Landkreis Göttingen beteiligt. Federführend bei diesem Projekt ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). In der Wildtierstation wurde mit Quappen, die in der Ballertasche aus austrocknenden Gewässern entnommen wurden, ein Zuchtstamm aufgebaut. Die aus diesen Tieren nach-

Aufzucht Jungunken

gezogenen Jungunken werden nach Überbrückung des verlustreichen Quappenstadiums zur Bestandsstützung in der Ballertasche wieder ausgewildert. Im letzten Jahr konnten 553 Unkenquappen und 133 Jungunken zur Auswilderung in das Projektgebiet geschickt werden. Die höchste Zahl seit Beginn des Projektes! Wir hoffen, so auch einen Beitrag zum Erhalt dieses liebenswerten Froschlurches leisten zu können. Ausführliche Informationen zu Biologie und Schutz der Gelbbauchunke finden Sie unter: www.feldherpetologie.de oder www.dght.de.

Auswilderung Jungunke

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

Alle Bilder: © Florian Brandes/ Wildtierstation

Die Aufteilung ermöglicht es auch Tiere, die sich nicht miteinander vertragen, zu trennen oder fremde Tiere aneinander zu gewöhnen. Größere für Menschen gefährliche Arten können für Reinigungsarbeiten abgesperrt werden, so dass ein sicheres Arbeiten möglich wird. Auch andere Tierarten wie z.B. kleinere Raubtiere bis zur Größe eines Luchses können in dieser Anlage sicher untergebracht werden. Damit hat die Wildtierstation die Möglichkeiten zur Aufnahme beschlagnahmter Tierarten deutlich erweitert, was vor allem Behörden freuen dürfte, die Probleme bei der Unterbringung solcher Arten haben.

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+++ aktion tier inf ormiert +++ akt ion tier

aktion tier Projekt Kitty

Kitty bedeutet Hilfe

Kastrationsaktion in Obermuschütz

S

für Straßenkatze

Mit Hilfe des Projekts Kitty werden Straßen katzen eingefangen, medizinisch betreut, kastriert und an überwachten Stellen wieder frei gelassen .

E

© aktion tier, Ursula Bauer

kleinen Dorf bei Meißen verwilderte Hauskatzen. 5 dieser Katzen, die von einer tierlieben Frau gefüttert werden, haben wir mit Lebendfallen eingefangen.

Eine der 5 Straßenkatzen an der Futterstelle in Obermuschütz

• Ausgabe 1/2014

aktion tier – mensch en für tiere e.V. ist deutschlandwe der mitgliederstärk it eine sten hat es sich zur Aufgab Tierschutzorganisationen. Der Verein e pagnen und Informa gemacht, die Bevölkerung durch Kamtionsveranstaltungen Tierschutz aufmer auf Missstände ksam zu machen und Lösungen aufzuze im wie diesen nachha igen, ltig begegnet werden kann. aktion tier-Geschäftss telle Berlin Kaiserdamm 97

a w a S n

D

14057 Berlin

D se be Nä Ur ken ver seh dor bild Deu dert dort fen, Im lä Haus

Tel.: 030 30 10 38 31 Fax: 030 30 10 38 34 berlin@aktiontie r.org

aktion tier – mensch en für tiere e.V. Mitgliederbetreu ung Spiegelweg 7 14057 Berlin Tel.: 030 30 111 62 0 Fax: 030 30 111 62 14 mitgliederbetreu ung@aktiontier.o rg

Herausgeber: Redaktion: Gestaltung: Text: Titel: Druckerei:

aktion tier – mensch en für tiere e.V. © moventis GmbH/ A. Diezemann © Bolz © aktion tier, Ursula Bauer © JoannaTkaczuk - Fotolia.com Möller Druck und Verlag GmbH 16356

Projekt Kitty

Ein bundesweite s Hilfsprojekt von aktion tier – mens chen für tiere e.V. für frei lebende, verwi lderte Hauskatzen

Ahrensfelde OT Blumbe rg

Kontakttelefon:

030 30 111 620

www.aktiontier. org

Tierpflegerin Anne Pionke von aktion tier-Meißen und Ursula Bauer von aktion tier-Berlin hatten einige Leckerbissen besorgt, um die scheuen Tiere in die Fallen zu locken. Im Tierheim von aktion tier-Meißen wurden die Katzen dann von unserer Tierärztin Birgit Hand kastriert. Routinemäßig werden immer auch noch die Zähne der narkotisierten Miezen untersucht und gegebenenfalls behandelt. Medikamente gegen Ohrmilben und Parasiten vervollständigen unsere tierärztliche Rundumversorgung. Einige Tage später konnten wir die Katzen dann wieder auf dem Hof der Frau freilassen, wo sie weiter gefüttert werden.

Zum Bestellen rufen Sie uns bitte an (Tel.: 030 – 30 10 38 31) oder senden Sie uns eine Email unter: berlin@aktiontier.org.

© aktion tier, Ursula Bauer

© aktion tier, Ursula Bauer

© aktion tier, Ursula Bauer

projekte

Tierärztin Birgit Hand untersucht die narkotisierte Straßenkatze vor der Kastration

Unser KittyPlakat im A3-For­ mat senden wir Ihnen gerne kostenfrei zu.

© aktion tier, Ursula Bauer

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Durch intensive Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit schafft das Projekt Kitty darüber hinaus auch Verständnis für die Straßenkatzen und fördert die Bereitsc haft in der Bevölkerung, diesen Tieren zu helfen oder neue, bislang nicht kastrierte Katzenpopulatio nen zu melden.

informiert +++

Mit Futter wird die Katze in die Lebendfalle gelockt

Gleich schnappt die Lebendfalle zu

informiert +++ akt ion tier

Kontakt

Unseren informativen Flyer zum Projekt Kitty können Sie über die aktion tier- Geschäftsstelle Berlin kostenfrei anfordern oder über unsere Homepage unter www. aktiontier.org / Rubrik Service / Downloadbereich herunterladen.

Kitty nimmt sich darüber hinaus auch neu gemelde ten Straßenkatzen-Beständen an und unterstützt die Betreuer vor Ort mit Futterspenden.

Im Rahmen unseres Straßenkatzen-Hilfsprojektes KITTY konnten wir im vergangenen Jahr bundesweit wieder über 5.000 Straßenkatzen einfangen und kastrieren lassen und somit die Situation der verwilderten Hauskatzen deutschlandweit verbessern. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin Eine unserer zahlreichen Kastrationsaktionen haben wir Ende November im sächsischen Obermuschütz durchgeführt. Wie überall in Deutschland leben auch in dem

n

Schwerpunkte des Projektes Kitty sind die Kastration, medizin Betreuung und kontrolli ische erte Fütterung von landweit werden Straßenkatzen. Deutsch an zahlreichen, dauerha ft angelegten Kitty-Fut stellen mit selbstge bauten Schlafhäuschen tervon ehrenamtlichen Tausende Straßen katzen Mitarbeitern gefütter halten kranke Tiere t und überwacht. So erschnelle Hilfe, nicht kastrierte Katzen können durch unsere Kitty-Tie rärzte kastriert und auf der Straße geborene Katzenbabys zur Vermittl ung eingefangen werden. Allein die Kastrationszahl von jährlich etwa 5000 Tieren dokumentiert den Erfolg unseres Projektes.

Auch die Zähne werden kontrolliert

Stra ß schl enkatz e iche r Ve n sind d rant wor ie Opfer tung slos ig

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Projekt KITTY

Das bundesweite Straßenkatzen- Hilfsprojekt von aktion tier

Nicht der h durch Jungti eingeg

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projekte

aktion tier-tierrettung münchen e.V., Bayern

aktion tier inform iert +++

Junge Stadttaube vor qualvollem Tod bewahrt

Als Straßenkatzen werden ehemal ige Hauskatzen Nachkommen bezeich und ihre net, die weder einen Besitzer Zuhause haben noch ein und ganzjährig draußen leben. ausgesetzten und Diese meist dann verwilderten Tiere sind nicht wechseln mit den zu verechten Wildkatzen (Felis silvestris). als unsere zahmen Anders , verschmusten Hauskatzen sind Straßenkatzen wild echte und scheu. Sie lassen noch in der Wohnun sich weder anfasse g halten. n

D

Diese Katzen sind jedoch ehr standortstreu und leen immer in unmitte lbarer ähe des Mensch en. Von rlaubsreisen ins Ausland nnt wohl jeder meist sehr rhungert und krank aushende Straßenkatzen, die rt zum gängigen Stadtd gehören. Aber auch in utschland sind verwilte Hauskatzen überall t anzutreffen, wo Menschen wohnen . Sie leben in Hinterhö an Krankenhäusern , auf Industriegelände ändlichen Raum n oder Friedhöfen. finden sich oft große Gruppen verwilde skatzen auf Bauernrter und Reiterhöfen.

t kastrierte Straßen katzen harten Lebensbedingun vermehren sich unkontrolliert. Trotz gen und der perman h Krankheit, Hunger enten Bedrohung und Straßenverkehr überleben viele iere, so dass die der Populationen ständig wachsen, wenn griffen wird. nicht

Im folgenden Fall wurden wir am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages von Mitarbeitern eines Hotels in der Münchner Innenstadt gerufen. Sie berichteten, dass eine Taube an den Metallspikes, die zur Taubenabwehr an der Fassade angebracht werden, feststeckte. Da sie befürchteten, dass das Tier wohl schwer verletzt sei, unternahmen sie selbst keine Befreiungsversuche, sondern baten sofort um kompetente Hilfe. Von Dr. Sylvia Haghayegh

n tier hat sich des Problemkomplex es „Straßenkatzen“ men und im Jahr ange2002 sein Projekt Kitty ins Leben gerufen insam mit seinen Mitgliedern, Projektp . artnern und ehrenam Mitstreitern hilft Kitty, tdas Leid der Straßen katzen effektiv und haft zu mindern.

Vorsichtig versuchte ich mit beiden Händen, ihren Körper leicht anzuheben. Dabei spürte ich einen Widerstand. Der Grund dafür war eine dünne Schnur, die sich sowohl an den Beinen der Taube als auch an zwei nebeneinander befestigten Metallspikes verfangen hatte. Das

arme Wesen steckte sozusagen mit jedem Fuß an einem Spike fest. Durch die verzweifelten Befreiungsversuche hatte sie sich an den Beinen erheblich verletzt. Das Unglück musste so passiert sein: Die Taube wurde durch einen Aschenbecher, der auf dem Fenstersims lag, angelockt. Sie vermutete wohl, darin etwas Essbares zu finden. Eine Schnur, die sich bereits zuvor um ihre Beine gewickelt hatte, muss sich beim Landeanflug so unglücklich in den Spikes verfangen haben, dass ein Entkommen aus eigener Kraft nicht mehr möglich war. Die Taube muss wohl die Schnur schon länger mit sich getragen haben. Dies war daran zu erkennen, dass die Beine im Gelenk stark geschwollen und die Blutzufuhr der Zehen bereits deutlich beeinträchtigt war. Vorsichtig durchtrennte ich die stramm anliegende Schnur und bemerkte, dass diese bereits tiefe Riefen an ihren Beinen hinterlassen hatte. Nach einer schonenden Wundbehandlung und Versorgung der Verletzungen, verabreichte ich der Taube ein starkes Schmerzmittel und ein geeignetes Antibiotikum. Über Nacht bekam sie eine

warme Schlafgelegenheit mit Wasser und Futter. Als ich sah, wie sie sich auf das Futter stürzte und dies bereits innerhalb weniger Minuten aufpickte, war ich sehr erleichtert und freute mich, dass ich diesem Geschöpf das Leben habe bewahren können. Dies war wahrhaftig der schönste Moment zum Ausklang meines Arbeitstages. Wiederum ist mir aufgefallen, wie dankbar Tauben jedes Mal für ihre Befreiung sind. Sie sind freundliche und geduldige Geschöpfe. Nicht umsonst sind sie das Symbol

des Friedens und der Ehe. Trotzdem werden sie als Plage empfunden und man setzt vielerorts Netze oder Spikes zu ihrer Abwehr ein. Diese Abwehrmaßnahmen können sich durchaus als potentielle Verletzungsquellen darstellen, wie in diesem Fall geschildert.

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© aktion tier-tierrettung münchen e.V.

Vor Ort angekommen, stellte ich fest, dass die Einschätzung des Hotelpersonals sehr wohl zutraf. Die Situation stellte sich wie folgt dar: Eine Taube war durch die sehr nah aneinander befestigten Metallspikes regelrecht eingekeilt und fixiert. Auf den ersten Blick konnte ich nicht erkennen wie sie sich in diese missliche Lage gebracht hatte. Da sie jedoch regungslos da saß und keinerlei Flucht- und Abwehrreaktionen bei meiner Annäherung zeigte, hatte ich fast den Eindruck, dass einer der Metallspikes ihren Körper durchbohrt haben musste.

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aktion tier-Meissen

Jahresrückblick 2013

Im Jahr 2013 wurden im Tierheim von aktion tier-Meissen 253 Tiere aufgenommen. Vor allem durch unsere aktive Medien- und Pressearbeit konnten wir insgesamt 304 Tiere in ein neues Zuhause vermitteln und somit auch unseren „Altbestand“ etwas reduzieren. Darauf sind wir sehr stolz.

© aktion tier, Ursula Bauer

In unserem Tierschutzcentrum in Meißen war im vergangenen Jahr wieder eine Menge los. Anhand einiger Beispiele möchten wir Ihnen hier einen kleinen Überblick über unsere vielfältige Arbeit geben. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin bei uns im Tierheim in einer großen Voliere und fühlen sich augenscheinlich wohl. Wir sind der Meinung, dass diese exotischen Tiere nicht in Privathand gehören, da ihre Haltung und Pflege großes Fachwissen erfordert. Daher suchen wir im Moment nach einem Platz in einem zoologischen Garten oder einer entsprechend ausgestatteten Auffangstation für Affen.

Leider waren unter den aufgenommenen Hunden auch wieder 8 ausgesetzte Tiere. Ein Teil davon wurde bei Nacht und Nebel direkt vor unserem Tierheim sich selbst überlassen. Im Januar 2013 beispielsweise wurde eine hellbraune Staffordshire-Labrador-M ischlingshündin in Finsternis und Kälte an unserem Zaun angebunden. „Moon“ war sehr lieb und zutraulich und konnte daher bald vermittelt werden.

Junge Waschbären

Auch die Igel wurden bis auf 4 nach der Genesung wieder in die Freiheit entlassen. Die 4 sehr kleinen Igelkinder wurden von uns den Winter hindurch versorgt und können im kommenden Frühjahr dann wieder freigelassen werden.

Ausgesetzte Hündin Moon

Ende August kamen die bisher außergewöhnlichsten Tiere zu uns: 3 Weißbüscheläffchen. Sie stammten aus einer Privathaltung in der Nähe von Rostock. Die Besitzer hatten sich die Tiere in der Annahme angeschafft, man könnte diese Affen wie Haustiere halten und waren nach kurzer Zeit völlig überfordert. Die 3 Äffchen leben 22

projekte

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© aktion tier, Ursula Bauer

© aktion tier, Ursula Bauer

© aktion tier

Anfang November ereignete sich eine sehr skurrile Geschichte. Eine

Weißbüscheläffchen

Wir kümmern uns außerdem um verletzte oder hilflose heimische Wildtiere. In 2013 wurden 1 Rehkitz, 5 Waschbärjunge, 1 Eichhörnchen und 18 Igel im Tierheim aufgenommen und versorgt. Das Rehkitz hatte einen komplizierten Beinbruch und weitere Verletzungen, an denen es trotz intensiver Pflege leider verstorben ist. Die kleinen Waschbären, die nach dem Tod der Waschbärmutter fast verhungert wären, konnten bis auf 1 sehr krankes Tier von uns aufgepäppelt und später über eine Außenfutterstelle ausgewildert werden.

Tierpflegerin Anne Pionke mit Igelbaby

aufgeregte Anruferin erzählte, dass sie einen weiblichen Mops via Ebay gekauft hatte. Nach 2 Tagen hätte die Hündin nun völlig unerwartet einen toten Welpen geboren. Die überforderte Besitzerin bat um Hilfe, da sie kein Auto hatte, um in die Tierklinik zu fahren und ahnte, dass die Geburt noch nicht zu Ende war. Die Mopsdame brachte in unserem Tierheim dann noch 3 weitere Babys zu Welt, von denen jedoch nur eines überlebte. Maja ist als Einzel-


kind inzwischen ein richtiger Brocken geworden und konnte bereits in ein neues Zuhause umziehen. Die Mopsmama wurde auch wieder von ihrer Besitzerin abgeholt. Zum Schluss noch eine sehr schöne Geschichte, die sich Anfang dieses Jahres ereignet hat. Eine junge Frau fragte in unserem Tierheim nach Stachelmäusen, da sie sich für diese Tiere interessierte und eine Haltung in Erwägung zog. Zufällig

© aktion tier

Catrin Nohlen mit Katze Adele

lebt bei uns eine Gruppe Stachelmäuse, so dass wir die Interessentin zum Kleintierbereich führten. Um dorthin zu gelangen, muss man durch unser Katzenhaus, in dessen Gang sich auch immer ein paar Katzen aufhalten. Diese kamen auch gleich näher, da sie sich brennend für Besuch interessieren. Eine der Miezen, die sehr auffällig gefärbte `Mietzi´ lief zielstrebig auf die Frau zu, die wie angewurzelt stehen blieb und auf das Tier starrte. Dann schossen ihr die Tränen in die Augen. `Mietzi´ war ihre verloren geglaubte Katze `Adele´. Eine Verwechslung war ausgeschlossen. Freigänger `Adele´ war vor einem halben Jahr plötzlich nicht mehr zum Fressen erschienen und ihre Besitzerin fand sich schließlich damit ab, dass die Katze wohl verunglückt war. `Adele´ war bei uns von einem jungen Paar abgegeben worden welches behauptet hatte, die Katze würde ihnen gehören und sie könnten das Tier nicht mehr in der neuen, kleineren Wohnung halten. Ein normales Abgabetier also. Für uns gab es keinen Grund, misstrau-

Mario Assmann, Leiter von aktion tierMeißen mit Mopsbaby Maja

© aktion tier

Mopsdame mit Einzelkind Maja

© aktion tier, Ursula Bauer

projekte

isch zu sein oder weitere Nachforschungen anzustellen. Was für ein unglaublicher Zufall, dass `Adele´ und ihre wirkliche Besitzerin sich nach so langer Zeit in unserem Tierheim wiedergefunden haben und nun hoffentlich nie mehr trennen werden.

Jahreszahlen 2013 im Überblick Aufgenommene Katzen: 144 Aufgenommene Hunde: 44 Aufgenommene Exoten (z.B. Reptilien, Affen, Vogelspinnen): 60 Aufgenommene Nutztiere (Schafe): 6 Aufgenommene Kleintiere (z.B. Kaninchen, Meerschweinchen): 114 Aufgenommene Wildtiere: 25 Summe aufgenommene Tiere: 253 Vermittelte Hunde: Vermittelte Katzen: Vermittelte Vögel: Vermittelte Kleintiere: Vermittelte Reptilien: Summe vermittelte Tiere:

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106 171 7 14 6 304

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Animal Hoarding Fall in Vitzeroda

Marietta P. mit einem ihrer Hunde

© aktion tier, Ursula Bauer

Am 10. November 2011 hatte das Veterinäramt des Wartburgkreises auf unsere Anzeige hin alle Tiere, die sich im Kasernengebäude befanden, beschlagnahmt. Wir waren

Hund mit Angststörungen

Übergewichtige Hündin mit Senkrücken und Hängegesäuge

bei der Räumung dabei und hatten 65 Hunde sowie 6 Katzen übernommen. Wenn wir an diesem Tag nicht mit vor Ort gewesen wären und unsere Unterstützung angeboten hätten, wäre es nie zu einer Beschlagnahmung gekommen. Denn das Veterinäramt hatte weder Geld noch gab es im Landkreis genug Plätze in Tierheimen zur Unterbringung der Hunde. Der Anteil von aktion tier an der Beendigung dieses Animal Hoarding-Falles ist also enorm. Uns hat die Unterbringung und Versorgung der verfetteten, kranken und traumatisierten Hunde bisher rund

130.000 Euro gekosten. In unserem Tierheim in Meißen sitzen auch heute, 2 Jahre nach der Beschlagnahmung, noch 4 dieser VitzerodaHunde, da sie immer noch nicht vermittelbar sind.

© aktion tier

Bei der Beschlagnahmung der Tiere

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wir klären auf

• Ausgabe 1/2014

© aktion tier, Ursula Bauer

Sie erinnern sich bestimmt noch an unseren großen Animal Hoarding-Fall Ende 2011, in dem Marietta P. die Hauptrolle gespielt hat. Damals hielt die inzwischen 50jährige Frau auf einem ehemaligen Kasernengelände bei Vitzeroda unter anderem mit 125 Hunden unter katastrophalen Bedingungen. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

© aktion tier, Ursula Bauer

Marietta P. wegen Tierquälerei zu einem Jahr Haft verurteilt

Marietta P. ist gelernte Versuchstierpflegerin. Sie hat in jungen Jahren beim Chemie- und Pharmaunternehmen Hoechst gelernt, Tiere zu versorgen, die eingesperrt in kleinen Käfigen darauf warten, dass giftige Chemikalien an ihnen getestet werden. Nach ihrer Ausbildung hat sie 2 Jahre lang Nutztiere versorgt, an denen Futtermittelversuche durchgeführt wurden. Danach war sie offenbar bis heute nie mehr erwerbstätig, sondern durchgängig Hartz-4-Empfängerin. Schon seit Mitte der 90er-Jahre ist Marietta P. immer wieder durch ausufernde Tierhaltungen aufgefallen, die sie an häufig wechselnden Standorten vorrangig in Hessen und Thüringen betrieben hat. Es gab Probleme mit der Versorgung der vielen Tiere, die Gelände waren vermüllt, häufig gab es weder Strom noch Wasser. Immer ist sie bei Nacht und Nebel verschwunden, wenn die Wegnahme der Tiere drohte. Nach der Räumung der Kaserne wurde Marietta P. ein generelles


wir klären auf

© aktion tier, Ursula Bauer

derin zusammen mit ihrem neuen Lebensgefährten in einem Bauernhaus in der Ortsmitte lebt.

Ponys, Pferde und Ziegen auf dem Kasernengelände

Die Tiere, die sich direkt am Haus in einem kleinen Auslauf befanden, kamen uns sehr bekannt vor. Es handelte sich um die gleichen 2 Ziegen, 3 Ponys und 2 Pferde, die Frau P. bereits auf dem Kasernengelände im Thüringischen Vitzeroda gehalten und offiziell abgegeben hatte. Wir stellen Marietta P. zur Rede. Sie behauptete, dass ihr die Tiere nicht gehören und dass sie diese auch nicht betreuen würde. Leider ist diese Methode bei Menschen mit Tierhalteverbot sehr beliebt. Offiziell gehören ihnen die Tiere nicht und es ist nur sehr schwer nachzuweisen, dass eine Betreuung stattfindet. Wir konnten jedoch im Ort mehrere Zeugen ausfindig machen,

die Marietta P. beim Betreuen der Tiere gesehen haben und dies auch vor Gericht bezeugen würden. Gemäß unseren Recherchen handelt es sich bei der offiziellen Besitzerin der Tiere um eine Verwandte von Marietta P., die in der Nähe von Frankfurt am Main lebt.

© Anett Wundrack

Tierhalte- und Betreuungsverbot durch das Veterinäramt des Wartburgkreises auferlegt. Die 2 Ziegen, 3 Ponys und 2 Pferde, die sich neben den Hunden und Katzen auf dem Gelände befanden, wurden damals nicht beschlagnahmt. Aber die Animal Hoarderin musste diese

Tiere auf Anordnung des Amtes hin abgeben, was sie auch getan hat. Marietta P. mit Vitzeroda-Tieren in Hessen

© aktion tier, Ursula Bauer

Wir erstatteten nach der Beschlagnahmung eine umfangreiche Strafanzeige. Im Rahmen des im Oktober 2012 gestarteten Prozesses vor dem Amtsgericht Eisenach verlangte der Anwalt von Marietta P. angesichts der von uns vorgelegten erdrückenden Beweise schließlich ein psychiatrisches Gutachten. Er wollte erreichen, dass seine Mandantin für psychisch krank erklärt wird und somit nicht schuldfähig ist. Für uns war klar, dass es sich um einen taktischen Schachzug handelte. Anstatt für das, was sie angerichtet hat, die Verantwortung zu übernehmen, wollte Marietta P. nur möglichst ungeschoren davonkommen.

oben: Nicht artgerechte Haltung der Vitzeroda-Tiere in Hessen unten: Die Vitzeroda-Tiere am 30.10.2013 in Hessen

Neuer Wohnsitz in Hessen

© Anett Wundrack

Jetzt hieß es für uns erst einmal Geduld haben. Häufig erhielten wir Hinweise auf angebliche neue Wohnsitze der Tiersammlerin, die sich allerdings alle als falsch erwiesen. Im November 2013 kam dann ein wertvoller Hinweis einer Tierschützerin. Frau P. würde in einem kleinen Ort bei Bad Hersfeld in Hessen leben. Wir fuhren hin und stellten fest, dass die Animal HoarMitgliederjournal

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© aktion tier, Ursula Bauer

Natürlich haben wir auch diese neuerlichen Informationen dem für den Prozess zuständigen Richter im Amtsgericht Eisenach übergeben. Der Strafprozess wurde Mitte November 2013 dann fortgesetzt. Zu unserer großen Erleichterung konnte der psychiatrische Gutachter keine Krankheit feststellen. Er betonte, dass Frau P. für ihr Tun voll verantwortlich ist. Sie hatte während der Verhandlung immer wieder behauptet, dass sie nicht NEIN sagen konnte, wenn ihr Tierschutzvereine oder Privatpersonen Hunde „aufs Auge“ gedrückt hätten. Der Gutachter stellte jedoch ausdrücklich fest, dass Frau P. sehr wohl in der Lage gewesen wäre, keine Hunde mehr aufzunehmen. Sie hätte ganz bewusst JA gesagt, immer mehr Tiere angehäuft und unter furchtbaren Zuständen in der Kaserne gehalten.

© aktion tier, Ursula Bauer

In diesem Raum in der Kaserne wurden 6 Katzen gehalten

Am 22. November 2013 wurde Marietta P. dann schließlich wegen Tierquälerei in der ehemaligen Kaserne von Vitzeroda zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, die Bewährungsdauer beträgt 3 Jahre. Außerdem muss die 50-jährige Animal Hoarderin 200 Stunden gemeinnützige Tätigkeit ableisten. Zusätzlich wurde ihr ein generelles Tierhalteverbot für 5 Jahre auferlegt. Was für uns sehr wichtig ist: Das dauerhafte Tierhalte- und Betreuungsverbot

Pferde am 10.11.2011 auf dem Kasernengelände bei Vitzeroda

des Veterinäramtes Wartburgkreis gilt auch weiterhin unabhängig von diesem Urteil. Da in der Regel Strafverfahren wegen Tierquälerei eingestellt oder lediglich mit einer Geldbuße bestraft werden, waren wir natürlich sehr glücklich, dass in diesem Fall eine Freiheitsstrafe verhängt wurde. Richter Engels machte im Rahmen der Urteilsbegründung deut­lich,

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wir klären auf

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© aktion tier

aktion tier Mitarbeiter vor dem Amtsgericht in Eisenach

© aktion tier, Ursula Bauer

Pony auf dem Kasernengelände

dass die Haftstrafe sofort vollstreckt würde, falls Marietta P. gegen die Bewährungsauflagen verstößt. Und das wird sie, da sind wir uns ganz sicher! Wir werden in diesem Jahr alles daran setzen zu beweisen, dass die aktuelle Tierhaltung in Hessen eine Strohmanngeschichte ist, Frau P. damit gegen das Tierhalte- und Betreuungsverbot verstößt und somit ihre Haftstrafe tatsächlich verbüßen muss.


wir klären auf

Animal Hoarding Fall in Grossburschla (Thüringen)

aktion tier beendet aus dem Ruder gelaufene Katzenhaltung Mitte Dezember letzten Jahres wurde aktion tier von Verwandten einer Rentnerin um Hilfe gebeten. Der alten Frau war nach dem Tod ihres Mannes nicht nur die Organisation ihres Lebens, sondern auch die Kontrolle über ihre Katzenhaltung entglitten. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin © aktion tier, Ursula Bauer

Das Häuschen mit Nebengebäuden und großem Garten in dem kleinen Ort bei Treffurt in Thüringen war zunehmend verkommen und vermüllt. Der Rentnerin war die Fähigkeit, die Räumlichkeiten ordentlich zu halten und gut für sich selbst zu sorgen, abhanden gekommen. Und aus den ursprünglich 3 unkastrierten Katzen waren im Laufe der Zeit 16 geworden. Für Futter war gesorgt, aber der Gesundheitszustand der Tiere war alles andere als gut. Seit vielen Jahren hatte die Rentnerin kaum noch Kontakt zu ihren Angehörigen, wollte niemanden in ihr Messie-Haus lassen und schottete sich immer mehr von der Außenwelt ab. Durch einen plötzlich erforderlichen Krankenhausaufenthalt bot sich für die besorgte Tochter dann schließlich die Gelegenheit, nicht nur im Haus Ordnung zu schaffen, sondern auch die Katzenhaltung in Angriff zu nehmen.

Nachdem Anrufe bei den örtlichen Behörden erfolglos blieben, fand die Tochter schließlich bei aktion tier schnelle und unbürokratische Hilfe. Schon am Eingang des Anwesens erwarteten uns min­ destens 10 Katzen, die alle krank aussahen. Mit Lebendfallen und Keschern konnten wir zügig 13 Tiere einfangen und in unser Tierheim nach Meißen bringen. Tierärztin Birgit Hand stellte bei den teilweise sehr scheuen Tieren massiven Floh- und Ohrmilbenbefall sowie vereinzelte Augen- und Ohrenentzündungen fest. Die Schuppen und ehemaligen Stallungen des Einfamilienhauses, in denen sich die Katzen vorrangig aufhielten, waren mit dem Kot der Tiere und Bergen von Abfall verunreinigt. Derart schlechte hygienische Bedingungen sind immer auch ein guter Nährboden für Krankheiten.

Anne Pionke beim Einfangen

auch zunehmend auf, so dass wir davon ausgehen, alle Katzen vermitteln zu können. Mit der kranken Rentnerin hatte die Verwandtschaft inzwischen im Krankenhaus mehrmals über das Katzenproblem gesprochen. Sie zeigte sich einsichtig und war schließlich nicht nur einverstanden sondern sogar froh, dass aktion tier geholfen und ihre Katzen übernommen hat.

Die Katzen in Transportkörben im Tierheim Meissen

Wir ließen mehrere Lebendfallen vor Ort, so dass die Verwandten noch 3 weitere Katzen einfangen und nach Meißen bringen konnten. Die Tiere wurden in unserer Obhut nicht nur gesund, sondern tauten

© aktion tier, Ursula Bauer

© aktion tier, Ursula Bauer

Die Katzen auf dem Grundstück bei Treffurt

© aktion tier, Ursula Bauer

Müll und Katzenkot in einem Schuppen

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So werden Schweine in deutschen Mastställen gehalten.

Schweinemastanlage verhindert

Bürgerprotest hat Erfolg! ©Jan Peifer

Umweltverschmutzung, Trinkwasserverseuchung, allgegenwärtiger Gestank und damit verbundene allgemein sinkende Attraktivität der Region, unermessliches Tierleid – die Gründe, gegen geplante Tiermastanlagen zu protestieren, sind vielfältig. Bundesweit engagieren sich zahlreiche Bürgerinitiativen, Vereine und etliche Organisationen gegen den Bau immer neuer Megaställe. Jetzt konnte eine Bürgerbewegung in Brandenburg einen enormen Erfolg verbuchen. Ein Bericht von Jan Peifer

I

In der Gemeinde „Am Mellensee“ (Teltow-Fläming) sollte eine Anlage für 5.000 Mastschweine entstehen. Es handelte sich dabei um eine zur Umnutzung vorgesehene ehemalige Rindermastanlage und schon um die zweite Schweinezucht im großen Stil am Mellensee. Doch nach dreimonatigem massivem Protest gegen die Pläne hatte sich der Eigentümer des Geländes, eine Agrargesellschaft, gegen den Verkauf an den Investor entschieden. Der zustän-

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dige Bürgermeister hatte lange mit einer klaren Position zum Bau der Anlage gezögert und auf die anstehende Entscheidung des Landesumweltamts über eine Umweltverträglichkeitsprüfung verwiesen. Da der Mellensee und ein bei Anwohnern wie Touristen beliebtes Naherholungsgebiet nur rund 1000 m von der geplanten Anlage entfernt liegen, hatte die Gemeinde die Prüfung beantragt. Durch den Rückzug des Verkaufsangebotes durch den Eigentümer wird die Genehmigung nun überflüssig. Das Gebiet wird bereits durch eine weitere Mastanlage schwer belastet. So schwer, dass die Bürgerinitiative ein Umkippen des Sees durch weitere negative Einwirkungen einer zusätzlichen Anlage befürchtet hatte. Da jedoch auch die bereits bestehende Mastanlage weiter aufgestockt werden soll, wollen die Initiatoren der Bürgerinitiative ihre Arbeit weiterhin fortsetzen und gegen Massentierhaltung protestieren. Mit ihrem Erfolg setzen sie auch ein wichtiges Signal für weitere Initiativen, die sich bundesweit, besonders aber in Ostdeutschland, gegen den Bau von immer größeren Mastanlagen einsetzen.

Mastanlage in der Uckermarck geplant Eines der wohl bekanntesten Vorhaben liegt nicht weit entfernt in der Uckermarck: Schon 2004 hatten Investoren begonnen, sich für die Inbetriebnahme einer 1991 stillgelegten Schweinezucht- und Mastanlage mit einer Kapazität von 37.000 Schweinen (ursprünglich waren 85.000 Tiere, dann 60.000-70.000 Mastplätze geplant) im Norden der brandenburgischen Gemeinde Haßleben, einzusetzen. Seit nunmehr neun Jahren kämpfen Tierschützer gegen den holländischen Investor und seine Pläne; 2013 schließlich wurde die Anlage vorerst genehmigt, obwohl die Gegner fast 50.000 Unterschriften gegen das Vorhaben sammeln konnten. Doch bis heute ist der Kampf nicht entschieden. Auch im friesischen Simonsberg setzen sich Bürger gegen den Bau von Großmastanlagen ein. Hier existiert bereits eine Anlage mit einer Kapazität von etwa 1000 Schweinen. Als Pläne bekannt wurden, die Größe um fast 3000 Mastplätze


Keine Bewegung, kein Auslauf, Alltag in der „Nutztierhaltung“

Landwirtschaft verdrängt. Besonders paradox ist dabei, dass die bei Verbrauchern mit kleinen Bauernhöfen verbundene Landwirtschaftidylle die Marketingstrategie auch von Großindustriellen noch immer prägt. Glückliche Schweine auf grünen Wiesen vor reetgedeckten Bauernhöfen: Das Bild auf der Wurst-

©Jan Peifer

Mit artgerechter Haltung hat das nichts zu tun – kein Wunder, dass die Bürger sich wehren

verpackung hat mit der Herkunft des Fleisches nicht das Geringste mehr zu tun. Es ist daher aus vielerlei Hinsicht wichtig, dass Initiativen wie in Haßleben, Friesland oder Teltow sich auch in Zukunft stark machen gegen die immer stärker ausufernde industrielle Massentierhaltung.

So will kein Tier leben müssen

©Jan Peifer

zu erweitern, gründete sich auch hier eine Bürgerinitiative gegen den Ausbau. Im Vordergrund der Proteste stehen neben erheblichen Belastungen für das Umfeld die Haltungsbedingungen der Tiere: Die Unterbringung der Tiere in den Megamastanlagen ist alles andere als artgerecht. Nach dem Tierschutzgesetz müssen auch sogenannte Nutztiere ihren Bedürfnissen entsprechend untergebracht und versorgt werden. Der Alltag in einer Schweinemast aber ist davon weit entfernt. Bewegungslose Muttertiere, fixiert in Kastenständen, die ihrem Nestbautrieb nicht nachkommen können; durch Bewegungsmangel hervorgerufene Verkümmerung und Entzündungen, Betonspaltenböden statt Einstreu – die Liste der Missstände ist lang. Im Vordergrund bei der Planung von großen Mastanlagen steht nicht das Tier, sondern die Gewinnoptimierung. Durch Maschinisierung und ausgebaute Industrialisierung wird der Einsatz von Arbeitskräften immer weiter reduziert, wenige Arbeiter können tausende Tiere versorgen. Oft wird beim Bau großer Anlagen mit der Schaffung von Arbeitsplätzen geworben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Durch die immer weiter fortschreitende Konzentration auf immer weniger, dafür immer größere Betriebe werden kleinere Unternehmen zunehmend aus der

©Jan Peifer

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Unser Kampf gegen den skrupellosen Welpenhandel

Das lukrative Geschäft mit Hundewelpen blüht nach wie vor. Trotz unserer umfangreichen Aufklärungsarbeit sind leider immer noch viele Menschen der Meinung, sich einen Hund wie ein Kleidungsstück im Internet bestellen zu müssen. Aber wir kämpfen unermüdlich weiter und können immer wieder Welpenhändlern einen Strich durch die Rechnung machen. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

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alle gechippt. Aber in den Ausweisen der 4 Vizsla-Welpen fehlte die für die Einfuhr nach Deutschland vorgeschriebene Tollwutimpfung. Die Pässe der Französischen Bulldoggen stammten merkwürdigerweise aus den Niederlanden, die tierärztlichen Einträge jedoch aus Ungarn. Diverse Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen also, die uns veranlassten, sofort die Polizei zu rufen. Diese nahm den Vorgang und die Personalien der Hundehändler auf. Wir konnten alle Welpen sicherstellen und in unser Tierheim nach Meißen bringen, wo sie in der Quarantänestation untergebracht und tierärztlich versorgt wurden.

Vergangenen November beispielsweise wollten zwei Männer aus Ungarn an der Autobahnraststätte „Dresdner Tor“ 2 Vizsla-Welpen (Ungarische Vorstehhunde) verkaufen. Ein Fernsehsender hatte den Kauf eingefädelt und aktion tierMeissen um fachkundigen Bestand gebeten. Weitere 2 Vizsla-Welpen sowie 2 kleine Französische Bulldoggen befanden sich im Kofferraum der Welpenhändler. Auch diese Tiere wollten die Männer bei ihrer Fahrt durch Deutschland für 380-500 Euro pro Welpe verkaufen. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass die Hunde nicht das für den legalen Transport nach Deutschland erforderliche Alter aufwiesen. Europäische Impfausweise waren zwar vorhanden und die Tiere waren auch

Alle Hundebabys waren mit Darmparasiten wie Spulwürmern, Giardien und Kokzidien befallen.

wir klären auf

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Vor allem Kokzidien verursachen starken Durchfall und können bei Jungtieren sogar zur Tod führen. Ein Teil der Tiere litt außerdem an Nasen- und Augenausfluss. Besonders schlecht ging es den beiden kleinen Bulldoggen. Sie waren bei der Übernahme bereits sehr schwach und schwebten aufgrund einer akuten Infektion mit dem oft tödlichen Virus Parvovirose in Lebensgefahr. Inzwischen sind alle 6 Welpen jedoch Dank unserer Pflege wieder gesund und munter und konnten bereits in gute Hände vermittelt werden. Wie sich herausstellte, stammten die Tiere von einer ungarischen Züchterin, die seit Jahren regelmäßig ihre Welpen über das Internetforum „Quoka“ anbietet. Die Vor-

Niederländischer Pass mit ungarischem Tierarztstempel

© aktion tier, Ursula Bauer

© aktion tier, Ursula Bauer

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Bulldoggenwelpe

© aktion tier, Ursula Bauer

Vizsla-Welpe

© aktion tier, Ursula Bauer

Ungarische Welpenhändler gestoppt


wir klären auf

gehensweise ist immer gleich. Hundefreunde bestellen die Welpen und man trifft sich dann zur Übergabe auf einer Deutschen Raststätte. Was die meisten Menschen, die auf diese Weise einen Hund bestellen, jedoch immer noch nicht wissen: häufig sind die Impfausweise gefälscht, die Tiere illegale nach Deutschland importiert und die meist viel zu jungen Welpen krank. Auch unsere ungarische Züchterin hatte erst vor kurzem eine kranke Vizsla-Hündin an ein Paar aus Dresden verkauft. Dem Welpen ging es nach zwei Tagen sehr schlecht und er ist fünf Tage später in einer Tierklinik an Staupe und Parvovirose gestorben. raten, dem viele Hundert Welpen jährlich zum Opfer fallen. Bitte gehen Sie zu einem seriösen deut-

aktion tier wird nicht müde von dieser Art des Kundekaufs abzu-

Aus: Bild Dresden, 25.11.13  

schen Züchter oder ins Tierheim. Dort warten viele gesunde Hunde auf ein liebevolles Zuhause.

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© aktion tier, Ursula Bauer

aktion tier übernahm alle sechs Welpen

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© aktion tier, Ursula Bauer

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Aus: sz_online.de_Meißen 25.11.02013

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Gift im Kuhstall

Botulismus, eine unterschätzte Gefahr? Nicht nur die meisten Betroffenen haben den Skandal um BSE und Creutzfeld-Jacob wohl noch gut vor Augen. Verbraucher und Landwirte waren geschockt, als ein Zusammenhang von Tierseuche mit menschlichem Leid und Todesfällen bekannt wurde. Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet, durch strenge Kontrollen und rigide Maßnahmen konnte der Skandal eingedämmt werden. Doch nun scheint eine neue, weitgehend unbekannte Gefahr aufzuziehen – und zwar nicht erst seit kurzem. Ein Bericht von Jan Peifer

W

Wie jüngst bekannt wurde, verbreitet ein besonders aggressives Bakterium Angst und Schrecken unter den Landwirten vor allem in Norddeutschland und Skandinavien: Das von dem Einzeller produzierte Protein Botulinumtoxin, den meisten als Botox bekannt, ist eines der stärksten natürlich vorkommenden Gifte. Nur ein Gramm dieser Substanz z. B. im Trinkwasser reicht

aus, um über 100.000 Menschen zu töten. Botulinumtoxin gehört zu den tödlichsten Biowaffen, die von kriegstreibenden Nationen jemals hergestellt worden sind. Durch einen internationalen Sperrvertrag ist der Kriegseinsatz heute verboten, doch aus Angst vor Terrorismus („Bioterrorismus“) müssen Pharmafirmen im Umgang mit dem Gift strengste Auflagen berücksichtigen.

Die gefährliche Substanz wird über Sporen aufgenommen und verbreitet sich dann über das Zentralnervensystem, führt zu Muskellähmung und kann ein Versagen der Vitalfunktionen verursachen. Als Mitte der 1990er Jahre norddeutsche Rinderwirte genau diese Symptome verstärkt bei ihren Tieren bemerkten, dachte zuerst noch niemand an das Nervengift. Die Fallzahl jedoch wuchs, und von 1995-2003 wurden allein in Mecklenburg-Vorpommern 22 Fälle bekannt. Untersuchungen ergaben: Tatsächlich war das Bakterium Clostridium botulinum der Verursacher von Leid und Todesfällen. Mittlerweile haben Studien gezeigt, dass in Teilen Schleswig-Holsteins, Niedersachsens und MecklenburgVorpommerns bis zu 70 % der rinderhaltenden Höfe betroffen sein können. Übertragungswege der Krankheit auf den Menschen sind noch nicht eindeutig geklärt, doch gibt es einen deutlichen Zusammenhang. Viele Betreiber von Höfen mit erkranktem Tierbestand leiden auch selbst unter Symptomen

©Jan Peifer

In der Massentierhaltung verbreiten sich Krankheiten schnell

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report

• Ausgabe 1/2014


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wie Muskellähmung, daumendick angeschwollenen Venen und dunklen Zahnfleischverfärbungen – eindeutige Vergiftungserscheinungen. Selbst Ungeborene werden durch die Vergiftung nachhaltig geschädigt; auf betroffenen Höfen aufgewachsene Kinder leider mitunter unter massiven Entwicklungsstörungen.

worden waren, wurde im August 2013 die Tötung von 32.000 Tieren angeordnet. Mittlerweile regt sich jedoch ein kleiner Hoffnungsfunke – nach jahrelangen Verhandlungen mit den zuständigen Ministerien und Veterinärämtern ist im Jahr 2013 endlich die Klage einiger Bau-

ern für einen Entschädigungsfonds zugelassen worden. Der Ausgang des Verfahrens ist völlig offen, insgeheim rechnen Experten aber mit einem positiven Ende und der offiziellen Anerkennung der gefährlichen Krankheit als Tierseuche nach dem Seuchengesetz.

©Jan Peifer

Doch obwohl der nächste große Ernährungsskandal also fast schon erwartet werden kann, fühlen Landwirte sich allein gelassen von der Politik. Denn trotz des massenhaften Befalls von Tieren mit den gefährlichen Bakterien, sind die Kriterien der gesetzlichen Begriffsbestimmungen erfüllt. Denn Botulismus ist offiziell noch immer nicht als Tierseuche anerkannt. Für betroffene Landwirte heißt dies: Für tote Tiere gibt es keinen Ersatz von der Tierseuchenkasse, die im Falle von Massentötungen für die finanzielle Entschädigung betroffener Landwirte sorgt. Die fehlende Anerkennung bedeutet auch eine fehlende Risikoabsicherung gegenüber dem Verbraucher, denn als produzierende Unternehmer stehen Landwirte zunächst allein in der Verantwortung. Im Falle von Folgeschäden durch eine Tierseuche aber gibt es eigene Regelungen, Behörden übernehmen dann zumindest einen Teil. Einen möglichen Grund sehen einige Bauern darin, dass über den Botulismus und seine Verbreitung noch nicht genügend Gewissheit besteht. Sollte sich etwa zeigen, so der Verdacht, dass nicht nur Rinder, sondern auch andere Tiere wie Pferde, Schweine oder Kleintiere betroffen sind, könnte eine ausbrechende Seuche immense Kosten produzieren. Diese müssten dann durch offizielle Stellen abgefangen werden, bisher lasten sie voll auf den Landwirten. Dass diese Vermutung gar nicht so unwahrscheinlich ist, zeigt ein Ausbruch von Botulismus unter Masthähnchen in Niedersachsen: Nachdem die Bakterien nachgewiesen

©Jan Peifer

Botulismus ist offiziell nicht als Tierseuche anerkannt

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Haselnüsse ©Kurt Michel_pixelio.de

aktion tier informiert

Eichhörnchen suchen Hilfe bei Menschen

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Trifft man in freier Natur anhängliche Eichhörnchen, sollte man helfen und sich der Tiere anneh­ men. Die Pflege und Betreuung muss jedoch immer von fachkundigen Personen durchgeführt werden, damit sich so ein Fall nicht wiederholt.

Die Auswilderung von Pfleglingen muss immer allmählich über Außenvolieren durchgeführt werden. In diesen Volieren erhalten die Tiere weiterhin Nahrung, aber die Türen stehen offen, so dass Ausflüge in die Frei- Eichhörnchen in der Überwinterungsvoliere heit nach Belieben unternommen werden können. Nach einer gewissen Zeit haben sich die Hörnchen draußen orientiert und kommen immer seltener zu Besuch in die Voliere, bis sie schließlich ganz verschwinden und ein eigenständiges Leben ohne Hilfe des Menschen führen. Man muss den Hörnchen die Entscheidung selbst überlassen, wann sie endgültig gehen möchten.

Die Eichhörnchen-Hil­ fe Berlin/Brandenburg e.V. hat unseren kleinen Kerl übernommen. Er hat den Winter in den großen Volieren des Vereins in Gemeinschaft mit Artgenos-

© knipseline_pixelio.de

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sen verbracht. Im Frühjahr wird das Hörnchen nun in einer der vielen Auswilderungsvolieren langsam an die Freiheit gewöhnt.

© aktion tier, Ursula Bauer

© aktion tier, Ursula Bauer

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Im vergangenen Herbst wurde in der Berliner aktion tier-Geschäftsstelle solch ein „menschelndes“ Hörnchen abgegeben. Es hatte Tierfreunde in einem Berliner Park hartnäckig verfolgt und war an ihnen hochgeklettert, so dass sie es schließlich in einen Karton setzten und zu uns brachten. Wir stellten das Tier erst einmal dem Tierarzt vor, der dem jungen Eichhornmann beste Gesundheit attestierte. Warum also war dieses Jungtier Menschen hinterhergelaufen? Tanja Lenn vom aktion tier-Projektpartner Eichhörnchen-Hilfe Berlin/ Brandenburg wusste den Grund. Das Hörnchen war ziemlich sicher von Menschen aufgezogen worden, die es dann einfach irgendwann

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Gerettetes Eichhörnchen

n tier, Ur su la Ba

wieder in die freie Natur gesetzt hatten, ohne es vorher auf ein selbstständiges Leben vorbereitet zu haben. Es hatte von einem Moment auf den anderen kein Zuhause mehr und wusste auch nicht, wie es sich Nahrung beschaffen soll. Deshalb hat es sich an Menschen gewandt, die ihm dann auch völlig richtig geholfen haben.

© a kt io

Ein in der Tierwelt einzigartiges Phänomen – kranke oder hilflose Eichhörnchen laufen Menschen hinterher. Die Gründe hierfür sind unbekannt aber selbst Eichhörnchen, die noch nie Kontakt zu Menschen hatten, wenden sich in Zeiten der Not an uns. Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin


© Jan Peifer

report

Aus der Tiermedizin

Obwohl das Tierschutzgesetz die Amputation von Körperteilen bei Tieren untersagt, geschieht tagtäglich genau dieses und zwar massenhaft. Verschiedenste Teile werden den Vierbeinern einfach abgeschnitten - meist ohne jede Betäubung. Alles für maximalen Profit. Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Der § 6 des Gesetzes zum Schutz der Tiere ist zu Beginn noch recht eindeutig. Das teilweise oder vollständige Entfernen von Körperteilen ist schlichtweg verboten. Doch dann folgt auf dem Fuße eine ganze Latte von Ausnahmegenehmigungen. Es dürfen amputiert werden • ohne Betäubung die Schwänze von

Nutztiere sind katastrophal. Aufgrund der Enge entwickeln sie Verhaltensstörungen. Sie nagen sich gegenseitig an und liefern sich üble Beißereien. Schlimme Verletzungen sind die Folge. Damit werden die Tiere für ihren Erzeuger wertlos. Dem will man vorbeugen. Deshalb schneidet man ihnen vorsorglich alles ab, was Risiken in sich birgt: die Zähne, die Schwänze, die Schnäbel und die Hörner.

unter 4 Tage alten Ferkeln

• ohne Betäubung die Eckzähne und • • • • • • •

Hoden von unter 8 Tage alten Ferkeln ohne Betäubung die Schwänze von unter 8 Tage alten Lämmern ohne Betäubung die Hörner von unter 6 Wochen alten Rindern ohne Betäubung das Zehenglied von Masthähnen ohne Betäubung die Hoden von Rindern, Ziegen und Schafen unter 4 Wochen ohne Betäubung die Schnäbel von Nutzgeflügel ohne Betäubung den Schwanz von Lämmern mittels Gummiring, der das Gewebe absterben lässt …sowie alles andere, was ein Tierarzt für nötig befindet.

Warum lässt der Gesetzgeber diese Grausamkeiten zu? Die Antwort ist einfach. Die Haltungsbedingungen für unsere

Vor vielen Jahren war man noch der Meinung, Jungtiere würden weniger Schmerz verspüren als ältere Artgenossen. Aus dieser Zeit stammen die oben angeführten Ausnahmegenehmigungen. Das ist lange her. Seriöse Studien haben diese These längst widerlegt. Heutzutage weiß jeder, auch junge Tiere empfinden Schmerzen, genauso wie Säuglinge. Unvorstellbar, einem Baby einen Finger ohne Narkose abzuschneiden. Doch obwohl Jungtiere bewiesenermaßen ein Schmerzempfinden haben, wie erwachsene Tiere auch, ist es in unseren Landen bis zum heutigen Tage möglich und durch den Gesetzgeber auch noch ganz konkret abgesegnet, viele Amputationen ohne jede Narkose oder örtliche Betäubung durchzuführen. Und das hunderttausendfach am Tag! Die Tiere werden zu Recht

© Jan Peifer

Verstümmeln verboten – eigentlich!

gestutzt, um in unserem tierquälerischen System zu funktionieren und zu überleben bis zum Tage ihrer Schlachtung. Aber was man nicht weiß, macht uns nicht heiß… Warum sind die Mastanlagen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich? Natürlich der Hygiene wegen, heißt es. Sicher auch. Doch vor allem deshalb, weil kein Mensch mehr Fleisch essen würde, wenn er mit eigenen Augen sähe, was hier unter Ausschluss der Öffentlichkeit passiert.

Das Kupieren bei Heimtieren Auch Heimtiere werden trotz Kupierverbots in Deutschland menschlichen Schönheitsidealen angepasst. Bestimmten Rassen (hier ein Dobermann) werden hierzu die Ohren und der Schwanz abgeschnitten. Oft wird dies mit einer potentiellen Verletzungsgefahr begründet. Nur in den seltensten Fällen ist der Eingriff jedoch tatsächlich medizinisch notwendig. Die Besitzer fahren dazu in der Regel ins Ausland, da in bestimmten Ländern das Kupieren immer noch erlaubt ist.

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Für Drinnen und Draußen

Spiel & Spaß mit Ihrem Hund

Wer sich Gedanken darüber gemacht hat, dass Hunde in der Haltung viel Geld und Zeit kosten und dafür sorgen kann, dass der Hund auch bei eigener Abwesenheit im Zweifel gut versorgt ist, sucht sich meist einen Hund nach dem Erscheinungsbild aus. Es gibt regelrechte Modetrends, denen viele ahnungslose Hundefreunde folgen. Es gab mal die Schwemme der Jack Russell Terrier – weil die ja so süß und so (praktisch) klein sind. Dass hier echte Bewegungsfreaks ihren Ansprüchen gerecht werden wollen – daran haben viele nicht gedacht. Auch eine Variante des ach so beliebten Hütehundes, weil er mit seinen drei Farben so lustig aussieht, zog in viele Haushalte, nichtsahnend, dass diese Hunde täglich Aufgaben brauchen, um sich wohl zu fühlen. Dann gibt es die sogenannte „MopsFraktion“ oder Fans der gemütlichen Bulldoggen. Hier ist der Hund Fehl am Platz, wenn Herrchen oder Frauchen sich nach langen, gemeinsamen 36

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Spaziergängen sehnen. Es ist ohnehin eher schwierig, sich auf Rassetypische Verhaltensmuster zu verlassen – letztlich ist jeder Hund ein Individuum, das sich individuell entwickelt. Da spielen viele Faktoren eine Rolle: Wie ist der Hund als Welpe aufgewachsen? Hatte er genügend Zeit während der Prägephase (8-16 Lebenswoche) verschiedene Lebenssituationen kennenzulernen? Wurde der Hund lange genug beim Muttertier und den Geschwistern gelassen (wichtig für die Sozialisierung mit anderen Hunden)? Und und und … Wer ein Hund aus dem Tierheim

Je mehr sich der Mensch mit seinem Hund beschäftigt, desto größer ist die Bindung.

h o lt , was wir natürlich am ehesten begrüßen, k a n n sich auch nicht auf ein rassetypisches Verhalten verlassen, da oftmals nicht genügend Informationen zur Vorgeschichte des Hundes vorliegen. Nichtsdestotrotz ist ein Hund aus dem Tierheim noch immer die beste Lösung. Ein langsames Kennenlernen von Mensch und Hund vorausgesetzt, erhalten die Besitzer meist einen dankbaren Freund auf vier Pfoten.

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Hunde gehören nach wie vor zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland. aktion tier wird nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, mit welcher Verantwortung die Haltung eines Haustieres im Allgemeinen, vor allem aber auch die eines Hundes einhergeht. Ein Hund kostet im Laufe seines ganzen Lebens rund 15.000-20.000 EUR und benötigt täglich (!) viel Zeit. Auch wenn Sie in den Urlaub fahren möchten oder vielleicht längere Zeit krank sind und sozusagen ausfallen. Es ist auch nicht damit getan, 3-4 Mal am Tag mit dem Hund um den nächsten Häuserblock zu gehen, nur, damit er seine Geschäfte erledigen kann. Je nach Hunde-Typ braucht der Hund sehr viel mehr Beschäftigung, körperliche Auslastung und auch Animation zur Kopfarbeit. Ein Bericht von Alexandra Diezemann


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Prinzipiell kann man sagen, dass der Hund glücklich ist, wenn er mit Frauchen oder Herrchen zusammen ist und nicht viel alleine sein muss. Ein Hund sollte ohnehin maximal 4-5 Stunden alleine sein müssen, besser weniger. Aber manchmal lässt sich das Alleine lassen nicht vermeiden – in den Supermarkt oder ins Kino z.B. kann der Hund nun mal nicht mit. Es ist aber nicht damit getan, dass Ihr Hund immer bei Ihnen ist. Die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund wird umso intensiver, je mehr Sie mit Ihrem Hund unternehmen und gemeinsam etwas erleben. Nachfolgend haben wir Ihnen ein paar Tipps zur gesunden Aktivität mit Ihrem Hund zusammengestellt. Agility – Hundesport für starke Typen Beim Agility geht es darum, in einer bestimmten Zeit mit dem Hund einen Parcours zu durchlaufen. Hierbei muss der Hund Hindernisse bewältigen, durch lange

Tunnel kriechen, Slalom laufen und vieles mehr. Ziel ist eigentlich nicht, dass der Hund dabei besonders elegant aussieht – Ziel ist, dass Mensch und Hund ein Team bilden. Der Mensch führt den Hund langsam an die Bewältigung der Hindernisse heran, der Hund schenkt seinem Menschen Vertrauen und viel Aufmerksamkeit. Das gemeinsame Bewältigen des Parcours stärkt die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Der Spaziergang – ein echtes Abenteuer Der Spaziergang ist für jeden Hund ein mehrmals tägliches Bedürfnis. Allerdings geht es nicht nur darum, dass der Hund seine Geschäfte verrichten kann. Er nimmt über seine Nase auf, was alles in seiner Umgebung passiert ist. Gewissermaßen ist es wie Zeitung lesen. Spannende Informationen werden erschnüffelt und viele Hunde, vor allem Rüden, markieren das Revier mit eigenen Duftnoten. Dies geschieht in Form des Urinierens oder auch mittels Scharren der Pfoten an denen jeweils Duftdrü-

sen sitzen. Der Spaziergang sollte aber auch genutzt werden, um mit dem Hund einfach Spaß zu haben. Wenn Sie beispielsweise im Wald unterwegs sind, so nehmen Sie doch einmal selbst Fährte auf. Scharren Sie gemeinsam mit Ihrem Hund im Waldboden, erkunden Sie abgelegene Büsche, rascheln Sie mit Ästen. Suchspiele sind gerade in freier Wildbahn spannend. Verstecken Sie das Lieblingsspielzeug Ihres Hundes oder ein Paar Leckerlis. Ihr Hund wird mit Begeisterung mit der Nase am Boden danach suchen. Diese Spiele sind auch Teil der oft so vernachlässigten Kopfarbeit. Der Hund muss sich dabei nicht nur körperlich anstrengen, sondern auch seine geistige Leistung ist gefragt. Planschen Sie bei warmen Temperaturen auch im oder am See. Bei guter Kleidung macht all dies auch bei Regen Spaß! Der Ball – Spaß oder Sucht? In so manchem Hund steckt ein echter Jäger. Kein Wunder, dass bei diesen der Ball hoch im Kurs ist. Allerdings ist Vorsicht geboten. Viele Hunde werden zu regelrechten Vorsicht Ball: Manche Hunde entwickeln sich zu regelrechten BallJunkies

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Beim Agility-Hundesport sind Geschick und Konzentration gefragt

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Was kann ich mit meinem Hund unternehmen?

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Hundekumpels – einfach ein riesen Spaß Es ist für alle Hunde wichtig, regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen zu haben. Dies fängt im Welpenalter an. Zunächst in der Geschwistergruppe lebend, probieren sie sich aus, messen ihre Kräfte und lernen Grenzen kennen. Im späteren Ver-

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Auch bei schlechtem Wetter gibt es ganz viele Möglichkeiten, den Hund sinnvoll zu beschäftigen.

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Balljunkies. Ihre ganze Aufmerksamkeit gilt dann beim Spaziergang ausschließlich dem kleinen runden Ding in Ihrer Hand und kaum etwas kann sein Interesse davon ablenken. Ist der Ball einmal geworfen, geben sie ihn entweder gar nicht mehr her und lassen den Besitzer stehen. Peinliche Situationen entstehen, wenn Frauchen oder Herrchen dann ratlos dem Hund hinterhereifern, um die Beute wieder an sich zu nehmen. Oder aber – ich spreche da aus eigener Erfahrung – Ihr Hund wird zum Dieb. Sobald ein Ball eines anderen Hundes erspäht ist, wird alles daran gesetzt, ihm diesen wegzunehmen. Stolz wie Oskar zeigt er gerne der ganzen Welt, was er sich geschnappt hat und die Geduld der anderen Hundebesitzer wird auf die Probe gestellt. Andere Hunde wiederum sind im Umgang mit dem Ball durchaus entspannt. Man sollte in jedem Fall gut abwägen, ob der Ball ein wirklich geeignetes Spielzeug ist.

Das Spielen mit Artgenossen ist für jeden Hund ganz wichtig.

lauf des Hundelebens ist dies nicht viel anders. Hier kommt es natürlich auf die Erziehung des Hundes an. Ist Ihr Hund auf einer offenen Wiese und tollt umher, andere Hunde kommen hinzu, liegt es an Ihnen, einzuschätzen, ob sich die Hunde vertragen werden. Man sagt so schön „Hunde klären das untereinander“ – Größen- und Kraftunterschiede spielen aber eine deutliche Rolle. Was soll ein Chihuahua ausrichten, wenn der Riesenschnauzer im Spiel einfach andere Kräfte einsetzt? Aber dennoch – in vielen Hundeauslaufgebieten ist es eine Freude zu sehen, wenn Hunde miteinander spielen, sich jagen und gemeinsam um die Wette rennen.

Es gibt leider sehr viele Hunde, die ihr Leben nur an der Leine ausgeführt werden. Hier können dann brenzlige Situationen entstehen, ist doch der Bewegungsradius des angeleinten Hundes deutlich eingeschränkt. Das weiß nicht nur der angeleinte Hund – auch der frei laufende Hund ist sich seines Vorteils bewusst und nutzt vielleicht die Gelegenheit, um seine Macht zu demonstrieren. Am besten übt sich der Freilauf bei einem Hundetrainer oder in einer Hundeschule. Und es gilt stets die eiserne Regel: Je besser Ihr Hund hört, desto mehr Freiheit können Sie ihm letztlich schenken! Hilfe – es regnet: tolle Indoor-Spiele Mist – es regnet den ganzen Tag. Es ist dann sicher nicht das größte Vergnügen (weder für den Menschen noch für den Hund) stundenlang im Nass umherzulaufen. Klar, die Geschäfte müssen in jedem Fall erledigt werden – aber im Regen spielen? Mein Hund rümpft regelrecht die Nase, wenn ich mit ihm bei Regen vor die Tür möchte. Oftmals geht er schnurstracks zum nächsten Baum, hebt sein Beinchen, dreht sich um und will wieder nach Hause. Aber den ganzen Tag Zuhause rumliegen und auf besseres Wetter hoffen – das ist langweilig. Es gibt viele


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tolle Spiele und Aktivitäten wie Sie Ihrem Hund auch drinnen eine schöne Zeit schenken können. Nehmen Sie doch eine Handvoll Hundekekse und verstecken Sie diese in der ganzen Wohnung. Geben Sie Suchbefehle und Ihr Hund wird begeistert dem verlockenden Duft der Leckerlis nachgehen. Sie können Leckerlis auch in ein Geschirrtuch wickeln, dieses locker verknoten und Ihr Hund muss mit Geschick die „Keksaufgabe“ lösen. Man kann auch einen Mini-Parcours Zuhause aufbauen. Stellen Sie z.B. 2-3 Stühle hintereinander auf, führen Sie Ihren Hund im Slalom um sie herum oder bringen Sie ihm bei (je nach Größe des Hundes natürlich), unter der Sitzfläche der Stühle hindurch zu robben. Wenn Sie einen langen Flur haben, können Sie kleine Trainingseinheiten mit Ihrem Hund durchführen. Setzen Sie ihn am einen Ende des Flures ab, gehen Sie ans andere. Er muss sitzen und warten bis Sie ihn rufen. Sie können auch Zuhause mit ihm üben, an Ihrer Seite zu laufen. Nehmen Sie auch einmal drei leere Toilettenpapierrollen und verstecken Sie wie ein Hütchenspieler unter einer ein Leckerli. Beobachten Sie, wie schnell Ihr Hund mit der Schnauze die „richtige“ Rolle umwirft, um an seine Belohnung zu kommen. Und natürlich sind Regentage ideal, um mit dem Hund einfach zu kuscheln, ihn wissen lassen, dass er der tollste Hund der Welt ist und ihn mit Liebe und Streicheleinheiten überhäufen …

chen Tätigkeit nachgehen möchte, sollte sich nach einem Verein in der Region erkundigen (Stichwort bei der Internetsuche: Hundebesuchsdienst), der solche Hundebesuchsdienste organisiert. Denn nicht jeder Hund ist für so einen Job geeignet. Schließlich darf der Hund nicht schnappen, wenn er vielleicht mal etwas grob angefasst wird. Er darf nicht knurren oder sich in einer sonst aggressiveren Art äußern. Hunde müssen sich einem Eignungstest unterziehen, der beweist, dass er tauglich ist, um als Besuchshund in ein Heim zu gehen. Wer

sich für einen Hundebesuchsdienst entscheidet, sollte sich ganz sicher sein, dieses dann auch regelmäßig zu tun. Schließlich freuen sich dann jede Woche, oder alle zwei Wochen, die Menschen einer Pflegeeinrichtung auf Ihren Besuch. Bleibt er aus, ist die Enttäuschung natürlich groß. Wer regelmäßig mit seinem Hund ein Heim aufsucht, wird schnell feststellen, dass nicht nur die Bewohner der Einrichtung viel Freude erleben. Sie selbst werden mit großer Dankbarkeit empfangen und gehen mit einem schönen Gefühl nach Hause.

Hunde können wunderbare Therapeuten sein. In vielen Seniorenheimen sind Hundebesuchsdienste willkommen. Sie bringen zum einen Abwechslung in den Heimalltag und der Hund schenkt den Bewohnern Geborgenheit.

Hunde mit Jobs – der Therapiehund

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Viele Hundebesitzer entscheiden sich, mit Ihrem Hund einen „Job“ anzunehmen. Sie möchten beispielsweise ehrenamtlich etwas für andere tun. Denn Hunde können wunderbare Therapeuten sein. In vielen Seniorenheimen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sind Hundebesuchsdienste willkommen. Sie bringen zum einen Abwechslung in den Heimalltag und der Hund schenkt den Bewohnern Geborgenheit. Wer mit seinem Hund einer solMitgliederjournal

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Idee kommt an: Tierschutzzimmer einer Schiebockerin Jutta Nitzsche aus Bischofswerda strahlt am Mittwoch mit der Sonne um die Wette und mit der staatlich anerkannten Erzieherin ihre 25 Schützlinge. Sie laufen Polonaise und singen Lieder über ihre beharrten und stacheligen Freunde wie den Igel. „Das Tierschutzzimmer ist zwei Jahre alt geworden“, weiß der kleine Lennox aus der zweiten Klasse der Grundschule Süd in Radeberg zu berichten. Ein Bericht von Jutta Nitzsche

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Die bereits 2010 entwickelte Idee der Schiebockerin hat in deutschen Schulen eingeschlagen wie eine Bombe. Mittlerweile besitzen 20 Bildungseinrichtungen beispielsweise in Berlin, München, Meißen und Dresden einen solchen Treffpunkt für Schulkinder, in dem sie Tiere vor ihrer Haustür und auch Exoten aus dem Effeff kennenlernen. Weitere Schulen zeigen Inte-

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resse. Selbst auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa hat das Projekt mittlerweile Wurzeln geschlagen, weiß die 54-Jährige zu berichten. Für das Zimmer im Hort der Grundschule Süd in Radeberg, wo 2011 alles begann, wurde nun der Vertrag mit dem Verein „aktion tier – menschen für tiere“ um zwei Jahre verlängert. Die Organi-

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aktion tier-Tierschutzzimmer Radeberg, Sachsen

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Im Tierschutzzimmer der Grundschule Süd in Radeberg überreichte Holger Knieling vom Verein „aktion tier“ den Hortkindern einen neuen Lern-PC

© R. Kaiser

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Was ist ein Schiebock? Wer in der Oberlausitz „Schiebock” sagt, meint Bischofswerda. Ein Schiebock ist ein schubkarrenähnliches Gefährt, mit dem früher Bauern und Handwerker ihre Waren von Ort zu Ort fuhren. An Markttagen wurden die Waren auch meist direkt vom Schiebock herunter verkauft. Der Sage nach haben sich im Mittelalter zur Zeit der Pest, keiner der Bauern von umliegenden Dörfern sich in die Stadt getraut, um Lebensmittel dorthin zu bringen. Daher entschloss man sich, die Übergabe von Waren an die Bewohner von Bischofswerda vor den Toren der Stadt auf dem nördlich gelegenen Butterberg vorzunehmen. Die Bauern brachten die Waren per Schiebock dorthin, die Städter holten sie sich per Schiebock dort ab. So wurde die Verbreitung der Pest verhindert und die Stadt hatte einen neuen Spitznamen – zumindest der Sage nach. Ein Kommentar von Alexandra Diezemann


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sation unterstützt das Ganztagsangebot finanziell und mit dem benötigten Infomaterial. „Nachdem ich mich damals an potentielle Unterstützer mit meinen Vorstellungen gewandt habe, kam prompt Hilfe aus Berlin“, erinnert sich die Pädagogin und einstige Chefin des mittlerweile aufgelösten Bischofswerdaer Tierschutzvereins. „In der Hauptstadt zeigte man sich so begeistert, dass uns die Mitstreiter der ‚aktion tier‘ 5.000 Euro spendierten.“ Mit dieser Summe lässt sich solch ein Tierschutzzimmer komplett mit Computern, Mikroskopen und anderen notwendigen Utensilien ausstatten. Regionalbetreuer Wolfgang Anders brachte zum feierlichen Anlass auch ein Geschenk mit – einen neuen Lerncomputer für die Hortkinder. Dessen Vorgänger hatte das Zeitliche gesegnet. Das Radeberger Projekt laufe deshalb gut, weil dort Zugpferde sind, lobt Holger Knieling von aktion tier das Engagement von Jutta Nitzsche und ihren Kolleginnen. „Es gibt auch andere, die laufen eher zäh“, gibt er gleichzeitig zu bedenken. Die Pädagogin wiederum erklärte, dass sie die Mädchen und Jungen zu nichts zwingen müsse. „Sie machen alles selber. Sobald die Kinder beispielsweise auf ein in die Schlagzeilen geratenes Tier stoßen, setzen sie sich mit diesem auseinander.“ So weckte die Nachricht von einem Stadtfuchs das Interesse der Grundschüler, der irgendwo in Deutschland ein Kleinkind in den Finger gebissen hatte. Und auch die seit 2012 geltende Katzenkastrationspflicht in Radeberg ist an den Knirpsen nicht unbemerkt vorbeigegangen. Sie soll dafür sorgen, dass sich frei herumtollende Vierbeiner nicht länger unkontrolliert vermehren können. Bundesweit gibt es etwa zwei Millionen streunende Katzen, die im günstigsten Falle in der Obhut von Tierschutzvereinen wie dem in Radeberg landen. Der wiederum klagt über Kosten, die auch schon mal explosionsartig in die Höhe schnellen können. Auch das haben Jutta Nitzsches Schützlinge im Zuge des Projekts gelernt.

aktion tier-Tierschutzzimmer Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Eine alte, aber hochaktuelle Binsenweisheit. Nur wenn „Hänschen“ bei Zeiten gelernt hat, dass Billigfleisch aus der tierquälerischen Massentierhaltung stammt, volle Tierheime das Resultat unüberlegter Hundekäufe sind und der gedankenlose Umgang mit Natur- und Bodenschätzen unsere Umwelt zerstört, wird „Hans“ ein bewusst handelnder Erwachsener. Die „Hänschen“ von heute sind die Verbraucher und Entscheidungsträger von morgen. Daher liegen aktion tier und der Stiftung Menschen für Tiere gerade Kinder und Jugendliche sehr am Herzen. Um Stadtkinder für den Tier- und Naturschutz zu sensibilisieren, hat aktion tier in Zusammenarbeit mit der Stiftung Menschen für Tiere das Konzept des Tierschutzzimmers entwickelt. Tierschutzzimmer sind Orte, an denen sich Kinder ohne Notendruck über Themen wie artgerechte Haustierhaltung, Wildtiere in freier Natur oder die Herkunft von tierischen Lebensmitteln informieren können. Orte, an denen sie eigene kleine Projekte entwickeln, lesen und erforschen können. Die aktion tier-Tier- und Naturschutzzimmer entstehen in Kooperation mit Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen. Die Schulen, Horte oder KITAs stellen einen geeigneten Raum sowie eine pädagogische Betreuungskraft zur Verfügung. Wir sorgen für die Gestaltung und themengerechte Ausstattung. Neben dem technischen Equipment wie etwa Fernseher, DVD-Player und Lupen stellen wir Themen-DVD’s, Bücher, Spiele und Experimentierkästen zur Verfügung. Auch nach der Eröffnung ist uns der Kontakt zu „unseren“ Tierschutzzimmern sehr wichtig. Wir stellen regelmäßig unser Vereinsjournal und Flyer zur Verfügung, sind Ansprechpartner für die Kinder bei allen Fragen rund um Tier und Natur und halten auf Wunsch Tierschutzunterricht zu diversen Themen ab. Dieses außergewöhnliche Bildungsprojekt startete im Jahr 2011 mit der Eröffnung des bundesweit ersten Tierschutzzimmers im sächsischen Radeberg. Inzwischen gibt es Tierschutzzimmer in München, auf Teneriffa und in Berlin. Die bestehenden Einrichtungen stoßen bei Kindern und Pädagogen auf derart positive Resonanz, dass wir für die Zukunft weitere Natur- und Tierschutzzimmer im gesamten Bundesgebiet planen.

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So ein Mist!

Voll Ba nane.

So geht’s nicht. Ekelig

.

Ich mach’ da nicht mehr mit!

Hö?

Probier’s doch mal vegetarisch!

GÄHN GÄHN,

Was’n los Lolo?

... Max, der Braten gehört dir.

Na, hier diese kaltblütigen Machenschaften mit den Tieren in der Fleischindustrie. Im Magazin Mensch und Tier von aktion tier wird es mal wieder aufgedeckt.

Ersteinmal muss ich mich informieren. Leckere vegetarische Gerichte gibt’s ja auch im aktion tier Journal und beim Vegetarierbund Deutschland.

Skandale überall! Die armen Tiere werden nicht wie Lebewesen behandelt, sondern wie eine Ware, die es gilt, möglichst billig herzustellen und mit größtem Gewinn zu verkaufen. Ein Hühnchen wird nur zwei Monaten alt. Dann kommt es auf den Teller. Wir essen Tierkinder!

Soll ich schon mal den Kühlschrank inspizieren? Äh, nein also.... ich meine reinigen .... ähm ...

Ich hab’s. Ich versuche es mal

vegeta­risch!

Ha, ha, ha. Ja. Max, wegschmeißen ist natürlich nicht korrekt.

Jawohl, gleich heute.

Jawollo. Das wäre moralisch absolut verwerflich.

NEIN ... wirklich!? Find’ ich gut! Ich finde es nicht richtig, dass wegen meiner unbedachten Angewohnheit, so oft Fleisch zu essen, Tiere leiden müssen. Bio ist da noch mal was anderes. Das muss aber jeder mit sich selbst ausmachen. Ich probiere es mal anders. Versuch macht klug! Jetzt brauche ich aber erst einmal einen ausgewogenen Ernährungsplan. Das macht bestimmt Spaß. Es giebt viele Alternativen ...

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... Ich schaue mal im Internet nach.

Ach Max, hier gibt’s auch was zum Thema vegetarische Hundehaltung!

GLUP! ... und ich schau’ schon mal im Kühlschrank nach ...


Über Fleisch nachdenken, weil:

junior

t e t t e r e G

Vegetatier Man muss nicht gleich age mal Fr eund zu sein. werden, um ein Tierfr euch nicht auf einen ihr ob n, deine Elter r fleischlosen Tag in de Wieviele Tiere isst ein t. nn kö n ige Woche ein

Übrigens:

Mensch in seinem Leben?

Liebe Kinder! Auch diesmal haben sich im rechten Bild wieder zehn verflixte Fehler eingeschlichen. Könnt ihr sie alle finden? Mitgliederjournal

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Kein Stacheldraht für Pferdeweide (jlp). Die alleinige Einzäunung einer Pferdeweide mit Stacheldraht ist tierschutzwidrig. Dabei ist zu berücksichtigen, dass den Amtstierärzten bei der Frage, ob die Anforderungen des § 2 Tierschutzgesetz erfüllt werden, vom Gesetzgeber eine vorrangige Beurteilungskompetenz eingeräumt worden ist. Bei der Beurteilung der tierschutzgerechten Einzäunung sind die arttypischen Verhaltensweisen des Pferdes als Fluchttier zu berücksichtigen. Diese pferdegerechten Verhaltensweisen rechtfertigen die alleinige Einzäunung einer Pferdeweide mit Stacheldrahtzaun nicht. Auf die besonderen Umstände wie etwa die Rasse der Pferde oder die Haltungsbedingungen (zum Beispiel Größe der Weide, Bewuchs) kommt es dabei nicht an. Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht, Az.: 11 LC 206/12 - (63/13) Hundeliebe: Füttern eines fremden Hundes (jlp). Einem Hundehalter, der seinen Beagle in einem Zwinger auf seinem Grundstück hielt, fiel auf, dass eine Nachbarin seinen Hund immer wieder mit kleinen Wurststücken zufütterte. Dem Hundehalter gefiel dies nicht, weshalb er die Nachbarin durch seinen Rechtsanwalt anschreiben ließ. Die Nachbarin gelobte daraufhin Besserung, wurde dann aber von Zeugen angeblich wieder dabei beobachtet, wie sie diesen Hund fütterte. Es kam zum Prozess. Weil die Zeugen des Hundehalters jetzt das Füttern des Hundes doch nicht mehr bestätigten, wurde die Klage gegen die Nachbarin abgewiesen. Prinzipiell gilt aber, dass es keinem Nachbarn und keinem Tierfreund zusteht, fremde Hunde einfach und wiederholt zu füttern, wenn dies der Hundehalter nicht will. Landgericht Meiningen, Az.: 3 S 65/13 [18] Tierarztpraxis im reinen Wohngebiet (jlp). Eine Tierarztpraxis im reinen Wohngebiet ist im Regelfall unzulässig. Insbesondere gilt dies jedenfalls dann, wenn diese freiberufliche Nutzung dem Gebäude den Charakter als Wohngebäude nimmt. Überschreitet die durch eine freiberufliche oder ihr ähnliche Nutzung in Anspruch genommene Fläche die Größe der in demselben Gebäude vorhandenen Wohnfläche, geht in der Regel der Wohncharakter des Gebäudes verloren. Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen, Az.: 10 A 2085/12 Lebenslängliche Zusage für Pferd (jlp). Vereinbaren Pferdeverkäufer und Pferdekäufer in einem individuellen Pferdekaufvertrag, dass das verkaufte Pferd bis zu seinem Lebensende an einem 44

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bestimmten Ort zu verbleiben hat, dann ist diese Vertragsklausel wirksam. Eine solche Klausel ist auch nicht sittenwidrig. Damit stellte das Gericht fest, dass das fragliche Pferd auf dem benannten Hof als Pensionspferd zu verbleiben hat und dass eine anderweitige Unterstellung unzulässig ist. Landgericht Osnabrück, Az.: 2 S 257/13 Ungefährlichkeit eines Hundes trotz Beißvorfall (jlp). Fällt ein Hund (hier: Labrador-Mischling) durch einen Beißvorfall gegenüber einem anderen Hund auf, so rechtfertigt dieses Verhalten die Einstufung des Hundes als gefährliches Tier. Erst recht gilt dies dann, wenn es sich um einen tödlichen Beißvorfall handelt. Wird der Hund aber nur aufgrund eines eindeutig artgerechten Verteidigungsverhaltens tätig, so rechtfertigt dieses Verhalten nicht die Einstufung des Tieres als gefährlichen Hund. Drohgebärden eines größeren Hundes gegenüber den Angriffen von kleineren Hunden sind sowieso zulässig, können aber auch darüber hinausgehen, wenn der größere Hund sich angegriffen fühlt. Oberverwaltungsgericht Lüneburg, Az.: 11 LA 100/13 Anspruch auf Blindenführhund (jlp). Ein Blinder hat gegen seine Krankenkasse einen Anspruch auf Kostenersatz für einen Blindenführhund, wenn so ein unmittelbarer Behinderungsausgleich für die Blindheit geschaffen werden kann. Der Blindenführhund kann neben einem Blindenlangstock medizinisch erforderlich sein, wenn er wesentliche Gebrauchsvorteile gegenüber diesem bietet. Der Blindenführhund ersetzt indirekt die verlorengegangene Möglichkeit der optischen Fernwahrnehmung und ist in der Lage die Hindernisse nicht nur aufzufinden, sondern den Blinden auch daran vorbeizuführen. Deshalb ist die Krankenkasse verpflichtet, die notwendigen Kosten für den Blindenführhund zu übernehmen. Landessozialgericht Mainz, Az.: L 5 KR 99/13 Zweifelhafter Transport lebender Tiere (jlp). Ein Kleintierhändler verlangte von seinem Transporteur Schadenersatz, weil viele Tiere, die er zum Versand gebracht hatte, verendet waren. Das Paket mit den Tieren wurde ihm daher wieder zurückgebracht. Noch am gleichen Tag versandte er diese Tiere erneut, ohne sich aber um den Zustand der Tiere zu kümmern. Der Kleintierhändler kümmerte sich auch nicht darum, ob für diesen zweiten Transport die erforderlichen Nahrungs- und Wasservorräte nach wie vor noch zur Verfügung standen. Vor diesem Hintergrund versagte ihm der Amtsrichter einen Schadenersatzanspruch gegen den Transporteur. Amtsgericht Bonn, Az.: 114 C 35/12


rat & tat

Aus der Tiermedizin

Wenn Haustiere zu Passivrauchern werden

Sie haben keine Wahl und sind dem stinkenden Qualm hilflos ausgeliefert – Tiere in Raucherwohnungen. Sie erkranken ungleich häufiger als Vierbeiner, die in Nichtraucherwohnungen leben, wie durch Studien eindeutig belegt werden konnte. Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.

© Oliver Jupe

Am gefährlichsten ist der passive Konsum von Zigarettenrauch für Katzen. Sie sind durch das Rauchen insofern doppelt belastet, als sie die Giftmischung nicht nur einatmen. Partikel des Zigarettenqualms verfangen sich in ihrem Fell. Betreiben die Tiere die ihnen arteigene Fellpflege, nehmen sie die Toxine über die Maulhöhle auf. Auf diese Weise vergiften sich die Vierbeiner nicht nur über die Atemluft, sondern zusätzlich auch noch über den MagenDarm-Trakt. Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier e.V.

Im Gegensatz zu Herrchen und Frauchen können reine Wohnungskatzen die eigenen vier Wände nie verlassen. Sie sind dem Qualm rund

um die Uhr ausgesetzt. Je mehr Zeit das Haustier in der Räucherbude zubringen muss, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden. Passivraucher unter den Katzen leiden viel häufiger unter Atemwegsinfekten oder auch Asthmaanfällen. Leben Katzen in einem Raucherhaushalt, in dem gleich zwei Personen zur Zigarette greifen, haben sie ein vier Mal größeres Risiko an Krebs zu erkranken, als ein Stubentiger in einem Nichtraucherhaushalt. Für diese Krebspatienten gibt es keine Rettung. Doch nicht nur Katzen auch Vögel, kleine Heimtiere wie Hamster und Meerschweinchen verabscheuen Zigarettenrauch. Hunde ertragen die Qual mit ihrer sehr sensitiven Nase stumm. Echte Tierfreunde verzichten auf den Konsum von Zigaretten in Gegenwart ihrer Tiere. Die Entscheidung zu rauchen muss jeder für sich selber treffen. Kinder und Tiere dürfen dabei jedoch keinesfalls mit ins Elend gerissen werden.

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Verbraucherschutztipps

Der neue Trend heißt Veggie!

Für die allermeisten Fleischvermeider steht der Tierschutzgedanke im Vordergrund. Aus ethischen Gründen möchten immer mehr Menschen die moderne Fleischproduktion nicht unterstützen – nahezu 99 % des angebotenen Fleisches stammt aus industrieller Massentierhaltung, die oft nach dem Tierschutzgesetz zwar legal ist, für die 46

rat & tat

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Jan Bredack, Gründer des Veganz, freut sich über seinen Erfolg: In 10 weiteren Städten werden in den nächsten Monaten Filialen eröffnet

© Veganz (www.veganz.de)

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Vegane Kochbücher sind der Verkaufshit der letzten Jahre und bringen ihren Autoren teilweise Bestsellerruhm. Zu diesem Aufschwung haben nicht zuletzt nationale und internationale Stars beigetragen, die sich zum Vegetarismus bekennen: Paul McCartney, George Harrison, Kim Basinger, Eddie Vedder oder Xavier Naidoo sind nur wenige der bekanntesten. Doch auch historische Persönlichkeiten wie etwa Mahatma Gandhi tragen noch immer ihren Teil zur Popularität des Fleischverzichts bei. Selbst in der Populärkultur gibt es sie: Lisa Simpson und Mr. Spock sind wohl die bekanntesten fiktiven Vegetarier. Schätzungen zufolge leben in Deutschland derzeit rund 7 Millionen Vegetarier und immerhin 800.000 Veganer, zusammengenommen sind dies fast 10 % der Bevölkerung.

© Veganz (www.veganz.de)

Die Zeiten, als „vegetarisch“ und „vegan“ als Fremdworte galten und bestenfalls mit BirkenstockSandalen und Hippiemusik assoziiert wurden, sind lange vorbei. Schon längst kann es sich zumindest in Großstädten kein namhaftes Restaurant mehr leisten, keine vegetarischen Gerichte anzubieten. Selbst die vegane Szene, die nicht nur auf Fleisch, sondern auf alle anderen tierischen Produkte wie Milch und Eier, aber auch Honig, Leder und Wolle verzichtet, wird immer größer. Ein Bericht von Jan Peifer

Das Veganz (Supermarktkette) in Berlin. An gleich zwei Standorten werden über 6000 vegane Produkte verkauft.

wenigsten Tiere aber ein artgerechtes Leben bedeutet. Auch unter den Fleischessern spricht sich der Großteil gegen solche Umstände aus und möchte den Fleischkonsum zumindest reduzieren (dieser liegt in Deutschland bei derzeit ca. 60 kg pro Kopf und Jahr, in den USA betrug er zwischenzeitlich sogar 90 kg). Auch der ökologische Aspekt der massenhaften globalen Fleisch-

Berlin isst vegan Gerade in der Hauptstadt hat sich eine große vegetarische und vegane Szene etabliert, mit Dutzenden vegetarischen / veganen Restaurants, mehreren rein pflanzlichen Supermärkten und veganen Schuh- und Bekleidungsgeschäften. Die Geschäfte und Supermärkte laufen so gut, dass bereits in anderen Städten Filialen aufgemacht wurden, ein Ende dieses Trends ist derzeit nicht in Sicht.


Vorurteile gegen Vegetarier und Veganer werden abgebaut Lange Zeit galten Vorurteile gegen eine fleischfreie Ernährung als unbestritten, nach denen Vegetarier und besonders Veganer unter Mangelerscheinungen leiden müssten. Nicht zuletzt die Fleischwirtschaft versucht bis heute, mit dem Slogan von der „Kraft im Fleisch“ diese aufrechtzuerhalten, dabei ist das Gegenteil schon lange bewiesen. Eine fleischfreie Ernährung kann nicht nur problemlos alle Bedürfnisse befriedigen, sie bietet zudem zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Ein Zusammenhang zwischen fleischreicher und damit u. a. besonders fetthaltiger Ernährungsweise und dem vermehrten Auftreten von Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und verschiedensten Krebsleiden wurde von vielen Wissenschaftlern bestätigt; der Vorteil von pflanzlichen Alternativen ebenso. Produkte auf pflanzlicher Basis wie Tofu enthalten deutlich weniger Cholesterin und Fett, in verschiedenen Studien wird Vegetariern sogar eine längere Lebenserwartung bescheinigt.

Auf Grund solcher Bilder ernähren sich viele Menschen vegetarisch oder vegan

Die Fleischindustrie reagiert mit der Einführung immer neuer Siegel und Zertifikate, die die hervorragende Qualität anpreisen und ein gutes Gewissen generieren wollen – doch wird dies den Imagewandel kaum aufhalten können. Hinzu kommt das wachsende Bewusstsein über gesellschaftliche Verantwortung, die zum Verzicht oder zumindest zurückhaltenden Konsum von Fleisch anhält: Knapp die Hälfte der weltweiten Getreideernte und fast 90 % der Sojaerträge werden zu Viehfutter verarbeitet. Gleichzeitig sind fast 900 Millionen Menschen ständig vom Hunger bedroht, obwohl die Weltproduktion pro-

blemlos ausreichen würde, alle 7 Milliarden Menschen zu ernähren. Zur Erhaltung von Selbständigkeit und Eigenverantwortung gehört Wissensbildung, die nur durch engagierte Aufklärungsarbeit erreicht werden kann. Wir möchten uns daher auch in Zukunft dafür einsetzen, dass der Trend weiterhin heißt „Go Veggie!“.

© MioMatto (www.miomatto.de)

produktion findet immer mehr Unterstützer, seitdem der Zusammenhang von Massentierhaltung und Klimaveränderung an Bekanntheit gewinnt: Nach einer aktuellen Studie trägt der Konsum tierischer Produkte deutlich mehr zum Klimawandel bei als bisher angenommen. Das Worldwatch Institute beziffert den Anteil auf über 50 %, mit steigender Tendenz. Demnach sind die klimaschädlichen Wirkungen der weltweiten Nutztierwirtschaft zusammengefasst sogar in größerem Ausmaß ursächlich für die negative Beeinflussung des Klimas als alle Autos, Flugzeuge und Schiffe zusammen. Verantwortlich dafür sind vor allem die Waldrodung zur Schaffung von Futteranbauflächen und Weideland, die Ausbringung von synthetischen und organischen Düngemitteln und die Entstehung von Methan bei der Verdauung von Rindern.

© Jan Peifer

rat & tat

Die moderne Küche hat den VeggieTrend schon vor Jahren entdeckt

Das MioMatto, eines der bekanntesten veganen Restaurants in BerlinFriedrichshain

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Katzen-Streunerhilfe Fröndenberg e.V., NRW

Fünf Jahre erfolgreiche Arbeit Ende September 2008 trafen sich 11 Tier- und Katzenschützer zur Gründungsversammlung eines neuen Vereins in der Ruhrstadt Fröndenberg, obwohl bereits ein alteingesessener Tierschutzverein in der Stadt bestand. Eine angebotene Zusammenarbeit mit dem damaligen Vorstand des Tierschutzvereins erbrachte nicht den erhofften Erfolg, sodass man sich zu einem eigenständigen Verein entschloss. Man wollte nicht nur Streunerkatzen einfangen und zum Kreistierheim bringen, wie es bisher mit Unterstützung des Ordnungsamtes der Stadt gehandhabt wurde, sondern den großen Bestand von Streunerkatzen im Stadtgebiet und den umliegenden Gemeinden durch Kastrationsmaßnahmen auf Zeit reduzieren. Ein Bericht von Karl Neidert Schnell war der Verein in das Vereinsregister des Kreises Unna eingetragen und auch das Finanzamt Dortmund-Unna hat die Gemeinnützigkeit und Förderungswürdigkeit gemäß den Statuten der Streunerhilfe bestätigt und von der Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer gemäß Freistellungsbescheid zur Förderung des Tierschutzes befreit. Der neu gegründete Vereinsvorstand bestand nicht nur aus Tierfreunden, sondern auch aus Personen, die sich mit der Materie Tierschutz auskannten. Die gewählte 1. Vorsitzende Birgit Ahrendt ist seit vielen Jahren Tierarzthelferin in einer Tierarztpraxis und eine leidenschaftliche Tierliebhaberin. Die 2. Vorsitzende Evelyn Warthold ist leitende OP-Krankenschwester in einem Krankenhaus am Rande von Fröndenberg, Besitzerin von 2 Pferden, 4 Kamerunschafen, die sich einer offenen Stallhaltung befinden sowie von 4 eigenen Hauskatzen und ebenfalls ein Mensch, 48

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den man auch in der Nacht für ein in Not geratenes Tier wecken kann. Die Vereinsgeschäftsführung übernahm der gelernte Industriekaufmann Karl Neidert, der aufgrund seines Fachwissens in Sachen Behörden, Banken und allgemeinen Tierschutzaufgaben einen stabilen und sachbezogenen Vorstand vervollständigte. Rund 100 Katzenkastrationen werden pro Jahr durchgeführt Schon im März 2009 konnte die Vereinsführung während der Mitgliederversammlung 32 weibliche und 12 männliche Katzenkastrationen durch den Verein verweisen. Heute, nach fünf Jahren „KatzenStreunerhilfe Fröndenberg e.V.“, ist die Mitgliederzahl auf über 80 Katzenfreunde angewachsen. Regelmäßige Teilnahmen an örtlichen Veranstaltungen wie „Frühlingsmarkt“, „Herbst- oder Bauernmarkt“, „Christkindlmarkt“, eigenen Trödelmarkt oder „Tag der offenen Tür“ rund um das zwischenzeitlich erreichte Vereinsheim, welches seitens der Stadtverwaltung der Stadt Fröndenberg finanziell unterstützt und gefördert wird, haben die Streunerhilfe nicht nur in Fröndenberg, sondern auch in den umliegenden Ortschaften, mehr als nur bekannt gemacht. Der Verein kann auf durchschnittlich 100 Katzen-Kastrationen pro Jahr verweisen und leistet hiermit einen wichtigen Beitrag zur Linderung des vielzähligen Leids der Streunerkatzen. Auch das Bereitschaftstelefon wird oft mit Informationen über hilfsbedürftige Streunerkatzen, verunfallte Katzen und Bitten um Hilfe stark frequentiert. Auf eines ist der Verein besonders stolz. Dank des Vereinsheimes mit vier Aufnahmeräumen und einer Quarantänestation sowie mehreren Pflegestellen bei Vereinsmit-

Elsbeth Söding, Sven Söding, Doris Kaltenborn, Karl Neidert, Sylvia Brochtrop, Evelyn Warthold, Regina Kraeling, Birgit Ahrendt, Kai-Uwe Kraeling, Gisela Demski, Annette Spitzer und Irmgard Joschko.

gliedern, brauchte die Streunerhilfe keine aufgenommene Katze an das meistens hoffnungslos überfüllte Tierheim des Kreises Unna weitergeben. Die Problematik vieler Tierheime ist ja bekannt. Alle kastrierten Katzen haben einen neuen Platz gefunden. Halbwilde, aber zugängliche Katzen leben heute auf umliegenden Bauern- oder Reiterhöfen. Zahme Jungkatzen leben heute in reiner Haushaltung mit mindestens einer weiteren Katze (manchmal auch mit dem Geschwisterchen) oder als Freigänger in verkehrsberuhigten oder landschaftlichen Zonen. Seit dem 1. Oktober 2013 ist die „Katzen-Streunerhilfe Fröndenberg e.V.“ nunmehr mit „aktion tier – menschen für tiere e.V.“ im Rahmen des „Projektes Kitty“ Kitty-Forum und Partner von „aktion tier“. Durch diese Zusammenarbeit entsteht im Rahmen von „Kitty“ eine Außenanlage mit Schutzraum für schwer vermittelbarer halbwilder Katzen an einer Stallung für Pferde und Kamerunschafen mit Grünflächen und Weideland. Dieses Vorhaben ist bereits in Arbeit und wird im Frühling durch einen Aktionstag vor Ort eingeweiht.

Nähere Informationen unter: www.katzenstreunerhilfe.de oder bei Facebook unter Katzen-Streunerhilfe Fröndenberg. Katzen-Streunerhilfe Fröndenberg e.V. Goethestraße 18 58730 Fröndenberg (Geschäftsstelle) Geschäftsstelle: Tel. 02373 7147; Bereitschaftshandy: 0178 8086563 (Anruf vom Festnetz wird auf Festnetznummer umgeleitet)


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Tierhuus Insel Föhr e.V., Schleswig-Holstein

Robben auf Sylt erschossen

Vermutet wird, dass die Tiere geschwächt oder auch mit Lungenwürmern infiziert sind. Diese Problematik gibt es erst seit einigen Jahren hier an der Küste. Internationale Wissenschaftler vermuten, dass 1. das Immunsystem der Tiere durch die verschmutze Nordsee stark geschwächt ist und 2. die Tiere durch die Überfischung der Meere zu wenig Nahrung finden.

Wie wir jetzt erfuhren, wird das bisherige Verhalten der aktuellen Robbentötungen auch schon seit längerer Zeit auf Sylt heftig diskutiert und von vielen Bürgern angeprangert. Darüber sind kaum Meldungen nach außen gedrungen, so Robbenexperte André van Gemmert vom Robbenzentrum Föhr, so dass wir selbst auf der Nachbarinsel von den brandaktuellen Vorkommnissen noch nichts wussten. Allerdings, so A. van Gemmert, wissen wir von der Robbenpolitik in Schleswig Holstein (SH) und kämpfen seit Jahren dafür, dass Tierärzte und nicht Jäger die Entscheidung über Leben und Tod eines Tieres treffen sollen. Noch dazu der als Wappentier Schleswig Holsteins betrachtete Seehund!

Die oben genannte Erkrankung an Lungenwürmern ist gut behandelbar und in Stationen in den Niederlanden, Belgien und Großbritannien werden diese Tiere selbstverständlich aufgenommen und bis zur Auswilderung gesund gepflegt.

Den meisten Tieren könne man auch durchaus helfen, meine ich, die seit über 15 Jahren Erfahrung mit Meeressäuger hat und viele Jahre in ausländischen Robbenstationen tätig war. Eine eingehende medizinische Untersuchung ist dringend

Beim aktion tier-Projektpartner Tierhuus Insel Föhr e.V. werden krank und geschwächt aufgefundene Robben bis zur Auswilderung gesund gepflegt.

notwendig. Und selbst Tiere, die zunächst einen schlechten gesundheitlichen Eindruck machen, erholen sich nach Erstversorgung und Behandlung sehr schnell. Eine Kurzbewertung am Strand durch einen Jäger ist da absolut unzureichend. In diesen Einschätzungen bin ich mir mit vielen Kollegen einig! Seehunden muss vor Ort sofort geholfen werden Auch wenn wir froh sind, auf Föhr inzwischen gut mit einem hiesigen Seehundjäger zusammen zu arbeiten, wünschen wir uns, dass in Zukunft die Tiere nicht nur vor Ort erstversorgt werden dürfen, sondern wenn die Voraussetzungen gegeben sind, diese Tiere bis zur Auswilderung auch dort gepflegt werden können. Dann bleibt den Tieren auch ein Transport erspart, der nicht nötig ist! Weiterhin ist offiziell der Seehundjäger berechtigt, das Tier zu töten. Eine leider in Nordfriesland gängige Praxis. Die Hilfe für Tiere, die durch menschlichen Einfluss in Not geraten sind, ist für uns eine ethische Verpflichtung, so André van Gemmert. © chbaum - Fotolia.com

Das Robbenzentrum Föhr wurde Ende Januar von betroffenen Sylter Bürgern um Hilfe gebeten. Diese hatten seit Wochen beobachtet, dass gestrandete Robben direkt am Strand durch sogenannte Seehundjäger erschossen wurden. Ein Bericht von Janine Bahr

Nach langjährigen Versuchen, diese Vorgehensweise im Umgang mit den Robben in Schleswig-Holstein (SH) zu ändern, hat das Robbenzentrum vor gut einem Jahr einen Arbeitskreis “Robben in SH“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit anderen Tierärzten, Biologen, Tierpflegern, Stationsm ita rbeiter n, Rechtsanwälten und vielen Interessierten kämpfen die Robbenzentrumsinitiatoren für einen besseren Schutz der Robben an unseren Küsten!

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© Vera Kuttelvaserova - Fotolia.com

animal public e.V., NRW

Große Koalition will Schutz von Wildtieren verbessern Vor vier Jahren riefen aktion tier und animal public die Kampagne „Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer“ ins Leben und erregten damit viel Aufmerksamkeit. Nach jahrelanger Lobbyarbeit ist das Thema nun endlich in der Bundespolitik angekommen. In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU, CSU und SPD festgehalten, dass sie den Wildtierschutz verbessern wollen. Ein Bericht von Laura Zimprich

fig stirbt noch die Hälfte der Tiere im Ursprungsland. In Deutschland angekommen, geht das Sterben weiter. Schätzungen zu Folge sterben rund 90% der wild gefangenen Tiere innerhalb des ersten Jahres in Gefangenschaft.

Gehandelt werden Wildtiere in Deutschland nicht nur in Zoogeschäften oder übers Internet, sondern immer häufiger auch auf so genannten Wildtierbörsen. Das sind flohmarktähnliche Veranstaltungen, bei denen zehntausende

Auf einer Exotenbörse werden viele Tiere zum Verkauf angeboten

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© aktion tier

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In Deutschland nimmt die private Wildtierhaltung kontinuierlich zu. Statt Hund, Katze oder Kaninchen schaffen sich immer mehr Menschen Pythons, Bartagamen oder Chamäleons an. Viele der Tiere sind Wildfänge, die mit Fallen, Leimruten, Netzen oder sogar Gift aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen wurden. Brutale Fangmethoden, Zwischenhälterung unter katastrophalen hygienischen Bedingungen, mangelhafte Versorgung und der lange Transport haben hohe Mortalitätsraten zur Folge. Häu-


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Wildtiere aus aller Welt, wie Wühltischware verramscht werden. Eingepfercht in kleine Plastikdosen, in denen sonst Essen am Imbiss verpackt wird, sind die scheuen Wildtiere den neugierigen Blicken hunderter Besucher genauso schutzlos ausgeliefert wie der ungewohnten Geräusch- und Geruchskulisse und der Nähe von Fressfeinden. Häufig sind die Behältnisse so klein, dass die Tiere nur eingerollt hineinpassen. Sich ausstrecken oder umdrehen ist unmöglich. Was nicht verkauft wird, packen die Händler am Abend wieder ein. Viele tingeln von Veranstaltung zu Veranstaltung, bis die Ware Tier verkauft oder tot ist. aktion tier-Kampagne „Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer“ Im Jahr 2010 riefen aktion tier und animal public die Kampagne „Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer“ ins Leben, um auf den tierschutzwidrigen Wildtierhandel aufmerksam zu machen. Der spektakuläre Kampagnenstart mit als Reptilien bemalten Models auf dem Berliner Alexanderplatz sorgte bundesweit ebenso für Schlagzeilen, wie die folgenden Recherchen und Veröffentli-

chungen zu diesem Themenkomplex. Innerhalb kürzester Zeit wurden tausende Unterschriften gegen Wildtierbörsen gesammelt und dem zuständigen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz überreicht.

vertrag haben CDU, CSU und SPD sich darauf geeinigt, den Wildtierschutz verbessern zu wollen. Die große Koalition beabsichtigt, den Import von Wildfängen in die EU grundsätzlich zu verbieten und gewerbliche Tierbörsen für exotische Tiere zu untersagen. Zudem ist geplant den Handel mit und die private Haltung von exotischen und Wildtieren bundeseinheitlich zu regeln.

Seither hat sich einiges bewegt. In zwei weiteren Bundesländern, nämlich Thüringen und Hamburg, sind spezielle Vorschriften zur Haltung gefährlicher Wildtiere in Kraft getreten. Auch der Bundesrat hat sich 2012 mit dem Thema Wildtierhandel beschäftigt. Anlässlich der Novelle des Tierschutzgesetzes empfahl der Agrarausschuss folgenden Absatz in das Tierschutzgesetz einzufügen: „Tierbörsen und andere Verkaufsveranstaltungen mit Tieren nicht domestizierter, wild lebender Arten sind verboten“. Dies wurde jedoch, wie auch zahlreiche andere Vorschläge zur Verbesserung des Tierschutzgesetzes, nicht berücksichtigt.

„Wir verbessern den Wildtierschutz und gehen gegen Wilderei sowie den illegalen Wildtierhandel und deren Produkte vor; Handel mit und private Haltung von exotischen und Wildtieren wird bundeseinheitlich geregelt. Importe von Wildfängen in die EU sollen grundsätzlich verboten und gewerbliche Tierbörsen für exotische Tiere untersagt werden. Die Koalition sorgt gemeinsam mit anderen Staaten für einen besseren Vogelschutz entlang der Zugrouten.“ Auszug aus: Deutschlands Zukunft gestalten – Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD

Koalitionsvertrag verspricht besseren Schutz von Wildtieren

aktion tier und animal public begrüßen die geplanten Maßnahmen und werden den weiteren politischen Prozess aktiv begleiten.

Im November 2013 ist das Thema Wildtierhandel schließlich unwiderruflich in der Bundespolitik angekommen. In ihrem Koalitions-

aktion tier-Kampagne "Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer" in Berlin, 2010

© aktion tier

Exoten sind leider immer noch als Haustiere gefragt

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Albert-Schweizer-Tierheim aus Insolvenz übernommen, NRW

Tierheim Kranenburg stellt sich vor

Das Albert-Schweizer-Tierheim ohne Gitter in Kranenburg-Mehr nennt sich nach der erfolgreichen Übernahme aus der Insolvenz jetzt „Tierheim Kranenburg e.V. Ein ehemaliges Gründungsmitglied und ehrenamtliche Helfer haben diesen Verein ins Leben gerufen. Ihnen war gleich klar, dass das Tierheim nicht wegzudenken sei – wo sollen denn all die armen Tiere hin? Nach langen Verhandlungen und Sitzungen konnten wir den Insolvenzverwalter mit unserem Konzept und der Kostenplanung (in dem auch die großzügige in Aussicht gestellte Hilfe von aktion tier eine wichtige Rolle spielte) überzeugen und der Kauf- und Übernahmevertrag konnte unterschrieben werden. Ein Bericht von Melanie Tenbieg Der Vorstand ist sehr froh, dass sowohl alle Tiere, ob Hunde, Katzen, Paviane, Kleintiere, Pferde, Ziegen usw. als auch die kompetenten Tierpfleger, welche die Tiere jahrelang betreut haben, übernommen werden konnten. Die optimale Versorgung ist so gesichert und die Tiere müssen sich nicht an neue Pfleger gewöhnen, sondern haben ihre vertrauten Bezugspersonen um sich. Dadurch ist eine gute und individuelle Beratung bei Tiervermittlungen gewährleistet. Denn es ist dem Verein Tierheim Kranenburg e.V. sehr wichtig, für seine Schützlinge ein schönes Zuhause zu finden. Während ihres Tierheimaufenthalts möchten wir den Tieren eine gute Lebensqualität bieten. Gutes Futter, tierärztliche Versorgung, individuelle Tierpflege und viel menschliche Zuwendung für

die Tiere sind uns sehr wichtig. Die großzügigen Gehege und Ausläufe der Rudelhaltung sollen gepflegt und instand gehalten werden. Da die Übernahme zum Jahresende erfolgte, bot es sich an, direkt eine Weihnachtsaktion zu planen und durchzuführen. Dabei könnten dann auch die bereits erfolgten Neuerungen z.B. ein Schmusezimmer in dem sich Mensch und Tier in gemütlicher Atmosphäre besser kennen lernen können, gezeigt werden. Gesagt getan, der Termin stand fest: 3. Adventswochenende 2013 und ein Motto war auch schnell gefunden. „Füllt den Gabentisch für die Tiere“, denn wir fanden es sehr schade, dass viele Tiere die Weihnachtzeit im Tierheim verbringen mussten und bisher nicht die Chance hatten, ein neues Zuhause zu finden.

Tierheim Kranenburg e.V. Keekenerstr. 40 47559 Kranenburg Tel. 02826-92060 E-Mail: tierheim.kranenburg@aol.de Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 16-19 Uhr Sa 14-18 Uhr So & feiertags geschlossen

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Viele Spenden erreichten uns für die Tiere An diesem Wochenende waren wir überwältigt! Mit einer so großen Resonanz hatten wir im Traum nicht gerechnet. Weite Wege wurden teilweise von den Tierfreunden auf sich genommen, um an der Weihnachtsaktion teilzunehmen. Jede Menge Futter, Leckerlis, Decken, Halsbänder, Spielzeug und vieles mehr wurden für die Tiere mitgebracht. Der Gabentisch reichte schon nach kurzer zeit nicht mehr aus und die vielen Geschenke wurden rundherum platziert. Viele Gassi-Geher kamen, um die Hunde auszuführen und auch die Katzen freuten sich über viel Besuch und Bespaßung. Das neu eingerichtete Schmusezimmer, wo man gemütlich und im Warmen mit den Hunden kuscheln kann, war dauerbesetzt. Viele Spenden kamen auch durch den Erlös der Verkäufe des Trödelmarktes herein. Das eine oder andere Tier hatte die Chance, ein neues Zuhause zu finden. Ganz besonders gefreut haben sich die Mitarbeiter über die Adoption zweier Notfälle. Die Hunde waren schon sehr lange im Tierheim und hatten nun endlich die Chance, ein schönes Zuhause zu finden.


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Die Idee einer Geschenk-Patenschaft wurde gut angenommen und auf diesem Wege hat der ein oder andere Besucher gleich noch ein ausgefallenes Geschenk gefunden. Der Vorstand bedankte sich auch bei den vielen ehrenamtlichen Helfern für die tatkräftige Unterstützung denn die Durchführung dieser tollen Feier wurde dadurch nur möglich. Und alle Helfer sind sich einig, dass machen wir jetzt jedes Jahr…

So toll das alte Jahr dadurch endete, so gut fing das neue an. aktion tier bestätigte den monatlichen Betriebskostenzuschuss ab Januar 2014. Der Vorstand freut sich „tierisch“ und bedankt sich recht herzlich. Der Verein findet es auch ganz toll, dass aktuelle Berichte und Aktionen von uns im aktion tier Journal mensch und tier veröffentlicht werden können und wir auch den Tiervermittlungsdienst im Online-

Tierheim von aktion tier nutzen dürfen.

Wir möchten aber auch nicht versäumen, auf unsere Homepage www. tierheim-kranenburg.de hinzuweisen. Dort sind weitere Infos über das Tierheim Kranenburg und auch unsere vielen tollen Tiere werden dort vorgestellt. Schauen Sie doch mal rein.

Tierheim Kranenburg e.V., NRW

Malinois ausgesetzt Zwischen Weihnachten und Neujahr beobachtete eine Hundebesitzerin, die gerade ihren Hund ausführte, einen silbernen Kastenwagen. Dieser hielt an einem sehr abgelegenen kleinen Wäldchen umgeben von Wiesen und Feldern an. Er warf einen Hund heraus und brauste mit Vollgas davon. Leider konnte sie das Nummernschild nicht erkennen. Ein Bericht von Melanie Tenbieg

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Der total verschreckte Hund rannte so schnell er konnte hinter dem Auto her, aber schon nach einem kurzen Stück hatte er keine Chance mehr, das Auto einzuholen. So kehrte der Hund zurück an die Stelle wo er ausgesetzt worden war und wartete. Die Tierfreundin versuchte sich dem ausgesetzten Hund zu nähern, hatte aber keine Chance, an ihn heran zu kommen. Der Hund war total verstört und verängstigt. Schnell lief die Frau nach Hause und benachrichtigte das Tierheim Kranenburg. Gleich machten wir uns auf den Weg und der ausgesetzte Hund hielt sich immer noch an derselben Stelle auf. Wir konnten erkennen, dass es eine Malinois-Hündin war, sehr abgemagert und ängstlich. Trotz all unserer Versuche hatten wir keine Chance an sie heran zukommen. Wir entschlossen uns, unsere große Hundelebendfalle aufzustellen und dann hieß es abwarten. Nach zwei Tagen rief uns der Eigentümer des Ackers an, an dessen Rand wir die Falle gestellt hatten. Leider war er nicht damit einverstanden, dass die Falle dort aufge-

stellt war. Das hatten wir wirklich noch nie erlebt. Selbst in eng besiedelten Gebieten hatte noch nie jemand etwas dagegen durch das Aufstellen der Falle einen Hund zu retten. Warum also hier auf dem Lande wo weit und breit nichts als Felder und Wiesen sind und niemand gestört wird? Der Grund wurde uns kurze Zeit später klar, als der Jagdaufseher sich bei uns meldete. Er war ebenfalls total gegen das Aufstellen der Falle mit folgendem Grund: Wenn jemand die Falle fotografieren und das öffentlich machen würde, könnte der Eindruck entstehen, die Jäger verwenden illegale Fallen. Hallo, geht’s noch? Unsere Fallen sind LEBENDFALLEN, wir wollen Tiere retten und nicht töten. Er bestand trotzdem weiterhin auf sofortige Entfernung der Falle und es blieb uns nichts anderes übrig, als die Falle wieder abzuholen. Zum Glück hatte sich eine weitere Dorfbewohnerin bereit erklärt, zu helfen. Sie konnte von Tag zu Tag mehr Vertrauen zu dem Hund aufbauen und nach ca. 1 Woche konnte sie die ausgesetzte Hündin sogar anleinen und somit retten.

Wir bedanken und rechtherzlich für den unermüdlichen Einsatz und die tolle Mithilfe. Nun ist die Malinois-Hündin bei uns im Tierheim und wir haben sie Beauty genannt. Neben einer Blasenentzündung, die mit einem Antibiotikum versorgt wurde, benötigte sie für kurze Zeit noch ein zusätzliches Schmerzmittel. Sie hatte sich bei ihren unfreiwilligen Ausflügen so stark verausgabt, dass es auf die Gelenke geschlagen ist. Es ist toll mit anzusehen, wie sie sich von Woche zu Woche mehr erholt und sich ihres neuen Lebens freut. Wir wünschen uns natürlich, dass Beauty die Chance bekommt, von tierlieben Menschen adoptiert zu werden. Beauty ist ca. 2-3 Jahre alt und sehr verschmust. Sie mag andere Hunde und ist sehr gelehrig. Gerne wird sie gefordert. Wer nimmt Beauty zu sich und macht sie zur treuen Begleiterin?

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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TSV Schwedt e.V., Mecklenburg-Vorpommern

20 Jahre Tierschutzverein und Tierheim Im Oktober feierte unser Verein sein 20jähriges Bestehen. Ein Grund, auf die vergangenen Jahre zurückzublicken. Zwanzig Jahre – das bedeutet auch schon die zweite Generation von Mitstreitern. Wir haben viel erreicht. Unser kleines Tierheim hat sich aus der Auffangstation entwickelt. Ein Bericht von Heidrun Forchmann, 1. Vors. des TSV Schwedt

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In den 20 Jahren konnten viele Tiere in ein neues zu Hause vermitteln werden. Verwaiste, ausgesetzte oder kranke Tiere fanden in unserem Tierheim ein neues zu Hause. Auf dem Gebiet der Kastration und Sterilisation von frei lebenden Katzen haben wir große

Erfolge zu verzeichnen. Diese Maßnahme war für uns von Anfang an sehr wichtig. In den vergangenen 20 Jahren wurden über 1000 frei lebende Katzen aus dem Stadtgebiet und den eingemeindeten Dörfern behandelt und dann wieder an ihren angestammten

aktion tier in Bayern

Winter Tollwood 2013 in München! Das Tollwood Festival findet seit 1988 zweimal im Jahr in München statt. Der Markt der Ideen, bio-zertifizierte Gastronomie sowie unterschiedlichstes Kulturprogramm bilden ein drei Säulenmodell, welches das Fest verkörpert. Ein Bericht von Brian Burke, Mitarbeiter des aktion tier-Aufklärungsteams Das Thema dieses Jahr lautete: „Artgerecht“. Das Tollwood suchte sich Mitstreiter, um sich für ein Ende der Massentierhaltung einzusetzen. Selbstverständlich ist bei solch einem brisanten Thema aktion tier mit einem Stand mitten drin statt nur dabei. Wir machten auf die Missstände in der Lebensmittelindustrie aufmerksam. Insbesondere verstecktes Tierleid in Lebens54

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mitteln lag uns am Herzen. Dieses findet sich vor allem in Milch- und Eierprodukten. So kann man z.B. nicht erkennen, woher in Nudelwaren verarbeitete Eier herkommen. Gleiches gilt für Teigwaren. Wir zeigten auf, dass wir gemeinsam mit vielen anderen Tierschutzorganisationen zwar mit Erfolg die Legebatterien in Deutschland abge-

Futterstellen frei gelassen. Dem Verein ist es zu verdanken, dass in der Stadt Schwedt die großen Probleme mit frei lebenden Katzen gelöst werden konnten. Das gilt jetzt auch schon teilweise für die eingemeindeten Dörfer. Also alles in allem ein Grund zu feiern. Mit dem Tag der offenen Tür wollten wir allen danken, die uns bei der Lösung der Aufgaben geholfen und ihren Anteil daran haben. Zu den ersten Gratulanten gehörte Herr Wolfgang Anders von aktion tier – menschen für tiere e.V., der uns als Regionalpartnerbetreuer seit dem Jahr 2002 bei der Lösung vieler Aufgaben hilfreich unterstützt. Viele Besucher kamen, um bei Kaffee und Kuchen mit uns über Tiere, Haltung und ähnliches zu sprechen. Bis zum späten Nachmittag war es ein ständiges Kommen und Gehen. Im Rahmen der Gespräche wurde unsere Arbeit im Verein und Tierheim gewürdigt. Wir können mit Stolz zurück blicken und voller Zuversicht in die Zukunft schauen.


© Siggi Müller

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TOLLWOOD – ENGAGEMENT FÜR MENSCH UND UMWELT

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as Tollwood Festival steht für Lebensfreude und Kulturgenuss. Rund 1,5 Millionen Menschen lassen sich Jahr für Jahr verzaubern von internationalen Künstlern und Compagnien, vom »Markt der Ideen«, von der Welt, die auf Tollwood zuhause ist. Dieser Welt fühlen wir uns verpflichtet – seit Festivalbeginn. Tollwoods ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten und uns über die Festivalgrenzen hinaus für Mensch und Umwelt zu engagieren, sind uns zentrale Anliegen. Seit dem ersten Festival im Jahr 1988 bestimmt ökologisches und soziales Denken und Handeln das Tollwood Festival. Der Einsatz für den Umweltschutz, der mit der Demonstration einer kleinen Solaranlage begann, wuchs über die Jahre zu einem bedeutenden Bestandteil des Festivals – mit großer Wirkkraft. Gut für Mensch und Umwelt: Bio auf dem Teller Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen! Das Tollwood Festival ist bekannt für die internationalen Köstlichkeiten seiner Gastronomen. Von Anfang an wurde auf möglichst viele ökologisch einwandfreie Speisen und Getränke geachtet. Seit 2003 ist die Festivalgastronomie sommers wie winters nach den Richtlinien der EG-Öko-Verordnung zertifiziert. Damit bekommen die Festival-Besucher die internationalen Köstlichkeiten an den rund 50 Essensständen zu annähernd 100 Prozent Bio-Qualität serviert. Das freut den Gaumen! Aber auch Umwelt, Tiere und Gesundheit profitieren von der Bio-Landwirtschaft. Tollwoods Bio-Gastronomie erspart dem Klima 20 Prozent und damit 116 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, wie eine vom Beratungsbüro für Ernährungsökologie angefertigte Studie beweist. »Wege entstehen dadurch, dass man sie geht« (Franz Kafka)

schafft haben, dies aber wenig Sinn macht, wenn für die Produktion gewisser Lebensmittel wie z.B. der Schokolade oder Nudeln, immer wieder Eier aus Legebatterien im Ausland verwendet werden. Ebenso sind Antibiotika und Wachstumshormone in Milch, Käse, Jogurt und anderer solcher Produkte enthalten. Hier bewiesen die Münchener ihr Verständnis für die Natur und die in ihr lebende Geschöpfe. Sie zeigten ein großes Interesse an unserer Arbeit und nahmen mit Freude an unseren Unterschriftenaktionen Teil. Zudem gaben wir zu Verstehen, dass Tiere keine Weihnachtsgeschenke sind. Mit Entsetzen vernahmen die Menschen die hohe Zahl von einer 1/2 Million jährlich ausgesetzter Tiere.

Neues wagen, sich gemeinsam für eine bessere Zukunft einsetzen – dafür steht Tollwood und deswegen steht im Zentrum des Sommerfestivals 2014 die politische Forderung: »Artgerecht: Lasst die Tiere wie sie sind!«, eine Unterschriftenaktion gegen die industrielle Intensivtierhaltung, die beim Tollwood Winterfestival von mehr als 60.000 Menschen unterzeichnet wurde und nun fortgesetzt wird. Ziel ist eine Änderung der Tierschutzgesetzgebung und damit die Forderung: Schluss mit den grausamen Missständen, keine Verstümmelung von Tieren, um sie den Haltungssystemen anzupassen! Das Kulturpaket für den Sommer 2014 ist umfangreich: mit Stars der internationalen Musikszene von Jamie Cullum über Gentleman & The Evolution und Chris de Burgh bis ZAZ in der Musik-Arena, mit den besten Rockbands aus München, der Region und aller Welt, mit Performances und Walk-Acts, mit Traditionellem und Aufmüpfigem im bayerischen Musikantentreff mit Otto Göttler, mit der legendären tanzbar, einer Arche als Abenteuerspielplatz für Kinder und – natürlich – dem Paradies für Flaneure, dem »Markt der Ideen« mit Ayurveda-Oase, dem indischen Zelt »Delhi Haat« und internationalem Kunsthandwerk. Mehr als 50 Gastronomiestände offerieren Küchenkunst aus allen Kulturen – selbstverständlich in Bio-Qualität. Öffnungszeiten: 02.-27.7.2014 Ort: Olympiapark Süd München Tickets Tollwood-Hotline: 0700-38 38 50 24

(je nach Anrufernetz ca. 12,6 Ct/min)

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• aktion tier – menschen für tiere e.V.

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TSI Odenwald, Hessen

n. te t e Bei

Gemeinsam gegen das Katzenelend

uns ging eine Meldung ein, dass auf einem Hof in Gumpen/Reichelsheim/Odenwald seit etwa zwei Wochen eine schwer verletzte Katze herumid laufe. Hierauf fuhr ich dorthin, in der Hoffnung, auch gleich das besagte Tier ir le nw e t n n o k anzutreffen, da es bei wild lebenden Katzen immer sehr schwierig ist, zur richtigen Zeit he n y kät zc b a B s se Die am richtigen Ort zu sein. Glücklicherweise konnte ich die verletzte Katze aber sofort mit Futter aus ihrem Versteck locken. Doch der Anblick, der sich mir da bot, ließ sogar mich, obwohl ich schon viel gesehen habe, erschaudern. Fast das gesamte Hinterbein war offen und das rohe Fleisch war zu sehen. Der Landwirt dieses Hofes sah das Ganze recht gelassen. Wie sich im Gespräch herausstellte, lief die Katze nun schon länger damit herum, sodass es ja so schlimm nicht sein könne. Zum Glück war er jedoch einsichtig und überließ uns das schwer verletzte Tier. Das Einfangen klappte reibungslos und die medizinische Versorgung erfolgte umgehend. Ein Bericht von Nicola Oberle n ic er

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Allerdings waren auf dem Hof nun auch Babykatzen aufgetaucht, die alles andere als gesund aussahen. Ich hakte sofort nach, ob er denn nicht auch damit einverstanden sei, alle Katzen auf dem Hof kastrieren zu lassen und die Jungen abzugeben. Verletzung noch schlimmer als befürchtet Doch zunächst musste die verletzte Katze zum Tierarzt gebracht werden. Da sie sich natürlich nicht anfassen ließ, musste sie in Narkose gelegt werden, um sie zu untersuchen. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass es sich um einen Kater handelte. Da die Vermutung nahe lag, dass er unter ein Auto gekommen war, wurde er geröntgt und dabei wirde festgestellt, dass er außer der schweren Verletzung am Bein das Brustbein gebrochen und ein Schädeltrauma erlitten hatte. Sein rechtes Auge ist blind, allerdings stammt dies von einer älteren Verletzung oder einem unbehandelten Schnupfen. Selbstverständlich wurde ihm gleich noch Blut abgenommen, um ihn auf FIV und Leukose zu untersuchen. Wenigstens diese Tests waren negativ. Da die Chancen auf Heilung laut Tierarzt gar nicht so schlecht standen, kam er bei uns in eine Quarantänestation. 56

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• Ausgabe 1/2014

Kater Louis hat sich von seiner schweren Verletzung sehr gut erholt und sucht nun ein neues Zuhause.

Die Wunde wurde nun täglich mit Wasserstoffperoxid gespült und zusätzlich mit einem Schaum zur Förderung der Wundheilung versorgt. Tiere in Not Odenwald e. V. (TINO) half gerne mit Nun konnten wir Kastrationsaktion auf dem Hof in Angriff nehmen. Wir baten Tiere in Not Odenwald e.V. (TINO) um Mithilfe, deren Tierheim nur wenige Kilometer von der Örtlichkeit entfernt liegt. TINO war sofort von der Idee, gemeinsam zu arbeiten, begeistert und erklärte sich bereit, die Katzen zu kastrieren und einen Teil der Jungtiere aufzunehmen.

So traf ich mich mit einer Mitarbeiterin von TINO abends auf dem Hof, ausgestattet mit Fallen, die wir auf dem gesamten Gelände aufstellten. Es konnte losgehen, die ersten Katzen trafen auch schon nach kurzer Zeit ein. Beim regelmäßigen Kontrollieren der Fallen fiel uns dann allerdings eine Katze auf, die gerade zwischen den gelagerten Heuballen hervor kam. Die Vermutung lag nahe, dass sich im Heu, zwischen den großen Rundballen, ein Nest mit Katzenkindern befand. Mit der Taschenlampe konnten wir in die Höhle leuchten, und tatsächlich, da lagen sie, ein Wurf von vier Babys. Sie waren etwa 14 Tage alt.


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Wegen ihres schweren Halswirbeltraumas gab es für die Katze links im Bild keine Rettung.

In den Pflegestellen musste eine Augenentzündung, auskuriert werden.

Nicht alle konnten wir retten

waren. So wurde sehr schweren Herzens beschlossen, es von seinem Leiden zu erlösen. Das andere Katzenkind entwickelte sich prima und fand schnell ein Zuhause bei lieben Menschen.

Die Situation war wirklich schwierig. Wie sollten wir nun weiter verfahren? Da das Muttertier sehr scheu war, konnte sie nicht auf einer Pflegestelle untergebracht werden. Wenn man aber nicht gleich gehandelt hätte, hätte die Mutter sie vielleicht schon längst an einen anderen Platz gebracht und man sähe die Jungen erst wieder, wenn sie zu alt zum Zähmen sind. Im ungünstigsten Fall sind sie dann sogar selbst schon wieder tragend. Also beschlossen wir, die Jungtiere sofort herauszuholen und bei TINO ein extra Quartier für die Katzenfamilie einzurichten. Wie sich gleich herausstellen sollte, war das die einzig richtige Entscheidung, denn das Herausholen der Welpen erwies sich als äußerst schwierig. Zwei der Babys mussten vorsichtig aus den Netzen, in welche die Rundballen gewickelt sind, herausgeschnitten werden. Eines hatte sich eine Schnur um den Hals und ein Beinchen gewickelt, bei einem anderen war die Schnur schon so fest in das Beinchen eingewachsen, dass es anschließend amputiert werden musste. Wir brachten an diesem Abend vier Kater und zwei Katzen zu TI-

NO zum Kastrieren. Ebenso fand die Mutterkatze mit ihren vier Welpen, die sogleich erstversorgt wurden, hier ein vorübergehendes Zuhause. Leider haben es zwei der Katzenwelpen nicht geschafft und sind an den darauffolgenden Tagen gestorben. Aber die anderen beiden, darunter das Kleine mit dem amputierten Beinchen, entwickelten sich gut. Auch die Katzenmutter wurde kastriert und, nachdem die Welpen abgesetzt waren, zurück auf den Hof gebracht. Am darauf folgenden Morgen konnten wir die restlichen drei Katzen einfangen. Darunter war eine rote Katze, die den Kopf sehr schief hielt und nicht geradeaus laufen konnte. Nachdem man auf dem Röntgenbild ein schweres Halswirbeltrauma feststellen konnte, gab es leider nur eine richtige Entscheidung. So musste dem armen Wesen geholfen werden, auf die andere Seite zu gehen. Zwei weitere Katzenwelpen von diesem Hof wurden schon vor der Kastrationsaktion bei einer unserer Pflegestellen abgegeben. Doch eines dieser armen, kleinen Tierchen konnte nicht selbstständig Kot absetzen. Nach einer gründlichen Untersuchung wurde festgestellt, dass seine Organe zum Teil stark deformiert

Gemeinsam wurden die Fallen ausgeladen und aufgestellt.

Gemeinsam viel erreicht Glücklicherweise gelang es uns, Dank der großartigen Teamarbeit, alle Katzen auf dem Hof einzufangen und, soweit notwendig, medizinisch versorgen und natürlich kastrieren zu lassen. Einige hatten mit Schnupfen zu kämpfen und bekamen Antibiotika. Der verletzte rote Kater hat sich inzwischen sehr gut in seiner Pflegestelle eingelebt. Seine Wunde verheilt und er kann das schlimme Erlebnis hoffentlich bald ganz hinter sich lassen. Er ist verspielt und sehr sozial. Für ihn ist Katzengesellschaft sehr wichtig, deshalb wäre er als Zweitkatze sehr geeignet. Er heißt nun Louis und ist allen Besuchern gegenüber offen und freundlich eingestellt. Wir sind sehr froh, dass wir hier mit vereinten Kräften so viel erreichen konnten. Teamwork ist nicht zuletzt im Tierschutz eine Sache, die weiter bringt, Mut macht, stärkt und Freude bereitet.

Schon nach kurzer Zeit ging die erste Katze in die Falle.

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Daito

Nothilfe für Polarhunde e.V., NRW

Mythos Akita – wenn Träume zerplatzen Welcher tierliebe Mensch kennt sie nicht – die vielfach verfilmten Mythen aus dem Reich der Hunde, Pferde und sonstiger Tiere? Viele kleine Mädchen versanken tief in „Fury“ und „Flicka“, und viele Erwachsene sind dadurch später zum eigenen Pferd gekommen. Nicht immer zur reinen Freude der Equiden. Hundefreunde hingen in Jugendjahren seufzend vor den Lassie-Filmen, sie lasen „RinTinTin“ oder „Senta“ und wünschten sich sehnlichst genau so einen Hund. Später erschien „Benji“ auf der Mattscheibe, die neuzeitliche Variante des hündischen Helden. Ein Bericht von Günther Schwartze Erwachsene Outdoor-Begeisterte wurden in ihrer Entscheidung zum Hund oft vom berühmten „Balto“ beeinflusst, der den Mythos des dem Sturm trotzenden, Menschen rettenden Schlittenhundes in die ganze Welt trug. Nur wenige wissen jedoch, dass nicht Balto der Held des Serum-runs (Etappenlauf mit Schlittenhundegespannen zum Transport von Antiserum gegen Diphtherie nach Nome/Alaska über fast 1000 Meilen unter widrigsten Umständen) war. Balto war lediglich der Leithund des Gespanns der letzten Etappe. Bei vielen vergessen ist leider der Rüde Togo – Leithund des Teams von L. Seppala, der gemeinsam mit seinem Musher mehr Strecke zurücklegte als jedes andere Gespann des Laufs um das lebensrettende Medikament. 58

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Togo war damals bereits 12 Jahre alt. Doch Seppala wusste, warum er gerade ihn eingespannt hatte. Er sagte später, nie habe er einen besseren Hund an Ausdauer, Loyalität und Intelligenz gehabt als Togo. Togo war benannt nach Heihachiro Togo, einem japanischen Admiral. In der japanischen Mentalität sind Werte wie Treue, Loyalität, Hingabe und Aufopferung zutiefst verwurzelt. Togos lebenslange Leistung hat der Namenswahl Recht gegeben. Auch einem anderen Hund werden die kulturell in Japan fest eingebundenen Wesenszüge zugeschrieben: dem Akita. Ob nun einfach Akita, Akita-Inu oder Akita-Ken, American Akita (oder auch Great Japanese Dog) – die Rassetrennung

in Deutschland wurde 1996 eingeführt – dies soll hier nicht Thema sein. Der Mythos Akita erreichte viele Menschen ab den 1980ern. Als die Geschichte des Hundes Hachiko zum ersten Mal verfilmt wurde (Originaltitel: Hachiko Monogatari /die Erzählung von Hachiko). Ein kleiner Akita, liebevoll und fürsorglich aufgezogen, der sich eng an seinen Herrn gebunden hatte. Der ihn morgens zum Bahnhof begleitete, abends dort erwartete. Und der nach dem Tod seines Herrn fast 10 Jahre lang dieses ihm so wichtige, nicht abänderbare Ritual beibehielt. Hachiko wartete unerschütterlich bis zu seinem eigenen Tod. Er starb an Krebs im Endstadium. Die Geschichte der Akita-Hunde ist lang und alt. Vom Jagdbegleiter als Einzelhund oder im Doppelpack, unter anderem auf Bären, über Kampfhund, über den Hund der Samurai und Shogune, die ihn zum Zweck des Bewachens wie auch des Eigenschutzes hielten, bis hin zum geschätzten Statussymbol reicht diese Historie. Als Bärenjäger waren Jagdtrieb, Mut, Ausdauer, akurates Reaktionsvermögen und eigenständiges Handeln gefragt. Als Hund im Kampf zusätzlich Dominanzstreben, wie auch der Wille zur Nichtaufgabe. Als Begleiter der Edlen und Reichen galten Treue, Standhaftigkeit, Wachsamkeit, Ner­venstärke, Würde und ergebene Toleranz als weitere


unsere partner Der Mythos Akita zerbricht mehr und mehr an der Igno ranz, am naiven Wunschdenken dere r, die meinen, so einen Hund haben zu müssen. Ohne im Besitz der nötigen menschlichen und auch finanziellen Qualitäten zu sein, die dafür wichtig sind . Weil er so imposant ist. So treu. Nur – Treue muss man sich erarbeiten. Ohne ein ausgewogenes Geben und Nehmen wird sie nicht zustande kommen. Ganz im Gegenteil.

Uhlan

Tugenden. Wie hoch das Ansehen des Akita wirklich war, beweist der ihm von Kaiser Hirohito 1931 verliehene Status als „Naturdenkmal“. So wie Balto/Togo Menschen zum nordischen Hund führt, so verfallen dem Mythos Hachiko. Ohne sich im Klaren zu sein, wie sehr dieser Mythos Teil der japanischen Wertevorstellung, und also auch Teil der sorgfältigen Zucht dieser Rasse war. Und bestenfalls noch ist. Der Akita ist ein großer kräftiger Hund. 30 bis 50 kg an der Leine sind schon eine Hausnummer. All die hehren Eigenschaften, die der Rasse nachgesagt werden, haben ihren Bestand. Jedoch nur, wenn man das Tier von Anfang an gut sozialisiert und es konsequent, aber immer liebevoll und fair behandelt. Versäumt man das, können die Wesenszüge umschlagen. Was zuvor Würde war, kann zu Misstrauen führen. Wehrhaftigkeit zu Aggression, Eigenständigkeit zu Verweigerung, Toleranz zu Intoleranz. Und wenn das Wesen des Akita, der nun mal nie ein Meutehund war, sondern immer eher ein mit sich selbst agierender Hund, gänzlich missverstanden wird, und der Hund sich in sich selbst zurückzieht, kann das heftige Folgen haben. Aus falschem Grund angeschaffte, falsch geführte Akitas landen, wie andere Hunde auch, im Tier-

schutz. Gerade aber für einen an sich dem Menschen so zugeneigten, bindungswilligen Hund ist der, wenn auch gutgemeinte, Tierheimzwinger der falsche Ort. Jeder Zwinger ist dafür der falsche Ort. Hundetierschutz besteht jedoch zwangsweise nicht aus Wohnzimmern, so gerne man das solchen Hunden auch bieten möchte. Viele dieser Hunde, auch viele ChowChows und Asiaten, fallen darunter, kommen schon unsozialisiert zu uns. Da sie nicht im Rudel gehalten werden können, bleibt nur die Einzelunterbringung. Um jedem dieser Hunde gerecht werden zu können, fehlen dem Tierschutz die finanziellen, wie auch personellen Mittel. Für die Hunde jedoch bedeutet das auch weiterhin den Entzug der für sie doch so wichtigen dauernden Nähe „ihres „ Menschen. Der ihnen geduldig und einfühlsam versucht zu helfen, wenigstens einen Teil des Versäumten nachzuholen. Für Akitas, die aus einer weniger schlechten oder sogar guten Haltung stammen, finden sich oft schon bald geeignete Interessenten. Die, wenn sie gut informiert sind, am besten jedoch mit Hundeerfahrung, oder sogar AkitaErfahrung gesegnet und vom Vermittler gut betreut, an ihrem Tierschutzhund schnell all die guten Rasseeigenschaften erleben. Für die anderen jedoch, misstrauisch, Artgenossen unverträglich, zumindest bei Gleichgeschlechtlichen, sogar am Menschen verzweifelt, ist

das bedeutend schwerer. Der daraus resultierende lange Zeitraum im Zwinger macht die Tiere nicht umgänglicher. Viele Tierschutzeinrichtungen scheuen sich vor solchen Hunden. Immer wieder haben wir Anfragen, oder werden auf Hunde aufmerksam gemacht, die von Tierschützern entweder rigoros abgelehnt werden oder aber dort nicht typgerecht gehandelt werden. Oft, weil man einfach nicht kann, der Mittel wegen, oft aber auch, weil man nichts über sie weiß. Gipfeln kann das dann in einem Hund, zu dem sich keiner mehr hineintraut. Woher kommen sie, diese Akitas? Aus Nachlässen, z.B. Hunde, die viele Jahre einen guten Herrn hatten und nun rassetypisch nur noch verstört reagieren. Gerade aktuell haben wir das Akitapaar Daito (Rüde 5J) und Uhlan (Hündin 10J) in unserer Obhut. Das Herrchen verstorben, hat Daito Gott-seiDank jetzt eine Pflegestelle, aber Uhlan sucht noch dringend. Beide brauchen zudem so schnell es geht „ihren“ neuen festen Menschen. Uhlan ist die ruhigere von beiden, kommt mit der Situation besser zurecht. Daito hat es schwerer. Im Tierheim, von wo wir beide übernommen haben, hatte er aus lauter Frust und Misstrauen eine Pflegerin in die Hand gebissen. Nicht um zu beschädigen – zur Abwehr. Dies brachte ihn mit dem Wort „böse“ in Verbindung. Bei Menschen mit Akita-Erfahrung verhielt er sich auch dort nicht ganz so resolut. Und es gibt ein Video, welches einen freundlichen Daito zeigt. Wurde also vielleicht einfach falsch an ihn heran gegangen? Da wir Infos darüber haben, Mitgliederjournal

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Uhlan

Daito

wie er in seinem alten Zuhause war, kann man klar sagen: Daito braucht unbedingt einen Kenner der Rasse. Nur dort wird er das Abwehren von fremder Zuneigung, die ihn jetzt so überfordert, ablegen können. Nur dort wird er wieder den Weg finden können zu dem Daito, der er 5 Jahre lang war. Die Zeit in der Pflegestelle sollte so kurz als möglich sein. Eben weil hier das Problem der Bindung und der erneuten Weitergabe dem Rüden Seelenqual bereiten wird, was sich dann wiederum aufs Verhalten niederschlägt. Daito und Uhlan finden Sie auf unserer HP (www.polarhunde-nothilfe.com in der Rubrik NOTFELLE). Besuchen Sie die Beiden bitte dort – und melden Sie sich bei uns, wenn Sie Rasse-erfahren sind und verstehen, was die beiden Hunde durchmachen und helfen wollen.

Regeln im Umgang oder der oft erhöhten Individualdistanz keinen Schimmer hatte – bis dem Hund nichts übrigblieb, als selbst „Stopp“ zu sagen. Selten wehrt sich ein Akita gegen den Menschen unverhältnismäßig – doch schon aufgrund seiner Größe wird er aktenkundig. Schlimmstenfalls zum behördlich gefährlichen Hund abgestempelt. Auch aus wilden und völlig unbedarften Verpaarungen stammen sie. Die Internetplattformen sind voll davon. Weil sie so „wunderschön“ ist, soll die Hündin werfen, oder der Rüde decken. Für ein paar hundert Euro bitteschön. Oder, weil die Halter gemerkt haben, wieviel Geld mit Welpen mit wenig Aufwand und ein wenig Schönreden zu machen ist. Auch viele in- und ausländische Händler tummeln sich dort. Geeignet für die Hunde ist, wer zahlt.

Woher stammen sie noch, die Akitas?

Die Preise beginnen bei ca. 300 Euro, aber auch Beträge zwischen 1000 Euro und um die 2000 Euro herum sind zu finden. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Verkaufstexte glatte Falschinformationen. Ich zitiere: „Knuddelbären/ Seltenheit/ besonders familientauglich/ kinderfreundlich/ leicht zu erziehen/ auch für Anfänger geeignet/ mit allen Tieren verträglich. Nirgendwo steht, dass die süßen Knuddelbären zu den Spätentwicklern gehören. Dass bei dem netten Junghund bei falscher Erziehung im Alter von ca. 1,5 bis 3 Jahren eine komplette Wesensveränderung vonstatten gehen kann, nach der dann der Hund die Führung in der Familie übernimmt. Oder sich seine Führungslosigkeit in extremem Territorialverhalten bis Ressourcenverteidigung Bahn bricht. So ist es auch keine Seltenheit, dass der Hund dann vor der Abgabe im Garten oder auch mal

Aus Beschlagnahmungen oder Abgaben, weil es zu einem Beißvorfall kam. Warum kam es dazu? Weil der Hund schlecht sozialisiert ist, man falsch mit ihm umging, von

Shiro

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auf dem Balkon leben musste, kaum Gassi geführt wurde, weil man ihn nicht mehr im Griff hatte. All die wichtigen Umwelteindrücke, die so ein Hund permanent braucht, natürlich gemeinsam mit seinem Menschen, um sicher durchs Leben gehen zu können, unterblieben. Eine von Unverständigen nicht mehr aufzulösende Abwärtsspirale. Auch gut erzogene Akitas neigen nicht selten dazu, im Wechsel von Junghund zu Erwachsenem sich nochmals neu zu orientieren. Gerade auch, was die direkte Akzeptanz von Artgenossen des gleichen Geschlechts angeht. Vieles, was bis dahin an Regeln schon etabliert war, wird nun nochmals auf den Prüfstand gestellt. Versagt der Mensch nun an dieser Stelle, vielleicht aus dem Gedanken heraus, der Hund sei fertig erzogen, hat auch er , trotz Sachkunde und Liebe zu seinem Tier, eine Portion Arbeit vor sich, die Ordnung wiederherzustellen. Ein Akita ist kein Hund für „nebenbei“. Kein Hund für Anfänger. Kein Hund für Menschen mit der falschen Mentalität. Uns sind Züchter bekannt, die die Rasse wirklich lieben. Und die, eben aus dieser Liebe heraus, ihre Leidenschaft aufgegeben haben. Zum Schutz der Rasse und auch der Individuen. Weil es ihnen nicht mehr gelang, Akita-kompetente Käufer aufzutun. Diesen Menschen gilt unsere Hochachtung. Denn Käufer, die Verkaufsplattformen beweisen es, gibt es genug. Nur eben kaum die Richtigen. Ein sorgfältig aufgezogener Akita in den richtigen Händen ist ein zugewandter, freundlicher, zuverlässiger Begleithund. Der auf seine Menschen, auch die Kleinen, gut


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achtet. Der oft von der hauseigenen Katze bis hin zum neu hinzukommenden Welpen alle, die unter seiner Aufsicht stehen, geduldig mit erzieht. Der sein Zuhause unbestechlich bewacht, aber Gäste interessiert, wenn auch zurückhaltend, willkommen heißt. Sofern Herr und Hund dieselbe Sprache sprechen und Akita versteht, was von ihm gewünscht wird. Und sofern Herr dafür sorgt, dass Akita vom Gast nicht bedrängt wird, wie es eben oft Unsitte ist, wenn Nichthundehalter in einen Hundehaushalt kommen und nichts Böses wollend den Hund sofort knuddeln möchten. Vielleicht ist er nicht der Star der Hundewiese, was Spiel mit jedermann angeht, nicht per se Freilauf geeignet, aber in seinem privaten Umfeld ein zuverlässiger Garant für Freude und Zufriedenheit am Hund. Einem Akita, dem dies nicht zuteil wurde,

steht oft ein langes, leidvolles Dasein bevor. Weil es leider zu wenig Möglichkeiten gibt, diese besonderen Hunde artgerecht unterzubringen und zu „resozialisieren“. Wir möchten an dieser Stelle aktion tier – menschen für tiere e.V. dafür danken, hier auf dieser Plattform auf die großen, und auch die kleinen Asiaten aufmerksam machen zu dürfen. Auf diese eigenwilligen, so oft missverstandenen Hunde. Auf unsere Sorgenfelle Daito und Uhlan, denen wir nach ihrem traurigen Verlust in ihrer schweren seelischen Situation von Herzen eine Akita-gerechte neue Familie wünschen. Auf einen weiteren, 3jährigen Rüden, das Herrchen ist ebenfalls verstorben. Die angefragten Tierheime wollen ihn nicht, derzeit ist er notdürftig bei Bekannten untergebracht. Auf

all die Asiaten, die in vielen Tierschutz- und Not-Organisationen ebenfalls warten. Entscheiden Sie mit dem Herzen. Aber nicht ohne den Verstand und mit allen, die mit dem Hund im engen Kreis zu tun haben werden. Denn nicht jeder Akita ist ein Hachiko. Entscheiden Sie sich für den Hund. Nicht den Mythos.

Souji

Nothilfe für Polarhunde e.V., NRW

Katzenelend in Deutschland Jedem, der sich schon einmal mit dem Thema Streunerkatzen/ Katzenelend beschäftigt hat, muss man eigentlich nicht mehr erklären, was es damit auf sich hat. Für diejenigen, die keinen Einblick in die Thematik haben, ein kurzer Rückblick: Es gibt zahme Hauskatzen, mit oder ohne Freigang. Verwilderte Hauskatzen, sogenannte Streuner. Und echte Wildkatzen. Man sollte annehmen, auf dem Land gebe es mehr Streuner als im Stadtraum. Denn Katzen gehören dem Empfinden nach seit Menschengedenken zu ländlichen Ansiedlungen. Das war einmal. Je höher die Hauskatzenpopulation in Städten und Gemeinden stieg, desto höher stieg und steigt auch die Zahl der Streuner. Trotz vielfältiger Kastrationen. Ein Bericht von Günther Schwartze

F

Freilaufende, unkastrierte Hauskater sind daran maßgeblich beteiligt. 2 Rechenbeispiele:  Produziert ein Katzenpaar pro Jahr 2 Würfe a 5 Kitten, ergibt das nach 7 Jahren über 400.000 Tiere.  Produziert ein Katzenpaar pro Jahr 2 Würfe, bei denen je 3 Kitten überleben, ergibt das nach 10 Jahren 80 Millionen Tiere. Stellt man sich nun vor, dass unkastrierte Streunerkätzinnen ziemlich sicher 2x jährlich gedeckt werden, müssten wir eigentlich vor lauter Katzen weder laufen noch fahren können. Dass dies nicht so ist, zeigt auf einfachste Weise, dass von den rechnerisch immensen Nachkommenszahlen unglaublich viele Einzelindividuen nicht existent, also gestorben sind. Und das leider sehr oft auf ganz fürchterliche, elende Art und Weise. Sie verhungern jämmerlich. Verenden unter grauenvollen Qualen an Krankheiten und Verletzungen. Werden überfahren und abgeschossen. Andere leiden jahrelang an

chronischen Krankheiten und großen Schmerzen. Die Zahlen belaufen sich auf bundesweit zwischen 8-10 Millionen Hauskatzen, davon ein Großteil Freigänger, und ca. 2 Millionen Streuner. Die sich, wie erklärt, untereinander paaren. Frage: Wieviel Abermillionen ­Kitten müssen sterben, damit man auf die Zahl 200.000 kommt (geschätzte Zahl Streuner im Südwesten von Deutschland)? Seit vielen Jahren beklagen Tierschützer die Zunahme der Streuner. Ebenso lange versuchen sie dem entgegenzuwirken. Alleine ein sinnloses Unterfangen. Immer mehr Katzen bei immer weniger finanziellen und personellen Mitteln – das geht nicht. So verhängte eine Stelle nach der anderen Aufnahmestopps, musste Zuschüsse erbitten und oft nicht erhalten, gute Projekte konnten nicht erhalten werden. Die Forderungen nach einer gesetzlichen Mitgliederjournal

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Mitleid ist ein schlechter Ratgeber

Reg u lierung wurden, mussten immer lauter werden. Kleine und große Tierschutzorganisationen zogen an einem Strang. 2008 wagte Paderborn den Vorstoß. Kastrations- und Kennzeichnungspflicht. Für private Freigänger ab einem Alter von 5 Monaten. Stück für Stück folgten weitere Städte und Gemeinden in leider nicht allen Bundesländern. Der Weg war richtig, macht aber nur flächendeckend Sinn. Anträge wurden in den Bundestag eingebracht. Die Bundesregierung schob die Verantwortung den Ländern zu. Kein Blick zu den Nachbarn Belgien oder Österreich, die Vorbild sein sollten mit ihrer landesweiten Kastrationspflicht (wenn auch Österreich nicht nachvollziehbar Katzen aus bäuerlicher Haltung von der Pflicht ausnimmt). Es schalteten sich die Landestierschutzbeiräte ein. Halter, Tierärzte und Gemeinden wurden aufgerufen, zusammenzuarbeiten. In Baden-Württemberg erfolgte dieser Aufruf 2010. Tierschützer gründen Kastrationsfonds, mithilfe derer die Flut der Anfragen nach Hilfe weiter nachgekommen werden soll. Vereine und Organisationen bieten ihren Partnern, aber auch privaten Betreuern vor Ort finanzielle und sachorientierte Hilfe an. aktion tier z.B. hat 2002 ihr Projekt Kitty ins Leben gerufen. Mit den Schwerpunkten Kastration, medizinische Versorgung und kontrollierter Fütterung und der Unterstützung vor Ort. 62

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Tierärzte empfehlen, nachbarliche Gemeinschaften zu bilden. Sich abzusprechen, so dass nicht jeder vor sich hin arbeitet, sondern dass Absprachen vorgenommen werden. Pro Straßenzug, pro Ortsteil, je nach Lage. Man könne sich so sowohl die Futter- als auch Kastrationskosten teilen, unsinnige Doppelausgaben vermeiden. Auch die Meldung untereinander, wer wo kranker Tiere ansichtig wurde, ist so gegeben. Ein Schutz für die eigenen Stubentiger. Weil so präziser präventiv eingegriffen werden kann. Mitleid ist ein schlechter Ratgeber. Mit Verstand, Engagement und Mitgefühl aber kann geholfen werden. Es kam und kommt immer noch aber auch zu negativen Auswüchsen. Vor denen man voll Unverständnis steht. Tierärzte boten dem Tierschutz kostenlose Kastrationen an. Und zogen sich mit diesem wundervollen Anliegen den Zorn ihrer Obrigkeit zu. Einschließlich Konsequenzen. Dasselbe kam zum Tragen, als z.B. Bonn 2011 kostenlose Kastrationen für jene Katzen anbot, deren Halter sich einen Tierarzt nicht leisten konnten. Mithilfe einer Stiftung konnten so ca. 150 Tiere kastriert werden. Dann aber schaltete sich die Tierärztekammer ein. Es ging um das Unterschreiten der Gebührenordnung der Tierärzte. Es hagelte Ärger. Man darf keinem Tierarzt böse sein, wenn er von Hilfe, die ihm nichts als zum Teil schwere Unannehmlichkeiten einbringt, Abstand nimmt. Einer einzelnen Berufsgruppe die Last aufzubürden, geht nicht. Einzelne Städte nahmen das Fütterungsverbot wieder in die Stadtverordnung auf. Zwar mit der Option

auf Ausnahmegenehmigungen, aber trotzdem ein harter Rückschlag. Man glaubt, so die unkontrollierte Vermehrung bremsen zu können. Ein Trugschluss. Einzig die Zahl der verhungernden, wegsiechenden oder nicht einzufangenden Kleintiger steigt an. Was einem hierbei auch überhaupt nicht einleuchten will: Das Füttern von notleidenden Tieren ist, neben den notwendigen Gründen, auf die ich gleich noch eingehen werde, praktizierter Tierschutz. Privaten, mitfühlenden Menschen hier per Verordnung eine Illegalität, einen Gesetzesübertritt andichten zu wollen, derweil „echte“ Tierquäler viel zu oft ohne, oder wenn mit einer lächerlichen Strafe davonkommen, ist einem Land, das den Tierschutz in sein Grundgesetz aufgenommen hat, einfach nicht würdig. Schämen muss man sich. Es gab auch Versuche, helfen-wollenden Privaten den Knebel auf andere Weise anzulegen: Wenn du fütterst, übernimmst du alle Pflichten eines Eigentümers. Verunsichernd, abschreckend, irrational. Der Sache an sich überhaupt nicht dienlich. Die kontrollierte Fütterung ist das einzige, das probateste Mittel, sich dem Problem zu stellen. Nur mittels Futter und nachfolgend Fallen sind die Tiere zum Kastrieren, zur medizinischen Versorgung einzufangen. Nur so können sie danach wieder an den alten Standort zurück verbracht werden. Denn: Katzen sind Standort-treu. Das heißt: solange eine Population durch tote Tiere geschmälert wird, rücken Tiere aus dem Außenbereich nach bzw. hat es die Natur so eingerichtet, dass der Verlust durch mehr Geburten ausgeglichen wird. Nur die kastrierte Gruppe, die zuziehende Katzen verdrängt, bringt Ruhe. Zumal die meisten Streuner für das Eingewöhnen in Innenhaltung sowieso nicht geeignet sind. Auch darum ist die Rückführung in ihr Revier der beste Weg. Eine Situation, die dringend in den Mittelpunkt gerückt werden muss, möchte ich hier auch ansprechen. Weil wir mit solchen Hilferu-


fen geradezu überschüttet werden: Bürger, die mit streunenden oder fremder Leute Katzen konfrontiert werden und von allen Seiten schmählich im Stich gelassen werden. Verdeutlichen möchte ich das anhand zweier Beispiele: Einer Familie lief eine Kätzin zu. Drei niedliche, aber scheue Kitten im Schlepptau. Mama suchte sichtlich eine Unterkunft vor den Herbststürmen. Besorgt der Kleinen wegen rief man im örtlichen Tierheim an. Scheue Katzen seien wilde Katzen – die nehme man nicht. Die Frage, dass es doch kleine Kitten seien, die man durchaus noch handzahm bekäme, wurde mit Schweigen quittiert. Schockiert handelte man sich gleichzeitig den versteckten Vorwurf ein, man gehöre unter Umständen doch auch nur zu jenen, die dem Tierheim die eigenen Katzenkinder unterjubeln wollten. Dieser Umgang spottet jeder Beschreibung. Was die Tiere, vor allem aber, was die Menschen angeht. Offiziell werden Ehrenamt und private soziale Initiative Quoten-heischend gewürdigt, real aber wird den Menschen ihr guter Wille geradezu martialisch abgewöhnt. Solchen Menschen bleibt dann nur, eine private Initiative zu finden. Die aber sind inzwischen alle am Ende ihrer Kraft. Wir, die Katzenabteilung der Nothilfe für Polarhunde, versuchen, in solchen Fällen zu helfen. Aber auch uns sind immer wieder die Hände gebunden. Platz und Geldmittel reichen einfach nicht aus. Pflege- und Endplätze gesucht! Wir benötigen dringend Pflegeoder Endplätze für die Tiere, die zwar nicht mehr absolut scheu, aber auch nicht handzahm sind. Ihren bisherigen Bezugspersonen gegenüber waren sie freundlich reserviert aufgeschlossen, man kannte sich eben. Uns gegenüber, als Fremde, waren sie nachvollziehbar scheu und misstrauisch. Die dringend nötige Umsiedlung kann darum auch nur in passenden Umgebungen erfolgen. Ländlich. Gerne Reiterhöfe oder sonstige landwirtschaftliche Anwesen. Da den Tieren ein völlig neues

© aktion tier, Ursula Bauer

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Territorium schmackhaft gemacht werden muss, ist eine vorläufige Unterbringung, die ihr Weglaufen verhindert, von wo aus sie aber ihr neues Reich in Ruhe kennenlernen können, unabdingbar. Wir werden keine Mühe scheuen, Ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Halter erhalten in einigen ­Städten einen Zuschuss zu ­Kastrationskosten Ende 2013 nun hat grün-rot in Baden-Württemberg als erstes Bundesland einen neuen Weg beschritten. Kommunen können nun in „Problemgebieten“ die Unfruchtbarmachung anordnen. Dies ist eine Umsetzung des neuen §13b des Bundestierschutzgesetzes. Erste Re­ aktionen folgen auf dem Fuße: Im Kreis Sigmaringen z.B. hat sich das

Kreisveterinäramt mitangesprochen gefühlt. Fazit: Halter, die ihr Tier kastrieren, kennzeichnen und registrieren lassen, erhalten von den Kommunen einen Zuschuss. Parallel hat man die Bürger informiert, dass unbehandelte Tiere in den Problemgebieten 2014 gefangen und unfruchtbar gemacht werden. Wie auch die Landestierschutzbeauftragte Frau Jäger sind wir alle gespannt hinsichtlich der weiteren Entwicklung. Wir bedanken uns bei aktion tier – menschen für tiere e.V., dass uns hier Raum für diese Herzensangelegenheit gegeben wird. Gerade jetzt, wo wir vorsichtig auf ein Licht am Ende des Tunnels hoffen, ist das in den Mittelpunkt rücken des Themas wichtiger denn je.

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aus: Freies Wort, 25.11.2013

aus: Dresdner Morgenpost, 25.11.2013

+++ Pressespiegel +++

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aus: Ostsee Zeitung, 08.11.2013 aus: Schaumburger Zeitung, 05.

aus: Sächsische Zeitung, 14.11.2013

aus: bitte Artikelbezeichnung

28.08.2013 MDR „exakt“ zum Thema Exotenhaltung 02.09.2013 MDR „dabei ab 2“ zum Thema Exotenhaltung 05.09.2013 RTL „Explosiv“ zum Thema animal hoarding 19.10.2013 VOX „hund, katze, maus“ zum Thema aktion tier Projekt kitty 26.10.2013 VOX „hund, katze, maus“ zum Thema aktion tier Projekt kitty 02.11.2013 VOX „hund, katze, maus“ zum Thema aktion tier Projekt kitty 13.11.2013 MDR „exakt“ zum Thema animal hoarding Mitgliederjournal

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Für unsere Leseratten

Stadtführer für Hunde: FRED & OTTO unterwegs in Berlin Wer steht hinter FRED & OTTO? Also zunächst einmal: Otto und sein bester Freund Fred, mit dem er die Welt entdeckt. Und ja, Menschen stecken auch hinter diesem Verlag: Alexander Schug, der stolze Besitzer von Otto von den Muschelsuchern, und ein Team hundebegeisterter Menschen... Ob Arkenberge oder Krumme Lanke – Alexander Schug und Otto sind stets dort, wo der braune Labrador ins Wasser kann. Ansonsten trifft man sie auch im zweiten Verlag von Alexander Schug, der sich seit Jahren mit Herz und Seele dem Büchermachen verschrieben hat. Näheres: www.vergangenheitsverlag.de. Ein Buchtipp von aktion tier – menschen für tiere e.V.

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Ansonsten ist bei FRED & OTTO ein Team von freien Mitarbeitern mit an Bord: Grafiker, Illustratoren, Fotografen und Lektoren. Alexander Schug: „Die Idee für den Verlag entstand, als Otto zu uns kam. Wir verlegen nun „Stadtführer für Hunde“ und werden weiterhin behutsam ein spannendes Programm an Literatur über Hunde für Hundemenschen auf die (vier) Beine stellen. Dieser Stadtführer enthält alles, was man zum Leben mit Hund in der Stadt braucht! Der Stadtführer für Hunde und alle Hundemenschen präsentiert bunt und durchgehend bebildert die wichtigsten Themen der Stadt: • Züchter, Tierheim & Co. • Futter & Philosophie „Fred und Otto unterwegs in Berlin“ ist d a s Hunde• Sitz & Platz buch für die Hauptstadt. • Gassi & Co. Schauen Sie für Ihre Buch• Reise & Verkehr bestellung unter: • Gesetz & Ordnung www.fredundotto.de • Politik & Soziales ISBN 978-3-981 5321-0-4 • Versicherung & Schutz Fred und Otto – der Hunde• Gesundheit & Wellness verlag, ©2013 • Shopping & Lifestyle 14,90 EUR • Leben & Arbeiten • Gott & die Hundewelt / Trauer & Tod. Berichte, Reportagen und Interviews über die Alexander Schug Hundewelt machen das Buch zum unentbehrmit Labrador Otto lichen Begleiter fürs ganze Jahr. • Wichtigste Adressen • Rabattcoupons (Sie sparen über 100 Euro bei Ihren Einkäufen) • Hunde-Stadtplan zum Herausnehmen mit den besten Auslaufgebieten • über 200 farbige Fotos und Portraits von Berlinern und ihren Hunden vom Fotografen Adrian Lieb ergänzen das Buch.

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aktion tier macht Appetit!

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Kulinarisch-vegetarisch Wir müssen noch abwarten, ob der Frühling bald um die Ecke schaut … Für alle Fälle bieten wir von den Rezepten des Vegetarierbundes Deutschland e.V. eine wärmende Gemüsesuppe an, die aber auch zu Frühlingstemperaturen passt. Erfreuen Sie Ihre Familie mit tollen vegetarischen Rezepten! Viel Spaß beim Nachkochen! Zusammengestellt von Alexandra Diezemann

anoff Boeuf Strog

Von VEBU -Che

Ec fkoch Jérôme

kmeier

Zutaten für 4 Personen:

Boeuf Stroganoff von Jérôme Eckmeier © Daniel Heinzelmann

Zubereitung: Gemüsebrühe ansetzen und aufkochen, anschließend die Sojamedallions damit übergießen und 15 Minuten quellen lassen. Danach gut auspressen und in 1,5 cm dicke Streifen schneiden. Aus Zwiebeln und Champignons Scheiben und aus Gurken Streifen machen. Die Filetstücke portionsweise in heißem Fett aus Margarine und Sonnenblumenöl anbraten, würzen und herausnehmen. Danach Zwiebeln und Pilze im Fett leicht anbraten. Mit dem Tomatenmark karamellisieren, Mehl darüber stäuben und alles kurz anschwitzen. Danach mit der Brühe ablöschen und aufkochen lassen. Soja-Sahne zugeben und den Senf einrühren. Medallionstreifen und Gurkenscheiben zufügen. Auf kleiner Flamme die Soße etwas einkochen lassen und mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Zucker abschmecken. Zum Schluss mit Soja-Joghurt und Petersilie garnieren. Dazu zwei Tassen Reis, wie gewohnt in sechs Tassen Wasser, mit einer Prise Salz kochen. Guten Appetit!

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200 g Sojamedallions TVP* 200 g Champignons, in Scheiben 1 Zwiebel, in Streifen 5 Gewürzgurken, in Streifen 6 TL Margarine 20 ml Sonnenblumenöl 1,2 l Wasser 5 TL Gemüsebrühe 250 ml Soja-Sahne 50 ml Gurkenwasser 40 g Tomatenmark 80 g Mehl Saft von einer Zitrone Salz, Pfeffer schwarz, Prise Zucker 1 EL Senf (mittelscharf) 2 Tassen Reis 6 Tassen Wasser Etwas Soja-Joghurt und Petersilie als Garnitur *TVP (texturiertes vegetabiles Protein) ist Soja, das durch einen Verarbeitungsprozess eine fleischähnliche Faserstruktur bekommt. Es ist in verschiedenen Größen (Granulat für Hackfleisch, Schnetzel für Geschnetzeltes, Würfel für Gulasch, Medaillons oder Steaks für Schnitzel) erhältlich. Soja-Fleisch gibt es in den meisten Bio-Supermärkten oder in Online-Shops.


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Schnelle Gemüsesuppe Zubereitung: 1. Gemüse putzen und waschen. Staudensellerie in 1 cm lange Stücke und die Möhren in Scheiben schneiden. Zuckerschoten und Spinat ganz lassen. Ingwer schälen und fein reiben. Koriander waschen, trocken tupfen und fein schneiden. 2. Öl in einem Topf erhitzen. Ingwer andünsten. Gemüse zufügen und kurz mit dünsten. Mit Gemüsebrühe und Soja-Sahne ablöschen. Currypaste und Salz zufügen. 3. Zugedeckt ca. 8 Minuten dünsten. Koriander zufügen und nochmals abschmecken.

Zutaten für 4 Personen:

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Schnelle Gemüsesuppe © Provamel

200 g Staudensellerie 200 g Möhren 200 g Zuckerschoten 200 g Spinat 40 g Ingwer 1 Bund Koriander 2 EL Öl 1l Gemüsebrühe 200 ml Soja-Sahne (z.B. Provamel Bio Soja Cuisine) 2-3 TL rote Currypaste, rein pflanzlich Salz

Zutaten für 4 Personen:

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3-4 vollreife (Hass-)Avocados 40 g stark entöltes Kakaopulver 3-4 EL Agavendicksaft 200 ml Hafersahne Mark einer Vanilleschote

Zubereitung: Avocados halbieren und den Kern mit einem Küchenmesser entfernen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel auskratzen und zusammen mit den anderen Zutaten in ein hohes Gefäß geben. Mit einem Stabmixer zu einer gleichmäßigen Masse verarbeiten und abschmecken. Die fertige Mousse in Schälchen verteilen und kalt stellen oder direkt servieren.

colat o h C u ea Moussvocados mit A Tipp: Wer es gerne süßer mag, kann noch 3-4 Datteln und 1-2 vollfreie Bananen dazugeben und mit pürieren. Das Rezept entstammt dem Kochbuch: Jérôme Eckmeier Das Rock ‚n‘ Roll-Veganer Kochbuch compassion media 2012, 144 Seiten, 18,00 EUR ISBN 978-3981462159

Mousse au Cho­co­lat mit Avocados von Jérôme Eckmeier

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Ihre Meinung zählt!

Leserbriefe Zum Thema „Allgemeines“

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iebe Frau Diezemann, vor einigen Tagen traf ich eine Ihrer Mitarbeiterinnen hier in Friedberg, die auf „aktion tier“ aufmerksam machte. Da ich schon über 10 Jahre lang Mitglied bin, kamen wir ins Gespräch. Ich berichtete ihr von meinem „Klau-Kater“ Orlando und sie meinte, ich solle Ihnen doch davon berichten, das wäre doch etwas für unsere Zeitung. Darum möchte ich Ihnen Orlando vorstellen. Er macht seit Januar dieses Jahres Schlagzeilen in unserer Gegend – er klaut!

Ihr präsentierte er viele Mäuse und Ratten, manchmal auch einen Vogel. Jedoch eine gewisse Vorliebe für Gegenstände aus Gummi hatte er schon immer, seien es Haargummis, Fetzen von Luftballons oder Ähnliches. Da sich die herbeigeschleppten Gegenstände häuften, spannte ich im Garten eine Wäscheleine und befestigte daran die nächtlichen Beutestücke. Inzwischen brachte Orlando auch Kinderschuhe und Pantoletten, Knieschoner und einen Fahrradsattelbezug neben all den üblichen Textilien wie Hand- und Tischtücher, Badematten, Wasch-

AZ vom 14.08.2013

Hauptsächlich sind es diverse Textilien, die er mit kehligem Katerschrei nachts durch die Katzenklappe schleift und stolz in der Wohnung auslegt. Die Ursache mag im Verlust seiner langjährigen Gefährtin „Butterfly“ liegen, die leider im Januar 2013 an Krebs gestorben ist. 70

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• Ausgabe 1/2014

lappen, T-Shirts, Bade- und andere Hosen, dutzende Socken und an die 100 Garten- und Arbeitshandschuhe. Leider kamen nur wenige Besitzer, um ihr Eigentum wieder abzuholen. Durch den Zeitungsartikel wurde dann das Fernsehen auf uns aufmerksam (noch zu sehen bei

You Tube unter „diebischer Kater Orlando“), es gab etwas mehr Echo und Orlando avancierte zur örtlichen Berühmtheit. Noch oft werde ich angesprochen: „Na, was hat er heute gebracht?“. Hatte ich gehofft, er werde langsam seinen Tick einstellen, musste ich inzwischen meine Hoffnung begraben. Gut, durch den November liegt wohl nicht mehr so viel an Gegenständen seines Interesses in den Gärten und auf den Terrassen herum, aber noch bringt er jede Nacht bis zu drei Dinge mit Heim (heute Nacht war es ein klitschnasses Frottierhandtuch). Inzwischen wurde er auch erwischt, als er durch geöffnete Fenster in Erdgeschosswohnungen eindrang, um sich dort zu bedienen. Wie er die Sachen alle unversehrt heimbringen kann, da er über mehrere Zäune klettern muss mit seiner oft gewichtigen Beute im Maul, ist mir schleierhaft. Er schleift sie zwischen seinen Pfoten über alle Hindernisse hinweg. Bis jetzt schmunzeln die meisten Friedberger über seine Eskapaden – aber auf Dauer? Manchmal wird mir bange. Das Fundbüro hat leider keinerlei Interesse an Orlandos Sammlung! Vielleicht muss ich noch erwähnen: Orlando ist ein aufgegriffener Streuner, den ich mit geschätzten 3 Jahren über die hiesige Tierschutzorganisation „ATTiS“ bei mir aufnahm. Er versteht sich mit Hunden recht gut, begleitet uns auch gerne


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auf unserer nächtlichen Runde und hat die Bewohner unseres Viertels fest in seiner Pfote – gern gesehener Gast und Streichelpartner und allseits namentlich bekannt. Seine imposante Gestalt (Main-CooneMischling?) ist nicht zu übersehen. Er bereichert mein Leben nun bereits seit 6 Jahren und ist mir ein liebenswerter und eigenwilliger Partner geworden. Das wollte ich Ihnen berichten, vielleicht haben Sie Freude an dieser wohl etwas ungewöhnlichen Katzengeschichte. Ihnen und aktion tier viel Erfolg und weiter alles Gute! Helga Esther Poppe Zum Thema: EU beschließt schlechtere Regeln für Fleischbeschau, mensch und tier 4/2013

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ehr geehrte Damen und Herren, zu o.g. Artikel habe ich noch folgende Fragen: Sind davon auch Wildtiere betroffen und wie wird es mit „Biotieren“ gehandhabt? Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Schöne Weihnachten und alles Gute für das Jahr 2014! Caren Püschmann, 70567 Stuttgart, 22.12. 2013 Antwort der Redaktion ehr geehrte Frau Püschemann, vielen Dank für Ihre Email. Die Verordnung gilt für Schweine. Da es keine Bio-Schlachtverordnung o. ä. gibt, gilt sie auch für Biotiere, sofern nicht anders geregelt (durch Verband oder anderes). Nach meinen Informationen gibt es keine Ausnahme für Wildschweine, aber die werden meistens nicht in großen Schlachthöfen geschlachtet sondern geschossen. Wie der Jäger/ Metzger vorgehen muss, ist durch entsprechende jagdrechtliche Verordnungen geregelt. Ich hoffe, ich konnten Ihnen Ihre Fragen beantworten. Ich wünsche Ihnen auch alles Gute für 2014, für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Beste Grüße, Jan Peifer

Zum Thema „Kettenhunde“, mensch und tier Ausgabe 4/2013

Der Zwingerhund Ich kenn' kein Kornfeld, keinen Baum; Ich hab' die Pfoten wund, bin weggesperrt für alle Zeit, bin nur ein Zwingerhund.

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ehr geehrte Frau Diezemann, die Problematik im Bericht von Jan Peifer im Mitgliederjournal (Ausgabe 4/2013) hat mich sehr ergriffen. Meine eigenen Erfahrungen wurden mir bestätigt. Bis 1994 lebten wir in Schwerin. Aus gegebenem Anlass – wir haben 3 Hunde (Golden Retriever, Airedale, Magyar Vizsla) – erwarben wir ein großes Grundstück, bauten und leben jetzt auf dem Lande. Unsere Vorstellungen, dass hier alle Menschen im Einklang mit der Natur leben und es auch in der Zuneigung zum Tier, insbesondere zum Haustier Hund zum Ausdruck bringen, mussten wir sehr schnell revidieren. Es gibt Hunde, die werden im Zwinger geboren und sterben im Zwinger, ohne jemals diesen Käfig verlassen zu haben. Es gibt Welpen, die werden mit 10 Wochen an die Kette gelegt, ohne jemals Kontakt mit anderen Hunden, geschweige denn, mit einem Tierarzt gehabt zu haben. Ich habe diese Realität und meine Traurigkeit in Gedichtform niedergeschrieben. Vielleicht finden Sie irgendwann Platz und die richtige Gelegenheit zu einer Veröffentlichung. Sie können beliebig kürzen oder es ad acta legen.

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Mit freundlichen Grüßen, Hans Georg Zallmann, 19071 Herren Steinfeld

Zum Spiel läßt keiner mich heraus, ich laufe immer rund, die Tür ist fest und immer zu für einen Zwingerhund. Der Wind, der durch die Gitter fegt, der schneidet mir ins Fell. Ich halte weiter meine Wacht, bald wird es wieder hell. Mein Herrchen von der Arbeit kommt, sein Tag war wirklich lang, ich belle, winsle, freue mich – kein Wort, kein Blick, kein Dank. Ein Zwingerhund hat keinen Freund, sein Napf bleibt lange leer; Ich bin zum Hungern auserkor'n, wer gibt mir etwas mehr? Das letzte Wasser ist schon Eis Und meine Kehle trocken, die Zähne stumpf, sie fallen aus, nur hartgefror'ne Brocken.

Antwort der Redaktion iebe Frau Zallmann, lieber Herr Zallmann, herzlichen Dank für Ihre Zeilen, die Tränen in die Augen treiben. Dieses Gedicht möchten wir unseren Lesern in keinem Fall vorenthalten und veröffentlichen es gerne, in der Hoffnung, dass es zum Nachdenken anregt. Besten Dank und herzliche Grüße Alexandra Diezemann, Redaktion mensch und tier

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Die Freiheit sollt' ich täglich spür'n, das hatte er versprochen, riechen, toben, mit ihm gehen, er hat sein Wort gebrochen.

Das Haus ist warm, dort feiern sie, ich wache Stund' für Stund', ich friere, jaule durch die Nacht; bin nur ein Zwingerhund. Die Kraniche wie jedes Jahr Im Keil nach Süden zieh'n, hätt' ich Flügel, könnte nach, und dieser Qual entflieh'n. Der Freund des Menschen sollt' ich sein Und niemals leiden Not, jetzt bin ich alt, man kennt mich kaum, ich warte auf den Tod. Und wenn er kommt, der letzte Tag, der macht mich frei, ich tu's kund: Ich konnt' den Menschen nicht verstehen, war nur ein Zwingerhund.

(Hans-Georg Zallmann) Mitgliederjournal

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Patentiere

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Liebe Tierfreunde, wie gewohnt an dieser Stelle präsentieren wir Ihnen diejenigen Tiere, die schon zu lange im Tierheim sind als dass ein erneuter Umzug sinnvoll wäre. Viele Tiere erhalten regelmäßig nötige Medikamente und sind zum Teil auch in privaten Pflegestellen untergebracht, die den jeweiligen Tierschutzeinrichtungen angeschlossen sind. Die Versorgung der Tiere kostet natürlich viel Zeit und leider auch viel Geld. Aktion tier unterstützt seine Partner – dennoch fehlt es an allen Ecken und Enden. Schauen Sie sich die nachfolgenden Tiere in Ruhe an und helfen Sie mit einer Patenschaft. Vielen Dank. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an einer Patenschaft direkt an den jeweiligen aktion tier-Projektpartner. Eine Patenschaft ist keine Dauerverantwortung und kann jederzeit nach Wunsch widerrufen werden. Nothilfe für Polarhunde e.V. • 72250 Freudenstad† • Tel.: 07441 951995 3Trynn, reinrassiger Grönlandhund, 10,5 J., wurde von seinem Besitzer angeschafft, benutzt und dann wieder abgeschafft. Ein ausgedienter Zuchtrüde, mit dem man nichts mehr anfangen konnte. Nette Leute haben ihn übernommen, die ihn jedoch nicht behalten konnten. So kam Trynn zu uns in die Vermittlung. Seine Verlustängste sind dermaßen groß, dass man ihn nur im Sekundentakt an ein Alleine bleiben heranführen kann. Er lebt in einer DauerPflegestelle mit einer Hündin zusammen, die ihm jedoch auch nicht die nötige Sicherheit bietet. Seine Psyche ist enorm angeschlagen. Auch sein Gesundheitszustand lässt zu wünschen übrig. Eine alte Verletzung macht ihm zu schaffen, an einer Pfote fehlt ihm eine Zehe. Durch die Schmerzen, verbunden mit humpeln, ist er eingeschränkt. Trynn braucht ständig Schmerzmedikamente und voraussichtlich Physiotherapie. Um die Kosten decken zu können, würden wir uns über nette Paten sehr freuen.

Lottihof für Kinder und Tiere e.V. • 23936 Seefeld/ OT Testorf Steinfort • Tel.: 0173 6002852 6Max (14) und 6Moritz (5) kamen über aktion tier e.V. zu uns. Sie kamen aus ursprünglich sehr schlechter Haltung im Naturerlebnispark Gristow unter. Im September 2012 sind sie schließlich zu uns gekommen. Sie werden nun bei uns, mit ihrer freundlichen, trotz aller schlechten Erfahrungen sehr ausgeglichenen Art, ihren Lebensabend verbringen. Eine Patenschaft hilft dabei!

Im Saustall gibt es Zuwachs. Unser Hängebauchschwein Anna hat wieder Gesellschaft. 2 Schweinchen aus dem Versuchslabor dürfen hier mit ihr nun ein tolles Leben führen. Die Namensgebung für die beiden fand auf dem 3. Hoffest am 24.08.2013 statt. Nachdem die Schweinchen im Labor nur die Namen Nummer „6“ und Nummer „8“ hatten, was auf unserem Lottihof natürlich gar nicht geht, heißen sie nun mehr nach knapp 4 Monaten 5„Rosana“ und 5„Rosali“. Unterstützen Sie die beiden als Paten?

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Patentiere

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TSI Odenwald • 64658 Fürth • Tel.: 0700/0410-6666 (12 Cent/Minute aus dem dt. Festnetz) 3Mala, Pudel, 12 J., kam mit 8 Jahren nach Deutschland. Tierfreunde hatten das verwahrloste Hündchen in Spanien gefunden und dort in ein Tierheim gebracht. Hier lebte Mala einige Zeit und war immer kränklich, hatte ständig eine Allergie und tränende Augen. Die spanischen Tierschützer sahen keine Möglichkeit, dieses Pudelchen bei sich zu vermitteln, baten deshalb die Tierschutzinitiative Odenwald (TSI) um Hilfe. Hier fand Mala auch schnell eine liebe ältere Dame, die der Kleinen ein schönes Zuhause gab. 4 Jahre waren die beiden ein Herz und eine Seele, Mala wurde verwöhnt und hatte dort ein schönes Leben, obwohl sie ständig krank war, Herzprobleme bekam und unter chronischer Bronchitis litt. Leider musste Mala jetzt im Alter von 12 Jahren schweren Herzens abgegeben werden, da ihr Frauchen selbst sehr krank wurde. Krankheits- und altersbedingt fand sie kein neues Zuhause mehr, sondern zog in eine Pflegefamilie ein, die sie gleich in ihr Herz geschlossen hat. Wegen der regelmäßig anfallenden hohen Tierarztkosten sucht die TSI liebe Paten für Mala, die helfen, diese Kosten zu tragen.

4Bolle, Boxer-Mix, 7 J., sollte eingeschläfert werden. Er war krank, hatte offene Ohren, stumpfes Fell, lange Krallen, entzündete Augen. Seine Besitzer auf Kreta wollten ihn deshalb „entsorgen“ und haben sich einen Neuen bestellt. Weil er auf Kreta keine Chance hatte, ein neues Zuhause zu finden, durfte Bolle auf einem Gnadenhof in Deutschland einziehen, von wo aus er in ein neues Zuhause vermittelt werden sollte. Hier lebt er nun in einem gemischten Rudel und fühlt sich sehr wohl. Leider ist seine Leishmaniose, die zwischenzeitlich sehr gut therapiert war, wieder zum Ausbruch gekommen. Um seinen Zustand nicht noch mehr zu verschlechtern, wollen wir Bolle einen weiteren Umzug ersparen und suchen nun liebe Paten für ihn, die ihm einen schönen Lebensabend in seinem geliebten Rudel ermöglichen.

5Bärbel, 3-4 J., wurde nachts auf der Terrasse einer Tierfreundin ausgesetzt, die in ihrer Region dafür bekannt ist, dass sie hilfebedürftige Nager aufnimmt. Die völlig apathische Häsin hatte abgefressene Ohren und litt offensichtlich unter großen Schmerzen. Ob sie ihre Ohren durch Artgenossen oder durch Ratten verloren hat, werden wir wohl nie erfahren. Nach einer ersten Versorgung der Wunden wurde Bärbel in die etwa 50 Tiere große Gruppe integriert. Ihre Ohren müssen weiterhin behandelt werden und sie bekommt noch Medikamente. Aber auch wenn sie wieder ganz hergestellt sein wird, darf Bärbel in ihrer Gruppe bleiben – wie viele andere kranke, nicht mehr gewollte, ausgesetzte, zugelaufene, einsame und aufgrund falscher Haltung auch aggressiv gewordene Tiere. Meist haben diese Tiere so viel durchgemacht, dass man sie nicht mehr mit gutem Gewissen in andere Hände geben kann! Welche lieben Paten unterstützen uns beim Unterhalt von Bärbel und ihren Kameradinnen und Kameraden?

6Pedro, 15 J., wurde in Spanien von Tierschützern auf der Straße aufgegriffen und in ein Tierheim gebracht. Im Alter von 4 Jahren durfte er nach Deutschland reisen und fand hier ein liebevolles Zuhause. Vor einem Jahr ist sein Frauchen verstorben. Die Angehörigen wollten oder konnten den mittlerweile fast 15-jährigen Pedro nicht übernehmen. Seitdem lebt er als Pflegehund bei einer alten Dame, die ihn liebevoll betreut. Da bei dem Kleinen in letzter Zeit so allerlei altersbedingte Beschwerden auftreten, werden die Tierarztbesuche immer häufiger – er atmet schwer, das Herz macht nicht mehr so richtig mit, und seine Zähne müssen dringend saniert werden. Er kann nicht mehr richtig kauen und hat dabei sicherlich auch Schmerzen. Für ihn suchen wir liebe Paten, die sich an den bevorstehenden hohen Tierarztkosten beteiligen möchten.

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Tierschutzverein Kronach • 96317 Kronach • Tel.: 09261 20111 3Sarah, Labradormix (mittelgroß), 9 J., kastr., ist eine richtig liebe Seele, die man einfach gern haben muss. Sie ist freundlich zu allen Menschen, gutmütig, sanft, anhänglich und verschmust und kommt auch mit vernünftigen Kindern gut aus. Aufgrund eines Autounfalls in ihrer Jugend hat sie nur drei Beine. Sie hat allerdings längst gelernt, damit zurechtzukommen und hat keine Probleme. Natürlich schafft sie beim Spazierengehen keine Marathonmärsche, aber eine gemütliche Runde von einer Stunde ist überhaupt kein Problem. Sarah wäre der richtige Begleiter für eine ruhige Familie, gerne auch für rüstige ältere Menschen. Sie braucht nicht ganz so viel Auslauf, ist schon erzogen, brav und angenehm. Katzen sollten jedoch nicht vorhanden sein.

4Bunna, Herdenschutzhundmix (mittelgroß), 6 J., braucht Menschen ohne Kinder, Katzen oder andere Hunde, dafür aber mit viel Erfahrung und Hundeverstand. Als Herdenschutzhund-Mix hat Bunna seinen eigenen Kopf, den er auch durchsetzen möchte. Er muss daher ruhig, konsequent und souverän geführt werden, damit er seine Menschen als Rudelchefs akzeptieren kann. Bunna ist ein Hund, der Erziehungsfehler nicht so leicht verzeiht, sondern zu seinen Gunsten ausbaut. Hat er sich in seinem neuen Revier erst einmal eingelebt, entwickelt er zudem einen ausgeprägten Schutztrieb. Er ist ein unbestechlicher Wächter, der Fremde weder in sein Grundstück, noch zu nahe an seine Bezugspersonen heran lässt. Seiner Familie ist Bunna treu ergeben und ein verschmuster und anhänglicher Kumpel, mit dem man durch dick und dünn gehen kann. Da er trotzdem kein Begleiter für den Otto-Normal-Hundebesitzer ist und es sicher etwas dauern wird, bis wir den geeigneten Menschen für ihn gefunden haben, würden wir uns auch über einen Paten sehr freuen.

5Denny, Russischer Spaniel, 6 J., hat einen ausgeprägten Willen und braucht Menschen, die ihn ruhig und konsequent führen können und ihm Grenzen aufzeigen. Er bindet sich sehr innig an seine Bezugsperson und entwickelt nach einer gewissen Eingewöhnungszeit einen starken Schutz- und Wachtrieb. Bei unbekannten Personen, die zu Besuch kommen, muss man daher aufpassen. Denny ist temperamentvoll, braucht viel Auslauf und liebt es, nach Mäuschen zu buddeln. Im Haus ist er superbrav und kann auch mal allein bleiben, ohne etwas anzustellen. Dennys neue Familie sollte auf jeden Fall Hundeerfahrung mitbringen und keine kleinen Kinder haben. Mit Hündinnen versteht sich Denny gut; Rüden und Katzen mag er dagegen überhaupt nicht. Da wir in den letzten eineinhalb Jahren leider nicht den Richtigen für unseren Denny gefunden haben, suchen wir nun wenigstens einen Paten.

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4Romy, 2 J., kastr., ist eines der Sorgenkinder in unserem Tierheim. Sie stammt aus Spanien und ist vermutlich ohne viel Kontakt zu Menschen aufgewachsen. Daher ist sie allem Fremden gegenüber sehr ängstlich und scheu. Mittlerweile hat sie zu mehreren Personen Vertrauen gefasst, bei denen sie sich vollkommen normal und ohne Angst verhält. Sie ist dann sehr verschmust, verspielt, lebenslustig und sogar ein richtiger kleiner Frechdachs, der liebend gern Gassi geht, spielt und herumkaspert. Bei fremden Menschen fällt sie jedoch leider in ihre alte Scheu zurück. Für Romy suchen wir daher Tierfreunde, die sehr viel Geduld mit ihr haben und nicht erwarten, dass sie gleich von Anfang an perfekt sein wird. Leider ist es schwer, den geeigneten Platz für unser Angsthäschen zu finden, weshalb sie nun schon ein dreiviertel Jahr im Tierheim wartet. Daher wäre uns auch ein Pate erst einmal sehr willkommen.


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TH Helenenhof Hürth • 50354 Hürth • Tel.: 02233 691067 3Balou, 4 J., kam nach über einem halben Jahr aus der Vermittlung wieder zurück und ist schon über ein Jahr im Tierheim. In dem stattlichen Rüden steckt u.a. ein Karelischer Bärenhund, die dafür gezüchtet wurden, Bären oder Elche aufzuspüren, zu stellen und sie mit lautem Bellen dem Jäger zu signalisieren. Das autonome Verhalten zeigt sich auch bei Balou. Wenn ihm etwas nicht passt, neigt er zu Übersprunghandlungen, indem er einen unvermittelt knufft und bellt. Neben viel Training muss auch an der Leinenführigkeit gearbeitet werden, weil er bislang noch mit jedem Menschen Gassi geht – nicht der Mensch mit ihm. Für den verschmusten Wilden suchen wir bis zu seiner Vermittlung Paten!

5Milow, Wolfsspitz-Mix, 3 J., ist nur mit Maulkorb abzulichten, weil er wohl in der Vergangenheit nicht viel gelernt hat und vieles falsch gemacht wurde. Deshalb hat er massive Probleme sich in der Umwelt zurechtzufinden und reagiert aggressiv Hunden gegenüber und hat als sehr selbstbewusster Rüde gerne die Kontrolle über alles und jeden. Dabei zeigt er sich gleichzeitig sehr clever und interessiert, so dass wir viel mit ihm und er mit unserem Hundetrainer arbeiten kann. Für den frechen Fratz suchen wir deshalb dringend Paten!

3Scala, Border-Collie-Mix, 3 J., wurde ausgesetzt und ist eine sehr sensible Seele. Sie benötigt sehr viel Beschäftigung, ist gelehrig und verschmust, aber gleichzeitig extrem gestresst anderen Vierbeinern gegenüber, so dass sie ausschließlich mit Maulkorb geführt werden muss, was ihre Vermittlung sehr erschwert. Für die hübsche Hündin suchen wir Paten und hoffen, dass sie ihr Glück bringen. 3Luna, Spitz-Mix, 6 J., ist eine misstrauische Hündin, die erst einmal lieber Interessenten verbellt als Nettigkeiten austauscht. Wenn man sich allerdings etwas Mühe gibt und ihr die Möglichkeit gibt, etwas Vertrauen zu fassen, merkt sie schnell, dass sich ein weiches und verschmustes Herz hinter der kleinen Seele verbirgt. Auch aufgrund ihres ausgeprägten Territorialverhaltens müssen wir mit einem Hundetrainer arbeiten. Deshalb freuen wir uns über eine Patenschaft für Luna. 4Buddy, Labrador, 2 J., wurde leider als Welpe nur in einer Garage eingesperrt. Damit nicht genug, wechselten auch noch häufig seine teils unerfahrenen Besitzer und er entwickelte sich zunehmend zu einem dominanten Hund. Da Buddy aufgrund seiner traurigen Vorgeschichte versucht, der Chef im Hause zu sein und eine Vermittlung zunehmend schwierig wird, würden wir uns freuen, wenn sein Aufenthalt im Tierheim durch Paten unterstützt werden kann, damit können wir den Tiertrainer finanzieren.

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Tierheim Kranenburg e.V. • 47559 Kranenburg • Tel.: 02826 92060 3Mara, 9 J., ist eine wundervolle Hündin und hat ein sehr liebes und ausgeglichenes Wesen. Sie wurde total abgemagert und mit langem Gesäuge aufgegriffen. Sie hatte sogar noch Milch, aber von Welpen war keine Spur. Vermutlich konnten ihre Besitzer Mara nicht mehr „gebrauchen“ und setzten sie aus. Sie wurde gut aufgepäppelt und hat sich jetzt sehr gut erholt, ist stubenrein und kann auch mal alleine bleiben. Sie liebt Kinder und findet andere Hunde toll. Sehr gerne geht sie spazieren. Wer übernimmt eine Patenschaft für unser ausgeglichenes Mädchen oder wer schenkt ihr noch ein paar schöne Jahre in Geborgenheit? 4Winter, 8 J., wurde aus finanziellen Gründen von seinem Herrchen abgegeben. Lange hat Winter getrauert, denn er ist ein großes Sensibelchen. Er wollte nicht essen und auch nicht spazieren gehen. Teilnahmslos lag er den ganzen Tag in seinem Körbchen. Wir gaben ihm viel Zuspruch und schließlich gelang es uns, ihn zu neuem Lebensmut zu verhelfen. Da Winter bereits ein Senior ist, wird eine Vermittlung nicht so leicht werden, obwohl Winter so perfekt ist. Denn er ist stubenrein und kann sehr gut mal alleine bleiben. Er ist kinderlieb und versteht sich prima mit anderen Hunden. Wer übernimmt eine Patenschaft für ihn, bis wir ein endgültiges Zuhause gefunden haben?

3Fenja, 2 J., kommt ursprünglich aus Bukarest und hatte nun das Glück, durch eine große Rettungsaktion zu uns zu kommen und hat die Chance auf ein besseres Leben. Wir wissen nicht, was sie bereits in ihrem Leben in Rumänien so alles erlebt hat, aber es kann nicht so viel Gutes gewesen sein. Denn sie fürchtet sich vor großen Männern und mag es gar nicht, wenn Räume eng und geschlossen sind. Da eine Vermittlung wohl nicht so einfach wird, suchen wir Paten für Fenja.

3Sebastian, 11 J., ist ein sehr lieber und offenherziger Hund. Mehr als 2 Jahre hat er vergeblich in einem spanischen Tierheim auf eine Adoption gehofft. Nun hatte er die Chance, zu uns zu kommen. Er ist einer der tollsten und liebsten Hunde hier im Tierheim und für ihn würden wir uns ganz besonders freuen, wenn er noch für ein paar Jährchen ein schönes Zuhause finden würde. Sebastian möchte jedem gefallen. Er liebt Kinder, alle Menschen und alle Hunde, schöne Spaziergänge und kann auch ohne Leine mitgeführt werden. Er ist treu und anhänglich und würde für seine Leute durchs Feuer gehen. Sebastian ist stubenrein und kann prima mal alleine bleiben. Bis wir tierliebe Menschen gefunden haben, die einen Senior zu sich nehmen, suchen wir Paten für Sebastian.

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Tierheim Kranenburg e.V. • 47559 Kranenburg • Tel.: 02826 92060 3Rita, Malinois-Mix, 3 J., wurde so schwer angefahren, dass man ihr linkes Vorderbeinchen nicht mehr retten konnte. Es wurde in der Tierklinik amputiert. Mittlerweile ist alles gut verheilt und Rita hat sehr gut gelernt, mit ihrer Behinderung umzugehen. Sie rennt und tobt und steckt voller Lebensfreude. Sie mag Kinder und möchte mit jedem Hund spielen. Sehr gerne geht sie spazieren und auch im Auto fährt sie gerne mit. Sie möchte beschäftigt werden und noch ganz viel lernen. Bis wir ganz besonders tierliebe Menschen finden, die Rita zu sich nehmen, suchen wir Paten für die arme Maus.

4Eva, 10 J., ist eine ganz besonders liebe Hündin. Sie wurde in Spanien von ihren Leuten an einem ganz abgelegenen Ort ausgesetzt. Ein Wunder, dass sie überhaupt gefunden worden ist. Sie war total abgemagert und hatte eine riesengroße Beule unterm Bauch, was sich als alter Leistenbruch herausstellte. Eva wurde sofort operiert und hat alles gut überstanden. Sie ist ein sehr tapferes Mädchen. Da sie in Spanien keine Chance auf eine Adoption hatte, konnte sie nun zu uns kommen. Sie ist stubenrein und kann auch mal alleine bleiben. Sie ist kinderlieb und mag alle anderen Hunde. Gerne geht sie spazieren und freut sich über jede Zuwendung. Nun hoffen wir, dass wir ganz besonders tierliebe Menschen für Eva finden, die eine Patenschaft für sie übernehmen oder sie adoptieren.

Tierheim Korbach • 34497 Korbach • Tel.: 05631 3970

5Gladys, EKH-Katze, 6 J., kam leider aus privaten Gründen aus der Vermittlung zurück. Die liebe und unkomplizierte Katze leidet unter einer chronischen Blasenentzündung, die sich vor allem in Stresssituationen zeigt. Deshalb müsste sie unbedingt aus dem Tierheim heraus. Eine Patenschaft wäre hier sehr hilfreich.

5Jubel wurde Mitte Dezember nach einem Autounfall gefunden, mehr tot als lebendig. Aber Jubel scheint eine der Katzen mit 7 Leben zu sein. Sie hat noch gelegentliche Koordinationsschwierigkeiten und ihre Leberwerte sind nicht im Normbereich. Man muss abwarten, ob sie komplett gesund wird. Eine Patenschaft würde helfen, die Tierarztkosten zu bestreiten.

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Hägar

Vermittlungstiere Liebe Tierfreunde, ein Haustier soll demnächst bei Ihnen Zuhause einziehen? Sie haben sich das genau überlegt und wissen wie viel Zeit und Geld eine Tierhaltung kostet? Gut. Dann schauen Sie bitte mit aller Aufmerksamkeit die nachfolgend vorgestellten Tiere an. Es muss nicht immer der Hund oder die Katze vom Züchter sein. Die Tierheime sind voll mit Tieren, die dringend ein endgültiges Zuhause suche. Vielleicht sind das ja genau Sie? Geben Sie den Tieren eine Chance. Sie werden es Ihnen danken. Es besteht die Möglichkeit, dass Tiere, die hier vorgestellt werden, bereits vermittelt sind und dies redaktionell nicht mehr erfasst werden konnte. Die Einrichtung in Ihrer Nähe hilft Ihnen gern weiter. Bei Interesse an einem der Tiere wenden Sie sich bitte direkt an den dazugehörigen Projektpartner von aktion tier. RespekTiere e.V. • 53773 Hennef • Telefon: 04322 751418 o. 0160 9773781

3Abi, Spanische Bretonenhündin, 2 J., kastr., ist eine sensible und sanfte Hündin, die es ihrem Besitzer recht machen will. Sie wünscht sich endlose Streicheleinheiten und genießt es, gebürstet zu werden. Abi liebt Menschen und verträgt sich hervorragend mit anderen Hunden. Sie ist schlau, sportlich und aktiv und die perfekte Familienhündin. Rassetypisch hat sie einen Jagdtrieb, kann aber aufgrund guten Gehorsams abgerufen werden. Kontakt: respekTiere e.V., Simone Anstätt, Tel. 06307 9126404, E-Mail: simone.anstaett@respektiere. com

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RespekTiere e.V. • 53773 Hennef • Telefon: 04322 751418 o. 0160 9773781 4Teresa, 3 J., wurde hochträchtig in Deutschland eigentlich zur Kastration eingefangen. Sie ist freundlich, aber extrem scheu. Vermutlich wurde sie vor längerer Zeit ausgesetzt, musste sich eine ganze Weile alleine durchschlagen und hat dabei keine guten Erfahrungen mit dem Menschen gemacht. Ihre 5 Kitten hat sie liebevoll aufgezogen und wartet jetzt selbst auf ein eigenes Zuhause. Ideal für Teresa wäre ein Platz auf einem Reiter- oder Bauernhof, in dem sie Kontakt zu Menschen hat und versorgt wird. Teresa spielt gerne, lässt sich bisher aber nicht anfassen. Sie sucht verständnisvolle Menschen, die mit viel Liebe und Zeit ihr Herz erobern möchten. Kontakt: respekTiere e.V., Manuela Esser, Tel. 02271 983038, E-Mail: manuela.esser@respektiere.com

4Doro, 2 J., ist ein sensibler Hundemann, der sehnsüchtig auf ein neues Zuhause wartet. Er ist ein aufgeweckter, intelligenter Kerl, der geistig und körperlich ausgelastet sein möchte. Er eignet sich bestens für Agility und alle Aktivitäten mit seinem Menschen. Doro ist noch etwas unsicher und nervös, deshalb sucht der 58 cm große Mischlingsrüde einen ruhigen und gelassenen Zweibeiner, der/die ihm die nötige Sicherheit gibt. Wer sich einen vierbeinigen besten Freund wünscht, ruft an bei: respekTiere e.V., Susanne Ketterer, Tel. 06201-62409 oder 0157 4747315, E-Mail: susanne.ketterer@respektiere. com 6Marlene, 2 J., ist eine verschmuste, menschenbezogene Mix-Hündin. Sie liebt Kinder, ist verträglich mit Katzen und begegnet Artgenossen unterwürfig. Auf ihrer Pflegestelle in Hamburg hat sich die gebürtige Sardin hervorragend eingelebt. Nur in ungewohnten Situationen weiß sie nicht, was sie machen soll und wendet sich hilfesuchend an ihren Zweibeiner. Deshalb sucht Marlene einfühlsame und geduldige Hundeeltern, die ihr vertrauen und denen sie vertrauen kann. Ein netter, nicht dominanter Ersthund ist möglich. Wer der zartbesaiteten Schönheit ein Zuhause schenken möchte, meldet sich bei respekTiere e.V., Claudia Hölling, Tel. 02864 885369 oder 0157 37046913, E-Mail: claudia.hoelling@respektiere.com

4Toby, Segugio-Mix, 5 J., ist ein ehemaliger Kettenhund, der ein liebevolles, ruhiges Zuhause sucht. Der bildhübsche Rüde (58 cm) lernt derzeit auf seiner Pflegestelle in Grevenbroich die Welt neu kennen. Er liebt lange Spaziergänge sowie körperliches und geistiges Training und den sozialen Kontakt zu Artgenossen. Toby ist blitzgescheit und sehr verschmust. Wer Lust hat, den Rohdiamanten in einen funkelnden Edelstein zu verwandeln, meldet sich bei: respekTiere e.V., Martina Peters, Tel. 02166 123758 oder 0172 3785395, EMail: martina.peters@­ respektiere.com

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Tierheim Kranenburg • 47559 Kranenburg • Tel.: 02826 92060 3Sonny, ¾ J., hat ein schreckliches Schicksal hinter sich. Er wurde zusammen mit seinen 3 Geschwistern von seinen Leuten in einen Plastikbeutel gesteckt und in einen Fluss geworfen. Angler hatten das beobachtet und konnten mit ganz viel Mühe und Geschick den Plastikbeutel aus dem Wasser fischen. Leider kam die Hilfe für zwei seiner Brüder zu spät. Nur Sonny und sein Bruder Sammy überlebten das Desaster. Sie wurden erst in eine Tierklinik gebracht und dann ins Tierheim. Weil sie noch so klein waren, konnten die Armen in einer Pflegestelle unterkommen. Dort wurden sie verwöhnt und gepäppelt so gut es ging und nun haben sich die Zwei echt proper entwickelt. Jetzt ist es an der Zeit, ein endgültiges Zuhause zu finden. Sonny ist sensibel und sehr verschmust. Er mag andere Hunde sehr, versteht sich aber auch mit Katzen. Auch Kinder findet er toll. Gerne geht er spazieren und erkundet die Welt. Wer nimmt den sympathischen Kerl zu sich?

6Alama, Galgohündin, 6 J.: Wenn sie einen sieht, kommt sie im Eiltempo angedüst, um einen zu begrüßen, so sehr freut sie sich. Während der Arbeit kommt sie auch immer mal wieder und stupst einen vorsichtig an, um zu sagen „hallo, ich bin auch noch da, kuschele mal kurz mit mir“. Alama hat ein ganz tolles Wesen und hat das Vertrauen zum Menschen nicht verloren, obwohl sie schon Schlimmes erlebt hat. Ihr Besitzer hat sie ins Gesicht getreten, so dass ein Knochen brach. Wegen ihres kleinen „Schönheitsmakels“ gab er sie dann ab. Nun suchen wir Liebhaber für unser bezauberndes Mädchen.

5Macarena, 1 J., wurde als kleines Baby in einem Karton an einem spanischen Tierheim ausgesetzt. Kaum zu glauben, dass so ein hübscher Hund bisher nicht adoptiert worden ist. Macarena hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und gibt für ihre Leute alles. Manchmal müsste sie da etwas gebremst werden. Sie ist prima verträglich mit anderen Hunden, geht gerne spazieren und freut sich über Neues. Welche hundeerfahrenen Menschen schenken ihr endlich ein neues Zuhause?

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Tierheim Kranenburg • 47559 Kranenburg • Tel.: 02826 92060 3Pat, ½ J., wurde mit 6 Geschwistern und Mama auf einem abgelegenen Acker in Spanien gefunden. Die kleine Familie konnte gerettet werden und kam in ein nahe gelegenes Tierheim, wo sie aufgepäppelt wurden. Leider haben sie dort kaum Chance auf Vermittlung, sodass Pat nun mit einem Teil der Geschwister zu uns reisen durfte. Wir suchen sportliche Hundefreunde, denn Pat ist sehr verspielt und einfach nur lieb. Jeder schließt ihn sofort ins Herz. Wer nimmt ihn zu sich?

4Gus, Bodeguero Andaluz, 4 J., ist lieb und bescheiden. Er ist dankbar für jede Streicheleinheit, kinderlieb und versteht sich sehr gut mit anderen Hunden. Auch ist er stubenrein und kann prima alleine bleiben, denn sein Wesen ist ausgeglichen. Wer nimmt den Hübschen zu sich?

3Gema und 3Gerona, 1 J., wurden zusammen mit ihren Schwestern an einem spanischen Tierheim ausgesetzt. 5 Monate hat man versucht, ein schönes Zuhause zu finden. Leider ohne Erfolg. Nun hatten die drei die Chance, zu uns zu kommen und wir bemühen uns nun um Adoptiveltern. Sie habe ein sehr offenes und liebes Wesen, sind kinderlieb und verstehen sich prima mit anderen Hunden. Sie sind neugierig und gehen gerne spazieren. Wer nimmt die süßen Schwestern zu sich?

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TSV Kronach • 96317 Kronach • Tel.: 09261 20111 3Hägar, Hauskatze, 4 J., kastr., ist ein durch und durch lieber Kater, der nicht genug gestreichelt werden kann. Darüber hinaus ist er sehr verspielt, neugierig und aufgeweckt. Er möchte überall dabei sein, alles sehen und mitbekommen. Hägar ist ein Freigänger, braucht aber trotzdem engen Familienanschluss und ist vermutlich am liebsten ein Einzelkater.

3Buddy, Mischling, mittelgroß, 9 Mon., hat einen sehr selbstbewussten und dominanten Charakter geerbt. Erschwerend kommt hinzu, dass auch bei seiner Erziehung bisher einiges versäumt wurde. Buddy sollte daher unbedingt in erfahrene und konsequente Hände vermittelt werden damit er endlich seine Grenzen und das kleine Hunde Einmaleins kennenlernt. Beim Spielen geht er in seinem jugendlichen Elan gerne mal zu weit und kann grob sein. Für Kinder ist er daher nicht der richtige Spielgefährte. Er braucht viel Auslauf und muss geistig ausgelastet werden. Er ist ein goldiges Kerlchen und wird in den richtigen Händen sicherlich ein toller Begleithund werden.

4Rana, Hauskatze, 3 J., kastr., ist ein etwas schüchternes Sensibelchen, das aber absolut lieb und gutmütig ist. Meist kommt sie noch nicht allein zum Schmusen, aber freut sich sehr, wenn sich ihr zuwendet. Ihre neue Familie sollte etwas Geduld mit ihr haben, wird dann aber mit einem anhänglichen Stubentiger belohnt.

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TSV Kronach • 96317 Kronach • Tel.: 09261 20111 3Lotta, Zwergkaninchen, 1 J., ist eine selbstbewusste und dominante Hasendame, die sich nicht mit allen Artgenossen versteht. Sie entscheidet das ganz nach persönlichem Geschmack. Dafür mag sie Meerschweinchen gerne. Lotta hat eine Zahnfehlstellung, weshalb einmal pro Monat die Zähne beim Tierarzt geschnitten werden müssen. Das geht aber schnell und sie lässt es brav über sich ergehen.

4Federico, Podencomix (mittelgroß), 4 J., kastr., ist ein freundlicher, unkomplizierter und gutmütiger Podencorüde, der auch gerne in eine Familie mit netten Kindern ziehen würde. Er ist sehr freundlich, verschmust und geht für sein Leben gerne spazieren. Mit anderen Hunden versteht er sich gut und würde in seinem neuen Zuhause gerne der Einzelprinz sein. Katzen mag er leider nicht. Federico ist ein fröhlicher Sonnenschein und wäre bestens für eine unternehmungslustige Familie geeignet.

6Thor, Border Corder Mix, 3 J., kastr., ist mit seiner ungewöhnlichen Fellfarbe und den verschieden farbigen Augen nicht nur ein Hingucker, sondern eine echte Schönheit. Der fröhliche Rüde geht aufgeschlossen auf alle Menschen zu, möchte Freundschaft schließen und freut sich über Zuwendung und Schmuseeinheiten. Als Hütehund-Mischling braucht er natürlich nicht nur genügend Auslauf, sondern muss auch geistig gefordert werden. Agility oder Mantrailing sind nur zwei Bespiele für Hundesportarten, die ihm sicher gefallen würden. Thors neue Familie sollte sportlich und unternehmungslustig sein und Spaß daran haben, mit einem Hund zu arbeiten. Für kleine Kinder ist er jedoch nicht geeignet. Thor möchte konsequent und souverän geführt werden, weshalb seine neue Familie schon etwas Hundeerfahrung mitbringen sollte. Ansonsten ist Thor ein kleiner Rohdiamant, der mit seinen Menschen durch Dick und Dünn geht.

4Bubi, Podencomix (mittelgroß), 11 Mon., kastr., leuchtet schon von weitem der Schalk aus den Augen. Tatsächlich ist der aufgeweckte Junghund für jeden Unsinn zu haben, steckt sein neugieriges Näschen überall rein und sieht die Welt als einen einzigen großen Spielplatz an. Klar, dass dieser Naseweis noch viel lernen muss! Daher suchen wir für Bubi eine Familie mit viel Zeit. Kinder und andere Hunde sind überhaupt kein Problem, denn Bubi ist gutmütig und möchte mit jedermann Freundschaft schließen.

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TSV Kronach • 96317 Kronach • Tel.: 09261 20111

5Mar und 5Marimar, Bardinomischlinge (mittelgroß), 1 J., kastr., sind zwei fröhliche, offene und unverdorbene Hundemädchen, die man einfach gerne haben muss. Beide haben einen unkomplizierten Charakter, sind sehr freundlich zu allen Menschen, kinderlieb, gutmütig und können keiner Fliege etwas zu Leide tun. Auch mit anderen Hunden verstehen sie sich gut. Beide sind lerneifrig und möchten beschäftigt werden. Die beiden Schwestern sind richtige Wonneproppen und wären sicher ideale Familienhunde, können aber auch einzeln vermittelt werden.

5Sieben Stallhasen, vier Weibchen und drei Rammler, kastr.. Kurz nachdem die schwarz-lohfarbenen Mutterhäsinnen bei uns abgegeben wurden (ihr Alter ist leider unbekannt), staunten wir eines Morgens nicht schlecht, denn die beiden waren offenbar trächtig gewesen und hatten insgesamt 9 Junge zur Welt gebracht. Für 4 von ihnen (ca. 7 Mon. Alt) wie auch für die beiden Mütter suchen wir noch neue Familien. Alle Hasen sind lieb und gutmütig, bestens verträglich und völlig unkompliziert. Natürlich brauchen sie schöne große Gehege mit genügend Platz zum Hoppeln und Buddeln.

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5Quintina, Schäferhund-Schnauzer, 3 J., ­kastr., war sehr ängstlich als sie ins Tierheim kam und kannte absolut nichts. Dies hat sich mittlerweile stark geändert. Die süße Maus liebt ihre Bezugsperson abgöttisch, ist folgsam, verschmust ohne Ende und kann vom Spazierengehen nicht genug bekommen. Bei Fremden, vor allem bei Männern, ist sie anfangs immer noch recht schüchtern. Wenn man Geduld hat, nicht zu viel von ihr erwartet, sondern sich liebevoll mit ihr beschäftigt, ändert sich dies jedoch sehr schnell. Quintina ist eine richtig gute Seele, sehr anhänglich, gutmütig, unterwürfig und freundlich zu allem und jedem. Auch mit anderen Hunden versteht sie sich normalerweise prima. Wir suchen für sie eine verständnisvolle Familie, gerne mit vernünftigen Kindern, die ihr einerseits Beschäftigung und Auslauf, andererseits aber auch viel Halt, Geborgenheit und Kuscheleinheiten schenken können.


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TSV Kronach • 96317 Kronach • Tel.: 09261 20111

3Bippo, Hauskatze, 6 J., ­kastr., hat noch keine eigene Familie gefunden, obwohl er total lieb ist und jeden Besucher sofort mit BeinUmschmeicheln und Maunzen begrüßt. Er ist zutraulich, aufgeweckt und verschmust und wir verstehen nicht, warum er noch kein neues Zuhause gefunden hat. Er hält sich immer in der Nähe seiner Bezugspersonen auf, um ja nichts zu verpassen. Bippo ist stubenrein, würde sich aber über Freigang freuen. Er wäre am liebsten ein Einzelkater und Hahn im Korb bei seinen Menschen.

6Romulo, Boxer-Pointer, 8 J., kastr., ist ein Hund ohne Fehl und Tadel, an dem wir bis jetzt noch nichts Negatives feststellen konnten. Er hat es in seinem Leben bis jetzt noch nicht leicht gehabt und ist für jede Form der Zuwendung doppelt dankbar. Er ist eine richtige Schmusebacke, klebt am Bein seiner Bezugsperson, die er regelrecht vergöttert und auf Schritt und Tritt begleitet. Er ist freundlich zu allen Menschen, kinderlieb, gutmütig und völlig problemlos. Er versteht sich auch gut mit anderen Hunden. Trotz seines Staff-ähnlichen Aussehens hat er übrigens keine Kampfhunde-Vorfahren, was wir extra durch einen Gen-Test bestimmen ließen. Er ist einfach nur ein Schatz.

5Kino, Podencomix (mittelgroß), 1 J., ­kastr., ist ein richtiger Kindskopf und Frechdachs. Er hat nur Unsinn im Kopf, ist temperamentvoll und stets gut gelaunt – ein richtiger spanischer Sonnenschein eben. Der fröhliche Jagdhund braucht sehr viel Auslauf und muss das kleine Hunde-Einmaleins noch lernen. Kino ist freundlich zu allen Menschen, gutmütig und verschmust. Mit anderen Hunden versteht er sich bestens. Er wäre ideal für eine junge, unternehmungslustige Familie geeignet, in der immer etwas los ist. Für Auslauf, Spiel und Erziehung muss in jedem Fall genügend Zeit vorhanden sein. Kinder sollten schon etwas größer sein, da Kino zwar sehr lieb, aber auch sehr stürmisch sein kann.

4Alice, Mischling, 4 J., kastr., ist eine Ball-begeisterte Sportskanone, die gerne in eine aktive und unternehmungslustige Familie ziehen möchte. Bei Fremden ist sie anfangs zwar etwas zurückhaltend, fasst aber schnell Vertrauen. Alice ist durch und durch lieb und gutmütig, überhaupt nicht dominant, sondern eher unterwürfig und hätte sicherlich auch mit vernünftigen Kindern keine Probleme. Auch mit Hunden versteht sie sich gut.

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TSV Korbach • 34497 Korbach • Tel.: 05631 3970

3Bino, PinscherMix, 9 J.: Wegen privater Schwierigkeiten im Tierheim abgegeben werden, das war nicht so mein Plan. Erst dachte ich, es wäre ein böser Traum, aber ich wurde auch gar nicht mehr wach. Also habe ich erst mal auf bitterböse Bestie gemacht. Hat mir aber auch nichts genützt. Na ja, so langsam freue ich mich auch mal schon ein wenig (aber nicht verraten). Und futterbestechlich bin ich sowieso. Da mache ich Sitz und Platz und Pfote und all so ‘n Kram. Meine Verträglichkeit muss noch getestet werden. Geschwätzig bin ich übrigens auch, momentan führe ich Selbstgespräche. Da ich eher der unsichere Typ bin, möchte ich nicht unbedingt mit kleinen Kindern leben. Niemand interessiert sich für mich, obwohl ich die größten Ohren hier habe. Wahrscheinlich habe ich aber auch eine zu große Klappe. Aber ihr müsst meine Intelligenz erkennen. Ich lerne schnell und man könnte so viel aus mir machen. Also, wie sieht es aus mit uns?

6Benji, Mix-Rüde, 3 J.: Angst war der ständige Begleiter meiner Kindheit und Jugend. Vielleicht hat man deshalb versäumt, mir klare Grenzen zu setzen. Ich hänge mein ganzes Herz an eine Bezugsperson (Frauen bevorzugt), möchte diese dann auch nicht mit anderen teilen, was ich unter Umständen auch sehr deutlich zeige. Eine souveräne Hündin oder ein netter, kastrierter Rüde, das wäre auch klasse. Draußen zeige ich mich etwas unbefangener als drinnen – da tolle ich schon mal richtig rum.

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4Aero, Mix-Rüde, kastr., 4,5 J.. Sucht ihr einen total lustigen, lieben, gelassenen und einzigartigen Hund? Hier bin ich. Mein Kopf ist zwar verhältnismäßig groß, aber da ist auch eine Menge drin, was nur darauf wartet, abgerufen zu werden. Ich spiele und renne gerne, kann aber auch ruhig im Körbchen chillen. Morgens im Hundehaus bin ich der Letzte, der wach wird. Im Umgang mit Artgenossen zeige ich mich meist souverän und Katzen finde ich auch gar nicht so übel.

5Djerna, EKH-Katze, 4 J., ist lieb und verschmust und würde sich über Freigang freuen. Sie mag keine Hunde. 6Dakar, EKH-Kater, ¾ J., ist ein lustiges Kerlchen, oft tollpatschig und ein absoluter Schuhfetischist. Sehr verträglich.


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TSV Korbach • 34497 Korbach • Tel.: 05631 3970

3Benny, Labrador-Mix, 12 J., kastr., wartet schon über ein Jahr auf ein neues Zuhause. Bis es vielleicht doch einmal klappt, würde er sich über eine Patenschaft sicherlich freuen. Er ist ein eher unsicherer Hund, der aber bei ihm bekannten Menschen schnell Vertrauen fasst. Andere Hunde müssen nicht sein und Katzen schon gar nicht. Körperlich ist er noch recht fit.

3Sonia, Mix-Hündin, 8 J., kastr.: perfekte Größe, gute Figur, Kulleraugen – was wollt ihr noch mehr? Warum bin ich noch hier? Ich jammere mir die Seele aus dem Leib. Ich bin verträglich mit Hund und Katz und gebe mir wirklich Mühe. Jetzt seid ihr dran. Ihr müsst mir nur noch beibringen, dass der Küchentisch kein geeigneter Liegeplatz ist …

6Hilario, Meerschwein, Langhaar-Mix, männl., kastr.: Mit ihm warten noch einige männliche Tiere auf ein neues, artgerechtes Heim.

5Milo, EKH-Kater, 1 J., kam in absolut jämmerlichem Zustand zu uns. Gott sei Dank hat er sich aber prächtig entwickelt. Anfänglich etwas schüchtern, ansonsten aber verträglich und verschmust.

6Bajka, Terrier-Mix-Hündin, 8 J., kastr.. Ich glaube, ich bin optisch wohl etwas unscheinbar – liegt vielleicht an meiner Fellfarbe – und fotogen bin ich auch nicht. Wenn man mich aber persönlich kennenlernt, merkt man schnell, wie lustig und charmant ich bin. Und mein Lachen ist einzigartig. Ansonsten bin ich gerne unterwegs, verspielt und meist verträglich. Außer an der Leine. Da mach ich Terror und Katzen, die muss ich auch nicht haben. Weil ist so extrem menschenbezogen bin, fühle ich mich hier alleine und bin auch im Tierheim totunglücklich.

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TH Beuern „Ein Heim für Tiere“ e.V. • 34587 Felsberg-Beuern • Tel.: 05662-6482 (13-16 Uhr) 3Josef, 6 J., ist seit Ende März 2013 im Tierheim. Die leider nicht lesbare Tätowierung kann niemandem zugeordnet werden und somit sucht er ein Zuhause mit Freigang. Josef ist ein stattlicher und mit Artgenossen verträglicher Kater, der jedoch gerne den Ton angibt. Er liebt es, gestreichelt zu werden und kann mit seiner Stimme jeden Menschen verzaubern. Der liebenswerte Kater ist charakterlich nicht zu übertreffen. Wer möchte diesem tollen Schmusebär ein Zuhause geben und einen Freund fürs Leben haben?

3Alexis, 4 J., kastr., kam am 03.02.2013 zu uns. Sie ist verträglich mit Artgenossen und sucht ein liebevolles Zuhause mit Freigang. Im Juli 2013 hatte sie das Glück, vermittelt zu werden. Leider hat sich der bereits vorhandene Kater in ihrer Gegenwart nicht wohl gefühlt, so dass sie schweren Herzens ins Tierheim zurückgebracht werden musste. Ihre anfängliche Schüchternheit hatte Alexis bis zu ihrer Vermittlung abgelegt und war zu einer richtigen Schmusekatze geworden. Nach ihrer Rückkehr hat man gemerkt, dass sie unglücklich ist und nicht versteht, warum sie wieder hier ist. Sie genießt noch immer ihre Streicheleinheiten, wirkt jedoch zurückhaltender. Daher wünschen wir ihr schnell ein Zuhause in dem sie wieder aufblühen kann.

5Gento, 2 J., kastr., befindet sich seit dem 11.02.2013 bei uns. Er wurde in Fritzlar-Lohne gefunden. Der wunderhübsche Kater möchte ein neues Zuhause mit Freigang. Er ist anfangs sehr zurückhaltend, aber mit etwas Geduld gewinnt man auch sein Herz. Gento verträgt sich mit Artgenossen, spielt gerne und würde sich über liebe Menschen freuen, die ihm ein sicheres und ruhiges Zuhause schenken.

4Frodo und4Jana, Basset Mischlinge, 8 J. u. 6 J.. Frodo wurde vor 8 Jahren als Welpe schon einmal vermittelt. Leider haben die Menschen, die ihn zu sich holten, einen Teil der guten Erziehung versäumt. 2 Jahre später kam dann Jana zu uns und sie wurden zusammen ein unschlagbares Team. Die Zeiten haben sich geändert und viele Menschen können Verhaltensauffälligkeiten nicht mehr dulden, wollen sich aber auch nicht damit auseinandersetzen. Also war der einfachste Weg, beide einfach wieder zurück ins Tierheim zu bringen. Nach ein paar Wochen kam der erste Schock: Bei Jana wurde ein Blasenstein diagnostiziert, der bereits mandarinengroß war. Der Stein wurde operativ entfernt, sodass es Jana seitdem wieder gut geht. Frodo und Frodo Jana Jana suchen neue Men­­schen, die ihnen, auch getrennt vonein­ander, eine neue Chance für ein gutes Leben geben. Mit anderen Hunden vertragen sie sich bedingt, da aber vor allem Frodo Nachholbedarf in der Hundeerziehung hat.

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TH Beuern „Ein Heim für Tiere“ e.V. • 34587 Felsberg-Beuern • Tel.: 05662-6482 (13-16 Uhr) Hallo, ich heiße 3Nero, 3 J., kastr., und wurde wegen Zeitmangel im Tierheim abgegeben und bin in einer Familie aufgewachsen. Ich fahre gerne im Auto mit, bin verspielt, sportlich, sehr clever, aber anfangs misstrauisch und ängstlich. Ich vertrage mich mit anderen Hunden, verzichte aber auf einen tierischen Mitbewohner, auch Katzen sind tabu. Da ich in meinem letzten Zuhause von dem kleinsten Kind geärgert wurde – sagen wir mal so, ich lasse mich nicht zwicken, ohne irgendwann zurück zu zwicken – suche ich ein Zuhause mit entweder größeren Kindern, oder welchen, die wissen, dass man Hunde nicht ärgert oder eben ein Zuhause ohne Kinder. Ich kann kurze Zeiten alleine bleiben, bin aufmerksam und wachsam und kenne die Grundkommandos. Wer möchte mich kennenlernen?

6Awan, 5 J., kastr., wurde in MalsfeldOstheim gefunden. Er ist noch ziemlich scheu und sucht lieber das Weite, wenn man auf ihn zugeht. Jedoch kann man mit viel Geduld und Liebe jedes Eis brechen. Awan mag auch andere Katzen. Wer möchte dem misstrauischen Kater zeigen, dass er keine Angst vor Menschen haben muss und schenkt ihm ein Zuhause?

4Schumi, 6 J., kastr., wurde in Mosheim gefunden und kam am 12.02.2013 ins Tierheim. Anfangs war er Menschen gegenüber sehr scheu, hat mittlerweile Vertrauen gefasst und lässt sich gerne streicheln. Bei schnellen Bewegungen zuckt er noch zusammen, wohl aufgrund schlechter Erfahrungen. Schumi ist ein Charmeur und wickelt die beiden Katzendamen, mit denen er zusammen sitzt, um den Finger, schmust mit ihnen was das Zeug hält, weswegen er gerne auch zu anderen Artgenossen vermittelt werden kann. Sein Zuhause sollte eher ruhig sein und in dem er nach einer Eingewöhnungszeit (4-6 Wochen) wieder durch die Natur streifen kann. Wer gibt ihm ein neues Zuhause, in dem er glücklich sein kann?

Hallo, ich heiße 6Mäuschen, 9 J., und habe in meinem Leben, das ich unter einem Balkon verbrachte, kaum Gutes erlebt. Im Tierheim habe ich gelernt, dass Menschen auch sehr lieb zu Hunden sein können. Ich darf mich immer bei anderen Hunden oder Pflegern aufhalten und mir die frische HofLuft um die Nase wehen lassen. Altersbedingt und durch meine vorherige Haltung kann ich nur langsam laufen, Treppen schaffe ich nicht und Spaziergänge sind noch zu anstrengend, denn ich befinde mich noch im Muskelaufbau. Durch das jahrelange Rumliegen hatte ich kaum Hinterbein-Muskulatur, doch ich übe und übe und gebe nicht auf. Vielleicht möchte mir ja jemand helfen?

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Tierschutzinitiative Odenwald e.V. • 64658 Fürth • Tel. 0700 041 066 66

5Aiko, Mischling, 3 J., kastr., hat in seinem kurzen Leben noch nicht viel Schönes erlebt. Seit einem Jahr lebt der bildhübsche und lauffreudige Kerl in Deutschland, seine Wurzeln sind spanisch. Aiko möchte gerne ein ruhiges Zuhause mit klaren Regeln.

5Gin, 7 J., kastr., benötigt viel Bewegung und will geistig und körperlich ausgelastet werden. Ihm machen vor allem Apportier- und Suchspiele viel Spaß. Bei sportlichen Menschen, die sich viel mit ihm zusammen bewegen, würde er sich wohl fühlen. Gin geht bereits gut an der Leine und zeigt sich auch sonst als sehr gehorsamer Hund.

3Peterchen, ca. 3 J., ist vor einigen Wochen an einer unserer Futterstellen aufgetaucht. Mittlerweile ist er ganz zutraulich geworden und lässt sich gerne streicheln. Er war bereits kastriert und es liegt die Vermutung nah, dass er ausgesetzt wurde. Peterchen möchte gerne wieder in ein Zuhause einziehen, braucht unbedingt Freigang.

4Tom wurde direkt an einer Hauptverkehrsstraße auf Kreta gefunden und ist geprägt durch das Überleben auf der Straße. Sein Verhalten lässt erkennen, dass er in seinen 8 Lebensjahren überwiegend selbst für sein Wohl sorgen musste und sich nach Kontakt sehnt. Im Zusammenleben mit Artgenossen geht er jedem Streit aus dem Weg und ist sehr verträglich. Der eher zierliche Schäfer-Mix ist seit einiger Zeit in Deutschland und sucht eine einfühlsame und hundeerfahrene Familie, die bereit ist, mit ihm zu arbeiten. Er hat Charakter, wird vermutlich immer ein wenig seinen eigenen Kopf behalten – aber es lohnt sich, seine Freundschaft zu gewinnen.

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Tierschutzinitiative Odenwald e.V. • 64658 Fürth • Tel. 0700 041 066 66 4Phoeby, 6Emma und 4Timmy, alle 1 J., wurden von einer verwilderten Katzenmutter an deren Futterstelle abgeliefert. Sie waren damals schon ungefähr 10-12 Wochen alt und entsprechend scheu. Sie möchten in ein ruhiges Zuhause mit Freigang. Für Kinder sind die drei Samtpfoten nicht die richtigen Partner.

Phoeby und Timmy

Emma

4Paul, 5 J., kastr., FIV und Leukose negativ getestet, ist gegenüber Fremden zurzeit noch ängstlich. Da er sein bisheriges Leben draußen verbracht hat, braucht er dringend ein ruhiges Zuhause, wo er nach einer Eingewöhnungszeit Freigang bekommt.

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Boxernothilfe Deutschland e.V. 32549 Bad Oeynhausen, Tel.: 05731 3001465

4Ben, Boxer, 3 J., hat von Welpe bis jetzt in seiner Familie gelebt und nun hat sich die familiäre Situation so geändert, dass nicht mehr ausreichend Zeit für ihn da ist. Ben musste in letzter Zeit sehr viel alleine sein. Er kann alleine bleiben und ist auch artig dabei. Ben ist ein sanfter Boxer, der natürlich auch aufdrehen kann und dann temperamentvoll ist, wie sich das für einen Boxer gehört. Grundkommandos sind für Ben kein Problem. An der Leine läuft er gut und ohne Leine, in einem sicheren Gebiet, ist er auch abrufbar. Er verhält sich anderen Tieren gegenüber neutral und wir werden ihn in der Beziehung weiter beobachten. Ein großer Schmuser wartet hier auf seine neue Familie.

3Edith, zierliche Boxerhündin, 8 J., nicht kupiert, vermittelt den Eindruck als sei sie nicht von dieser Welt. Sie wirkt wie ein zauberhaftes Fabelwesen. Bei schönem Wetter geht sie gerne spazieren. Auf langen Wanderungen würde sie zugunsten von Streicheleinheiten auch darauf verzichten. Edith ist eine große Schmuserin, eine abendliche Wärmflasche könnte man sich sparen. Sie schläft gerne ruhig unter der Bettdecke. Sie spart nicht nur Energiekosten, sondern vermittelt einem täglich das gute Gefühl, dass es eben doch nicht zu spät ist, um „das Ruder rum zu reißen“. Edith ist eine ruhige und anhängliche Fellpuppe, sie kennt Katzen und andere Hunde aus dem direkten Zusammensein. Für ihr richtiges Zuhause stellen wir uns einen Platz vor, in dem sie Einzelhund sein darf. Wir wünschen uns Menschen, die, so wie wir, ihrem sanften Charme erliegen und denen es Freude macht, Edith hemmungslos zu verwöhnen.

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Boxernothilfe Deutschland e.V. 32549 Bad Oeynhausen, Tel.: 05731 3001465

3Elsa, Boxer, 6 J., tut einfach nur gut. Sie liebt es, Menschen überall hin zu begleiten. An der Leine geht sie hervorragend, ohne Leine ist sie jederzeit abrufbar. Sie sucht von sich aus immer den Blickkontakt und begleitet einen den ganzen Tag freudig wedelnd. Elsa kann alleine bleiben, musste dies in der Vergangenheit aber viel zu oft. Elsa mag Rüden, bei Hündinnen ist es sympathieabhängig. Autofahren und öffentliche Verkehrsmittel sind kein Problem. Unsere Elsa ist eine große Schmuserin, ist allen Menschen gegenüber freundlich aufgeschlossen und vorsichtig. Sie ist im besten Hundealter und körperlich topfit. Mit ihr gemeinsam ist das Leben schön. Elsa öffnet ihr Herz und, Schwupps, ist es auch bei den Menschen so.

Man könnte denken, bei der Boxernothilfe springt ein kleiner Hase über die Wiese. Es ist aber der kleine French Bully 4Klaus mit ganz großen Ohren, der bei uns abgegeben wurde. Klaus ist 1,5 J., kastr., und ein lustiger kleiner Kobold mit starkem eigenem Willen. Er ist altersbedingt temperamentvoll und tobt gerne. Mit anderen Hunden und Katzen ist er nicht verträglich. Wir nehmen an, dass er von Artgenossen isoliert aufgewachsen ist. Wir suchen erfahrene Leute, die Spaß und Geduld haben, ihm das eine oder andere noch beizubringen. Klaus fährt gerne im Auto mit und wenn er nach einer Eingewöhnungszeit etwas Ruhe bekommt, dann wird er seiner neuen Familie viel Freude bereiten.

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Kontakt: 030 30 111 62-0 www.aktiontier.org

Tierschutz geht uns alle an aktion tier – menschen fßr tiere e.V.

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mensch und tier 01/2014  

"Mensch und Tier" ist das Mitgliederjournal von aktion tier - menschen für tiere e.V., einem der größten deutschen Tierschutzvereine.

mensch und tier 01/2014  

"Mensch und Tier" ist das Mitgliederjournal von aktion tier - menschen für tiere e.V., einem der größten deutschen Tierschutzvereine.

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