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medianet

inside your business. today.

freitag, 23. mai 2014 – 7

Fernsehen

235 Minuten sehen Europäer im Schnitt täglich fern – auf 11.000 Sendern  Seite 10

© O. Panagiotou/EPA

© Panthermedia/G. Boffi

marketing & media Print

Diskussion

Europas Zeitungslandschaft im Überblick – von Auflage bis Förderung  Seite 12

Gesucht: ein Leitmotiv für Europa Seite 14 © Vertretung der EU-Kommission in Österreich/APA-Fotoservice/Bargad

„EU-Parlament medial stark unterbewertet“

© VÖW/FotoLois.com/Alois Spandl

short

© FCB Neuwien/Lachner

Thomas Kralinger, VÖZ-Präsident, erachtet die Reduktion der Presseförderung als „bittere Pille“. Doch wie sieht die Situation in Europa aus? Welche Märkte fördern ihre Presseprodukte, welche nicht? Ein Europa-Überblick vom Mehrwertsteuer-Erlass bis Stimulierungsfonds.  Seite 12

Change Mit der Umbenennung von Draftfcb zu FCB Neuwien erhält die Agentur nicht nur einen neuen Namen, sondern stärkt vor allem ihre strategische Ausrichtung. Veränderungen und Leitbild erläutern die Verantwortlichen rund um Rudi Kobza in der Ausgabe vom 27. Mai in medianet.

medianet tv heute

© Parlamentsdirektion/Bildagentur Zolles/Mike Ranz

© medianet/Christian Mikes

Konrad Godec, Präsident des Verbands der Werbemittelhersteller, erläutert, dass im Rahmen der EU-Wahl neue Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten gefordert waren. medianet mit einem Überblick, wie Parteien mit funktionellen, aber auch originellen Werbeartikeln punkten wollen.  Seite 9

Zukunft Europa Die Rolle des EU-Parlaments sei medial stark unterbewertet, meinte EU-Kommissar Johannes Hahn (Bild) bei einer Diskussion im öster­ reichischen Parlament, bei der die Themen Information, Chance und „European Dream“ eine zentrale Rolle einnahmen.  Seite 8

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Welche Rolle spielen die einzelnen Institutionen der EU?  http://europarltv.europa.eu

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c ov e r

8 – medianet

Freitag, 23. Mai 2014

Diskussion Experten reden über den „European Dream“, aber auch über den „Moloch Brüssel“

randnotiz

Nähe kommunizieren

Schick nicht den Opa nach Europa

dinko fejzuli

E

s mutet paradox an, aber mit größter Wahrscheinlichkeit wird im neu gewählten EU-Parlament die Gruppe jener Parlamentarier größer werden, die für nichts anderes kämpft, als die Kompetenzen der EU zu beschneiden, und am liebsten gar nicht dabei zu sein; in diesem Europa und in diesem EU-Parlament und unter dem Beifall vermutlich vieler EU-Bürger. Und ehrlicherweise muss man auch zugeben, dass viele ihres dazu beigetragen haben, das Bild vom Opa, den man nach Europa schicken sollte, in den Köpfen der Menschen zu verfestigen. Und wenn Europa Thema war, dann nicht etwa als einzigartiges Friedensprojekt, sondern als geografisches Konglomerat, in dem man kreuz und quer reisen kann und dabei den Reisepass getrost auch mal zu Hause vergessen kann. Aber wie sollen denn die Bürger auch ein anders Bild von einem gemeinsamen Haus Europa bekommen, wenn es etwa den in Österreich gewählten EU-Parlamentariern nicht einmal erlaubt ist, daheim, im Parlament am Ring, zu sprechen. Ein politischer Wunsch, den es schon lange gibt, und auf den sich schon vor der letzten Wahl alle Parteien geeinigt hätten – einzig die große Koalition verhinderte den Beschluss erfolgreich. Sonst könnte die EU doch glatt Thema werden – in Österreich.  d.fejzuli@medianet.at

© Verlagsgruppe Random House

tipp des tages

Europa neu erfinden Roman Herzog schreibt über den eu­ ropäischen Einigungsprozess, welchen er jahrelang anhand seines gesamten politischen Lebens verfolgen konnte. Ob als Minister, Präsident des Bundes­ verfassungsgerichts oder Bundespräsi­ dent, Herzog erhielt den nötigen Einblick, um ein kritisches Werk über die Zukunft Europas zu verfassen. In einer Zeit, in der vor allem Krisen und Risiken die EU beschäftigen, ruft Herzog nun dazu auf, das Vertrauen nicht zu verlieren. Sein Buch ist ein Weckruf für die Po­ litik und ein Plädoyer für Europa. 160 Seiten, 17,99 €, Siedler Verlag, ISBN: 9783827500465.

Wien/Brüssel. Wie bringt man Europa den Bürgern nahe? Europäische Politik werde zu oft als simpler Gegensatz von nationalstaatlichen Interessen gegenüber einem angeblichen „Moloch Brüssel“ dargestellt, lautete eine Feststellung der Podiumsdiskussion kürzlich im Pressezentrum des Parlaments. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und die Vereinigung der Parlamentsredakteurinnen und -redakteure hatten zu der Veranstaltung eingeladen. Den Medien falle eine fundierte und sachliche und zugleich anschauliche Aufbereitung der komplexen Prozesse der Willensbildung und Entscheidungsfindung, wie sie in der Europäischen Union stattfinden, oft schwer, so der Tenor des Abends. Prammer wünschte sich in diesem Zusammenhang einen stärkeren Austausch von nationaler

© Parlamentsdirektion/Bildagentur Zolles/Mike Ranz (4)

NR-Präsidentin Prammer lud gemeinsam mit den Parlamentsredakteuren und Redakteuren zum Talk.

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer bringt den interessierten Zuhörern der Podiumsdiskussion im Parlament die EU näher.

„Der Widerstreit der Meinungen darf nicht dazu verleiten, das Projekt Europa jedes Mal aufs Neue infrage zu stellen.“ barbara prammer, parlamentspräsidentin

und EU-Politik. Als Vertreter der europäischen Ebene beteiligte sich EU-Kommissar Johannes Hahn, der meinte, die Rolle des EU-Parlaments sei medial stark unterbewertet; es fehle auch oft an Verständnis für die politischen Befindlichkeiten zwischen den Mitgliedsstaaten. Die wissenschaftliche Sicht auf die EU und ihre Rezeption in der Öffentlichkeit brachten Sonja Puntscher-Riekmann, Leiterin des „Salzburg Centre of European Union Studies“, und Gerda Falkner vom Institut für europäische Integrationsforschung in Wien ein. Sie stimmten darin überein, dass die Berichterstattung über EU-Themen zu sehr nach dem Muster eines Gegensatzes von nationalen und europäischen Interessen erfolge. Die Rolle der Mitgliedsstaaten und der nationalstaatlichen Ebene gerate hingegen oft aus dem Blickfeld. Die Chance, welche die EU der Verwirklichung eines „European Dream“, basierend auf gemeinsamen Werten, biete, werde zu wenig genützt, meinte Falkner. Die Sicht der Medien vertraten ORF-Redakteur Fritz Jungmayr,

der den Abend auch moderierte, und die Brüssel-Korrespondentin des ORF, Cornelia Primosch. Sie konstatierten, dass die Komplexität der europäischen Politik es Journalisten oft erschwere, sie in der medialen Vermittlung anschaulich zu machen und zudem einen emotionalen Bezug zum Projekt Europa herzustellen.

älteren Generation, während er unter der Jugend ein wachsendes Verständnis für Europa feststelle. Darauf müsse man setzen, er würde sich daher eine „EU-Woche“ für Schüler wünschen. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer meinte im Zuge der Diskussion, es sollte zu einer Normalisierung der Wahrnehmung des EU-Alltags kommen. Es müsse als selbstverständlich angesehen werden, dass EU-Politik stets ein Ringen um Kompromisse und tragfähige Mehrheiten ist. Der Widerstreit der Meinungen dürfe nicht dazu verleiten, das Projekt Europa jedes Mal aufs Neue grundsätzlich infrage zu stellen. Dazu müsse aber ein stärkerer Austausch zwischen nationaler und EU-Politik stattfinden. Prammer bedauerte in diesem Zusammenhang, dass die EU-Parlamentarier aufgrund ihres

„Die Chance, die die

Bessere Information

EU der Verwirklichung

EU-Kommissar Hahn meinte, in Österreich nehme die EU-Berichterstattung großen Raum ein, und die Bevölkerung fühle sich subjektiv besser informiert, als dies in anderen Mitgliedsstaaten der Fall sei. Allerdings stelle er fest, dass die erstarkte Rolle des EU-Parlaments in der „interessanten, aber komplizierten Dreiecksbeziehung“ von Rat, Kommission und Parlament noch viel zu wenig medial wahrgenommen werde. Hahn vermutete, dass die langwierigen und komplexen Gesetzgebungsprozesse der EU es Medien schwer machten, dem roten Faden über längere Zeit zu folgen. Hahn meinte zudem, EUSkepsis sei eher ein Merkmal der

eines ‚European Dream‘,

„Die Berichterstattung steht vor der Heraus­ forderung, Ideen an­ schaulich zu machen, die sich erst allmählich ­konkretisieren.“ cornelia primosch, orf

onen zu bewältigen haben, seien ihre Ressourcen objektiv gesehen durchaus knapp bemessen. Falkner meinte, es werde oft zu wenig beachtet, dass die EU auf einem Wertekonsens aufbaue, zu dem etwa Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, Gleichbehandlung gehören und sehr erfolgreich im globalen Kontext sei; es sei aber schwer, damit einen „European Dream“ zu verknüpfen. Cornelia Primosch, ORF-Korrespondentin in Brüssel, erläuterte, dass es vor allem aus Sicht des TVJournalismus der europäischen Politik an griffigen Symbolen mangle. Auch seien EU-Politiker oft nur schwer als Persönlichkeiten von internationalem Rang zu vermitteln. Die Problematik für jede Berichterstattung entstehe schon daraus, dass man vieles an Basiswissen über die EU, ihre Instituti-

­basierend auf gemein­ samen Werten, bietet, wird zu wenig genützt.“ gerda falkner, politologin

dichten Arbeitsprogramms zu wenig Zeit hätten, in ihren Heimatländern EU-Politik zu vermitteln. Sonja Puntscher-Riekmann fragte, ob nicht manches an der EU einfach zu kompliziert für einfache Erklärungen sei. Die Ressourcen nationaler Medien reichten oft gar nicht aus, um die Prozesse in einem System, das mehrere Ebenen umfasst, verfolgen zu können. Letztlich werde nicht klar genug dargestellt, wer welche Positionen vertrete und welchen Anteil die eigene Regierung an Entscheidungen habe. Stattdessen beobachte sie immer wieder, dass alle Verantwortung der EU-Kommission zugeschrieben werde, die man gern als „Brüsseler Moloch“ darstelle. Daran anknüpfend, meinte Politologin Gerda Falkner, der „Moloch Brüssel“ sei eines der typischen EU-Klischees. Angesichts der Aufgaben, welche die EU-Instituti-

onen und Abläufe nicht als gegeben voraussetzen dürfe. Die Berichterstattung stehe etwa vor der Herausforderung, Ideen anschaulich zu machen, die sich erst allmählich konkretisieren, sie nannte dazu das Beispiel der Bankenunion, die sicher eines der wichtigsten Projekte der jüngsten Zeit darstelle. In den Publikumsbeiträgen wurde unter anderem die Frage thematisiert, inwieweit die EU als zweckrationales Projekt einer emotionalen Vermittlung zugänglich sei. Auch wurde festgestellt, dass Entscheidungen auf europäischer Ebene meist weniger entlang ideologisch definierter Parteilinien fallen, als das auf nationaler Ebene der Fall sei. Eine große Rolle spiele bei der Mehrheitsfindung der Mitgliedsstaaten die grundsätzliche politische Kultur und Tradition eines Landes, lautete dabei der Befund.  (fej)


wa h lz u c k e r l

Freitag, 23. Mai 2014

medianet – 9

Zuckerl Ob Luftballons, Süßigkeiten oder Kugelschreiber und Feuerzeuge – Giveaways dürfen im Wahlkampf nicht fehlen

„Lieber vor der Wahl stöhnen“ Der Werbeartikel erfülle hier eine doppelte Funktion: „Einerseits gilt es, die politischen Parteien mit der EU in Zusammenhang zu bringen, andererseits eine positive

© medianet

Wien. Eines darf in keinem Wahlkampf fehlen: die kleinen Geschenke fürs Wahlvolk. Die Giveaways der Parteien für die EUWahl haben gesamt betrachtet nicht wirklich viel Pfiff, aber immerhin gibt es jede Menge Klassiker abzustauben: Kulis, Feuerzeuge, Stofftaschen, Kondome oder Blumensamen. Die ÖVP bietet Broschüren, Kugelschreiber und Luftballons an. Beglücken will man potenzielle Wähler außerdem mit Blumensamen und bunten FruchtgummiSternchen; von Spitzenkandidat Othmar Karas gibt‘s auch Sticker und Haftnotizblöcke. Ganz klassisch wirft sich die SPÖ mit ihrem Spitzenkandidaten Eugen Freund in die Materialschlacht: Es gibt Feuerzeuge, Kugelschreiber und Luftballons. Auch die FPÖ reduziert sich aufs Wesentliche und verteilt blaue Kugelschreiber, Flyer und Schlüsselanhänger.

200.000 Kondome brachten die Grünen unter die Liebeswilligen.

Stimmung innerhalb der Wählerschaft für die jeweiligen Parteien zu generieren.“ Neben diesen, für den Einkäufer nachvollziehbaren, Aspekten stehen die Werbemittelhändler aber auch vor der Herausforderung, gesetzliche, sicherheitstechnische, ökologische sowie ökonomische Richtlinien und Überlegungen miteinander in Einklang zu bringen. Um einen reibungslosen Ablauf in Konzeption und Produktion gewährleisten zu können, ist der VÖW mit seinen Mitgliedern daher seit Jahren bemüht, Parteien bei der Auswahl und Herstellung der Werbeartikel beratend zu begleiten. (fej)

© APA/Georg Hochmuth

Wie Parteien mit funktionellen, aber auch originellen „Wahlzuckerln“, sprich Werbeartikeln, im EU-Wahlkampf punkten wollen.

Vom Kuli bis zum Kondom – auch bei dieser EU-Wahl gibt es Werbeartikel aller Art.

Die Neos werben mit Luftballons, Broschüren, Buttons und Stickern. Mehr abzustauben gibt es bei den Grünen, die bei ihren Giveaways „bio und fair“ versprechen: Die Drucksorten wie eine kurze Version des Wahlprogramms (auch auf Englisch) sind aus Recyclingpapier aus Österreich produziert, verteilt werden außerdem Bio-Sonnenblumensamen („Wir pflanzen Bio – keine Menschen“), kompostierbare Kugelschreiber, „Bio macht schön“-Baumwolltaschen und Zünder unter dem Motto „Brennt aus Leidenschaft“. Speziell die Jugend soll „Lieber vor der Wahl stöhnen“ und auf die 200.000 grünen Kondome anspringen – Fair Trade und CO2-neutral, versteht sich; „Gegen Blender“ kommen außerdem knallgrüne Sonnenbrillen zum Einsatz. Die KPÖ-Piraten-Allianz Europa anders hat selbst Hand angelegt und Textilien für ihre Fans bedruckt: Verteilt werden Stofftaschen mit „Es muss anders werden, damit es gut wird“ und T-Shirts, die den Träger als „anders Denker“ outen. Mit orangen Lutschern will wiederum das BZÖ die Wähler locken. und die Liste „EU-Stop“ verteilt schlicht Feuerzeuge. Und was sagt der Verband der Werbemittelhersteller zur EUWahl: „Gerade im Vorfeld der Europawahl 2014 waren wir angehalten, neue Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten für Werbeartikel einzubringen“, so Konrad Godec, Präsident des VÖW (Verband der österreichischen Werbemittelhändler).

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M e di e n

10 – medianet

TV-Landschaft In Österreich spät gestartet, in Europa weit entwickelt – ein Überblick

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On Air: FernsehKontinent Europa

Preis Writing for CEE 2014 ausgeschrieben

Erstmals diskutierten die Spitzenkandidaten senderübergreifend.

Wiein/Berlin. Ein Höhepunkt der EU-Wahl-Berichterstattung war eine Kooperation zwischen ORF und ZDF, in der am 8. Mai ein Duell der beiden Spitzenkandidaten der zwei größten Fraktionen zur Europawahl, Martin Schulz und Jean-Claude Juncker, ausgestrahlt wurde. Geleitet wurde die Sendung von ORF-Moderatorin Ingrid Thurnher und ZDF-CR Peter Frey.

© APA/EPA/Olivier Hoslet

Nominierte für den Civis-Medienpreis fix

Civis-Schirmherr ist u.a. der Präsident des Europäischen Parlaments.

Wien. Die nominierten des Civis Medienpreises 2014 stehen fest. Insgesamt gehen 25 Radio-, Fernseh- und Onlineprogramme ins Rennen um den renommierten europäischen Medienpreis: Je vier Nominierungen erhalten der Österreichische Rundfunk (ORF) und der Westdeutsche Rundfunk (WDR). Der Südwestrundfunk (SWR) ist dreimal nominiert, je zwei Nominierungen erhalten das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) sowie das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF). Je eine Nominierung geht an den Bayerischen Rundfunk (BR), den Hessischen Rundfunk (hr), den Kinderkanal von ARD und ZDF (KiKa), den niederländischen christlichen Radio Zusammenschluss (KRO-NCRV), die italienische RAI Educational und Bulgarian National Television (BNT). Am Wettbewerb 2014 nahmen insgesamt 709 Programmangebote aus 23 EUStaaten und der Schweiz teil, ein neuer Einreichungsrekord. Der Civis Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa wird am 8. Mai 2014 in Berlin verliehen. (red)

T V-seh dauer

Jürgen Hofer

Wien. Nach ersten lokal ambitionierten Versuchen in den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Entwicklung des österreichischen TV-Markts in Richtung Vielfalt mit dem Privatfernsehgesetz vom August 2001 – wenig später ging ATV als erster terrestrischer Privatsender Österreichs on air. Es folgte drei Jahre später PulsTV, heute Puls 4, sowie in weiterer Folge Austria 9 TV, Servus TV sowie der zweite ATV-Kanal ATV2 als österreichweit empfangbare Privatsender. Dominiert wird der Markt nach wie vor vom ehemaligen Monopolisten ORF, der mit seinen Sendern 2013 mehr als ein Drittel der Marktanteile generierte, und den Programmfenstern der deutschen Privaten der ProSiebenSat.1 Puls 4- sowie der RTL-Gruppe. Hinzu kommt der steigende Stellenwert des Pay TV-Anbieters Sky mit mittlerweile über 300.000 zahlenden Abonnenten hierzulande.

in Minuten/Tag Rumänien 326 Serbien 307 Ungarn 286 Portugal 284 Griechenland 273 Italien 257 Spanien 246 Türkei 242 Großbritannien 241 Frankreich 230 Deutschland 222 Irland 203 Tschechien 201 Niederlande 196 Dänemark 195 Schweden 164 Österreich 160 Europa gesamt 235 USA 292

© Panthermedia.net/Gualtiero Boffi

© APA/Georg Hochmuth

Zur Wahl: gemeinsame Sendung von ORF & ZDF

235 Minuten sehen die Europäer im Schnitt täglich fern; 11.000 Sender sind europaweit verfügbar.

Eine Auswahl. Quelle: IP Deutschland, TV International Key Facts 2013

So unterschiedlich wie die Fernsehlandschaften an sich gestaltet

sich europaweit gesehen auch die tägliche Fernsehnutzung. Während vor allem südländische Konsumenten als wahre TV-Junkies gelten, weisen Märkte wie Österreich, Schweden oder Dänemark vergleichsweise wenig tägliche Sehdauer auf (siehe Tabelle oben). Im Schnitt sahen die Europäer 2012 knapp vier Stunden pro Tag fern, exakt waren es 235 Minuten. Damit liegen die Europäer weit hinter den US-Amerikanern, die beinahe fünf Stunden pro Tag fernsehen. Europäischer Spitzenreiter ist Rumänien mit 326 Minuten pro Tag. Gestiegen ist neben der Nutzung auch die Zahl der Sender: 2012 kamen laut Europäische Audiovisuelle Informationsstelle 369 Sender dazu, 154 davon starteten in HD. Allerdings stellten auch 62 Sender ihren Betrieb ein. 11.000 Sender sind derzeit verfügbar, knapp 8.300 davon haben ihren Sitz in einem EU-Staat.

Zahlen 140 Mio. besitzen drei Geräte; drei Viertel HD-fähig

Umsatz In Europa

TV Kinder TV-Sender

Wien. Knapp 140 Millionen Europäer und damit ein Fünftel der europäischen Gesamtbevölkerung besitzen drei Endgeräte mit Bildschirm, so die Ergebnisse der Crossmedia-Nutzungsstudie Mediascope Europe aus 2013. 84% dieser Multiscreen-User sind während des TV-Konsums zudem mit dem Web verbunden – die Zeit, die mit Surfen verbracht wird, steigt mit der Anzahl der verfügbaren Endgeräte, der TV-Konsum nimmt in Konkurrenz aber nur unwesentlich ab.

Wien. 311 Milliarden Euro waren die Einnahmen der TV-Industrie im Jahr 2012 weltweit schwer, so die Daten des Eighth Annual International Communications Market Report der britischen Medienaufsicht OFCOM. Gut die Hälfte davon, nämlich 157 Milliarden Euro, der globalen TV-Umsätze wurden über Pay TV erwirtschaftet, ca. 40 Prozent gehen auf Werbeerlöse zurück, nur 28 Milliarden der gesamten 311 Milliarden Euro entstammen staatlicher Finanzierung.

Wien. Mit Stand 2013 existierten mehr als 300 TV-Sender für Kinder in Europa; 280 davon kommen aus der europäischen Union, verlautbarte die Europäische Audivisuelle Informationsstelle. Das stärkste Wachstum verbuchte der Markt für Kinderfernsehen dabei in den Jahren von 2006 bis 2010, als die Anbieter Disney, Cartoon Network, Nickelodeon und Boomerang ihr Engagement massiv verstärkten. Bis Ende 1995 existierten europaweit zehn Kinderfernsehsender, bis 2000 wuchsen diese auf 38, bis 2005 auf 99 Sender an. Explodiert ist diese Anzahl dann ab 2006: Von 99 auf 270 Sender wuchs die Anzahl an – in weiterer Folge bis 2013 auf 309 Kinder-TV-Sender. 63 davon entfallen auf Anbieter Disney, 44 auf Nickelodeon, 29 auf das Cartoon Network, 21 auf Boomerang, die restlichen 152 auf andere. Mehr als 80 Kindersender strahlen dabei nur auf nationaler Ebene aus, im Gegensatz dazu ist der deutsche Sender Super RTL beispielsweise gleich in 19 europäischen Ländern empfangbar.

Europaweit werden 11.000 TV-Sender ausgestrahlt, 8.300 haben ihren Sitz in der EU.

auf: Zwar bilden der öffentliche Radiotelevisione Italia RAI und die Sender der Mediaset-Gruppe beinahe ein Duopol – darüber hinaus existieren aber landesweit an die 800 lokale Sender. Stark geprägt durch die ausländische Konkurrenz gestaltet sich beispielsweise der schwedische TV-Markt: Neben dem öffentlichen Sveriges Television und den Sendern der Bonnier-Gruppe strahlen aus Großbritannien die Angebote der Viasat und SBS Discovery Media stark ein; dazu kommen an die 70 Sender, die regional verankert sind. Ein gegenteiliges Bild zeigt sich bei Nachbar Finnland, wo der ausländische Einfluss aufgrund

Unterschiedliche Märkte In anderen Teilen Europas ging die Entwicklung – bis 2003 war Österreich der letzte Staat Europas ohne frei über Antenne empfangbares Privatfernsehen – früher vonstatten. In Deutschland begann der Einzug des Privatfernsehens bereits in den 80er-Jahren, heute dominieren die öffentlich-rechtlichen Sender mit ARD, ZDF und den dritten Programmen sowie die Gruppen der ProSiebenSat.1 und RTL den Fernsehmarkt. Daneben existieren rund 250 landesweite, regionale und lokale Fernsehanbieter. Einen ebenfalls weit fragmentierten Fernsehmarkt weist Italien

TV: Fast jeder Europäer hat einen

es 2011 noch unter 10%, stieg der Anteil 2012 auf knapp 14%. In Österreich werden im Schnitt 3,7 Geräte für durchschnittlich rund 12 Stunden täglich genutzt; neben Laptop und Smartphone besitzen 76% ein Standard-TV-Gerät und 24% einen Smart-TV, so Ergebnisse einer Erhebung des Vermarkters Goldbach. Erfolgt eine Parallelnutzung zum TV, greifen 81% auf das Smartphone, 78% auf ein Tablet zurück. (hof)

Generell wird in der Europäischen Union von ca. 86% der TVHaushalte digitales Fernsehen konsumiert, analoge terrestrische Signale werden nur noch von knapp 1% empfangen. Mit beinahe 98% verfügt fast jeder Haushalt in Europa über ein TV-Gerät, knapp zwei Drittel besitzen sogar zwei oder mehrere Fernseher. Drei Viertel der Geräte sind dabei bereits High-Definition-fähig. Auch internetfähige TVGeräte sind am Vormarsch: Waren

der Sprache weitaus geringer ist; hier sind der staatliche Yleisradio sowie die Sender der Sanoma Gruppe und der Bonnier Gruppe bedeutende Player. Eine grundsätzlich ähnliche Aufteilung wie in Österreich herrscht am holländischen Markt vor: Einerseits der öffentliche NPO, andererseits die einstrahlende RTLGruppe sowie unter einer Senderfamilie agierende Private – dazu ein öffentlich-rechtlicher TV- und Radiosender für jede der zwölf Provinzen.

8.300 Sender mit Sitz in EU

Über 60 Mrd. €

USA weltweit führend

86% digitales Fernsehen

© Panthermedia.net/Goodluz

Wien. Die APA – Austria Presse Agentur und die UniCredit Bank Austria schreiben heuer zum elften Mal den internationalen Journalistenpreis „Writing for CEE“ aus. Journalisten aus ganz Europa sind eingeladen, sich zu bewerben – mit Beiträgen, die sich mit Mittel- und Osteuropa (Central and Eastern Europe) beschäftigen oder Relevanz für den CEERaum haben. Das Preisgeld beträgt 5.000 €.

Freitag, 23. Mai 2014

Ein Trend beim Fernsehen: die Nutzung von Second Screens wie Tablets.

Weltweit führend als umsatzstärktster TV-Markt waren dabei die USA (128 Mrd. Euro), gefolgt von Europa mit 62,9 Milliarden Euro. Führend in Europa war 2012 Großbritannien (14,4 Mrd. Euro), gefolgt von Deutschland mit 13,6 Milliarden Euro, gefolgt von Frankreich – allesamt von der OFCOM mit Wachstumsraten ausgewiesen. Für den TV-Werbemarkt im Jahr 2012 vermelden zehn der 23 EULänder, aus denen Daten vorliegen, einen Anstieg. Schweden liefert mit 18,1 Prozent das größte Plus.

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*Quelle: AGTT/GfK TELETEST; Gesamtjahr 2013; Kinder 3-13 Jahre

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M e di e n

12 – medianet

Freitag, 23. Mai 2014

Presselandschaft 2,5 Milliarden Menschen konsumieren weltweit täglich eine gedruckte Zeitung

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Europa der Vielfalt – auch am Printmarkt

Europa vorbildlich in Sachen Pressefreiheit Wien. 71 Journalisten wurden 2013 weltweit getötet, so die Jahresbilanz für 2013 der Organisation Reporter ohne Grenzen. 826 Journalisten wurden festgenommen, 2.160 Journalisten angegriffen oder bedroht, 87 Journalisten entführt und 77 Journalisten sind aus ihrem Heimatland geflohen. Als fünf gefährlichste Länder für Journalisten nennt die Organisation Syrien, Somalia, Indien, Pakistan und die Philippinen. In der von „Reporter ohne Grenzen“ veröffentlichten Rangliste der Pressefreiheit finden sich 2014 neun europäische Länder in den Top Ten, an der Spitze Finnland vor den Niederlanden und Norwegen – Österreich rangiert auf Platz 12.

Auf jeden vierten Österreicher entfällt eine gedruckte Zeitung, in Italien nicht einmal auf jeden zehnten. Wien. Zwar kämpfen Zeitungsverleger weltweit mit Auflagenrückgängen, aber immer noch liest die Hälfte der Weltbevölkerung täglich Zeitung. 2,5 Milliarden Menschen konsumieren diese in gedruckter Form, über 600 Millionen digital, so die Zahlen der World Association of Newspapers and News Publishers WAN-IFRA. Zuwächse für Kaufzeitungen waren zuletzt im asiatischen Raum sowie in Lateinamerika zu verzeichnen, in Europa ist der Trend rückläufig: Weltweit sanken die Printauflagen 2012 um 0,9%, in Westeuropa um minus 5,3% und in Osteuopa um Minus 8,2%. Österreich stemmt sich gegen den Europa-Trend; hierzulande mussten Kaufzeitungen ihre Auflagen um 4,4% zurückschrauben.

Zeitung in der Schule mit EU-Wahl-Special

„Unabhängig & ausgewogen“

© ZiS/VÖZ

Der Rückgang sei bedauerlich, „aber in Anbetracht des Hyperangebots am digitalen Medienmarkt sowie der Konkurrenz durch die Gratisblätter durchaus ein respektables Ergebnis der heimischen Kaufzeitungen“, so Gerald Grünber-

Alle Fragen zur Europäischen Union, aufbereitet speziell für Schüler.

Das Angebot an Zeitungen ist quer durch Europa groß – auch hier in Griechenland.

ger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen VÖZ. Es gelte, Antworten auf die Digitalisierung zu finden, „doch wir sind überzeugt, dass Kaufzeitungen den Rezipienten die unabhängigsten und ausgewogensten Inhalte liefern und damit einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Demokratie leisten“, betont Grünberger. Optimistisch sieht es auch der CEO der WAN-IFRA: „Auch wenn

Ta ge skau f z e it u n g e n

Wien. Anlässlich der EU-Wahl am 25. Mai bringt „Zeitung in der Schule“ eine Zeitung heraus, die Erstwählern eine umfassende Information über die Europäische Union bieten soll. Hintergründe und Zusammenhänge der Europapolitik und deren Relevanz für Österreich werden erklärt und sollen so zur weiterführenden Auseinandersetzung mit der medialen Berichterstattung anregen. Zeitung in der Schule ZiS ist ein unabhängiger Verein, gegründet 1995 vom Verband Österreichischer Zeitungen VÖZ. Die Publikation ist für Schulklassen kostenlos erhältlich. Weitere Informationen finden sich unter:  www.zis.at

Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Großbritannien Irland Italien Niederlande Österreich Schweden

Anzahl (national) 23 32 (9) 353 (10) 48 (6) 85 (24) 84 (11) 9 (8) 97 (26) 28 (9) 14 84 (4)

Auflage 1.348.000 967.000 18.522.000 1.912.000 7.115.000 13.504.000 625.000 4.459.000 3.359.000 1.997.000 2.939.000

Auflage/1.000 Erwachsene 147,3 211,2 261,6 425,2 133,2 260,7 177,1 85,4 244,0 277,5 372,7

Quelle: Uni Zürich, IPMZ Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung

die verkauften Auflagen sinken, erreichen Zeitungen eine große Anzahl an Lesern – Print, Online und Mobil –, und die aktuellen Trends zeigen, dass sich Werbung im Print gut entwickelt und in vielen Ländern zulegt“, so Vincent Peyrègne. „Die Fragmentierung der Märkte ist eine Bedrohung für unser Geschäftsmodell, aber auch eine Chance, um zu unserer eigentlichen Mission und unseren Werten zurückzukehren: die Stärkung freier Bürger durch die Bereitstellung von Nachrichten und Informationen, die für die Entscheidungsfindung in einer Gesellschaft erforderlich sind“, führt Peyrègne weiter aus.

100 Millionen pro Tag Europaweit werden täglich Millionen Zeitungen gedruckt, der Wert des Zeitungsmarkts betrug laut WAN-IFRA im Jahr 2008 36 Milliarden Euro – dieser Betrag sank in den Folgejahren und pendelte sich um die 30 Milliarden ein.

2008 kam die Auflage der Kaufund Gratiszeitungen in Europa im Durchschnitt noch auf knapp 140 Millionen Exemplare, dieser Wert sank in den Folgejahren bis 2012 auf etwa 100 Millionen Stück Auflage. Die durchschnittliche Auflage im Bereich der Kaufzeitungen ist dabei mit knapp 400 Stück pro 1.000 Lesern in Norwegen am größten, gefolgt von Finnland, der Schweiz, Österreich und Schweden. Als Schlusslichter, also jene Länder mit der geringsten Auflagenzahl im Vergleich zur Einwohnerschaft, rangieren die Ukraine, Portugal und Rumänien. Im Bereich der regionalen und lokalen Tages-Kaufzeitungen ergibt sich ein anderes Bild: Zwar sind die Top Drei die selben Nationen in anderer Reihenfolge, Österreich rutscht aber ab – siehe Tabelle. regional e und lokal e Tages -kaufzeitungen

Norwegen Schweiz Finnland Deutschland Schweden Niederlande Österreich Frankreich Dänemark Ungarn Großbritannien Estland Belgien Italien Polen Kroatien Tschechien Rumänien Ukraine Irland Portugal

Auflage/1000 Erw. 313 282 246 232 223 104 95 93 83 69 46 42 41 37 24 22 21 12 8 5 5

Quelle: WAN-IFRA World Press Trends 2013

Presseförderung Österreich kürzt die Presseförderung; Europa geht unterschiedliche Wege – ein Überblick

Von MwSt-Erlass bis Stimulierungsfonds Wien. Eine „bittere Pille“ nannte VÖZ-Präsident Thomas Kralinger die von der Regierung beschlossene Kürzung der Presseförderung um zwei Millionen Euro diese Woche. „Österreichs Presselandschaft hat sich von der Bundesregierung einen Beitrag zur richtigen Rezeptur für die Bewältigung des Medienwandels erwartet. Wir wurden jedoch mit einer bitteren Pille ent-

täuscht. Gerade die kleinen Regionalzeitungen werden sich sehr hart tun, diese zu schlucken.“ Die Bemühungen gelten aber schon künftigen Reformen: „Medienminister Josef Ostermayer hat im Interview mit den Bundesländerzeitungen angekündigt, die Presseförderung bis 2016 zu reformieren. Damit eine sinnvolle Neuordnung der Presseförderung in 24 Monaten in Kraft treten

© medianet/Christian Mikes

Zehn Artikel für eine freie Presse in Europa Wien/Hamburg. Im Mai 2009 beschlossen und unterzeichneten 48 Chefredakteure und leitende Journalisten aus 19 Staaten in Hamburg die „Europäische Charta für Pressefreiheit“. Zehn Artikel formulieren darin Grundsätze für die Freiheit der Medien gegenüber staatlichen Eingriffen, insbesondere für den Schutz vor Überwachungen, Lauschaktionen und Durchsuchungen von Redaktionen und Computern sowie für den freien Zugang von Journalisten und Bürgern zu allen in- und ausländischen Informationsquellen. Das Ziel der Initiative ist es, die Charta quer durch Europa zu verankern und als Grundlage für die journalistische Arbeit beziehungsweise deren Freiheit heranziehen zu können. Die zehn Artikel sind Online nachzulesen unter: www.pressfreedom.eu(red)

© Orestis Panagiotou/EPA/picturedesk.com

Jürgen Hofer

VÖZ-Präsident Thomas Kralinger will die Reform der Presseförderung vorantreiben.

kann, muss diese zuvor durch die Europäische Union notifiziert werden. Dieses langwierige Verfahren braucht Zeit; daher müssen die Verhandlungen zur Reform jetzt beginnen und dürfen nicht länger verschleppt werden.“

Verschiedenste Maßnahmen International betrachtet, zeigt sich in puncto Presseförderung ein unterschiedliches Bild: Während in Österreich unter den Schlagworten „Vertriebsförderung“, „Besondere Förderung zur Erhaltung der regionalen Vielfalt der Tageszeitungen“ sowie „Qualitätsförderung und Zukunftssicherung“ Gelder ausgeschüttet werden – 10,8 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln waren das im Jahr 2013 –, existiert beispielsweise in Deutschland keine direkte Presseförderung. Bei den Nachbarn werden allerdings Printtitel mittels reduziertem Mehrwertsteuersatz von 7% indirekt gefördert (in Österreich müssen 10% abgeführt werden); darüber hinaus erhält der Presserat Zuschuss aus öffentlichen Geldern,

wie das Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Uni Zürich anführt. In Großbritannien wiederum sind der Presse die komplette Mehrwertssteuer erlassen, was etwa eine dreiviertel Milliarde Euro pro Jahr ausmache. In Italien werden 60% der Tageszeitungen durch öffentliche Mittel gefördert, laut WAN-IFRA standen im Jahr 2013 95,7 Millionen Euro zur Verfügung. In Dänemark wurde die Presseförderung erst 2013 reformiert: Etwa 50 Millionen Euro werden nun über eine plattformneutrale Produktionsförderung statt einer Vertriebsförderung ausgeschüttet, subventioniert werden damit auch Online-Medien. Mit dem sogenannten Stimuleringsfonds voor de Pers regt die niederländische Regierung ihre Presselandschaft an; hier werden beispielsweise Darlehen oder Kredite für die Fortführung der Geschäftstätigkeit vergeben, aber auch Gelder zur Anschubfinanzierung bei neuen Projekten – der Mehrwertsteuersatz liegt bei 6%.  (hof)


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14 – medianet

Freitag, 23. Mai 2014

european broadcasting union

© ORF/Thomas Ramstorfer

europa-bild definieren

1

ORF-Meeting mit der Mitropean Broadcasting Union 1. Richard Kühnel, Kommissionsvertreter in Österreich; Anika ­Nussgraber, Studentin, Teilnehmerin der Jänner-VA; Artemis Vakianis, Sprecherin, Alpbach in Motion – The Alpbach Summit of Emerging Leaders, Botschafter Martin Eichtinger, BMEIA; 2. Das ­Podium fand inter­ essierte Zuhörer.

2

Leitmotiv für Europa: Vertrauen zurückgewinnen

Aufklären hilft EU verstehen Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten kürzlich im Haus der Europäischen Union zum Thema „New Narrative: Ein neues Leitmotiv für Europa“. Die Mitwirkenden waren sich einig: Wir brauchen neue europäische Geschichten, um die Europäische Union für jede/n Europäer und Europäerin greifbar zu machen. Denn: Drei von vier Österreicherinnen und Österreichern glauben, dass sich die Europäische Union in die falsche Richtung entwickelt; viele Bürgerinnen und Bürger haben das Vertrauen in die EU verloren. Dieses Vertrauen muss die EU zurückgewinnen. Die Diskussion wurde von der EU-Kommissionsvertretung und dem Informationsbüro des EUParlaments in Österreich in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Eu- ropa, Integration und Äußeres sowie mit dem Europäischen Forum Alpbach, dessen Politische Gespräche dieses Jahr ebenfalls unter dem Motto „New Narrative for Europe“ stehen, veranstaltet. (fej)

Redner Franz ­Fischler.

26. 27. 27. 28. 30.

Veranstaltung „Quote und Qualität – die Quadratur des Kreises?“ 19 Uhr, FH Wien Ausstellungseröffnung „40 Jahre Zeitgeschehen im ‚profil‘“ von Walter Wobrazek 19 Uhr, West 46 – Projektraum für Fotografie (Wien) Verleihung „Staatspreis Werbung“ 18:30 Uhr, Studio 44, Rennweg 44 (Wien) Präsentation zur Eröffnung „Public Communication. ­Postgradualer Masterlehrgang“ 17 Uhr, FH Joanneum (Graz)  Mobile Marketing Innovation Day 8:30 Uhr, MQ (Wien) http://www.mobilemarketinginnovationday.at/ticket/ Ausstellungs-Pre-Opening: „‚Extraausgabee –!‘ Die Medien und der Krieg 1914–1918“ 12:30 Uhr, Palais Porcia (Wien)  Anmeldung: i5@bka.gv.at

JUNI 3.

2. Österr. Kommunikationstag Public Relations Verband Austria (PRVA) „Strategie und Verantwortung“ Austria Trend Hotel Park Royal Palace Vienna (Wien) www.kommunikationstag-austria.at/programm/

„Wir schätzen die frühe Einladung durch den ORF“

Karriere

tipp des tages

RMS-Tagung: „15. Radio Research Day“ 15 Uhr, Palais Niederösterreich (Wien) 3. Podiumsdiskussion von Reporter ohne Grenzen: „Kriegsberichterstattung – über die Rolle der Medien im Krieg und wie sich diese in den vergangenen Jahrzehnten ­verändert hat“ 19 Uhr, Presseclub Concordia (Wien) Infos: www.concordia.at 5. DMVÖ-Gala und Preisverleihung „Columbus 0.14“ 19 Uhr, Ottakringer Brauerei (Wien)  Anmeldung via www.kommunikationstag-austria.at/programm/ 5. Verleihung „46. Fernsehpreis der Erwachsenenbildung“ und „AxelCorti-Preis““ 18:30 Uhr, Rathaus Wien, Wappensaal Anmeldung: voev@vhs.or.at 13. Media Innovation Day zum Thema „Building Blocks for the New News: Business Models in Formation“ MuseumsQuartier (Wien) 24. ORF-Publikumsrat 10 Uhr, ORF-Zentrum, Atrium (Wien) 27.–29. Internationale Amateurfunk-Ausstellung „Ham Radio“ Friedrichshafen/D  Infos: www.hamradio-friedrichshafen.de

Richard Kühnel EU-Kommisionsvertretung

3.

JUli 3. ORF-Stiftungsrat 10 Uhr, ORF-Zentrum, Atrium (Wien)

© Econ Verlag

26.

Vorausschauend Der European Song Contest ist geschlagen, Österreich hat gewonnen, und alle Welt liebt die Siegerin Conchita Wurst. Für die Verantwortlichen geht die Arbeit für den ESC 2015 damit aber jetzt schon los. Nur eine Woche nach dem Finale in Kopenhagen reiste eine EBU-Delegation unter der Leitung von Song ContestExecutive-Supervisor Jon Ola Sand zu ersten Gesprächen mit der ORF-Geschäftsführung nach Wien. Gemeinsam mit ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, dem Kaufmännischen Direktor des ORF, Richard Grasl, ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner, dem Technischen Direktor des ORF, Michael Götzhaber, sowie den Projektverantwortlichen wurden erste Grundsatzgespräche zu Projektorganisation, Timing und Finanzierung geführt, um einen optimalen Erfahrungsaustausch zu gewährleisten und den Informationsfluss aller involvierten Bereiche von EBU und ORF zu initiieren.

Thema war auch der Austragungsort des „Eurovision Song Contest 2015“: Während bis Anfang Juni ein detailliertes Anforderungsprofil erstellt und an alle Interessenten verschickt wird, steht schon fest, dass die Location sechs Wochen vor dem Event durchgehend zur Verfügung stehen muss, und dass nur geschlossene Veranstaltungshallen ohne Tageslicht-Einfall infrage kommen. Jon Ola Sand, Executive Supervisor der EBU: „Wir schätzen die frühe Einladung des ORF zum Kick-off-Meeting sehr, da sie ein klares BekenntNicht vergessen: Für die nis zu einem erfolgreichen wahlberechtigten 380 Millio‚Eurovision Song Contest nen EU-Bürger gilt es schon 2015‘ ist. Die Grundlage diediesen Sonntag, den Wahl­ ses E ­ rfolgs ist ein früher zettel für die Europawahlen Start – und wir freuen uns auf 2014 abzugeben. die kommenden Herausforderungen.“ (fej)

medianet Branchenkalender Mai

Nach ESC-Sieg: EBU-Treffen in Wien

Europas Drahtzieher Wer hat in Europa wirklich das Sagen? Die Brüssel-Korrespondenten Cerstin Gammelin von der Süddeutsche Zeitung und Raimund Löw vom ORF lassen uns in einem Insider-Report hinter die Kulissen der EU blicken. Anhand vertraulicher Protokolle berichten sie hautnah, wie Faymann und Co nationale Interessen gegeneinander ausspielen und die europäische Idee riskieren. Econ Verlag, 20,60 €, ISBN: 13 9783430201735

© Vertretung der EU-Kommission in Österreich/APA-Fotoservice/Preiss

© Vertretung der EU-Kommission in Österreich/APA-Fotoservice/Bargad (3)

Die EBU zu Gast am Wiener Küniglberg: (v.l.n.r.) Michael Götzhaber (ORFDirektor für Technik, Online und Neue Medien), Richard Grasl (Kaufmännischer Direktor des ORF), ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner, Jon Ola Sand (EBU), ORF-Generaldirektor Alexander ­Wrabetz, Sietse Bakker (EBU).

Wechsel Der bisherige Leiter der österreichischen Vertretung der Europäischen Kommision, Richard Kühnel, wurde zum Chef der Kommisionsvertretung in ­Berlin ernannt und wird künftig als solcher die Interessen der Europäischen Union vertreten.


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