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15. JahrganG
NO. 1910
donnerstag, 22. jänner 2015
TREVISION
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Zeitungen und „die Jugend von heute“
VÖZ-Diskussion: Welche Rolle spielen vor allem Tageszeitungen für jugendliche Leser und wie kann sie erreichen? Seite 4
© APA/EPA/Oliver Hoslet
www.trevision.at Wie viel Koffein verträgt das Kind?
Die Gefährlichkeit von Koffein steht derzeit auf dem EU-Prüfstand; nach der Aufregung kam – teilweise – Entwarnung Seite 7
Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) Stimmen zur EU-US-Handelspartnerschaft
short
© T-Mobile Austria/Flickr
Eine Melange aus Panik und berechtigter Sorge
Mittelstandsbarometer Die österreichischen Mittelständler zeigen sich im Europavergleich besonders unzufrieden mit der heimischen Standortpolitik: Über ein Drittel (34%) bezeichnet diese als „eher negativ“ bzw. „sehr negativ“, nur 15% beurteilen diese als „sehr positiv“ oder „positiv“. Das ist, vor Griechenland, der zweitschlechteste Wert aller abgefragten europäischen Länder. Ein noch schlechteres Zeugnis stellen die Firmen der heimischen Mittelstandspolitik aus, mit der sogar fast die Hälfte (47% „eher negativ“ bzw. „sehr negativ“) unzufrieden ist. Damit belegt Österreich auch in diesem Ranking – ebenfalls vor Griechenland – den vorletzten Platz. Das sind Ergebnisse des aktuellen Mittelstandsbarometers von EY (Bild: Erich Lehner, EY Österreich). (red)
In der Verlängerung Es wird weiterhin intensiv und emotional über das geplante Freihandelsabkommen diskutiert: EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström (Bild) besuchte Wien – die Zweifel insbesondere am Investitionsschutz bleiben. Seite 2 Unternehmen/Wien Info-Offensive mit eigenem „Fördertag“ im Rathaus geplant; Topf von 40 Mio. Euro verfügbar
Förderprogramme besser kommunizieren Wien. 40 Mio. € stellt die Wirtschaftsagentur Wien 2015 Betrieben von Start-up bis Großkonzern zur Verfügung – allerdings wissen nicht alle Unternehmer von diesen Möglichkeiten. Deshalb will die Stadt ihre Förderungen künftig besser kommunizieren – unter anderem mit einem eigenen „Fördertag“, der am 11. Februar im Rathaus stattfinden wird.
„Keine Gießkanne mehr“ „Wir haben inzwischen gar keine Gießkanne mehr, sondern 20 sehr spezifische Förderprogramme“,
erklärte Finanzstadträtin Renate Brauner in einer Pressekonferenz am Mittwoch. Im Fokus stehen die Branchen Dienstleistung, Nahversorgung und vor allem Kreativwirtschaft, Forschung und Produktion sowie Standortmaßnahmen. Die bewilligten Summen reichen dabei von 5.000 bis 1,5 Mio. €. Heuer wolle man auch thematische Schwerpunkte setzen: auf Start-ups, gemeinsam genutzte Forschungseinrichtungen wie etwa Labors und auf Social Entrepreneurship – also Unternehmungen, die sich mit sozialen Fragen befassen. „Wir wollen Projekte för-
dern, sie sowohl ökonomisch als auch gesellschaftspolitisch sinnvoll sind“, meinte Gerhard Hirczi, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur. 2014 wurden rund 540 Projekte gefördert, darunter beispielsweise das neue „Brauwerk“ der Ottakringer Brauerei, in dem für Besucher gut beobachtbar nicht nur Spezialbiere etwa nach mittelalterlichen Rezepten hergestellt werden, sondern auch Bierschulungen stattfinden; 100.000 € hat die Wirtschaftsagentur hier zugeschossen, insgesamt wurden zwei Mio. € investiert. (APA)
© Wirtschaftsagentur Wien/Peter Rigaud
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T-Mobile Karin Margetich (Bild) hat am 7. Jänner 2015 die Leitung des Personalbereichs von T-Mobile Austria übernommen; sie berichtet direkt an T-Mobile-CEO Andreas Bierwirth. Unter ihrer Leitung stehen die Abteilungen HR Business Partner und Recruiting, Personalverrechnung, Personalentwicklung und Compensation & Benefit. Weiters verantwortet sie das Facility & Safety Management sowohl für T-Mobile als auch das Schwesterunternehmen T-Systems. Margetich folgt Joachim Burger nach, der im September 2014 das Unternehmen verlassen hat. Sie bringt mehr als 20 Jahre nationale und internationale Erfahrung im Personalbereich mit. Zuletzt war sie für Philips Austria (durch Verkauf später NXP bzw. Knowles Electronics) tätig. (red)
Gerhard Hirczi, Chef der Wirtschaftsagentur: „Sinnvolle“ Projekte fördern.
c ov e r / Pr i m e n e w s
2 – medianet
Donnerstag, 22. Jänner 2015
Analyse Die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström besuchte Österreich, um Bedenken zu zerstreuen; viele Fragen blieben dennoch offen
TTIP: Kritik der reinen Vernunft?
© APA/Herbert Neubauer
Chlorhendln ade: Jetzt steht der Investitionsschutz im Fadenkreuz der Kritiker.
Rufer in der Wüste: Mitterlehner steht als „Einziger in der Regierung positiv zu TTIP“.
Wien. Ursprünglich wurde die Idee zu TTIP positiv aufgenommen; sollte das transatlantische Handelsabkommen doch in der EU einen Wachstumsschub von 0,5% des Bruttoinlandsprodukts auslösen, umgerechnet 120 Mrd. € oder 500 € pro Haushalt. Die Argumente erinnerten an die Zeit vor dem EU-Beitritt Österreichs und den „EdererTausender“ …. Vor fast exakt einem Jahr, am 21. Jänner 2014, wandte sich der damals zuständige EU-Handelskommissar Karel De Gucht an die Wirtschafts- und Handelsminister der EU-28: Die umfassenden Bedenken hätten ihn, so De Gucht,
„überzeugt, dass eine öffentliche Reflexion über den Weg, wie die EU diese Verhandlungen in Angriff nehmen soll, notwendig ist“.
„Privatgerichte“ Schon damals standen weniger die Chlorhendln als die umstrittenen Investitionsschutzklauseln im Mittelpunkt der transatlantischen Dispute. Diese Klauseln erlauben es Unternehmen, Staaten auf internationaler Ebene vor nichtöffentlichen Schiedsgerichten zu klagen – ein Ansatz, der nicht nur bei NGOs für Unverständnis sorgte. Zuletzt mischte sich auch noch Sor-
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medianet – Österreichs führende B2B Wirtschaftsplattform
ge um ein Aufweichen der geschützten Herkunftsbezeichnungen in die Überlegungen der Europäer. Am Dienstag jedenfalls war die neue Handelskommissarin Cecilia Malmström in Wien, um erneut für das Abkommen zu werben. Bei einer Debatte bekannte sich allein Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zu dem geplanten Abkommen – „wir können von einem gut gemachten Abkommen nur profitieren“, sagte er. Allerdings ortet auch Mitterlehner „vier offene Themenbereiche“: Die Transparenz des Abkommens, die Garantie hoher Standards, der Investitionsschutz und die Einbindung nationaler Parlamente. Greenpeace-Chef Alexander Egit fokussierte erneut auf den Investitionsschutz und die damit befassten „Privatgerichte“: Es habe sich bereits „eine Art Klagsindustrie“ entwickelt. Malmström argumentiert hingegen, dass die Klauseln in TTIP im Vergleich zu älteren Abkommen deutlich verbessert worden seien. Außerdem sei die Aufnahme dieser Klausel, erinnerte sie, in den einschlägigen Abkommen nicht einseitig von den USA, sondern von den 28 Mitgliedsländern „einstimmig gefordert worden“. Geheimniskrämerei am Anfang sei sicher ein Fehler gewesen, so Malmström, das sei aber von einigen Mitgliedsländern so gewünscht worden. Alles werde man aber nie veröffentlichen können, sonst würde man die Verhandlungen unmöglich machen.
Sonst ist China am Ruder
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Konferenz in Graz 1.000 Delegierte, 170 Speaker, Regierungsvertreter und Experten aus 50 Ländern
Können die Städte den Planeten retten? INHALT
© M. Braungart
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> Interview: Cradle-to-CradlePionier Michael Braungart 5 > Feature: Burgerking – oder doch Veganista? 6/7
> made2matter: MarkenPositionierung in Echtzeit 13 retail > Klarna untersucht das Online-Kaufverhalten
19
© Geoff Caddick/EPA/picturedesk.com
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marketing & media > Innsbrucker Agentur P8 jetzt mit viertem Standort 11
Einer der Keynote-Speaker in Graz ist der ehemalige Londoner Bürgermeister Ken Livingstone.
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Smart Citys Die „Urban Future Global Conference“ am 18. und 19. November 2014 in Graz ist die größte Konferenz für nachhaltige Stadtentwicklung in Mitteleuropa. Die Mega-Veranstaltung wirft ein Schlaglicht auf die Zukunft der Städte. Seite 4 > Start: Solidaritätskampagne „Nimm dir ein Herz!“ 22
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eak Huftst Beilage > Allergieverordnung: Wirte sind wenig vorbereitet 24 > Zinsschritt in USA rückt näher, anders in Europa 40
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Die neuen Mediadaten und den Sonderthemenplan 2015 finden Sie hier:
Eine Lanze für das Abkommen brach auch Karin Exner-Wöhrer von der Industriellenvereinigung, Vorstand der Salzburg Aluminium AG. Vor allem die wechselseitige Akzeptanz von Standards und Qualitätsprüfungen seien für mittelgroße Firmen eine große Erleichterung, die den Export beschleunigen könne. In der Aktuellen Europastunde zu TTIP am Mittwoch im Nationalrat warnte Bundeskanzler Faymann: Man müsse nicht darauf warten, „dass Konzerne mit millionenschweren Schadenersatzklagen Druck ausüben“. Am Mittwoch sprach sich auf der anderen Seite des Atlantik US-Präsident Barack Obama in seiner Rede zur Lage der Nation im Kongress nochmals für TTIP aus: Er forderte freie Hand für die derzeit verhandelten Abkommen mit Europa (TTIP) und Asien (TPP). Man dürfe diese Märkte nicht anderen überlassen. „China will die Regeln für die am schnellsten wachsende Region schreiben“, sagte er. „Warum sollten wir das zulassen? Wir sollten diese Regeln schreiben.“ (sb/APA)
TTIP Präzedenzfall Als „Präzedenzfall“ für die Gefahren von Investitionsschutzklauseln wird der Rechtsstreit um die Meinl Bank betrachtet: Der Haupteigentümer der Meinl, die Beleggingsmaatschappij Far East B.V. („Far East“), klagt die Republik Österreich vor einem internationalen Schiedsgericht – gemäß Artikel 12 des InvestitionsschutzAbkommens zwischen Österreich und Malta – und sieht sich durch „rechtswidrige Handlungen“ der Behörden mit mindestens 200 Mio. € geschädigt. Laut Justizministerium ist dies der erste Fall, wo Österreich vor einem internationalen Schiedsgericht geklagt wird.
medianet
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donnerstag, 22. jänner 2015 – 3
marketing & media Printversuch
„Arbeiten im Netz“ als Leitfaden der Digital Champions Austria zum Thema Chancen der Digitalisierung erschienen Seite 4
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Publikation
Onlineplattform mokant.at versucht, ab Februar per Crowdfunding vier Printausgaben zu finanzieren
Seite 4
Zeitungen und „die Jugend von heute“
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Klage Die Stadt Paris klagt gegen den US-Fernsehsender Fox News wegen Rufschädigung – es ging um einen Fernsehbericht nach dem tödlichen Attentat auf die Satirezeitung Charlie Hebdo. Darin war die Rede von mehrheitlich von Muslimen bewohnten Vierteln in der französischen Hauptstadt, die derart gefährlich seien, dass sie sogar von der Polizei gemieden würden.
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Kauf Das Online-Netzwerk Twitter will sein Angebot für Nutzer in Schwellenländern ausbauen und übernimmt dafür die Marketingfirma ZipDial aus Bangalore in Indien. Das gab Twitter am Dienstag auf seinem Firmenblog bekannt. Der Kurznachrichtendienst habe bereits in der Vergangenheit mit ZipDial zusammengearbeitet, hieß es. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Award Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender sind bei den Nominierungen für die 51. deutschen Grimme-Preise den privaten enteilt: Sie stellen 58 der 62 Anwärter für die begehrten Auszeichnungen für Qualitätsfernsehen. Auch der ORF ist mit der arteKoproduktion „Polt“ und der WDR-Koproduktion „Unter Menschen“ nominiert. (APA)
Der neue medianet Sonderthemenplan 2015 ist jetzt abrufbar! (www. medianet.at)
Streaming Videodienst wächst weiter; Budget für eigene Filme und Serien bereits bei 9,5 Mrd. Dollar
Netflix schon bei knapp 58 Mio. Kunden New York. Der Videodienst Netflix will in zwei Jahren in 200 Ländern aktiv sein und dann hohe Gewinne einfahren. Schon im vergangenen Jahr brachte die breit angelegte Expansion in Europa schnelles Wachstum, auch nach Österreich. Im Schlussquartal 2014 gewann der Streaming-Service 2,43 Millionen neue Kunden außerhalb der USA und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Börsianer. Mit weiteren 1,9 Millionen neuen Nutzern im US-amerikanischen Heimatmarkt kam Netflix zuletzt insgesamt auf 57,4 Millionen Kunden.
Die Aktie schoss nach diesen Zahlen und den ambitionierten Plänen nachbörslich um rund 16% hoch. Drei Monate zuvor hatte die Enttäuschung über die Entwicklung der Nutzerzahlen im dritten Quartal den Kurs zeitweise um ein Fünftel einbrechen lassen. Auch die Geschäftszahlen fielen deutlich besser aus als vor einem Jahr; der Quartalsumsatz sprang um mehr als 35% auf 1,3 Mrd. Dollar (1,12 Mrd. Euro). Der Gewinn wurde mit gut 83 Mio. Dollar fast verdoppelt – allerdings auch dank einer Steuergutschrift. Für das laufende Quartal
rechnet Netflix wieder nur mit etwa 37 Mio. Dollar Gewinn. Zugleich verursacht der Fokus auf Eigenproduktionen hohe Kosten, das Budget dafür schwoll inzwischen auf 9,5 Mrd. Dollar an – um zwei Milliarden binnen eines Jahres. Netflix will sich für die Finanzierung im laufenden Quartal rund eine Milliarde Dollar neues Geld als langfristige Schulden holen. Im laufenden Jahr soll es mit 320 Stunden drei Mal so viel eigenes Programm wie 2014 geben. Auch die Rivalen wie Amazon setzen auf eigene Inhalte. (APA)
© Netflix
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VÖZ-Diskussion Welche Rolle spielen vor allem Tageszeitungen für jugendliche Leser, und wie kann man junge Zielgruppen erreichen und zum Lesen motivieren? Darüber diskutierten Branchenvertreter diese Woche. Seite 4
Der Streaminganbieter Netflix startete im Herbst 2014 auch in Österreich.
M a r k e ti n g & M e d i en
4 – medianet
short
Goldbach Audience vermarktet Doodle Wien. Goldbach Audience Austria übernimmt die exklusive Vermarktung der bekannten Online-Scheduling-Plattform Doodle in Österreich. Mit großflächigen Werbeformaten, kalenderbasierter Werbung und kreativen Sonderwerbeformen werden hierzulande 900.000 aktive User (weltweit mehr als 25 Mio.) angesprochen „Doodle passt aufgrund seiner Zielgruppenstruktur optimal in unser Angebot, womit sich für Werbetreibende, aber auch die entsprechenden Portfoliopartner, optimale Synergieeffekte ergeben“, so Georg Klauda, Geschäftsführer Goldbach Audience Austria.
e-dialog ist ab sofort mailingwork-Partner
Woche des Zeitungslesens Österreichs Medienvertreter über Trends und Gewohnheiten junger Leser
„Sie lesen nicht Zeitung, sondern Facebook“ Zeitungen, Kaffeehäuser und die Jugend „von heute“ im Fokus einer VÖZ-Veranstaltungsreihe. via Social Media auch „mehr Leute erreicht, als über ein klassisches Nachrichtenportal“, so Apfl und pflichtet Weber bei: „Die Antwort auf die Frage heute Abend ist die Bildung.“ Im Gegenzug betonte Herbert Lackner, dass „mehr als 70 Prozent der Österreicher Zeitung lesen. Diese Zahl ist vielleicht zurückgegangen, aber es gibt immer noch viele Abonnenten.“ Das Problem läge vielmehr darin, die junge Zielgruppe zu erreichen. Die Jugend von heute würden sich ihre Informationen nicht mehr aus Zeitungen holen, sondern aus dem Internet. „Nichtsdestotrotz scheitern sie nicht am Informationsstand“, so Lackner. Mesi Tötschinger von der Verlagsgruppe News VGN sprach von einem teils ungewissen Schicksal in der Zeitungslandschaft: „Ich glaube stark an die Zukunft des Magazins. Und ein bisschen weniger an die Zukunft der Zeitung“, erläuterte Tötschinger.
corinna kelz
Wien. „Wir wollen die Funktion der Zeitungen, Magazine und Kaffeehäuser als Ort der Debatte betonen.“ Mit diesen Worten leitete Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen VÖZ, vergangenen Freitag die „Woche des Zeitungslesens im Wiener Kaffeehaus“ ein, eine Initiative des Verbandes Österreichischer Zeitungen und der Fachgruppe der Wiener Kaffeehäuser. Am Montag, dem 19. Jänner, gaben in zweiter Runde Thomas Weber (the Gap), Stefan Apfl (datum),
© mailingwork
„Heute muss man sich mit einer Zeitung fast
Wien. Für erfolgreiches E-MailMarketing müssen Anforderungen und Software einwandfrei zusammenpassen. Die Wiener Spezialagentur e-dialog vertraut daher auf die Expertise von mailingwork und ist ab sofort Partner und Reseller; überzeugt haben dabei sowohl Produkt als auch Support. Es sei laut Aussendung speziell an den Bedürfnissen von Marketingexperten ausgerichtet und zur Durchführung von crossmedialen Kampagnen entwickelt – und weiter: „Modernste Technologie, innovative Funktionen und Responsive Design machen es zu einem State of the Art-Tool.“
mokant.at versucht Print per Crowdfunding
schon rechtfertigen. Es ist nicht mehr schick.“ thomas weber Herausgeber „the gap“
© VÖZ/Csar
e-dialog vertraut auf die E-Mail- Marketing-Spezialisten mailingwork.
Donnerstag, 22. Jänner 2015
Lebendige Tradition Thomas Weber, Herausgeber des Kultur- und Musikmagazins The Gap.
Mesi Tötschinger (VGN), Markus Muliar (Café Markusplatz) und Herbert Lackner (profil) unter der Moderation von Veronika Dolna (die Furche) ihre Meinungen rund um das Thema „Wie man junge Menschen für Zeitungen und Kaffeehäuser begeistern kann“ zum Besten.
und der Wandel gesellschaftlicher Maßstäbe. Den jungen Menschen, so Thomas Weber, fehle es am Verständnis für einzelne Medienkanäle und am sozialen Druck, sich zu informieren. „Sie lesen nicht Zeitung, sondern ihre Timeline auf Facebook.“ Als entscheidenden Faktor führte Weber das Bildungssystem an, mit Erinnerungen an die eigene Schulzeit. „Auf den Mehrwert des Zeitungslesens bin ich in der Schule gestoßen worden; von allein wäre ich nicht darauf gekommen“, bemerkt der the Gap-Herausgeber. Abseits
Kein sozialer Druck Im Mittelpunkt der zweiten Diskussion, „Old Boys und Young Girls“, der Kaffeehaus-Initiative standen das geänderte Informationsverhalten der Jugendlichen
von beruflichen Pfaden sei der soziale Druck, zu lesen, jedoch drastisch gesunken – eine Tatsache, die auch Stefan Apfl wahrgenommen hat. „Die Lagerfeuerfunktion ist aufgesplittert worden“, konstatiert der datum-Redakteur mit Bezug auf die steigende Anzahl an Infokanälen. „Es entsteht ein neuer Nachrichtenstrom, jeder liest etwas anderes.“
Jugendliches Desinteresse Der Maßstab darüber, was eine relevante Information sei, habe sich geändert. Weshalb man heute
Diskutiert wurde an diesem Abend auch über die Parallelen zwischen Zeitung und klassischem Wiener Kaffeehaus. Weber beschrieb dieses als „fast innovationsfreien Raum“, wobei Markus Muliar, Betreiber des Café Markusplatz, darauf verwies, dass dort die „Tradition lebendig erhalten“ bleibe. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe des VÖZ bildet ein Gespräch der Kaffeehausliteraten am Donnerstag, dem 22. Jänner, um 19 Uhr im Café Museum. Heinz Sichrovsky (News) diskutiert mit den Autoren Christine Nöstlinger, Angelika Hager und Gerhard Loibelsberger.
Publikation Chancen der Digitalisierung von Digital Champion Austria als Beitrag zur allgemeinen Aufklärung
Derzeit „nur“ Online, versucht man nun auch Print-News zu bringen.
Wien. „Kein Schnickschnack. Nur echte Geschichten“ – unter diesem Motto wird mokant.at ab 2015 auch gedruckt erscheinen – wenn die Finanzierung klappt. Das Online-Magazin mokant.at gibt es seit vier Jahren. 25.000 Euro braucht mokant.at, um vier Ausgaben zu drucken. „Wir glauben daran, dass es genug Menschen gibt, die nicht möchten, dass echter Journalismus zur Mangelware wird und deswegen bereit sind, echten Journalismus zu unterstützen“, so mokant.at Chefredakteurin Sofia Khomenko. Die Finanzierungsphase startet am 3. Februar. Informationen zum Projekt finden sich unter: https://www.startnext.com/ mokant-at. (red)
Wien. Die diese Woche veröffentlichte Publikation „Das neue Arbeiten im Netz” will Mut machen, sich mit den vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung auseinanderzusetzen. 70 Experten sind dem Aufruf von Meral Akin-Hecke, Österreichs Digital Champion, gefolgt und haben einen umfangreichen Leitfaden erstellt, der einen breiten Überblick gibt, welche Chancen die Digitalisierung für einzelne Personen bietet. Die Onlineversion des Leitfadens ist kostenlos als E-Book und als barrierefreies PDFDokument unter leitfaden.werdedigital.at erhältlich. Unter dieser Adresse kann auch eine gedruckte Version zum Preis von 6 Euro bestellt werden. „Wir wollen mit dem Leitfaden einerseits einen Beitrag leisten, möglichst viele Österreicherinnen und Österreicher zu Digital Champions zu machen, und andererseits auch zeigen, wie Online-Zusammenarbeit konkret funktioniert“, so Akin-Hecke, die die von der EUKommission definierte Rolle als „Digital Champion“ in Österreich innehat.
Bei der Podiumsdiskussion, die im Rahmen der Präsentation stattfand, betonten alle Teilnehmer, dass die Digitalisierung überwiegend positive Aspekte habe, von denen Menschen, Demokratie und die Gesamtwirtschaft profitieren können. Jede und jeder Einzelne habe es in der Hand, an dieser Entwicklung teilzuhaben und den Wandel aktiv mitzugestalten. Johannes
Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS), betonte: „Das Wissen über die richtige Anwendung digitaler Tools ist eine Querschnittskompetenz, die über alle Berufe hinweg an Bedeutung gewinnt. Als AMS sind wir sehr froh über Initiativen wie WerdeDigital.at, die das sehr niederschwellig vermitteln können.“ Meral Akin-Hecke und Mitherausgeber David Röthler haben
© WerdeDigital.at/Martin Hörmandinger
© mokant.at
Digitalisierungs-Leitfaden „Arbeiten im Netz“
David Röthler (Projektleiter und Mitherausgeber des Leitfadens), Meral Akin-Hecke (Digital Champion Austria) mit Johannes Kopf, Vorstand AMS Österreich.
noch einiges vor: „Wir und alle, die mit ihrem Fachwissen zu unserem Leitfaden beigetragen haben, haben jetzt eine wichtige Aufgabe: Wir müssen unser gesammeltes Wissen zu denen bringen, die es brauchen.“
Weitere Aktionen geplant Das solle durch die Verbreitung des Leitfadens geschehen, aber auch durch weitere Projekte, die 2015 im Rahmen von WerdeDigital.at umgesetzt werden. So wird es ab März eine Webinar-Reihe geben, in welcher die Inhalte des Leitfadens im Rahmen von frei zugänglichen Videokonferenzen vermittelt werden. Zusätzlich wird die Digitale Landkarte auf der Website der Initiative weiter ausgebaut, sodass dort möglichst alle Angebote zur Verbesserung der digitalen Kompetenz in Österreich auffindbar sind. „Es gibt schon sehr viel in diesem Bereich. Vieles ist leider kaum sichtbar. Wir sehen es als unsere Aufgabe, diese Angebote zu vernetzen“, erklärt Meral AkinHecke. (red)
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inside your business. today. Donnerstag, 22. JÄnner 2015 – 6
Der Elch hält durch
Trotz Krise will der schwedische Möbelhändler Ikea in Russland weiter expandieren und investieren
Seite 7
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© APA/EPA/De Waal
medianet
Bier ist gut, limo besser
Das weltweit zweitgrößte Bierunternehmen SABMiller legt im Erlös deutlich zu – nicht zuletzt dank der Limonaden
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EU erarbeitet Gutachten: Wieviel Koffein verträgt das Kind?
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Flyin’ high Ist der Koffeingehalt eines Energy Drinks für Kinder zu hoch? Die Gefährlichkeit von Koffein steht derzeit am EU-Prüfstand. Nach der Aufregung kam (teilweise) Entwarnung. Seite 7
Rechtsstreit Kornspitz soll von der Marke zur Bezeichnung fürs Produkt mutieren
Stimmungsbild Trotz schwieriger Lage Optimismus
Ein „Kornspitz“ ist keine Marke
Bäcker zuversichtlich
gebräuchlichen Bezeichnung für das Produkt geworden ist. In Folge war das Oberlandesgericht Wien am Wort. Dieses stellt jetzt fest, dass „Kornspitz“ keine Marke, sondern eine Bezeichnung für ein bestimmtes Weckerl sei. © backaldrin – The Kornspitz Company
Entscheidung vertagt
Peter Augendopler: mit Kornspitz offenbar mehr erfunden als nur eine Marke.
GF Wolfgang Mayer kündigte indes an, Rechtsmittel beim OGH einzulegen. Bis zu dessen Entscheidung bleibe „Kornspitz“ eingetragene Marke – die Bezeichnung dürfe nur mit Zustimmung von backaldrin verwendet werden. (red)
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Linz/Wien. Seit über drei Jahren kämpft backaldrin um seinen Kornspitz als Marke. Doch laut Entscheid des Oberlandesgerichts Wien ist „Kornspitz“ für die Verbraucher zur Gebäckbezeichnung avanciert. Die Bäcker wird das freuen: Bislang durften sie den „Kornspitz“ nämlich nur verkaufen, wenn sie auch die Backmischung vom Erfinder backaldrin verwendet haben. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg erklärte bereits im März 2014, dass die Marke „Kornspitz“ verfallen kann, wenn der Markenname zur allgemein-
Brot & Gebäck gehört dazu – die Lage der Bäcker ist dennoch nicht rosig.
Wien. Kaisersemmel, Schwarzbrot & Co sind für die meisten Österreicher vom Frühstück bis zum Abendessen eine fixe Konstante. Dennoch sinkt die Zahl der klassischen Bäckereibetriebe. Vier gingen in 2015 schon Pleite, 2014 meldeten 39 Konkurs an, 2013 waren es 38 (laut KSV1870). Zuletzt stieg aber der Optimismus der Branche leicht an: Laut KMU Forschung rechnen aktuell 21% der Bäckereibetriebe mit Umsatzsteigerungen gegenüber dem ersten Quartal 2014, 18% erwarten Rückgänge und 61% gehen von einer unveränderten Lage aus. (APA)
re ta i l & pr od u c er s
Donnerstag, 22. Jänner 2015
medianet retail – 7
Energy Drinks Laut der deutschen Verbraucherorganisation Foodwatch gelten 6,6% der Jugendlichen als Hochverzehrer von Koffein
Kein Red Bull für Jugendliche? Wien/Osnabrück. So wirklich leicht hatten es die Energy Drinks ja nie. Die Zulassungsbedingungen in einigen Ländern waren oft nahe dem Hürdenlauf, auch in Deutschland. Nun droht eine Neuauflage in Sachen Handicaps: Vytenis Andriukaitis, seines Zeichens EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, will Schritte gegen die umstrittenen Muntermacher prüfen. Anstoß dafür ist ihm die ungebrochene Beliebtheit der koffeinhaltigen Energy Drinks bei Kindern und Jugendlichen – der damit verbundene hohe Koffeinkonsum sei somit „besorgniserregend“. Er werde mit der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) darüber „diskutieren, was die EU-Staaten hier gegebenenfalls unternehmen sollten“, sagte Andriukaitis gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Kommission werde sich die EFSA-Stellungnahme und
Ikea Russland-Pläne
Weiter expansiv Stockholm. Der weltgrößte Möbelkonzern Ikea hält trotz Krise in Russland an seinen Expansionsplänen für das Land fest. „Wir haben einen langfristigen Plan für Russland“, betont Ikea-Sprecherin Martina Smedberg. Auch wenn der Absturz des russischen Rubel Ikea im Dezember dazu gezwungen habe, vorübergehend den Verkauf von Küchenmöbeln und -geräten auszusetzen, bleibe das Vorhaben, bis 2020 zwei Mrd. € in Russland zu investieren, bestehen. Aus Angst vor steigenden Preisen und einem Verfall der Landeswährung hatten im Dezember zahlreiche Russen ihre Ersparnisse in Möbel, Elektronik und sogar Autos investiert. Ikea ist seit dem Jahr 2000 in Russland präsent und dort nahezu konkurrenzlos. (APA)
Bier Fast so gut wie Limo
SABMiller legt zu London. Die Großbrauerei SABMiller (Pilsner Urquell, Peroni) hat im abgelaufenen Quartal dank Zuwächsen in Lateinamerika und Afrika mehr umgesetzt: Die Erlöse kletterten um vier Prozent. Besser als Bier verkauften sich aber Softdrinks. Rückgänge gab es indes in China; das Management machte dafür das ungewöhnlich schlechte Wetter in weiten Teilen des Landes verantwortlich. SABMiller ist weltweit die Nummer zwei nach Anheuser-Busch InBev. (APA)
mögliche Konsequenzen genau anschauen, wenn sie voraussichtlich im Sommer in ihrer endgültigen Fassung vorliege, sagte der Kommissar.
Abgabe erst ab 18 gefordert Auch der deutsche Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) forderte ein Abgabeverbot für koffeinhaltige Energy Drinks an Jugendliche unter 18 Jahren. „Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesamt für Risikoforschung sind auch wir der Meinung, dass die Drinks für Kinder und Jugendliche nicht geeignet
sind“, beurteilt Sophie Herr, Teamleiterin für Ernährung beim vzbv, die ihrer Meinung nach wohl doch eher relative Erquicklichkeit der Energy Drinks. Ebenso engagiert sich die Verbraucherorganisation Foodwatch entsprechend; sie hatte zuvor schon gefordert, den Verkauf von Energy Drinks an Kinder und Jugendliche zu verbieten. Laut einer Studie der EFSA konsumieren Millionen Jugendliche in der EU zu viel Koffein. Demnach nehmen Jugendliche in fünf von 13 untersuchten EU-Mitgliedsstaaten mehr Koffein zu sich, als empfohlen. Der Studie zufolge sollten Erwachsene und Minderjährige eine
Dosis von drei Milligramm Koffein pro Kilo Körpergewicht am Tag nicht überschreiten. Per Redaktionsschluss wurden die diskutierten Grenzwerte allerdings relativiert: Nun heißt es, dass Einzeldosen von Koffein bis zu 200 Milligramm und Tagesrationen von bis zu 400 Milligramm zumindest für Erwachsene in Europa gesundheitlich unbedenklich seien. Auch Schwangere dürfen sich mit bis zu 200 Milligramm täglich munter halten. Für Kinder bleibt es dabei, dass eine tägliche Aufnahme von drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht als sicher angesehen wird. (APA)
WEnn
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EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis will rechtliche Schritte gegen koffeinhaltige Energy Drinks prüfen.
EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis: zu hoher Koffeinkonsum der Jugendlichen.
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SABMiller reüssiert nicht nur mit Bier, sondern auch mit Softdrinks.
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