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Eine Zufallsbegegnung regte sechs Studierende zu einem ambitionierten Filmprojekt an. Sie trafen am Bodensee einen Biopionier, dessen Vorleben sie zutiefst bewegte. Es war das eines hochgradigen Junkies, der den Ausstieg geschafft hatte. Daraus entstand ein dreißigminütiger, beeindruckender Dokumentarstreifen mit dem Titel „Frosch & Löwe“.

Sein Leben um 180 Grad zu verändern, das hat der heute 61-jährige Michael Ganster geschafft. Mit 19 wurde er drogensüchtig. Er dealte, stahl und landete im Gefängnis. Er tat einfach alles für den nächsten Schuss. Dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen, schaffte er – nach zwölf Jahren –mit 31 Jahren den Entzug. Daraufhin veränderte er sein Leben radikal und wurde zum Biopionier am Bodensee. Doch wie hat er diesen Schritt geschafft? Wer hat ihm dabei geholfen, und was haben ein Löwe und ein Frosch mit der ganzen Geschichte zu tun? „Frosch & Löwe“: Das war die Kostümierung von Michael Ganster während eines FasnetUmzugs am Ende seiner Drogentherapie. „Frosch & Löwe“, das ist die Geschichte von Michael Ganster.

Drehbuch? Von Anfang an festgelegte Filmlänge? Spezialeffekte? All dies gab es bei dem Filmprojekt von Lorna Bösel, Peter Greve, Lukas Palm, Anna-Maria ­Rainer, Stefanie Ule und Tim Werth nicht. Die Erzählform des Films sollte schlichtweg von Gansters Erzählungen getragen und nur teilweise von historischen Bildern unterlegt werden. Für Außenstehende klang das nach einer „Art Radio mit Bildern“. Dem Team war jedoch klar, dass jegliche bewusst herbeigeführte Dramatik den Film kitschig oder flach wirken lassen würde. Denn es war nicht nur Gansters Geschichte, die faszinierte, sondern vor allem die Art und Weise, wie er sie vermittelte. Die Studierenden wollten Gansters gnadenlos authentischen Umgang mit sich selbst und dem Thema in

den Vordergrund stellen. Und das bedeutete: keine Bilder von blutigen Spritzen und kaputten Leuten auf der Straße. Stattdessen eine normal bürgerliche Wohnung, eine simple Bioküche und der friedliche Bodensee – Michael Ganster und sein heutiges Umfeld ist der Kontrast zu seinem früheren Leben. Das wiederum sollte durch seine Erzählungen im Kopf des Zuschauers entstehen. Fünf Tage dauerte der Filmdreh. „Frosch & Löwe“ ist zu einer 30-minütigen Reise durch Gansters Leben geworden, die das Publikum gleichermaßen schockiert, sogar zum Schmunzeln bringt, aber vor allem berührt. Das Filmteam hat die Hoffnung, dass der Streifen in Zukunft in der Drogenprävention eingesetzt wird.

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auf #01 | Macht und Mitsprache  

„auf – Medium für Zwischenfragen der Zeppelin Universität“ ist ein monothematisches Wissensmagazin und erscheint zwei Mal jährlich jeweils i...

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