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16. Jahrgang No. 2059 Euro 4,– Freitag, 2. Dezember 2016

Gebührenstopp Erhöhung – ja oder nein? Der ORF und die Privat­sender debattieren heftig weiter 12

Krisenstimmung Benetton spürt die Konkurrenz von Zara, H&M und Co. 40

Wirtschaftswunder Die heimische Fremdenverkehrswirtschaft befeuert weiterhin die Konjunktur 83

© leadersnet.at/Daniel Mikkelsen

© Benetton Group/Giuseppe Pino

Gewista-Chef übergibt an die nächste Generation Nach zwanzig erfolgreichen Jahren an der Spitze verabschiedet sich Karl Javurek in den Ruhestand.

Liebe Leserinnen und Leser, am 16. Dezember 2016 erscheint die letzte Ausgabe von medianet vor den Feiertagen. Die erste Ausgabe im neuen Jahr gibt es wieder am Freitag, 13. Jänner 2017.

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Freitag, 2. Dezember 2016 

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Haben Sie die Schnauze voll?

Eine ­funktionierende Öffentlichkeit ist der Sauerstoff einer ­freien Gesellschaft.“ Zitat des Tages VÖZ-Präsident Thomas Kralinger

Impressum Medieninhaber: „medianet“ Verlag AG 1110 Wien, Brehmstraße 10/4. OG http://www.medianet.at Gründungsherausgeber: Chris Radda Herausgeber: Germanos Athanasiadis, Mag. Oliver Jonke Vorstand: Markus Bauer Verlagsleiter: Bernhard Gily Chefredaktion/Leitung Redaktionsteam: Mag. Sabine Bretschneider (sb – DW 2173; s.bretschneider@medianet.at), Stv.: Dinko Fejzuli (fej – DW 2175; d.fejzuli@medianet.at) Kontakt: Tel.: +43-1/919 20-0 office@medianet.at | Fax: +43-1/298 20 2231 Fotoredaktion: fotored@medianet.at Redaktion: Christian Novacek (stv. Chefredakteur, nov – DW 2161), Paul Christian Jezek (pj), Reinhard Krémer (rk), Nataša Nikolić (nn – DW 2174), Daniela Prugger (dp – DW 2228), Martin Rümmele (rm), Gianna Schöneich (gs – DW 2163), Jürgen Zacharias (jz) Zuschriften an die Redaktion: redaktion@medianet.at Lektorat: Mag. ­Christoph Strolz Grafisches ­Konzept: Verena Govoni Grafik/Pro­duktion: ­Raimund Appl, Peter Farkas Litho­grafie: Beate ­Schmid Anzeigen­produktion: ­Aleksandar ­Milenkovic Druck: Herold Druck und Verlag AG, 1030 Wien Vertrieb: Post.at Erscheinungs­ weise: wöchentlich (Fr) E ­ rscheinungsort: Wien Einzel­preis: 4,– ¤ Abo: 179,– € (Jahr) (inkl. ­Porto & 10% MwSt.) ­Auslands-Abo: 229,– € (Jahr). Bezugsab­meldung nur zum Ende des vereinbarten Belieferungs­zeitraums bei 6-wöchiger Kündi­gungsfrist; es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen; Ge­richts­stand ist Wien. Gastbeiträge müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion decken. Offenlegung gem. § 25 MedienG: http://medianet.at/page/offenlegung/

Abo, Zustellungs- und Adressänderungswünsche: abo@medianet.at oder Tel. 01/919 20-2100

Zitat der Woche: „Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.“ Leitartikel ••• Von Sabine Bretschneider BILANZ. „Hat das Volk die Schnauze voll, oder ist den Wutbürgern einfach langweilig?“ Die Zeit führte dazu ein Gespräch mit dem deutschen Satiriker Harald Schmidt und dem Schweizer Kabarettisten Gabriel Vetter. Darin fiel seitens Herrn Vetter der schöne Satz: „Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.“ Heimat bist du … Überhaupt: Heimat. Seit dieser Begriff im bis dato ergebnisoffenen längsten Präsidentschaftswahlkampf der Geschichte permanent in alle Richtungen gezerrt wird, könnte man meinen, dass das vielleicht wahlentscheidende, eher urbane Wien beiden Kombattanten relativ egal ist. Der eine bemüht sich dermaßen um urtirolerische Authentizität, dass man meint, an einem Kapitel von fast Orwellscher Geschichtsfälschung mitzuwirken – und der andere hat das burgenländische Bieder zum neuen Schwarz

erkoren. Den rhetorische Brandstifter wurde abgelegt, mangels Akzeptanz beim „kleinen Mann“. Der Countdown läuft: Noch 48 Stunden, bis wir wieder zur Urne schreiten dürfen. Der Medienbeobachter APA-DeFacto hat die beiden (jüngsten) TV-Duelle auf Puls 4 und ATV zur Bundespräsidentenwahl übrigens einer Wort-Analyse unterzogen. Die Ergebnisse: Hofer hat mehr gesprochen, allerdings waren seine Wörter kürzer. Am liebsten sagen beide „Österreich“, gar nicht so selten auch „EU“. Thematisch, das hatte APA-DeFacto allerdings schon im Mai anlässlich einer Vorrunde ergründet, dominierten damals die Flüchtlingskrise und das Amtsverständnis des Präsidenten, auch die hohe Arbeitslosigkeit – und die Außenwirkung des neuen Staatsoberhaupts. Und das ist irgendwie bezeichnend: Dass auch die Analysen inzwischen eher statistische Fragen beantworten als inhaltliche. Beim wahlberechtigten Wutbürger jedenfalls dominierte in den letzten Wochen wohl das „Schnauze voll“. Tja, und mehr dazu lesen Sie nächste Woche an dieser Stelle.

Inhalt COVERSTORY „Einfach nur Karl Javurek“ ........ 6 Der Gewista-Chef geht: Ein Gespräch zum Abschied MARKETING & MEDIA VÖP versus ORF ....................... 12 Der Kampf um die Gebühren Der Drucker als Dienstleister .. 24 Arthur Bellutti und Peter Cibulka, Plakativ, über die Transformation Es war einmal … ....................... 28 Storytelling oder die Vermarktung von Wiens ältestem Hotel RETAIL

Braves Christkind .................... 42 Das Weihnachtsgeschäft 2016 wird auf Vorjahresniveau liegen

Mehr Forschung, bitte ............. 68 Life-Science-Sektor s­ oll wachsen INDUSTRIAL TECHNOLOGY

SPECIAL FLEISCH & WURST Alles Verpackungsfrage .......... 54 Gesucht: das beste Material für die Verpackung von Fleisch Grafik der Woche ..................... 56 Fleisch: Zahlen, Daten, Fakten FINANCENET & REAL:ESTATE Die Basel-IV-Falle ..................... 60 Kommt es noch schlimmer?

Eine Branche im Umbruch ...... 74 Auch die Automobil-Zulieferer müssen sich dem Wandel stellen TTIP, Trump & die Standards.... 78 Diskussion: Internationalisierung oder Protektionimus? Spezialgase mit Speed ............ 81 Messer Austria bietet Portfolio mit verkürzten Lieferzeiten an DESTINATION

Für klare(re) Bauregeln ........... 64 Dialogforum Bau Österreich geht in die entscheidende Phase

Das Bollwerk gegen Amazon . 32 Thalia als Synonym für Lesekultur

HEALTH ECONOMY

Im Herz des Weinviertels ........ 38 Interspar eröffnet in Mistelbach

Dr. Google stark gefragt .......... 66 Das Internet als Infoquelle

Pannonische Rekorde ............. 84 Tourismuschef Mario Baier über die strategischen Schwerpunkte Alles neu in Oberösterreich .... 88 „Unglaublich überraschend“: der neue Kommunikationsauftritt


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„Zunächst bin ich einfach wieder nur Karl Javurek“ ••• Von Dinko Fejzuli

© leadersnet.at/Daniel Mikkelsen

1996 kam Karl Javurek zur Gewista. Am 31.12.2016 geht seine ­erfolgreiche Geschäftsführung zu Ende. Ein Gespräch zum Abschied.


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W

ie Karl Javurek den ersten Werktag im neuen Jahr verbringen wird, weiß er noch nicht. Er möchte etwas leiser treten, Urlaub machen und eine Regenerationsphase einlegen, sagt er. 2017 wird dann ­I nfoscreen-Geschäftsführer Franz Solta Javureks Platz an der Gewista-Spitze einnehmen. „Mach weiter“ Ins Unternehmen eingetreten ist Karl Javurek 1996. Der Arbeitsauftrag damals an ihn: „Mach weiter!“, erzählt Javurek mit einem Lächeln. „Die Gewista war schon damals ein gesundes Unternehmen. 1974 ist sie aus dem städtischen Magistrat ausgegliedert und in die neu gegründete Wien Holding inte­

Out-of-Home ist ­Werbung und Marktkommunikation pur – ein contentfreies Medium.

griert worden. Diese hielt 51 Prozent an der Gewista, die restlichen Anteile entfielen auf die Progress ­Werbung und die IWG. 1993 wurden die Mehrheitsanteile von der Bank Austria übernommen.“ Auch der Grundstein für die Internationalisierung war schon 1990 gelegt worden: Gemeinsam mit dem Unternehmen Mahir und der städtischen Vermögensverwaltung Budapest übernahm die Gewista die ungarische Firma Europlakat. Im selben Jahr wurden in Prag und Bratislava

Tochterfirmen gegründet. Javurek: „1996 begann der Konsolidierungsprozess der österreichischen Plakatlandschaft mit der Übernahme der Progress Werbung, deren Geschäftsführer ich war, durch die Gewista. So gewann man weitere Plakatflächen in den Bundesländern hinzu, und das nationale Netz konnte weiter ausgebaut werden“, so Javurek. „Im Jahr 2000 leitete ich die Internationalisierung des Unternehmens ein“: Der französische Außenwerbekonzern JCDecaux übernahm die IWG Holding und damit 16% an der Gewista sowie die 51% Anteile der B&C Holding und hält bis heute 67% am Unternehmen. Die restlichen 33% liegen bei der Progress Beteiligungsgesellschaft. In dieser langen Zeit hat sich auch die Branche stark verändert – und Karl Javurek war einer der Treiber dieser Veränderung. Weniger als die Hälfte des damaligen klassischen Plakatvolumens kann man heute noch buchen, die andere Hälfte wurde im Zuge einer Qualitätsund Optimierungsoffensive be-

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reinigt. Stattdessen bestimmen nun Citylights, Rolling-Boards, Verkehrsmittelwerbung, Station Branding und Total Brandings das Bild der Außenwerbung mit. Prozess der Entpolitisierung Javurek über die Anfänge seiner Tätigkeit: „Eine der wichtigsten Aufgaben war es, eine Gesellschafterstruktur zu gestalten, die den neuen Anforderungen gerecht wird. Die Gewista ist daher einen Prozess der Ent­ politisierung eingegangen. Früher waren 49% der Anteile sozialpartnerschaftlich aufgeteilt. Nunmehr setzt sich die Eigentümerstruktur im Wesentlichen aus internationalen, langfristig agierenden Mehrheitsgesellschaftern, dem größten dynamischen Out-of-Home-Unternehmen JCDecaux und einem Investor, der Wiener Städtischen Versicherung, zusammen.“ In die Schnittstelle Javureks erstes Projekt, das er für die Gewista umsetzte, war Infoscreen: „Out-of-Home ist Werbung und Marktkommunikation pur – ein contentfreies

Medium. Wir haben Infoscreen bewusst in die Schnittstelle zwischen digitaler Illustrierter und OOH gesetzt und somit ein eigenes Medium definiert. Das war damals nicht alltäglich und eine Entwicklung, die es außerhalb von Österreich oder Deutschland nirgends gegeben hat. Gleichzeitig hat dieses Projekt schon angedeutet, in welche Richtung die Reise gehen wird.“ Mit der Gründung der Firma Infoscreen Austria GmbH für elektronische Werbung in der Wiener U-Bahn startete man 1998 bei der Gewista in die Ära der elektronischen Außenwerbung. Im Konzern JCDecaux sei die Gewista das einzige Unternehmen, das ein Contentmedium betreut, so Javurek – eine erfolgreiche Innovation, die sich im Konzern dennoch zunächst einmal durchsetzen musste: „Jedes globale Unternehmen ist auch in kleineren Märkten gut beraten, neue Dinge auszuprobieren. Wir haben Gott sei Dank wenig Fehler gemacht, und die fast schon freundschaftliche Beziehung zum Konzernchef und


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das gegenseitige Vertrauen hat sicherlich viel möglich gemacht: Infoscreen hat sich fantastisch entwickelt“, so der scheidende Gewista-Generaldirektor. Damit informiert und wirbt Infoscreen seit gut 18 Jahren in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise konnte und kann das neue Medium ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen; lediglich in einem einzigen Jahr der Firmengeschichte konnte man nicht zulegen. Strategien gegen die Krise Von den Erschütterungen der Wirtschaftskrise war allerdings auch die Gewista betroffen: „Im intermedialen Wettbewerb haben wir die Krise gespürt, mussten sie aber nicht in dem Ausmaß miterleben wie andere – und wir haben einige Strategien entwickelt, mit denen wir dagegenhalten konnten. Unter

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anderem haben wir das Medium Out-of Home auf mehreren Ebenen weiterentwickelt und damit den Markt mit neuen, innovativen Produkten weiter belebt. Wir haben uns nicht an uns, sondern an den Kunden orientiert und uns gefragt: Was braucht der Kunde, was für eine Kommunikationslösung wird benötigt, um am Markt gehört zu werden?“, so Javurek. Digitale Orientierung Man begann also, Angebote zu machen, die über das eigene Produktportfolio hinausgingen. Als erstes Unternehmen etablierte man so im Jahr 2009 den Bereich „Innovative & Ambient Media“. Dementsprechend konnte man auch heuer beim VAMP Award wieder abräumen: Von 30 ausgezeichneten Arbeiten stammen zehn entweder von der Gewista selbst oder sie war als Partner mit an Bord. Vor zwei

Wir sehen uns als ­Bestandteil des öffentlichen Raums – und wir haben eine große Verantwortung. Insbesondere in Wien, aber auch in anderen Städten. Karl Javurek ­scheidender Gewista Generaldirektor

Jahren, so Javurek, begann die digitale Ausrichtung des Unternehmens: „Wir entwickeln uns hin zu einem Digital Outof-Home-Unternehmen. Digitale Produkte verbinden sich mit der

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realen Welt. Mobile Marketing, Beacons, Virtual Reality … das sind alles Bereiche, die zeigen, wie die neue digitale Welt in einem hohen Ausmaß mit dem ­Außenbereich verschmilzt. OOH ist das ideale Medium, um kostengünstig hohe Reichweiten aufzubauen. Wir können Interessen lenken und direkt und unmittelbar in die Welt des Mobile Marketing überführen, wo sofort Interaktion stattfinden kann.“ Der öffentliche Raum Andere Medien waren für die Gewista auch in den Zeiten nach der Krise nicht von Interesse. Allerdings fand man in den vergangenen Jahren immer wieder Berührungspunkte zu anderen Themen des öffentlichen Raums: „Für die Stadt Wien haben wir 2003 das Gratisfahrradkonzept ‚Citybike Wien‘ entwickelt. Wir haben ein komplexes, digital


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vernetztes System geschaffen, das in der Folge auch von anderen Städten übernommen wurde.“ Eine seiner jüngsten Initiativen ist jene mit der Stadt Wien und dem Verein Puls, als man eine Kampagne für den Einsatz von Defibrillatoren entwickelte. Als Kooperationspartner für das Projekt gewann man hier die Kronen Zeitung.

dazu bereit, dort einzuspringen, wo Not am Mann ist. Erleidet ein Passant einen Herzanfall, und ein Anruf geht bei der Rettung ein, erhält jener Helfer eine Nachricht, der dem Unfallort am nächsten ist. Er kann Erste Hilfe leisten, während gleichzeitig ein zweiter Helfer kontaktiert wird, der zur nächsten öffentlichen Defibrillatorenstelle läuft. So können Menschenleben gerettet

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strebt habe. Das Unternehmen bewegt sich hin zur digitalen Welt. Es braucht einen neuen Typus von Mitarbeitern, sie müssen die analoge mit der digitalen Welt verknüpfen können. Ich glaube, dass die Nachfolgegeneration für dieses Projekt besser geeignet ist. Es ist für das Unternehmen sicherlich gut, einen Generationsschub zu erhalten.“

Zunächst bin ich einfach wieder nur Karl Javurek. Ich werde alles ­sichten und dann eine ­Entscheidung treffen.

Neuer Typus Mitarbeiter „Immer wenn jemand dank Einsatz eines Defibrillators gerettet wird, wird darüber in den Zeitungen berichtet. So schaffen wir eine breite Öffentlichkeit für das Thema.“ Nun komme eine neue Dimension dazu, erzählt der scheidende Generaldirektor über ein weitere Engagement der Gewista: „Die ‚Helfer Wiens‘, die Vereinigung von Organisationen wie Feuerwehr oder Rettung, erhalten eine App; sie erklären sich

werden – eine sinnvolle Partnerschaft im Sinne eines öffentlichen Anliegens.“ Javurek blickt auf eine erfolgreiche Zeit bei der Gewista zurück – warum schließt er dann jetzt die Tür und ein neues Kapitel seines Lebens auf? „Es ist ein Prozess, den ich selbst ange-

Freiheit und Balance Seit bekannt ist, dass Javurek die Gewista verlässt, habe es einige Angebote anderer Unternehmen gegeben; Javureks Wissen, seine Kontakte und seine Kenntnis des Markts sind gefragt. Ein Fulltime-Job werde es allerdings nicht mehr werden: „Zunächst bin ich einfach wieder nur Karl Javurek. Ich werde alles sichten und dann eine Entscheidung treffen. Ich möchte auch nicht mehr den

Ich möchte auch nicht mehr den gleichen Arbeitsaufwand ­haben, sondern ­Freiheit gewinnen und die Balance finden. Ich bin zwar jung geblieben, aber meine Geburts­ urkunde lügt nicht.

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„Wir sehen uns als Bestandteil des öffentlichen Raums – und wir haben wir eine große Verantwortung. Insbesondere in Wien, aber natürlich auch in anderen Städten“, erklärt Javurek die Beweggründe dafür, sich in einem Feld zu engagieren, in dem man auf den ersten Blick keinen Außenwerber vermuten würde.

bestellung des Nachfolgers mitredet.“ Sehr wohl habe er aber dem Eigentümer seine Sicht dessen dargelegt, wie das Profil des oder der Neuen aussehen sollte. Mit Solta als Nachfolger sei er „mehr als einverstanden – und sehr froh, dass die Entscheidung so gefallen ist“.

Javureks Nachfolger, Infoscreen-GF Franz Solta, wird mit Anfang 2017 Geschäftsführer der Gewista. In diese Entscheidung, auf wen nämlich die Wahl als Nachfolger fällt, war Javurek nicht involviert. „Ich hätte das nicht für vernünftig gehalten, wenn der Vorgänger bei der Neu-

gleichen Arbeitsaufwand haben, sondern Freiheit gewinnen und die Balance finden. Ich bin zwar jung geblieben, aber meine Geburtsurkunde lügt nicht. Ich habe hier im Unternehmen ein paar Ehrenrunden angehängt; jetzt ist es aber okay, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“


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marketing & media Public Value-Bericht Der VÖZ warnte vor den ­sogenannten Fake News 19

Rollentausch Bei der 12. Tafelrunde setzte man auf Perspektivenwechsel 30

© Bezirksrundschau

© Pinjo Faruk

Gerhard Fontan © Dodge & Burn

RMA Gerhard Fontan wird neuer ­Vorstand der Regionalmedien Austria AG (RMA). Er folgt mit März 2017 auf Stefan ­Lassnig, der das Unternehmen auf ­eigenen Wunsch verlässt, teilte die RMA am Mittwoch mit. ­Weiterhin im Vorstand bleibt Georg Doppelhofer. Fontan war 2009 Gründungsvorstand der RMA und ist seit 2010 in der ­Geschäftsführung der OÖ Bezirksrundschau.

VÖP legt bei Frage der ORF-Gebühren nach Der ORF-Stiftungsrat soll einem möglichen Antrag auf ­Erhöhung der Gebühren nicht zustimmen, so der Appell.

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„Einfach nur etwas weniger von allem“ „Zu viel“ „Der ORF kauft zu viele Premium-­ Rechte“, so die Kritik des VÖP.

© APA/AFP/Karim Sahib

Der VÖP wendet sich an den ORF-Stiftungsrat, um ihn dazu zu bewegen, einer Gebührenerhöhung nicht zuzustimmen.

••• Von Dinko Fejzuli WIEN. Beim Verband der österreichischen Privatsender geht man bereits fix von einem Antrag auf Erhöhung der ORFGebühr durch die ORF-Führung aus und meldet sich nun abermals zum Thema zu Wort. Ernst Swoboda (KroneHit) und dessen Stellvertreter, Markus Breitenecker (Puls 4), sowie die VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm luden diese Woche zu ­einem Mediengespräch, um aus ihrer Sicht darzulegen, warum eine Erhöhung der GIS-Gebühren weder notwendig noch gerechtfertigt sei Fazit des Pressegesprächs: Der ORF braucht nicht mehr Geld, er solle einfach für gewisse Dinge weniger Geld ausgeben – bei US-Serien, Blockbustern

und vor allem im Bereich SportPremiumrechte, wo er unwirtschaftlich viel zahlen würde, sei noch genug Einsparungspotenzial vorhanden. „Alle Premium-Rechte im ORF“ Die Begründung des VÖP: Während sich in anderen Ländern Private und Öffentlich-rechtliche die Premium-Sportrechte teilen würden, hätte der ORF in Österreich praktisch alle wesentlichen Sport-Events vom Markt weggekauft, oft auch zu „unwirtschaftlich hohen Preisen“, so Breitenecker. Man hätte nichts dagegen, dass auch der ORF Unterhaltung und Premium-Sport zeige, aber eben nur nicht in diesem Ausmaß. Auch treffe die Behauptung des ORF, er würde keine Gebührengelder für Premium-

sportrechte verwenden, nicht zu, denn: „Konkret bezogen z.B. auf die Rechte für die Champions League, muss davon ausgegangen werden, dass die vom ORF bezahlten Lizenzkosten deutlich über den Erlöserwartungen aus der Vermarktung dieser Rechte liegen, sohin hier also sehr wohl Gebührenmittel verwendet werden“, so der VÖP. Weniger Formel 1 & Co.? Allein durch den Verzicht auf „Formel 1“ und „Champions League“ ließen sich circa 18 Mio. € pro Jahr einsparen, so ­Breitenecker. Ähnliches gelte für den fiktionalen Bereich, wo der ORF „jährlich 50 Mio. Euro für Kauffilme ins Ausland überweise“, so der Puls 4-Geschäftsführer. Dies sei deutlich mehr, als jene 19 Mio. € – wie vom

Standard berichtet –, die seine Sendergruppe an die deutsche Mutter überweisen würde. Und diese seien deutlich weniger, als die vom ORF stets kolportierten 570 Mio. €, die sie den Privaten vom heimischen Werbemarkt abziehen würden. Eine Reduktion bei den ausländischen TV-Rechten um 20% brächte Einsparungen von 10 Mio. € pro Jahr und ließe dem ORF noch immer den Großteil an fiktionalen Premium-Erstausstrahlungsrechten. Generell solle der ORF mehr auf Information und weniger auf Unterhaltung setzen, denn gerade hier würde man bessere Quoten erzielen, so VÖP-Präsident Ernst Swoboda. Gleichzeitig würde man damit den Public Value-Anteil am eigenen Programm erhöhen.


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© APA/Georg Hochmuth

Gegenmeinung Im ORF wehrt man sich gegen Vorschläge des VÖP in Bezug auf die eigene Finanzierung und verweist auf die dafür zuständigen Gremien und Behörden.

Privat-TV-Content auch für den ORF?

„Es braucht einen starken ORF, sonst hat man irgendwann keinen nationalen Sender mehr.“ Gerade bei diesem Punkt betont der VÖP allerdings, dass es nicht darum gehe, den ORF zu schwächen; auch selbst sei man für einen starken ORF, er solle nur den Privaten etwas mehr Luft zum Atmen gönnen. Auf Anfrage meinte Kotlowski gegenüber medianet, es brauche eine sachliche Diskussion, um eine nachhaltige Finanzierung des ORF auch bei einem immer internationaler werdenden Wettbewerb zu sichern. Kotlowski machte gegenüber medianet auch den Vorschlag, der ORF solle zum Beispiel ein bis zwei Stunden Content von den heimischen Regionalsendern kaufen. Dies würde gleichzeitig die Landesstudios stärken.

ORF wehrt sich gegen VÖP-Vorschläge bezüglich Ein­sparungspotenzial – auch W24 nicht eins mit VÖP-Ideen.

WIEN. Die Reaktion des ORF auf die VÖP-Vorschläge, doch statt die Gebühren zu erhöhen lieber etwas weniger für Premiumsportrechte oder andere, fremd zugekaufte Film- und Serien­ ware auszugeben, ließ nicht lang auf sich warten. Seitens des ORF zeigte man sich zunächst wenig überrascht über die inhaltlichen Forderungen gegenüber dem öffentlichrechtlichen Sender – schließlich kämen diese von einem „Lobbyingverband der deutschen Sender in Österreich“, dessen Ziel es sei, den ORF zu „marginalisieren“. „VÖP ist nicht zuständig“ „Rund 60 Prozent des heimischen TV-Zuseher- und -Werbemarkts werden von deutschen und internationalen Medienkonzernen dominiert, was bei österreichischen Privatsen-

dern und der Medienpolitik gleichermaßen wie im ORF die Alarmglocken schrillen lassen sollte“, so der ORF in einer Aussendung. Zudem sprach man dem VÖP die Zuständigkeit ab, überhaupt Vorschläge dieser Art machen zu können, denn: „Die Zuständigkeit für die Finanzierung des ­öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich und seine Kontrolle liegt beim ORF-Stiftungsrat und der unabhängigen Medienbehörde KommAustria und nicht beim VÖP,“ so der ORF in der selben Aussendung. Keine Finanzierungslücke Auch gäbe es keine „Finanzierungslücke“, von welcher der VÖP sprach; das habe man nie behauptet. „Was allenfalls von den zuständigen Instanzen zu prüfen ist, ist eine gesetzlich im 5-Jahres-Rhythmus vorgesehene teilweise Valorisierung, also In-

flationsabgeltung, der Programmentgelte.“ Auch der Vorwurf, man würde Gebührengelder verwenden, um teure ausländische Produktionen zu kaufen, treffe nicht zu. Diese würden durch kommerzielle Erlöse finanziert: „Die Gebührenmittel verwendet der ORF ausschließlich entsprechend seines Auftrags für ­österreichische Information und Kultur, heimischen Sport, österreichische Unterhaltung und seine Regionalprogramme, was der VÖP ja implizit bestätigt.“ Private Produktionen für ORF Eher unerwartete Unterstützung erhielt der ORF seitens eines der VÖP-Mitglieder, dem Wiener Stadtsender W24. Wie Der Standard berichtet, habe sich W24-GF Marcin Kotlowski via Facebook-Post geäußert und festgestellt, dass man die Forderung des VÖP zu den ORF-Gebühren nicht mittrage.

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••• Von Dinko Fejzuli

Marcin Kotlowski, Geschäftsführer W24, teilt nicht die Meinung des VÖP.


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„Fix&Foxi“ bester Kindersender

Auf www.rapid-mobil.at oder in den Fanshops des SK Rapid kann man auf den neuesten Mobilfunker Österreichs umsteigen.

MÜNCHEN. Der internationale Kinder- und Familiensender Fix&Foxi TV wurde bei den Eutelsat TV Awards zum besten Kindersender 2016 gekrönt und „überzeugte durch Originalität und hohen Qualitätsanspruch“. (pj)

••• Von Paul Christian Jezek

MEDIENMONITORING

ÖBB nutzt Paket von APA-DeFacto WIEN. APA-DeFacto konnte die ÖBB im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung mit ihrem Konzept „Sämt­ liche Tools zu Medienmonitoring und -analyse aus einer Hand“ überzeugen. Das Komplettpaket umfasst Pressespiegel und Sonderanalysen, integriert die interne Kommunikation und behält auch Social ­Media stets im Blick. (pj) © G. Wild/picturedesk.com

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ERRATUM

Clemens und nicht Thomas WIEN. In der letzten medianet-Ausgabe wurde irrtümlich Thomas Mühlbacher als Country Manager von AdDefend Österreich bezeichnet. Diese Funktion hat jedoch Clemens Mühlbacher inne. Thomas Mühlbacher ist Internetleiter der Plattform Landwirt.com. Wir bedauern die Verwechslung.

Der SK Rapid Wien ist der erste ­österreichische ­Fußballverein, der einen ­eigenen Mobilfunk betreibt.

5,90 € pro Monat. Das Basispaket „Rapid Mobil Basic“ enthält keine Grundgebühr, je Minute oder SMS werden 3,90 ct und je MB Daten 0,90 ct verrechnet. Für Auswärtsspiele oder Urlaub außerhalb der Landesgren­ zen gibt es „Rapid Mobil Roaming“, das 200 Minuten, SMS oder MB Daten um 9,90 € pro Monat enthält und in allen EU-Ländern, Island und Liechtenstein gilt. „Die ventocom GmbH macht das zu reinen Selbstkosten, der gesamte Gewinn geht an Rapid“, verspricht Krammer.

© Rapid Wien (3)

WIEN. Der SK Rapid und vento­ com GmbH, das Unternehmen des Mobilfunk-Profis (und Rapid-Präsidenten) Michael ­Krammer, haben einen speziellen Mobilfunkbetreiber ins Leben gerufen: Rapid Mobil. Auf www.rapid-mobil.at oder in den Fanshops des SK Rapid kann man auf diesen neuesten Mobilfunker Österreichs umsteigen. Das Startpaket besteht aus SIM-Karte (mit oder ohne Wunschrufnummer) und einem exklusiven Handy-Sticker.

Michael Krammer startete vor Kurzem in seine zweite Amtszeit als Präsident.

Die Linzer CSR-Profis

© Reichl und Partner

Reichl und Partner sind „Unternehmen des Jahres“. LINZ. Die Reichl und Partner Communications Group wurde „Linzer Unternehmen des Jahres“ in der Kategorie „Corporate Social Responsibility“, in der von der WKOÖ Firmen ausgezeichnet werden, die Nachhaltigkeit in ihrem Betrieb realisieren und sich sozial engagieren. „Der Erfolg der Reichl und Partner Communications Group macht es möglich, diesen auch

zu teilen“, erklärt die kaufmännische Leiterin Silvia Reichl (Bild) – „sei es durch die Gründung der Stones for Life Foundation zugunsten bedürftiger Kinder oder der Unterstützung von Menschen für Menschen, Rettet das Kind und der UNHCR“. Weiters engagiert sich die Reichl und Partner Communications Group schon seit zehn Jahren für die Pink Ribbon-Kampagne. (pj)


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Familyentertainer Robert Steiner Inhaber & Gesch채ftsf체hrer


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Freitag, 2. Dezember 2016

medianet.at

Längst keine Insel der Seligen mehr Herbert Rohrmair-Lewis, scheidender Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft im medianet-Interview. werden Duftmarken gesetzt, um sich international zu behaupten – wie z.B. die KöSt-Senkung in ­Irland.“ Oft werde Österreich noch immer als Insel gesehen, „wir müssen aber schauen, wie wir uns im internationalen Wettbewerb behaupten können“. Diese Diskussion, so Rohrmair-Lewis, könne man mit den Sozialpartnern überhaupt nicht führen. „Stattdessen diskutieren wir über die sechste Urlaubs­ woche oder über die Maschinensteuer. Wir sprechen immer nur über Einzelmaßnahmen anstatt dass wir über die große Richtung diskutieren: Woher kommen unsere Jobs, wie kommen wir von den hohen Arbeitslosenzahlen runter, etc.?“

„Nachhaltige Entwicklung“ „Mit Groß steht ab 1. Jänner 2017 eine Unternehmerin an der Spitze der JW-Bundesorganisation, die rund 37.000 Mitglieder zählt und die Interessen der rund 120.000 Unternehmern unter 40 Jahren vertritt. Mit ihr bilden Barbara Havel (Wien), Christiane Holzinger (Kärnten) und Burkhard Neuper (Steiermark) das neue Vorstandsteam. medianet hat mit Vorgänger Rohrmair-Lewis im Interview Bilanz gezogen und sich über die aktuellen Herausforderungen der Jungen Wirtschaft unterhalten. Generell ortet Rohrmair-Lewis einen guten Spirit in Österreich, um Unternehmen zu gründen: „Wir sind zwar in der Zahl der Gründungen im internationalen Vergleich eher nicht oben mit dabei, dafür aber bei der nachhaltigen Entwicklung. Von zehn Gründungen überle-

© Lisi Specht

WIEN. Ab 1. Jänner 2017 wird die Salzburgerin Amelie Groß (29) als neue Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft (JW) fungieren und damit den aus Altersgründen scheidenden Bundesvorsitzenden Herbert Rohrmair-Lewis ablösen.

Von zehn Gründungen überleben in den ersten drei Jahren sieben bis acht. Das ist international gesehen ein Spitzenwert. Herbert Rohrmair-Lewis Lobster

ben in den ersten drei Jahren sieben bis acht. Sie schaffen im Durchschnitt 2,4 Arbeitsplätze direkt im ersten Jahr und indirekt 5,4 Arbeitsplätze. Das ist international gesehen ein Spitzenwert.“ Für Rohrmair-Lewis ist es daher notwendig, den Wirtschaftsstandort Österreich als attraktives Gründerland zu forcieren. Dem scheidenden Bundesvorsitzenden fehlt in diesem Zusammenhang der Masterplan. „Wenn man sich große Volkswirtschaften ansieht, dann haben die mit grundlegenden Programmen Richtung gemacht. Da

Wechsel Werber Herbert Rohrmair-Lewis, im Brotberuf Inhaber und GF der Agentur Lobster, übergibt den Bundesvorsitz der Jungen Wirtschaft an die nächste Generation.

Mehr Industrie Rohmair-Lewis denkt dabei an neue Steuermodelle: „Man muss den Unternehmen etwas in die Hand geben, damit Österreich wieder attraktiv als Standort wird. Wir sind ein kleines, überschaubares Land, aber steuerlich ist es unattraktiv. Es kommt mir oft vor, dass Unternehmen oft nicht gewünscht sind, wie in Wien zum Beispiel, wo sich kaum noch neue Industrie ansiedelt.“ Für seine eigene Branche – Rohrmair-Lewis ist Inhaber der Werbeagentur Lobster – regt er mehr Internationalität an: „Wichtig ist, dass wir uns in Österreich nicht verstecken, sondern verstärkt international ausrichten müssen. Wir haben zu viele inhabergeführte Agenturen, die Kunden nur in Österreich haben und nicht in andere Länder gehen.“ Ein wichtiges Thema in der Kreativbranche sei zudem der Trend, dass der ­Mittelstand abhanden kommt. (mf/fej)


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© VÖZ/Katharina Schiffl

Speaker KeynoteSpeaker Udo Di Fabio, VÖZ-Präsident Thomas Kralinger, Alfred Pfabigan, Philosophische Praxis März­straße, News-Medienredakteurin Julia SchnizleinRiedler, Armin Thurnher, Falter, Rainer Nowak, Die Presse.

Die vierte Gewalt? Der VÖZ stellte seinen Public Value-Bericht vor und ­verwies auf den Stellenwert der Presselandschaft. WIEN. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) hat am Donnerstag anlässlich der Präsentation seines heurigen „Public Value-Berichts“ den Stellenwert der Presselandschaft für eine offene Demokratie beschworen und sich mit den Schwerpunkten Medienökonomie und Demokratie beschäftigt. VÖZ-Präsident Thomas Kralinger ging in seinem Statement auf die aktuelle Debatte über „Fake

News“ ein: „Eine funktionierende Öffentlichkeit ist der Sauerstoff einer freien Gesellschaft.“ Man dürfe den öffentlichen Diskurs nicht den gefälschten Nachrichten überlassen, erklärte der Kurier-Geschäftsführer. Vertrauen sei ein menschliches Grundbedürfnis, und Medienmarken, die es schafften, dem Publikum dies auch in Zukunft zu bieten, würden erfolgreich sein, zeigte er sich

überzeugt. ­Allerdings brauche es dafür auch „zeitgemäße gesetzliche Rahmenbedingungen und Regeln“ und „faire Spielregeln“ durch die nationale und europäische Politik. Der Public Value-Bericht umfasst 204 Seiten, hier widmen sich Herausgeber und Geschäftsführer von Medien, Chefredakteure, Journalisten, Kommunikationswissenschaftler, Medienökonomen, Werbetreibende und nationale

sowie internationale Experten schrieben dem Mehrwert der österreichischen Zeitungen und Magazine im Strukturwandel der Öffentlichkeit. VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger betonte in seinem Beitrag die gesellschaftliche und demokratiepolitische Notwendigkeit von journalistischem Mehrwert angesichts der drohenden postfaktischen Zeitenwende – immerhin überflügelten auf Facebook in den letzten drei Monaten des USPräsidentschaftswahlkampfs 2016 erstmals „Fake News“ die echten Nachrichten: „Wir können kein Interesse daran haben, dass Bürgerinnen und Bürger in der Filterblase mit digitalen Echokammern leben, sich vom Staat, seinen Institutionen und Entscheidungen abwenden und Falschmeldungen Glauben schenken. Professionellen Journalismus braucht es heute mehr denn je.“ Soziale Medien zivilisieren Im Anschluss diskutierten Di Fabio, Rainer Nowak, Herausgeber und Chefredakteur der Tageszeitung Die Presse, Alfred Pfabigan, Leiter der Philosophischen Praxis Märzstraße, und Armin Thurnher, Herausgeber und Chefredakteur des Falter, zu der Frage, ob die Rolle der Medien als vierte Gewalt heute in Auflösung begriffen sei. Pfabigan konstatierte: „Soziale Medien stecken in der Pubertät und müssen zivilisiert werden – genau wie das bei anderen Medien früher auch schon geglückt ist.“ (APA/red)

NACHR ICHTEN OHNE EINFLUSS VON PARTEIEN UND „FR EUNDESKR EI S EN“. SERVUS JOURNAL – UNABHÄNGIG UND NEUTRAL. TÄGLICH | 18:00 und 19:20 HANS MARTIN PAAR KATRIN PRÄHAUSER www.servustv.com/servusjournal


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Werden die Jungen langsam wahlmüde?

Handelsfreiheit

EU: Erste Schritte gegen Geoblocking BRÜSSEL. Die für Wettbewerbsfähigkeit zuständigen EU-Minister haben am Montag in Brüssel eine Einschränkung des Geoblockings beschlossen, mit dem Händler den Verkauf ihrer Waren in ein anderes EU-Land über das Internet unterbinden. Eine Diskriminierung der Kunden nach Nationalität, Wohnort oder Sitz der Niederlassung soll verboten sein; dagegen bleiben urheberrechtlich geschützte Werke wie E-Books und Online-Musik ausgenommen. Um bestimmte digitale Inhalte wie den Streamingdienst Netflix bei Dienstreisen oder im Urlaub auch im EU-Ausland nützen zu können, hat die EU eine eigene Portabilitätsrichtlinie auf den Weg gebracht.

© APA/Helmut Fohringer

Laut media.at ging die Mediennutzung der Jüngeren zum Thema Bundespräsidentenwahlen deutlich zurück.

Sportportal

Styria holt Spox nach Österreich

Beim ersten und zweiten Wahlgang interessierten sich mehr der 15- bis 65-Jährigen für die Bundespräsidentenwahl.

© Screenshot www.spox.com

GRAZ. Die Perform Group und die Styria Media Group launchen am 13.12. das neue Portal Spox Österreich (www.spox.com/at). Dabei werden Spox.com, Deutschlands amtierende „Beste Sportwebseite“, und Sportnet.at, eines der größten österreichischen SportPortale, in der gemeinsamen Marke „Spox Österreich“ aufgehen.

medianet.at

WIEN. 44% der 15- bis 65-Jährigen interessieren sich weniger für die Bundespräsidentenwahl, als sie es noch bis zum zweiten Wahlgang getan haben. „Das spiegelt sich auch in der Informationssuche und Mediennutzung zur Bundespräsidentenwahl wieder“, so Julia Wegerer, Business Development und Forschung, media.at. Die gezielte Mediennutzung zur Wahl hat in fast allen Medienkanälen abgenommen – am stärksten ist die Informationssuche über das Plakat gesunken; hier ist eine klare Sättigung eingetreten. Kurzfristige Anpassungen Im TV ist die gezielte Mediennutzung aktuell nur geringfügig zurückgegangen (s. Grafik rechts). In einer vertiefenden Frage zur TV-Nutzung gaben 60% an, sich bei den bisherigen Wahlgängen spezielle Beiträge, wie TV-Duelle, Konfrontationen oder Dokumentationen angesehen zu haben. Aktuell haben dies noch 43% vor, 31% sind noch unschlüssig.

Daher hängt die Intensität der TV-Nutzung in Bezug auf die Bundespräsidentenwahl vom weiteren Verlauf und der Dramaturgie des Wahlkampfs ab. Silvia Wallner, Leitung Business Development und Forschung, media.at: „Auf Basis der Ergebnisse aus media.atmosphere war es uns möglich, den Mediaeinkauf kurzfristig

anzupassen, um das Maximum für unsere Kunden zu gewährleisten.“ (df) Die Studienreihe media.atmosphere der Mediaagentur m ­ edia. at wird im Rahmen einer regelmäßigen CAWI-OmnibusUmfrage durchgeführt. Befragt wurden 250 Personen zwischen 15 und 65 Jahren.


Jubel & Trubel in Wien

Feinste Kulinarik Das gastronomische Angebot beeindruckt mit einer großen Vielfalt an erlesenen Genüssen – ob auf Eislaufflächen-Niveau oder auf der Terrasse mit Blick auf das Rathaus sind alle Gaststuben barrierefrei und natürlich mit ­Eislaufschuhen begehbar!

Der Wiener Eistraum – Eislaufen, wie es schöner kaum sein kann!

Die 2. Ebene mit ca. 500 m² befindet sich über den Containern des Kassen- und Schlittschuhverleihs und bietet damit mehr Platz für die Gastronomie. Gleichzeitig dient diese aber an schönen Wintertagen auch als herrliche Sonnenterrasse, wo sich die Besucher ausruhen und dem Treiben auf dem Eis zuschauen können. Schönstes Fest ins neue Jahr Schon länger als ein Vierteljahrhundert (!!) gibt’s den Silvesterpfad als spektakuläre Attraktion. An diesem Tag – oder besser: in dieser Nacht – verwandelt sich

Glanzvoller Jahreswechsel in der Wiener Innenstadt.

die Wiener Innenstadt in ein unvergleichliches, märchen- und zauberhaftes Fest. Stimmungsvoll und beschwingt wird ins neue Jahr hineingefeiert! Auf zehn Bühnen und Standorten brodelt eine erstklassige Mischung aus Show-, Musik- und Unterhaltungsprogramm. Am Graben locken Walzerkurse unter fachkundiger Anleitung der Wiener Tanzschulen – und die Kinder genießen das extra für sie zusammengestellte, bunte NachmittagsProgramm. Aus der Wiener Staatsoper wird „Die Fledermaus“ von ­Johann Strauß live übertragen, am Herbert-von-Karajan-Platz kommt man in den Genuss eines Potpourris der schönsten Opernund Ballett­szenen. Ab 20 Uhr begeistert der Wiener Prater mit seinem Showprogramm und dem musiksynchronen Feuerwerk, und auch in Aspern Seestadt wird von 14 bis 0.30 Uhr jede Menge Programm geboten. Quer durch die Innenstadt verwöhnen zahlreiche Gastronomen mit feinen Pfannengerichten, Gulaschsuppe, Sacherwürstel

oder Kaiserschmarrn, Neujahrskrapfen, prickelndem Sekt und heißem Punsch. Um Mitternacht heißt es dann „Alles Walzer“ in Österreichs größtem Ballsaal – mit den Klängen der Pummerin und dem Feuerwerk über dem Rathaus tanzen Hunderttausende Gäste des Silvesterpfads heiter und friedlich ins neue Jahr – und 2017 am besten gleich wieder täglich vom Eis träumen ...

EISTRAUM & SILVESTER Ab 27.12. gratis eislaufen! www.wienereistraum.com www.wien-event.at Silvesterpfad 31.12., 14 bis 2 Uhr: fb.com/Silvesterpfad twitter.com/oroundotweet instagram.com/silvesterpfad

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WIEN. Mehr als zwei Jahrzehnte (!) währt nun schon der Wiener Eistraum für alle großen und kleinen Gäste der Bundeshauptstadt. Jahr für Jahr genießen rund 700.000 Gäste aus aller Welt das Eis-Eldorado vor dem Rathaus. Diesmal wird die Eisfläche nochmals vergrößert und führt auf einer 8.500 m² (!!) großen, märchenhaften Eislandschaft die Schlittschuhläufer vom prachtvollen Rathausplatz über den romantischen Traumpfad durch den malerischen Park bis hinunter zum Ring. Eine Eisfläche von 550 m² gehört tagsüber von 9 bis 16 Uhr und an Wochenenden ganztags bei freiem Eintritt den EislaufAnfängern, am Abend verwandelt sich dann das Areal in acht Eisstockbahnen, die sich größter Beliebtheit erfreuen. Der Schlittschuhverleih vor Ort bietet 2.000 Paar mit Warmluft vorgewärmte Schlittschuhe in den Größen 23 bis 52. Den kleinen Gästen stehen neben 300 kostenlosen Schutzhelmen auch verstellbare Doppelkufen in den Größen 21–25 gratis zur Verfügung.

© stadt wien marketing (2)

Ab 27.12. offeriert der Wiener Eistraum grandioses Wintervergnügen auf dem größten mobilen Eislaufplatz Europas. Und dann kommt Silvester ...


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© BlaBlaCar

Egoistisch Beim Sharing geht es den Menschen weniger um den Gedanken des Teilens und Tauschens, sondern vielmehr um den persönlichen Vorteil.

Die Jugend mag Sharing-Börsen Mindshare MindMinutes: Auf den diversen Tausch­börsen tummelt sich vor allem das jüngere Publikum. WIEN. Je jünger die Befragten, desto bekannter und beliebter ist die Nutzung von SharingAngeboten. Gerade das Teilen von Kleidung und Essen geht überwiegend auf das Konto der Jungen unter 30 Jahre. So die Ergebnisse der aktuellen Momentaufnahme der MindMinutes von Mindshare. Befragt wurden 534 User im Alter von 15 bis 59 Jahren, von denen man wissen wollte, wer welche Sharing-Dienste warum nutzt. Von Airbnb bis car2go Kleiderkreisel.at und auch foodsharing.at sind die bekanntesten Plattformen. Bei den Übernachtungsangeboten rangiert die Sharing-Plattform Couchsurfing vor Airbnb. Auch Fahrdienste wie Uber und

Blabla Car, ehemals bekannt unter mitfahrgelegenheit, gefallen den Jungen mehr. Ausgenommen beim Carsharing: Bei der Nutzung von car2go, DriveNow oder zipcar.at liegen die Älteren mit den Jüngeren gleichauf. 
 Man will die Vorteile Beim Sharing geht es den Menschen weniger um den Gedanken des Teilens und Tauschens, sondern vielmehr um den persönlichen Vorteil. Anstatt etwas neu zu kaufen, zu besitzen oder traditionell ein Hotel zu buchen, sind sich die Nutzer von Sharing-Plattformen darüber einig, dass der Preisvorteil, die Flexibilität und die Umweltverträglichkeit das neue „Nutzen statt besitzen“ so attraktiv machen, so die Untersuchung.

Am stärksten hat sich Carsharing durchgesetzt: Fast jeder Fünfte hat bereits das Auto auf Zeit ausprobiert. Die Nut-

zer haben entweder selbst kein Auto, genießen die Flexibilität oder werfen den Preisvorteil im Vergleich zum Autobesitz in die Waagschale. So ist der Dienst car2go bereits 50% der Befragten bekannt. Auch DriveNow kennt jeder Vierte. Privat zu übernachten, überall auf der Welt, mit Airbnb, Couchsurfing oder Wimdu wurde von 16% genutzt. Hier scheint noch Luft nach oben zu sein, denn immerhin 72% sind die Übernachtungsmöglichkeiten der privaten Art bekannt. Über 60% können mit dem Begriff Crowdfunding etwas anfangen. (df)


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© Beach Majors GmbH/Studio Horst Bernhard

Freitag, 2. Dezember 2016

Vom Digitaldrucker zum Dienstleister

Umsetzung Beim Swatch Major Series Beachvolley Finale in Toronto setzte man das Stadion Branding um.

Die Plakativ-Gesellschafter Arthur Bellutti und Peter Cibulka sehen zarte Signale für ein erfolgreiches Jahr 2017.

••• Von Michael Fiala

D

ie Bellutti Gruppe – bestehend aus Bellutti Out of Home und Plakativ – wurde vor mehr als 75 Jahren gegründet und wird in der zweiten Generation durch den Eigentümer Arthur Bellutti geführt. Die Gruppe verfügt mit Innsbruck, Klagenfurt und Wien über drei Standorte und mehr als 6.000 Quadratmeter Produktionsfläche. Mehr als 120 Mitarbeiter betreuen über 7.000 Kunden in ganz Europa – mehr

als eine Million Quadratmeter technischer Textilien werden jährlich verarbeitet. Übersiedlung in Wien Neben dem Kerngeschäft ­Digitaldruck hat Plakativ über Jahre sehr viel Know-how in den Bereichen Produktentwicklung, Konzipierung, Materialauswahl und Montage aufgebaut, sodass das Unternehmen einer der wenigen Vollsortimenter im Bereich Drucktechnik, Produktentwicklung und Werbetechnik ist. Plakativ selbst sieht sich als One-Stop-Shop für die eigenen

Kunden, d.h. es wird beraten, entwickelt, produziert und montiert von der Idee bis zum Endprodukt. Im Interview mit medianet blicken Arthur Bellutti und ­Peter Cibulka auf das aktuelle Geschäftsjahr zurück, sprechen über die Herausforderungen der nahen Zukunft, warum der Wiener Standort übersiedelt und wagen einen Ausblick auf das Jahr 2017.„In Summe geht es der Branche nicht schlecht. Da liegen wir im Trend, wir haben leichte Zuwächse. Insgesamt haben wir uns konsolidiert, wir

arbeiten im gesamten Unternehmen mit dem gleichen Maschinenpark, in allen Filialen“, erläutert Bellutti. Die hohe Investition in die neuen Maschinen bringt es auch mit sich, dass der Wiener Standort mit Anfang des Jahres 2017 von Ottakring in den 23. Bezirk übersiedelt. Mindestens genauso wichtig ist dem Eigentümer das Denken an die Umwelt und Nachhaltigkeit. Oft ist dies bei vielen Unternehmen nur ein Schlagwort, bei Plakativ wird dieses Vorhaben dagegen vorbildlich gelebt.


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© Bellutti Gruppe (2)

Für 2017 sehen wir eine positive ­Entwicklung. Das liegt aber auch an der Wandlung, die wir durch­ gemacht haben.

Arthur Bellutti

„Durch die Integration des Latex-Druckverfahren brauchen wir keine Lösungsmittel mehr“, nennt Bellutti ein Beispiel. Zudem verwendet die Gruppe, sofern möglich, Materialien ohne PVC. „Dort, wo es nicht möglich ist, konfektionieren wir beispielsweise mit Acryl-Ösen.“ Weiters bietet Plakativ für alle Kunden ein besonderes Service an: Nicht mehr gebrauchte Banner – und die meisten Banner sind nur für die Verwendung einzelner Events vorgesehen – können kostenlos retourniert werden; diese werden dann dem Recyclingkreislauf zugeführt. „Wir sind die ersten, die auf dieses Thema aufspringen, und wollen das dann auch entsprechend vermarkten. Man darf nicht vergessen, dass PVCBanner mehr als 100 Jahre brauchen, um zu verrotten.“ Der Kreis schließt sich Peter Cibulka ergänzt im media­ net-Gespräch: „Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass sich der Kreis zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit langsam schließt. Da aber im Bereich der nachhaltigen Produkte das Absatzpotenzial – sowohl für Druckunternehmen als auch für vorgelagerte Materialhersteller – im Moment noch hinter den klassischen Materialien hinterherhinkt, sind nur geringe Skaleneffekte in der Produktion erreichbar. Der Fokus auf Nachhaltigkeit hat aber sicherlich sehr viele positive Auswirkun-

gen auf die Arbeitsweise von Druckunternehmen und damit positive Umwegeffekte für die gesamte Branche.“ Die Nachfrage nach „grünen“ Produkten befindet sich zwar im Steigen, jedoch fehlt noch eine Initialzündung am Markt, die im Sinne einer Umwegrentabilität (z.B. niedrigere Entsorgungskosten, Umweltprämien) die Mehrkosten in der Anschaffung für den Kunden ausgleicht bzw. den Druckunternehmen die Möglichkeit gibt, das Preisniveau an den Markt anzupassen. Leichte Belebung Insgesamt ortet Bellutti in der zweiten Jahreshälfte eine leichte Belebung, weshalb auch der Ausblick positiv ausfällt: „Für 2017 sehen wir eine positive Entwicklung.“ „Das liegt aber auch an der Wandlung, die wir durchgemacht haben – vom reinen Digi­ taldrucker hin zum Dienstleister. Wir machen Beratungen, setzen auf Nachhaltigkeit und wollen auch gemeinsam mit dem Kunden etwas tiefer in die Materie blicken. Etwa, dass es nicht immer das billigste Material sein muss, auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit.“ Und Cibulka ergänzt: „Das 08/15-Drucken ist überholt. Das geht noch über den OnlineShop, da gibt es kaum mehr Zeit für Beratung. Es gibt aber sehr wohl den Beratungsbedarf, um mit den Kunden die Umsetzung zu besprechen. Dieser Bedarf

ist gestiegen. Oft kommen die Kunden dann nach einer OnlineBestellung drauf, dass es doch nicht die beste Lösung war.“ Beratung vor Ort ist oft notwendig, sonst passt die Qualität am Ende nicht. Für Plakativ ist im Großraum Wien der Markt da, um hier künftig noch stärker als „Problemlöser“ zu agieren. Cibulka ergänzt: „Wir sind in der Lage, den gesamten Prozess – von der Idee über Prototypen bis zur Realisierung – in beratender und produzierender Weise zu begleiten. Da wir 80% unserer Produkte bei uns im Haus bzw. innerhalb der Gruppe in Österreich selbst produzieren, sind wir hier in der Lage, schnell und unkompliziert auf individuelle

Flächen mehr als 10.000 Skifahrer vorbei. Hier wird zunehmend Werbung über Agenturen vermarktet.“ Des Weiteren produziert das Unternehmen die Startnummern für den gesamten internationalen Skizirkus. „Auch hier geht es natürlich um die Werbung.“ Und auch bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften werden vom österreichischen Unternehmen etwa die Startnummern und Torflaggen für die Skirennen produziert. „Die schlimmste Zeit ist vorbei“, bilanziert Cibulka, wenn es um den Event-Bereich geht. „Die Qualität ist weiterhin hoch, die Quantität ist nachhaltig ­reduziert worden.“

Das 08/15-Drucken ist überholt. Das geht noch über den Online-Shop, da gibt es kaum mehr Zeit für Beratung. Es gibt aber sehr wohl den Beratungsbedarf.

Peter Cibulka

Wünsche einzugehen. Wir sind ein produzierender Gewerbebetrieb, der zum größten Teil Unikate auf Kundenwunsch fertigt.“ Out-of-Home Zufrieden ist Bellutti auch mit der Entwicklung im Out-ofHome-Bereich. Besonders stark ist das Unternehmen derzeit im Bereich des für Skifahrer allseits bekannten Prallschutzes. „Hier fahren zum Teil bei einzelnen

Die Liste der Events auf der Kundenliste ist neben den oben Erwähnten lang: Beachvolleyball, Rock in Vienna, Lyoness Golf Open, um nur einige zu nennen. „Da wird schon einiges bewegt“, ergänzt Bellutti. Insgesamt sieht sich Bellutti bestätigt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben: „Wir sind nicht abgewandert, produzieren nicht im Ausland, achten auf die Nachhaltigkeit.“


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© Buchwaldfoto

Goldbach Round Table Simone Reit­ bauer, Viacom, Josef Almer, Goldbach ­Media, Antje Rauh, Viacom.

She-conomy & The Brat Pack Goldbach: Erstmals Österreich-Ergebnisse der ViacomStudien „Modern Gatekeepers“ & „GenX Today“. WIEN. Im Rahmen der Round Table-Veranstaltungsreihe des Medienvermarkters Goldbach Austria wurden einem Fachpublikum aus der Marketing- und Medienbranche erstmals die neuen internationalen Viacom International Media NetworksStudien inklusive ÖsterreichErgebnisse präsentiert. „Wer seine Zielgruppen erfolgreich ansprechen möchte, muss sie kennen. Wir sehen es als unsere Aufgabe als Vermarkter, nicht nur Werbezeiten zu verkaufen, sondern auch das Knowhow in unseren Branchen mit anzubieten. Die Studienergebnisse unseres Partners Viacom geben Werbern ein wichtiges Werkzeug an die Hand, um Kampagnen nicht nur im optimalen Umfeld, sondern auch in der richtigen Sprache und passend für das Zielpublikum umzusetzen“, fasst Josef Almer, hierzulande als Goldbach Media Geschäftsfüh-

rer u.a. verantwortlich für die Vermarktung von Viva, Comedy Central und Nickelodeon, den Mehrwert zusammen. Die Ergebnisse der Studie She-conomy: Global gesehen ist die Generation X wegweisend in Bezug auf Frauen, Arbeit und Geld. Fast 60% der Frauen sind Hauptverdiener im Haushalt oder verdienen ähnlich viel; 1 von 4 besitzt sogar ihr eigenes Unternehmen. In Österreich zeigen sich Frauen etwas verhaltener; hierzulande hat nur 1 von 20 ihr eigenes Unternehmen. Familienfragen: Ebenso wie Frauen eine zunehmende Rolle auf dem Arbeitsmarkt einnehmen, spielen Männer in der Familie eine wichtigere Rolle. Global sind sich mehr als 80% (in Österreich 79%) einig, dass ein Mann ein Kind ebenso gut großziehen kann wie eine Frau. Für mehr als 80% der Mütter und Väter

sind ihre Kinder genauso wichtig wie ihre eigenen Ambitionen, und fast 50% wünschen sich mehr Zeit für ihre Kinder. Auch in Österreich haben Kinder eine unvermindert hohen Stellenwert für die Generation X: 82% sagen übereinstimmend, dass ohne Kinder etwas im ­Leben fehlt. Gen XXX: Die Generation X setzt klare Prioritäten in Beziehungen. Ganz oben auf der Liste: Sex (43% global und 39% in Österreich). Der kommt noch vor Freundschaft (36% global bzw. 31% in Österreich) und Romantik/Liebe (32 bzw. 20%). Dies steht im starken Gegensatz zu den Millennials, für die zuerst Freundschaft (40%), dann Romantik/Liebe (3%) und dann erst Sex im Ranking folgt (37%). Das Land, das am meisten für Sex abgestimmt hat, ist übrigens Ungarn mit 60%. The Brat Pack („Breakfastclub“Cliquen): Die Generation X hat weniger, dafür aber engere

Freunde im Vergleich zu den großen Cliquen der Millennials. Die Studie zeigt, dass Gen Xer im Durchschnitt 36 Freunde haben und damit zehn weniger als Millennials. In Österreich wird der enge Freundeskreis noch vorsichtiger definiert: Gen Xer haben durchschnittlich etwa sieben enge Freunde – und damit nur halb so viel wie österreichische Millennials. 3 Uhr morgens, aber nicht allein: Im Vergleich zu den Millennials fühlt sich die Generation X um 20% weniger davon betroffen, sich einsam zu fühlen. Mit sich zufrieden: „Die Rebellion der Jugend“ entwickelte sich zur selbstbewussten Eigenständigkeit, welche die Generation X voll ausgekostet. Weltweit sind 85% und in Österreich 84% der Gen Xer mit sich selbst zufrieden. Balance finden: Der großen Mehrheit (fast 85% und in ­Österreich sogar 96%) der Generation X ist die Work-Life-Balance wichtiger als der berufliche Erfolg. Krisenlos: Sie sind vielleicht älter geworden, aber nicht unbedingt „erwachsener“. Mit Hobbys und anderen Interessen außerhalb ihres Arbeitsalltags hält sich die Gen X innerlich jung. Keine Spur von Trübsal: Die Mid-Life-Crisis fällt weg. Tatsächlich zeigte die Studie keine bestimmte „Krise“, von der die Generation X betroffen ist. (df)

Die Studie Teilnehmer Für die Studie untersuchte Viacom International Media Networks per Online-Fragebogen mehr als 12.000 Erwachsene in 21 Ländern, davon ca. 9.000 im Alter von 30–49 Jahren und zum Vergleich eine Stichprobe aus 18- bis 29-Jährigen. In Österreich befragte Viacom per Online-Befragung zusätzlich über 400 Teilnehmer.


JETZT AUF


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Storytelling: Es war ­einmal vor 400 Jahren Wenn sogar in den Sightseeing-Bussen der Markenclaim durchgesagt wird, hat man es geschafft. Die Vermarktung von Wiens ältestem Hotel.

••• Von Sabine Bretschneider

© Schick Hotels Wien/Studio Huger

Peter Buocz ist seit 1993 bei den Schick Hotels Wien. Begonnen hat er im Hotel Am Parkring. Seit 2002 ist er Direktor für alle Schick Hotels – und kümmert sich auch um das Marketing.


Freitag, 2. Dezember 2016 

Nächster Halt: Hotel Stefanie „Inzwischen fahren sogar die Sightseeing-Busse an dieser Adresse vorbei“, sagt Buocz. ­ Das ermöglicht Storytelling vom Feinsten. Inzwischen ist das „älteste Hotel“ auch an der Vorderfront des Hauses auf einer Tafel quasi in Stein gemeißelt. Die Gäste selbst fungieren auf diversen Buchungsplattformen längst als Markenbotschafter. „Das erzeugt einen Schneeballeffekt“, sagt der Hotelchef. Und den spürt man an den Nächtigungszahlen, aber – was noch viel wichtiger sei – an den Durchschnittspreisen: „Der Gast ist bereit, dafür auch den einen oder anderen Euro mehr auszugeben.“ Das Hotel Stefanie ist Teil der Schick Hotel-Gruppe, fünf Häuser am Standort Wien, die ein vielfältiges Portfolio darstellen – vom traditionsreichen Stefanie über das Boutique­hotel Hotel am Parkring, das bunte, zeitgeistige Capricorno und das preiswertere City Central in bester Lage bis zum Erzher-

zog Rainer – ebenfalls mit viel Wiener Charme gesegnet und ausgestattet. Die Website als Herzstück Herzstück der Positionierung ist die Website, die Visitenkarte für die ganze Welt. „Man sollte von jenen Gästen gefunden werden, die uns suchen, aber noch gar nicht wissen, dass es uns gibt“, beschreibt Buocz die Funktion des digitalen Auftritts. Bildsprache und Textierung erzählen von

on führt. Buocz: „Alle fünf Häuser sind in Familienbesitz, ohne Fremdkapital finanziert. Das ist ein enormer Wettbewerbsvorteil. 95 Prozent von dem, was wir verdienen, werden sofort wieder ins Hotel investiert.“ Für das Marketing zeichnet Buocz selbst verantwortlich – unterstützt von zwei Kolleginnen. Für die Website kauft man Expertise zu; sie wurde von ncm.at erstellt, Spezialisten für Tourismus im Internet.

© Schick Hotels Wien/Studio Huger

M

it der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal verbringen manche Unternehmen Jahre. Manchen fällt es fast in den Schoß. Im Traditionshaus „Hotel Stefanie“ in der Wiener Leopoldstadt war es die Historikerin Marion Luger, die eine lang gehegte Vermutung vor nicht allzu langer Zeit bestätigen konnte: „Wir haben auf etwa 300 Jahre getippt“, erzählt Peter B ­ uocz, Direktor der Schick Hotels Wien. „Und dann waren wir total überrascht.“ Im Jahr 1600 nämlich scheint an dieser Adresse in der Taborstraße erstmals ein „Gastgeb“ auf. Seit damals wurde das Haus als Herberge, dann als Hotel geführt. Kurz: Das Hotel Stefanie ist das älteste Hotel Wiens. Mit Brief und Siegel. Ein Goldgriff für das Marketing.

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© Schick Hotels Wien

medianet.at

Damals Das Hotel Stefanie in der Leopoldstadt im Jahr 1910 und rund 100 Jahre später (aus dem Bildband „Die Geschichte des Hotel Stefanie“).

einem typischen Wiener Hotel, „mit allen Klischees, die die Touristen schätzen. (…) Viele Gäste suchen über Buchungsplattformen, lesen die Bewertungen, informieren sich vor der Buchung aber auf der Hotelwebsite.“ Spätestens hier muss man punkten. Die Branche ist schwieriger geworden, erzählt der Experte, der seit über 30 Jahren in der Hotellerie tätig ist, davon 23 bei den Schick Hotels. „Uns geht es gut. Aber der Grundstein dafür wurde schon vom Seniorchef gelegt.“ Der „Senior“, Stefan Schick, ist der Vater des heutigen Eigentümers der Schick Hotels, Martin Schick, der das Hotel, das seit 1888 im Familienbesitz steht, inzwischen in vierter Generati-

Eigenständig im Verbund Seit einigen Jahren sind die Schick Hotels Partner in der Hotelvereinigung Private City Hotels, inhabergeführte Stadthotels unter einer Dachmarke, die ihren Mitgliedern Austausch und Förderung bieten. Präsent ist man derzeit in 13 Städten mit fast 60 Hotels – allesamt handverlesen und ständiger Qualitätskontrolle unterworfen. Wer bei den Bewertungen auf den gängigen Buchungsplattformen nicht zumindest im oberen Fünftel ist, gehört nicht dazu. Damit genießt man Vorteile, die sonst nur Hotelketten haben, tauscht Know-how und Mitarbeiter aus, investiert gemeinsam in die Vermarktung. Ein Schick

Hotel-Lehrling etwa, darauf ist Buocz stolz, der im Hamburger Hotel Madison sein Praktikum gemacht hatte, hat eben bei der Staatsmeisterschaft der Lehrlinge in Tourismusberufen Gold geholt. Mediale Schwarzmalerei Was hingegen an Buocz‘ Nerven zerrt, ist die Schwarzmalerei im Berufsfeld Gastronomie und Hotellerie. Die Hotellerie habe wohl den einen oder anderen Nachteil, „aber auch ganz viele schöne Seiten“. Die Szenarien, die die Gewerkschaft zeichne, stünden nicht für die ganze Branche: „Aber ja, die Zeiten, wo wir uns die Mitarbeiter noch aussuchen konnten, die sind vorbei.“ Die heutige Generation habe andere Ansichten, andere Bedürfnisse. Dem begegnet man auch bei den Schick Hotels seit Jahren mit professionellem HR-Management und Employer Branding. Die allgegenwärtige Bedrohung durch Plattformen wie Airbnb lässt ihn eher kalt: „Wenn in einer Branche Konkurrenz auf den Plan tritt, dann hat es keinen Sinn, sich hinzusetzen und zu jammern.“ Aber, betont ­Buocz, „das gilt, wenn auch gleiche Rahmenbedingungen gelten.“ Am schwerwiegendsten wirke sich das bei den Sicherheitsmaßnahmen und Auflagen aus, denen man in der Hotellerie unterworfen sei. „Oder ist der Gast in einer Wohnung weniger schützenswert? Das stört uns massiv.“ Ansonsten sei es normaler Wettbewerb. Und auch viele Junge würden sehr wohl Tradition suchen – und Service. ­Buocz: „Früher war ein Hotel dafür da, einen Schlafplatz anzubieten. Und ohne dieses Grundbedürfnis zu stillen, geht auch heute nichts. Alles, was darüber hinausgeht, ist schlussendlich Emotion.“ Und da wären wir wieder. Bei der Geschichte vom ältesten Hotel Wiens.


30  marketing & Media

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© Goldbach Audience Austria

Karriere

Brigitte Reisinger steigt beim Vermarkter digitaler Medien, Goldbach Audience Austria, als Teamleader Account Management ein. In dieser Funktion leitet sie eines der beiden Sales Teams. Ihre Aufgaben liegen vor allem in der Betreuung der Mediaagenturen und Direktkunden auf allen Entscheidungsebenen, in der Marktanalyse und der Neukunden­ akquise.

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© Pinjo Faruk (3)

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orF-radio kulturhaus lud ein

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Kultur-Dinner

Gäste 1. Gastgeber Oliver Braun, Erika Pluhar, Frido Hütter, Gastgeberin Carola Purtscher (purtscher:relations); 2. Styria Vorstand Klaus Schweighofer, Rainer Nowak; Martin Brezovich (eventplan).

SPONSORENABEND. Zum bereits elften Mal luden ORF-Radiodirektor Karl Amon und ORF-RadioKulturhaus-Leiter Thomas Wohinz zum Kulturdinner in den Großen Sendesaal des RadioKulturhauses. Durch den Abend führte ORF-Moderator Christoph Wagner-Trenkwitz. Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Medien und Kultur folgten der Einladung zu dieser hochkarätigen B2B-Veranstaltung, aßen herrliche Kreationen vom „Gerstner“ und lauschten dem kulturellen Cross-over-Programm, das von der Schlagwerkerin Sabine Pyrker mit Solo-Stücken für Trommel, Marimba und Multi-Percussion furios eröffnet wurde. (df)

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Salons Privés von Gerstner

PERSPEKTIVENWECHSEL. Bei der 12. Tafel:Runde interviewte die Künstlerin Erika Pluhar den Doyen des Kulturjournalismus und langjährigen Redakteur der Kleinen Zeitung, Frido Hütter. Erstmals wurde die von PR-Agenturinhaberin Carola Purtscher ins Leben gerufene Netzwerkveranstaltung gemeinsam mit Gerstner-GF Oliver W. Braun veranstaltet. Der für den exklusiven Abend traditionelle ‚Perspektivenwechsel‘ in Form des Rollentauschs zwischen Prominenter und Journalist gab einen Einblick in das Leben und die Arbeit eines Kulturjournalisten und -kritikers. (df)

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ANKÜNDIGUNG

Termine

Dr. Karl Renner-Publizistikpreis Die ­Verleihung findem im Rathaus statt. 22. Dezember, Rathaus Wien, Wappensaal, Lichtenfelsgasse 2, 1010 Wien.

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Entrepreneurship & Creativity Leadership-Training von Berlin School of Creative und Strategie Austria 2. bis 3. März 2017, ­Ideenräume, Mittelgasse 4, 1060 Wien. 2

© Christine Photography; Ana Radulovic/Photostudio Lunatico

UrbanIn. design.market

Start up or go home Die Marketing Natives machen die Bühne frei für Start-ups. 13. Dezember, 18:30 Uhr, A1 Telekom Austria AG, A1 Saal, Lassallestraße 9, 1020 Wien.

SHOPPING. Am 14. Dezember feiert der ­UrbanIn. design.market seine Premiere. Um 15 Uhr werden die Türen in der Gumpendorferstraße 125 geöffnet. Designliebhaber finden in der Christmas Edition die Labels Maggie B., Milchpiraten, Katrin Kafka, Kind of Mine* und Bernd Plank. Zu genießen gibt es Hot Wine und Hot Dogs. (gs) 1. Die Milchpiraten machen Mode für kleine ­Abenteurer und werden unter anderem gemeinsam mit 2. Maggie B. beim UrbanIn. design.market ihre Produkte verkaufen.

© Red Bull MediaHouse

Interview verkehrt

© Schillhuber (4)

Gäste 1. Rechtsanwalt Alfred Noll, Andrea Casapicola, RKH-Chef Thomas Wohinz; 2. Alexander Wrabetz, Martin Biedermann; 3. Schauspielerin Julia Stemberger, Ö3-Chef Peter Klein; 4. Regisseur Julian Pölsler, ORF Programmdirektorin Kathrin Zechner.

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Boro Petric Das Natur- und Wissensmagazin Terra Mater bekommt ab der kommenden Ausgabe mit Boro Petric eine neue redaktionelle Führung. Petric, der neben weiteren redaktionellen Projekten auch den Bereich Corporate Publishing leitet, wird den PremiumTitel aus dem Red Bull Media House in seiner Entwicklung begleiten und optimieren.


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retail Palmöl 80 Prozent aller im Handel erhältlichen Kekse enthalten Palmöl 34

Mistelbach Im Herzen des Weinviertels eröffnen Merkur und Interspar neu 36/38

will haben Neue Ideen für Geschenke oder zum ­Selbstbehalten 48 © Traktor Werbeagentur

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Thalia zollt der Digitalisierung Tribut Neuer Mehrheitseigentümer Manuel Herder setzt ­komplett auf Digitalisierung und Multi-Channel. 32

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32 retail

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© Thalia/APA-Fotoservice/Hinterramskogler

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Thalia: Das Bollwerk gegen Amazon?

Management Josef Pretzl bleibt auch unter dem neuen ­Eigentümer Thalia-Geschäftsführer.

Thalia stellt sich mit neuem Eigentümer der Digitalisierung und möchte „zum Synonym für Lesekultur“ werden.

••• Von Nataša Nikolic

E

s gibt nichts, was wir bei uns noch digitalisieren könnten“, sagt Verleger und NeoMehrheitseigentümer von Thalia, Manuel Herder – und zollt damit einer Entwicklung Tribut, deren allererstes Opfer, ihm zufolge, die Buchbranche war. Der Buchhandel zahlt nun quasi die Rechnung für die verschlafene Digitalisierung (mit Zinsen) und passt sich notge-

drungen an, um mit der Konkurrenz aus dem Netz mithalten zu können. Denn seit Amazon kann die Branche fast nur noch Nachzügler sein. Dem eBook-Reader des Onlineriesen Kindle hält Thalia den Tolino entgegen und versucht die zügigen Lieferzeiten mit noch schnelleren zu toppen. Wie sehr die vermeintliche Digitalisierung überhand genommen hat, zeigt auch der in Thalia.at geänderte Name, der von allen Logos groß entgegenstrahlt. Das Unternehmen hat sich Schritt für

Schritt zum Omni-Channel-Player entwickelt. Diesem Umstand hat es zu verdanken, dass es sich „besser als der Markt“ entwickelt hat, wie Geschäftsführer Josef Pretzl erklärt. Der österreichische Buchmarkt ging von Jänner bis Oktober stationär um 4 Prozent zurück, während er online um knapp 7 Prozent zunahm. „Thalia bleibt auf allen Kanälen auf Wachstumskurs“, so Herder. „Das Unternehmen hat Ende September das Geschäftsjahr mit drei

Prozent vergleichbarem Umsatzwachstum über alle Kanäle in Deutschland und Österreich abgeschlossen. Das stationäre Geschäft verzeichnet länderübergreifend ein Plus von einem Prozent auf vergleichbarer Fläche, der Bereich eCommerce verzeichnete ein Umsatzplus von 11 Prozent. Der Umsatz mit eBooks konnte bei Thalia im abgeschlossenen Geschäftsjahr um rund 15% gesteigert werden. ­Generell kann von einem sehr guten Jahr für Thalia gesprochen werden“,


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Thalia besitzt im eBook-Markt inzwischen einen Marktanteil von rund 20% – ein großer Erfolg, der zeigt, wie Digitalisierung im Buchhandel gelingen kann.

Optimistisch „Verbunden mit dem erfahrenen ManagementTeam rund um Josef Pretzl (Anm. links im Bild), sehen wir Thalia Österreich hervorragend für die Aufgaben der Zukunft positioniert“, sagt Mehrheitseigentümer Manuel Herder (rechts).

Manuel Herder Thalia

Die Banken waren’s Darüber, für welchen Preis Thalia an das deutsche Verlagshaus Herder ging, schweigt der neue Eigentümer. Stattdessen spricht er lieber über die Pläne für den Buchhändler und stellt das neue (alte) Eigentümer-Team vor. „Die gemeinsame Vision der neuen ­Eigentümer ist es, das Unternehmen in Deutschland und Österreich zum Synonym für Lesekultur im digitalen Zeitalter zu machen.“ Für die Erreichung dieses Ziels hätte Thalia ein kompetentes Team, so Herder. „Wir glauben, dass wir mit der neuen Eigentümerstruktur hierfür eine optimale Ausgangslage haben. Michael Busch, der

die Bestellung vor 12 Uhr erfolgt ist. Pretzl betont,dass dabei die Wertschöpfung in Ö ­ sterreich betrieben wird. „Fast ein Viertel unserer Kunden, die online bestellen, holen die ­Bücher in den Filialen ab und lassen sie sich nicht zuschicken“, weiß Pretzl. Am eBook-Markt hätte man sich schon erfolgreich etabliert. Der Tolino hält bereits 20% des Marktes. „Das ist das herausragendste Ereignis, es ist im deutschsprachigen Raum gelungen und außer uns auch niemand anderem auf der Welt“, sagt Pretzl stolz. Da sich Bücher allein aber nicht so gut verkaufen, gibt es Sortimentserweiterungen, die von Geschenkartikeln bis hin zu Spielwaren gehen. Seit Kurzem gibt es bei Thalia Deutschland sogar einen Reiseshop.

Filialen Thalia hat rund 280 Filialen im D-A-CH-Raum, 35 davon in Österreich.

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Filialen

als geschäftsführender Gesellschafter das Unternehmen leitet, bringt zusammen mit seinen Management-Teams in Deutschland und Österreich die langjährige Erfahrung im Buchhandel ein.“ Herder hebt außerdem „das Engagement“ der Händlerfamilie Kreke hervor. Die Gründer der Parfümerie Douglas, zu der bis 2013 Thalia gehört hat, sind nun wieder am Unternehmen beteiligt, diesmal allerdings als Minderheitsaktionäre. „Leif Göritz ist der vierte in der Runde. Seine Expertise als Digitalunternehmer wird uns helfen, in diesem wichtigen Entwicklungsfeld auch künftig weitere Wachstumsimpulse zu setzen“, beendet Herder die ­Vorstellungsrunde. Wachstumsimpulse soll vor allem die Omni-Channel-Strategie bringen. Erfolgreich sei Thalia schon im Cross-ChannelService: Die Filialabholung oder Reservierung von Büchern, die online gefunden werden, kommt bei den Kunden gut an, bemerkt der Geschäftsführer. „Innerhalb einer Stunde erhält der Kunde die Antwort, wann er sein Buch abholen kann“, erklärt Pretzl. „Generell besteht bei den kanalübergreifenden Services eine große Nachfrage bei den Kunden.“ Und wenn ein Kunde über Thalia.at ein Buch bestellt, und dieses in Österreich lagernd ist, wird es am nächsten Tag geliefert, sofern

© Thalia

erzählt Herder. Angesprochen auf die Expansionspläne des Buchhändlers, antwortet er: „Thalia setzt auch in Österreich auf Expansion mit Augenmaß.“ Soll heißen: Sollten Standorte an besonders lukrativen Orten frei werden, streckt Thalia gerne die Fühler aus. Und „dabei kann neben Neueröffnungen auch der Erwerb von bzw. die Beteiligung an Standorten in neuen Regionen eine Option sein“. Von den 280 Thalia-Filialen sind 35 in Österreich, die rund 850 Mitarbeiter beschäftigen.

© Thalia/APA-Fotoservice/Hinterramskogler

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Thalias Omni-Channel-Strategie Kundenfang 50% der ThaliaKunden seien freizeitbeschäftigend unterwegs und planen keinen Buchkauf, wenn sie in die Buchhandlung kommen, so Pretzl. Thalia will diese zum Stöbern und Schmökern in Wohlfühlatmosphäre einladen.

Onlineshop Den größten Konkurrenten sieht Thalia in Amazon und versucht diesen in puncto Schnelligkeit zu übertreffen. Heute vor 12 Uhr bestellt, morgen geliefert – so die Devise. Die Wertschöpfung bleibt dabei in Österreich.

eReader Konkurrenz macht Thalia Amazons Kindle mit dem eReader Tolino. Der Marktanteil am eBook-Markt liegt derzeit bei rund 20%. „Wir sind auf Augenhöhe mit Kindle die digitale Leseplattform“, behauptet Pretzl.


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© Laura Langoth

Der Keks-Test 50 verschiedene Keks-Sorten wurden von Global 2000 und Südwind getestet. Nur zwei Produkte waren mit einem Palmöl-spezifischen Label gekennzeichnet.

Wenn Palmöl in aller Munde ist Global 2000 und Südwind kommen zum Schluss: Die meisten Kekse enthalten Palmöl, häufig undeklariert. WIEN. Acht von zehn Keksen enthalten Palmöl – diese Bilanz ziehen die beiden Organisationen Global 2000 und Südwind. Im Rahmen einer aktuellen Studie wurden 150 verschiedene Keks-Sorten getestet. Nur zwei Produkte waren mit einem Palmöl-spezifischen Label gekennzeichnet. Transparenz könne man sich als Kunde in den meisten Fällen nur durch die Infos auf der Webseite der Hersteller verschaffen. Oder jene des Round Table for Sustainable Palm Oil (RSPO) konsultieren – ein Umstand, der von Konsumentenschützern als problematisch erachtet wird. Rodungen und Landraub Doch nicht nur Kekse sind betroffen: Jeder zweite Artikel, der in einem Supermarkt verkauft wird, enthält Palmöl, teilen die Sprecher von Global 2000 und Südwind mit. Ob Margarine, Schokolade-Aufstrich, Schokola-

de, Tiefkühlkost, Fertigprodukte, Gebäck, Kosmetika, Dusch- und Waschmittel – sie alle enthalten Palmöl. Doch in Indonesien und Malaysia, wo mehr als 80% des weltweiten Palmöls produziert wird, kommt es immer wieder zu massiven Menschenrechtsverletzungen, Lebensraumvernichtung und Landraub. Die ständig steigende Nachfrage bedroht nun auch Afrikas letzte Urwälder und den Amazonas. „Solange es für Konsumenten keine Möglichkeit gibt, die Herkunft von Palmöl in den Produkten transparent nachzuvollziehen und sicher zu sein, dass dafür kein Regenwald abgeholzt oder Menschen von ihrem Land vertrieben wurden, raten wir zu einem Verzicht – in den meisten Fällen führt das auch zu einer gesünderen und besseren Ernährung”, so David Horvath von Südwind. Die Art des Anbaus bestimmt, wie nachhaltig die Produktion

ist – dieses Prinzip gilt auch für die Ölpalme. Würde diese beispielsweise durch die Kokospalmen oder Soja ersetzt werden, ohne die Strukturen der intensiven Plantagenwirtschaft zu ändern, wäre nichts gewonnen – im Gegenteil: Der Flächenverbrauch, um die gleiche Menge Öl zu produzieren, würde sogar steigen. Der Ersatz

von Palmöl mit heimischen Ölen z.B. aus Raps, Sonnenblumen oder europäischen Soja dagegen hat ­Potenzial, solange diese Kulturen sinnvoll in existierende Fruchtfolgen integriert werden. Anstieg der Produktionsfläche Die globale Nachfrage nach Palmöl ist in den letzten Jahrzehnten konstant gestiegen. Global gesehen, hat das zu einem Anstieg der Palmölplantagen von 6 Mio. ha in 1990 zu über 17 Mio. ha in 2012 geführt. In den zwei Hauptanbauländern Indonesien und Malaysia stieg die Fläche von 1990 bis 2010 von 3,5 Mio. ha auf über 13,1 Mio. ha an. Der tatsächliche Pro-KopfVerbrauch von Palmöl ist nicht leicht zu berechnen, da Palmöl nicht nur als Rohstoff, sondern v.a. verarbeitet importiert und exportiert wird. (dp)


36 retail

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© Interspar/Christof Lackner (2)

Arbeitsbienen Team des Merkur Markts Mistelbach: Wohlfühlen im neuen Ambiente, bestens in Szene gesetzt auf 2.300 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Mistelbach im Handelsfieber Stadterneuerung: Nach Interspar erstrahlt nun auch der Merkur in Mistelbach/Weinviertel im neuen Glanz. ••• Von Christian Novacek MISTELBACH. Alles neu in Mistelbach: Nach dem Interspar (siehe Story Seite 38) eröffnete gestern, 1. Dezember, ein topmoderner Merkur Markt in der Mitschastraße. Im Marktplatzdesign gestaltet, gibt es auf über 2.300 m2 ein großes Frische­ angebot. Passend zu Weihnachten, kommen jetzt noch ausgewählte Leckerlis unter der neuen Premium-Eigenmarke „Merkur Selektion“ dazu. Die Anordnung der Frische­ bereiche ist den Nischen auf Marktplätzen nachempfunden: Gestalterische Elemente wie Holzkisten sowie schwarze Tafelwände mit Handschrift und Kreideoptik unterstreichen die Marktatmosphäre – besonders passend zu dieser ist naturgemäß die Marke „Merkur Bauernmarkt“ mit dem Anspruch, das Beste aus den österreichischen Regionen anzubieten.

„Uns ist es wichtig, dass sich die Kundinnen und Kunden in unseren Märkten wohlfühlen und ihren Einkauf als genussvolle und auch inspirierende Tätigkeit erleben – schließlich steht Merkur ja auch für Genuss und Lebensfreude. Dieses Gefühl möchten wir zum einen durch die Marktplatzatmosphäre vermitteln, zum anderen durch eine stimmige Sortimentsgestaltung“, erklärt Merkur-Vorstandsvorsitzende Kerstin Neumayer. Vielfalt und Frische Hier nun die Eckpunkte des Verbrauchermarkts: • Frischeinseln mit über 600 handselektierten Obst- und Gemüseartikeln sowie rund 260 frischen ConvenienceProdukten. • Merkur Marktfleischerei: rd. 420 Fleischprodukte werden von ausgebildeten Fleischern vor Ort zerlegt, darunter

Fleischsorten der Bio-Marke Ja! Natürlich (auch in Bedienung). • Rund 60 Frisch- und 20 Räucherfischspezialitäten. • Eine Feinkostabteilung mit bis zu 150 Schinken- und Wurstspezialitäten sowie über 150 Käsesorten. • Partyservice. • Backshop: über 100 ofenfrische Sorten Brot und Gebäck – inkl. großer Bio-Auswahl.

• Marktkonditorei: über 30 Variationen an Mehlspeisen und Torten, auf Wunsch individuell verziert. • Merkur Immer gut: Eigenmarke mit dem Anspruch ‚Qualitativ hochwertige Produkte zu fairen Preisen‘. • Merkur Immer grün: nachhaltige, vegane und tierversuchsfreie Putz- und Reinigungsmittel sowie Toilettenpapier, Küchenrollen und Taschen­ tücher. • Bauernmarkt: aus der jeweiligen Region mit rund 7.000 österreichischen Produkten von mehr als 500 regionalen Kleinproduzenten. • Sushi & Co. täglich frisch von ausgebildeten Sushi-Meistern. • Mehr als 450 Bio-Produkte der Marke Alnatura. • Kassomat: Zusätzliche Selbstbedienungskassen, an denen Kunden ihre Einkäufe in Eigen­regie bezahlen können.

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Herz des Weinviertels: Interspar eröffnet In der Bezirkshauptstadt Mistelbach ging nach einem Jahr Bauzeit mit 3.311 Quadratmetern Verkaufsfläche ein neuer Hypermarkt ans Netz.

••• Von Christian Novacek

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Trendig & vielfältig Völlig neu gestaltet wurde das Restaurant. Weitere Shop-Partner wie Klipp, Ernsting’s Family, Alphagold und eine Apotheke runden das Gesamtangebot ab. Ganz besonders überzeugt der am alten Standort neu errichtete Markt durch sein architektonisch trendiges Design – und eine noch größere Produktvielfalt sowohl bei Lebensmitteln

Ost-Expansion In Sachen Marktanteile bringt ein neu gestalteter Inter­ spar ordentlich Gewicht aufs Handelsparkett – nach einem Jahr Bauzeit eröffnete nun der Interspar in Mistelbach, dem geheimen Herzen des Weinviertels. © Interspar/Christof Lackner (5)

xpansion und Marktanteilsgewinne, das ist das Credo der Spar im Osten. Einen Meilenstein in diese Richtung setzte nun die nach einem Jahr Bauzeit erfolgte Neueröffnung des Interspar in der Bezirkshauptstadt Mistelbach. Mistelbach ist das heimliche Herz des Weinviertels – für Nicht-Mistelbacher mag es mitunter leicht unheimlich wirken. Indes: Ein neuer, schmucker Hypermarkt evoziert einiges an Sympathiepunkten. Entsprechend lässt der Markt die ­Lokalität hochleben: Mehr als 120 regionale Produkte stehen zur Auswahl – hergestellt von über 22 Produzenten aus unmittelbarer Nachbarschaft, etwa Bio-Honig aus der Imkerei Obendorfer aus Wilfersdorf oder Retzer Gemüse-Delikatessen. „Wie für das Weinviertel üblich, haben wir zugleich den Schwerpunkt auf lokale Weine gelegt. So finden sich im Lokalitätsregal edle Tropfen vom Weingut Waberer aus Mistelbach oder die beliebten Weine vom Weingut Seifried“, erklärt Interspar-Chef Markus Kaser.

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Alles da! Der Hypermarkt erfüllt nach wie vor den An­ spruch des Uni­ versalversorgers. In Bereichen wie Kosmetik und Spielwaren wird den Spezial­ geschäften aber starke Konkur­ renz geboten.

Endlich können wir unseren Kunden in Mistelbach wieder das volle Interspar-Sortiment anbieten. Markus Kaser Interspar

Interspar Mistelbach Facts Die Verkaufs­ fläche im Hy­ permarkt beläuft sich insgesamt auf satte 3.311 m2 und im Restaurant (mit 116 Sitzplätzen) auf 410 m2. Shop-Partner sind dabei Klipp, Ernsting’s family, Alphagold sowie auch eine Apo­ theke.

Figures Mit Shop-Part­ nern bringt es der Händler auf 125 Arbeitsplät­ ze (100 Inter­ spar). Marktleiter ist Peter Kraupp, das Restaurant führt Marek Otoupal. Im Sortiment finden sich rd. 120 Produkte von 22 Produzenten aus der direkten Umgebung.

als auch bei Produkten des täglichen Bedarfs: das größte vegetarische und vegane Sortiment Niederösterreichs, über 100 verschiedene Sorten ofenfrisches Brot und Gebäck direkt aus der hauseigenen Backstube. Das Restaurant erweitert zudem mit selbst gemachten Pasta-Gerichten, vitaminreichen Salat­ variationen, bodenständiger Hausmannskost und Snacks To Go das kulinarische Angebot. „Endlich gehen wir mit diesem traditionsreichen Interspar-Standort wieder zur Gänze ans Netz und können unseren Kunden in Mistelbach das volle Interspar-Sortiment bieten“, sagt Kaser. Seit dem 10. März 1992 ist Interspar ein wichtiger Vollversorger in der Region. „Nach knapp einem Vierteljahrhundert ist das beliebte BezirksEinkaufszentrum natürlich in Altersschwäche geraten. Es war an der Zeit, diesen Standort von Grund auf zu erneuern. Durch die neu entstandene Mistelbacher Umfahrung wurde hierfür die nötige Infrastruktur geschaffen, um dieses 16,4 Mio. Euro-Projekt schlussendlich zu realisieren und das gesamte Shopping-Center zu revitalisieren“, erklärt Kaser.


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Neue Ausrichtung ROM. Alessandro Benetton ist aus dem Board des gleichnamigen Modekonzerns ausgestiegen; das berichtete die Tageszeitung Tribuna di Treviso. Die Information wurde vom Unternehmen vorerst noch nicht bestätigt. Meinungsverschiedenheiten mit den anderen Boardmitgliedern sollen den 52-jährigen Unternehmer zum Austritt bewogen haben. Benetton soll mit den Umstrukturierungsplänen für den Modekonzern, die sein Onkel Gilberto vorantreibt, nicht einverstanden sein. Alessandro Benetton wolle sich für einen Neustart der traditionsreichen Modemarke einsetzen. Personalrochade Das Unternehmen aus Ponzano Veneto erlebt eine Umstrukturierungsphase. Nach 30 Jahren an der Spitze der Holding geben der Unternehmensbesitzer Gilberto Benetton und der Manager ­Gianni Mion im kommenden Jänner die Führung ab. Der ExChef der Telecom Italia, Marco Patuano, rückt zum neuen CEO auf. Der Manager Fabio Cerchiai, der derzeit die zum BenettonImperium gehörende Infrastrukturgesellschaft Atlantia führt, soll zum neuen Verwaltungs-

© Benetton Group/Giuseppe Pino

Umstrukturierung und Familienstreit – auch das Benetton-Imperium spürt die Konkurrenz von Zara, H&M und Co.

Alessandro Benetton ist nach Meinungsverschiedenheiten über die Konzernumstrukturierung aus dem Board ausgetreten.

Unter Druck Vor vier Jahren hat sich Benetton von der Mailänder Börse zurückgezogen und vor drei Jahren war das Unternehmen in drei Konzernbereiche gegliedert worden: Die Modesparte, das Raststättengeschäft mit den Grup-

ratspräsidenten der Edizione Holding anstelle von Gilberto Benetton avancieren. Unter der Führung von Benetton und Mion ist Edizione Holding zu einem Koloss mit einem Umsatz von 12 Mrd. € und Assets im Wert von zehn Mrd. € aufgerückt.

pen Autogrill und World Duty Free und den Infrastrukturbereich mit der Gruppe Sintonia, zu der die Autobahngesellschaft Atlantia-Gemina und die Betreibergesellschaft der römischen Flughäfen ADR gehören. An die Spitze der drei Holdings wurden drei externe Manager gehievt. Benettons Modesparte ist zuletzt wegen der Konkurrenz von Gruppen wie Zara und H&M stark unter Druck geraten. (APA)

Calzedonia geht in die USA ROM. Der italienische Wäscheund Strumpferzeuger Calzedonia, der in Österreich mit einer ausgedehnten Shopkette aufgestellt ist, will mit dem USDessous-Label Victoria‘s Secret konkurrieren. Das Unternehmen mit Sitz in Verona will den nordamerikanischen Markt erobern und hat seinen ersten US-Shop in New York eingeweiht. „Die USA sind ein Markt mit kla-

ren Überzeugungen, über das, was in Mode ist und was nicht. Victoria‘s Secret ist sehr stark. Doch wir wollen in den USA und auch in China durchstarten“, kündigte Firmengründer Sandro Veronesi nach Angaben der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera an. Nach der Eröffnung eines Shops in Hongkong wird ein weiteres Geschäft in Shanghai folgen. (APA)

© Calzedonia

Der italienische Wäscheerzeuger expandiert.

Calzedonia-Gründer Sandro Veronesi will mit Victoria’s Secret konkurrieren.


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© APA/Georg Hochmuth

Freitag, 2. Dezember 2016

Entgegen allen Verführungen mag das Christkind den stationären Handel lieber als das Onlinegeschäft.

Braves Christkind Laut Umfrage der Wiener Wirtschaftskammer wird das Weihnachtsgeschäft 2016 auf Vorjahresniveau liegen. WIEN. Ein besonders spendierfreudiges Christkind wünschen sich nicht nur die Wiener Kinder, sondern vor allem die Händler in der Stadt. Die Wirtschaftskammer zeigt sich angesichts der Prognosen recht zufrieden. Das Weihnachtsgeschäft werde mit rund 350 € pro Person auf dem Vorjahresniveau liegen, mutmaßt Handelsobmann Rainer Trefelik. Auftrieb gibt dem

Adventzeit im Vergleich zu 2015 steigern können; 46% erwarten Erlöse auf Vorjahresniveau. Der stationäre Handel soll sich diesmal im Kampf gegen Bestelldienste im Internet besser schlagen – der Anteil jener, die angeben, auch online Geschenke zu kaufen, ist zum ersten Mal seit Jahren leicht gesunken: von 42 auf 40%. „Die Sensibilität der Kunden steigt“, meint Trefelik.

l­ okalen Handel, dass der OnlineKonkurrenz diesmal eine Stagnation vorhergesagt wird. Umsatzsteigerung kommt Die via Pressekonferenz kommunizierten Zahlen basieren auf einer von der Kammer in Auftrag gegebenen Umfrage bei Konsumenten und Unternehmern. Letztere rechnen zu 28%, dass sie ihre Umsätze in der

medianet.at

Käufer würden Beratung wieder mehr schätzen. Weiters: Sie hinterfragen zusehends Dinge im Hintergrund, also z.B. Arbeitsbedingungen. „Große internationale Konzerne schaffen kaum Arbeitsplätze in Österreich und agieren im unfairen Wettbewerb“, verwies der Spartenobmann auf Umgehungspraktiken bei der Abführung von Steuern. Die Geschenketrends vom ersten Einkaufssamstag: Hinter Büchern und Technik wie Handys oder Spielkonsolen rangieren Multikopter (Drohnen), dahinter Action-Figuren und Virtual-Reality-Brillen. (nov)

Weihnachtstrends Hitliste An der ersten Stelle in der Weihnachtshitliste steht immer noch das gute alte Buch. Danach kommt die Technik mit Handys und Spielkonsolen. Rang drei gehört den recht jungen ferngesteuerten Multikoptern.

Ausgaben Die Wirtschaftskammer rechnet mit 350 € pro Person, die in die Christkindlkassa eingemünzt werden. Diese Kassa sollte häufiger stationär als virtuell erklingen – der Onlinehandel dürfte gegenüber 2015 etwas verlieren.

Weihnachtsmann mach mal SALZBURG. Emotionen kann man nicht erzwingen, ergo mutiert die besinnliche Weihnachtszeit häufig zur stressigen Einkaufsparade. Besonders die Österreicher empfinden im Ländervergleich überdurchschnittlich viel Stress in der (Vor-)Weihnachtszeit (über 50%) und haben mehr als ihre europäischen Nachbarn den Wunsch nach Entspannung. Über 70%

der Österreicher geben an, sich zu Weihnachten auf die Zeit mit ihren Liebsten zu besinnen. Das sind die Ergebnisse einer internationalen Studie im Auftrag des Diskonters Lidl. Was die Vorbereitung fürs Weihnachtsfest betrifft, liegt diese übrigens immer noch deutlich in weiblicher Hand: 66% der Frauen räumen ein, die Feier zu organisieren. (nov)

© Panthermedia.net/Graham Oliver

Lidl-Weihnachtsstudie über Stressempfinden.

Dem schönen Weihnachtsfest gehen oft stressige Einkaufstage voraus.


Christian – Bester Freund

Kathrin – Beste Freundin

Johanna – Skirennläuferin

JOHANNA. DIE BOTSCHAFTERIN. Johanna Pramstaller ist Skirennläuferin und hat bei Special Olympics auf 3 Kontinenten Erfolge gefeiert. Abseits von Special Olympics arbeitet sie in einem Sozialzentrum und verbringt soviel Zeit wie möglich mit ihren besten Freunden. Als Spitzensportlerin und weltweite Athletensprecherin trägt sie die Special Olympics Idee zu den Menschen in aller Welt. #welovespecialolympics © 2016 The Coca-Cola Company. Coca-Cola, Coke und die Konturflasche sind Schutzmarken der The Coca-Cola Company.

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44 retail

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medianet.at

Bezahlen im Digital Retail

GEOBLOCKING

Ein Nachteil für heimische KMU

Neben Zahlungsdiensten von Mastercard und Visa können sich im eCommerce nationale Anbieter wie paydirekt behaupten.

WIEN. Die diese Woche beschlossene „Allgemeine Ausrichtung zur GeoblockingVerordnung“ ist in den Augen des heimischen Handels besonders für KMU von Nachteil. Für Iris Thalbauer (Bild), Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), ist Geoblocking wichtig – eine Aufhebung berge große Risiken für die Online-Händler.

© paydirekt

Schlechtere Angebote In der Verordnung geht es um Regeln für das sogenannte Geoblocking. Durch Geoblocking bekommen Verbraucher bei Einkäufen in anderen Mitgliedsstaaten schlechtere Angebote als EU-Bürger anderer Länder. Eingesetzt wird es von rund 40% der Onlinehändler. Am häufigsten wird damit der Online-Verkauf von Schuhen, Kleidern und Unterhaltungselektronik eingeschränkt. Durch eine GeoblockingAufhebung wären Händler verpflichtet, die im Internet angebotenen Waren allen Konsumenten in der EU zu verkaufen. „Durch diesen ‚Verkaufszwang‘ drohen österreichischen Handelsunternehmen Gewährleistungsansprüche aus ganz Europa“, befürchtet Thal­ bauer. „Kommt die Verordnung, dann wäre das eine weitere Bürde insbesondere für kleine und mittlere Handelsunternehmen.“ (APA)

Bezahlen im europäischen Onlinehandel: Neben internationalen punkten auch nationale Anbieter wie paydirekt.

KÖLN. Das europäische PaymentÖkosystem ist komplex. Als zentrale Verfahren im eCommerce und am Point of Sale haben sich kartenbasierte Zahlungsdienste von Mastercard und Visa sowie die Online-Wallet Paypal länder­ übergreifend etabliert. Laut EHI-Studie „Europa-Payment-Report 2016/2017“ zum bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa punkten aber ebenso nationale Lösungen. B2COnline-Shops der untersuchten

Niederlanden iDeal, der OnlineZahlungsdienst der Banken, als positives Beispiel für nationales Online-Payment mit einem Wachstum von 23,2% im Vorahr. In Deutschland wäre paydirekt das Pendant. Grund für die starke Präsenz nationaler Angebote: spezielle Bedürfnisse und Vorlieben der Verbraucher vor Ort. Ein europaweit einheitlicher Online-Payment-Mix existiert weder aktuell noch wird er erwartet. (nov)

Länder bieten rd. zwölf verschiedene Zahlungsverfahren mit bis zu 30 unterschiedlichen Online-Payment-Diensten an. Große Vielfalt „Insgesamt können Händler in Europa heute aus mehr als 240 Online-Zahlungsdiensten wählen“, erklärt EHI-Studienautorin Dorothee Frigge. „Daher ist es notwendig, den Überblick über die Zahlungsalternativen zu behalten.“ So gilt z.B. in den

Amazon wird teurer WIEN/SEATTLE. Zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts hat US-Versandriese Amazon die Versandkosten für Nicht-PrimeKunden in Deutschland und Österreich erhöht – um bis zu 40%. Vor allem schnelle Lieferungen kosten nun mehr. Der „Standardversand“ für Medien-Produkte, Drogerieartikel, Lebensmittel sowie Bekleidung kostet 3,60 €, wenn der

Bestellwert weniger als 29 € ausmacht; ab 29 € Bestellwert liefert Amazon nach Österreich versandkostenfrei, für Bücher wird keine Gebühr verrechnet. Die Deutschen zahlen für den „Standardversand“ 3 €. Für Artikel, die nicht in die Kategorie fallen, haben sich die Liefergebühren von 3 auf 3,99 € erhöht. Das müssen auch die Österreicher zahlen. (APA)

© dpa/Jan-Philipp Strobel

© Katharina Schiffl

Versandkosten für nicht-Prime-Kunden erhöht.


Freitag, 2. Dezember 2016 retail 45

© Rewe Group

medianet.at

Der neue starke Mann bei Rewe wird Lionel Souque (Bild); er folgt Alain Caparros.

Lionel Souque folgt Caparros

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2019 erfolgt der Wechsel, bis dahin führt Alain Caparros weiter die Geschäfte. DÜSSELDORF/KÖLN. Beim deutschen Handelskonzern Rewe steht laut Insidern ein Führungswechsel bevor. Der bisher im Vorstand für das nationale Supermarkt-Geschäft zuständige Lionel Souque soll 2019 an die Spitze aufrücken. Kronprinz für ein Jahr Der seit 1996 bei Rewe tätige Manager würde damit das Amt von Alain Caparros übernehmen, der den Handelsriesen seit

Facts & Figures Rewe-Erlös Die Rewe Group hat in 2015 mit mehr als 326.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 52,3 (Vorjahr: 50,7) Mrd. Euro eingefahren. Der Überschuss legte um 22 Prozent auf 383 Mio. Euro zu.

Rewe-Reich Zur Rewe gehören die ReweSupermärkte, die Toom-Baumärkte, Diskonter Penny sowie die TouristikUnternehmen DER, ITS oder Jahn Reisen. Handelsformate in Österreich: Billa, Merkur, Penny, Adeg, AGM und Bipa.

Dezember 2006 führt. Caparros dürfte den 45-jährigen Souque dem Aufsichtsrat als Nachfolger vorschlagen. Das Kontrollgremium tagt in der kommenden Woche und wird dann wohl die Personalia beschließen. Stellvertretender Vorstandschef wird dann 2019 Jan Kunath, der derzeit das Diskont-Geschäft in Deutschland verantwortet. Der 60-jährige Caparros wolle seinen bis Ende 2018 laufenden Vertrag auch auf Wunsch des Aufsichtsrats erfüllen, sagte ein Insider weiter. Der Rewe-Chef hatte sich in den vergangenen Jahren einen erbitterten Zweikampf mit Branchenprimus Edeka um die Supermarktkette Kaiser‘s Tengelmann geliefert. Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte Kaiser‘s eigentlich komplett an Edeka verkaufen wollen, zuletzt gab es dafür eine Sondererlaubnis vom deutschen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Rewe ging juristisch ­ gegen die Pläne vor, die Kölner sicherten sich in Verhandlungen mit Tengelmann und Edeka den Zugriff auf Kaiser‘s-TengelmannMärkte in Berlin. (APA/nov)

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46 Retail

Freitag, 2. Dezember 2016

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Und täglich schnurrt die Naschkatze in Österreich

© Panthermedia.net/Dan Grytsku

Studie: 41,1 Prozent der Österreicher essen täglich Süßigkeiten.

Nur 2,6 Prozent der Österreicher essen weniger als ein Mal im Monat Süßes.

WIEN. In Österreich fühlen sich Mehlspeis-Tiger bekanntlich wohl. Wie wohl sie sich im abgesteckten heimischen Revier fühlen, das hat eine Studie von Manner untersucht. In einer Online-Umfrage mit 2.309 Teilnehmern zwischen zehn und 82 Jahren wurde unter anderem erhoben, bei welcher Gelegenheit wie viel und welche Süßigkeiten konsumiert werden. Österreicher naschen gern Süßes gehört in Österreich offenbar zum Alltag. Knapp die Hälfte der Österreicher konsumiert täglich Naschereien (41,1%). Stolze 86% essen zumindest einmal in der Woche etwas Süßes. 11,6 Prozent greifen nur ein Mal im Monat zu Schokolade und Co. Lediglich 2,6 Prozent der Befragten gaben an, seltener als ein Mal im Monat etwas Süßes zu essen. Dabei sind Festtage wie Weihnachten und Ostern (65,2%) und besondere Anlässe (55,8%) die

gewichtigsten Gründe, um zur ­Süßigkeit zu greifen. Aber auch als Geschenk (57,4%) erfreuen sich süße Aufmerksamkeiten großer Beliebtheit. Beliebtheitsranking Besonders hoch im Kurs stehen hierzulande Waffel-Schnitten (74,2%) und Schokolade (62,8%). Die Dominanz der Schnittenbastion ist allerdings nicht übergewichtig: 53,4% der Konsumenten langen gleichfalls gern in die Keksdose. Und für 17,6% ist Fruchtgummi die leckere Alternative. Andere Schoko-Artikel sind in Österreich gleichfalls beliebt: In der Kategorie „Andere“ lassen sich immerhin 32,8% verführen. Weniger verbreitet sind indes Bonbons (10,2 Prozent) und Lakritze (2,7 Prozent). Im Durchschnitt (53,4%) geben die heimischen Naschkatzen zehn bis 25 € im Monat für Süßwaren aus, manche aber auch weniger (0 bis10 € sagen 20,3%) oder deutlich mehr, nämlich 25-50 € von 21,7%.

© Manner

••• Von Christian Novacek

Der Großteil der Österreicher muss nicht erst „in Stimmung“ für etwas Süßes kommen: 82,4% greifen stimmungsunabhängig gern zu. 9,4 Prozent der Befragten essen etwas Süßes, um ihre Stimmung zu verbessern, und 8,1 Prozent gaben an, Süßes zu essen, wenn sie gerade guter Laune sind. Bei der Frage nach den bekanntesten Marken lag Manner vorn – 90,9% der Befragten den-

ken zuerst an die rosa verpackten Wiener Waffelschnitten, wenn sie nach ihrer Lieblingsmarke befragt werden. Auf Platz zwei folgt dann Milka von Mondelez – an die lila Kuh dachten 65,5% der in der Studie Befragten. Danach kamen die Marken Lindt (35,2%), Niemetz (32,3%), Haribo (23,7%), Casali (21,7%) und die Edelschoko von Zotter (17,6%).


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48 RETAIL

Freitag, 2. Dezember 2016

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•••

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© John Harris

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50 RETAIL

Freitag, 2. Dezember 2016

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© Peter Hoevelmeyer

Karriere

Henry Schmidt ist neuer WolfordGeschäftsführer für die D-A-CH-Region. Mit Oktober übernahm der 48-Jährige die Agenden von Andreas Klefisch und berichtet direkt an den CEO Ashish Sensarma. Schmidt verfügt über langjährige Wholesale-Erfahrung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zuletzt zeichnete er als Wholesale Key Account Director bei Diesel für die D-A-CH-Region verantwortlich.

1

2

FEstlich

2

Genuss Guide

Mampfen 1. Max Stiegl, Conrad Seidl, Mario Baier, Harald Serafin, Verena Dunst, Karl Stoss; 2. Genuss-Gipfel im Studio 44; 3. Martina Sigl, Christian Vanik; 4. Heribert Kasper, Karl Hohenlohe.

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ISM Die weltweit größte Messe für Süßwaren und Snacks ist der wichtigste Branchen­ treffpunkt. 29.1.–1.2.2017, Köln

GALANACHT. Kürzlich war es wieder so weit: Österreich kürte den schönsten Mann des Landes. Heuer darf diesen Titel der 20-jährige Linzer Philipp Rafetseder tragen, der sich gegen 30 Konkurrenten durchsetzte und die Jury überzeugen konnte. Unter den Gästen befanden sich FitnessVisionär und Hauptsponsor Ernst Minar (John Harris Fitness), Opern-Sängerin Birgit Sarata, Miss Austria Dragana Stankovic, Missen-Macherin Silvia Schachermayer, Sängerin Michelle Luttenberger, Event-Profi Clemens Trischler. Durch den Abend führte Alfons Haider. (red)

Make Love

Ein Aufklärungsbuch

256 Seiten, Rogner & Bernhard Verlag 23,60 € (Flexcover), ISBN: 978-3-95403002-6

STANDARDWERK. Ständig und überall werden Jugendliche heute mit Sex und Pornografie konfrontiert. Aber was sie dabei erfahren, hilft ihnen nicht, eine eigene gute Sexualität zu entwickeln. „Make Love“ rollt das Thema Aufklärung deshalb neu auf. Die Neuerscheinung ist ein zeitgemäßes Standardwerk zum Thema Sex für die Generation Neon: In „Make Love“ kommt alles, was den Jugendlichen täglich begegnet, zur Sprache; Pornolügen werden aufgedeckt, Leistungsdruck und Ängste rausgenommen. (dp)

© Stiegl

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© Rogner & Bernhard Verlag

This Human World 114 Spiel-, Dokumentarund Kurzfilme werden am Filmfestival gezeigt. 1. bis 11. Dezember 2016; Gartenbaukino, Filmcasino, Top Kino und Schikaneder

Mister Austria

Österreich hat gewählt

Termine Hund, Katze & Co Auf der Haustiermesse informieren über 130 Aussteller. 3.+4. Dezember 2016, 10–18 Uhr Messezentrum Wien, Halle A

3

Spieglein, Spieglein 1. Ernst Minar, Philipp ­Rafetseder, Alfons Haider; 2. Mister Austria mit Miss Austria, Dragana Stankovic; 3. Birgit Sarata ließ sich die Wahl nicht entgehen

© medianet/APA-Fotoservice/Juhasz (4)

GUSTO. Die Genuss-Prominenz Österreichs traf sich beim Genuss Gipfel im Studio 44, um den „Genuss Guide 2017“ aus der Taufe zu heben. Unter anderem dabei: Burgenlands Agrar-Landesrätin Verena Dunst, Burgenland-Tourismuschef Mario Baier und Gastgeber Casinos Austria-Generaldirektor Karl Stoss. Der im Rahmen des Genuss Gipfels präsentierte Genuss Guide macht sich alljährlich auf die Suche nach den besten Adressen des heimischen Lebensmittelhandels, den kleinen Greißlereien und Spezialitätengeschäften; die 1.000 besten Geschäfte haben es in den Genuss Guide 2017 geschafft. Mit 436 Seiten animiert der Genuss Guide 2017 zum Aufspüren dieser Geheimtipps. (red)

© Mister Company (3)

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Wolfgang Katzer In der Stieglbrauerei zu Salzburg übernimmt seit 1. November Wolfgang Katzer (35) die Leitung des Bereichs Handelswaren. Der studierte Wirtschaftswissenschafter zeichnet in seiner neuen Aufgabe neben Führung und Koordination der Abteilung auch für strategische Ausrichtung, PortfolioManagement und Vermarktung verantwortlich.


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Freitag, 2. Dezember 2016 cover 51

retail

fleisch & wurst

CETA Ist das Freihandelsabkommen Fluch oder Segen für die Fleischbranche? 57

Grafik Das Fleisch ist heiß: Fleischige Daten und Fakten auf einen Blick 56 © Panthermedia.net/Anatolii Tsekhmister

Zahl der Woche 2015 982 t

© APA/Keystone Gaetan Bally

2007 948 t

Die Fleischbranche hat wieder Schwein gehabt

Fleischproduktion Österreich 2007 wurden in Österreich rund 947.717 Tonnen Fleisch produziert. 2015 stieg diese Zahl auf 981.861 Tonnen. Prognosen zufolge verdient der heimische Einzelhandel 2016 304 Mio. € mit Fleisch und Fleischwaren; 2020 sollen es 319 Mio. € werden.

© Delacon

© Einariz/Fotolia

Österreichs Fleisch- und Wurstproduzenten ziehen ­Bilanz: 2016 kann sich sehen lassen. 52

Frischfleisch Beim Fleisch kommt es auch auf die richtige Verpackung an. 54

Futter Sind pflanzliche Futtermittelzusätze die Zukunft der Fleischbranche? 55


52 fleisch & wurst

Freitag, 2. Dezember 2016

Ein gutes Jahr für die Fleischbranche Die heimischen Fleisch- und Wurstproduzenten rechnen im ablaufenden Jahr 2016 mit mehr Umsatz.

••• Von Nataša Nikolic

S

eit 2012 erhöhte sich die Fleischproduktion in Österreich kontinuierlich auf 981.861 Tonnen im Vorjahr. Das meiste davon war Schweinefleisch (529 Tonnen), bei dem der Selbstversorgungsgrad bei 103 Prozent liegt. Die monatlichen Ausgaben für Fleisch (inkl. Ge-

flügel) lagen laut RollAMA 2015 bei 21,3 Euro, jene für Wurst und Schinken bei 27,1 Euro. Die Marktentwicklung im LEH war 2015 weder wert- noch mengenmäßig optimal – mit einem Minus von 1,7 bzw. 3,8 Prozent. Wurst und Schinken entwickelten sich dagegen positiv mit einem 0,3%igen Plus in der Menge und 0,9 Prozent im Wert. medianet hat sich bei ­österreichischen

Produzenten umgehört, wie sich dieses Segment 2016 entwickelt hat. Laut Thomas Schmiedbauer, Geschäftsführer der Fleischerei Wiesbauer, ist die Branche „seit Längerem sehr angespannt“. Schuld seien die „kontinuierliche Erhöhung der Nebenkosten und im Speziellen die in Österreich seit vier Jahren gestiegenen Lohnkosten, die jährlich per Kol-

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2015 Schlachtungen Im vergangenen Jahr wurden in Österreich 529.118 Tonnen Schweinefleisch produziert.

lektivvertrag fixiert werden“, so Schmiedbauer. Und weiter: „Im Gegenzug dazu ist festzuhalten, dass die letzte Preisänderung nach oben vor vier Jahren stattgefunden hat.“ Nichtsdestotrotz rechnet die gesamte Wiesbauer-Gruppe (mit Betrieben in Österreich und Ungarn und einem Gruppen-Mengenabsatz von 26.100 Tonnen) damit, ihren Vorjah-


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Freitag, 2. Dezember 2016 fleisch & wurst  53

– größter Wert gelegt“, erzählt Schmiedbauer.

resumsatz von 176 Mio. Euro heuer auf 185,0 Mio. Euro zu steigern.

© Radatz/Lisi Specht

Zufriedene Fleischer „Das Wachstum des heimischen Wurstmarkts ist kein quantitatives. So kann eine Entwicklung nur durch die weitere Optimierung in Richtung Kundenser-

Franz Radatz, Geschäftsführer des Familienunternehmens Radatz.

vice und Anwenderfreundlichkeit erreicht werden. Daher sind auch derzeit Convenience und Ready-to-eat-Konzepte die erfolgreichsten am Markt“, konstatiert Franz Radatz. Das österreichische Familienunternehmen gehört zu den erfolgreichsten Fleischproduzenten des Landes und rechnet heuer damit, seinen angepeilten Umsatz von 180 Mio. Euro zu übertreffen, wie der Geschäftsführer verrät. Für Rudolf Frierss (Rudolf Frierss & Söhne) aus Villach entwickelt sich das Geschäftsjahr „bis dato zufriedenstellend“. Zuwächse bemerkt er „vor allem in Österreichs Feinkosttheken mit klassischen Kärntner Spezialitäten“. Tierwohl & Nachhaltigkeit Von einem „moderaten Umsatzplus“ geht auch Berger Schinken aus. Die Fleischerei aus Sieghartskirchen erwirtschaftete im letzten Jahr einen Umsatz in

Höhe von 130 Mio. Euro, davon 90 Prozent in Österreich. Sowohl Wiesbauer als auch Berger setzen ihre Initiativen zu mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit 2017 fort. „Nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften sind ein Gebot der Stunde. Sowohl durch unser Vorzeigeprojekt ‚Regional-optimal‘ als auch durch den Einsatz von Solarenergie leisten wir einen besonderen Beitrag für unsere Bauern, unsere Region und unsere Umwelt. Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst“, so Rudolf Berger. „Wir wollen uns nicht erst um das Fleisch kümmern, wenn es im Haus ist, sondern interessieren uns auch für die Vorstufen“, meint Berger. Mitbewerber Wiesbauer hat aber andere Aspekte im Fokus: „Natürlich ist für Wiesbauer das Tierwohl von großer Bedeutung. Bezüglich Nachhaltigkeit ist festzustellen, dass Wiesbauer in der Branche zu den Vorreitern zählt. Das hat das Unternehmen nicht nur sehr oft bei Produkteinführungen bewiesen, speziell beim Bau der Betriebs in Wien-Liesing Anfang der 90erJahre wurde auf Nachhaltigkeit – zum Beispiel das Biotop im Eingangsbereich dient gleichzeitig auch als Löschwasserteich

© Wiesbauer/Lupi Spuma

© Panthermedia/Marina Appel

Wertschöpfungsübergreifend Auch Franz Radatz räumt diesem Bereich einen hohen Stellenwert ein, „da hier nicht nur ein ethischer, sondern ein wirtschaftlicher Aspekt schlagend wird“. Im Rahmen des Projekts „Land schafft Leben“ arbeite Radatz „tatkräftig an einer wertschöpfungsübergreifenden Verbesserung in diesem Bereich mit“, sagt Radatz.

Die Situation in der Branche ist schon seit Längerem sehr angespannt – vor allem aufgrund der kontinuierlichen Erhöhung der Nebenkosten und im Speziellen der in Österreich seit vier Jahren gestiegenen Lohnkosten. Thomas Schmiedbauer Wiesbauer


54  fleisch & wurst

Freitag, 2. Dezember 2016

Forschung Der größte Teil des jährlich in Österreich verzehrten Fleischs ist in Folie verpackt. Ein interregionales Forschungsprojekt untersucht und testet diverse Materialien auf ihre Eignung.

BUCHTIPP

© Einariz/Fotolia

Salate: mehr als Beilagen FRESH. Salat ist die ideale Mahlzeit für die Mittagspause im Büro und eine gute Alternative zum alltäglichen Kantinenessen. David Bez präsentiert 250 Salatideen, ästhetisch fotografiert. Mithilfe der Kategorien Rohkost, vegan, vegetarisch, mit Fisch, mit Fleisch oder mit Meeresfrüchten findet sich für jeden Geschmack der passende Salat. SBN/EAN 9783771645892, 19,99 €, Fackelträger Verlag.

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Frischfleisch: die Verpackungsfrage In einem interregionalen Projekt werden geeignete ­Materialien für die Verpackung von Fleisch erforscht.

BUCHTIPP

Jamie Olivers Weihnachten FESTLICH. Wer weihnachtliche Rezepte sucht, wird in Jamie Olivers neuem Kochbuch fündig. Das Buch bietet laut dem Starkoch „das komplette Programm für das große Weihnachtsessen und die Feiertage, dazu P ­ artyfood, essbare Geschenke, Süßes zur Tee- und Kaffeezeit, Cocktails und pfiffige Ideen.“ ISBN 978-3-8310-3160-3, 30,80 €, Dorling Kindersley Verlag.

INNSBRUCK. Kürzlich fand der Startschuss zu einem österreichisch-bayrischen Projekt unter der Leitung des Management Center Innsbruck (MCI) statt. In einem dreistufigen Projekt sollen – ausgelegt auf drei Jahre – Implikationen für den Einsatz besonders geeigneter Materialien für die Verpackung von Fleisch entwickelt werden. Fast 100 kg Fleisch isst jeder Österreicher in einem Jahr, wobei der größte Teil davon in Folie verpackt in die Haushalte gelangt. Die Verpackung erfüllt dabei zentrale Aufgaben für ­Logistik und Lagerung und steht zudem in Interaktion mit der Qualität des Füllguts. Einfluss auf die Haltbarkeit Im Rahmen des ForschungsProjekts soll nun die Wechselwirkung der verwendeten Folien auf das verpackte Fleisch genauer untersucht werden. Es wird untersucht, inwieweit die

Verpackung Einfluss auf die Haltbarkeit (Shelf Life) der Produkte hat, also welche Folien das Fleisch am besten frisch halten. Im dritten Arbeitspaket sollen

Als Herausforderung im Projekt sehe ich die validen Qualitäts­ beschreibungen der Verpackungen, die den Grund­ stein zur Entwick­ lung neuartiger ­Materialien legen. Katrin Bach Studiengangs­ leiterin

die Ergebnisse auf ihre Anwendbarkeit geprüft und Empfehlungen für den Einsatz in der Praxis abgeleitet werden. „Als besondere Herausforderung im Projekt sehe ich die validen Qualitätsbeschreibungen des Produkts, welche Rückschlüsse auf die Erfordernisse des Verpackungsmaterials zulassen; der Verbund mit unseren Projektpartnern bildet hierfür die bestmögliche Voraussetzung“, so Projektleiterin und Studiengangsleiterin K ­ atrin Bach. Augenmerk auf Umweltschutz Neben der fachlichen Vernetzung der beteiligten Partner dient das Projekt insbesondere zur Standortentwicklung der Regionen Bayern und Tirol sowie dem Aufzeigen von Potenzialen zur Steigerung der Wertschöpfung. Besonderes Augenmerk wird auf Umweltschutz und nachhaltigen Ressourceneinsatz gelegt. (red)


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Freitag, 2. Dezember 2016 

Fleisch & WursT  55

Das Futtermittel zählt Liegt in pflanzlichen Futtermittelzusätzen die Zukunft der österreichischen Fleisch- und Wurstindustrie? phytogene Futtermittelzusätze deshalb eine hochwertige, effiziente und rentable Möglichkeit, um den hohen Anforderungen der Konsumenten auch in dieser Hinsicht gerecht zu werden. Umdenken findet statt Neben der längeren Haltbarkeit bieten pflanzliche Futtermittelzusätze laut Dedl noch weitere Vorteile: Das Immunsystem der Tiere würde gestärkt. Aufgrund der „besseren“ Verdauung würden die Nährstoffe besser verwertet. Und die Umwelt profitierte von der Tatsache, dass viele phytogene Futtermittelzusätze den Treibhausgas-Ausstoß der Tiere

Über Delacon Das Unternehmen identifiziert natürliche Substanzen aus Kräutern, Gewürzen und anderen Pflanzen und entwickelt Futterzusätze für Geflügel, Schweine und Wiederkäuer.

wie z.B. Ammoniak-, Methanund CO2 reduzieren können. „Die globale Marktentwicklung der letzten Jahre zeigt uns, dass bereits ein Umdenken stattgefunden hat und phytogene Futtermittelzusatzstoffe ein Zu-

© Delacon

STEYREGG. Der Druck vonseiten der Konsumenten auf die Fleischproduzenten steigt – Nachhaltigkeit, Qualität und Regionalität sind die Säulen, auf die sich Firmen heute deshalb gern stützen. Die Fleischqualität verbessern sollen laut dem Unternehmen Delacon phytogene (also pflanzliche) Futtermittelzusätze. „Was ins Futter kommt, hat auch Auswirkungen darauf, was wir schließlich am Teller haben“, informierte Delacon-CEO Markus Dedl anlässlich der Eröffnung der EuroTier 2016 in Hannover. Die Konsumenten werden immer bewusster, so Dedl. Für die Landwirte seien

kunftsthema sind“, erklärt Dedl. „Wir von Delacon holen das Beste aus der Natur heraus, schöpfen ihr Potenzial aus und machen die vielfältigen Wirkungsweisen mit fortschrittlichsten Technologien messbar.“ (red)


56 fleisch & wurst

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Freitag, 2. Dezember 2016

Fleisch: Zahlen, Daten, Fakten

319 Mio. €

287,44

Fleisch im Einzelhandel

128,8

353,71

317,45

309,66

291,78

240,17

206,62

128,8 Mio. €

*

Bis 2020 soll der österreichische LEH 319 Mio. € pro Jahr mit Fleisch und Fleischwaren umsetzen.

2016*

2015

2014

2013

2011

2009

2007

2005

122,23

2003

148,57

2001

110,52

1999

97,49

1997

1995 70,39

In Österreich werden jährlich rund 5,4 Mio. Schweine geschlachtet, vorwiegend für den heimischen Handel und den Export nach Deutschland.

350

1. Halbjahr

Import 1. Hj. 2016

298

300

Der Wert der Schweinefleischimporte nach Österreich betrug im vergangenen Jahr 2015 rd. 287 Mio. €. Im ersten Halbjahr 2016 waren es 128,8 Mio. €. Deutschland ist das bei Weitem wichtigste Importland mit 234 Mio. €.

310

304

314

320 319

282 266

257

250

250 238

Schwein

225

244.745

Innereien Geflügel

69.796

Pferd 11 Sonstiges 2.602

521.873 t Export 2015 2015 exportierte Österreich 521.873 Tonnen Fleisch, hauptsächlich vom Schwein, ins Ausland.

*

2020*

2019*

2018*

2017*

2016*

2015*

2013

2012

2011

2010

2009

2008

75.707

Schaf u. Ziege 114

Quelle: Statista.de; Foto: © shutterstock

200

128.899

2014*

208

Rind u. Kalb

Prognosen, Werte in Mio. €

1.995.552 Schweineschlachtungen nach Bundesländern In der Steiermark, Ober- und Niederösterreich werden die meisten Schweine geschlachtet.

20.659

21.939

1.071.512 1.984.950

1.995.552

35.951

199.627

1.144

50.355


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Fleisch & Wurst  57

Wie durch ist CETA? Die EU-Kommission unterstreicht die Vorteile von CETA für Fleischerzeugnisse – doch welche sind das? sich schon beim Freihandelsabkommen mit Südkorea gezeigt. Die Agrarexporte nach ­Korea seien um 37% gestiegen und hätten 2015 ein Volumen von 2,4 Mrd. € erreicht. Ausfuhren von Molkereierzeugnissen nach Südkorea haben sich laut der Kommission verdoppelt, bei Fleisch habe es eine Zunahme der Ausfuhren um 14% gegeben. Hormone und Klone Der EU-Agrarkommissar sieht auch den Fernen Osten als Hoffnungsziel für die Europäische Union. Marktlücken sollten geschlossen werden. Katainen und er selbst versuchten in ständigem Kontakt in Fernost,

CETA Die EU bemüht sich um einen Imagewechsel von CETA. Viele Kritiker befürchten eine Gefährdung von Umwelt-, Sozialund Lebensmittelstandards – besonders beim Fleisch.

Märkte für verarbeitetes Fleisch zu öffnen, „mit Riesenchancen für qualitativ hochwertige Erzeugnisse aus der EU“. Kritiker – so diverse Verbraucherschutzorganisationen – halten dagegen: Durch CETA könnte Fleisch von

© APA/AFP/Thierry Zoccolan

BRÜSSEL. Das Europaparlament wird erst im Februar über das umstrittene Freihandelsabkommen EU–Kanada (CETA) abstimmen. Vor allem für den Agrarbereich versuchen die EUKommissare derzeit die Vorteile des Freihandels zu unterstreichen. Gewinner könnten die Exporteure von Schweinefleisch und Milcherzeugnissen sein, sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan vor Kurzem bei der Präsentation einer neuen Studie. Bei „empfindlichen“ Produkten wie Rindfleisch und Reis müsse man aber aufpassen. Insgesamt werde aber die EU einen großen Vorteil aus dem Handel in diesem Bereich ziehen; dies habe

geklonten Tieren und von mit Wachstumshormonen aufgezogenen Schweinen oder Rindern ohne Kennzeichnung in die EU gelangen und heimische Produzenten stärker unter Druck geraten. (dp)

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Das Damoklesschwert hängt über den Banken Erste Verhandlungen zu Basel IV, eben dort ausgebrütet, sind zwar gescheitert. Gutes wird trotzdem nicht erwartet. 60

Designierter Vorstandschef Johann Strobl (57) wird neuer Konzernchef der neuen Bank aus der Fusion von Raiffeisen ­Zentralbank (RZB) und Raiffeisen Bank International (RBI). Der ­Betriebswirt mit 27 Jahren Bankerfahrung kam 2007 vom Vorstand der Bank Austria als Risikovorstand zu ­Raiffeisen. 2010 wurde er Vorstand der RBI, 2013 stell­vertretender ­Vorstandsvorsitzender.

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Freitag, 2. Dezember 2016

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Die Basel-IV-Falle Basel III war für die europäischen Banken ein Mühlstein um den Hals. Jetzt kommt es vielleicht noch schlimmer. ••• Von Reinhard Krémer

Gefahr für die Wirtschaft Als Reaktion müssten europäische Geldhäuser verstärkt Risiko­aktiva abbauen, was sowohl für die Volkswirtschaft als auch für die Finanzstabilität negative Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Außerdem könnten verschärfte Vorschriften zu Kreditklemmen für Unternehmen und Risikotransfer an Schattenbanken führen. Eine Abschwächung

Europa wird leiden „Die Konsequenzen von Basel IV werden in Europa besonders schmerzhaft sein. Zudem werden Großbanken wegen ihrer breiten Anwendung interner Modelle stark betroffen sein“, sagt Andreas Putz, Geschäftsführer bei Strategy& Österreich. Geschäftsbanken und Landesbanken in Deutschland sowie Geschäftsbanken in Österreich bekommen die Auswirkungen unter anderem aufgrund ihrer hohen Kreditvolumina an Firmenkunden besonders zu spüren.

Angesichts der Abwärtsspirale ist in der momentanen Situation die Kapitalbereitstellung durch Investoren wenig wahrscheinlich.

© Strategy&

WIEN. Die aktuellen Verhandlungen sind gescheitert, doch das war sicher nicht der letzte Akt. Nach dem aktuellem Diskussionsstand von Basel IV drohen europäischen Banken Kapitallücken von über 300 Mrd. €. In ihrer bisherigen diskutierten Version führen die Basel IV-Vorschläge zu einem erheblichen Anstieg der Risikoaktiva für europäische Banken. Laut einer Analyse von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, beliefe sich der Zuwachs der RWA für 103 untersuchte europäische Banken unter Anwendung der aktuellen Reformpläne auf 40 bis 65% für die bedeutsamsten regulatorischen Risikotypen wie Kreditrisiko, Marktrisiko, operationelles Risiko, Kontrahenten-Kredit­risiko und Credit-Value-AdjustmentRisiko. Die Folge wären heftige Kapitallücken – und das, obwohl europäische Banken derzeit deutlich mehr Kapital vorhalten als regulatorisch gesehen notwendig wäre. Ihre Ertragskraft würde entsprechend der Analyse von Strategy& nicht ausreichen, um bis zur zuletzt vorgesehenen Anwendung von Basel IV ab voraussichtlich 2019 zusätzliches Kapital im erforderlichen Ausmaß aufzubauen.

ben werden“, erläutert Philipp ­Wackerbeck, Leiter der Financial Services Practice bei Strategy&.

Stratege Philipp Wacker­ beck ist der Leiter der Financial Services Practice bei Strategy&, ein globales Team praxisorientierter Strategen und die Strategieberatung von PwC.

der Vorschläge zur Vermeidung volkswirtschaftlicher Risiken gilt daher als wahrscheinlich. „Auf Basis der anhaltenden, intensiven Diskussionen zwischen wesentlichen Stakeholdern ergäbe sich ein abgeschwächter Gesamteffekt von ca. +15 bis maximal +30 Prozent auf die unter Basel III erforderliche Kapitalbasis europäischer Banken. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Aussagen von Politik, Notenbanken und Aufsicht erscheint es jedoch realistisch, dass die finalen Reformen einen Gesamteffekt von ca. +10 bis maximal +20 Prozent erge-

Geldbedarf Der zusätzliche Kapitalbedarf der österreichischen und deutschen Banken könnte sich in einer abgeschwächten „Basel IV“Reform auf bis zu 40 Mrd. € belaufen.

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Mrd. €

Philipp Wackerbeck Strategy&

Dasselbe gilt für die Spezialfinanzierung einschließlich der gewerblichen Immobilienfinanzierung. Der zusätzliche Kapitalbedarf der österreichischen und deutschen Banken zusammen beläuft sich nach der Strategy&Analyse des aktuellen Diskussionsstandes einer abgeschwächten Basel IV-Reform auf bis zu 40 Mrd. €.


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Peter W. Singer, Stratege der New America Foundation (l.), Gerald Gruber, General Manager Mastercard Austria.

„Cybersecurity geht uns alle an!“ Gerald Gruber, General Manager Austria von Mastercard, lud zum Mastercard Talk 2016; Thema: Cybersecurity.

••• Von Oliver Jonke

N

ur durch Zufall fand am selben Abend in der Wiener Stadthalle ein Konzert von Jean Michel Jarre statt, der sich ebenfalls, wenngleich auf völlig andere Art und Weise, dem Thema widmete. Die Welt im Wandel Das Ziel des Mastercard Talks war, nicht nur ein spannendes aktuelles Thema zu diskutieren, sondern das Problembe-

wusstsein für Cyberangriffe zu erhöhen. Gerald Gruber dazu: „Die Welt ist in einem radikalen Wandel. Neue Technologien sind Treiber der Digitalisierung, und Märkte entwickeln sich schneller denn je, für viele sogar zu schnell. Die Sicherheit – vor allem im digitalen Bereich – gewinnt im täglichen Geschäft für unsere Kunden und für die Karteninhaber eine immer größere Bedeutung. Bewusstsein schaffen steht für uns im Vordergrund. Cyber­security stellt viele Bereiche vor große Herausfor-

derungen: Unternehmen, Ethik oder Judikatur. Auch im Bereich Politik und Militär beschäftigt sich die Republik Österreich bereits intensiv mit der Thematik der Cyberabwehr. Aber am allermeisten betreffen die Fragen der Cybersicherheit uns als Einzelpersonen. Uns ist es wichtig, hier einen Wissensvorsprung zu ermöglichen.“ Cybersecurity and Cyberwar Peter W. Singer, Stratege der New America Foundation, präsentierte interessante Kennzahlen und

Erkenntnisse, die er vor Kurzem in seinem Buch „Cybersecurity and Cyberwar: What Everyone Needs to Know“ publizierte. Der Buchtitel beinhaltet seine Kernaussage: Die meisten Einzelpersonen, Unternehmen und öffentliche Organisationen sind auf mögliche Angriffe bei Weitem nicht hinreichend vorbereitet und werden immer häufiger Opfer von Cyberattacken. Der Tenor: Wir alle müssen beginnen, das Thema ernster zu nehmen und Maßnahmen zu unserem Schutz vorbereiten. Milliarden vernetzte Objekte Singer geht davon aus, dass es heute weltweit über sieben Mrd. Gegenstände gibt, die mit dem Internet verbunden sind; in wenigen Jahren sollen es sogar über 50 Mrd. vernetzte Objekte werden. Nicht nur Computer, Laptops, Tablets und Telefone, sondern auch fahrerlose Fahrzeuge, verlinkte Kühlschränke, medizinische Geräte in Spitälern, Navis in Flugzeugen – neben verschiedensten weiteren Dingen könn-


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ten auch zahlreiche Drohnen angegriffen werden und verheerende Schäden verursachen. Staaten befassen sich schon länger mit dem Thema, Singer berichtet davon, dass aber nur ca. 37% der US-Unternehmen Abwehrstrategien entwickelt haben. Dabei gibt es viele bekannte, abschreckende Beispiele. So wurden etwa im Jahr 2015 Gesundheits- und Einkommensdaten von mindestens 78 Mio. Kunden des US-Gesund­ heitsunternehmens Anthem ­gehackt. Teure Computer-Hacks Auch die Mitarbeiterdaten von Sony wurden geknackt und veröffentlicht (als Sony den Film „The Interview“ launchen wollte). In beiden Fällen wurden die Unternehmen nicht nur durch die Hackerattacken getroffen, sondern darüber hinaus noch durch riesige Prozesskosten, da die betroffenen Personen massenweise klagten (so wie von den jeweiligen Hackern bewusst geplant). Auch geistiges Eigentum wird mittels Cyberattacken angegriffen; ein besonders prominentes Beispiel ist jenes des Designs des US Stealth Fighters F 35 – aus der Kopie entstand der chinesische Shenyang J 31. Wie man sich schützen kann Doch wie können Unternehmen sich selbst und ihre Kunden schützen? „Es ist ein Problem für uns alle. Die Menschen sind der Schlüssel zur Lösung: Was in Zukunft passieren kann, hängt von unseren heutigen Entscheidungen ab“, so Singer. „Nur leider sehen sich die wenigsten Unternehmen als ‚Security Companies‘.“ Angriff von innen Oft wird auch unterschätzt, dass immerhin etwa ein Drittel der Cyberattacken von innen kommt. Ein Ansatz besteht darin, bewusst verschiedenste Gegenstände oder Datenbankelemente nicht miteinander zu vernetzen. Am besten sollte Cybersecurity zum Forschungsund Entwicklungsschwerpunkt werden: MasterCard etwa setzt beispielsweise auf biometrische Authentifizierung – Bezahlen

mittels Fingerprint, Gesichtserkennung oder Iris-Scan und Produkte wie „Masterpass“, eine digitale Geldbörse, die dem Kunden das sichere und komfortable Bezahlen per Mouseclick oder Smartphone ermöglicht. Cybersecurity für Private Das Dilemma ist: Einerseits sind wir um die Sicherheit unserer Daten besorgt, andererseits denken viele –hauptsächlich junge – Menschen immer weniger darüber nach, was mit Daten, die sie zum Beispiel in den Sozialen Netzwerken verbreiten, weiter geschieht. Auf jeden Fall, meinen Experten, wäre es wichtig, bereits in der Schule darüber aufzuklären, wie mit den eigenen oder fremden heiklen Daten umzugehen ist und wie man unerwünschte, durch Datenmissbrauch bedingte Risiken wenigstens zum Teil vermeiden kann.

Cybersecurity stellt viele Bereiche vor große Heraus­ forderungen: ­Unternehmen, Ethik oder Judikatur. Gerald Gruber Mastercard Austria

Safe Harbor – und die Realität In einigen Fällen sind wir dazu de facto nicht in der Lage: Die Safe Harbor-Regeln der EU-Kommission aus dem Jahr 2000 hätten regeln sollen, dass sensible Daten nur dann auch außerhalb der EU weiterverarbeitet werden können, wenn bestimmte Grundsätze eingehalten werden. Allerdings deckte Edward Snowden 2013 auf, dass die NSA und andere Behörden auf Server von US-Konzernen wie Facebook und Google zugreifen. Max Schrems ist es daraufhin mit seiner Klage vor dem Euro-

päischen Gerichtshof gelungen, das Safe-Harbor-Abkommen zwischen der EU und den USA zu beenden. Als Nachfolgedeal dazu gibt es nun allerdings den sogenannten Privacy Shield, ein Abkommen, das an die Stelle der Safe Harbor-Regelungen tritt. Ein Österreicher wehrt sich Schrems sowie die Artikel-29-­ Datenschutzgruppe (das unabhängige Beratungsgremium der Europäischen Kommission in Fragen des Datenschutzes) und 27 Bürgerrechtsorganisationen kritisieren, dass anlasslose Massenüberwachungsmaßnahmen durch die US-Regierung darin jedoch weiterhin zulässig sind. (Diese werden nämlich von der US Regierung – im Widerspruch zum EU Recht – auch ohne Verhältnismäßigkeitsprüfung durchgeführt).

© APA/AFP/Lotta Hardelin

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Edward Snowden Jarre und Snowden Jean Michel Jarre ist seit unfassbaren 40 Jahren im Technomusik-Business – und doch brandaktuell: Er vertont und verbildlicht das Thema Digitalisierung eindrucksvoll in seiner aktuellen Live-Show, inklusive eines Aufrufs an sein Publikum: „Technologie kann sehr wohl die Privatsphäre schützen. Die Frage ist, warum sollten unsere privaten Details, die online versendet oder auf irgendwelchen unserer Geräte gespeichert werden, etwas anderes sein als ganz private Erinnerungen aus unserem Leben, die wir nur unseren Tagebüchern anvertrauen würden. Ich denke, ihr wisst, dass sich nicht um das Recht auf Privatsphäre zu bemühen, nur weil man nichts zu verbergen hat, genauso ist wie auf das Recht auf freie Meinungsäußerung zu verzichten, bloß weil man nichts zu sagen hat. Das wäre ein zutiefst antisoziales Prinzip, weil Rechte nicht individuell gelten, sondern Allgemeingut sind.Was heute für einen Einzelnen möglicherweise wertlos erscheinen mag, kann morgen schon für ein ganzes Volk entscheidend sein.Wenn ihr euch dafür nicht einsetzt, wer sonst?“, so lautete Edward Snowdens (!) Videobotschaft in Jarres neuem Oeuvre „Exit“, das kürzlich in der Wiener Stadthalle zu sehen war.

Die Welt wachgerüttelt Edward Joseph „Ed“ ­Snowden ist der US-amerikanische Whistleblower schlechthin und ehemaliger CIA-Mitarbeiter. Seine Enthüllungen gaben Einblicke in das Ausmaß der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von Geheimdiensten – überwiegend jenen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens. Diese lösten im Sommer 2013 die NSA-Affäre aus. Snowden wurde dafür mehrfach von nichtstaatlichen Organisationen ausgezeichnet und für den Friedensnobelpreis nominiert.


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KAPITALMARKT

Internationale Auszeichnung FRANKFURT. Die Buwog wurde bei einer Gala in der Villa Kennedy von Property Investor Europe (PIE) mit dem Europe Property Finance Award in der Kategorie „Property finance structuring of the year – performing“ ausgezeichnet. (pj) BIG DEAL © Austrian Standards

Internationaler Verkauf FRANKFURT. Die 6B47 Real Estate Investors AG hat die Projektentwicklung des 21-geschossigen Wohntowers Cascada im Europaviertel verkauft. Käufer ist das Joint Venture Bauwerk Liegenschaften aus München und Red Square aus Neu-Isenburg. Die Gesamtwohnfläche beträgt ca. 15.000 m² und verteilt sich auf ca. 200 Wohnungen zwischen 50 und 200 m². Zudem sind ca. 135 Tiefgaragenstellplätze geplant. (pj)

Mehr als 250 Verbesserungsvorschläge aus der offenen Online-Diskussion wurden in zehn Arbeitskreisen behandelt.

Für klare(re) Bauregeln Bauregeln vereinfachen, Verbesserungen im Baubereich erzielen: Das Dialogforum Bau Österreich geht in die entscheidende Phase.

© KSP Jürgen Engel Architekten

••• Von Paul Christian Jezek WIEN. Obwohl der Nutzen von Standards im Baubereich unbestritten ist, wurde in den vergangenen Jahren vielfach steigender Aufwand bei der Anwendung moniert; auch bleiben oft Haftungsfragen ungeklärt. Das sinnvolle Zusammenspiel mit rechtlichen Rahmenbedingungen ist der Knackpunkt für die praxisgerechte Gestaltung von Bauregeln – als nachhalti-

betreffen, sondern den gesamten Baurechtskomplex, kommentiert Elisabeth Stampfl-Blaha, Managing Director von Austrian Standards. Unter www.dialogforumbau.at kann jetzt zu konkreten Fragen und Aufgaben Stellung genommen werden. Das Feedback und die Statements werden danach konsolidiert, und die Ergebnisse entweder an das zuständige Normungskomitee oder auch an den Gesetzgeber weitergeleitet.

ger Impuls wurde von Austrian Standards in enger Kooperation mit der Bundesinnung Bau „Dia­ logforum Bau Österreich – gemeinsam für klare und einfache Bauregeln“ ins Leben gerufen. Start der nächsten Phase Seit Anfang 2016 beschäftigt sich eine große Zahl an engagierten Fachleuten intensiv mit Bauregeln. Es habe sich gezeigt, dass viele Kritikpunkte nicht ausschließlich Baustandards

3.000 m2 Nutzfläche

WIEN. Die beiden Immobilieninvestoren Andreas Agh und Andreas Niedersüß haben das Bürohaus Schönbrunner Straße 231 von der Immofinanz erworben. EHL hat die Transaktion vermittelt und wurde mit dem Immobilienmanagement beauftragt. (pj)

Valide Immobilien-Zahlen IMMOunited ermöglicht Marktgesamtüberblick. WIEN. In den ersten drei Quartalen wurden mehr als 96.000 Immo-Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 22 Mrd. € im Grundbuch verbüchert. „Die teuerste Transaktion war der Hilton-Hotelkomplex in 1030 Wien um annähernd 170 Mio. Euro“, sagt Roland Schmid (Bild), Eigentümer und Geschäftsführer des Wiener Datamining-Unternehmens IMMOunited.

Wie wichtig Transparenz am Immobilienmarkt ist, zeigt eine aktuelle Auswertung des Schwesterunternehmens ­Imabis GmbH, die, bereinigt um anfallende Dubletten, über 80.000 Kauf- und ca. 71.000 Mietobjekte ausweist. Genau 2.819 Makler­ unternehmen versuchen gerade, für Immobilien im Wert von stolzen 29 Mrd. € einen Käufer zu finden. (pj)

© Foto Wilke

Nationaler Bürohaus-Deal


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health economy Rehabilitation Die Vamed entwickelt ein Konzept zur personalisierten Reha 67

Handelsdeal Kwizda und Jacoby kooperieren bei der Verblisterung 69

Reformpläne Die Gesundheitsministerin kritisiert die Ärztekampagne 70

© Christian Husar

© APA/Georg Hochmuth

© panthermedia.net/kasto

Transparenz im Pharmabereich

Life-Science-Sektor wird massiv ausgebaut Die Regierung hat ein Strategiekonzept vorgelegt, um den wachsenden Life-Science-Bereich zu stärken. 68

Jan Oliver Huber Die Pharmabranche wehrt sich gegen den Vorwurf mangelnder Transparenz bei Ärztehonoraren. Die Unternehmen würden alle verfügbaren Daten offenlegen, betont Pharmig-General Jan Oliver Huber. Die Bereitschaft der Ärzte werde ebenfalls wachsen. Huber verteidigt aber die Zusammenarbeit, die für die Weiterentwicklung in der Medizin nötig sei.

Superimmun Super immun D³ © panthermedia.net/Jim Filim

Abwehrkräfte 3-fach gestärkt

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STICKS

Super immun dank Superimmun

Dr. Google Das Internet ist zunehmend erste Quelle in Gesundheitsfragen. 66

Vorbeugen und rascher wieder fit werden, waren noch nie einfacher!

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66  health economy

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VErsicherung

Uniqa setzt auf Gesundheit

© panthermedia.net/Jim Filim

WIEN. Die AssekuranzWelt befindet sich in einem grundlegenden Wandel, und aktuell ist mit der Sparte Lebensversicherung nichts mehr zu verdienen – die Niedrigzinsen knabbern an den Erträgen. UniqaChef Andreas Brandstetter (Bild) betonte im Klub der Wirtschaftspublizisten, dass man in die IT, die Digitalisierung, in Menschen, Produkte, aber auch das Kundenverhalten in einer digitalisierten Welt investiere. „Wir arbeiten an der Zukunft der Mobilität, der Zukunft von Zuhause und der Zukunft der Gesundheit“, so Brandstetter.

Immer mehr Menschen suchen Gesundheitsinformationen im Web; die Qualität der Inhalte ist aber umstritten.

Dr. Google stark gefragt

Marktführer Der Sektor Gesundheit sei kerngeschäftsnah, weil man in der privaten Krankenversicherung, die der Uniqa 16% ihrer Einnahmen bringe, mit 46% Marktanteil klarer Branchenprimus sei. Die Krankensparte sei „das Rückgrat der Uniqa, da geht auch ein großer Teil der Investments hin“. Nach dem Muster der übernommenen Privatklinik Goldenes Kreuz denkt Brandstetter an diversifiziertere Beteiligungen, in die die Uniqa hier hineingehen könnte, etwa Spitäler oder andere Infrastruktur im Gesundheitsbereich. (red)

Das Internet wird immer mehr zur Informationsquelle in Gesundheitsfragen; Experten sehen darin Chancen und auch Risiken. ••• Von Martin Rümmele WIEN. Eine aktuelle Market-Umfrage im Auftrag von Credoweb. at zeigt: Mittlerweile nützen 93% der internetaktiven Österreicher ab 18 regelmäßig Informationsquellen rund um die Gesundheit aus dem Internet. Ärzte, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten, zweite Meinungen zu Diagnosen und Therapieansätzen, Präventionstipps und Nebenwirkungen von Medikamenten sind nur

© APA/Herbert Neubauer

Mittelfeld Gesundheitsausgaben. WIEN. Österreich liegt bei den Gesundheitsausgaben, gemessen am BIP, mit 10,4% auf dem fünften Platz in der EU. Die höchsten Ausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung eines Landes weisen in der EU Deutschland und Schweden mit je 11,1% auf. Schlusslicht ist Rumänien mit 5,0%, geht aus von der EU-Kommission präsentierten Zahlen von 2015 hervor. (red)

einige der Dinge, die kontinuierlich online gesucht werden. Die Analysten räumten allerdings ein, dass der Anteil bei internetaffinen Befragten zwangsläufig höher liegen muss. Fokus auf Absender Ein Großteil der Befragten ist der Meinung, sehr gut zwischen richtiger und falscher sowie relevanter und irrelevanter Information unterscheiden zu können. Die wesentlichste Rolle

hinsichtlich der Glaubwürdigkeit spielt dabei der Absender der gesundheitlichen Informationen. Internetaffine Ärzte haben damit laut Umfrage die besten Chancen von Patienten ausgewählt zu werden. Experten warnen allerdings davor, dass im Internet oft weder Quellen noch die Qualität der Informationen nachvollziehbar sind. Gerade in Gesundheitsfragen brauche es deshalb Regularien.


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health economy  67

Personalisierte Reha

forschung

Telemedizin für Herzpatienten

© z.V.g.

Der Gesundheitsriese Vamed entwickelt neues Rehabilitations­ konzept und bindet Patienten stärker in die Therapieplanung ein.

© Vamed

INNSBRUCK. Das optimale Management der Therapie und laufenden Betreuung von Herzschwäche-Patienten und die Rolle, die telemedizinische Techniken dabei spielen können, standen im Mittelpunkt einer Medizintagung in Innsbruck.

Die Vamed erarbeitet in ihren Reha-Zentren mit Patienten gemeinsam einen Therapieplan, um Ziele optimal zu erreichen.

WIEN. Persönliche Trainingsziele setzen und messen: Was für Sportler gang und gäbe ist, hält nun auch in der Rehabilitation Einzug. Die Vamed, führender privater Anbieter von Rehabilitationsleistungen in Österreich, hat dafür auf Basis der internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (kurz ICF) ein neues Konzept entwickelt. Auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Physikalische

der Aufnahme im Rehazentrum erhält jeder Patient ein umfassendes aktivitäts- und partizipationsorientiertes Assessment für einen möglichst individuellen und wirksamen Therapieverlauf. Der Patient selbst definiert dabei mit dem Behandlungsteam seine persönlichen Ziele. Basierend auf objektiv erfassten Messwerten und dem aktuellen Fortschritt, wird in Therapiebesprechungen eine bestmögliche Zielerreichung fokussiert. (red)

Medizin und Rehabilitation wurde das Konzept erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Neues Konzept Im orthopädischen Rehazentrum Kitzbühel kommt die neue, „personalisierte Rehabilitation“ bereits zum Einsatz. Bis Ende 2017 wird das Konzept schrittweise in allen orthopädischen, neurologischen und onkologischen Rehabilitationszentren der Vamed ausgerollt. Bereits bei

Neue Kooperation in Linz LINZ. Die oberösterreichische Spitalsinfrastruktur erfährt eine weitere wichtige Weiterentwicklung: Der landeseigene Spitalsbetreiber gespag und die beiden Krankenhäuser des künftigen Ordensklinikums Linz – das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern und der Elisabethinen – schließen eine Allianz. Im Sinne eines befriedigenden Miteinanders und mit großer

Zuversicht wird ein Allianzpartnerschafts-Vertrag von den Vertretern der gespag, der Elisabethinen und der Vinzenz Gruppe unterzeichnet. Die Entwicklung ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass Spitalsausgaben stark steigen und die Gesundheitspolitik versucht, Leistungen zunehmend in den ambulanten Sektor zu verlagern. (red)

© akh linz

gespag knüpft Allianz mit Ordensspitälern.

Spitalsentlastung „Im Rahmen von strukturierten Versorgungsmodellen oder Disease Management-Programmen werden gezielt Maßnahmen gesetzt, um Spitäler zu entlasten und Betroffene wohnortnah zu betreuen. Gemeinsam ist solchen Modellen, dass die verschiedenen Versorgungsebenen – vom Hausarzt bis zur Spezialambulanz – in vernetzter Weise in die Patientenbetreuung eingebunden sind“, sagte einer der Organisatoren, Gerhard Pölzl (Bild) von der Universitätsklinik für Innere Medizin. In Tirol gibt es seit 2012 mit „HerzMobil Tirol” ein derartiges telemedizinisches Versorgungsprojekt, das sich bereits deutlich bewährt hat. „Mit dem Programm konnte die Zahl der Wiederaufnahmen ins Spital gesenkt und die Lebensqualität gesteigert werden“, berichtet Pölzl.


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Mehr Forschung

FOrschung

Neue Mittel für Biotechfirma WIEN. Themis Bioscience, Wiener Spezialist für Impf­ stoffentwicklung, gab den erfolgreichen Abschluss einer 10 Mio. € schweren Fi­ nanzierungsrunde bekannt. Schwerpunktmäßig wird das Unternehmen das neue Kapital in eine laufende Phase 2-Studie seines Lead Products, einem Impfstoff gegen Chikungunya, inves­ tieren. Weitere Investitionen sind für den Zika-Impfstoff des Unternehmens geplant, dessen Entwicklung vor Kurzem erst mit umfangrei­ chen Mitteln von „Innovate UK“ unterstützt wurde.

© Rita Newman

Impfstoffe Erich Tauber, CEO und Mit­ gründer von Themis, freut sich über neue Investorengelder.

Regierung und Industrie wollen den Life-Science-Sektor ­ausbauen. Schon jetzt gibt es dort 52.000 Beschäftigte.

© panthermedia.at/pressmaster

Vertrauen von Investoren „Wir freuen uns über das nachhaltige Vertrauen unserer bestehenden In­ vestoren und das des aws Gründerfonds, Österreichs führender Venture CapitalGesellschaft. Auch weitere, neue Investoren haben sich von diesem Vertrauen anregen lassen“, so Erich Tauber, CEO und Mitgrün­ der von Themis. Die jetzt erfolgreich abgeschlossene Investmentrunde wurde von den bestehenden Investoren Ventech, Omnes Capital und Wellington Partners ge­ zeichnet. (iks)

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Die heimische Life-Science-Szene setzt – dank Pharmazugpferden – bereits mehr als 19 Milliarden Euro um.

••• Von Ina Karin Schriebl WIEN. Eine „Zukunftsstrate­ gie Life Sciences und Pharma­ standort Österreich“ hat Staats­ sekretär Harald Mahrer (ÖVP) präsentiert. Mit in der Strate­ gie definierten 27 Maßnahmen „wollen wir auf dem Weg zum Innovation Leader einen unserer Kronjuwelen in der Forschung, die Life Sciences, weiter stärken und unter die Top-Drei-Standor­ te weltweit vorstoßen“, sagte er. Starke Branche Im Bereich Life Science sind in Österreich 823 Unternehmen mit 52.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 19,1 Mrd. € tätig. In der Forschung arbeiteten 20.000 Personen in 31 Unis und Fach­ hochschulen mit einem Jah­ resbudget von 1,4 Mrd. €. Zum jährlichen Output werden 8.000 Studienabschlüsse, 8.700 Publi­ kationen und 215 Patentanmel­ dungen gezählt. Einer Analyse des Ökonomen Gottfried Haber zufolge bringt allein die „Pharm­

abranche im weiteren Sinne“ mit 63.000 Beschäftigten eine Wert­ schöpfung von 9,6 Mrd. €, was 2,8% des heimischen BIP ent­ spricht. Als Stärken der Branche wer­ den in der Strategie unter an­ derem eine exzellente Grund­ lagenforschung, die wachsende Biotech-Start-up-Szene, ein gu­ tes Fördersystem für Wissen­ schafts-Wirtschafts-Koopera­ tionen und Gründungen, hohe steuerliche Forschungsincen­ tives und der international bekannte Life Science Cluster Österreich mit Zentrum Wien ge­ nannt. Zu den Schwächen zählt die Strategie die niedrigen Aus­ gaben für Grundlagenforschung (insbesondere die Ausstattung des Wissenschaftsfonds), keine kapazitätsorientierte Uni-Finan­ zierung, erschwerte Bedingun­ gen für die klinische Forschung aufgrund des starken Versor­ gungsfokus des klinischen Personals und des Arbeitszeit­ gesetzes und ein zu schwach ausgeprägtes Entrepreneurship.

Künftig soll unter anderem ein „Translational Research Center“ gegründet werden, um Erkenntnisse aus der Grund­ lagenforschung zu verwerten; in den nächsten zehn Jahren sind dafür 40 Mio. € vorgesehen, da­ von trägt der Bund 8,3 Mio. €, der Rest soll von der Industrie und dem Zentrum selbst aufge­ bracht werden. Zugang zu Innovationen In den Bereichen „Personali­ sierte Medizin“ und „Big Data“ nannte Mahrer den Aufbau einer eigenen digitalen Infrastruktur für den Life Science-Bereich. Zu­ dem wolle man die Vernetzung zwischen den Forschungsteams und den Infrastrukturen för­ dern. In der Grundlagenfor­ schung soll es in Lehre und For­ schung zu einer „Synergie- und Effizienz­steigerung“ kommen. Industrievertreter begrüßten die Maßnahmen, forderten aber auch einen besseren Zugang von Patienten zu medizinischen In­ novationen.


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Verblisterung: Deal im Pharmahandel HALLEIN/WIEN. Das Apothekenblistercenter (ABC) Salzburg streckt seine Fühler nach Ostösterreich aus: Der bisherige ­Alleineigentümer Jacoby Pharma GmbH holt sich einen Partner ins Boot und tritt 50% der Geschäftsanteile an die Kwizda Pharmahandel GmbH mit Sitz in Wien ab, gaben die Unternehmen bekannt.

Expansion geplant ABC sei das einzige Unternehmen dieser Art in West­österreich und verzeichnet nach eigenen Angaben ein „massives Wachstum“. Inzwischen packt es Medikamente für mehrere Tausend Patienten ab. Durch die Betei-

Wachstum Jacoby und Kwizda wollen im Bereich der Verblisterung gemeinsam wachsen.

ligung von Kwizda erhofft sich das Unternehmen, insbesondere auch Apotheken in Ostösterreich zu erreichen, zudem habe man nun mehr Spielraum für weiteres Wachstum. Jacoby GM Pharma GmbH ist Mitglied der Jacoby Unternehmensgruppe mit mehr als 700

Mitarbeitern und 400 Mio. € Umsatz. Die Kwizda Pharmahandel GmbH ist ein Unternehmen der familiengeführten Kwizda Unternehmensgruppe und mit einem Umsatz von 540 Mio. € die Nummer 2 im österreichischen pharmazeutischen Großhandel. (red)

Entgeltliche Einschaltung

Wachsendes Interesse Seit dem Jahr 2010 werden in Salzburg Medikamente in Sichtverpackungen maschinell abgepackt, und zwar genau in

der Menge und Zusammensetzung, wie sie einzelne Patienten einnehmen müssen. Das sei vor allem für das Pflegepersonal in Seniorenheimen eine Entlastung und trage auch zur Arzneimittelsicherheit bei, betonen beide Familienunternehmen.

© www.apothekenblistercenter.at

Jacoby Pharma und Kwizda Pharmahandel führen künftig das Blistercenter „ABC“ gemeinsam.

meine gesundheit. meine entscheidung. Karl Kopecky, Pensionist: „In meinem Alter kann es schon mal passieren, dass man ins Krankenhaus muss. Früher musste ich mich immer selbst darum kümmern, dass ich dann alle Befunde mithabe. Jetzt übernimmt das ELGA für mich. So hat meine Ärztin die Befunde und Informationen, die sie braucht.“

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Streit um Reform

proteste

Ärzte suchen Verbündete WIEN. Die Ärztekammer hat sich in ihrem Kampf gegen die im Zuge des Finanz­ ausgleichs beschlossenen Reformen im Gesundheits­ bereich Unterstützung von acht weiteren Kammern freier Berufe gesichert. Die Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO), der Dachverband der neun Freiberufskammern, hat mitgeteilt, die Informations­ kampagne der Ärztekammer zu befürworten. In einer Aussendung wird vor einer massiven Ver­ schlechterung der medizini­ schen Versorgung gewarnt, im Spitalsbereich und bei den niedergelassenen Ärz­ ten. „Die geplanten Ände­ rungen sind ein Angriff auf die Freiberuflichkeit. Sollten die Pläne Realität werden, würde der niedergelassene Kassenarzt, wie wir ihn jetzt kennen, verdrängt werden. Die Patienten könnten dazu angehalten werden, in kas­ seneigene große Ambulato­ rien zu fahren, die oft weit weg von ihrem Wohnort liegen“, meinte BUKO-Präsi­ dent Kurt Frühwirth. (iks)

© APA/Georg Hochmuth

Die Ärzte kämpfen weiterhin gegen den Finanzausgleich. Das Gesundheitsministerium kritisiert bewusste Fehlinformationen.

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser wirft den Ärzten „bewusst gestreute Fehlinformationen“ vor..

••• Von Martin Rümmele

© APA/Hans Klaus Techt

Kritik Ärztekammerpräsident Arthur Wechselberger bekommt Hilfe gegen Gesundheitsreform.

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WIEN. Der Konflikt der Ärzte­ kammer mit den Gesundheits­ politikern in Ländern, dem Bund und mit den Krankenkassen geht weiter. Die Ärzte haben Protest­ tage angekündigt und machen in den Ordinationen mobil. Ge­ sundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) kritisiert, dass es zu der geplanten Gesundheits­ reform „viele Fehlinformationen“ gebe, „die zum Teil bewusst ge­ streut werden“. Sie appelliert, bei der Darstellung der Reform „bei der Wahrheit zu bleiben“. Das Ministerium setzt nun der Informationskampagne der Ärz­ tekammer eine eigene Homepage mit Informationen zu der Reform entgegen. Eigene Kampagne In einem Video auf der Inter­ netseite www.mehrgesundheit. gv.at bittet Oberhauser beide Seiten, „bei der Darstellung der Reform auf dem Boden der Tat­ sachen und vor allem bei der

Wahrheit zu bleiben“. Die Ge­ sundheitsministerin warnt da­ vor, Patienten und Ärzte „so zu verunsichern, dass sich die einen davor fürchten, krank zu wer­ den oder Angst haben, wenn sie schon krank sind, und die ande­ ren sich nicht weiter auf diesen Beruf einlassen möchten, weil sie das, was hier gestreut wird, für bare Münze nehmen.“ Oberhauser betont, dass es keine Einsparungen gebe, „ganz im Gegenteil“. Bis 2021 seien Mehrausgaben für von 4,6 Mrd. € im Vergleich zu heute geplant. Ein Kernstück der Reform sei die neue Primärversorgung, für die 200 Mio. € zur Verfügung stehen. Die Vorteile: Für die Patienten bedeute dies längere und flexi­ blere Öffnungszeiten, kürzere Wartezeiten, eine Versorgung durch vernetzte Teams. Die Ärzte hätten mehr Zeit für ihre ­Patienten, familienfreundliche­ re Arbeitszeiten und modernere ­Arbeitsbedingungen. Notwendig sei die Reform, weil das Gesundheitssystem im

Wandel sei, und bis 2025 rund 60% der Allgemeinmediziner das Pensionsalter erreichen werden. Ihr sei es wichtig, dass es auch dann in ganz Österreich „keine weißen Flecken“ in der Gesund­ heitsversorgung für die Men­ schen gebe, betont Oberhauser. Die Gesundheitsversorgung soll bei den Hausärzten, Fachärzten und den anderen Gesundheits­ berufen bleiben. Diese sollen in unterschiedlichen Formen organisiert sein – in Einzel­ ordinationen, Gruppenpraxen, in Primärversorgungszentren oder in Netzwerken der Primärversor­ gung bis hin zu den Spitälern. Sorge vor Konzernen Wie berichtet, sollen in den Län­ dern künftig der ambulante Be­ reich ausgebaut und der teure, stationäre Sektor reduziert wer­ den. Die Ärzte fürchten, dass die neuen Primärversorgungszent­ ren vor allen von privaten Unter­ nehmensgruppen und nicht von freiberuflichen Ärzten geführt werden.


Die Diabetesaufklärung wird fortgesetzt „Gesünder unter 7“ ist und bleibt sehr aktiv, was die Volkskrankheit Diabetes betrifft.

Aktionstage in Graz, Innsbruck und Wien Der Grazer Murpark, der Innsbrucker Sillpark und zuletzt das

Wiener Einkaufszentrum Q19 waren die Stationen dieser Gesundheits-Tour. Mehr als 1.000 Besucher der Einkaufszentren und Interessierte nahmen am Risikocheck teil. Als Grundlage diente der Diabetes-Risikocheckbogen FINDRISK. Gemessen wurden u.a. Blutdruck- und Blutzuckerwerte sowie der Taillenumfang – bei Diabetikern zusätzlich der HbA1c-Wert. Der Langzeitblutzuckerwert HbA1c ist eine wichtige Kenngröße im DiabetesManagement und Namensgeber der Aktion. Alarmierende Ergebnisse Die anonyme Auswertung der rund 1.000 Risikocheckbögen *) liegt nun vor, wobei Teilnehmer mit und ohne bekannten Diabetes mellitus voneinander getrennt ausgewertet wurden: • Fast die Hälfte der Teilnehmer mit nicht bekanntem Diabetes hat ein Risiko, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes zu erkranken. • Die einzelnen Risikofaktoren stellen dar, dass über die Hälfte

der Teilnehmer mit nicht bekanntem Diabetes übergewichtig oder adipös waren, fast 70% einen erhöhten Taillenumfang und 40% einen zu hohen Bluthochdruck hatten. • Die Teilnehmer mit bekanntem Typ-2-Diabetes waren zu drei Viertel adipös oder übergewichtig, zwei Drittel hatten einen erhöhten Taillenumfang, und über die Hälfte hatte einen zu hohen Blutdruck. Aufklärung bleibt wichtig Die Auswertung macht deutlich, dass Typ-2-Diabetes bei vielen Patienten nicht gut kontrolliert ist und sie ein hohes Risiko für Folgeerkrankungen haben. Um die Aussichten der Betroffenen zu verbessern, müssen deshalb weiterhin große Anstrengungen unternommen werden – sowohl mit Blick auf den Lebensstil der Patienten als auch bei der medikamentösen Therapie. *) Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7” in Österreich, Auswertung Diabetes-Risikocheck 2016, Gesamt n=1016

SAAT.SA.16.11.0606

WIEN. Mehr als 1.000 ausgefüllte Risikocheckbögen und immer wieder Menschen, die von ihrem Diabetesrisiko überrascht werden – so zieht die Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ von Sanofi und den Kooperationspartnern wie u.a. der ÖDG und der ÖDV Bilanz. Im Rahmen der Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ wurde 2016 in Einkaufszentren in ganz Österreich über die Krankheit aufgeklärt. Im Mittelpunkt der Aktion steht das Ziel, das Bewusstsein für einen aktiven Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung und einer gesunden Ernährung zu schärfen. An den Aktionstagen wurden Informationen rund um die Erkrankung und Erläuterungen geboten, warum der sogenannte Langzeitzuckerwert HbA1c bei Diabetikern unter sieben Prozent liegen sollte.

Über die Aktion Zusammen nachhaltig aufklären Partner der von Sanofi initiierten Aktion sind Öster­ reichische Diabetes Gesell­ schaft (ÖDG), Österreichi­ sche Diabetikervereinigung (ÖDV), Österreichischer Herzverband, Verband der Diätologen Österreichs, Verband Österreichischer DiabetesberaterInnen, Diabe­ tes Forum und Ärzte Krone. Weitere Informationen unter www.gesuender-unter-7.at

PROMOTION

© Harald Richter/Sanofi

Eine aktuelle Auswer­ tung des Risikochecks der Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesün­ der unter 7“ macht den hohen Hand­ lungsbedarf bei Vorbeu­ gung und Krankheits­ management von Diabetes deutlich.


72  health economy

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Gesund arbeiten

auszeichnung

Preis für Pflegekräfte

© „PflegerIn mit Herz“/R. Tanzer

Gala Prominente Initiatoren zeichneten Pflegekräfte aus.

Demografischer Wandel wird auch zur betrieblichen Herausforderung. Zahl chronisch kranker Mitarbeiter steigt.

© APA/Roland Schlager

WIEN. Die Zahlen in der Pflegethematik sprechen für sich: Heute sind rund 456.000 Menschen in Österreich auf professionelle Hilfestellung und Unterstützung durch andere angewiesen. Vom Neusiedlersee bis zum Bodensee – 2016 wurden bereits zum fünften Mal die besten Pflegerinnen und Pfleger des Landes gesucht. Nun fiel die Entscheidung: Aus Tausenden Einsendungen wählte eine Expertenjury die Gewinner aus – je zwei pro Bundesland. Sie wurden diese Woche im Wiener Ringturm mit einem Geldpreis im Wert von je 3.000 €, gestiftet vom Wiener Städtischen Versicherungsverein und den Wirtschaftskammern Österreichs, geehrt. Günter Geyer, Präsident und Initiator von „PflegerIn mit Herz“: „Die Pflege in unserem Land hat viele Gesichter, ihnen wollen wir eine Stimme geben. Die Gewinnerinnen und Gewinner stehen stellvertretend für alle Menschen, die im Pflegebereich tätig sind und tagtäglich Großartiges leisten.“ (iks)

medianet.at

Betriebliche Gesundheitsförderung wird immer wichtiger, sind Experten überzeugt.

WIEN. Die Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit gerade bei chronisch Kranken ist eine der größten Herausforderungen, die nicht nur für Betroffene, sondern auch für die Wirtschaft Auswirkungen hat. Die steigende Zahl älterer Arbeitnehmer macht das Thema zusätzlich politisch relevant. Auf Einladung der Plattform Gesundheitswirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich und des Bio-Pharma-Unternehmens AbbVie diskutierten das kürzlich anerkannte Gesundheitsexperten in Wien. „Handlungsbedarf“ In den Diskussionen war man sich einig, dass der größte Handlungsbedarf in der frühzeitigen Diagnose und Intervention liegt. Denn je früher die relevante Therapie beginnt, desto eher ist es möglich, ernstzunehmende Gesundheitsschäden bei den Betroffenen abzuwenden. Stefan Koth, Geschäftsführer der Österreichischen Akademie für Arbeitsmedizin, präsentierte

Auswirkungen, die durch das steigende Durchschnittsalter zu erwarten sind bzw. bereits entstehen und damit auch österreichische Unternehmen zunehmend betreffen: „Die Bevölkerung in Europa nimmt ab und wird gleichzeitig älter: Bereits in wenigen Jahren werden wir mit drei aktiv Arbeitenden zwei Menschen im Ruhestand versorgen müssen.“ Klaus Machold, Rheumatologe an der Medizinischen Universität Wien, unterstrich die oft unzureichende, aber notwendige frühzeitige Intervention, die den weiteren Krankheitsverlauf beeinflusst. Vor allem der niederschwellige Zugang zur Früherkennung, insbesondere am Arbeitsplatz, spiele eine entscheidende Rolle dabei, voranschreitende Erkrankungen früh abzufangen. Das hätte auch ­positive ökonomische Effekte, wie Anna Vavrovsky, Gesundheitsökonomin der Academy for Value in Health, untermauerte. Neben der ökonomischen Effizi-

enz ist dabei auch ein positiver therapeutischer Effekt zu beobachten, sagte Andreas Klipstein, Facharzt für Rheumatologie und Physikalische Medizin/Rehabilitation am Universitätsspital Zürich. Das Risiko einer Chronifizierung von Gesundheitsproblemen mit hohen direkten und indirekten Kosten wird so deutlich verringert. „Früherkennung wichtig“ In einer Diskussion bestätigten AbbVie-Geschäftsführer Ingo Raimon, WKO-Sozialexperte Martin Gleitsmann und Bernhard Rupp (Arbeiterkammer Niederösterreich) die Forderung des Publikums, dass eine weitere intensive Auseinandersetzung notwendig sei, um das Bewusstsein für die Zusammenhänge von Arbeit und Gesundheit zu stärken. „Früherkennung, frühe Intervention und Prävention sind der Schlüssel zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit und zur Vermeidung späterer Kosten“, betonte Raimon. (iks)


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industrial technology USA im Blickfeld Analyse der Bank Austria-Expertin Monika Rosen 76

Gumpoldskirchen Messer Austria verleiht Spezial­ gasen noch mehr Speed 81

Linz trifft Beckum Keba und Blumenbecker vereinbaren Automatisierungs-Deals 77 © Keba

Verpackung Koffer - Flightcase

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Die Automobilzulieferer befeuern die Wirtschaft

Sicher.

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© Industrie Informatik

© Austrian Standards/Thomas Maria Laimgruber

Magna Steyr fertigt für BMW Autos der neuen 5er-Serie, Bosch forciert vernetzte Mobilität, Pollmann baut aus. 74

Wir automatisieren.

Normgerecht Austrian Standards-Diskussion: Vernetzung Wie Industrie Informatik neue Internationalisierung vs. Protektionismus. 78 Prozesse und Geschäftsmodelle umsetzt. 80


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© BMW

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Automobilzulieferer: Top-Branche im Umbruch Der österreichischen Automotive-Industrie wird mehr als ein Zehntel (!) des gesamten heimischen BIP zugerechnet.

••• Von Paul Christian Jezek

D

ie aktuelle Jubel­ meldung beweist die Bedeutung des Auto­ motive -Standorts Österreich: Ab 2017 wird Magna Steyr für BMW Au­ tos der neuen 5er-Serie fertigen. Damit werden nach sechs­ jähriger Pause erstmals wie­

der in Graz BMW-Modelle vom Band laufen, bestätigt BMWProduktionsvorstand Oliver Zipse. Durch den Großauftrag an ­Magna Steyr erwartet sich BMW vor allem eines: hohe Fle­ xibilität. Geplante Stückzahlen will Zipse nicht bekannt geben, da diese von der Nachfrage ab­ hängen, aber es gebe eine feste Produktionsverteilung zwischen

Dingolfing und Graz. „Ich bin mir sicher, dass der neue 5er ein großer Erfolg und Magna hohe Volumen fertigen wird.“ Tausende neue Arbeitsplätze Die Partnerschaft zwischen Magna und BMW wurde 2001 initiiert, zwei Jahre später lief der erste von Magna in Graz gefertigte BMW X3 vom Band,

später auch Mini Countryman und Mini Paceman. Bezüglich Entwicklung werde Magna „bei einigen Teilumfängen als Part­ ner eingebunden sein“, BMW sieht laut Zipse „Magna Steyr definitiv langfristig als einen strategischen Partner“. Mit den neuen Kundenaufträ­ gen der BMW Group und von Jaguar Land Rover sowie der


INDUSTRIAL TECHNOLOGY  75

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Vertragsverlängerung zum Bau der Mercedes-G-Klasse werden ab 2018 rund 200.000 Fahrzeuge die Grazer Werkshallen verlas­ sen – doppelt so viele wie der­ zeit. Und dafür werden deutlich mehr Mitarbeiter gebraucht: Rund 3.000 sollen in den nächs­ ten zwei Jahren dazukommen, vor allem in der Produktion. Konkret geht es um Montage, Lack und Logistik, präzisiert Magna-Steyr-Personalchef Hansjörg Tutner: „Die neuen Kollegen müssen körperliche Einsatzbereitschaft mitbringen, Bereitschaft für Schichtbetrieb, Deutschkenntnisse und Freude am Automobil.“ Die Um- und Ausbauarbeiten für die neuen Aufträge laufen auf Hochtouren – Magna baut bereits mehrere Hallen in großem Umfang um. Production Units Auch in Karlstein an der Thaya wird gerade spektakulär aus­ gebaut, weil die internationale Kfz-Industrie „Made in Austria“ in großem Umfang vertraut. Pollmann Austria ist an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen; mit dem Bau einer neuen Halle mit mehr als 1.200 m² wird die Produktionsfläche am Werks­ gelände erweitert. „Die Bautei­ le und Baugruppen, die wir für unsere Automotive-Kunden in Großserie herstellen, werden immer anspruchsvoller“, erklärt Geschäftsführer Erwin Negeli. Daher nehmen auch die Anfor­ derungen an Fertigungspro­ zesse und die Komplexität der Fertigungsmaschinen weiter

Zulieferer-Top 12 Unternehmen Umsatz BMW Motoren 3,8 Magna Steyr 2,5 AVL List 1,3 Bosch 1,2 MAN Truck & Bus 1,1 Kromberg & Schubert 0,9 Rosenbauer 0,9 Zizala 0,8 Miba 0,7 Hoerbiger 0,7 Polytec 0,6 Mahle 0,6 Umsatz 2015 in Mrd. Euro Quelle: trend Top-500, 2016

© Pollmann

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Ab 2017 produziert Pollmann Austria seine elektromechanischen PräzisionsBauteile auf einer Gesamthallenfläche von mehr als 17.500 m².

zu. Spritzgussmaschinen und deren nachgeschaltete Anlagen verschmelzen immer mehr zu „Production Units“, die einen entsprechenden Platzbedarf mit sich bringen. Am Standort Karlstein ist Pollmann auf die Fertigung komplexer Kunststoff-MetallVerbindungen in hoher Stück­ zahl und Know-how-Träger bei der Entwicklung und Produkti­ on von Umspritz-Teilen spezi­ alisiert. „Entscheidend ist da­ bei, dass wir hier nicht nur als Spritzgießer auftreten, sondern entlang der Wertschöpfungsket­ te des Produkts nachgelagerte Prozesse mitanbieten können, z.B. das automatisierte Setzen von Mikro­schaltern, das Löten von Dioden oder Verarbeitungs­ schritte wie Vergießen, Schwei­ ßen, Nieten oder Taumeln“, er­ läutert Negeli. Top-Trend Vernetzung Natürlich profitieren die ös­ terreichischen Autozulieferer von der stetig hoch bleibenden Anzahl an Neuzulassungen in ­Europa, den USA und Asien so­ wie auch den tiefen Rohstoffund Energiepreisen. Und wer meint, Abgasskandal, Lieferantenzwistigkeiten und Co. ließen die „Insel der Seligen“ erzittern, irrt. Negative Folgen seien zumindest bis jetzt kaum bis gar nicht spürbar, es gebe weder Auswirkungen auf den Preis noch auf die Produktions­ mengen. „Die Verträge laufen in der Regel über mehrere Jahre mit einer festen Bandbreite von Abnehmern“, weiß Ludwig Mer­

tes, Markenvorstand für Prisma Die Kreditversicherung. „Aus­ wirkungen wären daher frühes­ tens in einem Jahr spürbar.“ Ein weiterer großer Pluspunkt: ­Österreich verfügt über eine gute Verteilung bei den Aufträgen unter den Erstausrüstern (OEM, Original Equipment Manufactu­ rer). Diese sind aus Deutschland Volkswagen, BMW und Merce­ des mit allen ihren Marken, aus Italien Fiat und aus Frankreich Peugeot/Citroen und Renault. „Die Vernetzung mit Ren­ ault ist ein strategisch wich­ tiger Schritt in Hinblick auf mehr Internationalisierung der oberösterreichischen Automo­ bilzulieferbranche“, sagt der oberösterreichische Wirtschafts­ landesrat Michael Strugl. So waren im Sommer im Rahmen eines eigenen Lieferanteninno­ vationstags, den die beiden Au­ tomobil-Cluster OÖ und Stmk. in Kooperation mit dem Außen­ wirtschaftsCenter organisiert hatten, rund drei Dutzend Un­ ternehmen in die Pariser Zentra­

le von Renault Nissan eingela­ den worden. Dabei gab Renault Nissan die Themenbereiche vor, zu denen die Zulieferer ihre In­ novationen und neuen Ansätze präsentieren konnten: Ideen und Technologien zu Connected Mo­ bility, autonomes Fahren, Smart Materials und emissionsfreie Elektrofahrzeuge waren gefragt. Andreas Kuhn, Geschäftsführer der Andata Entwicklungstech­ nik GmbH, eines Kleinunterneh­ mens, das sich intensiv mit intel­ ligenten digitalen Lösungen für Verkehrsregelung und Fahrzeug­ sicherheit beschäftigt: „Die digi­ tale Revolution wird nicht nur in den Fahrzeugen, sondern auch in den geschäftlichen Beziehungen zwischen Autoherstellern und deren Zulieferern stattfinden (müssen).“ Miba Hightec Coa­ tings konnte ebenfalls mit zwei neuen Technologien bei Renault Nissan Aufmerksamkeit wecken. Auto trifft Smart Home Und auch für Bosch Österreich sind Lösungen für vernetzte Mo­ bilität ein strategisches Ziel: „In Zeiten der Vernetzung über das Internet der Dinge gehen wir mit unserer Vielseitigkeit in die Offensive“, berichtet Alleinvor­ stand Klaus Peter Fouquet. „Und dabei werden wir nicht stehen bleiben. So können wir das Fahrzeug auch mit dem Smart Home vernetzen – sodass z.B. die Navigation die Heizung anweist, das Wohnzimmer recht­ zeitig vorzuwärmen, bevor wir dorthin zurückkehren. Daraus entsteht eine neue Lebensquali­ tät. Mit der Vielseitigkeit unse­ res Know-hows haben wir die besten Voraussetzungen für die Mobilität der Zukunft.“

Motor der Volkswirtschaft Unverzichtbar Mit einem Produktionswert von ungefähr 20 Mrd. €, einer Wertschöpfung von 5,8 Mrd. € und rund 71.100 Beschäftigten zählt die Zuliefer-Branche zu einem der größten und leistungsstärksten Industrie­zweige Österreichs.

Wertschöpfung Die für die Produktion notwendigen Vorleistungen dazugerechnet, initiiert die Automotive Zulieferindustrie insgesamt 35,7 Mrd. € an Produktionswert, 13 Mrd. € an Wertschöpfung und etwa 179.200 Beschäftigungsverhältnisse in Österreich pro Jahr.

Hintergrund Grundlage der Konkurrenzstärke der heimischen Kfz-Industrie ist ihr Produktivitätsvorsprung, der wiederum für eine relativ moderate Lohnstückkostenbelastung trotz des relativ hohen Personalaufwands sorgt.


76  industrial technology

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Macht Trump den Turbo? Da jetzt Klarheit über den neuen US-Präsidenten herrscht, können sich die Märkte wieder auf Bewertungskennzahlen und Fundamentaldaten konzentrieren. Gastbeitrag ••• Von Monika Rosen

Österreich IM FOKUS

Konjunktur nimmt wieder Schwung auf © APA/dpa/Fredrik von Erichsen

Europa  ▲ Die Stimmungsindikatoren im Euroraum zeigen sich derzeit sehr positiv, zuletzt blieb auch der deutsche Ifo-Index auf seinem sehr hohen Niveau.

unter der lupe

Donald kurbelt die Wirtschaft an Nach dem überraschenden Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen kam es an den Finanzmärkten zu einer regelrechten Rallye. Angefeuert durch die Erwartung, der neue Präsident werde sich wenig um die Staatsschulden kümmern und dafür viel Geld für Investitionen, Steuersenkung und Rüstung ausgeben, stiegen die Aktienkurse, aber auch die Renditen. Man geht von steigenden Inflationsraten aus, die auch eine straffere Geldpolitik nach sich ziehen würden. Damit sind schon im Vorfeld der möglichen Zinsanhebung durch die US-Notenbank die Renditen in den USA kräftig gestiegen und haben die europäischen Pendants mit nach oben gezogen. Der Dollar konnte ebenfalls deutlich an Wert zulegen, nicht nur gegenüber den Währungen der Schwellenländer, sondern auch zum Euro und zum Yen. Natürlich wird Europa auch von einer stärker wachsenden US-Wirtschaft profitieren. In welchem Ausmaß der Impuls ausfallen wird, ist noch nicht klar, da das Ausmaß der Maßnahmen in den USA noch unbekannt ist, aber ein positiver Beitrag wird es sicherlich sein. Rückkoppelungen durch Trump gibt es auch auf die Geld­politik der EZB. Das Gespenst der Deflation scheint zunehmend gebannt; dementsprechend erwarten wir bei der nächsten Sitzung der EZB zwar eine Verlängerung des Anleihenkaufprogramms, aber keine Aufstockung mehr.

China  2017 könnte sich das chinesische Wachstum weiter abschwächen, möglicherweise auf 6,5%. Das wäre Analysten zufolge die niedrigste Rate, die die Regierung in Peking noch tolerieren kann, um ihre ambitionierten wirtschaftlichen Ziele zu erreichen.

Change Unter Donald Trump könnte sich die USWirtschaftspolitik grundlegend ändern.

Indien  ▲ Die indische Konjunktur hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Fiskaljahrs ein Wachstum von 7,1% erreicht, und das trotz eher verhaltener Impulse aus dem Ausland. Lateinamerika  In einer Region, die wirtschaftlich zuletzt schwer zu kämpfen hatte, bildet Peru eine wohltuende Ausnahme. Das Land ist der wichtigste Kupfer-Exporteur der Welt und sollte dementsprechend von den geplanten Infrastruktur-Investitionen Trumps deutlich profitieren.

© feel image/Felicitas Matern

Japan  Seit der US-Wahl zeigt der Dollar Stärke, auch gegenüber dem Yen. Das hat den japanischen Verbraucherpreisen zuletzt den ersten Anstieg seit acht Monaten beschert und eröffnet dem Land wieder einmal die Chance, die Deflation zu überwinden.

© APA/AFP/Timothy A. Clary

USA  ▲ Auch in den USA zeigt sich der Konsument in Kauflaune; der Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl hat das Verbrauchervertrauen offenbar gestärkt.

Monika Rosen ist Chefanalystin im Bank Austria Private Banking.

Gegen Ende des heurigen Jahres gewinnt die heimische Konjunktur an Schwung. Nach einem uneinheitlichen, sehr moderaten Aufwärtstrend in den vergangenen Monaten hat der Bank Austria Konjunkturindikator im Oktober spürbar zugelegt. Die Konsumenten sind zuversichtlicher geworden, Industrie, Bau und Dienstleistungssektor spüren mehr Rückenwind. Wir erwarten daher für das Schlussquartal 2016 eine Fortsetzung der Erholung. Der Rückhalt für das solide Wachstumstempo der heimischen Konjunktur kommt dabei von der Inlandsnachfrage, der Außenhandel trägt nicht zum Wachstum bei. Dennoch könnte die österreichische Konjunktur im 4. Quartal mit einem Zuwachs von 1,7% das stärkste Quartal des ­laufenden Jahres verbuchen. Für das Gesamtjahr 2016 gehen wir weiter­hin von einer Wachstumsrate von 1,5% aus, womit die Dynamik des ­Vorjahres (1%) klar übertroffen wäre. Für das Jahr 2017 tauchen am Horizont allerdings einige Wolken auf: Der Rückenwind durch niedrige Rohstoffpreise, die Euro-Abwertung und eine sehr entgegenkommende Geldpolitik verliert im kommenden Jahr an Kraft. Die Verunsicherung durch die Brexit-Entscheidung der Briten, den Präsidentenwechsel in den USA und auch die Bundestagswahlen in Deutschland könnten sich dämpfend niederschlagen. In Summe erwarten wir für nächstes Jahr ein schwächeres Wachstum als für 2016, die Marke von 1% sollte aber zu überschreiten sein.


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INDUSTRIAL TECHNOLOGY  77

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Linz trifft Beckum Keba und Blumenbecker besiegeln partnerschaftliche Zusammenarbeit bei Automatisierungslösungen.

LINZ. Auf der SPS/IPC/Drives 2016 haben es Keba und Blumenbecker offiziell gemacht – ab sofort wird bei Automatisierungsthemen intensiv zusammengearbeitet. Dazu unterzeichneten BlumenbeckerGeschäftsführer Harald Golombek und Keba Industrieautomation-Geschäftsbereichsleiter Thomas Linde eine gemeinsame Partnerschaftsvereinbarung. Ziel dieser Vereinbarung ist es, die Innovationen und das Know-how beider Unternehmen zum Vorteil der Kunden zu bündeln und die Qualität der zu projektierenden Automatisie-

rungslösungen noch weiter zu verbessern. Optimale Branchenlösungen „Unsere Kunden profitieren dabei von der Konzentration der langjährigen und weitreichenden Markterfahrungen beider Unternehmen“, erklärt Linde. Die Linzer konzentrieren sich auf die intelligente Steuerung von Robotern, Kunststoff-Spritzgießmaschinen und Prozessabläufen sowie auf Automationslösungen für den allgemeinen Maschinenbau und sind Marktführer für mobile Bedienterminals in Industrieanwendungen. Der Systemintegrationsprofi Blumenbecker mit Zentrale im

Kooperation Keba Industrie­ automationGeschäfts­ bereichs­leiter Thomas Linde (l.) und Blumen­beckerGeschäftsführer Harald ­Golombek.

© Keba

••• Von Paul Christian Jezek

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78  industrial technology

Freitag, 2. Dezember 2016

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© Austrian Standards/J. Stern

Expertenrunde (v.l.) Franz Fischler, Peter Skalicky, Walter Barfuß, Elisabeth Stampfl-Blaha, Manfred Matzka und Claus Raidl bei der Debatte im Austrian Standards Institute in Wien.

TTIP, Trump und die Standards Austrian Standards Institute: Diskussionsrunde zur Normung im Umfeld eines neuen Protektionismus. WIEN. „Der Weg in die Zukunft führt über den Binnenmarkt, das war lange Zeit unumstritten“, leitete Elisabeth Stampfl-Blaha, Direktorin des Austrian Standards Institute, kürzlich eine Diskussionsrunde zum Spannungsfeld zwischen Internationalisierung und neuem Protektionismus à la Donald Trump ein. „Heute ist die gesamte europäische Idee in einer Vertrauenskrise – und diese Vertrauenskrise könnte auch die internationale Normung erfassen.“ Das Austrian Standards Institute wolle sich rechtzeitig mit dieser Sachlagen auseinandersetzen, so Stampfl-Blaha. Präsident Walter Barfuß betonte die Bedeutung von Standardisierungen für Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Um, wie er sagte, „über den heimischen und europäischen Tellerrand hinauszublicken“, berät sich die Spitze von Austrian Standards mit Mitgliedern seines prominent besetzten Hono-

rary Boards (Ehrenrats), dessen Mitglieder beim Pressegespräch auch anwesend waren. „Wissenschaftliche Basis“ Ehrenratsmitglied Peter Skalicky ergänzte Barfuß‘ Ausführungen: „Diese Standardisierungen und Normen müssen eine ordentliche wissenschaftliche Basis haben, sie müssen widerspruchs- und einwandfrei sein.“ „Vergeude keine Energie, verwerte sie“, zitierte Skalicky, ehemaliger Rektor der TU Wien und Vorsitzender der Rektorenkonferenz, den Ostwaldschen energetischen Imperativ. Wilhelm Ostwald, Chemiker und Philosoph, war davon überzeugt, dass ausnahmslos jede Tätigkeit, auch Kultur, Wissenschaft und Politik, dem energetischen Imperativ genügen müsste, denn nur mit ihm ließen sich „die Richtlinien alles sachgemäßen oder vernünftigen Tuns, vom Nadeleinfädeln bis zur Regierung eines Staats“, bestimmen.

Was aber, wenn – Stichwort CETA und TTIP – nicht mehr die Vernunft regiert, sondern die populistische Simplifizierung? „Im Mittelpunkt dieser Diskussionen pro und contra Freihandelsabkommen stand die Frage, ob amerikanische Standards die europäischen unterlaufen“, so Manfred Matzka, Vizepräsident von Austrian Standards. „Übersehen wurde dabei aber, dass es ja auch die Möglichkeit gäbe, unsere Standards einzubringen.“ Und diese Debatte sollte, so Matzka, nicht abstrakt, sondern ganz konkret geführt werden – „und wer sollte diese Debatte führen, wenn nicht das Austrian Standards Institute?“ „So lange nichts passiert …“ Der Vorsitzende des Beirats, der frühere ÖVP-Politiker und EU-Kommissar Franz Fischler, warnte prinzipiell vor einer protektionistischen Wirtschaftsweise, die gerade für Export­

nationen wie Österreich fatal wäre. Er wies aber auch darauf hin, dass Normung speziell bei Lebensmitteln in einer Vereinbarung mit den USA nur schwer handhabbar sei. Die Positionen seien diametral: Stehe in Europa der Konsument und dessen Schutz im Mittelpunkt staatlicher Regeln und Vorschriften („Vorbeugeprinzip“), so sei es in den USA der Hersteller, der diese Aufgabe übernehmen müsse: „Und so lange nichts passiert, passt alles.“ Dies ergebe ein vollkommen anderes Haftungsrecht. Bezogen auf die EU-Handelsabkommen, müsse die Union künftig jedenfalls offener kommunizieren. Normen vergrößern Märkte Claus Raidl, ebenfalls Mitglied des Honorary Board, betonte den wirtschaftlichen Nutzen, den Normung bringen könnte. Als Beispiel zog er die Traktorsitznormung heran, die von der EU eingeführt wurde. Das sei zwar belächelt worden, schlussendlich sei aber erst dadurch ein europaweiter Markt für alle Firmen der Branche hergestellt worden. „Normen vergrößern den Markt“, so Raidl. Sie seien „ein Wachstumsmotor – und gerade für ein kleines Land wie Österreich eine große Chance“, hob der Notenbank-Präsident hervor. Dies gelte natürlich und insbesondere für Handelsabkommen wie CETA. (red)


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© Industrie Informatik (2)

Evolutionspfad Bernhard Falkner, GF Industrie Informatik: „Industrie 4.0 sollte man als gemeinsamen Ideentreiber sehen, der auf Basis der heutigen technologischen Standards neue Möglichkeiten eröffnet.“

Weg vom Produkt, hin zum Service Wichtige gemeinsame Grundlage von Industrie 4.0 ist die intensive Vernetzung verschiedenster Komponenten. ••• Von Paul Christian Jezek LINZ. Das erste wichtige Handlungsfeld für Industrie 4.0 ist die Integration sowohl entlang der Wertschöpfungskette wie auch innerhalb des Unternehmens über Soft- und HardwareHierarchien hinweg. „In unserem speziellen Fall als MES-Anbieter bedeutet das, dass wir für eine optimale Performance auf die Grobplanungsdaten eines übergeordneten ERP aufbauen“, erklärt Bernhard Falkner, Geschäftsführer von Industrie Informatik. „Die von uns generierten Informationen müssen lückenlos und bedarfsgerecht retourniert werden, um echten Mehrwert zu schaffen.“ Im Idealfall erfolgt die Kommunikation unterstützt durch Standards wie OPC-UA. Handlungsfeld „Daten“ Ein breites Spektrum von Produktions- über Maschinen-,

Personen- und Prozess- bis hin zu Produktdaten hat verschiedenste Ursprünge und Einsatzgebiete. Die daraus resultierenden Möglichkeiten im Industrie 4.0-Umfeld lassen sich anhand eines voll automatisierten Produktionsprozesses am Beispiel einer Radfelge schön veranschaulichen: Den Beginn macht ein Fertigungsauftrag inklusive Vorgabewerte aus dem ERP, der an das MES übergeben wird. Der im ersten Arbeitsgang entstandene Rohling wird nach einem Check mittels Röntgengerät in Form und Größe erkannt, einem bestimmten Felgentyp zugeordnet und mit einer eindeutigen Seriennummer versehen. Die Felge wird anschließend – erneut automatisch – einem Produktionsauftrag zugeordnet, und die Einstelldaten an den Arbeitsplatz übergeben. In der Folge werden, bezogen auf die Seriennummer der Felge, Ist-

Prozessdaten zu jedem Arbeitsplatz gespeichert und an die Folge-Arbeitsplätze weitergegeben, wo sie sich auch auf die Einstelldaten der Maschinen auswirken können. Das alles erfolgt in einem voll automatisierten Ablauf, in dem Daten einerseits als Basis für weitere Arbeitsschritte dienen und andererseits aus diesen Bearbeitungsprozessen generiert werden. Benutzer-Interaktion Voll automatisierte Abläufe wie das Felgenbeispiel haben zur Folge, dass sich der Produktionsmitarbeiter nicht mehr um manuelle Standardabläufe wie Rüstvorgänge und Einstellwerte kümmern muss. Das heißt auch, dass manuell ausgelöste Rückmeldungen nicht notwendig sind und daher auch nicht gemacht werden; dementsprechend wichtig ist es also, Ergebnisse und Kennzahlen aus diesen Prozessen kon-

textorientiert und übersichtlich darzustellen und für weitere Benutzerinteraktionen aufzubereiten. Falkner: „Wearables wie die oft genannten Datenbrillen werden hier in Zukunft noch viele weitere Möglichkeiten und Anwendungsfelder eröffnen.“ Ein Feinplanungstool muss Daten in Echtzeit liefern und berücksichtigen, um die nötige Flexibilität zu gewährleisten. Als Ergebnis entstehen optimierte Rüstzeiten, verringerte Durchlaufzeiten, etc. Falkner: „Der Mensch als Planer und schlussendlich als letzte Instanz im Planungsprozess ist und bleibt dabei der zentrale Dreh- und ­Angelpunkt in der Fertigung!“ Unverzichtbare Grundlage auf dem Weg zu Industrie 4.0 ist eine klare, ausdefinierte digitale Strategie. Dabei bauen Umsetzungen häufig auf folgendes Schema auf: Man verkauft dem Kunden nicht mehr länger ein Produkt, man bietet ihm vielmehr den Service und den ­Nutzen, der damit verbunden ist. Man entbindet den Kunden von den Sorgen, die er hinsichtlich Wartung, Service, Betriebsmitteln, also dem gesamten Umfeld um das Produkt, hat und ermöglicht ihm die Freilegung neuer Ressourcen – vereinfacht gesagt, man bietet einen wahren Mehrwert. Aus dieser Philosophie heraus entwickeln sich ungeahnte Potenziale in Form neuer Prozesse und Geschäftsmodelle.


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Spezialgase mit noch mehr Speed

Marktchancen Gerald Wagner sieht durch die drastische Verkürzung der Lieferzeiten ein enorm großes Potenzial, zusätzliche Neukunden für Spezialgase zu gewinnen.

••• Von Paul Christian Jezek GUMPOLDSKIRCHEN. Das Traditionsunternehmen Messer Austria hat die Optimierung sämtlicher relevanter Produktionsprozesse abgeschlossen. Im Rahmen der Umstrukturierung wurden u.a. die Lieferzeiten in folgende drei Kategorien unterteilt: „2 Wochen“, „4 Wochen“ und „8 Wochen“. „Innerhalb von nur zwei Wochen nach Auftragsklarheit liefern wir jetzt Zweikomponentengemische im >1%-Bereich“, geht Gerald Wagner, Leiter Pro-

duktion Analytik Spezialgase, ins ­Detail. „Nach vier Wochen können Mehrkomponentengemische im Prozent- und ppmBereich sowie Edelgasgemische und Xenon-Flaschenfüllungen ausgeliefert werden. Im ppbBereich bietet Messer Austria nun eine achtwöchige Lieferzeit für alle Spezialgasgemische an.“ Das bisherige Modell mit nur einer Kategorie und schwankender Lieferperformance gehört somit der Vergangenheit an. Wagner: „Wir sind überzeugt, dass wir so unsere schon gute Marktposition in Österreich

© Messer Austria

Messer Austria bietet sein Portfolio ab ­sofort mit deutlich verkürzten Lieferzeiten an.

weiter verbessern und für die Kunden im Spezialgase-Bereich Ansprechpartner Nr. 1 werden.“ Express-Produktion möglich Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit einer ExpressProduktion; dabei wird nach vorheriger Rücksprache mit dem Labor eine Lieferzeit von nur wenigen Werktagen auf die in Gumpoldskirchen hergestellten Gasgemische angeboten. Um

diese herausragend kurzen Lieferzeiten zu ermöglichen, wurde das Produktionsteam rund um Gerald Wagner, das seit Jahresbeginn an der Umsetzung der Umstrukturierung gearbeitet hatte, personell aufgestockt. Dadurch kann Messer Austria bereits seit dem 3. Quartal 2016 die in Gumpoldskirchen gefertigten Prüfgase mit einer Lieferzeit von durchschnittlich zweieinhalb Wochen zu den Kunden bringen.


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destination Pannonisch BurgenlandTourismuschef Mario Baier im Gespräch 84

Unglaublich Oberösterreich schneidert sich einen neuen Kommunikationsauftritt 88

Gführig Ski Guide Austria: Komplettüberblick über Österreichs Wintersport 92

© Wels Marketing und Touristik/Rene Hauser

© Corps Touristique Austria

© Panthermedia.net/dell640

Josef Peterleithner Corps Touristique Im Rahmen des Galaabends des Corps Touristique am 21. November im Palais Ferstel in Wien wurde Josef P ­ eterleithner als Präsident des Öster­ reichischen ReiseVerbandes mit dem Ehrenpreis des Corps ­Touristique ausgezeichnet. Hervorgehoben wurden Peter­ leithners Verdienste um den ÖRV und die Tourismuswirtschaft und auch seine jahrzehntelange Tätig­ keit im TUI-Konzern. (red)

Das Christkind bringt im Tourismus Rekordzahlen News aus einer Branche, die derzeit Österreichs Wirtschaftswachstum antreibt wie keine andere.

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Summertime Die neuesten Statistiken zur Sommersaison 2016 sind da. 94

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Freitag, 2. Dezember 2016

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Vom runden Leder bis zum Urlaub am See Das Burgenland erlebt heuer ein touristisches Rekordjahr. ­Tourismuschef Mario Baier über die strategischen Schwerpunkte.

© Burgenland Tourismus

••• Von Sabine Bretschneider


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Freitag, 2. Dezember 2016 destination 85

D

als Ansprechpartner und können insgesamt, in Kooperation und Marketing, effizienter agieren.

medianet: Burgenland Tourismus war auch heuer wieder sehr aktiv in Sachen Marketing. Würden Sie für uns kurz die Highlights zusammenfassen? Mario Baier: Heuer haben wir erstmals mit Videos und TVSpots um Urlaubsgäste geworben. Die Spots liefen im Umfeld des Wetterberichts auf ORF 1 und 2, auf Servus TV und Schau TV, sind aber auch auf allen unseren digitalen Kanälen und auf Megascreens am Wiener Rathausplatz während der FußballEM geschaltet worden. Im Fokus stand das Thema ‚Sommerurlaub am Neusiedler See‘. Zum Thema ‚Familienurlaub‘ haben wir Kinospots produziert; diese liefen dann in Wien und Niederösterreich im Umfeld von TopKinder-Kinofilmen. medianet: Fußball war heuer ein bestimmendes Thema … Baier: Mit dem Sponsorvertrag mit dem Österreichischen Fußballbund hat das Burgenland 1997 Neuland betreten. Erstmals hat eine Tourismusregion mit dem österreichischen Nationalteam geworben. Ein Highlight war heuer sicher unsere Road­ show durch alle Bundesländer und dem Titel ‚Das 100.000 Euro Supergoal‘. An einer eigens konstruierten Burgenland-Torwand in Einkaufszentren wie etwa im Outlet in Parndorf, aber auch am Wiener Hauptbahnhof, am Flughafen und im Prater konnten Fußball-Fans ihr fußballerisches Können unter Beweis stellen und Preise gewinnen. medianet: Auch Martini war ein großes Thema – Franz Perner, Spartengeschäftsführer für

© Burgenland Tourismus

er Tourismus im Burgenland blickt in den letzten Jahren auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung zurück. medianet führte dazu ein Gespräch mit Mario Baier, ­Geschäftsführer der Burgenland Tourismus GmbH.

Mario Baier „Im Frühjahr 2017 soll die Strategie 2020+ stehen und der Öffentlichkeit präsentiert werden.“

+9,8 Prozent

Rekordjahr Im bisher besten Jahr in der Tou­ris­mus­ geschichte des Burgenlands verzeichnete man von Jän­ ner–September 2016 einen Zuwachs bei den Ankünften von 9,8% und plus 5,9% bei den Über­ nachtungen.

Tourismus in der Wirtschaftskammer, hat kürzlich erklärt, man erlebe derzeit eine ‚Renaissance‘ des Martinifeierns … Baier: Dass Martini für den burgenländischen Tourismus heute so bedeutsam ist, liegt daran, dass die Qualität beim Essen, Schlafen und Trinken in den letzten Jahren sehr gestiegen ist. Es ist eine vielfältige Gastronomieszene entstanden, die dem Gast authentische Kulinarik auf hohem Niveau bietet, und die überwiegende Verwendung regionaler Produkte ist längst eine Selbstverständlichkeit. Weinund Kulinarikreisen boomen – und das Burgenland profitiert da sehr stark davon. medianet: Auch organisatorisch gab es einige Neuerungen … Baier: Ganz wichtig war die operative Finalisierung des neuen burgenländischen Tourismusgesetzes mit der Umwandlung des Burgenland Tourismus in eine GmbH, der Einsetzung eines Beirats und damit einer Bündelung von Kräften und Mitteln. Wir wollten die über 130 Tourismusverbände auf einige wenige größere und schlagkräftige Verbände reduzieren. Das Ergebnis: Ab 1. Jänner 2017 wird es im Burgenland 19 größere Tourismusverbände geben. Wir haben somit kompaktere Strukturen

medianet: Würden Sie für uns eine kurze kaufmännische Zwischenbilanz ziehen? Baier: Wir haben heuer das beste Jahr in der Tourismusgeschichte des Burgenlands. Von Jänner bis September 2016 sprechen wir von einem Zuwachs bei den Ankünften von 9,8 Prozent und plus 5,9 Prozent bei den Übernachtungen. Steigerungen gab es sowohl bei den Gästen aus dem Ausland – mit einem Plus von 4,0 Prozent auf 163.324

Wein- und Kulinarikreisen ­boomen – und das Burgenland profitiert sehr stark davon.

Facts Neue Struktur Burgenland Tourismus ist seit März 2016 eine GmbH und in die Bur­ genländische Landesholding eingegliedert. Damit erhielt Burgenland Tourismus auch erstmals einen Fachbeirat, bestehend aus Hoteliers, Touristikern und Top-Unterneh­ mern des Bur­ genlands, die in strategischen und marketing­ technischen Fragen beraten.

Ankünfte – als auch aus dem Inland mit plus 11,3 Prozent auf 692.790 Ankünfte. Erfreulich sind weiters Zuwächse bei den Übernachtungen aus Ungarn mit plus 5,3 Prozent, aus der Slowakei mit plus 22,8 Prozent und der Tschechischen Republik mit plus 23,6 Prozent. medianet: Abschließend, wie sieht Ihre Zukunftsstrategie für die nächsten Jahre aus? Baier: Seit Anfang September arbeiten wir mit dem Land, den Stakeholdern und den Leitbetrieben an der Tourismusstrategie 2020+. Bis Anfang kommenden Jahres laufen Workshops mit den Anbietern, Unternehmern und Tourismusverbänden – und im Frühjahr 2017 soll die Strategie 2020+ stehen und der Öffentlichkeit präsentiert werden.


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Freitag, 2. Dezember 2016

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© Tagen in Österreich/APA-Fotoservice/Greindl

Gewinner Sandra Paller, Ulrike Retter (Seminar Hotel Biorestaurant Retter), Maria Ammerhauser und Raimund Schörghofer (Hotel Restaurant Ammerhauser), Birgit Astner und Beate Astner-Prem (Hotel/Wirtshaus/Seminar Sattlerwirt, v.l.).

Die beliebtesten Seminarhotels „Tagen in Österreich“ hat auch heuer wieder die „Goldenen Flipcharts“ vergeben. LINZ. Kongresse und Tagungen sind ein zunehmend wichtiges Wirtschaftssegment in Österreich. Eine kürzlich durchgeführte Analyse des „Meeting Industry Report Austria” (mira) ergab, dass die Anzahl an abgehaltenen Kongressen seit 2011 österreichweit um 48% gestiegen ist. Geschäftlich orientierte Veranstaltungen wie Firmentagungen nahmen sogar um 54% zu, Seminare stiegen um 8%. Das Who is Who der österreichischen Seminar- und Tagungsbranche traf sich vergangene Woche in der voestalpine Stahlwelt in Linz. „Tagen in Österreich“ hat auch heuer wieder die beliebtesten Seminarhotels in Österreich mit den sogenannten Goldenen Flipcharts ausgezeichnet. Drei Hotels auf Platz eins Grundlage des Rankings sind die Bewertungen im MICEadvisor (Meeting, Incentives, Conventions, Events), jener Be-

wertungsplattform, in die das Feedback von Trainern und Seminarveranstaltern einfließt. Das Goldene Flipchart gilt als Qualitätsmerkmal und als wichtige Planungshilfe für Auftraggeber. Auf Platz 1 landeten diesmal gleich drei Hotels ex aequo, die alle eine Kundenzufriedenheit von stolzen 99,83% aufweisen:

das Hotel-Restaurant Ammerhauser in Anthering (Salzburg), das Retter Seminar Hotel in Pöllauberg (Steiermark) und das Sattlerwirt Hotel in Ebbs bei Kufstein (Tirol). Bei den beliebtesten Seminarhotels der Bundesländer wurden alle Betriebe mit den MICEadvisor-Urkunden geehrt, die eine Gesamtzufriedenheit

von über 90% erreichen konnten (siehe Infobox). Grundlage für diese Prämierung ist die Zufriedenheitsanalyse von Trainern, Auftraggebern, Organisatoren und Teilnehmern aus über 20.000 ausgewerteten Feedbackbögen. Im Rahmen der Preisverleihung stellte MICEadvisor-Initiator Thomas Wolfsegger auch die druckfrische 27. Ausgabe von „Tagen in Österreich“ – dem Wegweiser durch die österreichische Seminarhotellerie und Kongress-Landschaft – vor. Auf 260 Seiten findet man hier das Angebot von 160 Seminarhotels, Kongresszentren und -Locations übersichtlich zusammengefasst. Das Buch erscheint in einer Auflage von 6.000 Stück und kann gegen eine Schutzgebühr von 7 € auf www.tagen.at bestellt werden. (red)

Ausgezeichnete Betriebe Burgenland 1. Hotel Nationalpark, Illmitz Kärnten 1. Hotel Karnerhof, Egg am Faaker See; 2. Sonnenhotel Hafnersee, Keutschach Niederösterreich 1. Seminar- & Eventhotel Krainerhütte, Baden; 2. Hotel Marienhof, ­Reichenau/Rax; 3. At The Park Hotel, Baden; 4. Hotel-Restaurant Höldrichsmühle, Hinterbrühl; 5. Seminarhotel Schneeberghof, Puchberg am Schneeberg

Oberösterreich 1. Spa Resort Therme Geinberg; 2. Wesenufer Hotel & Seminarkultur, Waldkirchen/Wesen; 3. 1A Landhotel Schicklberg, Kremsmünster Salzburg 1. Hotel-Restaurant Ammerhauser, Anthering; 2. Hotel Königgut, Wals; 3. Hotel Hubertushof, Anif Steiermark 1. Retter Seminar Hotel Biorestaurant, Pöllauberg; 2. Garten-Hotel Ochensberger, St. Ruprecht/Raab; 3. Hotel Schloss Seggau, Leibnitz; 4. MondiHoliday Seeblickhotel Grundlsee;

5. Hotel Liebmann, Laßnitzhöhe; 6. Almwellness Hotel Pierer, Fladnitz; 7. Das Sonnreich Loipersdorf Tirol 1. Sattlerwirt Hotel/Wirtshaus/Seminar, Ebbs bei Kufstein; 2. Ritzlerhof Selfness & Genuss Hotel, Sautens Vorarlberg 1. Hotel Schwärzler, Bregenz Wien 1. Rainers Hotel Vienna; 2. Best ­Western Premier Kaiserhof Wien; 3. Hotel Am Konzerthaus (alle jeweils mit einer Gesamt­ zufriedenheit > 90% bewertet)


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© Oberösterreich Tourismus/Voggeneder

Freitag, 2. Dezember 2016

Alles neu im Land ob der Enns „Unglaublich überraschend, Oberösterreich“ – Oberösterreich Tourismus präsentiert den neuen Kommunikationsauftritt.

N

ach der strategischen Neuausrichtung der touristischen Organisationsstruktur in Oberösterreich wurde jetzt auch der Kommunikationsauftritt einem Relaunch unterzogen. Am Donnerstag vergangener Woche wurden im Linzer Lentos die neuen „Oberösterreich-Momente“ vorgestellt – „individuelle Momentaufnahmen aus den Destinationen, authentische Urlaubserlebnisse und echte Begegnungen“, wie es seitens der Touristik-Manager hieß. Diese „frischen Momente“ sollten jene Fragen beantworten helfen, die in den vergangenen Monaten vielen Menschen ge-

stellt wurden: „Was macht unser Land so besonders? Warum kommen die Gäste zu uns, nach Oberösterreich?“ Der Blick werde jetzt auf das Besondere, das oft noch Unbekannte in den Destinationen gelenkt. Damit vermittle man Nähe und Emotion und wecke gleichzeitig die Neugier. Positionierung geschärft Die Entwicklung des neuen Corporate Designs bezeichnete man als „einen weiteren, wesentlichen Meilenstein für den Oberösterreich Tourismus“. Parallel dazu wurde die touristische Marke im Sinne einer EndorsedBrand-Strategie gemeinsam mit den Markendestinationen

weiterentwickelt und die Positionierung des Landes geschärft. „Ober­österreich ist eine positiv besetzte Marke, die für landschaftliche und kulturelle Vielfalt und Lebensfreude steht“, präzisierte Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat ­Michael Strugl die Zuspitzung. „Diese Vielfalt war zugleich eine große Herausforderung, denn in der Kommunikation macht sie austauschbar. Die Neupositionierung ermöglicht es, Oberösterreich zum Feinkostladen zu entwickeln, in dem wir die besten Seiten des Landes ins Schaufenster stellen und die Strahlkraft der touristischen Marke Österreich bewusst nutzen.“

Präsentation v.l.: Wolfgang Ortner (OrtnerSchinko), Andreas Winkelhofer (Geschäftsführer OÖ Tourismus), Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Michael Strugl, Kira Saskia Schinko (OrtnerSchinko), Robert Seeber, Obmann der Tourismussparte in der Wirtschaftskammer.

Der Oberösterreich-Moment Gäste, so der Tenor der Veranstaltung, würden Authentisches suchen, echte Begegnungen, das Besondere eben. „Auf diese Individualisierung wollen wir in der Kommunikation stärker eingehen“, beschreibt Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer des Oberösterreich Tourismus, die Hintergründe. „Wir setzen auf der emotionalen Ebene an, zeigen Menschen – Gäste und Gastgeber – und deren Erlebnisse als Momentaufnahme. Oberösterreich ist also der besondere Moment, der in jeder Destination steckt und diese stärkt. Mit den ‚Oberösterreich-Momenten‘ wecken wir die Sehnsüchte und


die Neugier der Gäste und inspi­ rieren sie dazu, das Land nach ihren persönlichen Vorlieben zu genießen.“ Auch in der Arbeit mit Fokusgruppen, Gästebefragungen und in vielen Gesprächen sei bestätigt worden, „dass Oberösterreich noch viele unentdeckte Schätze birgt, die die Gäste überaus positiv überraschen“. „Unglaublich überraschend“ nennt sich demzufolge auch die inhaltliche Leitidee, mit der die touristischen Leistungsträger eine Orientierung erhielten, wie sie ihre Angebote als individuelle Urlaubsmomente thematisieren können. Design & Bildsprache Das neue Corporate Design soll eine zeitgemäße Gästeansprache sichtbar machen: Das Oberösterreich-Logo wurde, hieß es bei der Veranstaltung, „evolutionär weiterentwickelt“. Es bekräftige die Stärken des alten Logos und unterstreicht den Markenansatz der Endorsed Brand-Strategie – mit „charakteristischer Typografie und strahlenderer Farbe“ als Ausdruck von „Frische, Fortschritt und neuem Selbstbewusstsein“. Die vereinfachte Optik symbolisiere „Echtheit und Geradlinigkeit“ des Tourismuslandes.

Die Designagentur OrtnerSchinko – A Creative Studio Für die Kreativkonzeption und Gestaltung des neuen Kommunikationsauftritts wurde nach einem mehrstufigen Vergabeverfahren das Linzer Grafikdesign Studio OrtnerSchinko – A Creative Studio beauftragt, wegen deren Spezialisierung auf Branding und Identitäten. Wolfgang Ortner und Kira Saskia Schinko betreuen die visuelle und konzeptionelle Weiterentwicklung des Markenauftritts; gemeinsam mit dem Konzepter und Texter Norbert Tomasi arbeiten sie seit Mitte des Jahres am neuen Corporate Design und dem Rollout. „Der simplifizierte und flexiblere Umgang in der Gestaltung macht Oberösterreich Tourismus als Marke attraktiver, jünger und stärker im Auftritt“, so Ortner. Die Zusammenarbeit wird 2017 gemeinsam fortgeführt. www.ortnerschinko.com

deren Positionierung einmal aktiver, einmal entspannter inszeniert.

Die Kombination aus einem sehr emotionalen Bildkonzept und der neuen grafischen Gestaltung lässt eine besondere (ober)österreichische, touristische Note entstehen. Wolfgang Ortner OrtnerSchinko

Die Bildwelten wiederum spiegeln die Gästeorientierung wider: sie sind momenthaft und erzählen Geschichten. Die Fotografie zeigt neue Perspektiven auf Landschaften und Menschen im Augenblick des Urlaubserlebnisses. Oberösterreichs Destinationen werden dabei je nach

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© Oberösterreich Tourismus/Robert Maybach

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© Oberösterreich Tourismus/David Lugmayr

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Sukzessive Einführung Von der Verwendung des neuen Logos über das Bildkonzept bis zum einheitlichen Webdesign wird der touristische Auftritt Oberösterreichs in den kommenden Monaten sukzessive aufgefrischt werden. Das Design soll als flexibles, modulares System künftig auch von Markendestinationen und weiteren touristischen Partnern angewandt werden. „So stärken wir den gemeinsamen Auftritt und machen Oberösterreich in der Gesamtheit seiner touristischen Destinationen sichtbarer“, ist Winkelhofer überzeugt. Ziel sei es, sich im internationalen Wettbewerb um Aufmerksamkeit klarer von anderen Urlaubsdestinationen abzuheben,

unverwechselbar und insgesamt begehrenswerter zu werden. Damit sollen die Bekanntheit und das touristische Image Ober­ österreichs und seiner Destinationen weiter gesteigert und neue Zielgruppen angesprochen werden. Identitätsstiftend „Die Dynamik, die derzeit im Tourismus spürbar ist, wird jetzt auch visuell umgesetzt“, so Strugl. „Der Tourismus verpasst sich damit ein vielversprechendes neues Bild, das den erfolgreichen Wirtschaftsstandort widerspiegelt und identitätsstiftend für unser Land ist.“

Wir setzen auf der emotionalen Ebene an, zeigen Menschen – Gäste und Gastgeber – und deren Erlebnisse als Momentaufnahme. Andreas Winkelhofer Geschäftsführer OÖ Tourismus

Tourismusentwicklung Oberösterreich Veränderung Veränderung Winter 2015 2016 absolut in Prozent Ankünfte   972.419 1.022.915 +50.496 +5,2 Nächtigungen 2.593.265 2.662.124 +68.859 +2,7 In der Wintersaison 2015/2016 konnten erstmals über 1 Mio. Ankünfte und 2.662.124 Nächtigungen verzeichnet werden; die Aufenthaltsdauer liegt bei 2,6 Nächten (Vorjahr: 2,7). Quelle: Oberösterreich Tourismus

Sichtbar ist dieser neue Auftritt schon jetzt in einer Printund Onlinekampagne. Im Sinne von „digital first“ startete dazu auch die Instagram-Kampagne „#uppermoments“, die Gäste und Gastgeber gleichermaßen einlädt, ihre persönlichen Oberösterreich-Momente zu zeigen. (sb) www.oberoesterreich.at www.oberoesterreich -tourismus.at


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© Entrepreneur des Jahres eV

Freitag, 2. Dezember 2016

v.l.: Judith Rakers (Moderatorin, ARD), Michael Marbler (Regional Lead Partner Südwest, Ernst & Young), Ursula SchelleMüller (CMO, Motel One), Dieter Müller (Gründer/CEO, Motel One), Christine Volkmann, Manfred Wittenstein (Jury).

„Leistbarer Luxus“ Motel One für unternehmerische Leistungen ausgezeichnet: Hotelgruppe ist Entrepreneur of the Year 2016. WIEN/MÜNCHEN. Die auch in Österreich aktive Münchner Budget Design-Hotelgruppe Motel One wurde diese Woche in Deutschland zum Entrepreneur of the Year 2016 gekürt. Die Jury zeichnete Motel One in der Kategorie Dienstleistung/IT „für die erfolgreiche und konsequente Umsetzung der Unternehmensphilosophie „viel Design für wenig Geld“ mit dem Ernst

& Young-Preis aus. Gewertet wurden die Kriterien Wachstum, Zukunfts­potenzial, Innovation, Mitarbeiterführung sowie gesellschaftliche Verantwortung. Expansion geht weiter Das Konzept, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und dabei die richtigen Akzente zu setzen, schaffe „Luxus, der für jeden bezahlbar ist“, so Ursula

Schelle-Müller, CMO der Motel One Group. Mittlerweile verfügt Motel One über 55 Häuser in sieben europäischen Ländern. Für das nächste Jahr sind weitere Hotels, darunter der Markteintritt in Spanien und Frankreich, geplant. Die Budget Design Hotelgruppe ist mit durchschnittlich 76% gut ausgelastet und erreicht jährlich Umsatzsteigerungen –

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im dritten Quartal 2016 war es ein Plus von 14%. In Österreich betreibt Motel One sechs Hotels, vier in Wien (Hauptbahnhof, Prater, Staatsoper und Westbahnhof) und zwei in Salzburg (Salzburg-Süd und SalzburgMirabell). Im April dieses Jahres startete Motel One ein Integrationsprojekt. In vier Häusern in München begannen acht Flüchtlinge ein ausbildungsvorbereitendes Praktikum. (sb)

Facts Die Motel One Group Das 2000 gegründete Unternehmen Motel One mit Sitz in München hat sich mit 55 Hotels und rund 14.600 Zimmern (Stand: drittes Quartal 2016) als Budget Design-Hotelgruppe in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Belgien, Niederlande, Tschechien und der Schweiz positioniert. Das Konzept: „Viel Design für wenig Geld“, d.h. hohe Servicestandards, wertige Materialien und modernes Design an erstklassigen innerstädtischen Standorten. Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 76% hat die Hotelgruppe im 1. Halbjahr 2016 einen Umsatz von 171 Mio. € erwirtschaftet. In Österreich betreibt Motel One im Joint Venture mit der Verkehrsbüro Group aktuell sechs Hotels (4 in Wien, 2 in Salzburg). www.motel-one.com


Foto: © weinfranz.at

Unser

Sonnendeck. So schön ist der Winter in Niederösterreich.

Mehr Informationen zum Winter in Niederösterreich unter:

www.niederoesterreich.at/winter


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Freitag, 2. Dezember 2016

medianet.at

Absolut unverzichtbar Der Ski Guide Austria ist soeben in seiner bereits achten Auflage erschienen und bringt einen Komplettüberblick über Österreichs Wintersport.

© Panthermedia.net/Svariophoto

Weißbuch Auch den österreichischen Skischulen ist ein eigener Teil gewidmet – außerdem gibt’s einen eigenen Teil „Service­ stelle Wintersportwochen”.

Ski Guide Austria 2017 Österreichs einziger Wintersportguide bietet viel Neues für Familien, Fans und Freaks Daten & Fakten Kern des Ski Guide Austria 2017 ist die Darstellung der Wintersportregionen. Diese beschränkt sich nicht nur auf Hard Facts wie Pistenkilometer, Anzahl der Lifte, Wintersportalternativen und die Preise für Liftkarten, sondern geht wesentlich tiefer: Die Pisten wurden von den Autoren auch befahren. Dabei zeichnet den Ski Guide Austria vor allem die große Themenbreite aus: Herausgeber Günter Fritz und Autor Fred Fettner bürgen für fachlichen Background und inhaltliche Seriosität.

sam und großflächig präsentiert. Ebenfalls neu gegenüber dem Vorjahr, werden in der Ausgabe 2017 die Salzburger Skischaukel Großarl-Dorfgastein sowie die oberösterreichischen Skizentren Wurzeralm und Feuerkogel auf jeweils zwei Seiten beschrieben. Denn alljährlich finden die Autoren Günter Fritz und Fred Fettner, selbst begeisterte Skiläufer, bei ihren winterlichen Streifzügen durch die Regionen spannende Neuerungen, die im Ski Guide Austria ihren Niederschlag finden.

••• Von Peter Krist WIEN. Auf mehr als 450 Seiten liefert das einzige „Weißbuch“ für Wintersportler und -urlauber nützliche und wertvolle Beschreibungen von rund 300 Skiorten, wobei die 60 größten inklusive Pistenpanoramen und mit zahlreichen Details jeweils auf zumindest zwei Buchseiten dargestellt sind. Erstmals wird die ab diesen Winter mit Liften verbundene Region von Lech bis St. Anton als Ski Arlberg gemein-

Umfang 452 Seiten Preis 14,90 € ISBN 9-783902-843821 Auflage 25.000 Exemplare www.derskiguide.at Bestellung cms.medianet.at/shop Im Verlag medianet erscheinen unter der Verlagsleitung von Germanos Athanasiadis weiters Conrad Seidls „Bier Guide“, Paul Christian Jezeks „WeltMeister Österreich“, Andrea Knuras und Willy Lehmanns „Genuss Guide“ u.v.m.

© medianet

Buchhandel www.amazon.de

Die „Hall of Fame“ Regelmäßig vergibt der Ski Guide Austria Awards für außergewöhnliche, kreative und innovative Leistungen in der Branche, die auch in einer bereits umfangreichen „Hall of Fame“ im Buch verewigt sind. Die drei Auszeichnungen gingen in diesem Jahr an • Ski Arlberg – für die Umsetzung des seit Langem geplanten Zusammenschlusses von Tiroler und Vorarlberger Seite der „Wiege des Skilaufs“. • Hochalmbahnen und Tourismusverband Rauris – für den Beweis, dass sich das natur-

nahe Auftreten einer Nationalparkgemeinde und Investitionen in den Pistenskilauf vereinbaren lassen. • St. Corona am Wechsel – für die Privatinitiative mit der Familienarena den Skilauf für Kinder und Anfänger nah der Großstadt Wien attraktiv zu halten. Auch für wahre Powder-Fans Dem Trend zum Off-Piste-Erlebnis wird im Guide im nochmals erweiterten Kapitel „Tiefschnee“ Rechnung getragen. Reportagen von der Dachsteinüberquerung bis zum vollständigen SkiRide Vorarlberg werden von mehreren Regionalreportagen ergänzt. Zu finden ist im Guide auch reichliches „Snow-how“, wie überlebenswichtige Tipps zum Verhalten abseits der Piste. Erstmals ist im Ski Guide Austria 2017 auch ein spezieller Freeride-Skitest enthalten. Er ist Teil des World Skitest von Franz Klammer, in dem die Ski-Highlights des Jahres in zahlreichen Kategorien bewertet werden. Der umfangreiche Materialteil bietet erstmalig auch einen Blick hinter die Kulissen einer Ski­manufaktur, wo die Bretteln noch handgefertigt werden.


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Freitag, 2. Dezember 2016 

DESTINATION 93

Angerichtet

Dinkel-Kürbiskern-Lebkuchen Zutaten für 40 Kekse

© Allianz Zukunft Winter

300 g Dinkel-Vollkornmehl 1 TL Natron 250 g brauner Rohrzucker 2 TL Vanillezucker 1 TL Lebkuchengewürz Schale von 1 Zitrone 50 g Walnüsse gerieben 50 g Kürbiskerne gerieben 2 EL Honig, 3 Eier

Zubereitung

Skiindustrie-Sprecher Franz Föttinger, Richie Walter, WKO-Spartenobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher, Ferdinand Eder, Franz Schenner (v.l.).

Winter-Netzwerk

Mehl und Natron vermengen und in eine Schüssel sieben. Nach und nach die restlichen Zutaten untermengen und gut vermischen. Honig und 2 Eier zugeben und mit der Küchenmaschine (Knethaken) oder mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig kneten. In

Die Zusammenarbeit im Skisport wird durch maßgeschneiderte Angebote optimiert. KAPRUN. Die Interessenvertreter und Branchensprecher der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, der Berufsskilehrer, der Ski-, Schuh- und Bindungshersteller sowie der Seilbahnen sind für den Winter 2016/17 bestens gerüstet und gehen gemeinsam mit dem Ski Guide optimistisch „ins Rennen“… Bei der gemeinsamen PK der Allianz Zukunft Winter im Tauern Spa hat WKO-Spartenobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher die Bemühungen um die Gäste von morgen hervorgehoben: „Die Kräfte wurden gebündelt und konkrete Projekte umgesetzt.“ So ist die gemeinsame Wiedereinsteiger-Kampagne mit der Österreich Werbung (ÖW) und den Tourismusorganisationen von Salzburg, Tirol, Kärnten und neuerdings auch Vorarlberg für die Spartenobfrau ein schöner Erfolg, den die Allianz Zukunft Winter verbuchen kann. Für Nocker-Schwarzenbacher gibt es auch ein klares Bekenntnis zum Plan A: „Das Rückgrat des Wintertourismus ist der Skisport! Damit werden in den Alpenregionen mehr als 80% der touristischen Winter-Wertschöpfung erwirtschaftet!“ Die wichtige Rolle der Skischulen als Gästebringer betonte der

Präsident des Berufsski- & Snow­boardlehrerverbands Richie Walter. 600 Skischulen mit rund 16.000 Schneesportlehrern sind Garant für zufriedene Gäste. Die ÖW-Kampagne für Wiedereinsteiger wird von Präsident Walter sehr begrüßt, denn wer sonst, wenn nicht die Skilehrer, sollten dieser Zielgruppe (allein in Deutschland laut Marktforschung 9,3 Mio.) Lust auf „neuen Schwung“ garantieren? Innovationen für Marktanteile Der Sprecher der Österreichischen Skiindustrie Franz Föttinger berichtete über neue Trends am Ski- und Schuhsektor. Um den stabilen Weltmarkt von 3,2 Mio. Paar zu halten bzw. steigern zu können, setzen die Komplettausrüster (Ski, Schuhe und Bindungen) verstärkt auf Innovationen, die bis 1990 aus dem Rennsport und neuerdings aus dem Tourensegment entwickelt werden. „Die Ausrüstung wird leichter und die Schuhe werden bequemer“, so Föttinger. Der Wettbewerb um Marktan­ teile erfordert permanente Über­legungen, was die Kostenstruktur betrifft: Neue Produktsegmente wie „Tour“, „Freeriden“ oder „Women“ kosten Geld für Marketing und Forschung & Entwicklung.

Frischhaltefolie für 24 Std. kühl stellen. Lebkuchen auf bemehlter Arbeitsfläche ca. 5 mm dünn ausrollen und Kekse ausstechen. Mit verquirltem Ei bestreichen und Nüsse, Mandeln, etc. (nach Geschmack) daraufsetzen. Bei 160 Grad 10 min. backen. Auskühlen lassen und genießen. Weitere Adventschmankerl servieren wir im Restaurant Stefanie! www.schick-catering.at

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Freitag, 2. Dezember 2016

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Ein Super-Sommer Von wegen Winterurlaubsziel: Auch der Sommer 2016 brach in der heimischen Urlaubsbranche alle Rekorde. Wirtschaftsfaktor

WIEN. Als Winterdestination hat sich Österreich längst international profiliert. Seit einiger Zeit wird jedoch der Sommer immer wichtiger für die heimischen Touristiker – und für die diesjährige Sommersaison meldet die Statistik Austria überhaupt einen neuen Rekord: Nach den vorläufigen Ergebnissen der Statistiker wurden für die touristische Sommersaison 2016 (Mai bis Oktober) 72,92 Mio. Nächtigungen gemeldet. Das entspricht einer Zunahme von 5,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ist damit das beste Nächtigungsergebnis seit dem Sommer 1993 (73,58 Mio.). Den höchsten jemals erhobenen Wert erreichte übrigens die Sommersaison 1980 mit 78,23 Mio. Nächtigungen. Gleichzeitig wurde mit 22,91 Mio. (+4,8%) ein neuer Höchstwert bei der Zahl der Ankünfte erzielt. Wichtigster Herkunftsmarkt ist Deutschland – mit rund 37% aller Nächtigungen, gefolgt von Gästen aus den Niederlanden (+7,0%), der Schweiz (+3,3%), Belgien (+6,8%), dem Vereinigten Königreich (+1,6%) oder der Tschechischen Republik (+17,8%).

BIP-Prognose/Wifo Der Privatkonsum und insbesondere der Tourismus haben im abgelaufenen 3. Quartal für ein stabiles Wirtschaftswachstum in Österreich gesorgt. Gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr beschleunigte sich der BIP-Anstieg sogar leicht auf 0,4%, wie das Wifo am Dienstag bestätigte. Im Jahresabstand waren es wie im zweiten Quartal um 1,2% mehr, dieser Wert wurde aber um 0,1 Prozentpunkte gesenkt. (APA)

© ÖW/Christian Thiess

••• Von Sabine Bretschneider

„Urlaub in Österreich“ Dieses Bildmotiv ist ein Gewinner­ sujet aus einem Fotowettbewerb von Österreich Werbung und der Bundesinnung der österreichischen Berufs­ fotografen.

Der Oktober 2016 geht als nächtigungsstärkster Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen in die Annalen ein: mit 7,58 Mio. Übernachtungen (+9,9%) und 2,73 Mio. Ankünften (+6,1%). Auch der Übergang passt Etwa ein Drittel der Gesamtübernachtungen entfällt auf qualitativ höherwertige Unterkunftsarten: Bei Hotelbetrieben der 5-/4-Stern-Kategorie stiegen die Gästenächtigungen um 4,3% auf 44,46 Mio., bei 3-Stern-Betrieben um 3,7% auf 25,51 Mio. €. Auch die Wintersaison läuft bereits gut an: „Der Buchungs-

1980 Rekord Den höchsten Wert aller Zeiten gab es in der Sommersaison 1980 (78,2 Mio. Nächtigungen).

Sommersaison Österreich 2016 (Mai–Oktober ) Nächtigungen* Veränderung % Veränderung*

Ankünfte* 698,8

Veränderung % Veränderung*

Burgenland   2.092,0

+5,5   +108,7  

Kärnten   9.222,0

+5,2   +459,2   2.108,7

+4,7  

+94,6

Niederösterreich   4.226,6

+0,9  

+2,0  

+33,5

Oberösterreich  4.694,0

+2,4   +110,5  1.773,3

+3,3   +56,8

Salzburg

+5,7   +194,0

+36,8   1.681,9

+9,1   +58,2

12.570,9

+6,3   +746,7   3.620,1

Steiermark  6.931,0

+6,9   +444,4  2.323,9

+6,8   +147,4

Tirol

+5,6

+5,7   +303,6

20.728,5

+1.105,3   5.640,2

Vorarlberg   3.926,8

+6,4   +237,4   1.192,4

+4,8  

Wien  8.532,3

+3,1   +253,3  3.872,3

+3,0   +113,7

+54,5

Österreich 72.924,1 +5,1 +3.512,8 22.911,6 +4,8 +1.050,7 * Absolutwerte in Tsd. Mit fast 73 Mio. Nächtigungen bestes Sommerergebnis seit 1993, die Ankünfte erreichen mit etwa 23 Mio. neuen Höchstwert. Quelle: Statistik Austria

stand zum jetzigen Zeitpunkt liegt um drei bis vier Prozent über dem Vorjahr“, berichtete die Branchensprecherin in der Wirtschaftskammer, ­Petra Nocker-Schwarzenbacher. Der frühe Wintereinbruch mit Schneefall habe zu der guten Buchungslage beigetragen. In der gesamten heurigen Wintersaison (November bis April) sei bei den Nächtigungen letztlich wahrscheinlich ein Plus von ein bis zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr drin, schätzt die Hotelfachfrau. „Heuer fallen die Feiertage sehr schlecht – Ostern ist sehr spät“, erklärte sie. „Wenn wir die ­ Zahlen des Vorjahrs halten können, sind wir mehr als zufrieden.“ Derzeit liege die Auslastung in den Beherbergungsbetrieben bei 50 bis 60%, es komme dabei aber sehr viel kurzfristig dazu. Erträge hinken hinterher Die Ertragslage der Betriebe sei aber „nach wie vor nicht befriedigend“. Es sei für viele Unternehmen schwer, „hier noch profitabel zu arbeiten, obwohl wir perfekte Nächtigungszahlen haben“, betonte die Branchensprecherin. „Wir sind nicht ­eigenkapitalstark.“


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