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Juni 2015

DAS STADTTEILMAGAZIN DER ZEITUNG AM SAMSTAG

Skulpturenhalle Roland Phleps

Eine Halle, ein K체nstler, ein reiches Leben Bebauung Vordere Poche

Interview mit dem WOBAG-Chef Veranstaltungstipps in Z채hringen

Ausstellungen Foto-Shows Feste

Fotograf Achim K채flein ist ein Lichtf채nger


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H E R E I N S PA Z I E R T

Die Brückenbauer Vereine spielen in unserem kulturellen und sozialen Leben nach wie vor eine wichtige Rolle. Gerade Musikvereine können dabei Brücken bauen, zwischen Generationen und gesellschaftlichen Gruppen. Ein Gastbeitrag.

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elche Bedeutung hat das Vereinsleben in dieser schnelllebigen, zunehmend digitalisierten Welt? In einer Gesellschaft, in der sich alle mehr und mehr von Leistungsdruck und ständiger Erreichbarkeit gestresst fühlen, sich nicht mehr fest engagieren und am liebsten nur in Projektorchestern mitwirken wollen? In der viele den Weg über Emails nehmen, anstatt das persönliche Gespräch zu suchen und - wenn nötig - auch einmal Konflikte in Kauf zu nehmen, um diese gemeinsam zu meistern? Deutschland zählt über eine halbe Million Vereine und allein in Freiburg sind es weit über 500. Was macht also – aller Unkenrufe zum Trotz – das Vereinsleben aus? Welche Rolle spielt das gemeinsame Musizieren? „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“, so drückte dies einst der romantische Schriftsteller und Kapellmeister E.T.A. Hoffmann aus, und dieses Zitat ist sicherlich treffend. Ein (Musik-)Verein hat die Fähigkeit, Brücken zu bauen, und darin liegt wohl seine Stärke. Er ist... … generationenübergreifend: In einem Orchester liegen zwischen dem jüngsten und dem ältesten Mitglied gut und gerne über 60 Jahre. Wer gemeinsam musiziert, weiß: Musik kennt kein Alter. … genderübergreifend: Mädchen an der Querflöte, Jungs an der Trompete? Alles Quatsch! Hier spielen auch Frauen die Tuba oder Posaune, und selbst die stärksten Männer werden bei schönen Musikpassagen emotional. Der Vorstand ist buntgemischt in Alter und Geschlecht. … soziale Schichten- und berufsübergreifend: Der Landwirt sitzt neben dem Informatiker, die Medizinstudentin neben dem Bäcker, der Arbeitsuchende neben der Finanzbeamtin. Beim Musizieren fragt dich keiner, was du beruflich leistet, sondern es zählt einzig und allein die Freude an der Musik.

Im Gegensatz zu einem Projektorchester ist es für uns als Verein wichtig, jeden Einzelnen nach seinen Möglichkeiten zu integrieren; nicht jeder ist als Paganini geboren oder schafft es, neben Arbeit und Familie täglich zu proben. In einem Orchester ist jede Stimme wichtig; ein Solist ist nichts ohne einen Klangteppich, der ihn stützt. … vereinsübergreifend: Innerhalb eines Stadtteils ist es auch wichtig, mit anderen Vereinen zu kommunizieren, gemeinsam Aktionen auf die Beine zu stellen, wie beispielsweise den Zähringer Hock, und neben dem eigenen Hobby auch das Gemeinde- und Gemeinschaftsleben zu unterstützen. Und das kann kein Facebook der Welt ersetzen. Vor allem das Thema Integration wird in den kommenden Jahren im Musikverein Zähringen eine wichtige Rolle spielen. Über die bisher geleistete Nachwuchsarbeit hinaus möchten wir unserem gemeinnützigen Auftrag noch stärker nachgehen und die wunderbar integrative Eigenschaft der Musik nutzen, um – gemeinsam mit dem Bund Deutscher Blasmusikverbände und den hiesigen Grundschulen – innerhalb eines Pilotprojekts Kinder mit Migrationshintergrund und all jene, für die das Musikmachen aus finanziellen Gründen unmöglich ist, dazu einzuladen, ein Instrument zu erlernen und ihnen die Freude am Musizieren zu vermitteln. Wir sehen darin eine große Chance, ein Miteinander zu bilden und strukturellen Halt zu geben. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber wir möchten ihn wagen und die ersten Schritte gehen. Die integrative Eigenschaft der Musik sollte stets im Bewusstsein der Menschen sein, wenn es darum geht, Kulturförderung zu kürzen. Kultur in ihren verschiedenen Ausdrucksformen kann eine wichtige Rolle einnehmen, wenn es darum geht, gegenwärtigen Herausforderungen, mit denen unsere Gesellschaft konfrontiert wird, erfolgreich zu begegnen und Brücken zu bauen. Anette Post-Weigold 2. Vorsitzende Musikverein Zähringen

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S C H Ö N E AU S S I C H T E N

Inhaltsverzeichnis Herein Spaziert: Gastbeitrag von Anette Weigold Seite 3 Porträt: Der Fotograf Achim Käflein ____ Seite 5 Vordere Poche: Interview mit dem Wobag-Chef Seite 8 Multicore: Probenräume für Bands ______ Seite 13 Stiftung für Konkrete Kunst: Der Künstler Roland Phleps __ Seite 16

Begehrte Bauflächen, kontroverse Interessen Zur ersten Ausgabe des neuen Zähringen-Magazins

Japanische Kampfkunst: Samurai-Wissen in Freiburg __ Seite 21 Porträt: Musikverein Zähringen ______ Seite 21 Pausenraum: Neues Café mit Crowdfunding Seite 26 Veranstaltungs-Tipps ________ Seite 28 Abdruck: Renate Klöppels neuer Roman Seite 30

IMPRESSUM Stadtteilmagazin Zeitung am Samstag Verlags GmbH Benzstraße 22, 79232 March Tel. 07665-93 458-0 Fax 07665-93 458-286 Geschäftsführer: Christopher Kunz, Rüdiger van der Vliet Chefredakteurin: Barbara Breitsprecher (visdp) Tel. 0174-16 37 446 Redaktion: Michael Zäh, Tel. 0170-73 91 787 e-mail: redaktion@zas-freiburg.de Titelfoto: Achim Käflein Verkaufsleitung: Michael Metzger, Tel. 07665-93 458-21 e-mail: m.metzger@zas-freiburg.de Grafik, Layout & Herstellung: dtpwork design, Herbolzheim Adrian Kempf, Tel. 07643-39 42 65 00 e-mail: layout@dtpwork.de Meisterdruck GmbH Druckerzeugnisse Kreuzmattenstraße 13 79276 Reute bei Freiburg Tel: +49 (0) 7641-9178-0 info@meisterdruck.de

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ie halten es in den Händen: Unser erstes Zähringen-Magazin. Künftig wollen wir zweimal im Jahr ein solches Heft, das sich intensiv mit diesem Freiburger Stadtteil befasst, herausbringen. Ob in Hanglage am Waldrand, in einer der schmalen, eng bebauten Straßen oder in hohen Etagen – Zähringen bietet Wohnraum, gerade auch für Familien. Das ist eine Stärke, gleichzeitig aber trifft genau das Schaffen von weiterem Wohnraum einen empfindlichen Nerv. Immer dichter und enger wird gebaut, der verbleibende Platz ist kostbar, nichts wird hier „verschenkt“. Für Nachbarn und Anwohner ist ein solches Zubauen ihrer Umgebung schwer zu akzeptieren, für Baufirmen ist das Füllen von begehrten Baulücken eine logische Sache und für wohnungssuchende Familien scheint es inzwischen beinahe schon egal, wie klein das Grundstück ist und wie nah das Fenster der Nachbarn. Es führt bei dieser widersprüchlichen Interessensvielfalt wohl kaum ein Weg an Kommunikation vorbei. Wie erfolgsversprechend oder nicht sie auch zu sein scheint. Mit diesem Magazin und unserer langjährigen Erfahrung als Team der Zeitung am Samstag möchten wir Zähringen gerne begleiten, auf einem Weg, der Veränderungen bringt und Traditionelles erhält. Dazu gehören Porträts und Interviews von Menschen und Gruppen, die sich für ihren Stadtteil stark machen. Ebenso gehört aber dazu, heiß diskutierte Themen aufzugreifen – denn auch eine konstruktive Auseinandersetzung, bei der am Ende eine sachliche, gut begründete Lösung gefunden wird, ist etwas, was einen Stadtteil stark macht. Und natürlich möchten wir Veranstaltungen und Termine nennen, die für die Bürgerinnen und Bürger interessant sind. In diesem Sinne wünsche ich eine anregende Lektüre. Barbara Breitsprecher Chefredakteurin Magazin


P O R T R ÄT

Der richtige Moment Der Fotograf Achim Käflein lebt in Zähringen, wenn er nicht gerade unterwegs ist, um den entscheidenden Augenblick mit seiner Kamera festzuhalten.

©Foto: Achim Kaeflein

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n hartes Geschäft.“ Wenn Achim Käflein das sagt und dabei ganz ernst schaut mit seinen hellen Augen, dann hat er was von James Bond. Vielleicht ist es auch die Entspannung, die er ausstrahlt, die gleichzeitig merkwürdig gepaart ist mit der Sprungbereitschaft einer Katze. Ihm ist zuzutrauen, dass er jeden Moment aufspringt und sich in ein neues (Foto-)Abenteuer stürzt. Achim Käflein ist einer, der es geschafft hat als Fotograf. „Man muss Biss haben und in seinem Metier gut sein“, sagt er, und schaut dabei noch ein bisschen ernster. Es ist eine Gratwanderung, die dieser Beruf ihm abverlangt: Da ist zum einen der künstlerische Anspruch und die Leidenschaft, zum anderen muss man

die Kunst auch verkaufen können. Denn will man Erfolg haben, dann geht es immer auch um Kommunikation, um Marketing und darum, Stimmungen und Trends frühzeitig zu erkennen. Einer dieser Trends waren beispielsweise Kochbücher, unter anderem mit Star-Köchen wie Johann Lafer. Ein Renner ist dabei das Achim Käfleins Buch „Badisch Backen“, das gerade in dritter Auflage erschienen ist. Im Moment erkennt der Fotograf eher den Wunsch nach ruhigeren Themen, ein Bedürfnis nach einer meditativen Stimmung. Zunehmend sind

auch seine hochwertigen, auf Leinwand gezogene OriginalFotografien gefragt. Dafür wandert Achim Käflein dann mit seiner Kamera und mit Stativ zum Beispiel hinauf in den Schwarzwald und bringt dann überwältigende Aufnahmen wie die obige nach

 Achim Käflein mit seiner Hasselblad. Der in Zähringen lebende Fotograf ist immer auf der Suche nach dem Besonderen. ©Foto: Achim Kaeflein

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Allein ist Licht: Diese Buch macht Lust auf Sonne, Wind und Farben.

Umfassendes Porträt der bunten Stadt, deutsche und englische Texte

Technik hält Achim Käflein für deutlich besser als die frühere analoge – „wenn sie richtig bedient und das Bild am Computer richtig bearbeitet wird“, ergänzt der Fotograf. Wobei er mit „bearbeiten“ kein künstliches Nachbearbeiten, keinesfalls ein Manipulieren meint. Wenn auf seinen

©Foto: Tilo Fierravanti.

Edel aufgemacht, großes Format, deutsche sowie englische Begleittexte.

Seit 30 Jahren veröffentlicht Achim Käflein Fotobücher, über 80 beeindruckende Bildbände sind von ihm erschienen. Drei seiner aktuellen Werke sind hier vorgestellt, derzeit arbeitet er an einem Buch über die Lofoten sowie an einem Werk mit Porträts aus Burkina Faso.

Fotografien bläuliches Licht wie Nebel über den Bergen hängt, dann deshalb, weil es früh morgens, kurz vor Sonnenaufgang, hoch oben über den Seealpen vom Mont Ventoux aus, genau so ausgesehen hat wie auf dem Bild rechts. „Das sind die Momente, die man erwischen

©Fotos: Achim Kaeflein

Hause. Letzlich ist die Bildkomposition, die intensive Farbsättigung entscheidend. „Das ist wie bei einem guten Essen, einem herausragenden Musiker oder einem besonders talentierten Fußballer“, erklärt der Fotograf, „den Unterschied bemerkt der Betrachter sofort“. An der Uni Dortmund war Achim Käflein, der heute in Zähringen lebt, einer von 800 Bewerbern. Er und weitere neun hatten einen der begehrten Studienplätze Kommunikation- und Fotodesign bekommen. Nur jeder zehnte hat das Studium dann auch durchgezogen. Neben verschiedenen Themenreihen, wie die FoodFotografie oder diversen Auftragsarbeiten, darunter auch technische Aufnahmen fürs Fraunhofer-Institut, hat er vor allem ein Faible für Landschaften und Porträts entwickelt.

©Foto: Fionn Grosse

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Seit über zehn Jahren fotografiert Achim Käflein inzwischen ausschließlich digital. Seine Lieblingskamera ist dabei eine alte Hasselblad mit Zeiss-Objektiv, die den überragenden Vorteil hat, dass sich die ursprünglich analoge Kamera mit wenigen Handgriffen mit einem digitalen Rückenteil versehen lässt. Die digitale

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Ob Schwarzwald oder Provence – Achim Käflein versteht es mit Fotografien Stimmungen und Farben einzufangen. Links Weide in Igelsberg bei Freudenstadt, Mitte Lavendelfeld in der Provence, rechts Blick ins Münstertal.

muss.“ Jetzt hat sich sein ernstes JamesBond-Gesicht aufgelockert und mit großer Begeisterung spricht Achim Käflein über die fünf bis zehn Minuten nach Sonnenuntergang, wenn es zu einem letzten erneuten Aufglimmen des Lichts kommt. „Das ist überall auf der Welt so, und die meisten Fotografierer sind dann schon


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weg.“ Die hohe Kunst ist hier ein sehr genaues und natürliches Farbprofil anzulegen. „Die fotografischen Regeln gelten auch mit digitalen Kameras, aber man kann viel mehr falsch machen“, erklärt Achim Käflein. Ein weit verbreiteter Irrtum sei beispielsweise zu glauben, je mehr Pixel desto besser. Pixel, klärt der Fotograf auf, gebe es in verschiedenen Größen und unterschiedlicher Qualität. Und je mehr Platz Pixel haben, desto besser seien sie. Bei hoher Pixelzahl auf kleinem Chip werden Kameras beispielsweise sehr empfindlich was das Verwackeln angeht. Ein Herzensprojekt war Achim Käflein eine Reise ins afrikanische Burkina Faso. In diesem drittärmsten Land der Welt hat er ein Hilfsprojekt fotografisch begleitet. Seit einem Jahr gibt es dort ein Krankenhaus, das vom Verein „Operieren in Afrika“ und dem Freiburger Diakoniekrankenhaus gebaut und unterstützt wird. Von dort hat er beeindruckende Porträtfotografien mitgebracht. Den Fokus hat er dabei auf die Augen gelegt, die zum Betrachter zu sprechen scheinen. Gewöhnungsbedürftig war für den Fotografen, dass die Menschen dort ein anderes Verständnis von Schönheit haben. Immer wenn sie „schön“ sein wollten, machten sie ein grimmiges Gesicht. Aber Achim Käflein - der nun selbst

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©Foto: Achim Kaeflein

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Sonnenaufgang über den Seealpen vom Mont Ventoux aus: „Das sind die Momente, die man erwischen muss“. Fotograf Achim Käflein scheut dafür keine Zeiten und keine Wege. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad tief hinein in Landschaften und hoch hinauf auf Berge, wo er dann auch schon mal übernachtet, um bei Tagesanbruch den richtigen Augenblick nicht zu verpassen.

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beim Erzählen sehr fröhlich schaut - schaffte es, auch diese Menschen zum Lachen zu bringen. „Ein Porträt ist Vertrauenssache“, ist er überzeugt. „Mit der Kamera kommt man sehr nah an Menschen heran.“ Da müsse ein gutes Verhältnis aufgebaut sein, in entspannter Atmosphäre. Ein anderes Land und seine Schönheit, das ihn wild begeistert, sind die Lofoten, eine norwegische Inselgruppe. Hier hat er auch die irren Polarlichter fotografieren können. Um all diese Eindrükke weiter zu verarbeiten und mehr Menschen an den Natur- und Menschenschönheiten teilnehmen zu lassen, will Achim Käflein künftig auch Audiovisuelle Shows (s. Veranstaltungsseite hinten) und Workshops anbieten. Ab Frühjahr 2016 will er mit kleinen, fotobegeisterten Gruppen zu den Lofoten, in den Schwarzwald und nach Fuerteventura reisen. Neben kundigen Führungen bekommt jeder dabei beigebracht, wie gute Aufnahmen gemacht werden sowie welche Vorbereitungszeit und welches Equipment Barbara Breitsprecher dafür nötig ist.

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B AU P R O J E K T V O R D E R E P O C H E

Wohnbau Baden

„Baulücken werden gefüllt“ Interview mit Klaus Ruppenthal, dem Vorstand der Wohnbau Baden AG, die das Zähringer Gebiet Vodere Poche mit fünf Häusern bebauen will. Das Bauvorhaben hat für erhebliche Unruhe bei den Anwohnern gesorgt.

Das Baugebiet Vordere Poche in Zähringen: Die geplante Bebauung durch die Wohnbau Baden AG sorgt bei Anwohnern für Unruhe. Die Stadt Freiburg hat jedoch die Baugenehmigung erteilt, das Bauvorhaben kann beginnen. Fotos: WOBAG

it dem Baugebiet Vodere Poche ist die Freiburger Wohnbau Baden AG (WOBAG) dabei, ein umstrittenes Wohnbauprojekt zu realisieren. Im Interview erklärt WOBAG-Vorstand Klaus Ruppenthal, warum er eine andere Zufahrt zu den Neubauten nicht für möglich hält.

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Männer noch der Bürgerverein darauf reagiert.

Stadtmagazin: Ist es nicht möglich, die Straße nach oben zu winden?

Stadtmagazin: Es gibt auch ein Schreiben der Anwohner der Vorderen Poche, die sich um die Verkehrssituation bei den beengten Straßenverhältnissen sorgen. Wie stehen Sie dazu?

Stadtmagazin: Es gab im Februar eine Infoveranstaltung des Baurechtsamtes zum Bauprojekt Voderer Poche in Zähringen. Der Bürgerverein Zähringen ist mit dem Ergebnis jedoch nicht zufrieden. Stehen Sie in Kontakt mit dem Bürgerverein?

Klaus Ruppenthal: Eine andere Zufahrt zu den Neubauten funktioniert technisch nicht. Wir haben dort so einen Höhenversprung von der Pochgasse hinauf zu unserem Grundstück, dass dies nur mit einem Autoaufzug machbar wäre. Die Straße ist einfach zu steil.

Klaus Ruppenthal: Dann müsste man das bestehende Gebäude an der Pochgasse, das uns übrigens nicht gehört, abbrechen. Man muss sich das vorstellen, das ist eine ernsthafte Forderung von ein paar Anwohnern. Mit der Begründung, dass dieser Grundstückseigentümer ja schließlich seine dahinter liegenden Grundstücke verkauft hat. Die enge Straßensituation ist historisch bedingt. Sie hat aber auch andere Anwohner nicht daran gehindert, dort oben zu bauen. Nun haben auch andere Bauabsichten und würden diese gerne realisieren. Und was man sich selber einmal erarbeitet hat, muss man dann vielleicht auch anderen gewähren.

Klaus Ruppenthal: Ich habe mit Herr Männer, dem Bürgervereinsvorsitzenden, am gleichen Abend gesprochen und ihm angeboten, dass wir uns zusammen setzen und über diese Dinge sprechen. Zwischenzeitlich ist dann aber ein weiterer Zeitungs-Artikel über die Mitgliederversammlung des Bürgervereins erschienen, wo Herr Männer wiederum in ähnlicher Weise mit negativen Äußerungen über uns zitiert wird. Daraufhin habe ich ihm geschrieben und daran erinnert, dass ich ihm ja ein Gespräch angeboten hatte. Ich habe aber auch geschrieben, dass ich eine sachliche und keine emotionale Diskussionführen möchte. Bislang hat weder Herr

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Firmeninfo

Wohnbau Baden AG Die WOBAG wurde 2010 gegründet und beschäftigt acht Mitarbeiter sowie einen Azubi. Die Firma mit Sitz im Komturm, Karlsruher Straße 3, ist regional in Freiburg und Südbaden tätig und Mitglied im Bundesverband Freier Immobilienund Wohnungsunternehmen, Landesverband Baden-Württemberg.

Stadtmagazin: Für die, die dort schon längere Zeit wohnen, wird sich mit Ihrem Bauvorhaben ein Idyll verändern… Klaus Ruppenthal: Dort oben, direkt an der Vorderen Poche, gibt es noch ein weiteres Grundstück, das bislang unbebaut ist. Wenn dort mal jemand bauen will, wird man ihm das auch nicht verwehren können. Das sind Baulücken, die nach und nach gefüllt werden, was ja auch politisch gewollt ist.


B AU P R O J E K T V O R D E R E P O C H E

Stadtmagazin: Der Bürgerverein meint jedoch, das Bauvorhaben sei rechtlich nicht zulässig, weil es im Außenbereich liege. Ist das so? Klaus Ruppenthal: Das hat die Stadt anders gesehen. Sie hat das Gebiet dem Innenbereich zugeordnet und die Baugenehmigung erteilt. Stadtmagazin: Der Bürgerverein wünscht sich, dass das Bauvolumen reduziert wird. Werden Sie darauf eingehen? Klaus Ruppenthal: Wir haben mit der Stadt das Bauvolumen und die Höhensituation noch einmal besprochen und bei einem Gebäude daraufhin die Höhe etwas zurückgenommen. Stadtmagazin: Um wieviel? Klaus Ruppenthal: Um 20 Zentimeter.

Stadtmagazin: Und wie sieht es in der Bauphase aus? Klaus Ruppenthal: Da müssen wir unser Augenmerk darauf legen. Wenn beispielsweise die Erdarbeiten laufen, fahren die

» WIR NEHMEN DIE SORGEN DER ANWOHNER DER

VORDEREN POCHE ERNST.“ KLAUS RUPPENTHAL, WOBAG-VORSTAND

Lastwagen hin und her. Da müssen wir Sorge tragen, dass in dieser Zeit nichts passiert, und das nehmen wir auch ernst. Wir sind da mit dem Garten- und Tiefbauamt der Stadt in Kontakt und erarbeiten gemeinsam einen Plan.

Stadtmagazin: Was bringt das? Klaus Ruppenthal: Es geht darum, dass sich das Bauvorhaben in die Umgebung einfügt. Die Höhe der umliegenden Gebäude wird gemessen und dann wird geschaut, ob das geplante Gebäude sich hier einfügt, auch unter Einbeziehung des Hangs.

Stadtmagazin: Wie kann hier mehr Sicherheit gewährleistet werden?

Klaus Ruppenthal: Durch eine temporäre Ampelregelung zu Beispiel. Und alle beteiligten Bau- und Handwerksunternehmen sowie die Fahrer werden natürlich zudem auf die besondere Situation dort hingewiesen. Dann geht das auch, die Straße ist an der engsten Stelle 3,20 Meter breit. Stadtmagazin: Wie lange wird die Bauphase dauern? Klaus Ruppenthal: Für die Erschließung rechnen wir mit etwa vier bis fünf Monaten Bauzeit. Die Rohbauphase wird fünf bis sechs Monate dauern, dann ist das Gröbste erledigt. Stadtmagazin: Können Sie denn die Ängste und Sorgen der Anwohner nachvollziehen oder ist das für Sie ein Luxusproblem? Klaus Ruppenthal: Ich kann das nachvollziehen, das ist keine Frage. Wir nehmen die Sorgen der Anwohner auch ernst und wir werden versuchen ihnen Rechnung

Fenster und Haustüren

Stadtmagazin: Das Gefälle bei der Zufahrt über das Grundstück in der Pochgasse beträgt 18 Prozent. Ist das zu steil? Klaus Ruppenthal: Die Verordnung bei Tiefgaragen-Zufahrten zum Beispiel besagt, dass diese maximal 15 Prozent Gefälle haben dürfen. Eine sehr steile Zufahrt verursacht oft Probleme, zumal im Winter. Stadtmagazin: Die Vordere Poche ist ja sehr schmal und lässt Begegnungsverkehr nur schlecht zu. Außerdem ist kein Gehweg vorhanden. Daraus ergibt doch ein erhöhtes Gefährdungspotential? Klaus Ruppenthal: Die Situation dort ist ja jetzt schon eng. Durch unser neues Bauvorhaben wird es zu einer ganz geringen Zunahme an Individualverkehr kommen. Wir bauen nur fünf Häuser – ein Doppelhaus und drei Einfamilienhäuser – und mussten nach dem Baurecht pro Bauplatz nur einen Stellplatz einplanen. Wir haben aber für jedes Haus zwei Stellplätze vorgesehen. Es werden also maximal zehn Fahrzeuge hinzu kommen und die fahren ja nicht alle auf einmal los.

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Foto: WOBAG

zu tragen, im Rahmen unserer Möglichkeiten.

Klaus Ruppenthal: Das war ja eine Informationsveranstaltung der Stadt gewesen, wo wir in erster Linie zugehört, aber auch Fragen beantwortet haben. Auf so einer Veranstaltung geht es sehr emotional zu. Da werden oft auch gute Argumente nicht gehört. Auf der einen Seite haben wir Wohnungsnot, auf der anderen Seite haben wir die individuellen Interessen der Anwohner. Das ist überall so, nicht nur in Freiburg. Stadtmagazin: Kommt es vor, dass Anwohner bei Ihnen anklopfen und das Gespräch suchen? Klaus Ruppenthal: Das gibt es schon. Wir versuchen auch im Vorfeld mit den Nachbarn zu sprechen, wir wissen ja, dass die Bauarbeiten eine Belastung sind. Es lässt sich aber eben nicht vermeiden.

Klaus Ruppenthal

Stadtmagazin: Glauben Sie, auf der Informationsveranstaltung konnte das der Bevölkerung vermittelt werden?

maximale Ausnutzung zu überschreiten. Das hätte man vielleicht auch anders lösen können, das ist schon richtig. Aber dann hätte man vielleicht eine Riegelbebauung entlang der Straße geschaffen, was auch nicht unbedingt besser gewesen wäre. Es ist auch ein bisschen früh, eine Bewertung des Bauvorhabens vorzunehmen. Warten Sie mal ab, bis es fertig ist, dann sieht es auch anders aus. Es kommen ja noch die Anschüttungen und Terrassierungen für die Außenanlagen,

Stadtmagazin: Auch Ihr Bauprojekt Rötebuckweg hat für Unruhe gesorgt… Klaus Ruppenthal: Das ist auch eine enge Straße, was die Bauphase eben auch nicht leicht gemacht hat. Dort haben wir einen rechtskräftigen Bebauungsplan, an den wir uns halten müssen. Stadtmagazin: Wenn man Ihr Bau-Modell Rötebuckweg anschaut, stehen die Häuser ganz schön eng… Klaus Ruppenthal: Es gibt ein großes Baufenster, das wir ausnutzen, ohne die

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Zur Person

Klaus Ruppenthal, Vorstand der WOBAG Der 51-jährige Klaus Ruppenthal ist seit über 25 Jahren im Wohnungsbau in Freiburg tätig. Er ist Mitgründer der Wohnbau Baden AG (WOBAG), außerdem Vorstandsmitglied im Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg mit rund 180 Mitgliedsunternehmen.

da werden die Häuser in einem ganz anderen Licht erscheinen. Stadtmagazin: Ist es richtig, dass von 14 Wohnungen nur noch drei zu kaufen sind? Klaus Ruppenthal: So ist es. Und es ist ja auch die Frage, was ist eng? Für Freiburger Verhältnisse ist es dort normal. Wir haben eine Grundflächenzahl von 0,4 und eine Geschossflächenzahl von 0,8. Wenn man in Neubaugebiete hinein geht, findet man oft Geschossflächenzahlen von 1,2 bis 1,6. Dort geht es in die Höhe. Bei uns werden bei weitem keine 40 Prozent der Grundstücksfläche überbaut. Stadtmagazin: Sind die Zähringer besonders empfindlich? Klaus Ruppenthal: Weiß ich nicht. Früher hat man vielleicht anders, aufgelockerter gebaut, aber damals haben die Grundstücke eben auch nicht so viel Geld gekostet. Heute kann sich solche Grundstücke mit Einfamilienhaus in der Stadt eigentlich kaum ein Mensch mehr leisten. Und selbst auf dem Land ist es schwierig geworden. Da ist maximal noch das Reihenoder Doppelhaus machbar, und sonst geht es eben nur über die Eigentumswohnung, wenn man sich Eigentum schaffen will. Stadtmagazin: Bei all den Herausforderungen – ist Ihre Arbeit eher spannend oder beschwerdend? Klaus Ruppenthal: Wenn sie beschwerend wäre würde ich sie nicht machen (lacht.) Interview: Barbara Breitsprecher

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F I R M E N P O R T R ÄT

ALLES AUS EINER HAND Die Glottertäler Metzgerei Reichenbach hat ein bestechend einfaches und klares Konzept: eigener Futteranbau, eigne Aufzucht, eigene Schlachtung sowie Fleisch- und Wurstverarbeitung und Verkauf nur in eigenen Läden. Das Konzept ist bestechend, einfach und klar: Metzgermeister Ulrich Reichenbach bietet mit seinem Team alles aus einer Hand. Das ist nicht nur wohlklingender Slogan, sondern wird von der Glottertäler Metzgerei konsequent verfolgt und konkret umgesetzt. „Alles aus einer Hand“ bedeutet, dass vom Futteranbau, der Aufzucht der Tiere, über die hauseigene Schlachtung bis hin zum Verkauf ausschließlich in eigenen Läden bei der Metzgerei Reichenbach alles zu hundert Prozent in eigener Regie läuft. Das ist ein hoher Anspruch, zumal die Qualität des Fleisches und der Wurstwaren stets allerhöchsten Erwartungen genügen soll. Dass dies UALITÄT AUS der Fall ist, zeigen nicht nur die vielen EIGENER UFZUCHT zufriedenen Kunden sondern auch die zahlreichen Aus-

BESTE

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Die herzhafte Metzgerei im Glottertal 12 | Freiburg Zähringen Stadtteilmagazin

zeichnungen und Goldmedaillen. Zwei Mutterkuhherden der selten gewordenen Hinterwälder-Rasse gehören der Metzgerei Reichenbach, die im Glottertal grasen. Eine Bio- Limousin-Mutterkuhherde weidet zudem auf der Landwirtschaftsfläche des Mundenhofs im Naturschutzgebiet Freiburg. Außerdem gibt es noch eine weitere große Mutterkuhherde in einem Naturschutzgebiet in der benachbarten Ortenau. Ein Jahr lang dürfen die Kälber bei ihren Müttern im frischen Grün und im Wechsel der Jahreszeiten, mit viel Bewegung und Abwechslung aufwachsen. So gedeihen sie prächtig und sind unempfindlich für Krankheiten. Ulrich Reichenbach kennt jedes seiner Tiere, er ist vertraut im Umgang mit ihnen und schätzt sie. Die Jungrinder werden später von heimischen Landwirten entsprechend einer klaren und natürlichen Futtervorgabe dann weiter versorgt. Haben die Rinder das entsprechende Alter und Gewicht, holt

Ulrich Reichenbach sie ab und bringt sie – ganz ohne lange, stressige Fahrwege – zum eigenen Schlachtbetrieb ins Glottertal. Hier wurde 2012 ein neues Betriebsgebäude mit der ersten komplett FCKW-freien Kühlanlage Baden-Württembergs und einer großen Photovoltaikanlage gebaut. Auch in technischer Hinsicht zeigt sich die Metzgerei Reichenbach damit konsequent innovativ und umweltfreundlich. Unmittelbar nach der hauseihenen Schlachtung werden sie hier zerlegt und verwertet. Mit der Frische, die man bei allen Reichenbach-Produkten schmecken kann, werden Fleisch, Würste und Aufschnitt im Verkaufsraum im Gewerbegebiet Glottertal oder in einer der Reichenbach-Filialen im Zentrum von Glottertal, in Gundelfingen, in Umkirch, in Sexau oder in Freiburg-St. Georgen, beziehungsweise in die Verkaufswägen auf den Freiburger Wochenmärkten angeboten. bb

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MUSIKER IM L6

Glücksfall für viele Bands Grischka Brand, Erster Vorsitzender von Multicore, freut sich über das in Freiburg bisher einmalige Projekt, im Keller des Kunsthauses L6 nun schon seit mehr als zehn Jahren über neun Proberäume für 30 Bands zu verfügen.

F

rüher gab es mal den schönen Werbeslogan, der je nach Komma oder eben fehlendem Komma ganz verschieden klang: „Freiburg hat, was alle suchen“, wurde so zu: „Freiburg hat was – alle suchen!“ Dieser Klassiker passt heute ganz besonders zu der Situation von Bands im Großraum Freiburg. Nach dem Abriss vieler Lagerhallen und anderer Gebäude am Güterbahnhofareal, das derzeit neu gestaltet wird, fiel nämlich auch sehr viel Proberaum für die Musiker weg, die dort untergekommen waren. Und was kann eine Band machen, wenn sie in Freiburg keine Räume mehr zum Proben findet? Sie kann vielleicht lange Fahrten ins weitere Umland in Kauf nehmen, was natürlich teuer und nervig sein kann. Sie kann sich auflösen, weil es auf

Dauer keinen Sinn macht, eine Band zu sein, die nicht zusammen spielen kann. Sie kann sich auch an Multicore wenden, den Verein, der sich seit rund 15 Jahren für die Interessen von Bands und Musikern stark macht, sich selbst „Freiburgs Initiative für Live-Musik“ nennt und dem derzeit über 80 Bands als Vereinsmitglieder angeschlossen sind. Aber auch Multicore als Interessensvertreter von Musikern und Bands hat derzeit keine neuen Proberäume zu bieten. Die Warteliste ist lang. Die Gespräche mit dem Kulturamt sind jedoch jederzeit im Gange und die Suche nach neuen geeigneten Räumlichkeiten ist intensiv. Also, Freiburg hat was – aber wo? Eine positive Ausnahme gibt es schon seit zehn Jahren in Zähringen. Im Keller des Kunsthauses L6 sind derzeit neun Proberäume vorhanden, die sich rund 30 Bands teilen, um dort zu proben. Verwaltet und

vermietet werden diese Proberäume von Multicore, und zwar zunächst an eine Band als jeweiligen Hauptmieter. „Diese Bands, die Hauptmieter sind, haben generell die Möglichkeit, die Räume auch noch unter zu vermieten und machen das dann jeweils unter sich aus, mit wem, zu welchen Zeiten und unter welchen Voraussetzungen sie sich die Proberäume teilen“, erklärt Grischka Brand, der Erste Vorsitzende von Multicore. Es macht natürlich Sinn, dass die Bands selbstständig untereinander regeln, wer sich mit wem die Proberäume teilen kann. Denn es muss ja auch inhaltlich zueinander passen. Insgesamt ist die Mischung im L6 in Zähringen allerdings bunt: „Das geht von SingerSongwriter über Folk und Country bis hin zu Heavy Metal. Da ist eigentlich alles dabei, was man sich so vorstellen kann“, so Brand. „Durch die momentane Probe-

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MUSIKER IM L6

raum-Misere ist der Andrang natürlich größer geworden, weil immer mehr Bands Proberäume suchen. Daher hat auch die Anzahl der Bands zugenommen, die sich die Proberäume im L6 teilen“, beschreibt der Vorsitzende von Multicore die maximale Solidarität von Musikern untereinander. „Eine bemerkenswerte Vorbildfunktion sind diese Räume im L6 auch noch in der Hinsicht, dass es in all den Jahren dort nie den geringsten Ärger von unserer Seite aus gab“, ergänzt Uli Kärn, der ebenfalls im Vorstand von Multicore aktiv ist. „Man kann schon sagen, dass es ein Projekt wie dieses hier in Zähringen unseres Wissens nach nicht noch einmal in Freiburg gibt“, hält Grischka Brand fest. „Man kann auch sagen, dass es einige Projekte, wo es wie im L6 mehrere Proberäume auf einem Fleck gab – früher einmal bei der Breisgaumilch oder auf dem ehemaligen Postgelände – nicht geschafft haben und diese alle nicht mehr existieren“, so Brand Umso mehr ist Multicore natürlich be-

müht, das erfolgreiche Projekt in Zähringens L6 nun womöglich auch an anderen Orten in Freiburg zu realisieren. Dazu ist der Vorstand von Multicore in engem Kontakt zum Kulturamt, zum Kulturausschuss der Stadt und zum städtischen Liegenschaftsamt. „Wir haben uns schon ganz viele Örtlichkeiten angeschaut, teils auf Anregung der Stadt, wie etwa Räumlichkeiten unter dem Siegesdenkmal, teils

Uli Kärn, im Vorstand von Multicore aktiv, ist hier voll in Action. So kennt man ihn!

auch durch Hinweise aus den eigenen Reihen. Letzten Endes scheitert es in den allermeisten Fällen an der notwendigen Finanzierung. Denn bauliche Maßnahmen an den in Frage kommenden Örtlichkeiten sind meist unumgänglich, damit da dann auch Proberäume entstehen. Oft schauen wir uns riesengroße Lagerhallen an, die von der Fläche her natürlich ideal wären, aber um darin dann Proberäume entstehen zu lassen, sind halt Umbauten nötig.

Ohne Fenster, ohne Lärm nach draußen, aber mit Atmo: Einer der neun Proberäume im Keller des L6

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Und dafür muss man schon viel Geld in die Hand nehmen. Das können wir als Verein natürlich nicht leisten. Deshalb hoffen wir auf die Stadt als Partner, um mögliche Projekte auch realisieren zu können“, sagt Grischka Brand. „Derzeit scheint es allerdings schwierig zu sein, eine Örtlichkeit im Immobilienbesitz der Stadt selbst zu finden, die für Proberäume in Frage kommt.“ Neben dem finanziellen Aspekt ist eine der Voraussetzungen für geeignete Proberäume natürlich auch die Nachbarschaft. „Im Idealfall sollen es ja Räumlichkeiten sein, die man 24 Stunden am Tag nutzen kann, natürlich ohne dabei jemanden zu belästigen. Deshalb kommen da Industriegebiete oder mindestens Mischgebiete besser in Frage als reine Wohngegenden“, so Grischka Brand. Das L6 in Zähringen ist auch in dieser Hinsicht die Ausnahme, weil es trotz der angrenzenden Nachbarn noch nie Probleme gab. Von den Proberäumen im Keller dringt aufgrund der Bauweise nichts nach draußen. „Das L6 ist einfach in jeder Hinsicht ein Glücksfall“, sagt Grischka Brand. Und weiter: „Wir hoffen nun einfach, dass die Stadt Freiburg den vielen Musikern und Bands auch durch ein finanzielles Engagement zu Hilfe kommt. Man hat uns jedenfalls schon mehrfach versichert, dass man das Problem mit den fehlenden Proberäumen im Blick hat und auch etwas unternehmen will.“ Uli Kärn ergänzt: „Ganz toll wäre na-


MUSIKER IM L6

türlich eine Örtlichkeit, an der es nicht nur entsprechend Proberäume, sondern dann auch noch eine Bühne gäbe, um dort auch Auftritte zu organisieren.“ Seit über 15 Jahren gibt es Multicore nun schon, damals als Zusammenschluss von Musikern mit dem Ziel gegründet, die Situation für Bands in Freiburg zu verbessern, sowohl was Proberäume aber auch was Auftrittsmöglichkeiten angeht. „Was wir in dieser Zeit erreicht haben, ist nicht zuletzt, dass wir Bands Auftritte im Jazzhaus oder in der Wodanhalle ermöglichten. Somit ist für viele Bands Realität geworden, was sonst für so unbekannte Bands gar nicht möglich wäre. Unsere Kooperation mit dem Jazzhaus oder ULI KÄRN VON MULTICORE der Wodanhalle hat hier also Chancen geschaffen“, erklärt Uli Kärn, der fast seit Anfang an bei Multicore im Vorstand dabei ist. Dabei wurde ein erfolgreiches Konzept umgesetzt, noch unbekannte Bands in sogenannten Zehner-Festivals auftreten zu lassen, und die bereits etwas bekannteren Bands in Dreierpacks im Jazzhaus. „Erfreulicherweise hat sich in Freiburg die Situation für Auftritte von Bands inzwischen deutlich verbessert. Es gibt jetzt einige kleinere Locations, die Live-Musik haben wollen und daher Möglichkeiten für Auftritte bieten“, so Uli Kärn. Multicore ist es auch aus dem Gedanken entstanden, ein Forum entstehen zu lassen, das Musiker zusammen führt. Daraus können dann auch immer neue Konstellationen entstehen. Unter anderem wurde dies auch in dem Konzept „Band-Patent“ verwirklicht, das daraus besteht, dass erfahrenere und schon etwas bekanntere Bands eine Art Patenschaft für jüngere oder noch unbekannte Bands übernehmen und diese beispielweise bei eigenen Konzerten als Vorgruppe auftreten lassen. Seit Jahren läuft auch der von Multicore veranstaltete Wettbewerb „Freiburg Tapes“, der soeben wieder seine Gewinner gefunden hat. Die Idee ist hier, dass noch eher unbekannte Musiker ihre Songs einreichen können und dann eine Experten-Jury fünfzehn Titel auswählt, ohne dabei die Namen der Bands zu kennen, die dann auf einer CD veröffentlicht werden. Im Anschluss läuft dann ein Voting auf der Webseite von Multicore. Die fünf Bands, die am meisten Stimmen erhalten, werden dann beim ZMF einen Live-Auftritt hinlegen dürfen. Bei den „Freiburg Tapes Vol. 7“ haben es folgende Bands auf die CD geschafft: Bios & The Rapist, Black Armadillo, Crayven, Dead Cats On Mopeds, Kerosene, Lukas Meister, Maja & The Jacks, Mark Zander, Niklas Bastian, Nina & The Hotspots, ROMAR, Superdirt,Ottoman Empire Soundsystem, The Enshins & True Punch. Das anschließende Voting hat dann ergeben, dass folgende fünf Bands am 11. Juli im Spiegelzelt ihren Auftritt hinlegen werden: Bios & The Rapist ; True Punch; Black Armadillo; Dead Cats On Mopeds; The Enshins . Uli Kärn erninnert sich noch an das erste Mal, als der Wettbewerb veranstaltet wurde: „Wir hatten auf Anhieb 130 Songs, die damals eingereicht wurden. Die habe ich alle aufgehoben.“ Michael Zäh

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Leidenschaft für Stahl

©Foto: Guido Kirsch

Ein reiches Leben: Mit seiner Stiftung und der Skulpturenhalle hat der Künstler Roland Phleps den Sinn für Ästhetik bekräftigt, der bereits aus seinen Kunstwerken spricht.

U

ngegenständliche Kunst mit geometrischer Grundlage – so beschreibt Roland Phleps selbst seine Werke. Mit hellwachem Geist erklärt der bald 91-Jährige, was ihn antreibt, wie seine Kunstwerke entstehen und warum er eine Ausstellungshalle in Zähringen geschaffen hat. Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps, so heißt die Skulpturenhalle, die sich in der Pochgasse 73 fast nahtlos an den Waldrand anschließt. Kaum zu verpassen, allein die großen stählernen Skulpturen entlang der Straße und im Garten von Roland Phleps benachbartem Wohnhaus weisen den Weg. Ein idealer

Ausstellungsraum steht hier, nicht zu groß, lichterfüllt und auf strenge Weise schlicht gehalten, so dass die Kunstwerke die Stars sind und als solche wirken können. Das Konzept der Ausstellungshalle stammt von dem Freiburger Architektenbüro Detlef Sacker. Der bauleitende Architekt Jens Pasche ist auch im Stiftungsvorstand. Wenngleich die Skulpturenhalle der Konkreten Kunst gewidmet ist, will Roland Phleps das „nicht mit orthodoxer Enge“ verstan-

den wissen. Auch die aktuelle Ausstellung mit Werken des Katalanen Alberto de Udaeta gehört im klassischen Sinne nicht unbedingt zur Konkreten Kunst. „Wir sind da viel offener“, so der Stiftungsgründer Roland Phleps. Und er fügt lächelnd hinzu: „Bei allzu strenger Definition wäre die Konkrete Kunst schon vor Langweile eingegangen.“ Zu viele rechte Winkel… Künstler aus ganz Europa, die in Roland Phleps Skulpturenhalle ausstellen möchten, bewerben sich bei ihm mit Katalogen. Zusammen mit der Kunsthistorikerin Anja Lechtleiter entscheidet er dann, was pas-

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Eine Zusammenarbeit, die auf Gleichklang basiert: Roland Phleps und seine Kuratorin Anja Lechleiter. Foto: B. Breitsprecher

sen könnte und mit wem es zu einer Ausstellung kommt. Die Transportkosten der Kunstwerke trägt die Stiftung, ebenso sorgt sie für Einladungskarten und eine Eröffnungsveranstaltung. Der Eintritt zu allen Ausstellungen ist stets frei. „Die Künstler weinen fast, wenn sie ihre Werke hier wieder abbauen müssen“, berichtet Anja Lechleiter. „So schön haben die meisten ihre Kunstwerke noch nie ausgestellt gesehen.“ Wenn gerade keine der drei Gastausstellungen im Jahr gezeigt wird, kommen hier die Skulpturen von Roland Phleps selbst wieder zur Geltung. Außerdem finden hier zweimal im Jahr Konzerte statt, der Klang ist großartig, die Akustik optimal. „Wir haben 70 Stühle und 60 Hocker, da bot sich das an“, schmunzelt Roland Phleps. Er ist ein großer Musikliebhaber, gerade auch die Neue Musik hat es ihm angetan. ROLAND PHLEPS Sein aufgeweckter Geist braucht sie. Noch mehr aber braucht er die Kunst. Bis heute steht er täglich in seiner Werkstatt im Keller und arbeitet mit Werkzeug und Schraubstock an einer Skulptur. Seine Werke sind ausschließlich aus Metall. „Ich habe einfach den Zugang zu Metall, ich liebe den Edelstahl. Es ist mir eine Leidenschaft und eine Lust zu spüren, wie der Stahl unter meinen Händen beim Bearbeiten elastisch auf Druck reagiert“, erklärt Roland Phleps. Es sind gerade die umfangreichen Arbeit von Hand, die ihm bis heute eine große Freude bereiten. Und er erinnert an das DürerZitat, wonach Kunst durch das Handwerk gehen muss. „Stahl ist lebendig“, schwärmt er. „Beim Arbeiten damit gibt es molekulare Veränderungen am Material, der Stahl antwortet.“ Hier hört man neben dem Künstler auch den Wissenschaftler heraus, der Roland Phleps in seinem reichen Leben auch ist. Der im August

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STIFTUNG FÜR KONKRE TE KUNST ROLAND PHLEPS

Die Grafik zeigt die klare Linie und Formsprache der Konstruktion, die dem Bau der Skulpturenhalle Roland Phleps zugrunde liegt. Skizze: Architekturbü ro Detlef Sacker

1924 im siebenbürgischen Hermannstadt geborene Roland Phleps studierte Medizin in Tübingen und Göttingen und arbeitete als junger Arzt an verschiedenen Kliniken, darunter auch in Freiburg. Er absolvierte eine Fachausbildung zum Nervenarzt und Psychiater und war von 1959 an viele Jahre bis zum beruflichen

Ruhestand als hoch geschätzter Facharzt in einer freien nervenärztlichen Praxis tätig. Im Alter von 59 Jahren begann er spielerisch mit Aluminiumblech zu experimentieren, immer auf der Suche nach neuen Formen. Zehn Jahre später waren die Edelstahl-Skulpturen, die er schuf bereits

formvollendet. Glänzend reflektieren die Werke das Licht und die Farben. Das harte Metall mit seiner geschliffenen Oberfläche wirkt weich. „Die Werke sind dem Vegetativen nahe“, ergänzt Roland Phleps. Seine zweite Karriere hatte begonnen. Die Kunst ist für ihn lebenswichtig. Pro Jahr schafft er fünf bis sechs neue Entwürfe.

©Fotos: Guido Kirsch

Lichtdurchflutet, die Hanglage optimal nutzend, bietet die Skulpturenhalle ideale Voraussetzung für Ausstellungender Konkreten Kunst. Ebenso finden hier aber regelmäßig Konzerte statt, denn die Akustik eignet sich dafür hervorragend.

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„Eine Schwangerschaft folgt der nächsten“, lacht der groß gewachsene Mann herzlich. Seine Skulpturen, zumal die größeren, brauchen Platz und Raum. Sie winden sich um Achsen, spielen mit dem reflektierendem Licht und ihrem eigenen Schatten. Mit ihren geometrischen Formen, als Kreise oder Ellipsen beispielsweise, wirken klar und einfach in ihrer Formsprache, elegant und verspielt. Die großen Werke, die im Freien stehen, müssen viel aushalten und sind dem Wind ausgesetzt. Manchmal muss er sie deshalb auch reparieren. Seine Skulpturen findet man in Freiburg im Stadtgarten, vor der Universität, in den Parks der Kliniken, beim Botanischen Garten und beim Mundenhof. Auch die Plätze anderer Städte zieren Stahl-Kunstwerke von Roland Phleps, unter anderem in Badenweiler, Dresden, Ulm, Würzburg, Riegel, Nürtingen und Heitersheim. „Ich mache Skulpturen, damit sich andere mit mir freuen. Die Freude ist zentral“, betont Roland Phleps. Ganz in diesem Sinne gründete er 1997 die gemeinnützig anerkannte Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps. Ein Jahr später wurde die Kunsthalle in der Pochgasse erbaut. Andere Künstler und deren Werke zu fördern war ihm dabei ebenso ein Anliegen, wie den Menschen die Möglichkeit eines weiteren Zugangs zur Konkreten Kunst zu schaffen. In der lichtdurchfluteten großen Halle mit ihren klaren Proportionen haben bisher zahlreiche deutsche und internationale Künstler ausgestellt, darunter Heinz Mack, Ben Muthofer, Marcello Morandini (Italien), Andrea Alfaro (Spanien), Josef Staub, Gottfried Honegger (Schweiz), Christian Lapie (Frankreich), János Fajó (Ungarn) und Peter Jacobi (Deutschland). Barbara Breitsprecher

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Roland Phleps ist Mediziner und Künstler. Nach wie vor arbeitet er täglich an Skulpturen. Foto: B. Breitsprecher

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©Foto: IMAF

J A PA N I S C H E K A M P F K U N S TA K A D E M I E

Eine würdevolle Angelegenheit: IMAF Direktoren feiern die Verleihung des Meijin Titels an Shihan Takano Hiromasa 10th Dan.

Japanische Kampfkunst IMAF-Kokusai Budoin: Unter der Schirmherrschaft der japanisch kaiserlichen Familie. In Freiburg-Zähringen ist ein Zentrum dieser japanischen Kampfkunst.

E

Hans-Dieter Rauscher ist nicht nur Leiter und Cheftrainer der von ihm gegründeten Kampfkunstakademie, er ist überhaupt der Begründer des Karatesports in Freiburg. Zusammen mit anderen gründete er auch den ersten deutschen Karate-Fachverband. Seine Ausbildung erfuhrt Hans-Dieter Rauscher in Japan bei Großmeistern der Karate-Kunst. Eine sehr hohe Auszeichnung und Ehre wurde ihm 2012 zuteil: Als erster Europäer überhaupt erhielt er die höchste japanische Karate-Lizenz vom IMAF-Zentrum in Tokyo. IMAF steht für Interna-

©Foto: Wikipedia

ne alte, edle japanische Samurai-Tradition findet ihre Fortführung auch in Freiburg. Hans-Dieter Rauscher leitet in Zähringen die traditionsreiche Kampfkunstakademie Asien-Sport-Center Samurai. Hier ist das Zentrum der IMAF-Kokusai-Budoin, des ältesten japanischen Budo-Welt-Dachverbands.

Der letzte Shogun Tokugawa Yoshinobu Tokugawa Yasuhisa ist heute das Oberhaupt der Tokugawa-Dynastie, sein Urgroßvater Tokugawa Yoshinobu war der letzte japanische Shogun. Diese Dynastie stellte fast 300 Jahre mit den Shogunen die Regierungschefs Japans (1603–1868). Einer seiner Vorfahren ist Tokugawa Ieyasu, der im 17. Jahrhundert das japanische Reich einigte. Tokugawa Yasuhisa ist seit 2000 Präsident der IMAF-Kokusai Budoin.

tional Martial Arts Federation, also der Internationalen Vereinigung für Kampfkunst. Die japanische Kampfkunst Budo unterscheidet sich vom reinen Freizeit-Kampfsport. Ursprünglich war diese Technik für Soldaten im bewaffneten und unbewaffneten Kampf entwickelt worden. Das japanische Wort Budo bedeutet in etwa „Kriegskunstweg“ und ist der Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste. Höchste Präzision und ausgereifte Technik waren entscheidend, ein lebenslanges Training notwendig. Heute lautet das Ziel, wie übe ich diese Kampfkunst aus, ohne mein Gegenüber zu töten oder zu verletzen. Die Auswirkungen eines solchen Trainings geht über die rein physischen Entwicklungen weit hinaus und können eine gesamte Lebenshaltung beeinflussen. Denn schon immer ging es von dieser Lehre her nicht nur um das äußere, sondern auch um das innere Überleben. Es gibt nur sehr wenige Organisationen in

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©Foto: wikimedia.org

©Foto: dreamstime, Jose Gil

J A PA N I S C H E K A M P F K U N S TA K A D E M I E

Eine Samuraigruppe aus Nagoya, besichtigt das japanisch-amerikanische Kultur Fest Nisei 2009 in Los Angeles.

Der Itsukushima-Schrein auf der Insel Miyajima in Hatsukaichi in der Präfektur Hiroshima in Japan.

1000 Jahre TOKUGAWA-Dynastie 3 Jahrhunderte TOKUGAWA SHOGUNE

Shihan Hans-D. Rauscher 8. Dan Karate-Do, Hanshi IMAF-Kokusai Budoin Branch Director Germany, Chairman Europe.

» NACH DEM ZWEITEN

WELTKRIEG WURDE DIE JAPANISCHE KAMPFKUNST VON DEN SIEGERMÄCHTEN

Gemeinsam mit Jürgen Seydel war Hans-Dieter Rauscher Begründer des 1. Deutschen Karate-Fachverbands, dem Deutschen Karate-Bund e.V. (DKB), sowie langjähriger Kapitän der 1. Deutschen Karate-Nationalmannschaft.

ZUNÄCHST KOMPLETT

Er war Ausbilder von Spezialeinheiten der GSG9 und von SEK-Spezialkräften sowie Ausbilder der ersten Mobilen Einsatzkomandos MEK in Baden-Württemberg.

VERBOTEN.

©Foto: IMAF

©Foto: Kempf

Er erhielt als erster und bisher einziger Europäer gemeinsam mit dem berühmten amerikanischen Karate-Pionier Dan Ivan 2002 den Hanshi-Titel für Karate-Do vom Budo-Welthauptquartier in Tokio.

Japan, die berechtigt sind, einzelne Personen zur Anerkennung besonderer Errungenschaften um das Budo einen Titel zu verleihen, wie ihn HansDieter Rauscher erhalten hat. Bei der Titel-Verleihung geht es nicht allein um eine Auszeichnung der eigenen Kampfkunst als solcher, sondern darüber hinaus ist es eine Würdigung des Verstehens und bewussten lebens der japanischen Budo-Kunst. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde über eine bestimmte Organisation, die im Auftrag der japanischen Kaiserfamilie für die Titelverleihung zuständig war, Budo in ganz Japan organisiert und koordiniert. Es gibt verschiedene Titel, wie Renshi, Kyoshi, Hanshi und Meijin, hinzu kommen die verschiedenen Gürtel, der Dan, die man entsprechend dem eigenen Können erwerben kann. Um sich in Japan für den 6. Dan zu qualifizieren, muss man viele Jahre bei einem hervorragen-

Welttreffen in Zwickau: Der IMAF Budo Weltkongress traf sich 2011 unter der Schirmherrschaft von IMAF Präsident Tokugawa Yasuhisa aus Tokyo und IMAF Präsident Europa Hans-Dieter Rauscher aus Freiburg.

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©Foto: Nathanael T. Miller US Navy 050628-N-7293M-093, wikipedia.org

©Foto: wikimedia.org 宮内庁

Hochzeitsfoto des früheren japanischen Kronprinzen Akihito mit Michiko Shoda (1959)

Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko von Japan auf dem Court of Honor im American Memorial Park 2005 auf Saipan.

©Foto: IMAF

den Lehrer in die Lehre gegangen sein. Um den 7. Dan zu erreichen, sind über zehn Jahre Unterricht bei leinem berühmten Lehrer unverzichtbar, außerdem gilt es herausragende persönliche Verdienste um den Budo nachweisen können. Die Zahl derer, die einen 6. Dan oder höher tragen, ist gering. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die japanischen Kampfkünste von den Siegermächten zunächst komplett verboten und die Verbände aufgelöst. Erst nachdem dieses Verbot allmählich wieder gelockert wurde, gründete sich eine neue Dachorganisation, der IMAF-Kokusai Budoin, der 1952 vom japanischen Kaiser ermächtigt wurde, in den Christine Rauscher einzelnen Dispiplinen wieder Titel 7. DAN Iaido, Kyoshi, zu vergeben. Wenn immer mal wiebei der Schwertkunst der nicht-japanische Organisatio-

nen einen solchen Titel verleihen, hat dieser keinerlei offiziellen Charkter und ist in Japan und von echten Budo-Experten nicht anerkannt. Barbara Breitsprecher n IMAF-Representative Director Germany Hans-Dieter Rauscher, Leiter des deutschen IMAF-Honbu-Dojo Kampfkunstakademie Asien-Sport-Center Samurai Freiburg, Karlsruher Straße 52 www.asc-freiburg.de www.imaf-germany.de

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Wohnraumgestaltung visualisieren: Innenarchitekt Michael Kenkel zeigt auf einem riesigen Bildschirm wie das künftige Badezimmer aussehen könnte. Foto: Benzer + Posch

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Vor 78 Jahren...

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Musikverein Zähringen

M

it über 100 Jahren hat der Musikverein Zähringen ein stolzes Alter und ist doch gleichzeitig ganz jung geblieben. Denn in diesem Orchester spielen nicht nur Musikerinnen und Musiker der zweiten Generation mit, die also quasi als Musikvereinskinder ins Ensemble hineingewachsen sind, sondern auch Studierende aller Fakultäten der Uni Freiburg.

Anspruchsvoll und dabei offen Ein hoher Anspruch an qualitativ hochwertige Musik – das zeichnet das Orchester des Musikvereins Zähringen aus, das seit 2009 unter der Leitung von Thierry Abramovici auftritt. Daneben gibt es Jugendorchester und Bigband. Was die Studierenden an diesem Musikverein besonders anspricht, macht auch dessen Stärke aus: ein hoher Anspruch an qualitativ hochwertiger Musik. Nicht umsonst wurde das Ensemble bei früheren Wertungsspielen als Höchststufenorchester ausgezeichnet. Dennoch ist der Verein und das Orchester aber offen für alle, die gerne Musik machen. Es versteht sich nicht als Auswahlorchester, ein Vorspiel im eigentlichen Sinne wird nicht erwartet. Zwei sinfonische Konzerte im Jahr gehören zum festen Programm, hinzu kommen weitere Freiluftkonzerte, die verteilt auf verschiedenen Plätzen und zu unterschiedlichen Anlässen überall in der Stadt stattfinden. Eines der beiden alljährlichen sinfonischen Konzerte wird traditionell als Doppelkonzert mit einem befreundeten Musikverein ausgerichtet. Unvergesslich sind für die Orchestermitglieder beispielsweise die gemeinsamen Auftritte mit den Musikern aus dem Saarland oder den Freunden aus Belgien. Zum 100-Jährigen des Musikvereins erschien 2002 auch eine CD des Orchesters mit Werken unter anderem von Mendelssohn-Bartholdy und Saint-Saëns. Seit 2009 wird das Orchester von dem französischen Dirigenten Thierry Abramovici geleitet. Ihn durfte das Orchester auch ins niederländische Maastricht zu seiner Dirigentenprüfung begleiten, die er mit diesem hoch motivierten Ensemble im Rücken erfolgreich bestand. Zum Musikverein gehören neben dem großen Or-

chester auch ein Jugendorchester sowie seit 2012 eine eigene Bigband. Während sich das Jugendorchester unter Leitung von Oliver Keil der modernen Musik und der Filmmusik widmet (tiefes Blech wird gesucht!), stehen bei der Bigband unter der Leitung von Jonas Winterhalter eher Miles Davis und Lee Morgan auf dem Programm (besonders Posaunisten sind hier heiß begehrt). 55 aktive Musiker und Musikerinnen im Alter von derzeit 18 bis Mitte 60 treffen sich einmal pro Woche zur Probe des Orchesters im Keller des Bürgerhauses Zähringen. Zudem findet vor jedem großen Konzert für die Orchestermitglieder je-

weils ein intensives Probenwochenende statt. Willkommen sind alle Arten von Instrumentalisten, bis auf die reichlich vertretenen Saxophone gibt es in jedem Bereich nach wie vor Bedarf. Für ein so großes Orchester sind allerdings die Probenräume im Keller des Bürgerhauses Zähringen viel zu klein, wie auch die Saxophonistin und Schriftführerin des Musikvereins, Silke van der Locht bedauert. „Es ist aber sehr schwierig Räume für Proben zu finden“, erläutert sie. Wobei solche Räume gerade auch für die separaten Proben beispielsweise der Blechbläser dringend gebraucht würden. bb

Musikverein Zähringen

Konzert-Termine großes Orchester:    

13. Juni, 14.30 bis 16 Uhr, Deutsch-Türkisches Sommerfest, Eschholzpark

 

14. Juni, 15 Uhr, Seebühne im Seepark 11. Juli, 10.30 Uhr,„Tag der Musik“, Adelhauserplatz 11. September, 19 Uhr sowie 13. September, 11.30 Uhr, Zähringer Hock, Kirchplatz

3. Oktober, 11 Uhr, Waldsee 11. Oktober, 11 Uhr, Musikpavillon im Stadtgarten 13. Dezember, 18.30 Uhr, Weihnachtskonzert, Bürgerhaus Zähringen

Kontakt: info@musikverein-zaehringen.de

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©Foto: Nils Böddingmeier

Von Anfang an war den beiden Freundinnen, die sich „Das doppelte Lottchen“ nennen klar, dass ihr Projekt mehr als nur ein Café und kein Unternehmen im klassischen Sinne sein soll. „Wir wollen etwas für die Gemeinschaft machen, fürs Gemeinwohl“, erklärt Wiebke Gerhardt. Ein Stadtteilcafé für Zähringen schwebt ihnen vor, „eine Plattform, die auch anderen Projekten zu Gute kommt“. Und damit jeder die Möglichkeit hat, bei etwas Gutem mitzumachen, sind die beiden Frauen dabei, ihr Projekt über Crowdfunding auf sichere Beine zu stellen. Statt bei einer Bank um einen üblichen Kredit anzufragen, kann jeder online einen individuellen Betrag bieten, der den beiden Betreiberinnen einen Liquiditätspuffer bietet, der gerade im ersten Jahr bei einem neuen Projekt so wichtig ist. Werden die angestrebten 16 400 Euro erreicht – derzeit steht die finanzielle Zusage für rund die Hälfte – kann Theke ganz nach den Vorstellungen der Betreiberinnen gebaut werden. Sie soll bei Bedarf in den Hintergrund gerückt werden können, um Platz für eine größere Tanzfläche oder mehr Sitzgelegenheiten für eine Filmvorführung zu bieten. Wird gar mit Hilfe vieler Crowdfunder die 27 300 Euro-Marke erreicht, soll die Küche professioneller und mit mehr Geräten ausgestattet werden. Für die Finanzierer gibt es neben dem Gewinn des Café Pausenraum-Projekts noch

©Foto: Nils Böddingmeier

Z

wei Freundinnen, die sich vorgenommen haben, irgendwann machen wir mal ein Café zusammen auf. Und dann ist da plötzlich die Möglichkeit und alles geht auf einmal ganz schnell. „Pausenraum“ heißt das neue Café von Lea Bartels und Wiebke Gerhardt in Zähringen, im Burgdorfer Weg 19, im Gebäude der ehemaligen Großbäckerei Beck.

©Foto: Florian Forsbach

©Foto: Florian Forsbach

Jeder kann sich einbringen, aktiv oder passiv. Wiebke Gerhardt und Lea Bartels bieten im Pausenraum nicht nur fairen Kaffee und selbstgemachten Kuchen sowie vegane Salate, sondern auch die Möglichkeit, den Raum für eigene Angebote zu nutzen.

Lea Bartels (oben links) und Wiebke Gerhardt (oben rechts) haben das Café Pausenraum gegründet.


ŠFoto: Nils BÜddingmeier

NEU IN ZĂ„HRINGEN

ein „DankeschĂśn“ beispielsweise in Form eines T-Shirts, eines gefĂźllten Brotbeutels oder eines Barista-Lehrgangs. Der Gewinn der Einzahler ist in der Hauptsache aber natĂźrlich ein ideeller, Geld flieĂ&#x;t keines zurĂźck. Allerdings: wird das Funding-Ziel bis zu einem gewissen Datum nicht erreicht, bekommen die ProjektStarter das zugesagte Geld nicht ausgezahlt. Das Geld geht dann an die UnterstĂźtzer zurĂźck. FĂźr das Pausenraum-Crowdfunding bleibt noch weniger als ein Monat Zeit. UngewĂśhnlich ist in diesem Fall die parallele Crowdfunding-Finanzierung zum bereits angelaufenen CafĂŠbetrieb. Das liegt daran, dass die Zeit zwischen Idee und Umsetzung extrem kurz war. Die Firma HängemattenglĂźck hatte das Gebäude gekauft und zum Teil vermietet. Mehrere Ateliers und Werkstätten befinden sich unter einem Dach. Unter anderem ist dort eine Malerei und Buchkinderwerkstatt ansässig, das Institut fĂźr Sagenhaftes, die Figurenspielerin Vanessa Valk, ein Atelier fĂźr Schmuck und Kurse sowie Tango Fashion. Dann wurde den beiden Frauen angeboten, sich den vorderen Raum mit HängemattenglĂźck zu teilen und darin ein CafĂŠ zu erĂśffnen. Im Februar fiel die positive Entscheidung, im Mai hat das vegane CafĂŠ Pausenraum dann schon erĂśffnet. „Es ist viel Arbeit“, räumt Wiebke Gerhardt ein, „aber ich wĂźrde es nochmal machen“. Ihr ist wichtig, einen Ort zum WohlfĂźhlen anbieten zu kĂśnnen, einen mit besonderer Atmosphäre. Das Feedback, das die beiden Freundinnen bekommen, zeigt, dass ihnen dieser Anspruch geglĂźckt ist. Das CafĂŠ wird gut angenommen, das Publikum ist bunt gemischt. Die GrĂźnderinnen legen Wert auf regionale und saisonale KĂźche, auf eigene Kuchenkreationen, fairen Kaffee der Freiburger RĂśsterei Elephant Beans, frisch gebackenem Brot und auf einen Raum  auch fĂźr die Ideen anderer: Die Räumlichkeiten des Pausenraums kĂśnnen fĂźr eigene Veranstaltungen zu fairen Preisen gemietet werden. AuĂ&#x;erdem sollen hier regelmäĂ&#x;ig Veranstaltungen stattfinden. So findet am 14. Juni ab 16 Uhr „HĂśrbs – Wildkräuter und Heilpflanzen kennenlernen“ statt (5 Euro, Anmeldung Ăźber

mail-hoerbs@web.de) und vom 17. bis18. Juli das Literaturfestival „zwischen/wege“ in Zusammenarbeit mit dem Literaturbuero Freiburg. KĂźnftig soll es auch selbstgebraute Limo im Pausenraum geben und sogar Sushi – beides „Untermiete“-Projekte, mit denen Lea Bartels und Wiebke Gerhardt andere Projektstarter unterstĂźtzen mĂśchten. Denn etwas Neues wagen, etwas Gutes tun, das soll ihrer Ansicht nach nicht am Geld scheitern. Lea Bartels, 27, hat Umweltwissenschaften und Geographie studiert, Wiebke Gerhardt, 30, VWL und Management. Die beiden verstehen sich als „Pausenträumerinnen“. Nachhaltiger Konsum und gesellschaftliche BedĂźrfnisse sind ihnen wichtige Themen. FĂźr mehr Alltagsfreundlichkeit wollen sie mit anderen Freiburger CafĂŠs ein stadtweites Pfandbechersystem entwickeln, um wiederverwendbare Mitnahmebehältnisse fĂźr Unterwegs (to go) anzubieten. Im Pausenraum kann man sich in einem der Hängesitze entspannen und den Blick aus dem Fenster schweifen lassen oder in der Kuschelecke in einem Buch schmĂśkern. Nach dem Ausflug auf den RoĂ&#x;kopf kann man sich hier stärken oder einfach Zwischendurch mal WohlfĂźhl-Klima tanken und einen guten Kaffee genieĂ&#x;en. Ein CafĂŠ der etwas anderen Art soll Pausenraum sein, das die Grenzen zwischen Gast und Dienstleister aufhebt und sich dem Gedanken der Sharing Economy bedient. Jeder kann sich einbringen, aktiv oder passiv. Barbara Breitsprecher

Nach dem Motto „Kaffee, Ă„ktschn, Liebe“ wollen die Freundinnen Lea Bartels und Wiebke Gerhardt, die sich „Das doppelte Lottchen“ nennen, eine Plattform fĂźr weitere Projekte bieten.

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TIPPS

Eintauchen ins Polarlicht

Ab in den Wald! „Natur entdecken“ – dazu lädt der Caritas Verband Freiburg Kinder ab fünf Jahren ein. Ausdiovisuelle Shows

Die Lofoten & Afrika Der Fotograf Achim Käflein zeigt zwei Fotoshows im Bürgerhaus Zwei Reisen haben den Fotografen Achim Käflein in jüngster Zeit besonders beeindruckt: die zu den Lofoten, eine norwegische Inselgruppe, und die ins afrikanische Burkina Faso.

Straßenszenen sowie Porträts hat er von dort mitgebracht. n Audiovisuelle Shows mit dem Fotografen Achim Käflein, „Die Lofoten“, 19. November, Bürgerhaus Zähringen sowie „Operieren in Afrika“, 10. Dezember, Bürgerhaus Zähringen

Der raue Charme der Lofoten hat es dem Zähringer Fotografen angetan. Überwältigend waren zudem die Momente, in denen sich das Warten auf die Polarlichter erfüllte und der Himmel plötzlich unwirklich grün wurde. Ebenso hinterließ eine Reise nach Afrika tiefe Eindrücke. In Burkina Faso besuchte er eine Klinik, die dort mit Hilfe des Freiburger Diakoniekrankenhauses aufgebaut wurde. Alltags- und

Kunstausstellung

Skulpturen von Alberto de Udaeta Noch bis 5. Juli 2015 Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps, Pochgasse 71-73, Öffnungszeiten: sonntags, 11 - 13.30 Uhr sowie nach Vereinbarung (Tel. 0761/54161), Eintritt frei. Eisen- und Bronzeskulpturen des spanischen Bildhauers Alberto de Udaeta sind derzeit in der Skulpturenhalle der Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps zu sehen. Alberto de Udaeta, geboren 1947 in Barcelona, studierte an der Kunstgewerbeschule in Barcelona und war bis 1982 als freier Industriedesigner tätig. Seit seinem Umzug nach Sant Feliu de Guixols, Girona wid-

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Anschleichen, Zunder sammeln, Pflanzen, Tiere und Pilze kennenlernen: Alles ist möglich. Jederzeit kann man aber auch einfach beobachten und dabei sein. Unter der Anleitung von Britta Michel, Erzieherin und Naturpädagogin, gehen die Kinder bei jedem Wetter hinaus. Bitte wettergerechte und strapazierfähige Kleidung anziehen – man wird wunderbar schmutzig. Und bitte ein Vesper mitbringen. Die Teilnahmegebühr beträgt zehn Euro, Bildungs-/Teilhabegutscheine sind willkommen. Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten, die Teilnehmerzahl ist mit acht bis zehn Kindern begrenzt. n Ab in den Wald – Natur entdecken, 26. September, 10 bis 15 Uhr, Treffpunkt: Zähringer Treff, Anmeldung unter: Tel. 0761/50312950; www.zaehringer-treff.de

met er sich ausschließlich der Bildhauerei. Bei ihm gehen Architektur und Skulptur ineinander über. Seine Säulen, Mauern, Kuben und Spindeln besetzen den Raum und machen ihn mit ihrer körperlichen Präsenz erfahrbar. Udaetas Eisenplastiken sind Schwergewichte, oftmals wiegen sie mehrere Tonnen und doch bewegen sie den Betrachter durch die Schönheit und Klarheit ihrer Form. Zwei riesige Eisensäulen mit einem ungewöhnlich geschichtlichen Hintergrund beherrschen das Eingangsgeschoss der Skulpturenhalle: „Hermerico“ und „Rekhiario“ gehören zur Serie „La Horda“ (die Horde) und nehmen Bezug auf die Bedrohung durch die Sueben, welche im 5. Jahrhundert auf die iberische Halbinsel einfielen und Hermerich zu ihrem ersten König krönten. Rechila und Rechiar folgten ihm auf den Thron. Udeata gibt

seinen Säulen zwar die Namen dieser Herrscher, nicht aber ihre Gestalt. Sie fügen sich aus übereinander gestapelten, geometrischen Abschnitten, die mit ihren länglichen, runden oder eckigen Formen eher an die Platten einer Rüstung als an ihre menschlichen Träger erinnern. Ernst und mit einer geradezu archaische Strenge treten diese Werke dem Betrachter gegenüber und nicht nur ihre imposante Größe lässt uns beeindruckt zurückweichen. Alberto de Udaeta untersucht zumeist in Werkserien die schier endlose Vielfalt von Formvariationen. Elegant und poetisch sind seine spindelförmigen Bronzen der Serie „Nautilus“, fest gefügt wie die Wände romanischer Kathedralen ragen die Mauern seiner „Städte“ auf, einfach und klar sind die „Altäre“. Ganz neu ist eine große Serie von „Ambossen“, in denen Material und Inhalt eine funktionelle Einheit bilden.


TIPPS

Zähringer Hock

n Zähringer Hock | 11. bis 13. September, Unter der Linde am Kirchplatz

Wanderung des Breisgauer Turngaus Gauwandertag der Turn- und Gymnastikabteilung des TSV Alemannia Zähringen am 27. Juni. Es werden drei unterschiedlich lange Touren angeboten. Die Teilnahme an der Wanderung ist kostenfrei. n Treffpunkt ist die Vereinsgaststätte „Im Hinterkirch“, Hinterkirchstr. 21, je nach Streckenlänge um 10.15 Uhr , 10.30 Uhr oder 10.45 Uhr. Es wird um Voranmeldung gebeten unter Tel. 0761/52993. Weitere Informationen und Anmeldung per eMail bei Heidrun.Reichle@gmx.de oder sonjabugger@gmail.com.

Melodien zum Sommeranfang Sängerrunde der Bäckerinnung, Bernd Schwär (Chansons), Toni Illenberger (Klavier), Freiburger Senioren Salon Orchester n Freiburg | Bürgerhaus Zähringen | So 21.06.15 | 16 Uhr

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Tenniscamp für Jugendliche Die Dreisam Tennis Academy veranstaltet Tenniscamps für Jugendliche auf der Anlage des TSV Alemannia Zähringen. n 3. bis 7. August sowie 7. bis 11. September Infos unter www.dreisam-tennis-academy.de

Laing: Geballte Frauenpower Wechselt die Beleuchtung - Tour 2015: Laing leben vom Kontrast, dem Clash, den Ecken und Kanten; textlich wie auch musikalisch. Gebrochener Charme mit zackigem Beat und messerscharf geschliffenen Lyrics. Am Freitag, 06.11.2015 zeigen sie das live im Bürgerhaus Zähringen in Freiburg. Schon auf ihrem letztjährigen Debütalbum Paradies Naiv haben Laing mit besonderem Vergnügen Feldforschung am lebenden Objekt betrieben: Bisweilen unerhört entlarvende Stücke über Frau und Mann, Mann und Frau samt ihrer Marotten und all ihrer kleinen und großen Komödien

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und Tragödien. Mit ihrem zweiten Album Wechselt die Beleuchtung werfen Laing nun ein völlig neues Licht auf den emotionalen Makrokosmos und seine unendlichen Protagonisten. Mit ihrem Edelmetall-ausgezeichneten Top 10-Hit Morgens immer müde aus dem ebenso hemmungslos gefeierten Longplay-Erstling Paradies Naiv haben Laing die deutschsprachige Musiklandschaft im vergangenen Jahr wieder zurück auf Kante gezogen: Mit ihrer Multimedia-Performance aus Bühnenchoreographie und dem außergewöhnlichen Crossover aus Minimal-Elektro, Pop und RnB, verbunden mit einer einzigartigen filigranen Sprachästhetik demonstrierte das Berliner Damenquartett eine Art von Neuer Deutscher Unverkrampftheit, die Laing in der Folgezeit ausverkaufte Konzerthäuser sowie eine absolute Ausnahmestellung innerhalb der heimischen Szene bescherte. Nicht zuletzt Dank ihrer famosen Auftritte bei der diesjährigen ESC-Entscheidung im März, dürfen wir uns auf eine spannungsgeladene Performance der Berliner Damen in Freiburg freuen. n Freiburg | Bürgerhaus Zähringen, 6. November, 20 Uhr

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Buch-Tipp Renate Klöppel

Krimi aus Freiburg

Stumme Augen Renate Klöppel hat einen neuen Freiburg-Krimi herausgebracht, es geht auch um einen Schwerbehinderten. Wir veröffentlichen hier einen Auszug:

W

ir sehen uns jeden Tag. Er hält meinem Blick stand und weicht mir nicht aus, so wie es die meisten Menschen tun. Sie machen einen Bogen um mich, als ginge eine Gefahr von mir aus. Nur die Kinder sind anders. Sie bleiben stehen und glotzen mich an, als wäre ich ein Ungeheuer aus ihren Märchen, sie verharren mit offenen Mündern, bis jemand kommt und sie fortzieht. Es ist furchtbar, in das Gesicht eines Mörders zu blicken, von dessen Tat niemand weiß. Es ist unerträglich, ihn täglich zu sehen und doch nichts tun zu können als zu warten, bis er auch mein Leben auslöscht. Mein Körper ist ein Kerker, der meinen Geist und meinen Willen gefangen hält. Hätte ich einen Wunsch frei – nur einen einzigen Wunsch – so würde ich nicht einen Moment zögern und mir wünschen

» JEMAND HATTE IHN AM ROLLSTUHL FESTGEBUNDEN, DIE OBERARME FIXIERT.“ sprechen zu können, sei es auch nur für einen Tag, ja, nur für eine Stunde. Die Möbel, die drei kräftige Männer aus dem Wagen luden, sahen schäbig aus. Alle Möbel sehen schäbig aus, wenn sie auf der Straße stehen, dachte Manuel, wie Sperrmüll, den niemand mehr haben will. Auch seine eigenen. Er sollte sie bald ersetzen, jetzt, wo er der Besitzer eines Einfamilienhauses war. Einfamilienhaus klang gut,

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fand er, doch dies war ein dehnbarer Begriff. Seines war ein winziges Häuschen mit steilen Treppen und kleinen Fenstern, die nur wenig Licht in die nicht gerade großen Zimmer ließen. Es war auch keines von diesen bunt angestrichenen Schmuckkästen, die es in der Nachbarschaft gab, sondern lehnte wie ein Anhängsel an einem größeren Haus, als könnte es nicht mehr aus eigener Kraft aufrecht stehen. Trotzdem war er stolz darauf und jetzt, wo die Renovierung abgeschlossen war, fühlte er sich stark und erfolgreich wie schon seit langer Zeit nicht mehr. Jahrelang hatte das Häuschen leer gestanden – wegen Erbstreitigkeiten, hatte die Bank gesagt, in deren Besitz es zwischenzeitlich gelangt war. Cornelia hatte das heruntergekommene Gebäude vor einem halben Jahr entdeckt und die Besitzerin ausfindig gemacht. Ihre Zuversicht, aus der Bruchbude ein schönes Haus in guter Lage für ein gemeinsames Leben auferstehen zu lassen, hatte ihn angesteckt. Der erste Anblick des Hauses von innen war allerdings selbst für Cornelias Optimismus ein Schock gewesen. Zwei Obdachlose hatten sich hier für Monate eingenistet. Ohne Strom, Wasser oder Heizung hatten sie im Erdgeschoss gehaust und den Müll von Monaten zurückgelassen. Auf der Rückseite hatten sie ein Fenster eingeschlagen und durch die mit Pappe zugeklebte Öffnung ein Ofenrohr nach draußen geführt. Die letzten Reste des verheizten Treppengeländers waren zerschlagen neben dem alten Kanonenofen zurückgeblieben, zu dem das Rohr gehörte. Die Toilette war schwarz von Kot gewesen und der Wasserkanister,

Es ist der siebte Krimi der 66-jährigen Freiburger Schriftstellerin Renate Klöppel. Die promovierte Kinderärztin hat außerdem Musik studiert, als Dozentin an der Musikhochschule Trossingen gearbeitet und diverse Fachbücher veröffentlicht.

der wohl einmal zum Spülen gedacht war, leer. Manuel freute sich darauf, sein Leben als überarbeiteter Junggeselle aufzugeben, um mit Cornelia, ihrer bald neunjährigen Tochter Pauline und dem hinkenden Kater Herbert wie eine richtige Familie unter einem Dach zu leben. Pauline ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass sie am liebsten mit ihrer Mutter allein geblieben wäre. Kurz nach ihrem ersten Zusammentreffen hatte er noch gehofft, dass sie eines Tages Papa zu ihm sagen würde. Später war er froh gewesen, wenn sie überhaupt ein paar Worte mit ihm wechselte. Jetzt war ihr größtes Entgegenkommen, ihn mit Manuel anzureden und nicht nur in der dritten Person über ihn zu sprechen. (…)


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