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14. JahrganG

NO. 1771

donnerstag, 6. märz 2014

TREVISION

visual solutions visual solutions

a Trevision Holding Company

ring ring

Zwar verlor das Telefon zuletzt leicht an Bedeutung, liegt aber in der Beliebtheit als Kontaktmedium zu Kunden nach wie vor ganz vorn  Seite 4

© dpa/Oliver Berg

© Panthermedia/W. Pilsak

www.trevision.at böse bazillen

Rewe-Boss Alain Caparros glaubt an die Umwälzungen im Lebensmittelhandel. Denn: Online ist „wie ein Bazillus“ 

Seite 6

Thema Ukraine Russland ist für Österreichs Firmen ein Milliardenmarkt, die Bedeutung der Ukraine ist rückläufig

short

© APA/MMV/ Neumayr

Auf die Sotschi-Euphorie folgt eine „Krim-Krise“

© APA/dpa/Wolfgang Kumm

© EPA/Arthur Shvarts

Kritik Beim WirtschaftsbundAschermittwoch in Neufeld an der Leitha hat Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl in der Causa Hypo Alpe Adria die Finanzmarktaufsicht (FMA) heftig kritisiert. Wenn in einem Betrieb ein Fehler passiere, frage man, was man daraus lernen könne: „Wie können wir verhindern, dass eine Finanzmarktaufsicht sich monatelang mit einem Schuster im Waldviertel (Heini Staudinger, Anm.) beschäftigt?“, meinte der Kammerpräsident – und setzte dann nach: „Wenn sie denselben Einsatz und dieselbe Energie für die Hypo Alpe Adria verwendet hätte, dann wäre diese Dimension nie und nimmer entstanden.“  (APA)

Strategien Strabag rechnet wegen der Krim-Krise mit Problemen bei einem ­Hafenbauprojekt in der Ukraine, die Erste hat sich im Vorjahr zurückgezogen. Auch Bank Austria und RBI wälzen Rückzugspläne. Henkel jedenfalls will nichts von einem Rückzug aus Russland oder der Ukraine wissen.  Seite 2

Dienstleister setzten 2013 mehr um, Händler weniger: Die heimischen Dienstleistungsunternehmen haben 2013 nominell um 1,5% mehr umgesetzt als 2012. Der Handel hingegen verzeichnete nominelle Umsatzeinbußen von 2% und reale von 2,1%, so die Statistik Austria am Mittwoch. Den stärksten Umsatzrückgang gab es mit 4,2% (nominell) bzw. 3,3% (real) im Großhandel. Der Einzelhandel (ohne Kfz) erwirtschaftete nominelle Umsatzzuwächse von 1,4%, real war dies allerdings ein Minus von 0,2%. Das stärkste Umsatzplus wiesen die Bereiche „Beherbergung und Gastronomie“ (3,5%) auf. Der Wirtschaftsbereich „Information und Kommunikation“ wies ein Minus von 0,3% auf.  (APA)

Kukla ist neuer Regional Business Leader Health Care der 3M Alpine-Region.

Wien. Ein Karrieresprung innerhalb des Multi-Technologieunternehmen 3M für Andreas Kukla: Der 43-Jährige war bis dato als Business Development Manager im Food Safety-Bereich erfolgreich tätig und fungiert von nun an als Health Care-Geschäftsführer der 3M Alpine Region (Österreich und Schweiz). Seit 2012 zuletzt als Business Development Manager im Food Safety-Bereich der 3M tätig, löst Andreas Kukla Daniel Schuler in seiner neuen Leadership-Rolle ab, der eine neue Verantwortung im Business Development des 3MKonzerns für West Europa übernimmt.  (red)

„Parkscheine“ für Naturfreaks

© Umweltdachverband Austria

Brehmstraße 10/4. OG, A-1110 Wien

Nationalparks Austria Stipendien: bewerben bis 28. März

Rochade an der 3M Alpine-Spitze

© Yield Public Relations

Neue Adresse der medianet Verlag AG:

3M Andreas Kukla wird Health Care-Chef A/CH

Alle Beiträge der Stipendiatinnen werden anschließend auch veröffentlicht.

Wien. Die Informationsoffensive „Nationalparks Austria Öffentlichkeitsarbeit 2012–2014“ – 2012 von Lebensministerium und Umweltdachverband initiiert – schreibt in Kooperation mit Ja! Natürlich (Rewe) und Almdudler sechs park. schein-Stipendien für angehende Schriftsteller, Journalisten und Fotografen aus. Vergeben werden sie an Bewerber, die sich von der Schönheit der Nationalparks inspirieren lassen. Das Stipendium beinhaltet einen Aufenthalt in einem Nationalpark. Die Stipendiatinnen reichen im Anschluss einen Essay bzw. eine Fotostrecke ein. Infos:  www.nationalparksaustria.at


c ov e r / pr i m e n e w s

2 – medianet

Wirtschaft Österreich ist fünftgrößter Investor; neben Banken sind auch Handels- und Industriefirmen vertreten

short

Ukraine: Österreichs ­Unternehmen warten ab

Weiterer Zuwachs von Teilzeitjobs bei Frauen Wien. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist auf einen starken Anstieg der Teilzeitjobs zurückzuführen, so die jüngsten Daten der Statistik Austria. Es zeigt sich ebenfalls, dass Frauen nach wie vor deutlich weniger als Männer verdienen, und diese Lohnunterschiede vermindern sich nur leicht. Innerhalb der vergangenen zehn Jahren erhöhte sich die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen von 61,2% im Jahr 2002 auf 67,3 im Jahr 2012.  (APA)

Durchhalteparole von Henkel-Chef Rorsted: „Leben in volatiler Welt, daran müssen wir uns gewöhnen.“

© Infineon Austria/Johannes Puch

Sabine Herlitschka (Bild) löst Ende März Monika Kircher als CEO ab.

Villach/Wien. Infineon Austria AG hat im Wirtschaftsjahr 2012/13 einen Jahresüberschuss von 74,6 Mio. € bei einem Umsatz von 1,108 Mrd. € erwirtschaftet. In der Vorperiode waren die Zahlen etwas besser: Der Umsatz lag bei 1,134 Mrd. €, der Überschuss bei 85,9 Mio. €. Das Unternehmen hat den Jahresabschluss zum 30. September 2013 am Mittwoch im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht.

Strabag: „Ausfälle“ Wie gestern, Mittwoch, bekannt wurde, arbeitet der Föderationsrat Russland bereits an einem Gesetzesentwurf, der eine Konfiszierung von Eigentum, Aktiva und Konten europäischer und amerikanischer Unternehmen, darunter auch privater, im Falle von Sanktionen gegen Russland vorsieht, schrieb die Nachrichtenagentur RIA Novosti. Der österreichische Baukonzern Strabag jedenfalls rechnet wegen der Krim-Krise bereits mit Schwierigkeiten bei einem Hafenbauprojekt in der Ukraine. Das Unternehmen habe Ende 2012 einen 140 Mio. € schweren Auftrag zur Erweiterung eines Hafens in der Nähe von Odessa erhalten. Die Hälfte des Auftrags sei bereits ausgeführt und bezahlt, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Für den Rest des Projekts rechnet StrabagChef Thomas Birtel mit Ausfällen. „Wir vermuten, dass unser Auftraggeber in Zahlungsschwierigkeiten kommen wird aufgrund der allgemeinen Lage und dann werden wir sehen, ob wir die Arbeiten nur einfrieren oder uns von dem Projekt ganz zurückziehen müssen“, sagte er in der „ZiB1“ am Dienstag. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und der Ukraine sind stagnierend bis rückläufig. Im vergangenen Jahr sind die österreichischen Investitionen von 2,47 auf 2,37 Mrd. € zurückgegangen, beruft sich die Wirtschaftskammer in ihrem Länderreport auf Zahlen des ukrainischen Statistikamts UkrStat.

Bitkom: kräftiges Wachstum bei Big Data Berlin. Das Geschäft mit der Analyse großer Datenmengen (Big Data) legt laut Branchenverband Bitkom in Deutschland heuer um 59% auf 6,1 Mrd. € kräftig zu. Bis 2016 werde noch einmal eine Verdoppelung der Umsätze auf 13,6 Mrd. € erwartet, teilte der Verband am Mittwoch mit. Big Data wird in der kommenden Woche auch ein Schwerpunktthema der ­CeBit in Hannover sein.  (APA)

© Österreich Werbung/Harald Paulenz

Österreich auf der ITB als „Treffpunkt Europas“

© Strabag/vyhnalek.com

Wien. So schnell kanns gehen: Eben noch erfreute uns der Besuch des blendend gelaunten Wladimir Putin im Österreich-Haus in Sotschi, da ist die eitel Wonne schon wieder verflogen. Der Besuch von Österreichs Sportminister bei den Paralympics, die am Freitag starten, ist abgesagt; der Bundeskanzler hatte es schon im Vorfeld nicht auf seinen Terminplan gesetzt. Eine „hervorragende Bilanz“ hatte die heimische Wirtschaft nach den 22. Olympischen Winterspielen gezogen – das österreichische Auftragsvolumen in Sotschi betrug immerhin 1,3 Mrd. € –, insofern sollte man dem Gott des Handels dankbar sein, dass die Krim-Krise erst nach Ende der Spiele eskaliert ist. Das nächste Großereignis steht mit der FIFA-Fußball-WM 2018 in Russland vor der Tür.

Infineon Austria mit 75 Mio. Jahresüberschuss

Bei einem 140 Mio. Euro schweren ukrainischen Hafenbauprojekt rechnet Strabag-Chef Thomas Birtel mit zumindest zeitweiligen Ausfällen. „Wir werden sehen, ob wir die ­Arbeiten nur einfrieren oder uns von dem Projekt ganz zurückziehen müssen.“

2011 lagen sie wie 2012 bei umgerechnet 2,47 Mrd. €. Laut dem Wirtschaftsdelegierten in Kiew, Hermann Ortner, gab es 2013 null Investitionen aus Österreich. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) kommt allerdings auf gänzlich andere Zahlen und weist für 2012 österreichische Direktinvestitionen in der Ukraine von 1,7 Mrd. € aus, nach 1,5 Mrd. € im Jahr 2011. Daten für 2013 liegen noch nicht vor.

Banken: Rückzugspläne Probleme vor allem beim Zoll und in der Verwaltung machen den Firmen zu schaffen. Die Erste Bank hat sich im Vorjahr bereits aus dem Krisenland zurückgezogen. Auch Bank Austria und Raiffeisen Bank International (RBI) wälzen schon länger Rückzugspläne, die aber aufgrund der momentanen Situation auf Eis liegen. Die ukrainische Wirtschaft ist nach den Wachstumsjahren 2010 und 2011 schon im Jahr 2012 kräftig eingebrochen: 2012 wuchs sie nur noch um 0,2%. 2013 dürfte die Wirtschaft sogar um ein Prozent geschrumpft sein. Vor allem industrielle Produktion, Bauwirtschaft und der Transportsektor waren von erheblichen Einbußen betroffen.

© EPA/Frederico Gambarini

J. Schenner, WKO, P. Stolba, ÖW, BM R. Mitterlehner, LH W. Haslauer.

Berlin. Auf der 48. ITB Berlin präsentieren noch bis 9. März 2014 insgesamt 73 Tourismuspartner „Urlaub in Österreich“ am Gemeinschaftsstand der Österreich Werbung (ÖW) in Halle 17. Im Zentrum des Stands findet sich das Kunstelement „(In)Sight“, eine interaktive Installation der Ars Electronica. Der ITB-Auftritt folgt dem aktuellen ÖW-Themenschwerpunkt „Österreich. Treffpunkt Europas“, der den Fokus auf Österreich als völkerverbindendes kulturelles Zentrum Europas richtet.  (red)

Donnerstag, 6. März 2014

Der deutsche Konsumgüterkonzern Henkel hält nichts von Rückzug: „Man kann nicht sagen, ich gehe weg, weil es dort unruhig ist (…)“, betonte Henkel-Chef Rorsted.

Einbußen gab es auch bei den Exporten. Die geringe Nachfrage sowie schwierige Preissituation sorgten im Vorjahr für einen Rückgang der ukrainischen Exporte von 68,8 auf 63,9 Mrd. USD (46,41 Mrd. €). Die Warenlieferungen nach Österreich brachen von Jänner bis November 2013 von 737 auf 614 Mio. € ein. Die Ukraine exportiert vor allem Erze und Schlacken, wichtigster Handelspartner ist Russland. Umgekehrt sind die österreichischen Ausfuhren in die Ukraine von Jänner bis November 2013 um 2,5% auf 628 Mio. € gestiegen. Österreich lieferte vor allem pharmazeutische Erzeugnisse, elektrische Maschinen, Saatgut sowie Eisen und Stahl. Österreich ist der fünftgrößte Investor im Land. Neben Banken sind auch Handels- und Industriefirmen vertreten. Der Handelskonzern Rewe etwa ist mit 32 Billa-Filialen im Land. Die Raiffeisen-Tochter Aval kommt auf 800 Filialen und 13.000 Mitarbeiter, die Bank-Austria-Tochter Ukrsotsbank hat 380 Filialen. Aus dem Versicherungsbereich sind Uniqa, VIG und Grazer Wechselseitige in der Ukraine aktiv.

Henkel: kein Rückzug Zu den größten österreichischen Unternehmen in der Ukraine zählt der Linzer Stahlkonzern voestalpine. Auch der Zucker-, Stärke-und Fruchtkonzern Agrana und die Skihersteller Blizzard und Fischer Ski sind in dem Land vertreten. Der deutsche Konsumgüterkonzern Henkel will trotz der KrimKrise nichts von einem Rückzug aus Russland oder der Ukraine wissen. „Man kann nicht sagen, ich gehe weg aus Russland und der Ukraine, weil es dort unruhig ist, und nach drei Jahren komme ich wieder – das geht nicht“, betonte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Dienstagabend. Die Auswirkungen der Krim-Krise auf die Geschäfte Henkels seien bis jetzt zudem „sehr begrenzt“; dies könne sich nur ändern, wenn

die Krise sehr lang andauere. Seine erste Sorge gelte den Mitarbeitern vor Ort, betonte Rorsted vor der „Wirtschaftspublizistischen Vereinigung“ in Düsseldorf. Insgesamt legte der Manager ein klares Bekenntnis zum Engagement in Schwellenländern ab – dort gebe es Wachstum, auch wenn man „nicht die Stabilität der reifen Märkte erwarten kann“. Henkel ist seit 1991 in Russland vertreten, derzeit ist das Land für den Hersteller von Pritt und Persil der weltweit viertgrößte Markt. In Russland beschäftigt Henkel rund 2.500 Menschen, in der Ukraine sind es etwa 1.000 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon in der Region Kiew. Der Konzern unterhält in der Ukraine auch mehrere Fabriken, keine davon liegt aber im Gebiet der Krim. „Wir leben in einer volatilen Welt, daran müssen wir uns gewöhnen“, unterstrich Rorsted.

Mitterlehner: „Volltreffer“ In Osteuropa hat Henkel CEE im vergangenen Jahr etwas mehr umgesetzt und in Österreich stabile Erlöse erzielt. In Osteuropa stiegen die Umsätze um 1,6% auf 3,03 Mrd. €, in Österreich blieben sie mit über 200 Mio. € stabil, gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Henkel CEE steuert von Wien aus sein Osteuropa-Geschäft in 32 Ländern. Österreich zählte im Vorjahr neben Russland und Polen zu den umsatzstärksten Märkten. Zu den angedrohten Sanktionen gegenüber Russland meldete sich am Mittwoch auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zu Wort: Der politische Konflikt zwischen Russland und der Ukraine könnte auch den österreichischen Tourismus treffen, meinte er. „Kontoeinfrierungen für die Eliten und das Aussetzen von Visa-Erleichterungen sind im Tourismusbereich ein ‚Volltreffer‘, wo wir uns selber beschneiden“, sagte Mitterlehner auf der Tourismusmesse ITB in Berlin. Er hofft auf eine Stabilisierung der Lage. (APA/red)


medianet

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donnerstAG, 6. märz 2014 – 3

Filmförderung

Über 11,2 Millionen Euro investierte der Filmfonds Wien im Jahr 2013 in die Förderung der Filmwirtschaft 

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© APA/Georg Hochmuth

© APA/EPA/D. Decker

marketing & media Standortfrage

Der Finanzausschuss des ORF hat sich für die Zusammenführung am Standort Küniglberg ausgesprochen  Seite 4

Das Telefon hat noch lange nicht ausgedient

© APA/Herbert Pfarrhofer

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© dpa/Bodo Schackow

Print Der Standard hat seine Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung über notwendige Sparmaßnahmen informiert. Laut einer Mitteilung auf etat. at sollen Sach- und Personalkosten gesenkt werden, ein Sozialplan wurde vereinbart. Zahlen zum Jobabbau wurden nicht genannt. Zuletzt wurde ein Abbau von bis zu 30 Jobs kolportiert, die Verlagsleitung hatte diesbezügliche Spekulationen zurückgewiesen.

© Panthermedia/Walter J. Pilsak

Show „Ja, jetzt is Stadlzeit“ – der „Musikantenstadl“ mit Andy Borg macht weiter. Die Sendung mit volkstümlicher Musik und Schlagern sei bis Ende 2015 verlängert worden, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) am Dienstag mit. Geplant seien drei neue Live-Ausgaben, eine Spezialsendung mit den besten Momenten und ein „Silvesterstadl“, so die Entscheidung der ARD, des ORF und des Schweizer SRF.

Kundenkontakt Zwar verlor das Telefon zuletzt leicht an Bedeutung, liegt aber in der Beliebtheit als Kontaktmedium zu Kunden nach wie vor an der Spitze, ­gefolgt von E-Mail und Webformular. Immer bedeutsamer für einen erfolgreichen Kunden­kontakt werden Multichannel-Strategien.  Seite 4 Kontrolle Beinahe Verdoppelung der Meldungen seit 2011; Kronen Zeitung und Österreich bei Verstößen „führend“

TV Der frühere Grödig-Kapitän Dominique Taboga spricht am Donnerstagabend (22:15 Uhr) in einem Interview bei ServusTV erstmals nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft über seine Verwicklungen in Fußball-Wettbetrug. Der 31-Jährige war Ende November 2013 in U-Haft genommen worden. „Knapp vor der Verhaftung hatte ich Selbstmordgedanken“, sagte Taboga laut einer Aussendung gegenüber ServusTV. (APA)

© www.oe24.at

© SV Kapfenberg

Presserat verzeichnet Anstieg an Meldungen

Ein vom Presserat angeführter Fall des medienethischen Verstoßes von oe24.at.

Wien. Das weibliche Opfer eines Eifersuchtsmords ist mit gespreizten Beinen blutverschmiert auf dem Boden liegend zu sehen. Daneben ist der vermeintliche Täter abgebildet – eine breite Blutspur, die zu der blutüberströmten Hand des Opfers führt, inklusive. „Der Persönlichkeitsschutz reicht über den Tod hinaus“, betont der Geschäftsführer des österreichischen Presserats, Alexander Warzilek, in Anlehnung an die Veröffentlichung dieser Bilder durch die Tageszeitung Österreich und www. oe24.at zur Visualisierung des Artikels „Noch-Ehemann ersticht

seine Frau auf der Straße“. Es ist kein Geheimnis: Bilder haben die Macht, eine starke Suggestivkraft zu entfalten, und den Medien und ihren Repräsentanten kommt bei der Selektion und Aufbereitung viel Verantwortung zu. Für die „Selbstkontrolle der Branche“ steht er: der österreichische Presserat, dessen Kernaufgabe in der medienethischen Bewertung von Artikeln in Printmedien und deren Online-Präsenzen liegt und sich für verantwortungsvollen Journalismus einsetzt. Die Bilanz des Vorjahres zeigt: Die Bedeutung des Presserats

steigt. Wurden 2011 noch 80 Fälle behandelt, waren es 2013 bereits 155. Dabei wurden insgesamt 16 medienethische Verstöße festgestellt: Die Hälfte davon betraf die Kronen Zeitung, sechs entfielen auf Österreich, jeweils eine auf News und Echo. 2014 gibt es weiter viel zu tun: Wie die diese Woche neu gewählte Präsidentin des Presserats, Astrid Zimmermann, mitteilte, sollen 2014 Online-Forenpostings sowie Social-Media-Verstöße Eingang in die Arbeit des Rats finden und die Debatte darüber angeregt werden.  (dl)


c ov e r

4 – medianet

Wien. ORF 2 widmet am Mittwoch Oscar-Preisträger Michael Haneke einen Abend zum Thema Liebe: Sein mit Auslandsoscar und Goldener Palme gewürdigtes Meisterwerk „Amour“ eröffnet um 20:15 Uhr. Um 22:55 Uhr folgt dann ein weiteres Projekt, bei dem sich Haneke mit der Liebe auseinandersetzt: Seine Inszenierung von Mozarts „Cosi fan tutte“, die Anfang 2013 im Madrider Teatro Real Premiere feierte.

© APA/EPA/Paul Buck

Kenia feiert seine Oscar-Preisträgerin

Für den Kundenkontakt bleibt das Telefon die Nr. 1 Für 18% ist das Telefon das wichtigste Tool – der Kundenkontakt via Web 2.0 ist für 9% wichtig. Baden/Berlin. Die CCW (Cal Center World), Europas größter Treffpunkt für Call Center- und Kundenservice-Experten, punktet als Inspirationsquelle und Netzwerk: 36% der Besucher kommen, um sich ganz allgemein zu informieren. Für 35% ist die CCW die perfekte Plattform zum Netzwerken. Ein Fünftel hält nach neuer Software Ausschau; acht Prozent sahen sich nach neuer Hardware um. Das Netzwerk gewinnt also im Vergleich zum Vorjahr (27%) an Bedeutung, die Suche nach konkreten Anwendungen wird zielgerichteter.

Viele Customer Touchpoints Lupita Nyong’o ist die neue Heldin für Kenias Filmindustrie.

Nairobi. Kenia feiert OscarGewinnerin Lupita Nyong‘o als Heldin: Medien in dem ostafrikanischen Land betonten, die 31-Jährige habe mit der Auszeichnung als beste Nebendarstellerin in „12 Years a Slave“ Geschichte geschrieben. „Sie ist sicher nicht die erste Kenianerin, die in Hollywood ihr Glück versucht hat, aber sie ist jetzt auf jeden Fall die berühmteste“, jubelte Daily Nation.

ORF: Finanzausschuss für nur einen Standort Wien. Bevor am Donnerstag im ORF-Stiftungsrat über die Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte am Küniglberg entschieden wird, hat sich der Finanzausschuss des obersten ORF-Gremiums dafür ausgesprochen. Bei der Sitzung am Montagnachmittag gab es neun Stimmen dafür bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme. Zuletzt hatten ORF-Mitarbeiter besonders die drohende Aufgabe des Funkhauses kritisiert.

© APA/Georg Hochmuth

Polit-Propaganda statt Oscar-Übertragung

Der ORF-Finanzausschuss bevorzugt die Ein-Standort-Strategie.

Moskau. Der Ukraine-Konflikt traf auch den diesjährigen Oscar: Mit einer Propagandakampagne wirbt Russland dieser Tage für sein Vorgehen im Krim-Konflikt, so wurde sogar die Live-Übertragung der Oscarverleihung im letzten Moment den Berichten zur Krise in der Ukraine geopfert. Der Journalist Juri Gladilschtschikow, der eigentlich die Oscars für das russische Fernsehen kommentieren sollte, wurde mit den Worten abgespeist, im Morgenprogramm würden stattdessen „Politiker eingeladen“. (APA)

Die Kundenkommunikation über viele unterschiedliche Kanäle, sogenannte Customer Touchpoints, war auch in diesem Jahr ein zentrales Thema an der Messe. Das Ranking der Kanäle hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert: Das Telefon verliert etwas an Gewicht, ist aber mit 18% immer noch das beliebteste Kontaktmedium der Kunden, dicht gefolgt vom E-Mail (17%) und vom Webformular (11%), welches erstmals Brief und Fax (je 10%) überholt. Social Media bleibt mit 9% unverändert beliebt bei den Kunden, App und Live Web Chat holen mit je 6% auf. Neu hinzu gekommen ist die Videotelefonie, welche jetzt – WebRTC sei Dank – tatsächlich als erwünschter Kontaktkanal beim Kunden angekommen ist. Unternehmen wie Telefonica, Uni Credit und ZKB machen vor, wie Kundenservice und Verkauf via Videotelefonie funktionieren. Aber auch traditionelle Touchpoints wie der Außendienst oder der physische Laden behalten in Zeiten virtueller Serviceerlebnisse ihren wichtigen

© Panthermedia/Konstantin Chagin

ORF 2 mit Schwerpunkt für Michael Haneke

Kommunikation Die Kanalvielfalt und Integration der Touchpoints ist schon längst nicht nur ein technisches Thema

Studie belegt es: Wenn es um den Kundenkontakt geht, hat trotz neuer Medien das gute alte Telefon noch lang nicht ausgedient.

Stellenwert mit acht Prozent für den Außendienst und fünf Prozent für den Laden. Manche Servicethemen lassen sich weiterhin am besten von Mensch zu Mensch regeln.

Multichannel – ja, aber … 92% der CCW-Besucher erachten die Vernetzung der Kanäle für sinnvoll. Eine ganzheitliche Sicht auf den Kunden – vom Service Center über Marketing, Verkauf bis in den Laden – biete eine Menge Vorzüge hinsichtlich Beratung, Servicequalität sowie Up- und CrossSelling-Potenziale. Doch die Aufgabe, die bestehenden Kanäle zu vernetzen, bezeichnet ein Fünftel der Umfrage-Teilnehmer als große Herausforderung. Die technische Einbindung neuer Kanäle wie Live Web Chat, App oder Social Media beschäftigt 15% der Umfrage-Teilnehmer. Aber nicht nur die Technik, auch

die organisatorische und personelle Abbildung der Multichannel-Strategie stellt die Kundenservice-Leiter vor neue Aufgaben: Mitarbeiter zu finden, die alle Kanäle bedienen können, bezeichnen 16% als schwierig. Das Thema Datenschutz und Sicherheit beschäftigt 15%. Mit der organisatorischen Einbindung, die wiederum einen massiven Change-Prozess erfordert, befassen sich 12% der Teilnehmer. Dass es sowohl an Budget als auch an fachlicher Expertise auf Management-Ebene mangelt, bezeichnen je 12% als Hemmschuh. Fazit: Die Kanalvielfalt und Integration der Touchpoints ist nicht nur ein technisches Thema. Die Organisationsstrukturen, welche integriertes Multichannel-Management zulassen, müssen häufig erst geschaffen werden. Mitarbeiter, welche als Allrounder all diese Kanäle, teils Realtime in Wort und/ oder Schrift, bedienen können sol-

len, sind Mangelware. Auch offene Fragen in Bezug auf Datensicherheit und Datenschutz stehen auf einem anderen Blatt – und bieten reichlich Diskussionsstoff für die 17. CCW am 24. und 25. Februar 2015 im Estrel Convention Center Berlin. (red)

ccw 2014 facts Die CCW (Call Center World) lockte in diesem Jahr 7.600 Kundenservice- und ContactCenter-Verantwortliche nach Berlin. Unter dem Motto „Wir machen den Dialog“ nutzten die Besucher die 16. CCW Kongressmesse, um sich über Customer Touchpoints, die Verwendung von Big Data und neue Trends im Kundendialog zu informieren. BSI Business Systems Integration AG nutzte die Gelegenheit für eine Umfrage unter den Messebesuchern zum Thema Multichannel und Kanalintegration. 531 Personen teilten ihre Erfahrungen und Einschätzungen in dieser Befragung.  http://www.ccw.eu

Digitales Kino Seit 2011 sind insgesamt 25 Kinosäle in 16 Wiener Kinos auf digitale Projektion umgestellt worden

Filmfonds Wien: 11 Mio. € Förderung in 2013 Wien. Mit über 11,2 Mio. € an Fördervolumen unterstützte der Filmfonds Wien im Jahr 2013 Kino- und Fernsehfilme, Strukturprojekte und Kinobetriebe. Insgesamt 30 neue Kino- und 22 TV-Produktionen erhielten Finanzierungszusagen in Höhe von über 9 Mio. €, darunter zahlreiche Projekte, deren künstlerische Positionen von Nachwuchskräften verantwortet werden. Die Liste der geförderten Filme unterstreicht den aktuellen Formen- und Themenreichtum des österreichischen Filmschaffens: Arthouse- und Genrefilm im dokumentarischen wie fiktionalen Feld, Kinder- und Animationsfilm finden sich ebenso wie internationale Koproduktionen. Die dabei erzielten Regionaleffekte sind auf Rekordniveau: Jeder Förder-Euro bringt der Wiener Filmwirtschaft Investitionen in knapp vierfacher Höhe. „Ich freue mich vor allem über die Vielfalt an geförderten Stoffen, die uns für die nächsten Jahre spannende und abwechslungsreiche Leinwanderlebnisse erwarten lassen. Hanekes Oscar-Erfolg im vergangenen Jahr bestätigt die lang-

fristige Linie des Filmfonds Wien; bereits die ersten Kino-Arbeiten Hanekes wurden mit städtischen Mitteln unterstützt“, so Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. „Mit Oscar, Golden Globe, anhaltendem internationalen Interesse an österreichischen Filmen sowie guten Ergebnissen in der Kinound TV-Verwertung werten wir 2013 als ein dynamisches Jahr für den österreichischen Film und die Wiener Filmförderung“, resümiert

Gerlinde Seitner, Geschäftsführerin des Filmfonds Wien. Das österreichische Filmjahr 2013 begann mit einem Paukenschlag: Michael Hanekes Erfolgsweg durch internationale Festivals und Preisjurys gipfelte in einer fünffachen Academy-Nominierung, einem Golden Globe und dem Auslands-Oscar für „Liebe“. Den Wunsch Ulrich Seidls, seine Trilogie auf drei A-Festivals zu präsentieren, erfüllte die Berlina-

© APA/EPA/Darren Decker

short

Donnerstag, 6. März 2014

2013 gab es für den österreichischen Film auch internationale Auszeichnungen.

le mit der Einladung des letzten Teils „Paradies: Hoffnung“ in den Wettbewerb. Auf eine rekordverdächtige Anzahl an Festivaleinladungen brachten es jedoch nicht nur die Paradies-Filme: Es folgten mit Claude Lanzmanns „Der letzte der Ungerechten“, Götz Spielmanns „Oktober November“ und János Szász‘ „Das große Heft“ weitere international vielbeachtete Neuerscheinungen. Ein positives Resümee lässt sich zum erfolgreich abgeschlossenen Förderbereich „Kino-Digitalisierung“ ziehen: Mithilfe von über 400.000 € an Sondermitteln der Stadt Wien konnten seit 2011 insgesamt 25 Kinosäle in 16 Wiener Kinos auf digitale Projektion umgestellt werden. Das digitale Kino ist damit in Wien flächendeckend eingeführt. Die Stadt Wien finanzierte den Filmfonds Wien 2013 mit einem Gesamtbudget von 11,8 Mio. €; ein Umstand, der in Zeiten von SparReformen umso mehr Anerkennung verdient und dem Filmfonds Wien und dem Wiener Filmschaffen nachhaltige Planung ermöglicht.


retail medianet

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rot ist das neue rosarot

Penny Deutschland schreibt zwar rote Zahlen, verbucht aber dennoch eine positive Entwicklung 

Seite 6

© EPA/F. Gentsch

inside your business. today. Donnerstag, 6. März 2014 – 5

Schuh for you

Die polnische Schuhkette CCC expandiert mit der ÖsterreichTochter; hierzulande kommen im 1. Hj. sechs Filialen dazu  Seite 6

Alain Caparros: Rewe wird den Online-Handel nicht verschlafen

© dpa/Oliver Berg

Suchtgefahr Zwar werden in Deutschland derzeit nur ein Prozent des Lebensmittel­umsatzes im Online­geschäft generiert, dennoch glaubt Rewe-Boss Alain Caparros an die Umwälzung im LEH. Denn: Online ist wie ein Bazillus.  Seite 6

Niemetz will deutlich wachsen

Carrefours Potenzial

Wien. Seit der Übernahme von Niemetz durch Heidi Chocolat im Sommer 2013 konnte der Absatz der Schwedenbombe um 15% erhöht werden. Bis zum Sommer soll die Suche nach einem neuen Fabriksstandort in oder nahe Wien abgeschlossen sein. Ab 2015 will man das Exportgeschäft angehen, kündigte Heidi-Aufsichtsratschef Gerald Neumair an. Die Schwedenbomben-Produktion bewege sich derzeit in der Größenordnung zwischen 60 und 70 Mio. Stück pro Jahr. „Wir sind aber für höhere Absätze gerüstet“, stellt Neumair klar. Dank Investi-

Zwischen 60 und 70 Mio. Schwedenbomben werden jährlich produziert.

tionen von mehr als 750.000 € in Maschinenpark und Personal (rd. 70 Mitarbeiter derzeit) habe man die Kapazitäten in den vergangenen Monaten verdoppeln können. Auch am heimischen Markt ortet Niemetz Wachstumspotenzial – für 2014 ist ein Plus bis zu 15% angepeilt, 2015 will man weiter wachsen. „Wir müssen schauen, dass wir bei einem Produkt, von dem der Durchschnittsösterreicher nicht einmal eine Sechserpackung pro Jahr verzehrt, dahin kommen, dass er zwei Packungen isst“, umreißt Neumair die längerfristige Mission. (APA)

© Carrefour

Handelskonzern Besonders stark in Schwellenländern

© APA/Helmut Fohringer

Süßwaren Auch am heimischen Markt Wachstumspotenzial für die Schwedenbombe

Der französische Handelsriese Carrefour steigerte Gewinn auf 1,26 Mrd. €.

Paris. Europas größter Handelskonzern Carrefour hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dank der Nachfrage in Lateinamerika und Asien mehr verdient. Unterm Strich sei der Gewinn leicht um 0,3 Prozent auf 1,26 Mrd. € gestiegen. Wegen des schwachen Europageschäfts sank der Umsatz nach endgültigen Zahlen um ein Prozent auf rund 75 Mrd. €. In den Schwellenländern will Carrefour die Expansion weiter vorantreiben, hieß es. Besonders in China und Brasilien sehen die Franzosen Potenzial. Insgesamt will der Konzern im laufenden Jahr 2,4 bis 2,5 Mrd. € investieren.(APA)


r e ta i l & pr odu c e r s

6 – medianet retail

Online versus stationär Rewe nimmt das Onlinebusiness ernst und hat ein eigenes Internet-Team aufgebaut

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Rewe-Chef Caparros: „Online ist wie Bazillus“

Videostreaming nicht bei Amazon Österreich Wien/Seattle. Seit einigen Wochen bewirbt Amazon sein neues „Prime“-Angebot, das kostenloses Videostreaming, die E-Book-Ausleihe und Expressversand umfasst – allerdings nur in Deutschland. In Österreich können Versand und Streaming nicht genutzt werden, obgleich der volle Preis von 49 € pro Jahr verrechnet wird, wie der Kurier (Mittwochsausgabe) beklagt. Konsumentenschützer kritisieren den Internetriesen. (APA)

Köln. Bei der Elektronikkette ProMarkt hat die Rewe-Gruppe den Einstieg in den Online-Handel verpasst. Fehler dieserart sollen sich nicht wiederholen. Daher stellt Konzernchef Alain Caparros im Lebensmittelhandel heute die Weichen für eine möglichst glorreiche Online-Zukunft. Dabei ist es ausgerechnet der Lebensmittelhandel, der bis dato vom Online-Boom verschont blieb. Nicht einmal ein Prozent des Lebensmittelbedarfs wird zurzeit per Mausklick gekauft. Aber Alain Caparros ist überzeugt: Diese Schonfrist hat ein Ablaufdatum. „Die Zeit des Massengeschäfts im stationären Handel ist vorbei“, sagt Caparros. „Der Tagesbedarf wird schon bald online eingekauft werden.“ Die Leute würden älter und bequemer. Es sei naiv, zu glauben, dass sie nur aus Verbundenheit weiterhin altvertrauten Läden treu blieben. „Warum soll ich schleppen, was ich geliefert bekommen kann?“, stellt Caparros die sich auftuende Gretchenfrage. Mit der Erwartung großer Umbrüche im Lebensmittelhandel steht der Manager allerdings nicht allein da: Eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) prognostiziert einen rasanten Boom des E-Commerce: Schon 2020 werde im Lebensmittelhandel jeder zehnte Euro per Mausklick ausgegeben. „Das ist wie ein Bazillus“, umreißt es der Rewe-Chef. Erste Symptome spüre man kaum. Doch schon jetzt werde das Sortiment der Einzelhändler „scheibchenweise von den Onlinern attackiert“. So würden bald 20% des Tierfutters online gekauft. Auch beim Weinverkauf spüre der Händler die wachsende Online-Konkurrenz. Caparros ist mithin gewarnt. Bei seiner Elektronikkette ProMarkt

© Wikipedia/Wolfgang Meinhart

Rote Zahlen, aber eine positive Entwicklung: Rewe-Diskonter Penny.

Köln. Deutschlands viertgrößter Diskonter Penny schreibt weiter rote Zahlen. Erst 2016 werde der zur Rewe-Gruppe gehörende Billiganbieter in die Gewinnzone zurückkehren, sagte Rewe-Chef Alain Caparros im Gespräch mit der deutschen Nachrichtenagentur dpa. Caparros gab sich indes zufrieden mit der Entwicklung des Tochterunternehmens. Trotz harter Konkurrenz in Gestalt von Aldi und Lidl sei Penny 2013 auf vergleichbarer Fläche ebenso stark gewachsen wie die Supermärkte der Gruppe – und liege somit im Plan. Für die Rewe-Gruppe insgesamt zog Caparros eine positive Bilanz des vergangenen Jahres: „Wir konnten 2013 mit Rewe in Deutschland stärker als der Markt wachsen und sind zufrieden mit all unseren Sparten.“ Die Zahlen zur Geschäftsentwicklung wird Rewe am 27. März veröffentlichen.

Jägermeister steigert Erlös im In- und Ausland

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Nur ein Prozent der Lebensmittel online verkauft – dennoch: Rewe Deutschland startet Initiative.

Penny Deutschland schreibt rote Zahlen

Rewe-Chef Alain Caparros glaubt an die große Umwälzung hin zum Onlinebusinees – auch für den Lebensmittelhandel.

hat der Kölner Handelsriese den Internetzug verpasst. Die Vertriebslinie wurde inzwischen weitgehend abgewickelt. So etwas soll nicht noch einmal passieren.

Kölns Silicon Valley Deshalb hat Rewe inzwischen ein eigenes Internet-Team rund um den „Chief Digital Officer“ JeanJacques van Oosten aufgebaut, das den Online-Handel vorantreiben soll. „Wir haben ein kleines Silicon Valley bei uns gegründet“, erzählt Caparros und fügt hinzu: „Die Jungen sind anders, bringen ganz anderen Drive in die Firma.“ Vorbild ist der britische Handelsriese Tesco, bei dem im Weihnachtsgeschäft schon acht Prozent der

beim nächsten Einkauf mitgenommen werden. Außerdem biete das Online-Geschäft Rewe als Nummer zwei auf dem deutschen Lebensmittelmarkt die Chance, näher an den Marktführer Edeka heranzurücken. Zeit verlieren sollte Rewe nicht: Die Konkurrenz steht in den Startlöchern. Der weltgrößte Onlinehändler Amazon plant laut BildZeitung, schon bald in Deutschland frische Lebensmittel online zu verkaufen. Im Kampf gegen Amazon und Co. setzt der ReweChef allerdings nicht nur auf neue Online-Angebote – auch die ReweFilialen sollen ein völlig neues Gesicht bekommen; Arbeitstitel: Der Supermarkt als Ort zum Treffen und Austauschen. (APA/nov)

Lebensmittelverkäufe online erledigt werden und der – nach eigenen Angaben – selbst mit „E-Food“ einen passablen Gewinn einfährt. Bei Rewe stoßen die Investitionen in die Online-Zukunft allerdings nicht auf ungeteilte Begeisterung. „Die Kunst wird sein, zwei Kulturen zu verbinden.“ Noch sei das Online-Angebot von Rewe ein „kleines Pflänzchen“. Aber die Verzahnung von Online-Angeboten und stationärem Handel biete große Möglichkeiten. Der Supermarkt in der Innenstadt könne künftig seinen Kunden viel mehr Produkte anbieten, als es die Regalfläche eigentlich zulasse. Die neue Vielfalt könne im Laden online präsentiert und bei Bedarf nach Hause geliefert oder einfach

Schuhe 10 Filialen für Österreich, Slowenien und Kroatien

Sporthandel Plus im Gewinn von 49% auf 787 Mio. €

Wien. Die polnische börsenotierte Schuhkette CCC expandiert mit ihrer Österreich-Tochter: Im ersten Halbjahr 2014 sollen zehn Filialen eröffnet werden, sechs in Österreich, drei in Slowenien und eine in Kroatien. Für das 2. Halbjahr seien weitere Standorte fixiert. Heute, Donnerstag, wird ein 800 m 2 großes Geschäft in der slowenischen Stadt Nova Gorica an der Grenze zu Italien eröffnet. Die weitere Expansion in Öster-

Frankfurt. Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas hat wegen des Kursverfalls von Währungen in seinen wichtigen Auslandsmärkten das Gewinnziel verfehlt. Zwar legte der Überschuss in 2013 um 49% auf einen Rekordwert von 787 Mio. € zu, in Aussicht gestellt hatte Adidas jedoch einen Anstieg auf 820 bis 850 Mio. €.

© CCC

reich startet am 19. März in der Shoppingcity Seiersberg, der ersten CCC-Filiale in der Steiermark. Es folgen Pasching, Deutschlandsberg, Krems, Graz und schließlich die SCS in Vösendorf. „Seit unserem Markteintritt am 17. Juli 2013 haben wir innerhalb von fünf Monaten sechs Filialen in Österreich, drei in Kroatien und zwei in Slowenien eröffnet“, blickt General Manager Gerald Zimmermann zurück. (red)

Die polnische Schuhkette CCC expandiert kräftig mit der Österreich-Tochter: 6 Filialen (im Bild: CCC in Wien Mitte The Mall) sollen hier im 1. Hj. 2014 eröffnet werden.

ser Effekte wuchs Adidas nicht so stark wie erwartet: Der währungsbereinigte Umsatz stieg um drei Prozent – noch Anfang Dezember wurde ein Plus im hohen einstelligen Bereich angekündigt. Im laufenden Jahr traut sich Adidas nur währungsbereinigt einen Umsatzanstieg im hohen einstelligen Bereich zu – u.a. dank der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien, die Rekorderlöse mit Fanartikeln bescheren soll. (APA)

Auch in 2014 Belastung „Währungseffekte hatten einen deutlich negativen Einfluss auf unsere Ergebnisse in Euro, und das wird sich im Jahr 2014 aller Voraussicht nach fortsetzen“, erklärte Vorstandschef Herbert Hainer. Wegen der Abwertung der Währungen in wachstumsstarken Schwellenländern wie Russland und Argentinien konnte Adidas dortige Erlöse nicht mehr im erhofften Maße in Euro ummünzen. „Die Währungseffekte haben uns allein im vierten Quartal neun Prozentpunkte unseres Umsatzes gekostet“, sagte Hainer. Im Gesamtjahr schrumpfte der Umsatz um 2,6 Prozent auf 14,5 Mrd. €. Doch auch unter Herausrechnung die-

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CCC dreht an Expansionsschraube Währungseffekte bremsen Adidas

In Frankreich erfolgreich mit 1 Mio. 0,7 l verkauften Jägermeisterflaschen.

Wolfenbüttel. Der Hersteller des Kräuterlikörs Jägermeister konnte 2013 den Umsatz im In- und Ausland steigern. Insgesamt 92,2 Mio. weltweit verkaufte 0,7 l-Flaschen stehen für 3,5 Prozent Steigerung. Die genaue Umsatzgröße wie auch den Gewinn gibt das Unternehmen nicht bekannt. Als weiteres Indiz für jägermeisterliches Wohlbefinden sei aber der Trend der Beschäftigungsentwicklung mit rd. 650 Mitarbeitern positiv. Auf dem rückläufigen Markt Deutschland habe der Absatz um knapp sechs Prozent zugelegt und sich in Frankreich auf eine Mio. 0,7 l-Flaschen verdoppelt.

Donnerstag, 6. März 2014

Adidas legt im Umsatz zu, Währungseffekte belasten aber die Entwicklung.


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