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13. JahrganG NO. 1645

donnerstag, 23. mai 2013

TREVISION

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Ressource Fairness in der Kommunikation

„Letztlich hilft die beste Kommunikation nichts, wenn sie durch das Handeln dementiert wird“, meint Soziologe Manfred Prisching  Seite 4

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27.10.2005

12:07 U

© APA/Georg Hochmuth

© Manfred Prisching

www.trevision.at Meinls Heidi Chocolat kauft Niemetz

Der Verkauf des Schwe­denbomben­herstellers ist gestartet: Heidi ­Chocolat wird neuer ­Eigentümer des Tradi­tionsbetriebs  Seite 6

Managergehälter Erst die „Abzocker-Initiative“, nun die „1:12-Regel“: Kontroversen um angemessene Löhne

Arme Manager: Folgen der „Affäre Daniel V.“

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© DocLX/Holding Marketagent.com

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© EPA

Marketagent.com präsentiert „Eyes on Europe“, die Trendstudie zur Stimmungslage in Europa. Ergebnis: Mit dem Privatleben sind die Österreicher am zufriedensten in ganz Europa. Jeder vierte rechnet mit einer Gehaltserhöhung, beim Zukunftsoptimismus sind wir auf Platz 3. Exorbitant ist der Vertrauensverlust gegenüber der Gemeinschaftswährung: Nur noch jeder Dritte steht hinter dem Euro. (Bild: Marketagent. com-Chef Thomas Schwabl)

© APA/Helmut Fohringer

Meinungsmache Die Schweizer wollen per Volksabstimmung Manager­gehälter deckeln. Einer der Auslöser für diverse „Abzocker-Initiativen“ war eine ­geplante Millionenzahlung an Ex-Novartis-Präsident Daniel Vasella – für ein Konkurrenz­ verbot. Was die Eidgenossen aufregt, wird jetzt europaweit zum Thema.  Seite 2 Rudolf Fischer (Bild), der wegen Untreue angeklagte Ex-Telekom-Vorstand, und ein ehemaliger Prokurist haben sich am Mittwoch zu Beginn des Prozes­ ses im Wiener Straflandesge­ richt teilschuldig bekannt. Fischers Anwalt betonte, der da­ malige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider habe seinen Mandanten ersucht, Rumpold Aufträge zu geben. (APA)

Spielerschutz mit Elektronik-Mentor

© Österreichische Lotterien/Peter Svec

medianet erscheint jetzt vier Mal/Woche. Printausgabe: Dienstag und Freitag; Mittwoch und ­Donnerstag erhalten Sie zusätzlich unsere neue Digitalausgabe.

win2day Elektronisches Spielerschutzinstrument „Mentor“

win2day-Vorstand Friedrich Stickler (re.) mit Spielsuchtforscher Mark Griffiths.

Wien. Der Online-Glücksspielanbieter „win2day“ setzt neuerdings auf ein „intelligentes“ elektronisches Spielerschutz-Instrument: Die von Lotterien und Casinos Austria gemeinsam betriebene OnlineSpieleplattform will mit „Mentor“ den Usern ermöglichen, ihr Spielverhalten online im Auge zu behalten. Mentor stellt in Grafiken das Spielverhalten übersichtlich dar, ermittelt Trends und stellt dem User personalisiertes Feedback zur Verfügung. Entwickelt wurde „Mentor“ gemeinsam mit Mark Griffiths, Direktor des International Gaming Research Units, sowie der Firma „neccton“.  (red)


c ov e r / p r i m e n e w s

2 – medianet

short

© Public Interest Lobbying Consult

Deloitte Österreich ist „Tax Firm of the Year“

Donnerstag, 23. Mai 2013

Managergehälter Die Schweiz prescht mit strikten Gehaltsregelungen für Manager vor; nächste Initiative: „1:12“

Brabeck: „Das wäre der Anfang vom Ende“

WdF-Chef Karl Javurek: „Solche vom Ausland hereinschwappenden Diskussionen sind Gift.“ chischen Durchschnittsgehalts verdienten im Vorjahr die 78 Vorstände der im Leitindex ATX gelisteten Unternehmen, rechnete kürzlich die AK für die Managergehälter in den börsennotierten Unternehmen vor. „Schärfere Regelungen insbesondere bei den Top-Gagen in börsennotierten Unternehmen“ forderte dementsprechend AK-Präsident Rudolf Kaske.

sabine bretschneider

Wien. Im Rahmen der „ITR European Tax Awards Gala“ am 15. Mai in London wurde Deloitte Österreich zweifach in der Kategorie „Landespreise“ ausgezeichnet und ist damit „Tax Firm of the Year“ sowie „Transfer Pricing Firm of the Year“. International räumte Deloitte 20 Tax Awards ab und erhielt damit mehr Auszeichnungen als jedes andere Unternehmen an diesem Abend. Im Vergleich zu 2012 beanspruchte Deloitte um 25% mehr Awards für sich.

DB Schenker im Einsatz für den Life Ball 2013

Bern/Berlin/Wien. „1:12“ heißt sie, die Regel, die nicht nur die Schweizer Manager in Zukunft das Fürchten lehren wird. Schweizer Top-Manager sollen, so die Idee, künftig höchstens zwölf Mal so viel verdienen dürfen wie die schlechtbezahltesten Firmenangestellten – Praktikanten ausgenommen. Die Konzernbosse im Land der Banken, der Schoki und der Uhrenmanufakturen sind in heller Aufruhr. Ein Blick zurück und eine kurze Chronologie der Schweizer Gehaltsschranken-Debatte: 2009 sprachen sich die Schweizer Jungsozialisten

„Es ist geradezu absurd“

„Das wäre der Anfang vom Ende. Dann müssen wir uns ganz klar die Frage stellen,

© Schenker

ob die Schweiz noch DB Schenker ist zum heuer 6. Mal Logistikpartner des Life Ball.

Standort ist für uns.“

Wien. Der 21. Life Ball findet am 25. Mai am Rathausplatz und im Wiener Rathaus statt. Auch DB Schenker Logistics ist im Einsatz für die Aids-Solidarity-Gala: Für den Event, der im Vorfeld der Life Ball-Eröffnung in der Wiener Hofburg stattfindet, werden zur Gartengestaltung des Schweizerhofs goldene Dekorationswände, Rollrasen, Steine, Palmen sowie ein Musikpavillon angeliefert. Außerdem präsentiert DB Schenker auf dem Rathausplatz wieder den DB Schenker-Security-Container im Design des Life Ball-Style Bible-Sujets „Der Wesir und sein Harem“ und stattet alle Arbeiter auf der Baustelle mit Sicherheitshelmen aus. Ein speziell gebrandeter Life Ball-Sattelzug mit einer Gesamtlänge von fast 14 m tourt ab sofort durch Österreich und steht für Transporte rund um den Life Ball bereit. Begleitet wird er von einem Iveco-Kleintransporter, der ebenso im „1001-Nacht-Design“ gestaltet wurde.

Nestlé-Präsident Peter Brabeck-Letmathe

erratum In der gestrigen Ausgabe von medianet (Nr. 1.644, Mittwoch) berichteten wir über die Leserwahl von A1 (Telekom Austria) zum „Besten Mobilfunknetzbetreiber Österreich“ durch das deutsche Fachmagazin Connect. Connect hatte zur Wahl der „Besten Netze, Dienste und Produkte 2013“ aufgerufen, über 60.000 Teilnehmer hatten abgestimmt. Allerdings löst A1 damit nicht, wie fälschlicherweise berichtet, „3“ Österreich als ConnectTestsieger ab (2011 und 2012), da der „Connect-Netztest“, worauf wir von Hutchison 3G aufmerksam gemacht wurden, eine andere Kategorie ist, „die nichts mit dem Abstimmungsverhalten von Lesern zu tun hat“. Wir bedauern!

© EPA/Olivier Hoslet

weiterhin der richtige

Nein zur Spitzenlohn-Bremse: Nestlé-Chef Brabeck droht mit dem Wegzug von Nestlé.

für ein Volksbegehren zur Begrenzung von „Megagehältern“ aus, das in der Öffentlichkeit zwar wahr-, aber nicht ernst genommen wurde. Zwei Jahre später unterstützten dann weit mehr als die dafür notwendigen 100.000 Eidgenossen die sogenannte Abzocker-Initiative. Sie fordert, dass die Aktionäre von börsennotierten Firmen die Vergütungen für das Top-Management Jahr für Jahr neu genehmigen müssen. Eine Volksabstimmung zum Thema war gesichert.

Und dann kam das „Ja“ … Und dann kam der 3. März 2013, an dem die Schweizer Bürger der „Initiative gegen die Abzockerei“ mit 68% und damit einer deutlichern Mehrheit zustimmten. Spätestens Anfang 2015 sollte die Initiative im Gesetz verankert sein. Daran konnte auch Nestlé-Präsident Peter Brabeck nichts ändern, der mit der Abwanderungsdrohung des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns der Regierung die Rute ins Fenster stellte. „Das wäre der Anfang vom Ende“, sagte er der Schweizer Zeitung Sonntag. Widerstand scheint zwecklos. Denn auch die „1:12-Initiative für ge-

rechte Löhne“, die die Verhältnisregel zwischen höchstem und niedrigstem Gehalt in Unternehmen in der Verfassung verankern will, findet bereits Zuspruch aus breiten Bevölkerungskreisen.

Gehälter. Auch in Frankreich und in Deutschland ist die Diskussion dazu am Laufen: Das Deutsche Bundeskabinett etwa verabschiedete vor zwei Wochen ebenfalls eine Reform des Aktienrechts, die

Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) betont allerdings, dass, bezogen auf alle Unternehmen, das Verhältnis Spitzenmanager zu Arbeitnehmer nur bei knapp 7:1 liege. „Es ist geradezu absurd, diese Diskussion in Österreich zu führen“, kommentierte am Mittwoch Gewista-CEO Karl Javurek in seiner Funktion als Bundesvorsitzender des WdF die Schweizer 1:12-Forderung. Er warnt in einer Aussendung vor dem „Schüren einer Neiddebatte über die Gehälter von Führungskräften“: „In Zeiten, wo um jedes Zehntel Prozent Wirtschaftswachstum und um jeden Arbeitsplatz gekämpft wird, sind solche vom Ausland hereinschwappende Diskussionen Gift.“ Javureks weiter: Für die österreichische Wirtschaft würde das bedeuten, „dass Hunderte Firmenzentralen in das 60 Kilometer von Wien entfernte Bratislava verlegt werden, wo ohnehin bereits jetzt ein Spitzensteuersatz von 25 Prozent statt wie bei uns 50 Prozent eine Verlockung darstellt“. Für die Mitarbeiter derjenigen Firmen, die nicht abwandern, würde sich „gar nichts ändern“: Nicht ausbezahlte

1:12-„Voting“ im November Der Unterschied zum „AbzockerBegehren“: So heiß gegessen wie gekocht wird der Brei hinsichtlich des vorgeschriebenen Aktionärsabnickens von Vorstandsgehältern ja nicht – bei vielen Schweizer Großfirmen entfällt ein hoher Anteil der Aktien auf ausländische Investoren. Und die sind naturgemäß weniger kritisch als die Kleinaktionäre. Heikler wird es da schon, sollte es tatsächlich zur Anwendung der 1:12-Regel kommen: Das durchschnittliche Verhältnis von Höchst- zu Tiefstlohn liegt in der Schweiz derzeit bei 1:56, wobei Unternehmen wie der Basler Pharmakonzern Novartis, so berichtete Die Welt, in der Vergangenheit auf Verhältnisse von 1:720 kamen. Im November ist die Volksabstimmung darüber geplant. Ein weiterer Teilaspekt ist die Beispielwirkung der Ächtung vermeintlich unverschämt hoher

„Die Schweizer Initiative (..) ist wirtschaftspolitischer Selbstmord. Drastischer kann man es nicht mehr ausdrücken.“ WdF-Chef Karl Javurek über die „1:12“-Initiative

Aktionäre börsennotierter Unternehmen künftig über die Vergütungen der Spitzenmanager abstimmen lassen soll – und auch die französische Regierung will die Gehälter von Chefs großer Privatunternehmen begrenzen. Ein entsprechender Gesetzestext werde „vor dem Sommer“ vorgestellt werden. Die regierenden Sozialisten hatten schon im Sommer 2012 per Dekret Obergrenzen in öffentlichen Unternehmen festgelegt.

Politslogan „Gerechtigkeit“ „Gerechtigkeit“ ist das Schlagwort, das die politische Hintergrundmusik zu einigen europäischen Wahlkämpfen liefern wird – auch in Österreich, wo die SPÖ seit den Maiaufmärschen wieder verstärkt die „Gerechtigkeit“ trommelt. Das 49-Fache eines österrei-

© Karl Michalski

Bernhard Gröhs, Deloitte Österreich: „Bleiben trotz aller Stürme auf Kurs.“

Spitzenmanagergehälter erhöhten den Betriebsgewinn; die einfachen Arbeiter und Angestellten bekämen „keinen einzigen Cent mehr“. Die EU-Kommission jedenfalls will noch in diesem Jahr eine Gesetzesinitiative „nach Schweizer Vorbild“ auf den Weg bringen, um Aktionären eine stärkere Mitsprache über die Höhe der Vorstandsbezüge einzuräumen. Und während die Vorbereitungen für die Abstimmung zu „1:12“ laufen, haben die Schweizer Revoluzzer schon das nächste Referendum im Visier – über die Initiative „Mindestlohn 4000“. 22 Franken (18 €) oder bei einem Vollzeitjob pro Monat 4.000 CHF (3.300 €) verlangt die eidgenössische Mindestlohn-Initiative. Entscheiden wird das Volk. Die Zustimmung dazu in den Umfragen beträgt laut Medienberichten 85%.  (APA/sb)


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donnerstag, 23. mai 2013 – 3

Bewegtbild

News on Video initiiert nächsten Lehrgang „Videojournalist“ und feiert zudem fünfjähriges Firmenbestehen 

Seite 4

© Karin Gartner

© Ingo Pertramer

marketing & media Kundengewinn

Wiener PR-Agentur PR&D begrüßt mit Marinomed, Biomay und Aposcience drei Neukunden im Portfolio 

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Die Ressource Fairness in der Kommunikation

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© Panthermedia/Angelika Krikava

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Werbeinvestitionen in Deutschland sind im vergangenen Jahr leicht gesunken. Die Ausgaben für Herstellung und Verbreitung von Werbung gingen 2012 um 0,9% auf 29,7 Mrd. € zurück. Netto nahmen die Werbeträger 18,42 Mrd. € ein. Das waren 3,2 Prozent oder 600 Mio. € weniger als im Vorjahr. Für dieses Jahr erwartet der ZAW eine Steigerung von einem Prozent auf 30,18 Mrd. €.

© APA/Hans Klaus Techt

Verantwortungsvoll „Letztlich hilft die beste Kommunikation nichts, wenn sie durch das Handeln dementiert wird“, meint Soziologe Manfred Prisching im ­Interview mit ­medianet über Fairness und Wahrheit als wichtige Ressourcen für sämtliche Kommunikationsaktivitäten. Seite 4

© Panthermedia/Philippe Ramakers

Am Mittwoch endete die Urabstimmung über den neuen Journalisten-Kollektivvertrag. Das Ergebnis der Online-Abstimmung, zu der alle Mitglieder der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp aufgerufen waren, wird voraussichtlich am Donnerstag kommuniziert. Gewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer hatte bis zuletzt intensiv für ein Ja zum ‚Journalisten-KV Neu‘ geworben.

Personalia I Niki Fellner steigt im oe24-Netzwerk auf

Personalia II Aurelia Vukovich verstärkt den Vertrieb

Niki Fellner agiert künftig als Teil der Geschäftsführung im oe24-Netzwerk.

Wien. Online-Chefredakteur und Herausgeber-Sohn Niki Fellner (28) ist ab sofort Teil der Geschäftsführung des oe24-Netzwerks, wie der Verlag am Dienstag mitteilte. Seit 2010 ist Fellner Chefredakteur des Onlinenetzwerks und seit 2011 zudem Chefredakteur der Tageszeitung Österreich. Als „Head of New Media Development“ hat sich der Verlag den 36-jährigen Florian Liebisch an Bord geholt. Neuzugänge gab es außerdem im Online-Verkaufsteam. In Kürze sollen mehrere neue Online-Projekte lanciert werden, kündigte Fellner in einer Aussendung an.  (APA)

© Wolfgang Kern/Infoscreen

Das Europaparlament hat sich für eine EU-weite Überwachung der Medienfreiheit ausgesprochen. In einem rechtlich nicht bindenden Bericht, den die Abgeordneten in Straßburg am Dienstag mehrheitlich annahmen, wird verlangt, dass die EU-Kommission und die in Wien ansässige EU­Grundrechtsagentur die Einhaltung der Pressefreiheit in den EU-Staaten überwachen und einen jährlichen Bericht vorlegen.  (APA)

© APA/Chris Singer

© Panthermedia

Niki Fellner in der Geschäftsführung Infoscreen baut Sales-Team aus

Aurelia Vukovich soll Bestandskunden beraten, aber auch Neukunden holen.

Wien. City Channel Infoscreen hat seinen Vertrieb mit einer Sales-Expertin verstärkt: Aurelia Vukovich ist seit Kurzem für die Beratung von Bestandskunden in den Branchen Kosmetik, Bürobedarf und Bücher zuständig. Parallel dazu zählt die Akquise von Neukunden zu ihren Kernaufgaben. Vukovich agierte davor unter anderem als Account Managerin bei StepStone Österreich, als Media-Consultant bei Iventa oder als Sales-Managerin des Nachrichtenmagazins profil. Vukovich möchte „mit Pioniergeist und neuen Ideen engagierte Überzeugungsarbeit“ für das Medium Infoscreen leisten.  (red)


Marketing & Medien

4 – medianet

Donnerstag, 23. Mai 2013

Interview Manfred Prisching, Soziologe an der Karl-Franzens-Universität Graz, sprach mit medianet über sein Buch „Fairness als Ressource“

„Es ist eine kluge Entscheidung, sich der Wahrheit zu verpflichten“ Faire Kommunikation klingt in der Theorie oft einfach, in der praktischen Umsetzung zeigen sich jedoch oft ihre Grenzen. samkeit und Dilettantismus. Sie scheitert daran, dass man glaubt, sich aus einer Krise davonstehlen zu können – das Problem einfach „auszusitzen“. Sie scheitert, wenn man die Kommunikationspartner unterschätzt – „die merken es ohnehin nicht“. Scheitern wird man auch auf Dauer, wenn man Beschwerden der Kundschaft nur abwimmelt, statt ernst nimmt. Es gibt ziemlich viele Varianten des kommunikativen Scheiterns ...

medianet: Wie können Unternehmen fairer in der Kommunikation werden? Prisching: Fairness gilt gegenüber den Mitarbeitern, den Kunden, den Zulieferern, den Vertragspartnern und anderen. Dazu gehört der qualitative Aspekt, dass nützliche und sinnvolle Informationen rechtzeitig übermittelt werden, dass die Mitteilungen mit Ernsthaftigkeit vorgetragen werden, dass man das Bemühen spürt, den Kommunikationspartner ernst zu nehmen. Dazu gehört andererseits der quantitative Aspekt, dass die Kommunikation ausreichend sein soll – dass niemand das Gefühl erhält, dass man ihn dumm sterben ließe. Aber letztlich hilft die beste Kommuni-

Der Soziologe Manfred Prisching im Gespräch mit medianet: „Letztlich hilft die beste Kommunikation nichts, wenn sie durch das Handeln dementiert wird.“

kation nichts, wenn sie durch das Handeln dementiert wird. medianet: Ist ein ‚faires, grünes und transparentes‘ Image bei vielen Unternehmen eine reine Marketingstrategie? Prisching: Manchmal ist das der Fall – als Modeerscheinung, als Vorsichtsmaßnahme gegenüber möglichen Skandalen, als Reaktion auf eine gestiegene Sensibilität der Konsumenten. Manchen Unternehmen nimmt man es aber auch ab, dass sie im Rahmen des Möglichen

TV Schwerpunkt Fußball

medianet: Woran scheitert faire Kommunikation oft? Prisching: Faire Kommunikation scheitert oft an Angst und Panik, insbesondere in Krisensituationen; an Überheblichkeit und Zynismus, insbesondere im unechten Gefühl der Sicherheit; an Unaufmerk-

Buchtipp Fairness als Ressource Manche Unternehmen sagen über ihre Produkte nicht die Wahrheit, manche Politiker nehmen den Mund zu voll, zuweilen schummeln auch Gutachter und Wissenschaftler und die Medien übertreiben und verzerren oft. Faire Kommunikation ist nicht selbstverständlich, stellt der Grazer Soziologe und Buchautor Manfred Prisching in „Fairness als Ressource“ fest und geht der Frage nach, was denn eigentlich „fair“ ist und ob man überhaupt ehrlich kommunizieren kann.

medianet: Wichtig aus Unternehmersicht: Was kostet faire Kommunikation und was bringt sie? Prisching: Fairness mag sich nicht in jedem Einzelfall rechnen. Viele

Manfred Prischings Buch „Fairness als Ressource“, erhältlich für 17,90 € (Leykam Buchverlag, ISBN 978-37011-7819-3).

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Bewegtbild News on Video initiiert nächsten Lehrgang und feiert fünfjähriges Bestehen

„Finalaba“ auf Sky und Puls 4

PR&D begrüßt drei Neukunden

Den Fokus auf Videoproduktion Wien. Weit über 100 Unternehmen vertrauten in den letzten fünf Jahren seit Bestehen auf die Dienste des von Andreas Modritsch und Martin Wolfram gegründeten Videospezialisten News on Video. Intention war damals auch, damit eine Ausbildung für Videojournalismus zu schaffen, was mit einem Fachhochschullehrgang in Kooperation mit der Fachhochschule für Journalismus und Medienge-

staltung und dem Wifi Wien auch gelungen ist. So startet im Juli der nächste akademische Lehrgang „Videojournalist“; Initiator und Kursleiter is Martin Wolfram: „Praktisch jedes Produkt am Bewegtbildsektor ist auch mit den Möglichkeiten des Videojournalismus herstellbar. Insbesondere in der aktuellen Berichterstattung ist der Videojournalismus den ‚Old-School‘-Fern-

© Fritz Langmann; Ingo Pertramer

Wien/London. Das Finale der UEFA Champions League am 25. Mai zwischen Borussia Dortmund und Bayern München bedeutet nicht nur für Teams und Fans den Höhepunkt einer Saison, sondern auch für TV-Sender. So berichtet der Pay-TV-Sender Sky bereits ab 12 Uhr Mittags in einer Schwerpunkt-Berichterstattung über Facts und Hintergründe zum Finale. Neben HD bietet Sky die Übertragung in 3D, zudem können optional verschiedene Kameraeinstellungen gewählt werden, ebenso wie ein eigener Highlightchannel schon während des Spiels. Der Sender ist mit 70 Mitarbeitern und neun eigenen Kameras vor Ort. Puls 4 hat zum Höhepunkt der erstmals erworbenen Champions League-Rechte das Finale mit sendereigenem Testimonial David Alaba zum „Finalaba“ ausgerufen: Vier Stunden lang berichtet der österreichische Privatsender mit vier Stargästen aus vier Städten. Der Sender begleitet zudem Spieler wie Fans und bietet mit Reiner Calmund gewichtige Expertise.  (hof)

selbst eine Strategie der Nachhaltigkeit betreiben wollen. Da ist es im Weiteren durchaus legitim, Projekte, die diesem Gedanken Rechnung tragen, auch für die Imagebildung einzusetzen.

medianet: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen und Verbesserungsbedarf in Politik und Journalismus? Prisching: Die Politik ist in einer Mediengesellschaft zwangsläufig Inszenierungskunst, und die Medien sind hierfür die Partnerinstitution. Politik gerät in die Krise, wenn sie, trotz zahlreicher Sprechstunden und Vor-Ort-Besuche, nicht mehr weiß, was in den Köpfen der Menschen vorgeht; wenn sie glaubt, dass Inszenierung nicht nur Plattform des politischen Handelns ist, sondern dass sie sich darin erschöpft. Für die Medien besteht die Herausforderung, die richtige Linie zu finden zwischen serviler Hofberichterstattung und bösartiger Heruntermacherei – eine Balance, die zuweilen auch Sachkompetenz erfordert, nicht nur Tratschwissen. Nähe zur Politik ist für Medienvertreter erforderlich, aber immer auch gefährlich. Doch auch zwischen Redaktionen und MarketingAbteilungen herrscht nicht immer eitel Harmonie, wenn es um große Firmen geht.

Martin Wolfram setzt auf die Kraft des bewegten Bildes – in seinem Unternehmen News on Video und als Kursleiter des akademischen Lehrgangs „Videojournalist“.

sehproduktionsmöglichkeiten eindeutig qualitativ überlegen. Der Lehrgang vermittelt alle Facetten und Techniken im Bereich des Videojournalismus.“

Wien. PR&D PR-Agentur für Innovation, Forschung & Bildung, konnte Marinomed, Biomay und Aposcience als Kunden gewinnen. Marinomed fokussiert dabei auf internationale PR rund um die Entwicklung eines antiviralen Schnupfensprays. Biomay und Aposcience setzen auf PR rund um innovative Allergie-Impfungen bzw. regenerative Medizin.  (red)

Kreative Qualität & Technik Eine Vorreiterrolle will Geschäftsführer Martin Wolfram nicht nur in puncto Ausbildung, sondern mit dem eigenen Unternehmen einnehmen: „Wir entwickeln uns immer stärker in Richtung Premiumproduktion – kreative Qualität zu einem günstigen Preis. Das liegt nicht zuletzt an unseren Mitarbeitern, den Kreativen, die mit viel Gespür und Begeisterung jeden Film zu einem individuellen Topprodukt machen, und den Produktionsleuten, die hervorragend beraten und hochprofessionell abwickeln.“ Maßgeblich sei aber auch das technische Know-how, wie Geschäftsführer Andreas Modritsch ergänzt: „Wir setzen immer die neueste Technik, immer das modernste Equipment ein und sind up to date, was die Entwicklungen am Markt betrifft.“  (red)

© Karin Gartner

medianet: Inwiefern sind Fairness und Ehrlichkeit wichtige Ressourcen in der Kommunikation? Manfred Prisching: Die Spätmoderne ist eine unübersichtliche und komplizierte Gesellschaft, und deshalb ist jeder auf Vertrauen angewiesen. Vertrauen ist aber immer eine riskante Vorleistung, und die Menschen reagieren sensibel darauf, wenn ihr Vertrauen enttäuscht wird. Sie nehmen selbst eine vereinzelte Unehrlichkeit oder Heuchelei als Indiz dafür, dass dem anderen generell nicht zu trauen ist – und wenn es sich um Unternehmen handelt, dann können sie sich im Normalfall Alternativen suchen.

© Manfred Prisching

Graz. Manfred Prisching schreibt in seinem Buch über faire Kommunikation in und von Unternehmen. medianet fragte nach, wo Verbesserungsbedarf herrscht und warum faire Kommunikation noch immer nicht als selbstverständlich gilt.

Wirtschaftsethiker wollen das Prinzip ‚verkaufen‘, dass Ethik und Gewinn in einem harmonischen Verhältnis zueinanderstehen: Win-Win. Das stimmt nicht immer – manchmal muss man Nachteile in Kauf nehmen, wenn man ein anständiger Mensch oder ein anständiges Unternehmen bleiben will. Es gibt jedoch viele gute Gründe, anzunehmen, dass es auf Dauer eine kluge und bestandssichernde Entscheidung ist, sich in behutsamer Weise der Wahrheit zu verpflichten.

© Leykam Verlag

Daniela Prugger

PR&D-Agenturleiter Till C. Jelitto begrüßt drei Neukunden im Portfolio.


retail inside your business. today. 

DONNERStag, 23. MAI 2013 – 5

weniger gewinn

Gewächshaus

Härtere Strafen gibt es künftig bei falscher Lebensmittelkennzeichnung  Seite 6

Marks & Spencer schwächelt ein wenig am Bekleidungssektor  Seite 6

Die neue Amazon-Zentrale nimmt sich Gewächshäuser zum Vorbild  Seite 6

© EPA

neu definiert

© EPA

© APA/G. Hochmuth

medianet

Heidi Chocolat kauft Niemetz

© APA/Georg Hochmuth;APA/Roland Schlager

Ende und ­Neuanfang Der Verkauf des Schwe­ denbomben­herstellers ist gestartet: Heidi ­Chocolat, ein Süß­ warenproduzent der Meinl-Flotte, wird neuer ­Eigentümer des Tradi­ tionsbetriebs.  Seite 6

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r e ta i l & p r o d u c e r s

6 – medianet retail

Schwedenbombe Die unendliche Geschichte rund um Insolvenz und Verkauf ist in die nächste Runde gestartet

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Rettung gelungen: MeinlTochter erwirbt Niemetz

Vogelgrippe in China schädigt Wirtschaft Peking. Die Vogelgrippe in China hat einen immensen wirtschaftlichen Schaden angerichtet. Die Einbußen in der Geflügelbranche beliefen sich auf rund5 Mrd. €, teilte ein hochrangiger Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation mit. Der Vogelgrippe-Erreger H7N9 hat in China 130 Menschen infiziert, davon starben 36. Tausende Vögel, vor allem Hühner und Enten, wurden bereits getötet, um eine Ausweitung der Seuche einzudämmen.

Kolumbianisches Investment scheitert erwartungsgemäß, jetzt erhält Heidi Chocolat den Zuschlag. Chronologie

© EPA

Amazon-Zentrale wird zum Gewächshaus

Wien. Die Wiener Bäckerin Doris Felber lud am Steffl Kirtag gemeinsam mit Marika Lichter und „Licht ins Dunkel“Geschäftsführerin Christine Tschürz-Kny zum Spendensammeln. Mithilfe zahlreicher Stars gingen die Brezeln weg „wie die warmen Semmeln“. Bei viel Backkunst gerieten auch Stars wie Jeanette Biedermann ins Schwärmen und verkauften die genussreiche Ware nicht nur am Stand, sondern waren mit den duftenden Körben gleich rund um den Stephansdom unterwegs.

Wien. „Die Rettung des Wiener Schwedenbombenherstellers Niemetz ist gescheitert“ und „Niemetz wird verkauft“. Das waren gestern noch die letzten Schlagzeilen in einer scheinbar unendlichen Geschichte rund um die traditionsreiche Schwedenbombe, die nach finanziellen Schwierigkeiten einen Kultstatus im Internet erlangte und nicht zur Ruhe kommt. Klar war auch: Der zu Erfüllung des Sanierungsplans erforderliche Betrag von 4,2 Mio. € ist bis zum Ablauf der Frist am Dienstag, 21. Mai

2013, um Mitternacht nicht eingelangt. Damit startete der Verkauf.

Retter: Heidi Chocolat Dann ging alles sehr schnell. Die Heidi Chocolat AG hat heute ein verbindliches Kaufoffert für die Masse der in Insolvenz befindlichen Walter Niemetz Süßwarenfabrik-Fabrikation von Zucker-, Schokolade-, Konditorei- und Dauerbackwaren GmbH & Co KG gelegt und den Zuschlag erhalten. Erwin Vondenhoff, Generaldirektor von

3. August 2012 Es wird bekannt, dass Niemetz seit geraumer Zeit finanzielle Schwierigkeiten hat. Die Firmenleitung versichert, das Unternehmen sei nicht in Gefahr. 5. Dezember 2012 Niemetz verkauft seinen Produktionsstandort am Rennweg in WienLandstraße. Vertraglich wird vereinbart, dass der Süßwarenfabrikant das Gelände noch drei Jahre lang nutzen kann. Das lukrierte Kapital soll die Zukunft der Schwedenbomben sichern, ein Überbrückungskredit wird gewährt. 20. Jänner 2013 Es wird bekannt, dass das Finanzamt wegen Steuerschulden einen Konkursantrag gegen Niemetz gestellt hat. 1. Februar 2013 Niemetz ist insolvent und beantragt ein Sanierungsverfahren. Die Passiva werden mit rund 5 Mio. € beziffert. In der Folge erfährt die Schwedenbombe durch Solidaritätsbekundungen im Internet temporären Kultstatus. Lebensmittelhändler berichten von ausverkauften Regalen. 9. April 2013 Die Gläubiger lehnen die angebotene 20%-Quote ab, sie fordern eine 50%Barquote. Masseverwalter Riel kündigt eine Erhöhung an und betont, dass dafür entweder

die Gesellschafter zusätzliches Geld auftreiben müssen oder alternativ ein Verkauf geprüft werde. 7. Mai 2013 Niemetz erhält eine letzte Galgenfrist. Die Gläubigervertreter fordern nun eine 75%-Barquote, was einer Summe von rund 3,3 Mio. € plus Verfahrenskosten entspricht. 16. Mai 2013 Die Gläubiger sprechen sich für einer Sanierung mit einer Barquote von 95% aus. Als Zahlungsfrist für die mehr als 4,1 Mio. € einigt man sich auf den 21. Mai. Das Geld soll laut Niemetz von einem vorerst nicht näher genannten südamerikanischen Investor – medial wird die BAGRUP Investments Kolumbien SA mit dem Deutschen Peter Barthel als Geschäftsführer kolportiert – kommen. 22. Mai 2013 Die Niemetz-Rettung ist endgültig geplatzt. Die geforderte Summe ist bis 21. Mai, Mitternacht, nicht auf dem Konto des Masseverwalters gelandet. Damit wird das Unternehmen verkauft, wobei zuletzt noch der Tiroler Lebensmittelhändler Interfood und die zum Meinl-Imperium gehörende Heidi Chocolat S.A. mit Sitz in Rumänien im Rennen waren.

Heidi Chocolat, zeigt sich erfreut: „Die Wiener Traditionsprodukte wie die Original Schwedenbombe, Manja und Swedy stellen für Heidi Chocolat eine perfekte Ergänzung ihres Premium Schokoladen-Sortiments dar. Mit dieser Akquisition steigen wir in den österreichischen Markt ein und wollen die Original Schwedenbombe dank unseres Know-hows auch in den Nachbarländern bekannt machen.“ Oberste Zielsetzung von Heidi Chocolat ist der reibungslose und unterbrechungsfreie Fortbetrieb von Niemetz in Wien. „Wir haben es von Anfang an immer ausdrücklich betont: Wir bekennen uns eindeutig zum österreichischen Standort“, so Vondenhoff weiter. Die Führung von Heidi Chocolat

ist bestrebt, mit so vielen Mitarbeitern wie möglich rasch eine Einigung bezüglich deren Verbleib bei Niemetz unter Heidi zu erreichen. Heidi Chocolat plant darüber hinaus eine Reihe von Investitionen. „Wir werden die notwendigen zukunftssichernden Investitionen in den Produktionstandort, in Verkauf, Marketing und in die Organisation tätigen“, so Vondenhoff. „Damit wird die Produktion der Schwedenbomben in Österreich absolut sichergestellt. Weiters planen wir, den Export in die Nachbarländer Österreichs professionell und mit den entsprechenden Konzepten voranzutreiben. Wir sind überzeugt, mit all diesen Schritten einen Fortbestand von Niemetz in Österreich sicherzustellen.“

Gesetzesnovelle Härtere Strafen, verschärftes Strafrecht

Handel international Bekleidungssektor schwächelt

Wien. Die Begutachtung der Novelle des Lebensmittelsicherheitsgesetzes ist gestern, Dienstag, zu Ende gegangen. „Wir werden jetzt die eingegangenen Statements prüfen“, sagte Fabian Fußeis, Sprecher von Gesundheitsminister Alois Stöger. Ein Vorschlag soll nach Plänen des Ressortchefs im Juni im Ministerrat behandelt werden. Mit dem Gesetz soll Konsumententäuschung, wie sie zuletzt mit dem Pferdefleischskandal aufgeflogen ist, drastischer geahndet werden. Die Eckdaten des Entwurfs zur Novelle des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes (LMSVG) hatte Stöger schon im Februar dargelegt. Er sieht eine Erhöhung der Höchststrafen für falsche Kennzeichnung von derzeit maximal 20.000 auf 50.000 € vor, im Wiederholungsfall von 40.000 auf 100.000 €. Bestraft wird überdies, wer vorgeschriebene Untersuchungen für Fleisch umgeht. Koalitionspartner ÖVP hatte bereits bei der Vorstellung der Pläne Zustimmung signalisiert. Zusätzlich verlangte Stöger eine Verschärfung des Strafrechts. Wer Konsumenten hinsichtlich

London. Der britische Einzelhändler Marks & Spencer bekommt die schwindende Kauflaune seiner Modekunden zu spüren. Der Gewinn vor Steuern und Einmalposten im abgelaufenen Geschäftsjahr schrumpfte auf den niedrigsten Wert seit 2009. Insbesondere der Bekleidungssektor – das Aushängeschild von M&S – litt an der schwächelden Nachfrage. Im Geschäftsjahr 2012/13 zum Ende März fiel der Gewinn auf 786,66 Mio. €. Bei der Damenmode hatte M&S in den letzen Jahren immer mehr Marktanteile an Konkurrenten wie Primark oder Debenhams verloren.

Lebensmittelsicherheit neu definiert Marks & Spencer: weniger Gewinn der Zusammensetzung oder anderer wichtiger Eigenschaften eines Lebensmittels vorsätzlich in die Irre führt, soll nunmehr mit einer Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr rechnen müssen. Justizministerin Beatrix Karl (V) stand den Plänen, Konsumententäuschung mit Lebensmitteln als gerichtlichen Tatbestand einzuführen und mit bis zu einem Jahr Gefängnis zu ahnden, bisher allerdings skeptisch gegenüber. (APA)

sich zuversichtlich über den Erfolg der Herbst/Winter-Kollektion, die in der letzten Woche vorgestellt worden war. Das Unternehmen, bei dem im Schnitt 21 Mio. Kunden in der Woche in über 700 Filialen in Großbritannien ein und aus gehen, hatte in den vergangenen drei Jahren in die Renovierung seiner Warenhäuser investiert. Außerdem floss Geld in Logistik, IT und Online-Handel, um sich international besser aufzustellen. (red)

Stärker mit Lebensmitteln

BM Alois Stöger will härtere Strafen bei falscher Kennzeichnung beschließen.

Die Briten machen sich Sorgen über die Situation am Arbeitsmarkt und schrumpfende Einkommen. Zwar stieg der Gesamtjahresumsatz von Marks & Spencer um 1,3 Prozent auf 11,7 Mrd. €, allerdings lag dies vor allem am verkaufsstarken Lebensmittelbereich, der den Gewinnrückgang etwas abfedern konnte. Der Chef des 129 Jahre alten Unternehmens, Marc Bolland, äußerte

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Da geht er um, der duftende Brezelkorb der Bäckerei Felber am Kirtag.

Stein des Anstoßes und langer Diskussionen: die Schwedenbomben aus dem Wiener Traditionsunternehmen Niemetz.

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Felber am Steffl Kirtag für „Licht ins Dunkel“

© APA/Georg Hochmuth

Die neue Zentrale des Onlinehändlers soll grün und kommunikativ sein.

Seattle. US-Onlinehändler Amazon nimmt sich bei der Planung seiner neuen Konzernzentrale in Seattle Gewächshäuser zum Vorbild. Der Internetriese veröffentlichte in dieser Woche Baupläne und Fotos seines neuen Stammsitzes, in dem die Mitarbeiter „in einem natürlicheren, parkähnlichen Umfeld arbeiten und Kontakte knüpfen können“. Der Leitgedanke sei, dass eine Umgebung voller Pflanzen viele Vorzüge habe, „die es in einer typischen Büroumgebung oft nicht gibt“. Amazon überarbeitete demnach seinen ursprünglichen Plan eines sechsstöckigen Gebäudes und will nun eine Reihe von sich überschneidenden Bereichen mit viel Platz für eine breite Auswahl an Pflanzen schaffen. Das Gebäude aus Glas und Metall werde an Gewächshäuser erinnern. In der insgesamt 6.000 m� großen Konzernzentrale mit fünf Etagen soll es dem Vernehmen nach sogar Platz für hohe, alte Bäume geben.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Marks & Spencer ist stark mit Lebensmitteln, etwas schwächer in der Mode.

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