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WIEHREMAGAZIN WIEHREMAGAZIN WIEHREMAGAZIN November 2015

DAS STADTTEILMAGAZIN DER ZEITUNG AM SAMSTAG

Ausgabe Unterwiehre

Geschichtswerkstatt Lessing-Realschule

Begegnung mit unfassbarer Vergangenheit

HERDERNMAGAZIN Schrebergartenanlage Wonnhalde

Ein Traum: Klein-Kanada auf 200 qm

GUNDELFINGENMAGAZIN Leidenschaft für GUNDELFINGENMAGAZIN zwei Städte Freundeskreis Freiburg – Tel-Aviv-Yafo

DER VERMITTLER Holger Baur ist Mediator bei pro familia. Er begleitet und berät Paare in Trennungsphasen


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Über sich hinausdenken und Dinge bewegen

D

ie Kreativität scheint in der Unterwiehre kaum Grenzen zu kennen. Da sind die Schüler, die sich weit über ihren eigentlichen Unterricht hinaus engagieren und die Geschichte ihrer Schule aufarbeiten. Bewegend, wie sie dabei ihre ganz persönlichen Rückschlüsse ziehen, wenn ihnen ein 85-jähriger Zeitzeuge von den rassistischen Realitäten an ihrer Schule früher im Nazi-Deutschland berichtet. Und da sind die Farben, die im Offenen Atelier in der Basler Straße leuchten und allen herbstlichen Nebel sofort verschwinden lassen.

Und wenn eine schöne, alte Wiehremer Wohnung großzügig als gastfreundlicher Begegnungsraum eines Vereins genutzt werden darf, wie das beim Freundeskreis Freiburg – Tel Aviv-Yafo und seiner Vorsitzenden der Fall ist, dann ist spürbar, wie viele der Menschen hier in diesem Stadtteil von Engagement durchdrungen sind. Engagement zeigt sich aber auch in der Meinung, die frei geäußert auch andere zum Nachdenken und Diskutieren anregen kann. Deshalb wollen wir in unserer neuen Rubrik „Streitschrift“ Menschen zu Wort kommen lassen, die eine klare Haltung zu einem gesellschaftlichen oder politischen Thema haben, das auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Wiehre bewegt. Barbara Henze, Akademische Oberrätin an der Universität Freiburg, hat in dieser Ausgabe in „Streitschrift“ einen gedanklichen Bogen von der fehlenden Aufmerksamkeit und Vorstellungskraft gezogen, die dazu führte, dass vor 75 Jahren jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger ohne jegliche Proteste nach Gurs deportiert werden konnten. Ihre Gedanken führen sie weiter bis hin zur heutigen Gefahr, den anderen, den Flüchtling, der fremd wirkt und doch „wie ich“ ist, in einer Gruppe und Masse verschwinden zu lassen. In diesem Sinne wünsche ich eine anregende Lektüre. Barbara Breitsprecher Chefredakteurin Magazin

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Freiburg Unterwiehre Stadtteilmagazin | 3


UNTERWIEHRE-MAGAZIN

Inhaltsverzeichnis Geschichtswerkstatt:

Rezept mit Radicchio:

Schüler befassen sich mit der Vergangenheit der Lessing-Realschule Seite 5

Erinnerung an eine Kindheit in Italien Seite 13

Streitschrift:

Klein-Kanada an der Wonnhalde Seite 14

Beitrag von Dr. Barbara Henze Seite 9

Schrebergarten:

Freundeskreis Tel Aviv:

Kunstraum:

Barbara Büchel bietet ein offenes Atelier Seite 10

Leidenschaft für zwei Städte Seite 17

Tipps:

Veranstaltungen Seite 24

Abdruck: Annette Pehnt „Briefe an Charley“ Seite 26

Mediation bei pro familia: Holger Baur berät Paare in Trennungsphasen Seite 20

5

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Gurs-Ausstellung in der Meckel-Halle der Sparkasse: Erschütternde Bilder

Schrebergarten Wonnhalde: Uschi Kemény ist stolze Besitzerin von 200 qm Garten

Kunstraum & Atelier: Barbara Büchel bietet Unterricht und Beratungen

Freundeskreis Freiburg – Tel Aviv: Leidenschaft für zwei Städte

Konzert & Poesie:

Die Frau im jiddischen Lied Seite 23

17

20 Mediation bei pro familia: Für Paare in Trennungsphasen

IMPRESSUM Stadtteilmagazin Zeitung am Samstag Verlags GmbH Benzstraße 22, 79232 March Tel. 07665-93 458-0 Fax 07665-93 458-286 Geschäftsführer: Christopher Kunz, Rüdiger van der Vliet

4 | Freiburg Unterwiehre Stadtteilmagazin

Chefredakteurin: Barbara Breitsprecher (visdp) Tel. 0174-16 37 446 e-mail: redaktion@zas-freiburg.de

Grafik, Layout & Herstellung: dtpwork design, Herbolzheim Adrian Kempf, Tel. 07643-39 42 65 00 e-mail: layout@dtpwork.de

Titelfoto und Fotos (soweit nicht anders angegeben): Michael Zäh

Meisterdruck GmbH Druckerzeugnisse Kreuzmattenstraße 13 79276 Reute bei Freiburg Tel: 07641-9178-0 info@meisterdruck.de

Verkaufsleitung: Michael Metzger, Tel. 07665-93 458-21 e-mail: m.metzger@zas-freiburg.de


GESCHICHTSWERKSTATT

Foto: Michael Zäh

Schüler der Geschichtswerkstatt mit ihrer Lehrerin Rosita Dienst-Demuth (2.v.l.) und dem Zeitzeugen Kurt Maier (3.v.l.), der als Kind die Jüdische Zwangsschule in Freiburg besuchte.

Erkennen, was passiert ist Schüler der Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule erarbeiten die Vergangenheit ihrer Schule. Der 85-jährige Kurt Maier ist ehemaliger Schüler dieser Jüdischen Zwangsschule und besuchte die aktuelle Gurs-Ausstellung

A

ls die vier Schüler, alle im Alter zwischen 14 und 16, den Zeitzeugen Kurt Maier und Eva Cohn-Mendelssohn begegneten und aus deren Munde eindrücklich die Zustände in der früheren Zwangsschule für jüdische Kinder und im Lager Gurs geschildert bekamen, da veränderte sich für sie noch einmal etwas. Alle vier Schüler – Marco Altmeyer, Johannes Hofmann, Johannes Weiß und Niklas Jäger – sind in der Geschichtswerkstatt engagiert, einer AG, die ihre Lehrerin Rosita Dienst-Demuth an der Freiburger Lessing-Realschule leitet. Seit längerer Zeit haben sie sich intensiv mit der Ge-

schichte ihrer Schule beschäftigt. Denn in der Lessing-Realschule war während zweier Jahre, zwischen 1936 und 1938, eine Zwangsschule für jüdische Kinder untergebracht. Die Kinder aus Freiburg und dem gesamten Umland – sie kamen aus Breisach, Eichstetten, Friesenheim, Haslach, Ihringen, Kenzingen, Kippenheim, Müllheim, Offenburg, Schmieheim und Villingen – die aufgrund rassistischer Gesetze der Nazis ihre Schulen nicht mehr besuchen durften, hatten nun nur noch die Möglichkeit in diese Zwangsschule in Freiburg zu gehen. Eigentlich war die Lessingschule damals eine reine Jungenschule. Doch nun wurden zwei Klassenzimmer für die

jüdische Zwangsschule reserviert, in die Jungen und Mädchen zusammen gingen. Unterrichtet wurden sie von jüdischen Lehrerinnen und Lehrern. Die Kinder mussten separate Eingänge benutzen und hatten andere Pausenzeiten. Es sollte zu keinerlei Berührungen zwischen den jüdischen und den nicht-jüdischen Kindern kommen. Die zwei Klassenzimmer der früheren jüdischen Zwangsschule gibt es heute noch – im Gebäude der heutigen Förderschule der Lessingschule. Unter diesen beiden Klassenzimmern befindet sich der Computerraum, den auch der 15-jährige

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GESCHICHTSWERKSTATT

Gedenktafel an der Lessing-Realschule in Freiburg sowie die Namentafeln der jüdischen Kinder, die einst die Zwangsschule besuchten.

„Da denkt man schon, wie das wäre, wenn man selbst so jemand in dieser

Zeit gewesen wäre“

Klassenausflug der jüdischen Kinder der Freiburger Zwangsschule. Vorne in der Mitte sitzt Kurt Maier. Foto: privat

Johannes Weiss, Schüler, 15 Jahre

Johannes Weiß regelmäßig aufsucht. „Wenn ich dort bin, muss ich immer daran denken, was hier passiert ist“, erzählt er. Und der 14-jährige Johannes Hofmann bestätigt, wie es ihn berührt, wenn er aus dem Fenster eines dieser Klassenzimmer auf einen Baum schaut und überlegt, dass die Kinder damals den gleichen Baum gesehen haben. Die beiden Schüler haben auch in einem Theaterstück der Schule mitgespielt, in dem es ebenfalls um das Schicksal jüdischer Kinder geht. „Da denkt man schon, wie das wäre, wenn man selbst so jemand in dieser Zeit gewesen wäre“, sagt Johannes Weiß. „Das ist dann schon noch mal was anderes.“ Kurt Maier war eines dieser Kinder, die auf die jüdische Zwangsschule geschickt wurden. Er war zehn Jahre alt, als sein Vater ihn und seinen drei Jahre älteren Bruder Heinz 1940 eines Tages mit einem Taxi von dort abholen ließ, um ihn nach Hause nach Kippenheim in die Querstraße 46 zu bringen. Es war der 22. Oktober, der Tag, als die Familie wie alle Juden in Baden nach Gurs ins Internierungslager deportiert werden sollte. Zwei Stunden hatten sie Zeit, sich fertig zu machen, 50 Kilogramm Gepäck durften insgesamt nur mitgenommen werden. Den Moment, als der Militärlastwagen in der Querstraße hielt und Familie Maier und andere jüdische Bewohner einsteigen mussten, hielt ein Nachbar auf einem Foto fest. Diese Photographie ist neben vielen weiteren Texten und Bildern zusammen mit Zeichnungen und Aquarellen aus dem Internierungslager Gurs in der Meckel-Halle der Sparkasse Freiburg in der Kaiser-Joseph-Straße zu sehen. Die Zeichnungen und Gemälde entstammen dem Fundus einer Krankenschwester, die im Lager Gurs gearbeitet hatte. Aus Dankbarkeit für ihre Zuwendung und Unterstützung schenkten ihr die Lagerinsassen die Kunstwerke. Rund 200 ausdrucksstarke Zeichnungen und

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Erschütternde Ausstellung: In der Meckel-Halle in der Sparkasse Freiburg sind noch bis 13. November die Zeichnungen und Aquarelle aus dem Internierungslager Gurs zu sehen. Foto: Barbara Breitsprecher

Aquarelle konnte Elsbeth Kasser später in die Schweiz retten. Doch die Scham über ihre Tätigkeit während dieser Zeit, ließ sie die Bilder in einer Schachtel fast ein halbes Jahrhundert lang unter ihrem Bett versteckt halten. Erst nach ihrem Tod 1992 wurden sie entdeckt und entsprechend ihrem testamentarischen Wunsch von einer Stiftung betreut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 40 dieser Werke sind noch bis 13. November in Freiburg zu sehen. Die Gesamtheit der Bilder ist im Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich untergebracht und öffentlich zugänglich. Jeden Freitag um 14 Uhr sind die Schüler der Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule seitdem in der Meckel-Halle der


GESCHICHTSWERKSTATT

Sparkasse und bieten eine Führung durch die Ausstellung an. Außerdem verkaufen sie eine informationsreiche Broschüre, die in der Schule gestaltet wurde. Einer, der es sich nicht hat nehmen lassen, aus den USA zur Ausstellung anzureisen, ist der heute 85-jährige Kurt Maier. Nachdem er 1940 mit seiner Familie in den Lastwagen steigen musste, wurden sie nach Offenburg an den Bahnhof gebracht. Von dort ging es mit dem Zug über den Rhein ins unbesetzte Frankreich, das unter der Kontrolle des faschistischen Vichy-Regimes stand. Nach drei Tagen Fahrt landete die Familie im französischen Internierungslager Gurs. Ein Glück war für die Familie Maier, dass sie bereits lange vor ihrer Deportation einen Ausreiseantrag in die USA gestellt hatte. Schon bald nach ihrer Ankunft in Gurs erhielten sie das ersehnte Visum für die USA und durften das Lager wieder verlassen. Über Marseille und Casablanca erreichten sie am 9. August 1941 New York. Kurt Maier lebt inzwischen in Washington und arbeitet bis heute an der Library of Congress in der deutschen Geschichtsund Literaturabteilung. Bis heute leidet er unter Heimweh nach seiner alten badischen Heimat. Auch deshalb kommt er immer wieder in die Ortenau und nach Freiburg. Aber auch, um als Zeitzeuge mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. Den 16-jährigen Niklas Jäger hat diese Begegnung mit Kurt Maier und dessen Erinnerungen tief beeindruckt: „Gerade auch wenn er erzählte, wie das Leben in den Baracken in Gurs war“. Barbara Breitsprecher

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Der Moment der Deportation: Kurt Maier (mit Mütze) und seine Familie werden am 22.10.1940 aus Kippenheim abgeholt. Foto: privat

Boden · Wand · Treppe · Bad · Möbel... Die Schüler der Geschichtswerkstatt haben sich intensiv mit der Vergangenheit ihrer Schule beschäftigt. Foto: Michael Zäh

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FIRMENPORTRÄT

ALLES AUS EINER HAND Die Glottertäler Metzgerei Reichenbach hat ein bestechend einfaches und klares Konzept: eigener Futteranbau, eigne Aufzucht, eigene Schlachtung sowie Fleisch- und Wurstverarbeitung und Verkauf nur in eigenen Läden. Das Konzept ist bestechend, einfach und klar: Metzgermeister Ulrich Reichenbach bietet mit seinem Team alles aus einer Hand. Das ist nicht nur wohlklingender Slogan, sondern wird von der Glottertäler Metzgerei konsequent verfolgt und konkret umgesetzt. „Alles aus einer Hand“ bedeutet, dass vom Futteranbau, der Aufzucht der Tiere, über die hauseigene Schlachtung bis hin zum Verkauf ausschließlich in eigenen Läden bei der Metzgerei Reichenbach alles zu hundert Prozent in eigener Regie läuft. Das ist ein hoher Anspruch, zumal die Qualität des Fleisches und der Wurstwaren stets allerhöchsten Erwartungen genügen soll. Dass dies der ualität aus Fall ist, zeigen nicht nur die vielen zueigener ufzucht friedenen Kunden sondern auch die zahlreichen Aus-

beste

Q

©Foto: Barbara Breitsprecher

A &

Herstellung

zeichnungen und Goldmedaillen. Zwei Mutterkuhherden der selten gewordenen Hinterwälder-Rasse gehören der Metzgerei Reichenbach, die im Glottertal grasen. Eine Bio- Limousin-Mutterkuhherde weidet zudem auf der Landwirtschaftsfläche des Mundenhofs im Naturschutzgebiet Freiburg. Außerdem gibt es noch eine weitere große Mutterkuhherde in einem Naturschutzgebiet in der benachbarten Ortenau. Ein Jahr lang dürfen die Kälber bei ihren Müttern im frischen Grün und im Wechsel der Jahreszeiten, mit viel Bewegung und Abwechslung aufwachsen. So gedeihen sie prächtig und sind unempfindlich für Krankheiten. Ulrich Reichenbach kennt jedes seiner Tiere, er ist vertraut im Umgang mit ihnen und schätzt sie. Die Jungrinder werden später von heimischen Landwirten entsprechend einer klaren und natürlichen Futtervorgabe dann weiter versorgt. Haben die Rinder das entsprechende Alter und Gewicht, holt Ulrich

Reichenbach sie ab und bringt sie – ganz ohne lange, stressige Fahrwege – zum eigenen Schlachtbetrieb ins Glottertal. Hier wurde 2012 ein neues Betriebsgebäude mit der ersten komplett FCKW-freien Kühlanlage Baden-Württembergs und einer großen Photovoltaikanlage gebaut. Auch in technischer Hinsicht zeigt sich die Metzgerei Reichenbach damit konsequent innovativ und umweltfreundlich. Unmittelbar nach der hauseihenen Schlachtung werden sie hier zerlegt und verwertet. Mit der Frische, die man bei allen Reichenbach-Produkten schmecken kann, werden Fleisch, Würste und Aufschnitt im Verkaufsraum im Gewerbegebiet Glottertal oder in einer der Reichenbach-Filialen im Zentrum von Glottertal, in Gundelfingen, in Umkirch, in Sexau oder in Freiburg-St. Georgen, beziehungsweise in die Verkaufswägen auf den Freiburger Wochenmärkten angeboten.  bb

Im Jahr 2014 wurde die Metzgerei Reichenbach zum Handwerksunternehmen des Jahres ausgezeichnet und erhielt von der Handwerkskammer Freiburg den Sonderpreis für Nachhaltigkeit und Umwelttechnik. Eine Auszeichnung auf die das ganze Team rund um Metzgermeister Uli Reichenbach zu Recht stolz sein kann.

Die herzhafte Metzgerei im Glottertal 8 | Freiburg Unterwiehre Stadtteilmagazin

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Ohnmacht D

©Foto: privat

er zweite Teil des berühmten Doppelgebots der Liebe wird seit Naphtali Herz Wessely und Leo Baeck übersetzt mit: „Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du“. Was muss passieren, dass ich das nicht (mehr) bemerke? Als „unter aller Augen“ – so Heinrich Schwendemann in einem Zeitungsartikel – 360 Freiburger Juden und Jüdinnen am 22. Oktober 1940 nach Gurs „abgeschoben“ wurden (so die Dienstanweisung an die Beamten), haben die Freiburger nicht protestiert. Die, die aus ihren Wohnungen geholt und zu Sammelplätzen gebracht wurden, die rund 100 Wiehremer zum Platz vor dem Annakirchle, waren ihre Nachbarinnen und Nachbarn. Woran hat es gefehlt? Simone Weil glaubte, dass die, die Hilfe leisten könnten, es aber nicht tun, nicht per se gefühllose Menschen sind, sondern ihnen die „Aufmerksamkeit“ fehlt. Aufmerksamkeit auf die, die nicht ins Blickfeld kommen, die man übersieht, weil sie ein „Nichts“ sind. 70 Jahre später nennt es Alison Louise Kennedy in ihrer Eröffnungsrede zu den „Europäischen Literaturtagen 2015“ „mangelnde Vorstellungskraft“. Wir kennen den Weg, wie die jüdischen Mitbürger zu einem „Nichts“ gemacht wurden und wie den Freiburgern die Vorstellungskraft abhanden kam. Er begann am Ende des 19. Jahrhunderts mit herabwürdigenden öffentlichen Vergleichen aus der Tierwelt („Ungeziefer“, „Parasiten“) und der Medizin („Seuche“) und führte über die Taxierung von Menschenleben als „lebensunwert“ in den 1920er Jahren zum „Sonderrecht für Juden“ seit 1933. Das reichte vom Verbot, Haustiere zu halten, bis zu dem, öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder zu benutzen. Seit Oktober 1935 hing auch vor dem Marienbad das Schild „für Juden verboten“. Dem berühmten Philosophieprofessor Edmund Husserl, 1928 emeritiert, wurde die Lehrbefugnis entzogen und sein Name seit Sommersemester 1936 aus den Verzeichnissen der Universität getilgt. 1937 musste das Ehe-

Dr. Barbara Henze

Streitschrift

Und fehlendes Mitgefühl. „Blindheit“ gestern und heute. Anlässlich der Deportation der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger vor 75 Jahren paar Husserl die Wohnung in der Lorettostraße 40 verlassen, in der es 20 Jahre gewohnt hatte. Der Urologe Hans Pollock aus der Günterstalstraße 32, früher Vorsitzender der „Freiburger Großen Karnevalsgesellschaft“, wurde aus der Narrenzunft verdrängt und verlor seine kassenärztliche Zulassung. Wie es weiter ging bis hin zu Auschwitz und anderen Vernichtungslagern, wissen wir. Was heißt das heute? 1. Die Gefahr zu vergessen, dass der und die andere ist „wie ich“, steigt, wenn ich ihn oder sie einer Gruppe zuweisen und damit in einer Masse verschwinden lassen kann. Und wenn dann noch dieser Gruppe die Schuld für meine eigenen Nöte angelastet wird, dann ist der „Blindheit“ Tür und Tor geöffnet. Ohne die Behebung der Nöte, an erster Stelle Geringschätzung und Perspektivlosigkeit, wird die Suche nach Schuldigen endlos weitergehen. Die wahren Ursachen müssen heute auf den Tisch. 2. Als es in den 1920er Jahren noch Handlungsspielräume gab, haben gesellschaftliche Gruppen jenseits des Nationalsozialismus nicht an einem Strang gezogen. Heute dürfen sich die, die den Umbrüchen gewaltlos und mit langem Atem begegnen wollen, nicht auseinander dividieren lassen. Es darf kein Misstrauen untereinander geben, vor allem nicht gegen die Gruppen, die seit langem das steigende Gewaltpotential, falsche Prioritäten in der Syrien-Politik und das Anheizen der globalen Kriegsbereitschaft durch Waffenexporte beklagen. 3. Die Verschärfung der Gesetze, weg vom Grundrecht auf Asyl, ist besorgniserregend. Die im Januar 1990 von der Bundesrepublik unterzeichnete UN-Kinderrechtskonvention wird dagegen überhaupt nicht angewandt, allen Abschiebungen von Familien mit Kindern fehlt die rechtliche Grundlage! 4. Wir sind alle Menschen. Es gibt keine Menschen, auch keine Flüchtlinge, zweiter oder dritter Klasse, denn sie sind alle „wie ich“. Ein Recht, das einem geraubt wird, wird allen geraubt, auch wenn es mich (noch) nicht trifft. Dr. Barbara Henze, Akademische Oberrätin Institut für Biblische und Historische Theologie, Frömmigkeitsgeschichte und Kirchliche Landesgeschichte, Universität Freiburg

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OFFENES ATELIER

Kreative Gestalterin

©Foto: Michael Zäh

Kunstraum

E

s riecht nach Farben, bunte Kreativität schlägt dem Besucher in Barbara Büchels offenem Atelier und Kunstraum in der Basler Straße 11, nahe der Johanniskirche, entgegen. Gleich nebenan schließt sich ihre geräumige Wohnküche an. Die Künstlerin ist überzeugt: „Man muss innovativ bleiben!“. Diese Grundhaltung zieht sich durch ihr gesamtes Angebot, das sie laufend erweitert. Neben Kursen in kreativer Gestaltung bietet sie vor allem auch Mappenkurse an. Sie weiß inzwischen genau, welche Hochschulen und Berufsfachschulen in Kunst, Grafikdesign, Mode, Kommunikation, Produktdesign und Architektur welche Art von Mappen wollen. Ihren Kursteilnehmern kann sie deshalb auch Entscheidungshilfen für den angestrebten Studiengang anbieten und mit ihnen innerhalb eines halben Jahres den Inhalt einer Mappe zusammen stellen. Malerei, Zeichnen, Fotografie und Computertechniken – eine Mappe, mit der man sich an einer gestalterischen Hochschule bewirbt, muss eine Vielzahl an Techniken und handwerklichen Arbeiten beinhalten. Barbara Büchel setzt sich deshalb erst einmal mit ihren Kursteilnehmern für eine Art Brainstorming zusammen und eröffnet anhand bereits vorliegender anderer Mappen ein breites Spektrum an Möglichkeit. Gemeinsam mit ihren Schützlingen entwirft sie dann einen „Fahrplan“, der zur

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©Foto: Michael Zäh

Wer will, kann bei Barbara Büchel in ihrem Offenen Atelier malen. Man kann ihren Kunstraum aber auch nutzen, um sich gestalterisch weiter zu entwickeln.

„Für mich ist es eine Bereicherung, mit jungen Leuten zu arbeiten.“ Barbara Büchel, freischaffende Künstlerin


Studienvorbereitung genutzt wird. Erst dann, so ist die Künstlerin überzeugt, können sich Ideen und Kreativität entwickeln. Nach den vielen Jahren, in denen sie bereits Mappenkurse anbietet, kann sie eine rundum positive Bilanz ziehen: Mit den meisten Mappen, die in ihrem Atelier gefertigt wurden, ist der Zugang zu einer Hochschule geschafft worden. Ist dieser Schritt dann erst einmal geschafft, unterstützt Barbara Büchel auch bei der Vorbereitung zur Aufnahmeprüfung. „Wichtig ist, dass man frühzeitig mit den Mappen beginnt“, weiß die erfahrene Dozentin. Kinderkurse beginnen bei ihr ab November wieder neu, Jugendkurse richten werden häufig als Abiturvorbereitungskurse genutzt, in dem die handwerklichen Techniken geschult werden. Bei den Erwachsenenkursen bietet sie Schwerpunkte im

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H

erbst und Winter stehen vor der Tür, es beginnt die Zeit, in der man sich gerne ins warme Zuhause zurückzieht. Kuschelig möchte man es haben, behaglich soll die Atmosphäre sein, warme Töne umschmeicheln unsere Sinne. Eine Quelle der Inspiration und Vielfalt für die Gestaltung von Räumen, gepaart mit Fachwissen und echter Handwerkskunst sowie jahrzehntelanger Erfahrung, bietet der Raumausstatter Deco-Point Mayer in Gutach/Bleibach im Gewerbegebiet Stollen. Ein Besuch bei Deco-Point Mayer löst eine Flut an Ideen sowie Lust auf Kreativität und Veränderung aus. Gerlinde Mayer, die zusammen mit ihrem Mann Meinrad Mayer Deco-Point

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Mayer führt, ist eine Expertin auf dem Gebiet der Raumgestaltung. Sie weiß, dass eine neutrale Basis eine ideale Voraussetzung ist, um dann einem Raum mit entsprechendem Mobiliar, Farben, Vorhängen sowie Kissen, Teppichen und wohnlichen Accessoires den richtigen Schliff zu geben. Wer das Besondere und die individuelle Note liebt, ist bei Deco-Point Mayer genau richtig. Die erfahrenen Profis beraten gerne, damit Farbe, Struktur, Material und Qualität passend zum Raum gestaltet wird und das Ambiente perfekt den Vorstellungen der Bewohner entspricht. Teppiche werden individuell maßgenau angefertigt, exakt passend zu Sofa oder Sesseln, für die es hier auch wundervolle Bezugsstoffe gibt. Polsterarbeiten können direkt in der hauseigenen Werkstatt fachkundig erledigt werden. Gleiches gilt für Vorhänge, Gardinen und Kissen, die auf Wunsch vom hauseigenen Nähservice passend angefertigt werden. Textilien perfekt aufeinander abzustimmen, so dass ein Raum seine ganze Wirkung entfalten kann, ist Gerlinde Mayers besondere Leidenschaft. Die Kunst der Verführung

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HERBST-REZEPT

Italienischer Geschmack

Risotto mit Radicchio und Gorgonzola

Ein Rezept von Silvia Madonia aus Italien

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eit gut 200 Jahren wird Risotto in Italien serviert. Das Gericht lässt sich je nach Jahreszeit und Region zubereiten: mit Steinpilzen, Meeresfrüchten, Erbsen, Safran oder anderem. Im Herbst gibt es das Risotto oft mit Kürbis oder mit Radicchio. Für Silvia Madonia, die aus Italien stammt und in Freiburg in der Gerberau wohnt, ist Risotto mit Radicchio und Gorgonzola ein typisch italienisches Gericht, dessen Geschmack den klassischen deutschen Gaumen angenehm kitzelt. Radicchio ist reich an Kalzium und Eisen. Er wirkt gegen Schlaflosigkeit, reinigt den Organismus und fördert die Verdauung. Auch Gorgonzola ist reich an Mineralien, Vitaminen, Proteinen und Milchfermenten. Und im Vergleich zu anderen Käsesorten ist er relativ choleresterinarm.

Zutaten: 1,5 l Gemüsebrühe (hausgemacht oder Würfel/Pulver) 350 g Reis 150 g geräucherte Pancetta 1 Kopf Radicchio 1/2 Glas Weißwein 200 g Gorgonzola 1 TL Butter 100 g geriebener Parmesan 1/2 Zwiebel Petersilie Olivenöl Salz Pfeffer

1. Die Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen. 2. In einem anderen Topf möglichst groß und mit niederem Rand - die halbe Zwiebel im Olivenöl anschwitzen. Pancetta in kleine Würfel schneiden und hinzugeben. Nach drei bis vier Minuten den gewaschenen und in schmale Streifen geschnittenen Radicchio, den Reis, Wein und Salz hinzugeben. Bei mittlerer Hitze einige Minuten durchrühren. 3. Nach einigen Minuten die Gemüsebrühe schöpflöffelweise hinzugeben. Beständig rühren, damit nichts anbrennt! Viel-

leicht bleibt ein bisschen Gemüsebrühe übrig - machts nichts. Wichtig ist, dass der Reis nicht zusammenklebt. Er soll eine cremige Konsistenz haben und dabei al dente bleiben. 4. Fünf Minuten vor Ende der Kochzeit den Gorgonzola (ohne Rinde und in kleine Würfel geschnitten) dazutun. 5. Den Herd ausmachen. Nun den Parmesan, die Butter und eine Messerspitze Pfeffer hinzugeben. Verrühren und das Ganze einige Minuten ruhen lassen. Dann mit frischem Schnittlauch servieren. „Ich erinnere mich an die Ausflüge, die ich als Kind mit meinen Eltern und meiner Schwester im Veneto gemacht habe: in der Gegend um Treviso wurde der rote Radicchio mit Volksfesten geehrt. Oft haben wir ihn im Restaurant bestellt. Wir lebten damals in Sizilien, wo anders gekocht wurde. Mein Vater, unser „Familienkoch“, hat ihn dann mitgebracht und wir haben unseren Urlaub geschmacklich ein bisschen verlängert…auch wenn das Risotto natürlich nicht ganz den gleichen Geschmack wie im Veneto hatte.“  Silvia Madonia

Silvia Madonia

Fest für den Radicchio Silvia Madonia ist Römerin und lebt mit ihrem deutschen Mann, einem gefragten Opernsänger, in Freiburg. Hier schätzt sie die Lebensqualität und die Tatsache, dass sie fix auf der Autobahn ist, um nach Rom durchzubrausen.

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KLEINGARTENANLAGE WONNHALDE

Schrebergarten

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in trüber Herbstabend, Nebel hängt über der Wonnhaldenstraße, die Laune ist... mäßig. Zumindest bei den zwei älteren Paaren, die auf dem Schotterweg Richtung Westen unterwegs sind. „Oh nein, die hat ja zu!“ – „Ja, so was! Die war doch letzte Woche noch auf!“ – „Mist! Was machen wir jetzt?“ Ja, es ist Herbst. Beim „Verein der Gartenfreunde Freiburg-Wonnhalde e. V.“ geht es auf die Wintersaison zu, die Vereinsgaststätte hat geschlossen. Vorbei das Frühjahr mit dem infernalischen Mai-Hagel, der so manche Pflanzenfreundin, manchen Pflanzenfreund um die Zucchini hat zittern lassen, vorbei der Rekordsommer mit Rekordausbeute nach rekordverschwitzter Gartenarbeit. Und was macht man da jetzt so im November, im Kleingarten, wenn auch schon das Clubheim zu hat?

Für Uschi Kemény wird mit einem 200 Quadratmeter großen Schrebergarten in der Kleingartenanlage Wonnhalde ein Traum wahr.

©Foto: Michael Zäh

„Ich hab noch keinerlei Erfahrung“, meint Uschi Kemény. Die freundliche Frau mit der patenten Ausstrahlung greift zum Holzscheit und lächelt ein wenig verlegen. „Aber ich könnte mir vorstellen: Mit diesem Feuerkorb und diesen Sitzmöglichkeiten mit Polsterauflage – da ist einiges möglich.“ Sie setzt sich mit Funktionsjacke, Hose, Mütze und Handschuhen in den weißen Plastikstuhl, streckt die Hände Richtung Feuer aus und lässt das Gartenjahr Revue passieren. Naja, eher: das Garten-Trimester. Seit Juni ist Uschi Kemény stolze Pächterin von gut zweihundert Quadgrauenhaft.“ Aber nach und nach wurde sie versöhnratmetern Grund und Boden. Und eine von 461 Garlicher: „Als ich irgendwann gemerkt habe, dass andetenfreundinnen und -freunden an der Wonnhalde. Ein Garten – das war schon immer ihr Traum, erzählt re, nette, normale Leute einen Schrebergarten haben, sie. „Meine Schwester wohnt in Kanada. Sie hat dort dachte ich, dass ich vielleicht mal anfangen müsste, ein wahnsinnig großes Grundstück, irgendwo im anders zu denken.“ Um schließlich den Ort zu finden, Wald, da steht ‘ne Hütte drauf, ‘ne Feuerstelle und ‘ne der – so die Kleingartenordnung der Stadt Freiburg Sauna – und Wasser gibt’s auch noch. Und ich war – wenigstens zu einem Drittel zur Gewinnung von immer so neidisch auf sie!“ Gartenbauerzeugnissen genutzt Zumal Uschi Kemény nach werden muss. Und am besten aus Trennung vom Ehemann drei gleichen Teilen besteht: ein und Umzug in die Stadt beTeil Nutzgarten (Gemüse, Obst, Beeren), ein Teil Ziergarten (Ragann, den großen Garten des früheren Familienheims zu sen, Blumen, Sträucher aber keivermissen. „Wenn ich wieder ne Koniferenhecke (zum Beispiel einen haben möchte, muss Thuja als Sichtschutz) und ein Teil ich mir irgendwo ein Stück befestigter Bereichv (GartenlauLand kaufen und das urbar be, Wege, Teiche, Grillkamine). machen, habe ich mir überEin Anspruch, der Uschi Kemény im ersten Moment ein bisschen legt. Aber wo gibt es das in erschreckt hat. „Weil der so verder Umgebung von Freiburg? Und dann auch noch bezahlwildert war, dachte ich: O je, wie soll ich das in der kurzen Zeit bar und in Fahrradnähe?“ Uschi Kemény ist beim SWR schaffen?“ Ein Pachtgärtchen war zuStudio Freiburg zuständig für die Zu ihrem Wildling an der Wonnnächst ein No-Go: „In meiGästebetreuung und Veranstalnem Geist war das immer so halde kam sie wie die sprichtungsorganisation des Südwest– mit Gartenzwerg und Sichwörtliche Jungfrau zum Kind. rundfunks. Sie wohnt in FreiGlitzer-an-die-Hütte-HänOder eher wie die Mutter im burg und hat drei erwachsene Adoptionsverfahren, bei der sich gen oder -ins-Beet-Stellen Söhne und fünf Enkelkinder. der ersehnte Nachwuchs von jetzt verbunden. Das fand ich

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auf gleich abholbereit ein sie sich angemeldet, erzäh Parallelweg“ – bei einer O den war. „Nach der Probe richtig kalt, und sie hatte ei eine Gulaschkanone, die kann. Und dann habe ich toll! Erstens brauch ich so zweitens einen Garten.’“ noch andere gedacht habe Vereinsvorstand auf ihren kam prompt: „Wir haben e das dauert bestimmt Jahr ganz Pragmatikerin, blieb ich in Rente bin, klappt da Dann allerdings kam die vom Vereinsvorstand schn der von der Rentenkasse. jahr hieß es, fünf Gärt abzugeben, sie möge do – ebenso wie die andere Bewerberinnen und Be werber – Bescheid geben, ob sie Interesse habe. „Und dann bin ich hier rumgega jedem Gärtchen ein Foto g mal Ja, zweimal Nein und angekreuzt. Als ich aus wiedergekommen bin, ha


nstellt. Letzten Herbst hat hlt sie, nachdem sie – „im Orchesterkollegin eingelahaben wir gefeiert, es war in Feuer vor der Hütte und man von unten anfeuern gedacht: ‚Himmel, ist das o eine Gulaschkanone und Was außer ihr offenbar en, denn die Antwort vom n Passives-Mitglied-Antrag eine ganz lange Warteliste, hre“. Und Uschi Kemény, b erfreut: „Wunderbar. Bis as.“ Nachricht neller als Im Frühten seien doch bitte en 90 e, d angen, habe von gemacht und zweid einmal Vielleicht den Pfingstferien abe ich den Viel-

©Fotos: Gesine Otto/Uschi Kemény

Es ist vollbracht: Das hohe Gras ist gemäht, die Liegestühle stehen und die Gulasch­ kanone erwartet die hungrigen Enkelkinder

und Boden“ mit Beeten-drumrum-und-Rasenfläleicht-Garten bekommen.“ Warum so schnell, weiß Uschi Kemény eigentlich immer noch nicht. Aber che-in-der-Mitte bieten der attraktiven Mittfünfzigeegal: „Es war klar: Ich habe so schnell den Garten rin die Möglichkeit, die theoretischen Überlegunbekommen, den ich mir schon immer gewünscht gen von Daniel Gottlob Moritz Schreber praktisch hatte – den muss ich jetzt nehmen. Dieses Gärtle hier umzusetzen. Der Leipziger Arzt sorgte sich vor gut – das ist mein Mini-Kanada!“ eineinhalb Jahrhunderten um Kindergesundheit und die sozialen Folgen des Stadtlebens und warb Sie hat tief durchgeatmet, Ja gesagt und zum Hörer für die „Ertüchtigung der Stadtjugend“ durch Arbeit gegriffen, um nach Verstärkung zu rufen: „Als ich im Grünen und in speziellen Gärten. den Garten bekommen habe, war das Gras unBei Uschi Kemény klingt das Hohelied gefähr einen Meter hoch. Hier war alles auf ihre grüne Oase so: „Einen Boden zu. Man hat nicht mal gesehen, wie unter den Füßen zu haben, wo man er eigentlich angelegt ist. Und dann Pflänzchen setzen kann – ob das kam mein Sohn mit Motorsennun Blümchen oder Nutzpflanzen se, Schutzbrille, Schutzhelm und sind -, finde ich toll. Hier bin ich Schutzschuhen und hat erst mode & accessoires draußen. In der Natur.“ Mit ihrem mal blind gemäht.“ Gutschein Garten hat sie einen Ort, an dem Grüne Kostbarkei* sie alle zusammenbringen kann. ten kamen zum „Wenn meine Kinder und KindesVorschein, die 25 * SIEHE AUCH AUCH S. 31 man unter dem hokinder kommen, haben wir alle Platz. Ich habe nur eine kleine Wohnung – hier hen Gras gar nicht können die Kinder rumtoben, auf Bäume gesehen hatte: hier eine klettern oder im Bach spielen. Ich kann Freunde Staude, da eine Pflanze, Himbeeeinladen, die in mein Wohnzimmer nicht reinpassen ren, ein Johannisbeerstrauch: „Den würden.“ Aber hier passen sie perfekt hin: an den haben wir nicht abgemäht, aber alles gekauften Tisch und an die geschenkte Gartenbank. andere haben wir ziemlich kleingeUnd vor die Gulaschkanone, die sie sich gleich als macht. Und dann hat man so langsam erstes gekauft hat. die Struktur des Gartens gesehen.“ Ihre zweihundert Quadratmeter „eigener Grund Annette Christine Hoch

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FREUNDESKREIS FREIBURG – TEL AVIV-YAFO

Freundschaft zu Tel Aviv

Aus Liebe zur pulsierenden Stadt Der Freundeskreis Freiburg – Tel Aviv-Yafo hat gerade eine umfangreiche Kulturwoche gestaltet. Der Verein will kulturelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Städten aufbauen.

Der neue Vorstand des Freundeskreises Freiburg – Tel Aviv-Yafo: (v.l.) Renate Buchen, Raban Kluger, Meinert Breckwoldt, Eva Opitz, Michael Kirchgässner, Maria Vogelsang, Beatrix Kirchhofer und Jutta Blank, (es fehlt Nikolaus von Gayling).  Foto: Katz

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el Aviv ist eine sprudelnde, überbordende Stadt, eine Stadt, die nie stillsteht. Sie ist die zweitgrößte Metropole Israels und ein ganzer Kosmos für sich. Eine Gruppe Freiburger Bürgerinnen und Bürger hat sich von dieser Dynamik und Lebendigkeit so begeistern lassen, dass sie 2004 einen Freundeskreis Freiburg – Tel Aviv-Yafo gründeten. Wenn in Jerusalem ein schulterfreies Kleid in der Nähe der Klagemauer eine Wächterin auf den Plan ruft, die sofort einen Schal zückt, dann schlendern in Tel Aviv Homosexuelle händchenhaltend die Strandpromenade entlang. Während der verschlossene Kleidungsstil der Orthodoxen Signale der Gläubigkeit sendet, tragen junge Frauen und Männer in Tel Aviv stolz ihren Magen David, das Schild Davids – den Davidstern – an einem Kettchen im tief ausgeschnittenen Dekolleté und zeigen damit ihre Verbundenheit zu Israel und dem Judentum. Tel Aviv erklärt sich vielleicht am besten so: Auf die Frage, ob man das Auto, das im Parkverbot steht, besser noch rasch

wegfahren sollte, winkt der Hotelportier lässig ab. Morgen sei Sabbat, da arbeite sowieso kein Sheriff, und damit gibt es auch keine Kontrollen. Das weiß jeder in Tel Aviv und entsprechend wird am Freitag Abend kreuz und quer wild geparkt. Tel Aviv ist eine offene, freigeistige Stadt. Zwei Universitäten, das Meer und das Wetter prägen das Klima. Das ist überall zu spüren, auch wenn beispielsweise ein Problem mit einem Leihfahrrad auftaucht und sich sofort hilfsbereite Menschen finden, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, ihr Handy zu zücken und auf Hebräisch mit den entsprechenden Stellen so Tel Aviv

Die weiße Stadt am Meer Tel Aviv ist eine junge Stadt, ihr Name bedeutet „Hügel des Frühlings“. 1909 wurde sie in den Sanddünen nördlich der alten Hafenstadt Jaffa (Yafo) gegründet. Zwischen 1932 und 1940 verdreifachte sich die Einwohnerzahl Tel Avivs wegen der jüdischen Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland.

lange zu diskutieren, bis der Code am Fahrradschloss wie von Geisterhand auf Neustart gestellt ist. Was in Freiburg als zunächst als lose Gruppe Tel Aviv-Begeisterter begann, festigte sich mit der Gründung eines Vereins unter der Federführung von Johannes Reiner. Dieser Freundeskreis Freiburg – Tel Aviv-Yafo hat sich zum Ziel gesetzt, überparteilich die menschlichen, kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Verbindungen zwischen den beiden Städten aufzubauen und weiter zu entwickeln. Im Sommer 2005 wurde die erste offizielle Delegation aus Tel Aviv in Freiburg empfangen, schon im November darauf fand der Gegenbesuch statt. Seitdem haben viele vom Verein organisierte Bürgerreisen stattgefunden, ebenso Vorträge und Info-Stände. Es gibt Kooperationen mit dem Theater Freiburg, mit der Albert-Ludwigs-Universität und dem Rotteckgymnasium sowie Orchestern. In diesem Jahr kam die besondere Herausforderung des 50-jährigen bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel hinzu.

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FREUNDESKREIS FREIBURG – TEL AVIV-YAFO

Freundschaftsspiel zwischen der U16-Mannschaft des SC Freiburg und der U16 Maccabi Tel Aviv im Möslestadion. Foto: itz

Der Freundeskreis gestaltete diesen Oktober aus diesem Anlass ein umfangreiches Programm, zum Teil in Kooperation mit dem Kommunalen Kino. So wurde dort der Dokumentarfilm über Daniel Barenboim und sein West-Eastern Divan Orchestra gezeigt und ebenso der Stummfilm „Golem“ sowie der Dokumentarfilm „Bridge over the Wadi“, der sich mit der ersten jüdisch-arabischen Schule in einem arabischen Dorf befasst. Außerdem gab es einen Klavierabend mit Gilead Mishori und drei Vorträge, einen über „Jüdisches Leben in Freiburg“ von Professor Heinrich Schwendemann (aktuellstes Neumitglied, des rund 70 Mitglieder umfassendem Freundeskreises), einen weiteren über den israelischen National Trail, den Johannes Reiner entlang gewandert ist, sowie einen über „Die weiße Stadt Tel Aviv: Mythos und Realität“ von Ita Heinze-Greenberg. Zudem wurde eine Ausstellung mit „Deutsch-israelischen Impressionen“ der Freiburger Malerin Nurit Bakaus gezeigt. Und ein weiterer Höhe-

Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai und Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon mit der Partnerschaftsurkunde. Foto: itz

Blick hinüber nach Yafo, das mit seinen schmalen Gassen, dem alten Häusergewirr und lockt. Foto: Barbara Breitsprecher

punkt war das Fußball-Freundschaftsspiel der Jugendmannschaften des SC Freiburgs und von Macabi Tel Aviv im Möslestadion. Letzteres war der Vorsitzenden des Freundeskreises, Eva Opitz, ein besonderes Anliegen. Die Biologin und Journalistin hat das Vereinsamt vor zwei Jahren übernommen, über sie und ihre Adresse Bayernstraße 8 läuft der Kontakt. Sie ist stolz auf das „tolle Organisationsteam“, dass dieses umfangreiche Veranstaltungs-Programm auf die Beine gestellt hat. Sie selbst ist mindestens jedes zweite Jahr in Israel, zuletzt war sie vergangenen September dort, als eine zehnköpfige Delegation aus Freiburg, unter anderem mit Oberbürgermeister Dieter Salomon, nach Tel Aviv reiste, um den offiziellen Freundschafts- und Kooperationsvertrag zwischen beiden Städten zu unterzeichnen. Einen mit Freiburg vergleichbaren Freundeskreis-Verein wird man in Israel jedoch vergeblich scuehn: Jegliche Vereinsstruktur ist den Israelis fremd. „Israel hat mich schon immer interessiert“, erklärt Eva Opitz. Seit

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Tel Aviv, die Stadt, die niemals innehält: Tags lockt der Strand, nachts scheint niemand zu schlafen.  Foto: Barbara Breitsprecher

Jahren übt sie sich auch darin, Hebräisch zu erlernen. „Vor allem will ich Hebräisch lesen können.“ Aus ihrer Sicht ist es kein Nachteil, dass Freiburg „nur“ einen Freundschaftsvertrag mit Tel Aviv hat und keine offizielle Städtepartnerschaft: „Das ist eigentlich völlig gleichwertig. Entscheidend seien die Berührungspunkte beider Städte, „und da gibt es sehr viele, das läuft sehr gut“. Freiburgs Ruf als „Green City“ ist auch in Tel Aviv längst angekommen, das Interesse an Freiburgs Stadtplanung, Forschung, Mülltrennung und öffentlichem Nahverkehr in der Stadt am Mittelmeer, in der es faktisch keine Busfahrpläne gibt, groß. Neben den bereits bestehenden Kooperationen ist eine weitere im Aufbau: Der Alpenverein Freiburg kann sich einen Austausch mit Israel vorstellen, dann könnte es abwechselnd geführte Touren in Jaffa oder Yafo, die 3000 Jahre alte der Negev-Wüste und Stadt bei Tel Aviv, bietet immer wiein den Alpen sowie im der einen Blick aufs Meer. Schwarzwald geben. Foto: Barbara Breitsprecher „Politik ist nicht das Ziel und die Aufgabe des Freundeskreises Freiburg – Tel Aviv-Yafo“, stellt Eva Optiz klar. Sie räumt aber ein, dass die Politik natürlich gerade in einem Land wie Israel immer irgendwie beteiligt und präsent ist. Aber dem Freundeskreis ist es wichtig, alle Bewohner Tel Avivs, Israelis und Araber, in der freundschaftlichen Beziehung zu beteiligen. „Wir wollen Verständnis füreinander entwickeln und miteinander ins Gespräch kommen“, betont Eva Opitz. Jeden ersten Montag im Monat trifft sich der Freundeskreis in der Harmonie-Gaststätte in der Grünwälderstraße 16 und alle Interessierten sind willkommen. Barbara Breitsprecher

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Nächste Ausgabe

DAS STADTTEILMAGAZIN DER ZEITUNG AM SAMSTAG

Das nächste Wiehre-Magazin erscheint am 16. April 2016.

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PRO FAMILIA

Mediation bei Trennung

Berührende Momente Seit 20 Jahren bietet pro familia Mediation als Vermittlung bei Trennung, Scheidung und anderen Familienkonflikten an. Holger Baur ist einer der Mediatoren bei pro familia Freiburg.

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©Foto: fotolia, inesbazdar

enn man Holger Baur fragt, wie er das aushält, jeden Tag mit den Beziehungsproblemen anderer Leute zu tun zu haben, lächelt er. Sein Augenmerk liege viel mehr auf den Entwicklungen, als auf den Problemen, entgegnet er. „Wenn etwas endet, beginnt auch etwas Neues“, ist der Diplom-Sozialpädagoge und Mediator von pro familia überzeugt.

Wenn sich ein Paar, das gemeinsame Kinder hat, trennt, dann bleiben sie doch weiterhin Eltern. „Das ist eine riesige Herausforderung“, weiß Holger Baur, „da ist es oft nützlich, sich begleiten zu lassen“. Ein Familiensystem gerät in die Krise, Vertrauen wurde oftmals zunächst zerstört, nun ist es erst einmal schwierig, Dinge miteinander zu klären. In diesem Prozess kann die Mediation einen Dienst leisten. Mediatoren wie Holger Baur moderieren und sortieren, sie können Probleme benennen und bewusst machen oder sogar klären. Letztlich geht es darum, das Trennungspaar darin zu unterstützen, eigenverantwortlich Lösungen zu entwickeln. Dazu müssen in diesen krisenhaften

Zeiten Muster durchbrochen werden. Häufig arbeiten dabei auch zwei Mediatoren als Mann-/Frau-Team-Team mit dem Trennungspaar zusammen. Mediation ist ein außergerichtlicher Weg, auf den pro familia schon seit 20 Jahren setzt. Am Ende einer Mediation gibt es im besten Fall einen Vertrag, in dem alle Dinge, die in den Sitzungen miteinander vereinbart wurden, niedergeschrieben und von beiden Trennungspartnern unterschrieben werden. Meist geht es ums Geld, um den Umgang und die Zeiten mit den Kindern und die Wohnsituation. Dennoch, so betont Holger Baur, mache eine Mediation nur Sinn, wenn man sich ergebnisoffen in den

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PRO FAMILIA

Moderne Zahnheilkunde Für jeden Kiefer das richtige Implantat

Seit 40 Jahren in Freiburg, seit zweieinhalb Jahren in der Basler Straße 61: Die Beratungsstelle pro familia in Freiburg.  Foto: Michael Zäh

Prozess begibt. „Aber man muss verhandlungsbereit sein und auch dazu bereit, sich an das Ergebnis zu halten“,so Holger Baur. Letztlich komme es aber auch vor, dass eine Mediation nicht klappt und sich das Trennungspaar nicht einigen kann. Oft ist es in jenen Fällen so, dass den Trennungspartnern vorab schon ganz klar ist, was sie erreichen möchten, „dann wird es meist schwieriger, einen gemeinsamen Konsens zu finden“, erläutert der Sozialpädagoge. Im Unterschied zu einer Paar-Beratung, wo die Frage, ob es zwei als Paar schaffen, noch offen ist, richtet sich die Mediation an Trennungs- beziehungsweise Scheidungswillige. Dass man sich trennen wird ist klar, nun geht es um die Bewältigung dieser Trennung. Oft, so die Erfahrung von Holger Baur, ist

Holger Baur ist Diplom-Pädagoge und bei pro familia als systemischer Berater sowie Mediator tätig.  Foto: Michael Zäh

Zahnerhalt mit sanfter Parodontose-Therapie: Zähne können mit moderne Parodontose-Therapie heutzutage deutlich länger erhalten werden, als dies noch vor Jahren möglich war. Mit speziellen Schwingungssystemen wie Piezzo, Vector oder auch Laser und mit biologischen Spüllösungen, die individuell auf die persönliche Bakterienflora im Mund abgestimmt sind, werden die Zahnfleischtaschen entkeimt. Kiefer- und Taschenaufbau tragen zum langfristigen Zahnerhalt bei. Sofortimplantation – In einer Stunde feste Zähne : Dank moderner Zahnmedizin und moderner Implantologie ist es möglich: Müssen trotz aller Bemühungen Zähne gezogen werden, können – wenn die Bedingungen stimmen – Implantate sofort eingesetzt und mit einer provisorischen Krone versorgt werden. Dadurch kann die Zahnfleischstruktur um das Implantat und der Kieferknochen fast komplett erhalten bleiben. Aber auch wenn schon länger Zähne fehlen, der Kieferknochen jedoch nicht zu stark abgebaut ist, können spezielle Implantate ebenfalls sofort gesetzt und in eine Prothese eingebaut werden. Die Prothese hat sofort einen besseren Halt, der nach weiteren drei Monaten perfektioniert wird. Kieferaufbau ist nicht immer nötig: Mittlerweile gibt es Implantatsysteme für jede Kieferform: dünne und dicke, kurze und lange. Mit speziellen Operationstechniken kann der Kiefer sogar schonend vergrößert werden. So ist es möglich, Implantate in fast allen Situationen zu setzen und komplizierte Kieferrekonstruktionen zu vermeiden. n Am „Praxistag der offenen Tür“, am 8. Dezember 2015,

die Unfähigkeit zu Kommunizieren ein Thema. Ohne Eskalationen ist das dann häufig erst wieder im pro familia-Büro möglich. Und manchmal sei es auch sinnvoll mit den Kindern zu sprechen, ohne Eltern, ist Holger Baur überzeugt. Wenn die dann gefragt werden, was sie sich so wünschen, was sie gerne mal ihren Eltern sagen würden, dann sprudelt es meist nur so aus ihnen heraus. Letztlich ist es ein Gewinn für die Kinder, wenn die Eltern kooperieren und sich bemühen, Lösungen zu finden. Nur dann kann sich der Nachwuchs auch in getrennten Familien gut entwickeln. Nach ein bis zwei Jahren, so Holger Baurs Erfahrung, haben sich die Kinder in der neuen familiären Situation dann meist stabilisiert. Ein über lange Zeit andauerndes Konfliktpotential ist für Kinder hingegen viel schwerer zu bewältigen. In der Mediation erlebt Holger Baur oft „sehr schöne und berührende“ Momente. Und wenn schwierige Punkte geregelt werden können, dann empfindet er das immer wieder als „ganz wunderbar“. Barbara Breitsprecher

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Neue Praxiszeiten: Mo.–Do. 8.00–20.00 Uhr Freitag 8.00–13.00 Uhr – nach Vereinbarung –

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KONZERT

©Foto: Dorothea Baltzer

Hanno Botsch Trio

Dorothea Baltzer

Musikalische Zeitreise Poesie aus einem verborgenen Matriarchat: Die Frau im jiddischen Lied und Gedicht. Eine musikalische Zeitreise .

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üdische Frauen haben über Jahrhunderte die Gesellschaft im europäischen Raum mitgeprägt. Dieses „verborgene Matriarchat wollen die Musiker Hanno Botsch (Klavier und Violine), Dorothea Baltzer (Gesang und Rezitation) sowie Andres Buchholz (Bass) auf Einladung der Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule und der Getrud-Luckner-Bibliothek in seinem Wirken mit Gedichten und Liedern vorstellen. Bereits seit 1963 interpretiert Hanno Botsch jiddisches Liedgut, mit seinem neuen Programm begibt es sich auf Spurensuche der Frauen im Judentum. Dabei hat er sich von Rachel Monika Herweg und deren These zum „verborgenen Matriarchat“ inspirieren lassen. Hanno Botsch möchte die Rolle der Frau in der jüdischen Kultur und Gesellschaft im historischen und kulturellen Zusammenhang unter einem neuen Blickwinkel beleuchten. Es soll der Geschichte der jüdischer Frauen vom Altertum bis zur Neuzeit gerecht werden. Die Frau ist der Schlüsselmoment des Judentums, allein dadurch, dass als Jude gilt, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde. So hatten jüdische Frauen lange vor anderen Kulturen ein

Rolle der Frau im Judentum Die Grundlage der traditionellen jüdischen Sicht zur Stellung der Frauen in Familie und Gesellschaft entspringen einer patriarchalischen Kultur biblischer und talmudischer Zeiten. Einerseits wurde die Frau in ihrem täglichen Wirken hochgeschätzt, doch andererseits wurde sie oft benachteiligt. Unter anderem gab es die räumliche Trennung von Mann und Frau in der Synagoge. Auch die Bat-Mitzwa-Feier wurde den Mädchen lange Zeit vorenthalten.

Poesie aus einem verborgenen Matriarchat Die Frau im Lied und Eine musikalisch-

Jiddischen Gedicht poetische Zeitreise

Dorothea Baltzer Gesang und Rezitation

Hanno Botsch Klavier und Violine

Andres Buchholz Bass

„Jiddische Lieder und Gedichte voller Schönheit und Witz“ Trio Hanno Botsch

Erbrecht und einen eigenen Namen, außerdem wurden sie zu einer Zeit bereits in Lesen und Schreiben unterrichtet, als bei anderen Völkern diese Kenntnisse noch als Herrscherwissen galten. Das Trio gestaltet einen Abend voll lyrischer Schönheit und jiddischem Witz, anregend und besinnlich zugleich. Begleitet werden die gelesenen und musikalisch vorgetragenen Beiträge von Bild- und Filmprojektionen. Letztlich ist es eine Liebeserklärung an eine verfolgte und vernichtete Kultur, die das Hanno-Botsch-Trio hier bietet.

Gertrud-Luckner-Gewerbeschule, Freiburg,

Kirchstr.4

Donnerstag, 12. November, 19:00 Uhr Eintritt 10/5 € Veranstalter: Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule und Gertrud-Luckner-Bibliothek

Hanno Botsch

Andres Buchholz

Unterstützt von: Kulturamt Freiburg, Förderkreis Gertrud Luckner e.V., Freunde der Lessing-Realschule e.V.

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TIPPS

„Studentische Korporationen zwischen exklusivem Standesverein und demokratischer Öffnung“

Schulen der Männlichkeit Freitag, 13. November, 20 Uhr

In den Burschenschaftlichen Blättern von 1980 war noch zu lesen: „Unser Burschenbrauchtum ist immer auf eine männliche Gruppe abgestimmt. Die menschliche Weltordnung ist auf das Männliche ausgerichtet.“ Seit 1980 sind dreieinhalb Jahrzehnte vergangen und das Bild bedarf der Überprüfung. Was ist mit den Verbindungen in dieser Zeit passiert? Diesen Fragen geht der Publizist Gerhard Schäfer nach und zeigt auf, dass trotz rhetorischer Veränderungen Studentenverbindungen noch immer als Schulen der Männlichkeit zu begreifen sind. Veranstaltung der Autonomen Antifa Freiburg in Kooperation mit dem Gender-Referat, dem Regenbogen-Referat und dem Referat für politische Bildung des StuRa Freiburg. n Freitag, 13. November, 20 Uhr, KTS, Basler Straße 103

Narren, Schellen und Marotten ... Mittwoch, 11. November, 20 Uhr

Die Fastnacht hat viele Wurzeln und hat im Laufe der Zeit unterschiedliche Formen entwickelt. Pünktlich zu Beginn der sogenannten fünften Jahreszeit lädt die katholische Seelsorgeeinheit Freiburg Wiehre-Günterstal ein zu dem Vortrag „Narren, Schellen und Marotten… - Fastnacht, ein christlicher Brauch?“ mit dem Kunsthistoriker Peter Kalchthaler. Der Vortrag informiert über die Entwicklung sowie über die Herkunft und Bedeutung der Bräuche und welche Gegenstände (Masken etc.) dabei eine Rolle spielen. n Mittwoch, 11. November, 20 Uhr Pfarrzentrum St. Franziskus, Prinz-Eugen-Str. 2, Der Eintritt ist frei – Spenden erbeten.

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Kommunales Kino im Alten Wiehrebahnhof

HECKER‘S WEG - DER KURZE TRAUM VON DER FREIHEIT 1848 Sonntag, 8.November, 11 Uhr

Ohne den charismatischen Anführer Friedrich Hecker ist die Badische Revolution von 1848 nicht denkbar. In seiner Person vereinten sich Hoffnung und Aufbruch der Freiheitskämpfer – aber auch das dramatische Scheitern der freiheitlichen Erhebung. Schon zu Lebzeiten bildete sich ein wahrer Kult um die Person Heckers, der nach Niederlage und Flucht bis in seine neue Wahlheimat Amerika schwappte. Zahlreiche Lieder über ihn entstanden, und sein berühmter „Heckerhut“ darf bei keinem Gedenken an die Zeit des Freiheitskampfes von 1848 in Baden fehlen. Zur Erinnerung an Friedrich Hecker und die revolutionären Ereignisse in Baden veranstaltet die „Initiative zur Erinnerung an die Badische Revolution“ in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kino eine Film-Matinée. Der 30-minütige Film „Heckers Weg“ von 1998 zeichnet den Aufstand von 1848 nach. Der Regisseur des Films, Jürgen Stumpfhaus, wird zusammen mit einigen Mitspielenden zu Gespräch und Diskussion anwesend sein. Einführung: Heinz Siebold, musikalische Umrahmung: Olaf Creutzburg, Moderation: Andreas Meckel. Aufführung in Kooperation mit der Initiative zur Erinnerung an die badische Revolution. n Sonntag, 8. November, 11 Uhr, Kommunales Kino im Alten Wiehrebahnhof, der Eintritt ist kostenlos; Kartenreservierung ausschließlich unter Tel. 0761-459800-22 (AB) und unter: www.koki-freiburg.de (Karten bis 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn abholen)


TIPPS

ZEIT // THE MILD // MENTAL DISTRESS Freitag, 13. November, 22 Uhr

Die Band ZEIT kommen aus dem Hardcore-Hotspot Venedig und spielen schnellen und chaotischen Hardcore mit deutlicher Metalkante. Fans von Converge sollten definitiv mehr als ein Ohr riskieren. http://zeithc.bandcamp.com/ THE MILD sind mit den Jungs von ZEIT zusammen auf Tour und kommen auch aus Venedig. Musikalisch eine Mischung aus Grindcore und Black Metal, die allen Anwesenden die Gehörgänge freipusten wird. http://themild.bandcamp.com/ MENTAL DISTRESS aus Straßburg spielen Hardcorepunk mit ziemlichem Fastcore-Einschlag. Spätestens mit ihrem Nihil Baxter Cover werden sie diverse Herzen erobern. http://mentaldistress.bandcamp.com/ n Freitag, 13. November, 22 Uhr, KTS, Basler Straße 103

TERRAFRAID (UK) + EDGARVILLE (UK) + THE EXHAUSTS (UK) + NO METAL JUST WOODS Freitag, 6. November, 20 Uhr Terrafraid (aus Dundee) ist Schottlands wohl spannendste Emo/Punk Band und für drei Monate (!) auf Europatour. Dabei machen sie auch in Freiburg Halt. Mit dabei ihr Album Despondent.https://terrafraid.bandcamp.com/ Edgarville (Blackburn, England) Emo/Indie ist ein ZweiMann-Projekt um den Tausendsassa Ed Hall und das erste Mal in dieser Besetzung auf EU/UK Tour. https://edgarville.bandcamp.com/ The Exhausts (London & Glasgow) ist ein Garage Pop Punk Trio das seinem Namen alle Ehre macht. https://theexhausts.bandcamp.com/ Außerdem sind No Metal Just Wood mit am Start. Vor einem Jahr gegründet dürfen die Freiburger Jungs jetzt zum ersten Mal KTS-Bühnen Luft schnuppern. n Donnerstag, 12. November, 20 Uhr, KTS, Basler Straße 103

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T IBPDPRS U C K A

Buch-Tipp Annette Pehnt

Briefe an Charley Annette Pehnts neuer Roman beschäftigt sich mit Verweigerung. Die Verlassene will die Trennung nicht akzeptieren und hält über das Schreiben am Geliebten fest. Hier die ersten Seiten als Auszug:

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as neue Jahr, schreibe ich an CHARLEY, hat dreckig angefangen. Aber ich schreibe wieder an dich. Ja, ich fange wieder an zu schreiben. Gestern noch überall Schnee hingepudert, jetzt sind die Straßen nass und bloß an den Rändern von schwarzen Wülsten gesäumt, Matsch und Silvesterasche. Nur die Autos beim Gebrauchtwagenhändler noch mit weißen Hauben besahnt. Eigentlich, schreibe ich an CHARLEY, kann ich mir nicht anmaßen, von unserer Geschichte zu schreiben. Ich habe damals etwas mit dir erlebt, das ist meine Geschichte; du etwas mit mir, das ist deine, und ob sich Überschneidungen ergeben, können wir nicht mehr nachprüfen. Am Ende wird meine Geschichte von mir und CHARLEY eine meiner Lebensgeschichten sein, schreibe ich an CHARLEY, sehr viele davon gibt es ja nicht, mach dir nichts vor. Und wenn wir alt werden, schrumpfen die sieben oder acht auf ein oder zwei, wie bei Frau Becker, die ich früher gehütet habe, wenn ihre Tochter in die Oper oder mit ihrem lieben Herrn, wie sie ihren Verehrer nannte, essen gehen wollte. Ich saß bei Frau Becker, einer winzigen ledrigen Person, der ihre Tochter die dünnen Haare sorgfältig in der Mitte gescheitelt hatte, so dass längs über ihren Schädel eine nackte rosa Schneise die Haarfederchen teilte. Die ersten Male sprach sie nicht mit mir, wollte aber auch nicht, dass ich in die Zeitung schaute oder aus dem Fenster. Ich sollte ihr gegenübersitzen, an einer Art Pult, auf das

die Tochter einen Teller mit Apfelschnitzen gestellt hatte. Frau Becker hatte eine geräuschvolle Art zu schweigen, sie räusperte sich, sie knirschte mit dem Unterkiefer und zupfte sich die Ärmel zurecht, in dem einen hatte sie ein Stofftaschentuch verborgen, das sie manchmal herauszog, um sich damit die doch völlig trockene Stirn abzutupfen. Auch ihre Hände waren trocken und rissig, mit den Fingern spielte sie an der Armlehne und fuhr an der Tischkante entlang, und die Füße setzte sie immer neu nebeneinander, während ihr Blick über mich hinwegglitt, im Raum herumfuhr und wieder rasch zu mir schwenkte, als ob sie kontrollieren wollte, dass ich noch anwesend sei. Dann und wann schob sie sich einen Apfelschnitz zwischen die Zähne. Ich versuchte, mit höflichen Fragen ein Gespräch in Gang zu bekommen, und später gelang das auch, aber die ersten Male gab es nur ein langsames, abfälliges Kopfschütteln, ich hatte mich noch nicht genügend bekannt gemacht, so schien es. Bei Frau Becker lernte ich, dass es genügt, immer wieder zu kommen, still dazusitzen und durch beharrliche Anwesenheit einen höheren Bekanntheitsgrad zu gewinnen. Es war wie ein Preis, als sie mir zum ersten Mal etwas erzählte, ganz ohne dass ich gefragt hätte. Ich habe einmal Jesus getroffen, sagte sie. Ich schrak hoch, ich hatte wie immer nichts erwartet, auf der Kommode im Flur lag mein Geld, das ich nachher würde einstecken können, wenn die Tochter aus der Oper zurückkam, mit

Im Schreiben entwickeln sich Gedanken Die Freiburger Schriftstellerin Annette Pehnt hat für ihre Romane zahlreiche Literaturpreise bekommen. Ihr aktueller Roman „Briefe an Charley“ ist die gedankliche Auseinandersetzung einer Verlassenen mit ihrem Geliebten. In ihren Briefen an ihn dreht und wendet sie die gemeinsame Zeit und wächst damit über die Wut, Sehnsucht und Erinnerung hinaus. Letztlich stellt sich die Frage: Wie war es wirklich?

» Ich habe damals etwas

mit dir erlebt, das ist meine Geschichte; du etwas mit mir, das ist deine…“

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leuchtenden Lippen und vor Dankbarkeit glitzernden Augen und mit Zigarettenrauch in den Haaren. Frau Beckers Stimme war tiefer, als ich gedacht hatte, und während sie sprach, schaute sie auf meine Stirn. Später erzählte die Tochter, Frau Becker sei fast blind und könne nur noch sehr helle und sehr dunkle Flecken unterscheiden. Meine Stirn muss sehr hell gewesen sein damals. Jesus, rief ich, wirklich, wann war das denn. Aber sie hörte mich gar nicht, sie hatte schon weitergeredet. Er ging durch die Fußgängerzone in Oslo, sagte sie, ich wusste gleich, dass er es war, dabei trug er gar keinen Bart.


GASTROTIPP

Pfiffige Ideen & deftig Traditionelles

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etzt beginnt die richtige Jahreszeit für deftige Gerichte. Das Augustiner im Bankepeter in der Schwarzwaldstraße bietet in seiner gemütlichen, offenen und unkomplizierten Gaststätte auch eine traditionelle badische Karte an, auf der unter anderem Flädlesuppe und Leberle zu finden sind. In der neu gestalteten Küche wird jetzt aber auch eigene Pasta hergestellt und zu hausgemachten, leckeren Nudelgerichten frisch verarbeitet. Bodo Zink, der das Augustiner seit über zwölf Jahren erfolgreich betreibt, und sein neuer Küchenchef Christian Hörster lieben es einfallsreich, und dazu gehören auch pfiffige Ideen, um Tradition und Moderne auf dem Teller zu vereinen. Diese gelunge-

ne Mischung zeigt sich auch im Augustiner selbst: Neben dem gemütlichen Gastraum und dem hellen Wintergarten gibt es auch eine lässige Lounge, die jeden Freitag und Samstag bis zwei Uhr nachts geöffnet ist. Hier schüttelt und rührt der bekannte Barmixer Franky Le Shaker seine legendären Cocktails. Wer vorab schon mal einen Blick auf die Räume werfen will: Auf der Homepage des Augustiners gibt es jetzt eine virtuelle 360-Grad-Tour. Im Augustiner ist eben alles möglich: Nur auf ein Bier mit Häppchen vorbei kommen oder aber gut essen, beispielsweise ein saftiges Steak mit frei wählbaren Beilagen, ebenso kann man aber auch stilvoll bunte Cocktails schlürfen. Kein Wunder, dass sich hier Menschen aller Altersgruppen wohlfühlen. Jeden Sonntag ist von 11.30 bis 22

Augustiner im Bankepeter

Uhr großer Schnitzeltag im Augustiner. Bei den günstigen Preisen ist dieser Tag schon beinahe so etwas wie ein etablierter Familientag an dem gerne auch mal drei Generationen an einem Tisch sitzen. Und bevor es einem der Kinder langweilig werden kann, kommt eines der vielen vorrätigen Brettspiele auf den Tisch. Zu Silvester kann im Augustiner ab sofort ein spezielles sechsgängiges Menü gebucht werden. Im Anschluss wird dann kräftig gefeiert, mit Tanz und Musik in der Cocktaillounge. bb

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