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WELTMEISTER ÖSTERREICH Das Jahrbuch zum Wirtschaftsstandort

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Facility Facility Services Services im im Überblick Überblick Facility Facilityservices servicesoverview overview

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Fassadenreinigung Fassadenreinigung Facade Facadecleaning cleaning

Betriebsverpflegung Betriebsverpflegung Care Carecatering catering

Verkehrsmittelreinigung Verkehrsmittelreinigung Public Publictransport transportcleaning cleaning

Innenhof-Übernetzung, Innenhof-Übernetzung,Dachrinnenreinigung, Dachrinnenreinigung, HolzHolz-&&Bautenschutz Bautenschutz Patio Patioprotection, protection,roof roofgutter guttercleaning, cleaning, wood wood&&building buildingprotection protection

Büroreinigung Büroreinigung Maintenance Maintenancecleaning cleaning Waschraumhygiene Waschraumhygiene Toilet Toiletfacility facilityservices services

Taubenabwehr Taubenabwehr Pigeon Pigeondefence defence

Facility FacilityManagement Management Facility Facilitymanagement management

Hauswartservice Hauswartservice&& Winterdienst Winterdienst Caretaker Caretakerservice service&& winter wintermaintenance maintenance

Rattenbekämpfung Rattenbekämpfung Rat Ratinfestation infestation

Abfallentsorgung Abfallentsorgung Waste Wastemanagement management

Portier, Portier,Empfang Empfang Concierge Concierge&&reception receptionservice service Security SecurityGuard, Guard,Werkschutz Werkschutz Plant Plantprotection protection

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Industriekletterer Industriekletterer Industrial Industrialclimber climber

Dachbegrünung Dachbegrünung Roof Rooflandscaping landscaping

Sonderreinigung Sonderreinigung Specialist Specialistcleaning cleaning

Höhenarbeit Höhenarbeit Working Workingatatheights heights

Interner InternerTransport Transport&&Logistik Logistik Industrial Industrialtransport transport&&logistics logistics

Lagerbewirtschaftung Lagerbewirtschaftung Depot Depotmanagement management

Industriereinigung Industriereinigung Industrial Industrialcleaning cleaning

KlinikKlinik-&&Reinraumhygiene Reinraumhygiene Hospital Hospitalhygiene hygiene&&cleanroom cleanroomservices services

Technische TechnischeServices Services Technical Technicalservices services

ment gement ment gement

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Sicherheitskonzepte Sicherheitskonzepte Security Securityconcepts concepts

Sicherheit, Sicherheit,Bewachung Bewachung&&Prävention Prävention Security, Security,site sitemonitoring monitoring&&prevention prevention

Grünraumservice Grünraumservice Tending Tending&&maintaining maintaining green greenspaces spaces

Schädlingsbekämpfung Schädlingsbekämpfung Pest Pestcontrol control


HAFEN LINZ – Logistikdrehsche Wirtschaft in Bewegung – Tag und Der Linzer Hafen als Logistikzentrum mit umfassendem Leistungsangebot ist Garant für eine innovative und dynamische Wirtschaft. Seine zentrale Lage an der Schnittstelle wichtiger Verkehrswege ermöglicht einen optimalen Marktzugang zu den regionalen und internationalen Märkten Österreichs und Europas. Die direkte Anbindung an die Autobahn, Verbindungen über Schiene, die Wasserstraße Donau und die Nähe zum Flughafen sichern eine rasche Erreichbarkeit aller Regionen. Der zentral gelegene Wirtschaftsstandort bietet strategisch wichtige Vorteile für Industrie, Gewerbe und Handel im Zentralraum Oberösterreich und darüber hinaus. Die ausgezeichneten Verkehrsanbindungen bieten allen Kunden erstklassigen Service. Hohe Kompetenz bei Lagerung, Transport sowie Umschlag und die damit verbundenen Dienstleistungen zeichnen das zentrale Logistikzentrum aus.

Containerterminal Linz

Lagerlogistik

Ein starker Partner – kompetent, schnell, sicher, flexibel und vor allem neutral. Als One-StopShop bietet der Containerterminal Linz genau die Angebotspalette (inkl. eigener Waage zur Erfüllung der SOLAS-Anforderungen) und maßgeschneiderte Dienstleistungen, damit der Container verlässlich in Bewegung bleibt.

Donaulager Logistics ist der einzige Anbieter in Österreich, der eine professionelle und gesetzeskonforme Lagerung für jede Ware an einem Standort anbietet. Der Lagerspezialist bietet optimale Voraussetzungen für die fachgerechte Lagerung von Lebensmitteln, Pharmaprodukten, Gefahrgut und wassergefährdenden Stoffen.

Das 120.000 m² große Areal liegt am Schnittpunkt wichtiger internationaler Verkehrsströme und bietet daher optimale Voraussetzungen zur Abwicklung von kombinierten Verkehren zwischen Wasser, Schiene und Straße.

Containerterminal Linz

Temperaturlager Für die professionelle Lagerung stehen rund 16.000 Palettenplätze in den temperaturgeführten Lagern zur Verfügung.

Temperaturgeführte Lager (-28° C bis +25° C)

Tiefkühllager Bei temperaturempfindlichen Waren zählt jedes Grad. In den gekühlten Lagern (-28° C bis +25° C) schaffen elektronische Einrichtungen im Tiefkühlbereich beste Bedingungen, damit sensible Waren unversehrt bleiben. Gefahrgutlager Tonnen von hoch entzündlichen oder toxischen Stoffen sorgenfrei lagern. Als eines der wenigen Logistikunternehmen in Europa erfüllt Donaulager Logistics die hohen Sicherheitsbestimmungen für die Lagerung von Gefahrgut und wassergefährdenden Stoffen.

Speziallager für Gefahrgut und wassergefährdende Stoffe


ibe Oberösterreichs Nacht

Transportlogistik Wirtschaft nachhaltig in Bewegung: Wir sind mit Sammel-, Teil- und Komplettladungen in ganz Europa unterwegs. Mit unseren modernen, umweltfreundlichen LKWs mit GPS-Verfolgung und Hand-Held-Terminals als auch ADR-Ausrüstung bringen wir Güter aller Art rasch ans Ziel. Wir wickeln auch temperaturgeführte Transporte (Thermo- und Kühltransporte) ab. Expressdienste werden ebenso angeboten wie Leergebindelogistik.

Investitionen in die Zukunft Das Hafenviertel gehört zu den spannendsten Entwicklungsarealen des Linzer Stadtgebietes und ist von entscheidender Bedeutung für die Wirtschaftsregion Linz. Um die Zukunft des Standortes abzusichern, wurde ein Masterplan erstellt und darauf aufbauend das Projekt Neuland Hafen Linz ins Leben gerufen. In den kommenden Jahren entwickelt sich der Linzer Hafen zu einem urbanen Treffpunkt von Öffentlichkeit, Kultur, Gewerbe und Industrie. Mehr Infos unter: www.linzag.at/masterplanhafenlinz

Logistik mit System

Moderne umweltfreundliche LKWs bringen Güter aller Art rasch ans Ziel.

www.donaulager.at

Hafenturm und Hafenportal

www.hafenlinz.at


WeltMeister Österreich

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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser! Aufbruchsstimmung in Österreich: Der neue Bundeskanzler Christian Kern hat einen „New Deal“ für die Wirtschaft angekündigt, um Wachstum und Arbeitsmarkt weiter anzukurbeln und das Land in allen Bereichen von Technologie bis Bildung noch besser „aufzustellen“. Dabei zählt Österreich schon heute zu den überdurchschnittlich starken Forschungs- und Innovationsstandorten in Europa und konnte in den vergangenen Jahren die Innovationseffizienz kontinuierlich verbessern. Ein anderes Beispiel ist der Logistik-PerformanceIndex (LPI) der Weltbank, wo sich Österreich in kurzer Zeit von Rang 22 (2014) auf den 7. Platz der Weltrangliste der Logistik-Standorte verbessert hat. Weitere internationale Studien wie etwa Index of Globalization, „Better-Life-Index“ der OECD, Mercer Studie, Bloomberg‘s Innovation Index oder das Ranking des Schweizer Instituts für Management-Entwicklung (IMD) bestätigen die starke Dynamik und das hohe Potenzial der ­österreichischen Wirtschaft. Ohne jeden Zweifel ist der Export einer der wichtigsten, im Grunde DER Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Und unsere Exporteure sind auch in einem schwierigen internationalen Umfeld weiter erfolgreich unterwegs. „Made in Austria“ ist und bleibt weltweit begehrt: Laut Exportbilanz der Statistik Austria sind die Ausfuhren erneut um 2,7 % auf 131,54 Milliarden Euro gestiegen. Das ist der fünfte Exportrekord in Folge und somit ein sehr positives Indiz für die Leistungskraft und Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft. Mit einem Ausfuhranteil von fast 40 % und einem Volumen von mehr als 52 Milliarden Euro waren „Maschinen & Fahrzeuge“ im Vorjahr erneut die bedeutendste Produktgruppe im Außenhandel – keineswegs Zufall, denn gerade in dieser Branche verfügt unser Land über zahlreiche Weltmarktführer. Kontinuierlich beweist Österreich „weltmeisterliche“ Qualitäten. Dank hoher Produktivität, gesellschaftspolitischem Konsens und sehr produktivem Humankapital ist der wirtschaftliche und technologische Durchbruch zu einer Position in der Spitzengruppe der modernen Marktwirtschaften gelungen und darüber hinaus die positive Verwirklichung klassischer Wirtschaftsziele wie Wertschöpfungs- sowie Einkommens­ steigerung, Preisstabilität und geringe Arbeitslosigkeit. Wirtschaftlicher Erfolg, innovative und fleißige Unternehmer, gut ausgebildete Arbeitskräfte, sozialer Frieden und Sicherheit und eine Wirtschaft, die auf Internationalisierung setzt, sind wichtige Qualitäten des Landes. Österreich gehört definitiv zu den attraktivsten Wirtschafts- und Arbeitsstandorten rund um den Globus und wird völlig berechtigt mit höchsten Gesundheits- und Umweltstandards, einer geringen Umweltverschmutzung, einem hohen Grad an Sicherheit sowie mit einem stabilen und unabhängigen Rechtssystem in Verbindung gebracht. Im IMD-Ranking bekommt unser Land absolute Top-Plätze z. B. bei der Lebens­ qualität (2), Gesundheits-Infrastruktur (3), Lehrlingsausbildung (3), sozialer Verantwortung (3), Motivation der ­Arbeiter (4) sowie Gesundheit und Umwelt (jeweils 5). Diese Fakten und Stärken tragen dazu bei, dass der Wirtschaftsstandort Österreich auch im 21. Jahrhundert als „WeltMeister-Modell“ bezeichnet werden kann. Kein Wunder also, dass es in Österreich zahlreiche Weltmarktführer aus den verschiedensten Branchen gibt! Zu den Vorzeigemarken und -unternehmen zählen Red Bull und Swarovski, Manner-Schnitten und Schweden­bomben oder auch die Krane von Palfinger sowie zahlreiche „Hidden Champions“, die in teilweise engen Nischen als Europa- oder sogar WeltMeister agieren. Die Vielfalt österreichischer Weltmarktführer ­inkludierte jede Unternehmensform und jede Betriebsgröße. Von ihren Ideen und ihren Leistungen handelt das vorliegende Buch.

Wir danken allen Partnern und wünschen Ihnen viel Lesespaß und Nutzen!

Paul Christian Jezek, Chefredakteur


MARK & MARK

Sunny side up in Berlin.

Der Berliner Bßromarkt boomt – wir planen 2016 einige spannende Projekte. www.simmoag.at/berlin

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WeltMeister Österreich

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Inhalt

Auf einen Blick 12 Die Säule des Wohlstands

48 Global erfolgreich

55.000 österreichische Unternehmen exportieren in mehr als 220 Länder weltweit.

14 Die Sprache der Weltmarktführer

Die österreichischen Hidden Champions positionieren sich auf ihren Märkten meist als Technologie- und Qualitätsführer.

22 Österreichs Paradeunternehmen vor den Vorhang

Die Besten werden alljährlich mit dem Österreichischen Exportpreis ausgezeichnet.

26 Ohne Leitbetriebe läuft es nicht

Rund 260 Leitbetriebe sichern Wertschöpfung im Land und geben Hunderttausenden Menschen Arbeitsplätze.

32 Unbegrenzte Möglichkeiten

EV Group, Steyr Motors und Skidata haben ihre Stärke im wettbewerbsintensivsten Markt der Welt bewiesen.

50 Weltmeisterliche Metallurgie

Während der Olympischen Spiele präsentiert sich der Wirtschaftsstandort Österreich im 200 Millionen-Einwohnerland Brasilien.

Jahrelange Forschung, innovative Entwicklungen und enormes fachliches Know-how.

52 Die Aluminium-Veredler

Die AMAG hat sich zu einem der weltweit modernsten und flexibelsten Standorte für Aluminiumwalzprodukte entwickelt.

54 Strom gibt Gas

Bei der Zahl der Elektroautos liegt Österreich mit zumindest europameisterlichen Qualitäten ganz weit vorn.

58 Winds of Change

34 Weltmeisterliches Olympia-Haus

voestalpine ist Weltmarktführer in Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl & Spezialprofilen.

Österreichische Firmen betätigen sich als weltmeisterliche Zulieferer für den europäischen Offshore-Windenergie­ ausbau.

60 Wenn sich die Dinge vernetzen

Das Internet of Things bietet innovativen Unternehmen große Chancen zur Steigerung ihrer Wettbewerbsvorteile.

36 Das All bleibt ein Hoffnungsmarkt

62 Helfende Bilder: Sehen & Verstehen

Österreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen mischen in Weltraumforschung und -business bestens mit.

38 „Hotspot“ für die Raumfahrt

Weltraumtaugliche Medizintechnologie aus Wr. Neustadt kommt auch auf der internationalen Raumstation ISS zum Einsatz.

40 Solarmodule für die EXPO

Ertex Solar hat den Auftrag für das Photovoltaikdach des Hauptgebäudes der Expo 2017 in Kasachstan bekommen.

44 WeltMeister von morgen

Land der Start-Ups, zukunftsreich … Ein Überblick über tolle Greenstarter, die es bald bis zur Marktreife schaffen könnten.

46 Weltmeisterlich getunnelt

Österreichische Unternehmen waren auch am GotthardBasistunnel maßgeblich beteiligt.

Auch im Bereich der Visualisierungs- und Bildverarbeitungstechniken hat Österreich wahrlich ­„Weltmeisterliches“ zu bieten.

64 Digitalisierung als große Chance

Ein Appell zur Beschleunigung von Geschäftsprozessen und Wachstumschancen.

68 SemI40 stärkt Europas Wirtschaft durch die ­„lernende Fabrik“

Unter der Leitung von Infineon Austria startete im Juni 2016 eines der größten Industrie-4.0-Projekte in Europa.

70 Smarter together

Eines der größten Smart-City-Projekte der EU mit mehr als 30 Konsortionalpartnern wird von Wien aus realisiert.

72 Permanente Innovation

Die ams AG erhielt den Staatspreis für Innovation 2016.

74 WeltMeisterliche Forschung

Die innovativsten Projekte des Landes.


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140 Jahre Logistikerfahrung, die sich in allen Prozessen und innerhalb des globalen Netzwerks erfolgreich widerspiegelt, macht DB Schenker für viele Unternehmen zum perfekten Partner.

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WeltMeister Österreich Inhalt/Impressum

76 Wie eine Bienenwabe

  96 Es wird weiter aufgemöbelt

Mit „Foaming“ („Schäumen“) reduziert Alpla den Material­verbrauch deutlich – bei voller Funktionalität und Recyclingfähigkeit.

78 Weltmeisterliche Logistik

Jeder investierte Euro kommt als Wertschöpfung mehrfach zurück und kann damit den Wirtschaftsstandort Öster­reich stärken.

84 Weltmeisterliche Soft Skills

Von Mitarbeitenden empfohlen und daher absolut herzeigbar: „Österreichs beste Arbeitgeber 2016“.

86 Österreich hat viel Potenzial

„Zukunftsbranchen und innovative Themen“, fordert Bernhard Gröhs, Managing Partner von Deloitte Österreich, im Interview.

  98 Das erste 3-D-Büro der Welt

„Best of Austria“ als exportorientierter Jahresschwerpunkt und Beginn einer nachhaltigen Internationalisierungs-Offensive.

Bene hat in Dubai das erste Bürogebäude der Welt im 3-D Druckverfahren mit innovativen Möbeln ausgestattet.

100 Intelligente Spezialisierung

Erfolgreiche Initiativen in der oö. Wirtschafts- und Forschungs­politik.

102 Permanente Innovation stärkt den ­weltmeister­lichen Standort

92 Lebendige Innovationskultur

Möbel made in Austria stehen international für exklusives Design, traditionelle Handwerkskunst und hochwertige Qualität.

Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und ­Technologie (bmvit) steigert mit zahlreichen nachhaltigen Aktivitäten die Markteintrittschancen österreichischer Unter­nehmen rund um den Globus.

110 Die Pioniere der Börse

Den Börse Preis 2016 holte sich Wienerberger; AT&S, OMV und voestalpine siegten in den weiteren Kategorien.

94 Das QBC wird „weltmeisterlich“

Das Quartier Belvedere Central zwischen Gürtel und ­neuem Hauptbahnhof wächst weiter.

116 Wichtige Aktien an der Börse Wien

Börsennotierte Unternehmen unter der Lupe.

Impressum HERAUSGEBER Germanos Athanasiadis CHEFREDAKTEUR Paul Christian Jezek PROJEKTLEITUNG Mag. Erich Danneberg, MAS GRAFISCHES KONZEPT UND ART-DIRECTION Satz Art GmbH AUTOREN FH-Prof. Mag. Dr. Georg Jungwirth, Helga Krémer, Reinhard Krémer FOTOS Credits bei den jeweiligen Bildern bzw. beigestellte Fotos MEDIENINHABER medianet Verlag AG, 1110 Wien, Brehmstraße 10/OG 4, Tel. +43/1/919 20-0, Fax +43/1/298 20-2231, www.medianet.at ANZEIGEN Mag. Thomas Parger, Michael Stein ADVERTORIALS Helga Krémer MARKETING & VERTRIEB Alexandra Otto DRUCK Druckerei Bösmüller Gesellschaft mbH, Josef-Sandhofer-Straße 3, 2000 Stockerau, Österreich ISBN 978-3-902843-79-1 VERKAUFSPREIS 27,50 Euro VERTRIEB Medienlogistik Pichler-ÖBZ GmbH & Co KG, IZ NÖ Süd, Straße 1, Objekt 34, 2355 Wiener Neudorf BESTELLHOTLINE www.medianet.at oder Tel.: +43/1/919 20-2115 oder Fax: +43/1/298 20-2231 COPYRIGHT © 2016 by medianet Verlag AG. Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Abdrucks oder der Reproduktion einer Abbildung, sind vorbehalten. Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.


Foto: Aussenwirtschaft Österreich

ADVANTAGE AUSTRIA

Walter Koren, Leiter ADVANTAGE AUSTRIA

Österreichs Exporteure beweisen, dass sie mit schwierigen globalen Rahmenbedingungen gut umgehen können. So konnten wir zuletzt Exportrekorde einfahren und die Rekordjagd wird auch 2016 weitergehen. Schließlich haben Österreichs Unternehmen ein hervorragendes Image. Am globalen Parkett gehören wir punkto Qualität, Innovationskraft, Know-how sowie Verlässlichkeit zur Welt­ spitze. Aus meiner beruflichen Erfahrung und vielen Gesprächen mit Entscheidungsträgern sowie Unternehmern weiß ich, dass sich unsere Firmen international nicht verstecken müssen. Doch wir dürfen uns auf den Lorbeeren nicht ausruhen, auch wenn bei uns zahlreiche Hidden Champions daheim sind, auf die wir stolz sein können. Wir müssen daran arbeiten, noch besser zu werden. Im globalen Kampf um Marktanteile können wir als kleines Land keinen Quantitätswettbewerb gewinnen, einen Wettbewerb um die beste Qualität aber schon! Wichtig ist für unsere Betriebe, dass sie ihren Export-Horizont erweitern. Walter Koren, Leiter ADVANTAGE AUSTRIA

Weltweit für sie da ADVANTAGE AUSTRIA ist die offizielle Internationalisierungsagentur Österreichs und repräsentiert im Ausland die gesamte österreichische Wirtschaft – 500.000 Unternehmen. Mit einem weltweiten Netz von rund 110 Stützpunkten in über 70 Ländern bietet ADVANTAGE AUSTRIA österreichischen Unternehmen und deren internationalen Geschäftspartnern ein umfangreiches Serviceangebot. „Wir liefern praktische hands-on-Unterstützung für internationale Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen mit Österreich aufbauen oder in Österreich investieren wollen“, sagt ADVANTAGE ­AUSTRIA Leiter Walter Koren. „Unsere 800 Mitarbeiter und 35 Konsulenten auf der ganzen Welt unterstützen Sie dabei, die richtigen Zulieferer und Geschäftspartner in Österreich zu finden. Wir organisieren jährlich mehr als 1.200 Veranstaltungen, um Geschäftsbeziehungen aufzubauen.“ Weitere ADVANTAGE AUSTRIA-Services reichen von der Kontaktherstellung zu österreichischen Unternehmen auf der Suche nach Importeuren, Distributoren und Handelsvertretern bis zu detaillierter Information über den Wirtschaftsstandort und den Markteintritt in Österreich.

Kontaktieren Sie gerne unsere Büros vor Ort! www.advantageaustria.org Machen Sie sich ein Bild von der Leistungsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft. Auf 200 Länderseiten in 28 Sprachen finden Sie: • Geschäftschancen mit österreichischen Unter­ nehmen • Österreichische Firmen, sortiert nach Branchen • Informationen zu österreichischen Branchen (Daten & Fakten, Normen, Erfolgsstories) • Wirtschaftsnachrichten aus Österreich sowie mit ­bilateralem Bezug • Veranstaltungen in Ihrem Land mit österreichischer ­Beteiligung • Den Business Guide Österreich mit nützlichen Informa­tionen zum Thema Import aus und Export nach Österreich, Investieren und Arbeit in Österreich sowie Reisen nach Ö ­ sterreich


WeltMeister Österreich Exportnation

Die Säule des Wohlstands 55.000 österreichische Unternehmen exportieren in mehr als 220 Länder weltweit. Die Hotspots für Export-Unternehmen liegen mittlerweile in Asien und Amerika.

Foto: WKÖ

Im Vorjahr wurde erstmals die 130-Milliarden-Euro-Grenze bei den österreichischen Warenexporten überschritten. Heuer werden die Warenexporte nach einer Prognose der Aussenwirtschaft Austria der WKÖ auf mehr als 135 Mrd. und 2017 auf über 140 Mrd. Euro zulegen. „Der Export bleibt unser wichtigster Trumpf für ein solides Wirtschaftswachstum und die tragenWKÖ-Präsident Christoph Leitl de Säule unseres Wohlstandes“, beAussenwirtschaft Austria. tont WKÖ-Präsident Christoph Leitl. 2015 gelang es, und auch 2016 und 2017 werde es gelingen, „all-time-highs“ bei den Warenexporten einzufahren. Getrübt werden könnten diese positiven Aussichten aber durch einige aktuelle Krisen, angefangen vom Konfliktherd im Nahen- und Mittleren Osten, über die damit verbundene Flüchtlingsproblematik hin zu den nach wie vor bestehenden gegenseitigen Sanktionen zwischen der EU und Russland, wie auch durch die aktuelle Ölpreispolitik. Leitl: „Um aber beim Erfreulichen zu bleiben: Zählt man zu den Warenexporten von 130 Mrd. Euro auch die österreichischen Dienstleistungsexporte von über 50 Mrd.dazu, kommt man auf ein Gesamtexportvolumen von mehr als 180 Mrd. Euro. Das entspricht der Summe aller öffent­lichen Budgets – vom Bund, der Länder und Gemeinden sowie der Sozialversicherungsträger.“ Export-Zuwächse dank boomender Ost-Märkte Dass es 2015 einen Export-Zuwachs gab, verdanke Österreich vor allem boomenden Märkten im „fernen Osten sowie im fernen Westen“, erklärt Walter Koren, Leiter der Aussenwirtschaft Austria. Es gab starke Zuwächse bei den Ausfuhren in den ­

NAFTA-Raum (USA, Mexiko, Kanada), und andererseits wurden die Staaten Südostasiens wie etwa Indien, zu immer stärkeren Magneten für österreichische Produkte. Leitl: „Indien ist die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt und das am schnellsten wachsende große Schwellenland weltweit. Indien hat in den letzten zehn Jahren zehn Plätze gut gemacht und liegt jetzt un(l.) und Walter Koren, Leiter der ter den Top-30 der wichtigsten österreichischen Exportzieldestinationen.“ 2015 machte das Exportplus rund 15 % bzw. rund 680 Millionen Euro aus. „Das bedeutet, dass sich unsere Exporte nach Indien seit dem Jahr 2000 fast versechsfacht haben“, erklärt Leitl. Mehr als 500 österreichische Unternehmen sind bereits in Indien vertreten, davon rund 130 mit Niederlassungen oder ­ ­Repräsentanzen. Exportförderung gezielt auf Übersee-Märkte Die Hotspots für exportorientierte Unternehmen liegen mittlerweile in Asien und Amerika und somit in Ländern und Regionen, die konjunkturell besser dastehen als Europa. Koren: „In diese Richtungen setzen wir auch die Segel unserer Exportförder­ programme für die österreichischen Unternehmen. 50 % unserer Auslandsveranstaltungen beziehen sich schon jetzt auf Märkte außerhalb Europas. Ebenso befindet sich die Hälfte unserer über 100 Auslandsbüros in Überseedestinationen.“ Die größten Exportsteigerungen in relevante Märkte gab es im Vorjahr auch in Länder außerhalb Europas: angeführt von Mexiko (+28 %), gefolgt von den USA (17 %), der Türkei (16 %), den V.A.E. (16 %) und Indien (15 %).


Foto: Luuk Kramer

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Ein herausragendes Beispiel für erfolgreiche Dienstleistungsexporte: Für das Ingenieurs-Know-how für die größte Hubbrücke der Welt (Botlekbrücke in Rotterdam) erhielt die VCE Vienna Consulting Engineers ZT GmbH den Staatspreis für Consulting.

Danach folgen die ersten europäischen Staaten, unter denen es, so Koren, „sehr wohl einige gibt, die sehr wichtig für die gute Exportperformance im Jahr 2015 waren“ – etwa die Tschechische Republik und Polen in Mittel-Ost-Europa oder auch Großbritan­ nien und Spanien im Westen. Selbstverständlich sei auch die Außenhandelsentwicklung mit Deutschland in diesem Zusammenhang zu erwähnen: Die Exporte zum wichtigsten österreichischen Außenhandelspartner legten nach einer zwischenzeitlichen Stagnation wieder um 3,7 % zu. Im Ranking der wichtigsten österreichischen Exportpartner folgen auf Deutschland die USA, Italien, die Schweiz, Frankreich, die Tschechische Republik, Ungarn, Großbritannien, Polen und auf Platz 10 mit China das erste außereuropäische Land. Auf Platz 11 lag im Jahr 2014 noch Russland, das aufgrund der gegenseitigen Sanktionen auf den 15. Platz zurückgefallen ist. Der Exportrückgang machte rund 40 % aus. Ziel: 100.000 Unternehmen im internationalen Geschäft In Zukunft werden Exporte von Dienstleistungen mehr an Bedeutung gewinnen. Koren: „Die Dienstleistungsexporte betragen derzeit rund 30 % der Warenexporte und tragen wesentlich zur positiven Leistungsbilanz bei. Wir erwarten einen Zuwachs bei Dienstleistungsexporten von über 4 % auf 53 Mrd. Euro.“ Großes Potenzial bietet dabei die internationale Nachfrage nach Expertisen in technischen und kreativen Bereichen – Logistik- und Baudienstleistungen, Engineering, Software, Architektur und Design. Insgesamt vertreiben österreichische Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen in 220 Länder weltweit. „Mit unseren

Export­ förderinitiativen haben wir es seit dem Jahr 2000 geschafft, die Anzahl der österreichischen Exporteure von 12.500 auf mittlerweile 55.000 anzuheben“, sagt Leitl. „Das Ziel für 2025 lautet: 100.000 österreichische Unternehmen im internationalen Geschäft.“  ◆

EXPO 2017 in Astana Auf der Suche nach den besten „Future Energy“-Techno­ logien Für die Weltausstellung 2017 in Kasachstan gibt es einen Wettbewerb der besten Technologien und Projekte zum Leitthema „Future Energy“ zu folgenden Bereichen: c Renewable and alternative energy c Energy efficiency and traditional energy c Energy Storage c Energy distribution c Using natural energy resources Die Siegerprojekte werden durch internationale Experten ausgewählt, detallierte Infos gibt‘s hier: www.ebpa2017.org/ebpa Österreich wird an der EXPO 2017 teilnehmen, heimische Unternehmen können daher einen Österreich-Pavillon ­nutzen. https://expo2017astana.com/en


WeltMeister Österreich ErfolgsGeheimnisse

Die Sprache der Weltmarktführer Die österreichischen Hidden Champions positionieren sich auf ihren Märkten meist als Technologie- und Qualitätsführer und realisieren dabei üblicherweise höhere Preise sowie erheblich bessere Renditen als ihre Mitbewerber. Eine große und offenbar erfolgreiche Rolle spielt dabei die Kommunikationspolitik dieser mittelständischen Weltmarktführer. Vo n G E O R G J U N G W I RT H . Um mehr über die Erfolgsgeheimnisse dieser Betriebe zu erfahren, wurden die Marketingleiter von 191 mittelständischen österreichischen Weltmarktführern zu verschiedensten Aspekten der Unternehmenskommunikation befragt. Unter anderem ging es dabei auch um die Frage, mithilfe welcher klassischen und digitalen Kommunikationsinstrumente es diesen meist familiengeführten Betrieben gelingt, sich in den von ihnen bearbeiteten Geschäftsfeldern und Märkten ein so positives Image aufzubauen und die internationalen Kunden von der technologischen und qualitativen Überlegenheit ihrer Produkte zu überzeugen. Da bereits vor acht Jahren bei derselben Zielgruppe eine sehr ähnliche Studie durchgeführt wurde, lassen sich durch den Vergleich der Ergebnisse auch klare Trends und Entwicklungen im Bereich der Unternehmenskommunikation aufzeigen. Insbesondere wird dadurch auch ersichtlich, inwieweit sich die Finanzund Wirtschaftskrise der letzten Jahre auf die Kommunikationspolitik der österreichischen Hidden Champions ausgewirkt hat. Hidden Champions Während die betriebswirtschaftliche Forschung schon seit Jahrzehnten versucht, die Erfolgsgeheimnisse großer Unternehmen und bekannter Marken zu analysieren, blieben kleine und mittlere Unternehmen und ihre oft nicht minder beeindruckenden Markterfolge lange Zeit unerforscht. Erst relativ spät beschäftigten sich Untersuchungen wie die STRATOS-Studie (Bamberger, Pleitner 1988) mit der strategischen Ausrichtung kleiner und mittlerer Unternehmen. Biallo (1993) war im deutschen Sprachraum der Erste, der die Strategien von ­besonders erfolgreichen mittelständischen Unternehmen analy-

sierte, indem er dafür ausschließlich kleine und mittelständische deutsche Betriebe untersuchte, die es bis zur Weltmarktführerschaft brachten. Diese spezielle Form der Erfolgsfaktorenforschung erlangte vor allem durch die Arbeiten von Hermann Simon (1997, 2007, 2012) größere Bekanntheit. Simon (1997) war es auch, der für diese mittelständischen Weltmarktführer den Begriff „Hidden Champions“ prägte, da diese Unternehmen außerhalb ihrer ­Branche und vor allem in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt waren. Doch wie ist es überhaupt möglich, dass ein Unternehmen, das im Heimatland weitgehend unbekannt ist, bei den potenziellen und tatsächlichen Kunden auf der ganzen Welt große Bekanntheit und hohes Ansehen genießt? Welche Bedeutung hat die Unternehmenskommunikation für den internationalen Erfolg der Hidden Champions? Mithilfe welcher kommunikationspolitischen Instrumente gelingt es diesen meist familiengeführten Betrieben, sich in den von ihnen bearbeiteten Geschäftsfeldern und Märkten ein so positives Image aufzubauen und die inter­ nationalen Kunden von der technologischen und qualitativen Überlegenheit ihrer Produkte zu überzeugen? Welche Rolle spielt überhaupt die Kommunikationspolitik im Vergleich zu den anderen Marketinginstrumenten? Aus österreichischer Sicht Die Studie, die diesem Beitrag zugrunde liegt, orientiert sich weitgehend an den Kriterien, die Simon (2007) aufstellte, damit sich ein Unternehmen als deutscher Hidden Champion qualifiziert:


Foto: Andritz

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Bildern kommt auch in Unternehmen, die im Business-to-Business-Bereich tätig sind und die ihre High-Tech-Produkte auf den Weltmärkten vertreiben, große Bedeutung zu.

c Nr. 1, 2 oder 3 auf dem Weltmarkt oder Nr. 1 in Europa c Umsatz unter 3 Milliarden Euro c Unternehmenssitz in Deutschland c Geringer Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit Die scheinbar unpräzise Eingrenzung der Marktposition ist einerseits darauf zurückzuführen, dass die meisten Hidden Champions im Business-to-Business-Bereich agieren und mangels regelmäßiger Marktanalysen selbst nicht genau sagen können, welche Stellung am Weltmarkt sie derzeit innehaben. Ein weiterer Grund dafür ist der Tatsache geschuldet, dass nur ein geringer Prozentsatz der Hidden Champions an einer Börse notiert und auch deren Mitbewerber in der Weltspitze nicht publikationspflichtig sind und somit ihre Umsätze nicht veröffentlichen. Beim letztgenannten Kriterium handelt es sich um ein nicht exakt quantifiziertes Merkmal, sondern um eine qualitative ­Schätzung. Drei der vier angeführten Kriterien wurden auch für Österreich übernommen, allerdings musste die Umsatzobergrenze an die klein- und mittelständische Struktur der österreichischen Wirtschaft angepasst werden, da Unternehmen mit bis zu 3 Mrd. Euro Jahresumsatz aus österreichischer Sicht weder als mittelständisch noch als „hidden“ zu bezeichnen sind.

Um nun für die empirische Untersuchung berücksichtigt zu werden, mussten daher die folgenden Kriterien erfüllt sein: c Nr. 1, 2 oder 3 auf dem Weltmarkt oder Nr. 1 in Europa c Umsatz unter 200 Mio. Euro c Unternehmenssitz in Österreich c Geringer Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit Der Marktanteil selbst wurde – wie bei Simon – nicht eigenständig ermittelt, sondern auf Basis von Unternehmensangaben bzw. Presseberichten erhoben. Die im Vergleich zu Simon deutlich niedrigere Umsatzgrenze von 200 Mio. Euro entspricht einerseits eher dem Bild eines mittelständischen Unternehmens und bezieht sich andererseits auf einen Befund von Meffert und Klein (2007), die feststellten, dass die Strategie der Spezialisierung – die von fast allen Hidden Champions verfolgt wird – die größten Erfolgspotenziale für Unter­nehmen mit weniger als 200 Mio. Jahresumsatz mit sich bringt. Die Befragung der österreichischen Hidden Champions hatte nicht nur die Kommunikationsaktivitäten dieser international so erfolgreichen Unternehmen zum Inhalt, es wurden auch zahlreiche Fragen zu den anderen klassischen Marketinginstrumenten gestellt. Zunächst werden die Strukturdaten der österreichischen


WeltMeister Österreich ErfolgsGeheimnisse

Die Kommunikation und insbesondere die Werbung der Hidden Champions ist in aller Regel von technischen Inhalten dominiert.

Foto: Wintersteiger

weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Lediglich 7 % der mittelständischen österreichischen Weltmarktführer mussten unter diesen wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen rückläufige Umsätze verzeichnen.

Hidden Champions sowie einige allgemeine Untersuchungs­ ergebnisse dargestellt. Die Weltmarktführer-Datenbank der Fachhochschule CAMPUS 02 in Graz, die 2007 aufgebaut wurde und die seitdem regelmäßig aktualisiert wird, umfasst aktuell rund 200 österreichische Hidden Champions. Diese Betriebe wiesen einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 53 Mio. Euro aus und beschäftigten im Schnitt 405 Mitarbeiter. 70,6 % der österreichischen Hidden Champions stellen hauptsächlich Industriegüter her, 17,6 % sind vor allem im Konsumgüterbereich und die rest­ lichen 11,8 % im Dienstleistungsbereich tätig. Nicht weniger als 63 % entstammen den drei Branchen Maschinenbau, Metallindustrie und Elektronikindustrie. Wachstum auch in der Krise Mehr als 80 % der mittelständischen österreichischen Weltmarktführer sind Familienunternehmen, die ihren Firmensitz meist in ländlichen Gegenden haben und dort der mit Abstand größte Arbeitgeber sind. Erwartungsgemäß ist ihr Exportanteil sehr hoch (Median: 88 %) und auch andere Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote (42 %) oder das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (rund 10 %) sind absolut überdurchschnittlich. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen (76,5 %) auch in den letzten fünf Jahren umsatzmäßig gewachsen sind, und zwar um durchschnittlich 14,3 % pro Jahr. Weitere 16,5 % der österreichischen Hidden Champions stagnierten umsatzmäßig in dieser Zeit der

Weit vorne im globalen Wett­ bewerb Die befragten Führungskräfte der österreichischen Hidden Cham­ pions sagten aus, dass rund 10 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung (F&E) investiert wird und dass – nicht zuletzt deswegen – ein Großteil der Produkte (78 %) der High-Tech-Kategorie zuzurechnen ist. Der überwiegende Teil der Kunden sind langjährige und treue Stammkunden (72,5 %), die für 75,7 % des Umsatzes verantwortlich zeichnen. Dennoch wird die Wettbewerbsintensität auf den bearbeiteten Märkten als sehr intensiv (32,8 %) oder als eher intensiv (55,2 %) bezeichnet. Obwohl fast alle mittelständischen österreichischen Welt- und Europamarktführer in Marktnischen agieren, haben sie es mit zahlreichen Mitbewerbern zu tun. Am europäischen Markt gibt es durchschnittlich 11,9 relevante Mitbewerber und am Weltmarkt sind es sogar 37,5. In organisatorischer Hinsicht werden die Marketingaktivitäten der österreichischen Hidden Champions meistens von einer eigenen Marketingabteilung (63,5 %) abgewickelt, in 23 % der untersuchten Betriebe sind Marketing und Vertrieb in einer gemein­ samen Abteilung zusammengefasst. Die Kommunikationspolitik der Hidden Champions Da bereits im Jahr 2008 im Rahmen einer telefonischen Befragung die Marketingaktivitäten dieser Betriebe erhoben wurden (Pfeffer­ korn 2008), lassen sich zum Teil Vergleiche mit den Ergebnissen der aktuellen Studie herstellen sowie erste Trends und Entwicklungen ableiten. Die befragten mittelständischen österreichischen Weltmarktführer investieren ca. 4,1 % ihres Umsatzes in Kommunikationsaktivitäten, 2008 waren es nur 3,1 % gewesen. Dieses Kommu­ nikationsbudget wird vor allem aufgrund der gesetzten Ziele


(43 %) festgelegt, aber auch die verfügbaren Mittel (35 %) spielen dabei eine große Rolle. Nur 12 % der befragten Betriebe orientieren sich diesbezüglich am Wettbewerb. Bei der Untersuchung im Jahr 2008 gaben hingegen 55 % der Hidden Champions an, das Kommunikations-Budget aufgrund der zu erreichenden Ziele festzulegen. Mit großem Abstand folgten die finanziell verfügbaren Mittel (22 %) sowie ein fixer Prozentsatz vom Umsatz (17 %). 63 % der österreichischen Hidden Champions arbeiten übrigens im Bereich der Kommunikation mit einer Agentur zusammen (2008: 71 %), der Rest wickelt die Kommunikationsaktivi­ täten unternehmensintern ab. Dieser leichte Rückgang könnte ein Indiz dafür sein, dass die untersuchten Betriebe zunehmend versuchen, auch im Bereich der Kommunikation unternehmens­ interne Kompetenzen aufzubauen. Dies würde auch zu anderen Befunden passen, wonach die Hidden Champions möglichst alle Kernprozesse unternehmensintern abwickeln und nur ­weniger wichtige Unternehmensaufgaben outsourcen. Offensichtlich wird die Unternehmenskommunikation in diesen B ­ etrieben immer wichtiger für den internationalen Erfolg eingeschätzt. Fragt man die Marketingverantwortlichen der mittelständischen österreichischen Weltmarktführer nach ihrer Einschätzung der Bedeutung der klassischen Kommunikationsinstrumente, so zeigt sich, dass Messen und Ausstellungen für diese Unter­ nehmen mit großem Abstand am wichtigsten zu sein scheinen. Nicht weniger als 67,9 % der Probanden bezeichnen dieses klassische Kommunikationsinstrument als sehr wichtig und weitere 26,4 % als eher wichtig (vgl. Abbildung 1). Messen/Ausstellungen Interne Kommunikation Public Relations Fachzeitschriften Verkaufsförderung Direct Marketing Event Marketing Mediawerbung Sponsoring

sehr wichtig

eher wichtig

weder noch

eher unwichtig

Abbildung 1: Bedeutung der klassischen Kommunikationsinstrumente

sehr unwichtig

Foto: FH Campus 02

16_17

Der WeltMeister-Kenner FH-Prof. Dr. Georg Jungwirth hat mehrere detaillierte und umfassende Studien über die österreichischen Hidden Champions auch zu Detailaspekten wie Innovations­ management und Kundenzufriedenheit realisiert. CAMPUS 02 Fachhochschule der Wirtschaft GmbH FH-Studienrichtung International Marketing & Sales ­Management 8010 Graz, Körblergasse 126 Tel: +43/316 6002 687 Fax: +43/316 6002 1230 georg.jungwirth@campus02.at www.campus02.at

Ebenfalls sehr wichtig sind die interne Kommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit. Dahinter folgen die Kommunikations­ instrumente Fachzeitschriften, Verkaufsförderung und Direct Marketing. Wesentlich weniger bedeutend für die österreichischen ­Hidden Champions sind die Kommunikationsinstrumente Event Marketing, Mediawerbung und Sponsoring. Im Wesentlichen entspricht diese Einschätzung der gelebten Praxis von Unternehmen, die vor allem auf Business-to-BusinessMärkten tätig sind. Lediglich die sehr hohe Bedeutung der ­internen Kommunikation ist überaus bemerkenswert und war gerade bei mittelständischen Betrieben in dieser Form nicht zu erwarten. Vergleicht man dieses Ranking der wichtigsten klassischen Kommunikationsinstrumente mit den Ergebnissen der Studie des Jahres 2008, dann fällt auf, dass es nur geringfügige Verschie-


WeltMeister Österreich ErfolgsGeheimnisse

Foto: Geislinger

Die sehr hohe Bedeutung der internen Kommunikation ist überaus bemerkenswert und war gerade bei mittelständischen Betrieben in dieser Form nicht zu erwarten.

bungen gibt. Vier der neun Kommunikationsinstrumente n ­ ehmen sogar die idente Position wie bei der letzten Erhebung ein (vgl. Abbildung 2). Damals wie heute sind Messen und Ausstellungen für die österreichischen Hidden Champions das wichtigste klassische Kommunikationsinstrument. Doch unmittelbar dahinter zeigen sich leichte Veränderungen: So haben die Fachzeitschriften etwas an Bedeutung eingebüßt, während sich die interne Kommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit jeweils um eine Position verbessert haben.

1 Messen/Ausstellungen

1 Messen/Ausstellungen

2 Fachzeitschriften

2 Interne Kommunikation

3 Interne Kommunikation

3 Public Relations

4 Public Relations

4 Fachzeitschriften

5 Verkaufsförderung

5 Verkaufsförderung

6 Direct Marketing

6 Direct Marketing

7 Event Marketing

7 Event Marketing

8 Sponsoring

8 Mediawerbung

9 Mediawerbung

9 Sponsoring

Abbildung 2: Ranking-Vergleich der Kommunikationsinstrumente (2008 vs. 2015)

Darüber hinaus haben am unteren Ende des Rankings die Instrumente Sponsoring und Mediawerbung die Plätze getauscht. Fragt man die Marketingver­ antwortlichen der österreichischen Hidden Champions nach der Bedeutung der digitalen Kommunikationsinstrumente für ihr Unternehmen, dann zeigt sich, dass das sogenannte Website-Marketing am wichtigsten eingeschätzt wird. Immerhin 39,6 % der Probanden halten Website Marketing für sehr wichtig, weitere 45,3 % für eher wichtig. Fast gleichauf folgen dahinter die Kommunikationsinstru­ mente Suchmaschinen Marketing sowie E-Mail Marketing bzw. Newsletter. Die hinteren Plätze in dieser Auflistung nehmen die digitalen Instrumente Social Media Marketing sowie Mobile Marketing ein, wobei letzteres kein einziges Mal als sehr wichtig eingeschätzt wurde. Mobile Marketing wird überdies von mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen (56,6 %) als eher unwichtig oder sogar als sehr unwichtig bezeichnet (vgl. Abbildung 3).

Website Marketing

Suchmaschinen Marketing

E-Mail Marketing/Newsletter

Social Media Marketing

Mobile Marketing

sehr wichtig

eher wichtig

weder noch

eher unwichtig

sehr unwichtig

Abbildung 3: Bedeutung der digitalen Kommunikationsinstrumente


18_19

E-Mail Marketing bzw. Newsletter werden hingegen von fast zwei Drittel (65,4 %) der befragten Führungskräfte der öster­ reichischen Hidden Champions als sehr wichtig bzw. eher wichtig eingeschätzt. Trotzdem geben interessanterweise nur 22,5 % dieser Probanden an, Permission Marketing zu betreiben. Ent­ weder besteht hier ein Missverständnis bezüglich dieses Fachbegriffs oder man riskiert rechtliche Konsequenzen, wenn ohne ausdrückliche Erlaubnis des Kunden E-Mails oder Newsletter verschickt werden. Im Rahmen der Befragung wurden den Führungskräften der mittelständischen österreichischen Weltmarktführer auch ein paar Statements zur Kommunikationspolitik ihres Unternehmens vorgelegt (vgl. Abbildung 4). Die größte Zustimmung erhielt dabei das Statement „Wir integrieren viele Bilder in unsere Kommunikation“. 43,4 % der Probanden stimmten dieser Aussage voll zu, weitere 45,3 % stimmten eher zu. Offensichtlich kommt Bildern auch in Unternehmen, die im Business-to-Business-Bereich tätig sind und die ihre Hightech-Produkte auf den Weltmärkten vertreiben, eine sehr große Bedeutung zu. Auch dem Statement „Wir stimmen unsere Kommunikation individuell auf den Kunden ab“ wurde mehrheitlich zugestimmt. Zwar stimmten nur 22,6 % der Probanden dieser Aussage voll zu, dafür stimmten aber 54,7 % der befragten Führungskräfte eher zu. Offensichtlich werden nicht nur die Produkte und Dienst­ leistungen dieser mittelständischen Weltmarktführer meistens individuell auf den Kunden maßgeschneidert, auch die Kommunikation wird scheinbar weitgehend auf den jeweiligen Kunden abgestimmt. Wir integrieren viele Bilder in unsere Kommunikation Wir stimmen unsere Kommunikation individuell auf den Kunden ab Unsere Werbebotschaften haben vor allem technische Inhalte trifft voll zu

trifft eher zu

weder noch

trifft eher nicht zu

trifft überhaupt nicht zu

Abbildung 4: Statements zur Kommunikationspolitik

Noch am relativ geringsten war die Zustimmung beim Statement „Unsere Werbebotschaften haben vor allem technische Inhalte“. Auch hier stimmten 22,6 % der Marketingverantwort­

11 Erfolgsfaktoren für Weltmarktführer (ohne Reihung)   1) Signifikanter Wettbewerbsvorteil und höchste Qualität – finde deine Nische   2) L  angfristiges Denken, ohne kurz- und mittelfristige Ziele außer Acht zu lassen   3) Innovationskraft und Kreativität   4) Kontinuierliche Weiterentwicklung und Flexibilität   5) Vernetzung & Stakeholdermanagement   6) Von der Marke zur Weltmarktsmarke   7) An der Spitze: ein zielgerichteter Visionär   8) Die Kraft muss von innen kommen: hochmotivierte, best­ qualifizierte Mitarbeiter   9) Sei mutig, aber nicht übermütig 10) Vertrauenswürdigkeit leben 11) Mit Rückschlägen umgehen können und aus Fehlern lernen 

Quelle: UBIT/WKW/Karmasin

lichen der österreichischen Hidden Champions der Aussage voll zu, aber nur 35,8 % der Probanden stimmten eher zu. Dennoch scheint somit die Kommunikation und insbesondere die Werbung dieser Hightech-Betriebe von technischen Inhalten dominiert zu werden. Es könnte aber eine Überlegung wert sein, den ­Nutzen oder gar emotionale Aspekte stärker in der Kommunikation dieser ohnehin schon erfolgreichen Unternehmen herauszu­ streichen. Die zentrale Bedeutung der Produktpolitik Welche Rolle spielt somit die Kommunikationspolitik im Vergleich zu den anderen Instrumenten des Marketing? Fragt man die Marketingverantwortlichen der österreichischen Hidden Champions, wie wichtig die vier klassischen Instrumente des Marketing – die sogenannten 4 P’s – für den Erfolg ihres Unternehmens sind, dann erhält man eine eindeutige Antwort: Die Produkt- und Markenpolitik scheint das mit Abstand wichtigste Marketing­ instrument der mittelständischen österreichischen Welt- und Europamarktführer zu sein. Auf einer Skala von 1 (= sehr wichtig)


WeltMeister Österreich ErfolgsGeheimnisse

bis 5 (= sehr unwichtig) erreicht die Produkt- und Markenpolitik den sehr hohen Mittelwert von 1,34. Erst mit einigem Abstand folgen die Distributionspolitik (Mittelwert: 1,83), die Kommunikationspolitik (1,89) und die Preis- und Konditionenpolitik (1,98). Auch aus anderen Studien (Jungwirth 2009, 2012) ist bereits bekannt, dass der Produktpolitik der Hidden Champions eine zentrale Bedeutung zukommt. Wie schon erwähnt, scheinen die hohen Ausgaben für Forschung & Entwicklung die Basis dafür zu sein, dass die Produkte und Dienstleistungen dieser Unter­ nehmen denen der relevanten Mitbewerber am Weltmarkt qualitativ überlegen sind. Dies schätzen nicht nur die Führungskräfte der österreichischen Hidden Champions so ein (Pfefferkorn 2008, Stocker 2015), das bestätigen auch deren internationale Kunden (Jungwirth, Kraus 2010). Wie aus Abbildung 5 ersichtlich ist, schätzen 67,9 % der befragten Marketingverantwortlichen der österreichischen Hidden Champions die Produktpolitik als sehr wichtig für den Erfolg des Unternehmens ein, weitere 30,2 % als eher wichtig. Die drei anderen Marketinginstrumente werden zwar mehrheitlich auch als sehr bzw. eher wichtig für den Unternehmenserfolg eingeschätzt, die Produkt- und Markenpolitik scheint diesbezüglich aber eine ganz besondere Rolle einzunehmen. Die Kommunikationspolitik wird von 39,6 % der Probanden als sehr wichtig eingeschätzt und von weiteren 47,2 % als eher wichtig (vgl. Abbildung 5).

Produktpolitik

Distributionspolitik

Kommunikationspolitik

Preispolitik

sehr wichtig

eher wichtig

weder noch

eher unwichtig

sehr unwichtig

Abbildung 5: Wichtigkeit der Marketinginstrumente für den Unternehmenserfolg

Überzeugungsarbeit für weltmeisterliche Qualität Auch wenn der Produkt- und Markenpolitik der Hidden Cham­ pions eine Schlüsselrolle in Bezug auf den Unternehmenserfolg zuzukommen scheint, wird die Kommunikationspolitik von 86,8 % der befragten Führungskräfte als sehr wichtig oder eher wichtig eingestuft. Ihr kommt die Aufgabe zu, die internationalen Kunden der mittelständischen Welt- und Europamarktführer aus Österreich mithilfe der verschiedenen klassischen und digitalen Kommunikationsinstrumente von der hohen Qualität der Produkte und Dienstleistungen zu überzeugen.

Hidden Champions in Österreich Nr. 1 der Welt

Nr. 2 oder 3 der Welt

Nr. 1 in Europa

bis 200 Mio. Jahresumsatz

145

 5

49

199

mehr als 200 Mio. Jahresumsatz

 46

 5

 7

 58

 Stand: Ende 2015

191

10

56

257

Da die international übliche Definition eines Hidden Champions nicht „nur“ die aktuelle Nr. 1 der Welt umfasst, sondern auch die Nr. 2 und 3 der Welt sowie die Nr. 1 des jeweiligen Kontinents (in unserem Fall also Europa), wurden die verschiedenen Kategorien getrennt. Wenn ein Unternehmen Welt- und Europamarktführer ist, wird es nur in der Spalte „Nr. 1 der Welt“ geführt (gilt auch für die Spalte „Nr. 2 oder Nr. 3 der Welt“). Unternehmen, die in der Spalte „Nr. 1 in Europa“ geführt werden, befinden sich nicht unter den TOP 3 der Welt. Bei allen angeführten Weltmarktführern liegt der Firmensitz in Österreich.


Foto: Getzner

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Foto: FACC

Dabei gilt es einerseits, die technischen Vorteile der meist hochinnovativen Produkte dieser Hightech-Unternehmen unter anderem mithilfe von Bildern so zu visualisieren, dass im Idealfall nicht nur rationale Argumente, sondern auch Emotionen transportiert werden. Dar­ über hinaus ist es das Ziel dieser Betriebe, mit den meist langjährigen und treuen Stammkunden auf ihren internationalen Business-to-Business-Märkten möglichst indivi­ duell zu kommunizieren. Auch wenn die Marketing- und Kommunikationsverantwort­ lichen der österreichischen Hidden Champions aufgrund dieser

Rahmenbedingungen vor große Herausforderungen gestellt werden, so gelingt es ihnen trotzdem immer wieder, einen unverzichtbaren Beitrag für den globalen Erfolg dieser weitgehend unbekannten Weltmarktführer zu leisten! ◆


WeltMeister Österreich Exportpreis 2016

Österreichs Paradeunternehmen vor den Vorhang Österreichs Unternehmen sichern mit ihren Erfolgen auf internationalen Märkten Wohlstand und Arbeitsplätze. Immerhin werden sechs von zehn Euro im Export erwirtschaftet. Die Besten unter ihnen werden alljährlich mit dem Österreichischen Exportpreis ausgezeichnet. gehobenen Genres produziert Getzner in fünf Webereien mit 630 Webmaschinen, drei Ausrüst- und einem Färbereibetrieb jährlich etwa 60 Mio. m2 Gewebe und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 265 Millionen Euro. Modestoffe für Hemden, Corporate Fashion sowie Technische Stoffe ergänzen das innovative ­ Produkt­sortiment. Österreich ist eines der wichtigsten Exportländer für Nadelschnittholz: Die Stämme, die zur Verarbeitung verwendet werden, wachsen in ausgesprochen guten Waldgebieten. HandelsExportpreissieger Alfred Vesely Timber Export ist heute einer der führenden Lieferanten für Fichten-, Tannen- und Kiefernschnittholz in den Nahen und Mittleren Osten sowie in nord- und ost­ afrikanische Länder. In der Kategorie Gewerbe und Handwerk ging der ExportBorn Global Champions FRESH VIEW preis 2016 in Gold an die Henn Im Rahmen des Exporttages 2016 wurden GmbH aus Vorarlberg. Gegrün55 junge österreichische Unternehmen mit det 1990, konzentriert sich das dem „Born Global Champions“ Award Unternehmen auf Entwicklung, ausgezeichnet. Diese Auszeichnungen geAssembling und Vertrieb von hen an junge Unternehmen (Gründung innovativen Schnellkupplungen 2010 oder danach), die in Spezialsegmenfür automobile Anwendungen ten mit hervorragenden Produkten oder im Bereich Ladeluft und KühlDienstleistungen von Anfang an weltweit tätig waren und wasser und ist damit Weltschnelles internationales Wachstum zeigen. marktführer. Das Geheimnis des Die Preisträger werden in einer englischsprachigen Sonder­ Erfolgs (fast 100 % Exportquoedition der internationalen Magazinreihe FRESH VIEW mit te) ist Forschung und Entwickdem Titel „Austria‘s Born Global Champions II“ präsentiert. lung mit Dutzenden Patenten. http://bit.ly/28YdQQ7 In der Kategorie Information und Consulting konnte die ILF

Die Verleihung der Exportpreise 2016 fand am 21. Juni als krönender Abschluss des Österreichischen Exporttages im Rahmen einer abendlichen Gala, der Exporter’s Nite im MuseumsQuartier Wien, statt. Auf diese Weise zeichnet ADVANTAGE AUSTRIA als Teil der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) alljährlich österreichische Unternehmen für ihren herausragendenEinsatz und ihre Leistungen auf globalen Märkten aus. „Mit den Exportpreisen würdigen wir überdurchschnittliches Engagement und Erfolge heimischer Unternehmer auf inter­ nationalen Märkten“, betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl in seiner Laudatio. „Symbolisch geht unser Dank an alle 55.000 öster­reichischen Exporteure – denn wer Erfolg hat, darf sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern muss auch gebührend gefeiert werden.“

Special edition | en Edited by the Austrian Federal Economic ADVANTAGE AUSTRIA Chamber

Special edition : Austria’s Born Global

OTHER PUBLICAT IONS IN THE FRESH VIEW SERIES NO 158 Organic Food (English | German) NO 157 Smart Cities (English | German,

SPECIAL EDITION Austria´s Born Global Champion NO 156 Environme s (English) ntal Technolog y (English | German) SPECIAL EDITION Austria´s Hidden Champion NO 155 Life Sciences and Medical Technolog s (English) NO 154 Machinery y (English | German) and Plant Constructi on (English | German, NO 153 Sustainabl French |Spanish) e Building (English | German, English NO 152 Plastics | Chinese) (English | German) NO 151 Tourism Infrastructure and Know-How NO 150 Education (English | German, English | Russian, in Austria (English English | Chinese) | German) NO 149 Environme ntal Technolog y and Renewable NO 148 Architectu Energy (English | German) re Design Film and Music (English NO 147 Technolog | German) y (Chinese | English, Russian | Turkish, Portuguese NO 145 Constructi | Spanish) on Industry of the Future (English | German) Please contact us at fresh-view @advantag or view online eaustria.org to on www.fresh-view.at receive free hard copies

Global Champions

II

English | Spanish)

FRESH VIEW on Austria’s Born

Güldene Exportpreissieger Im heiß umkämpften Wettbewerb der exportaffinen österreichischen Industrie siegte die Getzner Textil AG, eines der größten Unternehmen des Bundeslands Vorarlberg sowie einer der größten Buntweber der Welt. „Die Auszeichnung ist eine Anerkennung für die Bemühungen jedes einzelnen Mitarbeiters“, kommentiert Getzner-Chef Josef Lampert. Als führender Hersteller für afrikanische Bekleidungsdamaste des

Champions II


22_23

Foto: Getzner Textil AG

DIE EXPORTPREISSIEGER ...

Stoff, aus dem Geschichten sind: Exportpreissieger Getzner Textil AG zählt zu den größten Buntwebern der Welt.

Consulting Engineers mit ihren interdisziplinären Ingenieur-, Beratungs- und Projektmanagementleistungen Platz 1 erringen. Die ILF Consulting Engineers – mehrere international tätige, unabhängige Ingenieur- und Beratungsunternehmen – unterstützen anspruchsvolle Kunden bei der Realisierung komplexer Industrieund Infrastrukturprojekte und zählen damit zu den führenden Ingenieurunternehmen weltweit. 2016 bestätigte sich erneut, dass der österreichische Tourismus einen wesentlichen Anteil zur Leistungsbilanz beiträgt. 2015 waren gemäß Reiseverkehrsbilanz der Nationalbank rund 16,5 Mrd. Euro an Ausgaben ausländischer Gäste in Österreich zu verzeichnen. In dieser Branche kommt der Sieger des Exportpreises 2016 aus dem Bereich der Hotellerie: „Goldener Berg“ ist ein Erfolgsbeispiel für einen heimischen Betrieb, der mit Traditionsbewusstsein, viel Freude an Innovation und neuen, kreativen Ideen geführt wird. Mit rund 92 % ausländischen Gästen zählt das Hotel Goldener Berg zu den führenden Qualitätshotels des Landes. Damit wird deutlich unterstrichen, welch bedeutenden Beitrag die Hotellerie für die Exportwirtschaft leistet – denn jeder ausländische Gast ist nicht nur künftiger Botschafter für Österreich in aller Welt, sondern trägt auch zu einer positiven Außenhandelsbilanz bei. Last but not least offeriert die GlobeAir AG Luftfahrtleistungen mit Fokus auf Geschäftsreisen in Europa. Seit 2011 ist die Firma europäischer Marktführer in ihrem Segment und Betreiber der weltweit größten Flotte an Citation Mustang Jets. Das Unternehmen erwirtschaftet mit 65 Mitarbeitern etwa 98 % der Umsätze im Ausland. Als Servicedienstleister und „Air Taxi“ hat GlobeAir seinen Fokus auf Kundenbetreuung durch ein multi­ nationales Team ausgerichtet und investiert laufend in Schulungen der Mitarbeiter. Denn neben Unternehmergeist und hoher Innovationskraft braucht die Mobilitätswirtschaft vor allem auch gut ausgebildete Fachkräfte. „Die besten Produkte können nur dann Nutzen stiften, wenn sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind“, sagt WKÖ-Bundesspartenobmann Alexander Klacska; die österreichischen Exporterfolge werden daher auch weiterhin tatkräftig von heimischen Mobilitätsdienstleistern getragen!  u

... werden gekürt von einer unabhängigen Experten-Jury, bestehend aus hochrangigen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Medien: c Gewerbe & Handwerk Gold: HENN GmbH & Co KG (Vorarlberg) Silber: CROMA Pharma GmbH (Niederösterreich) Bronze: MHMS Mechatronic Solutions GmbH & Co KG (Tirol) c Handel Gold: Alfred Vesely Timber-Export e.U. (Wien) Silber: Great Lengths Haarvertriebs GmbH (Steiermark) Bronze: Hirschalm GmbH (Niederösterreich) c Industrie Gold: Getzner Textil AG (Vorarlberg) Silber: Trodat GmbH (Oberösterreich) Bronze: Wacker Neuson Linz GmbH (Oberösterreich) c Information & Consulting Gold: ILF Consulting Engineers Austria GmbH (Tirol) Silber: EFS Unternehmensberatung GmbH (Wien) Bronze: Webgears GmbH (Vorarlberg) c Tourismus & Freizeitwirtschaft Gold: Berg Pfefferkorn GmbH & Co KG, Hotel Goldener Berg (Vorarlberg) Silber: A Quechua Sports Academy GmbH (Steiermark) Silber: Schladming-Dachstein Tourismusmarketing GmbH (Steiermark) c Transport & Verkehr Gold: GlobeAir AG (Oberösterreich) Silber: Condor Speditions Transport GmbH+Co KG (Salzburg) Bronze: Rail Cargo Austria AG (Wien) Sonderpreise: c Für die erfolgreiche Internationalisierung erhielt die voest­alpine AG den „Global Player Award 2016“. c Der „Expat Award 2016“ an eine Persönlichkeit, die sich als Leiter einer österreichischen Auslandsniederlassung um den heimischen Außenhandel besonders verdient gemacht hat, ging an Georg Wachtel, der in seiner Karriere für die OMV AG im arabischen Raum für viele erfolgreiche Projekte verantwortlich zeichnet. c Der Award „Auslandsinvestor des Jahres 2016“ für die wichtigste internationale Betriebsansiedlung des Jahres in Österreich ging an Boehringer Ingelheim. Das Unternehmen investierte mehr als eine halbe Milliarde Euro in den Standort Wien und wird mindestens 400 neue Jobs schaffen.


WeltMeister Österreich Unternehmen stellen sich vor

VAMED – 100 % auf Gesundheit fokussiert Die VAMED ist ein international führender Gesundheitsdienstleister mit einem einzigartigen Leistungsangebot, das die Planung, Errichtung, Ausstattung sowie den Betrieb von Gesundheitseinrichtungen über den gesamten Lebenszyklus umfasst. Diese Kompetenz ist international gefragt: Die VAMED hat in 78 Ländern auf vier Kontinenten bereits 760 Projekte im Gesundheitsund gesundheitstouristischen Bereich realisiert und beschäftigt rund 17.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die VAMED betreut in aller Welt über 550 Gesundheitseinrichtungen mit mehr als 135.000 Betten. Für 54 Gesundheitseinrichtungen auf 4 Kontinenten übernimmt das Unternehmen derzeit die Gesamtbetriebsführung. Die Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit liegen gemessen am Umsatz zu 74 % in Europa, zu 14 % in Asien, zu 9 % in Afrika und zu 3 % in Lateinamerika.

Facts & Figures

2015, in Mio. Euro

+/– zu 2014

Auftragsbestand

1.650

+ 18 %

Auftragseingang

904

+8%

1.118

+7%

EBIT

64

+8%

Konzernergebnis

44

+7%

Umsatz

Gegründet wurde die VAMED im Jahr 1982, um die Fertigstellung des damals neu errichteten AKH (Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien – medizinischer Universitätscampus) sicherzustellen. Mit 30 Kliniken und Insti­tuten und insgesamt rund 2.000 Betten ist das AKH Wien eines der größten und renommiertesten Universitätskrankenhäuser Europas. Exportmotor Gesundheit Die VAMED ist einerseits kompetenter Teilnehmer österreichischer Wirtschaftsmissionen, andererseits sind ihre wichtigsten österreichischen Gesundheitseinrichtungen Fixpunkte im Programm vieler internationaler Delegationen in Österreich. Genauso vielfältig wie die Kontakte ist die Liste der Projekte der VAMED: Die Palette reicht dabei von der Neugestaltung der ­ ­renommierten Universitätsklinik Charité in Berlin, der Neuerrichtung mit anschließender Gesamtbetriebsführung des Universitäts­ klinikums Schleswig-Holstein über die Erweiterung der füh­ renden Rehaklinik Zihlschlacht in der Schweiz bis hin zum ­innova­tiven Al Reem Integrated Health & Care Center in Abu Dhabi oder der Entwicklung der neuen Privatklinik Haikou in China. Alles aus einer Hand Die VAMED hat sich international auch einen Namen bei öffentlich-privaten Kooperationen (Public-Private-Partnerships) im Gesundheitswesen gemacht. Zusammen mit der öffentlichen Hand führt die VAMED Einrichtungen in allen Bereichen des Gesundheitswesens. Dazu zählen Thermen- und Gesundheitsresorts


© 2015 ZOOMVP

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VAMED Projekt – Al Reem Integrated Health & Care Center, Abu Dhabi.

genauso wie akutmedizinische Krankenhäuser, Rehabilitationszentren und Pflegeeinrichtungen. Starke Präsenz auch in Österreich Die VAMED betreibt derzeit 15 Rehabilitationseinrichtungen, davon 12 in Österreich, zwei in der Schweiz sowie eine in Tschechien und ist damit der größte private Rehabilitationsanbieter in Österreich. In der Schweiz ist die VAMED bereits Nummer 2 am privaten Reha-Markt, und in Tschechien betreibt die VAMEDTochter Mediterra die modernste Reha-Einrichtung des Landes. Die VAMED beschreitet im Bereich der Rehabilitation auch bewusst neue Wege. So wurde mit innovativen Rehabilitations­ angeboten eine Vorreiterrolle in der onkologischen Rehabilitation übernommen: 2014 schuf die VAMED mit der Rehaklinik St. Veit im Pongau die ersten 120 Versorgungsplätze für die Reha­ bilitation von Krebserkrankungen in Westösterreich, nachdem sie bereits im Jahr 2010 das Onkologische Rehazentrum „Der S ­ onnberghof“ in Ostösterreich eröffnet hat. Netzwerk für Gesundheit Vernetzung wird im Unternehmen großgeschrieben: Von der ­Planung bis zum Betrieb, von der Prävention bis zur Pflege und

von Südamerika bis China tauschen die VAMED-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Erfahrungen aus, um Patientinnen und ­Patienten in Zukunft noch besser und effizienter zu versorgen. Zum Team zählen auch über 650 Ärztinnen und Ärzte, die die VAMED im „International Medical Board“ miteinander vernetzt. So sollen neuartige Behandlungsmethoden, die an einem Standort bereits erfolgreich angewendet wurden, künftig noch rascher allen Patientinnen und Patienten zugutekommen. Führender Betreiber von Thermen- und Gesundheitsresorts Auch in der Prävention entwickelt die VAMED neue Konzepte. So hat das Unternehmen gemeinsam mit der Medizinischen Univer­sität Wien, auf Erkenntnissen der Gender-Medizin basierend, ein gesundheitstouristisches Angebot entwickelt, das im la pura women’s health resort kamptal umgesetzt wird. Die VAMED betreibt hier das erste und einzige Resort, das sich ­ ­exklusiv der Gesundheit von Frauen widmet. Seit 2015 betreibt die VAMED mit der Aquaworld Budapest erfolgreich das größte Thermen­resort Ungarns. Mit jährlich rund 3,1 Millionen Gästen in den Thermen der VAMED Vitality World ist die VAMED Österreichs führender Betreiber von Thermen- und Gesundheits­ resorts.


WeltMeister Österreich Systemrelevanz

Ohne Leitbetriebe läuft es nicht Rund 260 Leitbetriebe bilden das starke wirtschaftliche Rückgrat ­Österreichs. Sie sichern Wertschöpfung im Land und geben Hundert­ tausenden Menschen direkt in den Betrieben und in deren Tausenden Partnerunternehmen Arbeitsplätze.

Foto: Infineon

von Wiener Neustadt. Darüber hinaus forschen diese vier LeitbeLeitbetriebe haben eine riesige Bedeutung, die über die rein triebe mit circa 2.800 hoch qualifizierten Mitarbeitern an neuen wirtschaftlichen Effekte weit hinausgeht. Aufgrund ihrer zumeist Produkten, kooperieren mit über 100 akademischen Institutionen, hochkomplexen Produkte und Produktionsprozesse sind sie mit 40 NGOs und unterstützen rund 80 Bildungsprojekte. einem überdurchschnittlich großen Netzwerk an Lieferanten Ihr Einfluss auf die regionale Entwicklung ist somit enorm – und Partnerunternehmen verflochten und haben darüber hinaus von ihrer Performance werden oft ganze Bezirke und Landesteile auch eine enorme Strahlkraft und Bedeutung für ihr gesamtes wesentlich beeinflusst. Ihre Prosperität ist entscheidend für die Umfeld wie z. B. Bildungseinrichtungen, Forschungsstätten soQualität der regionalen und nationalen Infrastruktur, der Bilwie für die Bevölkerung insgesamt. Das Industriewissenschaft­ dungseinrichtungen bis hin zur Dichte der Nahversorger. liche Institut (IWI) hat anhand einiger Vorzeigeunternehmen deren Bedeutung für die heiZentrale Rolle mische Wirtschaft und auch als Arbeitgeber Gesell­ schaft untersucht. KlaFür die Siemens AG Österreich res Resümee: Ohne diese Leitals einem der führenden Inbetriebe würde Österreich jedustrie- und Technologiekondenfalls anders aussehen! zerne des Landes zählen die So zählen etwa Siemens Schaffung und der Erhalt von AG Österreich, Infineon Techhochqualitativen Arbeits- und nologies Austria AG, BoehrinAusbildungsplätzen zu den ger Ingelheim RCV und H ­ enkel zen­ tralen Aufgaben. Rund CEE zu den „Lokomotiven“ 10.200 Mitarbeiter arbeiten für der österreichischen WirtSiemens Österreich. Über die schaft: A ­ lleine diese vier UnWert­schöpfungskette des Vorternehmen sind gesamtwirtleistungsverbundes (Zuliefeschaftlich für 11 Milliarden rer, Kunden etc.) betrachtet, Euro Umsatz verantwortlich. wächst die Bedeutung in Um diese Summe könnte der Öster­ reich nochmals um ein Hauptbahnhof Wien erneut erVielfaches. So werden in Sumrichtet werden – und zwar me mehr als 26.000 Beschäftigleich elfmal. Sie sichern digungsverhältnisse in Österrekt und indirekt rund 42.000 Arbeitsplätze, das entspricht Infineon arbeitet an Zukunftsthemen wie höherer Energieeffizienz, nachhaltiger reich durch Siemens Österreich ­abgesichert. in etwa der Einwohneranzahl ­Mobilität sowie Sicherheit in der digitalen Welt.


Foto: IV-Wien

Foto: Siemens

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Die Fahrwerke für die weltweit bestens nachgefragten Siemens-Lokomotiven vom Typ Vectron kommen aus dem Siemens-Werk in Graz.

Die Chefs der Leitbetriebe: Christian Fechner, CFO von Boehringer Ingelheim, Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG, Wolfgang Hesoun, Siemens Österreich, Günter Thumser, Henkel CEE Präsident (v. l.).

Wolfgang Hesoun, Vorstandsvorsitzender Siemens AG Österreich (und Präsident der Industriellenvereinigung Wien): „Großaufträge, die Siemens in Österreich abwickelt, sind mit wichtigen Impulsen für den Standort verbunden. Wenn wir hier im Land Aufträge abwickeln, beschäftigen wir rund 10.000 weitere Unternehmen (davon 6.600 Geschäftspartner aus Österreich) und sorgen damit für Arbeitsplätze und Wohlstand.“ Alleine die Arbeitnehmerentgelte von Siemens und jene, die in der Zusammenarbeit mit Siemens in den Partnerbetrieben generiert werden, betragen mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr. Die damit ebenfalls verbundenen Fiskal- und Sozialbeitrags­ effekte kommen auf über 620 Millionen Euro. (Womit beispielsweise rund 4.500 Wohnungen gebaut werden könnten.) Die soziale Bedeutung von Siemens Österreich geht aber weit über jene des Steuerzahlers und Arbeitgebers hinaus. Der Konzern bildet bereits seit vielen Jahren Jugendliche mit vermindertem Hörvermögen – unter ihnen auch viele mit Migrationshintergrund – aus. „Dank technischer und personeller Unterstützung ermöglichen wir derzeit 33 gehörbehinderten Jugendlichen eine duale Ausbildung im Bereich der Elektronik“, berichtet Wolfgang Hesoun. 2.000 Fachbegriffe aus der Technik wurden bei Siemens extra in Gebärdensprache übersetzt. Darüber hinaus engagiert sich Siemens besonders in der Lehrausbildung von Mädchen und Frauen in handwerklichen und technischen Berufen.

im Zentrum eines fein gesponnenen sozialen Netzwerks. Ein hervorragendes Beispiel ist Infineon Technologies Austria – das mit Mikrochips aus heimischer Entwicklung und Fertigung weltweit erfolgreiche Technologieunternehmen engagiert sich in ­einer Vielzahl von Aus- und Weiterbildungsaktivitäten in Österreich. „Infineon arbeitet an wesentlichen Zukunftsthemen wie höherer Energieeffizienz, nachhaltiger Mobilität sowie Sicherheit in der digitalen Welt“, bestätigt die Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG, Sabine Herlitschka. „Wir benötigen die besten Köpfe, um in den kommenden Jahren die großen gesellschaftlichen Chancen wie die Digitalisierung und Industrie 4.0 in Österreich zu nutzen. Daher wollen wir als ­Infineon aktiv und frühzeitig für Technik begeistern und breite Bewusstseinsarbeit für modernste Bildungskonzepte leisten.“ Der Schwerpunkt liegt dabei auf Projekten und Initiativen in den MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Adressiert werden alle Altersgruppen von Kindern im Vorschulalter über Schüler bis hin zu Studierenden an Fachhochschulen und Universitäten. Spezielles Augenmerk wird darauf gelegt, Mädchen und Frauen für technische Berufe zu gewinnen. Seit 2014 hat Infineon so rund 20.000 Kinder, Jugendliche und Studenten in verschiedensten Projekten erreicht. Das Unternehmen setzt hier starke Impulse, um die attraktiven Karrieremöglichkeiten in der Technik für potenzielle Fachkräfte aufzuzeigen. Mit 3.500 Beschäftigten ermöglicht I­ nfineon gesamtwirtschaftlich rund 12.000 Arbeitsplätze in Öster­reich. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit österreichischen Universitäten wird mit vier Stiftungsprofessuren, ­darunter zwei

Hohes Engagement im Bildungsbereich Die Kombination aus internationaler Ausrichtung auf Basis einer starken regionalen Verankerung erweist sich als Erfolgsrezept für industriell produzierende Leitbetriebe. Sie stehen dabei immer


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vom BMVIT kofinanziert, intensiv gefördert. 2014 hat das Unternehmen erstmalig in Österreich eine Stiftungsprofessur für Leistungselektronik an der Fakultät für Technische Wissenschaften der Universität ­Innsbruck eingerichtet. Weiters fördert das Unternehmen seit Jahren maßgeblich die Villacher Kindertagesstätte Inter­ national Day Care Center, eine öffent­ liche Einrichtung mit innovativem pädagogischen Konzept sowie Schwerpunkt auf Technik und Naturwissenschaften. Forschung auf internationalem Top-Niveau Der Forschungsstandort Österreich wäre ohne die Leistungen von Leitbetrieben in weiten Bereichen nicht auf jenem Niveau, auf dem er sich heute befindet. Die enge Kooperation der Spitzenunternehmen mit Forschungseinrichtungen sorgt für inter­ national viel beachtete Innovationen. So befinden sich Infineon und Boehringer Ingelheim dabei auf den Plätzen 1 und 3 der forschungsstärksten Unternehmen in Österreich, die gemeinsam jährlich mehr als 750 Millionen Euro in F&E investieren. Allein Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna (RCV) steckt bei einem gesamtwirtschaftlich betrachteten Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro rund 200 Millionen Euro jährlich in die Forschung. Dazu kommen noch 20 Millionen für das Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP). Boehringer Ingel­ heim unterstützt das Grundlagenforschungszentrum als größter Geldgeber und alleiniger Gesellschafter, nimmt aber ­keinen Einfluss auf dessen Projekte und Forschungsgebiete. Derzeit arbeiten rund 200 Wissenschaftler an den Grundlagen der Molekularbiologie. „Als Pharmaunternehmen in Familienbesitz können wir es uns leisten, Grundlagenforschung zu unterstützen, die möglicher­ weise erst langfristig zur Entwicklung neuer Medikamente führt“, erläutert Christian Fechner, CFO von Boehringer Ingel-

Foto: Henkel

Die Henkel-Zentrale in Wien trägt die Verantwortung für 32 Länder in der Region Central Eastern Europe (CEE).

heim RCV. Aktuell weitet Boehringer Ingelheim sein Engagement am IMP sogar noch aus und investiert rund 50 Millionen Euro in den Bau eines neuen Institutsgebäudes. Das Boehringer Ingelheim RCV trägt die Verantwortung für das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, rezeptfreien Präparaten sowie Tierarzneimitteln von Boehringer Ingelheim in Österreich sowie in mehr als 30 Ländern der Region Mittel- und Osteuropa, Zentralasien, der Schweiz und Israel. Ab 2017 wird außerdem der Unternehmensstandort in WienMeidling erweitert, bis 2021 werden auf dem Firmengelände und dem Areal südlich des Werksgeländes bis zur Südbahn eine biopharmazeutische Produktionsanlage und die dazugehörigen Betriebsgebäude entstehen. Mit mehr als 500 Mio. Euro wird dies die höchste je getätigte Einzelinvestition in der Geschichte von Boehringer Ingelheim. „Die Entscheidung der Unternehmens­ leitung, künftig auch mittels Zellkulturtechnologie in Wien zu produzieren, ist ein Vertrauensbeweis und sichert Standort und Arbeitsplätze nachhaltig ab“, sagt RCV-Generaldirektor Philipp von Lattorff. Insgesamt erzielte das Regional Center Vienna im Geschäftsjahr 2015 Gesamterlöse von 760 Mio. Euro und beschäftigte in der Region Mittel- und Osteuropa 3.400 Mitarbeiter, davon 1.500 in Österreich Produktionsstandort Österreich Ein ganz zentraler Aspekt, der solche Leitbetriebe auszeichnet ist zudem, dass sie in Österreich in großem, industriellen Stil­


Foto: Architekt Podsedensek ZT

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Wien ist Zentrum für Krebsforschung sowie Standort für biopharmazeutische Forschung, Entwicklung und Produktion im Boehringer Ingelheim-Konzern, der damit zu den forschungsintensivsten pharmazeutischen Unternehmen in Österreich zählt.

produzieren. Produzierende Leitbetriebe haben eine besondere Bedeutung in einer Volkswirtschaft: Sie sind Ursprung von hochentwickelter Forschung & Entwicklung, denn Sie stellen zumeist äußerst komplexe, vernetzte und interdisziplinäre Produkte her. Dafür müssen sie einerseits hohe Qualifikation einsetzen und üben andererseits eine überdurchschnittlich starke Anziehungskraft auf andere Bereiche, insbesondere den Dienstleistungs­ sektor, aus. Sie sind somit auch zu permanenter Innovation gezwungen und sichern folglich in einem einzigartigen Ausmaß die Wettbewerbsfähigkeit nicht nur innerhalb der eigenen Branche, sondern über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg für den Standort Österreich insgesamt. Ein produzierender Leitbetrieb, der an seinem traditionellen Standort seit 1927 festgehalten hat, ist Henkel CEE: Der Markenartikelhersteller fertigt in seinem Werk im 3. Wiener Bezirk jährlich unter anderem jene Mengen seines Spitzenprodukts Persil,

die ausreichen würden, um 3,2 Milliarden T-Shirts zu waschen. Günter Thumser, Präsident von Henkel CEE: „Mit einer Jahresproduktion von fast 250.000 Tonnen Wasch- bzw. Reinigungsmittel sind wir innerhalb des Henkel-Konzernverbunds das weltweit größte Flüssigwaschmittelwerk.“ 10 Millionen Euro investiert der Konzern jährlich in den Ausbau und die technische Verbesserung des Standortes Wien. Dabei wird vor allem auf Nachhaltigkeit Wert gelegt. So verbraucht Henkel CEE heute 34 Prozent weniger Wasser pro produzierter Tonne als 2010. Bei der Herstellung fallen auch um 29 Prozent weniger Abfälle an als noch vor fünf Jahren. Über 500 Millionen Euro beträgt der Umsatz im Unternehmen, gesamtwirtschaftlich betrachtet liegt er bei 984 Millionen Euro. Henkel CEE ist dabei für eine Wertschöpfung von 322 Millionen Euro verantwortlich und stellt damit einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor in der Hauptstadt dar. Thumser: „Wir exportieren rund 85 Prozent un-


WeltMeister Österreich Systemrelevanz

ABB engagiert sich weiter als österreichischer Leitbetrieb und hat den Betrieb in Wiener Neudorf deutlich erweitert.

Foto: ABB

Österreich hat die besten Voraussetzungen für Elektromobilität, weil der Strom schon heute überwiegend aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Mit rund 95 % Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien setzt ja auch ein weiterer Leitbetrieb seit Jahren auf das Thema Elektromobilität und treibt Projekte und EMobility Programme voran: Verbund, Österreichs größtes Stromunternehmen. „Elektrischer Strom aus erneuerbaren Energien ist der Treibstoff der Zukunft“, weiß Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. „Mit E-Mobilität realisieren wir die Vision von schadstofffreiem Individualverkehr, von lärmund abgasfreien Städten bis hin zum smarten Home, in dem selbst erzeugter und flexibel gespeicherter Strom das E-Fahrzeug speist.“ (Mehr über E-Mobilität ab S. 54–57!) Doch zurück zur ABB und deren Leitbetrieb-Aktivitäten: Vor Kurzem hat das Unternehmen den Standort in Wiener Neudorf vergrößert und eine knapp 2.200 m² große und 11 Meter hohe Assembling-Halle für Roboter mit einer integrierten Mess- und regeltechnischen Werkstätte sowie ein dreistöckiges modernes Bürogebäude errichtet. „Dieser erweiterte Standort vereint unsere Expertise in der gesamten industriellen Wertschöpfungskette wie Steuerungen, Motoren, Antriebe, Roboter sowie eben Schnellladestationen für Elektroautos unter einem Dach und bietet ein qualitatives und innovatives Produktportfolio und rasche, zuverlässige Serviceleistungen“, sagt Chalupecky. In der Region weiß man das jedenfalls sehr zu schätzen: Bei der Spatenstichfeier am 4. 3. 2016 zeigten sich Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und der Wiener Neudorfer Bürgermeister Herbert Janschka begeistert vom neuen ABB-Gebäude, erfüllt es doch modernste Standards, ist barrierefrei gestaltet und setzt auf besonders ressourcenschonende und energieeffiziente Gebäude-

seres Produktionsvolumens in 20 Länder. Im Herbst 2016 wird die 11. Produktionslinie, die der Herstellung eines neuartigen Weichspülers dient, in Betrieb genommen.“ Die Supertechniker Bemerkenswert ist auch die Österreich-Präsenz des führenden Energie- und Automationstechnikunternehmens ABB mit den Kernkompetenzen Industrie 4.0 (bzw. Automatisierungslösungen für die Industrie generell), Smart Grids, Stromerzeugung mit Fokus auf Wasserkraft, Gebäudeautomatisierung und Elektro­ ­ mobilität mit Fokus auf Schnellladestationen. Die Unternehmen der ABB-Gruppe sind in rund 100 Ländern tätig und beschäftigen weltweit etwa 135.000 Mitarbeitende. In Österreich hat der Leitbetrieb beispielsweise schon weit mehr als 100 Highspeed-Ladestationen verkauft und damit die führende Marktposition hierzulande enorm ausgebaut. „Die steigenden Absatzzahlen in diesem noch jungen Segment, die positiven Markttendenzen und bessere gesetzliche Rahmenbedingungen sind für uns ein klares Indiz für die zunehmende Relevanz von E-Mobility und sprechen für unsere Pionierleistungen in diesem Bereich“, kommentiert ABBChef Franz Chalupecky. „Dass wir sowohl in Österreich als auch in Europa Marktführer sind, zeigt, dass unsere Lösungen den hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Komfort gerecht werden.“


Foto: APG

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Ulrike Baumgartner-Gabitzer, Vorstandsvorsitzende der Austrian Power Grid AG.

technik. Möglich gemacht wird dies vor allem durch ABB-eigene Produkte wie z. B. ABB i-bus KNX, das eine effiziente Energie­ nutzung durch die intelligente und vernetzte Steuerung der Raum- und Gebäudefunktionen (z. B. Beleuchtung, Sonnenschutz, Heizung, Kühlung, Lüftung und Klimatechnik) gewährleistet. Unter anderem stammen auch die Hauptverteilung, Leistungsschalter, Unterverteilungen, Fehlerstrom-Schutzschalter sowie der Leitungsschutz von ABB. Zufahrten, Parkplätze, Büros und Sanitärräume sind außerdem behindertengerecht ausgeführt, ebenso wie der Aufzug im Bürohaus. Darüber hinaus werden die Niederschlagswässer durch begrünte Versickerungsmulden auf Eigengrund optimal aufgenommen. Die Netzexperten In der breiten Öffentlichkeit (noch) nicht so flächendeckend bekannt wie andere Leitbetriebe und dennoch absolut unverzichtbar ist der unabhängige Übertragungsnetzbetreiber (Independent Transmission Operator, ITO) Austrian Power Grid AG, kurz APG. Österreichs „Regelzonenführer“ betreibt das heimische Stromübertragungsnetz auf der Hochspannungsebene. Das Netz der „unbundled“ Verbund-Tochter erstreckt sich auf 3.500 km Länge. „Wir sind verantwortlich für das überregionale Stromtransportnetz des Landes“, erklärt die Vorstandsvorsitzende Ulrike Baumgartner-Gabitzer im Gespräch mit „WeltMeister ­ Öster­reich“. Denn die Stromnetze der Landesenergieversorger wie etwa EVN, Wien Energie, Salzburg AG etc. sind physisch nicht miteinander verbunden. Das bedeutet, Stromaustausch

zwischen deren Netzen – den sogenannten Verteilnetzen – kann ausschließlich über das APG-Netz erfolgen. Darin liegt bereits eine wichtige Aufgabe der APG begründet: nämlich die Versorgung der Stromnetze der Bundesländer. Des Weiteren betreibt die APG die Stromleitungsverbindungen Österreichs zu den Nachbarstaaten und ist damit verantwortlich für die Einbindung Österreichs in den europäischen Strommarkt. Für die kritischen Sommermonate Mai bis September für 2016 und auch bereits für 2017 hat sich die APG zur Netz­ stabilisierung 2.400 Megawatt (MW) thermische Kraftwerks­ leistung gesichert. „Diese Kontrahierungsmenge ist dreimal so hoch wie zuletzt“, erläutert Baumgartner-Gabitzer. Mit dieser strategischen Netzreserve könnten zu erwartende kritische Netzsituationen beherrscht, die Netzstabilität gewährleistet und damit die Stromversorgung für die kommenden Sommermonate sicher­ gestellt werden. Denn die Belastungen für die Über­ tragungsnetze in Europa sind ja – vor allem durch die deutsche Energiewende – in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Und Strom kann nicht in großen Mengen gespeichert werden. Daher muss in jeder Sekunde exakt so viel Strom erzeugt wie verbraucht werden. Die APG gleicht die sich aus dem europäischen Strommarkt ergebenden Stromhandelsgeschäfte (Liefermengen und Liefertermine) mit dem Verbrauch und den verfügbaren Transportkapazitäten ab und garantiert so diese permanente Balance aus Erzeugung und Verbrauch. „Wir tragen die Letztverantwortung für eine durchgängige und störungsfreie Stromversorgung Österreichs“, sagt Baumgartner-Gabitzer. Dafür sind Investitionen vonnöten, die dem Land zugute­ kommen: In ihrem aktuellen Netzentwicklungsplan definiert die APG bis 2026 einen Bedarf von mehr als zwei Milliarden Euro. Dabei geht es um die Erneuerung und Verstärkung von bestehenden Leitungen und Umspannwerken, die teilweise aus den 1950er-/60er-Jahren stammen. Andererseits werden durch die Veränderungen in der Erzeugungsstruktur, insbesondere durch den auch in Österreich intensiv geförderten Zubau von Windkraft- und Fotovoltaikanlagen auch Neubauten (Leitungen und Umspannwerke) erforderlich. Denn auch die zentral von der APG für ganz Österreich durch­ geführte Ökostromprognose wird immer wichtiger. „Mit dem steigenden Anteil, insbesondere von Windkraft und Fotovoltaik, an der gesamten Stromerzeugung kommt auch dieser Dienst­ leistung immer größere Bedeutung zu“, resümiert BaumgartnerGabitzer. ◆


WeltMeister Österreich WirtschaftsOskar

Unbegrenzte Möglichkeiten EV Group, Steyr Motors und Skidata sind die Gewinner des WirtschaftsOskar 2016 für Spitzenleistungen von Austro-Firmen in den USA. Sie haben damit ihre Stärke im anspruchsvollsten und wettbewerbsintensivsten Markt der Welt bewiesen. Es war ein neues Rekordjahr für die österreichisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen: 2015 wurden die USA erstmals zum zweitwichtigsten Exportmarkt für Österreich – der mit Abstand größte Überseepartner sind die USA ohnehin schon lange. Die herausragenden und vielfach unbekannten Leistungen einzelner Unternehmen am ultrakompetitiven US-Markt auf den roten Teppich zu holen, ist Ziel des USABizAward, des sogenannten WirtschaftsOskar für Spitzen­leistungen österreichischer Unternehmen in den USA. 2016 wurde dieser Award bereits zum sechsten Mal vom AußenwirtschaftsCenter Los Angeles der AUSSENWIRTSCHAFT A ­ USTRIA vergeben – für Innovation, für Herausragendes in der Marktbearbeitung und für die Marktpräsenz. And the USABizAward 2016 goes to ... Innovativ! Die EV Group mit Stammsitz in St. Florian am Inn ist Technologieund Marktführer für Präzisionsanlagen zur Bearbeitung von Silizium­wafern und anderen Substraten in der Halbleiterindus­ trie, Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie. Mit EVG-Anlagen werden z. B. Module für renommierte Smartphone Hersteller produziert. Alle vier Sekunden verlässt ein gebondeter Wafer ein Bondmodul in einer EVG-Anlage. EVG wurde in Kalifornien im Rahmen des MEMS & Sensors Innovation Awards als „Supplier of the Year“ ausgezeichnet; in Nordamerika werden etwa ein Viertel des weltweiten Umsatzes erwirtschaftet. Weiters WirtschaftsOskar-nominiert: ams AG, die Nr. 1 bei Lichtsensoren, und samXtec animal care sales GmbH, Markt­ führer bei der Erfassung von Körperdaten bei Milchkühen. Spektakulär! Dem ebenfalls oberösterreichischen Dieselmotorenspezialisten Steyr Motors gelang es, im hochkompetitiven US-Verteidigungs-

sektor den Auftrag zur Ausrüstung einer Flotte von 400 Patrouillenbooten der U.S. Navy zu gewinnen. Gepunktet wurde mit Inno­vation: Motorstart ohne Wasserkühlung, Hybrid-Motor, sofortige Einsatzbereitschaft und einfach bedienbares Armaturendisplay. Die mit unterschiedlichen Kraftstoffen verwendbaren Hightech-Motoren liegen auch bei kommerziellen Booten im Trend. Weiters nominiert: Die Head Sport GmbH war Markenweltmeister bei der Ski WM in Vail und Beaver Creek – die meisten Medaillen wurden mit Head-Schiern eingefahren. Marktdurchdringend! Der Salzburger Technologieführer Skidata ist die Nr. 1 in den USA für Zugangssysteme und erzielte dies in mehreren Segmenten wie etwa bei Parkplätzen, Flughäfen und Schiliften. 25 LoyaltyLösungen wurden in amerikanischen Top-Sportclubs der National Football League, National Hockey League und National Basketball League installiert und Aufträge für Parkzutrittssysteme an den Flughäfen in Sacramento, Orlando und Dallas sowie in renommierten Schigebieten gewonnen. Um die Marktposition zu stärken, wurden zwei US-Unternehmen sowie die Parktechnologie von 3M gekauft und ein F&E-Zentrum in Dallas/Texas eröffnet. Die Zahl der US-Mitarbeiter verdreifachte sich auf beinahe 200 und die Umsätze am amerikanischen Markt stiegen um 150 %. Weiters nominiert: Hans Künz GmbH übernahm die US-Marktführerschaft im Bereich der Intermodalkrane – und Bachmann electronic GmbH hat mit seinen Steuerungen für Windenergie­ anlagen bereits einen US-Marktanteil von fast 50 %! Windenergie-Boom führt zu weltmeisterlichen Leistungen Mehr als 20.000 Windenergieanlagen sind in den USA bereits mit Steuerungen der Bachmann electronic GmbH ausgerüstet. Mit E.ON wurde 2015 der größte Einzelauftrag zur Zustandsüber­


Foto: EV Group

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Die EV Group ist mit ihren weltmeisterlichen Prozessanlagen für die Halbleiterindustrie, Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie global erfolgreich.

wachung von Windturbinen abgewickelt und mehr als tausend Windturbinen wurden mit CM-Systemen ausgerüstet. Auf dem Wind Energy Operations & Maintenance Summit in Dallas wurde Bachmann mit dem „Excellence Award“ für die beste techno­ logische Innovation für das Steuerungsretrofit für Windenergieanlagen ausgezeichnet. Die amerikanischen Windturbinen und Windparks werden vom Headquarter in Boston/Massachusetts fernüberwacht. Im vergangenen Jahrzehnt wurden in den USA 128 Milliarden Dollar in Windenergieprojekte investiert, 88.000 Jobs sind mit Windenergie verbunden und Windtechniker gehören zu der am schnellsten wachsenden Jobgruppe. Die Windenergiekosten ­haben sich in den letzten sechs Jahren um zwei Drittel reduziert. Begünstigt wird die dynamische Entwicklung des Windenergiesektors durch die Verlängerung der Steuererleichterungen durch den Kongress. „Von der guten Stimmung im amerikanischen Windsektor werden österreichische Anbieter innovativer Windenergielösungen weiter profitieren“, sagt der Wirtschafts­ delegierte in Los Angeles, Rudolf Thaler. „Der Servicesektor ­bestehender Anlagen entwickelt sich dabei zusätzlich zu einem attraktiven Geschäftsfeld.“ Filmreife Innovationen Anfang Juni 2016 dienten die Paramount Pictures Studios in Holly­wood als „filmreifer“ Hintergrund für die Cine Gear Expo 2016. Auch hier waren österreichische Hersteller am Set und deren Film-Innovationen sehr gefragt. So ist die Wiener Firma cmotion Stammaussteller und mit ihren smarten Objektivsteuerungssystemen in der Filmindustrie Hollywoods längst ein Begriff. Die kleinste Motor-Box für Objektivsteuerungen, das Display

und das laserbasierte Entfernungsmessgerät stießen auf großes Interesse. Cmotion ist in Hollywood mit einer Niederlassung präsent und nutzte die Messe zur Netzwerkpflege. Dynamic Perspective GmbH war Erstaussteller mit dem Ziel, mit der Cine-Version eines professionellen Kamera-Stabilisierungssystems am amerikanischen Filmmarkt Fuß zu fassen. Vorgestellt wurde das erste Ultraleichtflugzeug mit dem fünf-achsigen Highend Gimbal DynaX5, dessen Einsatz im Vergleich zum Helikopter erheblich kostengünstiger ist. Der Gyrocopter kann im Unterschied zu einer Drohne länger fliegen und Kinokameras transportieren, die auch aus einer Distanz von einem Kilometer Bilder zoomen. Das Wiener Unternehmen baute seinen Footprint am amerikanischen Filmmarkt durch die Bestellung eines Servicepartners in Los Angeles aus. Die niederösterreichische Easyfocus GmbH war mit hoch­ präzisen Entfernungsmessgeräten präsent, die das Nachfokussieren revolutionieren. Das Easyfocus-System erzielt auch bei „unmöglichen“ Shots wie Verfolgungsjagden bereits beim ersten Take gestochen scharfe Bilder und ist ein wichtiges Instrument für jeden „Focuspuller“. „Darüber hinaus gibt es eine Reihe öster­ ­ reichischer Film-Innovationen, die in den USA und von Holly­ ­ wood Studios verwendet werden“, bestätigt der Wirtschaftsdelegierte Thaler – beispielsweise Kleinstkameras, Software für Film- und Videorestaurierung, das schnellste Video Encoding System, Streaming-Systeme oder kleinste professio­ ­ nelle 4K 360° Virtual Reality Kameras. „Im hochkompetitiven Filmbusiness in Hollywood sind Innovationen, höchste Zuver­ lässigkeit und Präsenz vor Ort Voraussetzung – Erfolg in Hollywood hat einen starken PR-Effekt in anderen Märkten.“, so Thaler abschließend. ◆


WeltMeister Österreich GastFreundlich

Weltmeisterliches Olympia-Haus Während der Olympischen Spiele kann sich der Wirtschaftsstandort Öster­reich im 200 Millionen-Einwohnerland Brasilien und darüber hinaus der ganzen Welt präsentieren.

Foto: Be Peppa

als die Drehscheibe für die Internationalisierung seiner Wirtschaft Die ersten fünf Schiffs-Container mit rund 50 Tonnen Material für nach Ost- und zunehmend auch Westeuropa, Asien und Afrika.“ das Österreich-Haus haben sich schon Anfang Juni, und somit zwei Monate vor der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele, Traditioneller Treffpunkt auf den Weg nach Rio de Janeiro gemacht. Die Aufbauarbeiten Das Österreich-Haus fungiert während Olympischer Spiele tradivor Ort haben dann Anfang Juli begonnen – rechtzeitig für die tionell als Treffpunkt für österreichische Athleten, Betreuer, Jouroffizielle Eröffnung des Hauses am 4. August. „Wir haben für das nalisten und Vertreter aus Wirtschaft, Tourismus und Politik. 1984 Haus am Gelände des Fußball-Traditionsklubs FR Bota­fogo einen wurde das erste Österreich-Haus in Sarajevo (Olympische Winidealen Standort in Rio gefunden“, ist Karl Stoss, Präsident des terspiele) eröffnet. Neu ist seit London 2012 (Olympische SomÖsterreichischen Olympischen Comité (ÖOC), zuversichtlich, merspiele), dass das Haus auch für die Öffentlichkeit zugänglich „den Besucherrekord von London (45.000) noch weiter steigern gemacht wird. In London kamen 45.000 Besucher, in Sotschi zu können“. Denn „Olympia-Touristen kommen auf ihrem Weg (Olympische Winterspiele 2014) waren es – Minusgraden zum zur Christus-Statue und zum Zuckerhut direkt am ÖsterreichTrotz – beachtliche 30.000. „Die Olympischen Spiele sind eine Haus vorbei.“ ausgezeichnete Auslage, um Österreich vor einem weltweiten David Bachmann, Leiter Marketing der AUSSENWIRTSCHAFT Publikum zu präsentieren“, bestätigt Stolba, Geschäftsführerin AUSTRIA der WKÖ, schätzt das Österreich-Haus als Networkingder Österreich Werbung (ÖW). Zentrale: „Bei Olympischen Spielen haben wir die Chance, den Im Österreich-Haus richtet das oberösterreichische FamilienWirtschaftsstandort Österreich und die heimische Wirtschaft im unternehmen backaldrin eine 200 Millionen-Einwohnerland Backstube mit vier MeisterbäBrasilien und darüber hinaus in ckern ein und produziert täglich der ganzen Welt zu positioniebis zu 5.000 Stück Brot und ren.“ Südamerika mache zwar Gebäck. Caterer Ernst Seidl immer wieder wirtschaftliche reiste mit einem 26-köpfigen Schwankungen durch, zurzeit Team (von Hospitz-Haubenseien die Einstiegskosten für koch Matthias Seidel bis hin zu neue Exporteure und Investoren Barman-of-the-Year Kenny aber niedrig. „Langfristig gibt Klein) an. Serviert werden es für unsere Unternehmen in öster­reichische Spezialitäten Südamerika noch viel zu holen, wie Tafelspitz, Schnitzel oder vor allem bei der ModernisieKaiserschmarrn sowie eine exrung der Industrie und der Infraklusive Auswahl von kalorienstruktur und im Energiesektor. David Bachmann (WKÖ), Petra Stolba (Österreich Werbung), Karl Stoss (ÖOC), bewussten Gerichten. ◆ Österreich gilt in Brasilien auch Wolfgang Mayer (backaldrin) und Peter Mennel (ÖOC) (v. l.)


WeltMeister Österreich

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Unternehmen stellen sich vor

CHECK RECHECK SIMACEK Die Kundenzufriedenheit ist unser wichtigstes Gut! SIMACEK liefert exzellente, operative Leistungen und bietet außergewöhnliche Qualität, Service und Sicherheit in allen ­ Geschäfts­feldern. Was 1942 in Wien begann, findet sich heute als europaweit präsenter Konzern im stetigen Wandel und ­Wachstum der internationalen Dienstleistungsbranche wieder. Als einer der größten Komplettanbieter für infrastrukturelle Facility Services, offeriert SIMACEK alles von Reinigung und ­ ­Bewachung über Betriebsverpflegung, Wäscheservice, Hygiene­ produkte zur Schädlingsbekämpfung und Taubenabwehr sowie Personal­bereitstellung, Poststellenservice, Hauswartservice bis hin zu Industrie Services.

„Nachhaltigkeit ist das Werkzeug für unsere Servicequalität. Die Zufriedenheit unserer Kunden ist unser Antrieb.“

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Wir wissen, dass Costumer Relationship eine Frage der Haltung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist, darum ist unser Credo: „Exzellente Mitarbeit schafft exzellentes Services. CHECK RECHECK ist für uns mehr als ein Werbespruch und spiegelt unsere Haltung wieder. Wir überprüfen die Qualität und die Zufriedenheit - CHECK-RECHECK SIMACEK. Mit diesem Anspruch will das Unternehmen auch 2017 punkten. So kann SIMACEK bei Industriebetrieben neben der internen Werkslogistik auch die

Facts & Figures 2016/17 MitarbeiterInnen Österreich: MitarbeiterInnen weltweit:

4.900 6.900

Umsatz Österreich:

Forecast 173 Mio.

Umsatz weltweit:

Forecast 187 Mio.

Soziale Projekte:

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ISO 9001, ISO 14001, OHSAS 18001, WEISS Etiksiegel in Gold, EMAS, ONR 192500, Nestor Gold, Audit Beruf und Familie Ignaz-Köck-Straße 8, A-1210 Wien, Austria Tel.: +43(1)211 66-0

gesamte Lagerbewirtschaftung über­nehmen. Oder mit ausgereiften Facility Managementkonzepten im In-und Ausland die Betreuung von Immobilien bis hin zur gesamten Gebäudebewirtschaftung managen. Demnach gehört auch ein ausgereiftes Abfall­wirtschaftskonzept und Reinigungsleistungen die über die herkömmliche Unterhalts- und Sonderreinigung hinaus gehen, ebenso dazu, um die Immobilien instand zu halten. In erster Linie geht es dem Multidienstleister SIMACEK darum, Kunden den Rücken für das Tagesgeschäft frei zu halten. Die Spezial- und Grundreinigung wird ausschließlich mit Profi-Equipment von SIMACEK-Experten durchgeführt. Zu den SIMACEK Services ­ zählt die Rolltreppenreinigung genauso wie die Fassaden- und Glasflächenreinigung, hier wird auf die fundierten Kenntnisse der hauseigenen Experten in der Höhen­arbeit gesetzt. „Wir sind mit fast 7.000 Mitarbeitern rund um die Uhr um die Zufriedenheit unserer Kunden bemüht“, bringt Ursula Simacek die Unter­ nehmens­devise auf den Punkt. Die d ­ ynamische Unternehmerin führt das Familienunternehmen in dritter Generation.

Website: www.simacek.com CHECK RECHECK SIMACEK Unser Name steht für Qualität, Sicherheit und Zufriedenheit für Menschen und Gebäude in über 40 Städten in Europa.

Innovation durch nachhaltige Konzepte In der Nachhaltigkeitsstrategie von SIMACEK wird viel Wert auf Gesundheit, Ausbildung und Demografie Fitness gelegt. So wurde dem Unternehmen auf Grund seiner umfassenden Programme zu lebensphasenorientiertem Arbeiten die staatliche Auszeichnung zu einer familienfreund­lichen, alternsgerechten Personal­ politik zuteil. Im neuen integrierten nachhaltigen Management­ ansatz der ONR 192500 auf Basis der ISO 26 000 (Handlungs­ empfehlung) gab es 2016 bereits eine Rezertifizierung die den eingehaltenen Kurs klar aufzeigt.


WeltMeister Österreich Kosmisches Business

Das All bleibt ein Hoffnungsmarkt Österreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen mischen dank ihrer hohen Wettbewerbsfähigkeit in Weltraumforschung und -business bestens mit.

Foto: Ian Shazell

Waren es rund um die Jahrtausendwende noch nicht einmal ein Dutzend Unternehmen, sind es heute rund 100 österreichische Firmen und Institutionen mit deutlich mehr als tausend Mitar­ beitern, die im Raumfahrtsektor tätig sind. Denn kaum eine kosmische Mission kommt anno 2016 ohne Technologie der ­ „Weltraumnation Österreich“ aus. China will gemeinsam mit heimischen Physikern erstmals quantenphysikalisch ver­schränkte Photonen vom All zur Erde senden, ein Minisatellit startet(e) aus Österreich und auch die Sonden „Insight“ und „Rosetta“ landen mit rot-weiß-roter Beteiligung. Quantenphysiker rund um Anton Zeilinger vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) übertragen über immer größere Distanzen verschränkte Lichtteilchen – der Übertragungs-Rekord liegt bei 144 km zwischen zwei kanarischen Inseln. Viel weiter dürfte es zumindest auf unserem Himmelskörper nicht funktionieren, da die Erdatmosphäre die Lichtsignale stört. Für größere Distanzen müsste man über Satelliten gehen, dann bewegen sich die ­Photonen großteils im luftleeren Raum und werden durch die Atmosphäre kaum gestört. Aus diesem Grund hat Zeilinger 2010 ein Abkommen für ein Satellitenprojekt mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften unterzeichnet. Vermutlich ist (wenn Sie diese Zeilen lesen) bereits der chinesische Satellit „Quantum Experiments at Space Scale“ ins All gestartet – mit einem von den Wiener Physikern mitgestalteten Experiment an Bord, um aus einer polaren Umlaufbahn in ­ 600 bis 800 Kilometern Höhe verschränkte Photonen zur

Erde zu senden – und zwar an Bodenstationen in Wien und China, die einzelne Photonen detektieren können. Ebenfalls nach Redaktionsschluss war der Start des öster­ reichischen Satelliten „Pegasus“ als Teil des 50 Minisatelliten umfassenden Netzwerks „QB50“ zur Erforschung der oberen Schichten der Erdatmosphäre geplant. Im Inneren des Mars Definitiv verschoben wurde der Start der NASA-Mission „Insight“ zum Mars, an der das Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beteiligt ist. Ziel der Sonde ist unverändert die Erforschung des Inneren des Roten Planeten. Das IWF ist an der wissenschaftlichen Auswertung des HP3-Instruments beteiligt, einer Art Maulwurf, der in die Rekordtiefe von fünf Metern in den Mars-Boden vordringen soll. Ein spektakuläres Ende findet die Kometen-Mission „Rosetta“ im September 2016: Im November 2014 wurde ja der „Philae“Lander von „Rosetta“ abgekoppelt und setzte als erstes Gerät weich – allerdings nicht ganz so wie geplant – auf einem Kometen auf. Zum Ende der Mission soll sich nun auch die Muttersonde „Rosetta“ dem Kometen „Tschuri“ immer mehr nähern, schließlich mehr oder weniger sanft landen und dabei so lange wie möglich Bilder und Daten ­ ­senden.

Zum Ende ihrer Mission soll die ESARaumsonde Rosetta im September 2016 auf der Oberfläche des Kometen ­Tschurjumow-Gerassimenko landen.


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Foto: CC BY 3.0 de

Landung auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (künstlerische Darstellung).

Kommerzielle Aspekte Die Space Tech Conference & Expo Ende Mai 2016 im kalifor­ nischen Pasadena zeigte die rasante technologische Weiter­ entwicklung der Weltraumindustrie und dass sich Space-Inno­ vationen von Regierungsinstitutionen zur Industrie verlagern. Neben Space-Giganten wie Airbus, Boeing, Northrop Grumman, NASA, Jet Propulsion Lab, SpaceX und Orbital ATK präsentierte sich unter den 230 Ausstellern die Wiener Firma TTTech Computertechnik und nützte die Teilnahme zum Netzwerken. TTTech ist führender Anbieter hochzuverlässiger, zeitgesteuerter Netzwerklösungen und hat in Zusammenarbeit mit der NASA die Entwicklung des Orion On Board Data Network unterstützt, das bei den komplexen Systemarchitekturen in der bemannten Raumfahrt entscheidend ist. Durch das Internet of Things ergeben sich neue Applikationen im Weltraum und damit Space-Geschäftschancen für den WirtschaftsOskar-Preisträger. TTTech stellte beim NASA Orion Testflug das Nervensystem TTethernet für die gesamte Vernetzung der Avionics an Bord des Orion Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV). „Die Weltraumindustrie ist auf der Suche nach branchenübergreifenden Lösungen, um die künftigen technologischen Herausforderungen zu bewältigen“, erklärt Rudolf Thaler, Wirtschaftsdelegierter in Los Angeles. „Gefragt sind z. B. Cyber Security, Robotics, Antrieb von Raketen bis zu Minisatelliten und der multiple Einsatz von Raketen – diese sollen wie Flugzeuge wiederverwendet werden und damit die Launch-Kosten dramatisch reduzieren.“ Auch 3D-Printing entwickelt sich zum kosten­ effizienten Tool in der Weltraumfahrt. Hochkomplexe Raketen­ teile werden bereits damit hergestellt. So testete Northrop ­Grumman den ersten fliegenden 3D-Drucker und Airbus startet in Florida die erste 3D-Fertigung zur Massenherstellung von ­kleinen Satelliten.

Die Launch-Kosten von Satelliten in Schuhschachtelgröße sind durch private Anbieter auch für Kleinunternehmen erschwinglich und dementsprechend boomt der Markt – z. B. kann die Aus­ wertung von Bildern und Wetterdaten zum großen Geschäft werden. So launcht etwa die kalifornische Firma Spire des Österreichers Peter Platzer regelmäßig kleine Satelliten zur Aus­ wertung von Wetterdaten. Thaler: „Im sich dynamisch ent­ wickelnden Weltraum-Sektor ergeben sich Chancen für etablierte Aerospace-Unternehmen wie auch für innovative Startups aus verschiedensten Sektoren. Die beste Netzwerkplattform sind Konferenzen und Expos – das Space Business hat das Potenzial, sich zu einem Billionen-Business zu entwickeln und bietet ­etablierten wie neuen österreichischen Unternehmen die Chance, sich mit Innovationen zu profilieren.“  ◆

Das kosmische Jubiläum Ein Jubiläum rundet das rot-weiß-rote Weltraumjahr 2016 ab: Vor einem Vierteljahrhundert – vom 2. bis zum 10. Oktober 1991 – flog Franz Viehböck als erster und bisher einziger Österreicher ins All. Im Rahmen des „Austromir“Projekts führte Viehböck 15 Experimente an Bord der russischen Raumstation Mir durch. Aus diesem Anlass lädt Viehböck Astronauten-Kollegen nach Wien und organisiert gemeinsam mit dem Österreichischen Weltraumforum Anfang Oktober 2016 einen Kongress der Association of Space Explorers (ASE): Rund 100 Astronauten und Kosmonauten werden Schüler und Studenten sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft treffen.


WeltMeister Österreich Kosmische Technologien

„Hotspot“ für die Raumfahrt Weltraumtaugliche Medizintechnologie aus Wiener Neustadt wird demnächst auch auf der internationalen Raumstation ISS zum Einsatz kommen.

fahrtmissionen als Technologielieferant eingebunden sind und den Absolventen in Zukunft spannende Jobs zur Ver­fügung stehen werden.“ Ein Highlight im Rahmen der Ausbildung ist die geplante „Technopol-Rakete“. Studenten der FH werden hier Raketen entwerfen und dabei auf Technologie der Forschungseinrichtungen aus dem TFZ – Technologie- und Forschungszentrum Wiener Neustadt setzen. In der FOTEC wird währenddessen der Frage nachgegangen, ob man mit Mond- bzw. Marsstaub einen 3D-Drucker be­treiben kann. Ziel ist es, im Weltall Bauteile und spezifische Werkzeuge herstellen zu können und somit Gewicht beim Start einsparen zu können. Materialprüfungen und Metallbeschichtungen Für spezifische Materialprüfungen setzt die ESA auf die hohen Standards und Expertisen des im Technologie- und Forschungszentrum ansässigen HightechUnternehmens „Aerospace & Advanced Composites“. Ge­ schäftsführer Norbert Gams­ jäger: „Aktuelle Materialtests von Bauteilen für die Raumfahrt, die mittels Additive Layer Manufacturing hergestellt wurden Foto: NLK Reinberger

Niederösterreich hat sich erfolgreich als attraktiver und moderner Technologie- und Forschungsstandort positioniert. Der Technopol Wiener Neustadt ist zu einem international anerkannten Zentrum für die internationale Raumfahrt geworden: Die Forschungs­ einrichtungen kooperieren mit Institutionen wie der NASA, der Euro­ pean Space Agency, und auch bei aktuellen Weltraum­ missionen ist Technologie aus Niederösterreich (z. B. der RUAG Space Austria) mit dabei. Der Kosmos ist am Technopol Wiener Neustadt auf vielen Ebenen präsent – der Bogen spannt sich dabei von der akademischen Ausbildung an der Fachhochschule über Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen bis hin zu Kooperationen mit den nationalen und internationalen Top-Akteuren wie der NASA oder der ESA und auch Unternehmen wie Airbus oder die Thales Group auf das Expertenwissen aus Wiener Neustadt. Carsten Scharlemann, Leiter des Studiengangs „Aerospace Engineering“ an der FH Wiener Neustadt, legt bei der akademischen Ausbildung einen Fokus auf aktuelle Projekte für Hightech-Unternehmen und fordert dabei höchste Qualitätsstandards: „Durch das enge Zusammenspiel der Forschung in der Forschungsgesellschaft der FH, der FOTEC, und der Ausbildung an der FH haben wir erreicht, dass wir bei aktuellen Raum-

Max Kowatsch (RUAG Space Austria), Landesrätin Petra Bohuslav, Norbert Gamsjäger (Aerospace & Advanced ­Composites) (v. l.).


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(umgangssprachlich 3D gedruckt), zeigen das hohe Potenzial dieser Technologie auf. Diese Technologie wird zunehmend für viele Branchen nutzbar, speziell metallbe- und verarbeitende Betriebe in Österreich können hier umfassend profitieren.“ Ein Mann, dem „Raumfahrt made in Austria“ ganz besonders am Herzen liegt, ist RUAG Space Austria-GF Max K ­ owatsch, der auch der Präsident des Vereins zur Förderung der Österreichischen Weltraumindustrie ist: „Durch den steigenden Personal­ bedarf im Bereich Raumfahrt gewinnt die FH Wiener Neustadt enorm an Bedeutung. Der zunehmende Zeitdruck bei Entwicklungen steigert die Wichtigkeit von Kooperationen mit regional ansässigen Unternehmen wie FOTEC, AAC und AIT in Seibersdorf – hier findet die Industrie kompetente und zuverlässige Partner, auf die wir langfristig setzen können, da Projekte oft 10 Jahre und länger dauern.“ Auch das Kompetenzzentrum für Elektrochemische Oberflächentechnologie, kurz CEST, ist im Bereich der Raumfahrt aktiv. So wurde z. B. für die Astrium-Airbus Gruppe Design und Herstellung von Kupfer-Metallbeschichtungen auf einem Kohlefaserverbundwerkstoff unter Einsatz neuer und umweltfreundlicher Vorbehandlungsmethoden entwickelt. Dadurch kann auf den Einsatz von krebserregenden Chromverbindungen vollständig verzichtet werden. Weltraumtaugliche Medizintechnologie für die ISS Ein Forscherteam des AIT Austrian Institute of Technology am Technopol Standort Wiener Neustadt hat eine Technologie zur Analyse der Blutdruckwelle entwickelt, deren erste Tests in Schwerelosigkeit sehr erfolgreich verlaufen sind. Basierend auf den Ergebnissen dieser Versuche, die gemeinsam mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum und der medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt wurden, ist der Einsatz der neuen Technologie auf der Internationalen Raumstation ISS in Planung. Im Rahmen des russischen Flugexperiments Cardiovector, das 2017 startet, sollen mit Hilfe der AIT-Technologie die Auswirkungen von längeren Aufenthalten in der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper und insbesondere auf das Herz-KreislaufSystem untersucht werden. „Wiener Neustadt hat sich auch dank des Technopol-Stand­ ortes zu einem Zentrum der internationalen Wissenschaft ent­

Foto: JPL/NASA

Marsmission InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport, künstlerische Darstellung).

wickelt, das weltweite Anerkennung genießt“, betont Bürgermeister Klaus Schneeberger. „Diese beeindruckende Leistung belegt, dass es sich auszahlt, dass wir den 500 Forschern aus 20 Ländern am Technopol Wiener Neustadt optimale Bedingungen bieten.“ So hat das Team des AIT-Geschäftsfeldes Biomedical Systems vor mehr als 14 Jahren begonnen, am Technopol Wiener Neustadt im Bereich des zentralen Blutdrucks und der Pulswelle, also des Blutdrucks im Verlauf der Herztätigkeit, zu forschen. „Als Ergebnis unserer Arbeit ist es heute möglich, sowohl den Blutdruck non-invasiv direkt beim Herzen als auch die arteriellen Gefäßeigenschaften zu bestimmen“, skizziert AIT-Geschäftsfeldleiter Manfred Bammer die Forschungsergebnisse. „Zur Früh­ erkennung kardiovaskulärer Risikofaktoren ist diese Technologie bereits weltweit verfügbar. Eine Anwendung in der Schwere­ losig­keit ist eine neue spannende Herausforderung.“ Wenn für die Raumfahrt geforscht und entwickelt wird, gibt es immer wieder auch „hart erarbeitete Zufälle“, bei denen viele Unternehmen aus völlig anderen Bereichen von den Erfahrungen und Projekten der Experten aus Wiener Neustadt profitieren. So wurden mit der Expertise im Bereich Weltraumantriebe Düsen für die Beheizung von mit Gas beheizten Blechen optimiert. Ergebnis ist eine deutliche Einsparung von Gas, somit Energie und Geld, für die Beheizung der Bleche. ◆


WeltMeister Österreich Solartechnik

Solarmodule für die Expo Das Amstettener Unternehmen Ertex Solar hat den Auftrag für das Photovoltaikdach des Hauptgebäudes der Expo 2017 in Kasachstan bekommen.

Foto: Adrian Smith + Gordon Gill Architecture

gen des kugelförmigen GebäuRund fünf Millionen Besucher des. Die eigens für die gläserne aus aller Welt werden 2017 in Hülle des Hauptgebäudes entAstana zur Expo erwartet. Pasworfenen Solarelemente stellen send zum Kernthema „Energie hinsichtlich Form, Abmessung der Zukunft“, wird das 25 ha und Anzahl der Zellen Unikate große Expo-City-Areal komplett dar und vereinen so Ästhetik durch Wind und Solartechnik und solare Energiegewinnung. betrieben. Hauptgebäude und „Für die Expo stellen wir Herzstück des Ausstellungs380 individuell angefertigte Elekomplexes ist eine 80 Meter Für das Dach des kugelförmigen Gebäudes stellt Ertex Solar 380 individuell angefermente her, die vor Ort nur noch hohe, kugelförmige, verglaste tigte Elemente her, die vor Ort nur noch montiert werden müssen. montiert werden müssen und Stahlkonstruktion mit integriereine installierte Leistung von 40 Kilowatt erbringen“, erklärt ten Windturbinen, genannt „kasachischer Pavillon“. Den Auftrag Moor. „Damit ist es möglich, das gesamte Hauptgebäude energie­ für die 1.500 Quadratmeter umfassende solartechnische Ausstatautark zu beleuchten.“ tung des Hauptgebäudes erhielt das global tätige niederösterreiIm vergangenen Jahrzehnt konnte Ertex Solar mehr als 1.000 chische Unternehmen Ertex Solar. Projekte nach individuellen Wünschen von Architekten und BauFür die weltweit führenden Spezialisten für die Produktion herren umsetzen. ◆ und den Vertrieb von Solarmodulen ist das ein klares Zeichen für den Erfolg von spezialisierten Lösungen für diesen Bereich. „Nach einem Auftragsrückgang in den vergangenen Jahren, ist Glas und Sonne in der heimischen Solartechnikbranche ein deutlicher RichtungsAls Tochterfirma der niederösterreichischen Ertl Gruppe mit wechsel zu spüren. Wir führen dies insbesondere auf individuelle 700 Mitarbeitern und Glasproduktionsstandorten in ÖsterLösungen österreichischer Anbieter zurück, die Architekten im reich, Tschechien und Slowenien vereint Ertex Solar PhotoGegensatz zu den asiatischen Standardprodukten höhere Flexivoltaik mit 60 Jahren Glasbauerfahrung. bilität und Designfreiheit ermöglichen“, erklärt Dieter Moor, GeDas 2004 in Amstetten gegründete Unternehmen verfügt schäftsführer von Ertex Solar. über Vertriebspartner auf allen fünf Kontinenten und gehört zu den weltweit führenden Spezialisten für die Produktion Individualität und Designfreiheit und den Vertrieb von Solarmodulen. Ertex Solar versteht Mit der Ausstattung des Expo-Gebäudes konnte sich das sich vor allem als Partner für Architekten und Bauherren, ­Amstettener Unternehmen unter fünf internationalen Zulieferern die individuell angefertigte Photovoltaik in die Gebäude­ durchsetzen. Die Herausforderungen des Projektes liegen vor hülle integrieren wollen. allem in der Geometrie und in den unterschiedlichen Zellbelegun-


WeltMeister Österreich

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Unternehmen stellen sich vor

Die EXPO bringt Kasachstan zum Blühen Rund 100 Staaten und internationale Organisationen sind bei der ­nächsten Weltausstellung 2017 in Kasachstan präsent. Das Land und ­seine Gäste werden miteinander hervorragend von der EXPO in Astana unter dem Leitthema „Future Energy“ profitieren. Der neuntgrößte Staat der Erde Kasachstan wird seit der Unabhängigkeit 1991 von Präsident Nursultan Nasarbayev geführt, auf dessen Initiative im Einklang mit der internationalen Community der OSZE-Vorsitz 2010, die asiatischen Spiele 2011 und 2017 und die EXPO realisiert wurden bzw. werden. Kasachstan ist Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) und hat ein Partnerschaftsabkommen mit der EU abgeschlossen, u. a. um das Land für den Tourismus zu öffnen. „Rund 90 % unseres Handels erfolgt bereits mit WTO-Staaten“, sagt Präsident Nasarbayev. Die Wirtschaft Kasachstans ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt die größte Volkswirtschaft Zentralasiens. Speziell seit der Jahrtausendwende ist ein klarer Aufwärtstrend zu verzeichnen, das Wirtschaftswachstum seit 1999 betrug im Durchschnitt (!) 9,3 %. In Zentralasien ragt Kasachstan als Vorbild für eine Transformations-Wirtschaft hervor und lässt alle anderen Länder der Region weit hinter sich. Die wirtschaftliche Lage des Landes hat sich weiterhin verbessert und Präsident Nasarbayev fördert zunehmend ausländische Direktinvestitionen. Auch beim Weltwirtschaftsforum 2016 in Davos wurde weiter verstärkt um Inves­ toren geworben, wobei der niedrige Ölpreis dafür eine ideale Voraussetzung bildet. Österreich präsentiert bei der Weltausstellung in Kasachstan unter dem Motto „Mit Hirn, Herz und Muskelkraft“ ein kreatives Kaleidoskop partizipativer Lösungen zu globalen Energie- und Umweltfragen. Rund 20 Installationen stellen Einfallsreichtum, Kreativität und Konsequenz aus Österreich vor und machen das komplexe Thema Energie spielerisch und nonverbal erlebbar. Die österreichische Beteiligung wird mit einem Gesamtbudget von 4,8 Millionen Euro realisiert, das vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sowie von der Wirtschaftskammer Österreich getragen wird. https://expo2017astana.com/en www.expoaustria.at

Die EXPO zeigt das kreative Potenzial Kasachstans Kasachstan verfügt über große Vorräte an Erdöl, Erdgas, Steinkohle, Zinn, Uran, Blei, Zink, Bauxit, Eisen, Gold, Silber, Phosphor, Mangan, Kupfer und anderem sowie über landwirtschaftliche Rohstoffe wie Getreide (vor allem Weizen). Die EXPO wird nun als ganz große Chance für das Land zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung gesehen, trägt doch das Motto „Future Energy“ mit den drei Hauptthemen „Reducing CO2 Emissions, Living Energy Efficiency und Energy for all“ für Kasachstan wie für die ganze Welt zu einer verstärkten Bewusstseinsbildung zum Thema Energie bei. So sollen im Land bis 2020 mehr als 100 neue Windkraft-, Solar- und Photovoltaik-Kraftwerke entstehen. Kasachstan möchte damit den Anteil erneuerbarer Energien deutlich steigern – bis 2050 soll er 50 % der gesamten Stromproduktion erreichen. „Die Fachweltausstellung versteht sich als ein Signal für Menschen, Organisationen und Nationen über Grenzen hinweg gemeinsam an den globalen Herausforderungen der Zukunft zu arbeiten“, meint Präsident Nasarbayev. Vom 10. Juni bis zum 10. September 2017 werden in Astana bis zu fünf Millionen Besucher aus aller Welt erwartet. Die EXPO werde einen außergewöhnlich starken Impuls der Systemdiversifikation der Wirtschaft sowie der technologischen Steigerung mit sich bringen, betont Nasarbayev. Auch die Infrastruktur in Astana bzw. im ganzen Land werde sich weiter beträchtlich verbessern – das betrifft auch die Entwicklung des Mittelstandes sowie von KMU, den Tourismus und generell die Dienstleistungssparte. Nach der Ausstellung werden die einzigartigen Gebäude in Astana zu einem innovativen Finanzplatz sowie zur „Nazarbayev University“ umgestaltet. Die EXPO 2017 stellt somit eine einzigartige Gelegenheit für das ganze Land dar und „bringt Kasachstan zum Blühen“.


© Pixhunter

BEST OF AUSTRIA: INNOVATIV IM LAND. ERFOLGREICH IN DER WELT.

ÖSTERREICHS UNTERNEHMEN – WELTWEIT PRÄSENT STABILE ABSATZMÄRKTE SIND DIE BESTE ZUKUNFTSVERSICHERUNG FÜR EINE STARKE UND KRISENFESTE WIRTSCHAFT. DIE NEUE INITIATIVE „BEST OF AUSTRIA“ DES BMLFUW VERSCHAFFT ÖSTERREICHISCHEN SPITZENLEISTUNGEN NOCH MEHR AUFMERKSAMKEIT – IM INLAND GENAUSO WIE IM AUSLAND.

Die nachhaltige Internationalisierungsoffensive „Best of Austria“ des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) stellt Spitzenleistungen heimischer Betriebe und Unternehmen ins Rampenlicht. Darüber hinaus soll die Initiative den Wirtschaftsstandort Österreich stärken. AUS DER REGION FÜR DIE REGION IN DIE WELT Österreich hat der Welt einzigartige Qualitätsprodukte, Dienstleistungen und

innovative Ideen zu bieten – von der hohen Lebensmittelqualität bis zur globalen Vorreiterrolle bei modernen Umwelttechnologien. Auf diese Weise wird die Innovations- und Exportfreudigkeit der österreichischen Unternehmen weiter gesteigert. „Best of Austria“ rückt außergewöhnliche Leistungen und Innovationen in den Mittelpunkt und bietet auch kleinen Unternehmen eine große Bühne. Es gilt der Grundsatz: aus der Region für die Region in die Welt.

NEUE MÄRKTE FÜR ÖSTERREICHISCHE QUALITÄTSPRODUKTE Schon 2015 wurden vor allem im ostasiatischen Raum neue Märkte für österreichische Lebensmittel und Umwelttechnologien geöffnet. Trotz des russischen Importstopps für Lebensmittel aus der EU konnten die Exporte insgesamt hoch gehalten werden. Agrar- und Lebensmittelexporte nach China wurden in den vergangenen vier Jahren sogar versiebenfacht. 2016 wird der erfolgreiche Weg mit „Best of Austria“ weiterentwickelt, in den nächsten Jahren


Wussten Sie, dass … ... jeder zweite Liter Milch exportiert wird?

Werden Sie Tei l der best of aust ria community!

facebo .com / bmlfuwbestok ofaustria #bestofaustria www.bestofaus tria.at

... zwei Drittel der österreichischen Umwelttechnologie ins Ausland gehen? ... Deutschland, Japan und Südkorea die größten Abnehmer unserer Agrarprodukte sind? ... Österreich europaweit die Nummer eins bei Recycling ist? ... jedes 4. Passivhaus weltweit in Österreich steht? ... ein Drittel der österreichischen Gesamtenergie aus erneuerbaren Ressourcen kommt? ... Österreich Bio-Europameister ist?

bei Recycling ist?

sollen die Agrar- und Lebensmittelexporte die Zehn-Milliarden-Euro-Grenze durchbrechen. IMMER WEITER STEIGENDE EXPORTENTWICKLUNG Für viele Produzentinnen und Produzenten hat der Außenhandel enorme Bedeutung: Zum Beispiel wird nahezu jeder zweite Liter Milch exportiert. Auch der heimische Wein ist auf der ganzen Welt gefragt. Der Exportwert österreichischer Weine stieg in den letzten zehn Jahren um rund 80 Prozent.

Das BMLFUW, das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), die Landwirtschaftskammer Österreich und die Wirtschaftskammer Österreich haben deswegen ein Exportbüro ins Leben gerufen. Es wird seit Anfang Jänner 2016 schrittweise aufgebaut und unterstützt Unternehmen und Organisationen bei ihren Aktivitäten im Export. Weitere Informationen unter: www.bestofaustria.at

www.bmlfuw.gv.at

Entgeltliche Einschaltung des BMLFUW

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© BMLFUW / Alexander Haiden

... Österreich europaweit die


WeltMeister Österreich Start-Up-Szene

WeltMeister von morgen Grüne Business-Ideen! Land der Start-Ups, zukunftsreich … Ein Überblick über tolle Greenstarter, die es schon sehr bald bis zur Marktreife schaffen könnten.

Ein Lifestyle-Getränk aus Algen, CO2-neutraler Versand in ganz Europa oder Speisepilze, die auf Kaffeesud wachsen: Diese und weitere innovative Ideen waren bei der aktuellen grünen Startup-Initiative 2016 des Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft erfolgreich. Im März 2016 wurden die zehn besten Ideen – ausgewählt von einer internationalen Fachjury – bei einer „greenstart“-Veranstaltung in Wien präsentiert und die zehn Finalisten werden nun ein halbes Jahr lang (vom Impact Hub Vienna) mit individuellen Coachings und Workshops begleitet. Dabei entstehen BusinessPläne bzw. werden bestehende weiter entwickelt. Im Herbst werden die Projekte erneut bewertet: Neben der Einschätzung der Fachjury zählt dann auch die Meinung der breiten Öffentlichkeit beim Online-Publikumsvoting. Bei einer großen AbschlussGala Ende 2016 werden anschließend jene drei greenstars prämiert, die zur Umsetzung ihres Business-Plans eine Starthilfe in der Höhe von je 15.000 Euro erhalten. „WeltMeister Österreich“ präsentiert hier die „Top 10“ der greenstarter 2016: Komplett unabhängig Wohnwagon entwickelt autarke Wohnkreisläufe und unterstützt Menschen auf dem Weg zum selbstbestimmten, unabhängigen Leben. „Der Wohnwagon ist ein 25 m2 großer, mobiler Raum, der dank Autarkiesystemen wie einem Wasser-Kreislaufsystem oder einer speziellen Holz-Solar-Zentralheizung komplett unabhängig von externer Infrastruktur ist“, erklärt Wohnwagon-„Chefin“ Theresa Steininger. „Sein nachhaltiger, geschlossener Wohnkreislauf macht greifbar, wie Wohnen in Zukunft aussehen könnte.“ Im nächsten Schritt sollten die Autarkiesysteme modularisiert und auch für andere Anwendungen zur Verfügung gestellt ­werden.

Echter Schnee „Neuschnee“ ist die weltweit erste Anlage, die – im Gegensatz zu herkömmlichen Beschneiungsanlagen – die Produktion von echten Schneekristallen ermöglicht. Diese bilden sich zu größeren Schneeflocken und weisen alle Eigenschaften natürlichen Schnees auf. Der Neuschnee ist weich und leicht und nicht so „eisähnlich“ wie der derzeit erzeugte, konventionelle Kunstschnee. Durch den geringeren Verbrauch von Wasser und Energie wird gleichzeitig die Umwelt in den sensiblen Alpinregionen nachhaltig geschont. Konsumenten im Mittelpunkt OpenStrom entwickelt und produziert Open Hardware Smart Meters, mit denen Anwender den eigenen Stromverbrauch detailliert messen können. „Im Vergleich zu herkömmlichen, ­ kommerziellen Smart Meters liegt der Fokus nicht auf den Bedürfnissen des Energieversorgers, sondern auf den End­ ­ anwendern“, erklärt Matthias Zeitler. Die Zählgeräte können eine Vielzahl von Anwendungsfällen abbilden, lassen sich einfach in andere Projekte einbauen und von den Benutzern erweitern. Endlich wirklich papierlos Sinnup entwickelt mit „Produktunterlagen 4.0“ ein System zur Einsparung von gedruckten Unterlagen wie Anleitungen, Prospekte, Rechnungen, Kataloge und weiteren Dokumenten. Mittels der Nahfeldkommunikations-Technik (NFC) und einem Smart­ phone wird der Zugriff auf die gewünschten Dokumente ermöglicht. Diese werden in gewählter Sprache und permanent aktuell digital ausgegeben. Unterlagen in gedruckter Form sind nicht notwendig, wodurch eine große Ressourceneinsparung gewährleistet ist.


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Fahrradboten ImagineCargo bietet revolutionäre Paket­ transportdienstleistungen an, um negative Umweltfolgen sowie den Emissionsausstoß und das Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Frachtflugzeuge, Lkws und Lieferwägen werden gegen Hochgeschwindigkeitszüge, Lastenräder und Fahrradboten eingetauscht. ImagineCargo will ein europaweites Netzwerk zwischen Fahrradbotenpartnern spannen, um schnelle, zuverlässige und nachhaltige Paketdienstleistungen anzubieten. Süffige Algen Das Algengetränk Helga gibt Menschen die Möglichkeit, Algen auf eine wohlschmeckende Art zu sich zu nehmen. Algen wachsen ressourcenschonender als Landpflanzen und decken mit ­ihren vielfältigen Inhaltsstoffen ein breites Anforderungsspektrum der Ernährung ab. „Ziel von Helga ist es, A ­ lgen als Nahrungsmittel bekannter zu machen und Menschen die Scheu davor zu nehmen“, meint Renate Steger. „Helga ist das erste Produkt in diese Richtung, lang­fristig wird es Folgeprodukte geben.“ Fische im Kreislauf frischfisch plant den Bau und Betrieb einer Aqua­ ponic-Anlage und somit eine nachhaltige Alternative zu Fischfang, Aquafarmen und monokultureller Landwirtschaft. Aquaponic ist eine Methode, ­Gemüse und Fische in einem geschlossenen Kreislaufsystem zu züchten und in diesem die Synergien zwischen Pflanzen, Tieren und Wasser besonders effi­zient auszunutzen. Der natürliche, biologische Kreislauf samt der Verwertung aller beteiligten Stoffe wird abgebildet. Damit funktioniert diese Zuchtmethode vollkommen ohne künstlichen Dünger, chemische Zusätze für Pflanzen oder etwa Medi­ka­mente für die Fischzucht. Die Wiener Pilzkultur „Hut & Stiel“ steht für StadtLandwirtschaft, unter Verwendung lokal vorhandener Ressourcen und

Foto: Andreas Scheiblecker für den Klima- und Energiefonds

Oben v. l. n. r.: M. Unterwainig, Neuschnee; G. Pira und M. Hrobath, frischfisch; A. Niederl-Schmidinger, Helga; M. Zeitler, Open Strom; ­H. Pinter, Smart Farm; I. Höbarth, GF Klima- und Energiefonds; M. Bornbaum und F. Hofer, Hut & Stiel; Ch. Ebetshuber, Sinnup; F. S ­ imon Kugi, ­Imagine Cargo; M. Beiglböck, Nahgenuss. Unten v. l. n. r.: ORF-Moderatorin M. Lang; U. Petritsch, ­Helga; Th. Steininger, Wohnwagon; B. Duh, Imagine ­Cargo.

umwelt­schonender Prozesse. Kern des Projektes ist die Zucht von Speisepilzen auf Kaffeesud – ein Abfallprodukt mit großem Potenzial. Der Kaffeesud wird via Lastenfahrrad von Wiener Kaffee­ häusern, Restaurants, Hotels und Altenheimen eingesammelt und in einem Altbaukeller zu Pilzsubstrat weiterverarbeitet. Die frisch geernteten Pilze werden direkt mit dem Rad ausgeliefert bzw. auf Märkten verkauft. Kurze Transportwege garantieren höchste Qualität und Frische. Smart Farm – Landwirtschaft 5.0 Landwirtschaftliche Betriebe sind derzeit häufig abhängig von fossilen Energieträgern. Smart Farm hat zum Ziel, energieautarkes, kreislauforientiertes Wirtschaften zu ermöglichen. Auf Basis einer Energie- und Stoffbilanzierung werden aus modularen „Energie-Baukasten­ systemen“ ökonomisch und ökologisch ideale Lösungen für jeden Betrieb individuell erarbeitet. Neben der Beratung und Konzepterstellung übernimmt Smart Farm auch das Projektmanagement bei der Umsetzung. Bio-Schweine Ziel des Unternehmens nahgenuss ist es, ein Vermittlungsportal zu errichten, das Bio-Schweine­ bauern die Möglichkeit bietet, Bio-Schweine als Ganzes im Direkt­verkauf zu vertreiben. Die Land­wirte erstellen auf dem Portal ein Profil und bieten ihre Schweine zum Verkauf an. Bis zu vier Kon­sumenten können gemeinsam ein Schwein kaufen und erhalten Qualitätsfleisch zu leistbaren Preisen. Die Förderung von Bio-Landwirtschaft soll Umwelt und Tieren gleichermaßen zugutekommen.  ◆


WeltMeister Österreich Tunnel-Know-how

Weltmeisterlich getunnelt Am 1. Juni 2016 wurde mit dem Gotthard-Basistunnel in der Schweiz der mit 57 km längste Eisenbahntunnel der Welt eröffnet. Österreichische Unter­nehmen waren und sind an diesem Projekt ebenso maßgeblich ­beteiligt, wie z. B. an der weltweit längsten Gasleitung in einem Tunnel.

Foto: Alptransit Gotthard AG, Getzner Werkstoffe

Bis zu 250 Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 Stundenkilometern sollen nun täglich durch den Gotthard-Basistunnel fahren können. Die Fertigstellung des größten Bahntunnelprojektes der Welt war ein entscheidender Schritt im Ausbau einer neuen, effizienteren Eisenbahnverbindung zwischen der Schweiz und Italien.

Der von Getzner speziell für den Gotthard-Basistunnel entwickelte Schwingungsschutz sorgt für modernen Reisekomfort sowie für eine hohe Verfügbarkeit der Strecke.

Bei der Realisierung dieses umfangreichen Bauvorhabens setzten die Schweizerischen Bundesbahnen auf österreichische Technologie: Als globaler Marktführer bei Weichen und Gesamtsystemen lieferte die voestalpine VAE GmbH mit Sitz in Zeltweg – eine Tochtergesellschaft der Metal Engineering Division des voestalpine-Konzerns – alle 43 benötigten Hochleistungsweichen samt Antriebs-, Stell-, Verschluss- und Überwachungssystem. Insgesamt rund 18.000 Tonnen speziell wärmebehandelter Schienen mit jeweils einer Länge von 120 Metern kamen von der Schwestergesellschaft voestalpine Schienen GmbH in Leoben/ Donawitz. „Die im Gotthard-Basistunnel erreichten Spitzengeschwindigkeiten sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr stellen besonders hohe Anforderungen an die Qualität der Fahrbahnund Weichensysteme“, erklärt Franz Kainersdorfer, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Chef der Metal Engineering Division. Zusätzlich zur Fertigung und Lieferung der Weichen und Schienen führte die voestalpine auch umfangreiche Konstruk­ tions­ arbeiten, Qualifizierungsprüfungen und Dokumentationen im Rahmen des Projektes durch. Die Gleisanlagen des GotthardBasistunnels werden in den nächsten Monaten weiter auf Herz und Nieren getestet, per Dezember 2016 ist die Aufnahme des fahrplanmäßigen Betriebes vorgesehen. Feinster Schwingungsschutz und weniger Wartungsaufwand Die voestalpine war bei Weitem nicht das einzige weltmeister­ liche österreichische Unternehmen mit höchster Bedeutung für den Gotthard-Basistunnel. So hat etwa das Vorarlberger Unternehmen Getzner Werkstoffe in den vergangenen Jahren einen speziellen Schwingungsschutz für den längsten Eisenbahntunnel der Welt entwickelt, um trotz der starken Beanspruchung eine hohe Verfügbarkeit und lange Lebensdauer des Eisenbahnober-


baus zu gewährleisten. Denn zur hochfrequenten Nutzung des Bahntunnels kommen Umgebungstemperaturen von bis zu 40°C und eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 70 Prozent hinzu. Zudem bewirken die hohen Fahrgeschwindigkeiten der Züge starke Druck- und Sogkräfte, die das Material ebenso überdurchschnittlich beanspruchen. Von Getzner wurden nun elastische Lager aus dem Werkstoff Sylodyn für die Einzelblockschwellen und die Hochgeschwindigkeitsweichen in beiden Tunnelröhren für die Feste Fahrbahn sowie auf Abschnitten der Zulaufstrecken eingebaut. „Der Schwingungsschutz reduziert Erschütterungen und sorgt so für geringeren Verschleiß bei den Oberbaukomponenten, wodurch sich der Wartungsaufwand der Strecke minimiert“, erklärt Getzner-Geschäftsführer Jürgen Rainalter. „Auch der Reisekomfort erhöht sich durch den Erschütterungsschutz deutlich, da die hochelastischen Einlagen für eine gleichmäßige Einsenkung bei der Zugüberfahrt sorgen.“ Im Gotthard-Basistunnel müssen alle Materialien über die gesamte geplante Nutzungsdauer des Tunnels eine hervorragende Performance liefern. „Die selbst in Langzeittests nachgewiesenen, exzellenten Eigenschaften unserer Werkstoffe, unser technisches Know-how und unsere namhaften Referenzen haben die Auftraggeber überzeugt“, sagt Rainalter. „Wir mussten dem Auftraggeber eine hohe Lieferfähigkeit sowie ein Höchstmaß an Qualität über die gesamte Projektlaufzeit gewährleisten.“ Auf der internationalen Leitmesse für Verkehrstechnik ­InnoTrans in Berlin widmet sich Getzner vom 20. bis zum 23. September 2016 den besonderen Anforderungen an Hochgeschwindigkeitsweichen und an den Erschütterungsschutz beim Gotthard-Basistunnel und stellt weitere Schwingungsschutz­ lösungen wie Schwellensohlen, Unterschottermatten, MasseFeder-Systeme sowie Lösungen für Weichen und Übergänge vor. PORR ist nun auch „very british“ Der global tätige und börsennotierte Energieversorger National Grid mit Zentrale in London hat ein Joint Venture aus der österreichischen PORR Bau GmbH, Skanska UK und A.Hak mit Planung und Bau einer Hochdruckgasleitung in einem Tunnel unter dem Fluss Humber von Paull nach Goxhill beauftragt. Diese Leitung ist Teil des nationalen Versorgungssystems, verbindet den wichtigen Terminal in Easington an der Küste von East Yorkshire mit dem weiteren Netz und liefert dabei Gas an Millionen von Kunden in ganz Großbritannien.

Grafik: Getzner Werkstoffe

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Im Laufe der Jahre haben die Gezeiten des Humber das Flussbett über der vorhandenen Gasleitung erodiert und diese teilweise freigelegt. Eine innovative, kurzfristige technische Lösung wurde 2010 zum Schutz der Leitung gefunden; angesichts der großen Bedeutung plant National Grid als langfristigen Ersatz den Bau einer neuen Leitung in einem Tunnel unterhalb des Humber. Sie wird an die vorhandenen AGI („Above Ground Installation“) Standorte von National Grid in Paull und Goxhill anschließen und 5,4 km lang sein, wovon 5 km in einem Tunnel verlaufen. Das Joint Venture errichtet auch diesen Tunnel, in dem das 42”-Stahlrohr (1.055 mm) verläuft. Die Bauzeit für das gesamte Projekt wird drei Jahre betragen, die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf rund 150 Mio. Pfund, also knapp 190 Mio. Euro. Der Vertrag wurde vorbehaltlich der Bewilligung der Planungsbehörde für die Ersatz-Gasleitung abgeschlossen, die für September 2016 erwartet wird. Diese Leitung wird die weltweit längste, als Gesamtstrang eingezogene Gasleitung in einem Tunnel sein. „Ein derartiges Projekt erfordert kompetente Partner mit Know-how und guten Referenzen“, fordert Phil Croft, Senior Project Manager bei National Grid. „Das Joint Venture hat uns während des gesamten Ausschreibungsprozesses mit Fachwissen und Erfahrung überzeugt – wir sind daher sicher, den richtigen Partner ausgewählt zu haben, um den Bau des Tunnels und der Gasleitung in einem stark frequentierten Fluss mit ökologisch sensiblem Umfeld zu realisieren.“ „Der Auftrag ist ein enormer Vertrauensbeweis“, sagt PORRCEO Karl-Heinz Strauss. „Die Humber Pipeline ist ein spannendes Großprojekt, bei dem Know-how und technische Expertise gefragt sind. Für uns ist die Pipeline das erste Projekt in Großbritannien. Wir setzen in der Zusammenarbeit auf starke lokale Partner – diese Strategie hat sich bewährt und eröffnet uns gleichzeitig Chancen in einem neuen und attraktiven Markt auf unserer PORR-Landkarte.“ ◆


WeltMeister Österreich Hot Briquetted Iron & more

Global erfolgreich Die voestalpine ist als Technologie- und Industriegüterkonzern mit ­kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz Weltmarktführer in der Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen.

Foto: voestalpine

gung von hochqualitativen Stahlprodukten in den USA erfordert Knapp vor Fertigstellung der neuen Direktreduktionsanlage in zusätzliche Mengen an Eisen­erz-basiertem Vormaterial (wie HBI). Corpus Christi (USA) hat die voestalpine einen neuen GroßkunDer Bau der HBI-Anlage, die nach Fertigstellung die weltweit den: Mit dem neuen US-amerikanischen Stahlhersteller Big River größte und modernste ihrer Art sein wird, befindet sich zum Steel wurde im Juni 2016 ein Abnahmevertrag für die nächsten Zeitpunkt des Redaktionsschlusses in der Endphase. Der Anlavier Jahre fixiert. Das US-Unternehmen sichert sich damit den genhochlauf ist für die Sommermonate geplant, derzeit sind noch Zugang zu hochqualitativem Vormaterial für die Stahlerzeugung die finalen Montagearbeiten im Bereich Elektrik, Elektronik, in Form von HBI (Hot Briquetted Iron/„Eisenschwamm“), von Rohrleitungen und Fördertechnik im Gange. Bereits fertiggestellt dem die voestalpine künftig jährlich rund zwei Millionen Tonnen wurde die zum Werk gehörende Hafenanlage, an der Ende April am neuen Standort in Texas produzieren wird. 2016 bereits das erste Frachtschiff mit 100.000 Tonnen Erzpellets Big River Steel wird ab 2017 jährlich bis zu 240.000 Tonnen aus Brasilien angelegt hat. Die vorteilhafte Lage am Golf von HBI aus Corpus Christi beziehen. In den vergangenen Monaten Mexiko spielt auch im Rahmen der neuen Geschäftsbeziehung hat die voestalpine bereits mit mehreren Kunden langfristige eine wichtige Rolle: Nachdem das Werk von Big River Steel direkt Abnahmeverträge für höchstwertiges HBI abgeschlossen. Insgeam Mississippi liegt, kann durch die optimale Wasseranbindung samt 60 % der geplanten Produktionsmenge wird an externe eine hocheffiziente und kosPartner – primär Stahlerzeutengünstige Auslieferung ger aus dem NAFTA-Raum des HBI gewährleistet wer– verkauft. Die restlichen den, ohne dass das Material 40 % – rund 800.000 Tonnen je umgeladen werden muss. jährlich – kommen an den „Durch die lückenlose Loösterreichischen voestalpigistik bekommen wir das ne-Standorten in Linz und qualitativ hochwertige VorDonawitz zum Einsatz. „Der material kontinuierlich anneue Auftrag unterstreicht geliefert und können somit auch die wachsende Marktsicherstellen, dass wir unseposition unseres Konzerns ren anspruchsvollen Kunim NAFTA-Raum und stellt denanforderungen dauergleichzeitig die Vollauslashaft gerecht werden“, hebt tung der DirektreduktionsCEO David Stickler den anlage noch vor InbetriebMehrwert des Vertrags mit nahme sicher“, sagt CEO Die Direktreduktionsanlage der voestalpine in Texas ist mit einer Kapazität von zwei Millionen Wolfgang Eder. Der ver- Tonnen HBI ab 2017/18 die weltweit größte ihrer Art und gleichzeitig die größte Auslands­ voestalpine aus der Sicht von Big River Steel hervor. stärkte Trend zur Erzeu- investition eines österreichischen Unternehmens in den USA.


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Auf einen Blick

Ausbau der Marktführerschaft im Edelstahlsegment Mit dem Erwerb der Advanced Tooling Tek (ATT) in Shanghai sowie der Sermetal Gruppe in Barcelona hat die voestalpine im Frühjahr 2016 auch ihre weltweit führende Position als Anbieter von Spezialstählen weiter ausgebaut. Beide Gesellschaften sind auf die Bearbeitung und den Vertrieb von Edelstahlprodukten für den Werkzeug- und Formenbau spezialisiert, zu deren Haupt­ abnehmern die Automobil- und Elektronikindustrie zählen. Erst vor Kurzem hatte die Metal Forming Division der voest­ alpine AG ein neues Werk für die Produktion hochfester Auto­ mobil­komponenten in Shenyang (China) eröffnet. Nun hat die Special Steel Division des Konzerns ihren langjährigen Vertriebspartner ATT übernommen und damit den nächsten Expansionsschritt der Gruppe auf dem chinesischen Markt gesetzt. Ein wichtiges Produktsegment des Edelstahlvertriebs- und Bearbeitungsspezialisten ATT sind große Spritzgussformen, die für die Herstellung von Kunststoffprodukten in der Automobilindustrie, wie z. B. Scheinwerfern, verwendet werden. Einsatz finden die Produkte auch in der Elektronikindustrie. Die zweite Akquisition hat die Special Steel Division in Europa getätigt, wo sie die vier Vertriebs- und Servicestandorte der Sermetal Gruppe in Spanien und Portugal erworben hat – Sermetal gilt auf der Iberischen Halbinsel als Marktführer im Segment Kunststoffformenstahl für die Automobilindustrie. „Mit den Übernahmen von ATT und Sermetal folgen wir unserer Strategie, vor allem in der Zukunftsbranche Mobilität ­ weiter zu wachsen und die Wertschöpfungskette in Richtung Endkunden konsequent zu verlängern“, erläutert voestalpineVorstand Franz Rotter, der als Chef der Special Steel Division agiert. „Die neuen Vertriebs- und Servicecenter bringen uns noch näher an unsere Kunden und ermöglichen es, neben kompletten Edelstahlprodukten auch Hightech-Stahlveredelung vor Ort anzubieten. Gleichzeitig bedeuten die Akquisitionen eine weitere Absicherung unserer Weltmarktführerschaft im Bereich Werkzeugstahl für anspruchsvolle Anwendungen.“ Hunderttausende Tonnen Spezialbleche In einem in der Öl- und Gasindustrie konjunkturell anhaltend herausfordernden Umfeld hat sich die voestalpine im Frühling 2016 u. a. auch einen neuen Großauftrag beim russisch-euro­ päischen Pipeline-Projekt „Nord Stream 2“ gesichert. Bei Nord Stream handelt es sich um eine insgesamt 1.200 km lange Offshore-Pipeline, die Erdgas vom sibirischen Gasfeld Juschno-

Die global tätige Unternehmensgruppe voestalpine hat rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen Metallen zählt voestalpine zu den führenden Partnern der euro­ päischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Im Geschäftsjahr 2015/16 erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 11,1 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,6 Milliarden und beschäftigte weltweit rund 48.500 Mitarbeiter, die auch mit 14,5 % am Unternehmen beteiligt sind. Russkoje bzw. benachbarten Feldern durch die Ostsee nach Deutschland transportiert. Sie trägt damit wesentlich zur Absicherung der europäischen Erdgasversorgung bei. Für zwei bereits 2012 fertiggestellte Nord Stream-Stränge lieferte die voest­ alpine Grobblech GmbH (ein Unternehmen der Steel Division des Konzerns) über den russischen Rohrspezialisten und langjährigen Partner OMK zwischen 2008 und 2010 170.000 Tonnen höchstwertige Röhrenbleche. Aufgrund der weitgehenden Vollauslastung dieser Pipeline – 2015 wurden rund 40 Milliarden Kubikmeter Gas durch die beiden Röhren in die EU transportiert – geht nun der Bau von Nord Stream 2 mit zwei weiteren Röhren in die Umsetzung. Hierfür sicherte sich die voestalpine Grobblech GmbH mit dem größten Auftrag in ihrer Unternehmensgeschichte die Lieferung von mehreren hunderttausend Tonnen an Spezialblechen, die erneut gemeinsam mit dem strategischen Partner OMK von August 2016 bis Februar 2018 abgewickelt wird. OMK hatte seitens der Betreibergesellschaft zuletzt den Zuschlag für 33 % des Gesamt-Auftragsvolumens von Nord Stream 2 erhalten. „Angesichts des aktuell hoch kompetitiven Marktumfeldes bei Investitionen in der Öl- und Gasindustrie ist dieser Großauftrag sehr erfreulich“, konstatiert Steel Division-Vorstand Herbert Eibensteiner. „Er beweist einmal mehr, dass die voestalpine bei technologisch anspruchsvollen Pipeline-Projekten als verlässlicher Partner für Spezial­ produkte mit höchsten Qualitätsanforderungen gilt.“ 2015 sorgte ein Auftrag über 95.000 t Röhrenbleche für ein Erdgasprojekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten für solide Auslastung im Geschäftsbereich Grobblech. Zuvor hatten noch Lieferungen an das brasilianische Pipelineprojekt „Rota 3“ weitgehende Vollbeschäftigung bedeutet. Die voestalpine lieferte dabei für die Tiefseepipeline zu einem der größten Ölfelder der Welt nahe Rio de Janeiro 117.000 t an Röhrenblechen. ◆


WeltMeister Österreich Technologische Innovationen

Weltmeisterliche Metallurgie Vieles aus der metallurgischen Industrie erinnert an moderne Alchemie, doch es stecken jahrelange Forschung, innovative Entwicklungen und enormes fachliches Know-how dahinter. Nur so können die riesigen Hochtemperatur-Prozessanlagen immer noch effizienter funktionieren. Neue Technologien, Optimierung der Produktionsprozesse, Minimierung des Energieverbrauchs und der Emissionen sind die zentralen Forschungsgebiete, um die weltweite Spitzenposition Österreichs in der Metallurgie weiter voranzutreiben. Das K1MET Kompetenzzentrum für metallurgische und umwelttechnische Verfahrensentwicklung mit den Standorten Linz und Leoben agiert im Bereich der metallurgischen Verfahrens- und Umwelttechnik als Innovationsschmiede und Trendsetter an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie. Eigentümer der K1-MET GmbH sind mit jeweils 35 % die Monta­nuniversität Leoben und die voestalpine, 20 % gehören Primetals Technologies und die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) stellt mit 10 % den zweiten wissenschaftlichen Eigentümer dar. Diese einzigartige Eigentümerstruktur aus Industrie, Technologie und Wissenschaft ist ein wesentlicher Faktor der gemeinsamen Forschung im Kompetenzzentrum – der direkte Transfer der Ergebnisse von der Entwicklung in die Anwendung ermöglicht eine sofortige Verifizierung, was wiederum zur herausragenden Rolle der Projektpartner im internationalen Wett­ bewerb führt. Finanziert wird das K1-MET Kompetenzzentrum aus Mitteln des Bundes, der Länder und der beteiligten Uni­ versitäten sowie zu 55 % von den Indus­ trie­ partnern RH, Scholz Austria, Montanwerke Brixlegg, Plansee, Ebner Indus­trie­ ofenbau, Linde Gas sowie Primetals Technologies und voest­ ­ alpine. Ein Blick auf die Montanuniversität Leoben Seit ihrer Gründung 1840 hat sich die Montanuniversität Leoben mit ihren Studienrichtungen konsequent entlang der Wertschöpfungskette der Rohstoffe weiterentwickelt. „Mit der Einrichtung des Studiums der Recyclingtechnik konnten wir diese Kette zum Wertschöpfungskreislauf weiterentwickeln“, sagt Rektor Wilfried

Eichlseder. „Das heißt, dass unsere Kernkompetenzen von der Aufsuchung und Gewinnung der Primärrohstoffe über die weiterverarbeitenden Prozesse wie etwa die Metallurgie bis hin zum fertigen Produkt und letztendlich dessen Recycling zum Sekundärrohstoff reichen.“ Darüber hinaus bietet die Montan­univer­ sität mit dem werkstofforientierten Maschinenbau, der Industrielogistik, der industriellen Energietechnik und der Verfahrens- und Entsorgungstechnik weitere einzigartige Lehr- und Forschungsschwerpunkte, welche die wissenschaftlichen Querschnittskompetenzen eindrucksvoll manifestieren. Die Forschungsarbeiten erfolgen zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen wie z. B. COMET-Zentren. So bringt die Montanuniversität ihr Know-how auf dem Gebiet der Metallurgie in die neu gegründete K1-MET GmbH ein, wo folgende Themen behandelt werden, wobei als wissenschaft­ licher Partner auch die JKU eingebunden ist:  Nachhaltigkeit und Rohstoffeffizienz in der Metallurgie  Entwicklung von metallurgischen Prozessrouten und deren Kernkomponenten wie z. B. Komponenten aus feuerfesten ­Materialien  Innovative Anlagentechnik und Steigerung der Energieeffizienz  Modellierung und Simulation metallurgischer Prozesse Mit diesen Schwerpunkten sollen die Prozesseffizienz in der Metallurgie, die Verringerung des Rohstoffeinsatzes sowie die Erhöhung der Ausbringung des Produktes optimiert werden, um damit eine nachhaltige Reduktion des Energieverbrauches, der Emissionen und eine Erhöhung des Stoffrecyclings zu er­ reichen. Weg vom Kohlenstoff! Damit entspricht man globalen Erfordernissen: Bei der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 wurde ein Abkommen zur


Foto: voestalpine

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Begrenzung der globalen Erwärmung unterzeichnet. Die Ziel­ setzungen dieser Vereinbarung sind aber ausschließlich durch den Übergang von einer kohlenstoffbasierten auf eine kohlenstoffarme Gesellschaft möglich. Ein Ziel im K1-MET ist es daher, die bestehenden Verfahren, die bereits soweit optimiert sind, dass sie nahe ihrer thermodynamischen Grenzen betrieben werden, grundsätzlich zu verändern. Dazu wurden an der Montanuniversität in den vergangenen Jahren Grundlagenuntersuchungen mit wesentlich reduzierten CO2-Emissionen angestellt. „Mit rund 7 % Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen steht z.  B. die Stahlindustrie auch vor neuen Herausforderungen in Bezug auf die angestrebten Klimaschutzziele“, sagt K1-METGeschäftsführer Thomas Bürgler. „Prozesseffizienz besteht aus den Hauptparametern Verringerung des Rohstoffeinsatzes bzw. Erhöhung des Ausbringens und der Reduktion des Energieverbrauchs bzw. Erhöhung der Rückgewinnung.“ Hier ist es wichtig, dass Nebenprodukte oder Abfälle nicht mehr als Material für die Deponierung gesehen werden, sondern als Quelle wertvoller Rohstoffe, die durch spezielle Verfahren rückgewonnen werden und „natürliche“ Rohstoffe ersetzen. Unterm Strich sollen jedenfalls die Emissionen und der Ressourcenverbrauch weiter gesenkt werden. Im Kompetenzzentrum K1-MET werden in vier Forschungsareas mit einer Mischung aus Grundlagenforschung, Computermodellierung, ­ Laborexperimenten und anwendungsnahen Tests in der Pilot­ anlage und direkt am Prozess Ergebnisse erzielt, die schluss­ endlich industriell umgesetzt werden. So ist der K1-MET Partner voestalpine mit einem CO2-Wert unter 1.475 kg pro Tonne Roheisen heute schon die internationale Benchmark für ­ ressourcenschonende und nachhaltige Roheisen- und Stahl­ ­ produktion. ◆

COMET K1-Zentren  K1-MET – Zentrum für metallurgische und umwelttechnische Verfahrensentwicklung K1-MET hat das Ziel, sich als Zentrum für metallurgische und umwelttechnische Verfahrensentwicklung international zu etablieren und damit die Innovationsführerschaft weiter auszubauen.  SCCH – Software Competence Center Hagenberg Das Spektrum des Software Competence Center Hagenberg (SCCH) reicht von der Analyse von Bestandssoftware über Daten- und Bildanalyse bis zu Methoden zur qualitätsvollen, effizienten Modell- und Softwarekonstruktion für Industrie 4.0, Energieeffizienz und andere Bereiche.  WOOD – Kompetenzzentrum für Holzverbundwerkstoffe und Holzchemie WOOD ist eine führende Forschungseinrichtung für Holz und verwandte nachwachsende Rohstoffe in Europa. Die Kernkompetenzen liegen in der Materialforschung und Prozesstechnologie entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von den Rohmaterialien bis zum fertigen Produkt.  CEST – Kompetenzzentrum für elektrochemische Oberflächentechnologie GmbH Das CEST agiert als Innovationsschmiede und Trendsetter an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie.   ACMIT – Austrian Center for Medical Innovation and Technology K1-ACMIT vereinigt technische und medizinische Kompetenzen für Spitzenforschungen rund um den Bereich minimal-invasive Chirurgie. Mit internationalen Partnern wird an Technologien für Geräte und Robotersysteme geforscht.  PCCL – Competence Center in Polymer Engineering and Science PCCL ist ein führendes Zentrum für Forschung im Bereich Kunststofftechnik und Polymerwissenschaften. Das Kompetenzportfolio reicht von Automotive-, Luftfahrt- und Packaging- bis hin zu Solar- und Photovoltaikanwendungen.

COMET K2-Zentrum  LCM – Linz Center of Mechatronics GmbH Beim K2-Bereich von LCM (vormals ACCM, Austrian Center of Competence in Mechatronics) spannt sich der Bogen von Mechatronik, Sensortechnik, Mechanik, Antriebe und Aktuatoren bis hin zu kabellosen Systemen.


WeltMeister Österreich Hightech-Werkstoff

Die Aluminium-Veredler Die AMAG hat sich zu einem der weltweit modernsten und flexibelsten Standorte für Aluminiumwalzprodukte entwickelt.

Der weltweite Bedarf am Hightech-Werkstoff Aluminium wird in den nächsten Jahren massiv steigen. „Wir nutzen diese C ­ hance und bauen unseren Hauptsitz Ranshofen zu einem der modernsten Standorte der europäischen Aluminiumindustrie aus“, kommentiert AMAG-Chef Helmut Wieser den weiteren Ausbau speziell des neuen Kaltwalzwerks, das Aluminiumbleche und -bänder mit einer Breite von mehr als 2.000 mm liefern wird. Damit verdoppelt die AMAG die Gesamtkapazität des Walzwerks in Ranshofen auf mehr als 300.000 Tonnen pro Jahr. Im März 2016 haben die Bauarbeiten für das neue Kalt­walzwerk, die Walzbarrengießerei sowie die Veredelungs- und Finalanlagen begonnen. Die Inbetriebnahme der Anlagen des 300 Mio.-EuroWerksausbaus ist in rund einem Jahr geplant. „Mit unserem Werks­ ausbau folgen wir dem Wachstum unserer Kunden“, sagt Wieser. Permanente Expansion Generell ist die AMAG in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen: Seit 1994 wurde die Absatzmenge an Walzprodukten verdreifacht. Durch die Portfolioerweiterung an Spezialprodukten wird die AMAG zu einem attraktiven Wachstumspartner für Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen. Insbesondere der Transportbereich, dominiert durch die Auto­ mobil- und Luftfahrt­industrie, liegt mit einem mittelfristig prognostizierten Wachstum von etwa 11 % pro Jahr weit über dem Durchschnitt. Auch aus der Sport-, Elektronik-, Bau-, Maschinenbau- und Verpackungsindustrie kommt verstärkt die Forderung nach neuen AMAG-Produkten. Die Grundlagen für das profitable Wachstum der AMAG bilden die zahlreichen positiven Eigenschaften des Materials Aluminium und damit verbunden dessen zunehmende Bedeutung als Werkstoff, speziell dort, wo es auf Gewicht und technologische Eigenschaften, Zuverlässigkeit und in letzter Konsequenz Nachhaltig-

„Mit unserem Werksausbau folgen wir dem Wachstum unserer Kunden, vornehmlich aus der Automobil-, Luftfahrt-, Verpackungs-, Sport- und Elektronik­ industrie.“ H E L M U T W I E S E R , Vo r s t a n d s v o r s i t z e n d e r d e r A M A G

keit ankommt. „Ziel unserer Wachstumsstrategie ist es, unsere internationalen Kunden global mit erstklassigen Aluminium­ produkten zu versorgen“, erklärt Wieser. Mit dem Werksausbau werden in den neuen Produktionsstätten in Ranshofen etwa 200 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit wird der Personalstand um etwa 15 % gesteigert und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein kräftiger Beschäftigungsimpuls gesetzt. Ebenso profitieren die regionalen Wirtschafts­ treibenden von dieser zusätzlichen Kaufkraft.


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Bandfertigung

Plattenfertigung

Energieeffizienz und verbesserte Umweltperformance Bei der Produktionssteigerung wird besonderer Wert auf Energieeffizenz und einer verbesserten Umweltperformance gelegt: Durch den Ausbau der Recyclingkapazitäten kann die AMAG die eingesetzte Schrottmenge erhöhen und somit den traditionell hohen Recyclinganteil beibehalten. Bereits heute hat der Standort Ranshofen für die hier erzeugten Produkte eine Schrotteinsatzrate von etwa 75 bis 80  %. „Mit diesem Wert nimmt die AMAG eine führende Stellung in der Aluminiumindustrie ein“, garantiert Wieser. Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist der zunehmende Bedarf an Leichtbaulösungen vor allem im Transportbereich. Ein Auslöser dafür sind die in den nächsten Jahren weltweit strengeren, gesetzlichen Ziele betreffend CO2-Ausstoß pro gefahrenem Kilometer: Insbeson­dere die Europäische Union und die USA, und somit die Hauptmärkte der AMAG, nehmen hier eine Vorreiterrolle ein. ◆

Gute Aussichten Der Markt für Primäraluminium und Aluminium-Walzprodukte wächst 2016 weiter. Das Marktforschungsinstitut CRU prognostiziert Wachstumsraten in Höhe von rund 4 %. Auch in den Folgejahren werden jährliche Wachstumsraten in dieser Größenordnung erwartet. Das Geschäftsjahr 2016 wird in Hinblick auf das Stand­ orterweiterungsprojekt „AMAG 2020“ von einer hohen Inves­ titionstätigkeit geprägt sein. Insgesamt werden für 2016 Investitionen in Höhe von rund 190 Millionen Euro erwartet. Auf Basis der Entwicklungen in den ersten ­Monaten 2016 geht der Vorstand für die AMAG-Gruppe von einer EBITDA-Bandbreite zwischen 110 und 125 Mio. Euro aus.

Vorbild AMAG Engagierter Umweltschutz / verantwortungsbewusste Wertschöpfungskette Verarbeiteter Aluminiumschrott in Tonnen Anteil Wasserkraft im Strommix in % Spezifische Nutzwasserentnahme in

2014

Veränderung in %

306.000

274.200

11,6 %

71 %

Nutzwasserentname in m3 m3/Tonne

2015

Produktion

51 %

3.288.000

3.282.000

0,2 %

6,5

7,2

– 9,8 %

Ehrliche Mitarbeiterbeziehung / zukunftsfähige Gesellschaft Mitarbeiter am Standort Ranshofen (Stichtag 31. 12.)

1.605

1.530

Fluktuationsrate

1,6 %

1,4 %

Lehrlinge Stundenanzahl für Aus- und Weiterbildung Fotos: AMAG

Anzahl der eingereichten KVP-Vorschläge Sponsoringausgaben in Euro

79

78

1,3 %

52.974

50.761

4,4 %

10.331

10.767

– 4 %

207.100

99.300

108 %


WeltMeister Österreich E-Mobilität

Strom gibt Gas Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Die Zahl der Elektroautos ist zwar noch gering – und doch liegt Österreich pro Kopf der Bevölkerung mit zumindest europameisterlichen Qualitäten ganz weit vorn. Vo n R E I N H A R D K R É M E R .

Foto: ABB

kommt.“ Nicht zuletzt die Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz Die Elektromobilität bringt manchmal völlig ungeahnte und doch zeigen, dass die Welt es ernst meint mit dem Umweltschutz. Und höchst willkommene Nebeneffekte. Zum Beispiel dieses Szenario: wenn ein Schwergewicht wie die Rockefeller-Stiftung auf ExxonStellen Sie sich vor, Sie stehen an einem Freitag am Nachmittag Ölaktien pfeift, ist das ein weiteres Indiz, dass der Zug in diese um drei Uhr am Wiener Gürtel. Auf den Straßen ringsherum tobt Richtung fährt. der Verkehr. Plötzlich flüstert Ihnen die Person, die Ihrem Herzen am Nächsten ist, zärtlich etwas ins Ohr – und Sie verstehen jedes Fast 50 Prozent Wachstum Wort. Nein, es ist kein Wunder geschehen und Sie haben plötzlich Das meint auch der CEO von ABB Österreich, Franz Chalupecky: das Hörvermögen Ihres lieben Hunderls geerbt. Man schreibt „Die Chancen stehen angesichts steigender Reichweiten der vielmehr das Jahr 2030 und der Verkehr, der zur Stoßzeit tobt, E-Autos, kombiniert mit deutlich fallenden Preisen für Batterien surrt nur leise vor sich hin. Tausende Autos zischen kaum hörbar als Hauptpreistreiber bei gleichzeitig zunehmend höherer vorbei, und wo man sich heute noch anschreien muss, um verEnergie­dichte der Batterien sehr gut, dass Elektroautos in den ständlich zu sein, reicht dann normale Zimmerlautstärke. Das ist nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung übrigens auch mit ein Grund, warum die Geund Marktanteilen gewinnen werden.“ gend um den Gürtel ab 2025 kaum noch leistDas Unternehmen hat im vergangenen Jahr bar wurde. Durch den Siegeszug der Elektroin Österreich die 100. Schnellladestation vermobilität kamen schlaue Immobilienprofis kauft, weltweit sind es bereits über 3.500. „Das schon lange auf die Idee, die hervorragende Niveau ist zwar noch überschaubar, aber wir Infrastruktur entsprechend zu vermarkten. erleben bei Elektroautos bereits nennenswerte Dieser Trend setzte sich übrigens auf der ganZuwachsraten“, sagt der ABB-CEO. Und da hat zen Welt fort: Einst schier unbewohnbare Geder Mann recht: Zum Stichtag 31. 12. 2015 wabiete wurden zu „Prime ­Locations“; Autobahn ren in Österreich laut Statistik Austria rund 6,54 bevorzugt. Mio. Kraftfahrzeuge zum Verkehr zugelassen – „Ja“, sagen Sie jetzt, „das ist ja eine schöne davon waren erst etwas über 5.000 rein elektWelt, die Sie da zurechtzimmern – aber hat das risch unterwegs. Aber während die allge­meine überhaupt Chancen, jemals Realität zu werZulassungsrate nur um 1,2 Prozent anstieg, den?“ „Nun“, entgegnet submissest Ihr Schreiwaren es bei Elektroautos satte 48,6 Prozent. berling, „sicher wissen tu‘ ich es genauso Das muss einem einer einmal nachmachen! wenig wie die Lottozahlen vom nächsten SonnUnd wenn man weiß, dass der große Bruder tag, sonst wären wir jetzt nicht hier, sondern ABB-Chef Franz Chalupecky: „Wir arbeiten auf meiner Privatinsel in einer Gegend, wo die eng mit Partnern aus Automobilindustrie und Deutschland es bei zehnmal mehr Einwohner IT zusammen, um bei Zukunftsthemen wie Nachbarinseln mit -uba oder -cao ­enden – aber Schnellladung von Autobussen eine Vorreiter- nicht auf 50.000 Elektroautos bringt, wie es eigentlich zu erwarten wäre, sondern nur rund es ist höchst wahrscheinlich, dass es so rolle einzunehmen.“


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Foto: Verbund

„Es braucht politische Entscheidungen, will man E-Mobilität den nächsten entscheidenden Push geben“, lautet die Forderung der „elektrischen“ Experten.

brennern reiten, irgendwo mit einem E-Mobil saftlos verhungern zu müssen, wird also täglich unbegründeter. Der Autor dieser Zeilen, der seit mehr als zwei Jahren rein elektrisch durch die Gegend düst, ist übrigens noch nie hängengeblieben – Auslandsreisen inklusive. Und das Laden geht heutzutage meist recht hurtig über die Bühne: „Smatrics (österreichweit der erste und einzige Anbieter eines flächendeckenden High-Speed-Ladenetzes; Anm.) setzt mit seinen Ladestationen auf High-Speed-Technologie“, berichtet Fischer. „Das bedeutet Ladezeiten von 20 Minuten an aktuell rund 200 Ladepunkten in ganz Österreich. An 200 weiteren Smatrics Ladepunkten ist beschleunigtes Laden möglich, das ­ bedeutet eine Ladedauer von rund einer Stunde für beispiels­ weise einen Renault Zoe.“ Rund 5.400 Ladestationen auf der „Insel der Seligen“ Die Sache hat Hand und Fuß, Ein weiteres Indiz übrigens, ist offen für alle Elektroautos – dass die oben so schön ausgeSauberer Strom als Treibstoff der Energiezukunft einerseits, weil an Smatrics führte Illusion Ihres Schreiberc Steuerliche Anreize sind der Turbo für den Elektromotor, Lade­stationen mit Multi-Stecker lings doch Realität werden die Steuerreform 2015 wirkt im Bezug auf E-Mobilität: jedes Elektroauto den richtigen könnte, liefert Michael Viktor Vorsteuerabzug, Entfall Sachbezug für Dienstautos. Anschluss findet und andererFischer, Geschäftsführer des c Q1/2016: plus 1.300 neue E-Fahrzeuge. seits, weil die Freischaltung größten Infrastruktur-Anbieters c Aktuell bereits mehr als 75.000 E-Fahrzeuge mit Stecker schnell und bequem auch ohne Smatrics (ein Joint-Venture von unterwegs. Vertragsbindung übers Handy Verbund und S ­iemens): „Wir c E  U: 2021 müssen die Automobilhersteller den Verbrauch erfolgen kann, so Michael Viktor erleben derzeit einen Boom bei der tatsächlich neu zugelassenen Fahrzeuge auf unter Fischer. der Errichtung von Ladestatio95 g, also 3,8 l/100 km senken. nen: Laut der Plattform ‚going

23.500 E-Vehikel angemeldet sind, ahnt man, dass Öster­reich sich den Europameister-Titel bei der E-Mobility geschnappt hat. Denn auch Frankreich und Großbritannien bringen es bei ungleich ­größerer Bevölkerungszahl nur auf jeweils 27.000 beziehungs­ weise 28.000 Elektroautos. Von der Gesamtzahl her liegt übrigens China mit 189.000 E-Fahrzeugen an der Spitze – doch dies bei rund 170 mal mehr Einwohnern als die Alpenrepublik. Damit wäre uns der Welt­ meistertitel eigentlich sicher, wäre da nicht Norwegen: Dort sind 25.000 Elektroautos (die meisten davon übrigens von der Marke Tesla) zugelassen – doch hat das Land nur fünf Millionen Ein­ wohner.

electric‘ gibt es derzeit in Österreich bereits rund 5.400 Ladestationen und es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine neue eröffnet wird.“ Die Angst vieler Autofahrer, die noch auf Ver-

c Fahrzeugmodelle wie BMW i3, Tesla Modell S, VW eGolf c Reduktion von Feinstaub und Lärm. c Preis: Elektroenergie ist mit rund drei Euro je 100 km deutlich günstiger als herkömmlicher Treibstoff. 

Quelle: Verbund

Damit was weitergeht beim elektrisch Fahren, gibt’s auch ­einen Verband. Der heißt Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ), sein Vorstand ist Jürgen Halasz und der ist


WeltMeister Österreich E-Mobilität

Foto: Verbund

auch der Leiter Energiedienstleistungen von Wien Energie. Dort ist man für die Zukunft gerüstet: „Derzeit übersteigt die Anzahl an halb- oder -öffentlichen Ladepunkten von Wien Energie die Anzahl an Elektroautos. Somit kann derzeit nicht vom weit verbreiteten ‚Henne-Ei‘-Problem gesprochen werden“, ­erläutert Halasz. Im Rahmen der Modellregionen Wien und NÖ e-pendler hat Wien Energie mit Partnern in den Ausbau der Lade­ infra­ struktur ordentlich investiert: 440 Elektro-Ladepunkte bis Ende Juni 2016 in der Modellregion „Wien e-mobility on demand“ und 161 Elektro-Ladepunkte (81 davon Wien Energie) bis Ende 2016 in der Modell­region „NÖ e-pendler“. Bei Wien Energie, die für Elektrofahrer zum Laden die „Tanke“-Karte anbietet, wo dann übers Bankkonto abgerechnet wird, setzt man auf Vernetzung mit anderen Anbietern. „Die Kooperation zum Thema Austausch von Ladekarteninformationen über die Betreibergrenzen hinweg steckt noch in der Pilotphase“, meint Halasz. „Das heißt, noch sind nicht alle Systeme im Hintergrund soweit ertüchtigt, um ein flächendeckendes „Roaming“ anbieten zu können. Es gibt noch Nachrüstbedarf sowohl auf Hardware- als auch auf Software-Basis. Wir arbeiten aber im Hinblick auf der ÖHUB genannten österreichweiten Vernetzungsplattform (d. h. Vernetzung der einzelnen, verschiedenen Ladestellenmanagementsysteme; Anm.) alle mit Hochdruck ­daran, diese Systeme entsprechend nachzurüsten.“ Auch beim Wien Energie-Partner EVN geht´s voran: „Der Ausbau der EVN Infrastruktur läuft nach Plan“, berichtet Vorstandssprecher Peter Layr. „Bis Ende 2016 wird es in Niederösterreich eine flächendeckende Versorgung mit Strom-Tankstellen geben. Kunden können schon heute in Wien und Niederösterreich das Strom-Tankstellen-Angebot von Wien Energie und EVN grenzüberschreitend nutzen.“ Eine Ausweitung solcher Kooperationen ist im Rahmen des Bundesverbandes Elektromobilität Österreich (BEÖ) geplant, sagt Layr. In Niederösterreich sind vor allem die Unternehmen Smatrics (Verbund/Siemens) und Ella (W.E.B.; Anm.) aktiv. Die jährlichen Investitionen der EVN bei der E-Mobility Infrastruktur liegen im sechsstelligen Bereich; die Zahl

der Schnelllader ist – noch – gering: „Es gibt derzeit drei AC/DCSchnelllader von der EVN (St. Pölten Rathausplatz, Wr. Neustadt Nepomukplatz, Bruck/Leitha EKZ ecoplus Park; Anm.), weitere Schnelllader werden folgen. EVN baut die Ladeinfrastruktur entsprechend der Nachfrage aus“, lässt Layr auf Lademöglichkeiten abseits von Smatrics hoffen. Neben Wien Energie sind weitere Kooperationen der EVN im Rahmen des Bundesverbandes Elektromobilität Österreich (BEÖ) geplant. „Der BEÖ hat im Rahmen der Förderschiene des Klima und Energiefonds Modellregionen Österreich die Verbindung bestehender Modellregionen mithilfe eines Österreich-HUB gefördert. Dieses Förderprojekt ist 2016 in Umsetzung und hat das Ziel, österreichweit Ladeinfrastruktur von Strom-TankstellenAnbietern zu verbinden. EVN unterstützt dieses Projekt und wird Teil dieses österreichweit größten Strom-Tankstellen Netzwerkes werden“, sagt der EVN-Vorstandssprecher. Mehr als 100 Ladestationen Auch im Westen wird bei der E-Mobility nicht geschlafen: „Wir haben in den letzten Jahren die Errichtung einer öffentlichen Ladeinfrastruktur intensiv vorangetrieben – heute stehen flächen­ deckend 102 frei zugängliche Ladestationen zur Verfügung. Dort gibt es mehr als 400 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge, an 15 Standorten mit 30 Ladepunkten – und das sind mehr als bei jedem anderen Anbieter in Österreich – kann man per 22 kW-Schnell­ ladung sauberen Ökostrom laden“, berichtet der Generaldirektor der oberösterreichischen Energie AG, Leo Windtner. 2013 startete ein Pilotprojekt für Gemeinden; sieben Elektro­ autos sind seitdem im Einsatz bei Essen auf Rädern, im Bauhof und als Gemeindeauto: „Für Unternehmen bieten wir Beratung bei ihrer Fuhrparkumstellung sowie Ladeinfrastrukturlösungen – von ein­fachen bis intelligent-angebundenen Stationen inklusive Abrechnungsoption“, so Windtner. Im Rahmen des e-Pendlerprojekts bietet die Energie AG ein E-Auto für 80 Euro für eine Woche (Dienstag–Dienstag; Anm.) zum Test an. „Interessierte können unter e-mobil@energieag.at mehr dazu erfahren und sich für eine


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SMATRICS (Verbund-Mehrheitsbeteiligung) c Flächendeckendes E-Ladenetz-Netz in Österreich mit 400 Ladepunkten (davon 200 Highspeed – Laden in 20 Min.) Testwoche anmelden. Das Angebot ist sehr nachgefragt und bereits Wochen im voraus ausgebucht“, erläutert der Energie AGGeneral. Öffentliches Laden wird man in Zukunft vorwiegend zur Reichweitensicherheit und auf der Langstreckenreise benötigen, ist Windtner überzeugt: „Deswegen wird die große Anzahl an E-Autos das Typ 2-Ladenetz benötigen. Wir gehen deshalb auch davon aus, dass nur für Langstrecken-E-Mobilität die Multi­ standardSchnellladestationen entlang Autobahnen benötigt werden.“ Ein Blick in den Süden Im Süden ist die Kelag höchst aktiv: „An rund 70 Standorten stehen in Kärnten insgesamt 160 leistungsfähige Ladepunkte zur Verfügung. Alle Kelag-Ladepunkte bieten im AC(Wechselstrom-)Bereich mindestens 22 kW Ladeleistung und im DC(Gleichstrom-)Bereich mindestens 50 kW“, sagt Vorstand Manfred Freitag. Technisch setzt man auf die Ladeinfrastruktur des Miteigen­ tümers des Unternehmens, der deutschen RWE, die mit Abstand das größte Ladenetz in Europa betreibt. „Im Juni 2015 haben wir gemeinsam mit dem kalifornischen E-Auto-Hersteller Tesla in der Maria-Gailer-Straße in Villach die mit 16 Ladepunkten größte ETankstelle in Österreich errichtet“, berichtet der Kelag-Vorstand. Für ihn ist kontaktloses Laden ein Thema: „Wir sehen hier durchaus Chancen, speziell im Bereich von Taxiständen oder Bushaltestellen.“ Die Kelag bietet übrigens mit www.e-tankstellen-finder. com auch die einzige ziemlich komplette Übersichtsplattform für lade-hungrige E-Mobilisten, auf der fast alle Tankstellen verzeichnet sind. Technologieführer AVL List Wenn‘s um Technik geht, darf Österreichs Paradeunternehmen auf diesem Sektor, AVL List, nicht fehlen – und da hat man auch bei der E-Mobility und alternativen Antriebssystemen einiges zu sagen: „Wir sind in der Elektrifizierung von Mild/Voll/Plug In Hybriden über Batterie- bis hin zu Fuel Cell Fahrzeugen mit dem Fokus auf Antriebssystem und Komponentenentwicklung inklusive der Betriebsstrategie von Technologie bis hin zur SOP Entwicklung etabliert“, sagt Gerald Teuschl, Product Manager der Abteilung Electrified Powertrain bei AVL. „Elektrifizierung ist einer der Schlüsselbereiche in dem unsere Historie in die Mitte der 90er-Jahre zurück geht, daran hat sich nichts geändert“. Die Schlüsselrolle werden die Erhöhung der Reichweite, Reduktion von Ladezeiten und Batteriekosten spielen, ist Teuschl überzeugt. „An denen wirken wir als AVL mit unseren Lösungen

c Ladelösungen für Unternehmen und deren Mitarbeiter und Kunden c Flexible Bezahlmodelle: barrierefreie Nutzung der Ladestationen – mit Kundenkarte oder Handy, mit Vertrags­ bindung oder ohne c SMATRICS ist ein Komplettanbieter von Dienstleistungen rund um das Thema Elektromobilität. Als erster Anbieter betreibt SMATRICS ein flächendeckendes HochleistungsLadenetz in ganz Österreich mit Ladestationen im Umkreis von rund 60 km, die zu 100 % aus erneuerbaren Energien gespeist werden. Das Leistungsspektrum umfasst zudem die Installation, Wartung sowie den Betrieb privater Ladestationen (Wallboxen), Mobile-App, 24  h-Kundenhotline, maßgeschneiderte Mobilitätspakete und weitere innova­ tive Lösungen für Privatkunden und Unternehmen.

für Antriebssysteme, Energiespeicher, neue Technologien und Vernetzung nachhaltig mit“. Der AVL-Mann ortet einen Umbruch, der im Korsett der aktuellen Entwicklungslandschaft nur begrenzt und mit einigen Kompromissen umsetzbar ist: „In den letzten fünf Jahren hat dieser Prozess des Umdenkens eingesetzt und zeigt, dass wir neue Methodik bis hin zu vernetzten Systemen benötigen werden. Ein wichtiger und oft unterschätzter Faktor kommt hier der Ausbildung zu, hier müssen wir wesentlich stärkeres Augenmerk legen, um die künftigen Problemstellungen bewältigen zu können.“ Wenn es um‘s Fahren mit Strom geht, gibt es abseits der ­Autos noch ein Segment, das immens wächst – die Schreibe ist von E-Bikes. Hier ist Bosch (das Unternehmen zeigt auch auf dem Sektor „Batterietechnik“ immer wieder auf) höchst aktiv: „In den kommenden Jahren wird, aufgrund von Ressourcenmangel, demo­grafischem Wandel, Umweltschutz und weiteren Faktoren, das Thema Elektromobilität eine immer größere Rolle spielen. Das eBike ist das erfolgreichste Elektrofahrzeug in der EU und letztendlich ein wichtiger Schritt sowohl für Entwicklung als auch Akzeptanz der Elektromobilität in der Gesellschaft“, sagt Claus Fleischer, Leiter des Produktbereichs Bosch eBike Systems. „Auch verkehrspolitisch besitzt das E-Bike große Bedeutung. ­E-Bikes sind der Einstieg in eine effiziente und emissionsfreie Mobilität. Der elektrische Antrieb hilft dabei, tägliche Ziele noch effizienter, ökonomischer und ökologisch nachhaltiger zu erreichen. Mittelfristig dürfte jedes dritte neu verkaufte Fahrrad in Mitteleuropa ein E-Bike sein“. ◆


WeltMeister Österreich Erneuerbare Energien

Winds of Change Europa ist nicht nur die Wiege der Windstromerzeugung, sondern auch der Vorreiter in der Offshore-Technologie. Zuletzt wurde der europäische Offshore-Windenergieausbau mehr als verdoppelt – und österreichische Firmen betätigen sich als weltmeisterliche Zulieferer dafür.

Mit einer Gesamtleistung von mehr als 3.000 MW steigerte sich 2015 der Ausbau der Windenergie am Meer um mehr als 100 Prozent. Mit insgesamt mehr als 11.000 MW Offshore-Gesamtleistung wird bereits 1,5 % des europäischen Stromverbrauches erzeugt. Schon der österreichische Kaiser war der hohen See fest verbunden und segelte mit der K&K-Marine über die Weltmeere. Den Kaiser gibt es hierzulande schon lange nicht mehr, aber der Bezug zum Meer ist zumindest in der Offshore-Windenergie­ branche geblieben. Denn ­einige heimische Firmen sind am Ausbau der Windenergie am Meer stark beteiligt. „Österreichische Firmen sind aus dem Windenergiebereich am Meer nicht mehr wegzudenken“, sagt dazu Stefan Moidl, Geschäfts­führer der IG Windkraft. 2015 wurden in Summe 18 Milliarden Euro in den Windkraftausbau in europäischen Meeren investiert. Obwohl Österreich ein Binnenland mitten in Europa ist, haben sich etliche heimische Firmen ihren fixen Platz als

Zuliefer­betriebe erarbeitet. „Auch wenn die Meeres­ anbindung Österreichs bereits seit hundert Jahren ­Geschichte ist, sind österreichische Firmen mit der Windenergie nach wie vor sehr eng mit dem Meer verbunden“, sagt Moidl. Offshore-Windkraft made in Austria Für die weltweit größten Windräder der Welt werden die Kupplungen von der Firma Geislinger in Bad St. Leonhard in Kärnten und Hallwang bei Salzburg in Serie gefertigt. Jede Woche liefert Geislinger bereits eine Kupplung für die Meereswindräder aus. Die Windenergie ist somit dabei, ein wesentliches Standbein für den Weltmarktführer bei Kupplungen zu werden. Die ebenfalls aus Salzburg stammende Firma Palfinger Marineund Beteiligungs-GmbH lieferte 2015 mehr als 280 Krane für Offshore-Windräder aus. „Das Jahr 2015 brachte Auftragseingänge für alle unsere Krantypen, sowohl für Gondel und Plattform als auch Umspannstationen. Die größeren Aufträge betreffen die


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Die Palfinger Marine- und Beteiligungs-GmbH hat sich im Wind­ energiebereich auf das Offshore-Geschäft spe­zialisiert. Als Partner von Siemens ist sie stark am marinen Windenergiegeschäft beteiligt und stellt Krane für Offshore-Windkraftanlagen und Plattformen her.

Windparks Rampion (UK) mit 116 und Race Bank (UK) mit 93 elektrischen Plattformkranen. Der Windpark Nordergründe (D) wird mit 18 hydraulischen Knickarmkranen in der Gondel ausgestattet, Nordsee One (D) mit 54 Stück. Wir sehen einen konstanten Aufwärtstrend, der 2016 und darüber hinaus anhalten soll“, sagt Martin Zauner, Head of Wind Cranes von Palfinger Marine. Rund 250 Windräder im Offshore-Bereich sind mit Haupt­ steuerungen der Vorarlberger Firma Bachmann ausgerüstet und das Segment macht bereits rund 10 % des Umsatzes von Bachmann aus. Gleitlager der Firma Miba aus Oberösterreich werden unter anderem ebenfalls bei Offshore-Windkraftanlagen eingesetzt. „Österreich ist im Zulieferbereich bei der Weltspitze dabei“,

Fotos: Palfinger Marine- und Beteiligungs-GmbH

Windräder in (Nieder-)Österreich 2015 konnten in ganz Österreich Windräder mit 323 MW Windkraftleistung errichtet werden. Alle Windräder in Öster­reich haben damit eine Gesamtleistung von 2.409 MW. Allein in Niederösterreich wurden fast 100 Windräder mit einer Leistung von insgesamt 288 MW errichtet. Damit stehen bereits 602 Windräder mit einer Gesamtleistung von 1.248 MW in NÖ. Sie erzeugen 2,7 Mrd. Kilowattstunden und können somit 25 % des niederösterreichischen Stromverbrauches decken. Nebenbei wird so viel CO2 eingespart, wie 80 % aller niederösterreichischen Autos ausstoßen.

erklärt Moidl. „Pro Jahr erwirtschaften mehr als 160 Firmen der Zuliefer- und Dienstleistungsbranche in Österreich ein Export­ volumen von mehr als 600 Mio. Euro.“ Weizer Transformatoren für den Weltmarkt Mit mehr als 60 % ist der Windkrafthersteller Siemens unangefochtener Marktführer im Offshore-Bereich – sowohl was den Ausbau 2015 als auch die Gesamtanzahl der Windkraftanlagen am Meer betrifft. Das steirische Transformatorenwerk in Weiz ist Marktführer und innerhalb des Unternehmens Exklusivhersteller von Transformatoren für schlüsselfertige Siemens-Windparks, sowohl für Onshore- als auch Offshore-Projekte. In jedem schlüsselfertigen Windpark, den Siemens errichtet, kommen Transformatoren aus dem steirischen Werk zum Einsatz. Das Werk ist mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent bei Offshore-Windparks Marktführer in dieser Branche. Weiz ist der größte Siemens-Standort für die Entwicklung und den Bau von Transformatoren und gilt innerhalb des Unternehmens als globales Kompetenzzentrum für Phasenverschieber-Transformatoren und ist Single-Source-Lieferant für Siemens-Windparks auf der ganzen Welt. Derzeit sind rund 1.200 Mitarbeiter und Lehrlinge im Werk beschäftigt. Die Aufträge, die Siemens in Weiz abwickelt, erzeugen darüber hinaus eine erhebliche lokale Wertschöpfung. Wenn Siemens in Weiz Transformatoren entwickelt und baut, dann werden bis zu 900 weitere Unternehmen in ganz Österreich beschäftigt. ◆


WeltMeister Österreich Internet of Things

Wenn sich die Dinge vernetzen Das Internet of Things bietet innovativen österreichischen Unternehmen große Chancen zur Steigerung ihrer Wettbewerbsvorteile. Mitte Juni fand eine umfangreiche „Leistungsschau“ im Wiener Rathaus statt.

Körperdaten von Milchkühen Jedenfalls bietet IoT österreichischen Unternehmen große Chancen. Es gibt bereits eine Reihe heimischer Firmen, die mit ihren Innovationen führend in Marktnischen sind. Beispielsweise ist die steirische ams AG die Nr. 1 bei Lichtsensoren und ermöglicht vernetztes „Einsammeln“ von Tageslicht. Infineon Technologies Austria stellte einen 3D-Image-Sensor-Chip vor und der Wiener Hersteller von Sicherheitssteuerungen TTTech treibt die Entwicklung vom Technologie- zum Marktführer in den sich dynamisch entwickelnden Märkten des IIoT und autonomen Fahrens voran. Als Technologieführer für Raddetektion und Achszählung identifiziert Frauscher Sensortechnik heiß gelaufene Lager und gibt nach Passieren des Zuges die Strecke wieder frei.

IoT ist durch seine Einsatzvielfalt auch höchst attraktiv für innovative Startups. Die Grazer smaXtec animal care sales GmbH ist z. B. Weltmarktführer bei der Erfassung von Körperdaten von Milchkühen und gibt Landwirten Auskunft über den Gesundheitszustand ihrer Herden. Die oberösterreichische Tractive entwickelte das weltweit kleinste Trackingsystem für Haustiere. Runtastic – vergangenes Jahr vom Sportartikelhersteller Adidas

Grafik: Runtastic

Der Internet of Thing-Hype (IoT) geht mit den boomenden ­Wearables und dem vernetzten Heim vom Konsumgüterbereich aus. DER Wachstumsmotor wird in Zukunft aber vor allem wohl die industrielle Anwendung sein und damit das „Industrial Internet of Things“ (IIoT). Schon der IoT-Markt ist riesig: Gab es 2010 noch fünf Milliarden vernetzter Dinge, so soll deren Zahl laut Intel von 16,3 Mrd. im Jahr 2015 auf 200 Mrd. Dinge bis 2020 ansteigen. (Exponen­tiell nimmt damit die Anfälligkeit gegenüber Cyberattacken zu und dementsprechend wichtig ist auch das Cybersecurity-Thema.) McKinsey schätzt 2025 die möglichen globalen wirtschaftlichen Auswirkungen des Internet of Things je nach Brancheneinsatz jährlich zwischen 3,9 bis 11,1 Billionen USD. Das IIoT erlaubt vorausschauende Wartung, optimales Management der Lebensdauer und Monitoring, was beim Wandel zu einer serviceorientierten Wirtschaft (Servitisation Economy) wichtig ist: Kunden bevorzugen immer mehr, nur für den Zeitraum der Nutzung zu bezahlen, anstatt Produkte zu kaufen.

gekauft – bietet verschiedene Apps an, die Fitnessdaten sowie Laufrouten messen, aufzeichnen und auswerten und Benutzern auf spielerische Art und Weise helfen, ihre Körperfunktionalitäten sowie Zeitaufwand und Energieverbrauch zu messen. Und das Startup Luke Roberts hat mit „Fluxo – the world’s smartest lamp“ einen fulminanten Start auf der Crowdfunding-Plattform Kick­ starter hingelegt. Neue Partnerschaften und Serviceleistungen Österreichische Unternehmen verfolgen somit bereits in unterschiedlichen Branchen wichtige Projekte, um mit IIoT Betriebskosten zu reduzieren, den Kundenservice zu steigern und die Lieferkette effizienter zu managen. Speziell im Bereich des Smart Homes = der Heimautomation gibt es inzwischen zahlreiche IoTConsumer-Produkte, beispielsweise für Heizung, Beleuchtung,


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Grafik: smaXtec

IoT-Anwendungen

Das smaXtec System liefert wichtige Körperdaten von Kühen in Echtzeit.

Foto: SUCCUS

Alarmsysteme oder Tür- und Schließsysteme. Am 13. und 14. Juni 2016 fand im Wiener Rathaus ein M2M/IoT Forum CEE mit mehr als 400 Teilnehmern und 40 Experten aus ganz Europa statt. Im Zentrum standen Inspiration durch erfolgreiche Beispiele aus der Praxis und Motivation durch internationale Keynote-Vortragende. Weiters fand ein IoT-Hackathon statt, bei dem innerhalb von zwanzig Stunden Ideen ausgearbeitet, vorgestellt und bewertet wurden. „Stand noch vor wenigen Jahren die Technologie im Vordergrund, so steht der Fokus heute ganz klar auf der Vernetzung von Menschen, von Unternehmen und dem Entstehen neuer Partnerschaften, die diese Serviceleistungen ermöglichen“, sagte Bernd Liebscher, Managing Director Telekom Austria M2M. „Ein Beispiel wäre die Vernetzung von Autos und Versicherungsgesellschaften. Und: Neue Player kommen auf den Markt und Netz­ betreiber restrukturieren, um die Anforderungen besser erfüllen zu können. So gründete die ­Telekom Austria schon 2011 ein Subunternehmen mit dem Ziel, die Trennung von Tagesgeschäft und Prozessen vorzunehmen und ebenso technologische Legacy zu vermeiden.“ M2M/IoT Forum CEE Mitte Juni im Wiener Rathaus.

Es gibt Anwendungen, die primär dabei helfen, Zeit zu sparen, und solche, die völlig neue Möglichkeiten schaffen. In die erste Kategorie fallen Anwendungen, die manuelle Datenerfassung und -verarbeitung automatisieren und Steuerungsaufgaben übernehmen. Das reicht von der permanenten Vitalparametererfassung und -verarbeitung mithilfe von Smart Watches über das lernende Heizungssteuerungssystem bis zum vollautomatischen Fahrtenbuch am Smartphone. Für fast jeden interessant ist der intelligente Einkaufswagen im Supermarkt, der hineingelegte Produkte erkennt und auch gleich das Bezahlen ermöglicht. Die zweite Kategorie betrifft Anwendungen, die Produkten plötzlich neue Fähigkeiten verleihen oder überhaupt neue Produktgattungen kreieren. Die smarte Leuchte Fluxo ist ein solches Produkt – oder die Navigation mit der Smart­ phone-App Waze, bei der alle aktiven Geräte automatisch erfasste Infos zur Verkehrssituation (Durchschnittstempo, Stau und Staulänge) miteinander teilen. Es lässt sich heute noch schwer abschätzen, wohin die Reise geht und welche Produkte sich breit durchsetzen werden. Vielleicht sind es die Drohnen, die die Zustellung revolutionieren, vielleicht aber auch die Batterien, die sich selbst rechtzeitig melden, bevor ihnen der Strom ausgeht. Oder wird es die Kontaktlinse, die den Blutzuckerspiegel eines Diabetikers misst? Alle diese Dinge gibt es bereits – zumindest als Prototypen. Die Grenzen zur Kategorie 1 sind fließend und oft ist es ein einzelnes Feature, das eine Anwendung in die Kategorie 2 hebt und etwas gänzlich Neues schafft.

Lifestyle steht (auch) an der Schnittstelle zu Medizintechnik: Coccinelle Medica, eine Stoffapplikation mit einem integrierten Sender, die an der Unterwäsche kranker Kinder angebracht werden kann, liefert Daten wie Fieberanstieg oder Atemaussetzer mittels Alarmfunktion auf das Smartphone besorgter Eltern und erlaubt diesen sorgloseren Schlaf. „Neue Anwendungsmöglichkeiten sind Treiber für Veränderung der Geschäftsmodelle, die wiederum die Unternehmensausrichtung beeinflussen“, erklärte Ansgar Schlautmann, Global Head Innovative Business Designs Arthur D. Little. Wertschöpfung über Serviceleistungen entwickelt sich als maßgeblicher Revenuestream – so setzt beispielsweise Alfred Kärcher GmbH & Co KG, ein Traditionsunternehmen in der Produktion von Reinigungsgeräten, in Zukunft auf den Verkauf von Serviceleistungen im vernetzten Gerätemanagement. ◆


WeltMeister Österreich

Visualisierungs- und Bildverarbeitungstechnologien

Helfende Bilder: Sehen & Verstehen Auch im Bereich der Visualisierungs- und Bildverarbeitungstechniken hat Österreich wahrlich „Weltmeisterliches“ zu bieten. Dazu tragen das AIT (Austrian Institute of Technology) und das VRVis (Zentrum für Virtual ­Reality und Visualisierung Forschungs-GmbH) wesentlich bei. Die Visualisierung biete seinem Unternehmen die Möglichkeit, „bisher Unvorstellbares dem Endverbraucher bzw. Kunden greifbar darzustellen“, meint Holger Leibmann von der Vorarlberger Zumtobel Lighting GmbH. Das Projekt „HILITE“ ist ein Licht­ simulationssystem, das eine Echtzeitvisualisierung ermöglicht und so innerhalb weniger Sekunden eine Lichtlösung bietet. Ein anderes Beispiel: Im Rahmen einer Kooperation zwischen Liebherr und dem Austrian Institute of Technology (AIT) werden innovative Fahrerassistenzsysteme für große Arbeitsmaschinen wie Radlader untersucht und Systeme entwickelt, die zu einer sicheren Einsatzoptimierung bei schweren Baumaschinen ver­ helfen. Die Firma Bombardier wiederum verfügt über das weltweit erste 3D-Fahrerassistenzsystem für Straßenbahnen, das diesen die Möglichkeit gibt, Hindernisse zu „erkennen“ und ihr Gefahrenpotenzial korrekt einzuschätzen. Energieprognosen aus historischen Daten Die Firma Hakom hat in Kooperation mit der Gruppe Visual ­Analytics des VRVis eine Software entwickelt, bei der aus historischen Daten Energieprognosen abgeleitet werden können. Es werden z. B. Gasverbrauchsdaten der Gemeinde Wien visualisiert, um eine möglichst genaue Prognose für den nächsten Tag zu ermitteln. Die Kunden erkennen auf einen Blick, wie sie ihr Prognose­modell verbessern können. Die Firma Geoconsult hat sich auf die Visualisierung im ­Bauwesen für Kunden wie z. B. Asfinag, ÖBB oder Wiener Linien spezialisiert und visualisiert vor allem große Infrastruktur­ projekte, die den Anspruch haben, den Entscheidungsträgern und betroffenen Anrainern einen Überblick über das Projekt zu

verschaffen – denn die Darstellung komplexer Infrastruktur­ projekte ist mit herkömmlichen Medien nicht machbar.

Dynamische Infrastruktur Die Visualisierung von großen und damit komplexen, dynamischen Infrastrukturprojekten ist zu einem wichtigen Werkzeug in der Planung, öffentlichen Präsentation, Um­ setzung sowie für Wartung und Betrieb geworden. Das GearViewer Visualisierungssystem dient zur Zusammen­ führung, Visualisierung und Analyse von georeferenzierten Planungs- und Bestandsdaten in einem leistungsfähigen, interaktiven 3D-Viewer. Das System kann eng mit existierenden Arbeitsprozessen und Datenbanken verknüpft werden und bietet Unterstützung für hochdynamische ­ Szenen­ elemente (z.   B. die realistische Darstellung von ­Straßen- und Schienenverkehr, basierend auf gemessenen oder simulierten Verkehrsstatistiken). GearViewer leistet mit seinen Möglichkeiten zur anschaulichen Informationsvermittlung einen wichtigen Beitrag auf allen Ebenen der partizipativen Planung und Bürgerinformation.


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Umwelteinflüsse und Erschütterungen strapazieren die Tunnelschalen. Tunnelwände müssen regelmäßig überprüft werden, um mögliche Schadstellen rechtzeitig zu erkennen. Ein von VRVis, Joanneum Research und dibit entwickelte System dokumentiert den Tunnel in seinen verschiedenen Stadien; zunächst während des Baus, vom Rohausbruch bis zur Betonierung und schließlich während seines Betriebs. Laserscanner und hochauflösende Fotosensoren liefern ­Daten über den Zustand der Tunnelschale; die Ergebnisse werden am Computer visuell aufbereitet und analysiert. Die Darstellung erfolgt interaktiv mittels neuartiger, von VRVis entwickelter Methoden aus dem Bereich der Computer­ grafik. Diese Lösung ist vor allem geeignet, Effizienz und Darstellungsqualität für das Monitoring aller Arten von linien­förmigen Bauwerken zu erhöhen.

Mit der Firma eMedia Monitor entwickelte das AIT ein System, das die Online-Detektion und Filterung von Bildern mit unerwünschten Inhalten ermöglicht. Und TITAN electronic arbeitet mit dem AIT im Kontext intelligenter Zutrittssysteme zusammen: Das Unternehmen entwickelt und errichtet Sicherheitsanlagen und Sicherheitssysteme wie z. B. Zutrittssysteme, Alarm- und Brandmeldeanlagen oder Leitsysteme. Innovationen im globalen Wettbewerb Andreas Dangl, Geschäftsführer Fabasoft Cloud: „Innerhalb ­unserer Organisation agieren wir wie ein Inkubator, um neue Produkte auch auf Basis von Forschungstätigkeit von Grund auf zu entwickeln und am Markt zu etablieren. Unsere Suchmaschinentechnologie Mindbreeze ist eines der Erfolgsbeispiele dazu – sie ist mit ihrem semantischen Ansatz bei Enterprise Search international höchst erfolgreich und wird als lokal installierte Appliance in Unternehmensnetzen eingesetzt. Auch die Fabasoft Cloud nutzt österreichische Sicherheits-Technologie wie z. B. eine echte Ende-2-Ende-Verschlüsselung mit Secomo, die den inter­

Foto: AIT/Johannes Zinner

Tunnelinspektion mittels modernster Technologien

Demostand des 3D-Fahrerassistenzsystems für die intelligente Straßenbahn der ­Zukunft: Künftig sollen Bombardier-Straßenbahnen Hindernisse erkennen und ihr Gefahrenpotenzial korrekt einschätzen können. Ein speziell für den Einsatz bei leichten Schienenfahrzeugen entwickeltes optisches 3D-Sensorsystem macht diese künftig vorausschauend, intelligent und damit noch sicherer.

nationalen Standard übertrifft und zuletzt als erster Cloud-Dienst weltweit mit der Top-Marke von 5 Sternen beim EuroCloud Star Audit ausgezeichnet wurde.“ Matthias Gasser, Head of Product, Anyline: „Anyline ist ein Softwarebaustein, der eine einfache Bildverarbeitung und Text­ erkennung über mobile Endgeräte ermöglicht. Als Startprojekt wurde mit dem Partner mySugr eine Anwendung entwickelt, die das Auslesen und Verarbeiten von Werten aus Messgeräten rein über die Kamera von Smartphones ermöglicht und die Daten in das mySugr Logbook importiert. Wir können stolz sagen, dass mittlerweile auch in Anwendungen von Konzernen wie z. B. Red Bull MOBILE Anyline in verschiedenen Apps im App Store zu finden ist.“ Auf dem Weg zur Digitalcity.wien Walter Huemer, Huemer iT-Solutions: „Im Vertrieb von IT-Technik müssen Sie die Produkte verstehen, die Sie anbieten. Ich beschäftige mich seit Langem schon mit Lösungen aus Österreich und ich bin überzeugt, dass sie dem Vergleich standhalten. Wir sollten unsere Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich halten.“ Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien: „Wien hat im internationalen City-Innovation-Index Rang drei hinter London und San Francisco erreicht. Wir haben daher eine ausgezeichnete Ausgangsbasis dafür, innovative Ideen mit Kooperationspartnern aus der Industrie oder Forschungseinrichtungen weiterzuent­wickeln. Die Initiative Digitalcity.wien setzt sich dafür ein, dass die Rahmen­bedingungen weiterhin verbessert werden.“  ◆


WeltMeister Österreich Unverzichtbare Digitalisierung

Digitalisierung als große Chance Alle Bereiche des täglichen Lebens sind von der Digitalisierung bereits betroffen. Wie kann Europa und damit Österreich diese Entwicklung so nutzen, dass sie zu mehr wirtschaftlichem Erfolg und Chancengleichheit – und somit zu höherer Lebensqualität – führen kann? ausschließlich in eine Richtung: von Europa in die USA. Und die Apps, die diese Daten generieren, haben ihren Ursprung zu 54 % ebenfalls in den USA. Umgekehrt finden nur 4 % europäischer Produkte ihre Verwendung jenseits des Atlantiks. Mit einer derartigen, durch die Digitalisierung hervorgerufenen Machtkonzentration hat kaum jemand gerechnet. Noch 1989 prognostizierte der Nobelpreisträger Paul Krugman: „Das Internet wird nicht mehr Einfluss haben auf die Wirtschaft als das Faxgerät.“

Wie soll das funktionieren? Europa und die USA kommunizieren miteinander schon seit über hundert Jahren via dem von den Briten initiierten Unterseekabel. Mittlerweile haben sich die Machtverhältnisse um 180 Grad gedreht und den Datenfluss regieren nun die Internet-Giganten aus dem Silicon Valley. In den Tiefen des Meeres fließen die Daten nun fast

Foto: Fabasoft AG

Die Digitalisierung hat Europa kalt erwischt. Wir wurden überrollt von ITK-Riesen aus den USA und ­Asien, wir wurden gedemütigt von der NSA und ihrem Datenrausch – und das Schlimmste: Wir haben es zugelassen. Europa war einfach zu langsam. Das soll und wird sich jetzt ändern. Die Digitalisierung hat Europa überrollt, aber wir sind dabei, uns aufzurappeln und das Ruder herumzureißen. Denn in der Digitalisierung liegt auch der Schlüssel zu einer besseren, wirklich gemeinschaftlichen Zusammenarbeit. Die Digitalisierung kann Europa endlich zu jener Gemeinschaft zusammenschweißen, wie sie bisher leider nur am Reißbrett existierte.

Auf den folgenden vier Seiten beschreibt Fabasoft-Vorstand Helmut Fallmann, wie die Digitalisierung unseren Kontinent retten muss.

Was für ein Irrtum! Die Internet-Industrie hat rasant an Fahrt aufgenommen. Google, Facebook, Amazon zeigen, dass online Milliarden zu verdienen sind. Allerdings bedeuten Gesetze diesen Branchengrößen wenig. Selbstfahrende Autos, die Besiedelung des Mars und ewiges Leben sind viel wichtiger. Technologische Singularität heißt das Stichwort, und der Fortschritt ist bereits dabei, sich selbst zu überholen. ­Europa keucht den Entwicklungen hinterher und wird durch


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ZUR PERSON

„Die Digitalisierung kann Europa endlich zu ­jener Gemeinschaft zusammenschweißen, wie sie bisher ­leider nur am Reißbrett existierte.“ H E L M U T FA L L M A N N

­ reignisse wie den NSA-Abhörskandal zusätzlich gedemütigt. E Und um sich ihre Machtposition zu sichern, kaufen US-Firmen euro­päische Start-ups oder Unternehmen in der Krise auf. Aber es keimt dennoch Hoffnung: Einige Firmen lassen sich von den Machtgebärden aus Übersee nicht beeindrucken und weisen Europa als Leuchttürme in eine vielversprechende Richtung. Der IT-Riese SAP ist ein Beispiel, aber auch der mittelständische Musikhandel Thomann, welcher mit seinem herausragenden Service Amazon im Kundenranking überholt hat. Oder die Firma Würth, die ihre Schrauben schneller an Baustellen liefern kann als Amazon und damit „die Nase vorne hat“. Vorreiter Fabasoft Auch Fabasoft hat für seine Stakeholder alles getan, um aus der Digitalisierung möglichst viel Wert zu schöpfen. 2015 haben wir zwei richtungsweisende Appliances für eine „Private Cloud“ Lösung und eine echte „Ende-zu-Ende“-Verschlüsselung auf den Markt gebracht. Im Oktober 2015 konnten wir auf Basis der

DAS UNTERNEHMEN Fabasoft digitalisiert und beschleunigt Geschäftsprozesse sowohl im Wege informeller Zusammenarbeit (Collabora­ tion) als auch durch strukturierte Workflows – unter­ nehmensintern und über Organisations- und Ländergrenzen hinweg. Der Konzern ist mit Tochtergesellschaften in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und den USA vertreten. Darüber hinaus unterhält das Unternehmen Vertriebs- und Projektpartnerschaften in diesen und weiteren Ländern. Die Fabasoft AG mit Sitz in Linz agiert in der Unternehmensgruppe als Konzernverwaltung. Die Aktien der Fabasoft AG notieren im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse (WKN 922 985, ISIN: AT0000785407). www.fabasoft.com

Helmut Fallmann ist Co-Unternehmensgründer der Fabasoft AG und seit damals (1988) auch Vorstandsmitglied. Er arbeitet u.a. im politischen Innovationslabor Re:think Austria des Forum Alpbach mit und ist Beiratsmitglied des ITClusters OÖ. Der verheiratete Dipl.-Ing. (JKU Linz, Informatik) und Absolvent der St. Galler Business School ist Vater zweier Kinder und leidenschaftlicher Segler und züchtet Rinder in der eigenen Bio-Landwirtschaft.

­ ohen Sicherheitsstandards und der System-Offenheit unseres h ­bewährten Cloud-Ökosystems die österreichische Post AG als Wiederverkäufer gewinnen. Last, but not least haben wir knapp vor Jahresschluss die „5 Sterne-Zertifizierung“ nach dem EuroCloud Star Audit erhalten. Damit ist die Fabasoft Cloud weltweit das erste Cloud Service, dem diese einmalige Qualitäts­ bescheinigung für ihre Standards entlang der gesamten CloudWertschöpfungskette zugesprochen wurde. Für Fabasoft war dieses Audit-Ergebnis Bestätigung und Auftrag zugleich. Wir werden unser hochwertiges Cloud-Ökosystem weiterhin als ­Role-Model für eine Cloud-Industrie „Made in Europe“ positio­ nieren. Denn „Made in Europe“ muss zu einem einzigartigen Qualitäts-Zeichen werden. Dafür muss sich Europas Wirtschaft schnellstens wieder aufraffen. Eine unionsweite Zusammenarbeit ist dafür notwendig – so, wie sie schon bei Großprojekten wie GSM oder Airbus unter Beweis gestellt werden konnte. Vielleicht wird mit vereinten Kräften ein weiterer europäischer Exportschlager möglich. Etwa ein Betriebssystem, das im globalen Einsatz steht, aber eben „Made in Europe“ ist. Technologische Vorherrschaft bedeutet: Harte Arbeit und Ideenreichtum. Die europäische IT kann, aufbauend auf folgenden zwei Säulen, wieder auferstehen: Der Datenschutzrichtlinie und der Netz- und Informationssicherheitsrichtlinie. Es wurde vor wenigen Wochen beschlossen, dass die Datenschutz-Grundverordnung 2018 (hoffentlich) umgesetzt wird – und das war hoch an der Zeit! Zusätzlich braucht Europa dringend gemeinschaft­ liche Initiativen wie etwa die United Clouds of Europe. In wenigen Jahren wird einfach alles aus der Cloud kommen. Darauf müssen wir uns einstellen. Was dafür im Vorfeld nötig ist: c  Erstens bedarf es einer umfassenden Zertifizierung, die eine klare Aussage zur Leistungsfähigkeit eines Unternehmens, seiner Geschäftsprozesse, der Datensicherheit oder des Schutzes personenbezogener Daten liefert.


WeltMeister Österreich Unverzichtbare Digitalisierung

c  Das zweite Thema ist Agilität. Wir brauchen einheitliche Verträge für die Nutzung von Clouds. c  Das dritte Thema umfasst Offenheit und Interoperabilität: Europa benötigt Standards für Datenzugriff und für Datenstrukturen sowie Data-Portability. Es soll jederzeit möglich sein, den Anbieter wechseln zu dürfen. c  Infrastruktur ist der vierte Punkt: Für eine optimale Nutzung von Cloud Computing ist Breitband ohne Grenzen notwendig. Das hat Europa erkannt und investiert kräftig in die neue 5GTechnologie, die aufgrund der explodierenden Anzahl an Smart Devices bald nötig sein wird. Schätzungen gehen für das Jahr 2019 von 24 Milliarden Geräten inklusive M2M Communication im Internet der Dinge aus. Das Datenvolumen soll im selben Zeitraum um das 30-Fache zunehmen. Im Rahmen der „5G Infrastructure Public Private Partnership“ stellt die EU 700 Millionen Euro für die Entwicklung von 5G bereit, um beim ultraschnellen Breitband ganz vorne mitspielen zu ­können. c  Und schließlich brauchen wir Basis-Services, die wir in jedem Mitgliedsstaat identisch nutzen können. Das gilt insbesondere für digitale Identität, digitale Signatur und digitale Zustellung. Cloud-Hersteller müssen in jedem Mitgliedstaat diese Anwendungen gesondert programmieren – hier sind einheitliche Programmierstandards unbedingt nötig. Erst mit definierten europäischen Standards haben europäische Unternehmen die Chance, auch globale Bedeutung zu erringen. Unzählige neue Chancen Mit der elektronischen Identität und Signatur als gemeinschaf­ liche Schlüssel für alle Behördenakte und kommerziellen Bedürfnisse wird vieles möglich. Online wählen zum Beispiel. Vor allem junge Leute sind kaum noch am politischen Geschehen interessiert. ABER: 42 % der jungen Europäer zwischen 15 und 24 Jahren geben an, sich online schon einmal politisch geäußert zu haben. Das sollte man nützen und diese Zielgruppe genau dort abholen! Estland hat bereits gezeigt, wie es funktioniert: Seit 2005 können die Esten online wählen. Bei den estnischen Parlamentswahlen 2015 entschlossen sich 64 % der berechtigten Bevölkerung zur Wahl, 31 % davon machten ihr Kreuz online. Damit hat der virtuelle Wahlgang im Vergleich zur Wahl von 2011 um ein knappes Viertel zugelegt. Lernen und höhere Bildung werden immer und überall möglich sein; die EU kurbelt die Bildung in Richtung Digitalisierung an.

„In mehr als 90 % aller Job-Descriptions wird auch heute schon digitale Kompetenz gefordert!“ H E L M U T FA L L M A N N

Ohne digitale Kenntnisse droht in der heutigen Informations­ gesellschaft die Gefahr, sowohl beruflich als auch persönlich völlig ins Hintertreffen zu geraten. Für Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder auch abgelegenen Wohnorten eröffnet eLearning ganz neue Möglichkeiten – vorausgesetzt natürlich, die Internet­verbindung ist schnell genug. Damit Programmier-Kenntnisse keine Alchemie bleiben, die nur wenigen vorbehalten ist, ist besonders wichtig, dass die Grundbegriffe des Programmierens schon den Kleinsten beigebracht werden. Ansonsten bleibt die digitale Alphabetisierung nur halbherzig. Estland ist auch hier Vorreiter: Schon in der Volksschule lernen Kinder die ersten Programmierschritte. Übrigens: In mehr als 90 % aller Job-Descriptions wird auch heute schon digitale Kompetenz gefordert! Hürdenloses Zahlen wird mit eBanking und eInvoicing zur Selbstverständlichkeit. Im digitalen Europa wird das grenzüberschreitende Eröffnen eines Kontos ganz einfach und transparent möglich sein, egal, ob es sich bei den Kontoinhabern um Privatpersonen oder Unternehmen handelt. Online-Banking ist mittlerweile zur Normalität geworden. Im hohen Norden Europas kennt man beinahe nichts anderes mehr: 91 % der Isländer tun es, dicht gefolgt von den Norwegern mit 89 %. Insgesamt überweisen und empfangen 44 % der Durchschnittseuropäer ihr Geld online. Und auch Rechnungen wandern ab in virtuelle Sphären. Seit 2011 sind in Deutschland elektronische Rechnungen den Papier-Versionen gleichgestellt, 2013 ist Österreich nachgezogen und befolgt damit die entsprechende EU-Richtlinie. Geschäftsprozesse werden so um Lichtjahre einfacher, schneller und preisgünstiger – man ­denke allein an das entfallende Porto! Grenzenlose Gesundheitsvorsorge Wir Europäer leben immer länger, was die Ausgaben für Gesundheit und Soziales steil in die Höhe treibt: 9 % des EU-Brutto­ inlandsprodukts sollen 2050 dafür notwendig sein, lautet die nüchterne Prognose. Die Instrumente des digitalen Europas


Foto: Fabasoft AG

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Fabasoft mit der Firmenzentrale in Linz realisiert (und exportiert) Software für E-Government, Elektronische Aktenführung und Enterprise-Content-Management.

werden zum wichtigen Verbündeten, um Menschen jeden Alters immer und überall zum besseren Umgang mit ihrer Gesundheit zu emanzipieren. Jeder europäische Patient hat das Recht auf eine hochwertige Behandlung an allen Orten innerhalb der Union, inklusive Kostenerstattung, so wie es der Sozialversicherungs­ träger auch im Heimatland vorsehen würde. Auch eShopping erfährt keine Einschränkungen mehr, was der europäischen Wirtschaft zusätzlichen und dringend benötigten Auftrieb verleiht. Damit wird der Handel mit Produkten immer stärker zum Handel mit Daten. Dazu gehört auch, dass dem leidigen Geo-Blocking endlich ein Ende gemacht wird und OnlineVideos überall in der EU abrufbar werden. Die Voraussetzungen für diese strahlende Zukunft noch einmal in aller Kürze zusammengefasst: Der Ausbau der digitalen Infrastruktur – etwa Breitband-Internet – StandardisierungsRichtlinien und ausreichend Investitionen in die europäische Start-up-Szene.

Das Worst-Case-Szenario Wenn Europa nicht Obacht gibt, wird unsere Gesellschaftsstruktur bald aussehen wie ein Bagel, die Semmel amerikanischer Machart: In der Mitte ein großes Loch. MIT-Professor Andrew McAfee warnt vor dem Niedergang der Mittelschicht, wenn wir zulassen, dass die Segnungen der Technologie und die damit ständig steigende Produktivität unsere Arbeitsplätze auffressen anstatt neue zu schaffen. Mehr Unternehmertum sei die Lösung, fordert er. Peter Diamandis, Geschäftsführer der Singularity University im Silicon Valley, sagt, dass in nur zehn Jahren 40 % der heute 500 größten Unternehmen der Welt keine Rolle mehr spielen werden. Lassen wir es nicht so weit kommen! Achten wir darauf, dass die Digitalisierung in Europa keine Löcher gräbt, sondern schon bestehende Lücken auffüllt und uns zu neuem Wohlstand verhilft – damit der Bagel zur Kaisersemmel wird! ◆


WeltMeister Österreich Industrie 4.0

SemI40 stärkt Europas Wirtschaft durch die „lernende Fabrik“ Unter der Leitung von Infineon Austria startete Anfang Juni 2016 das Forschungs­projekt SemI40 („Power Semiconductor and Electronics ­Manufacturing 4.0“), das mit einem Volumen von 62 Mio. Euro zu den ­größten Industrie-4.0-Projekten in Europa zählt. die eine sichere Kommunikation von weltweit vernetzten A ­ nlagen Für SemI40 („Power Semiconductor and Electronics Manufactumit unterschiedlichen Merkmalen gewährleisten – zum Beispiel ring 4.0“) forschen 37 Partner aus fünf Ländern an der Weiterenthinsichtlich Alter, Betriebssystem oder Schnittstellen. Indem wicklung selbststeuernder Fabriken. Gemeinsames Ziel ist der Risiken durch Schadprogramme frühzeitig erkennbar werden, ­ nächste Entwicklungsschritt von Industrie-4.0-Anwendungen. sollen mögliche Auswirkungen auf die Produktion drastisch „Dies ist ein wichtiger Beitrag, um Produktion und Arbeitsplätze ­sinken. in Europa stärken und halten zu können und damit den Wirtschafts- und Technologiestandort zu sichern“, sagt Sabine HerSchwerpunkte sind zwei Bereiche „made in Europe“ litschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Austria. „Von der Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung dynamischer Simu­ Kooperation über Ländergrenzen profitieren alle beteiligten lationen. Sie ermöglichen, die Organisationen und schaffen ­ Fertigung exakter und effizien­damit Wettbewerbsvorteile.“ Infineon Technologies Austria AG ter zu planen sowie Qualität, Durch seine Vorreiterrolle bei Auslastung und Durchlaufzeit Industrie 4.0 in Österreich Das Konzernunternehmen der Infineon Technologies AG zu verbessern. bringt Infineon Austria maßbündelt als einziger Standort neben Deutschland die KomEntscheidungen im Produk­ geblich Know-how in das Propetenzen für Forschung & Entwicklung, Fertigung sowie tionsablauf sind vielfach jekt ein – der „Pilotraum Indusglobale Geschäftsverantwortung. Zusätzlich zum Hauptsitz Routine­entscheidungen und trie 4.0“ in Villach bietet ideale in Villach gibt es weitere Niederlassungen in Graz, Klagenverlaufen nach definierten Bedingungen, um neue Fertifurt, Linz und Wien. Mit rund 3.500 Beschäftigten (davon Mustern. Diese Entscheidungungsprozesse im Echtbetrieb 1.300 in Forschung & Entwicklung) aus rund 60 Nationen gen sollen die Anlagen künftig zu erproben. erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 (Ende zunehmend selbst treffen – auSemI40 wird sich in den September) einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. Eine tomatisiert und bei konstanter nächsten drei Jahren auf die Forschungsquote von 25 % des Gesamtumsatzes macht Qualität. ­Damit soll der Mensch Bereiche „intelligente Produk­ Infineon Austria zum forschungsstärksten Unternehmen entlastet und frei für komplexetion“ und „cyber-physikalische Österreichs. re Auf­gaben werden. Produktionssysteme“ konzen­ Mikroelektronik von Infineon senkt den Energieverbrauch Fabriken lernen nicht nur trieren. Eine zentrale Rolle von Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten und Induslaufend, sie müssen auch nimmt dabei der sichere Datentrieanlagen. Sie trägt wesentlich zu Komfort, Sicherheit und wandlungsfähig sein: Um auf verkehr innerhalb und außerNachhaltigkeit von Fahrzeugen bei und ermöglicht sichere Veränderungen entlang der gehalb von ­ Fabriken ein: Hier Transaktionen in einer vernetzten Welt. samten Lieferkette schneller werden Prozesse entwickelt,


Fotos: Infineon Technologies Austria AG

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Im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes SemI40 werden die nächsten Entwicklungsschritte von Industrie 4.0-Technologien zur Weiterentwicklung selbststeuernder Fabriken erforscht. Rechtes Bild: Reinraum bei Infineon in Villach.

reagieren zu können, müssen die Produk­tions­prozesse flexibler auf Veränderungen reagieren. Betroffen sind etwa Konfiguration, Warenfluss oder Auftragsverhalten der Kunden. Vorteile sind Energieeinsparungen und ein insgesamt effizienterer Ressourceneinsatz. Gesellschaftliche Auswirkungen SemI40 erforscht auch die sozialen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der Zukunft: Durch Industrie 4.0 verändern sich Arbeitsfunktionen und Qualifikationen der Beschäftigten auf lange Sicht. Anforderungen an die Jobprofile der Zukunft müssen bereits heute berücksichtigt werden. Sie sind verstärkt mit systemorientiertem Arbeiten verbunden und erfordern Ausbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen, die den veränderten Produktions­ prozessen entsprechen. Durch diese Weiterentwicklungen trägt SemI40 dazu bei, mehr als 20.000 Arbeitsplätze in den beteiligten Betrieben zu sichern. Weltweit beschäftigen die Projektpartner rund 300.000 Mitar­ beiter. Als Private Public Partnership erhöht SemI40 die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Elektronikindustrie. Es vereint Investitionen aus Industrie, einzelnen Ländern sowie durch ECSEL (Electronic Components and Systems for European Leader­ship) Joint Undertaking. SemI40 wird, neben Investitionen der Industrie, co-finanziert durch Förderungen aus Österreich (BMVIT), Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal sowie dem ECSEL Joint Undertaking. Infineon leitet weiteres europäisches Forschungsprojekt Mit „IoSense“ (kurz für „Internet of Sensors“) begann praktisch gleichzeitig ein weiteres europäisches Innovationsprojekt, bei dem Sensoren und Sensorsysteme für das Internet der Dinge im Fokus stehen. Die forschenden Unternehmen bilden hier die Anbieter-Seite von Industrie-4.0-Lösungen ab. Mit dem anwenderorientierten Projekt SemI40 und dem anbieterorientierten Projekt IoSense behandelt Infineon die wesent­

lichen Aspekte von Industrie 4.0 – durch das Initiieren dieser Inno­vationsprojekte unterstreicht Infineon sein Engagement und die führende Rolle in der europäischen Halbleiterfertigung. ◆

SemI40 vereint die Stärken von 37 Partnern aus 5 Ländern Österreich: Austrian Institute of Technology GmbH, Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, AVL List GmbH, Fachhochschule Burgenland GmbH, Fraunhofer Austria Research GmbH, Infineon Technologies Austria AG (Projektleitung), Infineon Technologies IT-Services GmbH, KAI Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH, Know Center, Kompetenzzentrum – Das Virtuelle Fahrzeug, Forschungsgesellschaft mbH, Materials Center Leoben Forschung GmbH, Plansee SE, Technische Universität Wien, Universität Klagenfurt Deutschland: ELMOS Semiconductor AG, Hochschule Mittweida, Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der Angewandten Forschung EV, Infineon Technologies AG, Infineon Technologies Dresden GmbH, Institut für Automation und Kommunikation E.V. Magdeburg, Metralabs GmbH Neue Technologies und Systema, PLASMETREX GmbH, Roth & Rau – Ortner GmbH, Robert Bosch GmbH, Schiller Automatisierungstechnik GmbH, Semikron Elektronik GmbH &Co. KG, Systementwicklung Dipl.-Inf. Manfred Austen GmbH, Technische Universität Dresden, znt – Zentren für Neue Technologien GmbH Frankreich: Ion Beam Services Italien: L.P.E. SPA, Politecnico di Milano, Università degli Studi Pavia; Portugal: Critical Manufacturing SA, Instituto de Telecomunicações – Pólo de Aveiro, Nanium S.A., Universidade de Aveiro


WeltMeister Österreich Smart Cities

Smarter together Eines der größten Smart-City-Projekte der Europäischen Union mit mehr als 30 Konsortionalpartnern wird von Wien aus realisiert. In Innsbruck wiederum sollen smarte Primärenergieeinsparungen von 40 bis 50 Prozent erreicht werden.

Urbane Regionen sind bereits heute für rund zwei Drittel des Energieverbrauchs und drei Viertel der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass sich ­Städte zu nachhaltigen und energieeffizienten Smart Cities wandeln. Eines der größten und wichtigsten Vorhaben der Europäischen Union in diesem Bereich ist mit einer Projektsumme von rund 24 Millionen Euro und 31 Konsortialpartnern das Leuchtturmprojekt „Smarter Together“. In ausgewählten Stadtteilen von Wien, Lyon und München sollen bis 2020 innovative Lösungen für eine smarte Stadterneuerung umgesetzt werden. Ziel ist es, durch den Einsatz neuer Technologien die Energie- und Klimaschutzziele zu erreichen und gleichzeitig die Lebensqualität der städtischen Bevölkerung zu verbessern. In Wien sollen in den nächsten Jahren im Viertel zwischen Simmeringer Hauptstraße und Ostbahn eine Reihe von Maß­ nahmen geplant und umgesetzt werden. Die Palette reicht von Abwärmenutzung und Solarthermie über Photovoltaik bis hin zur Einspeisung lokaler erneuerbarer Energie in die Fernwärme­ netze. Durch die Sanierung von Gebäuden mit einer Gesamtfläche von 75.000 m2 sollen wesentliche Energieeinsparungen erzielt und die CO2-Emissionen auf die Hälfte reduziert werden. Neue Mobilitätsstrategien setzen u.a. auf verstärkte Elektromobilität sowie Car-Sharing- und Bike-Sharing-Angebote. Dieser ganzheitliche Ansatz führt zu komplexen Wechsel­ wirkungen und erhöht die Herausforderung, die Effekte der ­gesetzten Maßnahmen klar und objektiv zu eruieren. Mit speziell entwickelten Methoden werden die Wirkungen der Maßnahmen ermittelt und dokumentiert und die Erfolgsfaktoren und Hindernisse im Umsetzungsprozess dargestellt.

Die österreichischen Konsortialpartner: c AIT Austrian Institute of Technology c BWS Gemeinnützige allgemeine Bau-, Wohn- und Siedlungs­genossenschaft reg. Gen.m.b.H. c Kelag Wärme GmbH c Magistrat der Stadt Wien c Österreichische Post AG c Siemens Österreich AG c Sycube Informationstechnologie GmbH c Wiener Stadtwerke Holding AG

Breitenwirkung für ganz Europa Die Wichtigkeit, die dieser Begleitforschung beigemessen wird, zeigt sich allein daran, dass nach Abschluss der dreijährigen Umsetzungsphase eine zweijährige Evaluierungsphase geplant ist. Hier wird festgestellt, ob die Zielsetzungen des groß angelegten Demoprojekts auch nachhaltig erreicht wurden. „Denn schließlich werden in Smarter Together nicht nur theoretische Konzepte entwickelt, sondern es steht die konkrete Umsetzung im Vordergrund – und auch die Vorbildwirkung“, erklärt AITProjektleiter Hans-Martin Neumann. Die durch die Evaluierung identifizierten erfolgreichen Maßnahmen sollen auch in anderen Wiener Stadtteilen, in den ­Follower Cities Venedig, Sofia und Santiago de Compostela und schließlich auch auf europäischer und internationaler Ebene umgesetzt werden, etwa in Kiew und Yokohama als Observer Cities.


Foto: PID

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Smart City Wien: Eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung bringt der Stadt in Kombination mit einer optimalen technologiepolitischen Positionierung zahlreiche neue Arbeitsplätze.

Damit ist sichergestellt, dass das Projekt eine Breiten­wirkung für ganz Europa hat und so nachhaltig zur Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen und zur Hebung der Lebensqualität in den Städten beiträgt. SINFONIA und „Energiesysteme der Zukunft“ Eine besondere Herausforderung in europäischen Städten besteht auch darin, den Umbau und die Renovierung bestehender Bausubstanz ohne Einschränkungen für die Bewohner und mit Rücksicht auf historische Stadtstrukturen voranzutreiben. Ein Beispiel dafür ist das Projekt SINFONIA („smart initiative of cities fully committed to invest in advanced large-scaled energy solutions“), das den Einsatz von umfangreichen, integrierten und multiplizierbaren Energielösungen in mittelgroßen europäischen Städten zum Ziel hat. So strebt etwa im Rahmen von SINFONIA die Tiroler Hauptstadt Innsbruck Primärenergieeinsparungen von 40 bis 50 Prozent sowie die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien um 20 Prozent an. Diese Ziele sollen durch eine Reihe von Maßnahmen erreicht werden, welche die Sanierung von mehr als

100.000 m² Wohnfläche, die Optimierung des Stromnetzes und Lösungen für Wärme- und Kältenetze in den Stadtgebieten kombinieren (www.sinfonia-smartcities.eu). Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie investiert unter dem Dach der Programme „Haus der Zukunft“, „Energiesysteme der Zukunft“ und über das Energie­ forschungsprogramm des Klima- und Energiefonds schon seit Jahren intensiv in innovative Energietechnologien speziell im urbanen Bereich. Im internationalen Vergleich steht Österreich deshalb in den Bereichen Solar-, Wind- oder Umweltwärme bei umweltfreundlichen Gebäuden und smarten Energiesystemen sehr gut da. Für Stadtbewohner bedeutet „Smart Energy“ vor allem eine höhere Lebensqualität, denn in wachsenden Metropolen kann ein auf fossile Brennstoffe bauendes herkömmliches Energiesystem zur Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung werden – Stichwort Feinstaub. Durch die intelligente Nutzung vor allem von erneuerbaren Energieträgern wie Biomasse, Wind-, Sonnen- und Wasserkraft kann der Ausstoß schädlicher Emissionen vermieden und der Energieverbrauch insgesamt gesenkt werden. ◆


WeltMeister Österreich InnovationsMeister

Permanente Innovation Österreich „lebt“ von den zahlreichen schlauen – immer wieder neuen – Ideen. Die aktuell beste stammt von der ams AG, die dafür mit dem Staatspreis für Innovation 2016 ausgezeichnet wurde. Zahlreiche weitere tolle Ideen rangieren „auf Augenhöhe“. Den Staatspreis bekam die ams für die Entwicklung einer optischen Sensorfamilie für berührungslose Gestenerkennung, welche die Interaktion zwischen Mensch und Maschine auf eine neue Ebene des Intuitiven hebt. „Mehr als 2000 Patente für analoge Sensoren weltweit sind die Basis, auf der unser Unternehmenserfolg aufbaut und uns zu einem weltweit führenden Anbieter von Sensorlösungen macht“, sagt CEO Alexander Everke. „Der Sieg beim Staatspreis stellt eine wichtige Anerkennung und Auszeichnung für unsere besonders innovativen Leistungen dar.“ Das eingereichte Projekt ist eine hochflexible und leistungs­ fähige Optische Sensorfamilie, die berührungslose Gestenerkennung integriert. Optische Sensoren erkennen inzwischen standardmäßig die vier simplen Gesten: rauf, runter, links und rechts. Eine neue von ams AG entwickelte Kombination aus Soft- und Hardware kann nun 13 (!) verschiedene Gesten erkennen und bietet durch den hohen Signal-Rausch-Abstand des Sensors die Möglichkeit, acht unterschiedliche Richtungen zu identifizieren. Winzige Chips messen das Umgebungslicht und steuern die Helligkeit des Bildschirms. Tragbare Geräte wie Smartphones können Objekte erkennen oder ihre Bildschirmhelligkeit anpassen und für Telefonate das Display deaktivieren. Das vergleichsweise kleine Bauteil erlaubt zudem den Einsatz größerer Bildschirme bei geringerem Energieverbrauch, die Hard- und Softwarelösung punktet durch ihre Robustheit. Außerdem lassen sich eindimensionale Barcodes übertragen und z. B. Informationen von Kundenkarten an einen Laserscanner übertragen. Der Anwendungs­ bereich für den Sensor ist vielfältig und abseits von Smartphones oder Tablets ist die Steuerung für Umgebungen entwickelt worden, wo man Geräte durch Berührung nur schwer oder gar nicht bedienen kann. Der Gestensensor von ams konnte die Jury überzeugen und bei allen Bewertungskriterien wie Innovation, unternehmerische

Leistung sowie Marktchancen, Nutzen für Kunden und Allgemeinheit punkten. Mit dem Staatspreis findet eine schöne Serie von Preisen ihre Fortsetzung: So hat die ams AG im November den Preis „Beste Fabrik“ in Österreich und den Steirischen „Fast Forward Award“ gewonnen. Zudem gab es auf internationaler Ebene mit dem „Elektra Award“ in London einen Preis für den Gestensensor als „bestes Analogprodukt“ und den Preis für die „Firma des Jahres“. Umwelttechnologie und lineare LED-Module Mit einer Nominierung für den Staatspreis wurden weitere fünf top-innovative Ideen ausgezeichnet: c Andritz AG für „PYROMARS + ZEMAP“: Eine neue und eine bewährte Technologie regenerieren die bei der Edelstahl­ herstellung anfallende Abbeize und Abwässer nahezu vollständig und vermeiden somit Umweltbelastungen. c FunderMax GmbH aus Wiener Neudorf für „m.look“, eine neue Architekturplatte aus Hochdrucklaminat, die eine freie Gestaltung bei zugleich hohem Brandschutz und Witterungsbeständigkeit ermöglicht. c GE Healthcare Austria GmbH & Co OG aus Zipf für „Elektronik-4D-Ultraschall-Technologie“: Frei bewegliche akustische Sende- und Empfangswellen ermöglichen die präzise und schnelle Erstellung von 3D/4D-Ultraschallbildern von Föten. c Bilton International GmbH aus Saalfelden für „Lineare LEDModule auf Flexible-Polyimid-Leiterplatine (printed electronics)“: Mit einem neuen Druckverfahren für Leiterplatinen lassen sich flexible LED-Folien zum Beispiel für Autoleuchten in großen Mengen herstellen. c  Palfinger AG aus Bergheim (Salzburg) für das „Assistenz­ system P-FOLD“, womit das Auseinander- und Zusammen­ legen von Kränen deutlich erleichtert wird.


Fotos: APA Fotoservice/Thomas Preiss

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aws-Team mit Mario Manninger, Alexander Everke (CEO) und Josef Kriebernegg, Jury-Vorsitzende Martha Mühlburger, Vizerektorin Montanuni Leoben, WKÖ-Präsident Christoph Leitl, C ­ hristian Buchmann, Stmk. Landesregierung (v. l.).

BioEnergy-Team mit Vorstand Edgar Ahn und Peter Pucher (Head of Research & ­Development), Nikolaus Schwaiger (TU Graz) und Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber.

Wirklich reine Räume Im Rahmen der Staatspreis-Gala verlieh WirtschaftskammerPräsident Christoph Leitl den diesjährigen Sonderpreis ECONOVIUS an die Ortner Reinraumtechnik GmbH aus Villach und damit an ein besonders innovatives KMU. Das Kärntner Unternehmen befasst sich – wie der Name schon sagt – mit Reinräumen, die keim- und partikelfrei sein müssen. Solche Umgebungen verlangen spezielle Disziplin von jeder einzelnen Person. Es ist z. B. besonders wichtig, dass die Kleidung nach jedem Betreten oder Verlassen gewechselt wird. Das ist natürlich zeit- und kostenaufwendig und hier setzt das neue Verfahren der Firma Ortner an. Die Photodynamische Desinfektion nutzt ein einfaches Prinzip der Natur, in dem Sauerstoffatome durch Licht angeregt werden und dadurch hochreaktiv gegen unerwünschte Keime arbeiten. Die PDc-Technologie bietet damit erstmals die Möglichkeit, in besonders sensiblen Umgebungen wie z.  B. Intensivstationen oder Quarantänebereichen Menschen in bekleidetem Zustand sanft und trotzdem sicher von unerwünschten Keimen zu befreien. Das bringt nicht nur mehr Effizienz, sondern vor allem auch mehr Sicherheit in Laboratorien, bei Lebensmittelfirmen und in Krankenhäusern. Für den ECONOVIUS waren folgende weitere Unternehmen nominiert: c Bilton International GmbH c FLKeyse.U. aus Wien c Insort GmbH aus Kirchberg an der Raab, Steiermark c Loxone Electronics GmbH aus Kollerschlag, Oberösterreich c Technische Informationssysteme GmbH aus Rankweil, Vorarlberg

Institut für Verfahrenstechnik in Graz für das Projekt BDI BioCRACK. In enger Kooperation mit OMV Schwechat und dem Insti­tut für Verfahrenstechnik in Graz ist es BDI BioEnergy International AG gelungen, mit BDI BioCRACK ein weltweit einzig­ artiges Verfahren zur Generierung von Biotreibstoffen der zweiten Generation zu entwickeln. Die bereits zum Patent angemeldete BioCRACK-Technologie wird es Raffinerien ermöglichen, durch die gemeinsame Verarbeitung von Nebenprodukten der Raffinerie und fester Biomasse wie z. B. Stroh oder Abfallholz bereits direkt im Raffinerieprozess einen bis zu 20-prozentigen Bioanteil im Treibstoff zu erzielen. Die Qualität des so produzierten Treibstoffes entspricht der europäischen Dieselqualitätsnorm. Bei Verwendung dieses „BioDiesels 2. Generation“ bedarf es somit keinerlei Adaptierung herkömmlicher Dieselmotoren. Gemäß einer Studie der Joanneum Research hat der BioCRACK-Prozess nach der offiziellen EU-Berechnungsmethode ein Treibhausgas-Reduktionspotenzial von mehr als 80 %! Drei weitere Unternehmen waren für den VERENA-Preis ­nominiert: EnergieAG Oberösterreich aus Linz hat ein smartes System zur Steigerung der Energieeffizienz entwickelt. Herz Energietechnik aus Pinkafeld hat mit der BIOWP-Hybridtechnikanlage, ein C02-neutrales Biomasse – und Wärmepumpensystem geschaffen und Kälte- und Systemtechnik aus Freundorf hat eine „Kachelofen-Wärmepumpe-Ganzhausheizung“ entwickelt. Der VERENA wurde heuer bereits zum 14. Mal vom führenden österreichischen Stromunternehmen VERBUND für innovative Projekte zu den Themen Energieeffizienz, Energiemanagement und Smart Grids, Elektromobilität sowie Strom aus erneuerbaren Energien verliehen. VERENA motiviert Wirtschaft und Forschung, zukunftsorientierte Maßnahmen in Kooperation umzusetzen und wird seit 2012 als Sonderpreis des Staatspreises Innovation überreicht. ◆

Ein weltweit einzigartiges Verfahren Der VERBUND-E-Novation Award 2016 – kurz VERENA – ging heuer an die steirische BDI BioEnergy International AG und das


WeltMeister Österreich Research

WeltMeisterliche Forschung Mit dem Houskapreis werden innovative Forschungsprojekte aus ­Österreich ausgezeichnet. 2016 wurden neben Universitäten erstmals auch KMU prämiert. Hauptpreisträger waren die Montanuniversität ­Leoben und das KMU Marinomed. Österreichs beste Forschungsprojekte wurden am 28. April 2016 im Rahmen einer festlichen Gala im MAK Wien mit dem Houskapreis der B&C Privatstiftung ausgezeichnet. Jeweils fünf Gewinner durften sich in den Kategorien „Universitäre Forschung“ und „Forschung & Entwicklung in KMU“ über Preisgelder in der Höhe von je 150.000 für die beiden Sieger bis 10.000 Euro als Anerkennungspreise für die weiteren vier Nominierten pro Kategorie freuen. Universitäre Forschung Aus den bundesweit 34 Einreichungen österreichischer Universitäten ging Stefan Pogatscher von der Montanuniversität Leoben als strahlender Sieger mit dem Hauptpreis in der Höhe von 150.000 Euro hervor. Seinem Forscherteam ist es gelungen, die atomaren Vorgänge in der Frühphase der Aushärtung von Aluminiumlegierungen grundlegend zu beschreiben und daraus ein neues Legierungsdesign abzuleiten. So konnte eine neue Methode zur maßgeblichen Verkürzung der Wärmebehandlungszeit und Verbesserung der Materialeigen-

schaften erarbeitet und in die betriebliche Praxis umgesetzt werden. „Wir freuen uns sehr über den Gewinn des Houskapreises und die öffentliche Anerkennung unserer Forschungsleistungen“, sagt Pogatscher. „Mit unserem Projekt zeigen wir, dass die Kooperation von wissenschaftlicher Forschung mit Partnern aus der Wirtschaft zu praxisrelevanten Ergebnissen führt.“ Die Anerkennungspreise in der Universitären Forschung c Adaptives Videostreaming über HTTP (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt): Die rasant wachsende Nutzung von Video-Streaming führt zu einer Überlastung der Netzwerkleitungen. Die Wissenschaftler entwickelten ein Softwaretool mit einem ausgeklügelten Algorithmus, der das effiziente Wechseln zwischen verschiedenen Qualitätsstufen der Video-Übertragung ermöglicht und so eine einwandfreie Übertragung garantiert. c Durchflusschemie (Christian Doppler Labor, Karl-FranzensUniversität Graz): Die Durchflusschemie ist ein hochaktuelles Gebiet der organischen Chemie, das sowohl akademische Labors als auch Forscher und Anwender der chemischen ­Industrie Bild links: Gewinner Kategorie ­Universitäre Forschung: Stefan Pogatscher und Team.

Fotos: B&C Privatstiftung/ APA-Fotoservice/Preiss

Bild rechts: Marinomed GmbH, Eva Prieschl und Team (Hauptpreisträger, ­Kategorie „KMU“).


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Die LightGlass ALED-Technologie im OFF- bzw. ON-Modus.

Foto: LightGlass

derzeit stark beschäftigt. Anstatt in den bisher üblichen Reaktionskesseln sollen sich Reagenzien beim Fließen durch enge Rohre mischen und so bessere Ausbeuten und bessere Selektivitäten erzielt werden. Dieses Verfahren bietet einen ökologischeren Ansatz, da es mit deutlich weniger Lösungsmitteln und unter großer Energieersparnis durchgeführt werden kann, weil z. B. die aufwendige Kühlung wegfällt. c HOBBIT – Roboter als Hilfe zu Hause (TU Wien): Der weltweit erste Roboter, der älteren Personen hilft, alltägliche Handgriffe zu Hause zu bewältigen. Während ähnliche Roboter mit fixen Aufgaben in Wohnungen getestet wur­ den, setzt HOBBIT auf ein Konzept der gegenseitigen Hilfe, d.h. die Benutzer können dem Roboter helfen, während ihnen der Roboter hilft. Dank Touchscreen, Spracheingabe und Gestenerkennung wird die Benutzung auch von Personen ohne Computererfahrung als sehr einfach empfunden. c Mikropartikel für Bioprozesse (Universität für Bodenkultur Wien): Derzeit wird in der industriellen Praxis die Reinigung pharmazeutischer Proteine hauptsächlich durch chromato­ grafische Methoden durchgeführt. Die BOKU Wien überzeugte mit der Herstellung neuartiger Mikropartikel, die das Aufarbeitungs- und Reinigungsverfahren pharmazeu­tischer Proteine im Hinblick auf Kosten und Zeit deutlich o ­ ptimieren. Forschung und Entwicklung in KMU In der neuen Kategorie für KMU gingen insgesamt 28 Forscherteams um die begehrte Auszeichnung ins Rennen. Das Wiener Unternehmen Marinomed Biotechnologie Gmbh konnte sich gegen die Konkurrenz durchsetzen und den Hauptpreis von 150.000 Euro gewinnen. Marinomed gelang es, eine wirksame Therapie gegen Schnupfen und grippale Infekte zu entwickeln. Der innovative Inhaltsstoff aus Rotalgen wirkt dabei gezielt gegen Viren, die die Atemwege infizieren. Die Anerkennungspreise: c Fusion von Glas und Licht (Lightglass Technology GmbH) Das Wiener Unternehmen entwickelte Glas von einem Baustoff zu einer Applikation mit Funktionen und Eigenschaften für die internationale Industrie weiter. Mit visionären Smart GlassTechno­logien wird eine Fusion von Glas und Licht ermöglicht, wie

z. B. selbstleuchtendes Glas in Tageslichtqualität und Glas mit integrierten technischen Modulen. c Photodynamic Disinfection certified Technology – PDcT (Ortner Reinraumtechnik GmbH, Villach) Die Forschungsergebnisse ermöglichen ein Verfahren zur gefahrenlosen Desinfektion bekleideter Personen. Somit ist das Wechseln von Arbeits- und Schutzkleidung in Hochsicherheitszonen nicht mehr nötig. Dies ist zum Beispiel im Kampf gegen hochresistente Keime im klinischen Bereich von hoher Relevanz. Ein Projektergebnis ist die Personenluftdusche mit photodynamischer Desinfektion. c Revolutionäre Kühltechnologie in der Metallurgie – ILTEC (METTOP GmbH, Leoben) Die neu entwickelte revolutionäre Kühltechnologie verhindert die Explosionsgefahr bei Kühlvorgängen in der Metallurgie. Anstelle von Wasser, das im Falle einer Leckage des Kühlsystems zu einer gewaltigen Explosion führen kann, wird im neuen System eine ionische Flüssigkeit eingesetzt. Diese zersetzt sich in ihre Bestandteile und wehrt so die Explosionsgefahr gezielt ab. c Kohlenstoffspeicherung in Böden und Substraten (Sonnenerde – Gerald Dunst Kulturerden GmbH, Riedlingsdorf im Burgenland) Mittels eines innovativen Verfahrens wird die Kohlenstoffspeicherung in Böden und Substraten ermöglicht und somit der Kohlestoffgehalt der Atmosphäre reduziert. Sonnenerde entwickelte die weltweit erste Pflanzenkohle-Produktionsanlage, die aus betrieblichen Abfällen diese hochwertige Kohle herstellt. ◆


WeltMeister Österreich Packaging

Wie eine Bienenwabe Mit „Foaming“ („Schäumen“) reduziert Alpla den Materialverbrauch deutlich – bei voller Funktionalität und Recyclingfähigkeit.

Foto: elipso

Rund vier Jahre hat der weltweit führende Spezialist für Kunststoffverpackungen Alpla an der Entwicklung der Foaming-Technologie im Extrusionsblasen (EBM) gearbeitet. Bei dieser mikrozellularen Schäumtechnologie wird ein Gas in die mittlere Schicht der Flaschenwand eingespritzt. Dadurch entstehen Blasen im Material, vergleichbar mit der Struktur einer Bienenwabe – und Kunststoffverbrauch und Gewicht reduzieren sich um bis zu 15 %! Die erfolgreiche Anwendung der Foaming-Technologie in der Herstellung von EBM-Kunststoffflaschen ist das Ergebnis der jahrelangen Forschung und Zusammenarbeit von Alpla, Unilever und MuCell. Am deutschen Standort Lübeck produziert Alpla mit diesem Verfahren Duschgel-Flaschen für Unilever für den europäischen Markt – und für diese Produktlinie wird Unilever europaweit bis zu 275 Tonnen Kunststoff jährlich einsparen. Weitere Alpla-Standorte werden in nächster Zukunft mit der Technologie für Kunden in den Segmenten Körperpflege und Haushalts­ produkte ausgerüstet.

Der PackTheFuture-Award für Alpla verstärkt die Bekanntheit des Innovationspotenzials und der Nachhaltigkeit von Kunststoffverpackungen in Europa.

WeltMarktFührer Alpla zählt zu den führenden Unternehmen im Bereich ­Verpackungslösungen und steht weltweit für Kunststoff­ verpackungen höchster Qualität. Rund 16.500 Mitarbeiter produzieren an 159 Standorten in 42 Ländern Qualitäts­ verpackungen für Marken der Nahrungsmittel-, Getränke-, Kosmetik- und Reinigungsindustrie. 2015 feierte Alpla das 60-jährige Firmenjubiläum.

Rein physikalisch und voll recylingfähig Der Prozess ist rein physikalisch und erfordert keine chemischen Zusatzstoffe. Somit sind die Flaschen voll recyclingfähig. „Zwar wird die Materialdichte verringert, die Stärke der Wand bleibt aber gleich“, erklärt Alpla-Experte René Plattner (Head of Packaging Management). „Daher haben die Flaschen in den ­ Abfüll­ anlagen, beim Transport und Handling die annähernd gleich gute Funktionalität wie herkömmliche EBM-Flaschen.“ Für den Endverbraucher ist der Unterschied sowohl optisch als auch in der Handhabung nicht erkennbar. Für diese nachhaltige Technologie erhielt Alpla bereits zwei hochrangige internationale Auszeichnungen: den PackTheFuture-Award (in Paris) in der Kategorie Ökodesign und den sehr angesehenen WorldStar-Award der World Packaging Organisation in der Kategorie Health & Beauty. „Diese Branchenauszeichnungen unterstreichen das Potenzial von Foaming für nachhaltigere Verpackungs­lösungen“, freut sich Alpla-CEO Günther Lehner über die inter­ nationale Anerkennung. Schon zuvor hatte Alpla den Sonderpreis der ARA (Altstoff Recycling Austria AG) im Rahmen der österreichischen Staatspreisverleihung „Smart Packaging“ bekommen. ◆


WeltMeister Österreich

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Unternehmen stellen sich vor

Accenture: Österreichs Top100 – Fit für die digitale Welt? Bereits zum fünften Mal in Folge hat Accenture den Digitalisierungsgrad der heimischen Top100-Unternehmen untersucht. Das Ergebnis: Sie schrumpfen weiter und es fehlen die digitalen Strategien und Geschäftsmodelle. Die Top-Unternehmen aus Deutschland und der Schweiz befinden sich hingegen auf Wachstumskurs. In der Studie „Digitalisierung entzaubern – wie Österreichs Top100 digitale Blockaden lösen“ hat Accenture 13 Wachstumssieger ausfindig gemacht, die deutlich schneller und profitabler wachsen als der Durchschnitt der Top100. An der Spitze ragt ein Unternehmen heraus: Red Bull gehörte in bisher allen fünf Auswertungen zu den besonders erfolgreichen Konzernen. „Unternehmen wie Red Bull verfügen über eine hohe Innovationsfähigkeit und wissen, wie sie mit neuen Produkten und Dienstleistungen auch neue Kunden gewinnen können,” sagt Michael Zettel, Country Managing Director von Accenture Österreich. Digitale Blockaden lösen Mithilfe des Digitalisierungsindex hat Accenture den Grad der Digitalisierung einzelner Branchen und Unternehmen untersucht. Hier erwies sich die Finanzwirtschaft als am stärksten digitalisiert, gefolgt von Logistik und Transportwesen. Zu den Nachzüg-

Facts & Figures Accenture ist ein weltweit führendes Dienstleistungsunternehmen, das ein breites Portfolio von Services und Lösungen in den Bereichen Strategie, Consulting, Digital, Technologie und Operations anbietet. Hier können Sie die Studie „Digitalisierung entzaubern – wie Österreichs Top100 digitale Blockaden lösen“ herunterladen. http://www.accenture.at/wachstum Accenture GmbH Schottenring 16, 1010 Wien Tel. +43 1/20 50 20 www.accenture.at

Foto: Accenture

Viele heimische Unternehmen haben noch keinen richtigen Plan für die digitale Transformation.

„Nur wenn wir die digitalen Technologien ­strategisch nutzen, wird Österreich als Standort konkurrenzfähig bleiben.“ MICHAEL ZETTEL, Country Managing Director von Accenture Österreich

lern zählt Österreichs Industrie. Den meisten Unternehmen fehlt ein strukturierter Fahrplan in das digitale Zeitalter. Zwar sei die Bedeutung der Digitalisierung in den Chefetagen der großen Unternehmen verstanden worden, jedoch müssen viele noch ­einige Blockaden überwinden. Denn die größte Hürde bei der digitalen Transformation besteht darin, völlig neue Kundenerlebnisse zu gestalten. Investitionen in die Digitalisierung werden nur dann zum Erfolg führen, wenn sie sowohl auf interne Prozesse als auch auf Kundenerlebnisse abzielen. In der Studie analysiert Accenture die fünf größten Hürden, die gelöst werden müssen, um auf dem Weg der Digitalisierung schneller voranzukommen und schildert Beispiele für besonders dynamische Businessmodelle. „Nur wenn wir die digitalen Technologien strategisch nutzen, wird Österreich als Standort konkurrenzfähig bleiben,“ so Michael Zettel.


WeltMeister Österreich Transport und Logistik

Weltmeisterliche Logistik Gäbe es eine Weltmeisterschaft für die Logistik- und Transportbranche, würde die Alpenrepublik garantiert sehr weit kommen …

und hat damit das Potenzial, nachhaltig den Wirtschaftsstandort Wer kennt das Lagersystem, nennt die Seilbahn? Logistik und Österreich zu stärken!“ Transport ist ein vielfältiges – und spannendes! – Thema wie kaum ein anderes. DER gemeinsame Nenner ist jedenfalls der Die wichtigsten Studienergebnisse: internationale Erfolg der österreichischen Unternehmen der Branche, die auf die ständig steigenden Anforderungen im Bereich c Jeder Beschäftigte der österreichischen Logistikwirtschaft siTransport und Mobilität mit Forschungsinvestitionen und der chert bis zu 3,50 Arbeitsplätze in der heimischen Volkswirtschaft. Optimierung von Produktionsprozessen reagieren. c Jeder Euro an Umsatz der heimischen Logistikunternehmen Schienenfahrzeuge, Seilbahnbau und Leistungen rund um sichert gesamtwirtschaftlich bis zu 3,88 Euro an Umsatz. diese Bereiche werden von hochtechnisierten, exportorientierten c Jeder Euro an Wertschöpfung der Logistikbranche in Österreich Produzenten angeboten. Auch bei Signalanlagen, Verkehrsleitsichert bis zu 4,11 Euro an Wertschöpfung für unsere Wirtschaft. systemen und anderen technischen Einrichtungen gibt es heimische Anbieter, die ihre Kunden mit qualitativ hochwertigen und Hohe Wertschöpfung für die österreichische Wirtschaft zuverlässigen Produkten beliefern. Und last but very not least „Die errechneten Multiplikatoren dieser Volkswirtschaftsstudie agieren die österreichischen Dienstleister der Transport- und veranschaulichen sehr deutlich, wie wichtig und wertschöpfend Logistik-Branche ausgesprochen kundenorientiert und haben als die Logistik für unsere Leitbetriebe und damit den WirtschaftsFrächter und Spediteure langstandort Österreich ist“, erklärt jährige Erfahrung mit anWolfram Senger-Weiss, Vorstand Die Logistik-Top-Ten spruchsvollen Aufträgen. bei Gebrüder Weiss und seit 2012   1. Österr. Bundesbahnen-Holding AG (ÖBB) �������������������� 5.270,10 Aus einer vom IndustriePräsident des Zentralverbandes ������������������������������������������������������������������������������������ 2.370,50   2. Österreichische Post AG wissenschaftlichen Institut Spedition & Logistik.   3. Austrian Airlines AG (AUA) ������������������������������������������������������������������������ 2.164,30 (IWI) durchgeführten Studie Mehr als 90 % der in der Stu  4. Rail Cargo Austria AG �������������������������������������������������������������������������������������������� 2.073,10 zur Bedeutung der Logistik für die befragten Unternehmen sind   5. LKW Walter Internationale Transportdie gesamte Volkswirtschaft überzeugt, dass Logistik weiter organisation AG �������������������������������������������������������������������������������������������������������������������� 1.710,00 lassen sich für Herwig W. an gesamtwirtschaft­ licher Be  6. Schenker & Co AG ���������������������������������������������������������������������������������������������������������� 1.525,00 Schneider, Studienautor und deutung gewinnen werde. Für   7. Kühne + Nagel Eastern Europe AG �������������������������������������������� 1.343,80 Leiter des IWI, folgende ein Viertel der Befragten liegt der   8. Cargo-Partner Group Holding AG ��������������������������������������������������������� 579,00 Schlüsse ziehen: „BeschäftiAnteil der Logistik am Unterneh  9. Wiener Linien GmbH & Co KG ��������������������������������������������������������������������� 494,80 gung in der Logistikwirtschaft menserfolg bei 30 % und mehr. 10. Augustin Quehenberger Group GmbH ������������������������������������� 485,00 sichert eine Vielzahl an ArUnternehmen der LogistikDie 10 größten Unternehmen der Transport und Logistikbeitsplätzen ab. Jeder invesbranche verzeichneten bis zum Branche in Österreich nach Nettoumsatz (in Mio. Euro) tierte Euro kommt als WertEinsetzen der Wirtschaftskrise Quelle: www.trendtop500.at schöpfung mehrfach zurück im Jahr 2008 laufend steigende


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Reinraum bei Infineon in Villach.

Foto: ThinkstockPhotos

Beschäftigung. Durch den konjunkturbedingten Umsatzeinbruch im Automobilsektor und Teilbereichen des Handels und der Industrie 2008 und 2009 sank die Auftragslage der Unter­nehmen zwar vorübergehend. Seit 2012 sind aber sowohl im Inlands- als auch im Export­ geschäft das Umsatz­ volumen und damit die Auf­träge für die Logistikwirtschaft wieder gestiegen. „Die Betriebe der Logistikwirtschaft sind nicht nur generell für die Attrak­tivität unseres Wirtschaftsstandorts sehr wichtig, sie können auch in den kommenden Jahren mit einer g ­ uten Auftragslage r­echnen, womit merk­ liche Beschäftigungszuwächse erwartet werden können“, erklärt Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS). „Von dieser steigenden Nachfrage nach Arbeitskräften werden vor allem Fachkräfte wie z. B. Speditionskaufleute, Speditionslogistiker oder Betriebslogistikkauf­leute profitieren.“ Hinsichtlich der Qualifikationen zeige sich im gesamten Berufs­ bereich, dass Serviceorientierung und die Fähigkeit zu kommunizieren zu den wichtigsten Voraussetzungen gehören. Neben Fachqualifikationen seien vor allem Sprachkenntnisse und IT-Qualifikationen stark nachgefragt, bei Führungskräften auf-

Zahlen und Fakten c Anzahl der Unternehmen in der österreichischen Verkehrswirtschaft: 35.520 davon Neugründungen: 1.593 Beschäftigte: ca. 194.143 c Autobahnnetzdichte in Österreich: 20,5 km pro 1.000 km2 (EU-Durchschnitt: 16,3 km pro 1.000 km2) c Eisenbahndichte in Österreich: 58,3 km pro 1.000 km2 (EU-Durchschnitt: 49,2 km pro 1.000 km2) c Geplante Investitionen in Telematikanwendungen für das österreichische Verkehrssystem bis 2020: ca. 1 Mrd. Euro

grund der Internationalisierung auch interkulturelles Management, so Kopf. Die Logistikbranche habe darüber hinaus das Poten­ zial, neben hochqualifizierten Fachkräften auch weniger gut Ausgebildeten neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. So wird’s gemacht Ein reibungsloser Transport- und Logistik-Ablauf ist in praktisch allen Wirtschaftsbereichen der Schlüssel zum Erfolg – und Österreichs Frächter haben Fuhrparks, die jeden Transport-Bedarf abdecken. So bietet etwa die Augustin Quehenberger Group Gmbh nicht nur europaweit ihre Dienste an, sondern verfügt auch über ein globales Frachtsystem. Die Firma Drautrans mit Sitz im Dreiländereck zwischen ­Italien, Slowenien und Österreich offeriert u. a. konventionelle Komplettladungen sowie Kombiverkehre zwischen Österreich und Westeuropa. Der Hauptgeschäftszweig der Spedition Condor sind Lkw-Komplettladungen, vor allem von und nach Osteuropa, den Balkan, die Türkei und Transporte von und nach Zentral­asien. DB Schenker investiert in Österreich Der international tätige Logistikdienstleister DB Schenker beschäftigt in Österreich in einem Dutzend Geschäftsstellen nicht weniger als rund 2.000 Mitarbeiter. Darüber hinaus agiert die


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Transport und Logistik

Schenker & Co AG in Wien als Cluster Head Office für Südost­ europa. Wie wichtig der Standort Österreich für DB Schenker ist, beweisen Großinvestitionen des Unternehmens wie z. B. in Kufstein sowie in Graz. In Tirol – ganz genau: in Langkampfen – werden elf Millionen Euro in ein neues integriertes Terminal ­ inves­ tiert, das eine 10.000 m2 große Logistikfläche sowie ein Bürogebäude mit 350 m2 umfassen wird. Schon im Dezember 2016 soll der Betrieb am neuen Standort aufgenommen werden. Sogar 25 Millionen Euro werden ins neue Logistik-Zentrum in Graz fließen; DB Schenker verdoppelt damit seine Fläche in der Steiermark und schafft Kapazität für 250 Arbeitsplätze. Mit der Errichtung des neuen Zentrums werden die beiden bestehenden Standorte von DB Schenker im Raum Graz zu einem integrierten und modernen Logistikterminal zusammengeführt. Neben modernsten IT-Lösungen und aktuellen Sicherheitsstandards steht der Umweltschutz im Fokus: So ist das gesamte Zentrum inklu­ sive Umschlagsfläche tageslichtabhängig LED-beleuchtet. Zudem sind 8.000 m2 zwischen 15 und 25 Grad temperaturgeführt. Summa summarum wird der neue DB Schenker-Standort in Graz zum modernsten Güterverkehrszentrum südlich der Alpen! Chancen in der orangen Welt von Gebrüder Weiss Beim Vorarlberger Familienbetrieb Gebrüder Weiss werden Karrieren ebenfalls aktiv gefördert: Das orange Unternehmen bildet den Großteil seiner Führungsspitze selbst aus. Auch Quereinstei-

ger bzw. junge Akademiker mit besonderen Fähigkeiten sind willkommen, mit ihrer Kompetenz, ihren Ideen und ihrer Leidenschaft zum Erfolg von Gebrüder Weiss beizutragen. „Unsere Hierarchie­ebenen sind durchlässig genug, um alle Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung und beruflichen Verwirk­ lichung zu bieten und um persönliche Stärken und Interessen so noch weiter zu fördern“, garantiert Wolfram Senger-Weiss. Die Grundlagen dafür legt eine fundierte Lehre, ein spezielles Trainee-Programm oder eben der Quereinstieg aus einem anderen Beruf. Mit dem Geschäftsgang ist das Lauteracher Transport- und Logistikunternehmen zufrieden: Mit einem Plus von 3 % erwirtschaftete der Konzern einen Nettoumsatz von 1,28 Milliarden Euro (2014: 1,24 Milliarden Euro). Leicht gestiegen ist mit 56,7 % die Eigenkapitalquote, die dem Unternehmen die weitgehende Unabhängigkeit von Kreditinstituten sichert (2014: 54,3   %). Neben europäischen Standorterweiterungen baute Gebrüder ­ Weiss das Betätigungsfeld in Asien aus und festigte damit die Position als internationaler Logistiker. Insgesamt belief sich das Investitionsvolumen 2015 auf 53,75 Millionen Euro (2014: 56,4 Mio. Euro). Dem stetig wachsenden Onlinegeschäft begegnet der Logistikexperte mit der Ausweitung seiner etablierten eFulfillmentLösungen auf verschiedene Länder Mittel- und Osteuropas. Im Zuge dessen baute Gebrüder Weiss auch seine Home DeliveryServices (B2C) mit Zwei-Mann-Handling und Möbelmontage weiter aus und avancierte damit zum österreichischen Markt­ führer. Auf mehr als 1.000 Paketshops für Privatkunden wurde zudem das Netzwerk von DPD in Österreich erhöht, dessen Mitgesellschafter der Gebrüder Weiss Paketdienst (GWP) ist. Darüber hinaus stellte Gebrüder Weiss entscheidende Weichen für die Entwicklung im globalen Supply Chain Management. „Um das volle Optimierungspotenzial für unsere Kunden auszu-


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Foto: ÖBB/ Peter Rigaud

schöpfen, müssen wir deren komplexe Wertschöpfungsketten in ihrer Gesamtheit betrachten und mit effizienter Beratung, Planung und logistischem Know-how unterstützen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Niessner. Heuer will das Unternehmen die Spitzenposition in Zentral- und Ost­ europa weiter ausbauen, ebenso entlang der ehemaligen Seidenstraße Richtung China und in anderen Überseemärkten. „Wir werden weiterhin unsere ­Produkte und Prozesse nach den Bedürfnissen unserer Kunden ausrichten und innovative Lösungen entwickeln, um mit der schnell zunehmenden Digitalisierung Schritt zu halten“, verspricht Niessner. „Dazu setzen wir auch in Zukunft auf optimal ausgebildete sowie engagierte Mitarbeiter, die mit Service Excellence unsere Kunden weltweit begeistern.“ DHL: Mehr als 10.000 Geschäftskunden in ganz Österreich Auf Wachstumskurs bleibt auch der Marktführer im internationalen Expressversand DHL, der im Vorjahr sein 35-jähriges Bestehen in Österreich feierte. Gegründet wurde DHL Express Österreich 1980 in der Wiener Fleischmanngasse – mit drei Mitarbeitern und einem On-Board-Kurier, der täglich fünfzig Dokumentesendungen zwischen Wien und Frankfurt transportierte. Zehn Jahre später war DHL Express bereits in allen heimischen Landes­ haupt­städten mit einem eigenen Standort vertreten und konnte internationale Organisationen wie die UNO, die OPEC oder das ­Europäische Patentamt zu seinen Auftraggebern zählen. 2016 ver­trauen mehr als 10.000 Geschäftskunden in ganz Österreich auf die Expertise und den (weltweiten) Service von DHL Express. So befindet sich DHL Express auch weiterhin auf Wachstumskurs, auf den das Unternehmen seit einigen Jahren mit entsprechenden Infrastrukturprojekten reagiert. Bereits 2011 wurde der Produktionsstandort und jetzige Sitz von DHL Express Östereich in Guntramsdorf erweitert sowie vor einigen Monaten ein neues Service Center in Peggau in der Steiermark in Betrieb genommen. „Investitionen in unsere Infrastruktur sind aber nur eine Maß­ nahme, um weiterhin erfolgreich operieren zu können“, weiß Managing Director Ralf Schweighöfer. Ebenso wichtig sei es, in

Know-how und Serviceverständnis der Beschäftigten zu investieren. Dass dies gelingt, beweist etwa die erneute Auszeichnung von DHL Express mit dem Gütesiegel „Österreichs Beste Unternehmen“ bei den European Service Awards. Im Juni 2016 kam dazu sogar der Sieg mit dem besten Gesamtergebnis für DHL Express Austria beim Qualitätssiegel „Top Service Öster­reich“. Die umweltfreundlichen Transporte der Rail Cargo Group Apropos Nachhaltigkeit: Die Rail Cargo Group realisiert jedes Jahr leistungsstarke Logistiklösungen für mehr als drei Millionen Tonnen Agrarprodukte und sorgt für umfassende Versorgungssicherheit – und das auf der umweltschonenden Schiene. Dafür wurde die Güterverkehrssparte der ÖBB am 31. 5. dieses Jahres mit dem Agrana-Nachhaltigkeits-Award prämiert. Mit rund 2,1 Milliarden Euro Jahresumsatz und 8.100 Mitarbeitern ist die Rail Cargo Group eines der führenden Bahnlogistikunternehmen Euro­ pas. Ausgehend von den Heimmärkten Österreich und ­Ungarn, bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Bahnlogistiklösungen zwischen Nordsee, Schwarzem Meer und Mittelmeer. Mit eigenen Gesellschaften in 18 zentral- und südosteuro­ päischen Ländern und einem dichten internationalen Partnernetzwerk sorgt man für sicheren, umweltfreundlichen und zuverlässigen Transport auf der Schiene, wobei die Rail Cargo Austria AG als operative Leitgesellschaft agiert. Für den Kunden Agrana werden jährlich 1,6 Millionen Tonnen Zuckerrüben mit der Bahn transportiert. Dank der dichten dezentralen Vernetzung auf der Schiene mit über 400 Bedienstellen in Österreich werden regionale Klein- und Mittelbetriebe sowie die heimische Produktion unterstützt und der Wirtschaftsstandort Österreich gestärkt. Dabei verursacht der Schienentransport weniger CO2-Ausstoß im Vergleich zum Lkw – mit den Transporten für Agrana konnte der Ausstoß in einer Dimension von rund 900 Prozent vermieden werden. Summa summarum also sehr süße Aussichten für den Wirtschaftsstandort dank der heimischen Logistik- und Transportbranche! ◆


WeltMeister Österreich Unternehmen stellen sich vor

Rail Cargo Group: Einfach GUT auf Schiene Leistungs- und wettbewerbsfähige Eisenbahnverkehrsunternehmen sind die Voraussetzung, den steigenden Mobilitätsbedarf – sowohl im Personen-, als auch im Güterverkehr – zu bewältigen. Unser Ziel ist es, Vorreiter in Kundenzufriedenheit, Wirtschaftlichkeit und als attraktiver Arbeitgeber zu sein. Daher ist es für uns selbstverständlich, neben verbindlichen Leistungsversprechen, modulare Logistiksysteme anzubieten, die wir bedarfsgerecht kombinieren können und somit europaweit durchgängige Verbindungen aus einer Hand realisieren. Fernsehtürme, 100 Empire State Buildings und 10 Cheops-Pyramiden. Jede Industrie, jeder Kunde hat spezifische Logistikanforderungen. Mit dem Know-how unserer ExpertInnen und dem Einsatz innovativer Transporttechnologien realisiert die Rail Cargo Group zukunftsorientierte und individuelle Logistik- und Transportlösungen aus einer Hand. Und zwar dort, wo sie gerade gebraucht werden. Wir haben die Kompetenz, den Industriemotor durch lückenlose Versorgung am Laufen zu halten. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir branchenspezifische, maßgeschneiderte Bahnlogistiklösungen in Europa.

Eine Ladung voll Bauwerke Im Laufe eines Jahres befördert die Rail Cargo Group europaweit über 109 Mio. Tonnen Güter mit der Bahn. Anders gesagt, würden wir damit pro Jahr folgende weltbekannte Bauwerke transportieren: 1.000 Wiener Riesenräder, 400 Eiffeltürme, 200 Berliner

Rund um die Welt Jährlich legt die Rail Cargo Group über 46 Millionen Zugkilometer zurück, um europaweit Güter an ihr Ziel zu bringen. Das entspricht 1.155 Erdumrundungen. Die Standorte der Rail Cargo Group in ganz Europa und darüber hinaus gewährleisten ein optimales Netzwerk und ermöglichen eine kundenorientierte Produkt­palette. Die Nähe zum Kunden bedeutet für die Rail Cargo Group die Nähe zum Erfolg. Ausgehend von unseren Heimmärkten Österreich und Ungarn ist die Rail Cargo Group der kompetente Partner für Gütertransporte mit der Bahn, zwischen Nordsee, Mittelmeer und Schwarzem Meer. Das internationale Netzwerk der Rail Cargo Group schafft die idealen Voraussetzungen für Bahnlogistik in Europa und darüber hinaus.


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Klimafreundliche Mobilität Wir befördern jährlich über 82 Millionen Tonnen Güter in und durch Österreich. Der Güterverkehr auf der Schiene erspart der Umwelt damit jährlich eine Million Tonnen CO2. Damit verschonen wir die Umwelt von einer aneinandergereihten durchgängigen LKW-Schlange, die zweimal um die Erde führen würde. Als kompetenter Partner für Gütertransporte mit der Bahn und wirtschaftlicher Impulsgeber setzt die Rail Cargo Group so gezielte wirtschaftliche, umweltbewusste und soziale Akzente. Wer unsere Umwelt schützen will, setzt daher mit dem System Bahn auf das sauberste Transportmittel. Denn der Güterverkehr auf der Schiene verursacht der Umwelt 18-mal weniger CO2 – im Unterschied zum Straßengüterverkehr. Nicht nur in Österreich ist die Rail Cargo Group grün. Bereits über 70 % unseres gesamten Transportaufkommens wickeln wir im grenzüberschreitenden Verkehr ab. Im Minutentakt Die Rail Cargo Group führt jährlich über 511.000 Züge. Anders betrachtet bringen wir jede Minute einen Zug für unsere Kunden auf Schiene. Das qualitativ hochwertige Netzwerk ist dabei wesentlicher Vorteil für unseren Erfolg. Unser internationales Know-how schafft die idealen Voraussetzungen für Bahnlogistik in Europa und darüber hinaus. Ob Einzelwagen, Großcontainer oder Ganzzüge – wir verbinden Märkte bedeutender Wirtschaftszentren und sind dort, wo Sie uns brauchen. Von der guten Vernetzung in Europa und der Anbindung per Schiene an die wichtigsten Zentren, ­Häfen und Terminals profitieren unsere Kunden – rund um die Uhr, jeden Tag, zu jeder Jahreszeit.

Gemeinsam Erfolge transportieren Die Rail Cargo Group ist mit einem Umsatz von 2,1 Mrd. Euro und über 8.200 MitarbeiterInnen einer der führenden Logistik- und Transportspezialisten im europäischen Schienengüterverkehr. Mit Unternehmen in 18 Ländern Zentral-, Süd- und Osteuropas und einem hochwertigen Partnernetzwerk sorgt die Rail Cargo Group für sichere, und zuverlässige Transporte auf der umweltfreundlichen Schiene. Das ermöglicht Kunden in Europa punkt­ genaue Logistiklösungen. Ihre export-dynamische Schiene zur Rail Cargo Group: Am Hauptbahnhof 2 1100 Wien, Österreich Tel. +43 5 7750 kommunikation@railcargo.com railcargo.com


WeltMeister Österreich Great Place to Work

WeltMeisterliche Soft Skills Von Mitarbeitenden empfohlen und daher absolut herzeigbar: „Österreichs beste Arbeitgeber 2016“.

Mehr als drei Dutzend Unternehmen dürfen sich seit März dieses Jahres offiziell als „Österreichs beste Arbeitgeber 2016“ präsentieren. Insgesamt nahmen 73 Betriebe und damit so viele wie nie zuvor an dieser Benchmarkstudie von Great Place to Work teil, wobei die diesjährigen Ergebnisse insgesamt 35.000 Mitarbeitende repräsentieren. Die beeindruckende Liste enthält erfolgreiche österreichische Unternehmen unterschiedlichster Größen und Branchen, die eine hervorragende Jobkultur aufweisen. Denn 90 % der Mitarbeitenden dieser ausgezeichneten Betriebe sprechen davon, dass sie mit ihrem Arbeitsplatz rundum zufrieden sind. Neben der Bewertung der durchgeführten Personalmaß­ nahmen ist zu zwei Drittel die Befragung der Mitarbeitenden entscheidend. „Das bedeutet, dass es vor allem die Mitarbeitenden sind, die darüber bestimmen, ob ein Unternehmen ein ausgezeichneter ,Bester Arbeitgeber‘ wird oder nicht“, erklärt Great Place to Work-Geschäftsführerin Doris Palz.

der Beschäftigten sagen, dass sie noch lange in diesem Unter­ nehmen arbeiten möchten. Die ausgezeichneten Firmen können einerseits auf eine deutlich niedrigere Mitarbeiterfluktuations­rate verweisen, und bekommen andererseits hohen Zuspruch auf Stellenausschreibungen: Durchschnittlich bewerben sich auf Ausschreibungen “Österreichs bester Arbeitgeber 2016“ mindestens 48 potenzielle Mitarbeitende. Neue Mitarbeitende erleben bei den ausgezeichneten Unternehmen eine besondere Willkommenskultur. Bereits am ersten Tag erfahren neue Teammitglieder Wertschätzung, lernen die Unternehmenswerte kennen und spüren Teamzusammenhalt. Dies bestätigen 92 % der Beschäftigten und treffen Aussagen wie folgende: „Was sofort auffällt ist, dass man als neues Mitglied sofort aufgenommen wird und wirklich alle SUPER nett sind. Das erlebe ich auch bei den 4 neuen Kollegen in den letzten 2 Jahren. Es ist wirklich ein tolles Gefühl – vom ersten Tag an!”

Jobs mit besonderer Bedeutung Die ausgezeichneten Unternehmen bewegen sich in allen Befragungsergebnissen auf einem hohen Level. Sie leben eine aus­ geprägte Vertrauenskultur, die sich in besonderem Teamspirit und dem Stolz der Mitarbeitenden auf ihre Leistungen zeigt. So sprechen mehr als vier Fünftel der Arbeitnehmer „ihren“ Unternehmen das Vertrauen aus. Besonders freuen können sich „Österreichs beste Arbeitgeber 2016“ über die Einstellung ihrer Beschäftigten zur Arbeit. Für 84 % bedeutet ihre Aufgabe nicht einfach nur „irgendeinen“ Job zu machen, ihre Tätigkeit hat besonderen Stellenwert für sie. Kommentare lauten beispielsweise: „Ich bin jeden Tag auf das Neue von diesem Betrieb zu 100 Prozent überzeugt und sehr stolz, hier meinen Arbeitsplatz gefunden zu haben.” Der Wunsch nach einem Arbeitgeberwechsel ist bei diesen Unternehmen daher so gut wie nicht vorhanden: Neun von zehn

Herausragende Lehrbetriebe Eine Arbeitsplatzkultur, die sich im Vertrauen der Mitarbeiter ausdrückt, sei bestens geeignet, um Innovationskraft und Wachstum der Wirtschaft zu stärken, meint WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser: „Ich freue mich über die hervorragenden Leistungen unserer Unternehmen; das gilt insbesondere auch für den Bereich der Lehrlingsausbildung. Ich begrüße deshalb sehr, dass es zu diesem Thema einen Sonderpreis gibt und ab nächstem Jahr eine eigene Zertifizierung mit Great Place to Start geplant ist.“ Bei Great Place to Start geht es darum, herausragende Ausbildungskultur und von Lehrlingen empfohlene Betriebe in Österreich sichtbar zu machen. Mit dieser Zertifizierung soll es auch Lehrbetrieben ermöglicht werden, sich ihren Startvorteil im Wettlauf um die besten Lehrlinge zu sichern. Die Auszeichnung „Österreichs beste Lehrbetriebe“ wird nach einem speziellen


Foto: GPTW 2016/Daniel Nuderscher

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Zertifizierungsverfahren vergeben, das die Darstellung des betrieb­lichen Lehrlingskonzepts ebenso wie das Feedback der Lehrlinge zu gleichen Teilen berücksichtigt. Partner dieser Zertifizierung sind das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (bmwfw) sowie die Wirtschaftskammer Österreich. „Die duale Berufsausbildung ist europaweit ein Vorzeigemodell, um Jugendliche für das Berufsleben vorzubereiten“, kommentiert Alexander Hölbl, Leiter der Abteilung Berufsausbildung im bmwfw. „In der Öffentlichkeit bekannte Zertifizierungen von hervorragenden Ausbildungsunternehmen leisten deshalb einen wichtigen Beitrag zur qualitativen Weiterentwicklung des erfolgreichen österreichischen Systems der Lehrlingsausbildung.“ (Noch) Bessere soziale Strukturen Ein weiteres Anliegen des Great Place to Work-Instituts ist die Sensibilisierung für gesellschaftlich relevante Themen – schon Gründer Robert Levering hat sich aktiv um die Weiterentwicklung und Verbesserung sozialer Strukturen bemüht. Aus diesem Grund hat Great Place to Work auch 2016 Sonderpreise für besonderes Engagement im jeweiligen Themenbereich vergeben: c Bester Arbeitgeber für neue Arbeitswelt und Lebensqualität: Biogena Naturprodukte GmbH & Co KG c Bester Arbeitgeber für Diversity & Inclusion: OMICRON c Bester Arbeitgeber für die Förderung von Lehrlingen: KLIPP Frisör GmbH ◆

Österreichs beste Arbeitgeber 2016 Small (20 bis 49 Mitarbeitende) 1. currycom communications 2. G  reat Lengths Haarvertriebs GmbH 3. VBV – Vorsorgekasse AG 4. DANONE GmbH 5. Ranorex GmbH 6. S  oftware Quality Lab GmbH Medium (50 bis 250 MA)   1. w  illhaben internet service GmbH & Co KG   2. NetApp Austria GmbH   3. B  iogena Naturprodukte GmbH & Co KG   4. runtastic GmbH   5. E  MC Computer Systems ­Austria GmbH   6. ING-DiBa Direktbank Austria   7. Q  uintiles Eastern Holdings GmbH   8. AbbVie GmbH   9. M  undipharma Gesellschaft m.b.H. 10. J anssen-Cilag Pharma GmbH 11. a  ddIT Dienstleistungen GmbH & Co KG

12. B  ristol-Myers Squibb GesmbH 13. J ohnson & Johnson Medical Products GmbH 14. VTU Engineering GmbH 15. Tech Data Österreich GmbH 16. AV Stumpfl GmbH 17. B  inder Grösswang Rechts­ anwälte GmbH 18. Compax 19. u  nit-IT Dienstleistungs GmbH & Co KG Large (251 bis 500 MA) 1. OMICRON 2. Worthington Cylinders GmbH 3. Salomon Automation GmbH 4. Rhomberg Bau GmbH 5. BESTSELLER Österreich 6. Sto Ges.m.b.H. X-Large (mehr als 500 MA) 1. Attensam 2. Magna Steyr Standort Graz 3. Lidl Österreich 4. FRITZ EGGER GmbH & Co KG 5. KLIPP Frisör GmbH 6. H  &M Hennes & Mauritz GesmbH


WeltMeister Österreich Radar

Österreich hat viel Potenzial „Der Fokus muss auf Zukunftsbranchen und innovative Themen gelegt werden“, sagt Bernhard Gröhs, Managing Partner von Deloitte Österreich, im Exklusivinterview mit Paul Christian Jezek. spezifischen ­Indizes positive Anzeichen: Beim Global Innovation Index sowie beim Corruption Perceptions Index hat sich Österreich das zweite Jahr in Folge verbessert. Die Innovationsbereitschaft unter Österreichs Unternehmern nimmt stetig zu und unter anderem mit einer erhöhten Forschungsförderung werden hier die richtigen Impulse gesetzt. Auch im täglichen Kontakt mit unseren Klienten bemerken wir viel positive Energie und Veränderungswillen. Ich bin davon überzeugt, dass sich Österreich derzeit unter Wert schlägt.

Was ist die Quintessenz des Deloitte.Radar 2016? Die aktuelle Analyse zeigt ein ambivalentes Bild. Einerseits hat sich Österreich bei wichtigen globalen Rankings, wie dem G ­ lobal Competitiveness Index und dem World Competitiveness Index, weiter verschlechtert. Da muss man feststellen, dass der Wirtschaftsstandort derzeit im globalen Wettbewerb mit ­ den Ländern Schweiz und „Ich bin überzeugt, dass Schweden, die das Deloitte unter Wert schlägt.“ Ranking anführen, nicht mithalten kann. Andererseits gibt es bei den

Wo liegen die Gründe für das wenig zufriedenstellende Abschneiden Österreichs im Standortvergleich? Auf den ersten Blick ist das schlechte Gesamturteil für Österreich skurril. Denn Potenzial ist sehr wohl vorhanden: Österreich verfügt über viele gescheite Köpfe, innovative Unternehmer und generell engagierte Menschen. Um den seit Jahren schlechten Befund zu erklären, müssen die sich Österreich derzeit Standortfaktoren näher beleuchtet werden. Hier zeigt sich deutBERNHARD GRÖHS lich: Es gibt in vielen Bereichen Handlungs­bedarf.

Foto: apa-fotoservice-hinterramskogler

Deloitte Österreich hat im Frühjahr 2016 zum dritten Mal den Deloitte. Radar veröffentlicht. Die Metastudie analysiert und bewertet die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes. Das Gesamtergebnis ist wenig zufriedenstellend und im Gesamtergebnis ernüchternd: Der Abwärtstrend bei der Wettbewerbsfähigkeit hält das dritte Jahr in Folge an. Die gute Nachricht: Deloitte ortet erste Anzeichen für eine Trendumkehr. Bernhard Gröhs, Managing Partner von Deloitte Österreich, erklärt, wie es um den Standort steht und was es braucht, damit es wieder aufwärts geht.


Grafik: Deloitte.Radar

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WeltMeister Österreich Radar

Grafik: APA/Deloitte Österreich

Einer der analysierten Standortfaktoren ist das politische und makroökonomische Umfeld. Warum kann Österreich hier kein gutes Zeugnis ausgestellt werden? Steigende Arbeitslosigkeit, geringes Wirtschaftswachstum, sinkende Investitionen und eine hohe Staatsverschuldung sind die Hauptfaktoren, warum Österreich keine guten Werte im politischen und makroökonomischen Umfeld testiert werden. Vor allem die regulatorischen Auflagen sind ein unbestrittener Standortnachteil, der die Kosten in die Höhe treibt und Innova­ tionen hemmt. Im internationalen Wettbewerb ist besonders die hohe Steuerquote eine Belastung, die es erschwert, mit den Mitbewerbern mitzuhalten. Hinzu kommt das Sorgenkind Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote steigt stetig, trotz eines erhöhten Jobangebots. Wie kann Österreich die steigenden Arbeitslosenzahlen in den Griff bekommen? Die Arbeitslosenquote nimmt trotz einer steigenden Beschäftigungsquote zu – das bereitet zu Recht Kopfzerbrechen und wirft Fragen auf. Man fragt sich, ob wir in Österreich junge Menschen

nicht schon seit Jahren ungenügend auf den Arbeitsmarkt vorbereiten; ob wir nicht Unter­ nehmergeist schon viel früher fördern sollten; wie wir die Heraus­ forderungen der Migra­ tions­bewegung gerade im Hinblick auf die Beschäftigung ­lösen werden. Um an der derzeitigen Situation etwas zu ändern, müssen sowohl kurz­ als auch langfristige Maßnahmen gesetzt werden. Der Arbeitsmarkt ist kein Nullsummenspiel, bei dem ­einer dem anderen eine definierte Anzahl von Arbeitsplätzen wegschnappt. Denn: Arbeitsplätze können genauso wie materielle Investitionen entwickelt werden. Um möglichst schnell eine Entspannung der Lage zu erreichen, braucht es zu allererst eine direkte Investition in neue geförderte Arbeitsplätze für Jugendliche. Diese Investition ist vor allem kurzfristig ein wichtiger psychologischer Impuls. Zudem muss uns bewusst werden, dass alle Arbeitsplätze zukünftig durch technologische Kompetenzen beeinflusst werden. Daher muss mittelfristig gezielt in zukunftstaugliche Branchen und Geschäftsmodelle investiert werden. Auf lange Sicht kann im Endeffekt nur eine Maßnahme eine wirklich nachhaltige positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt haben: die direkte Investition in Bildung. Welche Rolle nehmen die Bundesländer im Standortvergleich ein? Die Länder und Gemeinden spielen eine wichtige Rolle, vor allem im Bereich der Förderungen: Sie tragen wesentlich zur hoch­ dotierten Förderpolitik am Wirtschaftsstandort bei. In den letzten Jahren wurde der Wunsch nach mehr Transparenz aller Förderungen und Ausgaben immer wieder laut. Auch die Idee für eine Steuerautonomie der Bundesländer wird immer wieder diskutiert. Im politischen Diskurs spielt daher vor allem der Föderalismus eine Rolle. Dem Finanzausgleich und der Kompetenzverteilung


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„Die Österreicher müssen sich mutig den großen Herausforderungen stellen und nach vorne schauen.“

Gibt es in Österreich Bundesländer, die im Vergleich besser abschneiden als andere? Im Vergleich zeigt sich, dass die einzelnen Bundesländer ganz unterschiedliche individuelle Stärken haben – und gerade das macht Österreich aus. So punktet Vorarlberg mit dem größten BIP-Wachstum, Tirol hat den niedrigsten öffentlichen Schuldenstand und Salzburg die niedrigste Arbeitslosenquote. Oberösterreich ist führender Industriestandort und Wien weist im Bundesländervergleich das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner auf. In puncto Forschung & Entwicklung übernimmt die Steiermark die Spitzenposition. Kärnten ist wiederum in Sachen Reifeprüfung vorne und legt hier die beste Erfolgsquote vor. Bei der Kinder­ betreuungsquote liegt das Burgenland vorne und Niederösterreich bringt die höchste Kaufkraft auf. Aber natürlich gibt es in den Ländern auch unterschiedliche Schwächen, die gezielt angegangen werden müssen. Mit Besinnung auf die genannten Stärken muss mutig an Lösungen gearbeitet werden. Wo liegen die großen Stärken Österreichs und wo muss mehr getan werden, um als Standort wieder an Attraktivität zu gewinnen? In Österreich ist in vielen Bereichen Potenzial vorhanden. Der Bereich Innovation und F&E ist eine unserer Stärken. Daher ist es völlig richtig, die Zielsetzung anspruchsvoll zu definieren, wie dies die Bundes­ regierung etwa mit der Digital Roadmap tut: Österreich wieder zum Innovations-Leader in Europa zu machen. Die erhöhte Forschungsförderung gibt wichtige Impulse, aber die Anstrengungen werden bereits bei der Ausbildung deutlich erhöht werden müssen. Die Spitzenposition, die Österreich bei der Lebensqualität einnimmt, ist an sich auch ein Asset unseres

Landes, gerade bei der Vermarktung im Ausland. Aber BERNHARD GRÖHS ich sehe das durchaus auch kritisch. Der hohe Lebensstandard kann im Inland ein Hindernis für dringend notwendige Veränderungen darstellen. Die Österreicher fokussieren sich gerne darauf, das früher Erreichte zu Bewahren. Das wird aber nicht reichen. Im Gegenteil: Kein Fortschritt ist schlussendlich ein Rückschritt. Was müssen die Österreicher also tun, um das Ruder herumzureißen und wieder in der Top-Liga mitspielen zu können? Die Österreicher müssen sich mutig den großen Herausforderungen stellen und nach vorne schauen. Österreich darf sich nicht auf Bereichen, in denen wir jahrelang stark waren und Spitzenpositionen eingenommen haben, ausruhen. Hier ist die Infrastruktur ein gutes Beispiel: Mit seiner gut ausgebauten Infrastruktur zählt Österreich zwar zu den hochentwickeltsten Standorten. Aber beim raschen technologischen Fortschritt und der notwendigen IKT-Infrastruktur besteht noch Aufholbedarf auf die führenden Innovationsstandorte. Wenn wir hier nicht am Ball bleiben, verlieren wir auf lange Sicht den Anschluss.

Grafik: APA/Deloitte Österreich

zwischen Bund, Ländern und Gemeinden wird viel Energie gewidmet. Das kann man einerseits durchaus kritisch sehen. Für den Standort Österreich bedeutet andererseits die Vielseitigkeit der Bundesländer eine Bereicherung: So leisten alle Regionen mit ihren unterschiedlichen Stärken wichtige Beiträge zum Erfolg unseres Landes.


WeltMeister Österreich

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Radar

„Die Potenziale müssen erkannt und mutige ­Investitionen getätigt werden.“

Der Wirtschaftsstandort schwächelt bereits seit mehreren Jahren, warum konnte bisher keine Trendumkehr geschafft werden? Der Deloitte.Radar zeigt klar: An Rezepten für die Trendumkehr mangelt es nicht. Es gibt viele vernünftige Ansätze, wie Österreich wieder nach vorne gebracht werden kann. Aber die Menschen verspüren dennoch das Gefühl von Stillstand und Verun­ sicherung. Das führt zu einer zögerlichen und pessimistischen Grundstimmung – diese blockiert echte Reformen und wirklich mutige Schritte. Jede Trendumkehr beginnt aber mit einer ge­ änderten Erwartungshaltung. Wir brauchen jetzt eine grundsätzliche Änderung in den Köpfen. Nur ein ambitionierterer Mindset bei uns allen wird zu einer wirklichen Veränderung führen. Hier ist vor allem eines gefordert: Mut.

fordernden Zeiten das Schlagwort „Constructive News“ in aller Munde. Ein positiver Mindset wird nur entstehen, wenn auch die positiven Beispiele aus der Gesellschaft eine Bühne bekommen. Dann werden auch die Unter­ nehmer ihren Mut beweisen, indem sie weiter auf den Standort Österreich setzen und verstärkt investieren. BERNHARD GRÖHS

Wo sehen Sie positive Ansätze am Standort? In einigen Bereichen konnte Österreich bereits im letzten Jahr wichtige Impulse setzen. Ein mutiger erster Schritt war beispielsweise die Steuerreform zur Entlastung des Faktors Arbeit. Der Wehrmutstropfen: leider mit einer überwiegend einnahmen­ seitigen Gegenfinanzierung. Auch die Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit ist ein mutiger Schritt zur Vereinfachung und Entlastung der Verwaltung und zur Schaffung klarer Strukturen. Im Bereich der F&E erhöht die Forschungsprämie die AttraktiviWer ist besonders gefragt, Mut zu beweisen? tät. Mit dem Gemeinnützigkeitsgesetz wurden zudem wichtige Wir alle sind gefordert, unseren Mut unter Beweis zu stellen. Zum ­Impulse für wirtschaftliche und soziale Innovationen gesetzt. einen ist die Politik gefordert, Mut in Bezug auf den notwendigen An diese Maßnahmen muss weiter angeknüpft werden. Die Reformbedarf aufzubringen. Wichtige Rahmenbedingungen, vor bereits umgesetzten Reformen müssen weiter ausgebaut werden allem für die innovativen Unternehmer, müssen rascher geschafsowie neue innovative Ideen und Projekte ins Leben gerufen fen werden und es braucht eine Deregulierungsreform. werden. Aber auch die Lehrerschaft Der Fokus muss auf Zuist gefordert: Sie muss von der „An Rezepten für die Trendumkehr mangelt kunftsbranchen und innova­ bisherigen Fehlerkultur abkehtiven Themen gelegt werden. ren, hin zu einer Kultur, in der es nicht. Es gibt viele vernünftige Ansätze, Die Potenziale müssen erkannt die Stärken unserer jungen Tawie Österreich wieder nach vorne gebracht und mutige Investitionen getälente gefördert werden. Viele ­werden kann.“ tigt werden. Ein konkretes Beieinzelne mutige Initiativen, die spiel ist die E-Mobilität. In dieLehrer und Proponenten aus BERNHARD GRÖHS sem Bereich wird sich in den der Zivilgesellschaft gemeinnächsten Jahren einiges tun, sam entwickelt haben, lassen hier könnte Österreich wichtige Schritte setzen und so eine Vorberechtigten Optimismus aufkommen. Die Bildungsreform geht reiterrolle übernehmen. hier ebenfalls die ersten Schritte in eine neue Zukunft. Die Zivilgesellschaft muss weiterhin Mut in der Bewältigung Können die Österreicher den Mut für eine Trendumkehr aufder großen gesellschaftlichen Herausforderungen beweisen. Im bringen? letzten Jahr haben die Menschen bereits auf beeindruckende Ja, davon bin ich überzeugt. Österreich hat viel Potenzial: InnoWeise gezeigt, wie man mit der Flüchtlingskrise konstruktiv vative Unternehmer, gut ausgebildete Leute, eine solide Wirtumgeht, wir werden aber noch einen langen Atem brauchen ­ schaft und viele engagierte Menschen. Alle gemeinsam können und dürfen nicht zulassen, dass uns teils irrationale Ängste die Trendumkehr in Österreich schaffen – aber nur, wenn alle ­lähmen. gemeinsam an einem Strang ziehen und Einzelinteressen hintenAuch die Medien müssen wieder Mut zu positiven Nachrichanstellen.  ◆ ten beweisen. Nicht ohne Grund ist gerade in diesen heraus­


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WeltMeister Österreich Best of Austria

Lebendige Innovationskultur Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und ­Wasserwirtschaft (BMLFUW) setzt mit „Best of Austria“ einen export­ orientierten Jahresschwerpunkt und startet damit eine nachhaltige ­Internationalisierungs-Offensive.

Foto: BMLFUW/Alexander Haiden

„Wir stehen zurzeit vor großen Herausforderungen – wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich“, sagt Andrä Rupprechter im Exklusivinterview mit „WeltMeister Österreich“. „Aber es warten auch große Chancen auf uns. Produkte und Know-how aus Österreich sind auf der ganzen Welt für ihre hohe Qualität bekannt.“ Unter dem Motto „Innovativ im Land, erfolgreich in der Welt“ holt das BMLFUW aufstrebende heimische Unternehmerinnen und Unternehmer vor den Vorhang. „Wir wollen ein modernes Leitbild für österreichische Bestleistungen entwickeln und den Menschen bewusst machen, was unser Land an nachhaltigen Produkten und Leistungen zu bieten hat!“

Andrä Rupprechter, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

Was hebt österreichische Exportartikel am Weltmarkt hervor? BM Andrä Rupprechter: Unsere Betriebe halten sich an hohe Standards und sind besonders innovationsfreudig. Damit können wir auf dem Weltmarkt punkten. Österreich setzt in Sachen nachhaltige Entwicklung immer wieder internationale Maßstäbe: Wir produzieren landwirtschaftliche Spitzenqualität mit dem höchsten Bio-Anteil Europas und investieren mit großem Erfolg in erneuer­ bare Energie, intelligentes Ressourcenmanagement sowie modernste Umwelttechnologien. All das ist Ergebnis einer lebendigen Innovationskultur, die wir auch dem großen Engagement vieler Menschen im ländlichen Raum verdanken. „Best of Austria“ will diese Menschen, ihre Ideen und Konzepte vorstellen, über ihre Leistungen informieren und die Vernetzung fördern. So schaffen wir es, neue Märkte zu öffnen und auch in Zeiten internationaler Krisen stabile Verhältnisse zu schaffen. Seit wann existiert die Initiative „Best of Austria“, was wurde bereits erreicht, wer beteiligt sich daran? Wir haben die Initiative im Jänner dieses Jahres gestartet, „Best of Austria“ ist aber nicht die erste Exportinitiative unseres Hauses, wir entwickeln ein bewährtes Konzept weiter. Im Vorjahr konnten wir die Agrar- und Lebensmittelexporte trotz Russland­ embargo um drei Prozent steigern. Heuer kommt eine mediale Kampagne dazu, um die öffentliche Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema zu steigern. Die Anzahl der Unterstützerinnen und Unterstützer wächst und auch im Social Media Bereich ist die Initiative sehr erfolgreich. Auf Facebook werden mehr als 23.800 Fans über den Export auf dem Laufenden gehalten. Einerseits beteiligen sich die Userinnen und User an interaktiven Beiträgen, wie einem Quiz oder an Wett­ bewerben, andererseits haben österreichische Unternehmen die Möglichkeit, sich vor einem großen Publikum zu präsentieren. Wir


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Foto: BMLFUW/Bernhard Kern

setzen nachhaltige Impulse, mit denen wir die Exportfreudigkeit der heimischen Unternehmen weiter steigern.

Foto: BMLFUW/Alexander Haiden

Wo liegen besonders attraktive Märkte und wie können Sie die erreichen? Ich habe im Rahmen von „Best of A ­ ustria“ schon viele Länder besucht, in denen wir erfolgreich neue Märkte erschließen konnten. Österreichische Unter­nehmerinnen und Unternehmer begleiten mich und können wertvolle Kontakte knüpfen. Meine Russlandreise im April hat beispielsweise sehr konstruktive Gespräche gebracht, die wir so bald wie möglich fortsetzen wollen. Bei meiner Iran­ reise Ende Februar haben wir ein sogenanntes „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet, das die Kooperation im Bereich Natur- und Umweltschutz vertieft. Unser Know-how ist ein wichtiges Exportgut: Eine zwölfköpfige Delegation aus dem Iran hat bereits unsere Nationalparks besucht, um bei der Ranger Ausbildung von uns zu lernen. 2016 ist noch eine weitere Reise mit einer Wirtschaftsdelegation nach China geplant sowie der Besuch von vielen internationalen Messen und Konferenzen. Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium, der Landwirtschaftskammer und der Wirtschaftskammer arbeiten wir zudem an einer Export­ service­stelle, die unsere Unternehmen bei der Bewältigung veterinärbehördlicher Exportbarrieren unterstützen soll.

Gibt es einen thematischen Spannungsbogen bzw. eine thematische Begrenzung? Die Initiative ist bewusst weit gefasst. Das liegt in erster Linie an der Vielfalt unserer Exportschlager: Im Iran sind vor allem innovative österreichische Umwelttechnologien von großem Interesse. Aber auch im landwirtschaftlichen Bereich können heimische Unternehmen punkten – mit Landtechnik, Zuchtrinderexport und Bewässerungstechnologien. Russland hingegen ist besonders an Know-how in den Bereichen Viehzucht, biologischer Landbau und Weinbau interessiert. Aber auch Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft und Umwelttechnik sind mit ihren Projekten in Russland sehr erfolgreich. Welche „Best of Austria“-Beispiele sind besonders auffällig/ herausragend und warum? Umweltfreundliche Passivhäuser, qualitativ hochwertige Lebensmittel, moderne Wasserinfrastruktur, innovativer Holzbau, nachhaltige Abfall- und Ressourcenwirtschaft und mehr – wir haben zahl­reiche herausragende Beispiele aus allen Bereichen meines Ressorts vorgestellt. Es ist beeindruckend, wie viele Unternehmerinnen und Unternehmer aus Österreich weltweit mit ambitionierten Ideen erfolgreich sind. Welche vielleicht eher nicht so bekannten österreichischen Produkte/Fakten/Dienstleistungen finden Sie so „weltmeisterlich“, dass sie (noch) mehr Popularität verdienen? Davon gibt es in Österreich sehr viele. Es ist mir ein großes Anliegen, die Vielfalt an heimischen Bestleistungen aufzuzeigen. Auf der „Best of Austria“-Website und auf Facebook präsentieren wir zum Beispiel regelmäßig ein „Unternehmen der Woche“. Sie werden vielleicht überrascht sein, wie viele spannende Produkte und Dienstleistungen unser Land zu bieten hat! ◆


WeltMeister Österreich

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Wien wächst weiter

Das QBC wird „weltmeisterlich“ Das Quartier Belvedere Central oder kurz QBC genannte Viertel zwischen Gürtel und neuem Hauptbahnhof wächst weiter. Der erste Bauabschnitt wird im Mai 2017 abgeschlossen sein.

Foto: Mikes

ten E ­ rdgeschoßzonen zahlreiBis Anfang 2019 soll dann das che Restaurants, Pubs und Gesamtprojekt fertiggestellt und Bars eingerichtet. Zusätzlich Wien um einen modernen urbawerden W ­ ohnungen und long nen Raum reicher sein. „Dank stay Apartments sowie ein des milden Winters kommen die Novotel-Hotel und ein IBIS-­ ­ Bauarbeiten sogar rascher als Hotel mit insgesamt 577 Zimerwartet voran“, sagt Karl Bier, mern für soziale DurchmiCEO des Bauherrn UBM Deveschung und Frequenz im neuen lopment AG. Für den internatioViertel sorgen. nalen Immobilienentwickler mit Dieser Nutzungsmix garanWurzeln in Floridsdorf ist das tiert die Lebendigkeit des ProQBC das größte Projekt in der jekts, während die Nähe zum immerhin 143-jährigen UnterStadtzentrum sowie zum nehmensgeschichte. Weil QBC UBM-CEO Karl Bier (l.) und Architekt Heinz Neumann. Hauptbahnhof die Attraktivität ein Bau­vorhaben der Superlative des Standorts ausmacht. „Die architektonische Vielfalt leistet ist, freut sich der UBM-Vorstandsvor­sitzende ganz besonders, einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren des Nutzungskonzepdass Termine und Kosten eingehalten werden. Denn so etwas ist tes“, sagt der renommierte Architekt Heinz Neumann. Neben selbst für den erfolgsgewohnten Bier bei Baustellen dieser seinem Architekturbüro Neumann + Partner sind auch Jabornegg Dimen­sion nicht immer gegeben. Mehr als 300 Millionen Euro & Palffy Architekten, RLP Rüdiger Lainer + Partner und Behnisch sind für 25.000 m² Baugrund und die Errichtung von insgesamt Architekten für jeweils einen Bauabschnitt tätig. „Durch unter130.000 m² Bruttogeschoßfläche budgetiert. Etwa zwei Drittel schiedliche Kreative bekommt die angestrebte Vielfalt die notentfallen auf Büro- und Geschäftsflächen. wendige Authentizität“, erklärt Karl Bier die eher ungewöhnliche Ebenso gewaltig wie die Investitionssumme sind die städteBeschäftigung von mehreren Architekturbüros bei einem Projekt. baulichen Impulse. Der alte Südbahnhof hat wie eine Barriere in Es gibt aber auch Verbindendes – so soll eine Arkade, die sich der Stadt gewirkt – mit dem neuen Stadtteil wird jetzt e ­ rstmals über alle Gebäude erstreckt, das Projektbild definieren. eine Verbindung ­zwischen den angrenzenden Bezirken Wieden, Als eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas Favoriten und Landstraße geschaffen. steht das QBC zukunftsweisend für einen ganzheitlichen Prozess, in dem auch gesellschaftliche Aspekte Berücksichtigung finden. Arbeiten, Wohnen und Verweilen Denn Nachhaltigkeit und Energieeffizienz spielen bei dem innoDas QBC soll ein lebendiger Stadtteil werden. Damit die Entwickvativen Konzept eine wichtige Rolle: Die Häuser werden nach den lung nicht das Schicksal eines Büroviertels erleidet und deshalb Krite­rien der ÖGNI für Blue Buildings nach LEED errichtet. ◆ auch nach ­Geschäftsschluss ordentlich floriert, werden in beleb-


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WeltMeister Österreich Möbel und Design

Es wird weiter aufgemöbelt Möbel made in Austria stehen international für exklusives Design, ­traditionelle Handwerkskunst und hochwertige Qualität hoch im Kurs.

Im Inland liegt der Marktanteil heimischer Möbel derzeit bei knapp 40 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland kommen laut VDM (Verband der Deutschen Möbelindustrie) fast zwei von drei im eigenen Land verkauften Möbeln aus dem Ausland. Vor allem die Importe aus Asien und Osteuropa belegen, dass niedrige Preise auch in Österreich zunehmend Kaufanreize schaffen. „Ein Grund mehr, die Stärken der mittelständischen Betriebe, wie individuelle Leistungen, Design, Funktionen und Technologie, ­ aber auch ökologische und soziale Nachhaltigkeit transparenter zu machen“, unterstreicht Emprechtinger.

Foto: Team7

Allein mit den Ausfuhren erwirtschaftete die Österreichische Möbelindustrie im vergangenen Jahr 829,5 Mio. Euro. Das entspricht einem Exportplus von knapp fünf Prozent. Auf Importseite bilanzierte der Verband der Österreichischen Möbelindustrie einen Zuwachs von 0,7 % auf 1,69 Mrd. Euro. „Unter dem Strich gelang es der heimischen Branche, den Produktionsrückgang der letzten Jahre auf unter 1 % zu stabilisieren. Mit einem Gesamtergebnis von 1,84 Mrd. Euro ist die Möbelindustrie in Österreich bestens aufgestellt und setzt positive Signale“, erklärt Georg Emprechtinger, Vorsitzender des Verbandes. Und gibt eine klare Marschrichtung vor: „Zukünftig wollen wir den Export auf ein noch höheres Niveau pushen.“ Die Bilanzen aus dem letzten Jahr spiegeln die Potenziale ­wider: So stiegen die Ausfuhren nach Deutschland (+3,8 %), in die Schweiz (+4,7 %), nach ­Polen (+9,1 %) und Italien (+13,1 %) messbar an. Parallel dazu verdreifachten sich die Lieferungen nach Por­ tugal, verdoppelten sich nach Griechenland und die Spanier kauften fast ein Viertel mehr Einrichtungsgegenstände aus Österreich als im Jahr davor. Auch in Amerika, vorrangig in USA und Kanada, setzten die Österreicher rund 40 Prozent mehr Möbel ab.

Weiter auf Expansionskurs Ein Blick auf das erste Quartal 2016 zeigt: Die Möbelindustrie aus Austria hält den Wachstumskurs. „Die Entwicklung der Auftragslage sowie der Exportbestände hat sich gegenüber dem Jahresende nochmals verbessert, die Auslastung der Produktionskapazitäten ist ebenfalls gestiegen. Darüber hinaus rechnen die Unternehmen mit einer Zunahme der Beschäf­ tigung“, bestätigt Emprech­ tinger. Damit die einzelnen Betriebe ihre Marktchancen effektiver nutzen können, feilen die Österreichische Möbelindustrie und die Europäische Möbelindustrie


Foto: Laura Fantacuzzi & Maxime Galati-Fourcade

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(EFIC) außerdem permanent an wichtigen Rahmenbedingungen für den Handel im europäischen Markt. So unterstützt z. B. EFIC die Initiative „Compulsory E1“ der European Panel Federation (EPF). Denn das hohe Qualitätsniveau der österreichischen Möbel ist für die heimischen Her­steller ein Türöffner zum Weltmarkt. Wohngesunde Materialien Die Firma ADA mit Stammwerk in Anger beispielsweise brilliert seit Kurzem mit der nachhaltigen Möbelkollektion Terra, bestehend aus mehreren Polstergarnituren und Betten. Entworfen in Zusammenarbeit mit österreichischen Designern, versprühen die Modelle mit ihren großzügigen massiven Sichtholzelementen Harmonie und Gemütlichkeit im Wohnraum. Passend zum Trend zu offenen Wohnbereichen präsentiert ADA auch moderne Essgruppen mit abgestimmten Sitzgarnituren aus dem Werk in ­Körmend. Dem Trend zu wohngesunden Materialien begegnet auch Joka: Das Unternehmen für Wohn- und Schlafsysteme besticht u. a. mit der Premiummarke ProNatura, die für innovatives und gesundes Schlafen steht. Alle verwendeten Materialien kommen zu 100 % aus der Natur und werden so verarbeitet, dass sie ergonomische und ästhetische Maßstäbe setzen. Das Angebot reicht von ergonomischen Natur-Schlafsystemen, Naturmatratzen, Lattenrosten und Toppern über Bettwaren bis hin zu Betten, wie dem Zirbenbett oder dem Modell „Woodspring“ von ProNatura, einem Boxspringbett mit Holzrahmen, ergonomi­ schem Natur-Schlafsystem, einer Aufpolsterung aus Schafschurwolle und den wählbaren Bezugsstoffen Flachgewebe, Leinen und Loden in vielen Farbtönen. Bereits drei Entwürfe des Naturholzspezialisten Team 7 wurden mit dem Iconic Award ausgezeichnet – darunter das ­ Multi­talent sol von Designer Sebastian Desch, das den Trend der Flexibilität virtuos aufgreift. Ob als Schreibtisch, Konsole oder eleganter Frisiertisch: sol passt sich den Menschen und Räumen flexibel an. Zwei ineinander laufende, ausziehbare Schalen – die eine aus Naturholz, die andere mit Leder bezogen – bilden die smarte Grundidee. Aus ihr leiten sich drei individuelle Varianten ab. Hängend in beliebiger Höhe, von zwei Beinen gestützt, vierfüßig oder sogar frei im Raum stehend, sprüht sol geradezu vor Einsatzfreude. Bei Wittmann verbindet der neue Entwurf des Designers Marco Dessí höchsten Sitzkomfort mit intelligentem Design, das durch den dezenten Einsatz moderner Elemente besticht: Die

Weltmeisterliches Design in Mailand Jedes Jahr Mitte April wird Mailand während des „Salone Del Mobile“ zum internationalen Hotspot des Möbeldesigns. Die Österreichische Möbelindustrie war wieder dabei, als Tausende Designbegeisterte auf der Suche nach Inspiration und neuen Trends vom 14. bis zum 17. 4. 2016 in die italienische Metropole pilgerten. Unter den Ausstellern auf der Messe und der EuroCucina waren z. B. TEAM 7, Wittmann und ADA mit Rosenthal vertreten. Gebündelte Aufmerksamkeit erhielt Österreichs Designkompetenz in Mailand mit der Ausstellung „Back Ahead – New Austrian Design Perspectives“ in der Villa Necchi Campiglio, die unter dem Motto „Ohne Herkunft keine Zukunft“ gestaltet wurde. Kurator war der in London lebende Tiroler Designer Georg Oehler. Unter den Exponaten fanden sich Ausstellungsstücke der Mitgliedsunternehmen der österreichischen Möbelindustrie BRAUN Lockenhaus, Conform Badmöbel, Haapo 1910, Neudoerfler Office Systems, TEAM 7, VITEO und Wiesner-Hager.

Formensprache ist weich und abgerundet, dabei formal mit ­klaren Kanten, der spannende Materialmix aus Holz, Stoff, Stein, Glas und Leder nimmt den Trend Marmor genauso auf wie die Ansprüche an flexible Ablageflächen und integrierte Fächer, die bei Bedarf mit elektronischen Anschlüssen versehen werden können. Eine weitere Neuheit ist ein Fauteuil aus der Serie Mono mit dem passenden Sofa in zwei Breiten. Der Hochlehner ist flexibel einsetzbar und macht sich auch in Lobbys bestens. Dies gilt ­genauso für Oyster II, die von Jörg Boner überarbeitete Variante des German Design Award-Gewinners vom letzten Jahr. In zeitgemäßem und unverwechselbarem Design kommuniziert der kompakte Sessel deutlich die handwerkliche Tradition und ­Qualität von Wittmann. ◆


WeltMeister Österreich Office of the Future

Das erste 3-D-Büro der Welt Der Büromöbelexperte Bene hat auf Einladung von Dubai Government das erste Bürogebäude der Welt im 3-D Druckverfahren mit innovativen Möbeln und einem zukunftsorientierten Innovationsraum ausgestattet.

Für die Arbeitswelt von morgen Vor 50 Partnern und Gästen, darunter Mohammed Al Gergawi, Als Partner für die Innenausstattung des ambitionierten GebäuMinister für Kabinettangelegenheiten und Vorsitzender des VAEdes konnte Bene mit einem innovativen Konzept überzeugen, das Nationalkomitees für Innovation, sowie Saif Al Aleeli, Geschäftszielgenau den Anforderungen der Auftraggeber entsprochen hat, führer der Dubai Future Foundation, wurde im Juni 2016 in Dubai zukunftsorientiert ist und innovatives Arbeiten fördert. Hier köndas erste Bürogebäude der Welt, das im 3-D Druckverfahren nen kreative Köpfe ihre Ideen entwickeln und umsetzen – ausgeentstand, glanzvoll eröffnet. Für die Innenausstattung des „Office stattet mit einer hochintelligenten, interaktiven Medienwand, der of the Future“ zeichnete Bene verantwortlich – der internatio­nale IDEA WALL, sowie Settings aus den Designlinien PARCS und Büromöbelexperte stattete das Gebäude mit innovativen Möbeln TIMBA, die den nötigen Raum für Austausch, Diskussion und und dem Bene IDEA LAB aus. Rückzug schaffen, ermöglicht der Workshopraum IDEA LAB mit Das „Office of the Future“ ist das erste große Projekt der Dubai intelligenter Medientechnologie ungestörtes kreatives Arbeiten Future Foundation, einer Regierungsinitiative, die es sich zum in Form von Brainstormings, Präsentationen oder konzentrierter Ziel gesetzt hat, wegweisende, innovative Projekte und PartnerEinzelarbeit. schaften voranzutreiben. Das Projekt ist Teil einer umfassenden Die ausgestatteten Räumlichkeiten dienen während des Baus Strategie, die innovative Lösungen auf die Herausforderungen des „Museum of the Future“ des 21. Jahrhunderts vorstellt als temporäre Büros für das und die Zukunft von Immo­bi­ Team der Dubai Future Founlien, Bau und Design in den dation. Bene stellte daher Mittelpunkt seiner Forauch Teamarbeit und Kommuschungsaktivitäten setzt. „Vor nikation in den Mittelpunkt nicht allzu langer Zeit war der seines Bürokonzepts. Außer3-D Druck nicht mehr als ein dem bietet das Gebäude Traum“, erklärt Mohammed Al Raum für Ausstellungen und Gergawi. „Vor nicht allzu lanEvents. ger Zeit war der 3-D Druck nicht mehr als ein Traum. Jetzt Inspirierende Bürowird dieser Traum wahr. Mit und Arbeits­welten dem weltweit ersten 3-D Büro „Bene konnte bei diesem und einem fortschrittlichen, spannenden Projekt mit seivoll funktionstüchtigem 3-D ner großen Innovationskraft Bauwerk werden wir einen punkten und im Innenraum neuen Meilenstein im Bau- und Glanzvolle Eröffnung des ersten Bürogebäudes der Welt, das im 3-D-Druckverfahren wesentliche, gestalterische realisiert wurde. Immobilienwesen erreichen.“


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Das erste 3-D-Büro der Welt in Dubai – die Innenausstattung stammt von Bene.

Fotos: Bene

„Wir sehen dieses Projekt als einen Referenzpunkt in der Entwicklung der 3-D Technologie, die für Regierungen, aber auch internationale Forschungs- und Entwicklungszentren große Bedeutung haben wird. Wir dokumentieren unsere Erfahrungen mit dem 3-D Druck im Laufe des Projekts und wollen auf diesen Erfahrungen aufbauen, um die Technologie weiterzuentwickeln.” Natürlich nützt auch Bene das „Office of the Future“ als Plattform, um Architekten, Designern und Kunden in der Golfregion Einblicke in aktuelle Trends im Büro zu vermitteln. Zudem sind regelmäßige Veranstaltungen zum Wissenstransfer geplant. ◆

Akzente setzen“, freut sich Geschäftsführer Michael Fried über die hohe Wertschätzung vonseiten der Regierung in Dubai. „Mit unserem Beitrag zu dem „Office of the Future“ hat sich Bene einmal mehr als internationaler Anbieter von inspirierenden Büround Arbeitswelten positioniert und unter Beweis gestellt, dass Investitionen in zukunftsorientierte, innovative Arbeitswelten einen entscheidenden Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen haben können.“ Als weltweit erstes im 3-D Druck entstandenes Gebäude ist das „Office of the Future“ voll funktionstüchtig und mit Elektrizität, Wasser, Telekommunikation und Klimaanlage ausgestattet. Gedruckt wurde das Modell in einem Zeitraum von nur 17 Tagen mit einem Printer im Ausmaß von 6 Metern Höhe und 45 Metern Länge. Scheich Mohammed Bin Rashid al Maktoum, Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate:

WeltMeisterlich inspirierende Büros Bene definiert Büro als Lebensraum und setzt dies mit Konzepten, Produkten und Dienstleistungen überzeugend um. Die global tätige Bene-Gruppe hat Hauptsitz und Produktion in Waidhofen an der Ybbs – Entwicklung, Design und ­Produktion sowie Beratung und Verkauf sind damit unter einem österreichischen Dach vereint. Als wesentlicher Marktteilnehmer in Europa steht Bene für innovative Konzepte, inspirierende Büros sowie hohe Design­qualität und entwickelt und produziert maßgeschneiderte Lösungen für alle Unternehmensgrößen – von Ein­ personenunternehmen über KMUs bis hin zu weltweit agierenden Konzernen. www.bene.com


WeltMeister Österreich Smarte Region

Intelligente Spezialisierung Ob Mechatronikstandort, Kunststoffstandort oder Internationalisierung − viele heute erfolgreiche Initiativen in der oö. Wirtschafts- und ­Forschungspolitik haben ihren Anfang als Idee in einem strategischen Programm genommen.

det, es folgten – inklusive der Oberösterreich setzt seit 1998 auf Netzwerke – elf weitere mit dem strategische Wirtschafts- und ForIT-Cluster im Jahr 2013 als jüngsschungspolitik. Aktuell läuft betem. Jetzt steht man mitten in reits das vierte Programm “Innoeinem Wandel hin zu branchen­ vatives OÖ 2020“, das noch stärund damit clusterübergreifenden ker auf den Grundsätzen der Initiativen: Oberösterreich hat sich Intelligenten Spezialisierung aufhier mit den Themen Connected baut und die Aktionsfelder IndusMobility, Leichtbau, Smart Plastrielle Produktionsprozesse, Mobitics, Generative Fertigung oder lität/Logistik, Gesundheit/alternde Gesellschaft, Lebensmittel/Ernäh- Werner Pamminger (GF Business Upper Austria), Angelika Sery-Froschauer Medtech meets IT zukunftsfähig (Vize­präs. WKOÖ), Dominique Foray (Eidgenössische Technische Hochschule positioniert. Hinzu kommt die Digirung und Energie abdeckt. Lausanne), Wirtschafts-Landesrat Michael Strugl, Axel Greiner, Präs. IV OÖ (v. l.) talisierung: IT ist eine SchlüsselIm Zuge des Strategischen Protechnologie für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes. grammes wurden im Bereich Wirtschaft 2015 rund 1.500 Projekte Auch hier hat Oberösterreich als traditionell starker Produktionsmit einem Gesamtvolumen von mehr als 360 Mio. Euro in Umsetstandort früh auf das Thema Smart Production gesetzt und kann zung gebracht. Dazu zählt die Plattform Industrie 4.0 genauso wie seine Stärken im Bereich Maschinenbau, Mechatronik nutzen, um der Ausbau des MedTech-Standortes OÖ, flächendeckende Wirtaus dem Transforma­tions­prozess gestärkt hervorzugehen. schaftsparks, ein Fördercall zum Thema Smarte Mobilität, die oö. Vor allem für die Investitionsgüter-Branche bergen innovative Gründerstrategie oder die Leitinitiative Service Innovation. Ziel Dienstleistungen ein enormes Potenzial: Untersuchungen zeigen, all dieser Maßnahmen: Oberösterreich durch Technologieführerdass Services künftig ein Drittel des Geschäfts und mehr aus­ schaft zu einer führenden Industrieregion Europas machen. Die machen werden. Das Programm „Innovatives Oberösterreich Bündelung der Kräfte in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und 2020“ setzt im Rahmen seiner Kernstrategien auf neue Produk­ Forschung im Sinn der intelligenten Spezialisierung schafft einen tions­systeme in Verbindung mit neuen wissensbasierten Dienststrategischen Wettbewerbsvorteil, der Oberösterreich von andeleistungen. ren Regionen abhebt. Vernetzung und Digitalisierung von Firmen und Regionen Das Beispiel der Cluster-Politik zeigt die langfristige Entwicklung in Bezug auf die wirtschaftlichen Stärkefelder Oberösterreichs auf: Als erster Cluster wurde 1998 der Automobil-Cluster gegrün-

Mehr Innovationsleistung durch stärkere Schwerpunktbildung Die regionale Innovationsfähigkeit Oberösterreichs ist hervor­ ragend: Es gibt zahlreiche Instrumente, mit denen Unternehmen bei ihren Innovationsbemühungen unterstützt werden – etwa


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Technologiekompetenz als Zukunftsfaktor: Die smarte Region Oberösterreich setzt auf Intelligente Spezialisierung.

Fotos: Land OÖ/Kauder

Cluster und andere Innovationsnetzwerke. Die regionale Wirtschaft ist außerdem durch einen hohen Anteil von forschenden Unternehmen gekennzeichnet, was sich z.  B. in einer hohen Patent­ rate widerspiegelt. Dazu gehören Produktionstechnolo­ gien, Lebensmittel, erneuerbare Energie und der AutomotiveSektor ebenso wie industrienahe Dienstleistungen. „Räumliche Konzentration und das Erreichen kritischer Größen sind Schlüsselfaktoren für Innovationsleistung einer Region“, sagt Prof. Dominique Foray von der Technischen Hochschule Lausanne, der als Mastermind hinter der S3-Strategie der EU gilt. An dieser Stelle zeigt sich, warum Oberösterreich seine Innovations-Performance mit der S3-Strategie steigern kann. „Der Schlüssel liegt in der noch stärkeren Spezialisierung und Konzentration auf einige Stärkefelder. Damit wird in diesen Bereichen die mindestens erforderliche Größe und eine Verdichtung des Know-hows für ein entsprechend effizientes Funktionieren von Netzwerken erreicht.“ Hier bietet sich aus Sicht des Experten vor allem das Thema Industrielle Produktionsprozesse an. Beim S3-Konzept steht intelligente Spezialisierung für die Ermittlung der Alleinstellungsmerkmale und Stärken eines Landes oder einer Region, die Nutzung von Wettbewerbsvorteilen und die Mobilisierung regionaler Akteure und Ressourcen für eine an Exzellenz orientierte Zukunftsstrategie. Als Politikkonzept wird intelligente Spezialisierung von der EU im Rahmen der Kohäsionspolitik als „Research and Innovation Smart Specialisation Strategy“ (RIS3) eingesetzt. „Der internationale Standortwett­ bewerb wird immer härter und es werden sich jene Regionen durchsetzen, die klare Strategien haben und diese konsequent umsetzen. Unser Bundesland macht das nunmehr seit Jahren vorbildlich“, ist WKOÖ-Vizepräsidentin Angelika Sery-Froschauer vom Erfolg der oö. Standortstrategien überzeugt. Das Thema „KMU“ hat im strategischen Programm einen hohen Stellenwert und zieht sich durch alle Aktionsfelder. Auch die Unterstützung von Gründern und Jungunternehmern ist eine der zentralen Maßnahmen, die in allen Aktionsfeldern aufscheint. Internationalisierung und industrielle Marktführerschaft „Die Internationalisierung ist eine der zentralen Kernstrategien“ betont Sery-Froschauer. Die WKO setzt hier gemeinsam mit dem Land Oberösterreich mit dem Export Center weitere Impulse: Mit

der verstärkten Konzentration auf Zukunftsmärkte soll das Export- und Internationalisierungspotenzial der heimischen Wirtschaft noch weiter genutzt werden. Konkret soll die Zahl der oö. Exporteure bis Ende 2020 (von derzeit 9.000) auf 12.000 und die Warenexportquote von 57 auf 65 % (des oö. BIP) gesteigert werden. Dabei kommt den Übersee-Exporten große Bedeutung zu, die von aktuell 20 auf 25 % steigen sollen. Vorbildlich sind die Initiativen im Bereich von „Industrie 4.0“, wobei hier z. B. der Leichtbau – vielfach in Kooperation mit der Leichtbauplattform A2LT (Austrian Advanced Lightweight Technology) – besonders forciert wird. Bei dieser Zukunftstechnologie verfügt Oberösterreich über eine materialübergreifende Kompetenz sowie Stärken in wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Hinsicht. Die internationalen Erfolge der oberösterreichischen Betriebe beruhen auf innovativen Produkten und Dienstleistungen. Viele dieser Unternehmen sind „hidden champions“ bzw. Marktführer in speziellen Nischen. Diese Stärken müssen weiter gestärkt werden, wobei es neben der technologischen Entwicklung vor allem um die Weiterentwicklung und die Erarbeitung neuer Geschäftsmodelle geht. „Wir müssen die Infrastruktur den künftigen Anforderungen anpassen, unser Bildungssystem verbessern und vor allem die Forschung intensivieren“, fordert auch der Präsident der Industriellenvereinigung OÖ, Axel Greiner. „Dazu brauchen wir einen Ausbau der Forschungseinrichtungen, der Universitäts- und Fachhochschulinfrastruktur sowie eine Forcierung der Technik­ ausbildung.“ Alle diese Maßnahmen müssten einem Ziel dienen: dem Ausbau der Technologiekompetenz entlang der Wertschöpfungsketten und somit der in den oberösterreichischen Stärke­ feldern angesiedelten Leitbetriebe.  ◆


WeltMeister Österreich

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Permanente Innovation stärkt den weltmeisterlichen Standort Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) steigert mit zahlreichen nachhaltigen Aktivitäten die Markteintritts­ chancen österreichischer Unternehmen rund um den Globus. Von „vernetzten Fabriken“ über „automatisiertes Fahren“ bis hin zur Clustertextur „Silicon Austria“ stehen exportfähige und damit globale ­Innovationen im Mittelpunkt. über dem EU-Durchschnitt. Dieser aktuelle EU-Vergleich zeigt Innovationen sind sowohl für den wirtschaftlichen Erfolg von u.  a. auch, dass die Maßnahmen in der Forschungsförderung imUnternehmen als auch für eine positive Beschäftigungsentwickmer besser greifen. Einer der ausschlaggebenden Faktoren für lung wichtig. Eine von Infrastrukturministerium (bmvit) und die bessere Platzierung Österreichs ist die ansteigende ForArbeiter­ kammer Wien in Auftrag gegebene Studie des Wirtschungsquote, die 2015 erstmals über drei Prozent (3,01%) lag schaftsforschungsinstitutes WIFO zeigt, dass innovative Unterund Prognosen zufolge auch 2016 weiter anwachsen wird. Auch nehmen im Schnitt um rund 2,5 % stärker wachsen als Betriebe, bei den Ausgaben des privaten Sektors für Forschung und Entdie nicht in Forschung und Entwicklung investieren. Im globalen wicklung konnte sich Österreich in den vergangenen Jahren Wettbewerb kann Österreichs Wirtschaft und Industrie nur durch stetig verbessern und liegt inzwischen in dieser Einzelwertung Qualität, technologischen Vorsprung und innovative Produkte an vierter Stelle aller EU-Mitgliedsstaaten. Mit Rang sechs wird bestehen, ist die Folgerung des bmvit. Die WIFO-Studie wurde auch die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, wie Ende Juli 2016 präsentiert; sie untersuchte – erstmals für Österetwa gemeinsame Forschungsprojekte oder Ko-Publikationen, als reich –, wie sich Innovation und technischer Fortschritt auswirsehr erfolgreich beurteilt. Zudem liegt Österreich auch bei den ken. „Innovierende Unternehmen bauen ihre Belegschaft stärker geistigen Vermögenswerten aus als vergleichbare andere wie den Patentanmeldungen an Unternehmen – das weist auf EU-Spitzenreiter bei Investitionen in die Schiene fünfter Stelle. die positive Wirkung von InnoÖsterreich liegt im Bahnausbau an der Spitze der Mitgliedsvationen auf die Wettbewerbsstaaten in der Europäischen Union (EU). Mit Pro-Kopf-InvesIndustrie 4.0 „wächst“ weiter fähigkeit hin“, sagt Studien-Kotitionen in Höhe von 192 Euro im Jahr 2015 führt Österreich Die Plattform „Industrie 4.0“, autor Helmut Mahringer. diesen Vergleich vor Schweden (177 Euro pro Kopf) und die von der Industrie, den ArIm neuesten InnovationsanDänemark (162) an. beitnehmervertretern und dem zeiger der Europäischen Union, Mit dem Ausbau einer leistungsstarken Schieneninfrastrukbmvit im Sommer 2015 aus der dem „European Innovation tur wird die österreichische Industrie mit den wirtschaft­ Taufe gehoben wurde, wächst Scoreboard“, hat Österreich lichen Zentren Europas verbunden. Das bmvit nimmt jährkräftig. Inzwischen hat sie 28 ­einen Platz aufgeholt und befinlich rund zwei Milliarden Euro für den Ausbau der Schiene Mitglieder, davon je drei Univerdet sich per Juli 2016 auf dem in die Hand und schafft und sichert damit rund 40.000 sitäten und Fachhochschulen. 10. Rang aller EU-MitgliedsstaaArbeits­plätze in Österreich. Ein Pilotprojekt in Wien-Aspern ten – noch vor Frankreich und


Foto: medianet-Archiv

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läuft bereits, drei weitere sollen im Herbst 2016 folgen. Roland Sommer, Managing Director der Plattform, sieht Österreich industriell gut für die „digitale Fabrik“, wie Industrie 4.0 auch bezeichnet wird, aufgestellt. Derzeit tagen neun Arbeitsgruppen, angefangen von Normungsfragen bis hin zu den arbeitsrechtlichen Herausforderungen beim vernetzten Arbeiten. In der Fabrik der Zukunft lernen die Maschinen aus Fehlern, definieren die Produktion „just in time“ neu und geben Neuentwicklungen ein gänzlich anderes Gesicht, nämlich ein digitales – so etwa beim steirischen Antriebshersteller AVL List, bei dem Prototypen für neue Motoren nicht aus Aluminium, sondern aus Bits und Bytes sind und der Auftraggeber statt einer Kiste mit Motor ein Datenpaket bekommt. Beim Wiener Waschmitterhersteller Henkel (siehe auch S. 26 ff.) wiederum sorgt eine volldigitalisierte Versorgungskette dafür, dass die Produktherstellung innerhalb von 24 Stunden umgestellt werden kann, wobei die Etiketten für die neuen Waren erst eine Stunde vor Auslieferung ins Werk kommen. Bis 2030 soll die Effizienz der Produktion dank Industrie 4.0 verdreifacht werden. Beim Chiphersteller Infineon in Villach arbeiten bereits Menschen und Roboter Hand in Hand: Im „Pilotraum Industrie 4.0“ findet die Ionenimplantation selbststeuernd statt. Alle Produkte sind mit RFID-Chips ausgerüstet, sodass sie jederzeit in der Halle lokalisiert werden können und die Maschine weiß, welcher Fertigungsschritt bei welchem Produkt gerade an der Reihe ist. Der Hörgerätehersteller Neuroth setzt auf 3D-Druck statt Handfertigung: As Vorlage dient der zuvor von einem Hörgeräte-

Das bmvit hat gemeinsam mit IV und weiteren Partnern den „Aktionsplan Automatisiertes Fahren“ auf den Weg gebracht und wird in Technologieentwicklung und Labor­strecken investieren.

akustiker angefertigte digitale Ohrabdruck des Kunden, der per Laser eingescannt, digital nachbearbeitet, ausgedruckt und manuell nachbearbeitet wird. Durch die dann vorhandenen Daten lassen sich weitere Ohrstücke einfach reproduzieren. Und im Bioprozesslabor von Siemens in Wien werden sämtliche Abläufe einer Prozessanlage simuliert, um personalisierte Medizin herzustellen. Dadurch sollen die Nebenwirkungen von Medikamenten minimiert werden. Der IT-Spezialist Tieto und die TU Wien haben das Projekt „kognitive Intelligenz und Social Networks“ gestartet, das zum Beispiel Meldungen nach ihrer Wichtigkeit reihen soll, was bei der zu erwarteten Datenflut in der „vernetzten Fabrik“ eine große Herausforderung ist. Weltmeisterliches Trendland beim automatisieren Fahren Wird über die Zukunft der Mobilität gesprochen, rückt unweigerlich das automatisierte Fahren in den Mittelpunkt. Effizienzgewinne, Staureduktion, Lärm- und Abgasemissionseinsparungen und erhöhte Verkehrssicherheit – das sind einige Vorteile, die automatisierte Mobilität verspricht. Österreichs Expertise in der teilautomatisierten Produktion, der Robotik, der Bildverarbeitung und Sensorik ebenso wie im IT-Feld der künstlichen Intelligenz ist ausgezeichnet und international anerkannt. Diese Kompetenzen legen die Basis für automatisiertes Fahren und werden daher auch im Automotive-Bereich ausgebaut. Die Automatisierung kann die Effizienz, Sicherheit und Umweltverträglichkeit des Verkehrs steigern und wird sich langfristig auch auf die


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Automatisiertes Fahren wird in Zukunft Sicherheit und Effizienz wesentlich steigern – Österreichs Expertise in diesem Bereich ist international anerkannt und mannig­faltig exporttauglich.

künftige Stadtplanung, Siedlungsmuster und das Mobilitätsverhalten auswirken. Testregionen können Österreich an die Innovationsspitze bringen und bieten Chancen für Effizienz, Verkehrssicherheit und Wertschöpfung; schon jetzt beliefern heimische innovative Unternehmen und Weltmarktführer von Österreich aus die ganze Welt. Generell kann „Automatisiertes Fahren“ in Österreich von einem im internationalen Kontext herausragenden Alleinstellungsmerkmal profitieren: Insbesondere die digitale Infrastruktur am hochrangigen Netz der ASFINAG gilt als ein klarer USP für die Beteiligung der Automotive-Industrie an einer österreichi-

schen Teststrecke bzw. Testumgebung. In den nächsten zwei bis drei Jahren liegt daher das Hauptaugenmerk bei der Einführung automatisierten Fahrens in der zentralen Organisation und strukturierten Abwicklung der Testfahrten unter Beteiligung der zuständigen Straßenerhalter. Damit kann der Automotive-Industrie ein attraktives Angebot gemacht und gleichzeitig Österreichs internationaler USP weiterentwickelt werden. Bestehende Teststrecken und Pilotanwendungen werden für Anwendungsszenarien des automatisierten Fahrens genutzt. Infrastrukturseitige Test- und Validierungsstrukturen werden etabliert und Teststrecken mit Sensorik ergänzt. In den Folge­ jahren soll ein entsprechendes Testservice/-management für diese Teststrecke(n) eingeführt werden. Die Automobilindustrie hat eine Implementierung von C-ITS Komponenten in Serienfahrzeugen mit 2019 angekündigt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt soll eine Neubewertung des weiteren Deployments und der erforderlichen Aktivitäten erfolgen. Hierbei geht es dann um das Rollout von Systemen und Komponenten für derzeitige Anforderungen (Day-1-Use Cases) wie auch um das Erkennen der zukünftigen Anforderungen, um Day-2-Dienste bis hin zum automatisierten Fahren unterstützen zu können. Somit

Im Herzen der EU: herausragende Infrastrukturprojekte Mit dem EU-Projekt „Connecting Europe Facility (CEF)“ werden Investitionen in wichtige Verkehrsinfrastrukturen ermöglicht und die Weiterentwicklung der europäischen Verkehrsnetze gefördert. Österreich konnte im Rahmen des aktuellen Projektaufrufs (MAP-Call 2015) Fördermittel für zahlreiche Infra­strukturprojekte lukrieren. So wurden vom CEF-Komitee in Brüssel im Juli 2016 rund 43 Millionen Euro für österreichische Projekte beschlossen, welche die hohen internationalen Ansprüche erfüllen und über die heimischen Grenzen hinaus wirken. Rund die Hälfte der Fördersumme wird von der EU für den weiteren Ausbau des einheitlichen europäischen Luftraumes (European Single Sky) bzw. für die dafür notwendigen „SESAR Cluster“ in Österreich zur Verfügung gestellt. Mit knapp 10 Millionen Euro wird das Projekt „C-Roads Austria“ unterstützt, mit dem die Vernetzung und die direkte Kommunikation

z­ wischen Fahrzeugen gefördert wird. Das Projekt ist Teil des europäischen Cooperative Intelligent Transport Systems ­(C-ITS), mit dem die Straßeninfrastruktur und insbesondere die Verkehrsleittechnik an die Anforderungen der Digitalisierung angepasst werden. Der Ausbau sicherer Stellplätze für Lastkraftwagen sowie eines LKW-Stellplatzinformationssystems entlang der euro­ ­ päischen Korridore durch Österreich wird mit etwa 3,6 Millionen gefördert, rund 1,4 Millionen Euro werden in den Ausbau des Rhein-Donau-Korridors investiert. Mit dieser Förderung werden die Planungen für eine zweite Anbindung des Güterterminals Wels in den Kernnetzkorridor finanziert. Durch den Bau einer zweiten Einbindung können die notwendigen Verschubarbeiten im Betrieb nachhaltig reduziert und damit die Abwicklungseffizienz an dieser Zugangsstelle zum Schienenkorridor deutlich gesteigert werden.


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ist das Rollout von C-ITS ein wichtiger Wegbereiter für spätere großflächige Testfahrten von automatisierten Fahrzeugen. Das bmvit stellt hier gemeinsam mit der ASFINAG und weiteren heimischen Akteuren bereits heute sicher, dass die implementierte Infrastruktur und entsprechende C-ITS-Dienste harmonisiert mit den Nachbarländern angeboten werden (u.a. durch den C-ITS Korridor NL-DE-AT). Dadurch wird die österreichische Infrastruktur für die gesamte europäische Automobilindustrie als Testregion interessant und das Wertschöpfungspotenzial für Österreichs Industrie gestärkt.

Foto: AIT

Das Austrian Institute of Technology (AIT) ist in der Top-Liga Europas angekommen.

temen engagiert, etwa in der Parkraumbewirtschaftung. So hat Kapsch in Los Angeles, Boston, San Francisco und weiteren USStädten ein System implementiert, das mithilfe von Sensoren im Boden den Fahrzeuglenkern freie straßenseitige Stellplätze in einer App anzeigt. Realisiert wurde dieses Projekt u.  a. mit dem US-Unternehmen Streetline, das von Kapsch übernommen wurde. Mit den Forschungsprogrammen „IKT der Zukunft“ und „Mobilität der Zukunft“ unterstützt das bmvit schon seit Jahren diese Entwicklungen und verfolgt eine klare Vision für die Einbettung neuer Technologien in das Gesamtverkehrssystem, abzulesen etwa am IVS-Aktionsplan, der C-ITS Strategie Österreich, dem Umsetzungsplan E-Mobilität sowie Projekten wie ECo-AT als Teil des C-ITS Euro Korridors Rotterdam–Frankfurt–Wien.

IKT und Mobilität der Zukunft Der Fokus auf digitale Infrastruktur wird in Zusammenarbeit mit den etablierten Testumgebungen bzw. -strecken stufenweise integriert. In enger Kooperation von Verkehrsinfrastruktur- und Telekom-Betreibern und Mitwirken von Forschungs- und Industriepartnern wird ein auf Implementierungs-Know-how spezialisiertes Kompetenz-Center für digitale Infrastrukturen etabliert, um sicherzustellen, dass die entsprechenden Kompetenzen hinsichtlich Planung, Finanzierung und Betrieb allen Betreibern von Straßenverkehrsinfrastrukturen in Österreich zur Verfügung stehen und auch den internationalen Kontext berücksichtigen. „Silicon Austria“ kommt Ein „weltmeisterliches“ österreichisches Unternehmen beim Von höchster Bedeutung für den Standort Österreich ist auch die automatisierten Fahren ist Kapsch TrafficCom. „In diesem BeInformationstechnologie – deshalb soll das Land ein IT-Zentrum reich ist Kapsch technologisch sehr gut aufgestellt“, sagt Konà la „Silicon Austria“ werden, in zernchef Georg Kapsch. Das audem intelligente Energienetze, Intomatisierte Kommunizieren der Breitband „läuft weiter“ dustrie 4.0 und Cybersecurity geeinzelnen Fahrzeuge untereinanpusht werden. der sowie der Fahrzeuge mit der Der im vorhergehenden „WeltMeister“-Buch beschrieIm Kontext der europäischen MiInfrastruktur sei auch eine Vorbene Breitbandausbau in Österreich (S. 114 f.) wird kroelektronikindustrie verfügt der stufe bzw. ein wesentlicher Befortgesetzt, die zweite Phase der Leerrohrförderung Industriestandort Österreich über standteil für künftige selbstfahwurde im Juni 2016 gestartet. Damit gibt das bmvit ein hoch entwickeltes Indus­ trie­ rende Fahrzeuge. „Autonomes den Gemeinden, die Bauarbeiten für Energie-, Wasserprofil – so sind hier drei Integrated Fahren ist mit Sicherheit ein oder Fernwärmeleitungen durchführen, die MöglichDevice Manufacturers (IDM) angeWachstumsfeld für Kapsch“, keit, dabei auch Breitbandinfrastruktur aufzubauen. siedelt (Infineon, Austriamicrosysmeint der Konzernchef. Für V2X-/ Konkret wird die Mitverlegung von zusätzlichen Rohtems, NXP), davon zwei mit lokalen C2C-Module könnte Kapsch bald ren (Leerrohren) gefördert, die später für BreitbandProduk­tionskapazitäten. Zudem finZulieferer für die Autoindustrie netze verwendet werden können. Mit der Leerrohrförden sich einige international führenwerden. „Es gibt auch schon derung wird der flächendeckende Breitbandausbau de Ausrüsterunternehmen, starke konkrete Gespräche dazu“, sagt kostengünstig vorangetrieben – in dieser AusschreiNischenplayer im Software- und Kapsch, dessen Unternehmen bungsrunde werden rund 60 Millionen Euro aus der Elektronikbereich, mehrere kleinere sich auch im Bereich von städtiBreitbandmilliarde zur Verfügung gestellt. bis mittelgroße Forschungszentren schen Verkehrsleit- und Mautsys-


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Österreich ist EU-Spitzenreiter bei Schieneninvesti­ tionen und kann weltmeisterliche Bahntechnologie exportieren.

genen Jahren als international anerkannte Forschungseinrichtung etabliert, womit deutlich gezeigt wird, dass die angewandte Forschung in Österreich immer mehr an Bedeutung gewinnt. Seit 2008 konnten die Umsätze aus der Auftragsforschung um knapp 50 Prozent gesteigert werden. 2015 konnten überdurchschnittlich viele Projekte in der strategisch vorangetriebenen kofinanzierten Forschung abgeschlossen werden. Der strategische Anspruch des AIT als Research and Technound Clusterorganisationen sowie einige spezialisierte Universilogy Organisation (RTO) in der europäischen Top-Liga basiert auf tätsinstitute. Komplettiert wird dieses Bild durch starke einer entsprechend großen Forschungsinfrastruktur, wobei es Anwenderindus­trien (vor allem im Automotive-, Aeronautik- und insbesondere die Laborinfrastrukturen sind, die dem europaweiRail-Bereich), wodurch eine vertikale Integration innovativer miten Vergleich mit den Besten standhalten. „Dementsprechend kroelektronischer Lösungen in hochentwickelte Wertschöpfungstätigen wir sehr große Investitionen von mehr als 12 Mio. Euro, ketten unterstützt wird. wobei 6,5 Mio. in neue strategische Schwerpunkte und 6 Mio. in In den europäischen Großforschungsprogrammen ARTEMIS die notwendigen Upgrades der bestehenden Forschungsinfraund ENIAC, die vom bmvit stark unterstützt wurden, konnten in struktur fließen“, erklärt AIT-Geschäftsführer Anton Plimon. den vergangenen Jahren einige große internationale Leitprojekte Unter anderem wird das SmartEST-Lab aufgerüstet. Zusätzlich unter österreichischer Koordination bzw. Beteiligung realisiert zum bereits sehr gut ausgebauten AC (Wechselstrom-)Bereich werden. Das ECSEL-Austria-Netzwerk (Electronic Components investiert das AIT in ein neues Leistungsspektrum im DC (Gleichand Systems for European Leadership) im engeren Sinne umfasst strom-)Bereich, wodurch das Labor für die Aufgaben des nächsrund 40 Unternehmen mit etwa 13.000 Beschäftigten in Österten Jahrzehnts gerüstet ist. Durch einen Ausbau des thermischen reich bzw. 25.000 Beschäftigten weltweit. Der erwirtschaftete Energiebereiches mit einem LaUmsatz dieser Kernunternehmen bor für höhere Temperaturen, beträgt etwa 4,6 Mrd. Euro. Werbmvit unterstützt österreichische Technologie­ wird es dem AIT künftig möglich den die relevanten Wertschöpunternehmen beim Export sein, entsprechende Industrieanfungsketten der ECSEL-Austria c Türöffnerrolle des Ministeriums für die österreichische wendungen in der WärmepumZielgruppe mit einbezogen, dürfIndustrie pentechnologie zu bearbeiten. ten in Österreich zwischen 65.000 c Abkürzung der Akquisitionswege = erleichterter ZuAm Standort Ranshofen wird und 85.000 Beschäftigte im gang zu Entscheidungsträgern auf staatlicher Ebene für die Business Unit Light M ­ etals ­Bereich der Mikroelektronik, Em(zustän­dige Ministerien und Planungsbehörden) Technologies eine Kaltkammerbedded Systems und Smart Sysc Zugang zur bilateralen Projektliste und zu „GemeinsaDruckguss-Maschine angeschafft: tems Integration tätig sein und men Arbeitsgruppen“ = Möglichkeit zur offizialisierten Diese ermöglicht die Entwicklung der durch diese Unternehmen gePräsentation + offizielle Interventionsmöglichkeiten von komplexen hochwertigen nerierte Umsatz pro Jahr dürfte c Informationsplattform, vereinfachter Zugriff auf BetreiDruckgussteilen für Karosseriebei mehr als 15 Mrd. Euro liegen. ber-Know-how und Leichtbauanwendungen und c Entwicklung maßgeschneiderter Projektlösungen, die erreicht eine Schließkraft von AIT in europäischer Top-Liga bei Bedarf auch Ausbildungs- und Betreiber-Know1.200 Tonnen. Im Vergleich zur Das Austrian Institute of Technohow enthalten können bestehenden Anlage entspricht logy (AIT) hat sich in den vergan-


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Die „Instrumente“ des bmvit

dies einer Steigerung um den Faktor 4 und damit dem Zugang in das Geschäftsfeld „Strukturbauteile“. Weiters erforscht das AIT mit einem neuen Batteriemateriallabor den industriellen Herstellungsprozess in kleinerem Maßstab auf einer Pilotforschungsanlage zur Entwicklung der Batterie der Zukunft. Der Mikroelektronik-Forschungscluster Schon jetzt forschen steirische und Kärntner Elektronik-Unternehmen im Rahmen des vom bmvit mitinitiierten MikroelektronikClusters gemeinsam. Mit diesem Silicon Alps Cluster werden Synergien besser genützt und die internationale Wettbewerbs­ fähigkeit weiter erhöht. Die breite Unternehmerlandschaft im Bereich Mikroelektronik und Elektronik in Kärnten und der Steiermark und die hochspezialisierte Zulieferlandschaft wie etwa Reinraumtechnologie sind die beste Voraussetzung für die Entwicklung dieses Technologieclusters: Kaum ein Bereich des täglichen Lebens kommt ohne Produkte und Komponenten aus der Mikroelektronik-, Elektronikoder Mechatronikindustrie aus. Das wiederum ist ein starker Motor und auch eine Chance für die gesamte Zulieferbranche. Der Cluster dient auch als Plattform, der Zulieferbetrieben die Möglichkeit bietet, neue Kompetenzen aufzubauen – für viele ist das auch ein Sprungbrett für andere Branchen und Märkte. Partner des Silicon Alps Clusters in Villach sind die Industrieunternehmen Infineon, LAM, Ortner Group, AT&S, AVL, NXP und EPCOS sowie die Bundesländer Kärnten und Steiermark und deren Landesindustriellenvereinigungen, die Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) und die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG). „Freie Bahn“ für die Bahn Die Europäische Kommission hat gemeinsam mit der Bahnindustrie ein 920 Mio. Euro schweres Forschungsprogramm ins Leben gerufen, um die Bahnindustrie im Wettbewerb der Verkehrs­ träger einen großen Schritt voranzubringen. 21 Mio. Euro hat ein österreichisches Konsortium an Land gezogen, das vom Grazer Forschungszentrum „Virtual Vehicle“ koordiniert wird. In ihrem „Transport White Paper“ aus dem Jahr 2011 hat die Europäische Kommission die Ziele für 2030 und darüber hinaus festgehalten: Das Streckennetz für Hochgeschwindigkeitszüge soll verdreifacht, die zentralen Flughäfen mit einem High-SpeedBahnnetz verbunden, die Bahn das wichtigste Fracht-Transportmittel in Europa und die Anzahl von konventionell angetriebenen

Das bmvit fördert den internationalen Technologietransfer vor allem über zwei Wege: c Infrastrukturkooperationsabkommen: Verwaltungsübereinkommen auf bilateraler Ebene zwischen Österreich und einem Zielland zur gemeinsamen Identifizierung von Technologieprojekten und zur Beschleunigung ihrer Realisierung. c Infrastrukturtechnologieplattformen: sektorale Betriebs­ cluster im Eigentum von Banken mit Industrieunternehmen und Betreibern als Kooperationspartner. Im Kern Gesprächsforen zur gemeinsamen Bearbeitung von Projekten oder Ländern. Fahrzeugen halbiert werden. Über die europäische Bahn-Forschungs-Initiative „Shift2Rail“ will man schon in den kommenden sechs Jahren einiges weiterbringen: Erwartet werden Innova­ tionsschübe für die Bahnindustrie, eine erhebliche Reduzierung der Systemkosten des Schienenverkehrs sowie die Erhöhung der Kapazität des Bahnsystems. „Vor allem sollen neue Technologien entwickelt und schneller in innovative Produkte für den Schienenverkehr integriert werden“, erklärt Jost Bernasch, Geschäfts­ führer des Forschungszentrums „Virtual Vehicle“. 19 europäische Konsortien wurden letztlich in das Großprojekt, das die Europäische Kommission und die Bahnindustrie zu jeweils der Hälfte finanzieren, zur Teilnahme ausgewählt. Darunter auch zahlreiche Akteure aus Österreich: Das „Virtual Vehicle Austria Consortium plus“ (VVAC+) mit insgesamt 12 heimischen Unternehmen hat sich 21 Mio. Euro am Gesamtbudget gesichert. Die ÖBB sowie Kapsch CarrierCom sind an zwei weiteren „Shift2Rail“-Konsortien beteiligt. Zu den Partnern des VVAC+ gehören u.a. die AVL List Gmbh, die voestalpine Schienen und voestalpine VAE Gmbh, die Wiener Linien, das Forschungs­ zentrum AC2T in Wiener Neustadt und das Materials Center Leoben. Sämtliche Partner sind imstande „nicht nur Teillösungen, sondern Innovationen für das Gesamtsystem Bahn“ zu ent­ wickeln, betont Bernasch. So werde im VVAC+ an vielfältigen Themen geforscht werden, wie z.  B. an der Entwicklung der „wartungsfreien Weiche“. Konkretes Entwicklungsziel sei auch das Gewicht von Güterwagen zur optimalen Kapazitätsnutzung zu reduzieren, um eine bis zu zehnprozentige höhere Nutzlast zu ermöglichen. Gleichzeitig soll u. a. an neuen Brems- und Gleitschutzkonzepten geforscht werden, damit Waggons schwerer beladen und somit kostengünstiger eingesetzt werden können. Last but not least sollen verbesserte Gleisgeometrien, reduzierte Fahrgeräusche und Vibrationen dazu beitragen, dass die Reisequalität von Passagieren erhöht wird.


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Die Bestrebungen des bmvit

„Dauerbrenner“ Photovoltaik Im Auftrag des bmvit wurde die FH Technikum Wien gemeinsam mit dem AIT und der Joanneum Research beauftragt, die Auswirkungen der technologischen Entwicklungen der letzten Jahre auf eine mögliche Rolle der Photovoltaik für Österreich zu bewerten. In dieser Roadmap werden Photovoltaik-Anteile an der heimischen Stromversorgung bis 2030 von 15 und bis 2050 von 27 % für realisierbar gehalten. Derzeit verfügt Österreich über Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 1000 Megawatt und deckt damit knapp 2% seines Strombedarfs; im EU-28-Raum trägt die Photovoltaik aktuell etwa 4 % zur Stromaufbringung bei. „Die mögliche Rolle der Photovoltaik für Österreich muss nun vor allem aufgrund der Kostendegression der vergangenen Jahre komplett neu bewertet werden“, sagt Hubert Fechner, Leiter des Instituts für Erneuerbare Energie an der FH Technikum Wien. International wurde der mögliche Anteil an der globalen Stromversorgung bis 2050 kürzlich von „weniger als 2 %“ auf „16 bis 27 %“ hinaufgesetzt; Umfragen zeigen, dass sich keine andere Technologie zur Stromerzeugung so hoher gesellschaftlicher Akzeptanz erfreut wie die Solarstromnutzung. Verstärkte Gebäudeum- und -neubauten, die durch die EUGebäuderichtlinie mit der Forderung nach „Nearly Zero Energy Gebäuden“ ab 2020 zu erwarten sind, könnten der gebäudeintegrierten Photovoltaik zu einer Massenanwendung verhelfen. Die Integration der Solarmodule in Gebäudeoberflächen sollte Priorität haben, um die Flächenversiegelung so gering wie möglich zu halten. Diverse heimische Unternehmen beschäftigen sich in Kooperation mit F&E-Unternehmen – und vielfach unterstützt durch Forschungsprogramme des bmvit – mit der Entwicklung von Modulen und Systemen zur Gebäudeintegration; speziell auch technologische Lösungen zur Nutzung des dezentral erzeugten Stromes vor Ort in Kombination mit Wärmepumpen, Klimaanlagen, dezentralen Speichersystemen oder auch der Elektromobilität eröffnen Möglichkeiten für eine optimale ­ ­Integration ins Energiesystem. Allein auf Gebäuden gibt es bereits heute 230 km² an Fläche, die für Photovoltaik geeignet ist, für die Technologie-Roadmap-Ziele in 2050 wären etwa 170 km² davon erforderlich, wenn die Wirkungsgrade – wie zu erwarten ist – weiter steigen, sogar noch weniger. Andere Flächen (Verkehrs­infra­strukturen, landwirtschaftliche Doppelnutzung etc…) eröffnen überdies weitere Potenziale. Die Österreichische Photovoltaik-Technologie-Roadmap

So sehen die Ziele von internationalen Kooperationen aus, von denen österreichiche KMUs profitieren: c Austausch von Technologie zum beiderseitigen Vorteil c Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch den Einsatz von innovativen Technologien c Erhöhung der Wertschöpfung – dadurch können Arbeitsplätze gesichert und sogar geschaffen werden c Austausch von Know-how im technologischen Bereich, um gegenseitig von gemachten Erfahrungen profitieren zu können c Zusammenarbeit im Bereich von Ausbildung und Schulung, um den bestmöglichen Einsatz der Technologien zu bewirken. schafft eine gemeinsame Perspektive, um mögliche Entscheidungen auf den unterschiedlichen Ebenen in Forschung, Wirtschaft und Politik zu akkordieren. Werden die skizzierten Entwicklungspfade der Photovoltaik-Technologie-Roadmap Wirklichkeit, könnten dadurch bis 2030 etwa neun bis zehn Milliarden Euro an Umsatz allein in Österreich ausgelöst werden. Dazu kommt noch ein erhebliches Exportpotenzial, siehe dazu z. B. S. 40. Austro-Weltraumtechnik für die europäische Umwelt Das Innsbrucker Unternehmen GeoVille hat sich bei einer europaweiten Ausschreibung der Europäischen Umweltagentur zum Aufbau eines satellitenbasierten Umweltinformationssystems durchgesetzt und wird einheitliche Umweltinformationen für 39 europäische Länder auf Basis der Daten der Sentinel-Satelliten aus dem Weltraumprogramm Copernicus erstellen. Damit holt GeoVille mit 3,5 Mio. einen großen Teil der europaweiten Ausschreibung von insgesamt 8 Millionen Euro nach Österreich. Um den Auftrag fristgerecht umsetzen zu können, werden hier bis zu 30 neue High-tech-Arbeitsplätze in Österreich entstehen. Die Erdbeobachtung ist einer der wichtigsten Schwerpunkte der österreichischen Weltraumstrategie: Insbesondere die Beteiligung am Copernicus-Programm der Europäischen Weltraum­ agentur ESA, in dessen Rahmen eine Satelliten-Flotte kontinuierlich die Erde beobachtet und Umweltveränderungen dokumentiert, hat österreichischen Unternehmen zahlreiche Arbeits- und Forschungsfelder eröffnet. Mit rund 25 Millionen Euro investiert Österreich rund 40 % des nationalen Weltraumbudgets in Erdbeobachtungstechnologien; dank konsequenter Förderung haben viele heimische Unternehmen und Forschungsinstitutionen die Chance, an europäischen Projekten mitzuarbeiten und sich im High-tech Bereich der Weltraumtechnologie zu beweisen und zu präsentieren. (Mehr über die „kosmischen“ weltmeisterlichen


Foto: Schuller/NESS

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Strategien“ siehe S. 36 ff.) Auch GeoVille hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Förderungen des bmvit erhalten. Der aktuelle Auftrag der europäischen Umweltagentur zielt darauf ab, ein satelliten­basiertes Informationssystem einzuführen, mit dem die Umweltdaten der unterschiedlichen europäischen Länder sichtbar und damit auch vergleichbar werden. „Wir sind stolz darauf, für 39 Länder Europas erstmals einheitliche Umweltinformationen auf Basis von Satellitendaten erheben zu dürfen“, sagt GeoVille-GF Christian Hoffmann. „Die gewonnenen Daten werden für Anwendungen in den Bereichen Infrastrukturentwicklung, Wald- und Gewässermanagement sowie für den Schutz vor Naturgefahren eingesetzt.“ Der Auftrag wird für die Europäische Umweltagentur eine einzigartige europaweite Informationsgrundlage schaffen, die Umweltveränderungen sofort aufzeigt und die Einleitung von wichtigen und richtigen Gegenmaßnahmen erlaubt. So agiert das bmvit Die Unterstützung österreichischer Technologieunternehmen vor Ort in ihren Zielmärkten ist die logische Fortführung der Förderungstätigkeit des bmvit sowie der engen Zusammenarbeit mit der Industrie. Denn vom Prinzip her haben sämtliche Unterstützungsleistungen, die das bmvit offeriert, den Zweck, bestmögliche Infrastruktur-Systementscheidungen für die Partner jenseits der Grenzen zu erreichen und dabei gleichzeitig die österreichischen Unternehmen zu „coachen“. Das beginnt bei der Vorphase eines Projektes (Projektdesign, Projektentwicklung) und reicht bis zur Nachbetreuung der Projektimplementierung. Dabei bietet das ­bmvit eine begleitende, von Fall zu Fall genau angepasste Unterstützung auf öffent­licher Ebene, wobei die Intensität der Begleitung jeweils abhängig vom Projektstatus stark schwanken kann. Generell ist die Begleitung im Vorlauf zur Projektumsetzung und zur Akquisitionsphase stärker als während der Realisierung des Projektes. Mit bilateralen Abkommen werden jene Rahmenbedingungen geschaffen, welche die internationale Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen im Technologiesektor nachhaltig unterstützen. In diesem Zusammenhang gilt auch die Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Austria der Wirtschaftskammer Öster-

reich sowie mit verschiedenen Cluster-Strukturen und Vorfeld­ organisationen als geradezu „weltmeisterlich“. Diese Dynamik wird sich zweifelsfrei auch in zahlreichen weiteren neuen Arbeits­ plätzen manifestieren – zeigt doch die steigende Anzahl an Exporten österreichischer Technologie-Unternehmen, dass in der heimischen Forschungsund Technologiepolitik die richtigen Maßnahmen gesetzt wurden und die Forschung vermehrt marktfähige Technologien zum Ergebnis hat. Basis der bmvit-Aktivitäten sind zwischenstaatliche Kooperationsabkommen, welche die Republik Österreich mit Partner­ ländern abschließt. In der Regel geht das Wirtschaftsministerium als erstes in ein Land und versucht, Staatsverträge zustande zu bringen. Diese umfassen auf sehr grundsätzliche Weise sämtliche Bereiche vom Tourismus bis zur Statistik. In der Folge trachtet das bmvit danach, im Technologiesektor mit den entsprechenden Ministerien des Partnerlandes Projekte zu identifizieren, zu entwickeln und entsprechende Abkommen abzuschließen. Im Rahmen dieser Verwaltungsübereinkommen können konkrete und detaillierte Projektlisten vereinbart werden. Sowohl die Staatsverträge als auch die Abkommen gelten meist für fünf Jahre und verlängern sich automatisch. Wesentlich ist dabei die Techno­ logie-Expertise in der jeweiligen Branche – dabei handelt es sich im Prinzip um Technologietransfer schon im Voraus, denn das Wissen, wie man ein kompliziertes bzw. komplexes Infrastrukturthema überhaupt realisierbar macht, gehört zum bmvit-Paket dazu. Das bmvit offeriert dabei auch Beratung durch öffentliche Unternehmen wie ÖBB, ASFINAG oder via donau. Im nächsten Schritt wird eine Ausschreibungsunterlage erstellt – dann kann sich jedes Firmenkonsortium für das Projekt bewerben. Für die österreichischen Unternehmen ist dabei die Zusammenarbeit mit dem bmvit klarerweise von enormem Vorteil, denn auf sich allein gestellt könnten sie entsprechende Projekte nur viel mühsamer entwickeln – wenn überhaupt. ◆ Die Seiten 102 bis 109 entstanden in redaktioneller Koopera­tion mit dem bmvit (Stabsstelle für Technologietransfer und Sicherheitsforschung).


WeltMeister Österreich Kapitalmarkt

Die Pioniere der Börse Den Börse Preis 2016 holte sich Wienerberger; AT&S, OMV und voestalpine siegten in den weiteren Kategorien. „Medaillen“ gingen weiters an ­BUWOG, Do & Co, Raiffeisen Bank International, RHI, S Immo, Strabag und Verbund.

2015 war ein gutes Jahr für die Wiener Börse: Der Leitindex ATX legte um beachtliche 11,16 % zu, inkl. Dividenden waren es sogar mehr als 13 %. Außerdem wurden 2015 um fast ein Viertel mehr österreichische Aktien gehandelt. Der Aufwärtstrend bei den Aktienumsätzen hält mittlerweile seit mehr als zwei Jahren an – 2015 betrug der Zuwachs beim Handelsvolumen 24,27 %. Die Marktkapitalisierung der Wiener Börse beträgt 86,28 Milliarden Euro – das ist ein Plus von 7,86 % im Vergleich zum Jahresende 2014. Weiterhin sehr gut lief die Unternehmensfinanzierung über Anleihen: Nach einem besonders starken Jahr 2014 gab es 2015 weitere 30 neue Corporate Bonds mit einem Gesamtvolumen von rund 5,2 Mrd. Euro (2014: 7,2 Mrd., 39 CBs). Die größten österreichischen Neunotierungen unter den Corporate Bonds waren dabei OMV mit 1,5 Mrd., Strabag mit 200 Mio. und CA Immo mit 175 Mio. Euro. Mit der Einführung des fortlaufenden Handels für ausgewählte Anleihen setzte die Börse auch eine Maßnahme, um den Sekundärmarkt zu beleben und transparenter zu gestalten.

25 Jahre ATX Der ATX spiegelt bereits seit einem Vierteljahrhundert die Kursentwicklung der österreichischen Blue-Chips in Echtzeit wider. Der Leitindex wird seit 2. Jänner 1991 berechnet und konnte seit damals um rund 240 % zulegen. Vier Unternehmen, nämlich OMV, Verbund, Wienerberger und RHI (damals noch Radex-Heraklith) sind seit der Geburtsstunde im ATX enthalten. Den höchsten Indexstand erreichte der ATX am 9. 7. 2007 mit 4.981,87 Punkten, seinen niedrigsten am 13.8.1992 mit 682,96 Punkten. Der ATX deckt (auch) Zeitgeschichte ab und ist heute in seinem Bereich die Visitenkarte des österreichischen Kapitalmarkts in aller Welt. Sehr gut dargestellt wird dies auf der Doppel-CD „25 Jahre ATX“, die vom Börsen-Insider Christian Drastil initiiert und produziert wurde. Drastil ist seit rund drei Jahrzehnten an der Wiener Börse tätig und offeriert aktuell die Plattformen boerse-social.com, photaq.com, die Financial Literacy App ­ ­runplugged.com sowie monatliche Print-Fachhefte. Auf Basis von

Die Sieger beim Wiener Börse Preis 2016 ATX-Preis 1. Platz: Wienerberger AG 2. Platz: voestalpine AG 3. Platz: BUWOG AG

Corporate Bond-Preis 1. Platz: OMV AG 2. Platz: S IMMO AG 3. Platz: STRABAG SE

Small & Mid Cap-Preis 1. Platz: AT&S AG 2. Platz: S IMMO AG 3. Platz: DO & CO AG

Journalisten-Preis 1. Platz: voestalpine AG 2. Platz: OMV AG 3. Platz: Raiffeisen Bank International AG

ATX-25-Jahre-Ehrung Wienerberger AG OMV AG RHI AG VERBUND AG


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Die besten „Börse-Player“ Bereits zum 9. Mal luden die Wiener Börse und ihre Partner am 20. Juni zum Wiener Börse Preis ein, heuer erstmalig in das Palais Nieder­österreich. Eine Fachjury der Österreichischen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (ÖVFA) bewertete die Leistungen der Firmen in drei Kategorien und kürte die Sieger. Gewinner des Wiener Börse Preises 2016 in der Kategorie „ATX“ ist Wienerberger AG. Das Unternehmen hat besonders mit qualitativen Faktoren wie exzellenter Investorenbetreuung, Berichterstattung und Management gepunktet und sich damit den Sieg geholt. In der Kategorie „Small & Mid Cap“ landete AT&S AG auf Platz 1. Der erste Platz beim „Corporate Bond“-Preis ging an die OMV AG. APA Finance mit einem Team ausgewählter Finanzjournalisten, die den Preis für die beste Medienarbeit börsenotierter Unternehmen vergeben, wählten den Stahlkonzern voestalpine AG auf Platz 1. Rund 330 Gäste waren anwesend, als der wichtigste österreichische Award für börsenotierte Unternehmen vergeben wurde. Heimo Scheuch, CEO der Wienerberger AG: „Unser Unternehmen kann auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurückblicken, in dem wir mit fast 3 Mrd. Euro den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte erwirtschaften konnten. Mit einem Jah-

res-Kursanstieg von 49,3 % zählten wir 2015 zu den Best Per­ formern im ATX.“ Diese erfreuliche Entwicklung sei das Ergebnis unserer klaren Strategie und ihrer konsequenten Umsetzung, meint Scheuch: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung mit dem ATX-Preis, denn dieser honoriert unser aktives Commitment zum Finanzmarkt, unsere transparente Herangehensweise hinsichtlich Strategie, Corporate Governance und Finanzberichterstattung sowie unser Engagement im Bereich Investor Relations.“ Besonders wichtig sind laut Scheuch persönliche Treffen mit den Investoren in verschiedensten Ländern, um sie umfassend über die Geschäftsentwicklung zu informieren, sowie die Geschäftsberichte als eine der wichtigsten Visitenkarten der Wiener­ berger AG. „Als zentrale Institution am Kapitalmarkt ist es uns ein großes Anliegen, jene Unternehmen ins Rampenlicht zu stellen, die am heimischen Kapitalmarkt Pionierarbeit leisten“, kommentieren die neuen Börse-Vorstände Ludwig Nießen und Foto: Wiener Börse

32 Interviews umfasst die – empfehlenswerte – Doppel-CD „25 Jahre ATX“ 110 Minuten mit Highlights und der erzählten Leit­indexGeschichte: www.boerse-social.com/25jahreatx

Foto: Wiener Börse AG/APA-Fotoservice Tanzer

Die Preisträger beim Wiener Börse Preis 2016: AT&S, OMV, voestalpine und Wienerberger (Heimo Scheuch, v. l.).


WeltMeister Österreich Kapitalmarkt

Darauf kommt es an Der Wiener Börse Preis ist eine gemeinsame Initiative folgender Akteure am österreichischen Kapitalmarkt: Aktienforum, APA-Finance, Cercle Investor Relations Austria (C.I.R.A.), Oesterreichische Nationalbank (OeNB), Öster­ reichische Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (ÖVFA), Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG), Wiener Börse, Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Zertifikate Forum Austria. Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine Fachjury der ÖVFA, welche die wesentlichen Marktteilnehmer repräsentiert. Fritz Mostböck, Präsident der ÖVFA und Head of Group Research der Erste Group Bank AG: „ Strategie und Corporate Governance, Investor Relations, laufende Finanzberichterstattung sowie Nachhaltigkeit und markttechnische Faktoren waren die wesentlichen Gebiete zur Eva­ luierung. Beim Corporate Bond-Preis sind Geschäftsbericht, Informations- und Kommunikationspolitik gegenüber Analysten sowie das Vorliegen eines Ratings ausschlaggebend.“ Der Preis für die beste Medienarbeit börsenotierter Unternehmen wurde von APA-Finance mit einem Team ausgewählter Finanzjournalisten vergeben. Maßgebliche Kriterien bei der Vergabe des Journalisten-Preises waren u. a. eine transparente und ehrliche Unternehmenskommunikation, die Aufbereitung von Presseunterlagen, die Gestaltung des Webauftritts sowie des Geschäftsberichtes und nicht zuletzt der persönliche Umgang mit Journalisten.

Internationale Großinvestoren als größte Anlegergruppe Österreichs führende börsenotierte Unternehmen punkten vor allem international: Zu rund 78 % kommen ihre institutionellen Investoren aus dem Ausland. Am stärksten investieren US-Anleger in die Aktien der heimischen Leitbetriebe, mit einem Anteil von 27,65 %. An zweiter Stelle liegen österreichische institutio­ nelle Investoren mit 21,9 %. Den dritten Platz im Ranking der institutionellen Investoren stellt Großbritannien mit 15,7 %, dahinter folgt als drittes europäisches Land Norwegen mit 7,2 %. Diese Ergebnisse zeigen ganz klar, dass internationale Anleger den Wert der österreichischen Unternehmen erkennen und stark zugreifen. Die USA ist eines der Länder, in dem Investoren ihren Anteil an österreichischen Unternehmen konstant erhöhten: Durch konzentrierte Zukäufe bei einigen Finanztiteln stockten US-Investoren ihren Anteil an ATX prime Unternehmen 2015 deutlich auf. Bemerkenswert ist, dass die Nachfrage von US-­ Inves­toren 2015 nicht „nur“ von großen Investmentfirmen getrieben war, sondern dass Investments in einzelne Titel einen wesentlichen Einfluss auf die Verteilung hatten. Neben den ­ großen traditionellen Investmentfirmen kauften auch passive Fondsmanager 2015 stark zu. Für zusätzliche Liquidität sorgten Zuflüsse von alternativen Investoren wie Hedge Fonds und „deep value”-Investoren. Bei den Investmentstilen sind auch passiv gemanagte Fonds auf dem Vormarsch. Mittlerweile veranlagen 15,3 % der institutionellen Anleger über einen Index. Die Top-Motivation institutioneller Anleger für ein Investment in österreichische prime market Aktien bleiben jedoch weiterhin der wachstumsorientierte ­ (37,1 %) sowie der wertorientierte (33,8 %) Veranlagungsstil. ◆

Fotos: Wiener Börse, Börse Stuttgart (Boschan)

Petr Koblic. „Wir brauchen einen starken Kapitalmarkt für eine florierende Wirtschaft in Österreich“, sagte Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner in seiner Festrede. „Daher

braucht es ein Dreieck aus einer aktiven Börse, Top-Rahmen­ bedingungen und mehr Bewusstseinsbildung für den Wert ­heimischer Aktien. Genau dafür ist der Wiener Börse Preis eine wichtige Unterstützung und Orientierung.“

Das neue Führungsteam der Wiener Börse: Vorstandsvorsitzender (CEO) Christoph Boschan (38), Chief Financial Officer (CFO) Petr Koblic (45), Chief Operating and Technology Officer (COO/CTO) Ludwig Nießen (58), v. l.


ÖSTERREICHISCHE VORZEIGE-UNTERNEHMEN

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International

AME International GmbH Hoyosgasse 5, 1040 Wien Tel.: +43 1 503 59 79 · Fax: +43 1 503 59 79-20 Mail: office@ame-international.com · Web: www.ame-international.com

MEDICAL TECHNOLOGY AT ITS BEST AME International GmbH ist der Partner für Technologieprojekte im Gesundheitswesen mit mehr als 20 Jahren internationaler Erfahrung. Als Komplett­ anbieter bündeln wir das Know-how im Spitalssektor und schnüren ganzheit­ liche Lösungen für unsere Kunden. Wir liefern ein Gesamtkonzept und begleiten unsere Kunden von der Projektidee bis zur Realisierung und bieten: • Projektentwicklungen - Machbarkeitsstudien • Planungs- und Beratungsleistungen • Implementierung - Projekt Management • Lieferung von Medizintechnikpaketen und eHealth Lösungen • Know-how Transfer Durch die Integration von Dienstleistungen mit der Lieferung von Schlüsseltechnologien leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Exportentwicklung österreichischer Technologieunternehmen im Bereich des Gesundheitswesens.

PROGIS Software GmbH Postgasse 6 · A-9500 Villach Tel. +43 (0) 4242 26 332 Email: office@progis.com · Internet: http://www.progis.com BING Orthofotos – Sentinel II – Kataster und INVEKOS:

Adlerauge zur Wachstumskontrolle „WinGIS Lumen“ ist verfügbar: MS-BING-Fotos + EU Sentinel II Sat-Bilder mit NDVI-Wachstumsindex + Kataster + LPIS Daten. Wachstums-Analyse beliebiger Flächen – global – alle 5–10 Tage neu! PROGIS ist Spezialist für GIS mit Agrar-Applikationen. Mit dem „Club of Ossiach“ (PROGIS und GFAR/FAO/Rom wurde das Seminar „Kontinuum ländlicher Raum u. Stadt“ abgehalten – www.agrifuturedays.com – und (1) Technologie-Integra­ tion, (2) Stakeholder-Kooperation und (3) Ausbildung behandelt. PROGIS hat Lösungen für Betriebe, Industrien, Beraternetzwerke und für ganze Länder.

Praher Plastics Austria GmbH Polytechnik Luft-und Feuerungstechnik GmbH A-2564 Weissenbach, AUSTRIA Tel. +43/2672/890-0, Fax: 890-13 offfice@polytechnik.at · www.polytechnik.com Das niederösterreichische Unternehmen ist einer der bedeutensten Anbieter von Feuerungsanlagen für biogene Brennstoffe und bekannt für die Planung und Lieferung schlüsselfertiger Anlagen. Polytechnik bietet diese Feuerungsanlagen in einem Leistungsbereich von 300 kW – 30.000 kW an. Medienträger sind Warm- bzw. Heißwasser, Dampf oder Thermoöl. Die Anlagen können für Heizungs- und Prozesswärme bzw. für die Stromerzeugung (200 kW – 20.000 kWel) eingesetzt werden. Weltweit sind bereits über 3.000 Polytechnik-Anlagen im Einsatz; die Exportrate beträgt derzeit über 98 %.

Poneggenstraße 5, 4311 Schwertberg, Österreich Tel. +43 (0)7262 61179-0 · Fax +43 (0)7262 61203 office@praherplastics.com · www.praherplastics.com

Wir sind internationaler Spezialist in der Verarbeitung technischer Kunststoffe mit Sitz in Schwertberg. Zwei Kompetenzen zeichnen uns aus: • handbetätigte bzw. automatisierte Armaturen, Rohre, Fittinge sowie umfangreiches Zubehör für den Industrierohrleitungsbau • marktorientierte Begleitung von der Entwicklung funktionaler Kunststoffteile und Baugruppen bis hin zur Logistik. Qualität ist unser Credo seit 45 Jahren!


ÖSTERREICHISCHE VORZEIGE-UNTERNEHMEN

ertex solartechnik GmbH Peter-Mitterhofer-Straße 4, 3300 Amstetten Tel. 07472/282 60 · info@ertex-solar.at · www.ertex-solar.at ertex solar ist ein etabliertes Produktionsunternehmen im Bereich der gebäudeintegrierten Photovoltaik. Solarfassaden und Dächer werden entsprechend den Vorstellungen der Architekten in Amstetten/NÖ geplant und gefertigt. Mit den 25 Mitarbeitern zählt ertex solar zu den Top-Herstellern in der Branche. Als Tochterfirma der Ertl Glas AG profitiert ertex solar sehr stark von deren Know How und der über 60 jährigen Erfahrung im Glasbau. Im Vordergrund stehen keine standardisierten Massenprodukte, sondern qualitativ hochwertige Lösungen, um Projekte entsprechend den Kunden­ wünschen zu realisieren. Mit verschiedenen technologischen Neuerungen und Kenntnissen macht es ertex solar möglich, je nach Geschmack Photovoltaik futuristisch in den Vordergrund zu stellen, oder auch dezent in die Gebäude zu integrieren.

Herz Armaturen GmbH Richard-Strauss-Straße 22 · A-1230 Wien Tel.: +43 (0) 1 616 26 31-0 Mail: office@herz.eu · Web: www.herz.eu

120 Jahre HERZ Armaturen 1896 wurde der Grundstein der heutigen HERZ Armaturen GmbH durch die Gründung der Armaturenfabrik Gebauer & Lehrner gelegt. 120 Jahre nach Gründung verfügt die eigentümergeführte HERZ-Gruppe, mit Stammsitz in Wien, über 22 Produktionsstandorte in ganz Europa sowie über 24 Vertriebsniederlassungen und ist mittels Vertriebspartnern in rund 100 Ländern weltweit. HERZ zählt weltweit zu den größten Produzenten in der Gebäudetechnik und kann in dieser praktisch alle Bereiche abdecken. Mit rund 2.400 Mitarbeitern erzielte HERZ zuletzt einen konsolidierten Jahresumsatz von 260 Millionen Euro – Tendenz steigend!

PMS Elektro- und Automationstechnik GmbH 9431 St. Stefan, Wolkersdorf 46 Tel. +43 (0) 4352 366 88-0 · Mail: pms@christof-group.com · www.christof-group.com PMS Elektro- und Automationstechnik GmbH bietet als eines der führenden Unternehmen der Branche Planung, Projektierung, Hard- und Software-Engineering, Montage, Inbetriebnahme, Supervising sowie Service und Instandhaltung im Bereich Elektro- und Automationstechnik auf höchstem technischem Niveau und aus einer Hand. Leistungen im Bereich Elektro-, Mess- und Regeltechnik werden nach den jeweiligen Bedürfnissen maßgeschneidert. Dabei profitieren Kunden von langjähriger Erfahrung, branchenübergreifendem Know-how und effizientem Projektmanagement.

HAIDLMAIR GmbH Haidlmairstraße 1 | A-4542 Nußbach | Austria phone: +43 (0) 7587 6001 -0 | fax: +43 (0) 7587 6001 -179 office@haidlmair.at | www.haidlmair.com HAIDLMAIR verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung im Werkzeugbau und ist der führende Hersteller von High Performance-Spritzgießwerkzeugen für alle Arten von Packaging und Logistik-Lösungen (Getränkekisten, Klapp- und Faltboxen, Kunststoffpaletten etc.) und Wertstoffbehälter. Durch die hoch­ qualifizierten Fachkräfte und die gezielten Investitionen der letzten Jahre in den Maschinenpark und die betriebliche Infrastruktur, ist man nun in der Lage Werkzeuge bis 80 Tonnen in herausragender Qualität zu fertigen. Auf diese Kompetenz vertrauen viele zufriedene Kunden rund um den Globus. HAIDLMAIR - One Stop for Higher Productivity!


BREITES PRODUKTSORTIMENT UND HÖCHSTE QUALITÄT

Austria Email AG Das österreichische Unternehmen AUSTRIA Austriastraße 6 · A-8720 Knittelfeld EMAIL ist einer der führenden europäischen Tel.: +43(0)3512/700-0 · Fax: +43(0)3512/700-239 Hersteller von hochwertigen WarmwasserE-Mail: office@austria-email.at bereitern und einziger Speicherhersteller mit eigener Entwicklung und Fertigung von zuDas österreichischeVlies-Isolierungen Unternehmen AUSTRIA kunftsweisenden für GroßEMAIL ist einer der führenden europäischen und Pufferspeicher. Hersteller von hochwertigen Warmwasser­ bereitern und einziger Speicherhersteller mit 80 Jahre Erfahrung in der Email-Technologie eigener Entwicklung und Fertigung von sprechen für sich: zukunftsweisenden Vlies-Isolierungen für Groß- und Pufferspeicher.

Sunpor Kunststoff GmbH. Tiroler Straße 14, 3105 St.Pölten Tel. +43 (0)2742 291-0 · Fax +43 (0)2742 291-40 office@sunpor.at · www.sunpor.at · www.lambdapor.com Sunpor Kunststoff GmbH. produziert am Standort St. Pölten jährlich rund 230.000 Tonnen Granulat für EPS-Kunststoff, davon 90 % für den Export. Hauptabnehmer sind die internationale Baubranche (Gebäudedämmung) und die Verpackungsindustrie. Das Unternehmen steht zu 100 % im Eigentum der norwegischen O.N. Sunde A/S.

Starzinger GmbH & Co KG Bahnhofstraße 1, 4890 Frankenmarkt www.starzinger.at

n Marktführer in Österreich sowie 80 37 Jahre Erfahrung in der Email-Technologie Exportmärkten sprechen für sich: Produktsortiment n Umfassendes • Müber arktführer in Österreich sowie Export­ 400 Grundtypen und 37 mehr als märkten 1000 Varianten mfassendes Produktsortiment – über n• UÜberlegenheit der Produkte bei400 Grundtypen und mehrQualität als 1.000 Varianten Energieeffizienz, und Service • Überlegenheit der Produkte bei Energie­ effizienz, Qualität und Service

STARZINGER

lity. The Spring of Qua

BEVERAGE GROUP

Getränkegruppe Starzinger: Private Label-Produktion von Getränken aller Art – ausgezeichnet durch höchste Flexibilität und bestem Service. Egal ob Energy Drink, Mineralwasser, Limonaden, Funktional- oder Misch­ getränke und Bier/Biermischgetränke aller Art, in PET, Dose oder Glas – den Ideen unserer Kunden sind kaum Grenzen gesetzt. Modernste Abfüllanlagen an 3 Standorten in Österreich, jeder davon mit eigenen hochqualitativen Mineralwasserquellen ausgestattet, stellen die Grundlage erfolgreicher Private Labels dar. Unsere über 100jährige Erfahrung in der Getränkeproduktion und unser Fachwissen – über Rohstoffe, Verpackungsvarianten und Transport machen uns zu einem der kompetentesten und erfolgreichsten Getränkeproduzenten weltweit. So erfreuen sich Konsumenten von Nord- und Südamerika, über Europa und Afrika bis hin in den mittleren Osten und teilweise Asien/ Australien über Getränke made by Starzinger. Dabei setzt die Getränkegruppe Starzinger Maßstäbe im Bereich von kundenorientierter Flexibilität und Service.

Diamant Nahrungsmittel GmbH Maria-Theresia-Straße 41 · A-4600 Wels Registriert beim Handelsgericht Wels, FN 393065m Telefon: +43-(0)7242-41848-235 E-Mail: office@diamant.at · http://www.diamant.at Der traditionsreiche Backzutaten-Hersteller Diamant Nahrungsmittel ist Erzeuger von Grundmischungen für das Backen von Broten, Gebäcken und Feinbackwaren für Bäckereien, Konditoreien sowie die Industrie. Diamant zählt derzeit über 600 Produkte und ist HALAL sowie Bio-zertifiziert. Oberste Prämisse ist es, Produkte zu entwickeln, die eine gleich bleibend hohe Qualität sichern, rationelle Herstellung eines abwechslungsreichen Backwaren­ programms ermöglichen, teure Arbeitszeit einsparen und neue Marktchancen für internationale Kunden erschließen.

©iStockPhoto/Jurisam

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WeltMeister Österreich

Die Top-Aktien-Übersicht der Börse Wien im WeltMeister-Jahr 2016

Wichtige Aktien an der Börse Wien Vo n H E L G A K R É M E R .

Agrana Beteiligungs AG

Andritz

1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, Tel.: 43 (0) 1 21137-0, www.agrana.com

8045 Graz, Stattegger Straße 18, Tel.: 43 (0) 316 6902-0, www.andritz.com

Agrana ist ein global tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu einer Vielzahl von industriellen Produkten für die weiterverarbeitende Industrie in den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht. An 54 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten rund 8.800 Mitarbeiter ­zuletzt einen Konzernumsatz von rund 3 Mrd. Euro. Agrana wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse. Der Anteil der Z&S Zucker und Stärke Holding AG in Wien beträgt 86,2 % des Grundkapitals, 6,5 % hält die Südzucker AG und 7,3 % der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Die Andritz-Gruppe ist ein international tätiger Technologiekonzern mit Sitz in Graz. Weltweit beschäftigt Andritz rund 24.200 Mitarbeiter. Die Andritz-Gruppe ist einer der weltweit führenden Lieferanten von Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen für Wasserkraftwerke ­(Andritz Hydro), die Zellstoff- und Papierindustrie (Andritz Pulp & Paper), die Metall verar­ beitende ­Industrie und Stahlindustrie (Andritz Metals) sowie die kommunale und industrielle Fest-Flüssig-Trennung (Andritz Seperation).

CEO: DI Johann Marihart Vorstand: Mag. Stephan Büttner, Dr. Fritz Gattermayer, Dkfm. Thomas Kölbl Aufsichtsrat: Mag. Erwin Hameseder, Dr. Wolfgang Heer, Mag. Klaus Buchleitner, Dr. Jochen ­Fenner, Dr. Hans-Jörg Gebhard, DI Ernst Karpfinger, Dr. Thomas Kirchberg, DI Josef Pröll u. a.

CEO: Dr. Wolfgang Leitner Vorstand: Humbert Köfler, Joachim Schönbeck, Wolfgang Semper Aufsichtsrat: Prof. Dr. Christian Nowotny, Fritz Oberlechner, Jürgen Hermann Fechter, Dr. Alexander Isola, Monika Kircher, Kurt Stiassny, Georg Auer, Andreas Martiner, Isolde Findenig

Agrana Beteiligungs AG Geschäftsjahr: 1. 3.–28. 2. ISIN: AT0000603709 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 14.202.040 Volatilität (3 Monate): 22,891 Letzte Dividende: 3,60 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 8. 7. 2015 Börsekapitalisierung: 1.313,26 Mio. Euro KGV: 16,065

Andritz AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000730007 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 104.000.000 Volatilität (3 Monate): 23,112 Letzte Dividende: 1,35 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 1. 4. 2016 Börsekapitalisierung: 4.260,88 Mio. Euro KGV: 17,327

AMAG Austria Metall AG

AT&S

5282 Ranshofen, Lamprechtshausener Straße 61, Tel.: 43 (0) 7722 801-0, www.amag.at

8700 Leoben, Fabriksgasse 13, Tel.: 43 (0) 3842 200-0, www.ats.net

Österreichs führender Produzent von Primäraluminium und hoch qualitativem Aluminiumguss und -walzprodukten, die in Flugzeug-, Automobil-, Sportartikel-, Beleuchtungs-, Maschinenbau-, Bau- und Verpackungsindustrie eingesetzt werden. Die AMAG ist seit April 2011 an der Wiener Börse notiert. In Ranshofen werden hochwertige Recycling-Gusslegierungen sowie Walzprodukte hergestellt. In der Elektrolyse Alouette in Sept-Îles, Kanada, an der die AMAG zu 20 % beteiligt ist, wird Primäraluminium produziert. Das operative Geschäft wird in den Divisionen Metall, Gießen und Walzen betrieben.

Gegründet 1987, ist AT&S heute der größte Leiterplattenhersteller in Europa und einer der ­führenden Produzenten von technologisch hochwertigen Leiterplatten. AT&S ist in den Geschäfts­feldern Mobile Devices & Substrates, Automotive & Aviation, Industrial, Medical und Advanced Packaging tätig. Als internationales Wachstumsunternehmen verfügt AT&S über eine globale Präsenz mit Produktionsstandorten in Österreich (Leoben, Fehring) sowie Werken in Indien (Nanjangud), China (Shanghai, Chongqing in Bau) und Korea (Ansan nahe Seoul) und beschäftigt aktuell rund 8.700 Mitarbeiter.

CEO: DI Helmut Wieser Vorstand: Priv. Doz. DI Dr. Helmut Kaufmann, Mag. Gerald Mayer Aufsichtsrat: Dr. Josef Krenner, Dr. Hanno Bästlein, KR DI Gerhard Falch, Dr. Heinrich Schaller, Dr. Franz Gasselsberger, Otto Höfl, Mag. Patrick F. Prügger, DI Sabine Seidler, DI Franz Viehböck, Max Angermeier, Robert Hofer, Günter Mikula, Herbert Schützeneder

CEO: DI (FH) Andreas Gerstenmayer Vorstand: Dr. Karl Asamer, Ing. Heinz Moitzi Aufsichtsrat: Dr. Hannes Androsch, Ing. Willi Dörflinger, Dr. Regina Prehofer, Mag. Gerhard ­Pichler, Dr. Georg Riedl, Dkfm. Karl Fink, DI Albert Hochleitner, Dr. Karin Schaupp u. a.

AMAG Austria Metall AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT00000AMAG3 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 35.264.000 Volatilität (3 Monate): 25,033 Letzte Dividende: 1,20 Dividende Ex Tag: 20. 4. 2016 Börsekapitalisierung: 1.082,60 Mio. Euro KGV: 26,442

AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG Geschäftsjahr: 1. 4.–31. 3. ISIN: AT0000969985 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 38.850.000 Volatilität (3 Monate): 26,778 Letzte Dividende: 0,36 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 30. 7. 2015 Börsekapitalisierung: 417,44 Mio. Euro KGV: 7,951


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BUWOG

C-QUADRAT

1130 Wien, Hietzinger Kai 131, Tel.: 43 (0) 1 87828-1130, www.buwog.com

1070 Wien, Schottenfeldgasse 20, Tel.: 43 (0) 1 51566-0, www.c-quadrat.com

Die BUWOG Group ist der führende deutsch-österreichische Komplettanbieter im Wohn­ immobilienbereich und blickt auf eine mittlerweile rund 65-jährige Erfahrung zurück. Insgesamt verfügt die BUWOG Group über ein Portfolio mit rund 51.000 Wohnungen, jeweils rund zur ­Hälfte in Österreich und in Deutschland. Als Bauträger zeichnet die BUWOG bislang für die ­Errichtung von mehr als 35.000 Wohnungen allein in Österreich verantwortlich. Ein Neubauvolumen von jährlich rund 500 Wohnungen im Großraum Wien macht die BUWOG Group zu einer der aktivsten Wohnbauträger und Immobilienentwickler in Österreich.

C-QUADRAT ist ein international tätiger Asset Manager. Seine Fondsmanager in Wien und ­London setzen sowohl auf quantitative als auch auf diskretionäre Absolute und Total Return Strategien. Gegründet 1991 in Wien, notiert das Unternehmen seit 2006 an der Frankfurter und seit Mai 2008 an der Wiener Wertpapierbörse. Heute ist C-QUADRAT mit Büros in Wien, ­London, Frankfurt, Genf und Jerewan vertreten und in 19 Ländern Europas und Asiens aktiv.

CEO: Mag. Daniel Riedl Vorstand: Andreas Segal, DI Herwig Teufelsdorfer Aufsichtsrat: Mag. Vitus Eckert, Dr. Oliver Schumy, Mag. Klaus Hübner, Dr. Volker Riebel, Dr. Jutta A. Dönges, Stavros Efremidis, Elisabeth Manninger, Markus Sperber, Raphael Lygnos

Vorstand: Alexander Schütz, Mag. Thomas Rieß, Christobal Mendez de Vigo Aufsichtsrat: Dr. Marcus D. Mautner Markhof, Franz Fuchs, Mag. Dr. Fritz Schweiger, Dr. Hubert Cussigh, Harry Ploemacher, Klemens Hallmann

BUWOG AG Geschäftsjahr: 1. 5.–30. 4. ISIN: AT00BUWOG001 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 99.773.479 Volatilität (3 Monate): 24,996 Letzte Dividende: 0,69 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 14. 10. 2015 Börsekapitalisierung: 1.944,09 Mio. Euro KGV: –

C-QUADRAT Investment AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000613005 Börsesegment: Standard Market Auction Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 4.363.200 Volatilität (3 Monate): 70,583 Letzte Dividende: 3,00 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 13. 5. 2015 Börsekapitalisierung: 266,24 Mio. Euro KGV: 10,214

BWT

CA Immobilien Anlagen

5310 Mondsee, Walter-Simmer-Straße 4, Tel.: 43 (0) 6232 5011-0, www.bwt-group.com

1030 Wien, Mechelgasse 1, Tel.: 43 (0) 1 5325907-0, www.caimmo.com

Best Water Technology wurde 1990 gegründet und ist heute Europas führendes Wasser­ technologie-Unternehmen. Seine Vorreiterstellung verdankt BWT einer Vielzahl von revolutio­ nären Erfindungen, Produkten und Verfahren (z. B. OsmoVision). Über 3.300 Mitarbeiter arbeiten für Kunden aus Privathaushalten, der Industrie, Gewerbe, Hotels und Kommunen. BWT bietet moderne Aufbereitungssysteme und Services für Trinkwasser, Pharma- und Prozesswasser, Heizungs­wasser, Kessel-, Kühl- und Klimaanlagenwasser sowie für Schwimmbadwasser.

Das Kerngeschäft der CA Immo Gruppe teilt sich in die Geschäftsfelder Bestandsimmobilien und Immobilienvermögen in Entwicklung. In beiden Geschäftsfeldern ist CA Immo auf gewerblich genutzte Immobilien spezialisiert, mit deutlichem Schwerpunkt auf Büroimmobilien in zentral­europäischen Hauptstädten. Im März 2011 wurde CA Immo in den ATX aufgenommen; aktuell ist sie zu rund 74 % im Streubesitz, 26 % hält die O1 Group. Im April 2016 übernahm die Immo­finanz 26 % der CA Immo – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe. Im nächsten Jahr wollen die beiden Immo-Unternehmen „verschmelzen“.

CEO: Andreas Weißenbacher Vorstand: Gerhard Speigner Aufsichtsrat: Mag. Dr. Leopold Bednar, Dipl. Vw. Ekkehard Reicher, Gerda Egger, Dr. Helmut Schützeneder, Dr. Wolfgang Hochstege

BWT Best Water Technology Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000737705 Börsesegment: Standard Market Auction Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 17.833.500 Volatilität (3 Monate): 25,760 Letzte Dividende: 0,28 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 28. 8. 2015 Börsekapitalisierung: 347,75 Mio. Euro KGV: 30,952

CEO: Mag. Franz Nickel CFO: Mag. Florian Nowotny Aufsichtsrat: Torsten Hollstein, Dmitry Mints, Dr. Florian Koschat, Richard Gregson, Michael Stanton, John Nacos, Dr. Maria Doralt, Barbara A. Knoflach, Dr. Wolfgang Ruttenstorfer u. a.

CA Immobilien Anlagen AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000641352 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 98.808.332 Volatilität (3 Monate): 22,136 Letzte Dividende: 0,50 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 6. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 1.533,01 Mio. Euro KGV: 7,480


WeltMeister Österreich

Die Top-Aktien-Übersicht der Börse Wien im WeltMeister-Jahr 2016

conwert

DO & CO

1090 Wien, Alserbachstraße 32, Tel.: 43 (0) 1 52145-0, www.conwert.com

1010 Wien, Stephansplatz 12, Tel.: 43 (0) 1 74000-0, www.doco.com

conwert ist ein Immobilienkonzern mit Schwerpunkt Wohnimmobilien und Zinshäuser in Deutschland und Österreich – der Konzern entwickelt und vermietet Immobilien vorwiegend in wachstumsstarken Metropolregionen. Im Jahr 2007 erfolgte die Änderung der Gesellschaftsform von einer Aktiengesellschaft in eine monistische Societas Europaea (SE). In dieser Form wird das Unternehmen unter der Leitung des Verwaltungsrats von Geschäftsführenden Direktoren ­geführt. Das Geschäftsmodell beruht auf drei Säulen: dem Portfolio Asset Management, der ­Entwicklung bzw. dem Verkauf von Immobilien und dem Dienstleistungsbereich, der von der Immo­bilienverwaltung bis zum Vertrieb reicht.

DO & CO wurde 1981 gegründet. Mittlerweile hat sich das Unternehmen zu einem international tätigen Restaurant- und Catering-Konzern entwickelt, der seine Geschäftstätigkeit laufend erweitert und nunmehr in sechs Ländern auf zwei Kontinenten mit acht Produktionsstandorten vertreten ist. DO & CO ist weltweit in den Geschäftsbereichen Airline Catering, International Event Catering und Restaurants & Bars tätig. Die Leistungspalette reicht von kleinen privaten Familienfeiern über Firmenevents bis hin zu sportlichen oder gesellschaftlichen Großereignissen – wie das VIP-Catering bei 15 Formel 1 Grands Prix.

Geschäftsführendes Direktorium: Dr. Wolfgang Beck (CEO), Mag. Thomas Doll (CFO) Verwaltungsrat: Dr. Alexander Proschofsky, Peter Hohlbein, Mag. Erich Kandler, Prof. Barry Gilbertson, Dr. Dirk Hoffmann

CEO: Attila Dogudan Vorstand: Dr. Haig Asenbauer, Mag. Gottfried Neumeister, Dr. Klaus Petermann Aufsichtsrat: o. Univ.-Prof. DDr. Waldemar Jud, Dr. Werner Sporn, Dr. Christian Konrad, Ing. Georg Thurn-Vrints

conwert Immobilien Invest SE Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000697750 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 94.593.612 Volatilität (3 Monate): 19,900 Letzte Dividende: 0,10 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 12. 5. 2014 Börsekapitalisierung: 1.325,73 Mio. Euro KGV: 8,211

Do & Co Aktiengesellschaft Geschäftsjahr: 1. 4.–31. 3. ISIN: AT0000818802 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 9.744.000 Volatilität (3 Monate): 22,233 Letzte Dividende: 0,85 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 6. 7. 2015 Börsekapitalisierung: 800,86 Mio. Euro KGV: 29,310

CROSS Industries

Erste Group

4600 Wels, Edisonstraße 1, Tel.: 43 (0) 7242 69402, www.crossindustries.at

1100 Wien, Am Belvedere 1, Tel.: 43 (0) 50100-10100, www.erstegroup.com

Die CROSS Industries-Gruppe ist ein globaler Automotiv-Nischenproduzent mit weltweit ­bekannten Marken – wie KTM, Husqvarna Motorcycles, Pankl und WP – die jeweils in ihren ­Segmenten wiederum zu den Technologie- und Marktführern zählen. Die Gruppe beschäftigt über 4.000 Mitarbeiter, davon mehr als 70 % in Österreich. CROSS Industries gliedert sich in die Kernbereiche Fahrzeug, High Performance, Leichtbau. Im Prime Market-Performanceranking 2015 belegte Cross Industries den 2. Platz mit einem Plus von 103,26 %.

Die Erste Group wurde 1819 als „Erste oesterreichische Spar-Casse“ gegründet. 1997 Börsegang, um die Expansion des Retail-Geschäfts nach Zentral- und Osteuropa zu finanzieren. Bis 2008 hat die Erste Group insgesamt 10 Banken akquiriert und dabei ihre Kundenanzahl von 600.000 auf 16,6 Mio. erhöht. Mit ihrer strategischen Ausrichtung auf das Retailgeschäft sowie die kleinen und mittelgroßen Unternehmen hat sich die Erste Group – gemessen an Kundenzahl und Bilanzsumme – zu einem der größten Finanzdienstleister in Zentral- und Osteuropa entwickelt.

CEO: DI Stephan Pierer Vorstand: Mag. Friedrich Roither (CFO), Ing. Alfred Hörtenhuber, Mag. Wolfgang Plasser Aufsichtsrat: Josef Blazicek, Dr. Ernst Chalupsky, Mag. Gerlad Kiska, Mag. Klaus Rinnerberger

CROSS Industries AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000820659 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 225.386.742 Volatilität (3 Monate): 31,669 Letzte Dividende: 0,03 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 29. 4. 2016 Börsekapitalisierung: 822,66 Mio. Euro KGV: 28,462

CEO: Andreas Treichl Vorstand: Peter Bosek, Petr Brávek, Andreas Gottschling, Gernot Mittendorfer, Jozef Síkela Aufsichtsrat: Friedrich Rödler, Jan Homan, Bettina Breiteneder, Elisabeth Bleyleben-Koren, Gonzalo Gortázar, Gunter Griss, Maximilian Hardegg, Elisabeth Krainer Senger-Weiss u. a.

Erste Group Bank AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000652011 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 429.800.000 Volatilität (3 Monate): 28,579 Letzte Dividende: 0,50 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 17. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 9.010,76 Mio. Euro KGV: 12,736


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EVN

Flughafen Wien

2344 Maria Enzersdorf, EVN Platz, Tel.: 43 (0) 2236 200-0, www.evn.at

1300 Wien-Flughafen, Postfach 1, Tel.: 43 (0) 1 7007-0, www.viennaairport.com

Die EVN geht ursprünglich auf das 1907 gegründete Landes-Elektrizitätswerk des Erzherzogtums Österreich unter Enns zurück. Auf Basis modernster Infrastruktur bietet die EVN Strom, Gas, Wärme, Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie thermische Abfallverwertung an und versorgt so über drei Millionen Kunden in 18 Ländern. In Summe ist die EVN aktuell in insgesamt 13 Ländern tätig. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden 52,0 % der Umsatzerlöse außerhalb Öster­reichs in den Märkten Mittel-, Ost- und Südosteuropa erzielt.

Als einer der wenigen börsenotierten Flughäfen in Europa positioniert sich der Flughafen Wien, begünstigt durch die geografische Lage im Zentrum Europas, als eine der wichtigsten Drehscheiben zu den florierenden Destinationen Mittel- und Osteuropas. Im Jahr 2014 stieg die ­Anzahl der abgefertigten Passagiere im Vergleich zu 2013 um 2,2 % auf rund 22,5 Mio. Flug­ gäste. Je 20 % der Aktien halten das Land Niederösterreich und die Stadt Wien, 10 % die Mitarbeiter-Beteiligungs­privatstiftung und 38,16 % die Airports Group Europe S.à.r.l., 11,84 % ­befinden sich im Streubesitz.

CEO: DI Dr. Peter Layr Vorstand: Mag. Stefan Szyszkowitz Aufsichtsrat: Mag. Bettina Glatz-Kremsner, Dr. Norbert Griesmayr, Mag. Willi Stiowicek, Mag. Philipp Gruber, Dkfm. Thomas Kusterer, KR Dieter Lutz, Dr. Reinhard Meißl u. a.

CEO: Mag. Julian Jäger Vorstand: Dr. Günther Ofner Aufsichtsrat: Ing. Ewald Kirschner, Mag. Erwin Hameseder, Dr. Gabriele Domschitz, Mag. Bettina Glatz-Kremsner, Dr. Burkhard Hofer, Dr. Karin Rest, Mag. Gerhard Starsich u. a.

EVN AG Geschäftsjahr: 1. 10.–30. 9. ISIN: AT0000741053 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 179.878.402 Volatilität (3 Monate): 14,215 Letzte Dividende: 0,42 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 27. 1. 2016 Börsekapitalisierung: 1.798,78 Mio. Euro KGV: 3,947

Flughafen Wien AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000911805 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 21.000.000 Volatilität (3 Monate): 15,696 Letzte Dividende: 2,00 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 2. 6. 2016 Börsekapitalisierung: 2.087,61 Mio. Euro KGV: 8,051

FACC

Gurktaler

4910 Ried im Innkreis, Fischerstraße 9, Tel.: 43 (0) 4359 616-0, www.facc.com

1190 Wien, Heiligenstädter Straße 43, Tel.: 43 (0) 1 3670849-0, www.gruppe.gurktaler.at

Die FACC ist ein weltweit tätiges Unternehmen im Bereich Design, Entwicklung und Fertigung von fortschrittlichen Faserverbundkomponenten und -systemen für die Luftfahrtindustrie. FACC produziert für alle großen Flugzeughersteller wie Airbus, Boeing, Bombardier oder Embraer. 2014 schickten die Chinesen als Mehrheitseigentümer die FACC an die Börse, heute halten sie 55 % am Unternehmen. Knapp 5 % hält der Erste-Group-Konzern, 39,6 % sind im Streubesitz. Bei einem „Fake President Incident“ verlor FACC Ende 2015 rund 50 Mio. Euro (10 Mio. Euro sollen auf ausländischen Konten eingefroren, 40 Mio. Euro unwiederbringlich verloren sein).

Das Unternehmen ist im Grunde eine Abspaltung des gebündelten Kräuterspirituosengeschäfts der Schlumberger AG. In der Gurktaler Aktiengesellschaft sind die Kräuterspirituosenbeteiligungen Gurktaler Alpenkräuter GmbH, Rossbacher Vertriebs GmbH, Leibwächter Kräuter GmbH und die Finanzbeteiligungen an der Peter Zwack & Consorten Handels-AG mit Sitz in Wien s­ owie an der Underberg GmbH und Co KG in Deutschland zusammengeführt. Die opera­ tiven ­Aktivitäten werden mittels Pachtverträgen an die Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH sowie die Top Spirit Handels- und Verkaufs GmbH verpachtet.

CEO: Robert Machtlinger Vorstand: Yongsheng Wang Aufsichtsrat: Ruguang Geng, Jun Tang, Yanzheng Lei, Weixi Gong, Xuejun Wang, Chunsheng Yang, Barbara Huber, Birol Mutlu, Peter Krohe, Ulrike Reiter

Alleinvorstand: Karin Trimmel Aufsichtsrat: Dr. Hubertine Underberg-Ruder, Eduard Kranebitter, Dr. Tobias Bürgers, Dipl. BW Gerd Peskes

FACC AG Geschäftsjahr: 1. 3.–28. 2. ISIN: AT00000FACC2 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 45.790.000 Volatilität (3 Monate): 27,917 Letzte Dividende: – Dividende Ex Tag: – Börsekapitalisierung: 207,20 Mio. Euro KGV: –

Gurktaler AG Geschäftsjahr: 1. 4.–31. 3. ISIN: AT0000A0Z9G3 Börsesegment: Standard Market Auction Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 1.500.000 Volatilität (3 Monate): 165,138 Letzte Dividende: 0,27 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 15. 9. 2014 Börsekapitalisierung: 12,75 Mio. Euro KGV: –


WeltMeister Österreich

Die Top-Aktien-Übersicht der Börse Wien im WeltMeister-Jahr 2016

Immofinanz

Lenzing

1100 Wien, Wienerbergstraße 11, Tel.: 43 (0) 57111-0, www.immofinanz.com

4860 Lenzing, Werkstraße 2, Tel.: 43 (0) 7672 701-0, www.lenzing.com

Die Immofinanz ist ein gewerblicher Immobilienkonzern und besitzt ein Immobilienvermögen von rund 5,8 Mrd. Euro, das sich auf mehr als 380 Objekte verteilt. Zum Kerngeschäft zählen die Bewirtschaftung und die Entwicklung von Immobilien. Der Fokus liegt auf den Segmenten Einzelhandel und Büro in derzeit acht Kernmärkten: Österreich, Deutschland, Tschechien, ­Slowakei, Ungarn, Rumänien, Polen und Moskau. Im April 2016 übernimmt die Immofinanz 26 % der CA Immo – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe. Vor der avisierten Verschmelzung plant die Immofinanz ihr russisches Portfolio abzuspalten oder zu verkaufen.

Die Lenzing-Gruppe ist Weltmarktführer und setzt mit Qualität und Innovationskraft Standards auf dem Gebiet der man-made Cellulosefasern. Mit über 75 Jahren Erfahrung in der Faser­ produktion ist die Lenzing Gruppe der einzige Hersteller weltweit, der in großindustriellem Maßstab alle drei Generationen von man-made Cellulosefasern – von der klassischen Viscoseüber die Modal- bis zur Lyocellfaser – unter einem Dach vereint. Fasern aus Lenzing kommen in der globalen Textil- und Nonwovens-Industrie zum Einsatz.

CEO: Dr. Oliver Schumy Vorstand: Mag. Stefan Schönauer Bakk., Mag. Dietmar Reindl Aufsichtsrat: Dr. Michael Knap, Dr. Rudolf Fries, Mag. Christian Böhm, Nick J.M. van Ommen, Mag. Horst Populorum, KR Wolfgang Schischek

CEO: Dr. Stefan Doboczky, MBA Vorstand: Robert van de Kerkhof, MBA (CCO), Dr. Thomas Obendrauf, MBA (CFO) Aufsichtsrat: Dr. Hanno Bästlein, Dr. Veit Sorger, Dr. Felix Strohbichler, Mag. Helmut Bernkopf, Dr. Franz Gasselsberger, Dr. Josef Krenner, Mag. Patrick Prügger, Dr. Astrid Skala-Kuhmann u. a.

Immofinanz AG Geschäftsjahr: 1. 5.–30. 4. ISIN: AT0000809058 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 975.955.651 Volatilität (3 Monate): 35,948 Letzte Dividende: 0,15 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 4. 10. 2013 Börsekapitalisierung: 1.929,46 Mio. Euro KGV: –

Lenzing AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000644505 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 26.550.000 Volatilität (3 Monate): 30,684 Letzte Dividende: 2,00 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 22. 4. 2016 Börsekapitalisierung: 2.227,55 Mio. Euro KGV: 15,022

Kapsch TrafficCom

Mayr-Melnhof

1120 Wien, Am Europlatz 2, Tel.: 43 (0) 50811-0, www.kapschtraffic.com

1041 Wien, Brahmsplatz 6, Tel.: 43 (0) 1 50136-0, www.mayr-melnhof.com

Das Kerngeschäft besteht darin, elektronische Mautsysteme für den mehrspurigen Fließverkehr zu entwickeln, zu errichten und zu betreiben. Referenzen in 44 Ländern auf allen Kontinenten machen Kapsch TrafficCom zu einem weltweit anerkannten Anbieter im Bereich der elektronischen Mauteinhebung. Als Teil der Kapsch Group, einem 1892 gegründeten österreichischen Technologiekonzern im Familienbesitz, verfügt Kapsch TrafficCom über Niederlassungen/Repräsentanzen in 33 Ländern und erwirtschaftete mit mehr als 3.500 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von 456 Millionen Euro. Mit einem Plus von 112,11 % war Kapsch TrafficCom 2015 der Top-Performer im Prime Market.

Die Mayr-Melnhof Gruppe ist der weltweit größte Hersteller von gestrichenem Recyclingkarton mit einer wachsenden Position bei Frischfaserkarton und Europas führender Produzent von Faltschachteln. Das Unternehmen wurde vor mehr als 100 Jahren gegründet und hat sich in den letzten drei Jahrzehnten zum europäischen Marktführer in seinen Kernbereichen ent­ wickelt. Die MM-Gruppe beschäftigte zuletzt rund 9.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro. Seit 1994 notiert Mayr-Melnhof an der Wiener Börse.

CEO: Mag. Georg Kapsch Vorstand: André F. Laux (COO), Dr.-Ing. Alexander Lewald (CTO) Aufsichtsrat: Franz Semmernegg, Kari Kapsch, Sabine Kauper, Harald Sommerer, Christian Windisch, Martin Gartler

Kapsch TrafficCom AG Geschäftsjahr: 1. 4.–31. 3. ISIN: AT0000818802 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 13.000.000 Volatilität (3 Monate): 21,833 Letzte Dividende: 0,50 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 16. 9. 2015 Börsekapitalisierung: 421,20 Mio. Euro KGV: –

CEO: Dr. Wilhelm Hörmanseder Vorstand: Mag. Gotthard Mayringer (CFO), Dr. Andreas Blaschke, Ing. Franz Rappold Aufsichtsrat: Dipl.-Ing. Rainer Zellner, Prof. Dr. Romuald Bertl, Mag. Johannes Goess-Saurau, Dr. Nikolaus Ankershofen, Dr. Guido Held, MMMag. Georg Mayr-Melnhof, Andreas Hemmer u. a.

Mayr-Melnhof Karton AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000938204 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 20.000.000 Volatilität (3 Monate): 25,721 Letzte Dividende: 1,20 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 3. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 2.011 Mio. Euro KGV: 16,172


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OMV

Österreichische Post

1020 Wien, Trabrennstraße 6–8, Tel.: 43 (0) 1 40440-0, www.omv.at

1030 Wien, Haidingergasse 1, Tel.: 43 (0) 57767-0, www.post.at

Die OMV ist ein integriertes, internationales Öl- und Gasunternehmen mit Aktivitäten im Upstream- (Exploration und Produktion) und Downstream-Bereich (Gas und Power; Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie). Im Bereich Downstream verfügt die OMV über eine jährliche Raffineriekapazität von 17,8 Mio. Tonnen und mit Ende 2015 über rund 3.800 Tank­ stellen in 11 Ländern inklusive Türkei. OMV hatte zum Jahresende rund 1,03 Mrd. boe an ­sicheren Reserven und förderte 2015 im Schnitt 303 kboe pro Tag. Rund 90 % der Produktion 2015 wurden in EU/OECD-Ländern gefördert.

Die Post ist mit einem Jahresumsatz von über 2 Mrd. Euro und rund 24.000 Mitarbeitern Österreichs führender Logistik- und Postdienstleister. Zu den Hauptgeschäftsbereichen zählen die ­Beförderung von Briefen, Werbesendungen, Printmedien und Paketen. Das Filialnetz mit über 1.800 eigen- und fremdbetriebenen Post-Geschäftsstellen zählt zu den größten Privatkunden­ netzen des Landes. Die Österreichische Post ist zudem in zwölf europäischen Ländern vor allem in den Bereichen Paket & Logistik sowie unadressierte Sendungen tätig.

CEO: Rainer Seele Vorstand: David C. Davies, Johann Pleininger, Manfred Leitner Aufsichtsrat: Peter Löscher, Gertrude Tumpel-Gugerell, Murtadha Al Hashmi, Helmut Draxler, Wolfgang C. Berndt, Marc H. Hall, Ahmed Matar Al Mazrouei, Karl Rose, Herbert Werner u. a.

CEO: Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Vorstand: DI Walter Oblin (CFO), Dipl.-Ing. Walter Hitziger, Dipl.-Ing. Peter Umundum Aufsichtsrat: Dr. Edith Hlawati, Mag. Edeltraud Stiftinger, Dr. Erich Hampel, Dr. Ing. Peter E. Kruse, Chris E. Muntwyler, Mag. Markus Pichler, Prof. Elisabeth Stadler, Mag. Dr. Herta Stockbauer u. a.

OMV AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000743059 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 327.272.727 Volatilität (3 Monate): 29,492 Letzte Dividende: 1,00 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 27. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 7.851,27 Mio. Euro KGV: –

Oesterreichische Post AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000APOST4 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 67.552.638 Volatilität (3 Monate): 23,218 Letzte Dividende: 1,95 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 26. 4. 2016 Börsekapitalisierung: 2.001,25 Mio. Euro KGV: 31,726

Österreichische Staatsdruckerei

Palfinger

A1230 Wien, Tenschertstraße 7, Tel.: 43 (0) 1 2 0666-0

5101 Bergheim, Lamprechtshausener Bundesstraße 8, Tel.: 43 (0) 662 2281-0, www.palfinger.com

Die OeSD-Gruppe ist ein Anbieter von gesamtheitlichen Identitätsmanagementlösungen. Die Geschäftstätigkeit der OeSD-Gruppe umfasst die Beratung für die Entwicklung, Implementierung und Verwaltung von Identitätsmanagementsystemen einschließlich Daten- und IT-Sicherheit und Biometrie („eGovernment Consulting“) und die Personalisierung von ID Dokumenten sowie der damit zusammenhängenden Logistik („eGovernment Services“). Ein drittes Geschäftsfeld ist die Produktion von fälschungssicheren Blankosicherheitsdokumenten und anderen Hochsicherheitsdruckprodukten („High Security Printing“).

Der 1932 gegründete Betrieb zählt zu den international führenden Herstellern hydraulischer Hebe-, Lade- und Handlingsysteme. Als multinationale Unternehmensgruppe verfügt der ­Konzern über Produktions- und Montagestandorte in Europa, Nord- und Südamerika sowie ­Asien. Palfinger gilt als Technologie- und Innovationsführer und ist bei Lkw-Knickarmkranen, Forst- und Recyclingkranen, Hooklifts und Kranen für die Offshore-Windindustrie Weltmarkt­ führer. Mit seinen Hightech-Eisenbahn-Anwendungen und Brückeninspektionsgeräten ist ­Palfinger Technologie- und Marktführer in Europa.

CEO: Ing. Robert Schächter Vorstand: Prof. Reinhart Gausterer, Mag. Helmut Lackner, Mag. Lukas Praml Aufsichtsrat: Dr. Johannes Strohmayer (Vorsitzender), Dr. Wilfried Stadler, Dr. Peter HoffmannOstenhof, Martin Smit, Thomas Sperlich

CEO: DI Herbert Ortner Vorstand: Christoph Kaml, Wolfgang Pilz, Martin Zehnder Aufsichtsrat: Hubert Palfinger jun., Gerhard Rauch, Hannes Palfinger, Heinrich Kiener, Dawei Duan, Peter Pessenlehner, Johannes Kücher, Gerhard Gruber, Alois Weiss

Österreichische Staatsdruckerei Holding AG Geschäftsjahr: 1. 4.–31. 3. ISIN: AT00000OESD0 Börsesegment: Standard Market Auction Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 7.500.000 Volatilität (3 Monate): 0,0 Letzte Dividende: 0,45 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 20. 7. 2016 Börsekapitalisierung: 112,5 Mio. Euro KGV: –

Palfinger AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000758305 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 37.593.258 Volatilität (3 Monate): 30,828 Letzte Dividende: 0,39 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 11. 3. 2016 Börsekapitalisierung: 964,64 Mio. Euro KGV: 15,289


WeltMeister Österreich

Die Top-Aktien-Übersicht der Börse Wien im WeltMeister-Jahr 2016

Pankl Racing Systems

Porr

8605 Kapfenberg, Industriestraße West 4, Tel.: 43 (0) 3862 33999-0, www.pankl.com

1100 Wien, Absberggasse 47, Tel.: 43 (0) 50626-0, www.porr-group.com

Die Pankl Racing Systems Unternehmensstruktur unterteilt sich in drei Bereiche: Racing, Aerospace und High Performance. Pankl entwickelt, produziert und vertreibt Motor- und Antriebs­ systeme, aber auch Fahrwerksteile für den Rennsport, die Luftfahrtindustrie und für High-Performance-Autos. Pankl punktet in diesen Nischenmärkten mit Leichtbaukomponenten aus hochwertigen, innovativen Werkstoffen, die für extreme mechanische Belastungen ausgelegt sind. Heute ist die Racing Division marktführender Lieferant für Motor- und Antriebssysteme.

Die Porr ist eines der größten Bauunternehmen Österreichs und mit einem Gründungsjahr 1869 auch eines der ältesten. Das Unternehmen versteht sich als flexibler Full-Service-Baukonzern, mit vorgelagerter Projektentwicklung sowie nachgelagertem Immobilien- und Facility Management. Die Porr-Gruppe bietet alle Bauleistungen von Hochbau und Tiefbau über den Energiebau, Verkehrswege- und Tunnelbau bis zur Umwelttechnik und der Projektentwicklung an und ist neben ihren Heimmärkten Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien auch ­selektiv in CEE/SEE sowie in Katar, Oman und Königreich Saudi-Arabien tätig.

CEO: Mag. Wolfgang Plasser Vorstand: DI (FH) Christoph Prattes (COO), DI Stefan Seidel (CTO) Aufsichtsrat: DI Stefan Pierer, Josef Blazicek, Ing. Alfred Hörtenhuber, Mag. Friedrich Roithner, Paul Neumann

CEO: Ing. Karl Strauss, MBA Vorstand: MMag. Christian B. Maier (CFO), Dipl.-Ing. J. Johannes Wenkenbach (COO) Aufsichtsrat: DDr. Karl Pistotnik, DI Klaus Ortner, Dr. Michael Diederich, Mag. Robert Grüneis, Dr. Walter Knirsch, DI Iris Ortner, Hon.Prof. Dr. Bernhard Weiss. Dr. Susann Weiss u.a.

Pankl Racing Systems AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000800800 Börsesegment: Mid Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 3.150.000 Volatilität (3 Monate): 33,827 Letzte Dividende: 0,60 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 27. 4. 2016 Börsekapitalisierung: 83,48 Mio. Euro KGV: 11,317

Porr AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000609607 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 29.095.000 Volatilität (3 Monate): 33,486 Letzte Dividende: 1,50 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 30. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 790,07 Mio. Euro KGV: 13,837

Polytec

Raiffeisen Bank International

4063 Hörsching, Polytec-Straße 1, Tel.: 43 (0) 7221 701-0, www.polytec-group.com

1030 Wien, Am Stadtpark 9, Tel.: 43 (0) 1 71707-0, www.rbinternational.com

1986 in Marchtrenk von Friedrich Huemer gegründet, entwickelte sich das Unternehmen in den letzten zehn Jahren vom reinen Hersteller industrieller Kunststoffteile hin zum System­ lieferanten, der die komplette Prozesskette vom Design über Konstruktion und Produktion bis zur Just-In-Sequence-Lieferung abdecken kann. Heute ist Polytec in die Rolle als international angesehener Entwickler und Hersteller von Kunststoffteilen für den automotiven Bereich hinein­gewachsen und produziert Interieur-, Exterieur- und Motorraumteile sowie Funktionsund Zubehörteile.

Die RBI betrachtet Österreich und Zentral- und Osteuropa als ihren Heimmarkt. 15 Märkte der Region werden durch Tochterbanken abgedeckt, darüber hinaus umfasst die Gruppe zahlreiche andere Finanzdienstleistungsunternehmen, beispielsweise in den Bereichen Leasing, Ver­ mögensverwaltung und Mergers and Acquisitions. Die RBI ist eine vollkonsolidierte Tochter der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Die RZB hält indirekt rund 60,7 % der ­Aktien, der Rest befindet sich im Streubesitz.

CEO: Friedrich Huemer Vorstand: Markus Huemer, Peter Haidenek, Alice Godderidge Aufsichtsrat: Fred Duswald, Manfred Helmut Trauth, Viktoria Kickinger, Robert Büchelhofer, Reinhard Schwendtbauer

CEO: Dr. Karl Sevelda Vorstand: Dr. Johann Strobl, Dkfm. Klemens Breuer, Mag. Martin Grüll (CFO), Mag. Andreas Gschwenter (COO/CIO), Mag. Peter Lennkh Aufsichtsrat: Dr. Walter Rothensteiner, Mag. Erwin Hameseder, Dr. Heinrich Schaller, MMag. Martin Schaller, Mag. Bettina Selden, Dr. Kurt Geiger, Mag. Michael Höllerer u. a.

Polytec Holding AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000A00XX9 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 22.329.585 Volatilität (3 Monate): 22,587 Letzte Dividende: 0,30 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 24. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 160,75 Mio. Euro KGV: 7,093

Raiffeisen Bank International AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000606306 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 292.979.038 Volatilität (3 Monate): 35,691 Letzte Dividende: 1,02 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 11. 6. 2014 Börsekapitalisierung: 3.290,15 Mio. Euro KGV: 10,465


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Rath

Rosenbauer

1015 Wien, Walfischgasse 14, Tel.: 43 (0) 1 5134427-0, www.rath-group.com

4060 Leonding, Paschinger Straße 90, Tel.: 43 (0) 732 6794-0, www.rosenbauer.com

Rath produziert und vertreibt Komplettlösungen für hochwertige feuerfeste Auskleidungen und ist damit weltweit eines der wenigen Unternehmen, die alle für die Auskleidung von Öfen ­benötigten, hochfeuerfesten Werkstoffe wie Steine und Mörtel im eigenen Haus erzeugen. Die Bandbreite der Rath-Produkte liegt in der Regel bei Anwendungen zwischen 1.000° C und 1.800° C und kommen in der Stahl- und keramischen Industrie bis hin zu Energie- und Umwelttechnik zum Einsatz. 66,7 % der Rath-Aktien hält die Rath Holding GmbH, 18,8 % die Rath-Familienmitglieder und 14,5 % befinden sich im Streubesitz.

Rosenbauer ist im abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz der führende Hersteller von ­Feuerwehrfahrzeugen weltweit. Mit der breiten Palette an kommunalen Löschfahrzeugen und Hubrettungsgeräten, der umfassenden Baureihe an Flughafen- und Industriefahrzeugen, ­modernsten Löschsystemen und feuerwehrspezifischer Ausrüstung ist der Vollsortimenter der Branche die vertriebsstärkste internationale Gruppe und mit einem weltweiten Vertriebs- und Kundendienstnetz in mehr als 100 Ländern vertreten. Rosenbauer liefert an alle Zielgruppen: ­Berufs- und freiwillige Feuerwehren, Betriebs- und Flughafenfeuerwehren.

Vorstand: Andreas Pfneiszl (CFO, CSO), DI (FH) Jörg Sitzenfrey (COO) Aufsichtsrat: Mag. Stefan Ehrlich-Adam, WP Mag. Philipp Rath, Mag. Karin Bauer-Rath, Mag. Dieter Hermann, MMag. Christian B. Maier, Dr. Andreas Meier, Dkfm. Paul Rath

CEO: Dr. Dieter Siegel Vorstand: DI Gottfried Brunbauer (CTO), Mag. Günter Kitzmüller (CFO) Aufsichtsrat: Dr. Alfred Hutterer, Dr. Rainer Siegel, Dr. Christian Reisinger, DI Karl Ozlsberger, Ing. Rudolf Aichinger, Alfred Greslehner

Rath AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000767306 Börsesegment: Standard Market Auction Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 1.500.000 Volatilität (3 Monate): 103,036 Letzte Dividende: 0,50 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 8. 6. 2016 Börsekapitalisierung: 24,75 Mio. Euro KGV: 5,022

Rosenbauer International AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000922554 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 6.800.000 Volatilität (3 Monate): 25,107 Letzte Dividende: 1,50 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 25. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 383,11 Mio. Euro KGV: 20,182

RHI

S IMMO

1100 Wien, Wienerbergstraße 11, Tel.: 43 (0) 1 50213-0, www.rhi-ag.com

1010 Wien, Friedrichstraße 10, 5. Stock, Tel.: 43 (0) 50100-27521, www.simmoag.at

RHI ist Weltmarktführer bei Feuerfestprodukten, -systemen und Dienstleistungen für industrielle Hochtemperaturprozesse (> 1.200 °C). Mit rund 8.000 Mitarbeitern, 32 Produktionswerken und mehr als 70 Vertriebs­standorten bedient das Unternehmen über 10.000 Kunden aus der Stahl-, Zement-, Nichteisen­metalle-, Glas-, Energie- und Chemieindustrie in fast allen Ländern der Welt. RHI produziert pro Jahr über 1,5 Mio. Tonnen feuerfeste Steine, Massen, Mörtel und Funktional­produkte.

Die S IMMO AG war 1987 die erste Immobiliengesellschaft Österreichs an der Wiener Börse. Das Unternehmen kauft und verkauft Gewerbe- und Wohnimmobilien, entwickelt, saniert und vermietet seine Objekte. S IMMO betreibt Hotels und Einkaufszentren. Die Immobilien der S IMMO finden sich in den etablierten Märkten Österreichs und Deutschlands sowie in den Wachstumsmärkten von sechs Ländern Zentral- und Südosteuropas. Die strategischen Kern­ aktionäre der S IMMO sind die Erste Group und die Vienna Insurance Group zu je 10 %, ­institutionelle Investoren halten 47 % und private Investoren 33 % der S MMO-Aktien.

CEO: Dkfm. Franz Struzl Vorstand: DI Franz Buxbaum (COO), Mag. Barbara Potisk-Eibensteiner (CFO), DI Thomas Jakowiak (CSO Division Industrial), DI Reinhold Steiner (CSO Division Stahl) Aufsichtsrat: Dr. Herbert Cordt, Dr. Helmut Draxler, Dr. Wolfgang Ruttenstorfer, Hubert Gorbach, Dipl.-BW Gerd Peskes, Stanislaus Prinz zu Sayn Wittgenstein-Berleburg, David Schlaff u. a.

CEO: Mag. Ernst Vejdovszky Vorstand: Mag. Friedrich Wachernig, MBA Aufsichtsrat: Dr. Martin Simhandl, Dr. Ralf Zeitlberger, Mag. Franz Kerber, Mag. Andrea Besenhofer, Christian Hager, Mag. Erwin Hammerbacher, Michael Matlin, Mag. Dr. Wilhelm Rasinger

RHI Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000676903 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 39.819.039 Volatilität (3 Monate): 35,539 Letzte Dividende: 0,75 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 11. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 706,99 Mio. Euro KGV: 45,038

S IMMO AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000652250 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 66.917.179 Volatilität (3 Monate): 19,045 Letzte Dividende: 0,30 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 8. 6. 2016 Börsekapitalisierung: 558,09 Mio. Euro KGV: 7,009


WeltMeister Österreich

Die Top-Aktien-Übersicht der Börse Wien im WeltMeister-Jahr 2016

Schoeller-Bleckmann

Stadlauer Malzfabrik

2630 Ternitz, Hauptstraße 2, Tel.: 43 (0) 2630 315-0, www.sbo.at

1220 Wien, Smolagasse 1, Tel.: 43 (0) 1 28808-0, www.malzfabrik-ag.at

SBO ist Weltmarktführer bei Hochpräzisionsteilen für die Ölfeld-Ausrüstungsindustrie. Schwerpunkt sind amagnetische Bohrstrangkomponenten für die Richtbohrtechnologie. Darüber hinaus produziert die Gruppe Bohrmotoren und Bohrwerkzeuge und bietet umfassende Servicearbeiten im Bereich Reparatur und Service. Die operativen Unternehmen der SBO sind weltweit in allen bedeutenden Zentren der Ölbohrindustrie präsent und agieren vor Ort als eigenständige Einheiten. SBO ist weltweit der einzige Anbieter, der sowohl in der Entwicklung hochfester amagnetischer Stähle für die Ölfeld-Industrie als auch im Bereich der metallurgischen Bearbeitung und Fertigung tätig ist.

Stadlauer Malzfabrik AG fungiert als Besitzgesellschaft und stellt der STAMAG Stadlauer Malzfabrik GesmbH wesentliche Betriebsgrundlagen in Wien zur Verfügung. Die STAMAG wiederum ist als traditionsreicher Hersteller hervorragender Malze sowie aller gängigen Spezialmalze ­bekannt und in die deutsche IREKS-Firmengruppe eingebettet. Nahezu alle österreichischen Brauereien mit Rang und Namen sowie Geschäftspartner in Europa und Übersee zählen mittlerweile zu langjährigen STAMAG-Kunden. Als größte österreichische Handelsmälzerei verarbeitet die Stadlauer Malzfabrik heute jährlich ca. 160.000 t Getreide.

CEO: Ing. Gerald Grohmann Vorstand: Mag. Klaus Mader (CFO) Aufsichtsrat: Mag. Norbert Zimmermann, Dr. Peter Pichler, Mag. DI Helmut Langanger, Karl Samstag, Dr. Karl Schleinzer, Mag. Brigitte Ederer

Vorstand: Lutz Hager, DI Stefan Soiné Aufsichtsrat: Dipl.Kfm. Hans Albert Ruckdeschel, Dipl.Kfm. Jürgen Brinkmann, Dipl.BW (FH) Robert Prause, Hartwig Uebersberger

Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000946652 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 16.000.000 Volatilität (3 Monate): 39,663 Letzte Dividende: 0,50 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 9. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 861,92 Mio. Euro KGV: –

Stadlauer Malzfabrik AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000797303 Börsesegment: Standard Market Auction Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 560.000 Volatilität (3 Monate): 32,309 Letzte Dividende: 0,80 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 22. 7. 2015 Börsekapitalisierung: 49,84 Mio. Euro KGV: –

Semperit

Strabag

1031 Wien, Modecenterstraße 22 / B1, Tel.: 43 (0) 1 79777-0, www.semperitgroup.com

1220 Wien, Donau-City-Straße 9, Tel.: 43 (0) 1 224 22-0, www.strabag.com

Semperit entwickelt, produziert und vertreibt hochspezialisierte Produkte aus Kautschuk und Kunststoff: Untersuchungs- und Operationshandschuhe, Hydraulik- und Industrieschläuche, Förder­bänder, Rolltreppen-Handläufe, Bauprofile, Seilbahnringe und Produkte für den Eisen­ bahn­oberbau. Die Gruppe beschäftigt weltweit über 7.000 Mitarbeiter, davon knapp 4.100 in Asien und mehr als 800 in Österreich. Zur Gruppe gehören weltweit 22 Produktionsstandorte sowie zahlreiche Vertriebsniederlassungen. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte der Konzern 915 Mio. Euro Umsatz sowie ein EBITDA von 96 Mio. Euro.

Strabag ist ein europäischer Technologiekonzern für Baudienstleistungen – vom Entwurf über die Planung und den Bau bis hin zu Property & Facility Services bzw. Betrieb und Abbruch. Ein Netz aus zahlreichen Tochtergesellschaften in vielen europäischen Ländern und zunehmend auf anderen Kontinenten erweitert das Einsatzgebiet der Strabag über Österreichs und Deutschlands Grenzen hinaus. Die Strabag deckt dabei die gesamte Leistungspalette (Hoch- und Inge­ nieurbau, Verkehrs­wegebau, Spezialtief- und Tunnelbau) sowie die Bauwertschöpfungskette ab.

CEO: Thomas Fahnemann Vorstand: Dr. Johannes Schmidt-Schultes, Michele Melchiorre, Richard Ehrenfeldner, Declan Daly Aufsichtsrat: Dr. Veit Sorger, Dr. Felix Strohbichler, Dr. Stefan Fida, Dr. Walter Koppensteiner, Mag. Patrick F. Prügger, Mag. Andreas Schmidradner, Dr. Astrid Skala-Kuhmann, Karl Voitl u. a.

CEO: Dr. Thomas Birtel Vorstand: Mag. Christian Harder, Dr. Peter Krammer, Mag. Hannes Truntschnig, DI Siegfried Wanker Aufsichtsrat: Dr. Alfred Gusenbauer, Mag. Erwin Hameseder, Mag. Kerstin Gelbmann, Dr. Gulzhan Moldazhanova, Mag. Hannes Bogner, William R. Spiegelberger, Wolfgang Kreis u. a.

Semperit AG Holding Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000946652 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 20.573.434 Volatilität (3 Monate): 27,898 Letzte Dividende: 1,20 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 3. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 608,15 Mio. Euro KGV: 13,761

Strabag SE Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT000000STR1 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 113.999.997 Volatilität (3 Monate): 20,196 Letzte Dividende: 0,65 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 17. 6. 2016 Börsekapitalisierung: 3.135,00 Mio. Euro KGV: 15,510


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Unternehmen stellen sich vor

BUWOG Group – glücklich wohnen Die BUWOG Group ist der führende deutschösterreichische Komplettanbieter im Wohn­ immobilienbereich und blickt auf eine mittlerweile 65-jährige Erfahrung zurück. Das Immobilienbestandsportfolio umfasst rund 51.300 Bestandseinheiten und verteilt sich je zur Hälfte auf Österreich und Deutschland. Neben dem Asset Management (nachhaltige Vermietungs- und Bestandsbewirtschaftung) wird mit den Geschäftsbereichen Property Sales (profitabler Verkauf von Einzelwohnungen sowie von Objekten und Portfolios) und Property Development (Planung und Errichtung von Neubauten in Wien, Berlin und Hamburg) die gesamte Wertschöpfungskette des Wohnungssektors abgedeckt. Die Aktien der ­BUWOG AG sind seit Ende April 2014 an den Börsen in Frankfurt, Wien und Warschau n ­ otiert. Die BUWOG ist erfolgreich und mit einem wichtigen Meilenstein in ihr drittes Jahr als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen gestartet: In Hamburg konnte ein sehr attraktives Grundstück erworben werden, auf dem über 1.000 Wohnungen entstehen sollen. Damit wird Hamburg neben Wien und Berlin zum dritten langfristigen Standort des Bereichs Property Development, dem Wohnungsneubau, der die BUWOG vom Mitbewerb unterscheidet und in dem das Unternehmen aktuell bei einem Projektentwicklungs-Gesamtinvestitionsvolumen von rund 2,5 Mrd. Euro steht. In allen drei Metropolen werden sowohl Eigentums­wohnungen als auch Mietwohnungen in den eigenen Bestand gebaut.

Foto: BUWOG/Stephan Huger

Wohnimmobilienkonzern setzt erfolgreichen Weg fort.

Eigene Projektentwicklung betreibt die BUWOG seit ihrer Gründung im Jahr 1951. Als Partner im österreichischen klima:aktiv pakt2020 ist die BUWOG Group Vorreiter im nachhaltigen und energieeffizienten Bauen und Sanieren. Mit ausgezeichneten Projekten wie Oase22, Am Mühlgrund oder Passivhaus Kierling setzte die BUWOG als Bauträger wichtige Impulse in Sachen Klima- und Umweltschutz. Durch den kontinuierlichen Ausbau ihrer Development-Aktivitäten ist die BUWOG bereits auf Platz 2 unter den Wohnbauprojektentwicklern in Berlin (lt. Projektentwicklerstudie Bulwiengesa, April 2016), wo man 2012 in den Wohnungsneubau einstieg. In Wien ist das Unternehmen aktivster Bauträger in Bezug auf freifinanzierte Eigentums- und Vorsorgewohnungen. In Österreich und Deutschland beschäftigt die BUWOG Group über 700 Mitarbeiter, die Firmenzentrale ist in Wien. www.buwog.com


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Die Top-Aktien-Übersicht der Börse Wien im WeltMeister-Jahr 2016

Telekom Austria

UNIQA

1020 Wien, Lassallestraße 9, Tel.: 43 (0) 50664-0, www.telekomaustria.com

1029 Wien, Untere Donaustraße 21, Tel.: 43 (0) 50677-670, www.uniqagroup.com

Die Telekom Austria Group ist als Kommunikationsanbieter im CEE-Raum mit rund 24 Millionen Kunden in acht Ländern tätig: in Österreich (A1), Slowenien (Si.mobil), Kroatien (Vipnet), der ­Republik Serbien (Vip mobile) und der Republik Mazedonien (Vip operator), Bulga­rien (Mobiltel), Weißrussland (velcom) sowie in Liechtenstein (Telecom Liechtenstein). Die Gruppe beschäftigte per Ende 2015 17.673 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von rund 4 Mrd. Euro. Das Portfolio umfasst Produkte und Dienstleistungen im Bereich Sprachtelefonie, Breitband-­ Internet, Multimedia-Dienste, Daten- und IT-Lösungen, Wholesale sowie Payment-Lösungen.

Die UNIQA Insurance Group AG ist eine der führenden Versicherungsgruppen in ihren ­Kern­märkten Österreich und Zentral- und Osteuropa (CEE). Das Unternehmen ist mit rund 40 Gesellschaften in 19 Ländern vor Ort und hat mehr als 10 Millionen Kunden. In Österreich ist die ­UNIQA mit einem Marktanteil von rund 22 % der zweitgrößte Versicherungskonzern. In der Wachstumsregion CEE ist man in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, ­Kosovo, ­Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Tschechien, Ukraine und Ungarn vertreten.

CEO: Alejandro Plater Vorstand: Siegfried Mayrhofer Aufsichtsrat: Wolfgang Ruttenstorfer, Carlos García Moreno Elizondo, Alejandro Cantú Jiménez, Karin Exner-Wöhrer, Peter Hagen, Carlos M. Jarque, Reinhard Kraxner, Silvia Bauer u. a.

CEO: Andreas Brandstetter Vorstand: Eric Leyers (COO), Kurt Svoboda (CFRO) Aufsichtsrat: Dr. Walter Rothensteiner, Dr. Christian Kuhn, Mag. Erwin Hameseder, Prof. DDr. Eduard Lechner, Dr. Markus Andréewitch, Dr. Ernst Burger, Jutta Kath u. a.

Telekom Austria AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000720008 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 664.500.000 Volatilität (3 Monate): 19,397 Letzte Dividende: 0,05 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 1. 6. 2016 Börsekapitalisierung: 3.591,62 Mio. Euro KGV: 9,169

UNIQA Insurance Group AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000821103 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 309.000.000 Volatilität (3 Monate): 28,197 Letzte Dividende: 0,47 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 9. 6. 2016 Börsekapitalisierung: 1.706,61 Mio. Euro KGV: 7,033

UBM

Unternehmens Invest

1210 Wien, Floridsdorfer Hauptstraße 1, Tel.: 43 (0) 50626-0, www.ubm.at

4600 Wels, Edisonstraße 1, Tel.: 43 (0) 1 4059771-0, www.uiag.at

Seit 1873 börsenotiert – damals zweitgrößter Ziegelhersteller der österreichischen Monarchie und noch unter dem Namen „Union-Baumaterialien-Gesellschaft“ – ist die UBM heute ein international agierender Spezialist in allen Belangen der Immobilienentwicklung und -verwaltung. Die UBM entwickelt, errichtet und betreibt Gewerbeobjekte aus den Bereichen Büro, Hotel, Handel, Produktion, Logistik sowie Gesundheitsimmobilien. Dabei gehören neben der klassischen Neubau­entwicklung sowohl die Stadt- und Baulandentwicklung größerer Flächenareale zur ­Palette der Entwicklungsaktivitäten, aber auch die Bestandsumnutzung und -revitalisierung.

Die UIAG ist eine börsenotierte Beteiligungsgesellschaft, die sich auf die Entwicklung von mittelständischen Industriebetrieben in Österreich spezialisiert hat. Als langfristiger, unabhängiger Investor stellt die UIAG Wachstumsfinanzierung und Know-how bereit. Als aktiver Investor mit langfristigem Investitionshorizont ist die UIAG national und international auf der Suche nach mittelständischen Industrieunternehmen. Als Eigentümer übernimmt die UIAG die unternehmerische Verantwortung und investiert in den langfristigen Erfolg ihrer Tochterunternehmen. Im aktuellen Portfolio befinden sich u.a. Pongratz Trailer Group, LCS Holding GmbH und Pankl Racing Systems.

CEO, CFO: Mag. Thomas G. Winkler, LL.M. Vorstand: DI Martin Löcker, DI Claus Stadler, Mag. Michael Wurzinger Aufsichtsrat: Ing. Karl-Heinz Strauss, DI Iris Ortner, MMag. Christian Maier, DI Klaus Ortner, Dr. Ludwig Steinbauer, Mag. Paul Unterluggauer, Dr. Bernhard Vanas, Dr. Susanne Weiss

CEO: Dr. Rudolf Künz Vorstand: Paul Neumann, MBA Aufsichtsrat: Dr. Norbert Nagele, Dr. Manfred de Bock, DI Günther Apfalter, DI Dr. Otto Urbanek.

UBM Development AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000815402 Börsesegment: Standard Market Continuous Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 7.472.180 Volatilität (3 Monate): 33,466 Letzte Dividende: 1,60 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 22. 5. 2015 Börsekapitalisierung: 218,90 Mio. Euro KGV: –

Unternehmens Invest AG Geschäftsjahr: 1. 10.–30. 9. ISIN: AT0000816301 Börsesegment: Mid Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 4.250.000 Volatilität (3 Monate): 64,180 Letzte Dividende: 0,70 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 30. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 92,65 Mio. Euro KGV: –


WeltMeister Österreich

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Unternehmen stellen sich vor

Sicherheitsweltmeister aus Österreich Die Österreichische Staatsdruckerei ist für ihre Hochsicherheitsdokumente in vielen Ländern der Welt bekannt. Egal, ob Reisepässe oder digitales Identitätsmanagement: In Sachen sichere Identität ist die Staatsdruckerei aus guten Gründen die erste Adresse. Kunden in mehr als 60 Ländern der Welt setzen auf die Österreichische Staatsdruckerei, wenn es um sichere Identität geht. Das seit über 200 Jahren bestehende österreichische Traditionsunternehmen ist heute ein international führender Anbieter von Identitätsmanagementlösungen. Die Staatsdruckerei entwickelt und produziert etwa Hochsicherheitsidentitätsdokumente, wie z.B. den Reisepass mit Chip und biometrischen Sicherheitsmerkmalen. „Mit dem hochsicheren Reisepass made in Austria haben wir einen internationalen Standard gesetzt. Gerade in unsicheren Zeiten ist es wichtiger denn je, dass staatliche Dokumente sicher sind“, erklärt Geschäftsführer Helmut Lackner. Auch, wenn es um Register, Erfassung und Personalisierungsinfrastruktur geht, sorgt das börsenotierte Unternehmen für hochsichere Lösungen, auf die sich Staaten und Bürger verlassen können. Ein eigenes Forschungs- und Qualitätszentrum des Unternehmens stellt sicher, dass die Staatsdruckerei bei Dokumenten und Identitätsmanagementlösungen international weiterhin den Ton angibt. Weil Identität auch in der digitalen Welt sicher sein muss, befasst sich das Unternehmen seit Jahren mit dem Thema der sicheren digitalen Identitäten. Eine vielbeachtete, bei der Computermesse Cebit 2016 sogar ausgezeichnete Innovation, ist das Facts & Figures 2015/16 Umsatzerlöse:

€ 40,516 Mio

Exportanteil: Personalstand: Audit berufundfamilie zertifiziert (seit 2009) Umweltmanagementsystem ISO 14001, ISO 27001, ISO 14298, ISO 9001 Österreichische Staatsdruckerei Holding AG Tenschertstraße 7, 1239 Wien www.staatsdruckerei.at

18 % 140

weltweit erste digitale Ausweissystem „MIA“ („My Identity App“). Das digitale Identitätsmanagementsystem integriert alle Ausweisdokumente in einer App. Physische Dokumente müssen dank MIA nicht mehr mitgeführt werden. Besonders an diesem System ist, dass die Daten nicht am Smartphone gespeichert werden, sondern über den Zugriff auf zentrale Register zur Verfügung stehen. Nach der Aktivierung von MIA erfolgt die Verlinkung zwischen den Daten austauschenden Geräten. „Damit bringt MIA einen Quantensprung in Sachen Sicherheit. Die Rückmeldungen von Fachwelt und Kunden sind überaus positiv. Denn es ist für alle klar, dass die Digitalisierung vollkommen neue Anforderungen an sicheres Identitätsmanagement von Staaten, Institutionen und Unternehmen stellt“, so Lukas Praml, Geschäftsführer der Staatsdruckerei. Das international erfolgreiche Hochsicherheitsunternehmen ist auch mit hochkarätigen Partnern vernetzt. Gemeinsam mit Unter­ nehmen wie Google arbeitet die Staatsdruckerei etwa in der weltweiten FIDO-Allianz (Fast Identity Online) an Alternativen zum unsicheren Passwort für die rasche und sichere Online-­ Authentifizierung. Die Staatsdruckerei verfügt in der analogen wie in der digitalen Welt über höchste Kompetenz im Umgang mit sensiblen Daten und Prozessen. Kein Wunder, dass ihre Produkte und Gesamt­ lösungen für sicheres Identitätsmanagement internationale Erfolgsgeschichten schreiben. Wo Österreichische Staatsdruckerei draufsteht, ist eben hochsichere Identität drin.


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Die Top-Aktien-Übersicht der Börse Wien im WeltMeister-Jahr 2016

Valneva

VIG

1030 Wien, Intercell Austria, Campus Vienna Biocenter 3, Tel.: 43 (0) 1 20620-0, www.valneva.com

1010 Wien, Schottenring 30, Tel.: 43 (0) 50390-22000, www.vig.at

Valneva ist ein europäisches Biotech-Unternehmen mit strategischer Fokussierung auf Impf­ stoffe und Antikörper. 2013 durch die Verschmelzung von Intercell AG und Vivalis SA gegründet, verbindet Valneva zwei sich optimal ergänzende Wertschöpfungsketten: Entdeckung von Anti­körpern sowie Entwicklung und Vermarktung von Impfstoffen. Das Unternehmen verfügt über ein breites Portfolio an Produktkandidaten sowie über Technologieplattformen, die auf dem Weg sind, zum Qualitätsstandard bzw. marktführend im Bereich der biopharmazeutischen Industrie zu w ­ erden.

Die Vienna Insurance Group (VIG) ist heute die führende Versicherungsgruppe in Österreich und gehört zu den führenden Versicherungsgesellschaften in CEE. Derzeit ist der Konzern mit ca. 23.000 Mitarbeitern und rund 50 Gesellschaften in 25 Ländern vertreten. Am österreichischen Markt positioniert sich die VIG mit der Wiener Städtischen Versicherung, der Donau ­Versicherung und der Sparkassen Versicherung. Rund 70 % der VIG-Aktien sind im Besitz des Wiener Städtischen Versicherungsvereins, die übrigen Aktien befinden sich im Streubesitz.

CEO: Thomas Lingelbach Vorstand: Franck Grimaud, Reinhard Kandera (CFO) Aufsichtsrat: Frédéric Grimaud, Prof. Alexander von Gabain, Michel Gréco, Alain Munoz, James Sulat, Prof. Hans Wigzell, Anne-Marie Graffin

CEO: Prof. Elisabeth Stadler Vorstand: KR Franz Fuchs, Mag. Roland Gröll, Dr. Judit Havasi, Mag. Peter Höfinger, Dr. Martin Simhandl (CFO) Aufsichtsrat: KR Dr. Günther Geyer, KR Dr. Karl Skyba, Abtprimas Propst Bernhard Backovsky, KR Martina Dobringer, Dr. Rudolf Ertl, Mag. Maria Kubitschek, Mag. Reinhard Ortner u. a.

Valneva SE Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: FR0004056851 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 74.689.099 Volatilität (3 Monate): 51,026 Letzte Dividende: – Dividende Ex Tag: – Börsekapitalisierung: 180,47 Mio. Euro KGV: –

Vienna Insurance Group AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000908504 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 128.000.000 Volatilität (3 Monate): 48,143 Letzte Dividende: 0,60 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 18. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 2.190,72 Mio. Euro KGV: 38,318

Verbund

voestalpine

1010 Wien, Am Hof 6A, Tel.: 43 (0) 50313-0, www.verbund.at

4020 Linz, Voestalpine-Straße 1, Tel.: 43 (0) 5030415-0, www.voestalpine.com

Verbund ist Österreichs führendes Stromunternehmen, einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa und mit Abstand größter Stromerzeuger in Österreich – das Unter­ nehmen kann mehr als 40 % des heimischen Strombedarfs decken. Verbund ist auf allen Wertschöpfungsstufen elektrischer Energie tätig – von Erzeugung und Übertragung bis hin zu ­Handel, Vertrieb und Energiedienstleistungen. Die wichtigsten Märkte sind dabei Österreich und Deutschland. Seit 1988 ist das Unternehmen an der Börse, 51 % des Aktienkapitals besitzt die Republik Ö ­ sterreich.

Der weltweit agierende Konzern entwickelt, fertigt und verarbeitet hochwertige Stahlprodukte, ist mit rund 500 Konzerngesellschaften und -standorten in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten und agiert mit ­qualitativ höchstwertigem Flachstahl als einer der führenden europäischen Partner der Auto­mobil-, Energie-, Hausgeräte- und Konsumgüterindustrie. Die voestalpine ist Weltmarktführer in der Weichentechnologie, bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen.

CEO: Wolfgang Anzengruber Vorstand: Johann Sereinig, Günther Rabensteiner, Peter F. Kollmann Aufsichtsrat: Gilbert Frizberg, Michael Süß, Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, Harald ­Kaszanits, Martin Krajcsir, Peter Layr, Werner Muhm, Susanne Riess, Jürgen Roth u. a.

CEO: Dr. Wolfgang Eder Vorstand: DI Herbert Eibensteiner, DI Dr. Franz Kainersdorfer, Mag. DI Robert Ottel MBA, DI Franz Rotter, DI Dr. Peter Schwab, MBA Aufsichtsrat: Dr. Joachim Lemppenau, Dr. Heinrich Schaller, KR Dr. Franz Gasselsberger, Dr. Hans-Peter Hagen, Prof. Dr. Helga Nowotny, DI Dr. Michael Schwarzkopf u. a.

Verbund AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000746409 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 170.233.686 Volatilität (3 Monate): 28,539 Letzte Dividende: 0,35 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 20. 4. 2016 Börsekapitalisierung: 2.104,09 Mio. Euro KGV: 19,767

voestalpine AG Geschäftsjahr: 1. 4.–31. 3. ISIN: AT0000937503 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 174.949.163 Volatilität (3 Monate): 39,863 Letzte Dividende: 1,00 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 6. 7. 2015 Börsekapitalisierung: 5.282,59 Mio. Euro KGV: 8,887


WeltMeister Österreich

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Unternehmen stellen sich vor

Foto: Wienerberger AG/Norbert Prommer

Auf Wienerberger kann man bauen

Rekordumsatz im Jahr 2015 erwirtschaftet Mit fast 3 Mrd. Euro erwirtschaftete die Wienerberger AG 2015 den höchsten Umsatz der Unternehmens­ geschichte und stei­gerte das operative EBITDA auf insgesamt 370 Mio. Euro. Mit einem Ergebnis nach Steuern von rund 70 Mio. Euro hat Wienerberger die Rückkehr in die Gewinnzone wieder geschafft. Diese außerordentlich erfreuliche Entwicklung ist Resultat einer klaren ­Strategie und ihrer konsequenten Umsetzung.

Facts & Figures 2015 Mitarbeiter:

15.813

Umsatz in Mio. Euro:

2.972,4

EBITDA operativ in Mio. Euro: Eigenkapital in Mio. Euro: 1)

Eigenkapital inklusive nicht beherrschende Anteile und Hybridkapital

Mehr Informationen auf www.wienerberger.com

369,7 2.054,2 1)

„Unseren Wachstumskurs werden wir fortsetzen und uns weiterhin auf unsere drei strategischen Kern­felder Diversifikation, Innovation und ­Optimierung konzen­trieren.“

Foto: Wienerberger AG/Kurt Keinrath

Die Wienerberger AG ist ein internationaler Anbieter von Baustoff- und Infrastrukturlösungen mit Hauptsitz in Wien. ­ ­Wienerberger produziert Ziegel für Wand, Fassade und Dach, Rohr­systeme aus Kunststoff und Steinzeug sowie Flächenbefestigungen aus Beton und Ton. Derzeit ist das Unternehmen mit 202 Produktionsstandorten in 30 Ländern tätig und beschäftigt knapp 16.000 Mitarbeiter. Das macht Wienerberger zum größten Ziegelhersteller weltweit und einem der führenden Anbieter von Rohrsystemen und Flächenbefestigungen in Europa. Die Wienerberger AG ist die einzige reine Publikumsgesellschaft an der Wiener Börse, deren Aktien zu 100 % in Streubesitz sind. Zuletzt wurde Wienerberger mit dem Wiener Börsepreis in der Kategorie „ATX“ ausgezeichnet, dies unterstreicht das aktive Commitment zum ­ Finanzmarkt.

DR. HEIMO SCHEUCH Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG

Klarer strategischer Fokus auf Diversifikation, Innovation und Optimierung Wienerberger ist am Puls der Zeit und entwickelt sich wie die Anforderungen und Ansprüche an Baustoffe stetig weiter. Durch Diversifikation wurde innerhalb der letzten Jahre aus dem reinen Ziegelhersteller ein weltweit führendes Baustoffunternehmen. Der Ausbau der Rohraktivitäten sowie des Dachgeschäftes waren wichtige Schritte im Renovierungs- und Infrastrukturbereich, die nun gemeinsam mit dem Ziegelgeschäft die Basis für weiteres starkes organisches Wachstum bilden. Der Fokus auf Innovation ist eine weitere wichtige Säule des Erfolges: Mit innovativen Produkten und Services wird das Angebot für Kunden laufend verbessert. Gleichzeitig arbeitet Wienerberger daran, Prozesse weiter zu optimieren. Dies bedeutet die konsequente Steigerung der Effizienz in Produktion, Vertrieb und Verwaltung. Dieser strategische Fokus stellt die Weichen für das weitere substanzielle Wachstum des Unternehmens.


WeltMeister Österreich

Die Top-Aktien-Übersicht der Börse Wien im WeltMeister-Jahr 2016

Warimpex

Wolford

1210 Wien, Floridsdorfer Hauptstraße 1, Tel.: 43 (0) 1 3105500, www.warimpex.com

6900 Bregenz, Wolfordstraße 1, Tel.: 43 (0) 5574 690-0, www.wolford.com

Warimpex ist eine „hybride“ Immobiliengesellschaft, die als Asset Manager und Immobilien­ eigentümer Projekte so lange selbst betreibt, bis durch einen Verkauf die höchste Wertschöpfung realisiert werden kann. Das Unternehmen sieht ihr Kerngeschäft in der Errichtung und dem ­Betrieb von Hotels in Zentral- und Osteuropa. Darüber hinaus entwickelt Warimpex auch Bürohäuser und andere Immobilien. Der Großteil der Immobilien sind Hotels und Bürogebäude in Tschechien, Polen und Ungarn, welche durch die Warimpex-Gruppe selbst betrieben werden. Warimpex agiert auch als Developer in allen Phasen der Entwicklung.

Das Unternehmen vertreibt die Produktsegmente Legwear, Ready-to-wear, Lingerie, Swimwear und Accessories. Wolford unterhält 16 Tochtergesellschaften und vertreibt seine Produkte in rund 60 Ländern über rund 270 Monobrand-Verkaufsstandorte (eigene und partnergeführte), ca. 3.000 Handelspartner und online. Das seit 1995 an der Wiener Börse notierte Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014/15 mit rund 1.570 Beschäftigten einen Umsatz von 157,35 Mio. Euro. Seit Gründung im Jahr 1950 entwickelte sich Wolford zur weltweit führenden Herstellermarke für luxuriöse Strümpfe, exklusive Lingerie und hochwertige Bodywear.

CEO: Dkfm. Dr. Franz Jurkowitsch Vorstand: Dkfm. Georg Folian, Dr. Alexander Jurkowitsch, Florian Petrowsky Aufsichtsrat: Günter Korp, Thomas Aistleitner, William Henry Marie de Gelsey, Harald Wengust, Hannes Palfinger

CEO: Ashish Sensarma COO / CFO: Axel Dreher Aufsichtsrat: Antonella Mei-Pochtler, Claudia Beerman, Lothar Reiff, Birgit Wilhelm, Anton Mathis, Peter Glanzer

Warimpex Finanz- und Beteiligungs AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000827209 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 54.000.000 Volatilität (3 Monate): 24,396 Letzte Dividende: 0,25 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 3. 6. 2008 Börsekapitalisierung: 31,27 Mio. Euro KGV: –

Wolford AG Geschäftsjahr: 1. 5.–30. 4. ISIN: AT0000834007 Börsesegment: Prime Market Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 5.000.000 Volatilität (3 Monate): 15,979 Letzte Dividende: 0,20 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 22. 9. 2015 Börsekapitalisierung: 128,35 Mio. Euro KGV: –

Wienerberger

Zumtobel

1100 Wien, Wienerbergstraße 11, Tel.: 43 (0) 60192-0, www.wienerberger.com

6850 Dornbirn, Höchster Straße 8, Tel.: 43 (0) 5572 509-0, www.zumtobelgroup.com

1819 gegründet und bereits 1869 an die Börse gegangen, blickt das Unternehmen auf eine traditionsreiche Geschichte zurück. Aktuell ist Wienerberger mit 202 Produktionsstandorten in 30 Ländern der weltweit größte Produzent von Ziegeln und europäische Nummer 1 bei Tondach­ ziegeln. Die vollständige Übernahme des Kunststoffrohrherstellers Pipelife im Jahr 2012 und des führenden Tondachziegelproduzenten Tondach Gleinstätten 2014 waren nur einige strategischen Meilensteine vom Ziegelhersteller zum internationalen Baustoffkonzern. Wienerberger ist eine reine Publikumsgesellschaft ohne Kernaktionär – ihre Aktien sind zu 100 % im Streubesitz.

Das Unternehmen ist führender Anbieter von innovativen und hochwertigen Lichtlösungen und Lichtkomponenten und gliedert sich – neben den kleinen Marken acdc und Reiss – in drei inter­national etablierte Marken: Thorn ist Qualitätsanbieter für professionelle Lichtlösungen für die Innen- und Außenbeleuchtung, Tridonic steht mit seinen intelligenten Lösungen für die inneren Werte des Lichts und bietet ein komplettes Portfolio an Hard- und Software. Die Premiummarke Zumtobel ist Garant für hochwertige und einzigartige Leuchten und Lichtsteuerungssysteme für die unterschiedlichsten Anforderungen der professionellen Gebäudebeleuchtung.

CEO: Heimo Scheuch Vorstand: Willy van Riet Aufsichtsrat: Regina Prehofer, Harald Nograsek, Peter Johnson, Franz Josef Haselberger, Christian Jourquin, Myriam Meyer, Caroline Grégoire Sainte Marie, Wilhelm Rasinger

CEO: Ulrich Schumacher Vorstand: Karin Sonnenmoser (CFO), Alfred Felder (COO) Aufsichtsrat: Jürg Zumtobel, Stephan Hutter, Johannes Burtscher, Rüdiger Kapitza, Hans-Peter Metzler, Fritz Zumtobel, Richard Apnar, Dietmar Dünser, Kai Arbinger

Wienerberger AG Geschäftsjahr: 1. 1.–31. 12. ISIN: AT0000831706 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 117.526.764 Volatilität (3 Monate): 28,467 Letzte Dividende: 0,20 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 17. 5. 2016 Börsekapitalisierung: 1.791,70 Mio. Euro KGV: –

Zumtobel Group AG Geschäftsjahr: 1. 5.–30. 4. ISIN: AT0000837307 Börsesegment: ATX Art der Aktien: Stammaktien Anzahl der Aktien: 43.500.000 Volatilität (3 Monate): 75,827 Letzte Dividende: 0,22 Euro je Aktie Dividende Ex Tag: 28. 7. 2015 Börsekapitalisierung: 490,03 Mio. Euro KGV: –


WeltMeister Österreich

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Wohnen in Wien

Stadt Wien unterstützt Privat-Mieterinnen und bietet Förderungen für Grätzeln.

Die Mieterhilfe und ihre ExpertenInnen checken für Sie Ihren Mietvertrag kostenlos.

Foto: Wohnservice Wien

Die Service-Palette reicht von der individuellen Überprüfung durch den Online-Mietenrechner, der ganz bequem von zu Hause aus bedient werden kann, über die kompetente Unterstützung der Mieterhilfe der Stadt Wien bis hin zur Durchsetzung der Mietrechte bei der Wiener Schlichtungsstelle. Mit dem Wiener Mietenrechner, dem kostenlosen und praktischen Servicetool, kann die Höhe des gesetzlich geregelten Richtwertmietzinses vor Abschluss eines Mietvertrages von Wohnungssuchenden errechnet oder von Mietern auch rückwirkend grundlegend überprüft werden. Zur Ermittlung werden lediglich Angaben zu Adresse, Wohnungsgröße und Ausstattungsmerkmale – dazu zählen Aufzüge, Kellerabteile, Balkon, Terrasse etc. – benötigt. Alle Infos gibt’s auf www.mietenrechner.wien.at Mit der neuen App für iOS und Android kann das unentgeltliche Servicetool auch bequem unterwegs am Smart­ phone oder Tablet angewandt werden – z. B. bei oder nach einer Wohnungs­ besichtigung. Auskünfte über weitere Services gibt es auch bei der Mieterhilfe der Stadt Wien unter 01/4000-25900 oder www.mieterhilfe.at Hilfreich ist auch der Online-Mieten­rechner – neu jetzt auch als App.

Belebung in den Grätzeln Doch nicht nur leistbare Mieten sind wichtig für die hohe Lebensqualität in einer Stadt. Ein ganz wesentlicher Baustein um sich wohlzufühlen, ist auch eine umfassende Nahversorgung. Mit zwei konkreten Fördermaßnahmen unterstützt die Wirtschaftsagentur der Stadt Wien derzeit Unternehmen, um für eine gezielte Attraktivierung in den Grätzel zu sorgen: • So gibt es eine Förderung von bis zu 15.000 Euro für die Belebung von Geschäftslokalen. Unterstützt werden Wiener Unternehmen, die ein seit mindestens einem Jahr leer stehendes Geschäftslokal beziehen, das sich in einer Erdgeschoßzone befindet. Die Förderung richtet sich an alle Branchen, die einen Platz für ihr Geschäft suchen. • Ganz neu: Mehr Geld für Unternehmen, die Stadtentwicklungsgebiete beleben! Nahversorgungs- und Handwerksbetriebe werden dabei von der Wirtschaftsagentur Wien mit bis zu 40.000 Euro unterstützt, wenn sie sich für bestimmte Stadt­ entwicklungsgebiete entscheiden, die in enger Abstimmung mit Experten der Stadtentwicklung definiert wurden, wie u. a. „Erdberger Mais – Aspanggründe – St. Marx“, „Liesing-Mitte“ und „Westgürtel“. Alle Infos zu den Förderungen gibt’s auf www.wirtschaftsagentur.at

Foto: Beatrix Kovats, Wirtschaftsagentur Wien

Foto: Stefan Zamisch, Wohnservice Wien

Service-Paket zum Nulltarif

Wer leer stehende Geschäftslokale in Erdgeschoßzonen wieder mit Leben erfüllt, wird von der Stadt Wien gefördert.


MIT KNOW-HOW ZU SICHERHEIT IM AUSLANDSGESCHÄFT € 27,50

Export- und Handelsfinanzierung Zuverlässigkeit ist die Grundlage weltweiter Partnerschaften. Aufgrund unserer internationalen Präsenz und unseres Know-how können wir Ihnen Lösungen für die Transaktionsrisiken aus Ihren grenzüberschreitenden Geschäften anbieten. Unsere Experten strukturieren Ihre Auslandsgeschäfte mittels innovativer Produkte und Dienstleistungen. Gemeinsam mit unseren „International Desk“-Mitarbeitern in fast allen Ländern Zentral- und Osteuropas unterstützen wir Sie bei Ihren täglichen Anforderungen. Ganz gleich, in welchem Bereich Sie tätig sind: Wir passen unsere Finanzierungslösungen an Ihre individuellen Bedürfnisse an. www.rbinternational.com Raiffeisen Bank International – MEINE BUSINESS-BANK.

Weltmeister Oesterreich 2016  
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