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DER ZOOLOGISCHE GARTEN CHOMUTOV AM FUSSE DES ERZGEBIRGES

...IHRE OASE DER RUHE


Herzlich willkommen im Untererzgebirgischen Zoologischen Garten Chomutov Der nach der Fläche größte zoologische Garten in der Tschechischen Republik bietet den Besuchern viele Möglichkeiten, eine angenehme Zeit, die mit Erholung, Entspannung sowie mit Kennenlernen verbunden ist, zu verbringen. Auf 112 Hektar ist die Fauna des Palearktischen Gebiets konzentriert. Dieses Gebiet umfasst Europa, den überwiegenden Teil Asiens und einen Teil Nordafrikas. Mehr als 160 Tierarten befinden sich in Gehegen und Außenbereichen, die in eine einzigartige natürliche Umgebung eingegliedert sind. Auf einem „kleinen“ Stück des Landes, das Sie umgibt, bieten wir einen Blick auf die große Welt der Palearktis. Sehen Sie sich um, beobachten Sie, lernen Sie kennen…

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INHALT:

Ein Blick zurück in die Geschichte ...........5 Die Natur im zoologischen Garten............8 Interessante Gehege..................................11 Eurosafari.....................................................13 Altes Dorf (Stará Ves)..............................15 Ökozentrum..................................................19 Rettungsstation für behinderte Tiere..20 Haustiere......................................................22 Säugetiere ...................................................33 Raubtiere............................................34 Huftiere..............................................43 Primaten..............................................57 Fledertiere.........................................59 Nagetiere............................................61 Vögel...............................................................64 Ruderfüsser.......................................65 Schreitvögel.......................................67 Flamingos, Gänsevögel......................70 Raubvögel.............................................76 Hühnervögel........................................79 Kranichvögel........................................80 Regenpfeiferartige...........................82 Tauben..................................................84 Papageien..............................................85 Eulen......................................................86 Rackenvögel, Sperlingsvögel............90 Reptilien..........................................................92 Schildkröten........................................92 Schuppenkriechtiere.........................93 Amphibien........................................................96 Fische...............................................................98 Wirbellose.......................................................99 Service und Dienstleistungen ..................100 Das Jahr im Zoo...........................................105 Ungewöhnliche Erlebnisse .........................110 Die Statutarische Stadt Chomutov.........121

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EIN BLICK ZURÜCK IN DIE GESCHICHTE Als in der Mitte der siebziger Jahre über die Nutzung des weiträumigen Naturgeländes, das an den Alaunsee grenzt, nachgedacht wurde, kam der damalige Direktor der Verwaltung der städtischen Kinos, Herr Walter Markel, mit dem Konzept der Errichtung eines Naturgebiets mit einer Exposition der europäischen Fauna. Das Konzept beinhaltete auch die Errichtung eines Musters eines typischen erzgebirgischen Dorfes. Zum ersten Mal öffnete sich das

Gelände der Öffentlichkeit im Jahre 1975 unter dem Namen Waldpark. Die ersten Gehege boten die Möglichkeit zum Beobachten von Shetlandponys, Damhirschen, Mufflons und Hirschen. Mit der Zeit kamen noch Wisente und Luchsen hinzu. Aus den mobilen Containern auf dem Parkplatz bei dem Gelände sind Büros der Zooverwaltung geworden, von dort wurde der weitere Ausbauprozess geleitet. Außer den Leitungen, der Umzäunung und weiterer Gehege wurde auch ein Pferdestall errichtet, wo ein Reiterklub seine Tätigkeit aufnahm. Im Jahre 1980 ist der Waldpark eine selbstständige Organisation der Stadt geworden, und sein Name wurde in Erzgebirgischer Park der Kultur und Erholung geändert. Zum Direktor wurde Ing. Jan Králíček ernannt. Die Tierzucht erweiterte sich um Wölfe, wilde Katzen, Graue Kraniche und Jungfernkraniche, Bieber und weitere Tierarten. Erste Erfolge kamen. Bei der Zucht von Pelikanen und Kormoranen war der Zoopark Chomutov unter den tschechoslowakischen zoologischen Gärten an der Spitze. Ende der achtziger Jahre änderte 5


sich der Name vom Erzgebirgischen Park der Kultur und Erholung in Erzgebirgischer zoologischer Garten Chomutov. Im Jahre 1989 wurde der zoologische Garten von einem renovierten Verwaltungsgebäude aus geleitet, eine für die damalige Zeit sehr moderne Quarantäne und die Futterlager wurden in Betrieb genommen. Bei dem Verwaltungsgebäude entstand ein Wirtschaftsareal mit einem Raum für die Vorbereitung von Futter, und an den Stall wurde eine überdachte Reithalle angebaut. Im Jahre 1992 übernahm die Funktion des Direktoren Herr MVDr. Přemysl Rabas. Der Zoo wurde ein Mitglied der Union der tschechischen und slowakischen zoologischen Gärten, und nach und nach kam es zu einer Reihe von Veränderungen. Die Änderungen der Gehege fingen an, sich mehr den Bedürfnissen der Tiere anzupassen, die Zusammensetzung der Tierarten wurde immer bunter. Zu den neuen Tierarten kamen Robben, seltene Waldrappen, Vielfraße, Tigeriltisse und Feuerwiesel hinzu. Es wurde erfolgreich ein Jungtier des Elchs gezüchtet, außerdem Jungtiere der Schleiereule, der Schnee-Eule und des Kauzes. Als Mitglied der Europäischen Assoziation der zoologischen Gärten engagierte sich der Zoo in

europäischen Rettungsprogrammen. Im Jahre 1997 bildete eine Herde der Saigen einen Kern der Belegschaft von Eurosafari mit 6


der Fläche von dreißig Hektar. Das geräumige Gelände ergänzten mit der Zeit Wisente, Mufflons, Hirsche und Przewalski-Pferde. Im Jahre 2000 entstand ein Hof für die Haustüre und ein neues Gehege für Elche, es wurde das Gehege von Moschusochsen renoviert, und die Volieren der Singvögel wurden erweitert. In dem neu errichteten Zentrum der Ökologischen Erziehung sind erste Lernprogramme gelaufen. Aus einer alten Werkstatt, die an das Verwaltungsgebäude grenzte, sind ein Ausstellungsraum und ein Kinosaal geworden. Im Jahre 2002 wurde für die Besucher ein Terrarium eröffnet. Als erstes waren hier zum Beispiel die nordafrikanische Dornschwanzagame, die Äskulapnatter oder die Wüsten-Hornviper zu sehen. Im Jahre 2004 wurden gleichzeitig mit dem Restaurant Tajga auch die Noctarien gebaut, die die Möglichkeit bieten, die überwiegend nachtaktiven Tiere zu sehen. Eine Voliere mit der Durchgangsmöglichkeit mit Wasservögeln ermöglicht die Beobachtung von Nachtreihern, Löffelreihern, Purpurhühnern, Rohrdommeln und vielen anderen. Ihre Eröffnung fand im Jahre 2005 statt. Im gleichen Jahr fingen die Bauarbeiten auf dem Gelände von Stará Ves an, wo nach und nach ein Kern des Musters eines erzgebirgischen Dorfes entstand. Dieses Projekt ist nach dem Jahr 2010 voll in Gang gekommen, wo in der Leitung des Zoos schon zwei Jahre die jetzige Direktorin Bc. Iveta Rabasová wirkte. Der zoologische Garten fing an, sich auf die Verbesserung der Qualität der Dienstleistungen für die Besucher, auf die Aufklärung über die Fauna und Flora der einzigartigen Umwelt des Zoos und vor allem auch auf die Verbesserung der Lebensverhältnisse der gezüchteten Tiere zu konzentrieren. 7


DIE NATUR IM ZOOLOGISCHEN GARTEN

Die Einzigartigkeit des Geländes des Erzgebirgischen zoologischen Gartens besteht in der Vielfältigkeit der Zusammensetzung der Flora und Fauna. Beinahe 45 Hektar der Fläche vom Zoo gehören zum System der bedeutenden europäischen Gebiete Natura 2000. Den westlichsten Teil bildet ein Eichenhain, der eine Zuflucht für zwei geschützte Käferarten bietet. Es handelt sich um den Juchtenkäfer (Osmoderma barnabita) und um den Hirschkäfer (Lucanus cervus). Bei dem Verwaltungsgebäude befindet sich ein kleiner Buchenhain, an den ein Kieferhain grenzt. Dieser entstand an der Stelle einer ursprünglichen mittelalterlichen Kippe der Alaunminen. In den Wipfeln der Kiefern nisten Graureiher (Ardea cinerea). Die Zusammensetzung des Waldbestandes ergänzt an der Stelle des Elchengeheges (Alces alces)

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ein Birkenhain. Die Seltenheit und Bedeutung des Kastanienbaumgartens, der im 17. Jahrhundert von Jesuiten begründet wurde, belegt die Bezeichnung „staatlich geschütztes Denkmal“. Es handelt sich um den am nördlichsten gelegenen Esskastanienbaumgarten in Europa. Dank der umfangreichen Wasserflächen ist es möglich, im zoologischen Garten eine ganze Reihe von Wassertieren, vor allem Vögel, zu beobachten. Ein Beispiel ist der Eisvogel (Alcedo atthis), der zu den gefährdeten Tierarten gehört. Die größte Wasserfläche bildet der Steinerne Teich (Kamenný rybník), unter seiner Oberfläche leben einige Fischarten, zum Beispiel der Europäische Wels (Silurus glanis). Das Tal, das den Kinderzoo umgibt, schmücken jedes Jahr die Blüten der Rhododendrons, deren ausgewachsene Büsche eine pflanzliche Domäne dieses Teils des zoologischen Gartens sind. DIE GESAMTFLÄCHE DES ZOOS

112 Hektar EUROPÄISCHEN GEBIETE NATURA 2000

44,3 Hektar

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HIRSCHKÄFER Lucanus cervus Es handelt sich um den größten europäischen Käfer. Die Männchen können bis zu 8 cm groß sein, die Weibchen werden höchstens 4,5 cm groß. Diese Art ist durch seinen geschlechtlichen Dimorphismus bekannt. Außer der Größe unterscheiden sich die Männchen von den Weibchen auch durch bemerkbares Mudwerkzeug. Hirschkäfer bewohnen am häufigsten Parks, ältere Eich- und Mischwälder. In der Vergangenheit war der Hirschkäfer eine häufige Art. Heute ist er auf einigen isolierten Gebieten vertreten. Die größten Populationen können im Süden Mährens in der Umgebung von Břeclav oder auf dem Gebiet der Burg Křivoklát gefunden werden. In der Umgebung von Chomutov tritt er an vielen Orten auf, inklusive des Zoos. Wegen schlechteren Möglichkeiten, Nahrung zu finden, sind hier kleinere Exemplare zu finden, eine Größe über 6 cm ist selten. Hirschkäfer entwickeln sich im morschen Holz, am häufigsten im Eichenholz. Die Weibchen legen Eier in die Stämme, Balken oder Baumstumpfe. Larven ernähren sich vom morschen Holz, und ihre Entfaltung dauert von drei bis fünf Jahre. Sie werden im Herbst gebrütet und überstehen den Winter in Larvenkammern. In der Natur treten die Käfer vom Mai bis August auf, wobei die höchste Anzahl auf die Monate Juni und Juli fällt. Männchen fliegen hoch in den Baumwipfeln und suchen die Weibchen. Hirschkäfer ernähren sich von den Blättern der Eichen, Männchen werden auch vom Baumharz angelockt. JUCHTENKÄFER Osmoderma barnabita Der Juchtenkäfer bewohnt Baumhöhlen. Er wird bis zu 3 cm groß. Am häufigsten bewohnt er Eichen, Buchen, Linden und Weidenbäume. Er sucht Bäume mit Sonnenbestrahlung auf, und er kann oft in Alleen und Parks beobachtet werden. Weibchen legen die Eier in Baumhöhlen im mittleren oder oberen Teil des Stammes. Larven ernähren sich vom Morsch einer bestimmten Struktur, deshalb suchen sie Höhlen, die nicht dem direkten Regen ausgesetzt sind. Die Entfaltung dauert mindestens drei Jahre. In der Tschechischen Republik treten die Juchtenkäfer verstreut auf dem ganzen Gebiet auf. In Chomutov und seiner Umgebung lebt er in einer Reihe von Lokalitäten, er ist hier aber ziemlich selten. Ein Grund kann aber auch seine versteckte Lebensart. Die Käfer verlassen fast nie die Baumhöhlen, wo sie geboren wurden, und sie leben fast das ganze Leben in der Nähe der Höhle. Erwachsene Käfer fliegen sehr schwer und nur auf kurze Entfernungen. Erwachsene Juchtenkäfer können von Mai bis September gesehen werden. Es handelt sich um eine Art, die bei der Abenddämmerung und abends aktiv ist. Wenn ein Käfer gestört wird, sondert er ein Sekret aus, dessen Geruch an Juchtenleder oder an die Buschsblättrige Kreuzblume 10 (Polygaloides chamaebuxus) erinnert.


INTERESSANTE GEHEGE

Die Geräumigkeit und die natürliche Zusammensetzung des Geländes ermöglichen die Anpassung der Gehege an die Bedürfnisse der einzelnen Tierarten.

Zum Beispiel Braunbären (Ursus arctos), deren Gehege zu den größten in europäischen zoologischen Gärten gehört, nutzen eine Fläche mit gewachsenen Bäumen, und es steht ihnen auch eine eigene Wasserfläche zu Verfügung.

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Die Gehege der Bucharahirsche (Cervus elaphus bactrianus), ), der Rentiere (Rangifer tarandus)) oder der Elche (Alces alces) sind ein Beispiel der geräumigen Gehege, die Aussichten auf die Tiere von verschiedenen Stellen bieten. Der Besucher hat den Eindruck, als ob er die freie Natur betrachtete. Die Wasserflächen und das Wasser, das durch das Areal fließt, ermöglichen die Zucht einer Reihe von Tierarten, dessen Zucht von der Wasserverfügbarkeit abhängt. Ein Beispiel sind Krauskopfpelikane (Pelecanus crispus), Rosapelikane (Pelecanus onocrotalus), Kegelrobben (Halichoerus grypus) oder Wasserbüffel (Bubalus bubalis). Die Volieren mit der Möglichkeit des Durchgangs für Wasservögel sind nicht nur ein Ort für das Beobachten von vielen Vogelarten, sondern auch ein idealer Ort zum Ausruhen und Erholen der Besucher.

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EUROSAFARI

Auf dem Gebiet von 30 Hektar erstreckt sich ein Gehege, das Eurosafari genannt wird. Es ist in einige Teile gegliedert, und die Besucher kรถnnen hier die Tiere von den Wagen des Safari-Express beobachten. Eine ruhige Herde des Hausrindes (Bos taurus) wird von einer etwas temperamentvolleren Herde von Mufflons (Ovis musimon), von Przewalski-Pferden (Equus przewalskii) oder von Wisenten (Bison bonasus) abgewechselt. Hier kรถnnen Bauten betrachtet werden, die ein Beispiel altgermanischer und altslawischer Behausung darstellen.

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ALTES DORF (STARÁ VES) Ein Komplex der Bauten im Teil des Areals mit dem Namen Stará Ves ist ein Beispiel aus der Geschichte und Lebensweise der Ureinwohner der Dörfer im Erzgebirge. Die Bauten sind mit zeitnahen Gegenständen ausgestattet, die sich die Besucher anschauen können. Die Bedeutung und Funktion der ausgestellten Gegenstände erklärt der Begleiter, gegebenenfalls sind sie auch an den Ausstellungswänden erläutert. Im Areal befindet sich auch eine Ausstellung der Landwirtschaftsmaschinen. Eine Dominante von Stará Ves ist eine funktionierende Windmühle holländischer Art, die eine Kopie eines Baus ist, der sich in der deutschen Stadt Reichstädt befindet. Die Mühle wurde im Maßstab 1:2 gebaut, damit sie Führungen für eine größere Anzahl der Besucher ermöglicht. An den Hängen unter der Mühle befindet sich ein kleiner Weinberg. Ein Holzbau lädt zum Besuch der ständigen

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Ausstellungen der Bienenzucht, der Klöppelspitzen und der Spielwarenerzeugung ein. Ein Fachwerkbauernhof bietet einen komplexen Blick auf das ländliche Leben, das gewöhnliche Hausarbeiten, Landwirtschaft und Handwerke umfasst. Es können hier auch die schon fast vergessenen Lebensweisen, Volkstraditionen und Handwerke angesehen werden. Als Beispiel können das frisch gebackene Brot aus dem traditionellen Ofen, das Waschen der Wäsche in einem Waschtrog oder das Verarbeiten der landwirtschaftlichen Produktion dienen. Die Volkstraditionen und Handwerke werden während der Weihnachts- oder Osterfesttage vorgestellt.

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An Ferienterminen organisiert das Ökozentrum sog. „Vorortferiencamps“ für Kinder. Ferien in der schönen natürlichen Umgebung bei Tieren sind für Kinder sehr attraktiv und gleichzeitig auch lehrreich.

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ÖKOZENTRUM

Das Ökozentrum befasst sich mit der ökologischen Bildung, Erziehung, Aufklärung und Beratung im Bereich der Artenvielfalt. Zu unserer erstrangigen Aufgabe gehört es, das Interesse der Öffentlichkeit für diese Problematik erneut zu wecken, sowohl im Hinblick auf die Artenvielfalt, als auch im Hinblick auf die Erhaltung der Menschheit. Die Bildungsprogramme sind vor allem für die jüngere Generation bestimmt, die den Kindern auf unterhaltsame Weise die Ökologie-Problematik näher bringen.

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RETTUNGSSTATION FÜR BEHINDERTE TIERE

Der Zoologische Garten Chomutov im Erzgebirge ist ein Mitglied des Netzes der Stationen für behinderte Tiere. Diese Rettungsstationen kümmern sich um verletzte frei lebende Tiere. Diese werden nach der Behandlung und Ausheilung wieder in die freie Natur ausgesetzt. Im Falle, dass die Verletzung des Tieres ernsthaft ist und dessen Rückkehr in die freie Natur nicht ermöglicht, bleibt es dauerhaft bei der Station. Die Station nimmt nur Tiere auf, die zu der europäischen Fauna gehören, sie nimmt also keine exotischen Tiere auf. Die häufigsten Verletzungen entstehen bei einem Zusammenstoß mit einem Verkehrsmittel, bei einem Stoß gegen ein Hindernis oder durch eine Verbrennung an Strom.

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HAUSTIERE

Der Hof der Haustiere ist ein Ort, wo die meisten Arten der Hauszucht konzentriert sind. In den Zeiten unserer Vorfahren handelte sich um üblich gezüchtete Arten, sie sind aber oft für die heutige städtische Bevölkerung unbekannt. Der zoologische Garten bietet die Möglichkeit nicht nur für kleine, sondern auch für große Besucher, sie kennen zu lernen. JAKOBSCHAF Ovis aries aries

SCHAFE M 5

Die Rasse, die aus dem heutigen Gebiet Syriens stammt, ist vor allem wegen ihres charakteristischen Zeichens, der Mehrhornigkeit, interessant. Beide Geschlechter können bis zu sechs Hörner haben. Bei Böcken sind die Hörner viel größer und oft breit vom Kopf gesetzt. Ein typisches Zeichen für die Zucht ist auch eine weiße Stelle in der Mitte vom Kopf und auf den Wangen. UNGARISCHES ZACKELSCHAF Ovis aries aries

M 5

Diese Schaf gehört zu den primitivsten Vertretern des europäischen Zweigs der Schafe. Es lebt in Südosteuropa. Die Zucht ist in Ungarn sehr verbreitet. Für beide Geschlechter sind schraubenförmige Hörner typisch. Es handelt sich um ein nicht anspruchsvolles Schaf mit einem langen dichten Fell. Es verträgt ungünstiges Klima sehr gut. In unserem zoologischen Garten werden zwei Herden gehalten – die schwarze und die weiße Form. 22


HEIDESCHNUCKE Ovis aries aries

C 10

Ein nicht anspruchsvolles Schaf aus dem Gebiet der Sandheiden im Nordosten Deutschlands – daher sein Name. Die Verfärbung seines Fells ist grau oder weiß. Für die vorherrschende graue Abart sind Hörner typisch, bei der weißen Abart können beide Geschlechter ohne Hörner sein. Lämmer werden schwarz geboren, und die Verfärbung ändert sich nach dem ersten Abschneiden der Wolle. Diese Schafe verweiden gut auch weniger wertvolle Pflanzen, und deshalb werden sie gezielt auf Weiden auf geschützten Gebieten genutzt. M 5

WALLISER SCHWARZNASENSCHAF Ovis aries aries In der Tschechischen Republik wird dieses Schaf, das ursprünglich aus dem Schweizer Kanton Wallis kommt, sehr selten gezüchtet. Es ist dem anspruchsvollen Klima der Berge angepasst. Seine feine Wolle wird für die Produktion der Teppiche genutzt. Es kann auch die steilsten Abhänge abweiden, und es bleibt seinem Ort treu, deshalb müssen die Herden nicht bewacht werden. Auch im zoologischen Garten ist diese Tierart selbständig und kommt zuverlässig in K 7 seinen Hof zurück. OUESSANTSCHAF Ovis aries aries Die kleinste Zucht des Schafs auf der Welt kommt von der Insel Ouessant in der Bretagne in Frankreich. Die ursprüngliche und meist befragte Farbe war schwarz oder braun-schwarz. Menschen konnten aus der Wolle Kleidung produzieren, und sie musste nicht gefärbt werden. Mit der Einfuhr weiterer Zuchten der Schafe auf die Insel wurden größere Schafe und Schafe in weiteren verschiedenen Farbenabarten gezüchtet. Auf der Insel Ouessant ist die ursprüngliche Zucht praktisch verschwunden. 23


M 5

ZIEGEN WEIßE ZIEGE MIT KURZEM FELL Capra hircus Sie wurde als eine Milchzucht gezüchtet. Es wird die Form mit oder ohne Hörner gezüchtet. Ein erwachsener Ziegenbock kann bis zu 90 kg wiegen.

M 5

WALLISER ZIEGE Capra hircus Die traditionelle Zucht kommt aus dem Schweizer Kanton Wallis. In den siebziger Jahren, als in der Schweiz nur rund 400 Stück gezüchtet wurden, drohte dieser Zucht das Aussterben. Die Verfärbung des Fells, das am vorderen Teil des Körpers schwarz und am hinteren Teil schwarz ist, ist für sie typisch. Die Männchen haben starke gabelförmige Hörner, die bis zu 80 cm lang sind. Auf dem Gebiet der Tschechischen Republik wird sie relativ selten gezüchtet.

M 5

KARPATENZIEGE Capra hircus Die ursprüngliche Heimat dieser primitiven Zucht ist das Gebiet des Balkans. Ihr Fell ist grau-weiß verfärbt. Diese Zucht gehört zur genetischen Reserve.

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PFERDE

Die Pferdezucht hat im zoologischen Garten eine langjährige Tradition. Die Pferde befinden sich im Hof der Haustiere und sind eingestallt. Sie werden als Helfer bei gesellschaftlichen Aktionen und bei Wettbewerben genutzt. SHIRE PFERD Equus caballus

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Ein Nachkomme vom Great Horse, einem englischen Pferd, das Ritter als ein Kriegspferd benutzten. Im Jahre 1878 wurde ein Stammbuch gegründet. Im Jahre 1884 gewann er seinen Namen „shire“, der von der Bezeichnung der Grafschaft abgeleitet wurde. Es gibt mehrere Verfärbungen. Die Durchschnittswiderristhöhe ist 178 cm. Sein Temperament ist ruhig und ausgewogen, in angespannten Momenten kann es sehr dickköpfig sein. TARPAN Equus caballus

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Es ist ein der Vorfahren des Hauspferdes. Ursprünglich bewohnte es Steppen und Wälder Osteuropas. Es wurde wegen der Jagd und des Ausschlagens ausgerottet. Der letzte frei lebende Tarpan starb im Jahre 1879 in der Ukraine. Durch Rückzüchtung gelang es, ähnliche Tiere zu gewinnen, die viele gemeinsammen Merkmale mit den ursprünglichen Tarpans haben.

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DAS NORWEGISCHE FJORDPFERD Equus caballus

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In Norwegen, wo das norwegische Fjordpferd herkommt, ist es ein der Nationalsymbol. Es handelt sich um eine der ältesten Züchtungen Europas. Ein dunkler Streifen in der Mitte der Mähne, d.h. die inneren Mähnenhaare und einige dunklen Rosshaare in der Mitte des Schweifs, sind typische Merkmale dieses Pferdes. Der kräftige Körperbau bestimmt es eher für das Schleppen, es wird aber oft zum Satteln genutzt. M 3

TSCHECHISCHER WARMBLÜTER Equus caballus Es entstand durch die allmähliche Züchtung verschiedener Rassen. Momentan entwickelt sich diese Rasse auch und sie wird immer weiter veredelt. Es handelt sich um Pferde von guter Qualität mit einem breiten Spektrum der Nutzung beim Sport, für leichtere Arbeiten in der Land- oder Forstwirtschaft. ENGLISCHES VOLLBLUTPFERD Equus caballus

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Es wurde in England im 18-ten Jahrhundert durch das Kreuzen von spanischen und italienischen Pferden mit schnellen englischen Pferden gezüchtet. Dank dieser Pferde wurde das Pferderennen populär. Das Stammbuch dieser Zucht ist geschlossen, d.h. in dieses Buch darf nur ein Tier eingetragen werden, dessen beide Eltern in diesem Buch eingetragen sind.

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PFERDESTALL M 3

Das Areal des Pferdestalls umfasst die Ställe, die Reitbahn draußen, eine überdachte Reithalle und geräumige Gehege. Außer den Pferden, die zu der Zucht des Zoos gehören, sind hier auch Pferde privater Eigentümer eingestallt. Im Areal ist auch ein Reitklub tätig.

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KLEINE HAUSTIERE

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KANINCHEN Oryctolagus cuniculus f. domesticus Schon die alten Römer züchteten die wilde Form des Kaninchens in den sog. Leporarien für das Fleisch, das sie für eine Delikatesse hielten. Mit der Entwicklung der Zucht wurden verschiedene Formen gezüchtet. Im Zusammenhang mit der Zucht entstanden auch einige Produktionsbereiche, die sich auf die Produktion vom Pelz und Fleisch, die Zucht der Ausstellungstiere oder gegebenenfalls auf die kropfige Form der Haustiere konzentrierte. HAUSTAUBE Columba livia domestica Das Taubenhaus auf dem Hof der Haustiere bewohnen einige Taubenrassen. Unter denen ist zum Beispiel die sog. „Prager Tummel“, die zu tschechischen Taubenrassen gehört.

HAUSGEFLÜGEL Im Zoo wird das scharrende und auch Wasserhausgeflügel gezüchtet. Es handelt sich um Hühner, Perlhühner, Enten und Gänse.

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Aus der zoologischen Sicht ist die Welt in Gebiete geteilt, wobei jedes dieser Gebiete eine charakteristische Tierartenzusammensetzung hat, die typisch f체r denjenigen Teil der Erde ist. Das palearktische Gebiet, von dem die im Park gez체chteten Tierarten herkommen, nimmt 39 % des Festlandgebiets ein. Es handelt sich um eine Fl채che von 52 000 000 km2.

GEOGRAFISCHE KARTE DES ZOOS, ODER WO BEFINDET SICH DIE PALEARKTIS

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MITGLIEDSCHAFT IN ORGANISATIONEN Unter der Abkürzung UCSZOO verbirgt sich die regionale Assoziierung der zoologischen Gärten der Tschechischen Republik und der Slowakei, und deren vollständige Version lautet „Union der tschechischen und slowakischen zoologischen Gärten“. Assoziierung umfasst 19 zoologische Gärten, die miteinander zusammenarbeiten und sich einander helfen. EAZA ist die Abkürzung für European Association of Zoos and Aquaria. Es handelt sich um eine gesamteuropäische Assoziierung, die ca. 300 europäische zoologische Gärten vereinigt, deren Hauptziel die Vereinigung und die Koordinierung der Mitgliedszoos bei der Erfüllung deren Mission ist. Dies betrifft die Zucht von bedrohten Gattungen, die Unterstützung der Hilfsaktivitäten, die Einhaltung der ethischen Prinzipien der Zucht der Tiere, die Beachtung der Standards bei dem Transport und bei den veterinärärztlichen Eingriffen. EARAZA – die Euroasiatische regionale Assoziierung der zoologischen Gärten und der Aquarien ist eine Gemeinschaft, die ca. 60 zoologische Gärten aus europäischen und asiatischen umfasst. WAZA – World Association of Zoos and Aquariums – stellt eine weltweite Assoziierung dar, die auf die ausstrebenden Gattungen des Planeten und auf eine aktive Tätigkeit an Schutzprojekten gerichtet ist, die die Betonung auf die Bildung und die Aufklärung der Fach- und der Laienöffentlichkeit setzen.

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Die Schutzprojekte, die auf die Gattungen der Tiere und deren Population in den ursprünglichen Verbreitungsgebieten setzt, werden „in situ“ genannt. Die Projekte, die auf den Schutz der Tiere im Rahmen von zoologischen Gärten gerichtet ist, sind sog. „ex situ“.


WAS BEDEUTEN DIE ABKÜRZUNGEN ESB UND EEP?

ESB Dies ist die Abkürzung des Europäischen Stammbuchs (European Studbooks). Mit der Führung der Stammbücher sind fachmännische Mitarbeiter der einzelnen zoologischen Gärten beauftragt. In den Büchern ist eine Zusammenstellung der ganzen Population einer Tierart in Europa angeführt. Von den umfangreichen Daten kann man über die Herkunft, über die Verwandschaft und über die genetische Qualität einzelner Tiere oder Zuchten erfahren. In die Stammbücher sind folgende im zoologischen Garten Chomutov gezüchtete Tierarten eingegliedert: der Buchara-Hirsch, der Riesenseeadler, der Karpatenluchs, der Gänsegeier, der Mishmi-Takin, die Kegelrobbe. Die Stammbücher sind bilden das Fundament des EEPs. EEP Unter dieser Abkürzung verbirgt sich ein gemeinsames Europäisches Projekt der zoologischen Gärten für die Rettung der gefährdeten Arten der Weltfauna. Das Projekt als solches entstand aus der Initiative der deutschen zoologischen Gärten, und die Abkürzung EEP kommt von dem deutschen „Europäischen Erhaltungsprogramm“. Die Hauptabsicht dieses Projektes ist die Bewahrung von ausgewählten bedrohten Tierarten im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen einzelnen zoologischen Gärten. An der Spitze der Kommission von Spezialisten, die die Zucht jeder Tierart leiten, wirkt ein Koordinator der Zucht. Der Koordinator ist in der Regel ein Arbeitnehmer des zoologischen Gartens, der in der Zucht und in der Vermehrung der ausgewählten Tierart zu einem der erfolgreichsten gehört. Die Aufgabe des Koordinators der Zucht ist die Sammlung von Informationen über alle gezüchteten Einzeltiere. Die Herkunft, die genetischen Aspekte, die Voraussetzungen der Zucht oder das Maß der gegenseitigen Verwandtschaft sind bestimmende Faktoren über die Platzierung der einzelnen Tiere, deren Umgruppierung, Deponierung etc. Alle Austausche von Tieren unter den zoologischen Gärten sind im Rahmen des Programms EEP ohne finanzielle Ansprüche. Gegenwärtig betrifft die Koordinierung der Aufzucht mehr als 145 Tierarten. Hierzu gehört der Waldrapp, der Weißnackenkranich, der weiße Kranich, der Mandschurenkranich, das Przewalskipferd, der Manul, der europäische Nerz, der Seeadler, der Bartgeier, der Krauskopfpelikan, der (grönländische) Moschusochse, der (sibirische) Vielfraß, der kleine (rote) 31 Panda und der Wisent (oder Europäischer Bison).


ZOORIENTIEREN SIE SICH Damit Sie sich besser orientieren können, sind bei den Fotografien der Tiere Zeichen (Icons) mit den Koordinaten, nach denen Sie auf dem kleinen Plan am Ende des Führers die Platzierung der Ausstellung der aufgeführten Tierarten finden können. Zum Beispiel finden Sie bei der Koordinate stellung der kleinen Raubtiere.

C8

die Aus-

Die Abkürzungen EEP und ESB sind auf der Seite 31 erklärt.

EEP

ESB

Dieses Zeichen (Icon) ist bei den Tierarten, die im Bereich außerhalb der Besuchertrasse gehalten werden. Der Grund sind die optimalen Voraussetzungen der Zucht und der Abkömmlinge, denen besonders bei den seltenen Tierarten eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Informationen über die einzelnen Tierarten auf den Besuchertrassen ergänzen die Beschreibungstafeln im Gebiet des zoologischen Gartens. Bei ausgewählten Tierarten finden sich auch Banner mit erweiterten Informationen. Wenn Ihrer Sehstärke besser eine größere Auflösung der Karte entspricht, finden Sie diese in der Nähe von beiden Kassen.

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SÄUGETIERE Mammalia

Im Erzgebirgischen zoologischen Garten Chomutov werden mehr als 70 Säugetierarten gehalten. Eine Auswahl von diesen Tierarten stellen wir auf den nachfolgenden Seiten vor, auch wenn unsere Aufmerksamkeit zweifellos allen gebührt.

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RAUBTIERE Carnivora

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BUNTMARDER Martes flavigula Der Buntmarder, dieses kleine Raubtier, mit einer vorwiegend Tagesaktivität ist eine der seltensten Raubtierarten, die in den zoologischen Garten gehalten werden. Ihre Lebendigkeit und Verspieltheit zeigen diese Tiere mit häufigen Wettrennen in den Zweigen Bäume. Die Wettrennen können auch ein Vorzeichen des Werbens, d.h. der Paarung, sein. EUROPÄISCHER DACHS Meles meles

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Auf dem Gebiet der Tschechischen Republik handelt es sich bei dem europäischen Dachs das größte von den kleinen Raubtieren. Die Höhlen, die sie sich graben, haben viele Gänge und können bis zu 5 m tief sein. Er ist überwiegend in der Nacht aktiv, wenn er sich auf die Nahrungssuche begibt. WILDKATZE Felis silvestris

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Die nordafrikanische Rasse der Wildkatze ist wird als ein direkter Vorfahr der Hauskatze betrachtet. Auf dem Gebiet Mitteleuropas wurde die Wildkatze fast ausgerottet. Ein Zustand der Gefährdung entstand durch eine übermäßige Jagd und auch durch die Kreuzung mit Hauskatzen. Fast alle Raubtiere sind fleischfressend. Während sich die katzenartigen Raubtiere ausschließlich von Fleisch ernähern, sind zum Beispiel die Bären oder die Kleinbären überwiegend Allesfresser. Eine absolute Ausnahme ist der Große Panda, der ein Pflanzenfresser ist. 34


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FEUERWIESEL Mustela sibirica In der freien Natur ist der Feuerwiesel oder auch das Sibirische Wiesel bzw. der Sibirische Nerz ein nützliches Tier. Es ernährt sich überwiegend von Nagetieren, und nützlich ist euch seine „Reinigung“ der Reste der Beute, die von anderen Raubtieren gefangen wurde, zum Beispiel von Wölfen. Es kann den Züchtern vom Geflügel oder von Tauben große Schäden verursachen, genauso wie der Marder. STEINMARDER Martes foina

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Die Marder sind mit ihrer Jagdart imstande, der Natur bei der Liquidierung des Überschusses von Nagetieren zu helfen. Dagegen können sie den Züchtern von Geflügel erhebliche Schäden verur- sachen; diese können für die Zucht fatale Folgen haben.

Für die Marder sind „Verfolgungen“ bei der Brautwerbung typisch. Sie laufen unermüdlich vom Boden in die Baumwipfel. 35


MANUL – STEPPENKATZE Otocolobus manul Es handelt sich D 6 EEP um eine weniger bekannte Art eines katzenartigen Raubtiers. Sie bewohnen asiatische Steppen, Wüsten und Berggebiete bis zu einer Höhe von 4800 m über dem Meeresspiegel. Der relativ stämmige Körper des Manuls ist mit einem langen Fell bewachsen, das als eine sehr gute Wärmeisolierung bei der Erholung auf einer felsigen Oberfläche oder direkt auf dem Eis dient. Das Gebiet, in dem Manul (Otocolobus manul) auftritt, ist relativ weiträumig, von den südlichen Gebieten um das Kaspische Meer über Pakistan, Kaschmir, Nepal, Tibet, westliches China bis in die Mongolei und den südlichen Rand Sibiriens. Auf diesem weiträumigen Gebiet gibt es drei Unterarten: Mongolischer Manul (O. m. manul), Mittelasiatischer Manul (O. m. ferrugineus) und Himalaja-Manul (O. m. nigripectus). Manule sind sehr scheu, am Tag verstecken sie sich in Löchern unter Steinen, in Höhlen oder in Erdlöchern von anderen Tieren. Sie sind vor allem in der Nacht aktiv, wenn sie kleine Säugetiere oder Vögel fangen. Die Jungtiere werden in der Zeit von April bis Mai in der Anzahl von 2 bis 6 geboren. Die größte Population von Manulen gibt es in der zentralen Mongolei. Nachdem am Anfang des 20. Jahrhunderts jährlich wegen des Fells mehr als 50000 Tiere erjagt wurden, kam es nach und nach zur Gefährdung dieser Tierart. Im Jahre 1988 wurde die Manulenjagd ganz verboten. In den zoologischen Gärten handelt es sich um eine seltene Tierart, und die Aufzuchten von Jungtieren bedeuten einen signifikanten Erfolg. Der Untererzgebirgische zoologische Garten züchtet Manule seit dem Jahre 2002, in dem das erste Paar eintraf. Das Weibchen stammte aus dem Zoo in Wien und das Männchen aus dem Zoo in Moskau. Im Jahre 2009 gelang es, das erste Jungtier zu züchten.

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DER BRAUNBÄR Ursus arctos

K 8

Das scheinbar ungeschickte Geschöpf kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 22 km/h laufen. Unter den europäischen Raubtieren gehört es zu den größten. An Stellen seines Auftretens hinterlässt er Kot, und die Grenzen seines Territoriums bilden heruntergekratzte Rinden- und Baststreifen an den Bäumen bis in eine Höhe von 2,5 m. K 7

(NORDAMERIKANISCHER) WASCHBÄR Procyon lotor Der (nordamerikanische) Waschbär stammt ursprünglich aus Nordamerika. Dank seiner Anpassungsfähigkeit hat er sich zahlreich in Gebieten von Europa und Asien verbreitet, wohin ihn anfangs der Mensch hingebracht hat. Sein Name stammt von dem Waschen von Nahrung vor dem eigentlichen Fressen. C 8

EUROPÄISCHER NERZ Mustela lutreola Aus dem ursprünglichen Biotop wurde der europäische Nerz von dem amerikanischen Nerz herausgedrängt. Das auffällige Merkmal, wodurch er sich von dem amerikanischen Nerz unterzeichnet, ist die weiß gefärbte Oberlippe. Der nächste Verwandte des europäischen Nerzes ist der europäische Iltis oder Waldiltis, wobei der amerikanische Nerz ein Verwandter des Baummarder oder Edelmarder ist.

(SIBIRISCHER) VIELFRASS Gulo gulo

H 9

EEP

Es handelt sich bei dem (sibirischen) Vielfraß um das größte Marderraubtier von Europa. Unter den europäischen Raubtieren gehört er zu den am meisten bedrohten. Während er in der Sommerzeit von Aas, nistenden Vögeln und Waldfrüchten ernährt, wird im Winter aus ihm ein begabter Jäger. Er überwältigt auch den Menschen und eine viel größere Tierart, als er es selbst ist. Am besten können im zoologischen Garten (Sibirische) Vielfraße eben in den Win37 termonaten beobachtet werden.


ROTER (KLEINER) PANDA Ailurus fulgens Zu den Verwandten des roten (kleinen) Pandas gehören Marder, Kleinbären und Stinktiere, inklusive des Nordamerikanischen Waschbären. Aus der zoologischen Sicht ist er aber der einzige Vertreter der Familie Ailuridae. Er bewohnt Landschaften mit Bambusbewuchs in höheren Meereshöhen. Bambus bildet einen unverzichtbaren, aber nicht den einzigen Bestandteil seiner Nahrung. Er schützt sein Territorium und markiert es mit dem Kot, der mittels seines reichlich beschichteten Schwanzes verstreut wird. Er kann sehr gut klettern und verbringt die meiste Zeit in Baumkronen. Rote Pandas sind Einzelgänger, sie suchen ihren Partner nur in der Zeit der Paarung. Die Tragzeit der Weibchen dauert 110 – 150 Tage. Diese Zeitspanne wird von der Fähigkeit ermöglicht, die Entbindung zu verschieben und auf den besten Zeitpunkt zu warten, d.h. sie wird von der versteckten (latenten) Trächtigkeit ermöglicht. D 8

38

EEP


39


KARPATENLUCHS Lynx lynx carpaticus

D 6

ESB

Der Karpatenluchs gehört zu den größten Katzenraubtieren Europas. Seine Spuren sind den Spuren der Hauskatzen ähnlich, sie sind aber dreimal so groß. Je nach der Möglichkeit, die Nahrung zu finden, umfasst sein Territorium die Fläche von bis zu 50 km². J 6

ESB

KEGELROBBE Halichoerus grypus Robben werden im zoologischen Garten seit dem Jahre 1992 gezüchtet. Es wurden schon zwölf Jungtiere hier geboren, im Jahre 2006 sogar Robbenzwillinge. Trotz der steigenden Tendenz bei der Population von Robben in der freien Natur ist deren Bedrohung durch Industrie und Fischfang immer aktuell. KLEINFLECK -GINSTERKATZE Genetta genetta

E 11

Im Altertum wurde die Kleinfleck-Ginsterkatze von Ägyptern und Römern als Haustier und als Schädlingsfänger gezüchtet. Wegen ihres stinkenden Sekrets wurde sie später durch die Hauskatze ersetzt. Die Ginsterkatzenzucht ging auf Farmen über, weil ein Extrakt aus ihrem Sekret, das sog. „Vivereum“ oder auch „das Zibetöl“, bei der Parfüm- und Medikamentenproduktion benutzt wird.

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41


F 10

EUROPÄISCHER GRAUWOLF Canis lupus lupus Der europäische Grauwolf ist eine der Unterarten des Wolfs. Es gibt verschiedene Verfärbungen, von grauweiß bis schwarz. Die fortschreitende Domestizierung des Hundeartigen führte zur Abspaltung der Unterart Canis lupus familiaris – des Haushunds. Die Wölfe bilden sog. Rudel. Es handelt sich um eine Gruppe von Einzeltieren, die durch bestimmte soziale Beziehungen verbunden sind. Der Kern eines Rudels wird immer von einem Alfa-Paar gebildet. Die anderen Mitglieder sind meistens Jungtiere aus dem ersten oder zweiten Wurf. In dem Rudel herrscht eine strenge Hierarchie. Die Größe des Rudels wird von einer Reihe der Faktoren beeinflusst. Zu diesen gehört die Zugänglichkeit der Beute auf dem Territorium, d.h. das Gebiet, das die Wölfe bewohnen. Die gewöhnliche Anzahl der Tiere in einem Rudel variiert gewöhnlich um ca. acht Tiere. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Edelwild. In der Not frisst der europäische Grauwolf alles, sogar Aas, Beeren oder Abfall. Zu bemerkenswerten Kommunikationsmitteln gehört zweifellos das Bellen der Wölfe, das bis 12 verschiedene harmonische Töne beinhalten kann. Der gezielte Wechsel der Töne beim gemeinsamen Bellen soll den Eindruck vermitteln, dass mehr Einzeltiere als in der Wirklichkeit bellen. Wie sich das Bellen der Wölfe anhört, können sich die Besucher des zoologischen Gartens fast jeden Tag anhören.

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HUFTIERE Ungulata

Huftiere gehören zu dominanten Pflanzenfressern unseres Planeten. Eine gemeinsame Fähigkeit des schnellen Laufs ist durch den Bau der Glieder bestimmt, die zu einer dynamischen Bewegung nach vorne und nach hinten angepasst sind. Die kleinere Anzahl der Zehen bedeutet weniger Sehnen und Muskeln und deshalb auch kleinere Energieausgaben und eine größere Ausdauer. Die Aufteilung der Huftiere wird von der Anzahl der Zehen auf den Gliedern abgeleitet. Es handelt sich um die Gruppe der Paarzeher und die Gruppe der Unpaarzeher. PAARZEHER Artiodactyla Eine gerade Anzahl der Zehen ist für die Paarzeher ein gemeinsames Merkmal. Am meisten sind der dritte und der vierte Zeh entwickelt, die restlichen sind mehr oder weniger reduziert und der große Zeh fehlt ganz.

UNPAARZEHER Perissodactyla Die Achse des Glieds eines Unpaarzehers geht durch den dritten Zeh, der oft am größten ist. Die letzten Zehenglieder sind von hornartigen Hufen geschützt.

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44

44


UNPAARZEHER Perissodactyla

KIANG (TIBET-WILDESEL) Equus kiang holdereri

V 4

Der Bewohner der Plateaus von Tibet ist der größte Vertreter der asiatischen Wildesel. Kiangs leben in kleinen Herden. Die Weibchen vereinigen sich unter der Führung einer alten Stute, die Männchen leben als Einzeltiere oder bilden Männchenherden. Die Herden verbinden sich in der Zeit der Paarung. HAUSPFERD Equus caballus Cf. Seiten 25 - 26 PRZEWALSKIPFERD Equus przewalskii

EEP

V 4

In Zentralasien war das Przewalskipferd am Ende der 60er Jahre ausgerottet. Es wurde ab dem Jahre 1988 in die Reservate der Mongolei und von China zurück ausgesetzt. Es lebt in Herden von Stuten mit Ponys, die jeweils ein dominanter Hengst führt.

I 8

HAUSESEL Equus asinus Der Hausesel wird vor allem als Helfer beim Ziehen und Tragen von Lasten verwandt, aber auch für ein Gespann und für die Fahrt. Außerdem liefert er auch sehr nahrhafte Milch und sehr nahrhaftes Fleisch.

45


PAARHUFER

Artiodactyla

WASSERBÜFFEL Bubalus bubalis

O 8

Die domestizierte Form des Büffels wird vor allem für die Hilfe beim Ziehen und dem Tragen von Lasten verwandt. Der Büffel ist ein anspruchsloses Tier, und das einzige, ohne das es tatsächlich kaum auskommt, ist Wasser und die Möglichkeit einer Dusche. V 2

HAUSYAK Bos grunniens

Insbesondere in den gebirgigen Gebieten von Asien wird das Hausyak zum Ziehen und Tragen von Lasten verwandt. Sie liefern auch schmackhaftes Fleisch und nahrhafte Milch von hoher Qualität. Ihr Fell wird für die Herstellung von festen Textilien verwandt. In Gebieten, wo es nicht genug Holz gibt, dient ihr Kot als Brennstoff. Das Füttern der Büffel ist ein Bestandteil der Erlebnistage und der Lehrprogramme, die der zoologische Garten anbietet. Nicht nur Kinder genießen das nicht traditionelle Erlebnis, sondern auch Erwachsene.

46


ROTHIRSCH Cervus elaphus

W 4

Ursprünglich handelte es sich um eine Steppenart, die später von dem Menschen in die Wälder getrieben wurde. Auf dem Gebiet der Tschechischen Republik bewohnt der Rothirsch Wälder, aus denen er auf die Felder und die Wiesen herausgeht. Die erwachsenen Hirsche leben einzeln, die Hirschkühe mit den Rehkitzen bilden Herden von bis zu 40 Tieren. Ungefähr Mitte September kommen die Hirsche in die Brunft, und sie beleben die Wälder mit ihrem lauten Trompeten. Die stimmlichen Unterschiede und der Ausdruck des Trompetens sind verschieden in Abhängigkeit davon, was die Hirsche ausdrücken. Unterschiedlich ist z.B. das Trompeten eines Hirsches, der eine Hirschkuh sucht, von dem eines Hirsches, der einem Gegner droht. BUCHARAHIRSCH oder BAKTRISCHER ROTHIRSCH Cervus elaphus bactrianus

E 6

ESB

Der Bucharahirsch ist eine selten gehaltene und sehr bedrohte Hirschart. In der Tschechischen Republik können Sie diese Art nur in dem zoologischen Garten beobachten, der auch mit der Leitung und der Ausarbeitung der Daten für die ESB betraut ist. Bucharahirsche werden hier seit dem Jahr 2003 gehalten. Eine alarmierende kleine Anzahl von Einzeltieren wurde im Jahr 1999 in der freien Natur angezeigt. Ein Schutzprojekt, das nachfolgend entstanden ist, half, dass die Anzahl der Tiere in der freien Natur wieder anstieg. Der Stand der Anzahl der Tiere ist jedoch weiterhin sehr gering. DAVIDSHIRSCH oder MILU Elaphurus davidianus

C 11

Die übermäßige Jagd in seiner ursprünglichen Heimat, im Nordosten und dem Norden von China, war einer der Gründe der Ausrottung des Davidshirschs oder Milus in der freien Natur. Die Gattung hat dadurch überlebt, dass sie hinter den Zäunen des Kaiserlichen Jagdparks in Nai-Hau-Tsue bei Peking gehalten wurde, wovon es als Geschenk des chinesischen Kaisers nach Frankreich gebracht worden ist. Dies geschah genau davor, dass Überschwemmungen in China die Wände des Kaiserlichen Parks zerstört hatten und die Mehrheit der Hirsche dadurch 47 umgekommen war.


GEMEINSAME MERKMALE DER TIERE AUS DER HIRSCHFAMILIE Die Tiere aus der Hirschfamilie gehören zu den Wiederkäuern. Eingenommene Nahrung kauen sie mit den unteren Schneidezähnen zu der Hornleiste im Oberkiefer, wo sie keine Schneidezähne haben. Durch nachfolgende Bewegungen des Kopfes zur Seite und nach oben kommt es zum Abtrennen der Nahrung um die Kante des Oberkiefers, was mit dem Abtrennen von Papier um die Kante einer Unterlage verglichen werden kann. Aus dem Grunde der Bedrohung auf der Weide, vor allem seitens von Raubtieren, schlucken sie schnell die angekaute Nahrung, und diese wandert nachfolgend in den Vormagen. In der Sicherheit eines Verstecks würgen sie die Nahrung zurück in Mundhöhle, wo sei es erneut in kleinere Teile kauen, die in den eigentlichen Magen kommen, der „Malve“ heißt. Mit der Hilfe von Mikroorganismen in den Vormägen wiederkäuen sie auch wieder die ansonsten nicht verdaubare Zellulose. Die Zeit, die sie mit dem Wiederkäuen in einem Versteck verbringen, stellt ca. 80% der gesamten Zeit des Weidens dar.

Die Verdauungsmittel der Wiederkäuer

Pansen

Speiseröhre

Blättermagen Netzmagen Darm Malve GEWEIH Die einzelnen Hirscharten haben spezifische Geweihe. Diese dienen für die visuelle Vorführung ihrer Kraft und gleichzeitig als Waffe im Kampf mit den Rivalen in der Brunftzeit. Jedes Jahr wachsen den Hirscharten die Geweihe neu. Nach der Brunftzeit werden sie abgestoßen. Hirschgeweih

Stützgeweih

Siegel

Augenbrauen Furchen

Rose 48

Krone

kleiner Wolf

Perle Stängel

Puck


HAUSZIEGE Capra hircus

cf. Seite 24

ALPENSTEINBOCK oder GEMEINER STEINBOCK Capra ibex C 7

Die Steinböcke bewohnen das schwer zugängliche Terrain der Berggebiete in großen Höhenlagen. Sie verbringen die meisten Tage auf Felshängen, auf denen sie sich geschickt bewegen und wo sie ein sicheres Versteck vor den Raubtieren finden.

P 8

ELCH Alces alces Elche lebten auf dem Gebiet der Tschechischen Republik noch im 14. Jahrhundert, von wo sie dann schnell verschwanden. Das Gebiet ihrer Ausbreitung hat sich nach Nordosten verlagert. Der Elch ist ein hohes Tier, ein Männchen kann bis zu einer Höhe von 210 cm wachsen. (EUROPÄISCHER) MUFFLON Ovis aries musimon

U 6

Mufflons sind gesellige Tiere, die vorwiegend in gemischten Herden leben. Regelmäßige Kämpfe zwischen den Widdern beginnen schon ab dem jungen Alter der einzelnen Tiere, die sich so eine gesellschaftliche Stellung in der Herde schaffen.

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50


HAUSSCHAF Ovis aries aries

cf. Seiten 22 - 23

STEPPENSCHAF oder URIAL Ovis vignei

C 6

In unserem zoologischen Garten werden Steppenschafe seit dem Jahr 2002 gehalten. Sie gehören zu den selten gehalten Arten der Schafe. Außer in unserem zoologischen Garten wird die Art nur in drei anderen zoologischen Gärten gehalten. MOSCHUSOCHSE Ovibos moschatus wardi

E 7

EEP

Die mächtigen Tiere, die bis zu 300 kg wiegen, bewohnen die nördliche Tundra und sind hervorragend auf die ungastliche Umgebung eingestellt. Ihr Fell ist mehrfach wärmender als Schafswolle. Wegen des warmen Fells wurden die Moschusochsen massenhaft getötet. Vor einer Ausrottung rettete sie ein Jagdverbot, das aus dem Jahr 1917 stammt. P 7

POLARRENTIER Rangifer tarandus Die Rentiere sind den Großteil des Tages aktiv und verbringen ihn mit Laufen. Während eines Tages sind sie imstande, bis zu ca. 60 km zu laufen. Interessant an dieser Tierart ist das Vorhandensein von Geweihen bei Tieren beides Geschlechts, die die Funktion eines Geräts für das Ausgraben von Nahrung aus dem Schnee haben. U 6

REH Capreolus capreolus Die Rehhirsche haben auf den Köpfen Geweihe von bis zu 25 cm Länge, die sie im Laufe des Novembers und des Dezembers abwerfen. In der Tschechischen Republik gehören sie zu den zahlreichsten Paarhufern. 51


52


(CHINESISCHER) TAKIN Budorcas taxicolor bedfordi

D 9

ESB

Dieses seltene Tier war in der freien Natur wegen einer übermäßigen Jagd auf das höchst geschätzte Fleisch fast ausgerottet. Zu den interessantesten Merkmalen der Takine gehört deren Haut, die ölartige Stoffe produziert, die die Tiere effektiv gegen Regen und Nebel schützt. Die mächtigen und kräftigen Hörner eines Takins, die auch golden genannt werden, können eine Länge von bis zu 60 cm erreichen. (INDISCHER) TAKIN Budorcas taxicolor taxicolor

ESB

D 10

Obwohl die Takine einen schwerfälligen Eindruck machen, handelt es sich um sehr wendige Tiere. Der nächste Verwandte des Takins ist der Moschusochse. HAUSRIND – AUEROCHSE Bos taurus

W 2

Das Auftreten des letzten Auerochsen auf diesem Planeten wurde im Jahre 1627 im Reservat des polnischen Jaktorów verzeichnet. Über die Rückzüchtung hat sich am Anfang des 20. Jahrhunderts der deutsche Zoologe Heck verdient gemacht. Das Ergebnis seines Experiments ist der zurückgezüchtete Auerochse, das sog. Heckrind. Entgegen dem ursprünglichen Auerochsen ist es kleiner und hat kleinere Hörner. HAUSRIND – SCHOTTISCHES BERGRIND Bos taurus S 7

Archäologische Funde haben die Existenz des Hausrindes schon im 6. Jahrhundert nachgewiesen. Seine Widerstandsfähigkeit und Anspruchslosigkeit ermöglicht das ganzjährige Halten in ländlichen Bedingungen.

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HAUSRIND – UNGARISCHES STEPPENRIND Bos taurus

O 4

Der Ahn dieser Gattung war der Auerochse. Antike Abbildungen und Plastiken bezeugen die Verbreitung dessen domestizierter Form rund um das Mittelmeer und bis ins alte Griechenland. Nach und nach hat es sich auch bis zum Karpatenbecken ausgebreitet. Obwohl sie gefährlich aussehen, sind sie üblicherweise nicht aggressiv. Aber Vorsicht ist immer angebracht. TRAMPELTIER (oder ZWEIHÖCKRIGES oder BAKTRISCHES KAMEL) Camelus bactrianus N 7 Das Trampeltier ist hervorragend angepasst an die ungastliche Umgebung der Hochsteppen und der Halbwüsten. Z.B. schützen dicke und lange Wimpern seine Augen vor dem tierischen Sand. Seine Nüstern sind aufgespalten und sind nicht nur wegen des Sands schließbar, aber ihr Schließen dient auch dazu, einen größeren Schund von Wasserdampf aus dem Körper zu verhindern. Elastische Schwielen bedecken die Fingerglieder, die ein Bewegen auf Sandgrund ermöglich. G 7

W 4

EEP

WISENT (oder EUROPÄISCHER BISON) Bison bonasus Ungefähr bis Mitte des 18. Jahrhunderts war der Wisent eine ganz gewöhnlich vorkommende Tierart auf dem Gebiet der Tschechischen Republik. Die Wisente waren aber seit dem Mittelalter eine beliebte Tierart für die Jagd, und so ging deren Anzahl immer weiter zurück. Aus der freien Natur verschwand dieses Tier ganz. Im Jahre 1923 wurde die Internationale Gesellschaft für den Schutz der Wisente gegründet, die zu dieser Zeit nur in Gefangenschaft auftraten. Es wurde ein Herdenbuch angelegt, und nachfolgend begann sich die Anzahl der Wisente zu erhöhen. Dank dieser Bemühungen gehört der Wisent nicht zu den vom Ausstreben bedrohten Tierarten. Im Untererzgebirgischen zoologischen Garten werden Wisente schon seit dem Jahre 1975 gehalten, und im Rahmen des Anschlusses an ein nicht introduktives Programm hat der Zoologische Garten auch einen Anteil an dessen Schutz. 55


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PRIMATEN Primates BERBERAFFE (MAGOT) Macaca sylvanus

B 7

Der Berberaffe ist der einzige Vertreter der Affen, dessen Auftretensgebiet bis auf den europäischen Kontinent reicht. Der Magot ist ein soziales Tier, das in Herden lebt, in denen eine strenge Hierarchie herrscht. Auf dem Gebiet Gibraltar handelt es sich um eine geschützte Tierart, was auch einen politischen Hintergrund hat. Er betrifft den Streit um das zwischen Großbritannien und Spanien strittige Gebiet. Eine Legende erzählt, dass so lange, wie auf dem Gebiet die Berberaffen leben werden, Gibraltar den Briten gehören wird. In unserem Zoo teilen sich die Berberaffen ein gemeinsames Gehege mit den Steppenschafen – den Argalis (siehe S. 51), zwischen diesen Tierarten gibt es überhaupt keine Konflikte.

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FLEDERTIERE Chiroptera

E 11

NILFLUGHUND Rousettus aegyptianus Die Nilflughunde leben in Kolonien, die tausende von Einzeltieren zählen. Interessant ist ihre Orientierung mittels der Echoortung. Im Unterschied zu den Fledermäusen geben sie einen Schall heraus, der für Menschen hörbar ist. Dieser Schall entsteht durch ein schnelles Bewegen mit der Zunge. Gemäß der Schallreflexion (dem Echo), zusammen mit den visuellen Eindrücken richten sie ihre Flugbahn aus. Die Kolonien der Nilflughunde teilen sich üblicherweise in Gruppen, in denen eine strenge Hierarchie herrscht. Die Nilflughunde können Sie zusammen mit weiteren Tieren in der Ausstellung des NOKTUARIUMs sehen, in die die Tiere gehalten werden, die überwiegend in der Nacht aktiv sind. Damit die Beobachtung zurzeit der Aktivität der Tiere überhaupt möglich ist, funktioniert das Noktuarium auf dem Prinzip des umgekehrten Tagesregimes. Zu den Besuchszeiten unseres zoologischen Gartens haben die Tiere also Nacht, und der Tag beginnt für sie gleichzeitig mit der tatsächlich herrschenden Nacht. 59


NAGETIERE UND DEREN GEBISS Nagetiere unterscheiden sich von der Mehrheit der sonstigen Arten der Säugetiere durch die vier starken Schneidezähne. Es sind dies lange gekrümmte Zähne, die ununterbrochen wachsen. Durch den Zahnschmelz sind nur die Zähne aus den vorderen Reihen bedeckt. Die hinteren Reihen bedeckt nur eine relativ weiche Zahnschicht, die sich mit dem Nagen abnützt; dadurch werden die Zähne andauernd schärfer. 60


NAGETIERE Rodentia

EUROPÄISCHER oder EURASISCHER BIBER Castor fiber K 6 Die typischen Merkmale der Biber sind die großen Zähne, die Nager genannt werden. Bei einem europäischen Biber ist auf den ersten Blick die satte orangene Färbung erkennbar. Der abgeflachte Schwanz hat seine Bedeutung nicht nur beim Schwimmen, sondern er dient auch als ein Signalisierungsinstrument. Durch das Schlagen auf die Wasseroberfläche entsteht ein weit hörbares Warnsignal. Biber können unter dem Wasser bis zu 15 Minuten aushalten. BURUNDUK (GESTREIFTES oder ASIATISCHES BACKENHÖRNCHEN) Tamias sibiricus

E 11

Über die Attraktivität der Burunduks, der sog. Erdhörnchen, besteht kein Zweifel. Die Mehrheit des Tages sind sie sehr aktiv, laufen rum, hüpfen, sammeln Nahrung in vertieften Erdlöchern, die bis zu einem Meter tief sein können. In der Natur leben die Burunduken in freien Kolonien. Sie haben in ihr aber ihre privaten Territorien, die sie strikt bewachen. Eine Grenzverletzung bedeutet meistens einen harten Kampf, der auch mit dem Tod von einem der Kämpfenden enden kann. EUROPÄISCHES GLEIToder FLUGHÖRNCHEN Pteromys volans

E 11

Dieser Nager hat seinen Namen dank der pelzigen Haut erhalten, die ihm das Segeln von Baum zu Baum ermöglicht. Der Richtungsführung der Bewegung dient der flatternde lange Schwanz. Für den Winter legen sie ihre Behausung mit Moos aus, einen Hohlraum in einem Baum bewohnen im Winter mehrere Einzeltiere, die sich gegenseitig wärmen. 61


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(INDISCHES) STACHELSCHWEIN Hystrix indica

K 6

Die Jungtiere der Stachelschweine werden gut entwickelt geboren. Ihre Stacheln sind am Anfang weich, und erst mit der Zeit werden sie hart, so dass sie der Verteidigung dienen können. Beim Angsteinjagen von Feinden wenden sich die Stachelschweine mit dem Rücken zu diesen um und rasseln mit den entwickelten Stacheln. Bei einem Angriff weichen sie zurück, und die Stacheln, die in ihrem Stachelkissen frei sind, stechen in den Körper des Angreifers. E 11

STEPPENMURMELTIERE Marmota bobak Steppenmurmeltiere leben in Kolonien. Diese werden aus einigen Familiengruppen gebildet, die streng ihr Territorium verteidigen. Die Steppenmurmeltiere bewohnen Gänge, die bis zu 100 m lang sind. In einer Tiefe von bis zu 4 m befinden sich Kammern, die mit Nahrung gefüllt sind, wo die Steppenmurmeltiere überwintern und wo die weiblichen Einzeltiere auch ihre Jungtiere auf die Welt bringen. KLEINE (ÄGYPTISCHE) WÜSTENSPRINGMAUS Jaculus jaculus E 11

Wüstenspringmäuse sind sehr gut an das Leben in Wüstengebieten angepasst. Die Kissen an ihren langen Beinen sind mit Pelz bewachsen, damit sie sich in dem heißen sandigen Gebiet bewegen können. Durch Sprünge von bis zu 1 m gehören sie, im Hinblick auf die Größe ihres Körpers, zu den sehr guten Springern. Die Wüstenspringmäuse bewegen sich nur auf ihren Hinterbeinen, dabei hilft ihnen ihr bis zu 20 cm langer Schwanz, das Gleichgewicht zu halten.

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VÖGEL

Aves

Ohne Vögel kann man sich die Natur nur schwer vorstellen. Die Vögelwelt umfasst eine Unmenge von Vögelarten verschiedener Größen. Auf dem ganzen Gelände unseres Zoos können vielfältige Vögelarten in Volieren und auch freilebend beobachtet werden. Werfen Sie zusammen mit uns einen Blick in ihre Welt...

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RUDERFÜSSER KORMORAN Phalacrocorax carbo

Pelecaniformes

I 6

Die schwarzen Vögel mit markant türkisen Augen und gelber Verfärbung um den Schnabel treten in der Nähe von Flüssen und Wasserflächen auf, die ihnen genug Nahrung – Fische – bieten. Sie sind gute „Fischer“, und um die Beute zu holen, können sie sogar tauchen. ROSAPELIKAN Pelecanus onocrotalus

G 5

Die Flügelspannweite des Rosapelikans erreicht bis zu 300 cm. Ein starker Schnabel und ein Luftsack sind für ihn charakteristisch. Die Nahrung besteht ausschließlich aus Fischen, die er meistens beim Schwimmen auf der Oberfläche fängt. Pelikane vereinfachen sich oft den Fischfang damit, dass sie als eine Gruppe zusammen die Fische in seichtes Wasser jagen. KRAUSKOPFPELIKAN Pelecanus crispus Krauskopfpelikane bilden große Kolonien. Die größte befindet sich am Mikri Prspa See in Griechenland. Sie bauen Nester in der Form von einem Haufen aus Zweigen auf schwimmenden oder festen Inseln im Wasser.

G 5

EEP

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Pelikane haben einen großen Luftsack, den sie zum Ziehen der Fische oder zum Trinken vom Wasser nutzen. An heißen Sommertagen dient ihnen als ein Lüftungssystem der Luftsack.

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SCHREITVÖGEL Ciconiiformes

ROHRDOMMEL Botaurus stellaris

M 8

Die Rohrdommel lebt sehr versteckt. Falls sie bedroht ist, nimmt sie eine Pfahlstellung mit dem Schnabel nach oben ein, und dank ihrer tarnenden Verfärbung ist sie am Ort ihres natürlichen Auftretens fast unsichtbar. Die Anwesenheit der Männchen wird während der Balz durch dumpfe Balzrufe verraten. I 9

ZWERGDOMMEL Ixobrychus minutus Bei der Zwergdommel handelt sich um den kleinsten Vertreter der Reiher, die auf dem Gebiet der Tschechischen Republik leben. Die Winterzeit verbringt sie auf dem Gebiet von Äquatorialafrika. Sie gehört zu den stark bedrohten Vögeln. Sie kann am häufigsten im Rohrdickicht betrachtet werden, wo sie sich geschickt bewegt. WEISSSTORCH Ciconia ciconia

I 5

Zum typischen Verhalten der Störche gehört das Klopfen mit dem Schnabel, das der Besucher im Zoo in der Nähe des Steinernen Sees (Kamenný rybník), wo die Störche nisten, hören kann. Diese Vogelart gehört zu den Zugvögeln. Die Schwärme, die am Ende des Sommers wegfliegen, zählen Hunderte von Einzeltieren.

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Neben der Aussichtsstelle des Steinernen Sees befindet sich eine verwachsene Eiche, auf dessen Gipfel der Storch ein Nest hat. Hier können Sie die Störche über das ganze Jahr beobachten. Zu den Hauptgründen, dass die Störche in unserem Zoo das ganze Jahr auftreten, gehört eine Störung der Migrationsfähigkeit des erwachsenen Storchenpaars und das ausreichende Vorhandensein von Futter. Die aufgezogenen Jungtiere fliegen jedes Jahr an die Winterstelle mit dem „wilden Paar“ aus den nahegelegenen Zaječice.

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WEISSER LÖFFLER Platalea leucorodia

M 8

Für Löffler ist der Schnabel in Löffelform charakteristisch, mit dessen Hilfe er den Schlammboden von seichtem Wasser abtastet. Die Schwärme von Löfflern fliegen in langen Reihen oder sie bilden eine Formation in Form des Buchstabens V. Bei Migrationen lassen sie sich nicht durch einen warmen Luftstrom forttreiben. H 8

WALDRAPP Geronticus eremita

EEP

Der seltene schreitende Vogel aus der Familie der Ibisse hat nach Fossilienfunden schon vor 1,8 Millionen Jahren Westasien, den Norden Afrikas und den Süden Europas bewohnt. Jetzt ist er am Rande des Aussterbens. NACHTREIHER Nycticorax nycticorax

M 8

Der Nachtreiher gehört zu den am meisten verbreiteten Vertretern der Reiher. Er hat ein hervorragendes Sehvermögen, dank dessen er seine Beute auch im Dunkeln registrieren kann. Sein wissenschaftlicher Name lateinischer Herkunft bedeutet in der Übersetzung „Nachtrabe“, und er ist wahrscheinlich wegen seiner deutlichen heiseren Stimme entstanden. M 8 KUHREIHER Bubulcus ibis Im Unterschied von den anderen Reihern, die sich in der Mehrheit von Fischen ernähren, hat der Kuhreiher eine andere Speisekarte und eine besondere Art und Weise des Fangens von Nahrung. Er ernährt sich vor allem von Insekten, die in der Nähe von weidenden Kühen oder bei wilden Tieren auftreten. Außer Insekten fängt er auch Frösche, Mäuse und Reptilien. Er fliegt auch auf das Gebiet der Tschechischen Republik, baut hier aber nur sel69 ten seine Nester.


FLAMINGOS

I 5

Phoenicopteriformes ROSAFLAMINGO Phoenicopterus ruber roseus Die zahlreichen Gruppen der Flamingos bewohnen ausgedehnte Lagunen und Seen. Der Paarung geht eine Massenströmung voran. Die nachfolgende Einrichtung von Nestern erfolgt auf tönernen Bauten aus Kegelform, die die Einzeltiere mit dem eigenen Schnabel bauen.

GÄNSEVÖGEL

I 6

Anseriformes

KANADAGANS Branta canadensis Ursprünglich waren die Kanadagänse aus Nordamerika für Verschönerungszwecke nach Europa eingeführt worden. Sie sind sehr anpassungsfähig, und nur wegen ihres eleganten Aussehens werden die von ihnen verursachten Schäden toleriert, die sie z.B. in Stadtparks anrichten. Denn ihr Appetit macht auch nicht vor Dekorierungspflanzen halt.

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M 8

ROTHALSGANS Branta ruficollis

Ab dem Jahre 2007 gehört sie zu den bedrohten Tierarten. Ihre Nistplätze befinden sich im kalten Klima der Tundren im Norden von Sibirien. Im Winter wandern die Rothalsgänse nach Südosteuropa. Rothalsgänse werden oft zur Verschönerung gehalten. KRICKENTE (auch KRIEKENTE) Anas crecca crecca

M 8

Die Krickente ist die kleinste europäische schwimmende Ente. Sie gehört zu den Zugvögeln, die vor allem im Bereich des Mittelmeers überwintern. Sie gehört zu den besten Fliegern unter den Enten. Sie ist vor allem in der Morgen- und der Abenddämmerung aktiv, und während der Mittagszeit schläft sie üblicherweise. KNÄKENTE Anas querquedula

K 7

Die Knäkente ist viel seltener als die Krickente. Sie nistet auf dem Gebiet der Tschechischen Republik und zieht hierher, aber ihre Anzahl nimmt wegen der Änderung der Umwelt schnell ab. Im Frühling tritt sie in der Regel im Mittelmeerraum auf, den Winter verbringt sie in. SCHNELLENTE Bucephala clangula

K 7

Die kleine Tauchente bewohnt nördliche Gewässer und überwintert in Gebieten mit milderem Klima einschließlich des Gebietes der Tschechischen Republik.

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ZWERGSÄGER Mergellus albellus

K 7

Die größte Verbreitung haben die Zwergsäger in den Niederlanden und im Bereich der Ostsee. In den Schwärmen treten oft nur ein oder zwei männliche Einzeltiere auf. Im Winterkleid ist das Einzeltier eine der widerstandsfähigen Enten. H 5

STREIFENGANS oder INDISCHE GANS Anser indicus

Aus den Steppenseen der Hochebenen von Zentralasien in einer Höhe von 4000 bis 5000 m über dem Meeresspiegel verzieht sich die Streifengans in die niedriggelegenen Sümpfe von Nordindien. Im Zug fliegen sie in der Formation des Buchstabens V, und in der Führung wechseln sie H 5 sich alle 4 - 5 Minuten ab. GRAUGANS Anser anser Die Graugans ist eine der Vorfahren der Hausgans. Am liebsten frisst sie die grünen Teile der Pflanzen. Weil sie kein perfektes Verdauungssystem hat, kann sie die Nährstoffe aus den Pflanzen nicht ausreichend nutzen. Sie muss deshalb eine erhebliche Menge der Nahrung zum Sichern der lebenswichtigen Stoffe weiden. I 6

BRANDGANS (FUCHSGANZ) Tadorna tadorna Unter den Halbgänsen ist die Brandgans die kleinste Art. Den in Kontrastfarben - schwarz und weiß - verfärbten Körper ergänzt ein auffällig roter Schnabel, auf dem bei Männchen ein auffälliger Schnabelhöcker ist. Die Weibchen bauen die Nester in unterirdischen Höhlen, am häufigsten in Bauen, zum Beispiel in Fuchsbauen. Daher also ihre (im Deutschen alte) Bezeichnung „Fuchsganz“. 72


ROSTGANS Tadorna ferruginea

I 6

Die auffällig gefärbte Gans wurde wegen ihrer Schönheit schon im alten Ägypten und im alten Griechenland gehalten. Was ihren Nestbau betrifft, so ist sie relativ anpassungsfähig. Für ihre Nester benutzt sie Felsspalten, Höhlen, Hohlräume von Bäumen und verlassene Nester von Raubvögeln. i 6

MANDARINENTE Aix galericulata In China, wo die Mandarinenten am häufigsten auftreten, sind diese kleinen Enten ein Symbol der unsterblichen Liebe und des ehelichen Glücks. Sie werden oft auf verschiedenen dekorativen Gegenständen abgebildet. Dank ihrer wunderschönen Färbung, die vor allem bei Männchen in der Brutzeit auffällig ist, wird sie meistens in Parks gehalten. HÖCKERSCHWAN Cygnus olor

H 5

Er ist fast in der ganzen Welt verbreitet, inklusive des Gebiets der Tschechischen Republik, wo er Wasserflächen und deren Umgebung bewohnt. Seit die Menschen aufgehört haben, diese Vögel zu verfolgen, hat sich ihre Anzahl vergrößert. Interessant sind ihre Liebesspiele, wenn das Männchen seinen Hals um den Hals des Weibchens schlingt. Danach taucht das Weibchen unter das Wasser, so dass man nur seinen Kopf und seinen Hals sehen kann, danach befruchtet das Männchen es. I 6

SPIESSENTE Anas acuta Ihre Heimat haben die Spießenten in nordischen Gebieten. Im Winter ziehen sie nach Mittel- und Westeuropa, in die Umgebung des Mittelmeers oder bis ins tropische Afrika. Sie nisten auf Seen im Tiefland oder in Steppen, aber auch in der Tundra und in den Bergen.

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REIHERENTE Aythya fuligula Ein gemeinsames Merkmal der Reiherente und der Moorente ist, dass sie für die Nahrung tauchen können. Die Reiherente kann bis in die Tiefe von 5 m tauchen, wo sie als Nahrung kleine Weichtiere oder Wasserinsekten findet.

I 6

K 6

MOORENTE Aythya nyroca Die Moorente ist die kleinste Tauchente. Infolge des Verlustes ihres Biotops wurde sie auf die Liste der bedrohten Tierarten eingetragen. Sie braucht viel Raum für ihre ständigen Aktivitäten. Moorenten leben in Paaren oder sehr kleinen Gruppen. KOLBENENTE Netta ruffina

I 6

Kolbenenten bilden oft gemeinsame Scharen mit Reiherenten und Tafelenten auf Süßwasserflächen. Für Männchen ist ein längeres Gefieder auf dem Kopf, den es optisch vergrößert, typisch.

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RAUBVÖGEL

Falconiformes

Die Raubvögel sind von allen Vögelarten die perfektesten Raubtiere. Ein typisches Zeichen der meisten von ihnen ist ein auffälliger Haken und scharfe Ränder des Schnabels. Die Nahrung der Falkenartigen besteht ausschließlich aus Fleisch.

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ROHRWEIHER Circus aeruginosus

E 10

Rohrweiher bevorzugen eine offene Landschaft und nisten immer in der Nähe des Wassers. Während der Balz führen die Männchen Akrobatenkunststücke vor, wobei sie hoch in den Himmel steigen, und dann fliegen sie nach unten zu ihren Weibchen. Im Winter ziehen sie nach Südeuropa oder nach Afrika.

E 10

EEP

SEEADLER Haliaeetus albicilla Der Seeadler gehört zu den größten europäischen Raubvögeln. Seine Flügelspannweite kann bis zu 2,5 m erreichen. Seeadler nutzen wiederholt ihre Nester, obwohl sie in verschiedenen Jahren einige Nester wechseln können. Jedes Jahr bauen sie ihr Nest weiter. So entstehen Bauten, die bis zu 2 m groß und einige hundert Kilo schwer werden können. Diese Weise haben sie mit einigen anderen Falkenartigen ge- meinsam, zum Beispiel mit dem folgenden Steinadler. STEINADLER Aquila chrysaetos Der robuste Raubvogel fliegt bei der Suche nach der Nahrung hoch über der Erde. Eine gute Sehkraft ermöglicht es ihm, seine Beute auch auf eine große Entfernung zu sehen. Nachdem er seine Beute gefangen hat, zerteilt er sie mit seinem kräftigen Schnabel an einer erhöhten Stelle.

E 10

STEPPANADLER Aquila nipalensis Der Steppenadler gehört zwischen die mittelgroßen Adler mit einer Flügelspannweite von bis zu 190 cm. Er bewohnt unbewaldete Ebenen, Halbwüsten und Savannen. Seine Nester baut er auf Anhöhen. Er ist ein beliebter Falknerraubvogel. In Zentralasien wird er für die Jagd von Antilopen, Füchsen und von Wölfen verwandt.

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E 10

ESB

RIESENSE ADLER Haliaeetus pelagicus Der Riesenseeadler ist einer der größten Adler des Planeten. Die weiblichen Einzeltiere, die meist größer als die männlichen Einzeltiere sind, können eine Flügelspannweite von bis zu 280 cm haben. Eine der Varianten der Namen dieses Adlers ist „Kamtschatkaadler“. Diese Bezeichnung kommt von dem Ort seiner größten Verbreitung, was die Halbinsel Kamtschatka ist. BARTGEIER Gypaetus barbatus

E 10

EEP

Der Nistort der Bartgeier sind felsige Klippen in Hochgebirgen. Genauso wie die Geier ernähren sie sich von Aas, und sie haben die Fähigkeit, auch sehr harte Knochen auseinanderzubrechen. In der Natur erfüllen sie eine quasi Sanitäraufgabe, ihr Spitzname ist daher „der Säuberer der Alpenweiden“. Dank seines Metabolismus und der Stärke seiner Magensäfte ist der Bartgeier imstande, alle Proteine, Fette und Mineralien aus seiner speziellen Nahrung – den Knochen - herauszulösen.

ESB

WEISSKOPFGEIER Gryps fulvus

Im Unterschied zu den meisten Raubvögeln haben die Geier einen langen Hals. Der Grund ist die Möglichkeit, so weit wie möglich in das Aas, von dem sie sich ernähren, hineinzugelangen. Die Geier verbringen die Nächte auf Felsspitzen oder auf Gesimsen in Gruppen von ca. 30 – 40 Einzeltieren. Ihren Nachtplatz verlassen sie am Morgen, sobald sich die Luft erwärmt und sich Auftriebsluft bildet, die die Geier für den Flug und das Segeln nutzen.

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HÜHNERVÖGEL Galliformes

H 9

GOLDFASAN Chrysolophus pictus Die Heimat des Goldfasans sind ursprünglich Wälder und Gebirgsgebiete des westlichen Chinas. Als jagdbare Gattung wurde der Goldfasan aber auch in einer Reihe von anderen Ländern ausgesetzt. Zur Paarzeit lockt das männliche Einzeltier das weibliche Einzeltier durch seine Stimme an. Es folgt ein Hochzeitstanz, bei dem das männliche Einzeltier um seine Partnerin kreist, mit den Flügeln schlägt und seien Federn zeigt.

BLAUER PFAU Pavo cristatus

areál

Wegen seiner Schönheit wird der blaue Pfau schon über 3000 Jahre lang gehalten. Aus seiner ursprünglichen Heimat, Indien und Sri Lanka (Ceylon), hat er sich über die ganze Welt verbreitet. Bei einem Spaziergang durch unseren Zoo können Sie die Pfaus am häufigsten bei dem Verwaltungsgebäude und bei der Ausstellung der Wölfe beobachten. H 9

ROTHUHN Alectoris rufa

Die Herkunft des Rothuhns ist im Gebiet des südlichen Frankreichs, Korsikas und Spaniens. Gegenwärtig wird es in menschlicher Pflege gehalten und in die freie Natur in dem größten Teil von Europa ausgesetzt.

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KRANICHVÖGEL

Gruiformes

KRANICHE Die gemeinsamen Merkmale der Kranich sind ein langer Hals und lange Beine. Die Besonderheit dieser ist die vollständige Behaarung der Schwungfedern, dank deren sie während der Zeit, wenn ihnen neue wachsen, nicht zu fliegen imstande sind. Bei den großen Arten ereignet sich dies alle zwei Jahre. Die Anatomie der Kraniche ist interessant durch eine lange, in eine Schlinge gelegte Luftröhre, die sich in dem hohlen Kamm des Brustknochens befindet. Es handelt sich um ein Resonanzorgan, dank dem die Trompetenstimmen der Kraniche weit hörbar sind. 2

1 Zunge, verbunden mit einem zweigeteilten Zungenbein 2 Kehlkopf mit epiglotis

3

5

1

3 Luftröhre 4 Luftröhre, die sich in dem hohlen Kamm des Brustknochens befindet

7

5 Lungen

4

6 Kamm des Brustknochens

6

80

7 Brustknochen


J 6

EEP

WEISSNACKENKRANICH Grus vipio Der Weißnackenkranich gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Infolge der Austrocknung der Sümpfe verliert er seine natürlichen Nistgebiete. Sein Vorkommen in der freien Natur wird auf nur noch 5000 Einzeltiere geschätzt.

EEP

NONNENKRANICH oder SIBIRISCHER KRANISCH Grus leucogeranus

J 6

EEP

Die Jagd entlang der Migrationstrassen und die Vernichtung der natürlichen Umgebung bedroht die Population dieser Vögel. Insbesondere die Nistplätze in den nördlichsten Teilen von Russland, wo eine Regenerierung der Landschaft nur sehr langsam erfolgt, sind sehr leicht zerstört. MANDSCHURENKRANICH Grus japonensis Der Mandschurenkranich ist die zweitgrößte Kranichart, die in den Gebieten von Ostasien lebt, und sie ist für die örtlichen Bewohner das Symbol des Glücks und der Treue. Im Taoismus ist er das Symbol der Langlebigkeit und der Unsterblichkeit. Interessant ist auch der rot gefärbte Scheitel, der sich in dem Falle einer Erregung des Kranichs in eine hellrote Farbe ändert. Auch der Mandschurenkranich gehört zu den stark vom Aussterben I 5 bedrohten Arten. JUNGFERNKRANICH Anthropoides virgo Der Jungfernkranich gehört zu den kleinsten Kranichen. Er hat im Unterschied zu den sonstigen Arten der Kraniche einen ganz gefederten Kopf. Seine Lebensumgebung sind die Steppen, er wird aber auch häufig in der Nähe von Flüssen, Seen und Sümpfen gesichtet. Er überwintert in Afrika und in Indien.

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KRANICH (GRAUER oder EURASISCHER KRANICH) Grus grus Der graue Kranich oder eurasische Kranich tritt auch auf dem Territorium der Tschechischen Republik auf, wo er ungefähr ab Mitte April nistet. Paare wählen sich für den Bau von Nestern überflutete Gebiete, Moore oder Sümpfe mit seltener Baumbewachsung aus. Sehr gerne haben sie Moorgebiete. In seinem Gebiet hält er sich über den ganzen Sommer auch mit den Jungtieren auf. Im September fliegen die Kraniche zusammen in das Winterlager. Wenn sie dann im beginnenden Frühlingszug zurück zum Nisten einfliegen, halten sich die Jungtiere außerhalb des Territoriums des erwachsenen Paars auf, in dem sie schon nicht mehr geduldet werden. DAS PURPURHUHN Porphyrio porphyrio

M 8

Der Körper des Purpurhuhns ist vom purpur-blauem Gefieder geschmückt. Obwohl sein Flug sehr unbeholfen ist, kann das Purpurhuhn große Entfernungen überwinden. Purpurhühner sind gute Schwimmer, obwohl sie keine Schwimmhäute an den Füßen haben. Oft bringen sie die Nahrung mit dem Fuß direkt in den Schnabel, selten frisst es vom Boden. I 9

REGENPFEIFERARTIGE

Charadriiformes

TRIEL Burhinus oedicnemus Die großen hellen Beine und die schwefelgelben Augen des Triels sind auffällig. Er bewegt sich meisten auf dem Boden in einer gekauerten Stellung, oft bleibt er stehen und bleibt regungslos auf einer Stelle. Er ist sehr scheu. Von den nördlich gelegenen Nistplätzen zieht er im Winter in wärmere Gebiete um.

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SÄBELSCHNÄBLER Recurvirostra avosetta

K 7

Säbelschnäbler sind Vögel mit langen Flügeln, die die Größe eines Raben erreichen. Sie treten in Europa und in Asien auf. Zum Teil sind es Zugvögel, meistens ziehen sie nach Nordafrika, aber in Spanien oder in England werden sie ganzjährig beobachtet. In der Tschechischen Republik können die Säbelschnäbler in der Zeit vom April bis zum September gesehen werden. In der Mulde von České Budějovice (Budweis) wurde ein regelmäßiges Nisten dieser Vögelart bemerkt. Ein charakteristisches Zeichen des Säbelschnäblers ist sein großer, langer nach oben gebogener Schnabel.

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TAUBEN

Columbiformes I 9

PERLHALSTAUBE Streptopelia chinensis chinensis Von Indien bis zum südlichen China tritt die Perlhalstaube gewöhnlich in der Nähe von Menschen in den Gebieten von Vororten, in Parks, Gärten und Wäldern auf. Die Perlhalstauben leben im Paar oder als Mitglied verschieden großer Gruppen. TURTELTAUBE Streptopelia turtur K 7

Die Turteltaube nistet auf dem Gebiet von Europa bis zu Sibirien. Im Winter zieht sie ans Mittelmeer und zum Teil nach Afrika. Die Turteltaube ist sehr scheu, und in der freien Natur kann sie relativ selten gesehen werden. In der Brützeit bewacht sie sorgsam ihr Gebiet, und gegenüber den Einzeltieren der eigenen Art ist sie sehr aggressiv. PALMTAUBE Streptopelia senegalensis

I 9

Außer in den Gebieten des subsaharischen Afrikas, wo die Palmtaube die am häufigsten auftretende Art der Tauben ist, ist sie auch auf den Kanarischen Inseln und vom östlichen Mittelmeer bis nach Indien verbreitet. Ähnlich wie die anderen Tauben leben die Palmtauben in monogamen Paaren, selten in größeren Gruppen.

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PAPAGEIEN Psittaciformes

SCHWARZKOPFEDELSITTICH Psittacula himalayana I 9

Der Schwarzkopfedelsittich lebt in Bergwäldern vom östlichen Afghanistan bis zum nördlichen Indien, Assam und Nepal. Der Schwarzkopfedelsittich tritt auch bis zu einer Höhe von bis zu 3800 m über dem Meeresspiegel auf. I 9

CHINASITTICH Psittacula derbiana

Der Chinasittich hat seinen wissenschaftlichen zweiten Namen von Edward Stanley, dem 13. Grafen von Derby, erhalten. Chinasittiche bewohnen die Wälder von China und Tibet in Höhen von bis zu 4000 m über dem Meeresspiegel; sie leben in Schwärmen und bilden hier monogame Beziehungen. Die Population der Chinasittiche ist vor allem durch die gesetzwidrige Jagd bedroht.

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EULEN

Strigiformes E 10

N 6

HABICHTSKAUZ oder URALKAUZ Strix uralensis Die größte Verbreitung des Habichtskauzes (oder Uralkauzes) ist Sibirien. In unseren Breitengraden ist sein Auftreten äußerst selten. Er ist sowohl in der Nacht, als auch am Tag aktiv. Bei der Jagd nutzt er sein hervorragendes Gehör, dank dessen er seine Beute fangen kann, auch wenn sie unter dem Schnee verborgen ist. H 8

WALDKAUZ Strix aluco Der Waldkauz nistet am häufigsten in Hohlräumen von Bäumen, selten in einem Nest von anderen Raubvögeln und eines Gebäudes. Mit Vorliebe siedelt er sich auch in großen Vögelhäuschen an. Er bewacht aufmerksam die gelegten Eier, später die ausgeschlüpften Jungtiere, und die weiblichen Einzeltiere sind imstande, etwaige unwillkommene Besucher, einschließlich von großen Tieren und des Menschen, anzugreifen. E 10

BARTKAUZ Strix nebulosa

Der Bartkauz gehört zu den größten Eulen. Die Gesichtsmaske ist unten von weißen Federchen, die wie ein Bart aussehen, eingesäumt. Daher kommt sein Name „Bärtiger“. Zum Leben in kalten Bedingungen befähigt ihn die Tatsache, dass er imstande ist, in tiefen Schichten von Schnee zu jagen. Er kann eine feste Eiskruste, die auch einen erwachsenen Menschen aushalten würde, durchbrechen.

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SCHLEIEREULE Tyto alba Die Schleiereule gehört auf dem Territorium der Tschechischen Republik um eine stark vom Aussterben bedrohte Tierart. Im Vergleich mit den anderen Arten der Eulen hat sie eine schnellere Verdauung, und so verarbeitete sei mehr Nahrung, als insbesondere die Nagetiere. Die Schleiereule jagt durch Überfälle von einer Aussichtsstelle oder aus einem tiefen Flug. Zur Jagd sucht sie sich oft den Rand von Straßen mit dichtem Gras aus. H 9

SPERBEREULE Surnia ulula Die Sperbereule ist Tag und Nacht aktiv. Sie kann viel größere Beute fangen, als sie selbst groß ist. Im Flug ähnelt sie einem Kranich. Dank dessen hat sie sich die englische Bezeichnung „Northern Hawk Owl“ („Nördliche Kranicheule“) verdient. H 8 SCHNEE-EULE Nyctea scandiaca

Die Schnee-Eule tritt am häufigsten in den Tundren und den Ebenen im nördlichen Teil von Europa, Asien, Grönland und von Kanada auf. Sie ist an die kalten Bedingungen angepasst. In dem Winter ist sie während der Morgendämmerung und während der Abenddämmerung aktiv, im Sommer ist sie auch am Tage aktiv.

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RAUFUßKAUZ Aegolius funereus Der Raufußkauz ist eine mittelgroße Eule, die tiefe Wälder bevorzugt. Er kann nur sehr selten beobachtet werden. Der Raufußkauz ist nur in der Nacht aktiv, und ihre stimmlichen Äußerungen können während einer ruhigen Nacht bis auf eine Entfernung von bis zu 3 km gehört werden. Raufußkauze nisten in Nordosteuropa, selten treten sie in den höheren Gebieten von Mitteleuropa auf, auf dem Territorium der Tschechischen Republik nisten sie besonders im Böhmerwald (Šumava). SPERLINGSKAUZ Glaucidium passerinum Der Sperlingskauz ist die kleinste Art der europäischen Eulen. Er ist so vertrauensselig, dass er einen Menschen sich bis in seine unmittelbare Nähe annähern lässt. Wenn er sich aber bedroht fühlt, zögert er nicht, auch einen Menschen anzugreifen, ohne Rücksicht auf seinen kleinen Wuchs. Die größte Verbreitung des Sperlingskauzes in unseren Breitengraden ist im Böhmerwald (Šumava) und im Gratzener Bergland (Novohradské hory). Er kann jedoch auch in den südlichen Teilen der Tschechischen Republik beobachtet werden, aber es handelt sich dennoch um eine stark bedrohte und besonders geschützte Tierart.

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STEINKAUZ Athene noctua Der Steinkauz, nach seinem wissenschaftlichen Namen die Eule der Athene – d.h. die Eule der Göttin der Weisheit -, war die am meisten verbreitete Art der Eulen, die auf dem Gebiet der Tschechischen Republik aufgetreten ist. Heute ist sie in einem kritischen Zustand und vom Aussterben bedroht. Sie jagt üblicherweise in der Abenddämmerung, vor allem Wühlmäuse. Sie nistet in Hohlräumen von Bäumen. Steinkauze bilden ständige Paare, und ähnlich wie andere Eulen, sitzen auf den Eiern nur die weiblichen Einzeltiere, und das männliche Einzeltier besorgt die Nahrung. Die Aufgabe des männlichen Einzeltiers ist auch die Verteidigung des Territoriums. UHU Bubo bubo

E 10

Der Uhu ist fast in ganz Europa, in dem bedeutendsten Teil von Asien sowie in Nordwestafrika verbreitet. Er ist ein Nachtjäger in einem großen Revier, das zur Zeit des Nistens bis 15 km um das Nest herum groß sein kann. Die weiblichen Einzeltiere der Uhus sind schwerer als die männlichen Einzeltiere, und sie haben auch eine größere Spannweite der Flügel. ZWERGOHREULE Otus scops

I 9

Die Zwergohreule ist die zweitkleinste Eule, die auf dem Gebiet der Tschechischen Republik auftritt. Ihr Nisten ist hier eine Seltenheit, für den Winter fliegt sie in den Süden. Sie ist ausschließlich ein Nachtvogel, sie fängt Insekten einschließlich Spinnen.

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RACKENVÖGEL

Coraciiformes

BLAURACKE (MANDELKRÄHE) Coracias garrulus

H 9

Die bunt gefärbte Blauracke lebt meistens allein, nur in Südeuropa lebt sie auch in Kolonien. Den tschechischen Namen „hajní“ („försterlich“) bekam sie wegen ihrer Position beim Lauern auf die Beute, sie sucht sich dabei erhöhte Stellen. Sie wurde am häufigsten beim Sitzen auf den Vogelscheuchen beobachtet, die auch Mandeln genannt wurden.

SPERLINGSVÖGEL

Passeriformes

ERLENZEISIG Carduelis spinus

I 9

Beim Erlenzeisig handelt es sich um eine monotypische Art, d.h., dass sie keine Unterarten bildet. Der Erlenzeisig nistet vor allem in Nadelwäldern auf höheren Stellen auf einem ausgedehnten Gebiet in Europa. Der Erlenzeisig war seit Urzeiten eine willkommene und einfache Beute und außer der heute nicht mehr vorstellbaren Nahrungsquelle, wurde er auch ein beliebter Vogel für das Züchten im Käfig. ROTSCHNABELSCHWEIFKITTA Urocissa erythrorhyncha Die Heimat der Rotschnabelschweifkittas ist ein ausgedehntes Gebiet vom Himalaja über China bis nach Vietnam. Er gehört zu den deutlich lauten Arten. Ihr Stimmrepertoire ist sehr bunt, er kann sich auch als Imitator zeigen.

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I 9


BLAUELSTER Cyanopica cyana

I 9

Die Blauelster ähnelt der allgemeinen Elster, sie ist aber kleiner und schlanker, und ihre Färbung ist unterschiedlich dank der blauen Farbe auf den Flügeln und dem Schwanz. Sie tritt in zwei getrennten Populationen auf. Eine befindet sich in Europa, und die zweite in Asien.

Die Natur in unserem Zoo bietet einer ganzen Reihe von frei lebenden Vögeln ein Rückzugsgebiet. Dazu gehören beispielsweise der Kleiber (Sitta europea), der Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla), der Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus), der Grünspecht (Picus viridis), der Grauschnäpper (Muscicapa striata) oder der Buntspecht (Dendrocopos major).

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REPTILIEN Reptilia

Reptilien sind bewundernswerte Lebewesen. Außer der Antarktis bewohnen sie alle Kontinente. Ihre beliebte Umgebung sind tropische und subtropische Gebiete. Sie gehören zu den Kaltblütern, die keine Wärme durch den eigenen Organismus entwickeln können. Ihr Körper steifen verhörnten Schuppen oder Schildern. Die Jungtiere schlüpfen aus Eiern.

SCHILDKRÖTEN

B 9

Chelonia

EUROPÄISCHE SUMPFSCHILDKRÖTE Emys orbicularis Die europäische Sumpfschildkröte tritt am häufigsten in stehenden bilden Flussarmen oder in Fischteichen auf. Im Winter (ungefähr von Oktober bis April) überwintert sie am Boden, eingegraben in Schlamm. Die weiblichen Einzeltiere sind größer als die männlichen Einzeltiere, der Größenunterschied beträgt ca. 10 cm. Ihr Panzer ist dunkel mit gelben kleinen Flecken. (KASACHISCHE) VIERZEHENSCHILDKRÖTE Testudo horsfieldii kazachstanica

B 9

Die kasachische Vierzehenschildkröte wird auch Steppenschildkröte genannt. Sie bewohnt trockene Landschaft mit teilweise steinernen Gebieten, aber auch lehmigen Untergrund. Kräftige Krallen und ein flächiger Panzer ermöglichen ihr, bis zu 2 m tiefe Höhlen zu graben, die ihr als Sicherheitsversteck vor Raubtieren und den unbeständigen Wärmeverhältnissen dienen. B 9

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GRIECHISCHE LANDSCHILDKRÖTE Testudo hermanni Die griechische Landschildkröte bevorzugt Steppenlandschaften, die mit Büschen bewachsen sind und wo viele Steine liegen, die ihr als Versteck dienen.


SCHUPPENKRIECHTIERE Squamata

B 9

HARDUN oder SCHLEUDERSCHWANZ Laudakia stellio Typisch für den Hardun oder den Schleuderschwanz sind scharfe Schuppen, die an den Seiten des Kopfes angebracht sind. Ein Hardun erreicht eine Länge von höchstens ca. 35 cm. Seine beliebtesten Plätze sind felsige Gebiete, steinerne kleine Mauern und Olivengewächs. Es handelt sich um eine wärmeliebende Tierart. SCHELTOPUSIK oder PANZERSCHLEICHE Pseudopus apodus

B 9

Der Scheltopusik oder die Panzerschleiche ist die größte Art der Blindschleichen. Die Schuppen des Scheltopusiks sind in kleinen Kreisen angeordnet. Im Unterschied zu Schlangen hat er Augen, die von Augenwimpern geschützt sind, und deswegen kann er zwinkern. Er sucht seine Nahrung, vor allem Insekten, auf der Erde, er kann aber auch verhältnismäßig geschickt klettern. JEMENCHAMÄLEON Chamaeleo calyptratus

B 9

Das Jemenchamäleon hat die merkwürdige Fähigkeit, seine Farbe zu ändern, was durch den Versuch begründet ist, mit der Umgebung eins zu werden, aber auch mit den Gefühlen des Tieres. Jedem einzelnen Tier ist das Spektrum der Farben fest gegeben. Von Interesse sind auch die Augen, mit denen es seine Beute auf große Entfernung sehen kann, und gleichzeitig beherrscht er es, mit jedem Auge gleichzeitig zwei verschiedene Ziele zu beobachten. In der Natur sucht er sich trockene Stellen mit buschiger Bewachsung; die meiste Zeit verbringt er in Zweigen. 93


PFAUEIDECHSE Timon pater

B 9

Die Vertreter der Pfaueidechsen gehören zu den größten Echsen. Das Auftreten der Pfaueidechsen wurde schon in einer Höhe von bis zu 2000 m über dem Meeresspiegel beobachtet. Sie bevorzugen trockene und steinige Plätze. Die Jungtiere haben eine braune Farbe, sie verfärben sich ungefähr nach zwei Monaten grün. PERLEIDECHSE Timon lepidus

B 9

Die Perleidechse sucht sich trockene buschige Plätze und wählt als Versteck ausgehöhlte Bäume oder Höhlen von Nagetieren. Sie kann schnell laufen, geschickt auf Bäumen springen, sogar auch hüpfen. Sie hat starke Krallen und Kiefern, mit der sie bei der Verteidigung spürbare Kratzungen und Bisse auch beim Menschen verursachen kann. Aus Kämpfen mit Katzen oder Hunden geht sie nicht selten als Sieger hervor. GEFLECKTER WALZENSKINK Chalcides ocellatus

B 9

Der Gefleckte Walzenskink ist den ganzen Tag munter. Er fängt seine Nahrung meistens bei den Wurzeln von Bäumen. Meist fängt er Insekten oder kleine Echsen. Allgemein haben die Tiere aus der Gattung der Echsen gerne eine Neigung zur Verkleinerung der Endgliedmaßen, aber bei den Skinks ist dies besonders ausgeprägt. Die Skinktiere treten in ca. 800 Arten auf. Einige Arten legen bei der Vermehrung Eier, einige sind (wie z.B. der gefleckte Walzenskink) Lebendgebärende. HUFEISENNATTER Hemorrhois hippocrepis

B 9

Die Hufeisennatter, eine Ringelnatter, hat ihren Namen wegen der hufeisenförmigen Bemalungen auf ihrem Hinterteil erhalten. Sie sucht leere Plätze mit ausreichendem Sonnenlicht. Beim Beißen sondert sie einen Giftstoff (Toxin) aus, der aber für einen gesunden 94 Menschen keine Gefahr darstellt.


NORDAFRIKANISCHE DORNSCHWANZAGAME Uromastyx acanthinura

B 9

Die nordafrikanische Dornschwanzagame benutzt ihren kurzen, kräftigen und mit Schuppen gepanzerten Schwanz zum Schließen des Eingangs in ihre Höhle, um so etwaige ungebetene Besucher abzuschrecken. Sie benutzt ihn auch als Knüppel, und im Falle einer akuten Verteidigung vor einem Feind beißt sie auch. AMURNATTER Elaphe schrencki

B 9

Die Amurnatter kann sehr gut auf Bäumen und Büschen springen, wo sie kleine Vögel fängt. Einen bedeutenden Teil ihrer Nahrung bilden aber auch Vogeleier. Sie ist ein für die Zucht beliebtes Reptil, insbesondere ihres ruhigen Charakters, und sie ist für Terrarienanfänger geeignet. B 9 SCHLINGNATTER Coronella austriaca Die Schlingnatter hat ihren Namen deswegen erhalten, dass ihre Schuppen im Unterschied von den Nattern der Gattung Natrix glatt sind. Als einzige Natter ihrer Gattung gebärt sie lebende Jungtiere. Bei einer Bedrohung verlässt sie die stinkende Flüssigkeit aus der Kloake und beißt wütend. ÄSKULAPNATTER Zamenis longissimus

B 9

Bei der Äskulapnatter handelt es sich um die seltenste, bedrohteste und gleichzeitig längste Schlange, die auf dem Territorium der Tschechischen Republik auftritt. Entgegen ihrem (tschechischen) Namen lebt sie nicht auf Bäumen, aber sie sucht sich steinige Plätze mit Buschbewachsung, am Rande von Wiesen oder Waldschneisen, mit der Möglichkeit eines sicheren Verstecks. Diese Schlange ist auch von dem Wahrzeichen der Ärzte und der Apotheker bekannt.

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TREPPENNATTER Rhinechis scalaris

B 9

Die Treppennatter ist eine starke, ungiftige, aber auch einigermaßen beißende Schlange. Obwohl es sich um ein Landtier handelt, kann sie auch gut klettern. Sie hat deutliche dunkle längsmäßige Streifen, bei den Jungtieren treten Querstreifen auf, die die Form des Buchstabens H bilden. B 9

KREUZOTTER Vipera berus

Die Kreuzotter ist die einzige Art der Giftschlange, die auf dem Territorium der Tschechischen Republik auftritt. Sie ist sehr widerstandsfähig gegen Kälte. Von allen europäischen Schlangenarten ist sie am weitesten nach Norden verbreitet. EUROPÄISCHE HORNOTTER (oder SAND- oder HORNVIPER) Vipera ammodytes

B 9

Die Europäische Hornotter gehört zu den giftigsten europäischen Schlangen. Die Wirkung des Giftes ist fast schlagartig. Mit dem Zubeißen zögert sie aber, sie entscheidet sich dazu nur im äußersten Falle. Ihr eigentlicher Name ist von dem typischen Horn auf der Spitze ihrer Schnauze abgeleitet.

AMPHIBIEN

B 9

Amphibia

CHINESISCHE ROTBAUCHUNKE Bombina orientalis Die Chinesische Rotbauchunke schützt sich vor Raubtieren durch die Warnfärbung auf dem Bauch, sie sondert auch ein Hautsekret ab, das toxische Stoffe enthält, die die Schleimhäute und die Augen eines etwaigen Feindes reizt. 96


Die Welt der Reptilien und der Amphibien ist in die Ausstellungen in dem Objekt des Terrariums konzentriert.

Die Lehr- und Erlebnisprogramme bieten die MÜglichkeit des unmittelbaren Treffens mit den gehaltenen Tierarten und eine fesselnde fachliche Erklärung.

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FISCHE

Osteichthyes

Beim Eingang in unseren zoologischen Garten sind auf dem Gang zwischen dem Noktuarium und dem Restaurant Tajga Aquarien mit einigen Arten von Süßwasserfischen aufgestellt. Hier sind zum Beispiel der gemeine Sonnenbarsch oder Kürbiskernbarsch (Nepomis gibbosus), der Aland (auch Orfe oder Nerfling genannt) (Leuciscus idus), der Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva) oder die Schleie (Tinca tinca).

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WIRBELLOSE Invertebrata

Die ständige Ausstellung der Wirbellosen ist Bestandteil des Noktuariums. Hier können Sie Vertreter der Spinnenartigen beobachten, die Rostrote Winkelspinne (Tegenaria ferruginea) und ihr großes Spinnennetz, das mit einem Spinnenrohr beendet ist, in dem sie die meiste Zeit verbringt. Ein weiterer Vertreter der Spinnenartigen ist der Skorpion (Euscorpius tergestinus), der noch in den 80-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch auf dem Territorium der Tschechischen Republik auftrat. Die merkwürdige Eigenschaft der Skorpione ist ihre Fähigkeit, im ultravioletten Licht einer bestimmten Wellenlänge zu „leuchten“. In der Ausstellung des Noktuariums ist eine spezielle Beleuchtung angebracht, so dass die „leuchtenden“ Skorpione besser zu beobachten sind. Zu den zahlreichsten Gruppen der Insekten gehören die Ameisen. Drei kleine Insektarien geben Ihnen die Möglichkeit, in das Leben der Kolonien der Ameisen der Gattung Myrmica einen Einblick zu nehmen. Im Areal unseres zoologischen Gartens finden Sie drei Insektenhäuser. Diese gewähren den verschiedensten Arten der Hautflügler einen Unterschlupf. Am häufigsten finden Sie hier die kleinen Bastler der Gattung der Trypoxylon (Grabwespen) und deren Parasiten - die blauen Goldwespen (Trichrysis cyanea). Vor allem in der Frühlingszeit nisten hier die einzelgängerischen Bienen der Gattung Osmia. 99


SERVICE UND DIENSTLEISTUNGEN SCHMALSPURBAHN AMÁLKA Nicht nur den kleinsten Besuchern macht die Fahrt mit der Eisenbahn auf dem Gelände eines Teils der Ausstellung Freude.

SAFARI EXPRESS Den Teil des Zoos, der Eurosafari genannt wird, kann man nur mit dem Safari-Express besichtigen. Sie können auf diese Weise wilde Tiere beobachten, die das Gelände von 30 Hektar bewohnen (siehe S. 13).

WIR STELLEN UNSERE TIERE VOR Vom April bis September können Sie bei den Gehegen von Kegelrobben, Braunbären, Magots und in der Voliere mit der Möglichkeit des Durchgangs, interessante Informationen über die einzelnen Tierarten bekommen. Bei den Robben ist die Information zusätzlich mit dem Füttern der Robben verbunden. Die Robben können sogar von den Besuchern gefüttert werden.

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RESTAURANTS UND KIOSKS Angebot an Gerichten, Getränken sowie angenehmer Erfrischung in Restaurants. Zwischen den Gehegen befindet sich ein Netz von Kiosks mit Fast Food und Souvenirs.

KINDER IM ZOO Eine ganze Reihe von Klettergerüsten, Rutschen, Wippen und Schaukeln macht den Spaziergang zwischen den Gehegen für die kleinen Besucher noch attraktiver. Zu den anlockenden Attraktionen gehören der Kletterpark und der Kinderzoo.

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Die Lernelemente sind eine am체sante Form, die Natur kennen zu lernen.

Informationstafeln bieten interessante Informationen aus dem Reich der Tiere und Pflanzen. Die auf Baumstumpfe gestellten B체cher und die kleinen Holzh채uschen bringen den Besuchern die Welt der Insekten n채her, die auch ein untrennbarer Bestandteil des Zoos sind.

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Bei Kindern ist das Pferdereiten und Ponyreiten sehr beliebt. Diese Mรถglichkeit bietet das Pony-Rodeo.

Begleitende Veranstaltungen, die im Zoo stattfinden, sind vor allem an die Kinder gerichtet.

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365 TAGE IM JAHR GEÖFFNET


DAS JAHR IM ZOO

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FRÜHLING

Das Reich der Pflanzen und Tiere ist in einem Rausch, der bei jedem Schritt zu merken ist, er bildet eine einmalige Frühlingsatmosphäre. Bei den ersten Sonnenstrahlen bietet sich eine einmalige Möglichkeit eines Spaziergangs durch den Zoo.

Der Frühling ist die Zeit des größten Zuwuchses. Die höchste Anzahl der Jungtiere kann insbesondere in den Gehegen der Haustiere beobachtet werden.

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SOMMER

Die Tiere genießen voll die Sonne und das warme Wetter. Die Jungtiere wachsen, und es macht Spaß, ihr niedliches Tummeln zu beobachten. Die Zeit, in der der Zoo am meisten besucht wird, bietet nicht nur die Möglichkeit, die Tiere in deren attraktivster Zeit zu beobachten, sondern auch eine Reihe von begleitenden Dienstleistungen. Zum Beispiel finden die Fahrten mit dem Safari-Express auch abends statt.

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HERBST

Der zoologische Garten in den herbstlichen Farben bietet einen wunderschรถnen Anblick. Das Erlebnis wird noch intensiver, wenn man in der farbigen Umgebung einen schรถnen Hirsch betrachten kann.

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WINTER

Auch die Winterzeit im Zoo ist bezaubernd. Die meisten Tiere kommen aus Gebieten, wo der Winter Ăźblich ist, und deshalb sind sie an die winterlichen Bedingungen angepasst. Einige Tierarten sind sogar aktiver als in der Sommerzeit. Einer von denen ist der VielfraĂ&#x;.

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UNGEWÖHNLICHE ERLEBNISSE

GEBURTSTAGSFEIER IM ZOO Bei Geburtstagsfeiern von Kindern und Erwachsenen erleben Sie viel Spaß. Auf dem Programm steht ein Treffen mit Tieren und viele Wettbewerbe und Spiele. Überraschen Sie Ihre Familie oder Freunde und bestellen Sie eine Feier im Zoo.

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SUCHEN SIE EIN ORT FÜR IHRE HOCHZEIT? In der einzigartigen natürlichen Umgebung des Untererzgebirgischen zoologischen Gartens Chomutov gibt es viele schöne Stellen. Auf dem 112 Hektar großem Gelände finden Sie malerische Nischen, vom Kastanienbaumgarten aus dem 17-ten Jahrhundert, über den Steinernen See (Kamenný rybník) bis zum Areal des Altdorfs (Stará Ves). Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Sie können aussuchen. Um das Übrige kümmern uns wir.

FAHREN SIE MIT DER KUTSCHE Eine Fahrt mit der Kutsche, die von Pferden gezogen wird, kann ein außergewöhnliches Erlebnis, nicht nur bei der Hochzeit, sondern auch bei anderen außergewöhnlichen Veranstaltungen sein.

Mehr Informationen über die außergewöhnlichen Erlebnisse finden sie unter www.zoopark.cz in der Spalte Besucherservice (Návštěvnický servis).

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www.zoopark.cz Unter der Adresse www.zoopark.cz finden Sie aktuelle Informationen zum Programm der begleitenden Veranstaltungen, über die Neuigkeiten bei den Tieren sowie über allgemeine Informationen zu Eintritt, Öffnungszeiten und zu den gehaltenen Tierarten, inklusive einer Fotogalerie und viel mehr.

Sie finden uns auch in dem sozialen Netz Facebook.com, wo wir außer den kommenden Ereignissen auch die Fotos von den vergangenen Veranstaltungen und Fotos von neu geborenen Jungtieren veröffentlichen.

Vergewissern Sie sich selbst und werden Sie unsere Freunde.

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SOUVENIRS

Ein kleines Souvenir-Geschäft bietet ein großes Sortiment von Souvenirs mit der Zoo-Thematik. Ausgewählte Souvenirs finden Sie auch unter www.zoopark.cz in der Spalte Besucherservice (Návštěvnický servis)/Zooshop.

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MÖCHTEN SIE HELFEN? ADOPTION VON TIEREN Haben Sie ein Lieblingstier? Dann nutzen Sie die Möglichkeit, sich den Menschen anzuschließen, die gegenüber den Tieren nicht gleichgültig sind. Werden Sie Adoptiveltern! Auf der Website www.zoopark.cz in der Spalte Adoption und Sponsoring finden Sie eine Liste der Tiere und Geldsummen, für die man eine Tierart adoptieren kann.

SPONSORING Möchten Sie für die Zucht und Nahrung Ihres Lieblingstiers spenden und wollen keine festen Summen aus der Liste suchen? Sie können Sponsor werden. Wir schätzen sehr auch kleine Geldsummen. Beim Interesse für die Adoption oder für Sponsoring stehen auf der Webseite www.zoopark.cz elektronische Formulare zu Verfügung, die Sie einfach ausfüllen und an uns senden können. Falls Sie alles lieber persönlich besprechen möchten, finden Sie uns im Verwaltungsgebäude in der Abteilung Sekretariat. Um einen problemlosen Ablauf der Besprechung zu sichern, vereinbaren Sie sich bitte ein Treffen unter der Telefonnummer 474 624 412. Falls Sie für die Tierzucht im Zoo spenden und das Projekt der Rettung der bedrohten Tierarten auf die einfachste Weise unterstützen möchten, schicken Sie eine Spender-sms. Schicken sie eine SMS in der Form

DMS PZOO an die Telefonnummer

87 777

Eine DMS kostet 30 CZK. Der Zoo bekommt 27 CZK davon. AUSFÜHRLICHE INFORMATIONEN FINDEN SIE UNTER

www.zoopark.cz

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WIR FREUEN UNS AUF IHREN BESUCH!

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Der Gründer des Untererzgebirgischen zoologischen Gartens Chomutov, Beitragsorganisation (Podkrušnohorský zoopark Chomutov, p.o.) ist die

STATUTARISCHE STADT CHOMUTOV

IN CHOMUTOV BEGEGNEN SIE DER GESCHICHTE BEI JEDEM SCHRITT Die meisten Chomutov-Touristen wissen, dass diese Stadt am Fuße des Erzgebirges Naturliebhaber und Sportler mit vielen Naturschönheiten und Einzigartigkeiten wie dem Alaunsee (Kamencové jezero) oder dem Assigbachtaltal (Bezrutelalterliche Grundriss bewahrt, typisch für eine Marktstadt, und der ganze Platz des Ersten Mai beeindruckt vor allem durch Bürgerhäuser mit Bogengängen mit noch erhaltenen spätgotischen Zellengewölben. Das wertvollste Denkmal ist die Sankt-Katharinenkirche. Erbaut bei einer Kommende des Deutschritterordens Mitte des 13. Jahrhunderts, ist sie eine der ältesten frühgotischen Kirchen Mitteleuropas. Im Jahre 2000 wurde die Kirche nach mehr als 200 Jahren für die Allgemeinheit wiedereröffnet. Es finden in ihr Ausstellungen und Konzerte statt, und es ist möglich, sie im Rahmen einer Besichtigung einer Ausstellung des Bezirksmuseums zu besuchen. Die angrenzende Kommende wurde unter der Herrschaft der Weitmühls zu einem Renaissanceschloss umgebaut; ab 1605 dann zu einem Rathaus, welche Funktion sie bis heute innehat. Sie birgt eine einzigartige Schatzkammer mit Renaissancemalerei, die Legende von 121


Tobias darstellend. Die Dominante der Nordseite des Platzes ist der Stadtturm, der über die Stadt emporragt und einen herrlichen Ausblick bietet. Er wurde mehrmals umgebaut, zuletzt im Jahre 1874 im neugotischen Stil. Der Turm grenzt an die gotische Dekanalkirche Mariä Himmelfahrt. Der ausdrucksstärkste Bau der Südseite des Marktplatzes ist die zweitürmige, frühbarocke Kirche des Heiligen Ignatz, erbaut vom italienischen Architekten Carl Lurag. Die Kirche ist Teil eines ausgedehnten Gebäudekomplexes des ehemaligen Jesuitenareals. Den Ausbau dieses Areals initiierte Georg Popel von Lobkowicz, der Größte Burggraf des Böhmischen Königreiches. Neben bereits erwähnter Kirche besteht das Areal aus dem Speichergebäude – nunmehr die Stadtgallerie, aus dem Rennaissance-Arkaden-Innenhof, aus dem Gebäude des ehemaligen Jesuitenwohnheims, wo heute eine Bücherei ihren Sitz hat, und dem Gebäude des Jesuitengymnasiums, das das Regionalmuseum beherbergt.Für jeden, der mit Interesse durch das historische Centrum Chomutovs spazieren will, liegt auf der Touristen-Website www.echomutov.cz eine Audioguide im Mp3-Format zum Herunterladen bereit; gegebenenfalls gibt es Abspielgeräte zum Verleih im örtlichen Informationszentrum, zu finden auf der Straße U Městských mlýnů. Die Zusammenarbeit zwischen dem Untererzgebirgischen zoologischen Garten und der statutarischen Stadt Chomutov besteht unter anderem in der Verknüpfung der begleitenden Veranstaltungen. Jedes Jahr betrifft diese vor allem traditionelle Feste.

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Podkrušnohorský zoopark Chomutov, p. o. (Untererzgebirgischer zoologischer Garten Chomutov, Beitragsorganisation) Přemyslova 259, 430 01 Chomutov, Tschechische Republik Tel.: +420 474 624 412 E-mail: zoopark@zoopark.cz www.zoopark.cz

An der Produktion der Publikation beteiligte sich das Team der Angestellten des Zoos, benutzte Fotos kommen aus dem Archiv des Zoos.


MITFINANZIERT AUS DEM EUROPÄISCHEN FONDS FÜR REGIONALE ENTWICKLUNG INVESTITION DER EUROPÄISCHEN UNION IN IHRE ZUKUNFT

Zoopark Chomutov German guide  
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