Zeppelin Universität | BIC | Jahresreport des Innovationskreises Digitales Nachhaltigkeitsmanagement

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ZUSAMMENFASSUNG

Die vorliegende Broschüre zum Thema Digitales Nach-

sen des BIC besonders darauf geachtet wird, die vertrau-

haltigkeitsmanagement beleuchtet den digitalen Wandel

ensvolle Arbeitsatmosphäre der Treffen zu schützen, stellt

der Arbeit von Umwelt- und Nachhaltigkeitsabteilungen.

diese Broschüre die einzige öffentliche Dokumentation dar.

Potentiale des Einsatzes neuer Technologien wurden für

Weitere besprochene Ergebnisse verbleiben zwischen den

die Steuerung und Berichterstattung von Nachhaltigkeit

Teilnehmenden.

in Unternehmen und entlang von Lieferketten ausgelotet. Darüber hinaus bietet die Broschüre interessierten Akteu­ Der Innovationskreis wie auch die Erstellung der Broschü-

ren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft die

re erfolgten in Kooperation zwischen dem Bodensee Inno-

Mög­lichkeit, einen Einblick in die Arbeit des Innovations­

vationscluster | BIC , der SAP SE sowie den teilnehmenden

kreises zu nehmen.

Führungskräften aus Unternehmen der Bodenseeregion. Neben der Vorstellung der inhaltlichen Struktur des geDie Broschüre verschriftlicht Vorträge und Diskussionen

samten Kreises wird jede Einzelveranstaltung durch ei­

von teilnehmenden Unternehmen des Innovationskreises

nen Beitrag der Vortragenden und durch einen Ergebnis-

aus den Jahren 2019 und 2020. Da in den Innovationskrei-

bericht von Seiten des BIC kurz zusammengefasst.


„Es gibt Themen, die sich innerhalb des Feldes der unternehmerischen Verantwortung gar nicht oder nur schwer regulieren lassen. Es ist daher wichtig, auf die Innovationsfähigkeit von Nachhaltigkeitsmanagement zu setzen.“

PROF DR JOSEF WIEL AND

Kuratoriumsvorsitzender des Bodensee Innovationsclusters | BIC


Juni 2021


INH A LT

4 Grußwort 6 Einleitung zum Innovationscluster und Innovationskreis 8 Themenübersicht der BIC-Erhebung 2018 10 Relevanz des Innovationskreises Digitales Nachhaltigkeitsmanagement 11 Vorträge Innovationskreis Digitales Nachhaltigkeitsmanagement 12 Innovationskreis #1 : Die Bilanzierung der Zukunft 16 Innovationskreis #2 : Blockchain & Kreislaufwirtschaft 18 Innovationskreis #3 : Tracing in Supply Chains 20 Innovationskreis #4 : Hub-Ansätze von Nachhaltigkeitsdaten 23 Innovationskreis #5 : Nichtfinanzielle interne Kontrollsysteme 28 Innovationskreis #6 : Reporting von Nachhaltigkeitsdaten 31 Impressionen 33 Ausblick 34 Team 36 Unternehmenspartner 37 Kontakt & Impressum


GRUSSWORT

Eine Broschüre zum Digitalen Nachhaltigkeitsmanagement

Betriebe sind heute immer stärker in Wertschöpfungsnetz-

am Bodensee hat aus mehreren Gründen einen besonderen

werke eingebunden, in denen sich das Verhältnis von Auf-

Wert. Zum einen gibt sie die Diskussion in einer vom Mittel-

traggeber und Auftragnehmer hin zu einem Netzwerk aus

stand geprägten Region wieder. Dies ist gerade deswegen

Kooperationen verschiebt. Dabei ist es eine wesentliche He-

relevant, weil es teilweise noch keine Selbstverständlichkeit

rausforderung, die Interessen aller Stakeholder innerhalb des

im deutschen Mittelstand ist, dass Unternehmen eigene

Netzwerkes zu bündeln, sodass ein Resultat mehr ist als die

Nach­haltigkeitsabteilungen haben. Die Broschüre zielt somit

Einzelgedanken der Akteure. Die Befähigung hierzu sichert

darauf ab, der Arbeit von Nachhaltigkeitsmanagern Aufmerk-

ein funktionstüchtiges Nachhaltigkeitsmanagement in Betrie-

samkeit zu geben und Raum zur Diskussion der Herausfor-

ben mit ab.

derungen und Chancen von Digitalisierung in ihrer Arbeit zu schaffen. Zum anderen zeigt sich, dass Nachhaltigkeitsma-

Neben der damit angesprochenen wettbewerbs- und legiti­

nagementsysteme große Potentiale für den Einsatz digitaler

mitätsorientierten Sicht auf Nachhaltigkeitsmanagement wur­

Technologien aufweisen. Hierzu skizziert die Broschüre einige

de der Innovationskreis von einer managementorientierten

Ansätze, die während des Innovationskreises Digitales Nach-

Denkweise geprägt. Hierbei galt das alte Bonmot, dass aus-

haltigkeitsmanagement diskutiert wurden. Letztlich bietet eine

schließlich Gemessenes auch tatsächlich gemanagt wird. Die

derartige Broschüre Kolleginnen und Kollegen sowie Teilneh-

Erhebung von relevanten Messdaten ist somit ein Kernbe-

menden die Möglichkeit, auf vorgetragene Ideen und Argu-

standteil aller Digitalisierungsbemühung innerhalb des Nach­

mente zurückzugreifen und somit eigene Digitalisierungspro-

haltigkeitsmanagements und die Potentiale sind hier einer-

jekte innerhalb des Nachhaltigkeitsmanagements anzustoßen.

seits sehr groß und andererseits häufig nicht realisiert. Bei

Digitales Nachhaltigkeitsmanagement bedeutet im betriebli-

les Nachhaltigkeitsmanagement haben wir uns insbesondere

chen Kontext den Einsatz digitaler Technologien zum Manage-

von folgenden drei Überzeugungen leiten lassen :

der thematischen Gestaltung des Innovationskreises Digita-

ment neuer Stakeholder-Anforderungen bei gleichzeitiger Stei­ gerung der Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf Umwelt- und soziale Belange im Betriebsablauf, den eigenen Produkten und der Lieferkette.

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Erstens : Die Umrechnung von nichtfinanziellen Daten in fi-

Drittens : Wer sich weigert, die Nachhaltigkeit seines Unter-

nanzielle Aufwände und Erträge spielt aus unserer Sicht eine

nehmens zu messen, zu managen und zu kommunizieren,

übergeordnete Rolle ( siehe IK #1, IK #4 und IK #6 ). Die Be-

verkennt den Megatrend Nachhaltigkeit, der die Wirtschaft

reitschaft, Investitionen in umwelt- und insbesondere klimaf-

schon jetzt prägt. Eine gesellschaftliche Diskussion zur Fra-

reundliche Technologien zu tätigen, ist am Bodensee groß.

ge, wie Globalisierung gerecht gestaltet werden kann, findet

Allerdings wird sich eine Steuerung der „wahren Kosten und

in einer nahezu alltäglichen Debatte statt. Die Analyse von

Erträge“ nur über eine Veränderung der internen Kostenrech-

Nachhaltigkeitsthemen zu automatisieren, Daten in Echtzeit

nungssysteme realisieren lassen. Diese Rechnungslegung,

abzurufen und eine derartige Erhebung durch Cloud-Lösun-

die auf nichtfinanziellen Daten aus bestehenden IT-Syste-

gen zu unterstützen und durch künstliche Intelligenz ( KI ) und

men beruht, war somit ein zentraler Aspekt der Innovations­

Blockchain zu steuern, wird zu einem Faktor wirtschaftlichen

kreistreffen.

Erfolgs ( siehe IK #2 , IK #3 , IK #6 und Gastbeitrag ab Seite 31 ).

Zweitens : Wer eine bindende Regulierung fordert, wie eine

Das LEIZ und die SAP SE sind stolz darauf, einen

etwaige Haftung im Sorgfaltspflichtengesetzt, verkennt da-

organisatorischen Rahmen für einen vertraulichen

mit erstens die Komplexität in Wertschöpfungsnetzwerken

Informationsaustausch zum Digitalen Nachhaltig­

und ignoriert zweitens den noch ausbaufähigen Reifegrad

keitsmanagement geschaffen zu haben, und wün­

von Nachhaltigkeitsstandards ( siehe IK #2 , IK #3 und IK #5  ).

schen eine anregende Lektüre der Gedanken un-­

Es ist ein erheblicher Kostenfaktor, alle Anforderungen von

serer Referentinnen und Referenten und der Dis-

Nachhaltigkeitsstandards an Betriebe auf einmal zu steuern

kussionen im Innovationskreis.

und zu berichten. Dies ist zugleich ein Argument für die Einführung eines digitale( re )n Nachhaltigkeitsmanagementsystems. Unternehmen, die ein solches Investment nicht tätigen, müssen sich fragen – besonders wenn sie über mehrere, internationale Standorte verfügen –, ob sie die immer komplexer werdenden Elemente von Nachhaltigkeitsmanagement innerhalb des Unternehmens effizient managen.

Prof Dr Josef Wieland | LEIZ

Michael Mayer | SAP SE

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Einleitung zum Innovationscluster und Innovationskreis Dr Lennart Brand, Sabine Wiesmüller, BIC

Das BIC bietet Forschungseinrichtungen, Technologieunter-

Bereiches behandelt werden. Mithilfe dieser Struktur kann

nehmen und anderen relevanten Stakeholdern der Boden-

das Thema durch Expertinnen und Experten aus den sechs

seeregion eine Plattform zu Austausch, Vernetzung und ge-

jeweiligen Unterbereichen bespielt werden, sodass im Laufe

meinsamer Arbeit an Themen des digitalen Wandels. Dieser

eines Jahres ein ganzheitliches Verständnis der Thematik

Austausch erfolgt vor allem über die Innovationskreise des

des Innovationskreises erarbeitet wird. Dank dieser breiten in-

Clusters sowie regelmäßige themenfokussierte und mode-

haltlichen Aufstellung und des Ineinandergreifens der einzel-

rierte Veranstaltungen, in denen sowohl die Auswirkungen

nen Arbeitstreffen entstehen konkrete Lösungsmodelle, die

des digitalen Wandels als auch gemeinsame Innovationspo-

von den Teilnehmenden in ihren jeweiligen Unternehmen

tentiale sicht- und nutzbar gemacht werden. Die vorliegen-

Stück für Stück implementiert werden können. Bei der Pla-

de Broschüre verfolgt das Ziel, Ihnen einen Einblick in den

nung eines jeden Kreises wird daher die Auswahl der Exper-

inhaltlichen Aufbau und die Ergebnisse der gemeinsamen

tinnen und Experten auf die Bearbeitung spezifischer strategi-

Arbeit im Innovationskreis Digitales Nachhaltigkeitsmanage-

scher Themen hin getroffen. Der Redner kann entweder aus

ment zu geben.

den Reihen der teilnehmenden Unternehmen selbst gestellt werden oder ein externer Experte sein. Möglich ist zudem

Grundsätzlich wird jeder Innovationskreis durch eine Impuls­

auch eine Mischform der beiden Varianten, bei der ein exter-

veranstaltung an der ZU initiiert. Diese Veranstaltungen wer-

ner Experte mit einem Experten aus den teilnehmenden Un-

den vom BIC in Abstimmung mit dem Kuratorium des BIC

ternehmen gemeinsam den Workshop bestreitet. Im Verlauf

geplant und durchgeführt. Die Impulsveranstaltung findet

der Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Unternehmen

gewöhnlich in Form einer halb- oder ganztägigen Konferenz

sollte die Anwendbarkeit der Themen für diese Unternehmen

statt. Im Anschluss beginnt die Arbeit in Innovationskreisen,

graduell steigen. Ziel eines jeden Treffens ist die Anwendung

wobei jeder Innovationskreis über eine Mindestdauer von

des Wissens des jeweiligen Experten auf konkrete Heraus-

einem Jahr abgehalten wird. Die Treffen der Arbeitsgruppe

forderungen der Teilnehmenden. Idealerweise schließen sich

sind hierbei mit einer Taktung von etwa acht Wochen ange-

diejenigen Teilnehmenden, die sich mit ähnlichen oder glei-

setzt. Somit ergibt sich pro Innovationskreis eine Mindest­

chen Herausforderungen konfrontiert sehen, in Gruppen zu-

anzahl von sechs Treffen. Bei erfolgreicher Zusammenarbeit

sammen und arbeiten an gemeinsamen Lösungsansätzen für

der Gruppe ist eine Fortsetzung der Treffen wünschenswert.

ihre Unternehmen. Sollten einzelne Teilnehmende eine un-

Angesichts der Dauer eines jeden Innovationskreises sollten

abhängige Bearbeitung ihrer Fragestellung ohne Anschluss

innerhalb eines Zyklus sechs Unterthemen eines gewählten

an eine Gruppe wünschen, so ist auch das möglich. Bei der

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Planung des zeitlichen Ablaufes und der schrittweisen Erarbeitung der Ergebnisse wird ein eigens hierfür entwickeltes Workshop-Design eingesetzt, das den Ablauf des Treffens regelt und die Erarbeitung konkreter Ergebnisse sicherstellt. Diese Form der Bearbeitung hat zum Ziel, die Teilnehmenden der Workshops miteinander in Dialog zu bringen und die Diskussion eigener Erfahrungen zu fördern. Hierfür werden Formate wie die Arbeit in Fokusgruppen, Kleingruppendiskussionen und kurze vorbereitete Impulsvorträge als sinnvolle Arbeitsformen betrachtet. Die Dauer der Veranstaltungen beträgt dabei etwa drei bis dreieinhalb Stunden. Durch eine zusätzliche gemeinsame Kaffeepause und ein anschließendes Get-together ergibt sich eine Veranstaltungsdauer von etwa einem halben Arbeitstag. Aktu­ell werden diese Veranstaltungen aufgrund der COVID-19 -Pandemie erfolgreich online durchgeführt, um eine Gefährdung der Teilneh-

Plattform zu Austausch, Vernetzung und gemeinsamer Arbeit an Themen des digitalen Wandels

menden auszuschließen. Um Erfahrungsaustausch und offene Diskussionen zu er­mög­ lichen, wird während der gesamten Veranstaltung darum ge­beten, weder Fotos zu machen noch elektronisch mitzuschreiben. Ein offizielles Fotoprotokoll der Arbeitsergebnisse wird durch die Mitarbeitenden des BIC angefertigt und kann im Nachgang beim Innovationslabor angefragt werden.

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T HE ME NÜBE R S IC H T DE R BIC - E RHE BUNG 2 018

Implikationen künstlicher Intelligenz für Geschäftsmodelle und Gesellschaft

Lebenslanges Lernen und TechnologieAkzeptanz im Unternehmen

Künstliche Intelligenz stellt clusterübergreifend eine The-

Bei der Implementierung neuer Technologien stellt es für

matik dar, die bei den Unternehmen der Region sehr gro-

die Unternehmen eine Herausforderung dar, die Mitarbeiter

ßes Interesse geweckt hat und als die wohl relevantes-

„mitzunehmen“ und weiterzubilden. Zwar sind Erleichterun-

te Technologie des digitalen Wandels verstanden wird.

gen der Arbeitsprozesse spürbar, andererseits ist jedoch

Nichtsdestoweniger wird sie von noch fast keinem Unter-

ein vermehrter Bedarf an technologienahen Fachkräften

nehmen der Bodenseeregion umgesetzt und betriebsin-

festzustellen. Aufgrund der tiefgreifenden Entwicklungen

tern genutzt. Die Folgen einer Integration von künstlicher

sehen die Interviewpartner eine Notwendigkeit intensiver

Intelligenz für Wirtschaft und Gesellschaft in der Region

Überzeugungsarbeit und Aufklärung auf allen Ebenen des

sind bisher noch unklar. Daher gilt es, dieses Thema ge-

Unternehmens. Deshalb ist es von besonderer Relevanz,

zielt zugänglich zu machen und mit den Unternehmen die

Mitarbeiter fortzubilden, neue Mitarbeiter aufzubauen und

Implikationen der Nutzung zu diskutieren und Szenarien

durch angepasstes, weniger hierarchisches Führungs-

erfolgreicher Umsetzung zu erarbeiten.

management Sensibilisierung und Partizipation zu unterstützen, um Vertrauen in diese Neuerungen zu schaffen.

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Cybersecurity

Digitales Nachhaltigkeitsmanagement

Industrieübergreifend wächst in den Unternehmen am Bo-

Unternehmen unterstützen ihr CSR - und Umweltmanage-

densee das Bewusstsein für Cybersecurity. Die Unterneh-

ment zunehmend digital. Dabei nutzen sie Lösungen, die

men befassen sich mit Sicherheitsfragen, um den Kun-

zum Beispiel Compliance mit Umweltregularien sichern,

den und ihre Organisation wirksam vor Datenmissbrauch

die Bewertung der sozialen Leistungen von Lieferanten

schützen zu können. Datensicherheit ist eine zentrale Auf-

ver ­walten oder nichtfinanzielle Informationen für das ei-

gabe angesichts der zunehmenden Vernetzung von Pro-

gene Reporting sammeln. Die Unternehmen nennen wei-

dukten und Maschinen. Auch die Sicherheitsgewährleis-

tere Bei­spiele : von der CO2 -neutralen Mobilität der Mit-

tung bei der Speicherung von Kundendaten in der Cloud

arbeiter über die konzernweite virtuelle Abstimmung zu

sowie die Einhaltung der Datenschutzregularien gegen-

sozialem Engage­ment bis hin zur digitalen Bewertung von

über Kunden und Mitarbeitern stellen Herausforderungen

Produktdesign am Lebenszykluskonzept.

dar. Gleichzeitig untersuchen viele Unternehmen derzeit die Chancen der Datenauswertung und -nutzung, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

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DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

Relevanz des Innovationskreises Digitales Nachhaltigkeitsmanagement In der Studie des BIC zum digitalen Wandel in der Bodensee-

bei der Umsetzung häufig auf innovative IT-gestützte Ma-

region von 2018 wurde u. a. die folgende Frage gestellt : Wenn

nagementsysteme ankommt. Sie bewirken den Unterschied

die digitale Transformation heißt, dass sich grundlegend un-

im Ringen um eine bessere Nachhaltigkeitsbilanz von Un-

ser Zusammenleben ändert, wie verändern die Unternehmen

ternehmen. Von IT-gestützten Managementsystemen kann

des Bodenseeraumes mit ihren Produkten und Arbeitsweisen

erwartet werden, dass ihre Anwender nur die nötigen Daten

die Gesellschaft ? Aus den Antworten der teilnehmenden Un-

zur Verfügung gestellt bekommen und daher ihre Aufgaben-

ternehmen war klar zu erkennen : Am Bodensee unterstützen

bereiche übersichtlich bearbeitbar sind. Angesichts der sich

Unternehmen ihr CSR - und Umweltmanagement zunehmend

wandelnden Berichts- und Ratingstandards auf Betriebs- und

digital.

Produktebene kann dies zur Herausforderung im Nachhal-

Der Beobachtung liegt eine Managementperspektive zugrun-

Nachhaltigkeitsmanagement strebt an, einen Status quo im

tigkeitsmanagement werden. Der Innovationskreis Digitales de, die organisationsinterne Prozesse betrachtet und auf der

Management nichtfinanzieller Daten abzubilden und einen

Erkenntnis aufbaut, dass Nachhaltigkeit eine zunehmend wich­­

Austausch zwischen Innovationsprojekten in der Region zu

tige Rolle im wirtschaftlichen Handeln der Betriebe spielt.

ermöglichen.

Es ist hierbei klar, dass Herausforderungen im Management von nachhaltigkeitsbezogenen Daten von Jahr zu Jahr größer

Mit dem Innovationsprojekt „QuartaVista“ zur Aufbereitung

werden. Verfolgt man die Presse, so kann man feststellen,

nichtfinanzieller Daten für die Bilanzierung ( IK #1) wurde die

dass sich Unternehmen auf nationaler, aber auch auf inter-

Stoßrichtung für alle weiteren Beiträge und Veranstaltungen

nationaler Ebene mit Ankündigungen hin zum nachhaltigen

gesetzt : Es geht um nichtfinanzielles Datenmanagement. Es

Handeln teils gegenseitig überbieten. So wurden ehrgeizige

gab Beispiele, wie diese Daten via Blockchain in Lieferketten

Ziele ausgerufen : Emissionsneutralität solle hergestellt, ein

verwaltet werden ( IK #2 ), genauso aber auch in Tracing-Lö-

sozialverträgliches und umweltschonendes Produktportfolio

sungen für den Endkunden ( IK #3 ) bereitgestellt werden. Das

angeboten und Beiträge zu den Zielen nachhaltiger Entwick-

Management und der Austausch von Nachhaltigkeitsdaten in

lung geleistet werden.

Hubs ( IK #4 ) war darauf aufbauend Thema, genauso wie die damit einhergehenden Fragen der Kontrolle innerhalb des eige-

In diesem Zusammenhang ist es unabdingbar, im Nachhaltig-

nen Unternehmens ( IK #5 ). Abschließend wurde festgehalten,

keitsmanagement dieselben Standards an die Datenqualität

dass insbesondere das Reporting nichtfinanzieller Daten ( IK

anzulegen wie sie beispielweise im Finanzwesen, Einkauf und

#6 ) für die Nachhaltigkeit und damit für das Geschäftsmodell

Produktmanagement schon lange selbstverständlich sind. Die

von Unternehmen enorme Chancen und zugleich viele span-

Beiträge in der vorliegenden Broschüre zeigen auf, dass es

nende Potentiale für den Einsatz digitaler Technologien bietet.

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Vorträge Innovationskreis Digitales Nachhaltigkeitsmanagement Innovationskreis

Auftaktkonferenz : Die nächsten 20 Jahre des Nachhaltigkeitsmanagements

Innovationskreis

Innovationskreis

| Carlo Bevoli, SAP SE  : Die Wertschöpfung der Zukunft Jahreskonferenz

| Alois Flatz, ehemals Dow Jones Sustainability Index : Nachhaltiges Wirtschaften – Quo vadis ?

Auftaktkonferenz

Innovationskreis #1 : Die Bilanzierung der Zukunft | Carlo Bevoli, SAP SE  : Warum mehrdimensionale

Innovationskreis

Innovationskreis

Nachhaltigkeit wichtig ist | Torsten Graf, SAP SE  : Bilanzierung der Nachhaltigkeit – Innovationskreis

Innovationsprojekt „QuartaVista“ Innovationskreis #2 : Blockchain & Kreislaufwirtschaft

Innovationskreis #5 : Nichtfinanzielle interne Kontrollsysteme

| Christian Polivka, SAP SE  : Kreislaufwirtschaft –

| Armin Hipper, DFGE  : Herausforderungen beim Aufbau

Anwendungsfelder für neue Technologien

nichtfinanzieller Berichterstattungssysteme

| Ann-Kathrin von Flotow, VAUDE Sport GmbH & Co. KG  :

| Dr Marcus Ehrenberger & Frieder Frasch, KPMG AG  :

Kreislaufwirtschaft und neue Technologien bei VAUDE

Aufbau und Funktion von nichtfinanziellen internen Kontrollsystemen

Innovationskreis #3 : Tracing in Supply Chains | Julius Palm, followfood GmbH : Track&Trace in Lieferketten

Innovationskreis #6 : Reporting von Nachhaltigkeitsdaten | StBin Dr Janine von Wolfersdorff, Steuerberaterin

Innovationskreis #4 : Hub-Ansätze für Nachhaltigkeitsdaten

( Berlin / Frankfurt am Main ) : Übersetzung von Nachhaltigkeit

| Marco Möhrer, Internationaler Controller Verein :

in Finanzdaten der Rechnungslegung

CSR Reporting – Datenverfügbarkeit als Herausforderung

| Reiner Bildmayer, SAP SE  : Nachhaltige Unternehmensführung

| Tanja Reilly, Ecovadis : Herausforderung bei Krisen –

auf Ist- und Planwerten

Das Beispiel Ecovadis in der COVID -19-Zeit

| Prof Dr Josef Wieland, LEIZ  : Das Reporting

| Ralf Coenning, SAP SE  : Cloudbasierte Hub-Ansätze

von Nachhaltigkeitsdaten als Navigationssystem der

zum Austausch von Nachhaltigkeitsdaten

Unternehmensführung 11


DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

Innovationskreis #1:  Die Bilanzierung der Zukunft Wie könnte bzw. muss die Wertschöpfung der Zukunft aussehen ?

Für die Wertschöpfung der Zukunft muss die Bilanz des Unternehmens erweitert werden

Carlo Bevoli, SAP SE

Wertschöpfung der Zukunft muss alle gesellschaftlich relevanUm diese Titelfrage zu beantworten, bedarf es einer Beurtei-

ten Faktoren berücksichtigen. In den vergangenen Jahrzenten

lung, was wir heute unter Wertschöpfung verstehen. In die-

kann man feststellen, dass diese Erkenntnis sich mehr und

sem Zusammenhang ist mir ein Sprichwort unserer Zeit ein-

mehr durchsetzt – nur leider noch nicht mit der Konsequenz,

gefallen. „Was nichts kostet, ist auch nichts wert.“ Dies bringt

die nötig wäre. Es gibt eine Menge von Initiativen, die dazu

es auf den Punkt. Wertschöpfung wird mit finanziellem Erfolg

auffordern, sogenannte nichtfinanzielle Kennzahlen zu erhe-

gleichgesetzt. In den vergangenen Jahrhunderten haben wir

ben und als erweiterte Berichterstattung zu veröffentlichen.

eine Vielzahl von Methoden entwickelt, um finanziellen Erfolg

Der wesentliche Fehler ist, dass wir diese Kennzahlen nicht

zu messen und unser Handeln danach auszurichten. Sogar

zur Steuerung der Unternehmen und / oder Staaten verwenden.

der Unternehmenswert wird heute an der Börse bestimmt.

Gesteuert wird nur nach den Finanzen und andere wesentli-

Kennzahlen wie Gewinn, Umsatzrendite oder Pro-Kopf-Um-

che Faktoren werden ignoriert, was ein großer Fehler ist.

satz sind weltweit akzeptiert. Sogar Staaten werden anhand des Bruttosozialproduktes verglichen.

Ein vielversprechender Ansatz, dies zu ändern, liegt darin, die nichtfinanziellen Kennzahlen finanziell zu bewerten und

Doch ist das wirklich „richtig“ ? Aus meiner Sicht muss die

dann die bewährten Methoden der finanziellen Bilanzierung

Antwort „Nein“ lauten. Der Verbrauch von Ressourcen, die

darauf anzuwenden. Dies klingt vielleicht recht theoretisch

Verschmutzung der Umwelt, die Ausbeutung von Menschen,

und reichlich ideell, doch wenn wir diesen Schritt gehen wol-

soziale Ungerechtigkeiten und der Aufbau bzw. Verlust von

len, wäre dies zweifelsohne machbar. Vor 50 Jahren hätten

Wissen – um nur einige Punkte zu nennen – werden häufig

wir jeden ausgelacht, wenn er eine Tonne CO2 bepreist hätte.

komplett ignoriert. Diese Themenpunkte finden sich erst

Heute diskutieren wir nur über die Höhe des Preises. Unsere

dann in unserer Betrachtung wieder, wenn sie eine finanzi-

Bilanzen müssen hierzu natürlich erheblich erweitert werden.

elle Auswirkung haben. Solange die Emission von C02 nichts

Soziale Gerechtigkeit, Humankapital und Umweltschutz müs-

kostet, beachten wir sie nicht. Wenn in irgendeinem Teil der

sen einen finanziellen Wert erhalten und somit automatisch in

Welt billiger produziert werden kann, dann tun wir es und ig-

die Steuerung unserer Unternehmen und Staaten einfließen.

norieren die sozialen Folgen. Ausbildung von Mitarbeitenden

Dies ist möglich und es gibt bereits eine Vielzahl von Projek-

findet sich nur in den Kosten unserer Bilanzen wieder.

ten, in denen diese Methodik erarbeitet wird. Eines dieser Projekte ist das Innovationsprojekt „QuartaVista“.

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Bilanzierung der Nachhaltigkeit Torsten Graf, SAP SE

Unternehmen werden an Zahlen gemessen. Die Handelsbi-

Hierzu wurden in der Bilanz zusätzliche Aktiva-Konten an-

lanz steht hierbei im Mittelpunkt und beschreibt das Vermö-

gelegt, welche die nachhaltigen Vermögenswerte Umwelt,

gen eines Unternehmens.

Gesellschaft und Wissen abbilden. Kosten, die durch vordefiniertes, nachhaltiges Wirtschaften entstanden sind, dür-

Doch sind hierbei alle Vermögenswerte berücksichtigt ?

fen aktiviert und als Vermögen dargestellt werden. Über einen sogenannten Monetarisierungsfilter kann der Anteil der

Wo spiegelt sich das Humankapital – sprich das Wissen der

angefallenen Kosten errechnet und anschließend festgelegt

Mitarbeitenden – in der Bilanz wider ? Wo finden wir Aufwän-

werden.

de für nachhaltigen Klimaschutz ? Welchen Beitrag leistet das Unternehmen in unserer Gesellschaft ?

Rückstellungen bei nicht nachhaltigem Handeln

Unternehmen, die sich bereits aktuell um diese Themen küm-

Im Gegenzug sollen Unternehmen, die einen negativen Bei-

mern, haben kaum eine Möglichkeit, diese bilanztechnisch

trag etwa zum Klimaschutz leisten oder nachlässig im Be-

positiv darzustellen. Lediglich die Kosten hierfür werden ge-

reich Wissenserhalt agieren, Rückstellungen bilden ( siehe

listet, was zudem einen negativen Effekt auf die Gewinn- und

Abbildung ).

Verlustrechnung hat. Mit dem Innovationsprojekt „QuartaVista“, das durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert wird, gehen wir einem neuen Ansatz nach, der auf der Grundlage „Richtig rechnen !“ von Christian Hiß beruht : Leistungen für nachhaltiges Wirtschaften müssen in der Handelsbilanz als Vermögenswert dargestellt werden !

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DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

Darstellung der Berechnung der Wertschöpfung inklusive Monetarisierungsfilter

Parameter ( Maßnahmen ) & KPIs

Verrechnungslogik / Gewichtung

Leistet Beitrag zur

Monetarisierung / Mehrwertberechnung

Generierung Buchungsbeleg

Zeitaufwand

+−×÷

KPI 1

Umwelt

+−×÷

Zeitaufwand

+−×÷

KPI 2

Umwelt

+−×÷

Direkte Kosten

+−×÷

KPI 3

Gesellschaft

+−×÷

Anteilige Kosten

+−×÷

KPI 4

Gesellschaft

+−×÷

Zeitaufwand

+−×÷

KPI 5

Wissen

+−×÷

Sonstige

+−×÷

KPI n

Verbuchung

GuV Soll

Haben

Kosten |  Abschreibung Nachhaltige Vermögenswerte

Handelsbilanz

Fazit : Somit ist durch die neue Berechnungsgrundlage auf Basis des Innovationsprojektes „QuartaVista“ eine realistischere und nachhaltigere Unternehmensbewertung auf Basis vorhandener Hilfsmittel ( Bilanz ) möglich, die u.  a. von Investoren oder Banken bei Kreditvergaben betrachtet werden. 14

Erträge |  Aktivierte Eigenleistungen Nachhaltige Vermögenswerte

Haben Anlagen Nachhaltige Wertschöpfungen : |  Umwelt |  Gesellschaft |  Wissen

Haben Rückstellung |  Umwelt |  Gesellschaft |  Wissen


Ergebnisse Innovationskreis #1

nichtfinanzielle Indikatoren ( nKPI s ) zum Thema Nachhaltigkeit

Lukas Törner, Ann-Christin Vorbeck, BIC

aufzeigt. Die Umsetzung setzt aber interne Akzeptanz sowie ein organisationales Verständnis voraus, die innerhalb des

Viele der Teilnehmenden des Workshops waren Nachhaltig-

Personals häufig erst entwickelt bzw. etabliert werden müs-

keitsmanager und stellten sich u. a. die folgende Frage hin-

sen. Unabhängig davon gibt es Überlegungen mit Blick auf

sichtlich der Vorträge : Wer besitzt das relevante Wissen für

einen anreizbasierten Ansatz bei der Etablierung von Nach-

Nachhaltigkeitsmanagement innerhalb von Organisationen ?

haltigkeits- KPI s innerhalb der Organisation. Im Vordergrund

Einige sahen die eigene Rolle als die eines „Missionars”, der

dieser Überlegungen stehen dann häufig nKPI s sowie ein va-

das Wissen zu Nachhaltigkeitsmanagement steuert und die

riables Ampelsystem zur Monetisierung ebendieser nKPI s.

Themen im Unternehmen kommuniziert. Im Gegensatz dazu seien das relevante Wissen und die Handlungsmacht häufig

Darüber hinaus ist es essenziell, die festgelegten nKPI s intern

in den Fachabteilungen verortet. So wurde deutlich, dass

zu kommunizieren, sodass diese unternehmensweit verständ-

nicht nur eine ganzheitliche Berichterstattung von zentraler

lich, nachvollziehbar und umsetzungsfähig sind. Ein allge-

Bedeutung ist, sondern auch die darauffolgende Steuerung

meines Verständnis der Thematik und eine unternehmens-

von Nachhaltigkeit. Es wurde weiterhin diskutiert, dass die

übergreifende Akzeptanz stellen sich als Fundament eines

Nachhaltigkeitsberichterstattung zur Steuerung beiträgt und

spezifischen Controlling-Tools dar. Der Sinn eines solchen

inwiefern eine Bilanzierung intern, aber auch extern kommu-

Tools besteht darin, Fakten zu schaffen und diese sichtbar für

niziert werden kann. Bei der Steuerung von Nachhaltigkeit

die Gesellschaft und das Unternehmen zu machen. Hierzu

haben Nachhaltigkeitsbeauftragte demnach zwei zentrale

sollen Kennzahlen ( z. B. in Form von nKPI s ) etabliert werden

Herausforderungen :

und im Folgenden als Wissensbasis zur transparenten Da-

1. das Aneignen von notwendigem fachlichen Wissen und

tenauswertung dienen. Durch die Akzeptanz einer solchen

Kompetenzen 2. das Verarbeiten und Speichern der relevanten Nachhaltigkeitsdaten

Nachhaltigkeitsbilanzierung soll die Nachhaltigkeit eines Un­ terneh­mens gesteigert werden. Diese Herausforderung wurde be­son­ders für die ganzheitliche Betrachtung von Wertschöpfungsketten erkannt. Der Fokus der Debatte lag auf

So konnte festgehalten werden, dass ein Vorhandensein ei-

dem transparenten Austausch von nKPI -Daten über die ge-

nes entsprechenden Datenbestandes eine zentrale Voraus-

samte Lieferkette hinweg. Dazu zählen ein transparenter Aus-

setzung für eine gelingende Steuerung von Nachhaltigkeit ist.

tausch zwischen Rohstofflieferanten und Produzenten des

Hierfür kann ein Controlling-Tool hinzugezogen werden, das

Endproduktes ( z. B. in Form einer cloudbasierten Technologie ).

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DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

Innovationskreis #2 : Blockchain & Kreislaufwirtschaft Kreislaufwirtschaft und neue Technologien bei VAUDE

der Datenmenge bisher sehr komplex und aufwändig. Durch

Ann-Kathrin von Flotow, VAUDE Sport GmbH & Co. KG

aus unterschiedlichen Tiefen der Zuliefererpyramide zentral

Nachhaltiges Wirtschaften ist seit vielen Jahren tief in der

Das steigert die Effizienz, da die unzähligen Datenanträge zen-

DNA von VAUDE verankert. Bereits zu Beginn des Produkt-

tral erfolgen können und generische Daten ( z. B. zu Mitarbei-

lebenszyklus – beim Design – setzen wir auf Zeitlosigkeit,

terzahl, Produktionsstätte usw. ) nur einmal vom individuellen

Nachhaltigkeit und Reparierbarkeit, um dem Produkt ein

Lieferanten bereitgestellt werden müssen, anstatt sie für je-

möglichst langes Leben einzuhauchen. Durch den Einsatz

den Datenabnehmer aufs Neue zu erheben. Doch auch wenn

cloudbasierte Lösungen lassen sich Daten von Lieferanten ablegen und dort von den diversen Datenabnehmern abrufen.

von nachhaltigen Materialien, die Produktion unter fairen Ar-

das Datenmanagement entlang der Lieferkette dank dieser

beitsbedingungen, den umweltfreundlichen Transport sowie

neuen Technologien schon viele Fortschritte gemacht hat

die Wiederverwertung kommen wir dem Ziel einer geschlos-

und etliche Potentiale aufweist, so zeigen sich in der Praxis

senen Kreislaufwirtschaft immer näher. Dank neuer Techno-

noch große Herausforderungen. Denn solange die Erfassung

logien wie KI , Blockchain oder Cloud-Lösungen ergeben sich

der Daten weitgehend händisch erfolgt, es kein markenüber-

viele Möglichkeiten, die Stufen des Produktlebenszyklus noch

greifendes zentrales Datenmanagement in der Textilbranche

effektiver und effizienter zu gestalten.

oder gar einen allgemeingültigen Datenstandard gibt, bleibt der Aufwand der Datenpflege besonders seitens der Lieferan-

Anwendungsbereiche von neuen Technologien

ten weiterhin enorm und hemmt somit die Umsetzung.

Mithilfe von KI lässt sich zum Beispiel bereits beim Produkt-

Neue Technologien bieten viele Möglichkeiten, die Kreislauf-

design durch Schnittoptimierungen und maximale Ausnut-

wirtschaft noch effizienter und effektiver zu betreiben. Doch

zung von Stoffbreiten die Materialnutzung dahingehend opti-

u. a. die Neuheit dieser Technologien führt bislang in der Pra-

mieren und adaptieren, dass Materialabfälle und -ausschüsse

xis noch oft zu einer unübersichtlichen Vielzahl an Lösungen

minimiert bis regelrecht eliminiert werden können ( Zero Was-

und dadurch zu mangelnder Nutzung von Synergien. Für

te Design ). Ein weiterer Prozess, der sich durch den Einsatz

kom­plexe Prozesse, wie das Datenmanagement über eine

von neuen Technologien wie Blockchain und cloudbasierten

vielschichtige Lieferkette hinweg, bedarf es daher nicht bloß

Lösungen entzerren lässt, ist das Datenmanagement entlang

der digitalen Möglichkeiten, sondern vor allem eines gemein-

der globalen Lieferkette. Das Erfassen und Bereitstellen dieser

schaftlichen, ganzheitlichen Lösungsansatzes und der Kolla-

Daten ist aufgrund der Anzahl an Lieferanten, der Vielschich-

boration der einzelnen Stakeholder weit über die Unterneh-

tigkeit der Zuliefererpyramide in der Bekleidungsindustrie und

mensgrenzen hinaus.

16


Ergebnisse Innovationskreis #2 Lukas Törner, Ann-Christin Vorbeck, BIC

In dem ersten Impulsvortrag des Innovationskreises wurden

gesetzten Technologien der Zulieferer verfügen. Herausgeho-

Beispiele für eine digitalgetriebene Kreislaufwirtschaft vorge-

ben wurde die Perspektive eines Unternehmens in der Mitte

stellt. Besonderes Interesse fand ein Logistiknetzwerk auf Ba-

einer Lieferkette, das sowohl nichtfinanzielle Daten anfordern

sis von Cloud-Technologien, das zu verbesserter Zusammen-

muss als auch eigene Daten zertifiziert weitergeben soll. Kon-

arbeit zwischen Firmen führen soll. Rückfragen löste auch ein

sens war, dass es einen hohen Aufwand bedeute, den Kun-

digitaler Marktplatz aus, der Zulieferer, Händler und Endpro-

den möglichst alle relevanten Daten am Ende der Lieferkette

duzenten von Plastikprodukten zusammenführt. Blockchain

zur Verfügung zu stellen : Datenqualität und Datenechtheit ist

wurde in diesem Kontext erwähnt, um die Sicherheit der In-

nur sehr aufwändig zu garantieren.

formationen zu gewährleisten und so die Verantwortung des Produzenten zu erweitern.

Zugleich nannten die Teilnehmenden diverse Methoden, mit

Nach dem Vortrag kam die Frage auf, ob und inwiefern neue

ranten-Awards, Schulung am Sitz des Endproduzenten oder

Geschäftsmodelle der Kreislaufwirtschaft die Komplexität von

Anreizsysteme ). Als zentral wurde auch die Arbeit in Verbän-

Lieferketten ausreichend berücksichtigen. Bei großen, viel-

den angesehen, um als Kundenverband von den großen Zu-

denen Lieferanten geschult und motiviert werden ( z. B. Liefe-

teiligen Lieferketten ( z. B. bei Autoherstellern ) wären viele

lieferern einheitliche Regeln und Datenstandards zu fordern.

Szenarien derzeit nicht darstellbar. Daran würden auch neue

Ziel ist, den Kundennutzen gegenüber dem Aufwand in ein

verfügbare Hochtechnologien ( noch ) nichts ändern. Wenn

besseres Verhältnis zu bringen. Eine vielfach diskutierte Lö-

etwa Blockchain zur Verifikation von Zertifikaten genutzt wird,

sungsmöglichkeit kann eine zentrale Plattform sein, in die

verringere das nicht den Grad der Komplexität, in dem die Lie-

Lieferanten ihre Daten einmal gesammelt für mehrere Kunden

ferkette organisiert ist. Zudem ist es nicht direkt und nahtlos

einpflegen. Wichtig für den Erfolg einer solchen Plattform

möglich, alle Zulieferer über die Blockchain-Technologie mit-

ist dann insbesondere der Nutzen für Lieferanten, Unterneh-

einander zu verknüpfen.

menskunden und Endkunden, sodass Wertschöpfung und Transparenz über alle Akteursgruppen möglich sind.

Weiterhin wurde nach dem zweiten Impulsvortrag und im Workshop die Herausforderung identifiziert, dass sich die Schaffung von Transparenz oft als sehr komplex erweist. Produzenten der Endprodukte könnten häufig nicht über die ein17


DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

Innovationskreis #3 : Tracing in Supply Chains Track&Trace : Transparenz als neues unternehmerisches Selbstverständnis.

zentrale Verantwortung gegenüber dem Planeten und den

Julius Palm, followfood GmbH

oder im Meer auf. Sie erstreckt sich über die gesamte Wert-

Menschen. Unsere Verantwortung hört nicht auf dem Feld schöpfungskette und über alle Bereiche, in denen unser Han-

2007 ist followfish mit dem Ziel angetreten, die Meere zu ret-

deln Einfluss hat : egal ob mit Blick auf Logistik, Verpackung,

ten. Damit wurde nicht nur die erste nachhaltige Fischmar-

Saatgut, Arbeitsbedingungen, Herstellung oder Emissionen.

ke gegründet, sondern mit ihr auch das „follow“-Prinzip und

Aktuell können Kunden im Supermarkt kaum ausfindig ma-

damit der erste Tracking-Code der Lebensmittelbranche. Das

chen, welches Unternehmen dieser Verantwortung gerecht

Ziel war und ist es, nicht nur die nachhaltigsten Produkte der

wird und welches nicht. Es ist nicht möglich herauszufinden,

Welt auf den Markt zu bringen, sondern dies auch transpa-

welches Lachsfilet nach dem Fang gefroren nach China ge-

rent zu machen. Vom Wasser bis in den Supermarkt – der

flogen wurde, um dort aufgetaut und filetiert zu werden, um

Tracking-Code zeigt, wo der Fisch wie, wann und von wem

anschließend wieder gefroren nach Europa geflogen zu wer-

gefangen wurde ; wer ihn wohin transportiert hat und wo er

den. Kurz gesagt : Es fehlt die Transparenz als Basis für eine

von wem verarbeitet wurde : zugänglich über einen QR -Code

fundierte Kaufentscheidung und für eine wirkliche Beziehung

auf jeder einzelnen Verpackung. Dies gilt auch für die land-

zwischen produzierenden Unternehmen, Marken und Konsu-

wirtschaftlichen Produkte unserer Marke followfood, die wir

mierenden. Unser Trackingcode ist für uns mehr als eine rei-

2013 – unserer Vision einer zukunftsfähigen Lebensmittelpro-

ne Herkunftsangabe. Er macht Verantwortung sichtbar und

duktion entsprechend – gegründet haben.

schafft Vertrauen. Er gibt den produzierenden Unternehmen wieder ein Gesicht. Er ermöglicht fundierte Konsumentschei-

Durch den Tracking-Code können die Konsumierenden die

dungen und damit auch einen möglichen Konsumwandel.

gesamte Lieferkette unserer Produkte nachvollziehen. Warum das relevant ist ? Weil es alles ändert.

Unternehmen, die Angst vor der Offenlegung ihrer Lieferanten und Beschaffungswege haben, sollten mehr über ihr un-

Track&Trace ist kein Selbstzweck. Transparenz ist der Kern

ternehmerisches Selbstverständnis nachdenken als über die

unseres Engagements. Denn wir verstehen uns nicht als her-

Wahrung vermeintlicher Firmengeheimnisse. Wir sind der Be-

kömmliches Unternehmen. Followfood ist eine Bewegung.

weis, dass Transparenz keine Gefahr, sondern eine Chance,

Für ein Wirtschaften mit der Natur statt gegen die Natur. Für

wenn nicht sogar eine Verantwortung ist. Denn unser USP ist

regenerative Geschäftsmodelle. Für ein neues unternehmeri-

nicht die Art und Weise, wie wir Geld verdienen, sondern wa-

sches Selbstverständnis. Wir verstehen uns als Teil der Ge-

rum und mit welcher Haltung.

sellschaft, als Teil der Ökosysteme und haben damit eine 18


Ergebnisse Innovationskreis #3

die relevantesten Informationen für den Kunden sind. Eine

Lukas Törner, Ann-Christin Vorbeck, BIC

Frage in diesem Kontext war u. a., wie validiert und gesichert eine Angabe sein muss. Es wurde diskutiert, Tracking-An-

Das „follow“-Prinzip prägte die Diskussion der Veranstaltung.

wendungen mittels Blockchain zu erstellen, um die Echtheit

Followfood startet das Tracking seiner Produkte, wenn mög-

zu gewährleisten.

lich, direkt bei den Erzeugern ( z. B. bei Bauernhöfen oder Fischereibetrieben ). Dieses Prinzip löste im Rahmen des Inno-

3. Ist Marktmacht relevant ?

vationskreises drei Diskussionen aus : Wenn ein Track&Trace verwendet wird, ist bei der Suche 1. „follow“-Prinzip bei komplexen Produkten

nach neuen Lieferanten darauf zu achten, dass diese einer Datenweitergabe zustimmen. Sobald neue Lieferanten dem

Der Tracking-Prozess, bei dem das ERP -System ( z.B. SAP  )

bestehenden Netzwerk beitreten, kann es jedoch einige Wo-

mit der Chargennummer des Lieferanten gleichzeitig den Tra-

chen dauern, bis diese Lieferanten alle notwendigen Daten

cking-Code ergibt, wurde als sehr relevant eingeschätzt. Zwar

zur Verfügung stellen. Eine Hürde kann also sein, dass Liefe-

wurde eine direkte Rückverfolgbarkeit des Bestellprozesses

ranten diese zusätzlichen Aufwände nicht eingehen möchten.

häufig für wünschenswert erachtet, gleichzeitig aber an einer

Konsens war, dass es bei der Umsetzung insbesondere auf

automatisieren Umsetzbarkeit gezweifelt. Sollte die Daten-

die Marktmacht der Firma ankommt, die ein Track&Trace ein-

pflege für diesen Prozess noch manuell erfolgen, so gestaltet

setzen möchte. Je höher die Marktmacht, desto wahrschein-

sich der Aufwand bei vielen Produkten als zu hoch. Stattdes-

licher die Umsetzung. Es wurde angemerkt, dass bestehende

sen wurde festgestellt, dass inzwischen vermehrt automati-

Ansätze aktuell noch keine vollumfänglichen Lösungen dar-

sierte Tracking-Lösungen am Markt verfügbar sind. Bei einer

stellen. Zwar würden bisherige Anbieter versprechen, dass

großen Produktpalette mit vielen unterschiedlichen Materiali-

die Daten an alle Kunden korrekt ausgeliefert werden können.

en ist die Komplexität allerdings ( aktuell noch ) zu hoch.

Jedoch stellt die Tatsache unterschiedlicher, teils nicht kom-

2. Interesse der Kunden ist unklar

Endproduktes den Prozess der automatisierten Datenerfas-

Bei followfood orientieren sich die veröffentlichten Daten

Hub könnte hier über ein einheitliches, cloudbasiertes System

patibler Systeme zwischen Zulieferer und Produzenten des sung, -verarbeitung und -weitergabe vor enorme Hürden. Ein stets am Interesse der Kunden. Bei technischen und vielteili-

Abhilfe schaffen, in dem die Lieferanten einheitliche Datenbe-

gen Produkten gestalte sich aber der Umfang der Informatio-

stände an alle anderen Lieferkettenteilnehmenden automati-

nen als sehr hoch. Zudem ist nicht immer eindeutig, welches

siert und einheitlich weitergeben. 19


DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

Innovationskreis #4 : Hub-Ansätze für Nachhaltigkeitsdaten CSR Reporting – Datenverfügbarkeit als Herausforderung

Wichtig und ein Vorteil für Unternehmen ist, dass das CSR -

Lukas Törner, BIC, Marco Möhrer, Internationaler Controller Verein

Quote in quantitativer Sprache dargestellt werden kann. So

Engagement von Unternehmen unter Verwendung der CSR kann für die interne Steuerung über mehrere Zeitabschnitte

Lohnt sich C SR überhaupt ?

hinweg das eigene CSR -Engagement überprüft und entlang

Egal ob man als Unternehmen startet oder schon eine Weile

zu bedenken, dass zumindest zu Beginn der Ermittlung der

Nachhaltigkeitsmanagement betreibt, ist es richtig, innezu-

Aufwendungen für CSR -Maßnahmen eine Ungenauigkeit in

halten und sich eine Frage zu stellen : Lohnt sich der Aufwand

Kauf genommen werden muss. Häufig geht damit aber ein

für CSR überhaupt ? Sind die eingesetzten Mittel verhältnis-

Lernprozess einher, der die Ungenauigkeit innerhalb weniger

mäßig ? Forschungen des LEIZ konnten zeigen, dass sich die-

Perioden reduziert und große Chancen für Unternehmen be-

se Frage nicht einfach beantworten lässt. Bei der Berechnung

reithält.

der Unternehmensstrategie optimiert werden. Es gilt dabei

von CSR -Aufwendungen in deutschen Unternehmen wurde klar, dass die meisten Unternehmen ihre CSR -Maßnahmen

Zwei Typen nichtfinanzieller Daten-Nichtverfügbarkeit

überhaupt nicht monetär bewerten und damit die Aufwände auch nicht kennen. Bei der Beantwortung der Frage, ob CSR

Die Ergebnisse des LEIZ deuten darauf hin, dass in der Mehr-

sich lohnt, mögen sie dann zwar über Reputationseffekte, Ri-

heit der untersuchten Unternehmen die monetären Daten für

sikominimierung und verbesserte Mitarbeitermotivation Aus-

CSR abstrahiert und / o der dezentralisiert entlang etablierter

kunft geben, die auf der Habenseite bilanziert werden. Wirkli-

Kostenrechnungssysteme vorliegen, diese vom Controlling

che Auskunft über ihre Ausgaben können sie allerdings nicht

aber nicht systematisch für das Thema CSR zur Verfügung

geben. Klar ist, dass es etwas kostet, aber über Verhältnis-

gestellt werden. Damit sind die monetären Daten nur unter

mäßigkeit und Wirksamkeit der eingesetzten Mittel herrscht

großem Einsatz zeitlicher und personeller Ressourcen be-

traditionell ein Glaubenskrieg.

schaffbar ( technische Daten-Nichtverfügbarkeit ). Ein Teil der

Die C SR -Quote als C SR -Performance-Indikator

haupt nicht beschaffen zu können ( absolute Daten-Nichtver-

befragten Unternehmen gab an, notwendige Daten überfügbarkeit ). In diesem selteneren Fall geht es also um die ErDie CSR -Quote kann diese Ungewissheit beenden und ins

hebung neuer Daten. Im Mittelpunkt der Datenverfügbarkeit

Performance Management übernommen werden. Die Kenn-

scheint in erster Linie ein Koordinationsproblem zwischen

zahl setzt Aufwendungen für CSR ins Verhältnis zum Umsatz

vorhandenen Kostenrechnungsstrukturen und dem CSR -En-

eines Unternehmens: CSR -Quote = CSR -Aufwand/Umsatz

gagement von Unternehmen zu stehen.

20


Cloudbasierte Hub-Ansätze zum Austausch von Nachhaltigkeitsdaten

speicher für Produktinformationen könnte schon beim Design

Ralf Coenning, SAP SE

onen stehen dann direkt beim Verkauf zur Verfügung. Auch

Die heutige Wirtschaft kann man als linearen Prozess be-

hilfreich sein, sei es, weil der Hersteller bestimmte Pflichten

schreiben :

zur Wiederverwendung oder Entsorgung erfüllen muss, oder

des Produktes angelegt und befüllt werden. Diese Informatinach Verkauf des Produktes können diese Informationen

1. Rohstoffe gewinnen

2. Produkte herstellen

3. Produkte nutzen

4. Produkte entsorgen

um dem Nutzer des Produktes dabei zu helfen, das Produkt überhaupt oder effizienter reparieren zu können und damit den Wert so lange wie möglich zu erhalten. Am Ende des ers-

Der in den Punkten 1 und 2 geschaffene Wert wird dann in

ten Nutzungszyklus können die Informationen helfen, gege-

3 genutzt und geht in 4 ( weitestgehend ) verloren – je nach-

benenfalls eine Folgenutzung möglich zu machen. Am Ende

dem, was von dem Produkt weiter- oder wiederverwendet

des Lebenszyklus des Produktes sind solcherart Informatio-

werden kann. Allerdings basiert natürlich auch ein großer Teil

nen notwendig und hilfreich, um es möglichst gefahrlos für

der Wertschöpfung heute auf genau diesem Verlust und da-

Mensch und Umwelt zu entsorgen und so viele Rohstoffe wie

mit notwendigem Neuerwerb. Ob sich dieses Wirtschaftsmo-

möglich zu extrahieren und wiederverwerten zu können.

dell langfristig beibehalten lässt oder nicht früher oder später in einer Welt mit begrenzten Rohstoffen durch ein anderes,

Wie man sieht, ist ein zentraler Produktinformationsspeicher

mehr auf Werterhaltung ausgerichtetes Modell ersetzt wer-

– ein Product-Material-Hub – im gesamten Lebenszyklus ei-

den sollte oder muss, wird die Zukunft zeigen. Allerdings gibt

nes Produktes hilfreich : im Design, beim Einkauf der Rohstof-

es schon heute Firmen, die in gebrauchten Produkten durch-

fe, beim Verkauf, beim Support und bei der Entsorgung bzw.

aus eine Alternative zur Verwendung neuer Rohstoffe sehen

dem Übergang zur nächsten Nutzungsphase. Und dies nur

und suchen.

beim Erzeuger des Produktes. Interessante Skalierungseffekte kann man annehmen, wenn diese Hubs zwischen verschie-

Um den Wert von Produkten langfristig zu erhalten, wäre es

denen Firmen vernetzt würden und die Informationen dieses

hilfreich, wenn bestimmte Informationen zur Werterhaltung

Netzwerkes allen am Lebenszyklus beteiligten Gruppen situa-

oder Verwendbarkeit – zusammengefasst Nachhaltigkeits-

tionsgerecht zur Verfügung stünden. So könnte eine Firma die

daten – zentral gespeichert und verfügbar wären. Beispiele

passenden Rohstoffe basierend auf den Daten einer anderen

sind : Informationen zu enthaltenen Materialien, Zusammen-

Firma finden und nutzen. Damit könnte aus einem Rohstoff

setzung / -bau, prozentuale oder genaue Verteilung neuer und /

vielfach Mehrwert erzeugt werden und somit langfristig die op-

oder bereits recycelter Rohstoffe usw. So ein zentraler Daten-

timale Wertschöpfung aus den eingesetzten Gütern erfolgen. 21


DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

Ergebnisse Innovationskreis #4 Lukas Törner, Ann-Christin Vorbeck, BIC

Die Diskussionen des Innovationskreises teilten sich einer-

Nachhaltigkeitsdaten nach der Corona-Pandemie wandelt.

seits in eine Diskussion über das Problem der Verfügbarkeit

Von großer Wichtigkeit auf Ebene von Lieferanten ist eine

von Nachhaltigkeitsdaten und andererseits in mögliche Lö-

Veränderung der Audits : Teilnehmende nannten für einen

sungsansätze wie cloudbasierte Hub-Ansätze zum Austausch

Wandel in ihren Unternehmen ausführlichere Verträge mit

von Nachhaltigkeitsdaten.

Zulieferern, Verwendung von Online-Audits und den Einsatz von technologischen Alternativen zu Onsite-Audits.

Zunächst fand die Feststellung Zuspruch, dass die Erhebung von CSR -Daten – als Abbildung des betrieblichen CSR -En-

Kern der Diskussion war, dass viele Überlegungen einer

gagements und ein damit einhergehendes Controlling zur

Kreislaufwirtschaft aktuell schwer umzusetzen sind. So wä-

Schaffung von Kostentransparenz – aktuell keine gängige

ren etwa Anfragen bei Zulieferern für die Gefahrgutklassifi-

Praxis darstellt. Als eine Herausforderung hinsichtlich der Er-

zierung REACH von kleinen Mittelständlern schwierig. Um-

hebung von CSR -Daten wurde genannt, dass die Buchungs-

fassende Daten zu verwendeten Materialien würden nicht

und Kontensysteme oft nicht weit genug fortgeschritten sind,

geteilt. Wenn Kunden spezielle Anfragen stellen ( z. B. im Kon­

um CSR -Aufwände separat und korrekt auszuweisen. So feh-

text von Ausschreibungen bei Bundesprojekten ) würden die-

len oft standardisierte Rechenwerke für das Buchen von Kos-

se bisher als Einzelfälle gesammelt und die Informationen von

ten auf Basis von Nachhaltigkeitsdaten.

Zulieferern eingeholt. Neben der Verfügbarkeit der Daten wurde die Qualität der Informationen kritisch beurteilt.

Demnach braucht es interne Veränderungen. Bisher werden Nachhaltigkeitsdaten vor allem bei Compliance, Finance, Ein-

Zugleich gibt es einzelne Bereiche, bei denen einige Unter-

kauf und HR genutzt, jedoch immer noch selten von einer ei-

nehmen vermehrt Daten per Cloud austauschen. Ein Anstieg

gens dafür bestimmten und spezialisierten Nachhaltigkeitsab-

dieser Praxis wird beobachtet, seitdem die CSR -Richtlinie ins

teilung zusammengeführt. Dies sei insbesondere mit Blick auf

Handelsgesetzbuch ( HGB ) aufgenommen wurde. Weiterhin

die komplexen Zusammenhänge nachteilig, da diese Daten

wurden Zulieferrankings als Treiber eines Datenaustausches

zusammengedacht werden müssten.

genannt ( z. B. NQC und Ecovadis ). Als ein Positivbeispiel wur-

Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurde besprochen, wie sich

schaft angeführt, da er u. a. zum Austausch von Nachhaltig-

das Management der Wertschöpfungskette im Hinblick auf

keitsdaten auf Materialebene dient.

de der Material Hub der BASF im Bereich der Kreislaufwirt-

22


Innovationskreis #5 : Nichtfinanzielle interne Kontrollsysteme Treiber und Trends nichtfinanzieller Berichterstattung

Armin Hipper, DFGE – Institute for Energy, Ecology and Economy

Warum sollten sich Unternehmen mit nichtfinanzieller Be-

che deutsche Lieferketten- bzw. Sorgfaltspflichtengesetz, bei

richterstattung befassen ? Aus meiner Erfahrung lassen sich

dem der Fokus dezidiert auf Menschrechtsproblematiken ent-

mindestens drei zentrale Trends identifizieren, die letztlich zu

lang der Lieferkette liegt. Zweitens die sogenannte EU -Taxo-

Reporting-Anstrengungen von Unternehmen führen.

nomie als europäischer Handlungsrahmen, die auf Investoren abzielt und eine Verordnung mit Kriterien zur Bestimmung der

1. Compliance-Druck

Nachhaltigkeit von wirtschaftlichen Tätigkeiten darstellt. Und

drittens ist der Green Deal zu nennen, also der Fahrplan der

( Regulierung )

2. Transparenz und Glaubwürdigkeit

EU hin zur Klimaneutralität.

( gegenüber Kunden, Eigentümern und anderen wichtigen

Stakeholdern )

Transparenz und Glaubwürdigkeit

3. Intrinsische Motivation von Eigentümern ( einen „Beitrag“ leisten )

Transparenzanforderungen steigen. Viele Unternehmen liefern einen CSR -Bericht als Nachweis ihrer CSR -Tätigkeiten, auch

Compliance-Druck

wenn sie gar nicht direkt vom CSR-RUG betroffen sind. Denn im B2B -Bereich etablieren sich CSR -Bewertungen als ergän-

Unter Compliance-Gesichtspunkten ist in Deutschland vor

zender oder teils obligatorischer Teil der Lieferantenbewer-

allem das CSR -Richtlinienumsetzungsgesetz (  C SR-RUG von

tungen. Ich möchte die These aufstellen, dass der Trend bei

2018, §289c HGB  ) zu nennen. Es gilt aktuell zwar nur für grö-

der Nachhaltigkeitsberichterstattung vom bloßen Berichten

ßere und kapitalmarktorientierte Unternehmen. Das CSR-RUG

hin zur Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung übergeht. Die-

sorgt aber dafür, dass ein Berichtswesen zu Umwelt-, Arbeit-

ser Trend lässt sich am Wachstum von Anbietern einschlägi-

nehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung von Menschrech-

ger Bewertungssysteme ablesen. Der Trend zielt letztlich auf

ten sowie zur Bekämpfung von Korruption zunehmend zum

eine erhöhte Glaubwürdigkeit und nebenbei auch auf einfa-

Kommunikationsstandard gehört. Es ist zu erwarten, dass der

chere Handhabbarkeit der Nachhaltigkeitsbewertung von Zu-

CSR -Compliance-Druck zunehmen wird. Ende 2020 gibt es

lieferern aus Sicht von Beschaffungsabteilungen.

drei politische Steuerungsvorhaben, die zu erhöhtem Compliance-Druck führen könnten. Erstens das im Entwurf befindli23


DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

Intrinsische Motivation von Eigentümern Die intrinsische Motivation von Eigentümern ist ein dritter, sehr zentraler Treiber. Der Faktor Mensch spielt eine Rolle. Wir leben in einer Gesellschaft, der spät, aber zunehmend bewusst wird, dass wir unser Wirtschaftssystem ändern müssen. Auch Eigentümer bekommen dies von Kindern und anderen Bezugspersonen gespiegelt. Ein Festhalten an einem rein kurzfristig profitorientierten Handeln würde vielen von ihnen eine gespaltene Persönlichkeit abverlangen. So nutzen einige Eigentümer ihre Position dafür, um Nachhaltigkeit innerhalb ihrer Organisation voranzubringen. Nicht zuletzt deshalb gibt es gerade im Mittelstand – mit seinen oft eigentümergeführten Unternehmensformen – einige Pionierunternehmen, die schon heute eine Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeitstransparenz einnehmen.

24


Nichtfinanzielle interne Kontrollsysteme als Teil guter Corporate Governance Dr Marcus Ehrenberger, Frieder Frasch, KPMG AG

Die europäische Wirtschaft befindet sich gegenwärtig in ei-

Schnittstellen und die Nutzung uneinheitlicher Systemland-

ner Transformationsphase. Das Ziel ist definiert : Die EU will

schaften. Häufig werden Energieströme nur monetär in den

bis 2050 klimaneutral sein. Mit dem Green Deal und den da-

üblichen Systemen berücksichtigt und physikalische Einhei-

mit verbundenen Maßnahmen soll dieser Weg ermöglicht

ten separat in anderen Systemen verarbeitet, die nicht vom

und beschleunigt werden. Für Unternehmen bedeutet das :

klassischen internen Kontrollsystem ( IKS ) abgedeckt werden.

Ökologische und soziale Nachhaltigkeit sind Werttreiber. Nichtfinanzielle Themen, wie Umwelt-, Arbeitnehmer- und

Vor diesem Hintergrund gewinnen nichtfinanzielle interne

Sozialbelange sowie Compliance, müssen in der Unterneh-

Kontrollsysteme (nIKS ) an Relevanz. Mit einem angemesse-

mensstrategie integriert werden. Hieraus sind konkrete Ziele

nen nIKS können genannte Fehlerquellen reduziert und inter-

und Maßnahmen abzuleiten und nachzuhalten. Hierfür bedarf

ne sowie externe Reporting-Anforderungen befriedigt werden.

es einer Integration von Nachhaltigkeit in die Corporate Governance.

Ein internes Kontrollsystem ist definiert als die Gesamtheit aller systematisch gestalteten organisatorischen Maßnahmen

Eine zentrale Voraussetzung hierfür sind relevante und ver-

und Kontrollen eines Unternehmens zur Erreichung der Pro-

lässliche Daten. Sehr konkret sind schon heute die Anfor-

zessziele und zur Abwehr von Schäden. Ein nIKS ist auf nicht-

derungen an Informationen über Energieverbräuche und

finanzielle Prozesse und Daten ausgerichtet. Das Scoping

Treibhausgas­emissionen, die für viele interne und externe

des IKS ist folglich um eine neue Dimension von Prozessen

Berichtszwecke benötigt werden. Genau hier liegt die Her-

und Daten erweitert. Grundlogik und Funktionen eines klassi-

ausforderung : Die Prozesse und Strukturen für die Erhebung,

schen IKS bleiben bestehen.

Aufbereitung und Darstellung der nichtfinanziellen Daten zeigen im Vergleich zum finanziellen Bereich noch Schwach-

Die Praxis der nIKS steckt häufig noch in den Kinderschuhen.

stellen. Kennzahlen sind teilweise unvollständig, fehlerhaft

Dennoch lassen sich relevante Erfolgsfaktoren benennen. Auf

oder werden mit zeitlichem Verzug zur Verfügung gestellt.

prozessualer Ebene ist sicherzustellen, dass ein nIKS einen

Die Gründe sind u. a. : unklar definierte Verantwortlichkeiten,

wiederkehrenden Regelprozess durchläuft und kontinuierlich

uneinheitliche Prozesse zur Datenerhebung und -validierung,

verbessert wird. Um die notwendige prozessuale Transparenz

ein hoher Grad an manueller Tätigkeit, eine hohe Anzahl an

zu schaffen, ist die entwickelte nIKS -Methodik konsequent 25


DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

und einheitlich zu dokumentieren. Strukturell sollte ein nIKS in die bestehende Organisation eingebettet werden. Doppelarbeit durch Satellitensysteme sind zu vermeiden. Gerade im Energiebereich müssen zahlreiche Anforderungen der Regulierung beachtet und die Daten für unterschiedliche Zwecke aufbereitet werden. Außerdem müssen strukturelle Voraussetzungen für eine kooperative Zusammenarbeit zwischen der operativen Ebene ( 1. Verteidigungslinie ) des nIKS und der nIKS -Methodikabteilung ( 2. Verteidigungslinie ) geschaffen wer­den. Das kann zum Beispiel bedeuten, die Anforderungen aus einem Energiemanagementsystem und die Anforderungen an interne Kontrollen aus dem Emissionshandel mit klassischen betrieblichen Kontrollen zu verknüpfen. Hierfür ist eine klare Definition von Verantwortlichkeiten notwendig. Daneben ist der Tone from the Top Erfolgsvoraussetzung : Ohne eine gelebte und klar kommunizierte positive Einstellung des Managements zum nIKS ist eine angemessene und wirksame Implementierung schwer möglich. Wenn die Erfolgsfaktoren berücksichtigt werden, leisten nIKS nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Qualität und Zuverlässigkeit von nichtfinanziellen Daten und Prozessen, vielmehr helfen sie auch Synergien in der Berichterstattung zu realisieren. Darüber hinaus ermöglicht eine belastbare Datenbasis weiterführende Berechnungen etwa zur Definition von Energieeffizienzzielen und zur Bewertung von Maßnahmen. Sie sind damit ein relevanter Aspekt guter Corporate Governance und eine zentrale Voraussetzung für ein nachhaltiges Wirtschaften.

26


Ergebnisse Innovationskreis #5

leitung, die mit den gängigen Richtlinien und Regelwerken im

Lukas Törner, Ann-Christin Vorbeck, BIC

Bereich CSR vertraut ist, grundlegende Erfolgstreiber. Innerhalb der Workshops wurden häufige Fehlerquellen mit Blick

Im Innovationskreis stellt sich die Frage nach den Heraus-

auf die Güte der Daten genannt : Beispiel ist hier die fehlerhaf-

forderungen sowie der Bedeutung nichtfinanzieller interner

te oder nicht vorhandene Erfassung von Emissionen, die Um-

Kontrollsysteme mit Blick auf das Nachhaltigkeitsmanage-

rechnung der Emissionsfaktoren in einheitliche Maßeinheiten

ment innerhalb der Unternehmen. In den Vorträgen wurde

sowie die teils unklare Zählweise mit Blick auf Unternehmen

deutlich, dass mit Blick auf die Berichterstattung nichtfinan-

mit mehr als einem Standort. Weiterhin ist man innerhalb der

zieller Daten insbesondere die neue Gesetzeslage, gestiege-

Unternehmen aktuell vielerorts an dem Punkt angelangt, di-

ne Transparenz­anforderungen sowie die Tatsache der intrin-

verse Nachhaltigkeitsreporting-Tools auf ihre Verwendbarkeit

sischen Motivation der Eigentümer mögliche Treiber bei der

zu prüfen. Teils sind auch schon Tools eingeführt, jedoch häu-

Implementierung sind. Doch eine Frage, die dabei kritisch

fig nur lokal und nicht als Teil der unternehmensweiten strate-

im Raum stand, war : Heißt Nachhaltigkeitsberichterstattung,

gischen Ausrichtung.

dass wirklich alle nichtfinanziellen Daten erhoben werden müssen oder können die Daten auch via KI -Anwendungen geschätzt werden ?

Der Vorschlag, gängige Referenzstandards für interne Kon­ trollsysteme ( C OSO -Würfel und COBIT-Framework ) für nichtfinanzielle Berichte anzupassen, wurde mit Blick auf die Re-

Ergänzend hierzu wurde angemerkt, dass für eine erfolgrei-

duzierung möglicher Fehlerquellen als sinnvoll und hilfreich

che Umsetzung der Berichterstattung nichtfinanzieller Daten

erachtet. Demnach müssen Prozesse möglichst transparent

die Güte der Daten von enormer Relevanz ist. Diese muss

sein, es sollte das Vier-Augen-Prinzip gelten, Funktionshäu-

steigen und sich letztlich an der Einheitlichkeit und Qualität

fungen vermieden werden und nach dem „Need-to-know“-

der gängigen Finanzkennzahlen eines Unternehmens orien-

Prinzip die Akteure nicht mit allen bzw. unnötigen Daten

tieren. Die Diskussion zeigte, dass die Erfassung von Daten

überhäuft werden. Die erfolgreiche Implementierung kann

und Plausibilitätsprüfungen häufig noch manuell durchge-

letztlich nach diversen Reifegraden variieren. Zwei grundsätz-

führt wird und dies eine enorme potentielle Fehlerquelle dar-

liche Konfliktpotentiale wurden diskutiert :

stellt. Zugleich gab es Zustimmung für die Erfolgsfaktoren

1. Die Motivation einer korrekten Eingabe der nichtfinanziellen

nichtfinanzieller Kontrollsysteme : So sind die Kompatibilität

Daten muss für den Eingebenden vorhanden sein, damit die

mit bestehenden Kontrollsystemen bzw. eine Erweiterung

Daten umfänglich und korrekt sind.

dieser Systeme ein klares Mandat ( Call-to-Action ) von Seiten

2. Wenn der Nutzten in der Konsolidierung nicht ersichtlich ist,

der Geschäftsführung sowie eine stringente interne Projekt-

werden auch keine umfänglichen Daten zusammengeführt. 27


DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

Innovationskreis #6 : Reporting von Nachhaltigkeitsdaten Keine Transformation ohne True Cost & Value Accounting – Bilanzielle Vermögenswerte und Finanzmärkte sind derzeit in Gefahr Dr Janine von Wolfersdorff, Steuerberaterin

Mit dem geplanten EU -Klimagesetz wird das Ziel der Klima­ neutralität in Europa bis 2050 nun erstmalig gesetzlich fest­ geschrieben. Zwar sind keine Sanktionen gegen die Mitgliedsstaaten bei Verstößen gegen die Vereinbarungen des Klima­ gesetzes geplant, allerdings wird sich für Deutschland be-

Bilanzierung bildet wirtschaftliches Geschehen und Unterneh-

reits verfassungsrechtlich eine Bindung ergeben – der deut­

menserfolge ab, lenkt globale Kapitalströme und bestimmt im

sche Atomausstieg war Präzedenzfall hierfür.

Rechtsverkehr Vermögen, Dividenden und Preise. Vertrauen in diese Finanzinformationen ist der Grundstein funktionierender Kapitalmärkte.

Ende 2016 hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass der Staat die Kraftwerksbetreiber für „frustrierte Investitionen“ entschädigen muss, die diese im Vertrauen auf den

Eine Überprüfung der derzeitigen Bilanzpraxis offenbart aller-

Bestand der bislang geltenden Rechtslage getätigt hatten. Da

dings grundlegende Mängel. Auszugehen ist zum einen von

das EU -Klimagesetz für Wirtschaftsakteure gerade Vertrau-

einer hohen – noch verdeckten – bilanziellen Überbewertung

en in langfristige Investitionssicherheit schaffen soll, wird ein

nicht länger zukunftsfähiger Vermögenswerte, sogenannte

„Frustrieren“ im Vertrauen hierauf getätigter privater Investiti-

Stranded Assets.

onen für Deutschland mit enormen Schadenersatzrisiken verbunden sein. Das EU -Klimagesetz wird verbindlich und alles

Als „gestrandet“ werden Vermögenswerte bezeichnet, die

andere als „weiche Gesetzgebung“ sein.

sich aufgrund des Strukturwandels zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft – etwa aufgrund verkürzter Nutzungsdauer, Preis- /

Für Unternehmen bedeutet das, dass spätestens mit Verab-

Kostenänderungen oder physischen Schäden ( z. B. durch Dür-

schiedung des EU -Klimagesetzes bilanzielle Werthaltigkeit-

re oder Überschwemmung ) als weniger werthaltig erweisen

stests für Vermögenswerte unter entsprechenden Szenari-

als erwartet. Betroffen sind viele Industrien ( z. B. Öl- und Gas,

oanalysen relevant werden. Diese Impairment-Tests werden

Automobilhersteller, Zement und Chemie ) – mit allen vor- und

zeigen, ob das Unternehmen das Pariser Klimaabkommen –

nachgelagerten Wirtschaftszweigen. Das Ausmaß künftiger

und das EU -Klimagesetz – negiert, und eine damit verbunde-

gestrandeter Vermögenswerte ist gigantisch. Das Phänomen

ne Überbewertung vorhandener „brauner“ Vermögenswerte

ist nicht hinreichend erforscht und es besteht ein hohes Ri-

offenbaren.

siko für Wirtschaft wie Finanzmärkte. Die Kohlenstoffblase könnte die größte ökonomische Blase aller Zeiten werden.

Fatal ist jedoch, dass bisherige Rechnungslegungsregeln Transparenz im Strukturwandel nicht unterstützen. Auch In-

28


vestitionen in zukunftsfähige Geschäftszweige und nachhal-

Ein True Cost & Value Accounting muss daher als Ergänzung

tiges Wirtschaften, wie die Umstellung auf energieeffiziente

zur traditionellen Bilanzierung Unternehmen wie Investoren

Produktion, werden bilanziell typischerweise zunächst nur

im Transformationsprozess zur Seite gestellt werden. Nur auf

als Aufwand und nicht als Vermögenswert abgebildet ( z. B.

diese Weise kann die wirtschaftliche Performance im Trans-

Beratungs- und Trainingsaufwand ). So können Zukunftsin-

formationsprozess ganzheitlich und adäquat abgebildet und

vestitionen zu großen Teilen bilanziell nicht als Vermögen

die Finanzierung nachhaltiger Business-Transformation sicher-

zum Ausgleich von Wertminderungen gezeigt werden.

gestellt werden.

INPUT

OUTPUT

ganzheitliche Darstellung der Vermögens-, Finanz-, Ertragslage §164(2) HGB

Daten traditioneller Buchhaltung GuV & Bilanzdaten

Anwendung finanzieller Wesentlichkeitsgrundsatz

Externalitäten (+/-) Environmental, Social & Governance (ESG) Daten

Wesentliche ESGFinanzdaten

ganzheitliche Darstellung der Nachhaltigkeitslage Wesentliche ESG-Finanzdaten

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DIGI TA L E S N A C HH A LT IGK E I T SM A N AGE ME N T

Ergebnisse Innovationskreis #6 Lukas Törner, Ann-Christin Vorbeck, BIC

Es stellt sich hierbei häufig die Frage, inwiefern Externalitäten eines standardisierten CSR -Managements selbst Teil der produktiven Wertschöpfung sein können bzw. auch sein sollten ?

Im Innovationskreis ging es in den Rückfragen, dem Work-

Als Beispiele wurde hier u.a. das Stichwort des „Intangible

shop und der Podiumsdiskussion zunächst um mögliche

Accounting“ genannt, das ein Plädoyer dafür ist, bisher nicht

Ansätze zum Reporting von Nachhaltigkeitsdaten, bevor die

greifbare Ressourcen, wie Arbeitgeberreputation und Mar-

Funktionalität der Freiwilligkeit in unternehmerischer Verant-

kenbekanntheit, ( be )messbar zu machen und somit bilanzie-

wortung ( CSR ) diskutiert wurde. Dies erfolgte insbesondere

ren zu können.

im Hinblick auf die EU -Taxonomie Green Finance. In einem zweiten Diskussionsstrang wurden Fragen zur neuGrundlegend in der nachfolgenden Diskussion war die An-

en EU -Taxonomie diskutiert. Diese sei zweifelsohne notwen-

nahme, das Nachhaltigkeitsreporting spezifisch sein muss.

dig, jedoch sei die Ausgestaltung teils realitätsfern. Diese

Demnach sei also die Frage nach der Wesentlichkeit zu klä-

führe dazu, dass die Anerkennung leidet und diverse Nach-

ren : Passen die CSR -Maßnahmen zur Strategie des Unterneh-

verhandlungen und Nachschärfungen notwendig werden, die

mens ? Nicht alle Stakeholder interessieren sich für die glei-

wiederum ressourcenaufwendig sind. Mit Blick auf die Be-

chen Aspekte und Kennzahlen von Nachhaltigkeit und nicht

richtsstandards sei es richtig, gewisse Standards zu setzen,

alle Spezifika sind für alle Akteure gleich relevant. Demnach

jedoch müsse auch ein gewisser Grad an Freiwilligkeit imple-

sollten die jeweiligen Rahmensetzungen und Richtlinien im-

mentiert sein, da es Themen innerhalb des Feldes der unter-

mer in Abstimmung mit allen relevanten Akteuren erarbeitet

nehmerischen Verantwortung gibt, die sich gar nicht oder nur

werden.

schwer regulieren lassen. In dem Kontext benötigt es international anerkannte Abkommen. Demnach kann es mehr Sinn

In einem ersten Schritt muss geprüft werden, ob alle relevan-

ergeben, auf die Innovationsfähigkeit der Unternehmen zu

ten Stakeholder in den Prozess integriert sind. Erst in einem

setzen als auf regulatorische Maßnahmen.

zweiten Schritt gehe es darum, ob ein Unternehmen die richtigen Governancestrukturen besitzt, um die CSR -Aufwendun-

Grundsätzlich wurde zudem festgehalten, dass Investitionen

gen tatsächlich friktionsfrei aufeinander abzustimmen. Für

in ein zukunftsfähiges Nachhaltigkeitsreporting ein entschei-

die Berichterstattung gibt es dabei das bisher ungelöste Pro-

dender Baustein innerhalb eines konsistenten Innovationsma-

blem der Datentransparenz und der Bewertung der Relevanz

nagements von Unternehmen darstellt und diverse positive,

bestimmter Daten.

wenn auch teils noch nicht bilanzierbare Effekte zeigt.

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IMPRESSIONEN

Sind wir die Guten ? Benjamin Morgenstern, Bechtle AG

In der Digitalbranche sind wir uns alle einig : Wir gehören

schenbild helfen uns künftig weiter. Der hier universal for­

zu den Guten. Wir entwickeln die Menschheit weiter, retten

mulierte Anspruch digitaler Nachhaltigkeit muss sich bewäh-

die Welt durch und mit Technologien und Innovationen. Wir

ren und normativen Argumenten öffnen. Gleichzeitig muss

verzichten durch unsere digitale Kommunikation auf Rei-

sich digitale Nachhaltigkeit dem wissenschaftlichen Diskurs

sen und fühlen uns gut dabei. Die großen Plattformen und

einerseits öffnen und ihn andererseits beeinflussen.

Tech-Schlachtschiffe vernetzen sowohl Menschen als auch insbesondere Maschinen miteinander. Und das alles funkti-

K PI s sind wichtiger als K I

oniert scheinbar wie von Geisterhand. Es gilt jedoch zu beachten, dass Digitalisierung kein Selbstzweck ist. Digitalisie-

Als Symbol für Digitalisierung gelten KI -Anwendungen ( z. B.

rung als wertneutrales Paradigma kann nur dann zum Woh-

Deep Learning ). Derartige Simulationen und andere Anwen-

le von Mensch und Umwelt erfolgreich sein, wenn diese

dungen haben enorme Anforderungen an Rechenleistungen.

die Heterogenität und Diversität von Mensch und Umwelt

Prognosen gehen von einem Energiebedarf für Rechenzen-

achtet. Fortschritt und Wachstum gehen dann Hand in Hand,

tren von bis zu 8 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs

wenn Folgendes gilt : Eine dauerhafte, positive wirtschaftli-

in 2030 aus. KI ist hier ein maßgeblicher Treiber. Digitale

che Entwicklung ist eine, welche die Bedürfnisse der gegen-

Nachhaltigkeitsstrategien müssen sich diesem Kontext wid-

wärtigen Individuen befriedigt, ohne zu riskieren, dass künfti-

men und diskursiv die KPI -Definition beeinflussen. Gera-

ge Generationen ihre notwendigen Bedürfnisse nicht befrie-

de am Beispiel Stromverbrauch sind unterschiedliche KPIs

digen können.

denk­bar, die ganz unterschiedliche Handlungsoptionen nach sich ziehen.

Digitale Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde und Maßstab für die Zukunft

Ein Gedankenspiel

Schon jetzt werden unsere Unternehmen vermehrt an Nach-

KPI-1: Wenn die Messgröße für Stromverbrauch der CO2 -Aus-

haltigkeitszielen gemessen. Zahlreiche Initiativen der EU und

stoß ist, darf sich der CO2 -Ausstoß der weltweiten Rechen-

Anforderungen des Public Sectors zeigen dies. CO2 -Neutra-

zentren auf maximal 6 Prozent bis 2030 erhöhen.

lität ist nur eine Messgröße : Die von den UN definierten 17 SDG s zielen weit darüber hinaus. Wirtschaft und Wissen-

KPI-2  : Wenn die Messgröße für Stromverbrauch der CO2 -Aus-

schaft haben die Aufgabe, sich diesen Zielen unterzuord-

stoß ist, so müssen alle Rechenzentren dazu beitragen, dass

nen : Weder ein rückwärtsgewandtes, romantisches Natur­

sich der weltweite CO2 -Ausstoß insgesamt verringert.

bild noch ein von Fortschrittsgläubigkeit getränktes Men-­ 31


IMPRESSIONEN

Fazit An den KPI s kann man sehen : Es ist keineswegs selbstverständlich, dass Digitalisierung zu deutlich mehr Nachhaltigkeit führt. Es benötigt geeignete Zieldefinitionen – egal ob in Wirtschaft, Wissenschaft oder Gesellschaft. Digitale Nachhaltigkeit muss zum Mainstream werden und sich gleichzeitig selbst messbar machen. Rahmensetzungen, die in diese Richtung führen, sind daher als große Chance für unsere mittelständisch geprägte Wirtschaft in Europa anzusehen.

Impressionen der Teilnehmenden „Das Bodensee Innovationscluster bie-

„Der gleiche Innovationsgeist wie bei

„Der Innovationskreis hat sich für uns

tet für mich eine hervorragende Platt-

unseren Produkten inspiriert auch un-

in jeder Hinsicht gelohnt, da wir über

form zum Kennenlernen und Erarbei­ -

sere Nachhaltigkeitsbestrebungen. Wir

Entwicklungen und Innovationen im

ten von innovativen, nachhaltigen Lö-­

glauben daher, dass es ambitionierte

Nachhaltigkeitsbereich informiert wur-

sungen. Der regelmäßige Austausch

Ziele braucht, deren Nachverfolgung

den und gleichzeitig die Möglichkei-

mit anderen Unternehmen ermöglicht

und Umsetzung durch digitale Werk-

ten und Ansätze zur Umsetzung pra-

es mir, die neuen Impulse zur kontinu-

zeuge gesteuert werden sollten.“

xisnah und auf Augenhöhe diskutiert

ierlichen Verbesserung des unterneh-

haben.“

menseigenen Nachhaltigkeitsmanage-

Dr Daniel Chatterjee

ments zu nutzen.“

Director Technology Management

Sarah Steil

& Regulatory Affairs

Referentin Nachhaltigkeitsmanagement

Rolls-Royce Power Systems AG

Handtmann Service GmbH & Co. KG

Ramona Wallner Nachhaltigkeits-, Energieund Umweltmanagement­b eauftragte Zeppelin GmbH

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Ausblick Politische Regulierungen, neue Kundenanforderungen und

Die Diskussion, wie sich unsere Bilanzen verändern werden,

Probleme des 21. Jahrhunderts wie Hunger, Klimawandel

um nichtfinanzielle Themen besser steuern zu können, ist in

oder Bildungsarmut prägen, wie Unternehmen mit ihren Di-

vollem Gange. Wir erleben, dass die dazugehörigen Daten-

gitalisierungsbemühungen die Gesellschaft gestalten. Digita-

systeme immer besser kontrolliert werden. Auf dem Weg

les Nachhaltigkeitsmanagement, das wurde im Zuge der Er-

zu einer umfassenden Kreislaufwirtschaft wird es allerdings

stellung dieser Broschüre klar, ist am Bodensee innovativ. Es

noch viele Vorschläge und Innovationsprojekte brauchen, bis

ist innovativ, was die Bearbeitung nachhaltigkeitsbezogener

sich Hub-Ansätze von Nachhaltigkeitsdaten durchsetzen. Der

Themen eines Unternehmens angeht als auch in den digitalen

Innovationskreis hat gezeigt, dass es auch noch viele offene

Verfahrensweisen, mit denen es umgesetzt wird.

Fragen gibt, wie Lieferanten dazu beitragen können, nachhal-

Der Innovationskreis Digitales Nachhaltigkeitsmanagement

Tracing oder Blockchain.

tigere Geschäftsmodelle zu steuern – sei es über Rankings, verschiebt den Fokus vom Endprodukt des Nachhaltigkeitsberichtes oder einer Zertifizierung auf den Prozess der Opti-

Daher danken wir allen Referentinnen und Referenten und

mierung von Lieferketten, der Verbesserung von Produkten

ihren Unternehmen, die ihre Expertise zu diesen Fragen zur

und den Berichterstattungsprozess. Dabei wird deutlich, dass

Verfügung und zur Diskussion gestellt haben. Wir danken

die Verbesserungen innerhalb verschiedener Bereiche von

den Teilnehmenden für den vielfältigen Austausch und die

Nachhaltigkeit innerhalb einer Organisation im Regelfall län-

greifbaren Bezüge zu ihrer eigenen Geschäftstätigkeit. Wir

ger als die Entwicklung eines Berichtes oder das Erlangen

freuen uns auf die weitere erfolgreiche und vertrauensvolle

einer Managementsystem-Zertifizierung dauern. Investitio-

Zusammenarbeit zu einigen der drängendsten Themen un-

nen in die Digitalisierung des Nachhaltigkeitsmanagements

serer Zeit !

sind dabei Zukunftsinvestitionen : Sie reduzieren das Risiko, ermöglichen neue Geschäftsmodelle und reduzieren den manuellen Aufwand im dazugehörigen Management nichtfinanzieller Daten.

Michael Mayer | SAP SE     Lukas Törner | BIC     Dr Christopher Köhler | BIC     Ann-Christin Vorbeck | BIC     Sabine Wiesmüller | BIC

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TEAM

Michael Mayer, Vice President SAP SE , ist Site Director des SAP Development Center Markdorf und verantwortlich für die SAP -Lösungen und Produkte im Bereich Sustainable Operations and Products. Er vertritt die SAP als Kuratoriumsmitglied im BIC und ist Mitinitiator des Innovationskreises Digitales Nachhaltigkeitsmanagement. Nach Studienabschluss in Technischer Informatik ist er bei SAP in IT-Engineering und Managementrollen mit Schwerpunkt EHS and Sustainability Products tätig.

Dr Christopher Köhler ist stellvertretender Leiter des BIC . Gemeinsam mit Michael Mayer ist er für die strategische Ausrichtung des Innovationskreises Digitales Nachhaltigkeitsmanagement zuständig. Nach Studienabschlüssen in Mannheim und Konstanz arbeitete er als Data Scientist im Bereich Process Mining. Seit 2017 leitete er diverse Forschungsprojekte zu Digitalisierungs- und Innovationsthematiken und promovierte mit einem Themenschwerpunkt im Bereich der Digitalisierung von kleinen und mittleren Unternehmen ( KMU ).

Lukas Törner ist der operative Leiter des Innovationskreises Digitales Nach­haltigkeitsmanagement. Er befasst sich in seiner Promotion mit der Bedeutung von Nachhaltigkeitssoftware. Er wird gefördert durch die Deutschen Bundesstiftung Umwelt und hat das BIC seit seiner Gründung mit aufgebaut.

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Ann-Christin Vorbeck studiert im Master Corporate Management & Economics an der Zeppelin Universität mit Schwerpunkten in Strategie und Digitalisierung. Während ihrer Tätigkeit am BIC konzentriert sich Ann-Christin Vorbeck auf strategische Fragestellungen und unterstützt Lukas Törner bei der Betreuung des Innovationskreises Digitales Nachhaltigkeitsmanagement.

Sabine Wiesmüller studierte International Business u.a. in Deutschland, Spanien und Mexiko. In ihrer Promotion befasst sie sich mit den Auswirkungen neuer Technologien, insbesondere KI , auf Unternehmensverantwortung und gesellschaftliche Prozesse. Ihre aktuelle Position als Leiterin und Mitgründerin des BIC hat sie seit 2018 inne. Sie hat die strategische Anbindung des Innovationskreises an die weiteren Aktivitäten des BIC verantwortet.

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TEILNEHMENDE UNTERNEHMEN

BECHTLE AG

ALBERT HANDTMANN HOLDING G M B H & C O. KG

STREMLER AG

BODAN GMBH

KPMG AG WPG

TERR A INSTITUTE GMBH

EDIGURUS GMBH

Ö KO P R O F I T V O R A R L B E R G

VAU D E S P O R T G M B H & C O. KG

EMS ENGINEERING & MANAGEMENT SERVICES GMBH

R O L L S - R O YC E P O W E R S Y S T E M S A G

ZEPPELIN GMBH

F O L LO W F O O D G M B H

SAP SE

ZUMTOBEL GROUP AG

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Kontakt Lukas Törner lukas.toerner@zu.de +49 7541 6009 2266 zu.de/bic

Impressum Zeppelin Universität gemeinnützige GmbH Am Seemooser Horn 20 88045 Friedrichshafen

Chefredaktion : Dr Lennart Brand Redaktion : Lukas Törner, Dr Christopher Köhler, Sabine Wiesmüller Art Direction : Philipp N. Hertel Grafikdesign : Simon Merz, Petra Mohr


zu.de/bic