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medianet

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Freitag, 8. November 2013 – 23

© Cognosec

zauberlehrlingsproblem

Cognosec-CEO Oliver Eckl über IT­Sicherheit und Softwareentwicklung Seite 25

© Chris Haderer

technology

© Toshiba

Software statt hardware

Neue IT-Konzepte: auf dem Weg zum ­Software Defined Data Center  Seite 28

berührungsscheu Toshiba Satellite P70-A-104 im praxistest

Computergrafik: eine verheimlichte Branche

© Chris Haderer

short

Wien. Es waren nicht die drei Musketiere, sondern die drei „Evangelisten“ Michael Chaize (Senior Creative Cloud Evangelist, im Bild vlnr.), Jason Levine (Worldwide Evangelist) und Rufus Deuchler (Senior Worldwide Design Evangelist), die im Rahmen der „Creative Days“ von Adobe nach Wien kamen. Ihre Mission: die Creative Cloud des Softwarekonzernes nebst dem neuen Abo-Modell für Software geschmackvoll ins Volk zu streuen. Die Adobe Creative Cloud hat laut Rufus Deuchler derzeit mehr als eine Mio. zahlende User. www.adobe.at

© QBS Group

Hollywood in Vienna Neben gut 500 Fachbesuchern kamen auch drei Oscar-Preisträger und zahlreiche Special-Effects-Artists zur „Pixel 8“-Fachkonferenz. Was der CG-Branche fehlt, ist konzentrierte Lobbying-Arbeit.  Seite 24

Die „Pixel 8“-Konferenz in den Räumen der Österreichischen Akademie der Wissenschaft: klassische Kunst und moderne Computer­ grafik in perfekter Koexistenz.

© Chris Haderer

Wien. Quattro Business Solutions wurde von Microsoft zum exklusiven Master VAR für Österreich ernannt – ein erstes Ergebnis der ERPVolumen-Strategie „Road to Repeatability“, die eine wichtige Säule für den Erfolg von Microsoft Dynamics NAV in Europa darstellt. Mit der Änderung des bisherigen Partnermodells will Microsoft die Dynamics NAV-Partner künftig noch besser unterstützen (Bild: Joop van Voorthuijsen, CEO von Quattro Business Solutions). Die Ernennung soll das hohe Vertrauen von Microsoft gegenüber QBS group unterstreichen.  www.qbsgroup.com/de

Tele2 Die Tele2-Gruppe erzielte 877 Millionen € Umsatz

Wien. Electronic Arts hat eine mehrjährige Partnerschaft mit dem bekannten Rennfahrer und Actionsport-Helden Ken Block und „Need for Speed“ geschlossen. Ken Block wird als „Racing Advisor” beratend für die Serie tätig sein. Von der Need for Speed-Serie wurden seit ihrem Start im Jahr 1994 mehr als 150 Mio. Einheiten verkauft. Der neueste Teil, „Need for Speed Rivals“, gewann 15 Auszeichnungen.  www.needforspeed.de

© Tele2/Foto Wilke

© Electronic Arts

Geplante Wachstumsrate erreicht

Gute Bilanzen: Alfred Pufitsch, Geschäfts­führer von Tele2 Österreich.

Wien. Der schwedische Telekommunikations-Komplettanbieter Tele2 konnte auch im 3. Quartal 2013 einen Nettoumsatz von 7,529 Mio. SEK verbuchen (ca. 877 Mio. €), wovon 5,481 Mio. SEK (ca. 639 Mio. €) [vgl. 5,325] auf mobile Services entfielen. Entsprechend wurde eine Wachstumsrate von 3% im Bereich mobiler Services erreicht. „Dank neuer innovativer Produkte und unserem ausgezeichneten Kundenservice konnten wir unsere Performance auch im 3. Quartal positiv gestalten“, kommentiert Tele2 Österreich-CEO Alfred Pufitsch die aktuellen Geschäftsergebnisse.  www.tele2.at

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24 – medianet technology

Freitag, 8. November 2013

Pixel 8 Die von der IG Computergrafik initiierte Fachkonferenz lockte Ende Oktober drei Oscar-Preisträger nach Wien

Kommentar

Die Leistungsschau der Computergrafik-Branche

Schadenersatz für 200.000 Betroffene

Die österreichischen CG-Unternehmen bringen es auf einen Jahresumsatz von durchschnittlich 200.000 €. Chris Haderer

Chris Haderer

D

Markus Kurtz, Rhythm & Hues Studios: Konkurs trotz „Oscar“ für „Life of Pi“.

„Star Wars“ war im Jahr 1978 erst der Anfang: Oscar-Preisträger Robert Blalack.

Internationale Redner

© Chris Haderer (3)

ie Zahlen haben es in sich: 14 Angeklagte, 200.000 Geschädigte, mehr als 325.000 € Schmiergeld und 2,3 Millionen Gewinn. Über acht Jahre hinweg soll der Hauptangeklagte im Prozess um den größten Datenskandal der Zweiten Republik, der Besitzer eines Wirtschaftsauskunftsdienstes, dreizehn mitangeklagte Beamte „angestiftet“ und bezahlt haben, systematisch Daten aus Justizdatenbeständen beiseitezuschaffen. „Ich war jung und brauchte das Geld“, lautet zum Teil die Rechtfertigung der mit dem Vorwurf des Missbrauchs der Amtsgewalt konfrontierten Beamten. Ab 2004 informierte die ARGE Daten die Datenschutzkommission, die Staatsanwaltschaft Wien und die damalige Justizministerin über die rechtswidrigen Vorgänge. Erst drei Jahre und viele Anzeigen später wurden 2010 Ermittlungen gegen den Wirtschaftsauskunftsdienst durchgeführt, die schließlich zur Verhaftung des Betreibers und der Anklage von 13 Beamten geführt haben. Ein Ende des Prozesses ist derzeit noch nicht in Sicht, obwohl bereits einzelne, nicht rechtskräftige Urteile vorliegen. Was die Republik just aber noch nicht kommuniziert hat: Jeder von der illegalen Datenweitergabe betroffene Bürger hat laut Hans Zeger Anspruch auf 1.000 € Schadenersatz. Gut für den Datenschutz, schlecht fürs Budget.

Wünscht sich mehr Lobbying für die Branche: Max Höfferer, IG Computergrafik.

Mediaroom 13 Mio. User

Die Branche ein wenig ins Rampenlicht rücken will die IG Computergrafik seit nunmehr acht Jahren mit der „Pixel“-Konferenz: Die aktuelle Ausgabe ging Ende Oktober vor etwa 500 Gästen in den Räumen der Österreichischen Akademie der Wissenschaft über die Bühne. Zum Rahmenprogramm,

Epson 56% der heimischen Arbeitskräfte würden ihren PC oder Laptop gern gegen ein neues Gerät austauschen

Neuer Besitzer

Österreicher mit IT am Arbeitsplatz zufrieden

© Wikipedia

Meerbusch/Wien. In manchen Details scheint Österreich immer noch eine Insel der Seligen zu sein, ein bisschen zumindest. Wie beispielsweise eine Studie vom Marktforschungsunternehmen YouGov im Auftrag von Epson ergab, sind Berufstätige in Österreich deutlich zufriedener mit ihrer IT-Ausstattung als ihre Kollegen in Deutschland. Insgesamt ist die Zufriedenheit mit der ITAusstattung (PC, Laptop, Telefon,

Der „Mediaroom“: von Microsoft entwickelt, von Ericsson gekauft.

Drucker, Kopierer, Scanner) in allen drei Ländern größtenteils gut. Es zeichnet sich allerdings ein Trend ab: Jüngere Mitarbeiter sind unzufriedener als ältere. Die Geräte, die die Befragten am ehesten erneuern möchten, sind in allen drei Ländern vergleichbar: Auf Platz eins liegen PCs und Laptops mit rund 50 Prozent, Drucker und Telefon folgen mit rund 30 Prozent. „Wir sind davon überzeugt, dass das Wissen rund um die IT im Büro ein entscheidender Faktor für die Produktivität von Berufstätigen und Unternehmen ist und die Studie einen wichtigen Baustein für die richtige Planung bietet“, sagt Schahin Elahinija, Leiter Marketing der Epson Deutschland GmbH.

Moderne Arbeitsgeräte

© Epson

Wien. Ericsson hat die angekündigte Übernahme des TVGeschäftsfelds Mediaroom von Microsoft erfolgreich abgeschlossen. Durch den Kauf ist Ericsson zum weltweit führenden IPTV-Ausrüster aufgestiegen – mit einem Marktanteil von über 25 Prozent. Dienste, die auf der Mediaroom-Plattform basieren, werden von ca. 60 Netzbetreibern angeboten. Insgesamt werden nahezu 13 Millionen Haushalte bzw. 24 Millionen Set-Top-Boxen versorgt. Nach Schätzungen soll die Zahl der IPTV-Nutzer jährlich um 18 Prozent steigen und im Jahr 2015 bei 105 Millionen Abonnenten liegen.  www.ericsson.com

Wien. Wenn das „Raumschiff Enterprise“ in unendlichen Weiten echter und überzeugender aussieht, als eine Live-Übertragung von der Raumstation ISS, dann liegt das an der Arbeit von Special-EffectsExperten, ohne die heute kaum ein erfolgreicher Hollywood-Film mehr auskommt. Die Bandbreite dessen, was unter dem Label Computergrafik zu finden ist, reicht von 3D-Computergrafik und 3DProduktvisualisierung über Animation und Concept-Art bis zu Games und Motion Graphics. Und: Es ist eine Branche, die nicht nur in den USA zu Hause ist. Laut einer Studie der Interessensgemeinschaft Computergrafik gibt es hierzulande 500 bis 800 Unternehmen, die im CGBereich tätig sind und es auf einen Jahresumsatz von durchschnittlich 200.000 € bringen. Im Gegensatz zu vielen anderen Marktsegmenten, in denen IT eine wesentliche Rolle spielt, wird die Computergrafik hierzulande allerdings kaum als wirtschaftliche Kraft wahrgenommen. „Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Computergrafik in Österreich kein Gewerbe ist und auch keine Lobby hat“, kommentiert Max Höfferer von der IG Computergrafik. Wer auf diesem Sektor tätig ist, „ist etwas ganz eigenes und sitzt zwischen vielen Sesseln“.

das internationale Special-EffectsArtists für Vorträge und Lectures nach Österreich holt, gehört auch die Verleihung des „Austrian Computer Graphics Awards“ (ACGA), zu dem heuer mehr als 100 Beiträge eingereicht wurden. Neben dem Award ist „sicher eine Besonderheit der Pixel, dass es uns gelungen ist, drei Oscar-Preisträger am Podium zu haben“, sagt Höfferer – nämlich Robert Blalack, der 1978 den Oscar in der Kategorie Best Visuals Effects für „Star Wars“ bekam, Troy Saliba (Oscar in der Kategorie Best Animation Short Film für Chubbchubbs!) und Markus Kurtz, Vice President of Production Technology bei den Rhythm & Hues-Studios. Letztere sind ein Beispiel dafür, wie schnell der Wind am Computergrafik-Sektor umschlagen kann. „Rhythm & Hues hat zwar den ‚Oscar‘ für Best Visual Effects in ‚Life of Pi‘ erhalten, musste aber gleichzeitig Konkurs anmelden“, sagt Kurtz, ein Steirer, der seit über einem Jahrzehnt in den USA werkt. „Das Problem war: Wir hatten zwar viele Kunden, die aber für den notwendigen Aufwand zu wenig bezahlt haben.“ Dadurch schlitterte Rhythm & Hues in die roten Zahlen und ist jetzt im Besitz einer indischamerikanischen Company. Kurtz hält die Entertainment-Branche für einen wichtigen Wirtschaftsfaktor, der staatliche Förderungen – etwa in Form von Steuererleichterungen, wie sie in Kanada üblich sind – vertragen könnte. In diese Kerbe schlägt auch Max Höfferer, der sich mehr Lobbying-Arbeit wünscht: „In der heimischen Branche gibt es keinen Futterneid“, sagt er. „Wir wollen uns nicht um die Brösel streiten, sondern dafür sorgen, dass die Torte größer wird.“  www.igcomputergrafik.at  www.pixelvienna.com

Schahin Elahinija, Leiter Marketing der Epson Deutschland GmbH.

Etwa zwei Drittel (65 Prozent) der befragten Berufstätigen in Österreich zeigen sich voll und ganz bzw. zufrieden mit ihrer IT-Ausstattung am Arbeitsplatz. Auf einer Skala von eins (voll und ganz zufrieden) bis sechs (überhaupt nicht zufrieden) liegt der Durch-

schnittswert bei 2,2 – damit liegen die Österreicher im Dreiländervergleich leicht vor der Schweiz und deutlich vor Deutschland. Wesentlicher Teil der Zufriedenheit ist die Geräteausstattung des Arbeitsplatzes im Unternehmen. Auf Platz eins der Geräte, die die Befragten gegen ein Nachfolgemodell austauschen würden, steht

der Computer, es folgen das Telefon und der Drucker. In Österreich würden 56 Prozent der Befragten ihren PC oder Laptop gegen ein neues Gerät austauschen (51 Prozent in Deutschland, 55 Prozent in der Schweiz). Drucker und Telefon liegen mit 30 bzw. 28 Prozent in Österreich auf fast gleicher Position.  www.epson.at


I d e e & st r at e gi e

Freitag, 8. November 2013

medianet technology – 25

Cognosec Der IT-Security-Lösungsanbieter rät Unternehmen zur schnellen Implementierung von SCADA-Prozessen zum Schutz vor Cyberangriffen

Sicherheitskritische Infrastruktur Chris haderer

Wien. Supervisory Control and Data Acquisition oder kurz SCADA: Mit dieser etwas sperrigen Bezeichnung ist etwas gemeint, was in keinem Betrieb fehlen sollte, der eine sicherheitskritische IT-Infrastruktur betreibt. SCADA ist ein Sammelbegriff für Systeme, die gesamte Prozessketten oder kritische Infrastruktur überwachen, visualisieren, steuern und regeln. „Ohne diese Systeme wäre das Leben im 21. Jahrhundert nicht denkbar“, sagt Oliver Eckel, Geschäftsführer beim IT-Security-Lösungsanbieter Cognosec. „Energie- und Wasserversorgung, Schienennetze, Flughäfen aber auch Logistikunternehmen oder der Lebensmittelgroßhandel verlassen sich auf computerunterstützte Modelle, die sowohl Sollund Istwerte permanent vergleichen, als auch zur Steuerung von Prozessen dienen.“ Allerdings sind manche kritischen Monitoring- und Steuerungssysteme in Unternehmen historisch gewachsen, dementsprechend veraltet und nur schlecht geschützt. „Solche Systeme und Abläufe sowie Infrastruktur von Unternehmen werden dadurch verwundbar“, sagt Eckel. „Viele Betriebe setzen hier oft immer noch auf eine Augen-zu-unddurch-Taktik – bis es kracht.“ Und dieser Krach kann recht laut und weithin vernehmbar ausfallen, wenn es sich beispielsweise um die Infrastruktur einer Bank, eines Flughafens oder einer sensiblen Industriesteuerungsanlage handelt.

Social Engineering-Angriffe

© panthermedia.net/Michael G. Smith

Die Möglichkeiten, kritische Infrastruktur zu unterwandern, sind vielfältig. „Nur einmal angenommen, Sie finden einen USB-Stick auf dem Betriebsparkplatz“, meint Eckel. „Was tun Sie damit? Vielleicht möchten Sie herausfinden, wem dieser gehört und stecken ihn zu diesem Zweck kurz in ihren Computer. Eine schlechte Idee. Was nämlich, wenn dieser Stick bewusst ausgelegt wurde, um in Ihrem Firmennetzwerk Trojaner zu installieren? Das ist keinesfalls Science-Fiction – Social Engineering passiert tagtäglich.“ Deshalb ist SCADA nicht nur ein Thema für die betreffenden Unternehmen, „sondern hat unmittelbare und konkrete Auswirkungen auf das Leben aller Menschen“. Die Verantwortung, beispielsweise das Weichensystem eines Schienennetzes bestmöglich abzusichern und Missbrauch zu verhindern, ist dementsprechend groß. „Das können nur sehr wenige Unternehmen“, sagt Eckel.

IT-Infrastrukturen in Flughäfen müssen besonders intensiv geschützt werden.

„In Österreich sind wir in dieser Größenordnung mit Sicherheit einer von wenigen Anbietern“, sagt Eckel. Er hält es für notwendig, bei Kunden ein Bewusstsein für die Gefahren zu schaffen und darauf aufbauen „Programme und Lösungen zu entwickeln, die es anderen sehr schwer machen, sich in einer fremden IT-Infrastruktur auszubreiten.“

Kontrollverlust vermeiden „An vielen Unternehmen sind die letzten zehn Jahre spurlos vorbeigegangen“, meint Eckel. „Wenn wir uns anschauen, dass es ein Ju-

gendlicher in Polen geschafft hat, Straßenbahnen mit einer Fernsteuerung zusammenstoßen zu lassen, dann bekommt man eine Vorstellung von der Verwundbarkeit der Systeme. Die Firmen werden deshalb auch immer nervöser. Man kann mittlerweile mit kleinem Aufwand großen Schaden anrichten.“ Auch das „Internet der Dinge“, in dem Geräte Informationen austauschen, liefert Cybercrime-Attacken Vorschub. Es sei „ein Zauberlehrlings-Problem“, meint Eckel und ist davon überzeugt, mit SCADA einen Beitrag zu leisten, damit Unternehmen nicht die Kontrolle verlieren.  www.cognosec.com

© Cognosec

Social Engineering ist ein Teil der neuen Angriffsstrategie von Cyberkriminellen.

Oliver Eckel, Geschäftsführer beim IT-Security-Lösungsanbieter Cognosec.


r ou n dtab l e

Freitag, 8. November 2013

© medianet/Szene1/Katharina Schiffl (7)

26 – medianet technology

Roundtable Das Unternehmensserviceportal bietet umfangreiche Informationen und direkten Kontakt zur Verwaltung

„Der elektronische Arbeitsplatz des Unternehmers“

Experten rund um das Unternehmensserviceportal: Frederik Schorr (aws), Erich Forsthuber (BMF) und Günter Lauer (BRZ).

christoph fellmer

Wien. Mit dem Unternehmensserviceportal (USP) steht den österreichischen Unternehmen eine Plattform zur Verfügung, die einerseits Informationen zu den verschiedensten Unternehmenssituationen in allgemein verständlicher Form anbietet. Andererseits ist das USP eine Möglichkeit, die Kommunikation mit der Verwaltung gänzlich elektronisch und ohne Papieraufwand abzuwickeln. Unternehmen, die Rechnungen an den Bund stellen, müssen das ab 1. Jänner 2014 ohnehin in elektronischer Form tun

Am Runden Tisch diskutieren Erich Forsthuber (BMF), Günter Lauer (BRZ) und Frederik Schorr (aws) über den Stand der Dinge und die Zukunft des USP.

Unternehmen bei der

medianet: Was sind die primären Gründe gewesen, die zur Entwicklung des USP geführt haben? Erich Forsthuber: Begonnen hat alles mit einem großen Programm der Bundesregierung zur Senkung von Verwaltungskosten, speziell für Unternehmen. Im Rahmen dieser sehr umfassenden Analyse wurde herausgearbeitet, wie die österreichischen Unternehmen durch

„Für unser Kundenportal wäre es ideal, wenn in den nächsten zwei Jahren 80% der österreichischen Unternehmer am USP sein werden.“ frederik schorr, aws

und sind somit automatisch USPKunden, allen anderen steht es frei, das Portal zu benutzen. Langfristiges Ziel ist es, elektronische Dienste, wie die bereits angesprochene E-Rechnung, auch unter den Unternehmen zu etablieren.

„Ziel des USP ist es, die

ihre Informationsverpflichtung an die Verwaltung belastet werden. Das Ergebnis war deutlich: Nach Angaben der Unternehmen ergaben sich Belastungen in der Größenordnung von vier Milliarden Euro. Das Ziel war es nun, diesen Betrag um

Erfüllung ihrer Pflichten der Verwaltung gegenüber zu entlasten.“ erich forsthuber, BMF

25% zu senken. Damals wurde die Entscheidung getroffen, nicht nur rechtliche Maßnahmen zu treffen, sondern als Flagship-Maßnahme ein Unternehmensserviceportal im Internet aufzusetzen, um den Unternehmen einen technischen Zugang zur Verwaltung zu bieten. Parallel dazu ist ein Schwerpunkt des USP die Bereitstellung von Informationen in unterschiedlichen Tiefen, die direkt von den Fachabteilungen kommen und von einer Redaktion so bearbeitet werden, dass sie einfach verständlich sind und ihre Richtigkeit garantiert ist. Die Zielsetzung ist, dass das USP zum elektronischen Arbeitsplatz des Unternehmers werden soll. Der Unternehmer hat eine Zugangskennung zum USP und kann dort alle seine Verpflichtungen erledigen. medianet: Gibt es dabei Meilensteine oder Schwerpunkte?

Forsthuber: Ja, ein Schwerpunkt, dessen Umsetzung wir gerade begonnen haben, ist die Gründungssituation. Die Unternehmensgründung soll vollständig elektronisch abgewickelt werden können, wobei vor allem die kleinen Unter-

„Unternehmen können bereits jetzt elektronische Rechnungen einbringen und ausprobieren, ob alle Prozesse funktionieren.“ Günter lauer, BRZ

nehmen im Vordergrund stehen. Diese Prozessüberlegungen sollen letztlich für eine große Anzahl von Unternehmenssituationen aufgesetzt werden. In der Praxis heißt das: Der Unternehmer hat ein bestimmtes Problem, das wir bis zu den zuständigen Verwaltungsbehörden leiten. Diese müssen ihre Abwicklungen in die Prozesse einfließen lassen. Das Ergebnis soll anschließend elektronisch von der Behörde an den Unternehmer geschickt werden. Langfristiges Ziel ist es, dass der Unternehmer am USP einen kompletten Überblick über seine Kommunikation mit der Verwaltung hat. medianet: Ab 1. Jänner 2014 müssen alle Rechnungen an den Bund elektronisch eingereicht werden. Wie ist hier der Stand der Dinge? Günter Lauer: Unternehmen können bereits jetzt Rechnungen elek-

Entgeltliche Einschaltung des Bundesministeriums für Finanzen

Das USP ist mehr als nur ein weiteres Portal im Web: Letztlich soll es für Unternehmer zu einem unverzichtbaren Werkzeug für den Kontakt mit der Verwaltung und zu anderen Unternehmen werden.


R ou n d ta b l e

Freitag, 8. November 2013

medianet technology – 27

Erich Forsthuber Ist im Finanzministerium für das USP verantwortlich als Programmmanager. „Mein Schwerpunkt liegt auf der technischen Seite“, sagt er, was die Entwicklung des Systems, das Marketing und den laufenden Betrieb einschließt. „Unsere Aufgabe ist die Definition des USP, wie es jetzt und in Zukunft sein soll.“ Günter Lauer leitet im Bundesrechenzentrum den Bereich e-Gouvernement und ist für die meisten dieser Services verantwortlich. „Wir betreiben das USP und sind für die Verfügbarkeit und den reibungslosen Ablauf verantwortlich“, sagt er. Als Geschäftsführer der BIT-S , die sich mit elektronischen Akten befasst, ist er auch Anwender des USP. Frederik Schorr ist beim Austria Wirtschaft Service (aws) der Leiter der Abteilung Organisation und IT. „Wir zählen zu den eGovernment-Vorreitern in Österreich“, sagt er. Die AWS ist die Förderbank des Bundes, die österreichische KMUs unterstützt und dessen „aws Fördermanager“ bereits den USP Single-Sign-On nutzt. tronisch übermitteln, wenn sie das wollen. So kann man vor der verpflichtenden Einführung ausprobieren, ob alles ordnungsgemäß funktioniert. Derzeit ist eine XMLSchnittstelle realisiert, für größere Unternehmen wird es zukünftig weitere Schnittstellen geben, damit beispielsweise mit SAP-Systemen direkt zugegriffen werden kann. Für kleinere Unternehmen gibt es

Unternehmer elektronisch eingebracht werden, kann sie die Verwaltung außerdem elektronisch weiterverarbeiten, was ebenfalls zu Einsparungen führt. Wir wollen die Unternehmen auch dazu animieren, dass sie Ergebnisse der Verwaltung elektronisch erhalten. Hier wird sich die Verwaltung einiges an Einsparungen – Stichwort: Porto – holen können. Das USP leistet damit auch einen Beitrag zur Vereinfachung der Verwaltung und zur Senkung der Kosten. Schorr: Wir haben als erste Förderungseinrichtung unser Kundenportal voll ins USP integriert, nachfolgende Einrichtungen werden es sicher einfacher haben. Dennoch können wir uns dadurch auf unsere Kerntätigkeit konzentrieren. Würden wir etwa den Zugang zum aws-Kundenportal selbst verwalten, müssten wir die Anwender auch technisch supporten, beispielsweise wenn ein Passwort verloren gegangen ist oder Ähnliches. Dieser Aufwand entfällt durch die Authentifizierung über das USP völlig. Dass darüber hinaus die elektronische Antragstellung und Kommunikation ohnehin

„Durch das USP können wir einfach Verbindungen zwischen Unternehmen und physischen Personen herstellen.“

Entgeltliche Einschaltung des Bundesministeriums für Finanzen

Frederik Schorr, AWS

Word Plug-ins zur elektronischen Rechnungslegung und ein OnlineFormular für die direkte Übermittlung im USP. Wir hoffen natürlich, dass die Unternehmen durch die Verpflichtung der elektronischen Rechnungslegung an den Bund diese Art auch untereinander einführen werden. Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass die Transaktionssicherheit und Verfügbarkeit gewahrt sind. Frederik Schorr: Das BMF macht einen wichtigen Schritt, indem es große Unternehmen verpflichtet, diese gemeinsame Plattform zu nutzen. Aus dem Blickwinkel des aws-Kundenportals gäbe es noch einfachere Möglichkeiten zur Authentifizierung als das USP. Der Charme des USP liegt aber darin, dass wir davon ausgehen, dass binnen kurzer Zeit die Mehrheit der österreichischen Unternehmen vertreten ist. Wir haben uns relativ frühzeitig darauf eingelassen, wir rechnen aber damit, dass viele Unternehmenskunden in Zukunft schon am USP sein werden, wenn sie erstmalig bei uns einen elektronischen Förderantrag stellen. medianet: Das USP bringt nicht nur Einsparungen für Unternehmen, sondern auch für die Verwaltung. Wie sehen diese aus? Forsthuber: Wesentlicher Punkt ist: Wenn die Informationen in gleicher Weise über eine Schiene kommen, wird die Qualität besser. Die Nacharbeit in den Behörden wird dadurch reduziert. Wenn Meldungen und Eingaben der

ein riesiger Einsparungstreiber ist, ist klar. medianet: Herzstück ist das SingleSign-On … Lauer: Das ist eine im Prinzip recht komplexe Lösung, da viele Unternehmer mehrere Rollen gleichzeitig wahrzunehmen haben, da sie für mehrere Unternehmen vertretungsbefugt sind. Darüber hinaus können sie ja auch noch als Bürger eine Einkommenssteuererklärung oder Arbeitnehmerveranlagung abzugeben haben. Es wurde daher die Möglichkeit geschaffen, beim Einstieg auszuwählen, in welcher Rolle man agiert, und kann seine Rolle jederzeit wechseln. Schorr: Wie wir im aws aus Erfahrung sehen, ist es oft recht aufwendig, einen rechtlichen Zusammenhang zwischen einem Unternehmen und dessen Mitarbeitern – physischen Personen – herzu-

„Für die Verwaltung ergeben sich Vereinfachungen bei der Bearbeitung und Einsparungen durch elektronischen Versand.“ Erich Forsthuber, BMF

© www.usp.gv.at

Am runden tisch …

Die Abbildung verschiedener Unternehmenssituationen ist eine wesentliche Komponente des Unternehmensserviceportals.

stellen. Da stellt die Verwendung des USP einen enormen Mehrwert dar. Zum Beispiel: Bei der Anlage eines neuen Förderantrags müsste ich mich ohne USP vergewissern, dass Herr oder Frau X tatsächlich für die Firma Y berechtigt sind, eine Förderung einzureichen. Durch das USP haben wir die juristische Gewissheit, dass eine bestimmte Person tatsächlich für ein bestimmtes Unternehmen tätig ist. Abseits der Technik stellt das für uns einen Quantensprung dar. Die Einstellungen, welcher Mitarbeiter für welche Services berechtigt ist, können Unternehmen über ein Servicetool am USP selbst vornehmen. Lauer: Das USP erfindet keine neuen Services, sondern verschaltet sie. Wenn man im USP die Services der Sozialversicherung aufruft, dann sind das eingebundene Dienste und keine Neuentwicklungen für das USP. Ganz wesentlich am USP ist, dass das System nicht nur ein Single-Sign-On ermöglicht, sondern die Services auch in einer einheitlichen Umgebung anbieten kann, die dem Anwender den Umgang erleichtern. Forsthuber: Unseren Partnern wird die Entscheidung überlassen, ein Verfahren, das im Internet bisher über eigene Zugangssysteme erreichbar war, an das USP anzubinden; dass es entweder nur noch über das USP erreichbar ist oder das USP nur als Authentifizierungsdienst fungiert und der Anwender mit der richtigen Rollenund Rechteverteilung an den Dienst weitergeleitet wird. Dadurch bleibt beispielsweise die Identität eines Portals erhalten, es wird aber das Log-In des USP genützt. Das ist ein für uns wichtiger Punkt, denn wir haben aus Erfahrung gelernt, dass es eine Möglichkeit geben muss, diese Identitäten zu erhalten.

sen können wir aber keine geben. Schorr: Für unser Kundenportal wäre es ideal, wenn in den nächsten zwei Jahren 80% der Unternehmer am USP sein werden. Denen können wir dann eine sehr einfache und komfortable Möglichkeit zu Förderungsansuchen bieten. Ich denke, da wird es so einen Tipping-Point geben; ist der einmal erreicht, wird das USP quasi zum Selbstläufer. Forsthuber: Eine Maßnahme, die wir setzen, ist der schon angesprochene Gründungsprozess, den wir elektronisch erledigen wollen. Im Zuge dessen erhält der Unternehmer gleich einen USP-Zugang dazu. Wir gehen davon aus, dass es mit den Neugründern einfacher ist, weil die ihre Prozesse noch nicht definiert haben. Die werden das USP schnell integrieren und nutzen. Bei großen Unternehmen ist der Wille nicht so groß, weil die bereits ihre Prozesse etabliert haben. Da bedarf es eher Maßnahmen wie der verpflichtenden elektronischen Rechnungslegung. Der Bekanntheitsgrad des USP nimmt deutlich zu, wie wir an den Zugriffen sehen, vor allem, was die elektronischen Informationen betrifft. Schorr: Man muss eine maximale Breitenwirkung erzielen. 40 bis 50% der Förderungen gehen über Banken. Wir sind deshalb massiv auf Banken zugegangen und haben es geschafft, alle großen österreichischen Institute auf das USP zu bekommen. Das ist ein wichtiger Schritt zur Etablierung des USP in den Unternehmen.

Was ist das USP? Das Unternehmensserviceportal ist seit Jänner 2010 als Informationsplattform online. Seit Ende Mai 2012 können sich alle Unternehmen am USP anmelden, an einer Stelle ihre Benutzerinnen/Benutzer verwalten sowie mit nur einer Kennung E-GovernmentAnwendungen nutzen. Das Bundesministerium für Finanzen hat gemäß Unternehmensserviceportalgesetz (USPG) die Bundesrechenzentrum GmbH mit der Einrichtung und dem Betrieb des USP beauftragt. Das Unternehmensserviceportal (USP) ist die Verbindung der Verwaltung zur Wirtschaft. Maßgeschneiderte Informationen und die gebündelten E-Government-Anwendungen des Bundes mit Single-Sign-on-Funktion ermöglichen Behördenwege per Internet. Auch die elektronische Rechnung, die Unternehmen ab 1.1.2014 bei Geschäften mit dem Bund stellen müssen, wird über das Unternehmensserviceportal abgewickelt. Die Registrierung zum Portal erfolgt online und ist kostenlos.  www.usp.gv.at als Landesseite erkennbar sein. Der Gedanke, dass aber die Dienste des USP im Hintergrund stehen können, setzt sich langsam durch. Uns geht es darum, den Unternehmen die bestmöglichen Services zu bieten und nicht die Verwaltung zu reorganisieren. Darum auch die Möglichkeit der Beibehaltung der Identität und des Designs. Lauer: Die Nutzung von Shared Services ist ein sehr großer Vorteil. Das Land Oberösterreich wird beispielsweise das gleiche Service für die Prüfung der elektronischen

„Das USP erfindet keine neuen Services, sondern verschaltet bestehende

medianet: Wie wird das USP bisher von den Unternehmen angenommen? Forsthuber: Es kommen beständig Anwender dazu. Treiber ist natürlich die e-Rechnung an den Bund. Unsere Zielsetzung ist es, im Lauf der nächsten Jahre einen Großteil der österreichischen Unternehmen auf das USP zu bekommen. Progno-

unter einer einheitlichen Bedienerführung.“ Günter Lauer, BRZ

medianet: Wie ist die Akzeptanz in den Bundesländern, bei den Kommunen? Forsthuber: Das Interesse, die Länder einzubinden, war von Anfang an sehr groß – und deren Interesse steigt auch zusehends. Teil dieses Gesamtprozesses ist die Kommunikation mit der Wirtschaftskammer und den Ländern, um einen durchgängigen Prozess aufzubauen. Da gibt es große Fortschritte. Wichtig ist: Die Länder wollen sichergehen, dass sie ihre Identität behalten. Wenn sie ein Service auf ihrer Landesseite anbieten, dann muss die Seite auch

Rechnung zukünftig nutzen wie die Österreichische Nationalbank oder die Bundesfinanzierungsagentur. Forsthuber: Der Aufwand, so ein sicheres Authentifizierungssystem aufzubauen, ist enorm. Das macht nur dann Sinn, wenn es auch auf breiter Basis genützt wird. Für die Länder würde es sich nicht rechnen, eigene Systeme aufzubauen. Das Verständnis entsteht jetzt mehr und mehr, vielleicht auch aufgrund des Kostendrucks in den Verwaltungen. Die Bereitschaft, unser gut funktionierendes Unternehmensserviceportal zu benutzen, steigt ständig.


Fa c t s & f i g u r e s

28 – medianet technology

Freitag, 8. November 2013

SDDC Nach dem Computing sollen in Rechenzentren auch die Segmente Storage und Netzwerk virtualisiert werden

short

Das Software Defined Data Center steht vor der Tür

Anwender interessiert an innovativen Apps

© Ericsson

Die „Intelligenz“ im Rechenzentrum soll von der Hardware in den Softwarelayer verlagert werden.

Olaf Dierig, seit Anfang November neuer CEO der FWI-Gruppe.

Wien. Die FWI hat einen neuen CEO: Seit Anfang November sitzt Olaf Dierig am Ruder der Unternehmensgruppe. Der gelernte Betriebswirt baute nach seinem Studium Kennzahlensysteme in mittelständischen Industrieunternehmen auf. Der Deutsche war bereits in unterschiedlichen Vertriebsund Managementfunktionen bei internationalen Softwareunternehmen tätig und bringt damit auch das notwendige Know-how für die neue Position mit. Zuletzt war Dierig Sales Director der D-A-CH-Region und Prokurist der Prodware Deutschland AG, einem der größten Microsoft- Partner in Deutschland.  www.fwi.at

xander Spörker. Im „Software Defined Storage“-Konzept (das von VMware in Form des „Virtual SAN“ kommendes Jahr realisiert wird) werden beispielsweise die Festplatten in den Servern zu einem virtuellen Pool zusammengefasst und zur Verfügung gestellt.

gurieren.“ Notwendig sei deshalb eine Trennung von Kontroll- und Datenverkehrsebene. „Es geht darum, virtuelle Rechenzentren zu schaffen“, sagt Martin Hammerschmid (EMC). „Nur dann kann man die Entkoppelung von Hardware und Intelligenz schnell nutzen.“ Allerdings gäbe es für das Software Defined Data Center keine „One-Fits-All-Lösungen, weil Applikationen unterschiedliche Servicelevels haben.“ Dennoch sei die Virtualisierung von Netz und Storage nach dem Computing-Bereich ein dringendes Anliegen der Branche. Nötig für die Virtualisierung von Storageressourcen sei allerdings „die Unterstützung unterschiedlicher Hardwaresysteme“, sagt Ewald Glöckl (NetApp).

Rechenzentren werden sich verändern.

„In der Praxis stehen wir vor Netzwerksystemen, die 20 Jahre alt sind – optimistisch geschätzt“, sagt Goran Petrovic (HP). Das bedeutet einen hohen Administrationsaufwand, denn deshalb „muss alles im Netz manuell gemacht werden. In der Masse geht es aber nicht mehr, jedes Endgerät physisch anzugreifen um es zu konfi-

In der „Data Ontap“-Lösung des Unternehmens sind Storagefunktionen schon seit geraumer Zeit in den Softwarelayer integriert. Zukünftige Rechenzentrumslandschafen „bestehen aus gemischten Systemen, für die es Tools und Schnittstellen geben muss, damit eine heterogene Rechenzentrumsinfrastruktur zustandekommt“, meint Glöckl. Das Software Defined Data Center bedarf also einer intensiven Zusammenarbeit der Hersteller, um nahtlos zu funktionieren – und soll nebenbei bis zum Jahr 2017 ein Marktvolumen von 3,7 Mrd. USD (ca. 2,74 Mrd. €) erschließen.  www.netapp.at  www.hp.com/at  www.emc.at  www.vmware.at

hybris Unternehmen ohne effektive eCommerce-Strategien droht die Gefahr von Wettbewerbsverlusten im B2B-Segment

Neue Strategien für den B2B-Online-Markt Wien. Dem B2B-Segment steht ein fundamentaler Veränderungsprozess in Sachen Kundengewinnung und -bindung bevor, behauptet eine vom BI-Lösungsanbieter hybris und dem Marktforscher Forrester Research veröffentlichte Studie. „B2B-Unternehmen müssen so schnell wie möglich effektive eCommerce-Strategien entwickeln, da sie ansonsten Gefahr laufen, dass ihre Kunden zu Wettbewerbern abwandern, die auf diesem Weg schon weiter vorangeschritten sind“, sagt Brian Walker, Senior Vice President Strategy bei hybris. „Wenn sie das Potenzial und den Marktwert des Online-Vertriebs erst einmal erkannt haben, werden die B2B-Firmen schnell feststellen, wie nützlich der eCommerce für die Kundengewinnung und -bindung ist.“

Hohes Risiko In den USA werden im B2B eCommerce bereits 559 Mrd. USD (ca. 414,5 Mrd. €) jährlich erzielt – mehr als das Doppelte des B2CGeschäfts. „Interessant ist auch

die Erkenntnis, dass B2B-Player, die nicht auf den Online- und Mobile-Zug aufspringen, das Risiko eingehen, kurz- bis mittelfristig Marktanteile und auf lange Sicht ihre Konkurrenzfähigkeit zu verlieren“, sagt Walker. Eine Mehrheit der Studienteilnehmer gab an, dass der Online-Vertrieb erhebliche Auswirkungen auf die Art und Weise hat, wie ihre Kunden mit ihnen interagieren. Wie ebenfalls deutlich wurde, nutzen über 50% der B2B-Kunden mobile Geräte, um Produkte online zu recherchieren und zu kaufen.

völlig neuartigen Interaktion der B2B-Kunden mit ihren Lieferanten führen. Die Studie zeigt auch, dass mehr als die Hälfte der Kunden von Unternehmen, die ihr Portfolio bereits online anbieten, Smartphones für den Kauf nutzt. Auch der Anteil der Tablet-Anwender ist auf über 50% gestiegen.

„Der Mobile-Kanal wird für den B2B-Commerce immer wertvoller. Die Unternehmen müssen Strategien entwickeln, die ihren Kunden eine nahtlose Kauferfahrung bereitstellen – egal ob sie am klassischen PC oder mit einem mobilen Endgerät online einkaufen“, sagt Walker.  www.hybris.com

Neue Kunden-Interaktion Im Detail präsentieren sich die drei Haupterkenntnisse der Studie „Online and Mobile are Transforming B2B Commerce“ folgendermaßen: Erstens öffnet der Vertrieb über den Online- und Mobile-Kanal B2B-Unternehmen attraktive neue Chancen. Zweitens gehen B2BUnternehmen, die mit dem eCommerce-Einstieg zu lang warten, ein hohes Risiko ein. Und drittens sollen Self-Service-Angebote zu einer

© hybris

© FWI

Neubesetzung der Spitze der FWI-Firmengruppe

Diskutierten das Data-Center der Zukunft (v.l.n.r.): Ewald Glöckl (Director Austria NetApp), Goran Petrovic (Networking Business Unit Manager HP), Martin Hammerschmid (Country Manager EMC) und Alexander Spörker (Country Manager VMware).

Gemischte Systeme

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Wien. Smartphones haben das Leben verändert – und zwar in einem Ausmaß, wie kaum ein anderes technisches Gerät in den Jahren davor. Dennoch ist die Wunschliste der Konsumenten noch lange nicht zu Ende. Laut einer neuen Untersuchung des Ericsson ConsumerLab (durchgeführt in São Paolo, Peking, New York, London und Tokio) zeigen sich 47% der Befragten an persönlichen Navigationsdiensten interessiert, die aktuelle Verkehrsinformationen für Fußgänger, Autofahrer und die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel umfassen. Diese Verkehrsservices würden über 40% der Stadtbewohner täglich einsetzen. Auch das Interesse an neuen Möglichkeiten beim Einkaufen ist hoch: 69% der Umfrageteilnehmer erklären, dass sie tagesaktuelle Lebensmittel- und Getränkelieferungen in Anspruch nehmen würden, 46% möchten in Restaurants nicht nur vorab einen Tisch reservieren, sondern auch gleichzeitig online das gewünschte Gericht bestellen. Die Mehrheit der Smartphone-Besitzer geht außerdem davon aus, dass sich das Angebot entsprechender Dienste in den nächsten drei Jahren verfünffachen wird. „Unsere Studie zeigt, dass die Menschen innovativen Smartphone-Apps, die ihr Leben erleichtern, aufgeschlossen gegenüberstehen“, kommentiert Michael Björn, Forschungsleiter beim Ericsson ConsumerLab.  www.ericsson.com

Wien. Aus heutiger Sicht können Rechenzentrumslösungen, die zur Jahrtausendwende noch als modern galten, durchaus den Eindruck eines monströsen, wenig gelenkigen Sauriers erwecken. Der Vergleich entspricht in etwa dem Bild, dass im Rahmen eines PresseRoundtables zum Thema „Software Defined Data Center“ (SDDC) gemalt wurde, und zwar von Martin Hammerschmid (Country Manager EMC), Goran Petrovic (Networking Business Unit Manager HP), Ewald Glöckl (Director Austria NetApp) sowie Alexander Spörker (Country Manager VMware). Der Tenor: Um den ständig steigenden Geschwindigkeitsansprüchen bei der Datenverarbeitung zu genügen, muss sich das Konzept von Rechenzentren ändern. Oder mit anderen Worten: Um eine effektivere Verteilung von Ressourcen über die Cloud hinweg zu gewährleisten, muss die Funktionalität von der Hardware in den Softwarelayer übertragen werden. „Was wir vor rund zehn Jahren mit der Serverkomponente begonnen haben, wird auf Speicher und Netzwerk ausgedehnt“, sagt Ale-

© Chris Haderer

chris haderer

Michael Björn, Forschungsleiter beim Ericsson ConsumerLab.

Brian Walker, Senior Vice President Strategy bei hybris, präsentiert neue B2B-Studie.


Fa c t s & f i g u r e s

Freitag, 8. November 2013

medianet technology – 29

Braintribe Der IT-Lösungsanbieter hat im Rahmen des Pioneer’s Festival seine neue „tribefire“-Plattform vorgestellt

short

Die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt chris haderer

Ron Frankenfield von Unisys.

Wien. Die Henkel AG & Co KGaA hat die deutsche Niederlassung der Unisys Corporation mit globalen End-User-Dienstleistungen beauftragt, um ihre Kosten zu senken und die ITServices für 38.000 Mitarbeiter weltweit zu standardisieren und zu modernisieren. „Mit der Übernahme von Henkel’s End-User Support durch unsere globalen Servicezentren haben wir die IT-Services des Unternehmens standardisiert und die Ziele von Henkel bezüglich Kosteneinsparungen und verbesserter Produktivität erfüllt“, sagt Ron Frankenfield, President der Unisys Global Managed Services. „Jetzt steigen wir in die nächste Phase ein, um den Nutzen, den wir Henkel’s Mitarbeitern weltweit bieten, zu erhöhen und das Management der operativen Infrastruktur des Unternehmens weiter zu modernisieren.“  www.unisys.com

© Braintribe

Stefan Ebner, CEO und Gründer von Braintribe: „Komplexe Herausforderungen löst man nicht durch komplexe Systeme.“

rung bestehender Infrastrukturen und reduziert so die Komplexität. Zu den Anwendern von tribefire gehören unter anderem die Credit Suisse, Samsung, Unicredit und die Software AG, die „nach eigenen Angaben von einer unglaublich kurzen Umsetzungszeit der komplexesten Herausforderungen und 70% Produktivitätssteigerung sprechen sowie den RoI noch vor Ende des ersten Jahres erzielen konnten”, sagt Ebner.

Schnelle Rentabilität Unternehmen sollen von der Smart Enterprise Information Platform tribefire in mehrfacher Hinsicht profitieren können: „tribefire kreiert eine unübertroffene User Experience und maximiert so die Effizienz der Anwendung“, erklärt Ebner. tribefire vereinfache außerdem „durch Modellierung und beschleunigt die Transformation von Unternehmen; darüber hinaus unterstützt tribefire die Modernisie-

mierer Hasan Özdemir: „Mein Fokus bei der Entwicklung der Chaya Fuera App war es, eine App zu entwickeln, in der die Benutzbarkeit und die gewöhnlichen Funktionen für ein Eventmanagement-System mit einer benutzerfreundlichen

Gestaltung dargestellt werden sollten“, sagt Özdemir. Eine Hälfte des Preisgelds von 3.000 € will er in Weiterbildung investieren. „Mit der anderen Hälfte werde ich mir ein neues Macbook Pro anschaffen.“  www.braintribe.com

Internet-Präsenz der Unternehmen steigt an Wien. 86% der österreichischen Unternehmen waren laut Statistik Austria im Jänner 2013 mit einer Website im Internet vertreten (2003: 68%). Es ist nach wie vor eine Abhängigkeit von der Größe des Unternehmens zu beobachten, wobei seit 2003 der Anteil bei den kleinen Unternehmen von 65% auf 84% angestiegen ist, bei mittleren Unternehmen von 83% auf 94%. Großunternehmen waren bereits 2003 stark im Internet vertreten. Rund die Hälfte der Unternehmen mit Website (46%) macht Produkte oder Preislisten für Kunden verfügbar, rund ein Drittel (34%) stellt Anzeigen freier Stellen ins Web.  www.statistik.at

Entwickler-Contest Im Rahmen der Produktvorstellung wurde gleichzeitig das erste „tribefire tournament“ unter acht Softwareentwicklern im Wiener Chaya Fuera Club ausgetragen. Im Zeitrennen um die Entwicklung von Apps für die neue Plattform gewann der 28-jährige Program-

© Braintribe/Sandro Zanzinger

Wien. Im Rahmen des Pioneer‘s Festival, das vor knapp eineinhalb Wochen in der Wiener Hofburg stattfand, präsentierte der IT-Anbieter Braintribe seine neueste Entwicklung „tribefire.“ Mit dieser Lösung sollen „Unternehmen die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt abrufen“ können, sagt Stefan Ebner, CEO und Gründer von Braintribe. „Komplexe Herausforderungen löst man nicht mit komplexen Systemen. tribefire wurde entwickelt, um Abhängigkeiten und kostenintensive aufeinanderfolgende Arbeitsprozesse in vielschichtigen IT-Projekten voneinander zu entkoppeln und damit die operationale Effizienz zu steigern.“ Gartner spräche bereits von einer neuen „Digital Industrial Economy”, die „IDC bezeichnet es als die dritte Plattform für Innovation und Wachstum und Forrester nennt es die Informationsfabrik 3.0“, sagt Ebner. „Ebenso wird prognostiziert, dass umwälzende Technologien nicht nur von Big Playern wie Microsoft und Apple entwickelt werden, sondern ein bedeutender Anteil von 32% auch von neuen ‚Spielern‘ und jungen innovativen Unternehmen kommt.“

© Unisys

Kurze Umsetzungszeit und schneller Return of Investment zeichnen die Enterprise-Plattform aus.

Unisys modernisiert die IT des Henkel-Konzerns

„tribefire tournament“ im Wiener Chaya Fuera Club: Entwickler im App-Zeitrennen.

Tomorrow Focus AG Laut einer Studie kennen zwei Drittel der Anwender das Geschäftsmodell von Google

Google beeinflusst das Internet-Verhalten

„Aus der Tomorrow Focus Digital-Trends-Studie 2013 lassen sich klare Tendenzaussagen zum deutschen Internetmarkt ablei-

dern auch akuter Informationsbedarf: 48 Prozent der Anwender sind nämlich davon überzeugt, die angezeigten Ergebnistreffer seien bei allen Nutzern identisch. Die andere Hälfte (52 Prozent) ist der (richtigen) Ansicht, die Suchergebnisse seien personalisiert. Die Hauptgründe für eine perso-

© Tomorrow Focus

Personalisierte Suche

ten”, kommentiert Toon Bouten, CEO der Tomorrow Focus AG: „Es wird deutlich, dass vor allem Google in Deutschland eine starke und ausgeprägte Marktmacht im Internet besitzt. Mit dieser Position sollte Google verantwortungsvoll umgehen.“ Wie die Studie gezeigt hat, herrscht bei vielen Anwen-

Toon Bouten, CEO der Tomorrow Focus AG, präsentiert Internet-Trend-Studie.

nalisierte Ergebnisliste sehen jene 52 Prozent in einem unterschiedlichen Internetnutzungsverhalten (88 Prozent) und unterschiedlichen vorherigen Suchanfragen (81 Prozent). Die befragten Google-Nutzer, die eine Personalisierung annehmen, bewerten diese jedoch zu fast zwei Dritteln (63 Prozent) negativ. „Sie haben das Gefühl, das Unternehmen wisse zu viel über sie“, sagt Bouten.

Quark und FedEx mit neuer Publishing-Allianz

© Quark

Wien. Im Internet ist Google unumstritten die führende Großmacht. Diese Erkenntnis ist zwar weder neu noch überraschend, wird von der „Digital-Trends-Studie 2013“ der Tomorrow Focus AG nun aber auch durch Zahlen untermauert. Laut dem Zahlenwerk hielten 58 Prozent der Befragten Google für das mächtigste Unternehmen im globalen Dorf, gefolgt von Microsoft mit 11 Prozent und Facebook mit 7 Prozent. Dementsprechend schätzen die Befragten auch den Einfluss von Google auf ihr persönliches Internetnutzungsverhalten stärker ein, als den Einfluss anderer Unternehmen: 89 Prozent nehmen einen mindestens starken Einfluss von Google auf ihr Internetnutzungsverhalten wahr. Bei Amazon empfinden das nur 56 Prozent, bei Facebook 51 Prozent und bei eBay 37 Prozent der Befragten.

Geld mit Werbung

Ray Schiavone, CEO von Quark.

Über das hinter Google stehende Geschäftsmodell ist die Mehrzeit der User informiert: Knapp drei Viertel der Befragten wissen, dass Google sein Geld hauptsächlich mit Werbung verdient. Zehn Prozent der befragten Google-Nutzer geben an, farbig hinterlegte Werbeinhalte in der Google-Ergebnisliste oft anzuklicken. Weitere 73 Prozent klicken zumindest ab und zu oder selten auf angezeigte Werbetreffer. Nur 16 Prozent der Befragten gaben an, nie auf farbig hinterlegte Suchtreffer zu klicken.  www.tomorrow-focus.de

Wien. Quark Software und Microsoft haben sich mit FedEx Office zusammengeschlossen und die Kerntechnologie von Quark, die auf der Cloud-Plattform Windows Azure läuft, mit dem Print-Online-Service von FedEx Office integriert. „Kunden können jetzt die Vorteile unserer Dynamic-PublishingTechnologie für Unternehmen in der Cloud-Infrastruktur von Microsoft Windows Azure ausschöpfen“, sagt Ray Schiavone, Präsident und CEO von Quark.  www.quark.com


T o o ls & ser v ic es

30 – medianet technology

Test Das Satellite P70-A-104 macht eine gute Figur in allen Einsatzbereichen, wäre aber ohne Windows 8 ausgekommen

Kraft­ paket aus Cuper­tino: Apples Neuauf­ lage des Mac ProDesktops.

Wien. Apple hat eine runderneuerte Version seines DesktopRechners Mac Pro (ab 2.999 €) vorgestellt. Der neue Mac Pro bietet 4-Kern-, 6-Kern-, 8-Kernoder 12-Kern-Intel Xeon-Prozessoren, die mit Turbo Boost-Geschwindigkeiten von bis zu 3,6 GHz die doppelte Geschwindigkeit von Gleitkomma-Berechnungen liefern als die vorhergehende Generation des Mac Pro. Zwei AMD FirePro-GPUs mit bis zu 12GB Videospeicher bieten bis zu 7 Teraflops an Rechenleistung und bis zu acht Mal bessere Grafikleistung als die bisherige Mac Pro-Generation. Ebenfalls an Bord sind sechs Thunderbolt 2-Anschlüsse mit jeweils bis zu 20 GBit/s Bandbreite pro Gerät.  www.apple.at

16-Port-Gigabit-Switch für den KMU-Bereich Wien. Netgear hat seinen neuen ProSAFE 16-Port-Gigabit-PoESmart-Switch (GS516TP) mit PD (PoE Powered Devices) bzw. Pass-Through-Funktionalität vorgestellt. Der Switch eignet sich für Unternehmen aus dem Bildungswesen, für Krankenhäuser, öffentliche Einrichtungen und KMUs mit bis zu 500 Mitarbeitern. PoE- und PD- bzw. Pass-Through-Funktionen, in einem Gerät vereint, sind neu für den KMU-Bereich. Diese Switching-Lösung ermöglicht Stromversorgung dort, wo zum Beispiel nachträgliche Stromverkabelung zu kompliziert ist.  www.netgear.com

© Microsoft

Windows 8.1 integriert den SkyDrive ins System

Windows 8.1: Die Unterschiede zum Vorgänger liegen in Details versteckt.

Wien. Seit Ende Oktober bietet Microsoft das Windows 8.1-Update zum Download an (Windows 8.1 Pro kostet neu 279,99 €). Das System bringt eine Reihe von Verbesserungen für das Touch-Betriebssystem aus Redmond, darunter Kacheln in verschiedenen Größen. Mit dem Updaten (das bis zu einer Stunde dauern kann) kehrt auch der „Start“-Button wieder auf die Desktop-Oberfläche zurück – allerdings ist die Erfüllung dieses Userwunschs eher kosmetischer als praktischer Natur. Integriert wurde auch der SkyDrive von Microsoft als präferierter Cloud-Speicher für Dokumente. www.microsoft.at

Feines Kraftpaket in der gehobenen Mittelklasse

Mit Harman Kardon-Lautsprecher und UHD-Funktionalität eine elegante, mobile Multimedia-Station. Das Satellite P70-A-104 von Toshiba: ein gut ausgestattetes Notebook, das mit vorinstal­ liertem Windows 8-Betriebs­ system ausgeliefert wird.

Chris haderer

Wien. Der erste Blick hinterlässt keinen schlechten Eindruck: Das Chassis aus gebürstetem Aluminium im geräteübergreifenden Toshiba-Design macht in Stilfragen eine gute Figur, und auch die technische Ausstattung des Satellite P70-A-104 (1.349 €) liest sich im Detail wie eine Weihnachtswunschliste: 17,3 Zoll (43,9 cm) Full- HD-Widescreen-Display mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten, Intel Core i7-4700MQ-Prozessor mit 2,4 GHz sowie eine Nvidia GeForce GT 745M (2 GB VRAM), mit Optimus Technologie, sind an Bord des Geräts. Die rahmenlose Tastatur mit eingelassenen Tasten ist hintergrundbeleuchtet und ermöglicht eine bequeme Texteingabe auch in dunklen Umgebungen. Über das große Click-Touchpad lässt sich intuitiv und bequem durch Windows 8 navigieren.

Kachel versus Desktop Für einen angenehmen Klang, der das Satellite über vergleichbare Geräte hinaushebt, sorgen Harman Kardon Stereo-Lautsprecher im

Gehäuse, die über vorinstallierte Software wie DTS Studio Sound optimal angesteuert werden. Multimedia-Freunden kommt außerdem die Sleep-and-Music-Funktion entgegen: Sie ermöglicht das Abspielen von Musik bei ausgeschaltetem Notebook. Über die ebenfalls vorinstallierte Split Screen-Funktion

werden aktive Fenster automatisch auf dem Bildschirm angeordnet, wobei das Widescreen-Format jeweils optimal ausgenutzt wird. Das Gerät ist außerdem UHD-fähig und kann als dementsprechende Zuspielquelle via HDMI mit kompatiblen TV-Geräten eingesetzt werden. Eine Irritation ist allerdings das vorinstallierte Windows 8-Betriebssystem von Microsoft wert: Befindet man sich auf der Kacheloberfläche, will man ständig den Bildschirm berühren – der allerdings keine Touch-Funktionen bietet. Hier zeigt sich die gespaltene Persönlichkeit von Windows 8:

Ansprechende Design­ elemente: gebürstetes Aluminium und Chrom im Deckel.

Toshiba Desktop Assist: Wichtige Utility-Programme sind schnell erreichbar.

Die Kacheloberfläche ist eine Art Konsumenten-Windows, dessen Nützlichkeit mit den verfügbaren Apps steht und fällt. Ein Notebook wie das Satellite P70-A-104 ist mit den zurzeit erhältlichen Apps allerdings hemmungslos unterfordert. Weder für die Ticket-App der ÖBB noch für das Lesen diverser Tageszeitungen, das Anzeigen von Börsenkursen oder das Blättern im TV-Programm ist ein i7-Prozessor notwendig. Also befindet man sich als Produktiv-User ohnehin im Desktop-Modus, der mehr oder weniger der bekannten Bedienung von Windows 7 entspricht. Beim Satellite P70-A-104 stellt sich damit die (eigentlich durch Windows 8 selbst aufgeworfene) Frage, ob man ein echtes Notebook für produktive Anwendungen benötigt oder ein Tablett zum Stöbern im WindowsStore. Dass das Satellite P70-A-104 über kein Touch-Display verfügt, wird erst durch Windows 8 zum Fehler – allerdings nur, wenn das Gerät als Mediacenter eingesetzt werden soll. Office-Anwender werden mit den gebotenen Features hingegen zufrieden sein. Mit dem Satellite P70-A-104 erhält man ein hervorragend ausgestattetes Notebook, das gut in der Hand liegt, interessant aussieht und solide Performance in der gehobenen Mittelklasse bietet. Ein Gerät also, das im Office und als EntertainmentStation eine gute Figur macht. www.toshiba.at

ITdesign Das Unternehmen bietet eine einfache Lösung, um Mail-Datenbanken von großen Attachments zu entlasten

Attachment-Flut: Weg mit dem E-Mail-Speck Wien. Egal, ob es sich um Group Wise, Microsoft Exchange oder ein anderes Mailsystem handelt: Alle teilen sich das Problem, dass ihre Mail-Datenbanken schnell enorme Ausmaße erreichen können. Das liegt nicht zuletzt an Attachments wie Bildern oder PDF-Files, die den Nachrichten beiliegen. „Sie füllen unnötig die Mailboxdatenbanken, da die meisten Bilder kurz betrachtet und dann gelöscht werden“, sagt Michael Botek, Geschäftsführer von ITdesign. „Die Mail ist dann zwar gelöscht, Exchange Datenbanken werden aber nicht automatisch kleiner, sondern müssen zeitaufwendig gewartet werden – Exchange Administratoren kennen diese leidvollen Erfahrungen.“

Filtern und Komprimieren Eleganter als die manuelle Nachbearbeitung ist die Lösung, die ITdesign mit seinem Partner it20one bietet. „Kommt eine Mail in das Unternehmen, wird diese vorgefiltert und auf definierte Attachmenttypen und Größe überprüft“, erklärt Botek. Ist eine Mail mit einem

großen Anhang in Anflug, wird diese automatisch zum File Management Server von it20one weitergeleitet. Der Server verkleinert die Attachments anhand von Vorgaben, während das Originalbild auf einem Fileserver gespeichert und ein HTTP-Link dorthin generiert wird. Dieser Link wird der Mail gemeinsam mit dem verkleinerten Bild hinzugefügt und an den Empfänger weitergeleitet. „Die Grafiken sind auf einem billigen SMB File Server gespeichert und belasten nicht unnötig die Maildatenbanken“, beschreibt Michael Botek die Vorteile der ITdesign-Lösung. „Wird die Grafik in Originalgröße benötigt, kann sie vom Fileserver geholt und lokal gespeichert werden. Werden Mails weitergeleitet, haben sie nur mehr ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe und das nahezu ohne sichtbaren Qualitätsverlust.“ Mit an Bord der skalierbaren Lösung sind auch die automatische Konvertierung von Office Attachments in PDF und die elektronische Signatur von Dokumenten.  www.itdesign.at  www.it20one.at

© ITdesign – Kraftwerk

Leistungssteigerung für Apples Mac Pro-Desktop

© Toshiba (4)

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© Apple

Freitag, 8. November 2013


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