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Dezember 2015

DAS STADTTEILMAGAZIN DER ZEITUNG AM SAMSTAG

Ausgabe Zähringen

Gewerbegebiet Längenloh

Neue Unterkünfte für Flüchtlinge – auch eine Moschee? Ireneus Frost

Rein in die Gläser mit den Früchten und Deckel drauf Hochhaus Zähringer Straße

Ein Brand und 74 Wohnungslose – fünf Monate danach

Exzentrischer Sport auf Rollschuhen: Tatiana Graf ist bei den Block Forest Roller Girls


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Zeiten

der Veränderung

W

ir befinden uns am Beginn einer Zeit großer Veränderungen. Allein in diesem Jahr könnten 1,5 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Das wird Veränderungen mit sich bringen, politische, ökonomische und soziale. Und wenn nun im Gewerbegebiet Längenloh in Zähringen gebaggert wird, um weitere notwendige Flüchtlingsunterkünfte zu bauen, wenn eine islamische Gemeinde dort eine Moschee bauen möchte, dann sind das Zeichen dieser Veränderungen. Und mit einem Mal sind sie wirklich zu spüren, im eigenen Stadtteil, nicht nur aus den Nachrichten. Die aufgebrachte Stimmung, die lauten Rufe und teilweise polemischen Unmutsbekundungen bei der Bürgerversammlung im Zähringer Keller zeigen eine tiefe Verunsicherung in der Bevölkerung. Was soll sie von den Veränderungen halten? Welche Nachteile werden sie bringen (und gibt es auch Vorteile)? Es ist nun die dringende Aufgabe einer Stadtverwaltung klare Präsenz und konsequente Transparenz zu beweisen. Bürgerinnen und Bürgern muss die Möglichkeit gegeben werden, ihre Fragen und Einwände zu formulieren. Und es müssen nicht immer fertige Antworten parat liegen. Eine sachliche Diskussion, zeitnahe Kommunikation und Aufklärung wären schon ein wichtiger Schritt. Eine der immer wieder formulierten Ängste in diesem Zusammenhang betrifft den Verlust der „abendländisch-christlichen Kultur“, die Sorge um „unsere Werte“. In unserer neuen Rubrik „Streitschrift“, in der Menschen zu Wort kommen, die eine klare Haltung zu einem gesellschaftlichen oder politischen Thema haben, das auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Zähringen bewegt, kommt deshalb diesmal der Althistoriker Rolf Bergmeier zu Wort. Er erinnert an die islamisch-arabischen Lebensformen, die das „Abendland“ zwischen 700 und 1400 stark geprägt haben und somit auch zu unseren Wurzeln gehören. In diesem Sinne wünsche ich eine anregende Lektüre. Barbara Breitsprecher Chefredakteurin

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Freiburg Zähringen Stadtteilmagazin | 3


ZÄHRINGEN-MAGAZIN

Inhaltsverzeichnis Gewerbegebiet Längenloh:

Moschee:

Hoch emotional war die Stimmung bei der Bürgerversammlung Seite 5

Eine muslimische Gemeinde will bauen Seite 10

Flüchtlinge:

Büchertipps von Sebastian Reiß Seite 16

Neue Unterkünfte entstehen in Längenloh Nord Seite 7

Streitschrift:

Beitrag von Rolf Bergmeier Seite 9

Reiß Bücher auf: Rezept:

Kartoffel-Pastete aus Frankreich Seite 23

Solidaritäts-Party:

Aaron Benjamin Metzger studiert Ungewöhnliches in Dänemark Seite 24

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Paris:

Annette Christine Hoch war nach den Terroranschlägen dort Seite 32

Flüchtlings-Portait:

Barham, 26 Jahre, aus Gambia Seite 35

Tipps:

Veranstaltungen Seite 36

Abdruck: Hans Hoischen, „Langer Tag mit grüner Hose“ Seite 38

20

Ireneus Frost stellt in seinem Küchenatelier in Zähringen Marmeladen, Sirup, Senf und Essig her .

Tatiana Graf ist eine der Block Forest Roller Girls und liebt diesen Sport mit Vollkörperkontakt

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Beim Schach-Klub Zähringen spielen ungewöhnlich viele Mädchen und Frauen mit

Die Ärztin Martina Wündrich ist Erste Geigerin und Konzertmeisterin bei der Camerata Academica Freiburg

IMPRESSUM Stadtteilmagazin Zeitung am Samstag Verlags GmbH Benzstraße 22, 79232 March Tel. 07665-93 458-0 Fax 07665-93 458-286 Geschäftsführer: Christopher Kunz, Rüdiger van der Vliet

4 | Freiburg Zähringen Stadtteilmagazin

Chefredakteurin: Barbara Breitsprecher (visdp) Tel. 0174-16 37 446 e-mail: redaktion@zas-freiburg.de Fotos (soweit nicht anders angegeben): Michael Zäh Titelfoto: Alexia Skok Verkaufsleitung: Michael Metzger, Tel. 07665-93 458-21 e-mail: m.metzger@zas-freiburg.de

Grafik, Layout & Herstellung: dtpwork design, Herbolzheim Adrian Kempf, Tel. 07643-39 42 65 00 e-mail: layout@dtpwork.de Meisterdruck GmbH Druckerzeugnisse Kreuzmattenstraße 13 79276 Reute bei Freiburg Tel: 07641-9178-0 e-mail: info@meisterdruck.de


GEWERBEGEBIET LÄNGENLOH

Bürgerversammlung

Bedrohliche ©Foto: Michael Zäh

Szenarien statt sachlicher Argumente Hoch emotional war die Stimmung bei der Infoveranstaltung des Bürgervereins Zähringen zum Gewerbegebiet Längenloh. Verunsicherung wurde deutlich, aber auch pauschale Ängste und plumpe Vorurteile. Höchste Zeit für eine transparente und rasche Infopolitik der Stadtverwaltung.

D

as Gewerbegebiet Längenloh Nord bietet gleich dreifachen Anlass für heftige Diskussionen: Zum einen möchte die Stadtverwaltung das ursprünglich als reines Gewerbegebiet gedachte Gebiet in ein Mischgebiet mit Wohnungsbau umwandeln, zum anderen entstehen hier neue Unterkünfte für Flüchtlinge. Und zudem würde die muslimische Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde hier gerne eine Moschee bauen. Bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung, zu der der Bürgerverein Zähringen zusammen mit der Initiativgruppe Gewerbebetriebe Längenloh deshalb einlud, wurde lautstark Unmut über diese Veränderung geäußert. Scharf wurde aber auch die Informationspolitik der Stadtverwaltung kritisiert. Erst für Anfang kommenden Jahres hat die Stadtverwaltung eine öffentliche Infoveranstaltung geplant. „Viel zu spät“, wandten viele empörte Bürgerinnen und Bürger ein. Adolf Thoma, der Pressereferent des Bürgervereins Zähringen, monierte, dass ein bestehender Bebauungsplan geändert werden soll: „Vom Gewerbegebiet

zum Wohngebiet – das wollen wir nicht!“ Flüchtlingsunterkünfte können aber ohnehin nicht verhindert werden, darauf wies die städtische Vertreterin Sabine Kempf-Dietl hin. Das Baurecht erlaube eine auf maximal fünf Jahre befristete Unterbringung von Flüchtlingen in Gewerbeund sogar Industriegebieten. Holger Männer, der Vorsitzende des Bürgervereins Zähringen, zeichnete in der Versammlung ein bedrohliches Bild: Die Stimmung in Deutschland sei „am Kippen“, die Pläne der Stadtverwaltung würden „Ärger schaffen“, er warne davor, dass „der Kessel explodieren“ könnte. Grundsätzlich, so stellte er klar, sei es „ein Akt der Menschlichkeit“, sich um die Flüchtlinge zu kümmern. Holger Männer er-

Infoabend des Bürgervereins Am 25. November luden der Bürgerverein Zähringen und die Initiativgruppe Gewerbegebiete Längenloh zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Veränderungen und neue Entwicklungen für die Gewerbegebiete Längenloh Süd und Nord“ in den Zähringer Keller ein. Viele Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt, mehr als der Raum fassen konnte. Die Diskussionsbeiträge waren mehrheitlich geprägt von hoch schwappenden Emotionen, immer wieder wurde auch die Informationspolitik der Stadtverwaltung kritisiert, die wenig transparent und viel zu zögerlich sei.

innerte daran, dass diese Menschen nicht freiwillig ihr Land verlassen, sondern aus Not. Deutschland habe schon mehrmals in seiner Geschichte Flüchtlingsund Auswandererströme aufgenommen und dies gut bewältigt. Ganz entschieden jedoch sprach sich der Bürgervereins-Vorsitzende gegen eine Moschee im Gewerbegebiet Längenloh aus. Ein solches Gebiet sei schon allein wegen des Krachs dort nicht geeignet, ein Gebetshaus zu beheimaten. Auch befürchte er, dass im Umkehrschluss ansonsten die Betriebe Rücksicht auf die Gebetszeiten nehmen müssten. Und er stellte auch die Frage, ob ein solches „Gotteshaus abseits im Gewerbegebiet“ wirklich integrativ sei. Ähnlich argumentiert  auch

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GEWERBEGEBIET LÄNGENLOH

Ausschnitt

Grundplan

Zeichenerklärung: Weiterführung siehe Grundplan links

1.

Art der baulichen Nutzung

3.

Bauweise, Baulinien, Baugrenzen

6.

Verkehrsflächen

9.

Grünflächen

Gewerbegebiete

Baulinie

fläche

Straßenverkehrsflächen

Private Grün

1

Vorbehaltsfläche für den öffentlichen Verkehr

2

Öffentliche Grünflächen

Private Grünflächen 10. Wasserflächen und Flächen für die Wasserwirtschaft, den Hochwasserschutz und die Regelung des Wasserabflusses

2

Umgrenzung von Flächen für die Wasserwirtschaft, den Hochwasserschutz und die Regelung des Wasserabflusses 13. Planungen, Nutzungsregelungen, Maßnahmen und Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft

1*

Anpflanzen: Bäume Erhaltung: Bäume 15. Sonstige Planzeichen Mit Geh-, Fahr- und Leitungsrechten zu belastende Flächen zugunsten der Versorgungsträger

Grenze des räumlichen Geltungsbereiches des Bebauungsplanes

Abgrenzung unterschiedlicher Nutzung, z.B. von Baugebieten, oder Abgrenzung des Maßes der Nutzung innerhalb eines Baugebietes

Nutzungsschablone

2

Art der baulichen Nutzung

Gebäudehöhe in Meter max.

Grundflächenzahl

Geschossflächenzahl

Bauweise

Dachform

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1

zusätzliche Festsetzungen

2

1

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GH max. 10,00 m

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GH max. 10,00 m

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FD

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0°-35°

GH max. 10,00 m

Gesamtgebiet: 42.863 m² Gewerbegebiete 30.340 m² Verkehrsflächen 11.631 m² Grünflächen / Wasserwirtschaft 892 m²

71 % 27 % 2%

Wohnungen ausgeschlossen

Geschosshöhe * minimal 6,50 m

(Ausnahme 4,50 m)

Flächenberechnung:

Textliche Festsetzungen, Satzung mit örtlichen Bauvorschriften vom ...........................

Verfahrensablauf Die Beschlüsse im Planungsverfahren wurden auf der Grundlage des Baugesetzbuches wie folgt gefasst:

Ortsübliche Bekanntmachung des Beschlusses nach § 10 Abs.3 BauGB und Inkrafttreten am.........................

3

Stadtplanungsamt

1*

Die Übereinstimmung mit der amtlichen Flurkarte (Stand vom März 2010) hinsichtlich der Bezeichnung und der Grenzen der Flurst ücke innerhalb der markierten Fläche (Plangebiet) wird bestätigt.

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bauu

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mög

lich

Aufstellungsbeschluss am 17.01.2007 Ortsübliche Bekanntmachung des Aufstellungsbeschlusses am 03.02.2007 Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit: Formlose Darlegung vom 05.02.2007 bis 09.03.2007 Erörterung am 01.03.2007 Beschluss zur öffentlichen Auslegung am................................................................. Ortsübliche Bekanntmachung der öffentlichen Auslegung am................................. Öffentliche Auslegung vom.............................. bis..................................................... Satzungsbeschluss durch den Gemeinderat der Stadt Freiburg am.........................

Bearbeitet von: R. Ketteler Gezeichnet von: R. Gastinger

(Daseking) Ltd. Stadtbaudirektor

Bürgermeisteramt (Dez. I) Der textliche und zeichnerische Inhalt dieser Satzung mit den örtlichen Bauvorschriften stimmt mit dem Satzungsbeschluss des Gemeinderates überein. Der Bebauungsplan wird hiermit ausgefertigt. (Dr. Salomon) Freiburg i. Br. den ............... Oberbürgermeister

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Stadtplanungsamt

Bebauungsplan mit örtlichen Bauvorschriften

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Längenloh - Nord

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Plandatum:

XX.XX.2010

Stadtteil:

Zähringen

Maßstab:

1:500

Plan-Nr.: 2-57

L:\STADTPLANUNGSAMT\STEUERUNG_VERFAHREN\FESTSTELLUNG\Bebauungspläne\2-057\2-057.dwg

Manuel Fackler, der sich als Sprecher der Gewerbetriebe Längenloh vorstellte. Er forderte die Stadt auf, der muslimischen Gemeinde ein anderes, zentraleres Grundstück für den Bau einer Moschee zur Verfügung zu stellen. Laut Bebauungsplan sind für einen Neubau im Gewerbegebiet sieben Stellplätze vorgeschrieben. Die muslimische Gemeinde will zehn erstellen. Aus Sicht von Manuel Fackler sind das jedoch „viel zu wenig“ für eine auf 120 Besucher ausgelegte Moschee. Die Baupläne der Moschee, die der Stadt für die Bauvoranfrage vorliegen, widersprechen seiner Ansicht nach den Bauvorschriften, die für das Gewerbegebiet gelten. So war bislang eine Giebelbauweise mit einer bestimmten Traufhöhe vorgeschrieben. Das bisher höchste Gebäude im Gewerbegebiet entspricht der maximal genehmigten Höhe von 9,50 Metern. Laut den vorgelegten Plänen, soll die Moschee jedoch ein Kuppeldach und kein Giebeldach haben und außerdem einen zwölf Meter hohen Minarett-Turm beinhalten. Der Imam der bauwilligen Ahma-

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diyya-Gemeinde, Imtiaz Ahmad Shaheen, erläuterte die historischen Ursprünge für einen Kuppel- und Minarettbau, die in der Akustik liegen. Er räumte aber unumwunden ein, dass heutzutage kein Kuppeloder Minarettbau notwendig sei und auch jedes andere Haus eine Moschee sein könne. Aus Traditionsgründen und damit die Moschee als solche gleich erkannt werde, wünsche sich seine Gemeinde jedoch einen Kuppelbau mit Minarett. Was die Höhe des Minarett-Turmes angehe, werde sich seine Gemeinde aber ganz den Auflagen der Stadt Freiburg fügen. Gewerbegebiet

Längenloh Nord Das Plangebiet umfasst 4,2 Hektar und liegt zwischen Gundelfinger Straße und Bahngleisen. Der städtische Flächennutzungsplan 2020 weist das Gebiet „ausschließlich als Gewerbegebiet“ aus. Nun überlegt die Stadt jedoch, das Gebiet in ein Mischgebiet umzuwandeln und dort auch Wohnungsbau zuzulassen.

Der Imam appellierte in der Bürgerversammlung, „nicht aus Angst etwas Gutes zu verhindern“. In der aufgeregten Stimmung im Zähringer Keller wurden auch lautstark Pseudo-Argumente formuliert, wie diese: Wenn zu viele Flüchtlinge in Zähringen untergebracht würden, könnte die Stimmung kippen und ein Rechtstruck entstehen. In einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Entstehen von Rechtspopulismus heißt es jedoch unter anderem: Eine extrem verkürzte und radikal zugespitzte Darstellung von Einwandererthemen in den Medien sowie eine charismatische Führungspersönlichkeit und/oder „politisches Unternehmertum“ schaffen erst die Bedingungen dafür. Außerdem heißt es in der Studie: Grundlage des rechtspopulistischen Erfolgs sei eine „radikalisierte Propaganda“, die besonders auf die Themen „Einwanderung“ und „Überfremdung“ ziele, „die mit der Behauptung verbunden wurde, Einwanderer würden den Sozialsaat ausnutzen oder eine Bedrohung für die kulturelle Identität des jeweiligen Landes“. Barbara Breitsprecher

Ausdruck vom 28.01.2011

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ie Erdarbeiten haben bereits begonnen: Im Gewerbegebiet Längenloh sollen bis Mitte kommenden Jahres neue Unterkünfte für rund 300 Flüchtlinge fertig sein. Statt der vielfach üblichen Container sollen hier Häuser in Holzmodulbauweise entstehen, die später wieder abgebaut werden können. Anfang kommenden Jahres will die Stadtverwaltung eine Infoveranstaltung anbieten. Viele Bürgerinnen und Bürger bezeugten bei der Bürgerversammlung am 25. November im Zähringer Keller darüber ihren Unmut, dass eine solche Infoveranstaltung erst so spät angedacht ist. Schließlich sind derzeit bereits etliche Lastwagen und Bagger am Werk, um alles für die neuen Flüchtlings-Unterkünfte vorzubereiten. Die Stadtverwaltung hatte lediglich mit dem Bürgerverein Zähringen erste Gespräche darüber geführt, die Bevölkerung jedoch nicht öffentlich unterrichtet. Statt der üblichen Container – die meist in Russland hergestellt werden – hat sich die Stadtverwaltung entschlossen, die neuen Unterkünfte in Holzmodulbauweise zu erstellen. Die Stadt sieht darin auch eine Chance für regionale Gewerbetreibende, die diese Häuser fertigen werden. Das neue Baurecht erläuterte Sabine Kempf-Dietl vom Städtischen Gebäudemanagement Freiburg.Vor dem Hintergrund der hohen Flüchtlingszahlen wurde das Baurecht geändert und erlaubt nun ein auf maximal fünf (statt bislang drei) Jahre befristete Unterbringung von Flüchtlingen auch in Gewerbegebieten und sogar in Industriegebieten. Weitere Flüchtlingsunterkünfte gibt es in der Mooswaldallee und weitere rund 20 Personen sollen in einem bestehenden Gebäude in der Zinkmattenstraße unterkommen. Cagdas Karakurt, zuständig bei der Stadt für Fragen der Flüchtlingsversorgung, betonte, dass es die Aufgabe sei, „den Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf“ zu bieten. Barbara Breitsprecher

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©Foto: Hans Sigmund/Gasthaus Weinberg

©Foto: Gasthaus Weinberg

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Eintrag im Slow Food-Führer 2014 und einem weiteren für das Jahr 2015 belohnt. „Hier schmeckt‘s wie auf dem Land“ – solch ein Lob hat Inhaberin Franziska Schwer, die das Gasthaus zusammen mit ihrer Tochter Sarah und ihrem Lebensgefährten Bernd Rasmus führt, mehr als einmal gehört. Der Renner in dem liebevoll geschmückten Lokal, das im Winter mit einem Kaminzimmer und im Som-

mer mit einem idyllischen Garten lockt, sind Gerichte wie Ochsenbäckle, Leberle, hausgemachte Rindsrouladen oder Blut- und Leberwürste. Stolz ist die Wirtin, die früher das Gasthaus Eiche in Haslach führte, auch auf ihre Gerichte mit Zunge, für die der Weinberg schon so etwas wie eine Berühmtheit ist. Am 24. Dezember bleibt das Gasthaus geschlossen. Am 25. und 26. Dezember wird

im Gasthaus zum Weinberg aber eine leckere Auswahl an Weihnachts-Mittagessen geboten, geöffnet ist an diesen Tagen von 11.30 bis 14.30 Uhr. Um Reservierung hierfür wird gebeten. n Gasthaus zum Weinberg Franziska Schwer Hauptstraße 70 79104 Freiburg Telefon 0761 1208395 info@gasthaus-weinberg.de

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Legende

In Europa ist es üblich von einer „christlichen Kultur“ zu sprechen. Doch zwischen 700 und 1400 gab es im „Abendland“ eine weitere Lebensform: Die islam-arabische.

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olitiker sprechen gerne von der „christlich-abendländischen Kultur“ und übersehen die Beiträge anderer Kulturräume, die das Fundament europäischer Kultur bilden. Acht Thesen zur „christlich-abendländischen Kultur“.

©Foto: privat

(1) Europas Kultur gründet im klassischen Athen, als das Wort des Bürgers und die Sprache der Vernunft an die Stelle der Sprüche von Orakeln und Wahrsagern treten, als die demokratische Mitsprache aller anerkannter Bürger beschlossen, Theater gegründet und unvergleichlich schöne „klassische“ Kunstwerke geschaffen werden. (2) Rom ergänzt die griechische Kultur, schafft Ordnung, liefert den Völkern Recht und Gesetze, Thermen und Theater, Fernstraßen und Städte. Zusammen mit der griechischen Kultur ist die römische bis heute stilbildend. Wir nennen sie „antike“ Kultur. Ihre überragende Bedeutung für die westliche Welt ist unbestritten. Sie ist das Fundament, auf dem Europa ruht. (3) Die antike Kultur endet mit der Ernennung des Katholizismus zur Staatskirche im Jahre 380. Das Jahr markiert einen Paradigmenwechsel von der polytheistisch-multikulturellen Denkweise zu einer monotheistisch-monothematischen. An die Stelle der antiken Kultur tritt eine Dogmenkultur, die ihre Durchsetzungskraft aus der Allianz mit der Staatsmacht gewinnt. (4) Das nunmehr dominierende Jenseitsdenken und die autoritäre Wahrheitsgewissheit der Kirche paralysieren Kreativität und Forschung, Bildung und Wissenschaft. Ohne öffentliche Schulen, Bibliotheken, Theater und Kanalisation verwahrlosen die Städte. Die Stadtkultur bricht zusammen, die Städte versinken im Schmutz. Der einst freie Geist zieht sich als Kirchengeist hinter Klostermauern zurück. (5) Parallel zum Verfall des Nordens schwingen sich im islamischen Süden Europas

Rolf Bergmeier

Streitschrift

Christlich-abendländische

die Städte zu kulturellen Höhen auf. Die islam-arabische Kultur wächst in kurzer Zeit wie Phönix aus der Asche. Sie integriert die griechisch-römische Kultur, adaptiert indische, asiatische und persische Beiträge, ordnet und ergänzt das Erworbene und beherrscht zwischen 700 und 1400 die Welt zwischen Indus und Atlantik. (6) Die neue islam-arabische Kultur wird zum Maßstab aller Kulturen. Córdoba, die Kalifenstadt im arabischen Spanien, gilt als „Zierde des Erdkreises“, Bagdad als weltweiter „Hort der Weisheit“. (7) Ab dem 13. Jahrhundert dringt das islam-arabische Wissen nach Mitteleuropa. Nach tausend Jahren Düsternis kehren Teile der antiken Kultur an ihren Ursprungsort zurück. Europa wird zum Erben und Nutznießer der heidnischen Antike im arabischem Gewand und erblüht in der „Renaissance“. (8) Im 18. Jahrhundert leitet die Aufklärung die Revolutionen für Freiheit, Mitbestimmung und Menschenrechte ein. Ihre Forderungen nach Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung sind die Werte, die heute die westliche Hemisphäre prägen und ihr Ausstrahlungskraft verleihen. So sind Antike, islam-arabische Hochkultur und Aufklärung die eigentlichen Bausteine europäischer Kultur. Der Beitrag des Christentums in Gestalt der katholischen Kirche ist zwar unübersehbar, aber als reine kirchenkulturelle Leistung für die geisteswissenschaftliche und demokratisch-gesellschaftliche Entwicklung Europas von geringer Bedeutung. Denn „christliche Kultur“ ist Kirchenkultur, deren fundamentale Religiösität überall in der Welt auch Spuren der Verwüstung hinterlässt. Sie ist eine Teilkultur, in der sich das Gute den Rang mit dem Schmach des Unanständigen teilen muss.

Rolf Bergmeier, Althistoriker und Philosoph, Forschung zur spätantiken, christlichen, arabischen Kultur im frühen Mittelalter, Monographien zur antiken Kultur, zur Entwicklung des Christentums in der Spätantike und zu den Ursachen des Untergangs der antiken Kultur. Vortrag: „Die Legende von der christlichen Leitkultur“, 4. 12., 20 Uhr, Uni Freiburg, HS1015

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AHMADIYYA MUSLIM JAMAAT GEMEINDE

©Foto: Michael Zäh

Moschee-Baupläne

Eine Moschee in Zähringen? Die islamische Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde will im Gerwebegebiet Längenloh eine Moschee mit Kuppel und Minarett bauen. Die Bauanfrage wird derzeit bearbeitet, eine Kaufanfrage an die Stadt noch nicht gestellt.

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ine Kuppel mit fünf Metern Durchmesser soll sie haben und ein zwölf Meter hohes Minarett – die Moschee, die die islamische Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat im Zähringer Gewerbegebiet Längenloh bauen möchte. Die Bauvoranfrage für das Gebäude, das in der Nähe zur neuen Flüchtlingsunterkunft entstehen könnte, läuft.

Rechtlich sind in einem Gewerbegebiet Gebäude für kirchliche Zwecke genehmigungsfähig. Das Grundstück, auf dem das islamische Gebetshaus entstehen

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soll, gehört der Stadt und liegt zwischen Heuweilerstraße und Glottertalstraße neben den Bahngleisen. Die auf insgesamt 460 Quadratmeter geplante Moschee soll neben einem Gebetsraum auch Wasch-, Gemeinschafts- und Verwaltungsräume beherbergen. Auf dem Minarett-Turm sollen keine Lautsprecher installiert werden. Entgegen einem Bericht in der Badischen Zeitung, wonach die Stadt sich entschlossen habe, das Grundstück nicht an die muslimische Gemeinde zu verkaufen, erklärte die städtische Pressesprecherin Edith Lamersdorf auf unsere Nachfrage, dass bislang keine Kaufanfrage an die

Stadt gestellt worden sei. „Zu keiner Zeit wurde das Liegenschaftsamt wegen dieses Grundstücks kontaktiert“, so Edith Lamersdorf. Deshalb gebe es bislang auch noch keine Äußerung der Stadtverwaltung zum möglichen Verkauf. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat versteht sich als Erneuerungsbewegung innerhalb des Islam, die in Pakistan entstanden ist. Die erste Moschee, die in den 1920er Jahren in Berlin gebaut wurde, ist eine Ahmadiyya-Moschee. Konservative islamische Kreise setzten in den 1970er Jahren – mit saudischer Unterstützung – durch, der Ahmadiyya ihren Status als Muslime abzuerkennen, seitdem werden sie in Pakistan diskriminiert. Dabei spielte auch eine Rolle, dass die Ahmadiyya darauf aufbaut, dass ihr Gründer Ghulam Ahmad (1835 –1908) als Messias, als Mahdi, als Jesus und Wiedergeburt des indischen Gottes Krishna, gesehen wird. Bei der Ahmadiyya Jamaat, deren Mitglieder vielfach Asyl in Europa beantragt haben, wird Wert darauf gelegt, dass – egal in welchem Land sie leben – die dortige Sprache gelernt wird und die Integration praktiziert wird. Barbara Breitsprecher


AHMADIYYA MUSLIM JAMAAT GEMEINDE

Offizielle Erklärung

Entstellter Islam Das Oberhaupt der islamischen Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde verurteilt den Terror in Paris

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as weltweite Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat – die islamische Gemeinde, die eine Moschee in Zähringen bauen möchte – Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, hat die gestrigen Terroranschläge in Paris aufs Schärfste verurteilt. Hier die Erklärung im Wortlaut: „Im Namen der weltweiten Ahmadiyya Muslim Jamaat Religionsgemeinschaft, möchte ich nach den abscheulichen Terroranschlägen in Paris, der französischen Nation, den Bürgern Frankreichs und der französischen Regierung mein Beileid bekunden. Diese brutalen und unmenschlichen Angriffe sind auf das Schärfste zu verurteilen. Darüber hinaus möchte ich betonen, dass alle Formen von Terrorismus und Extremismus völlig konträr zu den wahren Lehren des Islam sind. Der Heilige Koran stellt unmissverständlich klar, dass wer auch nur eine einzige unschuldige Person tötet, damit die gesamte Menschheit tötet. Unter keinen Umständen rechtfertigt der Islam Hadhrat Mirza Masroor Ahmad Mord und Terror. Diejenigen, die die Rechtfertigung ihrer hasserfüllten Taten im Namen des Islam suchen, entstellen den Islam bis zur Unkenntlichkeit.

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„Alle Formen von Terrorismus sind völlig

konträr zu den wahren

Lehren des Islam“

Unser Mitgefühl und Gebete sind mit den unschuldigen Menschen, die durch die unverzeihlichen Anschläge ihr Leben verloren haben, und mit allen Verletzten und Hinterbliebenen. Möge Gott ihnen Geduld und Gefasstheit gewähren. Weiterhin hoffe und bete ich, dass die Täter dieses abscheulichen Verbrechens zügig enttarnt und vor Gericht gestellt werden.“ Hadhrat Mirza Masroor Ahmad Die Freiburger Gemeinde gab darüber hinaus folgende Stellungnahme ab: Die Muslime der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland haben mit Grauen, Trauer und Fassungslosigkeit von den barbarischen Terroranschlägen in Paris erfahren. Die Terroranschläge sind eine unentschuldbare Barbarei, die Hass und Zwietracht sät und der wir bloß mit gesellschaftlicher Einheit begegnen können.

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Lust

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Wohnen Hier sprüht es vor Ideen:

Deco-Point Mayer in Gutach/Bleibach überzeugt mit einer Riesenauswahl an Wohnstoffen, Teppichen und Fußböden und bietet fachkundige Beratung, Planung und Ausführung aus einer Hand.

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erbst und Winter stehen vor der Tür, es beginnt die Zeit, in der man sich gerne ins warme Zuhause zurückzieht. Kuschelig möchte man es haben, behaglich soll die Atmosphäre sein, warme Töne umschmeicheln unsere Sinne. Eine Quelle der Inspiration und Vielfalt für die Gestaltung von Räumen, gepaart mit Fachwissen und echter Handwerkskunst sowie jahrzehntelanger Erfahrung, bietet der Raumausstatter Deco-Point Mayer in Gutach/Bleibach im Gewerbegebiet Stollen. Ein Besuch bei Deco-Point Mayer löst eine Flut an Ideen sowie Lust auf Kreativität und Veränderung aus. Gerlinde Mayer, die zusammen mit ihrem Mann Meinrad Mayer Deco-Point

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Mayer führt, ist eine Expertin auf dem Gebiet der Raumgestaltung. Sie weiß, dass eine neutrale Basis eine ideale Voraussetzung ist, um dann einem Raum mit entsprechendem Mobiliar, Farben, Vorhängen sowie Kissen, Teppichen und wohnlichen Accessoires den richtigen Schliff zu geben. Wer das Besondere und die individuelle Note liebt, ist bei Deco-Point Mayer genau richtig. Die erfahrenen Profis beraten gerne, damit Farbe, Struktur, Material und Qualität passend zum Raum gestaltet wird und das Ambiente perfekt den Vorstellungen der Bewohner entspricht. Teppiche werden individuell maßgenau angefertigt, exakt passend zu Sofa oder Sesseln, für die es hier auch wundervolle Bezugsstoffe gibt. Polsterarbeiten können direkt in der hauseigenen Werkstatt fachkundig erledigt werden. Gleiches gilt für Vorhänge, Gardinen und Kissen, die auf Wunsch vom hauseigenen Nähservice passend angefertigt werden. Textilien perfekt aufeinander abzustimmen, so dass ein Raum seine ganze Wirkung entfalten kann, ist Gerlinde Mayers besondere Leidenschaft. Die Kunst der Verführung

zu einem schönen Wohnambiente beherrscht Deco-Point Mayer aber auch durch seine große Bodenabteilung und den vielen Musterflächen, inklusive der großen Parkettabteilung, wo die verschiedenen Fußböden befühlt und begangen werden können. Der Chef Meinrad Mayer ist Parkettleger- und Raumausstatter-Meister und erfüllt mit seinem engagierten Team alle Bodenwünsche – ob stilvoll und chic oder strapazierfähig und pflegeleicht. So wir das eigene Zuhause je nach individuellem Wunsch und Persönlichkeit ein gemütlicher Hafen oder ein edler Rückzugsort, in dem gerne auch ganz stilvoll Besuch empfangen wird.

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Ireneus Frost

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ein, es ist kein Künstlername: Ireneus Frost heißt tatsächlich so. Der leidenschaftliche Einmach-Fan hat sich vor neun Jahren selbstständig gemacht. Sieben Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen helfen ihm inzwischen, Früchte einzukochen und in Gläser abzufüllen. In seiner Zähringer Großküche entstehen so köstliche Marmeladen und Fruchtaufstriche, aber ebenso raffinierte Senfkreationen, Essig in verschiedensten Geschmacksrichtungen sowie verführerische Sirupvariationen. Täglich außer mittwochs verkauft er seine Produkte auf dem Münstermarkt.

Ab ins Glas Mit Hingabe entwickelt Ireneus Frost seine eigenen Rezepte, immer wieder probiert er verschiedene Kombinationen zunächst auch in seiner privaten Küche zuhause aus. Der Anspruch ist hoch, das Verhältnis von Säure, Frucht und Süße muss ausgewogen sein. „da bin ich sehr eigen“. Und siehe da, manchmal passt es dann auch nicht: „Mango-Ananas beispielsweise, klingt toll, geht aber gar nicht.“ Dafür ist aber sein süßer Knoblauchaufstrich ein Renner, ebenso wie die Kirschen in Rotwein und der Brombeer-Basilikumessig. Und eine ausgesuchte Köstlichkeit ist der handwerklich hergestellte Demi Glace, ein stark konzentrierter Kalbsfond für Soßen. Rund 80 verschiedene Produkte stellt er inzwischen her, je nach Jahreszeiten und Saison variiert der Inhalt in den blubbernden 50-Liter-Töpfen. Jetzt schenkt er in seinem Küchenatelier mit dem großen, vierflammigen 4000 Watt-Gasherd in dem Zähringer Hinterhaus Heidelbeer-Essig in kleine Gläser und lässt zwei seiner Mitarbeiter von der neuen Kreation probieren. „Mega-lecker“, ist der eindeutige Kommentar. Ireneus Frost strahlt. In den vergangenen neun Jahren, seit er sich selbstständig gemacht hat, lag er mit seinen Kreationen meist richtig. Ursprünglich hatte er sich als Elektriker, dann als Schreiner versucht. Schließlich die Ausbildung als Einzelhandelskaufmann, die er als Jahrgangsbester abschloss. Immer wieder jobbte er auch in der Gastronomie. Bis der heute 32-Jährige schließlich den Mut fasste, und seine Leidenschaft zum Beruf machte. 

©Foto: Andreas Reinbolz

Ireneus Frost stellt in seinem Küchenatelier in Zähringen Marmeladen, Fruchtaufstriche, Sirup, Senfund Essigvariationen nach eigenen Rezepturen her. Alles wird in Gläser abgefüllt und auf dem Freiburger Münstermarkt oder übers Internet verkauft.

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©Foto: Barbara Breitsprecher

©Foto: Andreas Reinbolz

GENUSS IN GLÄSERN

Bereits als Jugendlicher hat er mehr Zeit in der Küche verbracht als alle anderen. „Während die anderen auf dem Fußballplatz waren, habe ich in Töpfe geschaut.“ Viel hat er dabei auch von seinem schlesischen Großvater gelernt. Der hatte während des Krieges ein ganzes Dorf mit seiner Küche versorgt. Bei ihm saß der kleine Ireneus in der Küche und machte seine Hausaufgaben. Die zweite wichtige Inspirationsquelle für Ireneus Frost war seine Tante, die einen Lebensmittelladen hatte. Selbst zu kochen ist für den fröhlichen jungen Mann „ganz, ganz wichtig“. Und zwar ohne Geschmacksverstärker und keine Fertigprodukte. Stets kocht er in großen Mengen, „das hab ich von meinem Opa, klein geht nicht“. Was übrig ist wird eingefroren. Marmelade hat er schon immer gerne eingekocht und sich dabei die „wildesten Kreationen“ ausgedacht. Seine „Blindverkostungen“ mit Früchteraten im Freundeskreis beim Sonntags-Brunch waren immer ein großes Spaß. Zunächst verschenkte er viele Marmeladen, dann kamen erste Bestellungen rein. Also plünder-

te er sein Konto, kaufte große Mengen Erdbeeren und Himbeeren ein, kochte sie ein und stellte sich damit hinter einen Stand auf dem Markt. Am nächsten Tag nahm er das eingenommene Geld und machte sich wieder auf zum Großmarkt, um neue Früchte einzukaufen. „Anfangs war das wie im Hamsterrad“, erinnert sich Ireneus Frost. Doch die Geduld und Hartnäckigkeit zahlte sich aus: Heute beschäftigt er sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter auch einen ausgebildeten Koch, drei mal pro Woche steht er selbst noch am Marktstand vor dem Kornhaus, wo man alle Produkte auch probieren kann. Die Zahl seiner Stammkunden ist in all den Jahren beständig gewachsen. Mit so einem Stand ist man auch mitten im Leben: Eine langjährige Kundin fand erstmals hochschwanger ihren Weg zu den Marmeladen von Ireneus Frost. Heute begleitet sie ihr Töchterchen bei den Einkäufen. Und eine Frau und ein Mann haben sich an seinem Marktstand kennen gelernt. Sie sind heute ein Paar und haben inzwischen ein Kind zusammen. Orthopädieschuhtechnik

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©Foto: Andreas Reinbolz

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Mit Leidenschaft und Fröhlichkeit ans Werk: Ireneus Frost kreiert in seiner Küche Leckereien, die Freude machen. Ob Marmeladen oder Essigvariationen – bei ihm wird nur ganz frische Ware handwerklich nach eigenen Rezepturen verarbeitet.

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Natürlich kann man von Ireneus Frost auch Tipps bekommen, wie die eigene Marmelade noch feiner, noch leckerer wird. Erstens, keine Essiggürkchen-Gläser fürs Marmeladen-Einkochen verwenden. Der Essiggeschmack im Glas lässt sich einfach nicht wegwaschen. Zweitens stets nur frisches 1A-Obst verwenden und tagesfrisch einkaufen. Erdbeeren nicht im Kühlschrank aufbewahren – sie nehmen wie ein Schwamm Feuchtigkeit und Gerüche auf. „Erdbeeren bekommen damit geschmacklich einen Fehlton“, erklärt Ireneus Frost. „Aus frischen Früchten gekochte Marmelade schmeckt einfach besser!“ Barbara Breitsprecher

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Der kleine Ireneus Frost Einmachtipp: Glühwein Birnen Gelee:

0,5 L Rotwein Pinot Noir 0,5 L Weißwein Auxerrois 0,5 L Birnensaft 0,75 Kg Zucker 0,022 Kg Apfelpektin 0,01 Kg Glühweingewürz (Teestand Markt) Die Weine werden mit dem Birnensaft in einem großen Topf gemischt. Anschließend wird der Zucker in einer separaten Schüssel mit dem Apfelpektin mit einem Schneebesen vermengt. Als nächstes kommt die Zucker Pektin Mischung in den Topf mit rein. Das Glühweingewürz geben Sie in einen feinen Papierteefilter und verschließen diesen gut. Jetzt darf die das Glühweingewürz mit in den Topf. Alles aufkochen und fünf Minuten Sprudelnd kochen lassen. Nach dem kochen sollte das Gelee noch ca. 1-2 Minuten im Topf ruhen und anschließend in saubere vorbereitete Gläser abgefüllt werden. Ich empfehle die Gläser nach dem verschließen ca. 2 Minuten auf dem Kopf stehen zu lassen. Sollten Sie kein Apfelpektin bekommen können Sie auch den Zucker und das Apfelpektin durch 0,75 kg. Gelierzucker 1:2 ersetzen.

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BÜCHERTIPPS

Jami Attenberg:

Die Middlesteins Frankfurt am Main 2014

(Schöffling & Co.) (The Middlesteins, New York/Boston 2012. Aus dem Amerikanischen von Barbara Christ) Eine Familiengeschichte, in der die Familie Middlestein den Fall der lebensbedrohlich dicken Mutter und Großmutter Edie lösen muss.. Als die Kinder aus dem Haus sind, eigene Kinder haben, die Beziehung zu ihrem Mann immer leidenschaftsloser wird, flüchtet sie sich immer mehr in ihre Obsession, dem Essen. Bis ihr Mann dies und ihren Eigensinn nicht mehr erträgt und geht. Nun versuchen alle Mitglieder der Großfamilie Middlestein die vermeintlich heile Welt wiederherzustellen. Mit aberwitzigen, sanften, aber auch harten Mitteln. Dabei wird klar, dass nicht allein Edie ein Problem hat, auch wenn ihres nach außen hin ganz offensichtlich ist. Es könnte ein tragisch-trauriges Buch sein, wäre da nicht der unglaublich hintersinnige, urkomische jüdische Humor, der uns über das Minenfeld Familie balanciert. Und der uns mal wieder klar macht, dass man den Fall Familie nicht lösen kann. Aber man kann ihm mit Humor begegnen!

Jochen Schmidt und David Wagner:

Büchertipps

Drüben und drüben. Zwei deutsche Kindheiten Reinbek bei Hamburg 2014

(Rowohlt) Ein Buch zur Wende – ein echtes Wendebuch! Und mal keines, dass die große Politik betrachtet, sondern den profanen Alltag der letzten zwanzig Jahre des geteilten Landes. Und uns so vielleicht viel mehr über das Leben drüben und drüben erzählt. Die Schriftsteller Jochen Schmidt und David Wagner wurden beide Anfang der 70er Jahre geboren, der eine im Osten, der andere im Westen. Sie erleben zwei deutsche Kindheiten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch viel gemeinsam haben. Beide erzählen vom Heranschaffen von Süßigkeiten, über die Bewältigung des Schulalltags, über Freunde. Und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Während für Wagner die DDR in der Kindheit nur sehr marginal eine Rolle spielte – vielleicht mal bei Fernsehübertragungen von internationalen Sportwettkämp-

Sebastian Reiß leitet das Hörbüro Freiburg in der Brombergstraße. Er arbeitet als Produzent und Regisseur für Sprach- und Hörbuchaufnahmen, ist Lesestimme bei Literaturfestivals sowie Gastdozent an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Mit „Reiß liest – Wood spielt“ schlägt er viermal im Jahr mit dem Musiker Jeremiah Wood eine Schneise in den Dschungel der Neuerscheinungen. Was er sonst live auf die Bühne bringt, macht er hier in gedruckter Form: exklusiv für die Leserinnen und Leser des Stadtteils-Magazins. Nächstes „Reiß liest – Wood spielt“ am 9. 12., 20 Uhr, Elisabeth-Schneider-Stiftung im Weinschlösschen, Wilhelmstraße 17a. Mehr Infos: www.hoerbuero-freiburg.de.

fen, bei denen auf der Mattscheibe neben dem Kürzel GER für Germany auch das Kürzel GDR für das andere Deutschland auftauchte –, so war in Schmidts Kindheit „drüben“ sehr präsent: die skurrilen Care-Pakete aus dem Westen mit alten, ausgebleichten Jeans oder gar ausgeleierter Unterwäsche, das spannendere Westfernsehen, die bedeutsamere Popmusik von drüben. Mit ihren bisherigen Veröffentlichungen haben Jochen Schmidt und David Wagner bewiesen, dass sie mit wundervoll leisem Humor, leichter, teilweise schräger Melancholie den Alltag literarisch unterhaltsam beobachten. Dies

kommt ihnen in diesem autobiographischen Buch, das durch eine Mauer in der Mitte des Buches die beiden Kindheitserzählungen voneinander trennt, zugute. Es gelingt ihnen, in 13 gleichlautenden Kapiteln die Stimmung der damaligen Zeit zu transportieren. Durch dieselbe Benennung der Abschnitte kann der Leser bei jedem Thema auch schnell mal nach „drüben“ schauen – er muss das Buch einfach nur wenden. Beide enden mit dem 9. November 1989, bei beiden verläuft der Tag recht unspektakulär. Jochen Schmidt musste als NVA-Soldat Dienst schieben. Für David Wagner stand eine Lateinklausur an.

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Wer so eingebunden ist und dabei wichtige Aufgaben übernimmt, tut sich gemeinhin schwer, aus solch einem Rhythmus – und wenn auch nur für begrenzte Zeit – auszusteigen. Die 39-jährige Martina Wündrich hat es dennoch gewagt. Anfang diesen

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e Jahres kündigte sie ihren Job als Ärztin an der Uni-Klinik und machte sich für einige Monate auf, einen Traum zu verwirklichen Re nw und ihre Sehnsuchts-Länder zu nbereisen. eg In diesen „Sabbat-Monaten“ besuchte sie Freiburg-Herdern Neuseeland, war in Kanada und Alaska, kam nach Schweden und nach Israel. Wenn die sportliche Frau davon erzählt, ist ihre tiefe Zufriedenheit zu spüren: Diese Entscheidung war richtig. Seit diesem Herbst hat sie ihre berufliche Tätigkeit wieder aufgenommen, allerdings bewusst nur noch in Teilzeit. So arbeitet sie als Psychiaterin in einer Praxis in TitiTe nen see-Neustadt und als Neurologin wird nsie bac her Stra ße immer mal wieder im Diakoniekrankenhaus verpflichtet. 

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ein Zweifel: Es ist richtig viel, was Martina Wündrich jede Woche leistet. Als zweifache Fachärztin teilt sie sich quasi zwischen zwei Arbeitgebern auf und ist außerdem seit vielen Jahren ganz vorne in verantwortlicher Position beim Orchester der Camerata Academica im Vorstand und als Konzertmeisterin an der Ersten Geige aktiv.

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Die Ärztin Martina Wündrich lebt in Zähringen und ist als Erste Geigerin auch die Konzertmeisterin bei der Camerata Academica Freiburg. Ei ch

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Das Orchester der Camerata Academica Freiburg, deren Konzertmeisterin Martina Wündrich (Bildmitte) ist.

Was sie in der ganzen Zeit nie aufgehört hat, war das Geigenspiel. Im Alter von fünf Jahren hat sie mit diesem Instrument begonnen und es kam ihr seitdem nie in den Sinn, damit aufzuhören. Für diese enge Bindung sorgte damals auch ihre erste Geigenlehrerin, die es verstand das begabte Mädchen positiv zu motivieren. Früh ist sie dann bei einem Orchester eingestiegen und war bereits als Kind auch auf Orchesterreisen mit dabei. Als Teenager gründete sie mit drei Freundinnen ein Streichquartett, im Orchester blieb sie weiterhin aktiv. „Ich habe immer leicht gelernt“, resümiert Martina Wündrich ganz sachlich und unprätentiös. Während ihres Studiums in Heidelberg sowie zeitweise in Lyon und schließlich in Freiburg, wo sie „hängen geblieben“ ist, hat sie in diversen Uni-Orchestern mitgespielt – in Freiburg im Akademischen Orchester. Am Camerata Academica Orchester gefällt ihr besonders das projektbezogene Spiel. Es gibt einen festen Stamm an Musikerinnen und Musikern, aber ansonsten wechselt die Besetzung je nach Werk. Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, das nun am 13. Dezember im Konzerthaus in Freiburg zusammen mit dem Freiburger Kammerchor unter der Leitung von Lukas Grimm ansteht, ist für sie ein „ganz besonderes Highlight“. Martina Wündrich empfindet es als „eine Ehre, dass wir dieses Werk im Konzerthaus aufführen dürfen“. Und sie ist voller „Freude, weil das so ein schönes Stück ist“. Beim WO, wie die Musiker das Weihnachtsoratorium nennen, spielen 40 Ensemblemitglieder mit. Es gab aber auch schon Symphonien, wo das Orchester auf 65 Musikerinnen und Musiker aufgestockt wurde. Seit vielen Jahren engagiert sie sich auch im Orchestervorstand. Der siebenköpfige Vorstand organisiert die Orchesterarbeit und die Probenpläne, sorgt für die Räume, trifft die Absprachen

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Fotos: Michael Bamberger

©Foto: Michael Bamberger

PORTRÄT

mit dem Chor, kümmert sich um die Finanzen und die Plakate, transportiert Orgel und Cembalo oder sucht Mitspieler. Und organisiert die Orchesterreisen, beispielsweise kommende Pfingsten zusammen mit dem Freiburger Kantatenchor nach Rom. „Wir sind eine super Truppe“, schwärmt Martina Wündrich. „Die Zusammenarbeit und Kommunikation läuft total gut.“ Dem Orchester der Camerata Academica ist aber neben dem hohen musikalischen Anspruch auch das soziale Engagement wichtig. Wenn also die nächste große Orchesterreise kommenMartina Wündrich den Sommer nach Südafrika geplant ist, dann engagiert sich die Camerata dort auch für soziale Projekte wie MuMartina Wündrich ist sik-Workshops für Straßenkinder sowie für die Hope Fachärztin sowohl für PsyFoundation Capetown, eichiatrie wie auch für Neurologie. Seit vielen Jahren ne Stiftung für aidskranke Kinder. spielt sie Erste Geige beim Das aus Profi- und erfahOrchester der Camerata renen Amateurmusikern Academica Freiburg, ist bestehende Freiburger Endort die Konzertmeisterin semble wird hauptsächlich und im gewählten Orchesvon Manuel Nawri dirigiert. ter-Vorstand aktiv. Die Camerata AcadeEr ist Professor an der Mumica wird zusammen mit dem Freiburger sikhochschule Hanns Eisler Kammerchor am 13. 12., 18 Uhr Bachs in Berlin und hat eine hohe Weihnachtsoratorium im Konzerthaus aufSpielkultur beim Orchester führen. Außerdem werden drei kleinere Enetabliert. In den vergangesembles der Camerata bereits am 6. 12., 18 nen Jahren hat zudem GunUhr in der Heilig-Geist-Kirche der Uni-Klinik nar Persicke, Stimmführer ein Weihnachtskonzert geben. der Zweiten Geigen beim

Engagement für die Musik


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Martina Wündrich an der ersten Geige, im Zusammenspiel mit ihren Orchesterkolleginnen und -kollegen von der Camerata Academica Freiburg.

SWR Sinfonieorchester Freiburg, immer mal wieder als Dirigent bei der Camerata gewirkt. Es gefällt Martina Wündrich, dass das Orchester auch über den Tellerrand der Klassik hinaus schaut: So gab es beispielsweise bereits wunderbare Tango-Konzerte, zuletzt auf dem Tambouri-Mundi-Festival im E-Werk. Schon bis ins Jahr 2018 hat der Orchestervorstand Ideen ausgearbeitet, welche Stücke gespielt werden. Martina Wündrich Aber egal ob Sinfoniekonzert, Tango oder Chorprojekt – eine Konzertmeisterin muss das Orchester führen können und die Einsätze geben. Dabei spielt natürlich das virtuose Können am Instrument eine Rolle, aber auch die körperliche und mentale Präsenz und Stärke. Denn die Konzertmeisterin muss den Orchestermusikern bei den Proben ebenso ansagen, ob beispielsweise leiser oder kürzer gespielt werden soll. „Sich einfach nur reinfallen lassen, das ist als Konzertmeisterin nicht möglich“,weiß Martina Wündrich. Man muss eben immer mitdenken, in dieser verantwort Barbara Breitsprecher lichen Position.

„Sich einfach nur reinfallen lassen, das ist als Konzertmeisterin nicht möglich.“

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BLOCK FOREST ROLLER GIRLS

©Foto: Jennifer Reiner

Ein Spiel, 14 Spielerinnen und 28 Rollschuhe pro Team, sieben Schiedsrichter, zehn Punkterichter, eine Stunde Spielzeit – und kein Ball, kein Puk, keine Schläger. Das ist Roller-Derby, ein Vollkontaktsport.

Nix für Susis E

s braucht keinen Ball. Wenn sich die Frauen mit ihren Rollschuhen in der Halle warm machen, dann spricht Entschlossenheit und Kampfbereitschaft aus ihren Gesichtern. Ihr Sport, Roller-Derby, ist eine Art Wettrennen zwischen zwei Mannschaften, mit deutlichen Elementen aus dem Rugby und Football.

©Foto: Micha Gruber

Von Einheitskleidung halten die Spielerinnen nichts. Ihr Kampfdress ist punkig, aufmüpfig, weiblich. Ihre Körpersprache signalisiert deutlich: Wir sind stark, wir haben Spaß, wir sind ein Team. Und einheitliche Athletik-Körper werden hier auch nicht gebraucht: Jede Frau mit ihren individuellen Körperformen kann auf dem Spielfeld ihren Platz finden. Eine wendige, kleinere Person ist ein idealer Jammer, eine schwerere, kräftigere ein perfekter Blocker. Der Jammer ist der Punktemacher. Für jeden im Sprint überrundeten gegnerischen Spieler gibt es einen Punkt. Dabei muss er sich durch die Blocker hindurch kämp-

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fen. Und die setzen alles dran, den gegnerischen Jammer dann verwandelt sie sich in e mit Bodychecks aufzuhalten oder gar zu Fall zu bringen. sie etwas von einem Punk un Körperkontakt im Schulter- und Hüftbereich ist dabei „Ultraviolence“. Jede Spieler ausdrücklich erlaubt. lernam Tatiana Graf liebt diesen Sport. aus ei So sehr, dass sie sich das Emblem „Clock und den Schriftzug ihres Teams ony B auf den Arm hat tätowieren lasdie Mi gewal sen. Die 24-jährige ist kurz nach kann b Gründung des Block Forest Roller Derby-Teams 2012, die sich trikeri als Unterabteilung des FreiburSieben ger Inline-Hockey-Clubs Breisgau schuh Tatiana Graf Beasts formiert haben, zum Team dieser dazu gekommen. dabei Faszinierend ist die Vielseitigkeit, die bei diesem intenEin 70-seitiges strenges Re Schläge oder Stöße nicht e siven Sport ausgelebt werden kann. Sitzt man Tatiana 15 außenstehenden Punkt Graf nach ihrer Arbeit als Krankenpflegerin gegenüber, Nonskating Officials, notiere so sieht man eine hübsche, gepflegte junge Frau mit wadauert eine Stunde, ein ac chen Augen und wachem Geist. Ist sie auf dem Spielfeld,

„Ein fordernder,

anstrengender und

vielseitiger Sport. Mit

einer Prise Punkrock.“


Tatiana Graf

Ultraviolence auf Rollen

Tatiana Graf kam kurz nach der Gründung des Teams 2012 zu den Block Forest Roller Girls. Dort ist die 24-jährige Krankenpflegerin, die gerade ihr Studium in Pflegewissenschaften mit dem Bachelor abgeschlossen hat, nicht nur unter ihrem Pseudonym Ultraviolence aktiv auf Rollschuhen unterwegs, sondern auch für Pressearbeit, Sponsoring und als Trainerin tätig.

Konzentrierte Anspannung: Der zweiminütige Spielzug ist vorbei, in wenigen Minuten geht es weiter und der Lauf beginnt von Neuem.

©Foto: BFRG

Die Block Forest Roller Girls: Sie lieben ihren exzentrischen Powersport und fühlen sich eng miteinander verbunden.

©Foto: Barbara Breitsprecher

eine wilde Rebellin, dann hat nd trägt stolz ihr Pseudonym rin hat einen solchen „Künstmen“. Tatiana Graf hat ihren inem ihrer Lieblingsbücher kwork Orange“ von AnthBurgess entliehen. Ihr gefiel ischung aus „ästhtetisch und lttätig“, wie sie sagt. „Jeder bei diesem Sport die Exzenin in sich ausleben.“ n Schiedsrichter auf Rollhen wachen darüber, dass r schnelle Vollkontaktsport nicht außer Kontrolle gerät. egelwerk listet auf, welche erlaubt sind. Die zehn bis terichter, die sogenannten en die Ergebnisse. Ein Spiel ctionreicher Spielzug zwei

BLOCK FOREST ROLLER GIRLS

Minuten, dann gibt es eine kurze Atempause. „Es ist ein ungewöhnlicher Sport“, schwärmt Tatiana Graf, „fordernd, anstrengend, athletisch und vielseitig. Und mit einer Prise Punkrock“. Sie liebt die Schnelligkeit, das Körperbetonte und das enge Teamgefühl. Jede Spielerin hat ein Paar kompakte, meist individuell gestaltete Rollschuhe mit Stoppern an den Füßen. Außerdem trägt jede Knie- und Ellebogenschoner, Handschützer, Helm und Munschutz. Schwere Verletzungen sind sehr selten, allein die sieben strengen, omnipräsenten Schiedsrichter sorgen für Sicherheit. Neben der sportlichen Seite schätzt sie auch die demokratische Organisation des Teams. Jeder im Team hat eine Aufgabe, wie die Organisation von Veranstaltungen oderAusrüstung, Trainertätigkeiten oder das Versorgen des Teams mit Essen. Man muss mindestens 18 Jahre alt sein, um mit zu machen. Die Rollschuhläuferinnen kommen aus den unterschiedlichsten Berufen, auch viele Studentinnen sind dabei. Aus den regelmäßigen Treffen haben sich enge Freundschaften gebildet, auch mit anderen Teams. „Die Treffen sind manchmal anstrengend, aber auch ungemein ergiebig.“ Für Tatiana Graf ist das Roller Derby Team „fast wie eine große Familie“. Ursprünglich ist das aus den USA kommende Roller Derby ein Frauensport. Doch inzwischen interessieren sich langsam auch Männer dafür. Bei den Block Forest Roller Girls trainiert jedenfalls inzwischen auch ein Mann mit. Zweimal pro Woche findet ein Training statt, freitags von 22 bis 24 Uhr in der Jahnhalle in Zähringen, donnerstags von 19.30 bis 22 Uhr in der Albert-Schweizer-Halle in Landwasser. Die späte Uhrzeit beweist, wie schwer umkämpft die Hallenzeiten in Freiburg sind. Neben Beweglichkeit und Schnelligkeit auf Rollschuhen wird auch die Kraft und Ausdauer trainiert. „Roller Derby tut gut“, ist sich Tatiana Graf sicher. Dabei kann man sich „auspowern und auch das Selbstbewusstsein stärken“. Denn: „Jeder kann hier seine Position finden, jeder kann seine Extravaganzen ausleben und leicht Leute kennen lernen“. Noch bis Weihnachten kann jeder unverbindlich zum Roller Derby Training kommen und mitmachen. Damit das passende Equipment gestellt werden kann, wird um Anmeldung unter bfrg@mail.de gebeten. Barbara Breitsprecher

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HERBST-REZEPT

Französischer Geschmack

Kartoffel-Pastete Ein Rezept von Murielle Rousseau aus Frankreich

M

ein Lieblingsgericht aus Frankreich? Da fragen Sie mich was! Ich habe Dutzende“, lacht Murielle Rousseau. Dann aber verrät sie uns doch eines: „Aber eines bereite ich zur Zeit besonders gerne zu: Pâté de pomme de terre limousin, eine Kartoffel-Pastete aus dem Limousin“.

Hier das Rezept für vier Personen: Zutaten: 1 kg Kartoffeln, geschält, in sehr dünnen Scheiben 200 g Mangold, geschnitten, blanchiert 2 Packungen Tarte-Teige (oder Tarte-Boden aus 250 g Mehl, 1 EL Öl, Salz und 125 g Butter selbermachen) 1 Zwiebel, fein gehackt 2 Schalotten, fein gehackt 3 Knoblauchzehen, fein gehackt 200 g Crème fraîche Salz, Pfeffer aus der Mühle 1 Eigelb

Zubereitung: 1. Heizen Sie den Backofen auf 220 ˚C (Umluft: 200 ˚C) vor. 2. Rollen Sie beide Teigportionen mit einem Nudelholz dünn aus. Legen Sie eine hohe runde Form (mit abnehmbaren Rand) damit aus. DerTeig soll dabei ein Stück über den Rand hinausragen. 3. Mit den Kartoffelscheiben und dem Mangold füllen, dabei immer wieder mit Salz und Pfeffer würzen und mit etwas Zwiebel, Schalotte und Knoblauch bestreuen. 4. Legen Sie den zweiten Tarte-Teig über die Kartoffeln und drücken Sie alles gut an. 5. Verkleben Sie die Teigränder und bepinseln Sie den Deckteig mit dem Eigelb. Ritzen Sie mit einem Messer ein rautenförmiges Muster in den Teig. 6. Bohren Sie ein etwa 2 cm großes Loch in die Mitte des Teigs und stecken Sie ein zusammengerolltes Stück Backpapier hinein. So kann beim Backen der Dampf wie aus einem Schornstein entweichen. 7. Nun muss die Kartoffelpastete für eine Stunde in den Backofen. Entfernen Sie nach etwa 50 Minuten den Rand der Form, damit auch die Seiten Farbe annehmen. 8. Anschließend erhitzen Sie in einem Topf langsam die Crème fraîche und schmecken Sie mit Salz und Pfeffer ab. 9. Entfernen Sie etwa fünf Minuten vor Ende der Garzeit das Backpapier und geben Sie die Crème in das Loch. 10. Die Pâté lauwarm servieren. Tipp: Wer mag, kann auch 200 bis 300 g blanchiertes Gemüse in die Kartoffel-Pastete geben. Besonders gut eignen sich Spinat, Blumenkohl, Erbsen oder Karotten.

Murielle Rousseau

Leidenschaft für die französische Küche Murielle Rousseau weiß, was sie will, wenn sie in ihrer Küche steht, für ihre Familie kocht oderwenn sie übers Kochen schreibt: Die gebürtige Französin - Tochter eines Franzosen und einer Deut-

schen – die seit ihren Studienzeiten in Freiburg lebt, ist passionierte Köchin, Fernsehköchin, Kochkolumnistin und Kochbuchautorin. Für ihr Buch „A table! Die wunderbaren Rezepte meiner französischen Familie“ wurde sie mit dem Gourmand Cookbook

Award für das beste französische Kochbuch der Welt ausgezeichnet. Wenn sie nicht am Herd steht, kümmert sie sich um ihre erfolgreiche Agentur für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit für Verlage und Autoren, die neben Freiburg auch in Berlin beheimatet ist.

Freiburg Zähringen Stadtteilmagazin | 23


KAOSPILOT-SCHULE

KAOSPILOT Aaron Benjamin Metzger

Querdenker gesucht Aaron Benjamin Metzger aus Zähringen studiert in Dänemark an der Kaospilot-Schule. Hier lernt man ungewöhnliche Zukunfts-Projekte zu entwickeln. Sein nächstes Projekt ist eine Solidaritäts-Party in Zähringen.

D

rei Jahre dauert das Studium in Aarhus, Dänemark, für das sich Aaron Benjamin Metzger entschieden und mit dem er vor drei Monaten begonnen hat. Hinterher wird er keinen offiziellen Bachelor-Abschluss haben, aber das hat ihn nicht schrecken können.

hoch, doch der dänische Staat übernimmt die Hälfte. Finanziert hat Aaron Metzger das Geld über ein Crowdfunding-Projekt. Vor 24 Jahren gründete der Unternehmer und Parlamentsabgeordnete Uffe Elbæk die Kaospilot-Schule, die einen ungewöhnlichen und zunächst utopisch anmutenden Ansatz hat. Hierbei wird nämlich die Frage gestellt, welche Form von Bildungseinrichtung nötig ist, um den früher oder später zusammenbrechenden gesellschaftlichen Strukturen zu begegnen. Gesucht werden dazu Menschen, die sich außerhalb der klassischen Denkstrukturen bewegen und neue Lö-

©Foto: privat

Aaron Benjamin Metzger

Genauso wenig wie die Kosten in Höhe von 21.000 Euro für das Studium. Eigentlich ist die Ausbildungsgebühr sogar doppelt so

Kreativ die Welt ändern Aaron Benjamin Metzger, der in wenigen Tagen 24 Jahre alt wird, ist in Zähringen aufgewachsen. Inzwischen lebt er in Aarhus, Dänemark und studiert dort an der ungewöhnlichen Kaospilot-Schule.

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24 | Freiburg Zähringen Stadtteilmagazin


©Fotos: Kaospilot

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Freiburg Zähringen Stadtteilmagazin | 25


SCHACHJUGEND

Schach-Klub Zähringen

©Fotos: Gerhard Hund

Mädchen ans Brett! Der Schach-Klub Zähringen ist einer der ältesten und mitgliederstärksten Schachvereine. Überproportional hoch ist hier auch der Anteil an Frauen und Mädchen, die sich mit Leidenschaft in jede Partie stürzen.

Das Vorurteil, Männer würden besser Schach spielen als Frauen, hält sich hartnäckig. Dabei ist das ein ganz einfaches Rechenbeispiel, wie Barbara Hund, die Erste Vorsitzende des Schach-Klubs Zähringen erläutert: Es gibt wesentlich mehr Männer, die Schach spielen. Demzufolge gibt es auch mehr Männer, die bei Schachwettbewerben erfolgreich antreten. „Das ist im Prinzip wie bei den Aufsichtsratsposten“, zieht Barbara Hund den Vergleich zur freien Wirtschaft. Werden jedoch in Schulen Schach-AGs angeboten, wie sie der Schach-Klub ebenfalls organisiert, dann relativiert sich das Verhältnis sofort auf 50:50.

26 | Freiburg Zähringen Stadtteilmagazin

Barbara Hund möchte Eltern dazu motivieren, Mädchen einen Zugang zum Schach zu verschaffen und nicht nur die „Klassiker“ wie Ballett oder Turnen in die Auswahl an Aktivitäten zu nehmen. Nicht in der Qualität des Schachspiels sieht Barbara Hund Unterschiede zwi-

Barbara Hund ©Foto: privat

N

ur wenige Schachvereine haben so viele weibliche aktive Mitglieder wie der SchachKlub Zähringen. In der Jugendabteilung sind 35 Prozent Mädchen – deutschlandweit sind es im Vergleich nur sieben Prozent.

Aktive Frauen und Mädchen

Barbara Hund ist Erste Vorsitzende des Schach-Klubs Zähringen. Jeden Freitag ab 17 Uhr ist Schach-Training, ab 20 Uhr Spieleabend im Zähringer Keller, Zähringerstraße 348b. Der Verein wurde 1887 als vierter badischer Schachverein gegründet und hat heute 143 aktive Mitglieder, davon sind 25 Prozent weiblich. http://freiburg1887.badischer-schachverband.de

schen den Geschlechtern, wohl aber in der Rücksichtnahme: „Die Mädchen sind oft zu lieb zueinander und wollen nicht, dass die Freundinnen, gegen die sie spielen, verlieren“. Faszinierend am Schach findet Barbara Hund, die von Beruf Mathematikerin ist und seit sie sieben Jahre alt ist, Schach spielt, dass man durch Nachdenken Lösungen findet. Von oben wird die Situation betrachtet und das Wesentliche und Wichtigste zuerst angegangen. „Es geht darum, das Zentrum zu besetzen.“ Und sich nicht in schönen Zügen zu verzetteln. Varianten und Kombinationen werden durchgespielt, und dann die entsprechenden Fäden gezogen. „Vieles am Schachspiel ist auch im Leben umsetzbar“, ist Barbara Hund überzeugt. Ihre Schwester, die sie neben anderen Familienmitgliedern auch immer wieder auf diversen Schachturnieren in Deutschland trifft, sei zudem überzeugt, dass regelmäßiges Schachspiel Demenz vorbeugt. Sie selbst trainiert rund drei Stunden pro Woche im Verein, hinzu kommen die


SCHACHJUGEND

„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ Lucius Annaeus Seneca

Werte verbinden 0761 / 28 29 30

Mädchenaktionstag im Oktober 2015 beim Schach-Klub FreiburgZähringen 1887 e.V.: Flavia, Jana und Gabriela (oben) von der U8 nach der Siegerehrung. Hoch konzentriert wurden von den Mädchen im Spiellokal im Zähringer Keller diverse Schach-Partien gespielt.

Stunden, die sie in den Schulen Schach trainiert, dann noch hin und wieder Turniere oder Meisterschaften und gelegentlich eine Partie mit der Tochter. Gerne nimmt sie auch Schach-Reisen wahr, beispielsweise nach Wien oder Prag, auf denen tagsüber die Städte erkundet und abends intensiv Schach gespielt wird. Egal wo man ist, beim Schach braucht man keine Sprache. Für 40 Züge braucht man rund zwei Stunden. Manch Spiel dauert gut vier Stunden. Bei voller Konzentration. Das zehrt und verbraucht viel Energie. Deshalb halten sich viele Schachspieler mit anderen Sportarten fit. Letztlich sei es bei Schach wie in der Mathematik, ist Barbara Hund überzeugt: Man eignet sich Lösungsmöglichkeiten an und speichert diese ab. Und auch wenn keine Partie je doppelt gespielt wird, so kann man dann doch über diese Schlüsselstellungen und Kombinationen weiter kommen. Ihr Vater, Gerhard Hund, ist mit 83 Jahren derzeit das älteste aktive Mitglied des Zähringer Schach-Klubs. Jüngstes Mitglied ist ein sechsjähriges Mädchen. Und wenn die Vorsitzende für mehr Frauen im Schachverein werben wollte, welche Argumente könnten überzeugen? Barbara Hund lacht: „Man kann beim Schach auch gut Männer kennen lernen – wenn die nicht nur aufs Brett gucken“. Barbara Breitsprecher

Tag, Uhrzeit Termin 13.12.2015 SK FR-Z 1887 I - SK Lahr 10 Uhr SC Pfullendorf - SK FR-Z 1887 II SK FR-Z 1887 III - SGEM Dreisamtal II SC Waldkirch II - SK FR-Z 1887 IV SK FR-Z 1887 V - SGEM Dreisamtal III SF Markgräflerland III - SK FR-Z 1887 VI

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©Foto: Michael Zäh

HOCHHAUSBRAND

Zähringer Straße 12

74 Wohnungslose in einer Nacht Der Hochhausbrand in der Zähringer Straße 12. Fünf Monate danach – was bleibt an traumatischen Erinnerungen, was haben die Bewohner an Hilfsbereitschaft erfahren?

E

f„Plötzlich gingen die Boxen aus, meine Musik ging nicht mehr und der Ventilator hat nicht mehr funktioniert. Da dachte ich zuerst, es hat die Sicherung rausgehauen.“ Dennis Röhl erinnert sich genau an den Sonntagabend, an dem er vom Studenten zum Wohnungslosen wurde. Der Sicherungskasten war in Ordnung. Stattdessen hatte ein Großfeuer fünf Stockwerke tiefer die gesamte Elektrik des Hauses lahmgelegt. Was der 20-Jährige zu diesem Zeit-

©Foto: Dennis Röhl

in juliheißer Sommersonntag, Temperaturen knapp unter 40 Grad – und dann das: „Bitte halten Sie Fenster und Türen geschlossen!“. Der 5. Juli ist einer der Tage, den die Menschen im Quartier so schnell nicht vergessen werden: Im Hochhaus Zähringer Straße 12 brennt es! Flammen lodern im Keller, dichter Rauch quillt aus dem Gebäude, die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot zur Stelle. Nach einigen Tagen steht fest: 74 Menschen haben ihr Zuhause verloren. Fünf Monate nach dem Brand hat das Zähringen-Magazin mit zwei ehemaligen Bewohnern gesprochen.

Alles abgesperrt, niemand darf mehr rein: Die Feuerwehr am Brandort in der Zähringer Straße 12 im vergangenen Juli

punkt allerdings noch nicht wusste. Erst als es kurze Zeit später an der Tür klopfte und Dennis Röhl aufgefordert wurde, zügig seine Wohnung zu verlassen, wurde ihm klar, dass irgendetwas Schlimmeres vorgefallen sein musste. Seine Nachbarin Tanja Feindel, die erst einige Wochen zuvor in den dritten Stock des Hauses an der Kreuzung von Zähringer und Waldkircher Straße gezogen war, ist im Nachhinein froh, dass sie die Gestal-

tung ihres Sonntagnachmittags kurzfristig geändert hatte. Ursprünglich wollte sie ein bisschen räumen und anschließend die leeren Umzugskisten in den Keller tragen. Stattdessen entschied sie sich dafür, lieber ihr Gepäck für die montags beginnende Fortbildung zu richten. Bis das Kofferpacken mit den schlichten Worten „Es brennt!“ ein rüdes Ende nahm. „Tja, was macht man dann? Man zieht sich schnell was über, nimmt die 

Freiburg Zähringen Stadtteilmagazin | 29


HOCHHAUSBRAND

Wegen der giftigen Dämpfe, die das vom Keller ausgehende Feuer überall im Hochhaus verursacht, dürfen die Bewohner erst viel später und nur mit Atemschutz kurz in ihre Wohnungen, um Wertsachen zu holen. ©Fotos: Dennis Röhl

Danke!

˝Tausend Dank an alle, die uns irgendwie geholfen haben. Auf ihre Art, so wie sie es konnten. Jeder Euro hat gezählt. Und auch die Sachspenden für diejenigen, die keine Hausratversicherung hatten. Egal, was die Leute getan haben: Es hat uns weiter­geholfen. Ich bin unheimlich froh, in Fre­iburg zu wohnen. Dass man heutzutage so eine Solidarität noch erleben darf ˙ ich bin stolz auf Freiburg!“ 

Tanja Feindel

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Sturmflut von Hilfsbereitschaft durch Nachbarn, Freunde, aber auch völlig Unbekannte. Einer von ihnen ist Ralf Schöpperle-Faller, der beim Freiburger Amt für Wohnraumversorgung für Wohnungssicherung zuständig ist. Bis zum 5. Juli war für ihn die „Zähringer 12“ ein Haus wie andere auch: private Miet- und Eigentumsverhältnisse, eine private Hausverwaltung, keinerlei städtische Zuständigkeit. Was sich in der Dennis Röhl Nacht zum 6. Juli schlagartig änderte – als klar wurde, dass die Schäden am Gebäude so gravierend sein würden, dass die Menschen auf absehbare Zeit nicht mehr in ihre Wohnungen würden zurückkehren können. „Die Stadt hilft unbürokratisch und schnell“, versprach Otto Neideck, Freiburgs Erster Bürgermeister, noch in der Brandnacht. 74 Wohnungs- und weitgehend Besitzlose in einer Nacht – das ist ein Kraftakt. Und bedeutet konkret, dass vom Essen übers Duschgel bis hin zum Schlafplatz erst einmal alles fehlt. „Schauen, wer sich selbst helfen kann. Oder wer was braucht“ – das war zunächst einmal der Job von Ralf Schöpperle-Faller. Die Frage, wer überhaupt noch was hatte, war schnell geklärt: Bargeld, Kreditkarten, Personalausweise, Handy – all das war größtenteils in den 64 Wohnungen des Gebäudes zurückgeblieben. „Wir hatten einen Studenten, der nur mit nem Handtuch aus dem Strandbad zurückgekommen ist“, erinnert sich Ralf Schöpperle-Faller. „Oder auch das junge Paar aus Italien, das ab Sonntag eine Wohnung im Haus zwischengemietet hatte, dann von der Feuerwehr mit dem Hinweis aufs Feuer aus dem Erholungs-Nickerchen geholt wurde und alles in der Wohnung ließ. Wo Hilfe nötig war, sorgte Ralf Schöpperle-Faller mit anderen für das, was fehlte. So wurde Essen organisiert - „Ein großer Lebens©Foto: privat

Tasche, in der alles drin ist – Handy, Geldbeutel, Schlüssel undsoweiter – und geht raus.“ Im Hausflur begegnete sie dem Mann, der heute als mutmaßlicher Brandstifter in Untersuchungshaft sitzt. Ein 41-jähriger Nachbar soll das Feuer absichtlich verursacht und an mehreren Stellen Brandbeschleuniger verteilt haben – die Temperaturen im Keller erreichten mancherorts 1400 Grad. „Da unten waren all unsere persönlichen Dinge: die Star-WarsSammlung von meinem Sohn, alle Andenken rund um seine Geburt – Fotos, Tagebücher, mein Mutterpass, sein Kinderbett, das ich für ihn aufgehoben hatte, seine Erstausstattung. Alles, was er geliebt hat. Und auch meine persönlichen Dinge: Fotos meiner Eltern und Urgroßeltern, Dinge aus meiner Kindheit. All das, was mich ein Leben lang begleitet hat, ist weg. Im Keller verbrannt.“ Tanja Feindels Stimme zittert ein bisschen, als sie aufzählt, was sie in dieser Julinacht verloren hat. Unwiederbringlich. Ihre Augen glänzen feucht. So ganz glauben kann sie es noch immer nicht. Auch nicht heute, fünf Monate später, nachdem eine Odyssee aus mechanischem Funktionieren, aus aufgezwungener Fremdbestimmung, aus Von-Tag-zu-Tag-Hangeln hinter ihr liegt. Aber auch eine


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Hier gießt schon lange keiner mehr: Auch fünf Monate nach dem verheerenden Brand ist an eine Rückkehr ins Hochhaus nicht zu denken.

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mitteldiscounter hat mal einen Wagen mit Waren vors Haus gefahren und wir haben Gutscheine für die städtischen Kantinen ausgegeben“ -, Kleidung – „Über eine Facebook-Gruppe kam total viel “ – oder überhaupt erst mal Geld: Drei Tage nach dem Brand stellte das Freiburger Amt für Soziales und Senioren den Bewohnern zinslose Kredite zur Verfügung. Denn die wenigsten hatten das, worauf es in einem solchen Tanja Feindel Fall ankommt: eine Hausratversicherung. „Wenn Sie keine haben, dann stehen Sie ohne alles da.“ Tanja Feindel ist eine von zehn Bewohnern, die eine hatten. „Hausrat, Haftpflicht, Rechtschutz, Unfall: Diese vier Versicherungen retten einem den Hintern in den schwierigen Situationen, wenn’s brennt.“ Dieser Satz kommt wie aus der Pistole geschossen – und bekommt einen gewissen Tiefgang, wenn man erfährt, dass Tanja Feindel in einem Versicherungsbüro arbeitet. Dennis Röhl hatte keine. Er hat das, was ihm durch Feuer, Rauch, Ruß und Löschschaum verlorenging, aus eigener Kraft wieder ersetzt – und hofft darauf, dass das „Erlebnis“, das sich in ihm zum Glück nicht traumatisch festgesetzt hat, ein einmaliges bleibt. Er hat eine andere Einzimmerwohnung gefunden und setzt sein Studium fort. Auch Tanja Feindel ist umgezogen. Mit Ralf Schöpperle-Fallers Hilfe hat sie eine neue Wohnung gefunden („Kleinen, günstigen Wohnraum auf die Schnelle zu bekommen, ist unheimlich schwer. Wenn in Freiburg irgendetwas fehlt, dann sind es genau die Wohnungen, die da kaputtgegangen sind.“) und sehnt sich jetzt nur noch nach einem ganz normalen Alltag: „Morgens ausgeruht aufstehen, zur Arbeit gehen und sich abends einfach mit Freunden treffen. Endlich wieder ankommen dürfen. Annette Christine Hoch

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PARIS

Nach den Terrorangriffen

Unsere Kollegin Annette Christine Hoch war gerade in Paris. Sehr viel verbindet sie mit dieser Stadt, sie hat Freunde und Freundinnen dort und der Schock über die Terroranschläge sitzt tief. Dennoch und gerade deshalb ist sie dorthin gefahren, um sich selbst ein Bild zu machen und das Entsetzen zu greifen. Hier ihr Bericht:

©Fotos: Annette Christine Hoch

Alles ganz normal E

in Alltag ist ein Alltag ist ein Alltag. Im Pariser Co-Working-Büro sieht er gerade so aus, dass 40 Menschen an 40 Arbeitsplätzen sitzen und vor sich hin arbeiten. Konzentriert, geschäftig, kreativ. Die meisten hacken in ihren Laptop, manche telefonieren via Knopf-im-Ohr-undMikrofon-am-Mund-Apparatur. Einer macht Bürostuhl-Gymnastik, einer füllt seine E-Zigarette nach, zwei tauschen sich über ihre Arbeitsplätze hinweg aus. Über Geschäftliches. Und bei der Zigarettenlänge vor der Tür wird es auch mal privat: „Wie ist die Stimmung hier?“, so meine erste Frage an Cyril, der mich heute Mittag hier am stundenweise mietbaren Schreibtisch willkommen hieß. „Gut“,, sagt er und lächelt freundlich. Das mit der guten Stimmung war mir tatsächlich schon aufgefallen. Alles hätte ich in Paris erwartet: Straßensperren, Horden maschinengewehrbehängter Polizisten, Taschenkontrollen. Und auch Blicke, die meinen ausweichen. Doch gleich nach der Ankunft stand fest: Nein, hier sieht es nicht wesentlich anders aus als sonst. Ja, ein bisschen mehr Polizei ist unterwegs. Und ja, vor dem Bezirksrathaus stehen Betonpoller herum. Wahrscheinlich, damit kamikazegesteuerte Autos schon bei der Anfahrt aufs Gebäude gestoppt werden. Und nein, auch der Eiffelturm ist nicht gesperrt. Er erstrahlt stattdessen in Blau-Weiß-Rot und trägt das stolze Stadtmotto zur Schau: „Fluctuat nec mergitur“. Paris schwankt, aber geht nicht unter.

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PARIS

Bäderwerk Bäderwerk „Schau, da drüben sitzt Sandrine. Ihre Freundin ist im Bataclan gestorben.“ Mein Blick wandert zu Sandrine, der Grafikerin, die an ihrem Schreibtisch sitzt und dem Kollegen erklärt, wie er sein Computerproblem gelöst bekommt. Die Topfpflanze neben Sandrine ist ebenso sorgfältig gepflegt wie ihre rotgelackten Fingernägel, ihre Stimme klingt freundlich und fest. „Und was hast du am 13. November gemacht?“, frage ich Cyril. „Oh, ich war bei nem Kumpel. Zum Glück. Wir wollten zwar nur was trinken, aber ich habe dann direkt bei ihm übernachtet. Eigentlich wohne ich in der Nähe der Kneipen, in denen geschossen wurde.“ Die Kneipen kenne ich. So wie wahrscheinlich viele der Menschen, die hier im Büro sitzen und ihren Alltag leben. „Das Problem ist, dass es uns alle getroffen hat. Anders als bei Charlie“ - er meint die Bluttat in der Charlie-Hebdo-Redaktion am Anfang des Jahres - „sind wir es jetzt alle, auf die der Anschlag gerichtet war. Nicht mehr nur eine bestimmte Zielgruppe.“ Ziemlich genau so hatte ich es heute Morgen schon am Tresen des Cafés um die Ecke gehört. Kurz nachdem ich an einer Haustür vorbeigekommen war, an dem ein Dutzend weißer Rosen und ein Bild an eine lebensfrohe Mittzwanzigerin erinnern: „Marie, getötet im Bataclan, hat hier gewohnt“. Im Café fragte ein Stammgast die Bedienung, wie ihr zumute sei - jetzt, nach der unvorstellbaren Metzelei bei ihren Kollegen, die in 400 Meter Entfernung, Luftlinie, bis vor Sandrine, paris zehn Tagen den gleichen Job gemacht hatten wie sie. „Naja“, sagte sie, „schon ein bisschen komisch“.

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„Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir uns nicht von Angst und Trauer kleinkriegen lassen.“

„Schon ein bisschen komisch“ ist auch Cyril zumute, der mir erzählt, dass wohl auch hier, im 18. Arrondissement, ein Attentat hätte stattfinden sollen. Hat aber nicht. Und ich frage besser nicht weiter. Sonst wird mir auch noch ein bisschen komisch. Außerdem ist die Zigarette zu Ende. Und ich will Sandrine, die gerade ihre Sachen zusammenpackt, noch etwas fragen. „Habt ihr in der aktuellen Situation keine Angst, euer Co-WorkingBüro weiterhin für Gäste, für Fremde zu öffnen?“ - „Ganz im Gegenteil. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir es offenhalten. Und dass wir uns vernetzen. Dass wir uns nicht von Angst und Trauer kleinkriegen lassen. Nein, wir machen weiter“. Sandrine packt ihre grüne Tasche, wirft die Haare in den Nacken und geht Richtung Tür: „Adieu tout le monde. A demain!“ Annette Christine Hoch

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KONZERTE

Weihnachtsoratorium In Freiburg werden zur vorweihnachtlichen Zeit noch zwei Variationen von Bachs Weihnachtsoratorium geboten. Verschiedene Ensembles werden den Klassiker aufführen.

J

ohann Sebastian Bach führte die sechs Kantaten seines „Weihnachtsoratoriums“ innerhalb von zwei Wochen auf: Teil I am ersten Weihnachtsfeiertag, Teil II am zweiDie Camerata Academica wird das Weihnachts– oratorium zusammen mit dem Freiburger Kammerchor unter Leitung des jungen Dirigenten Lukas Grimm aufführen. Für ihn ist das schlicht „geniale Musik“. Amrei Rebekka Beuerle, Britta Schwarz, Jan Petryka und Matthias Flor werden als Solisten singen: Am 13.12. um 18 Uhr im Konzerthaus.

Das Freiburger Barockorchester wird das Weihnachtsoratorium erst zu Silvester, am 31.12. um 17 Uhr im Ensemblehaus aufführen. Wolfgang Schäfer dirigiert, Emöke Barath Marion Eckstein, Sebastian Kohlhepp und André Schuen singen.

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ten, Teil III am dritten, Teil IV gab es an Neujahr, Teil V am Sonntag nach Neujahr und den abschließenden Teil VI am Dreikönigstag. Für Bach hatte das Oratorium eine Doppelfunktion:

Als Bericht über die biblische Geschichte von der Geburt Jesu, zum anderen aber sollte es auf die Seele der Hörer einwirken und ein geistiges Erweckungserlebnis auslösen.


PORTRÄT

im Portrait

Name:

Barham

Alter:

26

Beruf oder andere Tätigkeit:

Schüler

Herkunft:

Serekunda, Gambia

Aufenthaltsdauer in Deutschland:

1 Jahr

Familie:

Eltern und Geschwister in Gambia, wohnt mittlerweile bei einer deutschen Gastfamilie

Hallo Barham, was sind deine Hobbys? Barham: Fußball! Vor allem im Sommer, jetzt wird es zu kalt draußen. Ich gehe auch Wandern im Schwarzwald – aber nicht zu lange. Wie sieht dein Tagesablauf aus? Barham: Um 6.45 Uhr stehe ich auf und gehe von 7.30 bis 13 Uhr in die Schule. Danach gehe ich Mittagessen und bin bei meinen Freiburger Gasteltern. Sie üben lesen mit mir. Manchmal gehe ich zu ‚Uni für alle’ und zu ‚Mosaik am Mittwoch’. Ich bin viel draußen und treffe Freunde. (Anm.: ‚Uni für Alle‘ ist eine 2015 gegründete Initiative, die Geflüchteten den Zugang zur Universität ermöglichen will. Sie können als Gasthörer Vorlesungen und Seminare besuchen und werden von Studierenden begleitet. ‚Mosaik am Mittwoch‘ wird von Einheimischen und Flüchtlingen aus dem Wohnheim Bissierstraße gemeinsam gestaltet, mit Essen und Kommunikation, mittwochs von 16 bis 18 Uhr.) Wie gefällt dir Freiburg? Wie sind deine Eindrücke? Hast du einen Lieblingsplatz? Barham: Es ist sehr schön! Nette Leute! Viele helfen, um uns eine gute Zukunft zu ermöglichen. Mein Lieblingsplatz ist der Seepark, da waren wir viel im Sommer. Was gefällt dir nicht in Deutschland? Barham: (Überlegt.) Nichts. Ganz am Anfang war es schwer, als man noch gar keine Leute kannte und alles neu war. Was waren deine Erwartungen, als du nach Deutschland gekommen bist? Barham: Ich dachte, wenn man herkommt, kann man arbeiten. Als ich hierher kam, war es so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Hast du ein Lieblingsessen? Ein Lieblingslied? Ein Lieblings…? Barham: Für mich ist alles okay! Gemüse,

Pilze – deutsches Essen ist gut. Mein Lieblingslied ist „Froh zu sein“. Und „Laurenzia“, das haben wir bei Mosaik gesungen. Wo siehst du Probleme und Chancen? Gibt es etwas, was du den Deutschen oder deinen Landsleuten sagen möchtest? Barham: Das Problem in Gambia ist, dass die Situation schlecht ist, gerade für junge Leute. Also fliehen sie, viele sterben. Sie denken, dass man sich hier ein besseres Leben aufbauen kann, mit Meinungsfreiheit und vielen Chancen. Mein Rat: sich informieren bevor man kommt. Es ist nicht alles so, wie man es erwartet. Wenn man hier ist, soll man unbedingt Deutsch lernen und in die Schule gehen. Es gibt viele nette Leute in Deutschland. Man muss versuchen, die Situation in Gambia zu verbessern. Was fehlt dir aus deiner Heimat? Barham: Meine Familie! Und Freunde. Natürlich auch die Kultur, aber afrikanisches Essen kriegt man hier auch und in Freiburg scheint auch viel die Sonne. Was sind deine Pläne und Wünsche? Wo siehst du dich in fünf Jahren? Barham: In Deutschland. Ich will noch besser Deutsch lernen. Und eine Ausbildung zum Altenpfleger machen. Ich habe in Freiburg einmal einen Monat Pflegepraktikum gemacht und es hat mir gefallen, den Menschen dort zu helfen. So etwas geht nicht in Gambia, ich habe das erst hier gesehen. Wenn ich fertig bin mit der Ausbildung, möchte ich eine eigene Wohnung haben und vielleicht Kinder. Und es wäre schön, wenn meine Geschwister auch herkämen. Ich habe viel in Deutschland gelernt und verschiedene Leute getroffen. Und ich habe die deutsche Kultur kennengelernt. Mir gefällt es hier. Marie Schaudig von der Studierenden-Organisation „Weitblick“ stellte die Fragen.

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TIPPS

Comedy

Caveman –

Du sammeln, ich jagen! Comedy für alle, die eine Beziehung führen, führten oder führen wollen! Caveman wirft einen ganz eigenen Blick auf die Beziehung zwischen Mann und Frau. Im „magischen Unterwäschekreis“ begegnet Tom, der sympathische Held im Beziehungsdickicht, seinem Urahn aus der Steinzeit, der ihn an Jahrtausende alter Weisheit teilhaben lässt: Männer sind Jäger und Frauen sind Sammlerinnen. Eine Tatsache, die die menschliche Evolution bis heute nicht hat ändern können. Was der Durchschnitts-Mann schon immer vermutet hat, weiß Tom nun aus erster Hand und fragt sich: „Warum betrachten wir Frauen und Männer nicht einfach als völlig unterschiedliche Kulturen? Mit verschiedenen Sprachen, verschiedenen Verhaltensweisen und verschiedener Herkunft?“ Von dieser Erkenntnis beflügelt, analysiert Tom das befremdliche Universum der Sammlerinnen: Diese geheimnisvolle Welt von besten Freundinnen, Einkaufen und Sex. Mit immensem Mitteilungsbedürfnis, trockenem Humor und ironischem Blick beobachtet Tom auch die Lebensweise des Jägers. Er enthüllt, welche Erfüllung „Rumsitzen, ohne zu reden“ bedeuten kann, warum Männer durch das Fernsehprogramm zappen müssen und dass eine Unterhaltung unter Jägern mit den Worten „Lass uns in den Keller gehen, Sachen bohren“ beginnt und gleichzeitig endet. Der Amerikaner Rob Becker schrieb mit Caveman das erfolgreichste Solo-Stück in der Geschichte des Broadways. Nachdem Caveman in den Vereinigten Staaten von einem Millionen-Publikum bejubelt wurde, feiert der moderne Höhlenmann weltweite Erfolge. In Deutschland startete das Stück im Jahr 2000 in der Regie der Schauspielerin

und Regisseurin Esther Schweins und der Übersetzung von Kristian Bader. Caveman ist Vergnügen pur: Ein Jeder kann sich wiedererkennen. Paare sehen sich an und sagen „Genau wie Du“. Das Stück macht süchtig, Rekorde wie: „Ich war zehn mal in der Vorstellung“ sind keine Seltenheit. Ein funkenschlagendes „One-Man-Stück“.

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TIPPS

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Kurschatte, Schpäner un saftigi Schiifile

„Faltungen“

Wenn einer eine Reise tut Jahrelang sind Oswald und sein Freund Emil alljährlich gemeinsam drei Wochen lang zum Kururlaub nach St. Peterstal gefahren. Die beiden empfanden diese Reisen, selbstverständlich ohne Gattinnen, immer wunderbar erholsam. Ganz nach dem Motto „Morgens Fango, abends Tango“ konnten sie den Kuraufenthalt in vollen Zügen genießen. Doch dieses Mal soll alles anders werden: Die Ehefrauen wollen plötzlich mit ihnen in weit entfernte Urlaubsziele verreisen. Drei Wochen mit Gattin!! Für Oswald und Emil der reinste Alptraum!! Wie sollen drei Samstage ohne Rauchfleisch mit Sauerkraut überstanden werden? Findet dieser Urlaub überhaupt statt? Alles äußerst fraglich, denn am Vorabend der Abfahrt ist noch eine ausgiebige „Feuerwehrprobe“. n Samstag, 16. Januar 2016 20 Uhr Bürgerhaus Zähringen Lameystr. 2, 79108 Freiburg

Neue Stahlskulpturen von Roland Phleps Das ganze Jahr über öffnet Roland Phleps seine Räume in der Zähringer Stiftung für Konkrete Kunst für Ausstellungen mit verschiedenen Künstlern. Nun werden dort in den Wintermonaten bis zum 6. März 2016 unter dem Titel „Faltungen“ seine eigenen Arbeiten, neue Stahlskulpturen, zu sehen sein. n Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps Pochgasse 73, 79104 Freiburg-Zähringen Tel.: 0761/54121 Ausstellungsdauer: bis 6. März 2016, geöffnet sonntags 11 Uhr bis 13.30 Uhr sowie nach telefonischer Anmeldung: Tel. 0761/54121, Eintritt frei www.stiftung-konkrete-kunst.de

Weihnachtskonzert der Zäringia Die Zäringia ist ein gemischter Chor, der das Volksliedgut pflegt, aber auch klassische und geistliche Werke singt. Der Chor ist eingegliedert in die Sängergruppe Freiburg und Mitglied des Breisgauer, Badischen sowie Deutschen Sängerbundes. Chorleiter ist seit Januar 2015 Thomas Spurny, der in Prag Musikwissenschaften studiert hat und als Pianist und Organist tätig ist. Roland Phleps, „Faltungen“, Stahlskulptur Foto: Ingo Phleps

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Buch-Tipp Hans Hoischen

Fahrradhändler Hans Hoischens Erzählungen zeichnen Szenen des Lebens: Die ersten Seiten von „Beim Fahrradhändler und erste Ausfahrt“:

D

raußen wischen sich die Radler wieder Fliegen aus den Augenwinkeln, es ist Frühling. Im Winter starben immer so viele, dass man im Frühling wie allein dastand. Selbst mein Fahrradhändler sagte auf die Frage, wie er durch den Winter gekommen sei: Schlecht, fett geworden, die Knochen tun weh. Von seinen dicken, bläulichen Tränensäcken sagt er nichts, sein Badezimmerspiegel spricht mit ihm nicht darüber. Als wären wir alle für sechs Monate nach Sibirien geschickt worden, jeder in ein anderes Lager. In meinem liefen überall Ärzte herum und diagnostizierten, die Nächte waren stickig und heiß, die meines Fahrradhändlers zugig und kalt, jeden Morgen, noch gestern, sei er durchgefroren aufgewacht. Jetzt hat er, obwohl hundemüde, die Arbeitswut und eine Hilfsbereitschaft, die ihn und mich still besorgt sein lässt. Gern habe ich zuerst eine Weile vor dem Fahrradgeschäft gestanden, seiner riesigen Schaufensterscheibe, hinter der die Räder nebeneinander aufgestellt waren. Andere sah ich an der Wand hängen und von der Decke herab ein ganz besonderes, wie ein Kronleuchter, ein Liegerad. Ich konnte Leute mit Liegerädern nicht ausstehen: Flach am Boden und den Kopf wie vom Kissen gehoben, fuhren sie, als strebten Bettlägrige die Unterquerung von Lastwagen an. Als ich mich sattgesehen hatte, trat ich ein, hatte wieder den Gummigeruch in der Nase und sah den Fahrradhändler hinter dem Tresen stehen: Mit grauen, kürzeren Haa-

ren, bläulichen Tränensäcken, fett geworden, aber da stand er, gottseidank, wenigstens er noch. Er wohnte in einem kalten, engen Tal vor der Stadt, vor der Stadt hatte ich auch einmal gewohnt, da hatten sich manchmal unsere Wege gekreuzt: Er fuhr dorthin, ich sah ihm nach, wie er am Berghang entlang radelte, hinter dem sein Tal lag, und dachte: Gottseidank, da muss ich nicht hin, und fuhr hierhin, in die andere Gegend, wo es schöner war, jeden Tag schön, jahrelang. Jetzt brauchte ich einen neuen Sattel, die Prostata verlangte danach, so reden wir miteinander, wenn keiner zuhört. Die Prostata ist ein eigentümliches Organ, von dem man glaubt, das hätten immer nur andere, nicht man selbst. Als Kind hätte ich laut gelacht, wenn man mir erzählt hätte, in mir stecke eine Prostata, etwas wie eine Karotte im Schneemann. Aber leider, nickte mein Fahrradhändler, auch er und behelfe sich daher mit einer Sattelstützenfeder. Vielleicht solle ich einmal versuchen, einfach die Sattelspitze ein wenig nach unten zu kippen, sagte er, schraubte auf, packte den Sattel, drückte die Spitze etwas nach unten und schraubte fest. So vertrieben wir uns die Zeit im Fahrradgeschäft, betrachteten die Sattelformen, die für Damen und die für Herren. Die Damen hatten einen etwas breiteren Sitzknochenabstand, wegen der Geburt, so mein Fahrradhändler, und wir schauten uns an, beide geboren, und ich glaubte, seinen Atem zu riechen, seine Achseln, sah

Absurdes im Alltag Der Freiburger Hans Hoischen, Jahrgang 1944, veröffentlichte Gedichte und Prosastücke in Zeitschriften und Anthologien, 2013 erschien mit „Im Schutzgebiet“ seine erste größere Erzählung. In seinem neuen Buch „Langer Tag mit grüner Hose“ hat er 49 Erzählungen vereint, in denen er als akribischer Beobachter alltägliche Szenen und daraus resultierende abgründige Situationen schildert.

» Jetzt brauchte ich einen

neuen Sattel, die Prostata verlangte danach, so reden wir miteinander, wenn keiner zuhört.“

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das Altöl unter den Fingernägeln und hörte die Ladenglocke klingeln. Schon wieder einer durchgekommen, ein Liegeradfahrer womöglich, ich kenne ihn, woher bloß, oder kannte ich ihn nicht und dachte nur, heute kenne ich euch alle. Dann fuhr ich aus der Stadt hinaus und in den Wald. Der war weiß von Buschwindröschen, in der Luft hing der Rauch von verbrannten Ästen, und im Gewirr der Stämme sah man die Arbeiter und hörte ihr Sägen, dazwischen die Vögel. Ich sang etwas, da niemand hinter mir war, nach einer Weile merkte ich, es war immer dasselbe, genau wie das ewig leierige Trampeln auf den Pedalen, aber es machte mir nichts.


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