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März/April 2011 ⋅ kostenlos ⋅ www.yaez.de

YAEZ-Fragestunde:

Joko Winterscheidt und Bakkushan haben eure Fragen beantwortet

 Warum es uns so schwer fällt, beim Hype um Marken und Gadgets nicht  mitzumachen –   und wie es denen geht, die es sich nicht leisten können 

Ausgabe

#52

 Wie wichtig sind Statussymbole?  Superwahljahr 2011: YAEZ-Leser haben unsere Politiker benotet Lernen: Wann wird zu viel Druck eigentlich ungesund? Junge Autoren: Wie man als Schüler einen Roman schreibt


* Verlagsangabe

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Die beste Jugendzeitung* für die besten Schulen Wir haben vor sieben Jahren angefangen, ein einzigartiges Jugendmedium zu entwickeln. Und mit jeder Ausgabe finden wir mehr Leser: Mittlerweile liegt YAEZ an knapp 5000 Schulen in Deutschland aus. Du weißt nicht, wo an deiner Schule die YAEZ ausliegt oder willst die YAEZ an deine Schule holen? Wir wollen, dass du keine YAEZ-Ausgabe mehr verpasst. www.yaez.de  www.facebook.com/yaezde


intro 03

Making of und Lieblinge der Redaktion

Inhalt #52

Foto: Skrollan E. Warnck

Pauline (rechts) verriet unserer Autorin Anne Ackermann im Gespräch über Statussymbole, warum sie ihr altes Handy jedem iPhone vorzieht. Individualität ist der 17-jährigen Schülerin wichtiger, als angesagt zu sein. Das erinnerte Anne Ackermann an ihre eigene Schulzeit: »Statt wie alle anderen mit Levi’s und Miss Sixty rumzulaufen, haben meine Freunde und ich die Second-Hand-Shops geplündert und Retro-Shirts von Adidas getragen.« Die ganze Geschichte über Schüler und Statussymbole gibt’s auf Seite 4 und 5 dieser Ausgabe.

Lieblinge der Redaktion

Wer sagt denn, dass es zu Ostern immer nur farbige Hühnereier geben muss? Wir finden die putzigen »Egglinge« mindestens genauso toll! Statt Schokolade verbirgt sich im Inneren der Eier eine kleine Pflanze, die anfängt zu wachsen, sobald das Ei geöffnet wird, und uns so auch nach Ostern noch erfreut. Die »Egglinge« gibt es zum Beispiel als Basilikum, wilde Erdbeere oder scharfe Peperoni für je 8,39 Euro bei www.spiele-offensive.de.

Er ist gerade mal 20 Jahre alt und trotzdem schon ein alter Hase, wenn es darum geht, vor Publikum zu sprechen: Nicolas Matt ist Deutschlands jüngster Rhetorik-Trainer. Damit die YAEZ-Leser von seinem Know-how profitieren können, haben wir den Senkrechtstarter nach Tricks gefragt, wie man souverän vor der Klasse oder dem Kurs spricht (Seite 10). In der nächsten YAEZ gibt Nicolas übrigens Tipps fürs perfekte Vorstellungsgespräch!

Titelfoto: Jan Kopetzky / Illustrationen: Julia Humpfer

Making of

Statussymbole: Wie wichtig sind sie eigentlich...............4 Schule: Wie viel Druck ist sinnvoll?.................................9 Redefreiheit: Tipps vom Rhetoriktrainer........................10 Auszeichnung: Die besten Schulwettbewerbe..................11 Umfrage: Wie beliebt sind unsere Politiker?...................12 Praxis-Check: Architektur.............................................15 Brückenjahr: Weltreise oder Weiterbildung?..................16 Jungautor: Benedict Wells im Interview.........................19 Gewinnspiel............................................................22 Impressum...............................................................23

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04 statussymbole

Lisa (16)

Elektronische Gegenstände wie Smartphones sind eher bei Jungs wichtig, bei Mädchen geht es viel um das Aussehen. Ich persönlich lasse mich da nicht so unter Druck setzen und finde es nicht gut, wenn Leute sich verstellen, nur um dazuzugehören. Bei Facebook sind viele nur mit anderen befreundet, um viele Kontakte zu haben, kennen die aber gar nicht richtig. Beim Styling kommt es vor allem auf das Gesamtbild an, selbst H&M-Klamotten finde ich okay, wenn es einem trotzdem gelingt, seinen eigenen Style zu kreieren. Es ist viel wichtiger, individuell zu sein, als sich anzupassen, nur um nicht diskriminiert zu werden. •

Ferrari heißt jetzt Facebook Statussymbole haben schon immer eine Rolle gespielt, aber wenn sich die Welt um uns herum verändert, wollen wir auch neue Prestigeobjekte. text und fotos: Anne ackermann

Anh (18)

Gadgets sind auf jeden Fall Statussymbole. Vor allem Apple ist total angesagt, in meiner direkten Umgebung besitzt fast jeder mindestens ein AppleProdukt. Markenkleidung wie Schuhe von Nike zu besitzen und ein Auto zu haben, stellt meiner Meinung nach immer noch Statussymbole dar, vor allem, wenn man gerade 18 geworden ist. Manche können sich dann eben gleich ein Auto leisten, andere nicht. An meiner Schule ist auch der Chillerlook angesagt, dazu braucht man breite Schlabberhosen wie ich sie trage. Dann gibt es noch die Leute, die sich Marken wie Montblanc oder Hilfiger leisten können, ich würde aber keine 750 Euro für eine Jacke ausgeben! Das investiere ich lieber in Reisen oder spare für mein Studium. Einerseits finde ich es gut, Statussymbole zu haben, da man durch sie individuell sein kann, andererseits grenzen sie aber auch aus. •

yaez

S

tatussymbole sind Orden, die wir uns selbst kaufen«, bemerkte der österreichische Schauspieler Bernhard Wicki einmal treffend. Sie helfen uns, unseren sozialen Stand und die damit verbundenen Werte zum Ausdruck zu bringen. Über das Image, das wir uns geben, finden wir die Gruppe, zu der wir gehören wollen. War früher das Auto ein absolutes Must-have oder zierte in den Neunzigern die Lavalampe als Zeichen von Stilbewusstsein und Coolness fast jedes deutsche Jugendzimmer, sind es heute andere Gegenstände, denen wir hinterherjagen. Statussymbole ändern sich mit der Gesellschaft, die sie hervorbringt. »Bei Statussymbolen geht es um Sehnsüchte«, erklärt die Hamburger Trendforscherin Antje Schünemann, die im Trendbüro am Hamburger Hafen den neuesten Entwicklungen hinterher und so immer einen Schritt voraus ist. »Wir wollen individuell sein und trotzdem nicht allein, das war schon immer so. Stand früher das Auto für Freiheit, so liegt diese heute im Handy.«

Immer erreichbar

Immer unterwegs und trotzdem ständig mit der Community verbunden? Das kann nur, wer ein Smartphone besitzt. »In meiner direkten Umgebung besitzt fast jeder mindestens ein Apple-Produkt. Das liegt vor allem daran, dass sie einfach praktischer sind und man bei den Apps viele Möglichkeiten und


statussymbole 05 Funktionen hat«, sagt der 18-jährige Angh, der in Hamburg-Eimsbüttel die Oberstufe des HeleneLange-Gymnasiums besucht. Neben der Mobilität, die es bietet, bündelt das Smartphone auch viele wichtige persönliche Dinge wie Fotos, Musik oder Nachrichten von Freunden und gehört derzeit zu den gefragtesten Geräten überhaupt, weil es individuell und mobil ist. »Werte wie Freundschaften oder Familiensinn werden in Zeiten beruflicher Unsicherheit immer wichtiger«, führt Frau Schünemann weiter aus. Bei Facebook, StudiVZ und MSN sind diese menschlichen Verbindungen sichtbar und quantifizierbar geworden. Dort lassen sich menschliche Kontakte in Zahlen ausdrücken, und die Beliebtheit steigert sich mit jedem »Freund«, der hinzukommt. Auch wenn es früher genauso wichtig war, mit den richtigen Leuten befreundet zu sein und auf die richtigen Partys zu gehen, gibt das gesteigerte mediale Kraulen auch Bedenken auf. »Bei Facebook sind viele nur mit einem befreundet, um viele Kontakte zu haben, kennen dich aber gar nicht richtig«, kritisiert die 16-jährige Lisa aus Hamburg-Eimsbüttel.

Kleider machen Leute

»Markenklamotten wie Tommy Hilfiger, Lacoste oder Timberland sind in meinem Umfeld immer noch in«, sagt der 18-jährige Francesco, und Trendforscherin Schünemann ergänzt: »Auch wenn H&M kein Fashionbrand im klassischen Verständnis ist,

Francesco (18)

Autos und andere Luxusgüter sind nicht mehr so angesagt. Es ist wichtiger, bei MSN oder Facebook viele Freunde zu haben oder an der Schule populär zu sein. Markenklamotten wie Tommy Hilfiger, Lacoste oder Timberland sind immer noch in, vor allem für die, die keinen Bock mehr auf H&M haben, weil alle das tragen. Auch ich gönne mir hin und wieder das ein oder andere Markenteil. Als ich bei Facebook angefangen habe, war es mir auch ziemlich wichtig, viele Freunde zu haben, jetzt hat das etwas nachgelassen. Immer stark angesagt ist Individualität. Die Mitläufer bemerkt einfach keiner so richtig, und so orientiert man sich eben an dem, was heraussticht. Solange es keine extremen Luxusgüter sind, finde ich an Statussymbolen nichts Schlimmes, außer vielleicht, dass sie zu Vorurteilen verleiten können. •

»Zeige mir, was du hast und ich sage dir, wer du bist« liegt er in Rankings im oberen Bereich.« Was heute zählt, ist die eigene Note. »Es ist viel wichtiger, individuell zu sein, als sich anzupassen, nur um nicht diskriminiert zu werden«, sagt auch Lisa und trifft den Zeitgeist: individuelles Stilbewusstsein statt nachkaufen. Einen weiteren Trend sieht Frau Schünemann im »Machbarkeitsglauben« unserer Zeit. »Immer wieder bekommen wir durch die Medien, allen voran Castingshows und Frauenzeitschriften, gesagt: »Wenn du nur hart genug an dir arbeitest, kannst du alles schaffen.« Da wir immer und auf allen Ebenen leistungsbereit sein wollen, geht es heute vor allem um Themen wie gesunde Ernährung, Fitness und Sport.« Vor allem bei jungen Frauen ist gutes Aussehen nicht mehr nur allein ein Trend, sondern ein Muss. Das baut Druck auf und stigmatisiert den, der nicht perfekt oder anders ist.

Einfach abschalten

In unserer vernetzten und schneller werdenden Welt bildet sich jedoch auch zunehmend die Sehnsucht nach dem Ausschalten und dem Abschalten. Hotels, die in Funklöchern liegen, werben damit, Stadtmenschen entdecken Gartenarbeit als neues Hobby und offline zu gehen wird zum Luxus. Ein richtiges Revival erlebt gerade auch das Fahrrad. »Es ist umweltbewusst, steht für Mobilität und sieht auch noch schön aus«, erklärt Antje Schünemann. Denkt man an den bevorstehenden Sommer, wird dieser Trend uns bestimmt sehr viel Spaß machen. •

Pauline (17)

Ein Statussymbol ist es, das neueste Handy zu haben. Dass es darauf ankommt, immer das neueste Modell zu haben, finde ich schade. Diese Mentalität finde ich komisch. Ich mag mein altes Handy, weil es funktioniert. H&M ist günstig und trifft den Massengeschmack, so erkläre ich mir den Erfolg der Marke. Ich finde es schön, dass man heute die Möglichkeit hat, sich individuell zu geben. Es ist sehr schade, wenn es nicht mehr darum geht, ob die Produkte einem gefallen, sondern nur noch darum, ob es gerade in die Mode passt. Andererseits finde ich, man bekommt auch keine Probleme, wenn man da nicht mitmacht. Viele in meiner Generation denken auch gar nicht so viel darüber nach. Möglichst viele Facebook-Freunde zu horten finde ich allerdings einen ekligen Trend! Es gibt fast niemanden mehr, der dort nicht angemeldet ist. Für mich ist das nur Selbstprofilierung auf einem sehr simplen Level. Was mit den ganzen Daten passiert und wie viele Menschen dort gestalkt werden, scheint leider niemanden mehr zu interessieren. •

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06 statussymbole

Dickes Auto? Eher peinlich! »Das Auto verliert seinen Wert als Statussymbol« – so lautete im vergangenen Jahr das Ergebnis einer Studie zum Thema »Jugend und Mobilität«. Wir wollten wissen, warum Schüler keinen Wert mehr auf einen eigenen Wagen legen, wie sie die dicken Schlitten anderer finden und was die neuen Statussymbole sind. text: Erik brandt-höge illustration: christoph rauscher

auch Tom Hillenbrand, »Als ich 15 war, wollte ich aber über Mode konntest unbedingt Auto fahren, du dich auch schon früher am liebsten irgendeine differenzieren. Handys, schnelle, breite Karre«, iPods und PS3s sind stasagt der Berliner Abituritusmäßig die neuen Autos. ent Max. »Ich habe auch 1985 wolltest du zum Abi einen Führerschein geein Golf Cabrio. Heute ein macht, aber mein Geld Macbook Pro.« Zwar seien stecke ich heute lieber in die Gadgets billiger als die neue Playstation.« Er Autos – »aber wenn du alle lächelt verlegen, wenn er Trendforscher sind sich einig: Fahrräder werden immer beliebter, sie stehen zwei Jahre das neue iPhone zugibt, dass er »das mit für Mobilität und sind außerdem umweltfreundlich. und die neue Konsole dem Auto sowieso nur weeigenen fahrbaren Untersatz – zumindest nicht in brauchst, ist der Preisunterschied zu einem Golf gen der Mädels gemacht hätte«. Mittlerweile weiß der Stadt. »Ich weiß gar nicht mehr, was ich mir vermutlich gar nicht mehr so groß«. Max, dass Jungs mit protzigen Autos nur wenige zum 18. Geburtstag gewünscht habe, aber ein Auto beeindrucken. Die Zeit, in der Auto-Angeber noch war es definitiv nicht«, erzählt die heute 20-jährige Anerkennung erhielten, konnte er nur aus dem Wird das Auto zurückkommen? Theresa. »Mir sind Autos schon immer unwichtig Kindersitz heraus verfolgen. Ob das Auto – zierlich oder protzig – eine Changewesen. Ich habe damals das Geld für den Fühce hat, in der Zukunft wieder einen höheren Stelrerschein gespart und bin damit nach dem Abitur lenwert einzunehmen, wird sich zeigen. Keiner »Damals waren PS noch geil« ins Ausland gereist. Ich glaube, wenn ich jetzt irder befragten Schüler glaubt daran – Hillenbrand Tom Hillenbrand, Autokolumnist bei »Spiegel gendwann mal eine Führerscheinprüfung ablegen hingegen schon. Er weiß auch, was dafür passieren Online« und Buchautor, kann die veränderte Wahrsollte, dann würde ich mir eine Ente oder müsste: »Erstens muss es ökologischer nehmung von Autos am Wandel der Zeit erklären. einen Käfer kaufen. Oder eine Vespa. werden, oder die Ökodiskussion Dabei geht er zurück in die 80er-Jahre, die für ihn Große Autos und Cabriolets finde muss verschwinden – unwahr»ein Jahrzehnt im Zeichen des »Enrichissez-vous« ich ehrlich gesagt peinlich. Ich scheinlich. Zweitens muss es waren. »Es gab keine kritischen Konsumenten, sonfrage mich oft: »Wozu ein Jeep, sich anpassen, die Leute woldern einfach nur Konsumenten«, sagt Hillenbrand. wenn wir in der Stadt und nicht len das Auto nicht mehr um »Vieles, was man damals zur Schau trug – Pelzin den Bergen oder in der Wüseiner selbst willen, sondern mäntel, fette Gürtelschnallen von Moschino, dicke ste wohnen?« Das findet auch als Mobilitätsgarant, also Uhren – wirkt heute, wo viele eher auf UnderstateLina-Marie (19), die zwar einen Carsharing-Modelle zum ment und ›No Logo‹ stehen, deplatziert. Das gilt Führerschein aber kein eigenes Beispiel. Und drittens müsnatürlich auch für die Autos.« Hinzu kommt seiAuto besitzt. »Es gibt zwar imsen die Autohersteller ihr ner Ansicht nach auch der Umweltaspekt. »Dickes mer noch Typen, die mit Papis Marketing umkrempeln. Heute Auto ist heute synonym mit Ökoschwein. Damals teurem Auto zur Schule kommen kriegst du 18-Jährige nicht mehr waren PS noch geil.« Wichtig sei auch das Gefühl und glauben, damit unglaublich cool über die ›auto motor und sport‹, von Freiheit, wofür ein Auto früher stand. Denn zu sein. Die bewirken aber das Gegenteil! sondern über ›YouTube‹ oder über Fliegen war geradezu unbezahlbar – »die Kids sind Ein fettes Auto löst bei mir überhaupt nichts soziale Netzwerke. Da haben die Hersteller mit dem Auto nach Lloret de Mar gefahren«. aus. Und wenn, dann bestimmt nichts Gutes.« lange gepennt – aber die haben viele kluge Leute und noch mehr Geld. Insofern würde ich sie nicht »Große Autos sind peinlich« Die neuen Statussymbole zu schnell abschreiben.« • 45 Prozent der von T-Factory befragten jungen Die Marken von Autos sind Jugendlichen weiterhin Deutschen finden Leute, die dicke Autos fahren, wichtig. Das besagt auch die T-Factory-Studie. Weitunsympathisch. Außerdem sind 40 Prozent der Das Hamburger Trend- und Marktforschungsinaus wichtiger sind ihnen aber die Marken von HanStudienteilnehmer der Auffassung, dass Autos gestitut T-Factory hatte 1200 Jugendliche und junge dys, Notebooks und MP3-Playern. Und natürlich nerell nicht besonders angesagt sind. Es scheint, Erwachsene in deutschen Großstädten nach ihrer die ihrer Kleidung. »Mode ist immer wichtig«, sagt als wären sie kaum mehr interessiert an einem Einstellung zu Autos und zum Autofahren befragt.

»Wozu ein Jeep, wen n wir nicht i n den Bergen od er in der Wüste woh nen?«

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statussymbole 07

Um jeden Preis

Wenn die Eltern den Job verlieren sind Markenklamotten und andere Statussymbole auf einmal unerschwinglich.

Designer-Klamotten, Smartphone und schicker Laptop gehören inzwischen zur Standardausrüstung. Aber was, wenn man sich das alles gar nicht leisten kann? So geht es der 15-jährigen Angela. text: daniela kurtz foto: jan kopetzky illustration: julia humpfer

Ob in der Stadt, zu Hause vor dem Fernseher oder auf dem Schulhof – ständig werden wir mit Markenprodukten konfrontiert. Teure Statussymbole sind aus unserer Lebenswelt nicht mehr wegzudenken. Auch wenn theoretisch jeder selbst entscheiden kann, wie wichtig iPhone und Co für ihn persönlich sind, ist das praktisch gar nicht so einfach. Kann man einem Trend nicht folgen, gilt man schnell als Außenseiter oder hat das Gefühl, einfach anders zu sein. Angela ist 15 und besucht die 9. Klasse eines Gymnasiums. Sie ist eine gute Schülerin, spielt Handball, hört gern Musik und trifft sich oft mit ihren Freunden – ein ganz normales Mädchen eben. Das Einzige, was sie von den meisten ihrer Mitschüler unterscheidet, erkennt man erst auf den zweiten Blick. Angelas Eltern verdienen viel weniger Geld als die meisten Eltern ihrer Klassenkameraden. Seit ihr Vater vor zwei Jahren arbeitslos geworden ist, achtet die Familie der Schülerin auf jeden Cent. Urlaub, Markenklamotten oder teure Geschenke gibt es nicht mehr. Und das ist nicht immer einfach.

Plötzlich war alles anders

»Das war schon eine krasse Umstellung, als Papa seinen Job verloren hat. Von einem Tag auf den anderen hat sich unser Leben total verändert«, erzählt Angela. »Meine Eltern haben sofort eine Art Sparplan geschrieben, an den wir uns halten müssen. Mein Taschengeld wurde gekürzt, und Klamottengeld bekomme ich jetzt gar nicht mehr. Neue Schuhe oder einen neuen Rucksack gibt’s seitdem zum Geburtstag oder zu Weihnachten.« Wirklich wichtig seien der 15-Jährigen Markensachen noch nie gewesen, aber als Angela realisiert hat, dass nicht mal mehr ein Spontaneinkauf bei H&M drin ist, da musste sie sich schon umstellen. »Ich habe versucht meine Markensachen von damals möglichst gut zu pflegen, damit ich sie lange behalten kann, aber aus den meisten bin ich einfach rausgewachsen«, erinnert sie sich. »Mein Handy habe ich jetzt auch schon ewig. Ich bräuchte wirklich dringend ein neues, aber das geht einfach nicht.«

»Ich will nicht, dass jeder weiß, was bei mir zu Hause los ist.«

Es wird immer geredet

Die meisten von Angelas Mitschülern wissen nicht, dass die Eltern der 15-Jährigen keine Arbeit haben – auf dem Gymnasium kommt das einfach nicht so häufig vor. Sie glaubt aber schon, dass sich einige fragen, warum sie sich kein neues Handy leisten kann oder warum sie nicht mitgeht, wenn ihre Klassenkameraden nach der Schule in die Stadt zum Shoppen fahren – und das ist der 15-Jährigen sehr unangenehm. »Ich will nicht, dass jeder weiß, was bei mir zu Hause los ist. Bei uns wird schon öfter mal geredet, wenn jemand anders angezogen ist oder so. Also denke ich, dass auch hinter meinem Rücken über mich gelästert wird.« Wirklich gehänselt wurde die Schülerin nur einmal. Auch wenn sie

es heute nur als blöden Spruch sieht, hat sie das damals sehr getroffen: »Ein Mädchen aus meinem Verein hat mich mal vor allen gefragt, ob ich nicht genug Geld hätte, mir mal eine richtige Sporttasche zu kaufen. Einige haben angefangen zu lachen und fanden sich dabei echt cool. Wenigstens weiß ich seit diesem Tag genau, wer wirklich zu meinen Freunden gehört.« Aber was macht aufgedruckte Markennamen eigentlich so wichtig, dass viele Menschen gar nicht mehr ohne sie auskommen? Im Prinzip ist die bewusste Auswahl von Kleidung und Accessoires gar nichts Neues: Schon vor Jahrhunderten haben sich Menschen ganz bewusst ihrem sozialen Stand entsprechend gekleidet. Sofort konnte jeder sehen, mit wem er es zu tun hatte. Also überrascht es kaum, dass bei der Jugendstudie Timescout aus dem letzten Jahr herauskam, das 70 Prozent aller jungen Menschen in Deutschland auf Markenprodukte stehen, weil ein hoher Preis dem Träger angeblich ein »exklusives und gehobenes Image« verleiht. Viele glauben also, dass iPhone und schicke Markentreter nicht nur die Optik, sondern auch das Ansehen einer Person prägen.

Auf eigenen Beinen stehen

Auch wenn sich Angela nicht direkt ausgeschlossen fühlt und ihr Marken nicht allzu wichtig sind, fühlt sie sich trotzdem manchmal benachteiligt: »Wenn ich sehe, dass ein paar meiner Mitschüler einfach alles gekauft bekommen, was sie sich wünschen, dann bin ich schon neidisch – weil es so einfach ist«, erzählt sie. »Aber andererseits denke ich mir dann: Brauchst du das eigentlich wirklich? Und meistens tue ich das gar nicht. Außerdem mache ich mir oft klar, dass es ja eigentlich nichts über die Person aussagt, sondern höchstens über das Einkommen ihrer Eltern. Selbst arbeiten tun ja nur die wenigstens Schüler.« Genau deshalb möchte Angela nach dem Abitur eine Ausbildung beginnen und auf eigenen Beinen stehen: »Ich habe in den letzten zwei Jahren gelernt, wie wichtig es ist, mit Geld umgehen zu können und dass einem nicht alles in den Schoß fällt. Wenn ich mir dann von meinem Geld etwas Teures gönnen möchte, dann weiß ich auch, dass ich selbst dafür gearbeitet habe. Und dann bin ich vielleicht auch ein bisschen stolz, wenn ich es anderen zeigen kann.« •

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08 schule

Alles, außer Namen tanzen Klar, zur Schule gehen müssen in Deutschland alle. Unterschiede gibt es trotzdem. YAEZ stellt an dieser Stelle ungewöhnliche Lernmodelle vor. text: michael metzger illustration: christoph rauscher Folge 2: Waldorfschulen Joscha Bongard ist 16 Jahre alt. Er besucht die 10. Klasse in der Freien Waldorfschule Kassel – und nein: Er kann seinen Namen nicht tanzen. »Dieses Klischee über Waldorfschüler ist irgendwie nicht aus der Welt zu kriegen«, ärgert sich Joscha. »Natürlich hatten wir Eurythmie als Schulfach. Das ist aber kein tanzbares Alphabet!« Es sei eher eine Art von ästhetischer Bewegung. Die Schüler sollen dabei lernen, ein Bewusstsein für Rhythmus und ihren Körper zu entwickeln. »Ästhetischer Ausdruck spielt an meiner Schule tatsächlich eine große Rolle. Bestandteil des Unterrichts ist oft, bestimmte Inhalte künstlerisch aufzubereiten. Wir haben beispielsweise die Acht-Klass- und die Zwölft-Klass-Spiele, wo jeweils eine ganze Jahrgangsstufe gemeinsam ein Buch ausarbeitet und das als Theaterstück vorführt.« Es gibt auch diverse englischsprachige Theaterstücke an Joschas Schule. Solche Do-it-yourself-Angebote sind dabei nicht

optional, sondern fest in den Stundenplan integriert: »Ich habe in meiner Schullaufbahn bislang einen Sessel geschreinert und aufgepolstert, grafischen Druck gelernt und ein paar Klamotten geschneidert«, sagt Joscha. Der Rest des Stundenplans besteht aus den klassischen Fächern, die man auch von staatlichen Schulen kennt: Deutsch, Mathe, Englisch, Geschichte oder Erdkunde. Die Gliederung des Stundenplans ist allerdings anders. Über einen Zeitraum von zwei Wochen wird eine »Epoche« unterrichtet, das bedeutet, ein Fach wird an jedem Tag in den ersten beiden Stunden unterrichtet und bildet für diesen Zeitraum einen Schwerpunkt. Nach drei Wochen rotiert das System, und ein anderes Fach wandert nach oben. »Ich mag das System so ganz gern, weil man sich für eine Weile intensiv auf ein Fach konzentrieren kann und nicht dauernd umdenken muss. Im Unterricht selbst hat ein Waldorflehrer

nicht die Rolle des Vortragenden inne, sondern spielt eher einen Moderator, der die Schüler anregt, miteinander zu diskutieren und sich Lösungen gemeinsam zu erarbeiten.« Obwohl die Klassen mit bis zu 30 Schülern an den Waldorfschulen oft recht groß sind, führt dieses System nach Meinung des 16-Jährigen dazu, dass eine Klassengemeinschaft entstehe, in der man sich auf verschiedenen Ebenen sehr gut persönlich kennen und einschätzen könne. »Schon allein deswegen würde ich auch meine eigenen Kinder später mal in eine Waldorfschule schicken: Das Ganze ist einfach familiärer und netter als alles, was ich von staatlichen Schulen so höre.« •

Das Waldorfschulen-Konzept geht auf seinen Gründer Rudolf Steiner zurück. Die erste Reformschule wurde 1919 in Stuttgart gegründet. Ihm zugrunde liegen Überlegungen der Anthroposophie, eine kosmologische Anschauung des Menschen und der Welt. Demnach besteht ein Mensch aus den drei Teilen »Leib«, »Seele« und »Geist«. Je nach Entwicklungsstadium eines Schülers spricht der Stundenplan bestimmte Teile des Menschen besonders stark an. Rund 1000 Waldorfschulen existieren derzeit auf der ganzen Welt, davon knapp 700 allein in Deutschland.

Keine kleine Nachtmusik Klassische Musik ist nicht gerade beliebt. Woran liegt das eigentlich? text: judyta smykowski Musik begleitet uns immer und überall: unterwegs im MP3-Player, zu Hause im Radio und Fernsehen. Musik bedeutet Emotionalität, Kreativität und Selbstverwirklichung. Die wenigsten von uns kämen aber auf die Idee, diese Eigenschaften der klassischen Musik zuzuschreiben. Es ist die Musik der Großeltern, der Musiklehrer und der Anzugträger. Käpt’n Jack Sparrow und der Soundtrack aus »Fluch der Karibik« haben uns allerdings mitgerissen, ein Film mit großartiger Musik. Dabei vergessen wir: Wenn Bach, Beethoven und Brahms vor mehreren Hundert Jahren nicht angefangen hätten zu komponieren, hätte ein Hans Zimmer (Komponist von »Fluch der Karibik«) diese packende, mitreißende Musik nicht schaffen können. Trotzdem können wir mit der traditionellen klassischen Musik meist nichts anfangen. Der Musikwissenschaftler Prof. Klaus-Ernst Behne von der Hochschule für Musik Hannover meint, dass es sehr schwierig für Jugendliche sei, die kein klassisches Instrument spielen, einen Zugang zu dieser Art von Musik zu bekommen. In einer

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Langzeitstudie (»Musikerleben im Jugendalter«, ConBrio Fachbuch 2009) untersuchte Behne, wie Jugendliche auf verschiedene Musik reagieren. Er kam zum Ergebnis, dass Jugendliche, die im frühen Alter mit klassischer Musik in Berührung kommen, diese in späteren Jahren nicht ablehnen.

»Musiklehrer sollten offener sein«

Das weiß auch die Konzertindustrie. Sie bietet seit einiger Zeit Konzerte für Schwangere an, damit das ungeborene Kind schon im Bauch zum Klassik-Fan wird. Das Projekt JeKi (jedem Kind ein Instrument) soll Schülern ermöglichen, bereits in der Grundschule ein klassisches Instrument zu erlernen. Das Projekt scheint zu funktionieren: 70 Prozent der Schüler bleiben auch im zweiten Schuljahr freiwillig bei dem Instrument. Mit dem Alltag vieler Jugendlicher hat das Projekt aber nichts zu tun. Ihr Musikunterricht bietet kaum mehr als Singübungen, Flötenvorspiel und Vorträge über Kadenzen und Satzlehre. »Das Schulfach Musik ist die Grundlage unseres Musiklebens. Nur hier erreichen wir alle Kinder und Jugendlichen«,

schreibt Wolfhagen Sobirey in der Zeitschrift »Musikforum«. »Es wäre daher schön, wenn die Musiklehrer Offenheit für alle Genres zeigten. Sie haben leider zu oft keine Ahnung davon, was gerade in den Charts läuft. Verlangen aber, dass die Schüler offen für Klassik sind.« Außerdem schüchtert Klassik ein: Wenn man die prunkvollen, geschichtsträchtigen Konzerthäuser betritt, ist schon in der Eingangshalle der Mief der immer gleichen, alteingesessenen Konzertbesucher zu spüren. Man hat das Gefühl, dass man zu diesem Kreis nicht dazugehört. Allerspätestens merkt man das an der Kasse: Der Preis für ein klassisches Konzert liegt nicht selten bei 50 Euro. Das können und wollen sich die meisten Schüler nicht leisten, wenn sie schon für 15 Euro auf ein Pop-Konzert gehen können. Eigentlich schade, denn Komponisten wie Brahms, Beethoven oder Schumann waren ganz normale Menschen. Liebeskummer, Geldsorgen, Streit mit der Familie haben auch sie erlebt – und ihre Stimmung in ihrer Musik ausgedrückt. Gefühle sind zeitlos. Und Musik ist es auch, man muss sich nur ein bisschen Zeit zum Zuhören nehmen. •


Uta Reimann-Höhn arbeitet in Zugegeben: Es gibt dramatischere Wiesbaden als Lerntherapeutin, Ereignisse, als bei einem VokaDie Dosis macht’s: Druck kann zu Höchstleistungen beltest durchzufallen. Aber es ist anspornen – oder aber Blockaden und Selbstzweifel betreibt die Website www.lernfoerderung.de und hat fast 20 trotzdem ein blödes Gefühl zu verursachen. text: JUlia anderton illustration: katia fouquet Bücher zum Thema erfolgreiches wissen, dass man locker eine Zwei Lernen herausgebracht. »Extremer hätte herausholen können, wenn Druck von Erwachsenen ist immer man zumindest ein bisschen geübt Blödsinn, ein bisschen Beharrlichkeit kann hätte. Nadja Walser aus Düsseldorf kennt dieallerdings sehr hilfreich sein!«, meint die Exse Situation nur zu gut: »Ich ärgere mich über pertin. Erfolg und gute Noten seien ja immer mich selbst, weil meine Noten in Wirklichkeit nur zu einem Teil von Intelligenz und Talent viel besser sein könnten. Aber ich habe halt abhängig. »Ebenso wichtig ist das Arbeitsverimmer etwas Besseres zu tun, als zu lernen. halten, also die Anstrengungsbereitschaft, Und dann ist es plötzlich Mittwochabend, die Konzentrationsfähigkeit und die Überund ich kriege Panik, weil wir Donnerstag Bio windung von Lustlosigkeit.« Idealerweise schreiben«, erzählt die 17-Jährige. Manchsollten Jugendliche selbstverantwortlich mal klappt es zwar erstaunlich gut, sich arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen. den Stoff noch bis nach Mitternacht in Aber: »Manche können das, manche den Kopf zu hämmern, dem Kurzzeitnicht.« Denn es sei nun mal schwierig, gedächtnis sei Dank. »Aber eigentlich auf ein in ferner Zukunft liegendes Ziel ist es schon doof, sich diesen Stress wie beispielsweise einen bestimmten zu geben«, meint Nadja. »Ich nehme Beruf hinzuarbeiten. »Da kann die mir oft vor, es das nächste Mal anders Motivation zum Lernen fehlen. Dann zu machen. Aber ich kriege es nicht geht es darum, den inneren Schweinegebacken! Ohne Druck schaffe ich es hund zu besiegen, um diese Ziele langnicht, mich aufzuraffen.« Vielleicht fristig erreichen zu können. Da kann tröstet sie ja die Tatsache, dass sie ein bisschen Druck schon hilfreich keine Ausnahme darstellt: Seit Genesein.« Allerdings könne zu viel davon rationen herrscht unter Schülern die für Versagensangst sorgen. »Und die Überzeugung, dass man unter Anspanblockiert nur, ist also überhaupt nicht nung die besten Ergebnisse erzielt. Alhilfreich.« Man sollte daher versuchen, lerdings warnen Lernforscher, dass dies sich selbst eigene, erreichbare Ziele zu setzen. (17) aus Mainz. »Natürlich schreibt man die besten nur klappen kann, wenn bereits viel Wissen »Dabei geht es um kleine Schritte: Einmal pro Noten, wenn man den ganzen Tag nichts macht vorhanden ist, auf dem man aufbauen kann. Stunde melden, ein Buch zum Thema lesen, als lernen. Aber wo bleibt denn da die LebensBetritt man dagegen Neuland oder versucht, alle zwei Tage 15 Minuten üben.« freude? Ich würde echt depressiv werden. Meine kompliziertere Angelegenheiten wie die PoDieses Muster kann man natürlich nicht nur Eltern sind glücklicherweise ziemlich locker, allerlynomdivision im Schnellverfahren zu begreiauf die Schule, sondern auch auf alle anderen dings habe ich hohe Ansprüche an mich selbst und fen, ist das zeitliche Limit eher destruktiv, ein Lebensbereiche übertragen – wenn man denn ackere schon ziemlich, wenn es darauf ankommt. Scheitern also vorprogrammiert. will. Mara Steinle beispielsweise spielt KlaSchließlich will ich was erreichen!« Timo HauptBei den Chinesen dürfte es dieses Problem vier. »Meine Eltern zwingen mich nicht, das mann meint, dass die Gesellschaft grundsätzlich zu nicht geben, glaubt man der asiatischstämist meine Entscheidung«, sagt die Zehntklässhohen Erwartungsdruck aufbaut. »Wer kein Ass in migen Yale-Professorin Amy Chua. Ihr Anlerin. »Trotzdem übe ich zu wenig und werde Sport ist, nicht geil aussieht und schwer Freunde fang des Jahres in den USA veröffentlichtes vor der nächsten Stunde immer hektisch, weil findet, ist raus. Wen interessiert es dann, dass man Buch »Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen es mir peinlich ist, schlecht dazustehen. Vielhammermäßig Gitarre spielt?«, fragt der 16-jähKindern das Siegen beibrachte« preist einen leicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn meirige Frankfurter. Oft sei die eigene Familie dann unnachgiebigen Erziehungsstil an, der auf ne Mutter da strenger wäre, so nach dem Motder einzige Rückhalt. »Und wenn sogar für die Eleinem Mix aus Drill und Erfolgsdruck basiert to ›Wir zahlen, also wollen wir Fortschritte tern nur noch die Leistung auf dem Zeugnis zählt, und Kindern sowie Jugendlichen tagtäglich all sehen!‹« Torben Köster (15) wiederum liefert ist das hart!« Er selbst sieht sich jedoch als recht das verbietet, was fernab vom Unterricht Spaß nur dann in einem Spiel seines Fußballvereins entspannten Typen: »Ich bringe das, was ich kann, macht und für Ablenkung sorgt, wie FernseHöchstleistungen, wenn das Ergebnis über das und fertig. Ich lasse mir keinen Druck machen und hen, PC-Spiele, selbst gewählte weitere Fortkommen entscheidet. »Ich brauche vergleiche mich mit niemandem.« Hobbys, Übernachtungen bei diesen Thrill! Was soll daran verkehrt sein?« • Freunden oder Mitspielen im Schultheater. Was sagen deutsche Schüler dazu? »Echt krass«, meint Anka Wagner


10 schule

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Der Herr der Worte Feuchte Hände, stottern, Schnappatmung – wer bleibt schon souverän, wenn es darum geht, sich vor die Klasse zu stellen und ein Referat zu halten? YAEZ hat Deutschlands jüngsten Rhetoriktrainer Nicolas Matt um Hilfestellung gebeten. interview: ineke haug

Je mehr Erfahrung man hat, desto besser wird die Präsentation.

Wie schafft man es, bei einem Referat sicher aufzutreten, wenn man eigentlich vor Nervosität am liebsten weglaufen würde? Nicolas Matt: Wer sagt, er hatte noch nie Lampenfieber, der lügt. Lampenfieber ist gut und wichtig – vorausgesetzt man nutzt es richtig. Der erhöhte Adrenalinspiegel kommt noch aus der grauen Vorzeit, als plötzlich der Säbelzahntiger neben unseren Vorfahren stand. Heute ist es aber nicht mehr wichtig zu kämpfen oder zu fliehen, sondern sich zu konzentrieren. Macht euch bewusst: Niemand sieht eure zitternden Knie und euer flaues Gefühl im Magen! Diese Gewissheit beruhigt ungemein. Doch wichtig ist wie überall die Routine: Reden lernt man nur durch Reden.

Gibt es Tricks, wie man seine Stimme kontrollieren und besonders kompetent und überzeugend klingen kann? Im Allgemeinen sagt man hohe und schnelle Stimmen klingen schrill und unsicher. Tiefe und langsame Stimmen seriös und glaubwürdig. Wichtig ist es, seine persönliche perfekte Stimmlage zu finden. Je ungekünstelter die Stimme, desto wirkungsvoller ist sie. Mein Tipp: Wenn ihr eine tiefe und wirkungsvolle Stimme haben wollt, sprecht jeden Tag bewusst einige Minuten in einer tieferen Zone, als es für euch üblich ist. Dadurch wird sich eure Stimme Stück für Stück einpendeln. Kurz vor einer Präsentation ist es wichtig, mehrmals bewusst langsam ein- und auszuatmen. Damit vermeidet ihr hektisches Luftholen und gebt euch Sicherheit. Vermeidet es, viele Fremdwörter zu benutzen, sprecht in Hauptsätzen und vermeidet Weichspüler wie »eventuell«, »eigentlich« und »vielleicht«. Wie lenkt man glaubhaft davon ab, wenn man die Antwort auf eine Frage nicht kennt? Wichtig ist zu entscheiden, ob die Frage konstruktiv, also gut gemeint, oder ein böswilliger Einwand ist. Konstruktive Fragen kannst du am besten durch das »Zurückstellen« entkräften. »Danke für deine Frage. Darauf gehe ich später noch ein.« Mehr als 80 Prozent der Zuhörer trauen sich nicht nachzuhaken, weil sie nicht als Besserwisser dastehen möchten. Wenn ein Einwand böswillig ist, verpufft er meistens bei genauerem Nachfragen: »Danke für deinen Einwand. Ich war leider gestern auf einem Konzert und hab deine Frage akustisch nicht verstanden. Kannst du sie bitte nochmals wiederholen?«

Nicolas Matt wurde 1990 in Heilbronn geboren und machte 2009 sein Abi am Schelztor-Gymnasium Esslingen. Derzeit studiert er Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste in Berlin und arbeitet nebenbei als Rhetoriktrainer. Er ist Mitbegründer von »Social Skills Development – die junge Rhetorikakademie« (www.social-skills-development.de). In der nächsten YAEZ gibt Nicolas Matt Tipps für das perfekte Vorstellungsgespräch!

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schule 11

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Der AOK-Schulmeister

Für den Wettbewerb »AOK-Schulmeister« bist du aufgerufen, dein Wissen rund um das Thema Gesundheit unter Beweis zu stellen. Und zwar so schnell wie möglich, denn es gilt fünf Fragen in je 20 Sekunden zu beantworten. Aber nicht nur dein Wissen wird abgefragt, du bekommst zusätzlich Hintergrundinformationen zu jeder Frage. Unter www.aok-on.de findest du die Fragen. Dort kannst du dich mit deiner Schule anmelden und am Quiz teilnehmen. Der Wettbewerb ist noch bis zum 15. Mai online. Mobilisiere auch deine Freunde zur Teilnahme, denn mindestens 30 deiner Schulfreunde müssen mitmachen. Das finale Quiz steigt am 18. Juni in Berlin. Dafür kann sich je Bundesland eine Schule qualifizieren. Als Hauptpreis winkt ein Konzert von Jan Delay an deiner Schule! • www.aok-schulmeister.de

Bio find ich kuh-l

Der Wettbewerb »Bio find ich kuh-l« ruft dazu auf, dich mit Fairtrade auseinanderzusetzen! Das diesjährige Motto lautet »Bio+Fair – damit erreichen wir mehr!«. Dazu sollst du dich mit wichtigen ökonomischen Fragen auseinandersetzen: Warum kaufen Verbraucher Fairtrade? Was ist der Unterschied zu anderen Bio-Produkten? Was bewirkt diese Art zu wirtschaften? Was bedeutet eigentlich »fairer Preis«, und was sind »faire« Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft? Wenn du dich mit diesen wichtigen Fragen der Welt(land-)wirtschaft auseinandersetzen willst, dann los! Deinen Beitrag kannst du allein oder in einer Gruppe von Freunden bis zum 2. Mai 2011 einreichen. • www.bio-find-ich-kuhl.de

H2O – Mach’s bunt!

Das Jahr 2011 ist das Jahr der Chemie! Unter dem Motto »H2O – mach’s bunt!« veranstaltet das Forum Chemie einen farbenfrohen Wettbewerb. Gesucht werden Schülerforscher-Teams, die mit Pflanzenfarbstoffen als Indikatoren für den pH-Wert verschiedener Wasserproben experimentieren. Es gilt, eine möglichst bunte Farbpalette herzustellen. Viele Pflanzen enthalten Farbstoffe, die ihre Farbe in Abhängigkeit vom pH-Wert verändern. Bekannt ist das Beispiel des Blau- oder eben Rotkrauts. Aber welche anderen Farbstoffe eignen sich genauso gut oder noch besser? Die kreativsten Farbdesigner jeder Altersgruppe gewinnen eine tolle Chemieshow mit anschließender Party für bis zu 400 Schüler. Für die Siegerteams gibt es außerdem einen Experimentierkoffer zum Thema Energie. • www.h2o-machs-bunt.de

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Streber-Merkel und Sitzenbleib-Guido In vielen Bundesländern wird dieses Jahr gewählt, die YAEZ-Leser haben schon vorab Noten an die Bundeskanzlerin und ihre Minister vergeben.

text: Janos burghardt, ineke haug Umfrage: henrike meyer, Jasmin Fisel

Klassensch lusslicht ist au sger Bildungsm echnet inisterin Annette S chavan – mit einem Durchsch nitt von 3,4

In der Schule werden Schüler für ihre Leistung benotet, jetzt geben sie der Bundesregierung Noten. Die Jugendzeitung YAEZ hat 919 Schüler befragt, wie sie die Leistung der Bundeskanzlerin und ihren Ministern in den Bereichen »Mitarbeit«, »Fachwissen«, »Ausdruck« und »Betragen« bewerten. Die Ergebnisse sind ein politisches Stimmungsbild der Schüler in Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Kristina Schröder lagen bei der Zeugnisvergabe vorn, sie bekamen beide eine 2,6 im Durchschnitt. Klassenschlusslichter sind Außenminister Guido Westerwelle mit einem Durchschnitt von 3,3 und Bildungsministerin Annette Schavan mit einer 3,4. Alle anderen haben zumindest besser als 3,0 abgeschnitten. Um einen Politiker benoten zu können, mussten die befragten Schüler zuerst angeben, ob sie ihn überhaupt kennen. Am bekanntesten ist Bundeskanzlerin Angela Merkel: 99,7 Prozent der befragten Schüler kennen sie. Aber nur rund jeder zweite Schüler kennt Umweltminister Norbert Röttgen (48 Prozent), auch Verbraucherministerin Ilse Aigner (51 Pro-

Warum engagierst du dich? Immer wieder wird Jugendlichen Politikverdrossenheit vorgeworfen. Hier sagen Schüler, die politisch aktiv sind, was sie dazu bewegt. protokolle: judyta smykowski

zent) und Bildungsministerin Annette Schavan (56 Prozent) sind weniger bekannt. Das Fach, in dem die Politiker am besten abschnitten, ist »Betragen«, hier gab es eine Durchschnittsnote von 2,7. Am schlechtesten fielen die Noten beim »Ausdruck« aus, hier wurde im Schnitt eine 2,9 verteilt. Mit den aus den Schulzeugnissen bekannten Begriffen »Betragen« wurde das Verhalten der Politiker abgefragt und mit »Ausdruck« die Verständlichkeit.

Und nun zum wichtigsten Punkt: Wer wird denn eigentlich versetzt, und für wen heißt es »Setzen, Sechs!«? 67 Prozent der Schüler haben Finanzminister Wolfgang Schäuble und 61 Prozent Angela Merkel in

Marie (18)

»In der Grünen Jugend erlebe ich junge, motivierte, kreative Menschen, die für das Ziel einer ökologischen und sozialen Welt einstehen. Gemeinsam können wir etwas verändern! Ich kann den etablierten Politikern nicht einfach nur zusehen, sondern möchte mitgestalten, denn es geht um unsere Zukunft!«

die nächste Legislaturperiode verse Annette Schavan und Guido Westerw sind jedoch versetzungsgefährdet – e Mehrheit der Befragten stimmte ge ihre Versetzung. So sind die Ergebnisse zustande gekommen: Wir haben online zur Teilnahme an der Umfrage aufgerufen. Es wurden 919 Fragebögen vollständig ausgefüllt und nach wiss Methoden ausgewertet. Das Durchsc Teilnehmer beträgt 15,6 Jahre, es na aus ganz Deutschland an der Umfra zent der befragten Schüler besuchen um, 20 Prozent eine Realschule. •

Und was ist deine Meinung über uns Findest du die Notenverteilung ge Ideen, was die Politiker anders ma um von euch besser verstanden zu beim nächsten Mal bessere Noten Diskutiert mit uns auf YAEZ.de (W kernoten) und auf facebook.com/ya

Nadine (17)

»Ich engagiere mich bei den Jungen Liberalen, weil ich der Meinung bin, dass wir Jugendlichen in Deutschland mehr bewegen können, als wir denken. Es ist doch so, dass in unserem demokratischen Staat wirklich jeder in der Politik mitreden kann, der will.«


Von oben nach unten: Bundeskanzlerin Angela Merkel (2,5), Finanzminister Wolfgang Schäuble (2,6), Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (2,7), Außenminister Guido Westerwelle (3,3), Familienministerin Kristina Schröder (2,6) und Bildungsministerin Annette Schavan (3,4)

Die Durchschnittsnoten der Politiker im Überblick:

Bundeskanzlerin Angela Merkel............................2,5 Außenminister Guido Westerwelle........................3,3 Finanzminister Wolfgang Schäuble.......................2,6 Arbeitsministerin Von der Leyen............................2,7 Verbraucherministerin Ilse Aigner........................2,9 Familienministerin Kristina Schröder....................2,6 Gesundheitsminister Philipp Rösler......................2,8 Umweltminister Norbert Röttgen..........................2,7 Bildungsministerin Annette Schavan.....................3,4

illustrationen: till hafenbrak, Jakob Hinrichs (karte)

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sere Politiker? erecht, hast du achen müssen, u werden und n zu kriegen? Webcode: Politiaezde.

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Wer hat die Wahl? 20. März Sachsen-Anhalt 27. März Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz 22. Mai Bremen 4. September Mecklenburg-Vorpommern 11. September Niedersachsen 18. September Berlin

Hamburg hat es schon hinter sich – am 20. Februar wurde dort gewählt. In sechs weiteren Bundesländern stehen in diesem Jahr aber noch Landtags- und Kommunalwahlen an. In den meisten Bundesländern darf man aber erst ab 18 Jahren wählen. Die einzige Ausnahme: Bremen, dort darf man bereits ab 16 Jahren an den Landtagswahlen teilnehmen.

Svenja (17) Matthias (18)

Severin (21)

»Mitglied in der Jungen Union bin ich seit meinem 15. Lebensjahr. Die Ziele der Jungen Union sprechen mich am meisten an, auch wenn ich nicht mit allem zu 100 Prozent einverstanden bin. Als junge Politiker können wir etwas bewegen, und das ist letztendlich der springende Punkt einer jeden politischen Organisation. Und mit der Schule vereinbar ist die Politik auch.«

»Ich finde es einfach toll, sich aktiv einzubringen und etwas zu bewirken. In der Jungen Union wird diskutiert, was uns junge Leute interessiert. In der Zeit des Abiturs gibt es hin und wieder ein paar zeitliche Engpässe, aber diese hindern mich keinesfalls an meinem politischen Engagement. Ich mache mir allerdings jetzt noch keine Gedanken, ob ich irgendwann beruflich in die Politik gehe.«

»Im GemeinschaftskundeUnterricht ist mein Interesse für Politik entstanden, darüber hinaus habe ich mit Spannung Nachrichten und politische Talkshows verfolgt. Es ist sehr einfach, sich negativ über Politik zu äußern, zu motzen und Missstände anzuprangern. Deshalb ist für mich ganz klar, dass es eigenes, aktives Engagement erfordert, um etwas zu bewegen und deshalb engagiere ich mich bei den Jusos!«


14 zukunft

Wirtschaft trifft Informatik Vier YAEZ-Leser konnten bei Bayer in Leverkusen exklusiv das Ausbildungsund Studienprogramm »WIN« erleben. text: maria-janine steiner fotoS: christof mattes

Alle Infos zu »WIN« und das AusbildungsscoutVideo findest du auf www.yaez.de/win

Ein Doppelabschluss zum Fachinformatiker (FachDem 19-jährigen Sebastian gefällt am »WIN«-Programm vor allem, dass man als Absolvent von richtung Anwendungsentwicklung) und zum BaAnfang an von Bayer unterstützt wird. chelor of Science in Wirtschaftsinformatik (oder auch: in Information Science for Business) in nur hat man sonst schon die Möglichkeit, mit Leuten zu nicht richtig viel zu tun. »Bei einem großen Kondrei Jahren? Wie das funktioniert wollten Franzissprechen, die einem aus eigener Erfahrung über ein zern hat man aber tolle Entwicklungsmöglichka (17), Svenja (22), Sebastian (19) und Sven (20) Studium berichten können?« Für Sebastian steht keiten, auch im Hinblick auf Auslandsaufenthalte genau wissen, und haben sich deshalb als YAEZfest, dass er auf jeden Fall im Bereich Informatik und betriebliche Weiterbildung.« Sie freut sich desAusbildungsscouts für das Studienprogramm WIN arbeiten möchte. »Mich begeistert an Computern halb vor allem auf die Führung im BayKomm, dem bei Bayer beworben. Einen Tag lang werden sie nun vor allem ihre Funktionalität, ich möchte auf jeden Betriebsmuseum, dem Kommunikationszentrum das Ausbildungs- und Studienprogramm und das Fall daran mitarbeiten, dass sie uns Menschen in von Bayer. Hier können die Besucher in acht AusUnternehmen kennen lernen. Der Tag beginnt für Zukunft noch viel mehr ermöglichen.« stellungsräumen sehen und erleben, wie vielfältig die Vier im Rechenzentrum, dem »Bayer Data CenAls die Konferenz beginnt, hat er deshalb auch die Aktivitäten des Unternehmens in den unterter«, in dem die zentrale Datenverarbeitung für das gleich eine Frage an Jens (22), der das Studien- und schiedlichsten Bereichen sind. Die AusbildungssUnternehmen und einige Bayer-Kunden stattfinAusbildungsprogramm absolviert hat und danach couts erfahren beispielsweise, wie aufwändig es ist, det. Dort erklärt Dr. Peter sofort eine Festanstellung bei Bayer bekam. SebaBeck, einer der Betriebsstian will wissen, was WIN von anderen Studienleiter im Rechenzentrum, gängen im Bereich Informatik unterscheidet. »Zu was Bayer alles dafür tut, allererst werden hier keine reinen Informatiker dass die Funktionstüchausgebildet, sondern Wirtschaftsinformatiker«, tigkeit der Server zu jeder erklärt Jens. »Das vergrößert die EinsatzmöglichZeit garantiert ist. Durch keiten nach der Ausbildung enorm, viele von uns eine Glaswand können die arbeiten beispielsweise im Bereich IT-Consulting, Ausbildungsscouts den wo wir praktisch als Schnittstelle zwischen InforMitarbeitern im »Commatik und Betriebswirtschaft tätig sind.« Für Jens mand Control Center« bei ist das stärkste Argument für WIN aber, dass man der Arbeit zusehen, die schon von Anfang an im Unternehmen Fuß fassen in drei Schichten Tag und kann und sieht wie es in der Praxis zugeht. »Man Nacht dafür sorgen, dass in ist sofort voll in die verschiedenen Projekte eingeallen Bayer-Rechenzentren bunden.« Ein angenehmer Nebeneffekt ist natürBei der Videokonferenz mit ehemaligen »WIN«-Studenten konnten die keine Unregelmäßigkeiten lich, dass die Teilnehmer im WIN-Programm ihr Ausbildungsscouts ihre Fragen loswerden. auftreten. eigenes Geld verdienen und sich nicht wie andere Sven ist beeindruckt von der großen Anzahl von Studenten einen Nebenjob suchen müssen. »Auein neues Medikament zu entwickeln oder wie viel Servern und dem ausgeklügelten System, schließßerdem hast du immer einen Arbeitgeber, der hinArbeit in der Herstellung eines bestimmten Kunstlich hat er schon seit seiner Kindheit eine Vorliebe ter dir steht und ja auch ein Interesse daran hat, stoffs steckt. »Ich bin wirklich beeindruckt von der für alles, was mit Computern zu tun hat. »Mich fasdass du das Studium erfolgreich abschließt.« Führung. Es war spannend zu sehen, dass man imziniert vor allem, wie schnell sich die Programme Als die Videobildschirme abgeschaltet werden, geht mer mindestens zehn Jahre in die Zukunft denken entwickeln und die Hardware sich verändert«, sagt auch ein langer Tag für die Ausbildungsscouts zu muss, wenn man in der Forschung arbeitet«, sagt er. Seine Leidenschaft ist Teil seiner schulischen Ende, der mit jeder Menge Information vollgepackt Franziska. Sie geht noch zur Schule und weiß noch Ausbildung, denn Sven besucht im Moment noch war. Alle Vier sind sich einig, dass sich das frühe nicht so genau, in welche Richtung es bei ihr später ein Berufskolleg der Informationstechnik, das er Aufstehen gelohnt hat, »man hat heute so richtig gehen soll. demnächst mit der Fachhochschulreife abschließen die Struktur des Unternehmens kennen lernen Für Sebastian ist der Höhepunkt des Tages die Viwird. »Da ich auch danach unbedingt in die Inforkönnen«, findet Sven. Und fügt hinzu: »Für mich deokonferenz mit zwei WIN-Studenten und einem matik-Richtung gehen will, ist WIN für mich auf ist WIN auf jeden Fall eine Option, wo sonst kann ehemaligen Absolventen des Programms, die gejeden Fall eine Option«. ich in nur drei Jahren Praxiserfahrung sammeln spannt auf die Fragen der Ausbildungsscouts warSvenja hingegen hat mit Informatik bisher noch und gleichzeitig zwei Abschlüsse machen?« • ten. »Das ist eine tolle Chance«, findet er. »Wann

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zukunft 15

Studiengänge im Praxis-Check: Johanna Kleibl (20) studiert Architektur im ersten Semester an der TU Berlin.

Achim Schröer (37) studierte Architektur an der TU München bis zum Vordiplom, danach wechselte er zur Stadt- und Regionalplanung an die TU Berlin. Heute arbeitet er als Referent für Kommunalpolitik bei einer Bundestagsfraktion und promoviert nebenher.

Gleich mal vorweg: Architektur ist ein intensives Studium. Schließlich sollen wir angehenden Architekten hinterher in der Lage sein, Häuser zu bauen, die nicht nur gut aussehen, sondern auch stabil sind und funktionieren! Deshalb lerne ich im Studium so unterschiedliche Aspekte wie Architektursoziologie, Architekturtheorie und Baugeschichte, aber auch Bildende Kunst, Darstellende Geometrie, den Umgang mit relevanter Software, Baukonstruktion, Entwerfen und Tragwerkslehre. Wie wirken zum Beispiel verschiedene Kräfte auf und in einem Gebäude? Um so eine Frage beantworten zu können, ist es erst mal nötig, die Wirkungsweise von Lasten und Kräften in statischen Systemen zu verstehen und die Eigenschaften der unterschiedlichen Materialien zu kennen. Stahl wird beispielsweise mit Zugkräften ganz gut fertig. Beton sieht da schnell ziemlich alt aus, kommt aber mit Druckkräften besser klar. Erst wenn ich in Vorlesungen solche Basics erlernt habe, kann ich einfache Tragwerke berechnen und entwerfen. Von Anfang an wenden wir die in den Vorlesungen erlernten Inhalte in sogenannten »Übungen« praktisch an. So konstruieren wir etwa die Schatten geometrischer Gebilde oder berechnen und entwerfen Tragwerke. Das ist ziemlich logisch aufgebaut: Entweder ein System ist stabil – oder eben nicht. Anders verhält es sich in der Gestaltung. Da gibt es kein »richtig« oder »falsch«. Vieles ist Geschmackssache, und jede Zeit hat andere Maßstäbe dafür, was gut und schön ist. Wichtig im Studium und auch später im Beruf ist deshalb, dass man seine Ideen gut präsentiert. Man muss verbal und mithilfe von Zeichnungen und Modellen jetzt die Professoren und später die Bauherren davon überzeugen können, dass das Gebäude, das man entworfen hat, genau die richtige Lösung ist. Es ist in Ordnung, Ungewöhnliches zu wagen, man muss es aber überzeugend erklären können. Zwei Hinweise kann ich jedem geben, der sich überlegt, Architektur zu studieren: Es ist ein sehr vielseitiges Studium, und daher sollte man sich als angehender Student sowohl für Gestaltung und Technik wie auch für Gesellschaft interessieren. Und: Das Studium beansprucht viel Zeit. Neben den Vorlesungen und Übungen gibt es Hausaufgaben und immer wieder Projekte, die pünktlich abgegeben werden müssen. Man muss lernen, mit seiner Zeit gut umzugehen und langfristig zu planen, wenn man weder Studium noch Freunde oder Hobbys vernachlässigen will. •

Als Studium hat mir die Architektur sehr gefallen: Man beschäftigt sich im Grunde immer mit schönen Dinge, ist kreativ, entwirft. Eine Wohnsiedlung, eine Bibliothek oder ein Ausflugscafé. In diversen Praktika in Architekturbüros habe ich dann den Realitätsschock erlebt, der vielen angehenden Architekten bevorsteht: Denn im Beruf sieht das ganz anders aus! Architekten müssen sich mit viel organisatorischem Kleinkram herumschlagen. Man muss zwischen den Ansprüchen von Bauherren und Behörden vermitteln, sich mit den Details der Ausschreibung beschäftigen, die Handwerker kontrollieren. Der Blick für das große Ganze ging mir dabei etwas verloren. Deswegen habe ich mein Architekturstudium abgebrochen und bin zur Stadt- und Regionalplanung gewechselt. Das ist eher eine Sozialwissenschaft, mit Elementen aus Soziologie, Wirtschaft und Baurecht. Denn eigentlich hat es mich interessiert, was hinter einer Planungsentscheidung steht, und was sie bewirkt. Ein Gebäude steht ja nicht für sich allein, sondern in einem gesellschaftlichen Zusammenhang. Wo und wie wohnen sozial schwache Schichten, wo und wie die Wohlhabenden? Welche Maßnahmen führen zu mehr Integration, welche zu einer Aufsplittung von Arm und Reich? Nur wer die größeren Zusammenhänge kennt, kann beispielsweise verstehen, weshalb in dem einen Stadtviertel schicke Cafés eröffnen, während es in einer anderen Siedlung nur Billig-Supermarktketten gibt. Ich beschäftige mich immer noch gern mit Architektur, sehe sie aber ganz anders als früher. Dass ich durch den Wechsel etwas länger studiert habe, hat nie jemanden gestört. Im Gegenteil haben sich die beiden Studien für mich gut ergänzt. Denn im Anschluss habe ich erstmal ein Referendariat in der Bauverwaltung absolviert und als Beamter einer bayerischen Behörde in der Kommunalberatung gearbeitet. Dabei ging es auch um viele technische Fragen der Energieeffizienz in Stadtplanung und Bauwesen, und so war ich froh, dass ich – Jahre später – auf Kenntnisse aus meinem Architekturstudium zurückgreifen konnte. Nun hat es mich zeitweilig zurück nach Berlin gezogen, wo ich mich mit bundespolitischen Rahmenbedingungen der Kommunalentwicklung beschäftige. Begleitend promoviere ich über ein Thema aus der Denkmalpflege; aber auch hier eben nicht über den baulichen Aspekt, sondern die Organisation der Denkmalpflege und die Kooperation mit Bürgerinitiativen. •

Architektur

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16 zukunft

Über diese Brücke musst du geh’n Zwischen Schulabschluss und Studium liegt meist eine Wartezeit, die viel zu schade zum Nichtstun ist. Wir sagen, wie du das sogenannte Brückenjahr nutzen kannst. Text: Erik Brandt-Höge illustrationen: julia humpfer

Einfach nur ausspannen oder möglichst viel Geld verdienen? Wir haben Schüler nach ihren Plänen für das Brückenjahr gefragt. »Ich fange jetzt erst an, für die Monate zwischen Abitur und Studium zu planen«, sagt die Berliner Abiturientin Isabelle. Viele Gedanken mache sie sich jedoch nicht über die Zeit nach den letzten Prüfungen. Bald schon möchte sie ein Medizinstudium beginnen, welches reichlich Arbeit und Anstrengung mit sich bringt. Nach dem Abi will sie sich deshalb erst mal ausruhen: »Ich werde es genießen, mich völlig unabhängig zu fühlen und einfach mal alle Last von mir abfallen zu lassen.« Birte aus Hildesheim will sich nach dem Abi nur kurz erholen und dann ein Jahrespraktikum bei einer Zeitschrift anfangen, von dem sie sich vor allem eines erhofft: »Dass ich danach endlich weiß, was ich studieren will.« Das weiß Jonatan aus Berlin bereits und muss sich deshalb gleich nach den AbiKlausuren auf noch mehr harte Arbeit einstellen. »Ich will Jazz-Pianist werden und bereite mich in der Musikschule auf das Studium vor. Direkt nach dem Abi werde ich schon mal eine Aufnahmeprüfung mitmachen – allein um zu sehen, wie so etwas funktioniert. Und 2012 wird es dann hoffentlich mit dem Studium losgehen. Bis dahin gehe ich weiter zur Musikschule, wo ich für einen fairen Preis Theoriestunden, Einzel- und Gruppenunterricht bekomme und auch in Bands spiele. Es wird eine monatelange Vorbereitung – ein Vollzeitjob.«

Du entscheidest, ob du dich aktiv an den Aktionen beteiligst oder lieber die Organisationsarbeit im Büro übernimmst. Einsatzorte wären Kinderheime, Krankenhäuser oder im Umweltschutz. Es gibt viele Möglichkeiten, an einem wertvollen Projekt im Ausland mitzuarbeiten.

Arbeiten, um zu helfen

Mehr als 30.000 Menschen leisten jedes Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz: FSJ. Seit Kurzem gibt es auch den Bundesfreiwilligendienst, der den Zivildienst ersetzt. Es gibt zahlreiche Einrichtungen in Deutschland, die Schulabgängern ein FSJ ermöglichen, vorausgesetzt man ist zwischen 16 und 27 Jahren alt. Vergütet wird die Arbeit mit Taschen- und Verpflegungsgeld. Außerdem bekommen FSJler einen Mietzuschuss und Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr. Und was hat es mit dem Bundesfreiwilligendienst auf sich? Der soll für rund 35.000 junge Menschen den Zivildienst ersetzen oder zumindest »teilweise kompensieren«, wie Familienministerin Kristina Schröder sagt. Auch wenn es sich bisher nur um einen Plan der Regierung handelt und der Bundestag dem Programm noch nicht endgültig zugestimmt hat: Dass der Dienst kommt, ist nahezu sicher. Der BFD startet im Juli 2011, dauert mindestens ein halbes Jahr und höchstens zwei Jahre, in den allermeisten Fällen soll es ein Jahr sein. Anders als beim Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und beim Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) kann sich für den FreiwilliAbenteuer Ausland gendienst jeder melden, egal wie alt. Das war Eine Möglichkeit, sich für das viele Lernen zu es aber auch schon mit den Unterschieden, belohnen und dabei auch noch praktische denn die Einsatzbereiche (zum Beispiel Erfahrungen zu sammeln, bietet ein Altenpflege und Behindertenbetreuung, gut geplanter Auslandsaufenthalt. aber auch Sport, Bildung, Integration Die Organisation Praktikawelten oder Kultur) sind ähnlich. Während der zum Beispiel bietet jedem, der das Freiwilligenzeit gibt es, wie beim FSJ 18. Lebensjahr überschritten und Die Qual der Wahl im Brückenjahr: Als Au-Pair arbeiten und FÖJ auch, jährlich bis zu 25 Tage Grundkenntnisse in Englisch hat, oder doch lieber auf Weltreise gehen? frei für Seminare und Schulungen. die Chance, sich in den Bereichen Auf der Seite des BundesfreiwilligenFreiwilligenarbeit, Work & Travel sten Tage im Zielland und eine kontinuierliche und dienstes findest du aktuelle Stellenangebote für sowie Praktika weltweit zu engagieren. »Wir professionelle Betreuung vor Ort werden hier von den Freiwilligendienst in eurer Region. Dort sind haben für jeden das passende Projekt«, sagt ProPraktikawelten organisiert. Organisationen wie die Johanniter, Malteser und grammkoordinatorin Angela Baierlacher. »Zum Der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für die Caritas vertreten. Das soziale Engagement für Beispiel Sozialarbeit mit Kindern, Unterrichten, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung alte oder kranke Menschen steht hier im VorderUmweltschutz, Arbeit mit Tieren wie die Rettung bietet die Möglichkeit, sich für die deutsche, weltgrund. Ebenso präsentieren sich auf der Seite Juvon Meeresschildkröten, Wildlife, Tourismus, Howeit laufende Entwicklungshilfe zu engagieren. Dagendherbergen, Kindertagesstätten und Wohntellerie, Journalismus und viele mehr.« Das Tolle bei kannst du an Projekten zum Schutz des brasiliaeinrichtungen für Menschen mit Behinderung. • daran: Viele der Freiwilligendienste und Praktika nischen Regenwalds mitarbeiten oder dabei helfen, sind auch als Fachpraktikum an deutschen Univerden Ackerbau in Vietnam auszubauen, die Solaresitäten und Schulen anerkannt. Mit Praktikawelten nergie in Burkina Faso weiterzuentwickeln oder ein kann man nach Afrika, Asien, Lateinamerika, Heim für Straßenkinder in Ghana zu schaffen. Nordamerika, Australien und Neuseeland reisen. Nützliche Webseiten: www.praktikawelten.de, Eine andere Organisation, AFS, vermittelt ebenBei einem Work-&-Travel-Aufenthalt arbeitet man www.weltwaerts.de, www.afs.de, www.bundesfreiwilligendienst.de, www.ib-freiwilligenfalls Einsätze in vielen Bereichen: Soziales, Bilvor Ort und verdient das Reisetaschengeld unter dienste.de, www.go4europe.de dung, Gesundheit, Umwelt, Politik & Gesellschaft, anderem mit Aushilfsjobs wie Fruit Picking, KellIT & Technik sowie in den AFS-Büros weltweit. nern und Farmarbeit. Hin- und Rückflug, die er-

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zukunft 17

Die 18-jährige Merve macht gerade Abitur und hat sich schon genau über die Zeit nach der Schule informiert. Was ist dein Plan für die Monate nach dem Abitur? Merve: Ich möchte gern Grundschulpädagogik studieren, am liebsten an der Freien Universität Berlin. Wenn ich dort schon nach dem Abi angenommen werde, fange ich auch gleich an zu studieren. Falls das nicht klappen sollte, würde ich gern ein Freiwilliges Soziales Jahr machen, am besten auch im pädagogischen Bereich. Hast du schon eine Idee? Es gibt eine Organisation namens Casablanca, in der sich Schüler schon mit 15 ehrenamtlich engagieren können. Ziel ist es, Kindern – vor allem denen mit Migrationshintergrund – die deutsche Sprache spielerisch beizubringen. Die

Kinder sind drei bis sechs Jahre alt und werden auf die Vorschule oder die erste Klasse vorbereitet. Weil ich diesen bestimmten Berufswunsch hege, habe ich schon in der Schulzeit ein Jahr für die Organisation gearbeitet. Ob Uni oder FSJ – du stürzt dich gleich in neue Aufgaben. Gönnst du dir nach dem AbiLernstress keine Pause? Es gibt viele in meinem Jahrgang, die nach dem Abi eine Reise unternehmen möchten. Für mich kommt das aber nicht infrage, weil der Jahrgang, der nach uns kommt, ja ein doppelter ist. Wir sind die Letzten, die noch 13 Jahre zur Schule gehen. Bald wird es einen größeren Ansturm auf die Universitäten geben, also sollte man sich schnell für ein Studium bewerben, damit man bessere Chancen hat – gerade in einer attraktiven Stadt wie Berlin.

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18 freistunde

Die Schreibtischtäterinnen Schriftsteller, das sind bärtige Männer, die nächtelang Pfeife rauchend an ihrer alten Schreibmaschine sitzen. Falsch gedacht. YAEZ hat zwei Autorinnen getroffen, die mitten im Abitur stecken. Text: Ineke Haug kann man sich neben der Lernerei natürlich nicht Beim Stichwort »Schreiben« denken die meisten schichte hatte, aber mit der Zeit lernt man die Fimehr erlauben.« Einen Trost für alle, die nicht ganz Schüler an vierstündige Aufsätze und daran, wie guren der anderen so genau kennen, dass man auch so kreativ sind wie Helen und Veronika gibt es auch: sie um jeden Satz kämpfen, der zu einer halbwegs ein gutes Gefühl dafür bekommt, wie sie sich wohl Bei ihrer Deutschnorunden Gedichtinterpretation noch fehlt. Nach der verhalten werden.« Die te hilft den beiden Klausur tut die Hand vom vielen Schreiben weh Zusammenarbeit hat so Helen Arnoldt (17) die Schreiberfahrung und man hofft, dass der Lehrer nicht für jeden gut funktioniert, dass die Nach dem Abitur plant nämlich nur bedingt. Rechtschreibfehler einen Punkt abzieht. beiden noch mal zusamHelen ein Studium in Film»Ich bin eigentlich Für die 17-jährige Helen daregie. Weil sie gern unter nur bei kreativen gegen ist das Schreiben ein Veronika Serwotka (18) Menschen ist, wäre ihr das Fragestellungen so Teil ihres Lebens, solange Veronika macht gerade Autorendasein zu einsam. richtig gut«, erzählt sie denken kann: »Ich habe ihr Abitur und plant anAls Hobby möchte sie aber Helen. »Wenn sachpraktisch damit angefanschließend ein Freiwilliauf jeden Fall weiterschreiben. liches Schreiben vergen, als ich einen Stift halten ges Soziales Jahr im Kullangt wird, wie beikonnte.« Sie kann sich sogar turbereich zu absolvieren. spielsweise bei einer noch an ihre erste selbst geDanach möchte sie GerErörterung, finden die Lehrer meine Aufsätze oft schriebene Geschichte ermen schreiben möchmanistik studieren und Drehbuchautorin zu ausschweifend.« • innern, bei der es um einen ten. Über den Inhalt werden. Schreiben möchte sie nebenher. kleinen Igel ging, den sie haben sie sich aber gerettet hatte. Seit damals noch keine Gedanken »Goldener Vogel« von Helen Arnoldt, Veronika Serwothaben sich die Stoffe natürgemacht, denn neben ka, Julia Pogreth, Julia Mäurer ist bei Papierfresserchen lich etwas geändert, ihr letztes Buchprojekt, das im den Abiturvorbereitungen bleibt sowieso wenig Zeit erschienen und kann als Taschenbuch mit ca. 320 Seiten Papierfresserchen-Verlag veröffentlicht wurde, ist zum Schreiben. »Vor dem Abitur habe ich auch mal für 12,90 Euro bestellt werden. eine Piratengeschichte. Davor hat sie es schon mit eine Nacht durchgeschrieben«, sagt Helen. »Das www.papierfresserchens-buchshop.biz Krimis, Sachgeschichten und Fantasy versucht.

Kontakt über SchülerVZ

Das Besondere an »Goldener Vogel« ist, dass Helen diesen Roman nicht allein geschrieben hat. Vor etwa zwei Jahren hatte sie die Idee, bei SchülerVZ die Gruppe »Wer hat Lust, ein Buch zu schreiben« zu gründen, über die sie in Kontakt mit Veronika kam. Die 18-Jährige ist sozusagen auch kein unbeschriebenes Blatt, schon mit 13 verfasste sie ihren ersten Roman, der zwei Jahre später veröffentlicht wurde. Anders als bei Helen musste ihr Schreibtalent allerdings erst entdeckt werden. »Meine Mutter verdonnerte mich damals zum Schreiben, weil ich Probleme mit der Rechtschreibung hatte«, erinnert sie sich. »Von allein wäre ich gar nicht darauf gekommen.« Schnell merkte Veronika, wie viel Spaß sie daran hat, sich Figuren auszudenken und Geschichten zu entwickeln und beschloss: »Ich schreibe ein Buch.« Die Zeit dafür fand sie vor allem nachmittags und an den Wochenenden. »Wenn ich in einer kreativen Schreibphase war, kam es schon vor, dass ich meinen Freunden abgesagt habe, aber die Schule hat darunter nicht gelitten.«

Verschiedene Genres ausprobieren

Ihr erster Roman spielt im Mittelalter. »Mich in andere Zeiten zu versetzen, finde ich spannender als Themen aus der heutigen Zeit. Ich glaube, ich habe schon immer in meiner eigenen Welt gelebt, das Schreiben über andere Welten ist meine persönliche Art zu träumen.« Darum war sie auch gleich begeistert von der Idee, mit Helen zusammen einen Abenteuerroman zu schreiben, beide finden es spannend, sich in verschiedenen Genres auszuprobieren. »Wir sind so vorgegangen, dass jeder am Anfang seine eigenen Figuren in der Ge-

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Nicht verpassen! Das lohnt sich in den nächsten Wochen wirklich: An alle Frühlingskinder: Am 21. März beginnt, zumindest kalendarisch, endlich der Frühling. Jetzt heißt es: Raus in die Sonne und Ausschau halten nach den Sommertrends 2011. Mütze, Schal und Wollsocken können eingemottet werden! An alle Siebenschläfer: Vorsicht! Am 27. März wird uns eine Stunde Schlaf geklaut. Um 2 Uhr nachts wird die Uhr eine Stunde vorgestellt. Also lieber etwas früher ins Bett gehen! An alle Zuhörer: Lena ist auf Tour! 13. April: Berlin 14. April: Hannover 15. April: Frankfurt 19. April: Dortmund 20. April: Hamburg 21. April: Leipzig 27. April: München 28. April: Stuttgart 29. April: Köln

An alle Schokoladenfreunde: Ostern steht vor der Tür. Die süßen Hasen sind schnell vergriffen, also frühzeitig Geschenke besorgen und kreative Verstecke überlegen – gekochtes Ei im Wäschekorb war gestern! Gründonnerstag: 21. April Karfreitag: 22. April Ostersonntag: 24. April Ostermontag: 25. April An alle Zukunftsorientierten: Vom 26. bis zum 27. März findet im Stuttgarter Haus der Wirtschaft die Messe Horizon statt. Universitäten, Fachhochschulen und private Studieninstitutionen stellen dort ihre Studienangebote vor. www.horizon-messe.de An alle Fußballfans: Beim EM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan rechnet die deutsche Elf fest mit drei Punkten. Kommt es zum geplanten Sieg? Zu sehen am 26. März ab 20 Uhr im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern oder im ZDF. An alle Feierwilligen: Vom 30. April auf den 1. Mai darf endlich wieder in den Mai getanzt werden. Traditionell mit Waldmeisterdrinks am Lagerfeuer. Der Maifeiertag bedeutet außerdem: schulfrei! An alle Popstars: Am 24. März wir der Deutsche Musikpreis Echo verliehen, bei dem auch Bruno Mars und Lena auftreten sollen. Übertragen wird das Ganze live in der ARD um 20.15 Uhr.


freistunde 19

»Ich wurde als Spinner bezeichnet« Benedict Wells hat sich nach dem Abitur entschieden, zu schreiben. Seine beiden bisher veröffentlichten Bücher »Becks letzter Sommer« (2008) und »Spinner« (2009) wurden von Kritikern hoch gelobt. Im YAEZ-Interview erzählt Benedict von seiner jungen Karriere als Schriftsteller. Text: Erik Brandt-Höge

Zum Schreiben inspiriert haben Benedict Wells vor allem seine Lieblingsautoren John Irving und Kazuo Ishiguro. Benedict, erinnerst du dich an deine erste geschriebene Geschichte? Benedict Wells: Als ich sieben oder acht Jahre war, habe ich ein »A-Team«-Buch geschrieben, passend zur Serie. Es hieß »Gefährliche Erbschaft«, ich habe den Text mit Tesafilm gebunden und das Cover mit Buntstiften gemalt. Mit 15 habe ich dann »The Hotel New Hampshire« von John Irving gelesen, was mich so sehr begeistert hat, dass ich wieder den Wunsch verspürte, etwas zu schreiben. Schon häufig hast du den Deutschunterricht kritisiert. Was hast du als Schüler besonders vermisst? Was ich damals wirklich vermisst habe, war die Freiheit, selbst einen Text schreiben zu dürfen. Wann immer man im Deutschunterricht schreiben musste, war das jedes Mal eine Analyse oder eine Interpretation eines bereits vorhandenen Textes. Ich kritisiere nicht, dass es Analysen und Interpretationen gibt, die sind auch wichtig. Ich kritisiere nur, dass etwas Anderes überhaupt nicht mehr gefragt ist. Du hast für die Schülerzeitung geschrieben. Hattest du auch einen Lehrer, der sich deine Texte angesehen hat? Ja, er war ein Deutschlehrer an meiner Schule. Als ich nach dem Abi nach Berlin gezogen bin und dort geschrieben habe, schickte ich ihm immer meine Texte. Mir war es einfach wichtig, dass ich jemanden hatte, der mich fördert. Einen, der meine Texte liest und mir dazu ein ehrliches Feedback gibt.

Was sagten Freunde zu deinen Plänen? Es war schwierig. Ich hatte schon Unterstützung und Vertrauen, aber auch unglaublich viele Diskussionen und Druck. Sie konnten ja nicht wissen, wie sehr ich das Schreiben liebe. In »Spinner« geht es unter anderem um dieses Thema. Sowohl um das Loch, in das man nach der Schule fällt, wenn alles plötzlich weg ist, was man all die Jahre zuvor gekannt hat. Als auch um die Tatsache, dass jeder als »Spinner« bezeichnet wird, der versucht seine Träume zu verwirklichen. Wie hast du es geschafft, dich selbst zu disziplinieren? Immerhin hattest du keinen Stundenplan, nach denen du dich richten musstest … Ich habe tagsüber gearbeitet und nachts geschrieben. Es war mir damals allerdings wichtig, dass ich Sport mache und auch abends mal unterwegs bin, damit ich nicht eingehe wie die Figur in »Spinner«. Was mich unheimlich angespornt hat, waren die Erfolge beim Schreiben. Ich war zu Beginn grottenschlecht, deshalb konnte ich mich in den ersten Monaten und Jahren sehr verbessern. Als ich dann gemerkt habe, dass meine Texte stärker wurden, hat mich das ungemein beflügelt. Irgendwann warst du erfolgreicher als ehemalige Mitschüler, die sich für etwas Sicheres entschieden hatten. Warst du stolz? Natürlich war ich auch ein bisschen stolz. Es ist schon schön, zu zeigen, dass es möglich ist, seine Träume zu verwirklichen. Wenn Mitschüler kommen und sagen, sie hätten mein Buch gelesen, freut mich das natürlich sehr. Aber es gab in meiner Abiturklasse Leute, die besser geschrieben haben als ich. Ich habe auf einer Lesung mal eine ehemalige Mitschülerin wieder getroffen, die damals immer so toll erzählen konnte. Ich habe ihr gesagt, dass es mir fast peinlich sei, dass sie auf meiner Lesung ist – weil eigentlich sie das Buch hätte schreiben und ich ihr zuhören müssen, nicht umgekehrt.

Das vollständige Interview kannst du auf YAEZ.de lesen!

Foto: Schwarzkopf & Schwarzkopf

Foto: Regine Mosimann/Diogenes Verlag

Du hast dich nach der Schule gegen ein Studium und eine Ausbildung und für das Schreiben entschieden. War das mutig? In meinem Fall war das eher unumgänglich. Ich dachte einfach nur: Ich bin 19, um den Wehrdienst herumgekommen und habe jetzt zwei Jahre Zeit, in denen ich einfach mal schreiben darf. Wenn es nicht klappt, bin ich ja erst 21 und kann immer noch studieren. Ich bin also nach Berlin gegangen und habe mir ein paar Nebenjobs besorgt, damit ich das nötige Geld zum Leben hatte.

Annika Kühn glaubt, dass es in Deutschland jede Menge talentierten Schreibnachwuchs gibt.

Steckt in dir ein Hemingway? Wenn in deiner Schreibtischschublade fast fertige Manuskripte oder Erzählungen liegen, dann schnapp dir das Buch »Wie schreibe ich eine Kurzgeschichte?« von Annika Kühn. In ihrem Buch gibt sie viele praktische Tipps für angehende Schriftsteller, vom Brainstorming zur Ideenfindung bis hin zum runden Ende einer Geschichte. Die 24-jährige Autorin hat schon im Kindergarten mit dem Schreiben angefangen und kann auch andere Schreibtalente nur ermutigen: »Gebt eure Geschichte ruhig mal jemandem zum Lesen mit. Das schult die Kritikfähigkeit, und man bekommt einen anderen Blickwinkel auf sein Werk.« Auch solle man ihrer Meinung nach nicht davor zurückschrecken, sein Manuskript an Verlage zu schicken. Dabei steige die Chance eine Antwort zu bekommen, wenn man sich einen Verlag aussucht, der Bücher mit ähnlichen Themen wie der eigenen Geschichte verlegt. »Ein Exposé und eine aussagekräftige Textprobe haben durchaus Chancen auf Antwort.« Wie schreibe ich eine Kurzgeschichte? Annika Kühn 192 Seiten, Taschenbuch 9,95 Euro Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

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20 freistunde

Ein Festival für alle Filmfans

Almanya – Willkommen in Deutschland   Start: 10.03.2011

Worum geht’s? Hüseyin Yilmaz ist Mitte der 1960er-Jahre mit seiner Familie aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Für seine Kinder und Enkel ist das Land inzwischen längst zur Heimat geworden. Umso größer ist der Schock, als das Familienoberhaupt ein Haus in der türkischen Pampa kauft und die ganze Familie bei den Umbauarbeiten helfen muss. Die Reise wird die ganze Familie verändern.

Die diesjährige Berlinale war politisch wie eh und je – und gab auch neuen Formen und Tendenzen im Weltkino Raum. Alle texte: Jochen blind

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Justin Bieber 3-D – Never say never   Start: 10.03.2011

Worum geht’s? Justin Bieber ist ein Phänomen: Der 17-jährige Kanadier ist der bislang jüngste Künstler mit einem Nummer-1Album in den US-Charts. Dabei hat der knuffige Mädchenschwarm auch ganz klein angefangen – mit selbst gedrehten Videos auf YouTube. Konzertausschnitte seiner Tournee vom Sommer 2010 bilden das Herz dieses kurzweiligen Biopics in 3-D. Wer es also noch nicht zu einem Konzert von Justin geschafft hat: Hier kann man ihn hautnah erleben.

Fotos: Verleih

Die 61. Internationalen Filmfestspiele in Berlin waren wieder ein voller Erfolg. Von überall her strömten Filmschaffende und Filmfans an die Spree. Zehn Tage lang war die Bundeshauptstadt die Welthauptstadt des Kinos. Fast 400 Filme aus 58 Ländern waren in den sechs Sektionen zu sehen. Wie im Vorjahr wurden rund 300.000 Eintrittskarten verkauft. Manche hartgesottene Filmfans übernachteten sogar vor den Schaltern, um auf jeden Fall in ihre Wunschvorführung zu kommen. »Diese Berlinale ist eine Kunstausstellung für den Film«, hatte Festivaldirektor Dieter Kosslick bei der Vorstellung des Programms betont. Und er hatte den Mund nicht zu voll genommen. Politisch waren die Berliner Festspiele schon immer. Dieses Mal gaben sie auch neuen Formen und Tendenzen im Weltkino Raum. So wurden vier Filme in 3-D gezeigt, unter anderem von Wim Wenders und Werner Herzog. Und mit dem bezaubernden »Les contes de la nuit« von Michel Ocelot war erstmals auch ein Animationsfilm in 3-D im Wettbewerb vertreten. Kritik gab es an der Auswahl der Wettbewerbsbeiträge. Dass gerade Mal 16 Filme in der Königsdisziplin eines jeden großen Festivals liefen, stieß einigen sauer auf. Aber das ist es eben, was die Berlinale von den Festspielen in Cannes und Venedig unterscheidet: Es ist ein Event für die Zuschauer, ein Festival für alle Filmfans – die wahren Aushängeschilder sind die kleineren Sektionen. Und hier konnte man so manche cineastische Perle finden. Auch am Staraufgebot wurde Kritik laut. Und tatsächlich kamen dieses Mal deutlich weniger Stars als in den Vorjahren. Wer aber am roten Teppich vor dem Berlinale-Palast wartete, konnte doch das ein oder andere Autogramm von Colin Firth, Diane Kruger, Ralph Fiennes, Helena Bonham Carter, Liam Neeson, Vanessa Redgrave, Josh Brolin, Jeff Bridges oder Jeremy Irons ergattern. Bei der Auswahl der Gewinner bewies die internationale Jury unter dem Vorsitz der Schauspielerin Isabella Rossellini ein glückliches HändLena Lauzemis als Gudrun Ensslin im chen: Mit dem Goldenen RAF-Drama »Wer wenn nicht wir«. Bären sowie zwei Silbernen Bären wurde der iranische Wettbewerbsbeitrag »Nader and Simin, a Separation« von Asghar Farhadi ausgezeichnet, der bei Kritikern und Publikum gleichermaßen begeistert aufgenommen wurde. Einmal mehr bestätigte sich damit der alte Spott, dass man beim Siegerfilm der Berlinale entweder den Titel oder den Namen des Regisseurs nicht aussprechen könne. Auch zwei deutsche Filme durften sich über eine Auszeichnung freuen: Ulrich Köhler erhielt für seine Regiearbeit bei »Schlafkrankheit« einen Silbernen Bären. Und Andres Veiels »Wer wenn nicht wir« erhielt den Alfred-Bauer-Preis, mit dem Spielfilme ausgezeichnet werden, die neue Perspektiven der Filmkunst eröffnen. Das packende Drama – seit Kurzem im Kino – zeichnet die Geschichte der späteren RAF-Terroristin Gudrun Ensslin nach. Besonderen Grund zum Feiern gab es bei den Organisatoren des Teddy Awards: Der schwul-lesbische Filmpreis wurde in diesem Jahr zum 25. Mal verliehen – unter anderem an das argentinische Melodram »Ausente«. •

Lohnt sich die Kinokarte? Die überaus gelungene Multikulti-Komödie der Schwestern Nesrin und Yasemin Samdereli lief bei der diesjährigen Berlinale im Wettbewerb außer Konkurrenz. Intelligent und frech werden alle gängigen Klischees durch den Kakao gezogen. So macht Integration Spaß!

Lohnt sich die Kinokarte? Für Justin-Bieber-Fans sicher ein Muss, denn er ist ja soooooo süüüß. Für alle anderen gilt: Finger weg!

I Shot My Love   Start: 17.03.2011

Worum geht’s? Der israelische Dokumentarfilmer Tomer Heymann, dessen Großvater vor den Nazis fliehen musste, reist nach Berlin, um dort seinen aktuellen Film vorzustellen. In einem Club begegnet er Andreas Merk – und beide verlieben sich sofort ineinander. Bald darauf besucht Andreas Tomer in Tel Aviv, wo er mit der starken Präsenz von Tomers Mutter und der eigenen schwierigen Familiengeschichte konfrontiert wird. Lohnt sich die Kinokarte? Unbedingt. Der Dokumentarfilm über ein schwules Paar ist eine intime und gleichzeitig universelle Liebesgeschichte. Bei der Berlinale im vergangenen Jahr wurde er mit viel Applaus bedacht.

Gnomeo und Julia   Start: 24.03.2011

Worum geht’s? Es herrscht Krieg im Vorgarten: Die Gartenzwerge von Graf Zinnoberrot und die Knirpse von Gräfin Blaublut auf der anderen Seite des Zauns sind total zerstritten. In wilden Rasenmäherrennen bekämpfen sie sich. Dumm nur, dass sich der blaue Gnomeo und die rote Julia ineinander verliebt haben. Gemeinsam versuchen sie, Eintracht unter den zänkischen Zwergenstämmen zu säen. Bis es so weit ist, gibt’s einiges auf die Zipfelmütze. Lohnt sich die Kinokarte? »Shrek 2«-Macher Kelly Asbury ist – sehr frei nach Shakespeares Klassiker – ein köstlicher Gartenzwergspaß in 3-D mit vielen skurrilen Figuren gelungen. Dafür lohnt sich der Kinogang.


Die Indie-Band Bakkushan hatte neben der Musik keinen Plan B:

Wir haben unsere Online-Applikation, mit der YAEZ-Leser ihre Stars befragen können, ordentlich überarbeitet. Du kannst jetzt über YAEZ.de Fragen stellen, und alle Interviews erscheinen auch dort. Über Facebook und SchülerVZ klappt es aber natürlich auch weiterhin. Was bleibt: In der Fragestunde kannst du Prominente oder Experten genau das fragen, was dich interessiert. Gleichzeitig kannst du auch bestimmen, welche Fragen für dich am spannendsten sind, denn über die Unterstützer-Funktion werden die Fragen mit den meisten Unterstützern von den Stars beantwortet. Immer wieder gibt es in der Fragestunde auch Expertenrunden, bei denen du Fragen an Fachleute zu Themen wie Ernährung, Sucht oder Umweltschutz stellen kannst.

The Wanted – »The Wanted«

In den 90ern war es das Erfolgsrezept schlechthin: fünf gut aussehende Jungs und schmalzige Texte. Damit eroberten die Backstreet Boys und Take That sowohl TeenieHerzen als auch Charts. Heute fast 15 Jahre später gibt es den nächsten Ansturm auf die Wände der Kinderzimmer. In England werden The Wanted bereits als große PopSensation gefeiert, und ihre Single »All Time Low« war schon auf Platz eins der UK-Charts. Auch wenn die fünf Briten sich vor dem Casting von The Wanted nicht kannten, ist die Platte dennoch vorzeigbar. Die Songs erinnern stimmlich etwas an Coldplay. Sie bleiben zwar nicht lange im Gedächtnis, passen aber allesamt auf die nächste »Bravo Hits«. •

Clueso – »An und für sich«

Clueso muss man kaum noch vorstellen, hat er es doch geschafft, einen eigenen Musikstil zu entwerfen. Ausverkaufte Touren und Awards sind zwar eine Bestätigung seiner Arbeit, aber kein Grund für ihn, die Beine hochzulegen. Wie ein Suchender beschreitet Clueso auch auf »An und für sich« immer neue musikalische Wege, ohne dabei jedoch seine Songwriter-Ansprüche zurückzuschrauben. 72 Minuten dauert die Reise auf seinem neuen Album, die Masse von 17 Songs ist dabei keine Last, sondern eher ein Segen. Denn gerade Songs wie »Herz« oder »Die Straßen sind leer« sorgen dafür, dass viel Platz für Gedanken bleibt. •

Sandra: Was hättet ihr gemacht, wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte? Bakkushan: Wir hatten keinen Notfall-Plan in der Hinterhand. Jeder von uns hat seinen Alltag darauf ausgerichtet, Musiker zu werden. Wir wollten alle professionelle Musiker werden. Deshalb haben wir auch alle Musik studiert.

Demnächst in der Fragestunde: Clueso sowie die Viva-Moderatoren Jan Köppen und Palina Rojinski.

freistunde 21

Kult-Moderator Joko Winterscheidt über den Moment, den er gern ungeschehen machen würde: Michael: Mich würde interessieren, ob dir eine Sache, die du im Fernsehen gemacht hast, so richtig peinlich ist? Joko: Ich habe mal zu den Zuschauern gesagt: Wenn ihr die Foo Fighters heute auf Platz eins der TRL-Charts wählt, dann ziehe ich mich aus. Tja, was soll ich sagen, das Internet vergisst nichts …

www.yaez.de/fragestunde

Lykke Li – »Wounded Rhymes«

Musik und Depression gehören einfach zusammen. Unzählige Musiker fanden ihre Rettung im Schreiben von Songs. Wie Depression als Kunstform klingt, zeigt Hippiekind Lykke Li auf »Wounded Rhymes«. War ihr Debütalbum noch ausgelassen naiv, prägt jetzt der Weltschmerz einer Mittzwanzigerin ihre Musik. Kraftvolles Rückgrat von »Wounded Rhymes« sind Balladen wie »Silent my Song« oder »Unrequited Love«. Im Hintergrund ist die Musik nur minimalistisch arrangiert und hebt so die energiegeladene Stimme der Schwedin auf den Thron. So trösten die verwundeten Reime nicht nur Seelen, sondern verarbeiten die Schwere des Lebens auf eine besondere Weise. •

The View – »Bread And Circuses«

Junge, gehypte Bands aus Großbritannien sind keine Seltenheit. Fast wöchentlich verkünden Plattenfirmen und Musikmagazine neue Indie-Sensationen. Doch The View als Kurzzeit- berühmtheiten abzustempeln, wäre den jungen Schotten gegenüber einfach ungerecht. Immerhin ist »Bread and Circuses« schon ihr drittes Album. Mit ihren zarten 20 Jahren haben die vier aus Dundee schon viel erlebt, sie wurden von Skandalmusiker Pete Doherty entdeckt und werden als die nächsten Oasis gehandelt. Auch wenn das sicherlich etwas übertrieben ist, »Bread and Circuses« ist ein starkes Album mit vielen fröhlichen Songs, gesungen in einem herrlich breiten schottischen Akzent. • texte: Birk grüling

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Das gibt’s zu gewinnen:

Malkasten:

Bei der nächsten Hausparty wird gezeichnet! Auf dem uDraw GameTablet für die Wii kannst du elektronisch zeichnen und mit deinen Freunden lustige Spiele veranstalten. Das Tablet verfügt über eine Malfläche, auf der du mit dem Touchpen zeichnen kannst. Deine Kunstwerke ziehst du dann mittels SD-Karte auf deinen Computer und kannst sie dann an deine Freunde schicken oder ausdrucken. YAEZ verlost ein uDraw GameTablet!

Filmvergnügen: »Harry Potter und die Heiligtümer des Todes« – schon der Titel des neu auf DVD erscheinenden Films (Erscheinungstermin: 15. April) verspricht ein spannendes Kinoerlebnis für zu Hause. Obendrauf gibt es jede Menge Bonus-Filmmaterial: Bei einem Golfturnier erzählen die Schauspieler beispielsweise von den entstandenen Freundschaften jenseits der Kamera. Außerdem enthält die Bonus-DVD Highlights der Promotion-Tour und unveröffentlichte Szenen. YAEZ verlost vier DVDs in der 2-Disc-DVD-Edition!

Shoppingspaß: Lust auf eine Online-Shoppingtour bei Zalando? In dem Online-Shop für Schuhe, Fashion, Accessoires, Sportartikel und Beauty-Produkte gibt es eine riesige Auswahl an Marken und Designerlabels. Einfacher geht’s nicht: Zalando bietet kostenlosen Versand und Rückversand, kostenlose Servicehotline und 100 Tage Rückgaberecht auf alle Produkte. YAEZ verlost drei Zalando-Gutscheine für je 50 Euro!

Zeitzeuge: Den eckigen Retro-Klassiker der »Beauty« BG-5600er Serie gibt es von Baby-G jetzt in der Trendfarbe ist das neue, pinke Deo von Lila. Gehäuse, Armband und Display zeigen sich Ton in Rexona Girl. Es sorgt auch bei Ton – ein klares Statement für Stil ohne Schnörkel. Doch langen Partynächten für einen nicht nur optisch überzeugt diese neue Farbvariante: Mit frischen, weiblichen Duft und Weltzeituhr, Timer, fünf Alarmen und Displaybeleuchtung garantiert damit einen coolen verfügt die Baby-G über alle wichtigen Funktionen für die Rundum-Look für trendbesportliche Trägerin. Zudem ist sie wasserdicht bis 10 Bar. YAEZ verlost eine wusste Mädels. Passend dazu: trendige Baby-G in Lila! der pinke iPod shuffle für den Soundtrack zum Duft und 1. Kreuzworträtsel lösen Heft) zum perfekten Abend. YAEZ verlost zwei Beauty3. (Viele Lösungen findest du im gen tra Pakete mit iPod shuffle und Deo! 2. Lösungswort links ein Frischekick:

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Hauptstadt der Steiermark

früherer türkischer Titel Sportkleidung (engl.)

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Hühnerprodukt

Stifterfigur im Naumburger Dom

Dreifingerfaultier Teil des Bühnenstücks

Partei-, Vereinsleitung

Natriumkarbonat

dreist, vorlaut

Schulnote

franz. Sängerin Kfz-Z. Ulm und Alb-Donau-Kreis

Altersbezeichnung

Kontinent

1 Schulform

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Vorname Adorfs

Arbeitsgruppe; Mannschaft

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Am Gewinnspiel kannst du auf www.yaez.de teilnehmen! Webcode: »@23121020« Teilnahmeschluss: 01.05.2011. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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dt. Autor englisch: (Chrisverrückt toph)

Studiengang


pausenhof 23

Blog Watch

texte: Judyta Smykowski

Blogs gibt es wie Sand am Meer. Wir zeigen euch, wo es sich lohnt, vorbeizuschauen. Diesmal: independent-hayate.blogspot.com Ganz schön viel vorgenommen hat sich Bloggerin Hayate Takada. Mit ihrem Blog ist sie nämlich auf der Suche nach dem Sinn, der Wahrheit und der wahren Liebe. Den Weg dahin versüßt sie sich und uns mit melancholischen Songtexten, tollen Fotos und ihren Überlegungen, wie es nach der Schule weitergehen soll.

Impressum yaez erscheint jeden Monat (außer Schulferien) und liegt kostenlos an rund 5000 weiterführenden Schulen in ganz Deutschland aus. ISSN: 1612-8257 HERAUSGEBER: Janos Burghardt, Simon Keller, Michael Hartung REDAKTION & VERLAG: Yaez Verlag GmbH Arminstraße 15, 70178 Stuttgart Tel: 0711 137780-20 Fax: 0711 137780-22 redaktion@yaez.de, www.yaez-verlag.de Chefredakteur: Janos Burghardt (ViSdP) ART DIRECTOR: Simon Keller Textchefin: Ineke Haug Redaktion dieser ausgabe: Anne Ackermann, Erik Brandt-Höge, Daniela Kurtz, Judyta Smykowski, Jochen Blind, Julia Anderton, Michael Metzger, Birk Grüling, Henrike Meyer, Jasmin Fisel, Maria-Janine Steiner, Lektornet (Schlussredaktion) Illustrationen: Julia Humpfer, Till Hafenbrak, Katia Fouquet, Christoph Rauscher Fotos: Jan Kopetzky (Titelfoto), Anne Ackermann, Presse/PR

Stimmt es, dass …

»Es stimmt bedingt«, sagt Dr. Siegfried Lehrl, Präsident der Gesellschaft für Gehirntraining. »Das Kaugummi hilft zum Beispiel beim Frontalunterricht«, fügt er hinzu. Wenn wir dem Lehrer zuhören, uns gemütlich zurücklehnen und fast eindösen, dann hilft Kaugummi bei der Konzentration und der Informationsaufnahme. »Kaugummi kauen hilft aber nicht bei schriftlichen Prüfungen«, fügt Lehrl hinzu. Denn dann ist die primäre Bewegung das Schreiben und zusätzliches Kauen wäre für die Konzentration hinderlich.

In einem Interview klagte Billy Ray Cyrus, der Vater von Teenie-Star Miley Cyrus, dass die Serie »Hannah Montana« seine Familie zerstört habe. Dabei vergisst er aber, dass er seine Tochter durch gemeinsame Auftritte zum Star gemacht hat. Nun gibt er ihr die Schuld, weil er unter der negativen Berichterstattung zu leiden habe. YAEZ hofft: Vielleicht hat der Countrymusiker daraus gelernt und verheizt seine Tochter Noah (11) nicht auch noch!

AnzeigenLEITUNG: (verantwortlich für den Anzeigenteil) Michael Hartung (0711 137780-16, mh@yaez-verlag.de)

Die Auflage wird regelmäßig von der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) geprüft. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 13 vom 01.02.2011. abo/vertrieb: Tel: 0711 137780-20, Fax: -22 E-Mail: vertrieb@yaez.de Der Bezug der Jugendzeitung ist kostenlos. Druck: Bechtle Verlag&Druck, 73730 Esslingen Die namentlich gekennzeichneten Beiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Nachdruck von Beiträgen, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags.

Die zehnjährige Maria hat ein Cover des Megahits »Born This Way« von Lady Gaga auf YouTube hochgeladen. Gaga hat es zu Tränen gerührt, als sie das Video sah. Daraufhin folgten gemeinsame Auftritte im Radio und eine Einladung in die US-Talkshow »EllenDeGeneres«, wo Maria Lady Gagas Hit »Born This Way« performen durfte. YAEZ findet: So viel Einsatz für die Fans ist vorbildlich!

Bei den Dreharbeiten zu Robert Pattinsons neuem Kinofilm »Wasser für die Elefanten« begegnete der Schauspieler seinem neuen vierbeinigen Freund, einem Jack Russel Terrier. Nach den Dreharbeiten sollte der Hund wieder zurück ins Tierheim gebracht werden. Da entschloss sich Pattinson, ihn bei sich aufzunehmen. Nur ein Name fehlt dem Vierbeiner noch, im Moment ruft er ihn einfach »Hund«. YAEZ sagt: So viel Tierliebe hätten wir dem ExBlutsauger gar nicht zugetraut!

… Kaugummi kauen die Konzentration fördert?

HERSTELLUNG: Simon Keller

verbreitete auflage: 397.247 Exemplare (IVW Q4/2010)

Ian Somerhalder (32), der Star aus »Vampire Diaries«, hat eine Stiftung gegründet, die sich für den Tier- und Umweltschutz einsetzt. Der Auslöser war die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko, die ihn, wie er sagt, für alternative Energien sensibilisiert hat. YAEZ meint: Daumen hoch für den engagierten Schauspielstar!

Vorschau #53 Sandkastenfreunde: Was passiert mit einer Freundschaft, wenn man auf einmal nicht mehr das gleiche Umfeld hat und sich die Wege trennen? Praktikums-ABC: Du willst ein Praktikum machen? YAEZ verrät, worauf du unbedingt achten solltest! Studienwahl: Welches Fach ist denn nun das richtige für mich? Ein Guide durch den Hochschul-Dschungel. Die nächste Ausgabe erscheint am 02.05.2011

yaez

Charlie Sheen hat nach Scheidung, Alkohol- und Drogenproblemen nun auch seinen Job verloren. Er beschimpfte die Produzenten der Erfolgsserie »Two and a half men« als Verlierer und Clowns. Die zogen daraufhin die Konsequenz und warfen Sheen aus der Serie. Jetzt wird bereits ein Nachfolger für den 45-Jährigen gesucht. YAEZ fleht: Such dir endlich professionelle Hilfe, Charlie!


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