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Atrium SMART HOME Intelligent vernetzt und energiesparend

BERLIN Ein Stadtporträt

NR. 5 September/Oktober 2015

Magazin für Wohnkultur, Design und Architektur

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e Das Neust der elt aus der W n Küche

FERIENHÄUSER DIE VIER FAVORITEN DER REDAKTION

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Foto: Bruno Helbling, Stuhl von Arne Jacobsen by Republik of Fritz Hansen

Lieblings-Ferienhäuser Sommerzeit ist Ferienzeit. Und was gibt es da Schöneres, als die Seele in wärmeren Gefilden und in guter Architektur baumeln zu lassen? Welche Destinationen gerade «in» sind, verrät uns Stefan Menden von Secret Escapes in einem ausführlichen Interview auf Seite 46. Unsere Redakteurinnen haben sich in vier Reportagen eine imaginäre Auszeit gegönnt, indem sie in Wort und Bild über Objekte berichten, in denen sie selbst gerne einen Sommer verbringen würden. Susanna Koeberle ist von den in die sardinischen Felsenküsten eingebetteten Häusern von Alberto Ponis angetan (ab Seite 48), während Antje Herrmann eher ein Wochenende in einer Art Baumhütte in Chile (ab Seite 40) vorschwebt: «Vom Grundstück führt ein Steg in das Tobel und zum Haus. Der Bretterboden könnte eine metaphorische Brücke sein, die einmal abgebrochen (oder weggezaubert) – Haus und Gedanken abdriften … und hinaus, hinaus und … davonschwimmen lässt.» Konkretes Schwimmen und das Einbetten des Pools in die Landschaft war bei den anderen beiden Objekten ein Thema. Beim Jellyfish-Haus in Marbella haben Wiel Arets Architects ein Haus mit transparentem Dach-Pool gebaut (ab Seite 118). Und last but not least zeigen wir Ihnen ein von den Stararchitekten Aires Mateus umgebautes Bauernhaus in Alentejo, circa eine Stunde südlich von Lissabon (ab Seite 32). Katharina Schäfer hat sich jedoch gedacht: Warum in die Ferne schweifen – das Gute liegt so nah. Im Tessin hat sie sich einen Umbau des Architekturbüros Wespi de Meuron Romeo angeschaut, der durch seinen Umgang mit der alten Substanz und dem Dazufügen von Neuem vollumfänglich überzeugt. Kein Wunder, ziert das Projekt auch unsere Titelseite (Report ab Seite 54). Lassen Sie sich also von unseren vielfältigen Ferienreports inspirieren. Wenn Sie wollen, jederzeit auch auf Ihrem Tablet, denn seit der letzten Ausgabe haben alle Archithema-Zeitschriften auch eine App. Näheres dazu finden Sie auf Seite 45. Gute Lektüre wünscht herzlichst

ANITA SIMEON LUTZ Chefredakteurin anita.simeon@archithema.com

Atriumüim September/Oktober 2015 — Editorial


I N H A LT September /Oktober 2015

Auslese NEUHEITEN

Seite 12 Tessin STEINHAUS

Seite 54 Portugal LANDHAUS

Seite 32

10 Porträt –— Das Designduo Autoban vermittelt zwischen den Kulturen. 12 Auslese –— Was gibt es Neues in Architektur, Design und Wohnkultur? 18 Kunst –— Gallery Weekend in Wien. 20 Kunst –— Die 17. «nordArt» in Schleswig Holstein. 22 Design –— 3 Days of Design in Kopenhagen. Feriendomizil im Tessin: Umbau eines 200 Jahre alten Hauses durch Wespi de Meuron Romeo Architekten. (Titelbild: Hannes Henz)

24 Architektur –— Der Festpavillon zum 300. Geburtstag der Stadt Karlsruhe. 26 Reisen –— Auf Kreuzfahrt mit der «Hapag Lloyd» und der «MS Europa». 28 Reisen –— Das Hotel «Speicher 7» in Mannheim.

Fokus Ferienhäuser 32 Portugal –— Manuel Aires Mateus hat einem alten Landhaus zu neuem Glanz verholfen. 40 Chile –— UNarquitectos stellten das Einzimmer-Gästehaus «Casa Quebrada» mitten in den chilenischen Wald. 46 Fokus –— Interview mit Stefan Mende, Chef der Internet-Plattform «Secret Escapes». 48 Sardinien –— Alberto Ponis baute ein scheinbar einfaches, aber doch durchdachtes Haus in die felsige, sardische Landschaft. 54 Tessin/Schweiz –— Ein Natursteinhaus als charakterstarkes Feriendomizil. Ein Umbau von Wespi de Meuron Romeo Architekten.

30 Bücher –— Lesenswerte Neuerscheinungen für die zweite Jahreshälfte.

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Atrium im September/Oktober — Inhalt

Fotos: Gaelle le Boulicaut (1), Hannes Henz (1), Jan Bitter (1), Natalia Vial (1), Boffi (1)

Entree


Chile HOLZHAUS

Seite 40

Bad

Küche

JELLYFISH-HAUS

SALINAS / BOFFI

Seite 118

Seite 68

Wohnen

Spezial Küche

76 Köln –— Das umgebaute Haus zweier Fotografen.

62 Küchenmöbel –— Neue Küchen, die durch Funktion und Aussehen punkten.

84 London –— Loftapartments in der ehemaligen Saint Martins School of Art.

68 «Made in Italy» –— Interview mit Patricia Urquiola zum Küchenmodell «Salinas» von Boffi.

104 Stadtporträt –— Berlin ist niemals angepasst. Die deutsche Hauptstadt bietet eine grosse Vielfalt an Kultur und Subkultur.

Rundgang

70 Geräte & Armaturen –— Ein Upgrade für die Küche.

Standards 3 7 8 114 121 126

Editorial Impressum Köpfe Prämien Wettbewerb Service: Neues auf einen Blick 128 Adressen 130 Vorschau November/Dezember

Spezial Automation & Energie

116 Visite –— Traditionelle Werte und Beständigkeit im Design sowie in der handwerklichen Ausführung zeichnen die Möbel von Verzelloni aus.

92 Intelligente Häuser –— Das «Smart Home» mit Technik von Jung.

118 Bad –— Wiel Arets Architects haben einen Pool auf dem Dach des JellyfishHauses platziert.

94 Produkte –— Neuheiten intelligenter Haustechnik.

122 Garten –— Eine Verjüngungskur für den Garten.

98 Energiespender –— Das EnergiePlusHaus von Professor Norbert Fisch. 100 Produkte –— Mit neuester Technik heizen und Energie sparen. ü

Spezial Automation GERÄTE MIT IQ

Seite 92


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Bueronardin

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Atrium Herausgeber, Verlag

Redaktion Atrium

Verleger Chefredakteurin Stv. Chefredakteurin Produktionsleitung Redaktion Korrektorat Mitarbeiter dieser Ausgabe

Designkonzept Art Director Gestaltung, Grafik Bildtechnik Verlagsleitung Vertriebsleiter Abonnements- und Einzelheftbestellungen Atrium Abonnementspreise

Erscheinungsweise, Copyright Auslieferung, Handel Druck Anzeigenmarketing

Anzeigendisposition Unsere Repräsentanten Nielsen 1 + 2 + 5 + 6 + 7 Nielsen 3a

Nielsen 3b + 4

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Titelrechte

Magazin für Wohnkultur, Design und Architektur

Archithema Verlag AG, Rieterstrasse 35, CH-8002 Zürich Telefon 0041 44 204 18 18, Fax 0041 44 204 18 80 verlag@archithema.com, www.archithema.com Rieterstrasse 35, CH-8002 Zürich Telefon 0041 44 204 18 18, Fax 0041 44 204 18 50 redaktion@archithema.com Emil M. Bisig, emil.bisig@archithema.com Anita Simeon Lutz, anita.simeon@archithema.com Susanna Koeberle, susanna.koeberle@archithema.com Britta Limper, britta.limper@archithema.com Antje Herrmann, Carina Iten, Franziska Quandt Jürg Casanova, Heiner Fierz, Susan Winkler Andrea Altemüller, Reiner Blunck, Jeremy Callaghan, Hannes Henz, Gaelle Le Boulicaut, Sebastian Pfütze, Alberto Ponis, Kristina Raderschad, Sabrina Rothe, Natalia Vial INTERKOOL Evelyn Acker, evelyn.acker@archithema.com Aurore Bonjour, Lars Hellman (Stv. AD) Thomas Ulrich, thomas.ulrich@archithema.com Felicitas Storck, felicitas.storck@archithema.com Adrian Lustenberger, adrian.lustenberger@archithema.com Atrium Abo-Service, Postfach 9161, 97091 Würzburg Telefon 0931 4170 1619, Fax 0931 4170 497, abo@archithema.com 6 Ausgaben € 45.–, 12 Ausgaben € 84.– (Ausland plus Porto), Einzelpreis € 7.80 Preise für Mehrfachlieferungen auf Anfrage beim Verlag Erscheint 6-mal pro Jahr. Copyright für alle Beiträge bei Archithema Verlag AG DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Düsternstrasse 1–3, 20355 Hamburg Telefon 040 23 71 10, Fax 040 23 71 12 15, www.dpv.de Vogel Druck und Medienservice GmbH Leibnizstrasse 5, 97204 Höchberg Archithema Verlag AG, Rieterstrasse 35, CH-8002 Zürich Telefon 0041 44 204 18 18, Fax 0041 44 204 18 80, anzeigen@archithema.com Stefan Keller, Telefon 0041 44 204 18 84, Fax 0041 44 204 18 80 stefan.keller@archithema.com Medien Service Meins, Thorsten Meins, Carl-Petersen-Str. 11, 20535 Hamburg Telefon 040 69 79 59 15, Fax 040 61 13 61 83, medienservice-meins@gmx.de MD Mediendienste GmbH, Rainer Karpenfeld Baumweg 19, 60316 Frankfurt am Main Telefon 069 94 33 31 22, Fax 069 4 99 03 86 karpenfeld@mdmedien.de Daniel Jäger Medienservice Gewürzmühlstrasse 19, 80538 München Telefon 089 21 26 90 54, Fax 089 23 88 95 61 dj@jaeger-medienservice.de Michaela Jäger, Via Tre Castelli 45, IT-20142 Milano Telefon 0039 347 505 10 74 michaela.jaeger@archithema.com Zürichsee Werbe AG, Darko Panić , Seestrasse 86, CH-8712 Stäfa Telefon 0041 44 928 56 11, Fax 0041 44 928 56 00 darko.panic@zs-werbeag.ch Atrium – Haus und Wohnen International/Raum & Wohnen International/ Umbau Plus – Magazin für Modernisieren und Renovieren Jeder Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Erlaubnis des Verlages und der Redaktion gestattet. Für unaufgefordert eingesandte Textund Bildsendungen kann die Redaktion keinerlei Haftung übernehmen. ISSN 1423-7377

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Atrium im September/Oktober — Impressum

DIE REVOLUTION IM KERAMIK-DESIGN. SaphirKeramik ® ermöglicht eine neue Formensprache mit präzisen, dünnwandigen Konturen und engen Radien: Ein high-tech Material als Basis neuen Designs.


K Ö P F E

SABRINA ROTHE

Mit Bildern Geschichten erzählen

GAELLE LE BOULICAUT

Sabrina Rothes Portfolio ist umfangreich: Sie realisiert regelmässig Wohn- und Architekturgeschichten für internationale Design- und Architekturzeitschriften wie «Architektur & Wohnen», «Elle Decoration» oder «Living at Home», ist aber in der Porträtfotografie ebenso versiert wie in Reiseberichten. Für diese Atrium-Ausgabe hat sie ihr eigenes, frisch umgebautes Zuhause porträtiert. Ein vormals dunkles, verbautes Interieur, in dem Licht und Schatten, Schwarz und Weiss heute die Hauptrolle spielen. Und natürlich darf in der Reportage auch nicht der Garten fehlen, denn das ist nebst dem Fotografieren Sabrina Rothes zweite grosse Passion. — Seite 76

Ferien für immer Die quirlige Fotografin ist ständig auf Achse. Und findet dank ihrer guten Vernetzung stets aussergewöhnliche Häuser mit ebenso aussergewöhnlichen Bewohnern. Für unsere Ferienhäuserausgabe war sie in südlichen Gefilden unterwegs. Sie besuchte südlich von Lissabon die «Casa no Tempo», ein altes Haus, das der portugiesische Architekt Manuel Aires Mateus für einen Freund umbaute. Nun dient es nicht nur der Familie des Inhabers als Ferienhaus, sondern kann auch gemietet werden. Also nichts wie ab in die Ferien! — Seite 32

SEBASTIAN PFÜTZE

Echte Bilder Der gebürtige Berliner Sebastian Pfütze fotografierte für diese Ausgabe seine Heimatstadt. Vom tiefsten Neukölln bis in den nördlichsten Wedding – er fand es grossartig, so viele neue Menschen und Ecken in seiner eigenen Stadt zu entdecken und ihnen zu begegnen. Ob kleine Hinterhof-Werkstätten oder grosse LoftAteliers namhafter Designer, hinter die Kulissen zu schauen, ist sein Ding. Sebastian fotografiert Häuser, Räume, Aussenräume, am liebsten mit «echten» Menschen statt mit Models. Ein gutes Foto hat für ihn keine eindeutige Definition und doch empfindet er es als einen aufregenden Moment, wenn er dabei ist, eines zu schiessen. — Seite 104

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HANNES HENZ

Kraftorte Hannes Henz reflektiert, was er tut. Seine Fotografie ist von einer tiefen Auseinandersetzung mit dem Objekt und seiner Architektur beseelt – kein Fastfood, sondern währschafte, aber raffinierte Kost. Er mag kein Schnickschnack, sondern ist um ein möglichst realgetreues Abbild der räumlichen Wirklichkeit bemüht. Oft begleitet er die Architekturbüros und ihre Werke über Jahrzehnte. Wie etwa die Arbeit von Wespi de Meuron Romeo Architekten. «Ich mag ihre Bauten sehr. Denn obwohl sie immer aus einem abstrakten Konzept heraus entwickelt wurden, sind sie vollends dem Leben zugeneigt.» — Seite 54 Atrium im September/Oktober — Köpfe


BEGA – das gute Licht.

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Unsere Broschüre „Licht für Haus und Garten“ zeigt eine Leuchtenauswahl aus dem BEGA Gesamtprogramm, welche sich besonders für die Beleuchtung und Gestaltung des privaten Außenraums eignet. Bestellen Sie einfach Ihr kostenloses Exemplar mit detaillierten Informationen und vielen Anwendungsbeispielen. www.bega.de ü


P O RT R ÄT Autoban Atrium hat in Istanbul die beiden Gründer des Architekturund Designbüros AUTOBAN, SEYHAN ÖZDEMIR UND SEFER ÇAGLAR getroffen. Fotos und Interview: Andrea Altemüller Designer AUTOBAN: Seyhan Özdemir (1975) und Sefer Çaglar (1973) lernten sich an der Kunstfakultät der Mimar Sinan University kennen, wo Seyhan Architektur und Sefer Interior Design studierten. Sie schlossen sich 1998 zusammen und gründeten 2003 das Architektur- und Designbüro Autoban. Autobans Ansatz in der Architektur wie auch im Produktdesign basiert auf den Hauptprinzipien der Moderne. Aus ihrer Art der Annäherung an eine Aufgabe resultieren oft progressive Designlösungen mit einem experimentalen Standpunkt. Durch die Entwicklung eines Projekts vom kleinen zum grossen Massstab kreiert Autoban inspirierende Momente, in denen Raum nicht gemacht, sondern entdeckt wird. www.autoban212.com

Was macht Sie glücklich? SEYHAN ÖZDEMIR: Meine Familie und meine Arbeit. Ich bin sehr dankbar, dass beides gut läuft. Es wäre schön, wenn ich mich in der Mitte eines ruhigen Sees aufhalten könnte, wo ich mir keine Sorgen machen müsste. Das würde mich im Moment sehr glücklich machen! SEFER ÇAGLAR: Zu kreieren, Dinge zu gestalten, etwas zu produzieren. Was ist Ihre Inspirationsquelle? SÖ: Das Leben selbst ist eine grosse Inspirationsquelle, wenn man weiss, wie man es betrachten soll. SÇ: Inspiration gibt es überall. Alles, was ich sehe und womit ich mich auseinandersetze, ist eine mögliche Inspirationsquelle. Welches Projekt war wichtig in Ihrer Karriere – ein «turning point»? SÖ: Die Luftfahrt ist ein Gebiet, das mich schon immer sehr angezogen hat. Die Gestaltung der «Turkish Airlines VIP Lounge» wurde gefolgt von dem «Heydar Aliyev International Airport in Baku, Azerbaijan», was vielleicht als ein «turning point» gesehen werden kann. SÇ: Ein Projekt, das ich während meiner Studienzeit gemacht habe – «Die unerträgliche Helligkeit der Leere» – kann man als einen gewissen «turning point» in meinem Leben bezeichnen. Der generelle Ansatz in der Designausbildung war, den Raum zu füllen. Aber hier ging es darum, die Leere zu erzeugen. Das hat meine Art zu sehen verändert. Wie alt waren Sie, als Sie entschieden haben, Designer zu werden? SÖ: Seit ich mit Lego gespielt habe! In der Schule schrieb ich einen Essay darüber, dass ich Architektin werden möchte! SÇ: Ich war fast 20 Jahre alt. An diesem Punkt erkannte ich meine Interessen, Fähigkeiten und mein Talent. Ich wusste vom ersten Jahr an der Uni, dass ich als Designer arbeiten möchte, und das beschleunigte meine Selbsterforschung. Wie nehmen Sie die Türkei im Moment wahr? SÖ: Die Türkei war durch die Jahrhunderte hindurch der kulturelle Mittelpunkt, bedingt durch ihre aussergewöhnliche geografische Lage. Heutzutage ist ihre Position als Brücke für den kulturellen Austausch wichtiger den je. Ich empfinde es als grosse Chance, in Istanbul zu leben und zu arbeiten. Es ist eine sehr inspirierende Stadt – in jedem Sinne. SÇ: Die Türkei erzeugt mehr Möglichkeiten in der kreativen Industrie, aber in weniger demokratischen Konditionen im Vergleich zu früher. Aber ich denke, auch in diesem herausfordernden Kontext finden wir Designer immer Wege, gute Arbeit zu entwickeln. Wie glauben Sie, beeinflussen Ihre Arbeiten die Menschen? SÖ: Ich hoffe, dass unsere Produkte die Menschen im positiven Sinne beeinflussen, dass sie ihnen etwas Wertvolles geben. Das ist es, was wir immer anstreben, wenn wir Orte und Produkte gestalten. SÇ: Ich mag anspruchsvolle Vereinbarungen. Wir nähern uns jedem Projekt als Geschichtenerzähler. Dann wird die Geschichte lebendig durch die Materialien, die Formen und den Raum. Dieser Ansatz kreiert starke Eindrücke.

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Atrium im September/Oktober — Porträt


«Die Position der Türkei als Brücke für den kulturellen Austausch ist wichtiger denn je.» AUTOBAN

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AUSLESE

LIVING ARCHITECTURE

«A House for Essex» Ferien und moderne Architektur Das Projekt «Living Architecture», gegründet von Alain de Botton, widmet sich seit einigen Jahren dem Bau von frei mietbaren Ferienhäusern, in denen zeitgenössische Architektur erlebbar gemacht werden soll. Namhafte Architekten wurden engagiert und Häuser wie «Balancing Barn», «The Dune House» oder andere erfuhren viel mediale Beachtung. Aktuell wurde «A House for Essex» eingeweiht und kann ab sofort gebucht werden. Das skurrile Haus wurde vom nicht weniger bizarren Künstler Garry Parson und den Architekten von FAT gestaltet, einem Büro, das zu den provokativsten der Branche gehört. AH www.living-architecture.co.uk

Meister der Inszenierung

Olafur Eliasson ist bekannt für seine vielfältigen und oftmals experimentellen Installationen. Er arbeitet viel mit spiegelnden Materialien, farbigem Glas oder künstlich erzeugten Naturphänomenen wie Wind, Wasser, Licht oder Nebel. Mit rund vierzig Werken besitzt die Sammlung Boros in Berlin eine der umfangreichsten Sammlungen von Arbeiten des dänisch-isländischen Künstlers weltweit. Die Langen Foundation zeigt daraus bis zum 18. Oktober 2015 eine Auswahl von Rauminstallationen, Fotografien und Objekten. www.langenfoundation.de

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Tendence

Vom 29. August bis zum 1. September zeigt die Tendence in Frankfurt, was die kommende Winter- und Frühjahrssaison in Sachen Wohnen und Schenken zu bieten hat. Auf sechs Hallenebenen werden neue Kollektionen aus den Bereichen Tisch- und Wohnkultur, Wohnaccessoires und -dekoration sowie Einrichtungskonzepte, Geschenkartikel, Papeterie, persönliche Accessoires und Schmuck präsentiert. www.tendence.messefrankfurt.com

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Grenzgänger

Kvadrat präsentiert bis zum 1. Oktober 2015 die Installation «998.9» der indischen Künstlerin Shilpa Gupta im Rahmen der Biennale von Venedig. Sie ist Teil der Ausstellung «My East is Your West», in der Shilpa Gupta gemeinsam mit Rashid Rana aus dem pakistanischen Lahore gezeigt wird. Shilpa Gupta symbolisiert mit einem 3,394 Meter langen, handgewobenen Tuch die mit Stacheldraht gezogene Grenze zwischen Indien und Bangladesch. www.gujralfoundation.org, www.kvadrat.dk Atrium im September/Oktober — Auslese

Fotos: Jack Hobhouse (3)

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NY in Berlin Ein historisches Apartment am Strausberger Platz wurde im Auftrag von Central Berlin aufwendig umgebaut und neu gestaltet. Die Räume wurden mit Raritäten aus dem Fundus des Interior-Designers Stephan Schilgen ausgestattet; Letzterer zeichnet für die gesamte Gestaltung des Apartments verantwortlich. Der Ort kann für Events und Meetings genutzt werden. www.centralberlin.de

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Durst

«Wasser Transport & Trink Zubehör» von Martin Hirth ist ein Accessoire, um Wasser direkt von einer natürlichen Quelle zu schöpfen. Der Prozess des Wasserholens ruft in Martin Hirth viele problematische Fragen über die Kommerzialisierung von Wasser hervor. Die Materialien sind zu 100 Prozent recycelbar oder biologisch abbaubar. Das Set besteht aus einem Rucksack, einer Pfanne, zwei Körben, zwei Wasserflaschen und vier Gläsern. www.martinhirth.com

Vordenker Der Braun-Schneewittchensarg, der KodakDiaprojektor, der Ulmer-Hocker, das erste modulare Möbelsystem, die Hamburger U-Bahn oder der Kunststoffbierkasten – alle Entwürfe stammen von Hans Gugelot oder sind unter seiner Beteiligung entstanden. Sein Designverständnis prägte die junge Bundesrepublik Deutschland in den 1950erund 1960er-Jahren. Hans Gugelot starb 1965 an einem Herzinfarkt im Alter von nur 45 Jahren. Anlässlich seines 50. Todesjahres zeigt Markanto eine Auswahl seines Werkes. 5. Sept. bis 30. Nov. 2015 www.markanto.de

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AUSLESE SWAROVSKIKRISTALLWELTEN

Eine neue Epoche des Staunens Die Swarovski-Kristallwelten in Wattens wurden 1995 eröffnet und haben sich in den 20 Jahren ihres Bestehens zu einer der meistbesuchten Attraktionen Österreichs gemausert. Zum Jubiläum wurde das Gelände nun erweitert. Auf 7,5 Hektar lädt rund um den ikonischen Riesen eine weitläufige Parklandschaft mit einmaligen Kunstinstallationen und neuen Bauten zum Verweilen ein. Der Masterplan dazu sowie die Eingangshalle stammen von den s_o_s architekten aus Innsbruck. Das Herzstück des neuen Gartens bildet die Kristallwolke, entworfen von dem LandscapeDesignduo Cao Perrot. Und last but not least hat das norwegische Architekturbüro Snøhetta mit dem Restaurant und dem einzigartigen Spielturm ebenfalls seine Spuren in Wattens hinterlassen. AS Weitere Infos unter: kristallwelten.swarovski.com

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Grüne Produkte

Der «Artichair» von Kizis Studio aus dem Vereinten Königreich hat den Green Product Award 2015 in der Kategorie Furniture gewonnen. Für das Projekt wurde ein zu 100 Prozent biologisch abbaubares Material entwickelt. Ein Klubsessel und ein Esszimmerstuhl wurden aus dem Material geformt, um das Potenzial des Stoffes zu demonstrieren. www.gp-award.com

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Inspiration Kristall Swarovski kürte im April die «Designer of the Future»: Tomás Alonso, Studio Swine (bestehed aus Alexander Groves und Azusa Murakami), die in London ansässig sind, sowie Elaine Yan Ling Ng aus Hongkong. Die Gewinner besuchten das Unternehmen in Österreich und liessen sich für ihre Arbeiten davon inspirieren. Die Resultate wurden erstmals in Basel an der Design Miami/Basel gezeigt. www.swarovskigroup.com www.designmiami.com

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Frost zum Brauchen Manchmal entsteht Neues aus der Unzufriedenheit mit dem Vorhandenen. Das war auch bei Peter Zumthor der Fall, als er beim Frühstück im Hotel begann, Skizzen für verschiedene Behälter anzufertigen. Aus den spontan hingeworfenen Linien enstanden später Prototypen aus Glycerinseife. Alessi hat nun diese alte Idee des bekannten Architekten in die Wirklichkeit umgesetzt. www.alessi.com

Atrium At m im September/Oktober — Aus Auslese slese


Mit dem Combi-Steam kocht man gerne. V-ZUG erleichtert Ihnen das Kochen mit einfachen und individuellen Lösungen. Der neue Combi-Steam MSLQ ist das weltweit erste Gerät, das konventionelle Beheizungsarten, Dampf und Mikrowelle in sich vereint. So macht schnelles und gesundes Kochen Freude: vzug.com

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AUSLESE Raumkunst: Verantwortlich für den Umbau war Andreas Bruer, die Möbel stammen von Tanja Kogler.

Gattungsübergreifend: Installationsansicht der Ausstellung «Objets Trouvés» mit Werken von Hannes Böck, Kerstin von Gabain und Guido Kucsko.

HOFSTÄTTER PROJEKTE

Dialog: Anton Hofstätter und die Direktorin Sophie Tappeiner.

Wien Ein spartenübergreifender Ort Die Sammlung Hofstätter sowie der Kunsthandelsbetrieb von Reinhold Hofstätter wurde letztes Jahr von seinem Sohn Anton übernommen. Im früheren Geschäftslokal, wo sich Objekte und Werke unterschiedlichster Epochen türmten, eröffnete dieser einen Raum für zeitgenössische Kunst. Mit einem aussergewöhnlichen Konzept: Inspiriert durch neue, gattungsübergreifende Entwicklungen der Kunst versteht Hofstätter den Ausstellungsraum eher als Labor. Die angefragten Künstler sollen auf Werke der Sammlung reagieren. Durch das Wechselspiel zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem soll ein neuer, offener Diskurs initiiert werden, der auch die Grenze zwischen Kunsthandwerk und Kunst relativiert. SK Ab 11.September: Constantin Lusser, www.hofstaetter-projekte.com

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Vom 25. September bis 04. Oktober 2015 findet auch dieses Jahr wieder die Vienna Design Week statt. Mit einem jährlich wechselnden Gastland macht sie es sich zur Aufgabe, einen vielschichtigen Einblick in das gestalterische Schaffen innerhalb anderer europäischer Länder zu geben. Diese Mal liegt der Fokus auf Frankreich und quer durch das Programm wird französisches Design vertreten sein. www.viennadesignweek.at

Wandspiegel «Reflections by Hugau/Larsson» ist eine Zusammenarbeit der zwei Designerinnen Julie Hugau und Andrea Larsson. Mit einer Kollektion aus handgemachten, dekorativen Spiegeln werden neue Formen zu unverwechselbaren Wanddekorationen. Die zwei Design-Liebhaberinnen haben sich mit ihrer Kollektion den Traum verwirklicht, ein Produkt zu schaffen, das Handwerkskunst und dekoratives Design miteinander verbindet. www.reflectionsbyhugaularsson.com

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Neuer Klassiker

Der Stuhl Nr. 14 von Michael Thonet ist eine Ikone. Nun gibt es den Bugholzklassiker in der Kollektion «Pure Materials». Das verwendete Eschenholz aus heimischen Wäldern wird bewusst nur leicht behandelt, sodass die Struktur des Materials optisch und haptisch erlebbar bleibt und sich nach einer Weile individuelle Nutzungsspuren abzeichnen. www.thonet.de Atrium im September/Oktober — Auslese

Fotos: Lukas Beck (1), Sophie Thun (1)

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Vienna Design Week


sec, Osnabrück Fotos: Victor S. Brigola

Homi Mailand

AGENDA ‹ August › 13.08.2015 – 15.08.2015 Northmodern, Kopenhagen www.northmodern.com 13.08.2015 – 16.08.2015 Formland, Herning www.formland.com 19.08.2015 – 22.08.2015 Formex, Stockholm www.formex.se 20.08.2015 – 23.08.2015 Home & Garden, Ludwigsburg www.homeandgarden-net.de 22.08.2015 – 23.08.2015 Biogartenmesse, Wiesbaden www.biogartenmesse.de 30.08.2015 – 01.09.2015 Spoga + Gafa, Köln www.spogagafa.de ‹ September › 04.09.2015 – 08.09.2015 Maison & Objet, Paris www.maison-objet.com 04.09.2015 – 09.09.2015 IFA Berlin www.ifa-berlin.de 05.09.2015 – 06.09.2015 Designers Saturday, Oslo www.ifa-berlin.de 12.09.2015 – 15.09.2015 Homi, Mailand www.homimilano.com

Harmonischer Einsatz Das Architektenhaus von Holger Lohrmann Architekt BDA zeigt den harmonischen Einsatz von Backstein Klinkern: In der Fassade ist der »Original Wasserstrich Backstein Klinker« »arundo« im Normal- und Dünnformat eingesetzt. Innen wird er als Wandverkleidung wieder aufgenommen und trägt zur natürlichen Raumatmosphäre bei.

30.09.2015 – 03.10.2015 Marmomacc, Verona www.marmomacc.com

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Ziegelei Hebrok Natrup-Hagen Ziegeleiweg 5 · 49170 Natrup-Hagen Tel. 0 54 05/98 02-0 · Fax 0 54 05/98 02-39 info@ziegelei-hebrok.de www.ziegelei-hebrok.de


KUNST Subjektiv: Die Fotografien Martin Feiersingers zeigen eine neue Sicht auf die Bauten Le Corbusiers (hier Chandigarh).

Galerie Martin Janda: Die Gruppenausstellung «Sector 17» versammelte Positionen, die Architektur als Recherchenfeld verstehen (im Bild: Werke von Martin Feiersinger und Adrien Tirtiaux).

Die sechste Ausgabe des VIENNA GALLERY WEEKEND bot Gelegenheit, die vielfältige Galerienlandschaft kennenzulernen. Text: Susanna Koeberle

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erade in einer Stadt mit einer so gewichtigen Historie wie Wien gebührt auch der Gegenwart ihre Aufmerksamkeit. Die moderne Prägung dieser Stadt zeigt sich unter anderem in der regen Aktivität ihrer Galerienszene. Wichtige Impulse erfuhr diese Mitte der 90erJahre durch den Zuzug verschiedener Galerien in die Schleifmühlgasse beim Naschmarkt. Es folgten neue Galeriencluster, die bis heute die vielfältige Kunstlandschaft bereichern. Klare Positionen sind heute notwendig, um

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nicht im globalen Kunstmarktbrei unterzugehen. Die sechste Ausgabe des jeweils im Mai stattfindenden Vienna Gallery Weekends zeigte auch heuer sehr schön, wie Dialoge zwischen Alt und Neu, zwischen «Etabliert» und «Aufstrebend» sowie zwischen unterschiedlichen Sparten kreative Prozesse jenseits des Mainstreams in Gang bringen können. Dies wurde auch durch die den Event begleitenden Talks unterstrichen; die Möglichkeit einer Vertiefung boten auch die gut besuchten «departure guided Tours». Denn eines der Ziele des Weekends ist die Vernetzung zwischen Kunstinteressierten, Sammlern und

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Kuratoren zu fördern. Die internationale Ausstrahlung Wiens ist auch in ihrem Kunstbetrieb zu spüren. Die gezeigten Werke stammen sowohl von lokalen Grössen und Newcomern wie auch von international agierenden Vertretern der Kunstgilde. So könnte die Vorreiterrolle, die Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts innehatte, durchaus erneut an Aktualität gewinnen. Gerade die Nähe zum europäischen Osten mit seiner aufkeimenden Kunstproduktion ist eine Chance für eine Stadt wie Wien, deren reichhaltiges Erbe auch der Vermischung verschiedener Kulturen zu verdanken ist. Es ist erfreulich, dass diese Vielschichtigkeit erkannt und gepflegt wird. Mit dem Zusammenschluss zu diesem Kunsthappening tragen die Wiener Galerien zur Kultivierung dieses fruchtbaren Humus bei. www.viennagalleryweekend.com Die hier gezeigten Arbeiten stammen aus folgenden Galerien: www.martinjanda.at, www.charimgalerie.at, www.meyerkainer.com, www.christinekoeniggalerie.com Atrium im September/Oktober — Kunst

Fotos: Courtesy die Galerien

Pulsierende Wiener Kunstszene


Das Weekend trägt zur Kultivierung des reichhaltigen Humus der Stadt bei.

Charim Events: zeigte die erste Wiener Einzelausstellung der rumänischen Künstlerin Anca Munteanu Rimnic. Christine König Galerie: «Revue 25» zeigte exemplarische Arbeiten aus 25 Jahren Galerietätigkeit (im Bild: Werke von Anne Schneider, Pierre Bismuth und Pierre Klossowski. Galerie Meyer Kainer: Die skulpturale Installation «Story off the Roof» der deutschen Künstlerin Nora Schultz.

Wer sein Zuhause baut, wünscht sich maximale Gestaltungsfreiheit. cero Verglasungen ermöglichen die Umsetzung Ihrer individuellen Ideen: Variable Skalierungen, flexibel kombinierbare Schiebe- und Festelemente, unterschiedliche Ecklösungen und vielfältige Farboptionen eröffnen erstaunliche Perspektiven. Wir nennen es das Innenaußen. www.cero.de ü


KUNST «STÜRMISCHE HUFE»

NordArt

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eit 1999 wird die NordArt als eine der grössten jährlich stattfindenden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa veranstaltet. Bis zum 4. Oktober wird das Gelände und werden die Hallen der ehemalige Eisengiesserei Carlshütte in Schleswig-Holstein zum Kunst-Hotspot. 250 ausgewählte Künstler aus 50 Nationen zeigen hier ihre Werke. In jedem Jahr liegt der Fokus auf einem anderen Land – dieses Jahr der Mongolei. Dazu sprechen im Interview Wolfgang Gramm, Chefkurator der NordArt, Oyuntuya Oyunjargal, Kuratorin Mongolischer Pavillon, und Bodibaatar Jigjidsuren, Kurator Mongolischer Pavillon. Was war ausschlaggebend dafür, die Mongolei in den Fokus der diesjährigen NordArt zu stellen? WOLFGANG GRAMM: Wir sind sehr stolz darauf, die bislang umfassendste Ausstellung mongolischer Kunst in Europa zu zeigen. Die Mongolei machte uns aus mehreren Gründen neugierig. Einerseits liegt sie zwischen Russland und China, den beiden Ländern also, denen wir uns in den Vorjahren in unserem Länderfokus ausführlich gewidmet haben. Andererseits steht sie exemplarisch für die Nationen, deren Stimme sich im grossen globalen Konzert nur bei ganz genauem Hinhören vernehmen lässt. Die ersten Kontakte nach

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«DAS DING IN DER TRUHE»

Ulaanbaatar liessen es schon vermuten, und die Bilder, Skulpturen, Installationen, Videos und Fotografien beweisen es: Die mongolischen Künstler, zu Hause in einer noch jungen Demokratie mit all ihren Startschwierigkeiten, spiegeln in ihren Arbeiten die Schwellenängste wider, die auch uns vertraut sind. Sie beschreiben die ungewisse Zukunft ebenso wie die Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln des Nomadenvolkes. Auch wenn die Nuancierung aufgrund der Geschichte eine andere ist – es sind die gleichen Gedanken, die gleichen Hoffnungen, die gleichen Zweifel, die Menschen überall auf der Welt umtreiben. Der Blick auf die Mongolei passt deshalb perfekt zum Selbstverständnis der NordArt, die sich als international bedeutendes Forum für kulturelle Bildung und Austausch etabliert hat

DAGVADORJ SEREETER

Künstler DAGVADORJ SEREETER: In Dagvadorjs Arbeiten geht es um Geschichte und Tradition sowie um Träume, mit denen wir leben und atmen, ringend um den richtigen Umgang mit der Gegenwart. Im Jahr 2000 gewann er den Preis der Kwangju Biennale für Zeitgenössische Kunst in Korea für die Installation «Stürmische Hufe».

und das gegenseitige Verstehen durch die Sprache der Kunst fördern möchte. OYUNTUYA OYUNJARGAL: Wir möchten einen differenzierten und professionellen Einblick in die Kunst und Kultur der Mongolei geben. Mit unserer Beteiligung an der NordArt setzen wir einen starken Impuls für die zeitgenössische Kunstszene des Landes. Dazu haben die mehr als 20 Künstler, die an der Eröffnung teilgenommen haben, die Möglichkeit, in den Austausch mit internationalen Kollegen und Kuratoren zu treten. Mit welchen Themen beschäftigt sich zeitgenössische mongolische Kunst? BODIBAATAR JIGJIDSUREN: «Modern Transformations – New Identities» haben wir ganz bewusst als Titel der AusstelAtrium im September/Oktober — Kunst

Fotos: Kunstwerk Carlshütte (6)

Zum 17. Mal zeigt die NORDART internationale, zeitgenössische Kunst im hohen Norden. Interview: Franziska Quandt


lung im Pavillon gewählt. Er spielt nicht nur auf die Arbeiten einzelner Künstler an. Die politischen Umbrüche der 1980er- und 1990erJahre stellten die gesamte Gesellschaft vor die Aufgabe, Zugehörigkeiten, Identitäten und die eigene Kultur in Frage zu stellen und neu zu definieren. Die Künstler nahmen sich dieser Fragen bis heute in ihren Arbeiten an. Die Ausstellung zeigt diese Auseinandersetzungen mit den Identitätsvorstellungen aus der sagenumwobenen mongolischen Geschichte, des traditionellen Glaubens, aber auch der Zeit des Sozialismus. Diese traditionellen Zwänge werden den ambivalenten Verheissungen der heutigen, vermeintlich freien Gesellschaft gegenübergestellt – mal utopisch, mal optimistisch, mal pessimistisch.

Wird mongolische Kunst auch durch deutsche beziehungsweise europäische Themen beeinflusst? BJ: Ja, in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren wurden Künstler und Künstlergruppen, beispielsweise das Kollektiv Green Horse, stark von deutschen Künstlern inspiriert. Insbesondere Joseph Beuys war eine grosse Inspiration für die Künstler, die die kreative Praxis der mongolischen Kunstszene erweitern und erneuern wollten. So gründete Green Horse in den 1990ern eine Kunstschule, deren Lehre bewusst radikal und freiheitlich gedacht wurde. Zur gleichen Zeit stellte die Gruppe erstmals im Ausland aus, in München, Ingolstadt und Brake. Insofern hat Deutschland einen enormen Einfluss auf die zeitgenössische Praxis und Theorie der Kunst.

Inwieweit wird die mongolische Kunst von traditionellen Motiven und kulturellen Eigenschaften beeinflusst? BJ: Die Kultur der Mongolei hat eine lange und reiche Geschichte. Allerdings haben die Repressionen und Zerstörungen der sozialistischen Zeit zwischen 1920 und 1990 dazu geführt, dass Künstler sich weder in ihrer Gegenwart frei entfalten noch auf ihr Kulturerbe als Inspiration zurückgreifen konnten. Nach dem politischen Umbruch begannen die Künstler, ihre kreativen Wurzeln und ihre kulturelle Herkunft neu zu erforschen. Deshalb sind traditionelle Themen und historische kulturelle Praktiken nach wie vor ein grosses Thema in der zeitgenössischen Kunst. Unser Ziel ist es, die Entwicklung und auch die Modernisierung der mongolischen Bildenden Künste zu zeigen: Die faszinierende Forschung nach Identität durch verschiedene künstlerische und ästhetische Ansätze, deren Inspiration auch aus animistischer Felsenkunst, buddhistischer Ikonografie und traditioneller mongolischer Malerei bis hin zu sozialistischem Realismus und Abstraktion stammt. Dabei wählen die Künstler traditionelle Ausdrucksformen, aber auch moderne Fotografie- und Videotechnik.

Was können wir von der mongolischen Kunst lernen? OO: Die Mongolei ist kein abgeschlossenes Land, sondern kommuniziert in vielfältiger Weise mit Künstlern und Kulturinstitutionen der Welt. Insofern haben internationale Kunstrichtungen auch die mongolische zeitgenössische Kunst beeinflusst. Dennoch sind in dieser Kunst individuelle mongolische Elemente und die Tradition erkennbar. BJ: In der Ausstellung können die Besucher die Diversifizierung der Formen mongolischer Kunst genauso wie die durchgehenden visuellen Narrative der Transformation der modernen Mongolei erleben. Als Kuratoren des mongolischen Pavillons wollen wir nicht nur Kunst ausstellen, sondern den Besuchern zugleich die sozio-ökonomischen und persön-

OCHIRBOLD AYURZANA

lich-existenziellen Aspekte der Entwicklung des Landes näherbringen. Über 100 Kunstwerke von 34 Künstlern sind im Pavillon ausgestellt. Die Künstler gehören verschiedenen Generationen an und haben unterschiedliche Ausbildungen absolviert: Traditionelle mongolische Malerei, abstrakte Malerei, Bildhauerei, aber auch Fotografie, Installations- und Videokunst sind dabei und repräsentieren so ein vielfältiges Bild eines oft als wenig vielseitig wahrgenommenen Landes. Wie ist die Situation der zeitgenössischen Kunstszene in der Mongolei? BJ: Trotz der Dynamik der vergangenen zwei Jahrzehnte steckt die gegenwärtige Kunstszene der Mongolei aus verschiedenen Gründen noch in den Kinderschuhen. Zum einen sind Kunstsammler, Galerien und Kunstinstitutionen noch nicht mutig genug – sie investieren eher in konventionelle, traditionelle Kunst oder in die wenigen etablierten Künstler. Nur wenige private Galerien und Initiativen engagieren sich aktiv für die Verbreitung und Vermittlung von zeitgenössischer Kunst. Ausserdem ist die Kunstausbildung in der Mongolei nach wie vor sehr klassisch und konventionell orientiert. Hochschulen und Forschungsinstitutionen für die Freien Künste in der europäischen Form gab und gibt es nicht, mit Ausnahme der Green Horse School, die Ende der 90er geschlossen wurde. Das führt dazu, dass auch das breite Publikum bisher nicht ausreichend Zugang zu zeitgenössischer Kunst gefunden hat. www.nordart.de

Künstler OCHIRBOLD AYURZANA: Im Mittelpunkt von Ochirbolds Werk steht oft das Pferd als wohl wichtigster kultureller Topos der Mongolei. Er nähert sich ihm immer wieder mit neuer Form und neuem Material. In den letzten Jahren greift er in seinen Werken immer mehr sozialund gesellschaftskritische Themen auf.

«BEWUSSTSEIN»

«DER MENSCH IST KEIN ÜBERFLUSS» ü


DESIGN Kopenhagen im Wandel: Immer wieder werden alte Werftgebäude zu Wohnhäusern umgenutzt, manchmal mit Dock statt Einfahrt.

«Kollektives MØbelgedächtnis» Das Event 3 DAYS OF DESIGN in Kopenhagen macht klar: kein Dänemark ohne seine Möbelhersteller. Redaktion: Antje Herrmann

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openhagens Möbelhersteller luden kurz vor Sommerbeginn zur zweiten Ausgabe des städtischen Grossevents «3 days of design» ein. Der spannende Trail durch Showrooms und Flagship-Stores dänischer Möbelmarken wurde wie im letzten Jahr von PRProfi und Kuratorin Signe Byrdal Terenziani und ihrem Team organisiert. Wie ein Hans Dampf in allen Gassen kennt sie jeden in Kopenhagen, der etwas mit Schranktüren, Schubladen und Sitzpolstern zu tun hat. Sie kennt sie als Geschäftspartner, nicht zuletzt aber auch als Freunde und Kompagnons in einer gemeinsamen Sache: Dänemarks Möbel-

kultur. Viele der Grossen, wie Carl Hansen, Fritz Hansen, Montana und andere, begannen sich vor Jahrzehnten mit ihren Entwürfen ins Möbelgedächtnis festzuschreiben. Entwürfe mit grossen Namen, die bis heute Relevanz besitzen und den Labels verhalfen, zu dem zu werden, was sie heute sind. In den diesjährigen Präsentationen wird immer wieder hervorgehoben, das Erbe zwar fortsetzen zu wollen, aber unablässig auch nach neuen Ideen zu suchen. Zwischen den Zeilen lauert also die Frage, ob das Potenzial eines Erbes auch eine Endlichkeit besitzt. So kann in Zeiten der extensiven Markterweiterung durchaus auch einmal eines der coolsten, dänischen Möbel nicht als solches verstanden werden. Die Wahrnehmung eines Klassikers

beinhaltet eine gewisse Konditionierung von Sehgewohnheiten und die Schulung einer ästhetischen Präferenz, die kulturell nicht unabhängig geschieht und zum Beispiel in nahöstlichen oder südamerikanischen Ländern einen ganz anderen Hintergrund hat. So ist auch dieses Jahr immer wieder die Rede von «Interpretation» und «Inspiration», aber viele der Kollektionen sind frisch, klug und werden global verstanden. Und alte wie junge Labels zeigen schliesslich, dass Dänen nicht nur echte «Möbler» waren, sondern immer noch sind und sein werden. «3 days of design» sprachen in den vergangenen Jahren vor allem Kopenhagener an. Eine neue, internationalere Publikumsansprache wird Ziel der Ausgabe 2016 sein. ——

MONTANA: Der Möbelhersteller Montana ist Erfinder und Produzent des gleichnamigen modularen Schranksystems, dessen schier unendliche Wandel- und Kombinierbarkeit legendär ist. Endlos viele Formate, Farben, Griffvarianten und gegebenenfalls auch gläserne Elemente ermöglichen, dass sich für jede Anwendung – ob in Bad, Küche, Bibliothek, Büro, Schlaf- oder Kinderzimmer – wirklich jedes Möbel konfigurieren lässt. (im Bild: Joakim Lassen, CEO) montanamobile.dk

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Atrium im September/Oktober — Design


&TRADITION: Die Adresse des viel beachteten Unternehmens &tradition befindet sich ganz neu in einem umgebauten Lagerhaus mit überwältigenden Dimensionen und spektakulärem Dachgebälk. Weil sich Mensch und Ding schnell wie im Bauch eines Wales fühlen, wurden abstrakte Gebäude, weisse Kuben mit verschiedenen Öffnungen gestaltet. Einige der Häuschen haben fixe Funktionen, andere werden saisonal wechselnd eingerichtet und umdekoriert. www.andtradition.com

FRA FRAMA: Die Kollektion des noch jungen Labels Frama zelebriert mit einfacher GeoLab metrie, solidem Werkstoff und natürlichem met Finish das Besinnen auf das absolut WesentFini liche. Der Showroom befindet sich in einer liche alten Apotheke, deren Ambiance die FramaKollektion in eine spannungsvolle Szenerie Koll setzt. Wie Schubladenregal «Sutoa» von Keiji setzt Ashizawa Ash (linkes Bild) sind Frama-Möbel nicht nich nur Aufbewahrungsobjekte, sondern auch ästhetisch anspruchsvolle Skulpturen. www.framacph.com

RUD. RASMUSSEN: Das einzigartige handwerkliche Können der seit fast 150 Jahren bestehenden Möbelschreinerei Rud. Rasmussen ist weltbekannt. Unternehmen und Möbelkollektion haben fast schon musealen Wert und sind doch «fit for life». Im neuen Showroom an der Kopenhagener Bredgade befindet sich Rud. Rasmussen unter Designshops, Museen und angesagten Galerien. Hier trifft jahrhundertealte Tradition auf jüngstes Zeitgeschehen. www.rudrasmussen.dk

DINESEN: Douglasien- und Eichenholz erster Güte wird von Dinesen zu Dielenboden verarbeitet. Dielen von Dinesen können bis zu 15 Meter lang sein, sind immer von ausgezeichneter Qualität und werden mit besonderem Augenmerk auf Nachhaltigkeit produziert. Der ebenfalls neu eingeweihte Showroom befindet sich im Herzen Kopenhagens und demonstriert mit einem überlangen Diningtable die besondere Leistung des Unternehmens. www.dinesen.com

WÄSTBERG: Leuchten in allen Variationen sind der Skandinavier Lieblingsaccessoires. Eines der angesagtesten Leuchten-Labels mit sowohl klassisch moderner als auch absolut zeitgenössischer Aura ist Wästberg. Das Team um Magnus Wästberg stellt darum nicht nur Leuchten her, sondern erforscht Licht als Phänomen und existentielles Element. Das geschieht basierend auf physikalischer Forschung wie auch bei der gestalterischen Formensuche. www.wastberg.com

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ARCHITEKTUR Stabkonstruktion: Was wie ein Wirrwarr aus Stäben anmutet, hat System. Der «KA300-Pavillon» ist auch bei Nacht ein Blickfang.

Festpavillon Zum 300-jährigen Stadtgeburtstag von Karlsruhe hat das Architekturbüro J. MAYER H. den Festpavillon entworfen. Redaktion: Franziska Quandt

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J. MAYER H.

Architekt Das Architekturbüro J. Mayer H. wurde von Jürgen Mayer H. 1996 in Berlin gegründet. Der Architekt studierte an der Universität Stuttgart, The Cooper Union New York und an der Princeton University. Das Büro ist national und international tätig und wurde mit verschiedenen Preisen, wie dem «Mies van der Rohe Preis Emerging Architect» 2003 ausgezeichnet. Den «KA300-Pavillon» hat der Architekt mit seiner lichtdurchlässigen Gitterstruktur offen für Besucher gestaltet. Die Realisation wurde mit Rubner Holzbau durchgeführt. www.jmayerh.de

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arlsruhe ist eine junge Stadt. Gerade mal 300 Jahre sind vergangen, seit der Markgraf Karl Wilhelm die Stadt 1715 gegründet hat. Das bedeutet natürlich: Grund zum Feiern. Und bei grossen Feierlichkeiten darf ein zentraler Austragungsort nicht fehlen. Das Zentrum der Festivitäten bildet der vom Architekturbüro J. Mayer H. und Partner gestaltete «KA300Pavillon», der in seiner Architektursprache, in Höhe, Gliederung, Oberfläche und Materialität einen starken Kontrast zum barocken Stadtschloss bildet. Hinter dem Schloss, in der weitläufigen Parkanlage, steht nun die 16 Meter hohe Holzstabkonstruktion, die den Festivalsommer begleitet. Bis zum 27. September finden hier Atrium im September/Oktober — Architektur

Fotos: Uli Deck (1), Robert Fuge (1), J. Mayer H. (1), Joseph Wolfgang Ohlert (1)

Grundriss


Aufwendig: Aufgrund der unterschiedlichen Winkel ist jeder Knotenpunkt anders.

Offen für alle: Mithilfe der transparenten Stabkonstruktion werden Innen- und Aussenraum verknüpft.

Mobile

Freiheit Ospa-BlueControl ® III Web, die intelligente Steuerung für Schwimmbäder. Maximale Energieeffizienz Vollautomatisch perfekte Wasserqualität

mehr als 400 Veranstaltungen wie Konzerte, Theateraufführungen, Autorenlesungen, Filmvorführungen und Ausstellungen statt. Der Pavillon bietet im Erdgeschoss einen grossen Saal mit Bühne, und entwickelt sich über drei weitere Ebenen nach oben. Wobei die beiden obersten Ebenen als Aussichtsplattformen dienen. Er ist zentraler Informationsort für die über die Stadt verteilten Jubiläumsaktivitäten und bildet einen Treffpunkt mit Café. Monarchie vs. Demokratie Als Grundidee hat das Büro von Jürgen Mayer H. das Raster des Pavillons auf den streng geometrisch-radialen Grundriss der Barockstadt Karlsruhe bezogen. Dieser wird in ein demokratisches, räumliches Linienfeld transformiert. Die tragende Konstruktion besteht aus

98 unterschiedlich geneigten, bis zu 19 Meter langen Stützen und einer Gitterstruktur aus 72 horizontalen Trägern, die über Bolzen verbunden sind. Das Tragsystem ist sehr komplex und weist eine Vielzahl unterschiedlicher Knotensituationen auf. Für jeden Anschluss ergab sich eine individuelle Situation aus Geometrie und Schnittgrössen. Diese komplexe Stabstruktur ermöglicht eine hohe Transparenz und verbindet den Innen- mit dem Aussenraum. Die Dachabdichtung und die seitlichen Raumabschlüsse als Wetterschutz werden mittels öffenbarer, textilverstärkter, teilweise transluzenter Planen hergestellt. Nach den Festivitäten wird die Konstruktion wieder abgebaut und die Materialien anderweitig wiederverwertet.

Planungssicherheit und Projektunterstützung

www.ka300.de Ospa Schwimmbadtechnik

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73557 Mutlangen Tel. +49 7171 7050 www.ospa.info

Das Schwimmbadwasser


REISEN

Wasserburg: Die MS Europa 2 bietet Komfort auf hoher See. Das mobile Hotel ist auf allen sieben Weltmeeren zu Hause.

Die sieben Weltmeere

Grosszügig: Trotz der vielen Gäste an Bord ist das Platzangebot grosszügig. Auf dem Schiff findet man immer ein ruhiges Plätzchen.

Auf den Weiten der Ozeane bringt HAPAG-LLOYD KREUZFAHRTEN

seine Passagiere mit der MS Europa 2 zu den entlegensten Winkeln der Erde. Jeden Morgen an einem anderen Ort aufwachen. Das ist die Kernkompetenz einer Kreuzfahrt. Auf der MS Europa 2 von Hapag-Lloyd wird den Gästen diese Abwechslung geboten. Nachdem sie im April in der Werft bei Blom

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Kulinarisch: Sechs Restaurants bietet die MS Europa 2. Von europäischer bis japanischer Küche, wie hier im Sakura.

und Voss einem äusseren «Facelift» unterzogen wurde, fährt sie auch im Inneren mit einigen Neuerungen wieder auf den sieben Weltmeeren. Unter den sechs Restaurants, die den Passagieren eine abwechslungsreiche Küche bieten, bietet das Sakura Sushispezialitäten vom Feinsten. Um den Gaumenschmaus auch optisch besser zur Geltung zu bringen, erhielt das Restaurant eine neue, stärker japanisch angehauchte Ausstattung. Auch die Bar «Sansibar», die ursprünglich auf Sylt beheimatet ist, wurde mit Weinkisten, einer Lichtinstallation aus 1000 Weinflaschen und dem bekannten Symbol der sich kreuzenden Säbel als Holzintarsien auf der Tanzfläche dem Original nachempfunden. Als besonderes Geschenk hängt ein Gemälde von Udo Lindenberg in der Sansibar, das er persönlich nach dem Werftaufenthalt in der Sansibar übergab. Auf der weitläufigen MS Europa 2 finden die Passagiere auch Wellness und Sportangebote. Ein neues Highlight ist das Fitnesskonzept «BE.YOU.» der Dreifach-Olympiasiege-

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rin Maria Höfl-Riesch. Das individuelle Programm beginnt mit einer Körperanalyse. Darauf werden Übungen auf das persönliche Niveau abgestimmt. Nach sportlicher Aktivität tut eine Massage oder ein Besuch der Saunalandschaft gut oder man gönnt sich ein paar Bahnen im Pool der MS Europa 2. Dem abwechslungsreichen Bordleben zum Trotz sind die Landaufenthalte jedoch die wirklichen Highlights der Reise. Das Reiseangebot umspannt den gesamten Erdball und beginnt in der Nordsee, bietet viele Angebote im Mittelmeer, reicht aber auch bis ans andere Ende der Welt, etwa Australien und Neuseeland. Das Team der MS Europa 2 bietet für Landausflüge ein vielfältiges Programm, das auf die jeweilige Destination zugeschnitten ist. Geführte Stadttouren, Velo- und Badeausflüge, Safaris und Tauchausflüge werden angeboten, oder man erkundet die Destinationen auf eigene Faust. www.hl-kreuzfahrten.de Atrium im September/Oktober — Reisen

Fotos: Hapag-Lloyd

Redaktion: Franziska Quandt


Egal ob Mittelmeer, Afrika oder Dänemark, auf der MS Europa 2 sind die Reiseziele vielfältig.

Kreta: Das malerische Fischerstädtchen Agios Nikolaos.

Historisch Jahrtausendalte Kultur und historische Stätten bietet die zehntägige «Reise durch die Jahrtausende». Von der Ägäis bis nach Jerusalem können die alten Kulturen erforscht werden. Dabei werden nicht nur alte griechische Ruinen erwandert und biblische Orte besichtigt. Es gilt auch, die Lebensweise, das Land und die Menschen kennenzulernen. In urigen Tavernen werden lokale Spezialitäten serviert und an traumhaften Stränden lässt sich das Leben geniessen. 17.10.2015 bis 27.10.2015

Wild

Safari: Löwen und anderes Grosswild gibt es in Afrika zu entdecken.

Köstlich

In Bronze gegossen: Die Kleine Meerjungfrau an der Uferpromenade Langelinie in Kopenhagen.

Von Hamburg, dem Tor zur Welt, geht es Richtung Nord-Osten, um dänische Impressionen zu sammeln. Kopenhagen ist eine der wohl interessantesten Städte in Europa, in der es sich hervorragend schlemmen und shoppen lässt. Aber auch die noch nicht so bekannte dänische Stadt Aarhus hat einiges zu bieten in Sachen Kunst, Kultur und Lebenslust. Kein Wunder also ist sie europäische Kulturhauptstadt 2017. Kiel bildet den Schlusspunkt dieser Reise. Aber auch die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt, die wohl am bekanntesten für das beeindruckende Segelbootaufkommen der Kieler Woche ist, ist immer wieder einen Besuch wert. 29.06.2016 bis 03.07.2016

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Siedle Vario. YYYUKGFNGFGMQPƂIWTCVQT

Meiré und Meiré

Von Mauritius über Madagaskar bis Afrika geht die Reise ins «Reich der wilden Tiere». Die Traumstrände von Mauritius laden zum Entspannen ein, bevor es weitergeht und dichte Tropenwälder, Stadtrundfahrten und Tiersafaris ein spannendes Programm versprechen. Während des Aufenthaltes im Phinda-Wildreservat können vielleicht die «Big Five», Löwe, Elefanten, Nashörner, Büffel und Leopard beobachtet werden. In Städten wie Durban, Port Elizabeth und Kapstadt bieten Kultur oder urbane Streifzüge ein abwechslungsreiches Programm. 05.12.2015 bis 20.12.2015


REISEN Schiff ahoi: Dank der grossen Fensterfronten wähnt man sich schon fast an Deck, wenn Schiffe vorüberziehen.

Am Rhein

Hafenatmosphäre: Der Kornspeicher aus dem Kalten Krieg bekommt als Hotel neues Leben.

In Mannheim wurde ein alter Kornspeicher zum Hotel umgebaut. Im SPEICHER 7 trifft Vintage auf Industrie, Rhein auf Ruhe.

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Minimale Eingriffe: Beton-Kernbohrungen ermöglichen die Verbindung vom Bad zur Aussenwelt. Ausserdem vermitteln sie ein maritimes Feeling.

Industrie und Vintage: Die Vision der Bar, wo sich Hotel- mit Tagesgästen treffen und das Beste aus aller Welt geniessen, ist wahr geworden.

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annheim ist eine Reise wert. Die ehemalige Residenzstadt der Kurpfalz mit ihrem stadtprägenden Barockschloss bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar. Nebst Schloss und Universität gibt es aber auch prägnante Gebäude neueren Datums. Zum Beispiel der im Kalten Krieg zur Lagerung von Notvorräten gebaute Kornspeicher im Hafengebiet. Die architektonische Landmarke wurde vor kurzem zu einem Hotel umgebaut.

Bei der Renovierung hat man grossen Wert auf die Erhaltung der originalen Stilelemente des Gebäudes gelegt, um den authentischen Charme des Hafenspeichers wieder zum Vorschein zu bringen. Das Zimmer «Riversight» zum Beispiel (hier im Bild) ist überhoch, mit riesigem Panoramafenster zum Rhein. An der Decke ragt noch ein Betontrichter in den Raum, von dem sich die ursprüngliche Nutzung ableiten lässt. Im Zimmer darunter, der «Silolounge», wurde das Bad im ehemaligen, acht Meter hohen Getreidesilo eingerichtet. Als Durchbruch zum Zimmer wurden zwei Betonkernbohrungen getätigt. Eine besondere Atmosphäre herrscht auch in der Bar im Parterre, die sowohl von Hotelwie auch von externen Gästen genutzt wird. «Als ich das erste Mal diesen Raum betrat, konnte ich mir genau vorstellen, wie die Bar aussehen würde», erzählt Thorsten Kraft, der zusammen mit Jürgen Tekath die Geschäftsführung des Hotels innehat. Der Mix aus Vintagemöbeln, Industriedesign und frischen, exquisiten Produkten aus aller Welt, die auch bei den Geschäftsführern auf die Tafel kommen, ist jedenfalls perfekt gelungen. www.speicher7.com Atrium im September/Oktober — Reisen

Fotos: Speicher 7

Redaktion: Anita Simeon Lutz


Das beste Einfamilienhaus 2014: Das Buch zum Preis

ARCHITHEMA VERLAG

Auf 106 Seiten zeigt die Publikation zum Architekturpreis die grosse Vielfalt der Privatwohnbauten in der Schweiz.

Architekturpreis

Der Typus des Einfamilienhauses wird in Architekturkreisen immer wieder kontrovers diskutiert. In Anbetracht der schwindenden Baulandressourcen in der Schweiz ist dies weiter auch nicht verwunderlich. Dennoch ist der Traum von den eigenen vier Wänden nicht von der Hand zu weisen. Und wenn dem so ist, dann ist es unsere Aufgabe, über die guten Beispiele zu berichten und den Bauherren die Möglichkeit zu geben, ihre Träume mit qualitativ hochstehenden Bildern und Reportagen zu untermalen. Auch der Architekturpreis «Das beste Einfamilienhaus» soll einen Beitrag zur Qualitätserhöhung der gebauten Umwelt leisten. Die Einsendungen für den Architekturpreis «Das beste Einfamilienhaus 2014» waren durchwegs von hoher Qualität.

Jurysieger Morger + Dettli Architekten, Basel Haus Trancauna

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Lumbrein GR 2009 – 2010 127 m2

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1 Das Volumen ist in die Landschaft eingebettet und besteht im Wesentlichen aus Mauer und Dach.

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Die Gewinner

Die Gewinner

Publikumspreis Urs Niedermann Architektur, St. Gallen Unter den drei Buchen

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Situation

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Jetzt erhältlich! St. Gallen SG

Bestellen Sie das Buch auf www.atrium-magazin.de oder mit dem Coupon. 2011 – 2012

210 m2

02.04.14 14:31

1 Die drei auf dem Grundstück befindlichen Buchen sind namengebend für das Projekt.

Die Gewinner

Die Gewinner

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Bestellcoupon

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Name

«Das beste Einfamilienhaus 2014» ____ Stück zu je 29 Euro*

Vorname

«Der beste Umbau 2014» ____ Stück zu je 29 Euro*

Coupon bitte einsenden an: Atrium Abo-Service Postfach 9161 D-97091 Würzburg Fax 0931 4170 497 E-Mail: shop@archithema.com

Strasse, Nr.

Oder bestellen Sie im Web-Shop: www.atrium-magazin.de > Kiosk > Bücher

PLZ, Ort Spezialangebot Kombi: «Der beste Umbau 2014» und «Das beste Einfamilienhaus 2014» ____ Kombi(s) zu je 42 Euro *

Telefon E-Mail Datum

* Preise inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten von 5 Euro

Aus den 61 eingereichten Projekten wurden zehn für den Jurypreis wie auch für den Publikumspreis nominiert. Die Auszeichnung «Das beste Einfamilienhaus» geht dieses Jahr an Morger + Dettli Architekten aus Basel für das «Haus Trancauna» im bündnerischen Lumbrein. Der Publikumspreis geht an das Architekturbüro von Urs Niedermann in St. Gallen für die Villa «Unter den drei Buchen» in St. Gallen. Das Buch präsentiert sowohl die Preisträger als auch alle nominierten Projekte und bietet einen Überblick über die aktuelle Architekturlandschaft der Schweiz. Parallel zu «Das beste Einfamilienhaus 2014» kürte die Zeitschrift Umbauen + Renovieren den «besten Umbau 2014». Der Jurypreis ging an Charles Pictet Architecte, Genf, für den umgenutzten Kornspeicher in Landecy GE. Den Publikumspreis erhielten Savioz Fabrizzi Architectes, Sion, für ein umgebautes Ferienhaus im Wallis. Das Buch mit allen Preisträgern, Nominierten und Teilnehmern von «Der beste Umbau 2014» ist ebenfalls ab sofort erhältlich. Die Bücher zu beiden Architekturpreisen können auch als Kombi-Angebot zum Vorteilspreis bestellt werden.

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BÜCHER Evolutionskünstler: Theo Jansen baut «Strandbiester» – riesenhafte, aber leichte und filigrane Wesen aus Plastikrohr. Durch Wind angetrieben, beginnen sie, sich zu bewegen und den Strand entlang zu laufen.

Halbzeit! Die Mitte des Jahres ist erreicht, einiges STRANDBEEST geschafft und viele Die Traummaschinen von Theo Jansen – der Bücher ausgelesen. Damit es weitergeht, unheimliche Übergang von Leblosigkeit zur Belebung. Redaktion: Antje Herrmann hier einige lesenswerte Neuerscheinungen. ie Fotografin Lena Nach einem langen Evolutionsprozess sind

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Herzog hielt für diesen Band Theo Jansens «Strandbeests» fest. Diese eigenartigen Gestalten sind komplexe Konstruktionen Tausender Elemente, die, scheinbar verwandt mit Gelenken, Wirbeln und Häuten, aus der Skulptur eine Art Lebewesen erwachen lassen. Theo Jansen schöpft aus den Töpfen Anatomie, Mechanik und Wetter und schafft es, dass sich seine Wesen mit seltsamen Bewegungen im Wind zu regen beginnen. Jansen wollte etwas Lebendiges gestalten, etwas Bewegliches.

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seine Biester heute Sonne, Sand und Meer der niederländischen Küste ausgesetzt. Dort trotten sie vor sich hin und ändern ihre Laufrichtung, sobald ihre Fühler zu lockeren Sand oder Wasser erspüren. Theo Jansen sagt: «Ich mag den Wind nicht, Ohrenschmerzen, die Haare fliegen kreuz und quer, ein schreckliches Phänomen. Aber ich kann nicht ohne ihn, er bringt die Energie.» Jansen wollte nie die Natur kopieren, sondern eine Art «new nature» erfinden – auch wenn es schliesslich bei einer Illusion bleibt. Lena Herzog, Taschen Verlag, 320 Seiten, Sprachen: d/e/f, € 39,99 Atrium im September/Oktober 2015 — Bücher


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ARCHITEKTUR FÜR DIE SINNE

www.davinci-haus.de

Tel.: +49 2747 8009-0 · hallo@davinci-haus.de

Cabins Welches Denken und welche kreativen Möglichkeiten eröffnet der spezielle Gebäudetyp «Hütte»? Durch den Verzicht auf jegliches Übermass beschränkt sich der Raum eines solchen Domizils auf das Lebensnotwendigste und stellt zugleich umweltfreundliche Lösungsansätze in den Vordergrund. Das Buch «Cabins» von Philip Jodidio verbindet Text, üppige Fotografien und zeitgenössische Illustrationen von MarieLaure Cruschi. Philip Jodidio, Taschen Verlag, 464 Seiten, viele Farbfotos, Illustrationen und Pläne, Sprachen: d/e/f, € 49,99

Die schönsten Die Kunst liegt Kitchen Kulture sind die neuen WohnSchwimmteiche in der Natur Küchen zimmer. Das Buch versammelt den 1980er-Jahren hat sich ein Porträts von Küchen, wie sie unund Naturpools Seit Trend etabliert, der die bildende terschiedlicher nicht sein können. Was ist das Geheimnis natürlichen glasklaren Wassers ohne Chemie? Das Buch zeigt Poolanlagen in den Kategorien Natur, Klassik, Design und Living-Pools und erklärt, wie die individuellen Wünsche nach Wasserqualität und äusserer Form in Einklang zu bringen sind. Und dies so technisch einfach und effizient wie möglich. Daniela Toman & Roland Lütkemeyer, DVA, 160 Seiten, zahlreiche Farbfotos, € 29,99

Kunst aus dem Museumszusammenhang herauslöst und im Grünen statt in traditionellen Ausstellungshäusern präsentiert. Der Band entführt in die 25 schönsten privaten Skulpturenparks und Künstlergärten weltweit. Sie alle verfolgen ein besonderes Anliegen und ein visionäres Konzept – vom Ökoprojekt bis zur Darstellung von Kunst im XL-Format. Silvia Langen, Prestel Verlag, 208 Seiten, 150 farbige Abb., € 49,95

Von einer grosszügigen offenen Küche bis zur Kitchenette in einem Studentenstudio ist das Buch ein visueller Augenschmaus rund um das Testgelände Küchen im 21. Jahrhundert. Neben vielen Gestaltungsideen zeigen die Beispiele auch, wie sich in zeitgemässen Küchen neue Haltungen und Lebensweisen widerspiegeln. M. Galindo & S. Ehmann & R. Klanten, Gestalten Verlag, 256 Seiten, zahlreiche Farbfotos, engl. Sprache, € 39,90

Regal des Monats ARTEK

Das Wandregal aus der «Kaari»-Kollektion vom finnischen Hersteller Artek hat elegant gebogene Stahlbänder, die die vertikale Last abstützen. Das Wechselspiel von massivem senkrechtem Brett und dem Metallband gibt dem Regal eine überraschende visuelle Leichtigkeit. In der kompletten «Kaari»-Kollektion, die aus der Feder der Gebrüder Bouroullec stammt, kehren die charaktervollen Metallbänder wieder. Die unverwechselbare grafische Silhouette ist typisch für Möbel von Artek und doch ganz neu, ohne jegliche nostalgische Reminiszenz. www.artek.fi

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Gemeinschaft: Korkeichen können bis zu 400 Jahre alt werden. Dieses Exemplar kann schon vor der «Casa no Tempo» hier gestanden haben.

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Weites Land Umgeben von grünen Wiesen, auf denen Rinder grasen, und alten Korkeichen steht die «Casa no Tempo», deren Wurzeln Manuel Aires Mateus wieder zum Vorschein gebracht hat. Text: Franziska Quandt & Jeremy Callaghan, Fotos: Gaelle le Boulicaut

Weitsicht: Stuhl: «Frog» von Piero Lissoni für Living Divani; Kissen von Madeline Weinrib.

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Durch den Rückbau jüngerer Gebäudeteile hat die «Casa no Tempo» wieder ihren ursprünglichen Charakter erhalten.

Sitzecke: Sofa: «Chemise» von Piero Lissoni für Living Divani; Holztische: Entwurf von Manuel Aires Mateus, hergestellt von der Schreinerei Correia.

Gourmetstation: Küche und Tisch: Entwurf von Manuel Aires Mateus; Hängeleuchten: «Ovonelpiatto» von Massimiliano e Raffaele Alajmo für Davide Groppi.

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Atrium im September/Oktober 2015 — Portugal


Badesaison: Liegen: «Ile Club Daybed» von Piero Lissoni für Living Divani.

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Reiterausflug: Auch zu Pferd kann man die weitläufige Landschaft des Alentejo erkunden.

«Die Weite des Landes und die Isolation berühren einen auf besondere Weise.» JOÃO RODRIGUES

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Atrium im September/Oktober 2015 — Portugal


Nasszelle: Zu jedem Schlafzimmer gehört ein eigenes Bad.

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ie Brüder João und A ndreia Rodrigues wollen zurück zu den Wurzeln des einfachen Lebens. Im Alentejo, circa eine Stunde südlich von Lissabon, liegt ihr alter Familienbesitz. Ein circa 4000 Quadratmeter grosses Grundstück, dessen zentraler Punkt ein altes Landhaus bildet: die «Casa no Tempo». Umgeben von einer weiten Landschaft und alten Korkeichen blitzt das Landhaus in strahlendem Weiss dem Besucher zwischen den saftigen grünen Wiesen und dem strahlend blauen Himmel entgegen. Dazwischen grasen João Rodrigues’ Rinder. Der Alentejo ist nicht nur Naherholungsgebiet für viele Lissabonner, sondern auch Vorratskammer. João Rodrigues erzählt: «Vor 40 Jahren gab es nur wenige Supermärkte in Lissabon. Die Menschen konnten nicht einfach in den nächsten Laden gehen, um ihre Lebensmittel zu kaufen. Viele fuhren übers Wochenende aufs Land, in den Alentejo, wo zum Beispiel ihre Grosseltern lebten. Hier füllten sie ihre Autos mit Lebensmitteln und fuhren damit zurück in die Stadt.» Landleben

Schlafstätte: Bett: «Ile Bed» von Piero Lissoni für Living Divani.

und sich die nächsten Generationen darum kümmern. Rodrigues wollte mehr. Er wollte die Vergangenheit mit der Zukunft verschmelzen. Die ältesten Mauern des Hauses sind bereits hundert Jahre alt. An- und Umbauten aus den 60ern und 80ern verfälschten jedoch die ursprüngliche Architektur. Authentizität ist für Rodrigues jedoch besonders wichtig. «Wenn man das Haus sieht, soll man erkennen, dass es bereits vor hundert Jahren hier stand und dass es noch für die nächsten hundert Jahre hier stehen kann», sagt er. Er zog seinen guten Freund, den Architekten Manuel Aires Mateus, hinzu und begann, mit ihm das Haus in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen und gleichzeitig fit für die Zukunft zu machen. Die «Casa no Tempo» war nicht das erste Projekt, dass João Rodrigues und Manuel Aires Mateus zusammen realisiert haben. Zuvor haben sie bereits die «Casas na Areia», ein

Feuerstelle: Der Kamin ist abgesenkt. Davor bietet eine zweite Stufe einen intimen Sitzbereich.

Nicht nur Lissabon, sondern auch das Landleben hat sich seit damals verändert. João Rodrigues will mit seinem organischen Bauernbetrieb diese ursprüngliche Art des Lebens wiederentdecken und den Menschen eine Anlaufstelle zur Entschleunigung bieten. Das alte Haus gehörte seinem Grossvater. Er wünschte nicht nur, dass das Haus in der Familie bleibt

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kleines Strohhüttenhotel, auf die Beine gestellt. Auch die «Casa no Tempo» fungiert als Ferienhaus für die Familie Rodrigues, wird aber auch an andere Urlauber vermietet. Gesamtkonzept Nicht nur das Haus, sondern auch das Land hat Rodrigues in seine Planung integriert, auf dem nun eine grosse Gruppe von Rindern weiden. Diese organisch aufgezogenen Freilandrinder nutzte Rodrigues zuerst nur für sich und seine Familie. Aber mittlerweile hat sich die Qualität des Fleisches herumgesprochen und er beliefert viele Freunde und Bekannte damit. «Wir wissen genau, wie die Tiere aufwachsen und was sie fressen. Das gibt uns ein gutes Gefühl», sagt er. Zusätzlich produziert Rodrigues Eier, Milch und Honig in seinem kleinen Bauernbetrieb. Die Gäste seines Hauses können die Produkte während ihres Auf-


Farbspiel: Das strahlende Weiss der «Casa no Tempo» setzt sich stark gegen die grüne Landschaft und den blauen Himmel ab.

enthaltes nutzen und Rodrigues kann einen Teil der Ursprünglichkeit des Lebens und des Landes an andere weitergeben. Klare Architektursprache Authentizität ist auch bei der Architektur von Manuel Aires Mateus ein zentrales Merkmal. «Ich denke, es ist wichtig, einen Lebensraum zu schaffen, der einfach und zeitlos ist», sagt der Architekt. Bei der «Casa no Tempo» wurden dafür zuerst die nachträglich angebauten Gebäudeteile entfernt und die hundertjährige Struktur des Gebäudes wieder freigelegt. Dabei fanden Architekt und Bauherr heraus, dass das Gebäude kein Fundament hatte, weshalb es nachträglich erstellt werden musste. Die alten Wände sind krumm und bucklig, was aber im Falle der «Casa no Tempo» kein Manko ist. In den ursprünglich quadratischen Grundriss hat der Architekt eine grosszügige Küche, zwei Aufenthaltsräume und vier Schlafzimmer, zu denen je ein eigenes Bad gehört, untergebracht. Keinerlei Extravaganzen stören die klare Struktur. Durch grosse Fensteröffnungen kommt viel Licht in die Innenräume und man erblickt von jedem Platz im Haus die weite Natur. Auch das Interieur hat Manuel

Situationsplan

Erdgeschoss 1 2 3 4 5

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Eingang Wohnen Küche Schlafen Bad

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MANUEL AIRES MATEUS Das portugiesische Architekturbüro Aires Mateus haben die zwei Brüder Manuel und Francisco Aires Mateus zusammen gegründet. Beide studierten an der Faculdade de Arquitectura UT in Lissabon. Mit ihrer klaren Architektursprache haben sie schon verschiedene Architekturpreise, etwa den FAD Architecture and Interiordesign Award gewonnen. Neben ihrer Arbeit im Büro unterrichten beide an der Universidade Autónoma in Lissabon und der Accademia di architettura in Mendrisio. Den Umbau der «Casa no Tempo» hat Manuel Aires Mateus federführend begleitet und gemeinsam mit João Rodrigues das Gebäude zu seinen Ursprüngen zurückgeführt. www.airesmateus.com

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Atrium im September/Oktober 2015 — Portugal


Aires Mateus gestaltet. Der Boden ist mit luftgetrockneten Lehmziegeln gedeckt, die von zwei Brüdern in einer kleinen Manufaktur von Hand gefertigt werden. Darunter liegt eine Fussbodenheizung, die im kühlen Winter für die benötigte Wärme sorgt. Die Holzmöbel und die Küche sind ein Entwurf Manuel Aires Mateus. Weisse Sofas und natürliche Materialien ergänzen die Möblierung. Direkt vor der Küche und dem Wohnzimmer liegt der Pool. «Eigentlich wollte ich gar keinen Pool», sagt der Bauherr. «Wir haben zwei grosse Seen, und wer ein Bad nehmen will, der kann zu den Seen gehen.» Aber der Familie war ein Pool wichtig und als João Rodrigues Manuel Aires Mateus darauf ansprach, erwiderte dieser nur: «Lass mich machen, ich habe eine wirklich gute Idee für einen Pool.» Das Ergebnis ist ein ganz spezielles Schmuckstück geworden. Aires Mateus hat den Pool völlig ohne Stufen gestaltet und lässt ihn flach von einer Ecke auf die andere abfallen. So imitiert er einen natürlichen See. Das Gelände ist an dieser Stelle abschüssig und beim Baden überblickt man die weite Landschaft, sieht den Kühen beim Grasen zu und findet die innere Ruhe, die einem in dieser ursprünglichen Landschaft begegnet. ——

InterSIN ® Schieferfliesen

Auf den grossen Wiesen, die zum Areal der «Casa no Tempo» gehören, haben die Rinder Zugang zu frischem Gras und Wasser.

Weidevieh: Die Rinder von João Rodrigues sind das ganze Jahr draussen.

Naturbad: Die Seen in der Nähe des Hauses können zum Baden und Fischen genutzt werden.

EMOTIONEN

AUS SCHIEFER Die natürliche Eleganz und die Kraft der Ruhe verleihen Wand und Boden einen unverwechselbaren Ausdruck.

NATÜRLICH WERTVOLL ü RATHSCHECK-LIVINGSTYLE.DE


Ausser Haus

Mitten in einer grünen Blätterwelt liegt das Einzimmer-Gästehaus «Casa Quebrada» von UN ARQUITECTURA . Text: Antje Herrmann, Fotos: Natalia Vial

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Atrium im September/Oktober 2015 — Chile


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Pfahlbau: Zwei Volumen mit entgegengesetzt geneigten Pultdächern ergeben eine ansprechende Hütte.

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ie kleine schwarze Hütte auf Stelzen liegt auf einem ein Hektar grossen Grundstück einige Kilometer westlich der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. Der Bauherr wünschte sich ein autark funktionierendes Häuschen für sich selbst, für die Familie und für Gäste. Wohl auf beiderseitigen Vorteil bedacht, sollte dies in einiger Distanz zum Wohnhaus liegen und auf dem grossen Grundstück wurde eine Nische gefunden, die im ganz und gar nicht nachteiligen Abseits liegt. Die Senke eines bewaldeten Tobels scheint zwar nicht der naheliegendste Baugrund für ein Gästehaus zu sein, aber Alejandro Urrutia und Juan Pablo Nazar von UNarquitectos errichteten das «Casa Quebrada» genau dort. Das grosse, schlanke Andenland Chile lockt mit einer extrem grossen landschaftlichen Vielfalt und macht es attraktiv für Einheimische wie für Menschen aus aller Herren Länder. Küste, Seen, Vulkane, Wüsten, Gletscher- und Bergwelt – bestaunt vor Ort oder in ergreifenden Natur-Reportagen – verleihen der Vorstellung vom Land etwas Elysisches. Doch Chile ist kein einfaches Land. Gute Zeiten, schlechte Zeiten und leider auch ganz schlechte Zeiten, wie die während der Pinochet-Diktatur, sind Geschichte und haben dennoch einen Abdruck in der DNA des Landes hinterlassen. Das Zeitgeschehen ist noch immer von Demonstrationen durchwachsen und Aktivisten kämpfen für Land, Leute, Tiere und für den Wald. Wohl dem, der die Möglichkeit hat, hin und wieder aus dem Trubel auszusteigen und sich zumindest für einen Moment der Welt zu entziehen. Genau dafür sollte das Haus bestimmt sein.


«Casa Quebrada», das «Schlucht-Haus», ist ein doppelwandiger Kiefernholzbau aus scheinbar zwei Gebäudevolumen mit entgegengesetzt geneigten, zinkgedeckten Pultdächern. Das Haus hat einen 50 Quadratmeter grossen Raum, in dem gewohnt und geschlafen wird. Eine komplette Gebäudewand ist ein vollflächiges Fenster, das zusammen mit den abgestuften Bodenebenen im Zimmer den Anschein erweckt, man sässe auf einer Tribüne. Ein kleiner Nebenraum beherbergt Bad und Toilette. Am Anfang eines Hausbaus ist es üblicherweise eine der ersten Tätigkeiten, grosses Gerät zu bestellen. Ein Haus im Wald? Also Bäume ab, Pflanzen rausrupfen, baggern, baggern, Bodenplatte, Würmer ade! Der Bauherr und die Architekten bauten «Casa Quebrada» un-

ter der Prämisse «Leben und leben lassen». Kein einziger Baum wurde gefällt, zwar eine Saison Krautschicht zertreten, aber trotzdem so wenig wie möglich in die Natur eingegriffen. Das Gebäude steht auf Pfählen, die in kleine, aber sehr tiefe Punktfundamente eingelassen worden sind. Diese Art Bodenverankerung erhält nicht nur den natürlichen und ökologisch wertvollen Grund, sondern trägt auch zur Erdbebensicherheit bei – die hier bekanntermassen ein grosses Thema ist. Dafür fordern die Stelzen einen eher leichten und bescheidenen, als einen wuchtigen und massiven Bau. Doch die Lage eignet sich sowieso kaum für Bewunderung expressiver Architektur mit prächtigen Fassaden und Formenkunst. Vielmehr für Bewohner, die «bird watching» und

Ahoi: Ohne direkten Bodenkontakt wähnt man sich im grünen Blättermeer wie an Bord eines Schiffes.

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Atrium im September/Oktober 2015 — Chile


Der Bretterboden des Steges ist durchlöchert für die mehr oder weniger dicken Stämme der Bäume.

Grossbildleinwand: Fenster und Oberlicht sind ideal konfiguriert, damit auch im Gebüsch noch genug Licht ins Haus kommt, und natürlich, um Vögel und Sterne zu beobachten.

Käfer zählen nicht öde finden und das Hocken zwischen Baumkronen als wahren Luxus schätzen. Vom Grundstück führt ein Steg in das Tobel und zum Haus. Der Bretterboden ist durchlöchert für die mehr oder weniger dicken Stämme der Bäume und könnte eine metaphorische Brücke sein, die einmal – von tausend Kerzen beleuchtet – alle ins Haus einlädt, oder aber – abgebrochen (oder weggezaubert) – Haus und Gedanken abdriften … und hinaus, hinaus und … davonschwimmen lässt. Während die Ebene um Santiago, die in einem Talkessel am Fluss Río Mapocho liegt, grosse ökologische Probleme aufgrund der zunehmenden Verstädterung hat, war es den Erbauern ein Bedürfnis, Hausbau und Wertschätzung der Natur zu verbinden. Und wenn es auch nur bei einer Geste bleibt, das Haus ist dennoch Ausdruck einer Haltung. Denn schliesslich verdankt «Casa Quebrada» allein seinem frischen Lack, also seinem jugendlichen Äusseren, dass niemand auf die Idee kommt, zu fragen, wer wohl zuerst da war? Die Hütte oder der Wald? ——

Grosses Kino: Der Wohnraum liegt auf verschiedenen Ebenen und das Bett nimmt den Logenplatz ein.

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ARCHITEKTUR: UNarquitectos, Santiago de Chile www.unarquitectura.cl FERTIGSTELLUNG: 2013 GRUNDSTÜCKSGRÖSSE: 1 Hektar WOHNFLÄCHE: 50 m² BAUWEISE: Pfahl-Holzbau/Fichte

UN ARQUITECTURA

Alejandro Urrutia & Juan P. Nazar Alejandro Urrutia und Juan Pablo Nazar schlossen ihr Architekturstudium an der katholischen Universität in Santiago de Chile 2006 ab. Vier Jahre später gründeten sie das Architekturbüro UNarquitectura. Neben relativ kleinen Projekten, wie dem «Casa Quebrada», arbeiten sie auch an grossen Bauvorhaben für private oder öffentliche Bauträger. Die Verlinkung der Disziplinen Architektur, Design und Landschaftsgestaltung ist für sie von grosser Bedeutung. Alejandro und Juan schätzen es ausserdem vom ersten Moment an, sich mit den Wünschen der Bauherren auseinanderzusetzen und so ein Gesamtwerk aus Funktionalität und Ästhetik zu erschaffen. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt der Integration von Architektur in Natur und Umwelt. www.unarquitectura.cl

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Wohnen Küche Schlafen Bad und WC

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DIGITAL

App-laus App-laus! Lassen Sie Wohnkultur in Ihr Tablet einziehen! Ab sofort können Sie unsere Zeitschrift überall und jederzeit digital lesen. Zusätzlich gibt es auch die Jahrespublikationen aus dem Archithema Verlag als digitale Versionen.

lles da! In der neuen Atrium App finden Sie alle Publikationen unseres Hauses ab dem Jahr 2014 vereint und haben somit Zugriff auf eine unendliche Sammlung an Inspiration für zu Hause und unterwegs. Unsere Abonnenten werden besonders belohnt: Neben der Printausgabe erhalten Sie mit Ihrer Abonnentennummer und Ihrer Postleitzahl einen kostenlosen Zugriff auf die digitale Version. Genauere Informationen finden Sie unter: www.atrium-magazin.de/emag

Die Einzelausgabe gibt es für nur Euro 6.99, und wenn Sie keine der 6 Ausgaben im Jahr verpassen möchten, dann ist das Digitalabo für Euro 29.99 für Sie genau das Richtige.

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FOKUS

Unser Gesprächspartner STEFAN MENDEN ist Geschäftsmann und Globetrotter und machte aus seiner Passion einen Beruf. Er und sein Team entwickelten die Online-Plattform «Secret Escapes», die Hotelangebote im Luxusbereich zu super Konditionen anbietet. Die Site präsentiert Destinationen weltweit und inspiriert auch notorische «Zuhausebleiber» dazu, spontan die Koffer zu packen. www.secretescapes.com

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Residieren statt übernachten Die Onlineplattform «Secret Escapes» nährt Träume vom «Einfach-mal-weg-sein». Wir fragten Geschäftsführer STEFAN MENDEN zu seiner Idee. Interview: Antje Herrmann

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Atrium im September/Oktober — Fokus


Marktführer für Luxushotel- und Reiseangebote. Die Mehrheit der Buchungen unserer Kunden geschehen aus einem Impuls heraus, sich etwas Besonderes zu gönnen – sie hatten eigentlich nicht vor, eine Reise zu buchen. Woher rührt Ihre persönliche Ambition zum Reisen? SM: Ich bin privat wie geschäftlich Vielreisender und schätze den feinen Unterschied, den eine besondere Hotelerfahrung mit sich bringt, sehr. Schon mein erstes Schulpraktikum war in einem Reisebüro – so schliesst sich der Kreis und ich konnte mit «Secret Escapes» eine private Passion zum Beruf machen. Welche Angebote sind momentan besonders gefragt? Gibt es Urlaub-Trends? SM: Sardinien und New York sind gerade sehr beliebt. Gibt es noch so etwas wie Geheimtipps? SM: Ja, die gibt es. Gerade Boutique-Hotels, die keiner grösseren Kette angehören, sind oftmals einzigartig. Viele unserer Partnerhotels sind wahre Bilderbuch-Hotels, die beispielsweise in einer einsamen Bucht oder romantisch an einem See liegen und dabei Fünfsternekomfort bieten. Genau diese Kombination aus Alltagsflucht, Traumziel und «Sich-verwöhnen-lassen» ist es, was die Sehnsucht unserer Kunden weckt und sie zur Buchung inspiriert. Traumhaft: Geheime Ziele wie diese auf Hawaii finden Sie zu besonders guten Konditionen auf www.secretescapes.com

S

ie sind Geschäftsführer der Online-Plattform «Secret Escapes» und Chef des gleichnamigen Unternehmens. Was erwartet mich auf Ihrer Website und was ist die Idee hinter der Plattform? STEFAN MENDEN: Unsere Mission bei «Secret Escapes» ist es, Menschen zu einer Reise oder einem Ausflug zu inspirieren. Wir sind der Online-Shoppingclub für handverlesene Luxusreisen zu exklusiven Mitgliederpreisen. Das bedeutet: Wer sich als Mitglied auf unserer Plattform www.secretescapes.ch registriert, bekommt wöchentlich neue und limitierte Luxus-Reiseangebote von besonderen Hotels angeboten. Unsere Mitglieder erhalten exklusive Annehmlichkeiten und zahlen einen günstigeren Preis als anderswo im Internet. Weltweit haben wir bereits zehn Millionen Mitglieder, in Europa sind wir Online-

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Die Sommersaison ist in vollem Gange. Aber gibt es auch schon Reisetipps für die kommende Herbst- /Wintersaison? SM: Wenn es bei uns draussen kalt ist, stehen Wellness-Angebote hoch im Kurs. Verwöhn-Wochenenden in den Alpen werden im Herbst viel gebucht. Im Winter kommen dann Skiferien und Fernreisen in wärmere Länder hinzu. «Secret Escapes» bietet Übernachtungen mit Preisnachlässen von einigen Prozenten bis zu fast 70 Prozent. Ist eine solch heftige Reduktion darauf zurückzuführen, dass es sich um weniger gefragte Hotels handelt und diese vielleicht auch nicht besonders attraktiv sind? SM: Ganz im Gegenteil – unsere Partnerhotels müssen sehr hohe Anforderungen er-

Stadt, Land, Fluss: Ob Ausflug oder Rückzug – Angebote für alle Reisepläne.

Zuschnappen: «Secret Escapes» macht Angebote mit bis zu 70 Prozent Preisreduktion.

füllen. Es handelt sich nur um hochwertige Luxus-, Design- und Boutique-Hotels. Wir haben ein Expertenteam, das jedes Hotel sorgfältig nach verschiedenen Kriterien auswählt. Dazu zählen beispielsweise Komfort, Service und Lage. Doch auch sehr gefragte Luxushotels wollen keine leeren Zimmer und suchen neue Kunden. Da es nicht zum Konzept eines Luxushotels passt, diese Zimmer auf Schnäppchenportalen zu vermarkten, geben wir ihnen die Möglichkeit, bei uns einer anspruchsvollen Zielgruppe in einem limitierten Zeitraum günstigere Preise zu bieten. Da diese Angebote nur für unsere Mitglieder sichtbar sind, ist es für die Hotels ein guter Vertriebskanal, um freie Kapazitäten zu füllen. Die Ferienreise wird vom Kunden online gebucht. Haben sich Menschen daran gewöhnt, Dinge – auch teure – im Netz zu kaufen beziehungsweise zu buchen. Was ist der Vorteil gegenüber einem althergebrachten Reisebüro? SM: Ja, auch im Luxussegment hat sich der Online-Kauf durchgesetzt. Hier ersetzt «Secret Escapes» mit seiner hochwertigen Vorauswahl die Beratung im Reisebüro. Es ist schlicht bequemer – der Kunde sitzt abends auf dem Sofa, klickt sich durch die Angebote und lässt sich inspirieren. Das spielt im Reisebereich eine wichtige Rolle – deshalb setzten wir bei der Darstellung unserer Angebote sehr stark auf Bilder. Als starke Marke haben wir das volle Vertrauen unserer Kunden. Woher wissen Sie als Anbieter, wer Ihre Kunden sind und was sie wollen? SM: Hier nutzen wir unsere Stärke als datengetriebenes Online-Unternehmen: Wir werten ständig die Real-Time-Daten aus, um zu erkennen, was besonders gut ankommt. Mit diesen Daten, die ein normales Reisebüro nicht hat, und unseren Reiseexperten können wir unser Angebot ständig optimieren. Wann machen Sie Ihre nächsten Ferien und wohin geht es? SM: Bei mir stehen aktuell die Flitterwochen an. Ich habe ein «Secret Escapes»-Angebot auf Sansibar gebucht. Im Frühjahr war ich in Myanmar und im Herbst in Oman – auch privat immer auf der Suche nach besonderen —— Hotels.


Natürliche Symbiose Alberto Ponis’ Häuser in Sardinien sind einmalige Bauwerke, die sich dialogisch in die Landschaft einfügen. Text: Susanna Koeberle, Fotos: Reiner Blunck (4), Alberto Ponis (2)

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arum Ziegelsteine?», lautete eine der Schlussfragen aus dem Publikum, die dem Architekten Alberto Ponis anlässlich eines Vortrags am Tessiner Architekturinstitut i2a gestellt wurde. Das war 2009. «Die Antwort kam mir erst viel später in den Sinn», erzählt der über 80-jährige Baumeister heuer im Gespräch. Alberto Ponis’ Häuser wachsen wie Pflanzen aus der Landschaft heraus, nutzen wie diese jeden erdenklichen Zwischenraum, sind Teil der zerklüfteten sardischen Natur, ohne jedoch darin unterzugehen. Ziegelsteine besitzen nicht nur eine grosse formale Anpassungsfähigkeit, sie sind zugeich ein ortsübliches Baumaterial, das auch optisch mit den Farben der Umgebung harmoniert und sich gleichsam chamäleontisch an sie assimiliert. So einfach kann Architektur sein – einfach, nicht banal. «Die Landschaft diktiert den Entwurf, ich denke nicht gross nach, meine Arbeit beim Zeichnen eines Hauses ist instinktiv, sehr bodennah», berichtet Ponis. Das klingt zunächst nicht spektakulär, doch dieses Feingefühl ist eine dieser raren Gaben, die man nicht an der Universität erlernen kann. Der Architekt lässt die Landschaft als Koautorin und Komplizin

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zu. Dies hat zur Folge, dass sich jedes Bauwerk an die lokale Beschaffenheit anpasst, quasi an den einzelnen Felsen andockt; dadurch wird es zum Unikat. Gerade dieser Umstand macht eine zeitliche Einordnung unmöglich. Man kann bei den von Ponis in Sardinien innerhalb der letzten 40 Jahren erbauten Häusern kaum sagen, aus welchem Jahrzehnt sie stammen. Die Bauten sind alle miteinander verwandt und doch ist jedes Haus anders. Spricht man Alberto Ponis auf heutige expressive Architektur an, merkt man schnell, was er davon hält. «Eklatante Gesten haben in der Architektur ein kurzes Leben», meint er lakonisch. Im Gegensatz dazu kommen die von Ponis entworfenen Häuser bescheiden und leise daher, sie sind integraler Bestandteil der Landschaft und erscheinen nicht als der Umgebung hinzugefügter Fremdkörper, vielmehr als deren Erweiterung. Eine ähnlich intensive Beziehung, die der Architekt mit dem vorgefundenen Kontext eingeht, muss für Ponis auch mit dem Bauherren stattfinden. «Umfeld, Bewohner, Architekt: das sind die Akteure, die es braucht, damit gute Architektur zustande kommt. Keines dieser drei Elemente darf fehlen», lautet seine Devise, die er wahrscheinlich ungern Philosophie nennen

Links: Mit dem präzis in die Felsen eingepassten Pool rückt Ponis das Element Wasser noch mehr in die Nähe. Oben: Haus und Felsen gehen eine symbiotische Beziehung ein, ohne miteinander zu verschmelzen.


würde, sondern ganz schlicht als Notwendigkeit sieht. Im vorliegenden Fall waren die Grundvoraussetzungen für das perfekte Haus «ideal», wie Ponis erzählt. Der Entwurf existierte schon für einen Bauherren, dem das Unterfangen schliesslich zu abenteuerlich war. Dem neuen Bauherren gefiel Ponis’ Vorschlag auf Anhieb, in einem paritätischen Dialog wurden einige Anpassungen vorgenommen. Der hexagonale Grundriss umschliesst einen mittleren, halboffenen Hof, der das geschützte Zentrum des Hauses bildet. Dieses nach innen gewandte Element verleiht dem Haus eine fast klösterliche Ausstrahlung. Scheinbare Einfachheit

Oben: Das Haus hat etwas von einer Festung. Unten: Der mittlere Hof gleicht einer Piazza. Hier kann man im Schatten speisen.

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Da das Gelände extrem steil ist, war es notwendig, ein unteres Stockwerk hinzuzufügen, was für Bauten von Ponis eine Ausnahme darstellt. Abgesehen davon besitzt der Entwurf die für Ponis’ Werk typischen Merkmale. Für das Mauerwerk wurden ausschliesslich Steine verwendet, die dem Gelände für den Bau entnommen wurden. Das verstärkt die symbiotische Beziehung mit der Umgebung. Damit ist vor allem die felsige Landschaft gemeint, viel eher als die Lage am Meer. Das Element Wasser wurde mit dem präzis in die Landschaft eingepassten Pool in die Nähe geholt. Zwei steinerne Treppen führen zum Wasserbecken, dessen Form diejenige des inneren Hofes aufnimmt. Trotz seiner scheinbaren Einfachheit besitzt das Haus eine durchdachte, wohlkomponierte Struktur. Betrachtet man die Grundrisse von Ponis’ Häusern, frappiert ihre Formendiversität. Diese rührt von der aufmerksamen Lektüre des je singulären Geländes, in das sie zu stehen kommen. In Kombination mit dem gezielt eingesetzten Materialkanon und der elaborierten Formensprache entstehen kleine Meisterwerke. Oder —— einfach Lieblingshäuser. Atrium im September/Oktober 2015 — Sardinien


Ponis’ Bauten sind alle miteinander verwandt und doch ist jedes Haus einzigartig.

Durchblick: Ponis überlässt keine Öffnung dem Zufall, seine Grundrisse sind äusserst durchdacht.

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Schnitt

Eingebettet: Ponis’ Häuser sind Solitäre in der wilden sardischen Natur. Grundrisse

ARCHITEKTUR: Alberto Ponis BAUBEGINN: 1996 FERTIGSTELLUNG: 1998 GRUNDSTÜCKSGRÖSSE: 3000 m² WOHNFLÄCHE: 190 m² BAUWEISE: Traditionelle Bauweise, Bäder und Küche aus «Pietra di prun»-Marmor MITWIRKENDE SPEZIALISTEN: Bau des ganzen Hauses ausgeführt durch das lokale Bauunternehmen Salvatore Nattivi

ALBERTO PONIS

Architekt, Sardinien Alberto Ponis wird 1933 in Nervi bei Genua geboren und studiert in Florenz Architektur. Nach seinem Studium arbeitet er zwischen 1960 und 1964 in London im Büro von Ernö Goldfinger sowie bei Denys Lasdun. Durch eines der ersten eigenen Projekte, die er während seiner Londonzeit entwirft, verschlägt es den jungen Architekten nach Sardinien, wo er bald mehrere Aufträge erhält. Er findet dort ein Haus und zieht 1964 nach Palau. Ponis ist begeistert vom Genius Loci der Insel. Mit seiner einfühlsamen Arbeit kreiert er Bauten abseits der üblichen, für Touristen geschaffenen Villen: Einzelstücke, die aus dem intensiven Dialog mit der Landschaft entstehen. Die Bauten nehmen auf bestehende Typologien des Ortes Bezug, sind aber dennoch eigenständige Entwürfe, die mit ihren geometrischen Formen auch einen Kontrapunkt zur Umgebung setzen. Neben der Architektur ist Malerei für Alberto Ponis ein wichtiger Ausdruck seiner Kreativität. SK

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Buchtipp THE INHABITED PATHWAY: Das Buch liefert eine Einführung in Ponis’ Werk in Sardinien und zeigt seine Reinterpretation traditioneller Bauten der Gegend. Es fokussiert dabei auf acht Häuser, die zwischen 1965 und 1998 entstanden sind. Mit Essays von Sebastiano Brandolini, Alberto Ponis und Jonathan Sergison. Pläne und Zeichnungen ergänzen die wunderschönen Fotografien. www.park-books.com Atrium im September/Oktober 2015 — Sardinien


Kollektion

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Berge, Schnee und gute Architektur: Haus in Alvaneu Dorf im Einklang mit der Natur. Stadthaus in London, Loft in Paris mit Wohlfühlatmosphäre, Neuheiten im Bad- und Wellnessbereich

Leben mit Kunst: Giovanni Springmeiers Kunstsammlung in Berlin, Hort für zeitgenössische Kunst in Engadiner Patrizierhaus, Erwin Wurms Kunst in einem alten Schloss in Wien. Spezial: Wand & Boden

Fokus Brasilien: Architektur und Designgeschichte aus dem aufstrebenden Land Südamerikas, Neuheiten von der IMM Cologne, Spezialthemen: Outdoormöbel und Accessoires für den Garten

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Umsichtig renovierte Jugendstilwohnung in Barcelona, Hofhäuser mit Aussicht bei Zürich, Familienleben über den Dächern von Mailand, News und Trends vom Salone Milano, Bad & Wellness

Fokus: Am Stadtrand. Schräge Villa in Versailles, fantasievolles Peter-Pan-Haus in der grünen Waldlandschaft von Ibiza, Altbauwohnung in Berlin Schöneberg, Moderne Technik in der Küche

Fokus: Umbau. Aus einer Hafenkneipe in Amsterdam wird ein ungewöhnliches Wohnhaus, Lübeck: Rückführung eines Bürgerhauses zu einer Wohnung, Holzhaus auf der Finnischen Seenplatte

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Die Wirkung der Wände

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Die Architekten WESPI DE MEURON ROMEO haben im Tessin ein circa 200 Jahre altes Gebäude radikal umgebaut. Durch die Betonung der Natursteinwände ist ihnen eine Mischung aus zeitgemässem und zugleich burgartigem Feriendomizil gelungen. Text: Katharina Schäfer, Fotos: Hannes Henz

Die Architekten integrierten das gesetzlich vorgeschriebene Schrägdach in die alten Steinaussenwände, was dem Gebäude von aussen einen burgartigen Ausdruck verleiht.

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«Es war Liebe auf den zweiten Blick. Das Potenzial war bei der ersten Besichtigung nicht gleich zu erkennen.» MARKUS WESPI, ARCHITEKT

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s war Liebe auf den zweiten Blick», berichtet der Architekt Markus Wespi vom Tessiner Büro Wespi de Meuron Romeo. Die Architekten waren im Zusammenhang mit zwei anderen Baustellen bereits oft an diesem Gebäude im Ortskern von Scaiano vorbeigekommen. Das circa 200 Jahre alte Haupthaus und sein etwas jüngerer Anbau waren seit zwanzig Jahren unbewohnt und nur mit einem provisorischen Dach vor dem Verfall geschützt. «Die alten Natursteinmauern haben uns schon damals fasziniert. Doch bei der ersten Besichtigung war dann das Potenzial doch nicht gleich zu erkennen», erinnert sich Markus Wespi. Bis auf den Gewölbekeller waren alle Innenwände verputzt oder mit Holztäfer verdeckt, alles war mit Gerümpel vollgestellt und wirkte düster. Lediglich im obersten Geschoss gab es eine knappe Aussicht auf den See. Von einer Dachterrasse ganz zu schweigen. Die Bauherren, die seit über zehn Jahren ihre Ferien in Scaiano verbringen, waren sich beim Kauf des alten Gemäuers wohl trotzdem sicher, dass es die Architekten schaffen würden, daraus ein zeitgemässes Feriendomizil zu gestalten. «Sie hatten einige Gebäude von uns gesehen, und da ihnen unsere Art umzubauen gefiel, liessen sie uns ziemlich freie Hand», so der Architekt. Die einzigen Vorgaben waren eine offene Küche, Aussicht auf den See und möglichst viel Stein. Projekt Schlaufe Ursprünglich wurden zwei Wohneinheiten geplant. Doch als sich abzeichnete, dass durch eine neue kantonale Regelung kein Flachdach

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mehr bewilligt werden würde, entschied man sich, nur eine Wohnung zu implantieren. «Die Projektentwicklung drehte so zwar eine Schlaufe, doch dank der Reduktion des Raumbedarfs wurde es möglich, mit einer nach innen versetzten Glasfassade die nutzbare Fläche der Räume zu verkleinern und dadurch viele Vorteile zu gewinnen», erläutert Wespi. Diesen Kniff wendeten die Architekten bereits bei einem Neubau in Ranzo an. Ein 60 Zentimeter von der Steinwand zurückversetzter thermischer Gebäudeabschluss aus Glas ermöglicht es, zenitales Licht bis in die unteren Geschosse zu führen und bereichert mit den Reflexionen der Sonne auf den inneren Steinwänden die Stimmung im Haus. Zudem konnte die Natursteinwand so überhaupt sichtbar belassen werden. Alle anderen Aussenwände wurden von innen mit Ytong gedämmt und steingrau verputzt. Die Fugen der Natursteinwand wurden ausgekratzt und mit Kalkputz im traditionellen Rasa-Pietra-

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Links oben: Alle Aussenwände, bis auf die Seite mit der neuen Glasfassade, wurden von innen mit Ytong gedämmt und steingrau verputzt. Links unten: Ein neuer Durchgang führt auf die neue Dachterrasse des seitlichen Anbaus. Alle Elemente, wie Küchenzeile und Sitzbank, sind mural ausgebildet. Rechts oben: Das Schrägdach des Anbaus wurde durch eine Dachterrasse mit massiven Mauerbrüstungen und natursteingepflastertem Boden ersetzt.


Durch die 60 Zentimeter zurückversetzte Glasfassade fällt zenitales Licht bis in die unteren Geschosse. Die grosse Öffnung war früher der Haupteingang im Obergeschoss.

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«Durch die innere Glasfassade wird zwar Nutzfläche reduziert, aber dafür Licht und mehr gewonnen.» MARKUS WESPI, ARCHITEKT

Verfahren verspachtelt. Besonders wichtig für den Erhalt der alten Natursteinwände ist die gute Abdichtung der Mauerkronen gegen Feuchtigkeit von oben. Diesen Schutz erfüllen die beiden armierten Betonkranzabschlüsse, die anstelle der alten Schrägdächer nun für eine zusätzliche Aussteifung der Gebäudehülle sorgen. Neuer Zugang Ursprünglich war der Eingang zu den Wohnräumen oberhalb des Gewölbekellers seitlich am Hang. Als dort etwas später der Anbau mit einer Traubenschnapsbrennerei im Erdgeschoss hinzukam, wurde der Eingang an die Hauptfassade verlegt und dort eine steinerne Aussentreppe angebaut. Dieses schöne Element entschieden die Architekten nun zu opfern. «Es hätte auf jeden Fall ein Treppengeländer ergänzt werden müssen, um die heutigen Sicherheitsvorschriften zu erfüllen, und dann wäre die Treppe sowieso nicht mehr original gewesen», begründet Markus Wespi das Vorgehen. «Ausserdem gewinnt der Ort so eine kleine Piazza vor dem Haus zurück, mit Brunnen und Sitzbank zum Verweilen.» Ohne die Aussentreppe und den Dachüberstand wird die Kraft der archaischen Steinwände hervorgehoben. «Die freigelegten Mauerkronen lassen das Gebäude nun fast wie eine Burg wirken», bemerkt der Architekt und erklärt weiter: «Das Gebäude fügt sich so auf selbstverständliche Weise mit einer modernen und zugleich fast antiken Ausstrahlung in den Kontext.» Anstelle des Zugangs über die Aussentreppe musste ein neuer Weg ins Gebäude gefunden werden. Dafür wählten die Architekten den ebenerdigen Gewölbekeller und frästen im hinteren Bereich eine Öffnung in die meterdicke Steinwand. Nun fungiert der Gewölbekeller als Entrée, unterteilt in einen unbeheizten und einen beheizten Bereich mit Garderobe und einer kleinen Nasszelle. Vom unbeheizten Teil geht es ein paar Stufen hinauf in die ehemalige Traubenschnapsbrennerei. Den zugemauerten Rund-

Oben: Mit dem internen Zugang aus dem Gewölbekeller ist die Wegführung im unteren Teil komplett neu und im oberen Teil an die bestehende Treppe angelehnt. Unten: Der neu in den Gewölbekeller gefräste Durchgang ermöglicht die interne Erschliessung der oberen Geschosse.

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«Ohne die alte Aussentreppe gewinnt der Ort eine kleine Piazza mit Brunnen und Bank zurück.» MARKUS WESPI, ARCHITEKT

bogen dorthin legten die Architekten wieder frei und funktionierten den Raum zu einer kühlen Sommerloggia um, von der aus es wieder hinaus in den seitlichen Hof geht. Neues Niveau Alle Holzbalkendecken wurden durch Betondecken ersetzt. Die Niveaus im Haupthaus sind plus minus dieselben wie zuvor. Im Anbau hingegen weichen die neuen Geschossdecken um rund einen Meter ab. «Hier wurden aus drei Geschossen zwei gemacht, um eine zeitgemässere Raumhöhe zu erhalten», erklärt der Architekt. «Die Kombination von neuen Geschossdecken mit alten Fassadenöffnungen sorgt zusätzlich für einen modernen Ausdruck. Sowohl von aussen, wo bei erleuchteten Fenstern in der Dunkelheit abzulesen ist, wie eine Deckenstirn mittig hinter der Öffnung in der Aussenmauer entlang läuft, als auch innen, wenn Öffnungen in der Steinwand ungewöhnlich knapp über dem Boden oder unter der Decke Ausblick gewähren. Was die zeitgemässe Haustechnik und damit den Wohnkomfort angeht, waren die Möglichkeiten beschränkt. «Eine Erdsonde war aus dem schlichten Grund nicht möglich, dass die Maschinen zur Bohrung nicht durch die engen Gassen gepasst hätten», erklärt Wespi. Eine Ölheizung kam natürlich auch nicht infrage, also entschied man sich für eine Luft-WasserWärmepumpe. Ein leises Modell, das in einem minimalistischen Kubus aus Cortenstahl neben dem Gebäude steht und Energie für die Fussbodenheizung liefert. Auch die Installation des Bauplatzes war speziell. Aus Lärmgründen verzichtet man auf eine Motorkarette oder die Anlieferung per Helikopter, die in der Region verständlicherweise auf immer mehr Widerstand stösst. Dem Baumeister gelang es schliesslich, einen Kran zu finden, der lang genug war, um vom 40 Meter entfernten Parkplatz die Baustelle zu bedienen, und kurz genug, um über die kurvigen Strassen bis dorthin transportiert zu werden. Mit Respekt, Rücksicht und kreativen Ideen vom Entwurf bis zur Fertigstellung ist in Scaiano somit ein weiteres Stück neue Architekturgeschichte geschrieben worden. ——

Oben (nachher): Die kantigen Mauerkronen erinnern an eine mittelalterliche Burg. Das grosse Fenster verrät zugleich den zeitgemässen Umbau. Unten (vorher): Schrägdächer mit Dachüberstand, eine Aussentreppe und seit zwanzig Jahren unbewohnt.

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Atrium im September/Oktober — Tessin/Schweiz


Dachgeschoss 1 2

Wohn/Essraum Dachterrasse

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WESPI DE MEURON ROMEO ARCHITEKTEN

Caviano, Tessin, Schweiz Markus Wespi (Mitte) führt seit 1984 ein eigenes Architekturbüro im Tessin. Im Jahr 2002 stiess Jérôme de Meuron (links) dazu und 2012 wurde als dritter Partner Luca Romeo (rechts) ins Boot geholt. Seit Beginn ihrer Tätigkeit im Tessin, aber auch in der Deutschschweiz und sogar über die Schweizer Grenze hinaus, ist das Büro für seine radikalen, im Detail durchgezogenen Bauten bekannt. Auch der reduzierte Umgang mit den Materialien zeichnet die Arbeiten von Wespi de Meuron Romeo aus. Dabei fühlen sie sich sowohl im Um- als auch im Neubau zu Hause, wobei der Fokus immer auf dem Wohnen liegt und darauf, den Umgang mit der Landschaft und mit den traditionellen Werten und Handwerksgewohnheiten der Umgebung abzustimmen.

Obergeschoss 1 2

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Schlafzimmer WC

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ARCHITEKTUR: Wespi de Meuron Romeo Architekten, Caviano BAUBEGINN: 2013 FERTIGSTELLUNG: 2014 WOHNFLÄCHE: ca. 70 m²

Erdgeschoss (Gewölbekeller) 3 2

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Entrée unbeheizt Entrée beheizt Dusche Haustechnik Sommerloggia Wärmepumpe

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BAUWEISE: Saniertes Bruchsteinmauerwerk; Decken und Wände im Innenbereich: Ortbeton, mit Ytong gedämmt; raumhohe, innere Verglasung MITWIRKENDE SPEZIALISTEN: Bauingenieur: De Giorgi & Partners, Muralto; Bauphysik: IFEC Consulenze SA, Rivera; Zimmermann: GRG Carpenteria Sagl, Riazzino; Baumeister: Cassaniti + Walzer SA, Tegna


SPEZIAL KÜCHE

Vorhang auf! Eine zeitgemässe Küche ist mehr denn je auch ein repräsentativer Ort, an dem sich sowohl die Familie als auch Hightech und Schönheit zu Hause fühlen. Redaktion: Antje Herrmann

SieMatic Die SieMatic-Stilwelt «Urban» liess sich inspirieren sowohl vom bewegten und nie steten Stadtleben als auch von der Beliebtheit von historisch Gewachsenem. Als charakteristischstes Element und Highlight wurde deshalb das Küchen-Buffet «SieMatic 29» präsentiert. Dieses Solitärmöbel (links im Bild) ist eine Hommage an den guten alten Küchenschrank, der dank seiner frischen und zeitgemässen Interpretation höchst funktional und flexibel ist. Ein Fussgestell verleiht dem Buffet Leichtigkeit und kontrastiert so die massiven, fix verorteten Küchenmöbel. www.siematic.com

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Atrium im September/Oktober — Spezial Küche


Alno Beim Modell «Alnocera» tragen Fronten, Arbeitsplatten und Verkleidungen einen Keramikmantel. Er ist nur drei Millimeter dünn, aber stark und besteht aus einem Guss. Bei wechselndem Licht weckt seine Struktur ein faszinierendes Spiel aus Schatten und Kontrasten. Der Naturstoff ist obendrein pflegeleicht, hitzebeständig – und recycelbar. «Alnocera» gibt es in drei verschieden dunklen oder in einer elfenbeinfarbenen Nuance. www.alno.com

Scavolini Die viel besagte Verschmelzung von Wohnraum und Küche zeigen auch die Möbellösungen von Scavolini. Das «Foodshelf» ist ein Regal sowohl für Bücher, CDs, Accessoires als auch für Geschirr und Lebensmittel. Es kann als Link zwischen zwei Lebens- und Funktionsbereichen gelten. Verschiedene geschlossene und offene Elemente werden bei «Foodshelf» von markanten, horizontalen Brettern getragen. www.scavolini.com

Sprinz Für stimmungsvolles Licht in der Küche sorgt diese Rückwand aus sechs Millimeter starkem Einscheiben-Sicherheitsglas. Die integrierte LED-Technik sorgt für ein zeitgemässes Ambiente und eine homogene Lichtverteilung. Schatten werden reduziert und bis zu drei Meter Arbeitsfläche können fugenfrei, dimmbar und weitgehend blendfrei ausgeleuchtet werden. Mit einer Lebensdauer bis zu 50 000 Stunden ist LED besonders langlebig. Bis zu 70 Prozent Energie können eingespart werden. www.sprinz.eu

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Wiedemann Werkstätten Die Küche «Edelstahl S» von Wiedemann Werkstätten zeigt, dass trotz vieler Materialneuheiten Edelstahl nach wie vor eines der bevorzugtesten Materialien im Küchenbau ist. So ist Edelstahl neben seiner vielen bekannten Vorzüge immer noch das geeignetste Material, einer privaten Küche einen Hauch Profikochstudio zu verleihen. Das hier gezeigte Modell hat Arbeitsflächen aus gebogenem Edelstahl mit sogenannter Wirbelfinish-Oberfläche. Der Dunstabzug aus Schwarzstahl verbirgt sich hinter einer Art vorgesetzter Wand und wird nicht mehr als Gerät wahrgenommen. www.wiedemann-werkstaetten.de

Daniel Küchen Der Küchenspezialist «Daniel Küchen» in Potsdam ist Fachvertreter von «SieMatic» Küchen. Das Foto zeigt ein Ensemble aus dem Programm «S2» in Flanellgrau. Die Abdeckung aus Keramik in schlichter Betonoptik ist eine Fortführung der dünnen Wangenführung. Die Rückwand in grauem Parsolglas sorgt für räumliche Tiefe. Die Geräteausstattung stammt von Miele und Gaggenau. www.daniel-potsdam.de

Dada Das Modell «Vela» ist ein schlichtes, zeitloses Küchenmöbel von Dada (Molteni & C) und ein Beispiel diskret integrierter Küchentechnologie. Raffinierte Details, Mechanismen zur Türöffnung oder Einbaugeräte werden mit einer unaufgeregten Hülle umschlossen. Hightech-Herstellungsverfahren ermöglichen die Verarbeitung sehr dünner Elemente. Ob Fronten oder Arbeitsplatte, keine ist über dreizehn Millimeter dick. Die horizontale Unterteilung und Anordnung wirken grafisch und elegant. www.molteni.it, www.dada-kitchens.com

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Atrium im September/Oktober — Spezial Küche


Leicht Das Küchenmodell «Classic-FS» nach dem Gestaltungskonzept «Xtend+» hat oberhalb der Arbeitsplatte ein Aluminiumregal mit einzeln beleuchteten Böden, das mit horizontalen Lamellen auf Knopfdruck vollständig oder teilweise verschlossen werden kann. Damit ist die klassische Dreiteilung Oberschrank-Nische-Unterschrank aufgehoben, es entsteht ganz nach Wunsch und Situation eine ruhige geschlossene Wandfläche. www.leicht.com

Antolini Luigi Das italienische Unternehmen «Antolini Luigi» ist einer der Marktführer im Bereich Naturstein. Ihr innovatives Produkt «Zerobact» sind Steinplatten, die mit einer speziellen, ionenbasierten Nanotechnologie eine bakteriostatische Oberflächenbeschaffenheit erhalten haben. Das Verfahren lässt Farbe und Aussehen des Steines unverändert und macht das Material im Küchenbereich, wo Gesundheits-Aspekte im Vordergrund stehen, besonders sinnvoll. www.antolini.com

Varenna Poliform Der weisse Kubus im Bild hat eine versenkte Griffleiste und glänzend lackierte Fronten. Andere Versionen können aus Stahl, aus Corian oder aus verschiedenen Holzarten sein, wie zum Beispiel Nussbaum, Eiche oder Ulme. Sowohl technische Lösungen und Stile als auch die Freiheit in der Zusammenstellung und Materialwahl entsprechen dem Poliform-Konzept. www.poliform.it

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Bulthaup Dieses Beispiel aus dem Bulthaup-Repertoire zeigt eine Kombination aus «bulthaup b2»- und «bulthaup b3»-Elementen in unterschiedlichen Höhen und Tiefen, Farben und Materialien. Die Glaspaneele werden mit einer schwarzgrauen Küchenzeile aus Eichenholz mit Struktur-Sägeschnitt kontrastiert. Der Monoblock in Edelstahl (im Vordergrund) hat ein integriertes Gas- und Induktionskochfeld. www.bulthaup.de

Poggenpohl Die innovative Küchenarchitektur «+Artesio» bietet ein ganzheitliches Raumkonzept, bei dem Möbeldesign, Wand, Boden und Decke miteinander verschmelzen. Geprägt wird das Design durch den «+Artesio»-Funktionsbogen, der eine architektonische Verbindung schafft und die Grenzen zwischen Küchen- und Wohnbereich aufbricht. Es entsteht ein neuartiger Raum, der vollständig und dennoch räumlich strukturiert ist. www.poggenpohl.com

Raumplus Ein Beispiel für eine Unikatfertigung sind diese Einbauschränke von Raumplus. Die Gleittüren aus dem System «S800» haben tragende Aluminiumprofile, die hinter der Türfüllung aus weiss lackiertem Glas nahezu unsichtbar sind. Die Türen laufen auf Schienen, die in Boden und Decke eingelassen sind, die Regalkomponenten im Inneren sind aus Eiche oder wahlweise aus einem anderen Holz. Das Konzept lässt sich bis zu einer Höhe von 2,75 Meter nahtlos fortsetzen. www.raumplus.com

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Atrium im September/Oktober — Spezial Küche


Vitrealspecchi Das italienische Unternehmen Vitrealspecchi ist Spezialist in Sachen Glas. Eingesetzt wird das Material in Küche, Bad, für Möblierungen aller Art und für Türen und Wände. Das speziell hergestellte Glas «Madras» ist absolut kratzunempfindlich, bruchsicher, hygienisch und eignet sich hervorragend für Anwendungen im Küchenbau. Verschiedene geschliffene Muster auf der Rückseite der Glasplatten sind neu, noch nicht so oft gesehen und wirken lebendig. de.vitrealspecchi.com

minotticucine Minotticucine gilt weltweit als eine der Ikonen des Küchen-Minimalismus und zeichnet sich durch höchste Qualität «made in italy» aus. Optische Geradlinigkeit, visuelle Ruhe und aussergewöhnliche Anmutung, befreit von allem Überflüssigen. Alberto Minotti sagt über seine Vision zur Küche «Terra»: «Ich hatte etwas vor Augen, das trotz seiner Funktionalität dieselbe Kraft ausstrahlt wie die Natur: Beständigkeit, Zeitlosigkeit, Abstraktion.» Die wertvollen, natürlichen Materialien wie Porphyr und Zedernholz machen die Küche zu etwas sehr Kostbarem. www.minotticucine.it

Team7 Das Küchenmodell «Loft» ist wahlweise aus heller Wildeiche oder dunklem Nussbaum gefertigt, und Küchenzeile, Insel und Hochschränke mit integrierten Geräten sind vielfältig kombinierbar. «Diese Küche ist die moderne Landhausküche für den kochbegeisterten Holzliebhaber, der echtes Handwerk und natürliche Materialien schätzt», so der Designer Sebastian Desch. www.team7.at

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SPEZIAL KÜCHE

Platz für Eigenart: Offene Fächer oder geschlossene Schränke, «Salinas» ist flexibel.

Nichts zu verbergen Das neue Küchenmodell «Salinas» von BOFFI . Ein Kommentar der Designerin Patricia Urquiola. Interview: Antje Herrmann Designerin PATRICIA URQUIOLA: Die italienische Designerin mit spanischen Wurzeln arbeitet seit 15 Jahren für Boffi. Ihre unverwechselbare Handschrift lässt sich an all ihren Entwürfen ablesen. Ihre eigene Art, Materialien und handwerkliche Verarbeitungstechniken auszuwählen, verleiht ihren Arbeiten ihren speziellen Charakter. www.patriciaurquiola.com

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üchen von Boffi sind minimalistisch, kompakt, geradlinig. «Salinas» hat einen etwas anderen Charakter. War es Absicht, neben dem klassischen Kunden auch andere Leute anzusprechen? PATRICIA URQUIOLA: Zum sehr hohen Qualitätsanspruch des Unternehmens gehört es dazu, nach Neuem zu suchen und unablässig im Dialog mit der Umwelt zu sein. Es geht nicht nur darum, neue Kunden anzusprechen, sondern um die Frage, wie kann ein Unternehmen, das schon sehr lange Küchen baut, anders an die Aufgabe herangehen. Es war also vielmehr ein inneres Bedürfnis. Atrium im September/Oktober — Spezial Küche


Materialforschung: Für die Fronten wird nach besonders leichten und nachhaltigen Stoffen gesucht.

Stein: Die Abdeckung kann aus dem fortschrittlichen Material Dekton bestehen, oder aber aus traditionellem, sizilianischem Lavastein.

Fotos: Boffi

Selbstbewusst: Das Stahlgerüst bleibt auch mit montierten Fronten sichtbar. Regale beinhalten Lichtquellen und sind Stauraum und Präsentationsplattform in einem.

Welche neuen Wege gingen Sie für «Salinas»? PU: Meine Art zu entwerfen hat immer auch einen experimentellen Part. Meine Attitude zu Design – und so auch zu Küchen – hat bekannterweise einen femininen Zug, aber eigentlich ist mir das gar nicht so wichtig. Für mich war es viel bedeutender, der Küche Eigenschaften wie Leichtigkeit, Anpassungsfähigkeit und Kombinierbarkeit zu verleihen. Ich sehe eine Küche als Maschine, die multifunktional ist und dazu da ist, Speisen zuzubereiten. Aber es gibt so viele andere Dinge, die man in der Küche machen kann. Ich kann hier auch stehen und lesen oder an einem Projekt arbeiten. «Salinas» ist auch eine Maschine, aber eine, die weniger zu verbergen hat.

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Verbergen, nicht verbergen, das ist die Frage … PU: «Salinas» hat einen «unfertigen» Charakter. Leute, die sich für «Salinas» entscheiden, sollen sich in den Prozess der Küchengestaltung einbezogen fühlen. Diese Küche bietet die Möglichkeiten, inspiriert und ermuntert zum Selbstgestalten. Küche und Wohnzimmer sind eins, die einen wählen geschlossene Schränke, andere offene Regale. Es gibt eine Tendenz zu mehr Materialbewusstsein. Ist «Salinas» ein Ausdruck davon? PU: «Salinas» besteht aus einem Stahlgerüst, es bildet eine Art Rückgrat. Diese hier sind schwarz, aber ich dachte auch an oxidierte Oberflächen. Für viele meiner Arbeiten

untersuche ich traditionelle Handwerkstechniken, und es reizt mich herauszufinden, wie Materialien verarbeitet werden. Insofern kann «Salinas» diese Tendenz ausdrücken. Sie ist in vielen verschiedenen Materialkombinationen erhältlich. Aber auch die Struktur kann so viele Varianten haben, dass es nötig wurde, eine Software zur Konfigurierung zu entwickeln. Die Fronten sind zudem auswechselbar. Das macht «Salinas» auch sehr nachhaltig. Ist «Salinas» typisch italienisch? PU: Absolut. Typisch Boffi. Typisch italienisch. Alles made in Italy. www.boffi.com


SPEZIAL KÜCHE

Bora Das Premium-Produkt «Bora Professional» ist ein innovatives Dunstabzugssystem für alle Kochflächenarten. Das System bietet grenzenlose Planungsmöglichkeiten, fügt sich in individuelle Küchendesigns ein, ohne zu dominieren und ist in den Variationen Umluft und Abluft verfügbar. Ein klares Statement sind die Drehknebel aus massivem Edelstahl, die charakteristisch ins Auge stechen und zugleich leicht in der Hand liegen. Zum Produkt gehört die preisgekrönte Kundenfibel als App. www.bora.com

Frischekur und Finetuning Welche Raffinessen sich Geräte- und Armaturenhersteller für ihre Neusten haben einfallen lassen, darf sich sehen lassen. Redaktion: Antje Herrmann

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Vola Das Armaturenmodell «KV1» ist eine Eingriff-Mischarmatur zur Montage auf einer waagrechten Arbeitsfläche. Alle Armaturen des dänischen Unternehmens werden in Handarbeit gefertigt. Hochwertigste Materialien, wie massiver Edelstahl mit einer Speziallegierung, gewährleisten einen besonders hohen Korrosionsschutz und sorgen dafür, dass nichts abplatzen, abblättern oder sich ablösen kann. Die «KV1» ist neu in zeitgemässem, mattem Finish erhältlich. www.vola.de

AEG «Hot 5» ist ein neuer Heisswasserbereiter, der neben kaltem und warmem Wasser auch Heisswasser bis zu 97 Grad Celsius direkt aus der Armatur liefert. Der Drück-Dreh-Mechanismus schützt vor Verbrühung durch versehentliche oder unsachgemässe Bedienung: Erst wenn die rote Tastensperre mit dem Daumen während des Drehvorgangs gedrückt und die Sicherheitssperre somit überbrückt wird, kann Heisswasser fliessen. www.aeg-haustechnik.de

Siemens Der Backofen «iQ700» mit «varioSpeed»-Technologie läutet eine neue Generation Backöfen ein. Innovative Funktionen schaffen es, die Zubereitungsdauer um bis zu 50 Prozent zu verkürzen. Der Ofen ist ausserdem auch Mikrowelle, hat eine Dampfstossfunktion, Sensoren haben im Blick, wann das Essen fertig ist und ein farbiges TFT-Touchdisplay führt durch komplexe Funktionen. www.siemens-home.de

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Quooker Quooker entwickelt seine Heisswasser-Armaturen stetig weiter. So konnte beim neuen Gerät «PRO3-VAQ B» der Aufwand für die Installation sowie die Fehleranfälligkeit reduziert werden. Wie gewohnt verbraucht der Quooker weniger Energie als die Standbyfunktion einer Stereoanlage, liefert bis zu drei Liter kochendheissen Wassers und kann nun auch von einem Laien innerhalb von zehn Minuten installiert werden. www.quooker.de

Bosch Backofen, Einbau-Kaffeevollautomat und Kombisteamer als Module der «Serie 8» ergänzen sich ausgezeichnet und verwandeln eine Küche in eine moderne Werkstatt. Die Arbeit wird erleichtert, Spitzentechnologien ermöglichen eine einfache Bedienung und gutes Design sorgt dafür, dass noch immer auch das Auge mitisst. www.bosch-home.com

Jura Der neue Espresso- und Kaffee-Vollautomat «Z6» von Jura bietet Kaffeeliebhabern Spezialitäten in höchster Kaffeebar-Qualität. Der neu entwickelte Puls-Extraktionsprozess bringt das volle Bouquet der Aromen zum Erblühen. Daneben besticht die satinsilberne «Z6» mit den Jura-typischen Charakteristika: elegantes Design in klaren Linien, eine kompakte und funktionale Form sowie eine einfache und intuitive Bedienung. www.jura.com

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Miele Mit dem neuen «DGM 6800», einer Kombination aus Dampfgarer und Mikrowelle, bietet Miele das perfekte Gerät – zwei in einem – für die, die sich nicht entscheiden können oder wollen. Neben vielen praktischen Funktionen erhitzt das Gerät eine Tasse Kakao oder Milch auf Tastendruck. www.miele.de

Franke Bequem und ohne Hindernisse in der eigenen Küche zurechtzukommen, diesem Wunsch kommt Franke mit dem «Argos Care Center» nach. Das nur zehn Zentimeter tiefe, extraflache Becken ist besonders benutzerfreundlich. Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ist es eine willkommene Erleichterung und eine grosse Hilfe, selbstständig Küchenarbeiten ausführen zu können. www.franke.de

Blanco Heute setzt man vielfach wieder auf ein einziges, geräumiges Spülbecken und verzichtet dafür auf das Resteund Zusatzbecken. Platzmangel beim Abspülen ist damit passé, da sich auch sperrige Utensilien einfach im grossvolumigen Becken reinigen lassen. Die elegante Edelstahl-Spüle «Blanco Divon II 5-IF» verfügt über ein solches extra gros-ses Becken. Mit ihrer klaren Formensprache, ihrem markanten Beckenradius und edlen Glanzgrad ist «Divon» ein Eyecatcher, besonders in puristisch gestalteten Küchen. www.blanco-germany.com/de

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Gaggenau Die Muldenlüftung «VL 414» ist eine elegante Alternative zur klassischen Esse. Dämpfe und Gerüche werden leise und effektiv direkt am Kochgeschehen nach unten abgesaugt. Die Lüftung eignet sich besonders für offene Küchen und Kochinseln. Sie bietet Freiheit über dem Kochfeld und ist ideal für Räume, die eine klassische Installation nicht ermöglichen, wie beispielsweise bei Schrägen oder direkt hinter der Kochstelle gelegenen Fenstern. www.gaggenau.com

V-Zug Steamer von V-Zug nutzen Dampf zum Garen, Backen und Regenerieren. Beim Dämpfen wird viel weniger Fett gebraucht und das fertige Gericht enthält 22 Prozent mehr Vitamine als anders zubereitete Speisen. Das neue Modell «Combi-Steam XSL» zaubert mit der Weltneuheit «GourmetDämpfen» Meistermenüs auf Knopfdruck auf den Tisch. www.vzug.com

Sub Zero Die integrierten Kühlgeräte der «Neuen Generation» von Sub Zero fügen sich perfekt in jede Küche ein. Erste Qualität, ausgereifte Frischhaltetechnologien und gutes Aussehen sprechen für die Linie, die bereits mehrfach ausgezeichnet worden ist. Duale Kältetechnik, Luftreinigung, genaue Temperatur-Kontrolle und ein Gemüsefach mit speziellen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedingungen garantieren optimale Frische aller Lebensmittel. www.subzero-wolf.de, www.coolgiants.de

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Atrium im September/Oktober — Spezial Küchen


Dornbracht Die Küchenarmatur «Tara Ultra» ist neu auch als sogenannte PullDown-Armatur erhältlich. Der nach unten ausziehbare Auslauf bietet noch mehr Bewegungsfreiheit am Spülbecken, ohne mit auffälligen Konstruktionen ein gediegenes Ambiente zu stören. Die mattschwarze Grifffläche ist temperaturisoliert und lenkt die Hand des Anwenders intuitiv zum Auszugselement. Ästhetisch elegant und zurückhaltend, mit hohem, schlankem Auslauf und markantem, rechtwinkligem Hebel passt die Armaturikone in jede moderne Küche. www.dornbracht.com

Falcon Die neue Standherd-Kollektion «Elise» bietet Geräte in den Breiten 90, 100 und 110 Zentimetern, die wahlweise eine Gas-Elektro- oder eine Induktionskochfläche (Bild unten) haben können. «Elise» gibt es in zehn Farben, ist mit einer 140 Liter Ofenkapazität besonders für Familien geeignet, hat einen konventionellen Heissluftofen, einen Multifunktionsofen und einen ausziehbaren Grill. Die elegante Erscheinung ist geprägt durch Blendleisten, Bedienknöpfe, Griffe und gebürsteten Edelstahl. www.falconworld.com

Grohe Grohe hat seine Küchenarmaturenlinie «Essence» sowohl optisch neu gestaltet als auch technisch weiterentwickelt. Gleichwohl zur Geltung kommen die grazile Silhouette der perfekt integrierten, funktionalen Ausziehbrause und die kleine 28-Millimeter-Kartusche mit Temperaturbegrenzer. Eine Auslaufhöhe von 292 Millimetern bietet mehr Freiraum bei der Benutzung. Der seitlich positionierte Hebel lässt sich bequem bedienen und gewährleistet eine einfache Reinigung. www.grohe.de

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Das Haus der Fotografen

Stillleben: Kleine Arrangements in Naturtönen runden das neue Ambiente ab.

Platz für alle: Familie RotheLothspeich fühlt sich wohl in ihrem neuen Domizil.

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Atrium im September/Oktober — Köln


Lichter Raum: Die Küche ist ein luftiger Raum, gestaltet mit hellen Materialien und einer grossen Fensterfront. Küche: Ikea; Betonarbeitsplatte: Werkform.de; Pendelleuchte über Küchentisch: Louis Poulsen; Küchentisch & Stühle: Vintage (Stühle Flötotto); Armatur: Dornbracht «Meta.02».

Ein Haus mit Garten mitten in der Stadt, eine Altbausubstanz, die vorsichtig an die Bedürfnisse eines Künstlerpaares mit Kind angepasst wurde – ein vormals dunkles, verbautes Interieur, in dem Licht und Schatten, Schwarz und Weiss heute die Hauptrolle spielen. Text: Kristina Raderschad, Fotos: Sabrina Rothe, Redaktion: Franziska Quandt

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Blickrichtung: Waldbilder: Fotografien aus der Serie «Sehnsuchtsorte» von Sabrina Rothe. Dreiergruppe: Schalen und Glasvasen der in Köln ansässigen Designerin Isabel Hamm.

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er einmal im Kölner Stadtteil Nippes gewohnt hat, will hier nicht mehr weg. Zentrumsnah und doch ruhig, urban und dabei von Grün durchzogen, multikulturell und familienfreundlich, mit einer intakten Infrastruktur, Läden, Cafés, Spielplätzen und Parks – das Viertel unweit von Rheinufer und Zoo bietet viele Vorteile. «Wir leben seit 20 Jahren hier und fühlen uns total wohl», erzählen Sabrina Rothe und Tilman Lothspeich. Die gebürtige Süddeutsche (sie stammt aus der Nähe von Stuttgart) kam nach dem Studium der Fotografie an der renommierten Folkwangschule in Essen nach Köln, wo ihr Mann ein Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien (KHM) absolvierte. 1995 bezogen die beiden eine gemietete Altbauetage in Nippes, 2000 kam Sohn Jakob zur Welt. «Natürlich keimte irgendwann der

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Wunsch nach einem eigenen Haus», so Tilman Lothspeich. «Aber hier im Viertel etwas Bezahlbares zu finden, womöglich noch mit Garten, ist wie ein Sechser im Lotto.» Über Maklerbüros versuchten die beiden Fotografen erst gar nicht ihr Glück, sondern setzten auf ihre guten Kontakte im Viertel, streuten ihren Wunsch nach den eigenen vier Wänden im Bekannten- und Freundeskreis sowie bei alteingesessenen Nippesern. Und tatsächlich – ein Ladenbesitzer wusste von einer älteren Dame, die ihr Haus verkaufen wollte: ein Siedlungshaus aus der Zeit um 1890 mit rund 175 Quadratmetern Wohnfläche auf drei Etagen plus Dachboden und Keller, auf einem rund 270 Quadratmeter kleinen Grundstück mit langem, schmalem Garten. «Das Haus ist Teil eines Ensembles aus zehn oder mehr Häusern, die als Werkshäuser für leitende Angestellte des Kölner Zuckerherstellers Pfeifer & Langen errichtet wurden», erzählt Tilman Lothspeich. «Sie gruppieren sich um


Licht war das zentrale Thema beim Umbau des Hauses der beiden Fotografen.

Wohnzimmer: Sofa: «Mags», Hay; Sessel: «Take a Line for a Walk», Alfredo Häberli für Moroso; Stehleuchte «Spumone T», Alberto Zattin für Davide Groppi; Teppich: Habitat; Regale: Eigenentwurf.

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Gartenparty: Der wilde Garten ist zwar schmal, bietet aber trotzdem genügend Platz für gemütliche Feste.

Fundgrube: Die schönen Zementfliesen kamen unter einer dicken Schicht PVC zum Vorschein.

Sommerpause: Aus der Küche tritt man auf die Terrasse. Der ideale Platz zum Sonnen, nicht nur für Katzen.

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Atrium im September/Oktober — Köln


Frischekur: Nach der Sanierung erstrahlt das alte Haus in einem warmen Rot.

«Dank der Küchenund Gemüsegärten wirkt das ganze Ensemble trotz kleiner Grundstücke grosszügig, licht und grün.» TILMAN LOTHSPEICH

die Abfolge von Innengärten, die ursprünglich als Küchen- und Gemüsegärten genutzt wurden und zusammen eine grosse Grünfläche mit altem Baumbestand bilden – so wirkt das ganze Ensemble trotz kleiner Grundstücke grosszügig, licht und grün.» Verwinkelt und dunkel Das Haus selbst war im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und in den 1970er-Jahren an der Fassade und am Dach massiv verändert worden und stand demzufolge nicht unter Denkmalschutz. Unterteilt in einzelne, verschachtelte Etagenwohnungen mit niedrigen Decken, war es jahrzehntelang nicht renoviert worden und in einem entsprechend schlechten Zustand – «eng, dunkel, verbaut», so die neuen Eigentümer, die für Umbau und Renovierung den Kölner Architekten Mathias Romm mit ins Boot holten. Romm hat sich mit Bauten im Bestand einen Namen gemacht und unter anderem eine entweihte Kölner Kirche aus

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den 1960er-Jahren zum modernen Familiendomizil ausgebaut – ein Projekt, das Sabrina Rothe und Tilman Lothspeich kannten und sehr mochten. «Bei der Auswahl des Architekten war uns wichtig, dass wir ästhetisch auf einer Wellenlänge liegen», so die Bauherren, die als Gestalter klare Vorstellungen von Raum, Einbauten und Material hatten – und im Vorfeld bereits ein Moodboard angelegt hatten, das Ideen für Materialien und Möbel visualisierte, mit Ausrissen aus Zeitschriften, Ausdrucken aus Blogs und Fotos, die Sabrina selbst von aussergewöhnlichen Interiors überall auf der Welt gemacht hat. Als eine «befruchtende Zusammenarbeit von Kreativen» bezeichnet Architekt Mathias Romm das Projekt, das in nur sechs Monaten über die Bühne ging. Neue Raumordnung Licht war das zentrale Thema beim Umbau des Hauses der beiden Fotografen. Das verwohnte Häuschen mit seinen dunklen Innen-

räumen verriet durch seine Lage auf dem Grundstück und Ausrichtung der Gartenfassade nach Südwesten Potenzial. «Fotografen können keine Häuser kaufen, die falsch herum in der Gegend herumstehen», stellt Tilman Lothspeich lachend fest. Wesentlich beim Umbau war der Aufbruch der Räume über bodentiefe Fenster zur Südwestseite. Im Erdgeschoss wurde aus einer vorhandenen Tür zum Garten eine dreiflügelige Fenstertür, die die Küche nun auf fast der gesamten Breite zur Terrasse öffnet. Die Wand zum angrenzenden Wohnraum wurde ebenfalls grosszügig aufgebrochen; Wohn- und Essbereich mit Küche bilden nun einen hellen, lichtdurchfluteten Einraum mit Panoramablick ins Grüne. Die schwere alte Haustür, der Flur mit schönen alten Zementfliesen («die wir unter Schichten von PVC entdeckt und freigelegt haben») sowie das ursprüngliche Treppenhaus blieben bei der Renovierung unberührt; im Erdgeschoss wurden einzig die Zugänge zu Wohnraum und Küche verlegt. Aus der Wohnung im ersten Stock wurden im Zuge der Modernisierung Büro und Fotostudio. «Auch hier waren Auf- und Durchbrüche das wichtigste Thema. Das nach Südwesten hin ausgerichtete Fenster wurde wiederum bodentief gezogen, die Wand zwischen den beiden benachbarten Zimmern zur Strasse hin aufgebrochen», so die Bauherren. «Hier könnte man noch Schiebetüren einsetzen, um bei Bedarf das Fotostudio vom Büro abzutrennen.» Der alte, unansehnliche Weichholz-Dielenbo-


den, der beim Umbau freigelegt wurde, erhielt in diesen beiden Räumen einen weissen Anstrich; im hinteren Büroraum und auf dem Treppenabsatz zum Zwischengeschoss kamen unter Lagen von altem Teppich und PVC wunderschöne, breite, rotbraune Jatoba-Holzdielen zum Vorschein. Im Zwischengeschoss zur zweiten Etage, wo Schlafzimmer, Kinderzimmer und Gästezimmer Platz fanden, plante Architekt Mathias Romm ein Badezimmer, das den begrenzten Platz von gerade mal 4,6 m2 genial ausnutzt – mit einer Badewanne im Sondermass neben der bodentiefen Dusche und einer Nische als Ablage in der aufgestemmten Wand hinter dem WC. Mit schwarzen Schieferplatten zu weissen Wandflächen und Einbauten führt die Gestaltung des Badezimmers das Spiel mit SchwarzWeiss-Kontrasten fort, das sich durch alle Räume des Hauses zieht. Regale aus schwarz durchfärbtem MDF und ein gemütlicher Lesesessel mit anthrazitfarbenem Lederbezug im Wohnzimmer, die Küche mit einer massgefertigten dunkelgrauen Beton-Arbeitsfläche zu weissen Hochglanzlackfronten; weisse und

schwarze Möbel und Einbauten in Büroräumen und im Schlafzimmer, wo ausserdem die Stirnwand schwarz gestrichen wurde. Schwarz und Weiss, Licht und Schatten – für das Haus der beiden Fotografen, das seine Vergangenheit nicht leugnet und nach dem respektvollen Umbau alles bietet, was Wohnqualität heute bedeutet. Und das trotz klarer Gestaltung Wohnlichkeit und Gemütlichkeit ausstrahlt. Dank fein aufeinander abgestimmter, teilweise patinierter Oberflächen und Materialien, ausgesuchter Textilien, Wohnaccessoires und Kunst. ——

Arbeitswelt: Leuchte: «Bill», Tobias Grau; Bilder an der Wand hinter Schreibtisch: Tilman Lothspeich, «Holz vor der Hütte».

Nasszelle: Fliesen: «Porto-Schiefer»; Badewanne: Bette; Waschbecken: Duravit; Armaturen: Dornbracht. Ruhezone: Im Schlafzimmer wacht das Bild «Die Einsamkeit der Donna Catulla» von Tilman Lothspeich über dem Bett.

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Atrium im September/Oktober — Köln


MATHIAS ROMM

Architekt, Köln

Schwarz und Weiss, Licht und Schatten – für das Haus der beiden Fotografen.

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2. Obergeschoss 1 2 3

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Gästezimmer Schlafen Bad

1. Obergeschoss

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Erdgeschoss

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Atelier Rothe Arbeitszimmer Lothspeich Arbeitszimmer Rothe WC

Wohnen Küche Terrasse Garten Diele Abstellraum

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Mathias Romm studierte Bildhauerei und Architektur in Köln. Er eröffnete sein erstes Architekturbüro 1996 zuerst in Partnerschaft und bearbeitet seit 2005 als selbstständiger Architekt alle Leistungsphasen unter eigenem Namen. Vornehmlich für private Bauherren plant und realisiert er Neu- und Umbauten. Sowohl unter handwerklichen als auch unter ästhetischen Ansätzen entwickelt er den Raum; immer mit dem Fokus auf die Menschen, die darin leben. Die Substanz erkennen und in einen neuen Kontext zu bringen, das Besondere hervorzuheben, ohne dabei modisch zu erscheinen, auf Klarheit in Material und Linie zu achten, ist seine Zielsetzung.


Schule gemacht Nach einem Umbau bietet das Gebäude der ehemaligen Saint Martins School of Art in London exquisite Loftwohnungen an erster Adresse. Text: Antje Herrmann, Fotos: Aquila Holdings

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Atrium im September/Oktober 2015 — London


Ich wohne schon: … wenn auch nur in Gedanken. Lichtgefluteter ehemaliger Zeichensaal mit neuer Mezzanin – ein Loftapartment von dem man nur träumen kann. (Ausgewählte Objekte siehe Seite 90)

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Still alive: Als ob das Gebäude seiner Bestimmung auch nach Umbau und Renovation treu bliebe, wirkt die kreative Intervention wie eingeboren.

«Wir wollten die gleiche Energie und Emotionalität in die Räume bringen, die damals in der Schule herrschte.» MARC PÉRIDIS, 19 GREEK STREET

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Atrium im September/Oktober 2015 — London


Still leben: Und über Kunst philosophieren, das Leben feiern.

Möbel mit Ohren: Verleiht Gedanken Flügel.

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eichensäle und Atelierräume der Londoner Saint Martins School of Art am Charing Cross wurden vor noch nicht allzu langer Zeit von Studenten bevölkert. Doch die Schule platzte nach 76 Jahren ihres Bestehens aus allen Nähten, und bevor sie sich in verschiedene Campusse zergliedert hätte, zügelte die Schule an einen neuen Standort am King’s Cross. Das bau- und kunsthistorisch wertvolle Gebäude wurde vom Investor Aquila Holdings gekauft und erhalten. Die generöse Grossräumigkeit des Baus und die ideale Lage in Central London, («next to the Trafalgar Square and quite close to the river Thames») waren prädestiniert für einen Umbau zu einem Apartmenthaus mit Loftwohnungen. Seit der Fertigstellung des Umbaues im letzten Jahr befindet sich im Erdgeschoss der Flagshipstore von Foyles. Der Buchladen der Superlative ist nun noch ein bisschen grösser und nach wie vor für Touristen eine Adresse unter den Sehenswürdigkeiten Londons. Der Familie Foyles gehört ein grosser Teil des Gebäudes, und der Bookstore kommt dem Erhalt des Ortes als «cultural landmark» sicher mehr entgegen als ein anderes Ladengeschäft. Sich neu erfinden Entstanden sind des Weiteren 13 Zwei- und Drei-Bett-Apartments von 117 bis 269 Quadratmetern, zum Teil zweistöckig mit Mezzanin. Das sogenannte Showapartment zur

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Next Level: Auf Schritt und Tritt spannende Designobjekte.


Kick-off: Der Arbeitsplatz auf der Galerie, die in Richtung grosses Wohnzimmerfenster offen ist.

Ein Muss: Bad und stilles Örtchen hinter Schiebetüren.

Hochgewachsen: Räume und Treppe wenden sich zum Licht. ü

Präsentation für potenzielle Käufer wurde vom innovativen Design- und Interieurbüro «19 Greek Street» ausgestattet. Der Direktor des Büros, Marc Pérides, studierte einst selbst an der St. Martins und erinnert sich noch genau an seine Zeit als Designstudent: «Wir wollten die gleiche Energie und Emotionalität in die Räume bringen, die in der Schule herrschte. Der Loft sollte keinesfalls nur das Erbe feiern, sondern auch Londons Fähigkeit ausdrücken, sich fortwährend neu erfinden zu können.» Sein Büro agiert als sogenannter Design-Hub und ist Kreativwerkstatt, Hersteller und Galerie, die bemerkenswerte Designer aus aller Herren Länder vertritt. Sein Unternehmen hat inzwischen einen Namen, richtete bereits Lokale für Marc Jacobs und Vivienne Westwood ein. Die Arbeit von Marc Pérides wird dennoch begleitet vom Anspruch, die gleiche Anstrengung in einen millionenschweren Loft zu stecken wie in eine Arbeit mit einer auf der Strasse gefundenen Glasflasche. Fragen zur Nachhaltigkeit sind für ihn Grundlage und keine optionale Sache. Für Marc und sein Team war es eine grosse Ehre, für die Ausstattung des Lofts engagiert zu werden, und es berührte ihn, am neuen Leben des vertrauten Gebäudes ein Stück teilzunehmen: «Ich hatte ständig Flashbacks.» Die Lofts sind teuer. In dieser Lage, wen wunderts. Marcs Meinung über gutes Design steht diesem Fakt sehr versöhnlich gegenüber. «Wenn ein Objekt teuer ist, braucht es einen guten Grund dafür. Wir haben in unserer Galerie beispielsweise Stücke die 70 000 Pfund kosten, andere kosten 2 Pfund. Wenn etwas fair sein muss, dann ist es der Preis.» —— Atrium im September/Oktober 2015 — London


Blaue Stunde: Das Schlafzimmer, ebenfalls auf dem Mezzanin, hat zum Wohnzimmer hin eine Verglasung (Bild unten).

«Wenn ein Objekt teuer ist, braucht es einen guten Grund dafür.» MARC PÉRIDIS, 19 GREEK STREET ü


«Fragen zur Nachhaltigkeit sind Grundlage und keine optionale Sache.» MARC PÉRIDIS, 19 GREEK STREET

KAMI LIGHTS Ett La Benn Die «Kami»-Kollektion umfasst Leuchten, Vasen und andere Gefässe, für die Ett La Benn 100 Prozent kompostierbare Zellulose verwenden. Der naturbelassene Rohstoff wird lediglich an frischer Luft ausgetrocknet. www.ettlabenn.com

YOYO Karen Chekerdijan Verwirrung bei Hocker oder Beistelltisch «Yoyo»: Die industriell hergestellt wirkende Form ist pure Handarbeit. Eine Form aus Glasfaser wird mit gehämmertem Metall verkleidet. Sieht schwer aus, ist aber superleicht. www.karenchekerdjian.com

SAJ TABLE Dover & Cederbaum Der Tisch aus zusammengeschweissten Pfannen wird in den Regen gestellt, um «schön» zu rosten. Ein Lack stoppt den Vorgang. Mit Glasplatte abgedeckt, wie ein herkömmlicher Tisch verwendbar. www.noamdover.com

U STOOL Hamajima Takuya Jenseits von Funktion und Effizienz erforscht der Künstler Hamajima die Frage nach der Beziehung zwischen Arbeit, Person und Welt. Seine Kunst vereint Philosophie und Handwerk, Geist und Physis. www.hamajimatakuya.com

PAPILLON CHAIR Karen Chekerdijan Die Form der hölzernen Sitzfläche ist Dächern japanischer Häuser nachempfunden. Deren Enden schwingen nach oben und erinnern an einen Schmetterling. Gestell und Füsse sind aus schwarz lackiertem Metall. www.karenchekerdjian.com

WOOD CASTING Hilla Shamia Für Beistelltisch, Bank und Hocker «Wood Casting» vereint sich Anorganisches mit Organischem. Dort, wo sich Holz und glühend heisses Aluminium berühren, verbrennt das Holz und gibt jedem Objekt seine Eigenart. www.hillashamia.com

FRAMED Breg Hanssen gemeinsam mit Vij5 & NewspaperWood Die vermeintlichen Holzbretter sind aus «Newspaperwood», einem neuartigen Material aus altem Zeitungspapier. Die Maserung stammt von Gedrucktem, das keiner mehr lesen will. www.vij5.nl

9.5 ° Rasmus Baekkel Fex Kunst mit Funktion? Design ohne Konzept und Methode? Rasmus Baekkel Fex entledigt Design vom Anspruch der Funktion und kreiert so eine Ästhetik, die als beides gelten kann, als Kunst und Design. www.bfex.dk

19 POTS Nir Meiri Der Leuchter ist ein einfaches Arrangement aus 19 gebrauchten Blumentöpfen. Die Idee resultierte aus einer aufmerksamen Beobachtung der Umgebung und daraus, was in ihr Brauchbares zu finden war. www.nirmeiri.com

RE-IMAGINE COLLECTION Nina Tolstrup/Studiomama Alte Stühle – ungeliebt und unbeachtet – bekommen neuen Lack, ein neues Polster und sind wieder fit. Eine Sonderedition verwendete Stoffe einer verjährten Kollektion von Marc Jacobs. www.studiomama.com

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WASSILY CHAIR Henry Wilson Kommt einem irgendwie bekannt vor? Breuers Stahlrohrstuhl «Wassily» mit neuer und völlig anderer Lederbespannung und mattfarbig lackiertem Gestell. Der Designer hackt die Integrität von Designentwürfen. henrywilson.com.au

FÜR KAUFINTERESSENTEN LOFTS: Louisa Stronge, T 0044 20 7087 5532, www.saintmartinslofts.com INTERIEUR: Marc Pérides, 19 Greek Street, www.19greekstreet.com

Atrium im September/Oktober 2015 — London


SHOP

Für Kunstkenner ein Genuss Pablo Picasso (1881–1973) zählt zu den bedeutendsten und produktivsten Künstlern der Moderne. Die verschiedenen Schaffensperioden spiegeln die Vielfältigkeit seiner Werke wider. Es entstanden unter anderem Selbstportraits, Landschaften und Stillleben, Figuren- und Aktbilder.

PABLO PICASSO DAS ATELIER, 1955

PABLO PICASSO MARGOT, 1901

PABLO PICASSO, MUTTER MIT KIND (GAUKLER), 1905

Bildformat: 44,8 x 66,8 cm Blattformat: 60 x 80 cm 6-Farben-Kunstdruck im frequenzmodulierten Druckverfahren auf 270g Rives-Bütten Limitierte Auflage: 1.000 Exemplare © Sammlung Rosengart, Luzern © Succession Picasso, Paris 2011 Preis ungerahmt: EUR 128.–

Bildformat: 51,8 x 62,8 cm Blattformat: 60 x 80 cm 6-Farben-Kunstdruck im frequenzmodulierten Druckverfahren auf 270g Rives-Bütten Limitierte Auflage: 1.000 Exemplare © Museu Picasso of Barcelona © Succession Picasso, Paris 2011 Preis ungerahmt: EUR 128.–

Bildformat: 49,9 x 64,8 cm Blattformat: 60 x 80 cm 6-Farben-Kunstdruck im frequenzmodulierten Druckverfahren auf 270g Rives-Bütten Limitierte Auflage: 1.000 Exemplare © Foto Staatsgalerie Stuttgart © Succession Picasso, Paris 2011 Preis ungerahmt: EUR 128.–

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SPEZIAL AUTOM AT I O N Harmonisch: In den einzelnen Zimmern sorgen elegante Raumbediengeräte für passende Licht- und Temperaturverhältnisse.

Wenn das Gebäude mitdenkt Die intelligente Technik von JUNG verbindet in diesem «Smart Home» Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz. Redaktion: Carina Iten

Smart wohnen: Hier werden die technischen Funktionen miteinander vernetzt und komfortabel über verschiedene Bedienstellen gesteuert – auch mobil.

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Atrium im September/Oktober — Spezial Automation


Steuerzentrale für das ganze Haus: Über den farbigen Touch-Monitor der Jung-Smart-Displays hat der Bewohner alle Funktionen im Blick.

Ob zu Hause oder von unterwegs aus: Intelligente Haustechnik von Jung lässt sich überall intuitiv bedienen, immer perfekt angepasst an die Bedürfnisse des Anwenders.

Fotos: Jung

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erade das energetische Bauen und Sanieren ist ohne eine intelligente Gebäudesteuerung kaum noch denkbar und bei Bauherren immer mehr gewünscht. Hier macht es die Firma Jung Planern, Architekten und Bauherren einfach und vernetzt die komplette Haustechnik: Beschattung, Heizung, Alarmanlage, Beleuch-

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tung, Belüftung und Multimediakomponenten kommunizieren miteinander und lassen sich so gemeinsam bedienen. Die Steuerfunktionen übernimmt das moderne KNX-BUS-System. Kerngedanke dabei ist, dass die Handhabung einfach, sicher und immer an den Bedürfnissen der Bewohner ausgerichtet ist. Dazu kommen Sensoren, die automatisch Temperatur und Frischluft steuern und programmierte Lichtszenen, die bei Aktivierung

gleich die Musikanlage mit einschalten. Oder Apps, mit denen man schon vor Betreten des Hauses über sein Smartphone bzw. Tablet die Heizung einschalten kann. Bevor die Bewohner das Haus verlassen, schauen sie auf Monitoren den Wetterbericht und dem Besuch öffnen sie über denselben Bildschirm die Tür. Auch ihre Energieverbräuche erfassen sie so auf einen Blick. Denn Strom-, Gas- und Heizölverbrauch werden ausgewertet und sind als Grafik jederzeit abrufbar. Richtig projektiert, fachgerecht installiert und regelmässig gewartet, erleichtern die vernetzten Systembausteine den Menschen den Alltag merklich. Die Möglichkeiten sind so vielfältig, wie die Ansprüche der Bewohner. Wer möchte, kann seine Beleuchtung im Wohnzimmer nach wie vor mit einem Drehdimmer stufenlos dimmen. In einem Smart Home kann er aber mit dem intelligenten Sensor nun auch zeitgleich die Lautstärke seiner Musikanlage regeln oder die Rollläden rauf- und runterfahren. Wer hingegen lieber alle Funktionen angezeigt bekommt, die er steuern möchte, der ist mit einem Wandeinbau-Panel mit Touchscreen bestens beraten. Als komfortable Steuerzentrale konzipiert, findet der Nutzer hier alle Funktionen auf einen Blick – individuell geordnet nach Favoriten und Räumen. Intuitive Bedienung garantiert. Egal, für welche Jung-Bedienelemente der Anwender sich letztlich entscheidet: Er behält immer die Kontrolle. So können alle Funktionen manuell abgerufen oder den persönlichen Wünschen angeglichen werden. Das «Smart Home» nimmt seinen Bewohnern zwar viele Alltagsroutinen ab, dennoch ist die Technik niemals übergeordnet. Im Gegenteil: Die Bewohner haben immer die Möglichkeit einer ihren Bedürfnissen gemässen Haussteuerung. www.jung.de


SPEZIAL AUTOM AT I O N

Clever vernetzt zum Smart Home Smart ist mehr als klug. Das englische Wort kann auch durch die Adjektive elegant, pfiffig oder modisch übersetzt werden. Ein Smart Home vereint all diese Eigenschaften. Redaktion: Anita Simeon Lutz

Busch-Jäger Mit dem «Kö-Bogen» hat der New Yorker Stararchitekt Daniel Libeskind gemeinsam mit der Projektentwicklungsgesellschaft «die developer» im Herzen Düsseldorfs ein Vorhaben der Superlative realisiert. Ob Schalter, Dimmer oder Präsenzmelder: Bei der Umsetzung dieses anspruchsvollen Konzepts kamen neben der Schalterserie «future linear» in Alpinweiss auch KNX-Bedienelemente von Busch-Jaeger, Marktführer im Bereich Elektroinstallationstechnik, zum Einsatz. www.busch-jaeger.de

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Atrium im September/Oktober — Spezial Automation


Somfy Immer mehr Funktionen im Haus können automatisch per Software gesteuert werden. Das innovative Smart-Home-System «TaHoma Connect» von Somfy verknüpft neben Sonnenschutzprodukten auch Dachfenster, Beleuchtungen oder die Heizung zu persönlichen Wohnszenarien. Ein Smart Home kennt die individuellen Lebensgewohnheiten und schafft einen völlig neuen Wohnkomfort: Es «lernt», wann Rollläden und Jalousien auf- oder zugehen sollen. Es lüftet selbsttätig alle Räume. Wenn die Bewohner nach Hause kommen, brüht das Smart Home frischen Kaffee, spielt automatisch Lieblingsmusik und regelt die Wohlfühlbeleuchtung. www.somfy.de

Gira Der Gira «G1» ist die neue kompakte und leistungsstarke Bedienzentrale für die gesamte Gebäudetechnik. Über das exzellente Multitouch-Display lassen sich alle Funktionen intuitiv per Fingertipp oder Geste bedienen – und zwar so leicht wie nie zuvor. Dafür sorgt das von Grund auf neu entwickelte Gira Interface mit seinem nutzerfreundlichen Zeichensystem samt grosser Schrift und leicht verständlichen Symbolen. www.gira.de

Siegenia-Aubi Ob nun aus Sicherheitsgründen oder weil man immer wieder seinen Schlüssel verlegt – die Fingerprinterkennung zum Türenöffnen von Siegena-Aubi ist praktisch und lässt nur hinein, wer auch wirklich hinein gehört. Zauberformeln wie «Simsalabim!» und «Sesam, öffne dich!» werden dadurch ein für allemal überflüssig. www.siegenia-aubi.com

Feller Feller lanciert die Video-Freisprechstelle «Feller visaphon» mit einem noch grösseren und hochauflösenden Bildschirm, denn Videotürsprechanlagen bieten Sicherheit und Komfort. Die innovative LED-Kameratechnik ermöglicht ein farbiges Bild auch bei völliger Dunkelheit. Ein markant reduzierter Preis macht diese Videotürsprechanlagen nun für jedes Gebäude erschwinglich – egal ob für Einfamilienhäuser oder Mehrparteiengebäude, ob für Neubau oder zum Nachrüsten. www.haeseler.de

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Berker Die meisten Menschen kennen bei Licht nur zwei Alternativen: ein- oder ausschalten. Wobei Letzteres gerne mal vergessen wird, v. a. von Kindern oder eiligen Erwachsenen. Für energiebewusste Bewohner gibt es zahlreiche Abstufungen dazwischen. Bewegungs- und Präsenzmelder, Dimmer und Rollladensteuerung sorgen für bedarfsgerechte Beleuchtungssteuerung. Das hebt den Komfort und die Sicherheit und senkt die Stromkosten. Dazu installieren wir Schalter, die jedem Raum eine persönliche Note verleihen. www.berker.de

Siemens Die Siemens-Division Building Technologies zeigte an der diesjährigen Firex International ihre Produkte und Lösungen für Brandschutz und Löschung in Einsatzbereichen mit speziellen Anforderungen. Zu den Highlights zählte das umfassende Brandmeldeportfolio «Cerberus Pro», das drahtlose Brandmeldesystem «Swing» sowie die neuen Ansaugrauchmelder. Die Firex, internationale Leitmesse für den Brandschutz, fand von 16. bis 18. Juni 2015 im Excel in London statt. www.siemens.de

Philips Die fünf neuen Smart-Home-Leuchten «hue phoenix» von Philips erzeugen weisses Licht in allen Nuancen. Das hochwertige weisse Licht ist stufenlos dimmbar im gesamten Spektrum von gemütlicher Kerzenlichtstimmung bis zu brillantem Tageslicht. «hue phoenix» ist als Downlight, Wand-, Tisch-, Decken- und Pendelleuchte seit Juni 2015 im Handel erhältlich. Integriert sind Lichtrezepte zum Konzentrieren, Entspannen und Energieauftanken sowie unzählige Möglichkeiten zur intelligenten Steuerung und Vernetzung. Wie beispielsweise dezente Lichtsignale beim Eingang wichtiger E-Mails. www.philips.de

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Atrium im September/Oktober — Spezial Automation


Elero Geschickt die Lichtverhältnisse kontrollieren, im Sommer die Räume kühl halten und im Winter die Wärme speichern – auf diese Vorteile von Rollladen und Sonnenschutzelementen will in Zeiten der Energiewende niemand mehr verzichten. Allerdings möchten die Nutzer sich ebenso wenig rund um die Uhr Gedanken über eine sinnvolle Steuerung solcher Anlagen machen. Mit der modernen Steuerung und SmartHome-Lösung «MultiTec Touch-868» von Elero lässt sich all das über ein modernes Touchpanel bedienen. www.elero.de

digitalStrom Das System digitalStrom vernetzt sämtliche elektrischen wie elektronischen Geräte im Gebäude über bestehende Stromleitungen und integriert dabei auch Breitbandgeräte. Eine intelligente Lüsterklemme mit integriertem Chip ist die Basis dieser patentierten Innovation. Unzählige Funktionen wie Licht, Sicherheit und Energieeffizienz werden so mittels Lichttaster, Tablet-PC und Gratis-Apps intuitiv bedienbar. www.digitalstrom.com

Siedle Neben Ruftasten und Zutrittskontrolle bietet Siedle weitere Interaktionsmöglichkeiten an der Tür: Kommunikationsterminal und Rufdisplay eröffnen vielfältige Möglichkeiten. Das Kommunikationsterminal ist der witterungsbeständige Touch- und Interaktionsscreen für den Ausseneinsatz. Siedle liefert es künftig im Hochformat mit einer Bildschirmdiagonale von 36,5 cm (10,4 Zoll) für Anlagen der Designlinie Siedle Steel. www.siedle.de

Schulte Kabeldurchführungen sind bei Schreibtischen Standard. Die serienmässige Öffnung in der Tischplatte kann aber mehr bieten als ein Loch mit Deckel. «EVOline Square80» von Schulte bringt im 80-mm-Durchmesser eine Steckdose, einen USB-Charger und einen Netzwerkanschluss unter. Selbst im geschlossenen Zustand macht der «EVOline Square80» ein smartes Angebot: Der Schiebedeckel ist in der Qi-Version als induktive Ladestation ausgelegt, auf der geeignete Handys kabellos aufgeladen werden können. www.evoline.com

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SPEZIAL ENERGIE

Effizient: Dieses zweigeschossige Wohnhaus wurde als EnergiePlusHaus errichtet. Es vereint zeitgemässe Architektur mit einem einzigartigen Haustechnik-Konzept.

Kraftwerk und Tankstelle zugleich In Leonberg-Warmbronn hat Professor Norbert Fisch ein EnergiePlus-Haus der Extraklasse realisiert. Redaktion: Anita Simeon Lutz

Innen wie aussen: Nachhaltiger und gesunder Lebensraum, in dem man sich uneingeschränkt wohlfühlen kann.

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Atrium im September/Oktober — Spezial Energie

Fotos: Stiebel Eltron / Prof. Fisch

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ie Ziele waren hochgesteckt: In der Jahresbilanz mehr Energie aus Solarenergie zu gewinnen als zum Betrieb des Gebäudes einschliesslich der Mobilität erforderlich ist und gleichzeitig einen hohen Eigenstromanteil aus der Fotovoltaik-Anlage zu erreichen – so lautete die Vorgabe für ein EnergiePlus-Gebäude, das Professor Norbert Fisch in Leonberg-Warmbronn nahe Stuttgart realisiert hat. Entstanden ist ein zweigeschossiges Wohnhaus mit 260 m2 Fläche, das seinen Bewohnern hohen Wohnkomfort und exzellente Lebensqualität bietet, obwohl es als Experiment begonnen wurde und noch heute als «Experimentier-Labor» genutzt wird.


Das Energiekonzept des Gebäudes basiert auf einer «kostenoptimalen» Reduzierung des Energiebedarfs für Strom und Wärme, einer hohen Nutzung von Solarenergie zur Strombereitstellung und einer aufeinander abgestimmten Gebäude- und Anlagentechnik. Zum Gesamtkonzept gehört auch die Integration von Elektro-Mobilität. Um das solare Energieangebot mit dem Bedarf der Bewohner in Einklang zu bringen, werden alle energieintensiven Haushaltgeräte so weit wie möglich nur bei Sonnenschein eingeschaltet, also zeitgleich mit dem Stromertrag aus der Fotovoltaik-Anlage genutzt. Ausserdem wurden die Laufzeiten der Wärmepumpe nachts reduziert, dazu wurde das Pufferspeicher-Volumen (825 l und 700 l) grösser als normal gewählt. Zwei Strombatterien (7 und 20 kWh) helfen dabei, Energie vor allem für die Abendstunden zwischenzuspeichern. Einen ähnlichen Zweck haben die Batterien der Elektrofahrzeuge, die von der Familie genutzt werden: ein E-Bike und ein E-Auto. Nach diesem Gesamtkonzept wird ein Maximum der selbsterzeugten Energie direkt im Gebäude genutzt. Erst wenn die Verbrauchs- und Speichermöglichkeiten erschöpft sind, werden Überschüsse in das öffentliche Netz eingespeist.

Und umgekehrt wird so der zusätzliche Strombedarf aus dem Netz verringert. Die Wärmeerzeugung erfolgt durch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die als Wärmequelle drei vertikale Erdwärmesonden (je 100 m) nutzt. Gerade am Beispiel der Wärmepumpe hat sich gezeigt, dass ein Online-Monitoring der Energie- und Verbrauchsdaten Optimierungspotenziale aufzeigt und deren Umsetzung erlaubt. Durch einen Wechsel des ursprünglich installierten Fabrikats auf die Stiebel-Eltron-Wärmepumpe «WPF 10» im Sommer 2013 konnte bereits nach kurzer Zeit eine Steigerung der Jahresarbeitszahl (JAZ) auf 3,95 erzielt werden. «Entscheidend für den Erfolg des ‹EnergiePlus-Konzeptes› ist der optimale Betrieb der elektrischen Wärmepumpe mit einer JAZ über 3,5», so Professor Fisch. Die Messergebnisse der ersten Betriebsjahre zeigen, dass das Konzept «Gebäude als Kraftwerk und Tankstelle» verlässlich funktioniert. Laut Prof. Fisch ist das Konzept Passivhaus – also die Fokussierung auf eine Reduzierung des Heizwärmebedarfs – überholt. Für ihn verkörpert dagegen das Aktivhaus EnergiePlus die Zukunft.

Herzstück: Ein WärmepumpenSystem von Stiebel Eltron trägt zur Reduzierung des Energiebedarfs bei.

www.stiebel-eltron.de

Sonnenklar: Die kompakten Anlagenkomponenten steuern und überwachen den Stromertrag, die -speicherung und den -verbrauch.

Elegant: Die weisse, hochglänzende Küche hebt sich elegant vom Holzboden und vom Sitzmöbel ab.

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SPEZIAL ENERGIE

Intelligent heizen Ob Wärme erzeugt oder verteilt wird – wichtig ist, das ganze System im Auge zu haben und die Geräte aufeinander abzustimmen. Redaktion: Anita Simeon Lutz

Bemm Der Designer-Heizkörper «STEP» wurde bis ins Detail von Antonio Citterio und Sergio Brioschi entworfen und geschaffen. Er beschreibt die Synthese von einfachen, klaren Linien und puristischem Industriedesign. Daher fügt er sich durch Komfort, Eleganz und Exklusivität in seine Umgebung ein. Kein Wunder wurde der Heizkörper mit dem reddot award 2014 in der Kategorie Gewinner ausgezeichnet. www.bemm.de

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Atrium im September/Oktober — Spezial Energie


Sygonix

Junkers

Der Stellantrieb «hx.1» von sygonix sorgt ohne weiteres Zutun dafür, dass sich die ie gewünschte Raumtemperatur zum richtigen htigen Zeitpunkt einstellt. So kommt man auch ch an einem kalten Winterabend nach der Arbeit beit in eine wohlig warme Wohnung, obwohll der Stellantrieb tagsüber für eine kostensparenende Heizpause gesorgt hatte. Der Einbau u des kompakten Gerätes erfordert keinee grossen Kenntnisse und kann leichtt selbst vorgenommen werden. www.sygonix.de

Mit der neuen Gas-Absorptions-Wärmepumpe «Supraeco 9000i  G» beschreitet Junkers neue Wege in der Heiztechnik für Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Gas-Wärmepumpe kombiniert die moderne Gas-Brennwerttechnik mit der Wärmepumpen-Technologie. Sie ist damit eine effiziente und kostengünstige Lösung zur Integration erneuerbarer Energien. Sie wird 2016 in der neuen Design-Linie von Junkers erhältlich sein, die durch abgerundete Ecken und mit einer bruchsicheren Glasfront besticht. www.junkers.com

Zehnder Die Marke Runtal steht seitt vielen Jahren für das Premium-Segment ment in Sachen exklusive Heizkörper. 1953 in der Schweiz gegründet, gehört rt Runtal bereits seit 1988 zum internationanationalen Raumklima-Spezialisten Zehnder Group. In anderen europäischen en Ländern – wie etwa Italien, Spanien en oder Frankreich – bereits seit geraumer raumer Zeit erfolgreich von Zehnder er vermarktet, sind die hochwertigen en Runtal Designheizkörper jetzt auch in Deutschland und Österreich über ber den dreistufigen Vertrieb erhältlich, ch, analog zu Zehnder Heizkörpern.. www.zehnder-systems.dee

Wodtke Mit «ixpower» setzt Wodtke neue Massstäbe für das Heizen mit dem CO2-neutralen Brennstoff Holzpellets. Die zukunftsweisende Entwicklung trifft den Puls der Zeit, und Wodtke unterstreicht wieder einmal erfolgreich seine Innovationskraft. «ixpower» überzeugt auch die Design-Jurys und setzt mit neuer Linie wieder den Massstab in Sachen Gestaltung. Dabei passt sich der Pellets Primärofen ideal jeder Wohnwelt an. Die klare Formgebung und der vom Boden losgelöste Körper vermitteln Leichtigkeit und Eleganz. Die schwarze Glas-Schiebetür und die matt glänzenden Metall-Verkleidungen unterstreichen die typische Wodtke-Linie. www.wodtke.com

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Buderus

Hoval

Die neue Gas-Brennwert-Kompaktheizzentrale «Buderus Logamax plus GB192iT» mit integriertem Warmwasserspeicher vereint auf einer Fläche von 0,5 Quadratmetern modular erweiterbare Systemtechnik und Anschlusskompatibilität für jeden Aufstellraum. Sie eignet sich mit den Leistungsgrössen 15 und 25 kW für Ein- und Mehrfamilienhäuser und bietet eine sehr hohe Warmwasserleistung von bis zu 30 kW. Sie kann jederzeit nachträglich zu einem Hybridsystem erweitert werden – ohne grossen Installationsaufwand. www.buderus.de

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Segment Wärmepumpen bietet Hoval heute ein technisch ausgereiftes Programm von 3 bis 500 kW Heizleistung. Das Sortiment umfasst Luft/Wasser-, Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen, deren Einsatzgebiet vom Einfamilienhaus bis zu mittelgrossen Wohngebäuden, Gemeindebauten, Gewerbe- und Produktionsbetrieben reicht. Für alle Wärmepumpen aus den Produktreihen «Thermalia» sowie «Belaria» hat Hoval SmartGrid-fähige Systemlösungen erarbeitet. www.hoval.de

Zukunft Erdgas Biogas entsteht ganz natürlich bei der Vergärung von organischen Substanzen unter Ausschluss von Sauerstoff und Licht. Verantwortlich dafür sind anaerobe Bakterien. In der Natur kommt Biogas beispielsweise in Sümpfen und Mooren vor. Bio-Erdgas ist Biogas, welches auf Erdgasqualität aufbereitet wird und somit in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Dadurch kann es so vielseitig genutzt werden wie Erdgas. Mehr Infos zu Bio-Erdgas finden sie auf www.erdgas.info/bio-erdgas

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WOLF

Sparen mit Solaranlagen Mehr als 250 Millionen Euro: Diese Summe sparen sämtliche Nutzer von Solaranlagen in Deutschland jährlich ein. Bei der Höhe der individuellen Spar-Effekte gibt es jedoch Unterschiede. Die Energieeffizienz einer Solaranlage hängt von ihrer Qualität und vor allem vom Grad der Einbindung in die geg samte häusliche Wärmeerzeugung ab. Es spielt eine Rolle, le, ob es sich bei den Sonnenkollektoren um Billig-Importe oder er um Markenprodukte aus deutscher Fertigung ng handelt. Moderne Hochleistungskollektoren wie zum Beispiel die Flach- oder Röhrenkollektoren von on Wolf übernehmen in einem Haushalt allein bis zu zwei Drittel der Jahresproduktion an Warmwasser. wasser. Die besten Effizienzwerte erzielt das Konzept nzept der «Sonnen-Heizung»: Eine Kombination ation aufeinander abgestimmter Gerätekomponennenten, in der die Kollektoren, ein hochwertiges iges Speichersystem sowie ergänzende Wärmemeerzeuger wie Brennwertkessel oder Biomasassekessel zentral geregelt werden. www.wolf-heiztechnik.de


VIESSMANN

Neue Hybridgeräte für zukunftssicheren Energie-Mix

Brötje Mit der «SensoTherm BTW 200» hat Brötje sein Programm der Trinkwasser-Wärmepumpen um eine Abluft-Trinkwasser-Wärmepumpe erweitert: Das neue Modell weist ein Speichervolumen von 200 l auf und eignet sich besonders für den Einsatz in Haushalten mit bis zu vier Personen. Durch den kontinuierlichen Luftaustausch wird der Feuchtetransport im Gebäude permanent sichergestellt. Die Abluft-Trinkwasser-Wärmepumpe saugt die warme Abluft an, entzieht ihr die Wärme und erwärmt damit das Trinkwasser. www.broetje.de

Unterschiedliche Energieträger in einem Gerät – Hybridgeräte nutzen Gas oder Öl sowie kostenlose Umweltwärme und Strom. Viessmann führt in diesem Jahr zwei neue Hybridgeräte in den Markt ein: «Vitolacaldens 222F» (linkes Bild) vereint die hohe Effizienz der Öl-Brennwerttechnik mit der Nutzung kostenloser Umweltwärme. Die für die Branche einzigartige Kombination in einem kompakten Gerät eignet sich ideal zur Modernisierung einer veralteten Ölheizung. Für individuelle Lösungen oder auch für bereits mit Brennwerttechnik modernisierte Anlagen gibt es darüber hinaus mit der neuen «Vitocal 250-S» (rechtes Bild) ein separates Wärmepumpenmodul zur Nachrüstung. www.viessmann.de

Weishaupt Die neuen Weishaupt Luft/Wasser-Wärmepumpen für Aussen- und Innenaufstellung zeichnen sich durch ihre Effizienz und Laufruhe aus. Entscheidend für das Arbeitsgeräusch einer Luft/Wasser-Wärmepumpe ist nicht zuletzt die Geometrie der Ventilatorflügel und die Luftführung. Die neuen Weishaupt Geräte arbeiten nach dem Vorbild der Natur. «Eulenflügel» nennen die Ingenieure die äusserst leisen Rotorblätter. www.weishaupt.de

Vaillant Der Heiztechnikspezialist Vaillant ergänzt seinen europaweit millionenfach eingesetzten «ecoTEC plus» um eine neue Version für grosse Leistungen. Das wandhängende Gas-Brennwertgerät ist in vier Leistungsklassen zwischen 65 und 120 kW erhältlich. Somit ist der neuste «ecoTEC plus» so leistungsstark wie ein grosser Gas-Kessel, gleichzeitig so effizient, so universell einsetzbar und so kompakt wie ein Wandheizgerät. Er kann als alleiniger Wärmeerzeuger, in Kombination mit einer Solaranlage oder in Kaskade eingesetzt werden. www.vaillant.de

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Museumsinsel: Das Bode-Museum im Stil des Neobarock. Nicht nur Bau, auch Ausstellungskonzept sind Marksteine der frühen Museumsgeschichte. www.smb.museum

Berlin

Mauerpark: Das ehemalige streng bewachte Grenzgebiet ist heute Ort für Entspannung, Flohmärkte und Darbietungen von Musikern und Künstlern.

Bundesadler, Döner & Design Berlin ist Synonym für Freiheit, Lebensstation vieler Kreativer und ein Hotspot für Zeitgeister. Text: Antje Herrmann, Fotos: Sebastian Pfütze

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Atrium im September/Oktober 2015 — Stadtporträt


Weltzeituhr: Von Berlinern kaum noch wahrgenommen, für Fremde ein skurriles Gerät. Entworfen von Erich John, 1969. Brandenburger Tor: Das Bauwerk mit dem grössten Symbolwert ist Magnet für alle Berlinbesucher.

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n Berlin einem echten gebürtigen Berliner zu begegnen, ist schwieriger als erwartet. Wahlberliner auf Zeit, Expats, Touristenströme, die Stadt ist ein quirliger Haufen und wirkt wie ein buntes Wimmelbuch. 3,5 Millionen Einwohner, 26 Millionen Übernachtungen (2014) und überall gibt es etwas zu entdecken. Landmarks, wie der Fernsehturm oder das Brandenburger Tor, Sehenswürdigkeiten, die jeder kennt, selbst die, die noch nie in Berlin waren. Und die vielen für Fremde weniger offensichtlichen Orte, wie Kneipen, Parks, Märkte, Galerien und anderen «places to be». Berlin offenbart sich nicht wie Paris oder Rom mit einem Zentrum und einer verorteten Ansammlung an Attraktionen. Manche finden deshalb auch, Berlin sei eigentlich nicht «so schön». Was auch immer unter dem Attribut verstanden wird, Ku’damm, Tiergarten, Hackesche Höfe und anderes können den Erwartungen der meisten gerecht werden. Berlin erkennen Karl-Marx-Allee: Die einstige Stalinallee, «Repräsentationsmagistrale» der DDR. Heute wird sie auch «Allee der zerbrochenen Träume» genannt.

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Berlin ist ein Flickenteppich aus Strassen, Plätzen und Bebauungen aus Renaissance, Klassizismus, Gründerzeit, Moderne und Gegenwart – riesige Alleen, grosse, kleine Strassen, Hinterhöfe. Und obwohl die Stadt proppenvoll ist, empfinden Bewohner eines Kiezes die Stadt als wenig metropolitisch, sondern eher als ein Netzwerk aus kleinen Vierteln, das entschleunigender wirkt als man es von einer so grossen Stadt vermutet.


Regierungsviertel: Auf jeden Quadratmeter kommen drei Bände Geschichte. «Paul-LöbeHaus» (Architektur: Stephan Braunfels).

«Care Of»: Das Amerikahaus beherbergt neu das «C/O Berlin», ein sich komplett selbst tragendes Fotomuseum und einen absoluten Besuchermagneten. www.co-berlin.org

Ooh Gehry: Atrium der DZ-Bank am Pariser Platz nach einem Entwurf von Frank O. Gehry.

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Berlin Denkmal: Ein Symbol der Wiedervereinigung vom BildhauerEhepaar MatschinskyDenninghoff.

Mauerdenkmal: Eine symbolische Mauer, durch die jeder schlüpfen kann. Der einstige Todesstreifen ist heute bebaut.

Atrium im September/Oktober 2015 — Stadtporträt


Jeder Pflasterstein hat hier eine Geschichte. Durch die Wirren der Zeit, von denen Berlin ausserordentlich viel abbekommen hat, hat sich hier fast alles mit einer Bedeutung aufgeladen. Dafür muss Beschaulichkeit oder gar Idylle etwas länger gesucht werden. Einen Ort auf sich wirken lassen, funktioniert nur bedingt. Um Berlin kennenzulernen, lässt man sich am besten an die Hand nehmen von jemandem, der sich auskennt. Thematische Führungen beispielsweise sind eine gute Möglichkeit, Berlin von seiner authentischsten Seite zu erleben und nicht an Touri-Fallen kleben zu bleiben oder ratlos umherzuirren. Angeboten werden neben Architekturund Kunstführungen, auch solche, die die Teilung der Stadt oder Berlins Subkultur erforschen. (siehe auch: www.artberlin-online.de, www.berlinstory.de, www.grenzlaeufte.de, www.myplusone.net) Besucher aus Bayern können so durchaus zu guten Kennern der Karl-

Marx-Allee werden und angefressen sein von einer mitreissenden Geschichte. Viele Berliner wünschen sich denn auch eine touristische Positionierung der Stadt, die über Berlin Dungeon, Aqua Dom und Madame Tussauds hinaus geht, und freuen sich über Besucher, die die Stadt bereichern. Luft und Liebe Der bekannte Designer Werner Aisslinger hat in Berlin sein Loftatelier. Er sagt, der Kulturen-Clash in Berlin erzeuge einen liberalen Kosmos, der die Stadt neben Tokio, Istanbul und Bangkok zu einer der wichtigsten «Inputstädte» weltweit macht. Gut für Leute, die etwas bewegen wollen. Und Aisslinger bringt auf den Punkt, was Berlin ist und was nicht: «Mailand ist die Stadt der Mode, London ist Finanzstandort, Köln Kunststadt, Berlin ist die Stadt der Subkultur.»

Werner Aisslinger: Der Designer lebt seit fast 30 Jahren hier und mag das «Wurschtlige» an Berlin. www.aisslinger.de

«Berlin ist 24 Stunden Leben am Tag, ein liberaler Kosmos, der einen mitreisst – für mich die lebenswerteste Stadt.» WERNER AISSLINGER

«Und wann kommt der König?», fragen Kritiker des Wiederaufbaus vom Stadtschloss. Vorgängig wurde hier der «Palast der Republik» abgerissen. Links der Berliner Dom. www.humboldt-forum.de

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«Berlin ist ideal für uns, weil wir das Gefühl haben, Teil einer Entwicklung zu sein.» NEW TENDENCY Berlinerblau: Thomas Höhnel, Franziska Müller u. v. a. entwickeln Designs für die erfolgreiche Uhrenmanufaktur Nomos.

New Tendency: Die Absolventen der Bauhaus-Uni, Weimar, mögen den Gedanken «Design für alle» und knobeln am Mittelweg zwischen Galeriemöbel und Massenware. www.newtendency.de

«Ma’ rin kieken»: Berliner lieben Galeriebesuche. An Wochenenden wie dem des «Gallery Weekend» steppt der Bär. www.gallery-weekend-berlin.de

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Atrium im September/Oktober 2015 — Stadtporträt


St. Agnes: Die ehemalige Kirche ist seit Mai diesen Jahres Galeriegebäude des Galeristen Johann König (Architektur: Werner Düttmann, 1967). johannkoenig.de

Osko + Deichmann: Die Designer statteten das Bauhausarchiv mit dem «Straw Chair» (produziert von Blå Station) aus. www.oskodeichmann.com

«The Smoking Kid»: Die Ende Juni zu Ende gegangene Ausstellung von Katharina Grosse. www.katharinagrosse.com

Wie auch Aisslinger sagt, gilt die Stadt nicht als Kunststadt und doch hat hier gefühlt jeder Zweite einen kreativen Beruf oder zumindest eine nicht unbedeutende Affinität zur selbigen. Ausstellungen und Events sind hochfrequentiert. Doch die meisten Berliner Galerien sind keine Goldesel. Es fehlt an Kaufkraft. Wird also eine Stadt als Kunststadt bezeichnet, wenn in ihr Kunst entsteht und «gelebt» wird oder wenn Kunst verkauft wird? Die Frage bringt das Thema Geld auf die Tagesordnung. Ein heisses Eisen. In Berlin gibt es entweder zu wenig oder zu viel. Wer sich in Berlin etwas aufbauen will, hat hier nicht die allerschlechtesten Möglichkeiten. Die Mieten, selbst für Ateliers, sind er-

schwinglich, das Leben ist nicht allzu teuer, und der Existenzkampf ist nicht so erdrückend wie andernorts. Die Kehrseite: auch die Einkünfte sind verhältnismässig tief, und Geld verdienen (also wirklich Geld verdienen) können nur wenige. Alles auf Anfang Die Situation kommt dennoch vor allem vielen Jungen entgegen, denen, die sich etablieren wollen, und auch denen, die sich «erstmal nur vielleicht» etablieren wollen. Die Stadt, aus der nach der Wende eine halbe Million weggingen, hat seit Jahren offene Arme, Freiräume und gedankliche Plätze, die sich noch

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«bespielen» lassen. Denn in Berlin ist bei weitem nicht alles picobello und fix fertig, was viele als befreiend und als inspirierend empfinden. Junge Designer und andere Berufseinsteiger können in Berlin besser als anderswo probieren, wie das geht mit dem Leben und dem Werken. Für Kreative besonders verlockend: Die Schreinerwerkstatt im vierten Hinterhof, der Brennofen drei Strassen weiter, zum Fotostudio eine halbe Stunde Fahrrad fahren. Nicht wenige, die hier richtig in Fahrt kommen, und wie die drei jungen Designer von New Tendency «das Gefühl haben, Teil einer Entwicklung zu sein.» Dagegen gehören Blasius Osko und Oliver Deichmann zu


Lukas Wegwerth: Der junge Designer wurde bekannt durch seine «Untitled Vases». lukaswegwerth.com

Kunstfabrik am Flutgraben: Die Westfenster des grössten Berliner Atelierhauses waren einst zugemauert und Teil der Staatsgrenze. www.flutgraben.org

Landwehrkanal: Hausboote säumen den Fluss, und im Sommer locken schwimmende Restaurants zum Pausieren.

denen, die die Startlöcher längt verlassen haben und international erfolgreich arbeiten. In ihrer Arbeit suchen sie nach konzeptionellen, visuellen und funktionalen Erneuerungen und scheinen sich auch gedanklich festgefahrenen Meinungen zu verweigern. Sie wollen «Erfinder und Gestalter sein, Probleme lösen und das Leben erleichtern» und sträuben sich auch nicht vor dem Gedanken, für die Masse gut und erschwinglich zu designen. Andererseits stellen sie Dinge, «die nur existieren, weil sie billig sind», auch infrage. Zur Entwicklung Berlins, die mit der gefürchteten Gentrifizierung einhergeht und missmutig den «Zuzug der Yuppies» meint, sagt Blasius: «Jetzt wird Berlin erst richtig

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multikulturell, endlich metropolitisch!» Er lehnt sich mutig aus dem Fenster und brüskiert den gemeinen Berliner. Doch auch Aisslinger ist der Meinung, dass Berlin einem Verfallsdatum nur entgeht, wenn es eine fortwährende Evolution gibt, es weitergeht, nicht beim Ist-Zustand bleibt. Leider gibt es viele Beispiele, gerade im Grundstücks- und Immobilienbereich, die einen bitteren Beigeschmack von Ausverkauf evozieren. Dazu meint Aisslinger, Berlin solle mit dem Prädikat «Subkultur» nicht zu sorglos umgehen, denn Berlin ist vor allem deshalb einer der grössten «Creative Hubs» weltweit. Und wieder ist es eine Frage des Wie, und wieder ist es eine der vielen Gratwanderungen,

auf die sich Berlin begeben muss. Gibt es einen Kompromiss zwischen roten Teppichen und Vip-Shuttles während Events, die Geld in die Stadt bringen sollen, und den ewigen Bewahrern, die Veränderungen verunsichern und mit Vehemenz gegen alles kämpfen? Lukas Wegwerth ist einer von denen, die ihren Weg in Berlin begannen. Er hat seit drei Jahren ein Atelier in einem alten Werkstattgebäude. Es ist ein reizender Ort, versteckt im Grünen, ein grosser heller Raum mit Oberlicht und grossen Werkstattfenstern. Das Gebäude wird bald abgerissen. Doch Lukas jammert nicht: «Ich konnte drei Jahre mietfrei hier sein. Das war so viel Glück, dass jetzt nicht von Unglück die Rede sein kann.» —— Atrium im September/Oktober 2015 — Stadtporträt


«Berlin darf mit dem Prädikat ‹Subkultur› nicht zu sorglos umgehen.»

Rainer Spehl: Der Schreiner und Designer stellt sehr schöne Möbel aus Holz her. www.rainerspehl.com

WERNER AISSLINGER

Prinzessinnengarten: Urban Gardening auf einer einstigen Brache. Bürger beseitigten zwei Tonnen Müll und bepflanzen seit 2009 Beete. prinzessinnengarten.net

Markthalle Neun: Grosse Bühne für das Essen, Veranstaltungen rund um Lebensmittel, Freitag und Samstag Wochenmarkt.

Uta Koloczek: Die Porzellangestalterin betreibt eine offene Werkstatt und gibt Kurse. www.manufactoryberlin.de

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Berliner Adressen Anschauen

HAMBURGER BAHNHOF: «Moby Dick», die Einzelausstellung des Künstlers Michael Beutler, stellt mit gattungsübergreifenden Arbeiten industrielle Produktionsprozesse infrage. Bis 6. September 2015. www.smb.museum

DMY: Das Internationale Designfestival DMY hat ein volles Programm. Präsentationen nationaler und internationaler Designer, offene Ateliers, Talks und vieles anderes. Leider erst wieder im Juni 2016. Vormerken! www.dmy15.com

Essen

PAULY SAAL & BAR: Im geschichtsträchtigen Gebäude der ehemaligen Jüdischen Mädchenschule trinkt und isst man sehr delikat. Das Ambiente ist inspiriert von den goldenen 20er-Jahren in Berlin. paulysaal.com

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MUSTAFAS: Abends 20.00 Uhr am Mehringdamm. Eine 15 Meter lange Menschenschlange. Was ist da los? Ein Dönerstand! Der beste! Der Mythos lebt, genau hier soll der Döner erfunden worden sein. www.mustafas.de

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ERICH HAMANN: Die original erhaltene Einrichtung vom Hamann Schokoladenladen wurde vom Bauhauskünstler Johannes Itten entworfen. Schokoladetafeln und Pralinen sind ebenfalls alte Schule und sehr lecker! hamann-schokolade.de Atrium im September/Oktober 2015 — Stadtporträt

Bildnachweis: Radikal Berlin: Engelbert Kremser, Europa-Center, Fotomontage, 1969, © Engelbert Kremser/Berlinische Galerie, Repro: Markus Hawlik; «Moby Dick»: Michael Beutler: Moby Dick, 2015. Ansicht Ausstellungsaufbau (Exhibition setup at) Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns

BERLINISCHE GALERIE: «Radikal Modern» ist die Architekturausstellung des Jahres! Originalmaterialien zeigen politische, gesellschaftliche und bautechnische Visionen für den Aufbau der Metropole Berlin. Bis 26. Okt. 2015. www.berlinischegalerie.de


Kunst konsumieren, Essen erleben, Einkaufen zelebrieren und aufregend Schlafen – folgende Adressen sollten Sie nicht auslassen.

Shoppen

AUFSCHNITT: Fleisch, Wurst, Spiegeleier und neu auch Brot und Brötchen als textiles Wohnaccessoire. Baumwolle, Kunstleder und anderes kunstvoll geschneidert von Silvia Wald und ihrem Team. Auch im Webshop. www.aufschnitt.net

GESTALTEN PAVILION: Der Conceptstore mit Café ist eine Initiative des Gestalten Verlages. Das kuratierte Sortiment vereint Fabrikate junger Gestalter, exklusiver Marken und traditionsreicher Hersteller. shop.gestalten.com

HOLY SHIT SHOPPING: Weihnachten ist noch lange hin. Von wegen! Geschenkeshoppen jetzt planen! Die charmante Weihnachtsmarkt-Alternative für Kunst, Design und Lifestyle an zwei Tagen im Advent. Termine auf: holyshitshopping.de

Übernachten

HOTEL ZOO: Moderne Stuckdecken, flauschige Teppiche, edles Mobiliar, gemütliches Bett, netter Service, super Frühstück – im neuen Hotel Zoo können Sie Berlin von seiner pompöseren Seite erleben. www.hotelzoo.de

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HOTEL LINNEN: Im Hotel Linnen «kommt man heim», wie in eine echte Berliner Wohnung. Die Zimmer sind geschmackvoll und sehr authentisch. Das Linnen hat zwei weitere Dependancen in der Umgebung. www.linnenberlin.com

HOTEL 25HOURS: Lobby, Restaurant, Bar und Zimmer wurden von Werner Aisslinger ausgestattet. Der Hotelknüller Berlins mit grandioser Dachterrasse und dem besten und schönsten Frühstücksbuffet! www.25hours-hotels.com


A B O Jetzt abonnieren und 3-fach profitieren!

1 Prämienangebote gelten nur für Neuabonnenten in Deutschland und Österreich (Atrium wurde in den letzten 12 Monaten nicht an diese Adresse geliefert).

ÖKOLOGISCHE BADE-/HANDTÜCHER

4er-Set in Geschenkverpackung Ein ökologischer Materialmix ist die Besonderheit der Vipp-Handtuchkollektion. Die VippHandtücher sind aus einer geschmeidigen Materialmischung aus 65 % ökologischer Baumwolle und 35 % Bambusfasern hergestellt. Die Baumwolle sorgt für Langlebigkeit und Weichheit, während der Bambus zu einer hervorragenden Aufnahmefähigkeit und einer wunderschönen Oberfläche beiträgt. Der Aufhänger besteht aus Gummi und trägt die Pflegehinweise auf der Rückseite – ein funktionales und minimalistisches Designdetail. Die Tücher kommen in einer Geschenkverpackung zu vier Stück daher: zwei Handtücher und zwei Badetücher. Material: 65 % ökologische Baumwolle, 35 % Bambus Ma Masse Handtuch: 50 × 100 cm Masse Badetuch: 75 × 135 cm Farben: Grau oder Schwarz Für ein 1-Jahres-Abo (Zuzahlung EUR 22.–) Für ein 2-Jahres-Abo (ohne Zuzahlung)

SIE HABEN NUR VORTEILE! 1. Frei Haus: Die Lieferung erfolgt alle zwei Monate bequem zu Ihnen nach Hause, ohne Mehrkosten! 2. Preisvorteil: Sparen Sie bis zu 10 % gegenüber dem Einzelverkaufspreis. 1-Jahresabo (6 Ausgaben) € 45.–, 2-Jahresabo (12 Ausgaben) € 84.–. 3. Kein Risiko: Nach Ablauf der Bezugsdauer (6 bzw. 12 Ausgaben) können Sie Ihr Abo jederzeit kündigen.

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Atrium im September/Oktober — Prämien


EDLES FLOR DE SAL IM 2ER-SET!

Gewürzsalzstreuer von SOSO-Factory Die hauchdünnen Salzkristalle werden von Hand geerntet. Nur bei idealen Wind- und Sonnenverhältnissen können sich die hauchdünnen Salzkristalle an der Wasseroberfläche bilden. Ganz einfach als Streuer zur Veredelung der Speisen auf den Tisch stellen. Alle SOSO Produkte sind nicht raffiniert oder gebleicht. Ein Produkt aus Spanien, geerntet vor der Küste Murcias. 100% Meersalz (Flor de Sal), Netto Gewicht: 100g. Wählen Sie zwei Lieblingsstücke aus: Flor de Sal rot: mit scharfem Pfeffer Flor de Sal pink: mit Hibiskus und Pfeffer Flor de Sal grün: mit mediterranen Kräutern Flor de Sal weiss: natural Für ein 1-Jahres-Abo (ohne Zuzahlung)

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EIN ELEGANTER HELFER

Das Tablett ohne Rutschgefahr Mit einer Stärke von 6 mm und dem zarten Schwung des Griffs spricht das Tablett sowohl physisch als auch optisch eine klare Sprache. Durch seine elegante Form erinnert es an eine asiatische Zeichnung. Sie können aus den Kautschukoberflächen Schwarz oder Fango wählen und so Ihren persönlichen, farbigen Akzent setzen. Das Table tt ist versiegelt mit rutschhemmender Oberflächenbeschichtung. (Lieferung ohne Deko) Material: Kautschuk Grösse: 43 × 30 × 2,5 cm Farben: Schwarz oder Fango Für ein 1-Jahres-Abo (Zuzahlung von EUR 18.–) Für ein 2-Jahresabo (ohne Zuzahlung) Atrium bietet fundierte Architektur- und Wohnreportagen, Porträts, aktuelle Berichte über Ausstellungen und Messen, Produktneuheiten und Trends. Dazu praktische Einrichtungstipps, Vorschauen auf Events und vieles mehr!

BESTELLEN SIE NOCH HEUTE! Online auf: www.atrium-magazin.de Anrufen unter: 0931 4170 1619 Faxen an: 0931 4170 497 E-Mail an: abo@atrium-magazin.de

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VISITE

Solid: Seit den 1950er-Jahren produziert Verzelloni in Parma.

Manufaktur: Vieles in der Produktion von Verzelloni wird von Hand gemacht.

Neuauflage: Die «Divanitas» wurden am Salone 2015 als Sessel und Sofa wieder neu aufgelegt (Design: Studio Lievore Altherr Molina, 1996/2015).

Verzelloni

Mit Bedacht voranschreiten Gestalterische Beständigkeit, kombiniert mit den traditionellen Werten des Familienbetriebes, hat VERZELLONI eine ganz eigene Erfolgsgeschichte beschert. Redaktion: Anita Simeon Lutz

Familiengeführt: Roberto, Tiziana, Daniela und Luca Verzelloni (von links nach rechts).

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Atrium im September/Oktober — Visite


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ade in Italy» steht ohne Frage als Synonym für hochqualitative Produkte. Vor allem traditionelle Familienbetriebe gelten dabei als «Macher» dieses etablierten Markenzeichens. Auch der italienische Möbelhersteller Verzelloni mit Sitz in Parma – heute in zweiter Generation von den Geschwistern Roberto, Luca, Tiziana und Daniela Verzelloni geführt – gehört zu jenen Unternehmen, die sich durch ihr zeitgemässes Design, die Qualität ihrer Produkte und ihre Begeisterung für designorientierte Polstermöbel einen Namen gemacht haben. Seit der Gründung in den 1950er-Jahren durch Ennio Verzelloni zeichnet sich das Unternehmen durch die Leidenschaft und Sorgfalt aus, mit denen die Produkte gefertigt werden. Dabei strebt Verzelloni immer an, auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden einzugehen und diese in die Produktion einfliessen zu lassen. Tiziana Verzelloni: «Unsere Model-

Standards, die sich ebenso wie das gute PreisLeistungs-Verhältnis auszahlen – so ist es kein Zufall, dass gerade Deutschland den grössten Exportmarkt des Unternehmens bildet. Was das Design betrifft, so basieren viele der zeitlosen Möbelentwürfe auf der mittlerweile knapp 20-jährigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Studio Lievore Altherr Molina aus Barcelona. Aber auch neue Designer wie zum Beispiel García Cumini Associati kommen zum Zug. www.verzelloni.com

Meistverkauft: Einer der Bestseller ist das Sofa «Hampton» aus dem eigenen Designstudio, 2011.

le sind erfolgreich, weil sie die Frucht von langen Überlegungen und einem hohen Bewusstsein für Qualität und Design sind. Uns gefällt, dass jedes neue Modell ein integrativer Bestandteil der Kollektion darstellt. Jedes Jahr entwickeln wir ein, maximal zwei neue Produkte, die auf eine lange Zeitachse hinaus Gültigkeit haben sollen.» Mit dem bereits in den 1990er-Jahren verfassten Verzelloni-Leitfaden globaler Qualität hat das Unternehmen schon frühzeitig eine Vorreiterrolle im Hinblick auf Nachhaltigkeit übernommen. Neben den eigenen Ansprüchen an die Qualität des Designs und der Materialien ist es insbesondere der Umweltschutz und die Langlebigkeit der Produkte, die sich das Unternehmen auf die Fahne schreibt.

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Für innen wie aussen: Der 2006 von Studio Lievore Altherr Molina designte «Zoe» ist zum Klassiker geworden.

Kompakt: Das Sofa «Fold» wurde 2014 lanciert und von den García Cumini Associati designt.


BAD

Immer im Blick: Die Schwimmenden sind durch den Glasboden von aussen wie auch aus dem Innern des Hauses sichtbar.

Das Jellyfish-Haus In Marbella haben WIEL ARETS ARCHITECTS ein Haus mit transparentem Dach-Pool gebaut. Im Haus entstehen so einmalige Lichtspiele. Redaktion: Carina Iten

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Atrium im September/Oktober — Bad


Schwebende Konstruktion: Der grobe Betonbau bekommt durch das transparente Schwimmbecken eine filigrane Seite.

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nweit der Küste im spanischen Marbella, liegt das Jellyfish House. Ein grober Betonbau mit sanften Zügen. Ähnlich dem namengebenden Meereswesen schwebt das Haus durch das überlappende Dach über dem Boden. Exotisch in seiner Erscheinung, transparent, aber doch raffiniert verschlossen und veränderbar in der Optik – je nach Blickwinkel, aus dem man es betrachtet. Der Rooftop-Pool ist zwar ein eindrucksvolles Element, doch keinesfalls zufällig von den Wiel Arets Architekten konstruiert. Grund dafür ist die Lage des Hauses. Die Häuser der Nachbarschaft rauben dem Jellyfish House die Sicht zum

Fotos: Jan Bitter

Infinity-Pool: Das Schwimmbecken fliesst optisch ins Meer hinein und sorgt für eine beruhigende Atmosphäre.

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Strand. Steht man auf dem Dach, so reicht der ungetrübte Blick hingegen bis hin zum Meer. Und diese Sicht soll die Bewohner während des Badens im Pool immer begleiten. Ausgestattet mit einer Infinity-Ecke, fliesst der Pool optisch in der Ferne ins Meer hinein. Der Boden und die Wände sind aus 6 cm dickem Glas und tragen ein Gewicht von 60 000  kg. Der Pool erstreckt sich auf einer Seite über die Terrasse mit Sitzgarnitur und zaubert je nach Sonneneinstrahlung türkisfarbene Bilder auf den Boden. Auf der anderen Seite ragt das Becken des Pools mit einer durchsichtigen Glaswand ins Haus hinein. So dringt Sonnenschein je nach Einstrahlung und Witterung durchs ganze Haus hindurch. Auch von der Küche aus lassen sich die

Schwimmenden im Pool aus dem Innern des Hauses beobachten. Das Becken wurde so angelegt, dass es im Haus von vielen Winkeln gesehen werden kann. So wandert stetig ein türkisfarbenes Lichtspiel durchs Haus. Eine weitere Besonderheit des Hauses ist eine clever angelegte Aussentreppe, über die das Schwimmbecken auf dem Dach erreicht wird. Dadurch gelangt man vom Eingang direkt aufs Dach, ohne durchs Haus zu gehen. Dies hat den grossen Vorteil, dass kein Sand vom Strand ins Haus getragen wird, wenn man direkt zum Pool möchte. Oben auf dem Dach sorgen angelegte Bänke für angenehme Liege- und Sitzmöglichkeiten. www.wielaretsarchitects.com


BAD

Komfort & Genuss Neuste Technik, filigrane Armaturen und organische Formen fügen sich zu einem harmonischen Badbild. Redaktion: Carina Iten

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1 Hansgrohe: Das «ShowerTablet Select 700» ist Ablagefläche und Duschsteuerung in einem und kann als Aufputz-Thermostat mit einer Handbrause kombiniert werden. www.hansgrohe.de

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2 Aesop: Die Körperlotion trägt ein erfrischendes Aroma, fettet nicht und schützt vor der Sonne. www.aesop.com

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3 Hi-Macs: Die eckigen und runden Waschbecken sind für den flächenbündigen Einbau und den Unterbau in Waschtische geeignet. www.himacs.eu 4 Dornbracht: Die filigrane Armatur «CL.1» lässt sich mit diversen DornbrachtSerien kombinieren. www.dornbracht.com

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5 KWC: Minimalistisch und gleichzeitig skulptural zeigt sich die Badarmatur «KWC ZOE». www.kwc.com 6 Antonio Lupi: Die «AGO» Badwanne aus Ceramilux gibt es matt oder hochglänzend. www.antoniolupi.de 7 Dr. Bronner: Reine Naturseife erfrischt die Haut und macht sie seidenweich. www.drbronner.de

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WETTBEWERB

«DESIGNKLASSIKER » für Küche oder Bad

Atrium verlost unter allen Einsendungen zehn VIPP 15 Treteimer im Wert von je 275 Euro.

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ie Vi p p - F a r b e «Copenhagen Green» ist eine Hommage an Kopenhagen. Ein Kennzeichen der Heimatstadt von Vipp sind die vielen Grüntöne in der Stadtlandschaft, die von oxidierten Kupferdächern auf historischen Bauwerken bis zu kleinen, immergrünen Stadtoasen reichen. Vipp feiert Kopenhagen, da die Stadt jetzt den ersten Vipp Concept Store beherbergt. Der Vipp Treteimer – ein Klassiker aus dem Jahr 1939 – hat einen Deckel aus Edelstahl, der sich mittels eines Abdämpfmechanismus in einer weichen, lautlosen Bewegung schliesst. Ein Gummiring sorgt für einen

luftdichten Verschluss. Der Korpus besteht aus pulverlackiertem Stahl und verbirgt einen herausnehmbaren Inneneimer aus galvanisiertem Stahl. Ein Gummiring unten am Eimer schützt empfindliche Oberflächen. Zehn glückliche Gewinner haben die Chance, den Original-Vipp15-Treteimer (14 Liter) in dieser exklusiven Farbe zu gewinnen!

Der/die Gewinner/innen werden in ATRIUM veröffentlicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter/innen von Vipp und Archithema Verlag AG sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

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SO NEHMEN SIE AM WETTBEWERB TEIL: Im Internet unter www.atrium-magazin.de/wettbewerb oder senden Sie eine Postkarte (bitte keine Briefe) an: Archithema Verlag AG Wettbewerb, «VIPP15» Rieterstrasse 35, CH-8002 Zürich EINSENDESCHLUSS: 5. Oktober 2015 Weitere Infos finden Sie unter: vipp.com


G A RT E N

NaturbĂźhne: Auf der ovalen Terrasse unter der Birke trifft man sich heute zum Schwatzen und zum In-die-FerneSchauen.

Mitbewohner Die Verwandlung eines verwilderten Gartens in ein paradiesisches Kleinod mit viel Luft und Licht. Redaktion: Antje Herrmann

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Separate Nische: Die Hanglage bietet die Möglichkeit, auf verschiedenen Niveaus zu gestalten, was unweigerlich etwas Romantisches in den Garten bringt.

uch ein Garten kommt in die Jahre. Und wie wir gelegentlich Akten ausmisten oder Kleiderschränke entschlacken, kann auch einem Garten eine Verjüngungskur ganz gut tun. Nach einer langen Phase des Verwachsens, in der junge Bäumchen zu grossen, stämmigen Prachtexemplaren geworden sind oder sich einst gesteckte Schösslinge zu einem dicken Gebüsch entwickelt haben, kann es sein, dass man sich wieder mehr nach einer gewissen Übersichtlichkeit sehnt. In dieser Ausgangslage befand sich ein grosszügiges Gartengrundstück im Kanton Aargau. Die Bewohner wollten in ihrem Garten wieder mehr Licht und Luft. Und bei aller Liebe für Blattwerk und Co. haben Weitsicht und Freiflächen schliesslich auch ihren Reiz. Engagiert man für eine solch aufwendi-

ge Aktion ein versiertes Gartenbauunternehmen, ist es so gut wie sicher, dass Garten und Bewohner davon profitieren und der Aussenraum am Ende nicht nach einer traurigen Rodung aussieht. Profis am Werk Das Gartenbauunternehmen Diebold Zgraggen aus Fislisbach, Aargau, lieferte eine beispielhafte Lösung. «Es ist, als würde man einen Diamanten schleifen», sagt Alain Diebold. Damit meint der erfahrene Gärtner und Gartenbauunternehmer die Fähigkeit, zu erkennen, welche Schätze sich in einem vermeintlichen Gartenchaos verbergen – Kostbarkeiten, die es zu erhalten oder gar hervorzuheben gilt. Von einigen plumpen Hecken verabschiedete man sich, und der Baumbestand wurde sensibel gelichtet. Die grosse alte Birke wurde «aufgeastet» – so das Gärtnerlatein für einen Beschnitt, der ermöglicht, sich bequem unter dem Baum bewegen zu können. Der Besitzer hatte grünes Licht für das Fällen gegeben, wurde aber vom Belassen des Baumes überzeugt. Das geschah nicht durch Argumentationen, sondern durch Machen, Anschauen und Erleben. Wie schön das Licht durch die Blätter schimmert, welch angenehmen Schatten der Baum an einem heissen Tag spendet und das vertraute Rauschen – unbezahlbar. Diebold Zgraggen ist ein Unternehmen, das nicht nur «gemäss Auftrag» umsetzt, sondern auch eigene Werte vertritt. «Aufzwingen wollen wir unsere Ansichten niemanden, der Kunde entscheidet, aber im Zweifel kommen wir mit Pflegeangeboten entgegen.» Diese uneigennützige Geste zeigt einmal mehr, wie das Unternehmen seine Arbeit versteht. Diebolds Anliegen, das Gespür für den eigenen Garten zu verfeinern, hielt er gemeinsam mit der Autorin Silvia Schaub im gerade erst erschienenen Buch «Gartensituationen» fest. Wir stellen Ihnen das Buch auf der folgenden Seite vor. www.dzgartenbau.ch

Fotos: Mathias Marx

Horizont: Die anschliessende Hangböschung wurde zugunsten eines weiten Ausblickes mit nicht zu hoch wachsenden Stauden bepflanzt.

Ausufernd: Das Schwimmbad im Inneren des Hauses erhielt eine imaginäre Erweiterung in Form eines Naturteiches.

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GARTENSITUATIONEN

Einen Garten verstehen, gestalten und geniessen. Redaktion: Antje Herrmann

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asser-, Stein-, Naturoder Steppengarten? Für die Gestaltung eines Gartens ist es nicht allein ausschlaggebend, welche Vorlieben der Besitzer hat, sondern welche Begebenheiten einem Garten von vornherein zu eigen sind. Die perfekte Gestaltung und die richtige Bepflanzung für seinen Garten zu finden, ist deshalb nicht immer einfach, und nur wer die Ausgangslage kennt, kann seinen Garten im Einklang mit der Natur gestalten. Topografie, Klima, Bodenbeschaffenheit, Pflanzen- und Gebäudebestand können manchmal bereits in

eine gute Richtung weisen. Gilt es nur noch, sie zu erkennen. Im vorliegenden Band zeigen Alain Diebold und Silvia Schaub, wie man Vorgärten, Gärten, Wegumrandungen, Sitzplätze und Terrassen richtig einschätzt und standortgerecht gestaltet. Ausgehend von unterschiedlichen Gegebenheiten findet sich in diesem Buch für jede Situation eine Lösung, und anhand von vielen Detailbildern aus privaten Gärten und übersichtlichen Anwendungslisten kommt man mit dem Buch seinem idealen Garten immer näher. Alain Diebold & Silvia Schaub Callwey Verlag, Farbfotos & Pläne, 176 Seiten, € 39,95

Gärtner & Gartenbauunternehmer ALAIN DIEBOLD ist Gärtnermeister und zertifizierter Gutachter. Seit 1991 führt er ein eigenes Gartenunternehmen in Fislisbach, Schweiz. Mit seinen Schaugärten an der Giardina Zürich hat er zwei goldene und zwei silberne Giardina Awards gewonnen. Journalistin & Autorin SILVIA SCHAUB schreibt schwerpunktmässig über Lifestyle- und Gesellschaftsthemen. Gemeinsam mit Alain Diebold verfasste sie für die «Aargauer Zeitung» eine Gartenkolumne. Daraus erwuchs – im wahrsten Sinne des Wortes – die Idee für das Buch «Gartensituationen».

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Atrium im September/Oktober — Garten


Zähl die heiteren Stunden nur! Folgende Hersteller zeigen, wie Sie Ihr privates Paradies gestalten, pflegen und noch mehr geniessen können. Redaktion: Antje Herrmann

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1 Ferngesteuert: Einige Modelle des Mähroboters «Automover» können neu per App gesteuert werden. www.husqvarna.com

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2 Rast mit Rost: Pflanzhilfen, Behälter, Bänke und andere Objekte aus Cortenstahl in Handarbeit gefertigt von: www.ums-metall.de

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3 Gross & grau: Betonsteinplatten «Umbriano» mit Oberflächenschutz und natürlicher Maserung. www.metten.de 4 Blumenkorb: Pflanzkasten «Basket» zum Anschauen und Anpacken. Erhältlich in verschiedenen Grössen und Farben. www.fermob.com/de

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5 Segeln ohne Schiff: Sonnenschutz «elips4sun» ist stabil, flexibel und auch bei Regen ideal ohne Flattern und Knittern. www.c4sun.de 6 Schirmherrschaft: Seitenmastschirm «Belvedere» blitzschnell aufgespannt dank Easy-Flap-Mechanismus. www.caravita.de 7 Blau machen: Meterschwimmen auch in Hanglage. Pools vom Schwimmbadprofi Ospa. www.ospa.info

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S E RV I C E

Die Seele baumeln lassen Wer es sich in seinen eigenen vier Wänden schön eingerichtet hat, muss gar nicht gross in die Ferne schweifen, denn zu Hause ist es doch am schönsten. Cabinet

Für jeden Geschmack: Cabinet bietet Gleittüren für alle Einrichtungsstile.

Mit Cabinet-Gleittüren, Raumteilern oder kompletten Einbauschränken lässt sich jeder Lebensraum individuell, stilvoll und funktional gestalten. Dabei haben Sie die Möglichkeit, aus vielen verschiedenen Oberflächen, Türen- sowie Innenlebenprogrammen genau die Komponenten zu wählen, die perfekt zu Ihrem persönlichen Stil und Raumbedarf passen. Ob urban, elegant, luxuriös, natürlich, romantisch, klassisch, sachlich, modern asiatisch oder im Vintage-Stil – Ihren Gestaltungswünschen und Ihrer persönlichen Ordnungsvorstellung werden keine Grenzen gesetzt. Im Bild sehen Sie das Türenprogramm Voltuno in Chrom, Oberflächen in weissem Verbundsicherheitsglas und Robigo, einer feinen, in Rauten gemusterten Rostoberfläche, die nicht abfärbt. Cabinet, Schranksysteme AG, Zum Schlicksacker 13, 50170 Kerpen-Buir T 02275 9203 60/61, www.cabinet.de

Jörn Hebrok Privatobjekt: Die Klinker, hier «divum», sind im Zuge eines Fugenglattstriches mit Schlämmputz versehen.

Die Ziegelei Hebrok Natrup-Hagen entwickelt und produziert hochwertige Backstein Klinker mit Manufakturcharakter. Die Vollsteine werden im Wasserstrichverfahren hergestellt, so wird jeder «Original Wasserstrich Backstein Klinker» zum Unikat. Beim Aufeinandertreffen des Tons mit dem Wasser entstehen einzigartige Oberflächenstrukturen. Dieses traditionelle Wasserstrichverfahren hat Jörn Hebrok, Ziegler und Keramikingenieur, in der Ziegelei neu belebt. In vierter Generation leitet er die Privatziegelei und verbindet Tradition mit Innovation. Als Produktentwickler konzipiert er zudem Sonderfarben und -formen der Backstein Klinker. Derzeit sind rund 50 Farbtöne innerhalb der Premiumproduktmarke «JH» erhältlich. Auch durch die Kombinationsmöglichkeit sind den Gestaltungswünschen kaum Grenzen gesetzt. Ziegelei Hebrok Natrup-Hagen, Ziegeleiweg 5, 49170 NatrupHagen, T 05405 98020, www.ziegelei-hebrok.de

Original Wasserstrich Backstein Klinker: Mischsortierung aus «granum opaca» und «arundo».

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Atrium im September/Oktober — Service


Schlicht: Beim «Teka»Couchtisch, designt von Gordon Guillaumier für Roda, ist die Tischplatte aus unglasierter Keramik.

Roda Da sich der Wohnraum an schönen Tagen immer stärker in den Garten und an die frische Luft erweitert, bietet Roda alles für ein harmonisches Aussenambiente. Das Repertoire des Gartenmöbelspezialisten umfasst hochwertige Produkte für eine gelungene Auszeit im Freien von Tischen über Stühle, Liegen, Loungemöbel bis zu Sonnenschirmen. Ob eine gemütliche Lounge, eine praktische Liege oder doch lieber ein grosser Esstisch, um rauschende Feste mit Freunden zu feiern – bei Roda werden Sie in jeder Hinsicht fündig. Die Terrasse mit den perfekten Gartenmöbeln auszustatten, ist eine Frage des Geschmacks, des vorhandenen Platzes und der Vorstellung über die Nutzung. Roda bietet kompetente Beratungen, um Kundenwünsche zu erfüllen. Roda, Via Tinella 2, IT-21026 Gavirate, T 0039 0332 74 86 www.rodaonline.com

Robust: Der Rahmen des Sofas «Teka», designt von Gordon Guillaumier, ist aus Teakholz. Die Sitz- und Rückenlehnen sind aus wetterfestem Stoff.

Dyson Die innovative Dyson Airblade Tap Sensorarmatur mit integriertem Händetrockner erhält das DVWG-Zertifikat. Mit der freiwilligen Zertifizierung dokumentiert Dyson die sicherheitstechnische, hygienische und umweltmässige Unbedenklichkeit des Produktes. Das vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches vergebene Qualitätszeichen erhalten nur solche Geräte, die strenge Anforderungen hinsichtlich der Trinkwasserversorgung nach DIN EN 15091 und UBA-Richtlinie erfüllen. Die elektronisch bedienbare Airblade Tap Sanitärarmatur mit Händetrockner-Funktion überzeugt durch hochwertige Materialien, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Das Zertifikat ist gültig bis 2018. Dyson GmbH, Lichtstrasse 43b, 50825 Köln, T 0800 31 31 31 9 www.dysonairblade.de

Dyson Airblade Tap: Hygienisch, sicher, umweltverträglich.

Lema Komposition: Die Wohnraumausstattung von Lema passt zusammen.

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Die quadratische Form des Sofas «Brick Lane» hat Christophe Pillet als Gegensatz zum sehr weichen Polster designt. Das Sofa ist modular und ist für jedes Wohnzimmer geeignet. Besonders gut passt dazu der «Bice»-Loungestuhl von Roberto Lazzeroni. Sein gemütliches Aussehen wird von einem Hauch Vintage abgerundet. Der Bezug kann in Leder oder Stoff gewählt werden. Beide haben das Potenzial, Klassiker zu werden. Das modulare Schranksystem «Selecta» ist hingegen schon ein Klassiker. Es feiert 2015 sein 20-Jahr-Jubiläum. Die kompositorischen Möglichkeiten sind nahezu endlos, das System kann für immer andere Nutzungen zusammengestellt werden. Lema, Strada Statale Briantea 2, IT-22040 Alzate Brianza, T 0039 031 630990 www.lemamobili.com


ADRESSEN LEUTE

Architektur, Design AIRES MATEUS E ASSOCIADOS: Rua Silva Carvalho 193 PT-1250–250 Lisssabon T 00351 21 381 56 50 www.airesmateus.com MATHIAS ROMM ARCHITEKT: Luxemburger Strasse 152 50937 Köln, T 0221 789 68 423 www.mathiasromm.de UNARQUITECTURA: www.unarquitectura.cl WESPI DE MEURON ROMEO ARCHITEKTEN: Via G. Branca Masa CH-6578 Caviano T 0041 91 794 17 73 www.wdmra.ch WIEL ARETS ARCHITECTS: De Lairessestraat 41 NL-1071 NS Amsterdam T 0031 20 5776000 www.wielaretsarchitects.com

PRODUKTE

Firmen, Hersteller, Geschäfte

Gewerbegebiet Ost B BEMM: Gutenbergstrasse 30–38 31180 Emmerke bei Hildesheim T 05121 9300 0 www.bemm.de BERKER: Klagebach 38 58567 Schalksmühle, T 02355 905 0 www.berker.com BLANCO: Flehinger Strasse 59 75038 Oberderdingen T 07045 448 11 00 www.blanco-germany.com/de BOFFI: Schlüterstrasse 45 10707 Berlin, T 030 88 55 48 49 www.boffi-berlin.de BORA: Rosenheimer Strasse 32 83064 Raubling/Rosenheim T 08035 907 240 www.bora.com BOSCH: Carl-Wery-Strasse 34 81379 München, T 089 45 90 00 www.bosch-home.de BRÖTJE, AUGUST: Postfach 13 54 26174 Rastede, T 04402 800 www.broetje.de BUDERUS: Bosch Thermotechnik Sophienstrasse 30–32, 35576 Wetzlar T 06441 4180, www.buderus.de

Strada Provinciale 31 D DADA: G GAGGENAU: IT-20010 Mesero Carl-Wery-Strasse 34 T 0039 02 972 079 1 www.dada-kitchens.com

81739 München, T 0180 1 11 22 11 www.gaggenau.com

DANIEL KÜCHEN: Berliner Strasse 113, 14467 Potsdam T 033 200 40 33 7 www.daniel-kuechen.de www.daniel-potsdam.de

GIRA: Dahlienstrasse 42477 Rodevormwald, T 02195 6020 www.gira.de

DIGITALSTROM AG: Brandstrasse 33 CH-8952 Schlieren T 0041 44 445 99 66 www.digitalstrom.com DINESEN: Klovtoftvej 2, Jels DK-6630 Rødding T 0045 7455 2140 www.dinesen.com DORNBRACHT: Köbbingser Mühle 6 58640 Iserlohn, T 02371 4330 www.dornbracht.com DR. BRONNER´S DEUTSCHLAND GMBH: An der Sausweide 241542 Dormagen, T 02133 9789320 www.drbronner.de

Linsenhofer Strasse 65 72660 Beuren, T 07025 1301 www.elero.de

AESOP: über Osborne Clarke Nymphenburger Strasse 1 80335 München, T 0221 28 06 59 90 www.aesop.com

BUSCH-JAEGER ELEKTRO: Freisenbergstrasse 2 58513 Lüdenscheid T 02351 956 1600 www.busch-jaeger.de

F FALCON: Vertrieb/Generalagentur

&TRADITION: über Shapes GmbH Salvatorplatz 3, 80333 München T 089 9541 7833 www.andtradition.com www.shapes-gmbh.de ANTOLINI: Via Marconi 101 IT-37010 Sega di Cavaion T 0039 045 683661 www.antolini.com ANTONIOLUPI: by Das Badstudio Münchener Strasse 3 85737 Ismaning, T 089 210 237 770 www.antoniolupimuenchen.de www.antoniolupi.it

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CABINET: Schranksysteme AG Zum Schlicksacker 13 50170 Kerpen-Buir T 02275 9203 60 / 61 www.cabinet.de CARL HANSEN & SØN: Holmevænget 8 DK-5560 Aarup T 0045 66 12 14 04 www.carlhansen.com

CARAVITA: Lilienthalstrasse 10 85080 Gaimersheim, T 08458 60389 0 www.caravita.eu C4SUN: Johann-Clouth-Strasse 4 42499 Hückeswagen T 02192 853 550 www.c4sun.de

H HANSGROHE: Auestrasse 5–9 77761 Schiltach, T 07836 510 www.hansgrohe.de HEBROK: Ziegelei Hebrok Natrup-Hagen, Ziegeleiweg 5 49170 Natrup-Hagen T 05405/9802-0 www.ziegelei-hebrok.de HI-MACS: über LG Hausys Europe GmbH Avenue des Morgines 12 CH-1213 Petit-Lancy T 004122 879 54 80 www.himacs.eu/de

E ELERO ANTRIEBSTECHNIK:

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ALNO: Heiligenberg Strasse 47 88629 Pfullendorf, T 07552 210 www.alno.de

GROHE: Zur Porta 9, 32457 Porta Westfalica, T 0571 39 89 333 www.grohe.de

DYSON: Dyson GmbH Lichtstrasse 43b, 50825 Köln T 0800 31 31 31 9 www.dysonairblade.de

BULTHAUP: Aich/Werkstrasse 6 84155 Bodenkirchen, T 08741 80 271 www.bulthaup.de

AEG: Fürther Strasse 246 90429 Nürnberg, T 0911 3230 www.aeg.de

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ARTEK: Artek Deutschland GmbH Potsdamer Strasse 85C 10785 Berlin, T 030 261 03 22 0 www.artek.fi/de

T 0800 205 18 43 www.falconworld.com FELLER: über J. Häseler Vertriebs GmbH Bergstrasse 115, 58579 Schalksmühle T 02355 5053 0 www.haeseler.de www.feller.ch FERMOB: Parc Actival FR-01140 Thoissey www.fermob.com FRAMA: Org. St. Pauls Apotek Fredericiagade 57 DK-1310 Kopenhagen T 0045 3140 6030 www.framacph.com FRANKE: Mupferfährstrasse 70 79713 Bad Säckingen, T 07761 520 www.franke.de

Herzliche Gratulation! Beim Wettbewerb in der ATRIUM-Ausgabe Nr. 3/15 gewinnt Isabella Igl, Allersberg, 5 Nächte für 2 Personen im Hotel Schweizerhof auf der Lenzerheide im Wert von € 3000.–.

Atrium im September/Oktober — Adressen


HOVAL: Humboldtstrasse 30 85609 Aschheim-Dornach T 089 922 09 70 www.hoval.de HUSQVARNA: Hans-Lorenser-Strasse 40 89079 Ulm, T 0731 490 2500 www.husqvarna.com Volmestrasse 1 J JUNG: 58579 Schalksmühle T 02355 80 60 www.jung.de JUNKERS: Bosch Thermotechnik Sophienstrasse 30–32 35576 Wetzlar T 06441 4180 www.junkers.com JURA: Bamberger Strasse 10 90425 Nürnberg, T 0911 25250 de.jura.com

K

KWC: Junghansring 70 72108 Rottenburg T 07457 948560 www.kwc.de

www.philips.de P PHILIPS: POGGENPOHL: Poggenpohlstrasse 1 32051 Herford, T 05221 38 10 www.poggenpohl.de

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QUOOKER: Kronprinzenstrasse 138 40217 Düsseldorf, T 0211 300 36 995 www.quooker.de

R RAUMPLUS: Dortmunder Strasse 35 28199 Bremen T 0421 579 500 www.raumplus.de

IT-61025 Montelabbate (PU) T 0039 0721 44 33 33 www.scavolini.de

M METTEN STEIN+DESIGN:

SIEGENIA AUBI: Industriestrasse 1–3 57234 Wilnsdorf, T 0271 39310 www.siegenia.de

MONTANA: Akkerupvej 16 DK-5683 Haarby T 0045 6473 3211 www.montana.dk

O OSPA: Goethestrasse 5 73557 Mutlangen T 07171 705 0 www.ospa.info

7: Braunauer Strasse 26 T TEAM AT-4910 Ried im Innkreis T 0043 7752 97 70 www.team7.at

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V VAILLANT: Berghauser Strasse 40

SIEDLE: Bergstrasse 1 78120 Furtwangen T 07723 63 0 www.siedle.de

MINOTTICUCINE: minotticucinemilano, Via Larga 4 IT-20122 Milano www.minotticucine.it

WODTKE: Rittweg 55–57 72070 Tübingen-Hirschau T 07071 70030 www.wodtke.com

S SCAVOLINI: Via Risara 60/70/74/78

LEMA: Strada Statale Briantea 2 IT-22040 Alzate Brianza T 0039 031 630990 www.lemamobili.com

MIELE: Carl-Miele-Strasse 29 33332 Gütersloh, T 05241 890 www.miele.de

SYGONIX: Nordring 98a 90409 Nürnberg, T 0911 430 838 90 www.sygonix.de

RODA: Via Tinella 2 IT-21026 Gavirate T 0039 0332 74 86 www.rodaonline.com

T 07171 40 20 www.leicht.de

Hammermühle, 51491 Overath T 02206 603 30 www.metten.de

WIEDEMANN WERKSTÄTTEN: Anton Wenger Strasse 9 89420 Höchstädt/Donau T 0907 495 020 www.wiedemann-werkstaetten.de

UMS MANUFAKTUR: Mühlenweg 5 83416 Saaldorf-Surheim T 08654 49 40 43 www.ums-metall.de

SCHULTE ELEKTROTECHNIK: Jüngerstrasse 21 58515 Lüdenscheid T 02351 94 81 38 www.schulte.com

Gmünder Strasse 70 L LEICHT: 73550 Waldstetten

SUBZERO: über coolGiants Hofquartier, Hochstrasse 21 82024 Taufkirchen bei München T 089 679 73 56 16 www.coolgiants.de www.subzero-wolf.de

SIEMATIC: August-Siekmann-Strasse 1–5 32584 Löhne, T 05732 670 www.siematic.de SIEMENS: Carl-Wery-Strasse 34 81739 München,T 089 45 90 25 79 www.siemens-home.de SIEMENS: Wittelsbacherplatz 2 80333 München, T 089 636 00 www.siemens.de SOMFY: Felix-Wankel-Strasse 50 72108 Rottenburg/Neckar T 07472 930 495 www.somfy.de SPRINZ: Lagerstrasse 13/1 88287 Grünkraut-Gullen T 07551 3799545 www.sprinz.eu STIEBEL ELTRON: www.stiebel-eltron.de

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42850 Remscheid, T 02191 180 www.vaillant.de VARENNA POLIFORM: Via Degli Artigiani 51 IT-22040 Lurago D’Erba (CO) T 0039 031 695 401 www.poliform.it VERZELLONI: Strada Langhirano 215 IT-43100 Parma T 0039 521 648 111 www.verzelloni.com VIESSMANN: Viessmannstrrasse 1 35107 Allendorf, T 06452 700 www.viessmann.de VITREALSPECCHI: Via 4 Novembre 95 IT-22066 Mariano Comense T 0039 031 74 50 62 www.vitrealspecchi.it VOLA: Schwanthaler Strasse 75A 80336 München, T 089 5999 590 www.vola.de V-ZUG: Schlossstrasse 14b, 1. Stock 82031 Grünwald, T 089 69 39 56 60 www.vzug.de über W WÄSTBERG: Designfunktion Leopoldstrasse 121, 80804 München T 089 3063070 www.wastberg.com WEISHAUPT: Max-Weishaupt-Strasse 14 88477 Schwendi T 07353 830 www.weishaupt.de

WOLF: Postfach 1380 Industriestrasse 1 84048 Mainburg, T 08751 740 www.wolf-heiztechnik.de GROUP Z ZEHNDER DEUTSCHLAND: Almweg 34, 77933 Lahr T 07821 5860 www.zehnder-systems.de ZEYKO: Ginsterweg 6 78087 Mönchweiler T 07721 9423 20 www.zeyko.com ZUKUNFT ERDGAS PROJEKT GMBH: Neustädtische Kirchstrasse 8 10117 Berlin, T 030 460 60 150 www.zukunft-erdgas.info


NOV/DEZ IN DEN REBEN Architektur und Wein gehen vermehrt eine Symbiose ein. Wir zeigen zwei hervorragende Beispiele.

Foto: Daniela & Tonatiuh

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. Oktober 2015

GROSSES LICHTSPEZIAL Das Neuste von der Euroluce und vieles mehr zum Thema Licht HAMBURG Nicht nur die Elbphilharmonie – Porträt der grössten Hansestadt

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Eingebettet: Die Casa Bula versteckt sich regelrecht im Weinberg. (Architektur: Bearth & Deplazes)


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