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D A S PAT I E N T E N M A G A Z I N #10 – WI NTE R 17

Eine überwältigende Reise: Gemeinsam durch die Schwangerschaft und die Geburt.

Unsere Hebammen in den Landeskrankenhäusern. 1


Inhaltsverzeichnis

4 Abenteuer Leben 10 Nicht nur ein Beruf, sondern das Leben 14 Du oder Sie? Das ist hier die Frage! 16 Pferd mit Brokkoli-Vergiftung 20 Wenn sich Gedanken verdunkeln 22 Kurz und knapp 25 Drei Fragen an den Landesrat 26 Ein Hauch von Leben 28 Hybrid-OP: mit Vollgas in die Zukunft 31 Zur Gaude –––––– HERZSTÜCK

––––– ARBEITSWELTEN

–––––– STANDPUNKTE

–––––– GRENZENLOS

––––– ZUGEHÖRT

–––––– LKH KOMPAKT

–––––– IN BALANCE

–––––– UNTER DER LUPE

klimaneutral

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luag a! wird klimaneutral gedruckt. Das Papier ist PEFC-zertifiziert, das verwendete Holz also aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Mehr unter www.pefc.de – Die Folie LDPE ist recyclebar. Impressum - Verleger, Medieninhaber und Herausgeber: Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft, Carinagasse 41, 6800 Feldkirch, www.khbg.at; Redaktionsleitung: Mag. Ulrike Delacher, MSc, Email: ulrike.delacher@khbg.at, Unternehmenskommunikation Redaktionsteam: Mag. Andrea Marosi-Kuster, Prok. Mag. Markus Schuler, Andreas Lauterer, BSc MA, Chefarzt Prim. Dr. Wolfgang Elsäßer, Dipl.KH-Bw Harald Maikisch, MSc, MAS, DGKP Michael Scheffknecht MSc, Dipl. KH-Bw. Dietmar Hartner, Verena Schönfelder, DGKP Elke Kovatsch, Dr. Franz Freilinger, Mag. Harald Bertsch, Dipl.KH-Bw. DGKP Erich Gantner Kontakt: luag-a@khbg.at Texte: Caroline Wirth, wikoprevent|k, Luag a!-Redaktionsteam, u.v.m. Foto: Christina Scheiderbauer, Ulrike Delacher, Matthias Weissengruber, (www.weissengruber-fotografie.at), Dietmar Mathis (www.fotovideo.at), unsplash.com, u.a. Illustration Josy Dom Alexis (Seite 21) Konzept und Umsetzung: Unternehmenskommunikation Vlbg. Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H., www.khbg.at, Zeughaus Designagentur, www.zeughaus.com, wikopreventIk Bregenz, www.wikopreventk.com Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, Millennium Park 10, 6890 Lustenau, www.bulu.at, Lisa Mathis (www.lisamathis.at) Auflage: 3.300 Stück, gedruckt auf umweltfreundlichem Papier. Bei personenbezogenen Ausdrücken sind selbstverständlich Frauen und Männer gleichermaßen gemeint.

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Inhalt Impressum


Am Puls

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe "luag a!"-Leserinnen und -Leser, die Vorarlberger Landeskrankenhäuser sind in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Unternehmen. Wir sorgen nicht nur für eine hochqualifizierte ärztliche und pflegerische Betreuung, sondern bieten ein weitgehendes soziales Kümmern um unsere Patienten und ihre Angehörigen. Zudem sind wir in Anbetracht der permanenten Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Berufsgruppen eines der größten Ausbildungsunternehmen im Land. Und – was vielen nicht bewusst ist – wir beschäftigen insgesamt mehr als 100 verschiedene Berufe in unserem Unternehmen. Jeder dieser Berufe ist wertvoll und notwendig - keiner ist aus dem extrem arbeitsteiligen Krankenhausbetrieb wegzudenken.

Was uns aber gerade derzeit besonders beschäftigt und freut: In unserem Unternehmen arbeiten Menschen aus 51 Nationen. In Zeiten eines manchmal falsch verstandenen Nationalismus und übertriebener „Heimattümelei“ setzen wir damit auch ein gesellschaftlich wertvolles Zeichen. Wir sind stolz, Pluralität und Offenheit in einem Unternehmen der Daseinsvorsorge leben zu können und freuen uns über jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter fremder Herkunft, die uns und unsere Kultur bereichern. Seit Jahrzehnten funktionieren die Landeskrankenhäuser auch deshalb, weil wir Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen können.

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wir wünschen Ihnen viel Freude mit der Lektüre der wieder sehr spannenden Ausgabe des "luag a!"“ Patientenmagazins und danken dem engagierten Redaktionsteam.

GF Dr. Gerald Fleisch, GF Prim. Dr. Peter Fraunberger Geschäftsführung Vlbg. Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H.

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Herzstück

Abenteuer Leben Abenteuer Leben Es ist eine überwältigende Reise: Rund 40 Wochen lang bereiten sich werdende Eltern körperlich und seelisch auf das neue Leben vor. Die Geburt ist ein unvergessliches Erlebnis, welches selbst mit der besten Vorbereitung ein Abenteuer bleibt. Die Vorarlberger Landeskrankenhäuser sind ein wichtiger Wegbegleiter – von der Schwangerschaft bis zur Entbindung.

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HERZSTÜCK


S

ie beschreibt die Geburt wie den Aufstieg auf den höchsten Berg Vorarlbergs – den Piz Buin. Insgesamt 3.312 Meter sind dabei zu erklimmen. Das gelingt nur mit guter Vorbereitung. „Kein Sportler würde je auf die Idee kommen, da untrainiert hochzuklettern. Dasselbe gilt auch für die werdende Mutter. Sie bereitet sich auf die Geburt vor und lässt sich – wenn es soweit ist – von einem erfahrenen Team begleiten, welches sie unterstützt und im Notfall medizinisch versorgt“, zeichnet Hebamme Daniela Maier aus dem LKH Feldkirch das Bild der Bergsteigerin. Alle Beteiligten der Vorarlberger Landeskrankenhäuser in Bregenz, Feldkirch und Bludenz möchten den werdenden Eltern die Geburt so angenehm und intim wie möglich gestalten. Ist es doch für die Eltern einer der bewegendsten Momente des Lebens, wenn sie ihr Baby zum ersten Mal im Arm halten. Zur Vorbereitung können sie vorab in allen drei LKH an einem Elternabend mit Führung durch die Kreißsäle teilnehmen und erfahren von Hebammen, Neugeborenenpflegepersonen, Gynäkologen und Kinderärzten die wichtigsten Informationen rund um die Geburt. Hier bietet sich die Gelegenheit, Fragen zu stellen und wichtige Anliegen zu klären. Schwangerschaft bewusst nutzen „Wir empfehlen den werdenden Eltern immer, das Angebot in den Krankenhäusern genau anzuschauen. So bieten wir unter anderem unterschiedliche Geburtsvorbereitungskurse wie beispielsweise HypnoBirthing an – dabei wird durch Entspannung, Atmung und Selbsthypnose eine leichtere Geburt angestrebt“, erklärt Hebamme Verena Matt-Sturm vom LKH Bludenz. Sich während der Schwangerschaft die Zeit zu nehmen, um sich mit wichtigen Themen rund um die Geburt und das Kind auseinanderzusetzen, ist auch aus Sicht von Daniela Maier besonders wichtig. „Die Geburt ist ein wunderschönes Erlebnis, vieles lässt sich aber einfach nicht planen. Die Frau weiß ja beispielsweise im Vorfeld noch nicht, was ihr während der Geburt guttut“, erzählt die Hebamme von ihren Erfahrungen. Je entspannter die Geburtsumgebung und je vertrauter die werdende Mutter mit den Gegebenheiten ist, desto höher stehen die Chancen auf eine schöne Entbindung.

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Herzstück

„Wir empfehlen den werdenden Eltern immer, das Angebot in den Krankenhäusern genau anzuschauen.” Hebamme Verena Matt-Sturm vom LKH Bludenz

Im LKH Feldkirch können werdende Eltern in der Hebammensprechstunde die wichtigsten Fragen rund um die Geburtsplanung klären und ihre persönlichen Wünsche und Vorstellungen besprechen. „Wir versuchen, den werdenden Eltern Ängste zu nehmen, helfen bei Schwangerschaftsbeschwerden, treffen vorbereitende Maßnahmen zur Geburt und bieten Informationen dazu, wie die Schmerzen während der Geburt – beispielsweise mit der Päriduralanästhesie (PDA) oder alternativen Behandlungsmethoden wie Akupunktur etc. – gelindert werden können. Darüber hinaus klären wir sie über das Stillen auf“, erzählt die Hebamme. Auch in den anderen Landeskrankenhäusern können bei Interesse Gespräche mit den Hebammen gesucht werden. Mögliche Untersuchungen „Zusätzlich zur Schwangerenvorsorge im Rahmen des Mutter-Kind-Passes können auf Wunsch der Eltern beziehungsweise auf Empfehlung des Arztes Untersuchungen (Pränataldiagnostik) durchgeführt werden, die Erkrankungen, Fehlbildungen oder Behinderungen beim ungeborenen Kind feststellen sollen“, erklärt Assistenzärztin Dr. Azra Muzaferovic vom LKH Feldkirch. Im ersten Drittel der Schwangerschaft kann eine Messung der Nackentransparenz Aufschluss über Chromosomenabweichungen wie das Down-Syndrom oder Hinweise auf Herzfehler und weitere angeborene Erkrankungen geben. Das Organscreening im zweiten Drittel legt das Augenmerk auf die Entwicklung von Gehirn, Gesicht, Wirbelsäule, Herz, Magen- und Darmtrakt, Nieren und Gliedmaßen. Beide Untersuchungen können auf Wunsch an den LKH Bregenz und Feldkirch durchgeführt werden. 5


Versorgung Frühgeborener „Werden im Rahmen der regulären Untersuchung oder der Pränataldiagnostik Auffälligkeiten entdeckt, werden die Eltern nach Feldkirch überwiesen“, erläutert Dr. Christoph Atzl, Oberarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am LKH Feldkirch. Dort befindet sich die einzige neonatologische Intensivstation (Frühgeborenen-Intensivstation) in Vorarlberg. „Wissen wir beispielsweise schon vor der Geburt, dass das Baby aufgrund unterschiedlicher Gründe viel zu früh auf die Welt kommen wird bzw. Operationen notwendig sein könnten, sind wir darauf vorbereitet und können das Baby sofort nach der Geburt bestmöglich und umfassend behandeln“, erzählt Dr. Wolfgang Dietz, Oberarzt an der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Feldkirch. Dabei arbeiten die Ärzte eng mit allen anderen am Landeskrankenhaus Feldkirch vorhandenen Fachabteilungen zusammen. „Natürlich kann es auch sein, dass Komplikationen erst nach der Geburt auftreten. “Wir haben ein Team, welches dann in das jeweilige Krankenhaus kommt und das Neugeborene und die Mutter abholen und in Feldkirch weiterbehandelt“, berichtet Dr. Wolfgang Stelzl, bereichsleitender Oberarzt der Ambulanz am LKH Feldkirch. Ab der 23. Schwangerschaftswoche sind Frühgeborene überlebensfähig. „Die Eltern sollen von Beginn an so viel Zeit wie möglich mit ihrem Baby verbringen können – die positiven Effekte sind wissen6

schaftlich erwiesen. Daher legen wir der Mutter oder dem Vater das Frühgeborene auch so schnell wie möglich auf die Brust und versuchen, die ganze Familie einzubinden“, so Dietz. „Der Hautkontakt stärkt die Beziehung und fördert u.a. das Stillen, was für alle Babys, aber insbesondere Frühgeborene in den ersten Lebensmonaten, die beste Ernährung darstellt.”

Wissen verbinden Babys, die zu früh, aber nach der 30. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, werden auch im LKH Bregenz betreut. „Wir haben ebenfalls eine Neonatologie. Auf dieser Station werden Frühgeborene und kranke Neugeborene betreut“, erklärt Primar Dr. Michael Rohde, ärztlicher Leiter der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe am LKH Bregenz. Damit die Betreuung der Neugeborenen auf höchstem Niveau möglich ist, arbeitet das LKH Feldkirch eng mit dem LKH Bregenz zusammen, um die Qualität bei den Behandlungen zu steigern, die Ausbildung für Jungmediziner zu erweitern und die Dienste und Fachexpertise der beiden Landeskrankenhäuser zu bündeln. Eltern gehören dazu Frühgeborenen-Medizin bedeutet rund um die Uhr eine Intensiv-Betreuung und -Behandlung, hochentwickelte Medizintechnik und viel Zuwendung von Eltern und dem Krankenhaus-Team. Wie schwer es für die Familie ist, wenn das Baby auf der Intensivstation liegt, sieht die diplomierte Kinderkrankenschwester Angelika Gerhalter, Stationsleiterin Pflege der Neonatologie im LKH Bregenz, jeden Tag: „Wir versuchen, es den Eltern so angenehm wie möglich auf unserer Station zu machen. Sie sollen sich wohl fühlen und Sicherheit im Umgang mit ihrem Kind bekommen. Was uns ganz wichtig ist – die Eltern kommen nicht auf Besuch, sondern sind Teil des Ganzen.“ Sie können frei entscheiden, ob sie im Krankenhaus bleiben Herzstück


„Verläuft die Geburt normal und komplikationsfrei, so tritt die Medizin bewusst etwas in den Hintergrund. Ärzte sind allerdings vor Ort, sollte doch medizinische Versorgung notwendig werden“, betont Primar Univ.-Prof. Dr. Christian Huemer, Leiter der Kinder- und Jugendabteilung am LKH Bregenz. „Wir merken bei uns, dass sich die werdenden Eltern Intimität und eine sehr persönliche Betreuung vor, während und nach der Geburt wünschen. Daher ist es beispielsweise in unseren Häusern auch möglich, eine Hebammenzentrierte Geburt zu wünschen, wenn die potentiellen Risikofaktoren in der Schwangerenambulanz abgeklärt wurden“, schildert Hebamme Verena Matt-Sturm vom LKH Bludenz. Dadurch können die Hebammen eine sehr familiäre und intime Atmosphäre schaffen.

möchten und dürfen dort schlafen und essen. Dabei spiele auch die psychologische Betreuung der Eltern eine wesentliche Rolle. „Kommt ein Baby zu früh auf die Welt, sind auch die Eltern noch nicht bereit. Da bedarf es vieler Gespräche, Einfühlungsvermögen, Zeit und Ruhe, um sie zu unterstützen“, betont Gerhalter.

Angst vor den Schmerzen der Geburt müsse man heute nicht mehr haben, betont Maier: „Ich sage den werdenden Müttern immer, dass sie an die Urkraft der Natur glauben sollen. Jede Frau darf sich für eine PDA entscheiden.“ Auch alternative Entspannungsmethoden sind möglich. „Wir können der Gebärenden Akupunktur, Aromatherapie oder Homöopathie und vieles mehr anbieten und sie natürlich, sanft und sicher durch die Geburt begleiten.“ Sollten doch Komplikationen auftreten, sind Gynäkologen und Kinderärzte sofort verfügbar.

Natürlich, sanft und sicher Grundsätzlich stehen die Geburtshilfe-Teams allen werdenden Eltern schon vor der Geburt zur Seite. „Wir würden uns freuen, wenn Frauen in der 37 bzw. 38. Schwangerschaftswoche zu uns in die Schwangerenambulanz kommen. So können wir uns auch schon ein wenig kennenlernen und die Erwartungen besprechen“, erklärt Primar Dr. Hubert Bösch, Leiter der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am LKH Bludenz. Die werdenden Mütter können sich zwischen zahlreichen Möglichkeiten der Geburtsgestaltung entscheiden. Die Entbindungsräume in den Landeskrankenhäusern sind unter anderem mit Haltetüchern, Bällen, Gebärhockern und Gebärbetten ausgestattet, die eine freie Wahl der Gebärposition erlauben. Außerdem besteht auch die Möglichkeit einer Wassergeburt. luag a!

Herzstück

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Individuelle Entscheidung In den Vorarlberger Landeskrankenhäusern können die Mütter ihre Babys rund um die Uhr bei sich im Zimmer haben. Dadurch haben sie die Möglichkeit, sich gleich intensiv kennenzulernen und es bringt Sicherheit für die Zeit zuhause. „Zusätzlich kann sich die Stillbeziehung gut entwickeln“, erklärt Rhode. Er ergänzt: „Selbstverständlich ist es kein Muss für die Frauen, zu stillen. Das ist uns schon wichtig.“ Um den Stillerfolg zu steigern, ist es sinnvoll, wenn sich die werdenden Mütter schon während der Schwangerschaft mit dem Thema beschäftigen. Es werden unter anderem auch Stillvorbereitungskurse angeboten, die über die Vorteile des Stillens für Mutter und Kind informieren. Darüber hinaus stehen auch Hebammen, Pflegepersonal und Ärzte den Müttern im Wochenbett unterstützend zur Seite. „Bevor die Eltern mit dem Neugeborenen nach Hause gehen, untersuchen wir das Baby: Wir machen einen Hüftultraschall und überprüfen die Hörleistung. Außerdem nehmen wir Blut aus der Ferse ab, um angeborene Stoffwechselerkrankungen erkennen zu können“, erklärt Assistenzärztin Dr. Nataly Netzer vom LKH Feldkirch. Im Rahmen der Nachbetreuung bieten die Landeskrankenhäuser auch Rückbildungskurse an – so sind die Mütter bis zum Ende der „Piz Buin-Bergtour“ rundum betreut.

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Geburten von Jänner bis November 2017

501

948

1.142

LKH Bludenz

LKH Feldkirch

LKH Bregenz

Herzstück


AN EINEM STRANG Mehr Qualität durch enge Zusammenarbeit der Experten: Um die Versorgung von erkrankten Kindern und Jugendlichen weiterzuentwickeln, haben die Kinder- und Jgendabteilungen der Landeskrankenhäuser gemeinsam den  „Kompetenzverbund für Kinder- und Jugendmedizin Vorarlberg“ gegründet. „Unser Fokus liegt u.a. auf der Bildung eines gemeinsamen Teams an zwei Standorten. Zudem haben wir einheitliche Standards bei der Behandlung eingeführt und beispielsweise festgelegt, wo, wie und wie lange ein Patient behandelt wird. Dies gilt auch für Standards bei der abgestuf-

Interview mit Liga Meier, Mutter eines Superhelden

Klein und doch so vollkommen

ten Versorgung von kranken Neu- und Frühgeborenen:

heilkunde den Kompetenzverbund. 

In der 25. Schwangerschaftswoche stellte die Frauenärztin von Liga Meier bei der Routineuntersuchung eine Zervixinsuffizienz fest: Dabei öffnet sich der Gebärmutterhals, weil er dem Gewicht der immer größer werdenden Gebärmutter und des darin heranwachsenden Kindes nicht mehr standhalten kann. Nach drei operativen Eingriffen und Versuchen, eine Frühgeburt zu vermeiden, musste ihr Sohn David nach einer Entzündung per Notkaiserschnitt geholt werden. Heute geht es dem kleinen Superhelden gut.

Wussten Sie, dass…

Wie waren der Notkaiserschnitt und die Stunden danach für Sie?

Braucht ein Kind Intensivbehandlung oder ist eine intensive Überwachung notwendig? Insgesamt arbeiten 22 Fachärztinnen und -ärzte und neun Assistenzärztinnen und -ärzte im Kompetenzverbund“, erklärt Primar Prof. Dr. Burkhard Simma, Leiter der Schwerpunktabteilung LKH Feldkirch und dieses Kompetenzverbundes.  Gemeinsam mit der Abteilung des LKH Bregenz unter Leitung von Primar Univ.-Prof. Dr. Christian Huemer bilden die beiden Abteilungen für Kinder- und Jugend-

… das LKH Bregenz ein zertifiziertes „Babyfriendly Hospital“ ist? So wird hier der frühe und möglichst ungestörte Hautkontakt zum Baby nach der Geburt gefördert. Darüber hinaus erhalten die Mütter auf Wunsch professionelle Beratung und Unterstützung zum Thema Stillen. Wussten Sie, dass… … es am LKH Bregenz eine Elternakademie und ein Stillcafé gibt? Regelmäßig werden Abendvorträge rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillen angeboten. Jeden Dienstag- und Donnerstagvormittag können sich Interessierte im Stillcafé austauschen und Fragen rund ums Kind stellen. http://stillcafeundelternakademie.at Woher stammt… … der Begriff Kreißsaal? Das Wort entstammt dem mittelhochdeutschen Wort „krizen“. Das bedeutet schreien, stöhnen und auch „Wehen haben“. Daraus hat sich „kreißen“ entwickelt – ein neues Wort für „in den Wehen liegen“ oder „gebären“.

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Die Geburt verlief unter Vollnarkose, daher habe ich nichts mitbekommen. Nach dem Aufwachen sollte ich mich noch ausruhen. Ich konnte aber nicht schlafen, da ich in Gedanken immer bei David war. Wie war es für Sie, David zum ersten Mal zu sehen?

Ich habe nur geweint. Du siehst dein Kind zum ersten Mal und es löst keine Glücksgefühle in dir aus. Nur Sorge und Angst. Ich habe noch nie so ein kleines Baby gesehen. So klein und doch so vollkommen. Wie ging es Ihnen als Mama während des stationären Aufenthalts?

Es war eine enorme psychische Belastung. Diese Ungewissheit, was der nächste Tag bringt oder was mir mitgeteilt wird, wenn ich zu David komme – das ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Konnten Sie während der Zeit stillen? Haben Sie genügend Unterstützung im LKH bekommen?

Stillen bzw. Milch abpumpen war für mich ganz wichtig. Es war endlich etwas, bei dem ich aktiv werden konnte und eines der wenigen Dinge, die ich David geben konnte. Fragen wurden mir auf der Station immer gut beantwortet.

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Arbeitswelten

„Nicht nur ein Beruf, sondern das Leben“ Es ist Handwerk auf höchstem Niveau und eine Arbeit mit dem Wertvollsten, was wir haben: Denn Chirurginnen und Chirurgen arbeiten jeden Tag am menschlichen Körper. Auch nach Jahren stehen die Oberärztinnen Dr. Kerstin Rautenberg, Dr. Andrea Moosmann und Dr. Elisabeth König mit Begeisterung im OP. Im „Luag a!“ sprechen sie über ihren Traumberuf, Herausforderungen im Alltag und die Vereinbarkeit mit der Familie. Sie alle haben sich für die Chirurgie entschieden. Warum? Rautenberg: Mir war von Anfang an klar, dass ich Chirurgin werden möchte – und ich habe zusätzlich die Ausbildung zur Fachärztin für Urologie gemacht. Moosmann (lacht): Mich hat die Chirurgie immer schon fasziniert. Sobald ich das grüne OP-Gewand gesehen habe, war ich hin und weg. König: Mir war das nicht von Beginn an bewusst. Das hat sich nach und nach herauskristallisiert. Zuerst wollte ich Fachärztin für Gynäkologie werden – was ja auch ein chirurgisches Fach ist. Ich habe mich dann aber dazu entschieden, Allgemeinchirurgie zu machen. Was müssen Chirurginnen und Chirurgen mitbringen? König: Chirurgie ist ein unglaublich schönes Fach. Wer sich dafür entscheidet, muss sich aber bewusst sein, dass die Chirurgie sehr hart ist. Es ist ein Handwerk, das heißt, man muss enorm viel Praxis sammeln, muss präsent sein, viel und immer wieder operieren. Kontinuität ist das A und O.

10 vlnr: Dr. Elisabeth König, Dr. Andrea Moosmann, Dr. Kerstin Rautenberg


Moosmann: Ja, das stimmt. Es erfordert Leidenschaft, Ausdauer, Selbstdisziplin und Leistungswillen, um die Chirurgie zu erlernen. Wenn man das Fach nicht liebt, zieht man das nicht durch. Man muss schon auch eine Kämpfernatur sein. Rautenberg: Und was man nicht vergessen darf – als Chirurgin oder als Chirurg muss man nicht nur geistig, sondern auch körperlich absolut fit sein. Der Beruf erfordert viel Kraft und Konzentration. Bin ich nicht fit und fokussiert, können Fehler passieren, die das Leben des Patienten gefährden können. Das ist eine Herausforderung, die nicht unterschätzt werden darf. Sie tragen eine sehr große Verantwortung – wie haben Sie gelernt damit umzugehen? Moosmann: Bis man Fachärztin ist, hat man immer jemanden bei sich, der die Verantwortung mitträgt. Je weiter man in der Ausbildung ist, desto mehr Verantwortung kommt dazu. Rautenberg: Man trägt natürlich auch eine sehr hohe Verantwortung, wenn man als Facharzt plötzlich eine Abteilung alleine leitet... König: Natürlich haben wir ein großes Verantwortungsbewusstsein – wir dürfen nichts vergessen und nichts verwechseln. Da durchlebt man auch unterschiedliche Stress-Phasen, auf die der Körper reagiert, wenn es zu viel wird.

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In Balance

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Sie sind nicht nur Chirurginnen, sondern auch Mütter. Wie vereinbar ist der Beruf mit der Familie? Moosmann: Meine Kinder habe ich während der Ausbildung bekommen. Ich hatte ein perfektes Umfeld und wurde von der gesamten Familie super unterstützt. Sonst hätte ich es nicht machen können. Für Frauen, die einen Kinderwunsch haben, stellt die Chirurgie nämlich eine besondere Herausforderung dar. Wie schon gesagt: Chirurgie ist ein Handwerk. Man benötigt sehr viel Praxis, um selbständig operieren zu dürfen. Arbeitet man in Teilzeit, sind natürlich auch die Zeiten, die man zum Operieren hat, sehr begrenzt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man vollen Einsatz zeigen muss, um zu beweisen, dass dieser Beruf auch mit Kindern gut machbar ist.

Kinder jederzeit gut versorgt sind und kann entspannt arbeiten. Natürlich habe ich als Mutter hin und wieder ein schlechtes Gewissen. Das ist schon klar. Aber es nutzt weder mir noch meinen Kindern, wenn ich gestresst bin.

König: Man muss schon auch sagen, dass die Kinder ja in einem guten Umfeld betreut werden und das ist kein Schaden für die Kleinen. Ich bin mit 46 Mutter geworden – und bin jetzt in Teilzeit tätig. Das funktioniert derzeit sehr gut, aber es ist auch stressig. Als Mutter musst du sehr viel organisieren und denkst Monate im Voraus. Was man auch nicht unterschätzen darf: 24-Stunden-Dienste sind neben den Kindern schon sehr anstrengend. Wächst da teils auch die Herausforderung im Job? Rautenberg: Ja, man braucht definitiv ein Netz – ein gutes Umfeld, Ganztagsbetreuung und eine Familie, die hinter dir steht. Ich habe meine Zwillinge nach der Facharzt-Ausbildung bekommen und bin wieder sehr schnell in den Beruf eingestiegen. Bei den chirurgischen Fächern ist es einfach nötig, dass man drinbleibt, um nichts zu verlernen. Ich profitiere davon, dass wir im LKH Bregenz einen Betriebskindergarten haben. Da weiß ich, dass meine 12

Moosmann: Auf jeden Fall. Ich möchte an dieser Stelle aber betonen, dass es grundsätzlich keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern in der Chirurgie gibt. Allerdings habe ich das Gefühl, dass man als Chirurgin mit Kindern dazu gezwungen ist, sich noch mehr auf die Beine zu stellen, um zu beweisen, dass es trotzdem geht. Schauen Sie, ich muss geistig und körperlich fit für den OP sein. Ich muss auf meinen Beruf fokussiert und zusätzArbeitswelten

lich aber auch für die Kinder da sein. Es ist beispielsweise auch nicht so einfach daheim zu bleiben, wenn das Kind mal krank ist. Die OPs müssen durchgeführt werden. Wenn man sich für das Fach entscheidet, dann muss man es voll und ganz machen. Auch zu dem Preis, dass man vieles rundherum perfekt zu organisieren hat bzw. auch privat auf einiges verzichtet. Rautenberg: Als Frau muss man klar kommunizieren, was man alles machen möchte und auch darauf bestehen, dass man in den OP will. König: Das betrifft aber Frauen mit Kindern – da ist es eben etwas sehr Spezielles. Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt es in der Chirurgie sonst nicht. Was mir schon auch noch wichtig ist – die Work-Life-Balance hat jetzt mehr Bedeutung. Aber das wird meiner Meinung nach auch ein bisschen falsch verstanden. Denn der Job sollte nicht nur „Work“ sondern auch „Life“ sein. Bei uns ist das Arbeiten auch das Leben. Erinnern Sie sich gerne an Ihre Ausbildung zurück? Moosmann: Die Ausbildung war eine sehr intensive und schöne Zeit. Damals waren die Arbeitsbedingungen aber noch ganz andere. So gab es bspw. das Arbeitszeitgesetz noch nicht in dieser Form. Wir haben damals wirklich sehr viel gearbeitet, um so schnell und so viel wie möglich zu lernen. Das ist heute in dieser Form nicht mehr erlaubt. Das muss man auch bei der TeilzeitStelle immer im Hinterkopf behalten. König: Ja, die Zeiten waren anders, da gebe ich Dr. Moosmann recht. Die Chirurgie hat uns komplett vereinnahmt. Ich hatte die Chance, alles lernen zu dürfen und durfte immer assistieren. Die Ärzte hatten schon viel Nerven, uns auszubilden und uns alles zu zeigen (lacht). Wir haben jede Möglichkeit genutzt, im OP zu stehen. Das war aber auch schwierig für die Partner. Die mussten schon einiges aushalten. Der Beruf stand oft an erster Stelle.


Haben Sie Tipps für junge Kolleginnen und Kollegen, die sich für die Chirurgie interessieren? Moosmann: Ohne Zweifel ist die Chirurgie ein sehr schönes Fach – wenn auch mit großer Herausforderung. Auszubildende müssen sich bewusst sein, dass es ein langer Weg ist, bis sie selbständig operieren dürfen. Sie sollten auf alle Fälle Geduld haben und das Für und Wider abwägen. Rautenberg: Es ist wichtig, dass die Auszubildenden bemüht und freundlich sind und viel Zeit aufbringen. Dann kann man in der Chirurgie sehr weit kommen. Da nehmen wir uns auch sehr gerne die Zeit, um ihnen alles beizubringen und mit ihnen zu lernen. König: Jeder, der sich für das Fach interessiert, sollte sich aber bewusst sein, dass man oft dann arbeiten muss, wenn andere frei haben... Moosmann: ... und man kann nicht einfach davonlaufen, wenn man mitten in der OP ist, und muss auch körperlich durchhalten. Gerade als Chirurgin mit Kindern muss man sehr organisiert sein.

OÄ Dr. Brigitte Albrecht ist leitende Oberärztin der Unfallchirurgie an der Tageschirurgie LKH Hohenems. Auch sie wurde von der "luag a!"-Redaktion um ein Statement gebeten.

Zu Beginn meiner Ausbildung war die Anzahl der Chirurginnen deutlich niedriger als heute. Wenn wir allerdings jetzt einen Unfallchirurgen-Kongress besuchen, ist die Zahl der Kolleginnen wesentlich größer. Das zeigt sich seit einigen Jahren auch bei der Besetzung der Ausbildungsstellen. Ich persönlich hatte das Glück eines freundschaftlichen Teams bereits während meiner Fachausbildungszeit. Ich hatte auch das Gefühl, dass mich die Mitarbeitenden in der Pflege und die OPSchwestern akzeptiert haben – das war damals in der Unfallchirurgie, die schon eine Männerdomäne war, nicht selbstverständlich.

Die Medizin wird immer weiblicher – wie wichtig ist es Ihnen, dass das Team „gemischt“ ist? König: Es ist gut, wenn Frauen und Männer im Team sind. Rautenberg: Der Meinung bin ich auch, denn Frauen kommunizieren anders als Männer und sind definitiv ein Gewinn für jedes Team. Moosmann: Jede Diversität eines Teams ist vorteilhaft: Es kommen verschiedene Ansichten, Blickwinkel und Ideen an den Tisch und in der Regel wird auch eine bessere Lösung für das Anliegen des Patienten gefunden.

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Dem Vorbild unseres ehemaligen Chefs (Dr. Hartmut Häfele) folgend behalten wir Traditionen bei, die uns die Arbeit erleichtern und die Freude am Job aufrechterhalten. Dazu gehört auch ein angenehmer und freundschaftlicher Umgang mit den Mitarbeitenden sowie eine gute Einschulung der Famulantinnen und Famulanten sowie der jungen Kolleginnen und Kollegen. Die Arbeit im OP und den Kontakt der Arbeit im OP und den Kontakt mit den Patienten in der Ambulanz sehe ich als guten Mix in unserem Fach.

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Du oder Sie? Das ist hier die Frage! Den Chef und Patienten siezen, die Kollegen duzen? Oder alle siezen oder duzen? Schaff t das Siezen Distanz und das Duzen Nähe? Zwei unserer Mitarbeiterinnen haben sich genauer mit diesem Thema auseinandergesetzt und bringen Licht ins verworrene Dunkel.

Es ist eine Vorarlberger Eigenheit – das persönliche Du. Doch wann sind die Mitarbeiter der Vorarlberger Landeskrankenhäuser im Stationsalltag damit konfrontiert? Patienten zu siezen ist für DGKS Martina Baumgartl, Abteilungsleiterin der Inneren Medizin I im LKH Hohenems, ein großes Anliegen. „Das ‚Du’ ist etwas sehr Persönliches. So sollte es auch behandelt werden. Das LKH Hohenems ist ein sehr kleines Haus – die Mitarbeiter sprechen sich per Du an“, erklärt Baumgartl. Etwas anderes gilt in ihren Augen definitiv hinsichtlich der Patienten. „Für uns hat das Siezen viel mit Wertschätzung und Höflichkeit zu tun – und sollte daher selbstverständlich für alle sein“, betont sie. Das helfe auch sehr in Konfliktsituationen, weiß Baumgartl: „Meiner Meinung nach lässt das Duzen keine Distanz mehr zu. Das erweist sich spätestens dann als schwierig, wenn kritische Situationen aufkommen.“

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Eine Ausnahme sind Patienten, die über einen längeren Zeitraum vom selben Personal betreut werden. „Bei uns sind es beispielsweise Onkologie-Patienten, die mit den Mitarbeitern des LKH per Du sind. Das geht aber auch immer vom Patienten aus“, so Baumgartl. Beziehung als Instrument

Einen ähnlichen Zugang dazu hat DPGKP Susanne Wechselberger, MSc. Sie unterrichtet an der Psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Rankweil. „Grundsätzlich gebietet die Höflichkeit, dass ich alle Menschen mit ‚Sie’ anspreche. Bei unseren Schülern bestehen wir natürlich auch darauf und begründen diese Forderung“, erklärt sie und ergänzt: „Sind allerdings gleichaltrige Patienten in Behandlung, wirkt das oftmals künstlich. Da kann es durchaus sein, dass sich das ‚Du’ anbietet – das wird dann aber immer vom Patienten angesprochen.“

STANDPUNKTE

In der Psychiatrie vertrauen sich Patienten mit tiefen seelischen Problemen an. Das ‚Du’ kann dabei Nähe und eine vertrauensvolle Beziehung fördern. Manchmal wäre das Bestehen auf dem „Siezen“ sogar hinderlich. Das hat einen bedeutenden Einfluss auf die Genesung. „Vertrauen und Beziehung sind Instrumente im Job, wir arbeiten mit Menschen in Ausnahmesituationen“, erklärt sie. Grundsätzlich verlässt sie sich allerdings auf ihr Bauchgefühl, ob sie das angebotene „Du“ annimmt oder beim „Sie“ bleibt. Bei einem sind sich Martina Baumgartl und Susanne Wechselberger einig: Das kumpelhafte oder einseitige Duzen, das nicht im gegenseitigen Einvernehmen geschieht, hat nichts in den LKH zu suchen.


Unsere Tochterfirma CSV feiert 10-jähriges Jubiläum Clinic Service Vorarlberg von Beginn an auf Erfolgskurs Um die besonderen Anforderungen im Krankenhaus zu erfüllen, gründete die Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG) vor zehn Jahren ein eigenes Reinigungsunternehmen: Im Rahmen eines PPP-Modells (Public Private Partnership) riefen sie gemeinsam mit dem international tätigen Partner Sodexo Austria die Clinic Service Vorarlberg GmbH (CSV) ins Leben. Die stetig gestiegene Anzahl der heute knapp 300 Mitarbeiter und die Erweiterung der Geschäftsfelder auf 45 Kunden zeigen den Erfolg des Unternehmens.

Seit 2006 ist die CSV ein Vorarlberger Dienstleistungsunternehmen im Bereich infrastrukturelle Facility-Services und ist regional im Gesundheitswesen tätig. Zu den Auftraggebern zählen alle Landeskrankenhäuser sowie das Krankenhaus Maria Ebene mit den Supro bzw. Clean Einrichtungen sowie der Bereich Business bei landesnahen Unternehmen wie der MPAV (Medizinprodukteaufbereitung Vorarlberg, ein anderes Tochterunternehmen der KHBG), die VKW-Gruppe sowie das Umweltinstitut Bregenz. „Unser Einsatzgebiet erstreckt sich vom Bodensee bis nach Partenen. Unser höchstgelegenes Objekt ist jenes der Illwerke auf der Bielerhöhe am Silvretta-Stausee“, erklärt CSV-Geschäftsführer Manfred Ruppert. „Die Vielfalt von Begabungen unter unserem Dach ermöglicht es uns, ein umfassendes Spektrum an Dienstleistungen für Lebensqualität im Alltag mit über 20 Berufen anzubieten. Dies macht uns auch zu einem attraktiven Arbeitgeber – und nur durch die Kompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wir so am Markt agieren.“

Auch in der Logistik bzw. bzw. für Hol- und Bringdienste wie z.B. bei Wäscheverteilung und Wertstofftransport ist die CSV im Einsatz. CSV-Personal wird auch bei der Küchenhilfe bereitgestellt sowie bei hauswirtschaftlichen Dienstleistungen im Krankenhaus Maria Ebene. Servicementalität, Teamgeist und Fortschritt

„Mehr als 95 Prozent unserer knapp 300 Mitarbeiter in unseren Standorten haben täglichen Kundenkontakt. Unsere Mitarbeitenden gestalten mit ihren Dienstleistungen den Arbeitsalltag und das Leben für 45 Kunden im Ländle. Das heißt, sie machen es fachmännisch sauberer, besser, sicherer, gesünder und einfacher“, erklärt der Geschäftsführer. Vielfalt in den Aufgaben – Vielfalt unter den Mitarbeitenden. Die Beschäftigung mit dem Thema Integration, Vielfalt und Chancengleichheit ist bei CSV seit Jahren Programm. Das zeigt sich auch bei den Mitarbeitenden: Ein Drittel davon sind Österreicher, zwei Drittel stammen aus allen Teilen der Welt, aus Peru über die Dominikanische Republik, aus Somalia, Ägypten, Italien bis Mitteleuropa, aus Bulgarien, der Ukraine, Russland bis hin zu den Philippinen und Thailand.

Reinigung auf höchstem Niveau

Kerngeschäft der CSV ist das Handwerk der Gebäudereinigung mit laufender Unterhaltsreinigung, Fensterreinigung und Grundreinigung geblieben. „Reinigung ist nicht gleich Reinigung: Patientenzimmer oder Hausflure bedürfen anderer Reinigungstechniken und zusätzlichem Wissen als z.B. eine OPReinigung im Krankenhaus“, beschreibt Manfred Ruppert das Spezifikum. Daneben hat die CSV seit ihrem Bestehen weitere Tätigkeitsbereiche entwickelt: So betreibt sie den Stationsservice im Landeskrankenhaus Feldkirch auf drei Stationen (Unfallchirurgie, Neurochirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe). Das bedeutet, sie unterstützt das Pflegepersonal z.B. bei der Essens-

organisation für Patienten.

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Grenzenlos

Eigentlich wollte er Journalist werden. Nach dem Zivildienst im Landeskrankenhaus Feldkirch war aber schnell klar - Medizin muss es sein! Das Studium in Innsbruck war in Rekordzeit geschafft und ganz nebenbei hat Dominik Klug sein Herzensprojekt nach Feldkirch geholt: das Teddybär-Krankenhaus.

Pferd mit BrokkoliVergiftung

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ZUGEHĂ–RT


Unter der Lupe

Bereits im ersten Studienjahr auf der Medizinischen Universität in Innsbruck hat Dr. med. univ. Dominik Klug beim dortigen Teddybär-Krankenhaus engagiert mitgemacht und war sofort überzeugt von dem Projekt. Die Grundidee ist so einfach, wie originell: Man gibt Kindern zwischen drei und sechs Jahren die Möglichkeit, einen Krankenhausaufenthalt auf spielerische Art mitzuerleben, um ihnen - so sie selbst einmal ins Krankenhaus müssen - die Angst davor zu nehmen. Dabei werden die einzelnen Stationen so detailgetreu wie möglich nachgestellt und können nacheinander besucht werden. Der große Vorteil für die Kleinen: Sie selbst sind nicht die Patienten, sondern ihre mitgebrachten Kuscheltiere. Als Begleitperson übernimmt das Kind Verantwortung und kann erleben, dass nicht alles, was im Krankenhaus passiert, schmerzt oder gefährlich ist. „Wenn man einmal auf der Kinderstation gearbeitet hat, dann weiß man, wie schlimm das für manche Kinder ist. Sie fangen zum Teil schon an zu schreien und zu weinen, wenn man zur Tür herein kommt und sie nur den weißen Kittel sehen. Das ist dann mühsam für die Kinder, die Eltern und auch für die Ärzte“, schildert Klug seine Erfahrungen. Eigene Wege gehen

Die enge Bindung zum Landeskrankenhaus Feldkirch weckte in Dominik Klug schlussendlich den Wunsch, das Teddybär-Krankenhaus auch in der Heimat zu etablieren. Deshalb sah er sich mangels Studenten von einer Medizin-Universität in Vorarlberg nach Alternativen um, freiwillige Helfer zu finden und entschied sich schließlich dazu, auch zusätzlich zu den freiwilligen Medizin-Studienkollegen, die Gesundheits- und Krankenpflegeschule (GKPS) in Feldkirch und Pharmaziestudierende mit einzubinden. Seiner Ansicht nach ist das ein Muss, „da in einem Krankenhaus auch Ärzte, Krankenpfleger und Pharmazeuten zusammenarbeiten und gemeinsam die Einrichtung am Leben erhalten.“

„Das Lieblingskuscheltier ist für Kinder wie ein Freund und dadurch eine wichtige Vertrauensperson.“ Dr. med. univ. Dominik Klug

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Vom Wartebereich über die Notfallambulanz bis hin zu Chirurgie und zum Labor sind im Teddybär-Krankenhaus in Feldkirch die unterschiedlichsten Stationen vertreten. Dort werden Esel und Hunde geröntgt, Dinos und Schlangen operiert und Katzen und Kängurus wird Blut abgenommen. Die vielen Freiwilligen, die sogenannten Teddyärzte, haben in ihrer Freizeit etliche Details liebevoll gestaltet. Es gibt sogar täuschend echt aussehende Röntgenbilder von den Kuscheltieren oder einen Organteddybären, den man mit einem Reißverschluss öffnen und die Organe einzeln herausnehmen kann. Doch am spannendsten finden die Kinder die Chirurgie, einmal musste sogar ein Kopf wieder angenäht werden – die moderne Medizin macht’s möglich! Vorbereitung muss sein

Bereits im Vorfeld sollten sich die Kinder auf diesen Tag vorbereiten. Sie beschäftigen sich im Kindergarten oder privat mit dem Thema Gesundheit und überlegen sich eine Krankengeschichte für ihr Tier. Das wird von den Veranstaltern ausdrücklich empfohlen, denn Dominik Klug sagt: „Das Interessante ist, dass die Kinder das auch zur Verarbeitung nutzen. Viele Krankheiten, die den Kuscheltieren zugeschrieben werden, kommen auch in der Familie oder im Freundeskreis vor. Damit geben wir ihnen die Chance, einmal genau hinzuschauen und diese Krankheiten besser zu verstehen.“ Doch mitunter entwickeln die Kleinen auch ihre ganz eignen „Krankheits-Kreationen“. Sehr hoch im Kurs derzeit: das Pferd mit BrokkoliVergiftung, das Schwein mit einem verschluckten Schuh und Schmetterlinge im Hundebauch.

TEDDYBÄR-KRANKENHAUS In den 1990er Jahren hat die internationale Vereinigung medizinischer Studierendenorganisationen IFMSA (International Federation of Medical Students‘ Associations) das Teddybär-Krankenhaus in Europa ins Leben gerufen. Das Projekt dient dazu, Kindern die Angst vor Ärzten und Krankenhäusern zu nehmen und ihnen spielerisch die Abläufe im Spital näher zu bringen. Es wird mittlerweile von Medizinstudenten überall auf der Welt umgesetzt und betreut. In Österreich gibt es das Teddybär-Krankenhaus bereits seit über 16 Jahren, bisher jedoch nur in Städten mit medizinischer Universität (Wien, Innsbruck, Graz, Salzburg, Linz). Seit 2016 ist es nun auch im Landeskrankenhaus Feldkirch zu Hause. Mehr Infos zum Projekt und zu den nächsten Terminen unter www.teddy-krankenhaus-feldkirch.at

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ZUR PERSON Dr. med. univ. Dominik Klug (25) aus Dornbirn * Zivildienst im Landeskrankenhaus Feldkirch, Abteilung Radiologie * 2011 bis 2017 Medizinstudium in Innsbruck * I st seit November fĂźr drei Monate auf Reisen und wird am 1. April 2018 seine erste Stelle im Landeskrankenhaus Feldkirch antreten. * Hobbys: Sport, Musik (Klavier und Gesang), Lesen

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Zugehört

Wenn sich Gedanken verdunkeln Nicht nur einfach ein Tief oder schlecht drauf: Eine Depression ist viel mehr. Sie führt zu Grübeleien, lähmt und kann sogar Suizidgedanken zur Folge haben. Die psychische Krankheit zählt zu den häufigsten Erkrankungen – und trotzdem wird sie noch immer unterschätzt.

Niedergeschlagen oder traurig ist wohl jeder einmal in seinem Leben. Beim Verlust eines geliebten Menschen ist es auch normal, wenn man über einen bestimmten Zeitraum von Trauer erfüllt ist. Je nach Dauer und Ausprägung spricht man von einer Depression. Wer daran leidet, dem fehlt der Antrieb und die Freude am Leben, die Stimmung ist gedrückt und die Betroffenen fühlen sich minderwertig. Darauf reagiert in den meisten Fällen auch der Körper mit Symptomen wie Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen. „Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung erleidet einmal im Leben eine depressive Episode. Sie wird allerdings oft erst spät erkannt und nicht ausreichend behandelt“, schildert Primar Dr. Jan Di Pauli, Chefarzt im LKH Rankweil. Unterschiedliche Ursachen

Die Erkrankung kann durchaus auch organische Ursachen haben und beispielsweise mit einer Schilddrüsenunterfunktion oder Blutarmut zusammenhängen. „Eine Inbalance von Botenstoffen im Gehirn spielt sicher eine Rolle. Ausgelöst werden kann eine Depression durch Stress oder Traumata, oft bei einer bestehenden psychischen Verletzbarkeit“, so der Experte.

Wie sieht die Behandlung einer Depression aus?

Die Behandlung besteht aus einer medikamentösen bzw. nichtmedikamentösen Therapie. Antidepressiva sind die erste Wahl und sollten sechs bis zwölf Monate eingenommen werden. Medikamente reichen allerdings fast nie. So kann eine Psychotherapie helfen bzw. Sport, Musik-, Ergo- und Tanztherapie die Heilung unterstützen. Ist eine Depression heilbar?

Ja, sie ist heilbar und gut behandelbar. Dabei kommt es allerdings auf die Depression an. Das ist individuell sehr verschieden. Ist ein Betroffener während einer Depression arbeitsfähig?

Nach einer schweren Episode wird der Patient krankgeschrieben. Bei leichteren Episoden muss das nicht der Fall sein. Können zum Beispiel Alkoholmissbrauch oder Essstörungen depressiv machen?

Ja, denn Alkoholmissbrauch verursacht auch hirnorganische Veränderungen. Auch eine Essstörung geht fast immer mit depressiven Symptomen einher. Zum einen handelt es sich um eine Störung der Körperwahrnehmung, zum anderen macht auch Hunger depressiv. Ich möchte mein Medikament absetzen. Wie gelingt mir das?

Versuchen Sie das über einen langen Zeitraum – und nur gemeinsam mit dem Facharzt – zu tun. Es gilt, Nutzen und Risiko genau abzuwägen.

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ZUGEHÖRT


Wussten Sie, dass… ... 2.683 Patienten in der Erwachsenenpsychiatrie des LKH Rankweil im Jahr 2016 aufgenommen wurden?

1.600 Wohnträume für Vorarlberg Gemeinsam Großes leisten. Jedes Jahr realisiert die Hypo Vorarlberg gemeinsam mit ihren Kunden die beachtliche Anzahl von 1.600 Wohnträumen. 1.600 individuelle Lebenssituationen, Herausforderungen und entsprechend vielfältige Finanzierungslösungen.

Nächste Veranstaltungen DIENSTAG, 20. FEBRUAR 2018, PANORAMASAAL LKH FELDKIRCH A LT E R S P S YC H I AT R I E : DEMENZIELLE ERKRANKUNGEN PRIM. DR. REINHARD BACHER, GERONTOPSYCHIATRIE DIENSTAG, 20. MÄRZ 2018, MONTFORTHAUS FELDKIRCH OSTEOPOROSE – WENN DIE KNOCHEN LEIDEN PRIM. DOZ. DR. GÜNTER HÖFLE, INNERE MEDIZIN

DIENSTAG, 17. APRIL 2018, PANORAMASAAL LKH FELDKIRCH E I N M A L T I E F D U R C H ATM E N , B I T T E ! DIE GESUNDE LUNGE PRIM. DR. PETER CERKL, PULMOLOGIE

DIENSTAG, 15. MAI 2018, HALLE 12 – MESSE DORNBIRN D I E S E H K R A F T E R H A LT E N – WA S M U S S/ K A N N I C H T U N? PRIM. PROF. DR. STEFAN MENNEL, AUGENHEILKUNDE

DIENSTAG, 19. JUNI 2018, MONTFORTHAUS FELDKIRCH V E R Ä N D E R U N G D E R A LT E R N D E N H A U T – WA S I S T N O R M A L , WA S K R A N K H A F T ? PRIM. PROF. DR. ROBERT STROHAL, DERMATOLOGIE

Vom klassischen variabel oder fix verzinsten Abstattungskredit, über Bausparkredite und speziellen Finanzierungsformen, unterschiedlichen Laufzeiten bis hin zu diversen Fördermöglichkeiten – eine Vielzahl von Faktoren beeinflussen die individuell optimale Finanzierung. Umso wichtiger ist ein Finanzierungspartner, der die eigenen Bedürfnisse versteht, auf den man sich verlassen kann und der als Wohnbaufinanzierungsprofi über langjährige Erfahrung in der Immobilienfinanzierung und im Förderwesen verfügt. Gebündeltes Finanzierungs Know-how aus einer Hand

Durch die enge Zusammenarbeit mit den Immobilienspezialisten des Tochterunternehmens Hypo Immobilien und Leasing GmbH, ermöglicht die Hypo Vorarlberg auch die Verkaufsabwicklung einer bestehenden Immobilie im Zuge einer Neufinanzierung des Eigenheims – effizient aus einer Hand. Darüber hinaus wickelt die Hypo Vorarlberg treuhändisch für das Land Vorarlberg alle Landeswohnbau-Förderungsdarlehen ab. So gilt die Hypo Vorarlberg nicht zuletzt als der Experte, wenn es um die Fördermöglichkeiten im Zuge einer Immobilienfinanzierung geht. Die Hypo-Finanzierungsexpertinnen und -experten stehen gerne für Beratungsgespräche zur Verfügung. In allen Filialen der Hypo Vorarlberg oder gerne auch bei Ihnen Zuhause. Ihre Ansprechpartner der Hypo Vorarlberg im LKH Feldkirch: Stefan Kreiner EFA®, Filialleiter stefan.kreiner@hypovbg.at T 050 414 - 2411

Bettina Schwald EFA®, Finanzierungsberaterin, bettina.schwald@hypovbg.at T 050 414 - 2418

Medizin zum Angreifen: Einmal monatlich beantworten medizinische Experten aus Vorarlberg Fragen zur Vorsorge zum Erhalt der Gesundheit und liefern neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft. Moderiert wird MedKonkret von VN-Redakteurin Marlies Mohr, die die Fragen und Antworten der ©fasching.photo

Veranstaltung für die Berichterstattung in den Vorarlberger Nachrichten und fürs „luag a!“ festhält. Die Teilnahme ist kostenlos.

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Finanzierungskunden Alexander Placek und Kathrin Konzett mit Karolina, Feldkirch


LKH Kompakt

Kurz und knapp Reges Interesse am Turnusärztekongress

Neue Ausbildungen in der Pflege

Das Engagement für den medizinischen Nachwuchs in Vorarlberg ist auch in diesem Jahr ungebrochen. Bereits zum dritten Mal konnte sich das achtköpfige Organisationsteam über einen gelungenen Turnusärztekongress im Herbst mit steigenden Teilnehmerzahlen freuen. Diesmal lag ein besonderer Schwerpunkt auf dem Lernen und Üben der Kommunikation mit Patienten und Angehörigen, vor allem auch in schwierigen Situationen. Die erfahrenen Referenten gingen auf typische Patientenfragen ein und standen Rede und Antwort rund um die unterschiedlichsten Gesundheitsfragen von Patienten.

Zu den vielfältigen Ausbildungsangeboten an den Krankenpflegeschulen in Feldkirch und Rankweil kommen nun zwei weitere hinzu: Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz. In nur einem Jahr mit 1.600 Ausbildungsstunden wird man zur Pflegeassistenz ausgebildet und kann später in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen und bei der Hauskrankenpflege mitarbeiten. Die Ausbildung zur Pflegefachassistenz dauert zwei Jahre, es sind 3.200 Stunden zu absolvieren und zu den späteren Aufgabenfeldern zählen die Durchführung der Grundpflege, prophylaktische Maßnahmen, Mitarbeit bei der Therapie, die soziale Betreuung der Bewohner und Patienten und vieles mehr. An der Krankenpflegeschule Feldkirch werden beide Ausbildungslehrgänge bereits angeboten, in Rankweil sind diese in Planung.

Die Abteilung Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge informiert:

Mehr Informationen dazu unter: www.krankenpflegeschulen.at

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LKH KOMPAKT

EN N R E DE FIZI EBE N N L Ä H ESI N N! D AN TE K ET R


Erfolgreiche Nachwuchs-Pflegekräfte

1450 hilft: schnell und unkompliziert

Insgesamt 21 Absolventinnen und Absolventen der Psychiatrischen Pflegeschule Rankweil konnten im September nach drei Jahren intensiver Ausbildung stolz ihr Diplom entgegennehmen. Besonders erfreulich ist außerdem, dass 17 davon bereits eine feste Stelle im Landeskrankenhaus Rankweil gefunden haben. Auch an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Feldkirch haben alle Diplomanden schon fixe Stellenzusagen. Dort konnten sich 40 Absolventinnen und acht Absolventen über einen erfolgreichen Abschluss freuen. Sie alle können nun gemeinsam in eine aussichtsreiche Zukunft blicken, denn die Nachfrage an gut ausgebildeten Pflegekräften ist groß.

Gesundheitliche Probleme oder unbekannte Symptome treten häufig zu den unpassendsten Zeiten auf: mitten in der Nacht oder am Wochenende. Wer dann beispielsweise mit Bauchkrämpfen, beunruhigenden Schmerzen oder plötzlichen Rötungen zu kämpfen hat, bekommt seit April schnelle Hilfe bei der Gesundheitsnummer 1450. Dort helfen ausgebildete Gesundheitsfachkräfte dabei, die Symptome richtig zu interpretieren, schaffen Orientierung und beraten über das weitere Vorgehen. Und die ersten Zahlen sprechen für sich. Bis Oktober haben bereits 9.000 Anrufer die neue Möglichkeit genutzt und dazu beigetragen, dass Notaufnahmen entlastet und unnötige Wartezeiten vermieden werden. Nur 12 Prozent der Anrufer wurden an ein Krankenhaus verwiesen, dafür 63 Prozent an Ärzte im niedergelassenen Bereich. Das zeigt: die kompetente Betreuung und Beratung beruhigt im Ernstfall und schafft schnelle Abhilfe.

Die Gesundheitsnummer 1450 ist 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche, kostenlos erreichbar!

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LKH Kompakt

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LKH Kompakt Grenzenlos

OP Datum:

OP-Sicherheits-Checkliste

Notfall

1

Patientenetikett

_____________________________________________________

(1

Station/Ambulanz – Arzt

Identität des Patienten

ja

Eingriff und Eingriffsort bestätigt

ja

nicht erforderlich

Eingriffsort markiert

ja

nicht erforderlich

Allergien

ja

nein

ja

nicht erforderlich

ja

nein

Blutkonserven gekreuzt / aktuell

ja

nicht erforderlich

Antibiotikaprophylaxe notwendig

ja

nein

Gerinnungsaktive Medikamente - Maßnahmen eingeleitet

(2

Risiko Blutverlust >500ml (>7ml/kgKG bei Kindern) „bei JA“ Menge EK (ml bei Kindern) bereit _________________________________________________________

Unterschrift Stationsarzt / Operateur: _____________________________________________________________________________________________________________________________________________________

2

Station – Pflege

Identität des Patienten (Patientenarmband)

ja

OP-Einwilligung unterschrieben (vor Prämedikation)

ja

AN-Einwilligung unterschrieben (vor Prämedikation)

ja

Eingriff in LA

AN Verordnung gesichtet / erledigt

ja

nicht erforderlich

Zahnprothesen entfernt

ja

nicht erforderlich

Schmuck entfernt

ja

nein

Hilfs- und Heilmittel entfernt (z.B. Kontaktlinsen,....)

ja

nicht erforderlich

In den OP mitgegeben: Schmerzpumpe

Antibiotikaprophylaxe

Venenpumpe

_____________________________________________________________________________

(3 Unterschrift Stationspflegefachkraft : __________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Patient ist für Transport zur OP-Schleuse freigegeben

3

ja

OP-Checklisten für Patientensicherheit Die Weltgesundheitsorganisation hat 2009 eine Empfehlung für die Verwendung von OP-Checklisten bei operativen Eingriffen abgegeben. Nun ist nachgewiesen, dass der Einsatz dieser Listen zu einem signifikanten Rückgang von Komplikationen und der Sterberate geführt hat. In den Vorarlberger Landeskrankenhäusern kommen OP-Checklisten bereits seit 2013 zum Einsatz und richten sich an das gesamte OP-Team. Denn alle daran beteiligten Berufsgruppen spielen eine wichtige Rolle, um Sicherheit und Erfolg einer Operation zu gewährleisten. Durch die korrekte Anwendung der Checkliste ist garantiert, dass alle sicherheitsrelevanten Informationen (wie Identität, Operationsstelle, Unverträglichkeiten, Equipment etc.) immer aktiv abgefragt werden, nicht vergessen werden können und allen Beteiligten bekannt sind.

Freigabe OP-Schleuse

Identität des Patienten

ja

Eingriffsort, Art des Eingriffs und Einwilligungen (OP, AN) bestätigt

ja

Eingriffsort markiert

ja

nicht erforderlich

Mit dem Patienten wurden übergeben: Schmerzpumpe

Antibiotikaprophylaxe

Venenpumpe

_____________________________________________________________________________

(3 Unterschrift Schleusenkraft : _____________________________________________________________________________ Uhrzeit: ____________________________________________________________________

Anmerkung: ____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

___________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

(1 Die Abschnitte 4. 5. 6. sind auch im Notfall (Dringlichkeit 1) bei Möglichkeit zu berücksichtigen! (2 Im Intranet unter: Interdisziplinäres / Gerinnung / Perioperatives Management (3 Unstimmigkeiten und offene Punkte sofort mit dem Operateur bzw. Anästhesisten klären!

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Grenzenlos


Drei Fragen an den Landesrat Im Frühjahr dieses Jahres wurde die neue Beratungsservice-Nummer 1450 in Betrieb genommen. Ziel war und ist, Ambulanzen und Ärzteschaft zu entlasten und gleichzeitig der Bevölkerung einen Best Point of Service zu bieten, der ihnen einerseits eine schnelle und kompetente Hilfe rund um die Uhr bietet und andererseits unnötige Anfahrtswege und Wartezeiten erspart. Wie wurde diese Nummer in den vergangenen sechs Monaten angenommen? Wir sind auf einem guten Weg! Seit April verzeichnen wir knapp 9.000 Anrufe – Tendenz steigend. Ziel nach einem Jahr sind 20.000, wir liegen also gut im Plan. Es ist klar, dass Neueinführungen eine gewisse Zeit brauchen, bis sie bei den Leuten ankommen. Die Ergebnisse aus ersten Auswertungen zeigen aber ganz deutlich den Erfolg: In 6 Prozent aller Anrufe konnte eine Selbstversorgung empfohlen und damit der Weg ins Krankenhaus oder zum Arzt erspart werden. Die meisten Fälle, nämlich 63 Prozent, konnten an den niedergelassenen Bereich, also Arztpraxen, Physiotherapeuten und Apotheken verwiesen werden. 12 Prozent gehörten wirklich ins Krankenhaus und 3,5 Prozent waren Notfälle, bei denen die Rettung alarmiert wurde. Die restlichen 15,5 Prozent entfallen auf diverse Empfehlungen und Weiterleitungen an Zahnärzte, Notfallseelsorge, Vergiftungszentrale, Hebamme, Polizei etc.

Jetzt sind aber im niedergelassenen Bereich, also bei den Haus- und Fachärzten, mitunter auch lange Wartezeiten bei Terminvergaben oder in den Ordinationen in Kauf zu nehmen. Da ist von Ärztemangel und PHCs – sogenannten Primärversorgungseinheiten die Rede, wie sieht das für Vorarlberg aus? In Vorarlberg sind alle Kassenstellen besetzt, aber man merkt, Bewerbungsverfahren dauern teilweise länger, es wird schwieriger, freie Stellen nachzubesetzen. Die Einrichtung von PHCs kann vor allem in unterbesetzten Regionen Abhilfe verschaffen. Zusammenschlüsse mehrerer Ärztinnen und Ärzte in Kooperation mit anderen Berufsgruppen wie Physiotherapeuten, diplomiertem Pflegepersonal etc., ermöglichen attraktive Arbeitsbedingungen im Hinblick auf Arbeitszeit und Aufgabenverteilung für die Ärzteschaft. Für die Patientinnen und Patienten liegen die Vorteile durch längere Öffnungszeiten, bessere Verfügbarkeit und eines größeren Angebotes unter einem Dach klar auf der Hand. Ich bin überzeugt, dass in Zusammenarbeit mit Ärztekammer und Sozialversicherung bald gute Konzepte vorgelegt werden können.

Kann man sagen, dass die Nummer 1450 tatsächlich eine Ambulanzentlastung bringt? Anhand der Zahlen ist offensichtlich, dass das System funktioniert und zu einer Entlastung der Allgemeinpraxen und Ambulanzen führen kann. Dazu ist es aber wichtig, dass die Nummer 1450 noch mehr im Bewusstsein der Menschen ankommt und es ist auch wichtig, dass die Leute die Empfehlungen des Beratungsservices annehmen. Ich bin überzeugt, dass die Bevölkerung den ganz persönlichen Nutzen dieses Beratungsdienstes erkennt und schätzt. Lange, unnötige Wartezeiten in Ambulanzen können oftmals erspart werden. Die zielgerichtete Hinweisung zum Best Point of Service vor allem auch nachts - ist hilfreich, praktisch und komfortabel.

Gesundheitslandesrat Dr. Christian Bernhard

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3 Fragen an

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In Balance

Ein Hauch von Leben Eine Schwangerschaft verändert vieles: Die werdenden Eltern bereiten sich auf ihren Nachwuchs vor, überlegen sich einen Namen für das kleine Wunder und richten das Kinderzimmer ein. Und dann der Schock, dass etwas nicht stimmt und aus der Vorfreude der Eltern wird plötzlich Trauer: Eltern, die ihr Baby noch während der Schwangerschaft verlieren, können in eine tiefe Krise stürzen.

Sie werden Sternenkinder genannt: Kinder, die noch vor, während oder kurz nach der Geburt sterben. „Eine Fehl- oder auch Totgeburt geschieht für die meisten Frauen bzw. Eltern unerwartet und erschüttert zutiefst“, erzählt Daniela Bohle-Fritz, Krankenhausseelsorgerin am LKH Feldkirch. Jede vierte Schwangerschaft endet mit einer Fehl- oder einer Totgeburt. Doch obwohl es eine Erfahrung ist, die viele Frauen machen, ist es gleichzeitig eine, die zumeist im Verborgenen passiert und über die Frauen nicht sprechen.

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Entscheidung treffen

Trauer und Verlust zulassen

In den meisten Fällen wird eine natürliche Geburt angestrebt und medikamentös eingeleitet. Mediziner sprechen bei Totgeburten (dabei handelt es sich um verstorbene Kinder, die mehr als 500 Gramm wiegen) oder bei Fehlgeburten (verstorbene Kinder, die weniger als 500 Gramm wiegen) häufig auch von einer „stillen Geburt“. Rein medizinisch ist diese allerdings nicht sofort notwendig. Solange die Fruchtblase noch intakt ist, können die Eltern nach dem Befund nochmals nach Hause gehen und in Ruhe darüber nachdenken, wie sie das verstorbene Ungeborene zur Welt bringen möchten.

„Es ist wichtig, dass die Eltern sich im Krankenhaus genügend Zeit nehmen, um sich von ihrem ungeborenen Baby zu verabschieden und zu trauern“, erklärt Bohle-Fritz. Psychologen an den Vorarlberger Landeskrankenhäusern sind während der schweren Zeit für die Eltern da. Auf Wunsch der Eltern segnen Krankenhausseelsorger das Kind und begleiten sie bei Bedarf gemeinsam mit den Psychologen auf ihrem schmerzhaften Weg.

IN BALANCE

Die Trauer annehmen, sich das Weinen erlauben – das ist ein wichtiger Prozess bei der Bewältigung des Verlustes. „Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Woche die Mutter ihr Kind verliert. Stirbt das Baby in einem frühen Entwicklungsstadium, kann der Schmerz genauso groß sein, als wenn der Embryo älter ist“, erzählt Bohle-Fritz von ihren Erfahrungen.


Abschied nehmen „Wir ermutigen die Eltern, ihr Baby nach der Geburt nochmals anzuschauen, um sich verabschieden zu können“, betont die Seelsorgerin. Die Ärzte, das Pflegepersonal und die Hebammen gehen dabei sehr behutsam und respektvoll mit den Eltern um. „Sie waschen das Kind, ziehen es an und wickeln es liebevoll in eine Decke. So können die Eltern noch Zeit mit ihrem Baby verbringen, ihm beispielsweise noch einen Namen geben und ein gemeinsames Foto machen“, so Bohle-Fritz. Diese positiven Erinnerungen helfen den Eltern nachweislich bei ihrem Trauerprozess. Dabei sollen die Eltern auch die Familie einbinden. „Gerade auch für Großeltern und Geschwister bedeutet es viel, wenn sie sich vom Baby verabschieden können. So können sie den Tod auch besser annehmen“, weiß sie.

Jede Art des Mitgefühls und Trosts tue den Eltern gut. „Man darf die Trauer keinesfalls herunterspielen. Sätze wie ‚Du bist noch jung und kannst wieder schwanger werden’ oder ‚Das Baby war doch eh noch so klein’ soll man definitiv vermeiden“, betont Bohle-Fritz. Darüber hinaus soll die Familie Verständnis dafür haben, dass die Trauer auch über einen längeren Zeitraum dauern kann. „Wichtig zu akzeptieren ist auch, dass Frauen und Männer die Trauer auf unterschiedliche Art und Weise verarbeiten. Dabei soll man auch auf die Väter achten – oft bleibt dafür zu wenig Platz“, berichtet die Seelsorgerin. Ort zum Trauern Mit dem "Christlichen Gemeinschaftsbegräbnis mit islamischem Gebetsteil für alle frühverstorbenen Kinder" können die Familien am Begräbnis ihrer Kinder teilnehmen und haben am Friedhof oberhalb des LKH Rankweil einen Ort zum Trauern. „Es gibt Eltern, die jede Woche auf diese Grabstätte kommen. Hier können sie weinen, und den Schmerz verarbeiten – das ermöglicht auch eine unbeschwertere nächste Schwangerschaft“, so Bohle-Fritz.

Rückhalt von der Familie Ein verständnisvolles und liebevolles Umfeld ist besonders wichtig, um den Verlust zu verarbeiten. Die Trauer darf dabei nicht verharmlost werden. Denn Mütter, die eine Fehl- oder Totgeburt erleben, leiden oft unbegründet an Schuldgefühlen und derAngst, dass sie während der Schwangerschaft etwas falsch gemacht haben.

Auf Wunsch werden alle Früh- und Fehlgeburten in den Krankenhäusern seit dem Jahr 1972 am Waldfriedhof des LKH Rankweils gemeinsam beerdigt – außer Eltern entscheiden sich, ihr Kind im Familiengrab, in einem Kindergrab oder im muslimischen Friedhof zu beerdigen. Zweimal im Jahr (im Oktober und im März/April) findet ein gemeinsames Begräbnis von verstorbenen Kindern christlicher, muslimischer und konfessionsloser Eltern statt. Im November wird ein Gedenkgottesdienst für alle frühverstorbenen Kinder gestaltet mit Gang zum Friedhof und Gräbersegnung. Eltern, die zum Begräbnis oder Gedenkgottesdienst eingeladen werden möchten, sollen sich bitte direkt bei Seelsorgerin Daniela Bohle-Fritz melden (05522/303-4060, daniela.bohle-fritz@lkhf.at).

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IN BALANCE

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Unter der Lupe

Hybrid-OP: mit Vollgas in die Zukunft Mit Anfang September ist der neue Hybrid-OP-Saal im LKH Feldkirch in Betrieb gegangen, jede Woche werden dort bis zu 20 Patienten behandelt, und zwar sowohl akute Fälle als auch geplante Eingriffe. Generell versteht man unter „Hybrid“ das Kreuzen oder Vermischen zweier Dinge bzw. eine gezielte Bündelung, um bestimmte Strategien zu verfolgen. Vereinfacht gesagt ist Hybrid eine (neue) Kraft, die aus einem beabsichtigten Zusammenspiel unterschiedlicher Methoden oder Techniken entsteht. Schon bisher haben die Chirurgen und Radiologen des Schwerpunktkrankenhauses Operationen teilweise gemeinsam durchgeführt, bei denen für einen Teil der Prozedur Röntgensicht notwendig ist. Prim. Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Hofmann, Leiter der Gefäßchirurgie, beschreibt die Vorgangsweise: „Wurden die Eingriffe im Radiologie-Bereich durchgeführt, waren zwar die Bilder hervorragend, wir Chirurgen mussten allerdings auf recht engem Raum arbeiten. Andererseits liefern beispielsweise kleine, fahrbare Röntgenröhren, die in einem normalen Operationssaal verwendet werden, keine derart guten Bilder, wie es bei großen Röntgenapparaten der Fall ist.“ Hier bietet nun der Hybrid-OP für geeignete Eingriffe enorme Vorteile.

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Seit einigen Wochen zählt das Vorarlberger Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch zu den modernsten Krankenhauseinrichtungen in ganz Mitteleuropa. Mit ein Grund dafür ist der neue Hybrid-Operationssaal, der für Operateure, Pflege und vor allem Patienten viele Vorteile bietet.

Was ist neu an diesem High-Tech-Operationssaal? „Hybrid-OP“ bedeutet die Möglichkeit, dass der Arzt während eines komplexen Eingriffs zusätzlich zur Infrastruktur eines modernst ausgestatteten OP-Saales eine hochauflösende Bildgebung zur Verfügung hat. So handelt es sich prinzipiell bei einem Hybrid-OP-Saal um einen Operationssaal, der mit medizinischer Bildgebung beispielsweise in Form von Computertomographen (CT) oder Magnetresonanztomographen (MRT) ausgestattet ist. „Im neuen Hybrid-OP-Saal steht uns eine hochwertige Rotationsangiographieanlage zur Verfügung. Eine Röntgenröhre bildet eine Einheit mit einem Industrieroboter-Arm, die Vorrichtung ermöglicht die flexible Rotation um den Patienten. Die Vorteile dabei sind die dosissparende Röntgenröhre sowie die Erzeugung von Volumen-Datensätzen, aus denen dreidimensionale Aufnahmen generiert werden können“, erläutert Prim. Univ.-Doz. Dr. Manfred Cejna, MSc, Leiter der Radiologie. Diese Verbindung aus einem optimal ausgestatteten Operationssaal mit digitaler Bildgebung bringe neue Möglichkeiten für den Operateur, fügt Gefäßspezialist Hofmann hinzu: „Noch während des Eingriffs können diese 3D- und 2D-Rekonstruktionen in die OP einbezogen werden.“

UNTER DER LUPE


Benefit für Patienten Die Verbindung von Chirurgie und bildgebenden Modalitäten erleichtert operative Eingriffe – für die Ärzte und das Pflegepersonal genauso wie für die Patienten. Die Patienten profitieren unter anderem auch davon, dass dank der Hybrid-OPTechnik minimalinvasive Eingriffe noch präziser als Methode der Wahl möglich sind. Minimal Invasive Chirurgie teilweise unter Röntgensicht ist - speziell in der Gefäßmedizin - die schonendste Methode für den Patienten, da die Operationswunden möglichst klein gehalten werden können. Darüber hinaus dauert die Durchleuchtung mittels Röntgenstrahlen dank neuester Gerätschaften weniger lang. Alles in allem kann der Patient schneller, weil an einem Ort, versorgt werden und kommt folglich wieder rascher zurück auf die Station. Damit nicht genug, dauert die Heilungsphase im Anschluss an den Eingriff, der in einem Hybrid-OP durchgeführt werden kann, deutlich kürzer als bei Operationen, die nicht mittels Hybrid-Technik und noch dazu minimalinvasiv durchgeführt werden.

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Der Hybrid-OP-Saal in Feldkirch wird derzeit von der Radiologie und Gefäßchirurgie verwendet, in weiterer Folge (mit der kompletten Fertigstellung des OPZentrums 2018) auch von der Orthopädie, Traumatologie und Neurochirurgie. In der Orthopädie und Neurochirurgie wird beispielsweise das Einsetzen von Implantaten an der Wirbelsäule durch die 3Dund 2D- Möglichkeit in Zukunft deutlich erleichtert. Des Weiteren bietet ein Operationssaal, der sowohl chirurgisch als auch bildgebend-diagnostisch ausgestattet ist, Vorteile in der Behandlung von Schwerstverletzten (sog. Polytraumen). Optimale Bedingungen Derzeit werden weltweit Hybrid-Operationssäle gebaut und eingerichtet. Die Einführung dieser Technik am LKH Feldkirch erfolgte mit dem Bau des OP- und Intensivzentrums – einem kompletten Neubau eines Operationstraktes. So war es möglich, räumlich wie technisch eine optimale Lösung zu erzielen. Wenngleich sich an den Arbeitsabläufen an sich nichts ändere, müsse man sich sehr wohl einarbeiten, wie Jürgen Klieber, Bereichsleitung OP-Pflege, erklärt: „Das gesamte OP-Pflegepersonal wurde etwa im Umgang mit den Geräten, den Lampen, dem Video-Routing usw. geschult. Die Tätigkeiten und Aufgaben sind nicht neu für die OP-Pflegeteams. Sehr wohl aber bedarf es einer Einschulung im Hinblick auf die räumlichen Gegebenheiten oder etwa, was die Positionierung der Geräte angeht.“

UNTER DER LUPE

„Hybrid-OP“ bedeutet die Möglichkeit, dass der Arzt während eines komplexen Eingriffs zusätzlich zur Infrastruktur eines modernst ausgestatteten OP-Saales eine hochauflösende Bildgebung zur Verfügung hat. Prim. Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Hofmann, Leiter der Gefäßchirurgie

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Unter der Lupe

Kein Zweifel besteht daran, dass der neue Hybrid-OP-Saal die Arbeitsabläufe wesentlich vereinfacht und somit für das Personal eine Entlastung bringt. „Es ist genügend Platz vorhanden, um auch komplexe Eingriffe unter besten Bedingungen vorbereiten zu können“, so Klieber.

„Dank modernster Technik und Ausstattung ist eine intraoperative Qualitätskontrolle auf hohem Niveau möglich“ Prim. Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Hofmann, Gefäßchirurg am LKH Feldkirch

Hohes Niveau Die Ärzte zeigen sich ebenfalls sehr erfreut über den neuen Hybrid-OP: „Dank modernster Technik und Ausstattung ist eine intraoperative Qualitätskontrolle auf hohem Niveau möglich“, sind sich Gefäßchirurg Wolfgang Hofmann und Radiologe Manfred Cejna einig und sprechen damit stellvertretend für alle Operateure und Radiologen, die den HybridOP nutzen. Und wenngleich sich die OP-Teams während eines Eingriffs freilich auf die Patienten konzentrieren, hebt die Aussicht auf die Schweizer Berge die Stimmung im OP-Saal einmal mehr. Konzentriertes Arbeiten – mitunter während mehrerer Stunden, wie das nicht selten der Fall ist – erfordert nämlich auch kurzzeitiges Entspannen zwischendurch. Und was bietet sich in dem Fall Besseres an, als den Blick über die naheliegende Berglandschaft schweifen zu lassen?

HYBRID-OPERATIONSSAAL AM SCHWERPUNKTKRANKENHAUS FELDKIRCH Einer der modernsten OP-Säle Österreichs und Mitteleuropas; bietet die Möglichkeit einer umfassenden Bildgebung (Rotationsangiografie mit 3D-Bildgebung) während und nach der Operation Hybrid im Bereich Medizin: Operation und Bildgebung zur selben Zeit im selben Raum; Vergleiche Hybrid-Auto: Elektroantrieb in Kombination mit z.B. Benzinoder Dieselmotor Vorteile für Operateur, Pflegepersonal und Patienten Multiprofessionelle und fachübergreifende Nutzung durch z.B. Gefäß-, Unfall- und Neurochirurgie, Orthopädie, Traumatologie sowie interventionelle Kardiologie und Radiologie

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LKH-Lesetipp

LKH FitQuiz

Tom Cooper Das zerstörte Leben des Wes Trench

Testen Sie Ihr Wissen rund um die Vorarlberger Landeskrankenhäuser!

ullstein

1 In welchen drei Vorarlberger Landeskrankenhäusern können werdende Mütter entbinden? 2 Wie viele Patienten wurden im Jahr 2016 in der Erwachsenenpsychiatrie des LKH Rankweil aufgenommen? 3 In welchem LKH befindet sich die FrühgeborenenIntensivstation? 4 Wie viel Prozent der Bevölkerung erleiden einmal im Leben eine depressive Episode? 5 Was bedeutet der Begriff „Kreißsaal“? 6 Bis zu wie viele Patienten werden im Hybrid-OP-Saal pro Woche behandelt? 7 Wie viele Anrufer haben bis Oktober 2016 die Gesundheitsnummer angerufen? 8 Was passiert im Teddybär-Krankenhaus? 9 Welche Krankheiten plagen die TeddybärKrankenhaus-Patienten? 10 Wie lautet die Gesundheitsnummer?

Vom Hurrikan bis zur Ölkatastrophe Deepwater Horizon: Es sind zahlreiche Katastrophen, die das kleine Bayou-Städtchen Jeanette aus der Bahn werfen. Das Buch beschreibt das Leben der Menschen in den Südstaaten, nachdem der Hurrikan Katrina darüber hinweggefegt ist und berichtet über drastische Ereignisse – dabei werden aber auch sehr einfühlsam die Probleme erzählt, die die Shrimps-Fischer in der Stadt nach den Umweltkatastrophen haben. So scheint es, dass es für die jungen Einwohner nur die Flucht in Alkohol und Drogen und keine sichere Zukunft mehr gibt. Trotzdem bleibt am Ende des Tages die Hoffnung und der Zusammenhalt in der Gemeinschaft bestehen. Das Buch hat mich sehr nachdenklich gestimmt und ich kann es wirklich nur empfehlen. Von Prim. Dr. Ruth Krumpholz, Anästhesie Chefärztin LKH Bludenz

1. Am LKH Bregenz, LKH Feldkirch und LKH Bludenz. // 2. 2.683 Patienten // 3. LKH Feldkirch // 4. Bis zu 20 Prozent. // 5. Das Wort entstammt dem mitthochdeutschen Wort krizen. Das bedeutet schreien, stöhnen und auch „Wehen haben“. Daraus hat sich „kreißen“ entwickelt – ein neues Wort für in den Wehen liegen oder gebären. // 6. Bis zu 20 Patienten (sowohl akute Fälle als auch geplante Eingriffe) // 7. 9.000 Anrufer // 8. Kinder zwischen drei und sechs Jahren können einen Krankenhausaufenthalt auf spielerische Art erleben – dabei sind nicht sie, sondern ihre mitgebrachten Kuscheltiere die Patienten. // 9. Das Pferd mit Brokkoli-Vergiftung, das Schwein mit einem verschluckten Schuh und Schmetterlinge im Hundebauch zählen zu den beliebtesten „Krankheits-Variationen“. // 10. 1450

A:

LKHaha #04

luag a!

Zur Gaude

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Alberschwende, Bregenzerwald

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Das Patientenmagazin der Vorarlberger Krankenhäuser, Ausgabe #10

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