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#49

November 2010 | kostenlos | www.yaez.de

Beruf Teilzeitrocker:

Warum junge Bands immer öfter darauf verzichten, mit ihrer Musik Geld zu verdienen

Die Jugendzeitung

e Auf YAEZ.d e geht es ein u g m Woche lan Ernährung

 Warum unsere Kindheit mitbestimmt, was aus uns wird –   und wie wir das Beste daraus machen können 

 Wirst du wie deine Eltern?  Bildungs-Märchen: Was Experten zu den gängigen Lern-Mythen sagen Legal oder illegal: Was ist beim Streaming im Internet eigentlich erlaubt? Gelegenheitsarbeiter: Nebenjobs, die Spaß machen und Geld bringen


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Titelfoto: Jan Kopetzky / Illustrationen: Thuan Tien

Inhalt #49

Aufwachsen: Wie wir werden, was wir sind.....……............................……...4 Geprüft: Lern-Mythen im Check…………….................................……………….8 Geheilt: Die Geschichte einer Magersucht………………................................11 Gegessen: Die Themenwoche »Ernährung«……………..........................……...12 Originell: Mit ungewöhnlichen Nebenjobs Geld verdienen..........................17 Kino: Neue Filme im November.................................................................19 Musik: Die neuen Teilzeitrocker………...……….............................……………..21 Pausenhof: Rätseln und gewinnen…….…............................………………….22 Impressum……………………………………....................…………………23

Wie gefällt dir unsere aktuelle Ausgabe? Hast du Anregungen für die kommende Ausgabe? So kannst du uns erreichen: Schreib´ uns einen Leserbrief auf www.yaez.de oder per E-Mail an redaktion@yaez.de. Oder folge uns auf Facebook, SchülerVZ oder Twitter! facebook.com/yaezde, schuelervz.net/yaez, twitter.com/yaez

Making-of #49 Eine ganz besondere Geschichtsstunde bekam die YAEZRedaktion vor einigen Wochen erteilt: Vor unserem Büro wurden Stolpersteine verlegt. Diese mit Kupfer überzogenen Pflastersteine sollen an den letzten Wohnort von Menschen erinnern, die Opfer der Nationalsozialisten wurden. In unserem Haus hat die jüdische Familie Meyer gewohnt, die 1941 von dort nach Riga deportiert und später erschossen wurde. www.stolpersteine.com

Lieblinge der Redaktion Ganz zufällig sind wir nicht auf den Blog »Lea liebt« gestoßen. Lea hat uns eine Mail geschrieben und uns gebeten, ihr ein paar YAEZHefte für die Leser ihres Blogs zu schicken – machen wir natürlich und weisen sehr gern auf ihren Blog lealiebt. blogspot.com hin, den wir ganz bezaubernd finden. Hier stellt Lea alles vor, was ihr am Herzen liegt: Fashion, Kunst, Musik und Krimskrams.

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04 eltern Auch wenn wir uns große Mühe geben, anders als die Eltern zu sein, fließen deren Vorstellungen und Eigenschaften in unsere Persönlichkeit ein. Das heißt aber nicht, dass wir genauso werden. Die Psychologin Ursula Nuber glaubt, dass jeder sein Schicksal selbst in der Hand hat. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir so werden wie unsere Eltern? Biologisch sind wir die Kinder unserer Eltern und haben bestimmte Verhaltensmuster von ihnen ererbt oder unbewusst übernommen. Die »Eltern in uns« können wir nur bedingt loswerden. Heißt das, wir sind dazu verdammt, so zu werden wie unsere Eltern? Nein. Wir sind unserem Schicksal zum Glück nicht hilflos ausgeliefert, sondern können lernen, bestimmte Eigenschaften zu ändern. Wer sehr schüchtern ist, kann zwar nicht seine Persönlichkeit ändern, aber er kann lernen, sein Verhalten in andere Bahnen zu lenken, etwa durch eine Verhaltenstherapie. Ist es ganz normal, in der Pubertät anders als die Eltern sein zu wollen? Eine gewisse Protesthaltung in der Pubertät ist sogar notwendig, denn nur dadurch, dass sie eine Distanz schaffen, können junge Menschen überhaupt herausfinden, wer sie eigentlich sind. Dabei ist es ganz normal, dass auch mal die Fetzen fliegen – das gehört zur Loslösung vom Elternhaus dazu und ist ein wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Können wir trotz einer schlechten Kindheit zufriedene Menschen werden? Ja, ganz bestimmt. Man muss einfach lernen, weniger von den Eltern zu erwarten und seinen eigenen Weg zu gehen. Wut und Enttäuschung sind negative Bindungen, die uns hindern, den Ballast der Kindheit hinter uns zu lassen. Oft hilft es, sich zu überlegen, was die eigenen Eltern erlebt haben, um sie besser verstehen zu können. interview: ineke haug Ursula Nuber ist Diplom-Psychologin und stv. Chefredakteurin von »Psychologie Heute«. Sie ist Autorin des Buches »Lass die Kindheit hinter dir. Das Leben endlich selbst gestalten«

65% 73%

51% 60%

»Später möchte ich Kinder haben«

»Ich strebe das Abitur an«

71% 81% »Man braucht eine Familie, um glücklich zu sein«

Quelle: 16. Shell Jugendstudie

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Werden wir wie unsere Eltern? Um wirklich erwachsen zu werden, müssen wir uns wohl eines Tages die Frage stellen, wie viel von unseren Eltern eigentlich in uns steckt. Egal ob wir uns nun gut oder schlecht mit ihnen verstehen: Sie haben jede Menge damit zu tun, dass wir so geworden sind, wie wir nun sind. Und auch wenn wir wenig gemeinsam haben, sind sie vielleicht auch dafür verantwortlich. text: anne ackermann Fotos: jan kopetzky grafik: Thuan Tien


Eine eigene Familie gründen, Karriere machen oder doch lieber Rockstar werden: Unsere Lebensentscheidungen werden vom Elternhaus mitgeprägt.

T

äglich erleben wir mit unseren Eltern Konflikte. Ob es dabei um Kleinigkeiten wie Aufräumen, Ausgehzeiten und Taschengeld geht oder gar um das Aufeinanderprallen zweier Weltanschauungen mit den dazugehörigen Kämpfen, Kraftproben, Siegen und Niederlagen – eines fest steht: Wir müssen uns irgendwann mit ihnen auseinandersetzen. Entwicklungspsychologisch wird die Jugend als die Phase der Rebellion betrachtet. Nur so können wir von der Idealisierung der Eltern in der Kindheit mithilfe von kritischem Denken und Opposition zu einer neuen Form von Gleichberechtigung finden.

Nur so können wir irgendwann Erwachsene sein, die sich von den Spuren, die unsere Eltern durch ihre Erziehung und Weltanschauung in uns hinterlassen haben, befreien und eigene Haltungen aufbauen. Wir werden zu reifen Erwachsenen und können unsere Eltern als die fehlerhaften Wesen sehen, die sie nun einmal sind. So schaffen wir es, ihnen ihre Fehler zu verzeihen und uns mit ihnen zu versöhnen. So weit, so gut – in der grauen Theorie... Doch wie sieht das mit der Rebellion gegen unsere Eltern heute aus? In Zeiten, in denen viele Eltern zu Berufsjugendlichen geworden sind, Mütter sich tätowieren lassen und die gleichen Klamotten wie ihre Töchter tragen und Väter ganz lässig mit iPhone und Flip-Flops ausgestattet im angesagten Electro-Club tanzen, scheint das Rebellieren kein

leichtes Unterfangen zu sein. Hinzu kommt erschwerend, dass die Jugendlichen von heute in der Minderzahl sind und sich einer zunehmend wachsenden Gruppe von älteren Entscheidungsträgern gegenübersehen: Nur 5,6 Prozent der Gesellschaft sind im Jahr 2010 zwischen 15 und 20 Jahren alt. Leben wir also in schweren Zeiten für jugendliche Revoluzzer? Oder anders gefragt: Ist es überhaupt noch zeitgemäß, dass eine ganze Generation gegen ihre Eltern aufbegehrt, weil uns die Eltern von heute zu ähnlich geworden sind? Wenn wir auf die Geschichte zurückblicken, erfahren wir von den Halbstarken in den 50er-Jahren, die im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen gegen die repressiven und autoritären Ordnungs- und Moralvorstellungen ihrer Eltern protestierten. Die standen schließlich unter dem umblättern >

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06 eltern interviews und fotos: anne ackermann

Sebastian, 18, und Philipp, 14, gehen zur Schule und leben mit ihren Eltern, einer Dipl.-Pädagogin und einem Berufsschullehrer in Hamburg-Ottensen.

Sind eure Eltern Vorbilder für euch? Sebastian: Ja, beide. An meinem Vater gefällt mir, dass er alles relativ entspannt sieht. Meine Mutter finde ich sehr vielseitig, handwerklich begabt und eigenständig, das imponiert mir. Beruflich bin ich eher naturwissenschaftlich ausgerichtet, meine Eltern sind beide im pädagogischen Bereich tätig. Was findet ihr an eurem Vater toll? Sebastian: Ich mag, dass es ihm egal ist, was die Leute über ihn denken. Er geht auch gern mal mit knalligen Klamotten raus, was ich auch gern mache. Außerdem finde ich es gut, dass er Situationen auch mal hinterfragt, wenn ihm etwas nicht gefällt. Was findet ihr manchmal peinlich? Philipp: Mir ist es manchmal peinlich, wenn er vor meinen Freuden seine Geschichten auspackt, zum Beispiel über seine Schüler. Er findet das lustig, aber meine Freunde vielleicht nicht. Schlimm ist auch, wenn meine Mutter beim Einkaufen durch das ganze Kaufhaus mit Kosenamen wie »Schatzi« nach mir ruft. Wäre es schlimm, wenn ihr in 20 Jahren so wärt wie eure Eltern? Philipp: Das wäre nicht schlimm. Ich möchte zwar lieber Arzt werden, aber ein Zuhause und Familie hätte ich schon auch gern. Was willst du ganz anders machen als deine Eltern? Sebastian: Ich würde in meinen Zwanzigern nicht so viel rumreisen wie er damals. Ich bin bodenständiger und würde am liebsten in Hamburg bleiben. Mir gefällt Deutschland. Philipp: Mein Vater hat ein Buch geschrieben und da viel Arbeit und Geld investiert. Das wäre mir zu waghalsig und zu riskant.

Nastasja, 16, geht auf die Gesamtschule am Heidberg in Hamburg-Langenhorn und lebt nach der Scheidung ihrer Eltern bei ihrer Mutter Anja, 46, die als Altenpflegerin arbeitet.

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Sind deine Eltern Vorbilder für dich? Beide Eltern sind Vorbilder für mich. An meinem Vater mag ich, dass er zielstrebig und fleißig. Meine Mutter möchte alles perfekt machen. Das finde ich gut. Ich möchte zwar eine andere Richtung einschlagen und Stewardess werden, aber an ihrer Einstellung zur Arbeit orientiere ich mich schon. Was findest du an deiner Mutter toll? Ich bin stolz darauf, was sie alles schafft. Sie arbeitet von morgens bis abends, machmal sogar nachts. Dass sie es trotzdem hinbekommt, ausgeglichen und fröhlich zu sein, finde ich toll. Sie ist außerdem fürsorglich und passt gut auf mich auf. Manchmal fast zu gut. Was findest du an deiner Mutter peinlich? Dass sie mich immer überall hinfahren möchte, obwohl ich auch den Bus nehmen kann. Es ist natürlich praktisch, gefahren zu werden, aber es nervt mich, dass sie überall dabei ist und immer weiß, wo ich gerade bin. Wäre es schlimm, wenn du in 20 Jahren so wärst wie deine Mutter? Nein, aber ich wünsche mir, bis dahin mehr aus meinem Leben gemacht zu haben. Ich möchte reisen, ausgehen und das Leben genießen. Ich bin einfach unternehmungslustiger als sie und möchte – auch wenn ich berufstätig bin – noch viel unternehmen. Was willst du anders machen als deine Eltern? Ich möchte auf jeden Fall versuchen, mit meinem Partner zusammenzubleiben. Aber ansonsten kann mein Leben ruhig etwas lockerer verlaufen. Ich möchte die Dinge nehmen, wie sie eben kommen. Außerdem würde ich meinen Kindern etwas mehr Freiheiten lassen.


eltern 07 Ist deine Mutter ein Vorbild für dich? Ja. Meine Mutter hat viel geleistet und es geschafft, etwas für uns aufzubauen, als wir aus Brasilien nach Deutschland gekommen sind. Sie hat mir viel mit auf den Weg gegeben, und ich habe viele ihrer Ansichten übernommen. Was findest du an deiner Mutter toll? Ich finde an meiner Mutter toll, wie sie nach der Trennung von meinem Stiefvater vor sieben Jahren noch mal ganz neu angefangen hat. Sie ist locker, aufgeschlossen und jung geblieben. Es ist toll, dass ich mit ihr feiern gehen kann, ohne dass es peinlich wird. Sie hat mir beigebracht, dass man mit der richtigen Einstellung aus allem etwas machen kann. Diese positive Weltanschauung habe ich von ihr übernommen. Was findest du an deiner Mutter manchmal peinlich? Dass sie mir manchmal meine Klamotten klaut. Sie hat einen ähnlichen Stil wie ich und die gleiche Größe, aber manchmal ist das schon komisch, wenn sie meine Klamotten anzieht. Wenn ich es ihr verbiete, ist sie beleidigt und kauft sich das Teil einfach selbst. Ansonsten finde ich seltsam, dass meine Mutter auch bei Facebook ist. Wäre es schlimm, wenn du in 20 Jahren so wärst wie deine Mutter? Ich würde mir schon wünschen, die Dinge noch ein bisschen lockerer zu sehen. Eine Familie würde ich mir zwar auch wünschen, allerdings mit einem Partner an meiner Seite. Ich wüsste auch nicht, ob ich nur hier leben wollte wie meine Mutter oder nicht doch zumindest zur Hälfte in meiner Heimat Brasilien. Was willst du ganz anders machen als deine Eltern? Ich möchte keine Künstlerin werden. In freien Berufen hat man es einfach schwerer, und auch wenn es mir als Hobby viel Spaß macht, fehlen mir doch die Leidenschaft und die Hingabe, die meine Mutter für diesen Bereich empfindet. Ich strebe etwas Solideres an. Dabei werde ich es leichter haben als meine Mutter, die allein vor der Herausforderung stand, gleichzeitig zu studieren, zu arbeiten und eine Familie zu versorgen.

FORTSETZUNG...

Generalverdacht, für die Verbrechen des Nationalsozialismus mitverantwortlich gewesen zu sein. Zwar gab es parallel dazu die angepassten Teenager, die sich Mode, Spaß und Leichtigkeit widmeten und mit ihren Eltern konform waren. Doch schon bald etablierte sich eine ganze Generation, die sich in eindeutiger Opposition zur Elterngeneration positionierte: Mit Beginn der

Anna, 18, ist mit drei Jahren aus Sao Paolo in Brasilien nach Hamburg gekommen. Sie geht noch zur Schule und lebt bei ihrer Mutter Miriam, 53, die als Tänzerin, Tanzlehrerin und Schauspielerin arbeitet.

für eine neue Generation von Jugendlichen und somit für eine neue Art, mit den Eltern umzugehen. Sie verstehen sich gut mit ihnen und würden trotz alltäglicher Reibereien im Großen und Ganzen nichts anders machen als ihre Eltern. Sie könnten auch mal mit ihren Eltern auf eine Party gehen, ohne sich in Grund und Boden zu schämen, und finden einstimmig, dass die Familie für sie einen wichtigen Rückhalt bildet. Sie sind stolz auf ihre Eltern und haben fast schon bodenständigere Ziele als diese. Viele sind mit einem Elternteil aufgewachsen und haben früh gelernt, wie wichtig es ist, in der Welt nicht allein dazustehen. Laut Studien hat vor allem die Individualisierung,

solchen Zeiten Halt in der Familie zu suchen, ist eine verständliche Reaktion auf die gegenwärtigen Entwicklungen. Auch eine fundierte Ausbildung ist wichtig, konkurriert man doch mit jungen Leuten aus der ganzen Welt. Laut der neuesten Shell Jugendstudie lässt sich die Jugend zum Glück weder von schlechten Jobaussichten noch von der Finanzkrise von ihrem Optimismus abbringen – vielmehr ist der positive Blick in die Zukunft bei jungen Menschen sehr ausgeprägt. Die Jugend von heute ist positiv, ehrgeizig, umweltbewusst und hält an ihren Familien fest, so die Studie.

Anna, Nastasja, Sebastian und Philipp stehen für eine neue Generation von Jugendlichen und somit für eine neue Art, mit den Eltern umzugehen 60er-Jahre kämpften Existenzialisten, Beatniks oder Hippies mit allen erdenklichen Mitteln für ein neues Lebensgefühl jenseits vom Mief der Nachkriegsjahre. Anna, Nastasja, Sebastian und Philipp, die Jugendlichen, die wir für YAEZ fotografiert haben, stehen

Medialisierung und Kommerzialisierung unserer Gesellschaft eine viel komplexere Lebensrealität geschaffen. Früh werden wir mit Themen wie Arbeitslosigkeit und Klimawandel konfrontiert. Die Wirtschaftskrise hat die Gesellschaft erschüttert und eine ganze Generation pragmatischer werden lassen. In

Damit bekämpfen sie zwar nicht ihre Eltern, sondern entwickeln stattdessen Überlebensstrategien angesichts der Spuren, die ihre Eltern in der Welt hinterlassen haben. Doch vor allem in ihrem Optimismus sind sie auch eines: ganz anders als ihre Eltern! 

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Lern-Mythen im Check Das Internet macht doof, Leistungsdruck lässt uns zur Hochform auflaufen und Auswendiglernen bringt nichts – wirklich? YAEZ hat Bildungsexperten gebeten, die populärsten Behauptungen unter die Lupe zu nehmen. protokolle: ineke haug

illustrationen: julia humpfer

Mythos #1: Chatten beeinträchtigt unsere Sprache

Das Chatten ist eine Form der Verständigung und hat seine eigene Sprachformen gefunden. Oft fällt es im Chat leichter, Dinge auszudrücken, die man sich sonst nicht zu sagen traut. Irgendwann wird man seinem Gegenüber aber in die Augen sehen und automatisch eine andere Sprachform wählen. Also ich zumindest habe noch niemanden erlebt, der im persönlichen Gespräch im Chatjargon losredet. Prof. Dr. Kersten Reich von der Humanwissenschaftlichen Fakultät an der Universität zu Köln

Mythos #2: Wer Nachhilfe braucht, ist auf der falschen Schule

Man könnte argumentieren, dass es nicht Aufgabe der Schule ist, allen Schülern zu allen Zeiten das Mitkommen zu ermöglichen. Außerdem kann es Phasen geben, in denen jemand Nachhilfe braucht, um in kleineren Schritten aufzuarbeiten, was ihm im Unterricht vielleicht zu schnell ging. Nur wer in vielen Fächern gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum Nachhhilfe braucht, sollte wohl tatsächlich darüber nachdenken, ob er oder sie auf der richtigen Schule ist. Dr. Nicole Becker vom Institut für allgemeine Pädagogik der Universität Tübingen

Mythos #3: Auswendig lernen bringt nichts

Auswendig lernen ist vielfach die Grundlage dafür, dass man sich kompliziertere Dinge aneignen kann. Ein gutes Beispiel ist das Lernen von Fremdsprachen: Wer sich weigert, Vokabeln auswendig zu lernen, wird hier nicht weit kommen. Auch mathematische Formeln muss man auswendig lernen, um sie anwenden zu können. Auswendig lernen ist nicht zu verwechseln mit »sinnentleertem Lernen«. Man kann sinnvoll auswendig lernen – etwa indem man Vokabeln nicht nur einzeln lernt, sondern in Sätze einbindet. Dr. Nicole Becker vom Institut für allgemeine Pädagogik der Universität Tübingen

Mythos #4: Schlau ist, wer schneller lernt

Wer eine schnelle Auffassungsgabe hat und sich Inhalte im Kurzzeitspeicher schnell merken kann, der gilt oft als besonders schlau. Aber solche Zuschreibungen sind heikel, denn schnell heißt nicht unbedingt besser. Entscheidend für ein kompetentes Lernen sind neben der schnellen Merkfähigkeit vor allem das Behalten und die Fähigkeit, das Gelernte auch anzuwenden.

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Dabei haben Lerner, die die Problemlösungen schnell auswendig lernen, oft Nachteile, weil sie dabei nicht lernen, eigenständig Probleme zu lösen. Reproduktion nur für Klausuren und Tests bringt uns am Ende zwar eine vielleicht gute Note, aber kein vertieftes Verstehen. Prof. Dr. Kersten Reich von der Humanwissenschaftlichen Fakultät an der Universität zu Köln

Mythos #5: Morgens sind Schüler besonders fit

Wann man besonders fit ist, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Schlafdauer. Ausschlaggebend ist auch der eigene Biorhythmus: Manche Schüler haben ihr Leistungshoch nach der großen Pause oder erst am späten Nachmittag. Daher ist es gut, wenn man sich danach richtet und seine Lernphasen entsprechend einplant. Wer morgens noch nicht viel essen kann, braucht manchmal auch etwas länger, um richtig fit zu werden. Sabine Drexler, Ernährungsexpertin der AOK Baden-Württemberg

Mythos #6: Abitur ist etwas Besonderes

Dieser Mythos ist besonders in Deutschland verbreitet, weil das selektive deutsche Schulsystem im internationalen Vergleich viel zu wenige Abiturientinnen und Abiturienten und dadurch auch zu wenige Studierende produziert. Weltweit wird ein Schulabschluss mit Hochschulberechtigung immer mehr zu einem Standardabschluss, den 75 Prozent oder noch mehr der Schülerinnen und Schüler erreichen, um darauf dann spezialisierte Ausbildungen aufzubauen. Jugendliche in Deutschland haben starke Nachteile, wenn die eigenen Qualifikationen nicht an internationale Standards angepasst werden, denn die Arbeitsmärkte kennen immer weniger lokale Grenzen. Prof. Dr. Kersten Reich von der Humanwissenschaftlichen Fakultät an der Universität zu Köln

Mythos #7: Traubenzucker verbessert die Leistungsfähigkeit

Ein Stück Traubenzucker liefert schnell verfügbare Energie, die der Körper direkt verwerten kann. Für einen kurzen Moment wird das Gehirn versorgt und damit die Leistungsfähigkeit angeregt. Allerdings hält dieser Effekt nicht lange vor. Schon nach kurzer Zeit ist die Energie des Traubenzuckers verbraucht und man fühlt sich ausgepowerter und schlapper als vorher. Also lieber öfter zwischendurch einen kleinen gesunden Snack essen, zum Beispiel ein Stück Obst. Das liefert auch Energie, und die hält viel länger vor. Sabine Drexler, Ernährungsexpertin der AOK Baden-Württemberg

Mythos #8: Kinder können nicht früh genug gefördert werden

Für die Entwicklung des sogenannten visuellen Systems gibt es, ebenso wie für die Entwicklung des Hörens, sensible Phasen, in denen Kleinkinder Inputs brauchen. Wenn Kinder aber nicht in extrem reizarmen Umgebungen aufwachsen, ist die Gefahr, dass dabei etwas schiefgeht, gering. Im Normalfall wachsen Kinder unter Bedingungen auf, die ihnen entsprechende Entwicklungen ermöglichen. Es ist zwar richtig, dass während der Kindheit und Jugend grundlegende Kompetenzen aufgebaut werden müssen, aber das heißt nicht, dass ein späteres Dazu- oder Umlernen nicht möglich wäre. Schließlich leben wir in einer Wissensgesellschaft, die auf lebenslanges Lernen angewiesen ist. Dr. Nicole Becker vom Institut für allgemeine Pädagogik der Universität Tübingen

Mehr Lernthemen findest du auf: www.yaez.de/lernen

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10 schule nes

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I Teil I

Zahlst du noch oder streamst du schon?

Apple gegen Android

Filme und Videos online anzuschauen gehört zum Alltag. Dank HighSpeed-Internet können inzwischen auch komplette Kinofilme über das Internet gestreamt werden. Legal ist das allerdings nicht immer. Wir haben nachgefragt, wie die Rechtslage bei Streaming und Co aussieht. interview: ineke haug

Guido Flick ist Fachanwalt für IT-Recht in Hamburg.

Du brauchst ein neues Handy? Mittlerweile stellt sich dann nicht die Frage, ob es mit MP3-Player, Kamera und genügend SMSSpeicher ausgestattet ist, sondern welches Betriebssystem drauf sein soll. Denn die Mischung aus Mobiltelefon und Taschencomputer dominiert seit einiger Zeit den Markt der Mobiltelefone – und auf diesen Geräten ist die Software entscheidend. Für Apple-Jünger ist die Frage schnell beantwortet: Das iPhone ist für sie die erste Wahl. Doch wer sich dem Markenkult entziehen kann oder wem die rund 1000 Euro für ein iPhone 4 einfach zu teuer sind, für den lohnt ein Blick auf Handys mit dem Android-Betriebssystem. Android wurde auf der Basis von Linux entwickelt und von Google ins Leben gerufen. Mittlerweile wird es auf vielen Smartphones eingesetzt. Doch welches Betriebssystem ist besser? Der wesentliche Unterschied ist, dass iOS, das Betriebssystem mit dem die iPhones laufen, ein geschlossenes System ist, Android ist ein offenes. So gibt es mittlerweile über 40 Modelle verschiedener Hersteller auf denen Android installiert ist. Der Vorteil ist hier oft der Preis: Die günstigsten Geräte gibt es bereits ab 150 Euro, also weit unter dem Preis eines iPhones. Android lässt sich gut mit dem Computer synchronisieren und die Anbindung an die GoogleDienste klappt reibungslos. Beide Betriebssysteme lassen sich über Apps erweitern. Auch wenn es bei Apple nach wie vor eine große Anzahl der kleinen Zusatzprogramme gibt, für Android gibt es wesentlich mehr kostenlose Apps und das Angebot wächst stetig. Die iPhone-Welt wird stark von Apple kontrolliert. Das bringt mehr Sicherheit, die es so beim Android nicht gibt – Experten warnen immer wieder vor Sicherheitslücken in einigen Android-

Apps. Bei Apple gibt es dagegen Bedenken in Sachen Privatsphäre, denn das Unternehmen sammelt Standortdaten für Werbezwecke. Bei einigen Punkten hat Android die Nase vorn: So hat es keine Probleme Flash darzustellen, eine Technik, die viele Internetseiten nutzen. Apple ermöglicht dies nicht, so können Videos oder Animationen auf den Seiten nicht angezeigt werden. Außerdem kann man auf dem iPhone nur mit dem Safari-Browser oder Opera surfen, bei Android ist die Auswahl an Browsern größer. Apple überzeugt mit seiner durchdachten Menüführung und der intuitiven Bedienung, ein großes Minus ist allerdings der hohe Preis. Wer sich für eine Smartphone mit einem Android-System entscheidet, bekommt für weniger Geld sogar mehr Möglichkeiten geboten. Die Geräte können wesentlich besser an die eigenen Bedürfnisse anpasst werden und sind in der Regel wesentlich günstiger als ein iPhone. 

Wettbewerb der Siemens Stiftung

Jugend forscht

Entdecke die Vielfalt

Macht es einen Unterschied, ob ich mir etwas im Stream anschaue, oder die Datei herunterlade? Guido Flick: Für die Frage einer unerlaubten Kopie macht es keinen Unterschied, ob ich einen Download oder einen Stream anschaue. Nach der Rechtsprechung reicht für eine Kopie eine Vervielfältigung im Arbeitsspeicher aus und daher benötige ich für den Stream auch eine Erlaubnis des Urhebers. Die Frage ist aber, ob die Kopie auf dem eigenen Rechner nicht als Privatkopie anzusehen ist, dazu gibt es allerdings noch kein eindeutiges Urteil. Kann ich auch legale Streams anschauen? Selbstverständlich, auf zahlreichen Webseiten der Urheber, also Bands oder Kinoproduzenten kann man sich Mediendateien ansehen. Es gibt auch zahlreiche Dienste, die freies Material von Künstlern bereitstellen, um sie zu fördern. Da muss man sich aber vorher genau versichern, insbesondere wenn man solche Dateien auf der eigenen Webseite weiter verbreiten möchte. Zwei Beispiele für legales Streamen sind die Seiten kino.de und mp3.de. Mache ich mich stafbar, wenn ich mir Kinofilme oder Serien im Stream anschaue? Auch die Strafbarkeit richtet sich danach, ob die Datei offensichtlich rechtswidrig hergestellt wurde. Das ist immer dann der Fall, wenn die Qualität schlecht ist, es sich um Mitschnitte aus Kinosälen handelt oder sonst Anzeichen für eine rechtswidrige Vorlage bestehen.

Ob Trinkwasser, Ackerboden oder Energie – unsere Ressourcen sind kostbar aber begrenzt. Deshalb braucht es eure Ideen, um neue Wege zu finden, sie möglichst lange zu erhalten. Die Siemens Stiftung schreibt deshalb den Wettbewerb »Heute schon(en). An morgen denken! Ressourcen intelligent nutzen« aus. Gefragt sind Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10, die ein zukunftsweisendes Forschungsprojekt rund um das Thema »Ressourcenschonung« entwickeln wollen. Eure Aufgabe ist es, eine konkrete Forschungsfrage zum Thema Ressourcenschonung zu formulieren. Entwickelt eine Antwort und fasst das Projekt in einer schriftlichen Arbeit zusammen. Ihr könnt euch gemeinsam mit euren betreuenden Lehrern online anmelden. Anmeldeschluss ist der 12. November 2010. Die Arbeiten müssen bis zum 14. Januar 2011 eingereicht werden. www.siemens-stiftung.org/schuelerwettbewerb

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Ein Handy muss nicht mehr schick aussehen, sondern das richtige Betriebssystem haben. Welches passt zu dir? text: gregor landwehr Foto: christof mattes

Der Klassiker der Wissenschafts-Wettbewerbe steht wieder an. Die sieben Fachgebiete des Wettbewerbs sind: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Die Teilnehmer müssen naturwissenschaftliche, mathematische und technische Methoden anwenden. Ein Beispiel vom letzten Jahr ist ein Infrarotsystem, mit dem sich unter der Haut liegende Venen am Computerbildschirm visualisieren lassen. Habt auch ihr Ideen für ein Forschungsprojekt zu einem der Themen? Dann bewerbt euch online. Die Geldpreise für die Siegerprojekte reichen von 75 bis zu 1500 Euro. Neben dem Thema genügt dafür zunächst eine kurze Beschreibung des Projekts. Anmeldeschluss ist in jedem Jahr der 30. November. www.jugend-forscht.de

Nix für Stubenhocker: Beim Wettbewerb »Entdecke die Vielfalt« geht’s raus ins Freie. Die drei Wettbewerbskategorien sind: Die Natur entdecken, global handeln und kreativ kommunizieren. Mitmachen könnt ihr alleine oder in der Gruppe, allerdings müsst ihr zwischen 9 und 16 Jahren sein. Bei diesem Wettbewerb entscheidet nicht das Vorwissen, sondern Querdenken und Engagement sind gefragt! Die Veranstalter geben euch auf ihrer Homepage konkrete Vorschläge zu Projekten. Ihr könnt euch mit langfristig angelegten Projekten ebenso bewerben wie mit kurzfristigen Aktionen. Ihr dürft euch auch Unterstützung von einem Experten holen. Es gibt Preise im Gesamtwert von 20.000 Euro zu gewinnen und keiner geht leer aus. Einsendeschluss ist der 15. 12. 2010. www.entdecke-die-vielfalt.de


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Wenn die Seele hungert Objektiv gesehen ist Tanja dünn, sehr dünn sogar. Sie selbst hält sich aber für viel zu dick, denn Tanja ist magersüchtig und sieht ihren Körper wie durch einen Zerrspiegel. text und interview: Astrid-Maria Bock illustration: katia fouquet Es ist wie ein immer wiederkehrender, böser Traum. Wie sich das Mädchen mit verschränkten Armen vor sie stellt, ihren herablassenden Blick über ihren Körper streifen lässt, um dann mit einem angewiderten Ausdruck im Gesicht zu sagen: »Pah, bist du fett!«. Dann hallt ihr hämisches Lachen durch den Raum, immer und immer wieder. Tanja* möchte weglaufen, weit, weit weg, damit sie ihr nie wieder begegnen muss. Diesem Mädchen, das immer auftaucht, wenn Tanja in den Spiegel schaut. Tanja ist 15 und magersüchtig. Vor etwa eineinhalb Jahren hört sie plötzlich auf zu essen. »Ich hatte Probleme, musste ins Heim, weil meine Mutter krank war«, sagt die Schülerin. Sie reduziert erst das Frühstück, dann isst sie auch mittags weniger, irgendwann nimmt sie nur noch einen Kakao am Tag zu sich. Mit Unmengen Wasser versucht sie ihren Hunger zu stillen. Bald schon merken Tanjas Erzieher, dass etwas nicht stimmt. Sie wird zum Arzt gebracht: »Als sie mich dort auf die Waage gezerrt haben, habe ich weggeschaut.« Sie hat Angst vor ihrem Gewicht. Sie glaubt, es sei zu viel, obwohl nach zwei Wochen ohne jegliche feste Nahrung die Hosen um ihren dünnen Körper schlackern. Der Arzt sieht das anders. Um Tanja vor der bedingungslosen Sucht nach Hunger zu schützen, bleibt ihm nur noch eine Wahl: Einweisung. Die Magersucht (in der Fachsprache: Anorexia ner-

will nicht essen. Weil es sie anekelt und weil sie glaubt, sie käme ohne Nahrung klar. Und dann ist da dieses gute Gefühl. »Ich hatte den Eindruck, Macht über meinen Körper zu haben, die Dinge unter Kontrolle zu haben. Das hat mich beflügelt«, erklärt sie. Als sie schließlich zwangsernährt werden soll, fängt sie wieder an zu essen. Es folgen acht lange Monate in Therapie. Tanja soll lernen, wieder richtig zu essen und ihren Körper wieder richtig wahrzunehmen, soll sich wieder trauen, in den Spiegel zu schauen. Der Blick in den Spiegel – was für andere das Normalste der Welt ist, wird bei Patienten mit Essstörungen zum großen Problem. Zu den häufigsten Essstörungen zählen neben der Magersucht noch die Bulimie und das BingeEating. Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts hat ergeben, dass bei etwa einem Fünftel der 11- bis 17-Jährigen in Deutschland der Verdacht auf eine Essstörung vorliegt. Bei jedem dritten Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren gibt es Hinweise auf eine Erkrankung, bei den Jungen sind 13,5 Prozent auffällig. Wie Essstörungen entstehen, beschreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: »Essen vermittelt soziale Identität, es ist Ausdruck der Persönlichkeit und ganz stark mit unseren Gefühlen verbunden. Liebe geht durch den Magen, Stress schlägt darauf, bei einigen führt er zum Kummerspeck. Wenn Essen das wichtigste Mittel wird, um zum Beispiel Stress oder Kummer zu bewältigen, wenn sich die Gedanken zunehmend nur noch ums Essen und um das Gewicht drehen, dann gerät das gesunde Essverhalten aus dem Gleichgewicht.« Ob sie es endgültig geschafft hat? Tanja weiß es nicht. Die Ärzte sagen, die Chancen stehen gut. Die 15-Jährige wiegt bei ihrer Körpergröße von 1,70 Meter heute knapp 50 Kilo. Das ist ein BMI von 17,3. »Essen ist noch immer noch ein wichtiges Thema für mich«, erklärt sie. Aber trotzdem ist Tanja auch stolz auf sich. Schließlich schafft sie es heute, ohne Panikattacken vor dem Spiegel zu stehen. »Sollte dieses Mädchen wieder auftauchen und behaupten, ich sei zu dick, ich glaube, ich würde es nicht hören!« 

»Ich hatte den Eindruck, Macht über meinen Körper zu haben« vosa) ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung. Betroffene magern bis auf die Knochen ab und finden sich immer noch zu dick. Grund dafür ist eine verzerrte Selbstwahrnehmung. Die Angst zuzunehmen ist ihr ständiger Begleiter. Aussehen und Gewicht haben einen übertriebenen Einfluss auf ihr Selbstempfinden. Ausschlaggebend ist dabei auch der sogenannte BMI, der Body-Mass-Index. Liegt dieser bei 17,5 oder darunter, ist es höchste Zeit, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Tanja kommt in eine Therapieeinrichtung. Und obwohl sie fast nur noch im Bett liegt, weil ihr Körper mittlerweile sehr schwach ist, sträubt sie sich. Sie

*Name wurde von der Redaktion geändert

Außenstehende wissen oft nicht, wie sie mit Betroffenen umgehen sollen. Wir haben bei Dr. Jürgen Ortmann nachgefragt, der als Psychologischer Psychotherapeut und Verhaltenstherapeut an der Fliedner Klinik in Berlin tätig ist. Wie entstehen Essstörungen? Meistens ist es eine Mischung aus psychologischen und gesellschaftlichen Faktoren, außerdem geht man von einer genetischen Veranlagung aus. Die Patienten haben ein geringes Selbstwertgefühl und auch das gängige Schönheitsideal kann eine Rolle spielen. Mit dem Abnehmen wird auch eine Form von Leistung erbracht und der Gewichtsverlust gibt das Gefühl, Macht über den Körper zu haben. Gibt es Anzeichen, die schon auffällig sind, bevor eine Person abmagert? Das ist zum einen die übertriebene Beschäftigung mit dem Körper und dem Aussehen. Zum anderen aber auch, wenn sich jemand immer mehr zurückzieht, verschlossen und nachdenklich wirkt. Wer ist besonders gefährdet? Junge Mädchen, die ehrgeizig und perfektionistisch veranlagt sind. Sie glauben, Bestätigung und Anerkennung nur über Schlanksein und gutes Aussehen zu erlangen. Was ist die Schwierigkeit an der Therapie dieser Störungen? Durch ihre veränderte Körperwahrnehmung finden sich die Patienten nicht zu dünn. Im Gegenteil: Sie halten sich für zu dick und müssen erst wieder lernen, ihren Körper richtig wahrzunehmen. Hinzu kommt die panische Angst vor dem Essen – im Verlauf der Krankheit entsteht eine regelrechte Phobie vor Nahrungsmitteln. Wie soll man als Angehöriger mit einem vermeintlich Betroffenen umgehen? Man sollte die Person auf jeden Fall ansprechen. Wenn jemand plötzlich übertrieben auf sein Gewicht achtet, sich zurückzieht, in der Schule aber sogar bessere Leistungen bringt, dann ist das verdächtig. Auch wenn sich das Essverhalten ändert und beispielsweise Mahlzeiten ausgelassen werden, dann sollte man reagieren. Wichtig ist dabei, dass man nicht bewertet, sondern besser sagt: »Du, mir ist da etwas aufgefallen.«

Beratungsstellen Die folgenden Stellen sind darauf spezialisiert, junge Menschen bei Fragen zu Essstörungen zu beraten. Dick & Dünn e.V. – Beratungszentrum für Essstörungen Berlin, www.dick-und-duenn-berlin.de Beratungsstelle für Essstörungen Cinderella München, www.cinderella-rat-bei-essstoerungen.de Die Brücke e.V. Hamburg, www.bruecke-online.de www.bzga-essstoerungen.de, www.magersucht-online.de, www.hungrig-online.de

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Stell deine Frage Haben Vegetarier Eisenmangel? Was genau ist eigentlich Genfood? In der Fragestunde zum Thema Ernährung kannst du unsere Experten genau das fragen, was du schon immer wissen wolltest. An jedem Tag der Themenwoche steht ein anderes Thema im Mittelpunkt, zu dem du unsere Experten befragen kannst. Unterstützt eure Favoriten-Fragen Du hast bei der »Fragestunde« auch die Möglichkeit, die Fragen der anderen User zu unterstützen. Klick auf »Frage unterstützen« und erhöhe die Chance, dass deine Lieblingsfrage von unseren Experten beantwortet wird. Denn die Fragen mit den meisten Unterstützern werden beantwortet.

Die YAEZ-App »Fragestunde« in Zusammenarbeit mit der ARD-Themenwoche Ernährung vom 23. bis zum 29. Oktober macht schlau. Einfach auf www.yaez.de/kantine gehen, lesen wie’s funktioniert, einloggen und Fragen stellen und unterstützen. Rechts wird erklärt, wie die App funktioniert, unten findest du alle YAEZ-Themen zur Ernährungswoche.

Lest die Antworten von Stars und Experten Wenn deine Frage genug Unterstützer bekommen hat, dann wird sie umgehend beantwortet, klick auf »Antworten« und lies, was die Experten dazu sagen. Natürlich kannst du auch deine Freunde einladen, die »Fragestunde«-App zu nutzen – denn je mehr Fragen gestellt und unterstützt werden, desto mehr Antworten gibt es. Nachschlag: Mehr zur Themenwoche Ernährung, inklusive Programmkalender, findest du auf themenwoche.ard.de

Fleischlos leben Für die einen gibt es keine A l t e r n a t i ve zur vegetarischen Ernährung, für die anderen sind Schnitzel und Co ein Stück Lebensqualität. Aber kann man überhaupt noch mit gutem Gewissen Fleisch essen? Fest steht, Fleisch essen spaltet die Lager: Während die Fleischesser überzeugt sind, dass Fleisch wichtige Nährstoffe enthält, plädieren Vegetarier für Sojaprodukte und Gemüsesticks. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Vegetarier in Deutschland verzehnfacht und der Trend geht weiterhin zum fleischlosen Genuss. Bill Kaulitz wurde von Peta zum »Sexiest Vegetarian 2010« gewählt, und auch viele andere Promis machen sich für ein Leben ohne tote Tiere stark. Gleichzeitig heißt eine der beliebtesten Gruppen auf StudiVZ »Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg«. Wie denkt ihr darüber? Wenn ihr mehr zum Thema wissen wollt, dann klickt euch in die YAEZ-Fragestunde. Ihr könnt sowohl Vegetarier wie den Rapper Kool Savas fragen, als auch überzeugte Fleischesser.

texte: stefanie schäfer, ineke haug illustration: jakob hinrichs

Fastfood

Genfood

Beruf Koch

Wir alle greifen regelmäßig zu Burger

Bei Genfood denken wir an

Den ganzen Tag vo

und Pommes, obwohl wir natürlich wissen, dass es gesündere Alternativen gibt. Aber ist der schnelle Bissen zwischendurch wirklich so schlecht wie sein Ruf? In der Pause geht man schnell bei Burger King vorbei, mittags gibt es Cappucino und Muffins im McCafé. Die Fast-Food-Ketten haben ihr Schmuddel-Image abgelegt und haben ihre tristen, ungemütlichen Läden gegen begrünte, lichtdurchflutete Designtempel ausgetauscht. Auch der Imagewandel des Fast-Food-Speiseplans ist enorm. Vor allem McDonald‘s wirbt mit Models für kalorienarme, frische Produkte. Aber kann man sich mit Burgern und Wraps ausgewogen ernähren? In der YAEZ-Fragestunde kannst du sowohl einem Sprecher von McDonald‘s als auch einem Kritiker der schnellen Küche Fragen stellen.

riesige Tomaten und mutierte Maiskolben und fühlen uns von Lebensmitteln aus dem Labor bedroht. Aber ist Genfood wirklich so schlecht wie sein Ruf? Fest steht jedenfalls, dass Genfood ein ImageProblem hat: Irgendwie ist man dagegen, ohne genau zu wissen, warum. Doch was sind eigentlich die Auswirkungen von genetisch behandelten Lebensmitteln auf Umwelt und Gesundheit? Laut Greenpeace könnten fremde Gene in Lebensmitteln neue Allergien auslösen und der Anbau von Gen-Pflanzen gefährde die biologische Vielfalt. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel ab, dennoch darf modifiziertes Soja eingeführt und an Tiere verfüttert werden. Kennzeichnungspflichtig ist das nicht, und so gelangen die Produkte schleichend in die Supermarkt-Regale und auf unsere Teller. Was genau steckt hinter den riesigen Investitionen in der Gen-Forschung und welche Beweggründe, welche Konsequenzen gibt es? Stelle unseren Experten deine Fragen zum Thema Genfood.

umgeben sein, toll ren. Das klingt gu einen Knochenjob allen TV-Kanälen Hobbyköche laden ner ein, aber man des Kochs nicht z Es gehört nämlich korativ etwas Spaghetti zu Köche arbeite hen oder in sondern in Großk haben unregelmäß beitszeiten und hen unter großem Zeitdruck. Außerdem muss ein Koch oft dann arbeiten, wenn andere frei haben: an Feiertagen und Wochenenden. Trotzdem gibt es genug Köche die ihren Beruf l ben und gegen ke anderen eintausc den. Für wen der wie die Ausbildun tag aussehen, erfä Experten.


Food, Inc. – Was essen wir wirklich?

In der Doku »Food, inc.« geht es darum, wie die Lebensmittelindustrie steuert, was wir essen und wie wenig unsere Lebensmittel noch mit natürlichen Produkten zu tun haben. Der Film war Anfang des Jahres für einen Oscar nominiert, jetzt gibt es ihn auf DVD und Blu-ray. Die DVD erscheint am 5.11.2010, 94 Minuten, ca. 18 Euro

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Du bist, was du isst!

Klar, Pommes, Burger und Co gibt es an jeder Ecke aber unserm Körper tun wir mit einer Überdosis Fastfood keinen Gefallen. Dass gesunde Ernährung lecker schmeckt und Spaß macht, zeigt »Iss dich glücklich« mit Hilfe von vielen Infos, nützlichen Tipps und witzigen Illustrationen. Die Autoren erklären zum Beispiel, warum Diäten gefährlich sind und wie sich Jugendliche in anderen Ländern ernähren – und das alles ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Als Ergänzung gibt es leckere Rezepte und eine Übersicht über wichtige Mineralstoffe und Vitamine. Felicia Law: Iss dich glücklich! Warum gesunde Ernährung einfacher ist als du denkst; 72 Seiten; 12,80 Euro; Verlag an der Ruhr; ISBN: 978-3-8346-7050-8

Religion und Ernährung

Essstörungen

Alkohol

on leckeren Gerüchen

Für religiöse Juden und Muslime be-

Bei Bulimie oder Magersucht wird

Auf Parties und beim Club-Abend

le Rezepte ausprobieut, aber Köche haben b. Zwar bruzzeln auf n die Starköche, und n zum perfekten Dinn darf sich den Beruf zu einfach vorstellen. h mehr dazu, als deBasilikum über die streuen. Die meisten en nicht im FernseNobel-Restaurants, küchen und Kantinen, ßige Arstem -

stimmt ihre Religion den Speiseplan. Schweinefleisch ist tabu, Speisen müssen koscher oder halal sein. Während der Fastenzeit, dem Ramadan, isst und trinkt ein gläubiger Muslim den ganzen Tag nichts, bis die Sonne untergeht. Außerdem ist in der Sunna, einem Teil des Korans, genau beschrieben, was Muslime essen dürfen und was nicht. Ein orthodoxer Jude würde niemals einen Braten mit Sahnesoße essen, denn Milch- und Fleischprodukte müssen von verschiedenen Tellern gegessen und getrennt zubereitet werden. Außerdem müssen einige Stunden vergehen, bis man nach dem Verzehr von Milchprodukten Fleisch essen darf. Diese Vorschrift geht auf einen Satz aus der Tora, dem heiligen Buch der Juden, zurück, in dem es heißt: »Du sollst das Zicklein nicht in der Milch der Mutter kochen.« Wenn du mehr über den Zusammenhang zwischen Religion und Ernährung wissen möchtest, frag unsere Experten in der YAEZ-Fragestunde.

jede Mahlzeit zum Kampf, und jedes zugenommene Kilo wird als Katastrophe empfunden. Aber wie entstehen Essstörungen, und wie kann man den Betroffenen helfen? Psychischer Druck, zu wenig Selbstwertgefühl oder einfach Hormonstörungen können verantwortlich sein, wenn Essstörungen auftreten. Viele Mädchen haben zudem ein extremes Schönheitsideal, das durch die superschlanken Models in den Medien noch unterstützt wird. Doch auch immer mehr Jungs erkranken an Magersucht oder Bulimie. Fragen zu Essstörungen können dir unsere Ernährungs-Experten beantworten, sie wissen auch, wie man sich am besten verhält, wenn jemand aus deinem Umfeld Anzeichen eines gestörten Essverhaltens zeigt. Lies zu diesem Thema auch unsere Reportage über ein magersüchtiges Mädchen auf Seite 11.

gehört Alkohol für viele ganz selbstverständlich dazu, wer nicht trinkt wird schnell zum Außenseiter und schräg angeschaut. Aber der Promille-Spaß ist nicht ungefährlich: Neben kurzzeitigem Gedächtnisverlust sind bei regelmäßigem Trinken auch Langzeitschäden nicht ausgeschlossen. Andererseits erfüllt Alkohol auch eine Funktion als sozialer Klebstoff: Mit den Verwandten beim Familienfest anstoßen oder mit den Kollegen aus dem Schulpraktikum nach Feierabend ein paar Bier trinken, macht einfach Spaß. Deshalb wollen wir ganz ohne erhobenen Zeigefinger deine Fragen zum Thema Alkohol beantworten. Unsere Experten stehen für alle Fragen zur Verfügung, zum Beispiel bis wann Trinken in Ordnung ist, und ab wann der normale Konsum zum Alkoholmissbrauch werden kann.

e, lieeinen chen würJob geeignet ist und ng und der Berufsallährst du von unseren

Auf YAEZ.de kannst du übrigens vom 23. bis zum 29. Oktober jeden Tag einen neuen Artikel zu unseren 7 Ernährungsthemen lesen!


14 karriere

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zukunft 15

Studiengänge im Praxis-Check: Eventmanagement David Lukas studiert Eventmanagement an der Business and Technology School (BiTS) Iserlohn David Lukas ist erst 20 Jahre alt und hat schon eine der größten Wirtschaftskonferenzen Deutschlands organisiert – Stargast war Friedensnobelpreisträger Al Gore. Möglich macht das sein Eventmanagement-Studium an der privaten Fachhochschule BiTS in Iserlohn, bei dem praktische Erfahrungen fest im Lehrplan verankert sind. So haben die Studenten die Möglichkeit, selbstständig das Campus Symposium zu organisieren. Dies ist eine Tagung für mehr als 500 Wirtschaftsvertreter, die jedes Jahr unter einem anderen Motto steht. »Für mich war das eine einmalige Gelegenheit, die Theorie direkt in die Praxis umzusetzen«, sagt David. In den Vorlesungen beschäftigt er sich viel mit Themen aus der Betriebswirtschaftslehre wie Kostenmanagement, Rechnungswesen oder Marketing, außerdem stehen zahlreiche Fallstudien auf dem Programm. Doch bei seiner Arbeit für das Campus Symposium hat David schnell gemerkt, dass nicht alles immer wie im Lehrbuch funktioniert – zum Beispiel, wenn plötzlich ein Referent absagt und man schnell einen gleichwertigen Ersatz finden muss. »Als Eventmanager muss man flexibel und spontan sein. Außerdem darf man bei Rückschlägen den Spaß an der Sache nicht verlieren und muss auch bereit sein, mal ein paar Nächte durchzuarbeiten.« Außerdem ist Teamfähigkeit gefragt. »Beim Campus Symposium waren wir eine Gruppe von mehr als 20 Studenten. Damit die Veranstaltung zum Erfolg werden konnte, musste ein Rad in das andere greifen. Für Einzelgänger wäre das wohl der falsche Job.« Und natürlich muss man auch kommunikative Fähigkeiten mitbringen. Als Pressesprecher des Campus Symposiums hatte David die Aufgabe, den Journalisten Rede und Antwort zu stehen und für möglichst viel positive Berichterstattung zu sorgen. Mit all diesen Erfahrungen fühlt sich David für das Berufsleben schon jetzt gut vorbereitet. Zwar steht vor dem BachelorAbschluss noch ein Auslandssemester in den USA oder Australien an, doch danach könnte er sich gut vorstellen, in der Unternehmenskommunikation zu arbeiten. »Ich konnte durch die Organisation des Symposiums schon so viele Kontakte zu unseren Partnerunternehmen knüpfen, dass sich hier bestimmt ein Plätzchen für mich finden lässt.« 

Henriette von Bismarck ist selbständige Eventmanagerin Ob eine exklusive Geburtstagsfeier mit 20 Gästen oder ein Firmenjubiläum mit 1000 Teilnehmern – Henriette von Bismarck organisiert mit ihrer eigenen Agentur Events nach Maß und auf höchstem Niveau. Ihr bisher größtes Projekt: Eine Fusionsfeier der Kraftstoffkonzerne BP und Aral mit einem Budget in Millionenhöhe. BP und Aral waren jahrelang Konkurrenten gewesen, so dass ehemalige Feinde nun zu Freunden gemacht werden sollten. »Die Herausforderung bestand darin, mit der Veranstaltung Menschen, die Zukunftsängste haben, abzuholen und auf eine gemeinsame Zielstrecke zu bringen. Das war sehr emotionsgeladen«, erklärt Henriette von Bismarck. Die Lösung: Zu vier je dreitägigen Veranstaltungen wurden jeweils 1000 Tankstellenpartner in ein Berliner Luxushotel eingeladen. Und denen bot Henriette von Bismarck ein Programm mit mehr als 70 Künstlern und prominenten Gastrednern, die auf einer gigantischen Multi-Media-Bühne auftraten – inklusive Lasershow und Feuerwerk. »Die Arbeit ist jeden Tag anders, jeder Kunde hat neue Wünsche. Man arbeitet mit verschiedenen Locations, kommt viel herum und hat mit vielen spannenden Menschen, wie zum Beispiel Künstlern zu tun«, beschreibt die selbstständige Eventmanagerin die Vorzüge ihres Traumberufes. Nach einer Ausbildung zur Werbekauffrau in einer Werbeagentur absolvierte sie ein Studium der Kommunikationswirtschaft. »Durch ein Studium lernt man Organisation, strukturiertes Arbeiten und die Fähigkeit, sich selbst zu präsentieren«, sagt Henriette von Bismarck. Angehenden Eventmanagern

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empfiehlt sie, vor einem Studium eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann zu machen. Auch Auslandserfahrung hält von Bismarck, die selbst in Schottland studiert und in den USA in einer Marketingabteilung gearbeitet hat, für wichtig. »Ein Auslandsaufenthalt prägt die eigene Persönlichkeit sehr stark. Man muss auch im Vorfeld viel organisieren und wird insgesamt offener für das Leben und den Job im Allgemeinen.« Und Fremdsprachen seien immer nützlich, zum Beispiel, wenn man einen Kongress mit internationalen Teilnehmern durchführe. »Das alles zusammen sind gute Grundvoraussetzungen, um im Eventbereich zu arbeiten.« Weitere Fähigkeiten, die man sich laut Event-Profi von Bismarck aneignen muss, sind Kreativität, ein sicheres Gespür für Stil und Ambiente, Kommunikationsstärke und Verhandlungsgeschick.  ProtokollE: sebastian reese

Im Problemviertel schlechtere Bildungschancen Die Nachbarschaft ist in Deutschland mitentscheidend für die Zukunftsperspektiven von Jugendlichen. Das geht aus einer neuen repräsentativen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor, die in Gütersloh veröffentlicht wurde. Demnach haben auch Schüler aus bürgerlichen Mittelschichtfamilien schlechtere Bildungschancen, wenn sie in einem Problemviertel aufwachsen. Dort lebe es sich zudem ungesünder, wie ein Sprecher auf Basis der Studie sagte. (dpa) Gute Ausbildungsnoten zahlen sich aus Schlechte Noten in der Ausbildung können das Einstiegsgehalt von Berufsanfängern schmälern. Das hat eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ergeben, das Daten von rund 11.000 Absolventen einer Lehre im Saarland ausgewertet hat. Demnach müssen Berufseinsteiger mit einem »ausreichenden« Abschluss ihrer Lehre mit rund zehn Prozent weniger Lohn rechnen als Absolventen mit der Note »sehr gut«. Die Ergebnisse sind dem Institut in Nürnberg zufolge repräsentativ für Westdeutschland. (dpa)

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Du hast es dir verdient Langweilige Nebenjobs können nerven. Aber es geht auch anders. Wir stellen Schüler vor, die sich ihr Taschengeld aufbessern und nebenher noch jede Menge Spaß haben. text: stefanie schäfer illustration: julia humpfer Zeitungen austragen, Babysitten oder Regale einräumen: Wohl oder übel hat sich fast jeder schon einmal dazu aufgerafft, schlicht und einfach um etwas mehr Geld in der Tasche zu haben. Doch wenn man sich schon neben Klausurstress und Co auch noch einen Job aufhalst, wäre es natürlich toll, wenn der dann wenigstens zu einem passt. Sitzt man als Outdoor-Freak zum Beispiel den ganzen Sommer über an der Supermarktkasse, wächst die Unzufriedenheit schneller, als die Kollegin »Storno« rufen kann. Hanna aus Köln hat einen weiten Bogen um Supermärkte und stickige Büros gemacht und einfach an einem der vielen Erdbeerstände, die im Sommer am Rande der Landstraße stehen, gefragt, ob dort eine Verkäuferin gebraucht wird. Noch am gleichen Tag hatte sie den Job. »Tagsüber bist du dein eigener Chef am Stand und darfst die Erdbeeren essen, die du zu viel abwiegst«, erzählt die 18-Jährige. »Außerdem hatte ich noch das Glück, dass meine beste Freundin in der Nähe wohnte. Die kam dann immer vorbei, wenn nicht viel los war.« Erdbeeren essen und tratschen, es gibt wohl unangenehmere Nebenjobs. Weil er sich eher für Filme als für Obst interessiert, hat sich der 17-jährige Christian aus München bei einem kommunalen Kino beworben, wo er jetzt als Filmvorführer arbeitet. So kann er sich kostenlos Filme ansehen und auch noch mitbestimmen, was im Kino läuft. »Als Filmvorführer fallen dir technische Aspekte auf, die du so sonst nie sehen würdest. Außerdem lernt man bei dem Job Leute kennen, die sich auch für Filme begeistern«, schwärmt der Film-Freak. Eva hat im letzten Sommer aus ihrer Liebe zu Festivals einen Nebenjob gemacht. Die Stuttgarterin hat Getränke an durstige Partyjünger bei Rock am Ring verkauft und war so, ganz nebenbei und kostenlos, bei den Konzerten ihrer Lieblingsbands dabei. »Irgendwann kannst du zwar nicht mehr stehen, aber die gute Stimmung entschädigt dich dafür«, lacht die 18-Jährige. Silke aus Konstanz dagegen hat einen Nebenjob gefunden, der ihr sogar zu ihrem Studienfach passt: Sie ist seit zwei Semestern für Kunstwissenschaften eingeschrieben und hat über einen Aushang in der Uni von dem Job in einem Auktionshaus erfahren. Wenn es also heißt: »Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten, den Zuschlag erhält die Nummer

450«, steht Silke auf einem Podest und hält Gemälde, Schmuck oder Antiquitäten in die Höhe. Sie fotografiert außerdem die Auktionswaren oder stellt die Katalogbeschreibungen ins Internet. Silke könnte sich keinen besseren Nebenjob vorstellen, denn sie findet die Kunstszene und die Atmosphäre im Auktionshaus einfach spannend. »Am aufregendsten war es, als wir ein Bild von einem österreichischen Maler versteigerten, der auf dem Kunstmarkt ziemlich begehrt ist. Der Preis ging hoch bis auf 200.000 Euro, und am nächsten Tag war ein Foto in der Presse«, erzählt sie begeistert. Als Luca aus Hamburg feststellte, dass sein Taschengeld knapp wurde, setzte er sich mit seinen Freunden zusammen und tüftelte mit ihnen ein Konzept für einen Online-Shop aus. Seit einem halben Jahr verkauft er jetzt schon selbst bedruckte T-Shirts im Internet. »Nach den Hausaufgaben setzte ich mich meistens an den PC und schau erst mal nach, ob es Bestellungen zu bearbeiten gibt.« Der 19-Jährige teilt sich die Arbeit mit seinen Kumpels. Einer ist fürs Design, ein anderer für den Druck verantwortlich. »Es fühlt sich einfach nicht nach Arbeit an, wenn du dir ein Motiv für ein cooles Shirt ausdenkst, das du auch noch verkaufen kannst«, sagt er. Ein anderer Vorteil ist, dass die Jungs bei ihrem Job schon viel fürs Berufsleben lernen. Für Ihren Online-Shop mussten sie zum Beispiel ein eigenes Gewerbe anmelden.  Das ist erlaubt:

Unter 13 Jahren darfst du prinzipiell gar nicht arbeiten (Ausnahme: innerhalb deiner Familie). Bis 15 Jahre (Kinder): Leichte Jobs wie Zeitungen austragen oder Babysitten sind erlaubt. Deine Eltern müssen zustimmen. Bis 15 bis 18 Jahre (Jugendliche): Maximal 8 Stunden/Tag, zwischen 20 und 6 Uhr darf nur in Ausnahmefällen gearbeitet werden (auch samstags und sonntags nur in wenigen Fällen). Wenn du noch zur Schule gehst, gilt der Abschnitt »Kinder«. In den Ferien darfst du aber bis zu 4 Wochen arbeiten. Ab 16 darfst du auch im Gaststättengewerbe bis 22 Uhr arbeiten. Quelle: Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)


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film 19

»Werther« mal anders

texte: jochen blind, Jannis funk

Fotos: Verleih

Das Drama »Goethe!« entstaubt einen Klassiker der deutschen Literatur gründlich In der Schule führt kein Weg an Goethe vorbei. Der gottgleiche Dichterfürst steht auf jedem Lehrplan, »Die Leiden des jungen Werther« ist in vielen Bundesländern Pflichtlektüre auf dem Weg zum Abitur. Doch was damals skandalös war, begeistert heute nur wenige. Die tragische Liebes- und Selbstmordgeschichte gilt in Schülerkreisen als langweilig und schwülstig. Regisseur Philipp Stölzl bringt die Entstehungsgeschichte des Romans auf die Leinwand und zeichnet so ein Porträt des wohl größten deutschen Literatur-Stars aller Zeiten. Der junge Johann Goethe (Alexander Fehling) studiert erfolglos Jura in Straßburg. Die schönen Künste interessieren ihn deutlich mehr als die Rechtswissenschaft. Als er durch die Prüfung zum Doktor rasselt, hat sein Vater (Henry Hübchen) genug. Er will das »Gereime« seines Sohnes nicht länger finanzieren und vermittelt ihn stattdessen als Referendar ans Reichskammergericht in Wetzlar, mitten in die Provinz. Der widerwillige Johann hat zunächst einen schweren Stand bei seinem Vorgesetzten, Gerichtsrat Albert Kestner (Moritz Bleibtreu). Aber durch überdurchschnittliche Intelligenz kann er seine teils mangelhafte Arbeitsmoral ausgleichen und wird bald schon Kestners »bester Mann am Gericht«. Beim Tanzen lernt Goethe die junge Charlotte Buff (Miriam Stein) kennen. Die beiden verlieben sich, und bei einem Rendezvous bewegt sie Goethe, der schon nicht mehr an sein Talent glaubt, gar dazu, ihr ein Gedicht vorzutragen. Doch Lottes Vater (Burghart Klaußner) hat andere Pläne: Goethes Vorgesetzter Kestner soll der Familie Buff und ihren acht Kindern aus dem finanziellen Schlamassel helfen, indem er Lotte ehelicht. Nicht ahnend, wer die Braut ist, hört Johann von Kestners bevorstehender Verlobung und gibt fröhlich Formulierungstipps für den Heiratsantrag. Lotte – wohl wissend, was für ihre Familie auf dem Spiel steht – sagt Ja, und so gerät Johann am Abend ahnungslos in ihre Verlobungsfeier mit Kestner. Goethe hat im »Werther« die Erlebnisse seiner eigenen Jugendzeit verarbeitet und mit dem Überraschungserfolg des Briefromans, dessen Titelheld sich am Ende das Leben nimmt, eine Welle von Freitoden ausgelöst. »Werther« entstand zu einer Zeit, als Goethe noch nicht der gefeierte Dichterfürst, der von allen verehrte Künstler, Naturwissenschaftler, Geheimrat und Schriftsteller war. Und so zeigt Stölzl uns einen anderen Goethe, einen jungen Menschen mit Hoffnungen, Ängsten und Leidenschaft. Von allen Verfilmungen der »Leiden des jungen Werther« ist »Goethe!« aus heutiger Sicht die intelligenteste und unterhaltsamste. Das mit Zitaten aus späteren Goethe-Werken gespickte Drehbuch erinnert ein wenig an »Shakespeare in Love«. Entsprechend nimmt der Film es mit den historischen Fakten nicht immer so genau und formuliert seinen Anspruch in der Schlussszene selbst: »Es ist mehr als die Wahrheit. Es ist Dichtung.« Doch so schwülstig sich der »Werther« aus heutiger Sicht liest, so unfreiwillig komisch wirkt es leider auch, wenn Goethe und Lotte unter dem Torbogen, im Gegenlicht, den ersten zärtlichen Kuss austauschen. Trotz hervorragender Darsteller verirrt sich Stölzl mit seinem »Goethe!« bisweilen tief im Kitsch. Deutschland 2010, 99 Minuten, R: Philipp Stölzl, D: Alexander Fehling, Miriam Stein, Moritz Bleibtreu, Henry Hübchen, Burghart Klaußner; Kinostart: 14.10.2010

»The Kids Are All Right« Nic (Annette Bening) und Jules (Julianne Moore) sind ein glückliches lesbisches Paar. Die Rollenverteilung ist klar: Nic hat die Hosen an und garantiert mit ihrem Einkommen als Ärztin das sorgenfreie Leben, Jules ist für den Haushalt zuständig und eher der mütterliche Typ. Denn Kinder haben die beiden – der Samenbank sei Dank – auch: die 18-jährige Joni (Mia Wasikowska) und den 15-jährigen Laser (Josh Hutcherson). Dieser möchte herausfinden, wer ihr biologischer Vater ist – und findet ihn auch in dem durchaus ansehnlichen Biogärtner Paul (Mark Ruffalo). Durch dessen Auftauchen gerät in der bislang so harmonischen Familie einiges aus den Fugen. Während die beiden Kinder mit ihrem »Vater« ausgesprochen gut klarkommen, haben die beiden älteren Mädels mit dem virilen Hetero doch so einige Probleme. Die geistreiche, hintersinnige und kurzweilige Komödie über Lebensentwürfe, Familienmodelle und Rollenbilder erhielt bei der diesjährigen Berlinale viel Applaus und wurde mit einem schwullesbischen Teddy Award ausgezeichnet. USA 2010, 104 Minuten, R: Lisa Cholodenko, D: Julianne Moore, Annette Bening, Mark Ruffalo, Mia Wasikowska, Josh Hutcherson; Kinostart: 18.11.2010

»Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1« Wer den Trailer zum neuen HarryPotter-Film gesehen hat, der weiß: Das wird das Filmereignis des Jahres! Der siebte Band der erfolgreichen Romanreihe von Joanne K. Rowling musste sogar auf zwei Filme verteilt werden, um den vielen Handlungssträngen zum großen Finale ausreichend Platz zu geben. Harry Potter (Daniel Radcliffe) und seine Freunde Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) können nicht nach Hogwarts zurück. Nach dem Tod von Professor Dumbledore haben die bösen Schergen von Lord Voldemort (Ralph Fiennes) endgültig die Oberhand. Harry und seine Freunde machen sich also auf die Suche nach den verbliebenen Horkruxen, um Voldemort besiegen zu können. Auf ihrer Suche geraten sie aber auf eine neue Spur, die ihnen Dumbledore vor seinem Tod gelegt hat: die Heiligtümer des Todes. Ob sie dabei helfen können, den Dunklen Lord zu besiegen? Die spannende Geschichte ist technisch brillant umgesetzt. Aber ein Wermutstropfen bleibt doch: Bis zum glücklichen Abschluss der Zauberlehrling-Saga im zweiten Teil muss man sich noch acht lange Monate gedulden. USA/GB 2010, R: David Yates, D: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Ralph Fiennes, Alan Rickman, Helena Bonham Carter, Maggie Smith; Kinostart: 18.11.2010

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musik 21

Beruf: Teilzeitrocker Kann man als junge Band noch Geld verdienen? Seit der Krise der Plattenindustrie verzichten manche begabte Musiker ganz bewusst darauf, ihre Leidenschaft zum Hauptberuf zu machen. Willkommen in der Welt der rockenden Programmierer und Zahnärztinnen. text: Oskar Piegsa

Kraków Loves Adana

Daniel Decker

LaFayette

We Loyal

Fotos: Damian Pawliczek (1), PR (3)

Es ist düster im Turmzimmer des alten Flakbunkers. Steil ragt das Gebäude in den Nachthimmel über dem Hamburger Ausgehviertel St. Pauli. Drinnen blinzelt Deniz Cicek ins Gegenlicht. Gestern saß die Zahnmedizin-Studentin noch sieben Autostunden südlich in der Uni Freiburg und brütete über einer Klausur. Heute steht sie als Sängerin zusammen mit ihrem Freund und Bandkollegen Robert Heitmann vor dicht gedrängten Fans auf der Bühne des angesagten Bunkerclubs Uebel & Gefährlich. Unter dem Namen Kraków Loves Adana haben Deniz und Robert ihre zurückgenommene, geheimnisvolle und sehr schöne Popmusik schon im Vorprogramm der Schweizerin Sophie Hunger gespielt, die in ihrem Heimatland auf Platz 1 der Charts landete. Vor Kurzem ist ihr eigenes Debütalbum »Beauty« erschienen. Heute sind Kraków Loves Adana die Hauptattraktion des Clubabends, mit dem ihre erste Deutschlandtournee beginnt. »Das Tolle ist, dass die vielen Leute nur wegen uns und unserer Musik gekommen sind«, sagt Deniz später. Der Beginn einer großen Karriere? »Als Star kann man heute noch von der Musik leben, als Semi-Profi eher nicht«, sagt Daniel Decker. Als Pawnshop Orchestra machte er fast zehn Jahre lang Gitarrenpop mit schiefer Stimme und bittersüßen Texten, tourte durch Deutschland, veröffentlichte zwei Alben und mehrere Singles. Geld war dabei aber nicht zu holen – denn die Aufnahmeund Produktionskosten seien bei kleinen Bands oft höher als der Verkaufserlös, erklärt Daniel. Fan-TShirts, die man sich nun mal nicht kostenlos aus dem Internet ziehen könne, größere Konzerte und Lizenzgelder für die Verwendung der Musik in Filmen oder Fernsehen seien solidere Einnahmequellen, die aber längst nicht allen Bands offenstehen würden. Oder das Kultursponsoring einiger Markenfirmen: In Amerika bietet etwa Converse Musikern ein kostenloses Tonstudio an. Die Hoffnung der Turnschuh-Firma ist, dass die Coolness junger Bands auf die Schlabberlatschen abfärbt. In Deutschland finanzieren aus dem gleichen Kalkül Volkswagen, Jägermeister und die Telekom Konzerte und Partys. »Lifestyle-Konzerne werden die neuen Plattenfirmen«, vermutet deshalb der New Yorker Musikjournalist Ben Sisaro. Das kann Vorteile für die Bands haben, denen durch das Geld der Konzerne eine Aufmerksamkeit erkauft wird, die viele Plattenfirmen nicht mehr bieten können. So wurde »1234«, ein hübscher Popsong der Sängerin Feist, durch die Verwendung in einem Apple-Werbeclip zum internationalen Hit. Ob es noch Leute gibt, die zu dem Lied tanzen können, ohne an überteuerte Computer zu denken, ist eine andere Frage. »Ich betrachte mich nicht als Popstar und meine Musik lediglich als schönes Hobby«, sagt Daniel Decker, der hauptberuflich als Programmierer arbeitet und sich so sein finanzielles Überleben und seine künstlerische Unabhängigkeit sichert. Die

Ambition, von der Musik zu leben, habe er »ziemlich abgelegt«. Die Ambition, Musik zu machen, noch lange nicht: Dieses Jahr veröffentlichte er erstmals rockige Songs unter seinem eigenen Namen, für 2011 ist ein Album geplant. So ähnlich sieht das auch Mathias Möller, der mitten in der Wirtschaftskrise PlusPlus Records gründete, eine Plattenfirma, die sich für die Bands We Loyal und LaFayette einsetzt, die beide perlenden, melancholischen Elektropop spielen. »Das Label ist eine Feierabendbeschäftigung und soll das auch bleiben«, sagt Möller, der tagsüber als Social-Media-Experte arbeitet. »Ich will nicht rechnen müssen, welche Band am Monatsende was verdient hat und ob ich mir noch Essen kaufen kann.« Stattdessen gehe es darum, seine Lieblingsbands mit Fachwissen und Leidenschaft zu unterstützen. Im Hamburger Bunker verschallen die letzten Klänge von Kraków Loves Adana. Der Bass brummt warm, konzentriert spielt Robert Gitar-

ren- und Klavierakkorde, Applaus der über hundert verzückten Konzertbesucher. »Danke«, sagt Deniz mit tiefer Stimme ins Mikrofon. Wenn die Tournee vorbei ist, wird sie weitere Klausuren schreiben, und auch Robert wird zurück in die Uni müssen. »Musikmachen ist eine große Sache für uns, aber ich möchte auf jeden Fall mein Studium abschließen«, sagt Deniz. Dass ihre Musik darunter leiden könnte, nicht die volle Aufmerksamkeit zu bekommen, glaubt sie nicht. Im Gegenteil: »Meistens fallen mir die besten Songideen ein, wenn ich total viel in der Uni zu tun habe.« 

Reinhören in die Musik von Kraków Loves Adana kann man unter www.myspace.com/krakowlovesadana. Infos und Hörpoben zu We Loyal und LaFayette gibt’s auf www.plusplusrecords.net, dasselbe von Daniel Decker auf www.daniel-decker.de

yaez


22 pausenhof Nebenerwerb für Schüler Gewichtseinheit (Kzw.)

bekannter Schauspieler

Nahrungsmittel

Auslese der Besten

Himmelsrichtung

Erbgut

Verviel- Essfältigung störung Nationalitätszeichen Libanon

3 slaw. Herrschertitel

rein, unverfälscht

8

Name zweier Flüsse z. Rhein scherzhaft: schnelles Auto

Freundin von Harry Potter

in hohem Maße

6 Kleidungsstück

Chauffeur

Schulnote

unsportlich, regelwidrig

Gebirge zwischen Europa u. Asien

Lebenshauch

Wettkampf- Gebäudeteil, stätte; Manege Zimmer

großer Greifvogel

seemännisch: Windseite

weibliches Märchenwesen

Abkürzung für Edition

australischer Laufvogel

Autor des Werther

10

chem. Zeichen für Thallium aufgebrühtes Heißgetränk

2

Traubenernte

chinesischer Palasthund

02

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07

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09

I L L

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griech. Göttin der Morgenröte

franz. männlicher Artikel

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F L I T Z E R

Koseform für Großmutter

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B 5G K Gran Turismo – F E R I E N J O B Das ultimative K I L O Autorennen NO P U R

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amerik. Klavier- Bezeichmusikstil nung (Kzw.)

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01

9

weiblicher Wassergeist Elternteil

österreichisches Bundesland

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5

kostbar; menschlich vornehm

abgegrenzter gefrorenes Teil des Wasser Gartens

Kodak passt auch in die kleinste Jeanstasche, und die integrierte Software macht das Bearbeiten und Hochladen von Videos kinderleicht. YAEZ verlost 5 Kodak Mini-Videokameras!

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gibt es den Klassiker Lamy AL-star in zwei neuen Metallic-Farbvarianten: den »Coffee« in softem Braun und den »Black Purple« in dunklem Violett. YAEZ verlost sechs Füller in den neuen Farben!

Aufgenommen: Die Mini-Videokamera von

7

4

Abgeschrieben: Diesen Winter

Schulfach

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10

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Die YAEZ-Fragestunde

Popstar Rihanna (22) wechselt ihre Frisuren wie andere ihre Unterwäsche. Momentan trägt sie ihr Haar knallrot, zuerst mit Kurzhaarfrisur und langem Pony, seit neustem nun mit feuerroten Extensions. »Es macht einfach Spaß, eine lächerliche Haarfarbe zu haben«, sagt die Sängerin. YAEZ meint: Rihannas Mut zu schrägen Looks verdient Note 1!

Jetzt fragt nicht mehr die YAEZ-Redaktion bei den Stars nach, sondern du selbst! Mit der »Fragestunden«-App auf Facebook und SchülerVZ kannst du Prominenten und Experten die Fragen stellen, die dich interessieren. Die Fragen mit den meisten Unterstützern werden dann von den Prominenten und Experten beantwortet. Lade auch deine Freunde ein, Fan der »Fragestunde« zu werden und deine Fragen zu unterstützen. Alle Infos findest du hier: www.yaez.de/fragestunde

Unser Lieblings-Vampir Edward aus »Twilight« bekommt eine Gastrolle bei den Simpsons. Sein gelbes Double heißt »Edmund«, die Folge wird noch im November in den USA gesendet. Gesprochen wird der Blutsauger übrigens von »Harry Potter«-Star Daniel Radcliffe. YAEZ meint: Eine Gastrolle bei Homer und Co ist ein absoluter Ritterschlag!

Vorschau #50 Happy Birthday, YAEZ: Zur 50. Ausgabe wollen wir unsere treuen Leser mit einer großen Jubiläums-Verlosung belohnen. Lass dich überraschen! Familiensache: Warum die Beziehungen zwischen Geschwistern manchmal ganz schön kompliziert sind.

Die nächste Ausgabe erscheint am 6.12.2010

HERAUSGEBER: Janos Burghardt, Simon Keller, Michael Hartung REDAKTION & VERLAG: Yaez Verlag GmbH Arminstraße 15, 70178 Stuttgart Tel: (0711) 13 77 80-20 Fax: (0711) 13 77 80-22 redaktion@yaez.de, www.yaez-verlag.de Chefredakteur: Janos Burghardt (ViSdP)

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Nachdem die Ehe mit Jordan Bratman vor kurzem in die Brüche ging, meldeten die einschlägigen Klatsch-Magazine nun, dass sich Sängerin Christina Aguilera (29) nun mit Lindsey Lohans Ex Samantha Ronson tröste und spekulieren, ob Christina vielleicht lesbisch sei. YAEZ sagt: Liebe Klatsch-Blätter, schon mal überlegt, ob die Mädels vielleicht einfach nur Freundinnen sind?

ART DIRECTOR: Simon Keller Textchefin: Ineke Haug Redaktion dieser ausgabe: Janos Burghardt, Ineke Haug, Anne Ackermann, Stefanie Schäfer, Astrid-Maria Bock, Jan-Phillip Burgard, Jannis Funk, Jochen Blind, Gregor Landwehr, Oskar Piegsa, Maria-Janine Steiner, Lektornet (Schlussredaktion) Illustrationen: Jakob Hinrichs, Thuan Tien, Katia Fouquet, Julia Humpfer, Christoph Rauscher, Agentur milia gestaltet (Grafik) Fotos: Jan Kopetzky (Titelfoto), Anne Ackermann, Presse/PR HERSTELLUNG: Simon Keller

Die ehemalige DSDS-Kandidatin Annemarie Eilfeld versucht sich jetzt als Schlagersängerin. Ob das damit zusammenhängt, dass ihre CD mit Elektro-Pop unter dem Namen »Annemie« hoffnungslos floppte und die 20-Jährige eine neue Beschäftigung sucht? YAEZ findet: Noch lange kein Grund, unsere Omas mit deiner Stimme zu quälen, Annemarie!

AnzeigenLEITUNG: (verantwortlich für den Anzeigenteil) Michael Hartung (0711/13 77 80-16, mh@yaez-verlag.de) verbreitete auflage: 396.203 Exemplare (IVW Q3/2010) Die Auflage wird regelmäßig von der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) geprüft. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 12 vom 01.08.2010. abo/vertrieb: Tel: (0711) 13 77 80-20, Fax: -22 E-Mail: vertrieb@yaez.de Der Bezug der Jugendzeitung ist kostenlos. Druck: Bechtle Verlag&Druck, 73730 Esslingen Die namentlich gekennzeichneten Beiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Nachdruck von Beiträgen, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags.

Rapper Kanye, für seine Vorliebe für BlingBling bekannt, ließ sich seine komplette untere Zahnreihe herausnehmen und dafür Diamantzähne einsetzen. Dabei hatte er in seinem Song »Diamonds« den Handel mit Diamanten aus der dritten Welt angeprangert. YAEZ rät: Statt solch peinliche Aktionen zu starten, sollte Kanye lieber mal wieder gute Musik machen!


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Jugendzeitung YAEZ  

Ausgabe November 2010

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