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medianet

inside your business. today.

freitag, 27. Mai 2011 

© Faber-Castell

adeliger jubilar

Die Traditionsmarke Faber-Castell feiert heuer ihren 250. Geburtstag  Seite 11

© Monika Loeff/Sattlerhof

luxury brands&retail rar & Hochprozentig

Weingut Sattlerhof bringt 32jährigen Generationenbrand auf den Markt Seite 13

Hot & cool Edeluhren im retro-look

© Eterna

Das Maß aller Dinge

© Zegna

Guter Geschmack Je globaler und vernetzter die Welt, ­desto höher steht Individualität im Kurs. Exklusive Sonder­anfertigungen nach Maß und Kleinserien – vom Maß­anzug über den Edelfüller bis zum Auto – gelten daher ganz zu Recht als der ultimative Luxus.  Seite 4

Noblesse

22 © Nikolaus Koliusis

Vorbildlich

16 © Kleidermanufaktur Habsburg (2)

© Chanel

14

Kaufrausch

im globalen Luxus-Biz

zieht weltweit an

in neuer Dimension

Mode und Kosmetik der französischen Edelmarke Chanel sind die Bestseller in der Luxusklasse.

Die Kleidermanufaktur Habsburg hat sich erfolgreich am internationalen Modeparkett etabliert.

Der neue Kastner & Öhler in Graz wurde zum ­schönsten Departement-Store der Welt gekürt.


www.missdior.com


Lu x u r y w o rl d

Freitag, 27. Mai 2011

luxury brands&retail – 3

Editorial

© brandtrust

Handwerk hat ­ oldenen Boden g

Peter Mosser

H

© Daimler

top 10 size matters Da sag noch einer, auf die Länge käme es nicht an. nt-tv.de hat eine Liste der längsten Limousinen veröffentlicht und wir sagen Ihnen, was sie kosten.

Modell 1. Maybach 62 2. Rolls-Royce Phantom 3. Bentley ­Mulsanne 4. Rolls-Royce Ghost 5. Bentley Flying Spur

Coco Chanel schaffte geschickt Begehrlichkeiten für Produkte, die zum Leben nicht unbedingt nötig sind. Und auch ihre Nachfolger wissen um das Geheimnis der Führung einer Luxusmarke bestens Bescheid.

Luxury

sells

Klaus-Dieter Koch

Rar und deshalb begehrlich Sollen Luxusmarken funktionieren, müssen sie ausschließen. Klaus-Dieter Koch

Nürnberg. Die Luxusindustrie boomt. Exportzahlen der klassischen luxusgut-exportierenden europäischen Länder (Frankreich, Italien, Schweiz, Deutschland) schießen in ungeahnte Höhen. Firmenübernahmen, wie jüngst Bulgari, sind in vollem Gang und einige stehen noch bevor. Selbst staatliche Luxusunternehmen wie Meissen wagen sich an eine bisher nie dagewesene Markendehnung heran, um sich in die Zukunft zu retten. Alles gut im Luxusland? Mitnichten. Gerade wenn Gier und Unersättlichkeit nach einer kurzen, aber intensiven Zeit des Darbens wieder die Oberhand gewinnen, machen ambitionierte Jungmanager wieder die gleichen klassischen Fehler.

Gut Ding braucht Weile Einer der größten Fehler, der beim Aufbau oder dem Management einer Luxusmarke gemacht wird, ist, das Timing zu unterschätzen. Lern- und Entscheidungszyklen dauern beim Luxuskonsum am längsten. Weniger aus monetären Gründen (obwohl Ansparen ebenfalls Einfluss haben kann), sondern mehr in der Ausbildung des Sinns für hintergründige Qualität, für vielschichtige Codes sowie kontextuelle Einordnung und Kennerschaft der Marken, ihrer Aussagen und Produkte. Da Luxuspro-

dukte sehr oft auch nicht lebensnotwendig sind, bestehen häufig keinerlei Kaufnotwendigkeiten. Deshalb ist beim Aufbau einer Luxusmarke eher in Dekaden denn in Jahren zu rechnen und Businesspläne, die in zu kurzer Zeit zu viel erreichen wollen, sollte man mit größter Vorsicht genießen.

Social Media ist ein Tabu Im Zusammenhang mit Luxusmarken fällt immer sehr schnell das Wort „exklusiv“. Exklusiv kommt aus dem Lateinischen „excludere“ und das heißt „ausschließen“. Luxusmarken müssen ausschließen: durch ihren Preis, ihre Erhältlichkeit, ihre Produktsprache und ihre Codes. Luxusmarken, die aus lauter Wachstumsgier diesen Grundsatz nicht beachten, geraten sehr schnell in die Gefahr, gewöhnlich zu werden und Gewöhnlichkeit ist der größte Feind aller Marken. Luxusmarken erreichen ihre Begehrlichkeit u.a. dadurch, dass sie sich rar machen (‚Willst du gelten, mach dich selten‘). Um funktionieren zu können und das gewünschte Preispremium zu erreichen, darf eine Luxusmarke nicht einfach zu bekommen oder zu erreichen sein. Vorbilder und Idole leben von der Unerreichbarkeit. In vertrieblicher Hinsicht mussten das bereits alle Luxusmarken lernen, die in der Vergangenheit in zu vielen Geschäften und Waren-

häusern erhältlich waren. Die Durchschnittspreise sanken zwangsläufig ab und die für eine echte Luxusmarke so wichtige, globale einheitliche Markenwelt erodierte. In der Folge reduzierten die Luxushäuser ihre Distribution massiv und wurden teilweise selbst zu Einzelhändlern, um ihre Marken komplett in der eigenen Hand zu haben.

„Egal wie arm eine Volkswirtschaft ist: Rund acht Prozent der Bevölkerung gelten als wohlstän­ dig und luxusaffin.“ Klaus-Dieter Koch

Deshalb sind Social Media-Aktivitäten für echte Luxusmarken tabu. Luxusmarken müssen (ver)führen und dürfen nicht nachlaufen. Das ranwanzen an potenzielle Kunden sollen sie den Pseudomarken und ihren Graumarkthändlern überlassen, die davon leben, sich jedem ungefragt aufzudrängen. Eine wichtige Erkenntnis unserer Arbeit lautet: Luxury sells.

Egal wie arm eine Volkswirtschaft ist: Rund 8% der Bevölkerung können als wohlständig und luxusaffin gelten, was in Riesenökonomien wie China oder Indien (zusammen ca. 2,3 Mrd. Menschen) 184 Mio. Luxuskunden ergibt.

Reife Märkte segmentieren Diese neuen Märkte beginnen gerade erst, sich zu segmentieren und Marktsegmentierungen beginnen immer Top-Down und damit kommt den Luxusmarken eine zusätzliche, volkswirtschaftlich relevante Bedeutung zu. Durch die Kunst, Lebensknappheiten wie Wünsche, Träume, Sehnsüchte und Hoffnungen anzusprechen und zu befriedigen, schärfen sie den Sinn für Qualität und Kennerschaft in ihrer Zielgruppe und tragen dazu bei, differenziert einzukaufen, was wiederum Wertschöpfung und Nachhaltigkeit fördert.

FactS Klaus-Dieter Koch ist Gründer und Managing Partner der Brand:Trust GmbH, Brand Strategy Consultants, mit Sitz in Nürnberg und Verfasser von Reiz ist Geil – in 7 Schritten zur attraktiven Marke (2006) und Was Marken unwiderstehlich macht – 101 Wege zur Begehrlichkeit (2009). Er ist auf MarkenStrategie­beratung spezialisiert.  www.brand-trust.de

Länge m/Preis € 6,17/458.388 6,09/462.315

hugo boss

lvmh

5,58 /289.170 5,40/253.470 5,29/178.143

6. Audi A8

5,14/80.600

7. Jaguar XJ

5,15/87.300

8. Mercedes S-Klasse

5,21/80.206

9. BMW 7er-Reihe

5,21/78.000

10. VW Phaeton

Luxusmarken müs­ sen ausschließen: Durch Preis, Erhält­ lichkeit, Produkt­ sprache und Codes. Luxusmarken, die diesen Grundsatz nicht beachten, ­geraten sehr schnell in die Gefahr, ge­ wöhnlich zu werden.“

© Chanel

andwerk hat goldenen Boden, sagte man früher mal. Nun, nach Jahrzehnten, in denen es alles andere als schick war, mit seinen Händen sein täglich Brot zu erarbeiten, sind die guten Handwerker plötzlich wieder gefragt, während es für viele Akademiker immer härter wird, mit ihrer unversitären Ausbildung ein Job zu finden. Auch die Luxusbranche leidet unter diesem Mangel an gut ausgebildeten Handwerkern. Denn Personal Customizing oder Anfertigungen nach Sonderwünschen der Kunden bringen einem Unternehmen genau das Mehr an exklusiver Individualität, das das Image des Luxusunternehmens in die lichtesten Höhen der Begehrlichkeit erhebt. Bei Louis Vuitton ist diese individuelle Spezialanfertigung längst Tradition und die Highlights aus knapp 150 Jahren werden derzeit mit der Ausstellung ‚Voyages‘ stolz im Nationalmuseum Peking gezeigt. Auch andere Luxusartikler sind auf diesen Zug aufgesprungen. So bietet Montblanc nach Maß gefertigte Schreibgeräte an und der Wiener Juwelier Anton Heldwein meint, dass Sonderanfertigungen für ein Viertel seines Umsatzes gut sind. Bleibt zu hoffen, dass sich das Image der Handwerker in der Öffentlichkeit bald bessert, denn bereits jetzt tut sich die Luxusbranche schwer, Meister ihres (Handarbeits-)Fachs zu finden. Aber immer mehr Kunden reflektieren auf ihr individuelles Luxusstück.

5,18/75.200

Quelle: http://www.n-tv.de/auto/Die-laengsten­Luxuslimousinen-article2941096.html

Die deutsche Hugo Boss AG jagt von Rekord zu Rekord – ebenso wie der Umsatz; auch Marktführer LVMH findet zu alter Stärke zurück.

überraschung? Das wirkt Die Aktie des weltgrößten Luxusgiganten LVMH (WKN: 853292/ISIN: FR0000121014) schießt empor, seit der französische Gigant Mitte April Zahlen für das erste Quartal 2011 veröffentlicht hat. Der Umsatz stieg um 17% auf 5,25 Mrd. €, Analysten hatten bloß 5 Mrd. erwartet. Der gleiche Überraschungseffekt wirkt bei Hugo Boss (WKN: 524550/ISIN: DE0005245500): Die Aktie hat sich in 12 Monaten im Kurs mehr als verdoppelt; Hugo Boss hat zuletzt 21% Umsatzplus vermeldet und die Erwartung neuer Rekorde verkündet.


lu x u r y c ov e r

4 – luxury brands&retail

Freitag, 27. Mai 2011

gastkommentar

© Sissi Furgler Fotografie

Werte zählen heute mehr als Preise

gerhard krispl

short

© Montblanc

N

Handwerk hat goldenen Boden – bei den teuren Sonderanfertigungen nach Kundenwunsch, die Montblanc in speziellen Ateliers fertigt, trifft das mit Sicherheit zu.

Maßarbeit – für den

ganz persönlichen Luxus

Große Marken und kleine Manufakturen erfüllen den wachsenden Wunsch nach Individualität. hergestellt wurde – unter anderem ein Luxus-Campingbett im Koffer, gefertigt 1878 für den Kongo-Forscher Pierre Savorgnan de Brazza – zeigt Louis Vuitton noch bis 30. August im Rahmen der Ausstellung „Voyages” im chinesischen Nationalmuseum von Peking. Montblanc hat den Edeltrend zu Einzelstücken vor einigen Jahren erkannt und fertigt in speziellen Artisan-Ateliers Schreibgeräte, Lederwaren und Uhren nach Maß. „Dieser Service wird sehr gern in Anspruch genommen”, weiß Thomas Mönnich, GF von Montblanc in Österreich. Extrawürste in Sachen Füllfeder brät die Nobelmarke ab rund 200.000 €. Der gesamte Entstehungsprozess kann – falls

britta biron

Wien/Hamburg/Paris. Die steigenden Verkaufszahlen, über die sich die Luxusindustrie weltweit freut, haben auch ihre Schattenseiten. Wenn es nämlich darum geht, sich in einer zunehmend globalen und vernetzten Welt von der Masse durch ein wenig Einzigartigkeit abzuheben, taugen die üblichen Must-haves aus der Luxusindustrie immer weniger. Gefragt ist hier statt Luxus in Masse Maßarbeit. Für das Mehr an Individualität und die Erfüllung von Sonderwünschen sind die Kunden auch gern bereit, wenn´s sein muss ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen.

30% Gagenplus für die Topmodels

„Ein maßgefertig-

New York. Vom Boom in der Luxusindustrie profitieren auch jene Damen, die sprichwörtlich als Werbeträgerinnen fungieren. Spitzenverdienerin 2010 ist Gisele Bündchen mit 31,4 Mio €, Heidi Klum kassierte 14 Mio € und Kate Moss 9,4 Mio €  www.forbes.com

tes Stück ist für viele der ultimative Luxus“ anton heldwein

impressum

Vorstand: Markus Bauer Herausgeber: Chris Radda, Paul Leitenmüller, Germanos Athanasiadis Verlagsleitung: Paul Leitenmüller Chefredaktion: Chris Radda medianet luxury brands & retail Chefredakteur: Peter Mosser (pm) Leitende Redakteurin: Britta Biron (bb) Foto­redakteur: Jürgen Kretten Lektorat: Christoph Strolz Grafik/Produktion: Raimund Appl, Peter Farkas Lithografie: Beate Schmid, Berat Qelaj Anzeigenproduktion: Aleksandar Milenkovic Druck: Bösmüller, A-2000 Stockerau. Es gelten unsere All­gemeinen Geschäfts­ bedingungen; Gerichtsstand ist Wien. Gastbeiträge müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion decken.

Bei Louis Vuitton haben Sonderanfertigungen eine lange Tradition, die auch weiter hochgehalten und gern in Anspruch genommen wird. Vom Mon Monogram-Service, das durch farbige Streifen und Monogramme aus Speedy, Keepall und Pegasus personalisierte Einzelstücke macht, über Made-toorder, wo man Material und Farbe des gewünschten Produkts nach eigenen Wünschen wählen kann, bis zur Königsklasse für Individualisten, dem Custom-made-Service. Highlights dessen, was im Laufe von fast 150 Jahren dabei im Atelier im Pariser Vorort Asnière schon

nach Maßbekleidung steigt ­ständig.“ annemarie mölzer

die Zeit für regelmäßige Besuche im Atelier fehlt – auch via Webcam hautnah verfolgt werden. Oft bringen die Kunden Materialien, die für sie eine besondere Bedeutung haben, um sie in eine solche Sonderanfertigung einarbeiten zu lassen. Eine Herausforderung, vor der auch der Wiener Juwelier Anton Heldwein regelmäßig steht. „Etwa ein Viertel des Umsatzes machen wir mit Sonderanfertigungen und Umarbeitungen. Das ist ein Bereich, der besonders viel Freude macht und wo man sich auch gut vom Mitbewerb abgrenzen kann”, sagt er. Verarbeitet werden nicht nur Edelsteine und Edelmetalle; auch scheinbar Banales wie hüb-

sche Steine, Holz oder Urlaubssouveniers werden bei Heldwein zu schmucken Unikaten. „Es braucht natürlich viel Erfahrung, Wissen um die unterschiedlichen Materialien, handwerkliches Know-how und künstlerisches Gespür, um die Wünsche des Kunden perfekt umzusetzen”, erklärt er. Seit Kurzem setzt er ein speziell für Juweliere entwickeltes CAD-Programm ein, wo der Kunde schon in der Entwurfsphase ein sehr realistisches Bild vom späteren Stück erhält. „Man muss mit der Zeit gehen und innovativ sein. Die Basis für alles Neue ist aber die Tradition”, ist er überzeugt.

Wirklich einzigartig Auf eine große Tradition kann auch das heimische Schneidergewerbe zurückblicken, das ebenfalls vom neuen Trend zur Individualität profitiert. Der Maßanzug von Knize Schmuckset aus Bronze, Gold und Diamanten von Juwelier Heldwein.

© Heldwein (3)

Medieninhaber: medianet Verlag AG 1110 Wien, Geiselbergstraße 15 http://www.medianet.at

„Die Nachfrage

© WKO

och nie zuvor in der Geschichte hatte Individualität einen derart großen Stellenwert wie heute. Die Marketingexperten sind kaum nachgekommen, neue, immer differenziertere Zielgruppen zu definieren, denn mit den herkömmlichen Rastern wie Alter, Geschlecht, soziale Stellung, Schulbildung, Wohnort, etc. ließen sich die Wünsche und Sehnsüchte der Konsumenten kaum noch dingfest machen. Gleichzeitig boten die zunehmende Globalisierung und der wachsende technische Fortschritt neue Produktionsmöglichkeiten und größere Stückzahlen. Aber die Menschen wehren sich zunehmend gegen Massenwaren und suchen in einer immer industrialisierteren Welt nach Produkten, die mehr sind als Konsumgüter. Der Konsument ist kritischer geworden – gerade im Luxussegment. Er will nach wie vor schöne und exquisite Dinge. Er liebt Luxus, aber er versteht ihn zunehmend nicht als den Besitz möglichst vieler Dinge, sondern von Dingen, die seinen Wünschen, seiner Persönlichkeit und seinem Leben entsprechen. Er schaut in erster Linie auf den Wert eines Produkts, hinterfragt die Produktionsmethoden (die sowohl seinen ökologischen als auch sozialen Anforderungen entsprechen müssen). Er legt Wert auf das Image der Marke, die dahintersteht. Wenn das passt, zahlt er auch hohe Preise gern.

Juwelier Anton Heldwein mit einem seiner Goldschmiede im Atelier


(gegründet 1858) gilt noch immer als ein Must-have für den Mann von Welt und Inhaber Rudolf Niedersüß, der 1956 als Praktikant ins Unternehmen kam, als weit über die Grenzen der Stadt anerkannter Experte in Sachen Männermode. Auch wenn sich die Branche nicht ganz so glamourös präsentiert wie die Kollegen der französischen Haute Couture, stellt ihre Arbeit die anspruchsvolle Klientel modisch mehr als zufrieden. „Die zunehmende Uniformierung der Mode durch große internationale Marken bietet zwar Trends, geht aber nicht auf persönliche Wünsche oder Bedürfnisse ein”, sagt Annemarie Mölzer, Bundes-innungsmeisterin der Mode- und Bekleidungstechnik der WKO und auch selbst Inhaberin eines edlen CoutureSalons. „Viele Menschen müssen in ihrem Job gut gekleidet sein und begeben sich dafür immer öfter in kompetente Schneiderhände. Außerdem ist es ein Zeichen eines gehobenen Lebensstandards, seinen persönlichen Stil auch durch individuelle Kleidung zu unterstreichen.” Ein weiterer, ganz praktischer Grund, der ihrer Meinung nach neben der Unabhängigkeit von Trendfarben und -schnitten für die Maßarbeit spricht, ist die Passform. „Kaum jemand hat die Figur, um perfekt in massengefertigte Größen zu passen”, spricht sie ein Problem an, das selbst Kunden von Nobellabels nicht unbekannt ist. Einen eindrucksvollen Beweis ihres Könnens liefern die österreichischen Coutures regelmäßig bei nationalen und internationalen Events. Im Juli beim „Haute Couture Austria Award“ und im August beim „World Congress of Mastertailors“ in Rom, wo die heimische Haute Couture mit 20 Modellen vertreten sein wird. „Es ist enorm wichtig, sich an solchen Wettbewerben zu beteiligen, einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, mit Kollegen auszutauschen, zu sehen, was der Mitbewerb macht – besonders in einer Branche, wo ständig neue Ideen und Kreativität gefordert sind”, weiß die Expertin. Und gut für das Geschäft sei es zudem. „Laufstegfotos von eigenen Krea-tionen, vorgeführt von Topmodels: Da ist jede Schneiderin stolz, ihren Kunden so etwas zeigen zu können.”

Nicht von der Stange

© Louis Vuitton

Vielleicht geht ja in Rom ein neuer österreichischer Stern am internationalen Modehimmel auf. Apropos Stern: Wem die Automarke mit dem Stern oder auch andere Edelboliden wie Jaguar, Rolls-Royce oder Maybach noch zu wenig exklusiv sind, der greift tief in die Tasche – und zu einem der wenigen Kleinserienmodelle, die etwa Manufakturen wie TVR in Großbritannien und Wiesmann in Deutschland fertigen.  www.louisvuitton.com  www.montblanc.de  www.knize.at  www.wko.at

Mon Monogram-Service macht Louis Vuitton-Taschen wirklich einzigartig.

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luxury brands&retail – 5

Anzüglich Maßschneider Bernhard Niedersuesz

Modische Oberliga Wien. Im 19. Jhd. ließ sich praktisch der gesamte internationale Hochadel im Wiener Maßatelier C.M. Frank die standesgemäße Garderobe auf den Leib schneidern. 1964 erwarb der Knize-Eigentümer Rudolf Niedersüß das Unternehmen. Seit 2007 führt sein Sohn Bernhard – der das Handwerk bei Knize, Brioni, Helmut Lang und Ralph Lauren gelernt hat – mit dem Modeatelier „Niedersuesz – ehemals C.M.Frank” sowohl die Familien- als auch die große Modetradition des Hauses weiter. „Das Interesse an individueller Garderobe hat in der jüngeren Vergangenheit eine Renaissance erfahren, die es im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts so nicht gegeben hat“, sagt er. Statt adeliger Würdenträger sind es heute meist Manager aus der Privatwirtschaft, die sich von ihm einkleiden lassen. Die edle Maßarbeit von Hand – rund zehn Tage Arbeit und gut 7.000 Nadelstiche stecken in einem solchen Prachtstück – hat natürlich ihren Preis (deutlich vierstellig). Ist aber nachhaltig, denn ein solcher Anzug hält gut zehn Jahre oder länger. Obwohl, um stets gut gekleidet zu sein, sollte Mann für Sommer und Winter mindestens je sechs Maßanzüge im Schrank haben. Dass Marken wie Brioni ebenfalls ausgezeichnete Anzüge fertigen, will Niedersueß garnicht abstreiten, „aber ein Maßanzug bleibt ohne Vergleich”.  www.niedersuesz.at

© Stefan Scholz

Freitag, 27. Mai 2011

Bernhard Niedersuesz – die individuelle Persönlichkeit der Kunden ist seine Messlatte.


lu x u r y P r o d u c t

6 – luxury brands&retail

Freitag, 27. Mai 2011

Hot & Cool Chic

Kult

Stil

Härte

Sport

omega

zenith

breitling

panerai

breguet

Ladymatic

El Primero Striking 10th

Montbrillant

Luminor Submersible

Type XXII 3880

Das Produkt 1969 brachte Zenith als erste Uhrenmanufaktur mit „El Primero“ einen Chronografen mit automatischem Aufzug heraus. Fast wäre der Erste aber auch der Letzte in einer langen Reihe großer Innovationen geworden. Denn es war das Zeitalter der Quarzuhren angebrochen und die Manufaktur im Besitz einer US-amerikanischen Firmengruppe. Die entschied 1975, die Produktion einzustellen und alle Werkzeuge, Konstruktionspläne und Maschinen zu vernichten. Der Uhrmacher Charly Vermot setzte aber einen beeindruckenden Akt zivilen Ungehorsams und brachte das wertvolle Erbe in Sicherheit. 1978 war das amerikanische Intermezzo Geschichte, Vermot holte die Schätze wieder aus dem Keller und El Primero gibt seither wieder den Takt an. Etwa im neuen „El Primero Striking 10th“, einer Weiterentwicklung des Klassikers von 1969. Dank einer Unruh mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde stoppt er bis auf eine Zehntelsekunde genau. Form und Größe sind betont maskulin, ebenso wie das Zifferblatt mit drei Zählern in V-Form in Blau, Grau und Anthrazit.

Das Produkt In einem Anwesen an der Ruelle de Montbrillant oberhalb von La Chaux-de-Fonds befanden sich von 1892 bis 1979 die Breitling-Werkstätten. Hier wurden die bekannten Bordchronografen für Propellerflugzeuge und später für Jets gebaut und wichtige technische Innovationen konzipiert, die den Armbandchronografen ganz entscheidend beeinflussten – etwa der erste unabhängige Drücker 1915. Der im eleganten Look der 1940er- und 1950er-Jahre gehaltene Chronograf Montbrillant mit dem berühmten AviatikRechenschieber trägt seinen Namen als Hommage an den langjährigen Sitz der Marke und führt sowohl technisch als auch optisch die große Tradition fort. In ihm tickt das „Breitling Kaliber 01“, ein extrem präzises, automatisches Chronografenwerk, zu bewundern durch den Saphirglasboden des Gehäuses. Das Zifferblatt in Mercury-Silber ist mit eleganten Zeigern, dem traditionellen Hundertstelsekundenzeiger und dem stilisierten, 18-karätigen B, das bis Mitte des 20. Jahrhunderts das BreitlingMarkenzeichen war, bestückt.

Die Zielgruppe Männer, die ihre Zeit besonders stilvoll im Griff haben wollen.

Die Zielgruppe Männer, die sich die Zeit nicht diktieren lassen.

Das Produkt Die ursprüngliche „Ladymatic“ Armbanduhrenlinie kam 1955 auf den Markt und überdauerte – als Inbegriff weiblicher Anmut und Eleganz – beinahe eine ganze Generation. Ebenso wie sich die Frauen, ihre Lebensweise und ihr Geschmack aber seither geändert haben, ist auch die neue Ladymatic ganz klar ein Kind des 21. Jahrhunderts und trotz liebevoller Retro-Anklänge ganz auf der Höhe der Zeit. In ihrem Inneren gibt ein Präzisionswerk mit Coaxialtechnologie den Takt an. Zwar sind die inneren Werte bei einer Uhr das Wesentliche – sonst könnte man ja auch ein schickes Armband tragen –, aber eine Uhr ist gleichzeitig auch ein Schmuckstück und diese Funktion erfüllt die Ladymatic ebenso souverän: in 18karätigem Gelb- oder Rotgold oder Edelstahl mit passendem Metall- oder Alligatorlederband, mit polierter oder diamantbesetzter Lünette, das Ziffernblatt schwarz lackiert oder aus edlem Perlmutt und darauf abgestimmtem Keramikring. Die Zielgruppe Anspruchsvolle Frauen, die wissen, was es geschlagen hat. Die Marke 1848 eröffnete der erst23jährige Louis Brandt im schweizerischen La Chaux-de-Fonds eine Uhrenwerkstatt, aus der in der Folge zahlreiche wesentliche Innovationen für die Zeitmessung kommen sollten. Das bekannteste Uhrenmodell der heute zur Swatch Group gehörenden Marke ist mit Sicherheit die „Speedmaster Professionell“, die als legendäre „Moon Watch“ in die Raumfahrtgeschichte eingegangen ist. Fazit Zeitlose Schönheit.

Die Marke 1865 gründete der damals 22jährige Georges Favre-Jacot im Schweizer Jura eine Uhrenmanufaktur. 1911 tauft er das bereits sehr erfolgreiche Unternehmen in Zenith um. Seit 1999 gehört Zenith zum französischen Luxuskonzern LVMH und ist eine der führenden Uhrenmarken der Welt. Fazit Schweizer Präzision in höchster Vollendung.

Das Produkt Das Luminor-Gehäuse entstand bereits in den späten 1940er-Jahren, um die Robustheit und Wasserdichtheit des klassischen, für die italienische Marine entwickelten RadiomirGehäuses noch weiter zu verbessern. Beide Varianten sind bis heute typisch für die Marke, ebenso wie der starke Bezug zum Meer. Die neue „Luminor Submersible 1950 3 Days Automatic Bronzo“ vereint die beiden Traditionen auf besondere Art. Vorbild dieser professionellen Taucheruhr ist ein vor mehr als 50 Jahren für die Kampftaucher der ägyptischen Marine entwickeltes Modell. Gehäuse und die charakteristische Kronenbrücke sind aus Bronze, einem bereits seit der Antike mit der Welt des Meeres assoziiertem Material. Das grüne Zifferblatt mit den typischen Balkenmarkierungen bei 12 und 6 Uhr, fluoreszierende Stundenmarkierungen, kleiner Sekunde bei 9 und Datumsanzeige bei 3 Uhr ist übersichtlich, leicht ablesbar und harmoniert farblich mit der Bronze. Ganz traditionell auch das braune Lederarmband im Antiklook.

Das Produkt Zum 60. Jahrestag der legendären Type-XX-Uhren, die Breguet in den 1950er-Jahren für die französische Marinefliegertruppe konstruierte, lässt die Marke mit der neuen Type XXII diesen legendären Chronografen wieder auferstehen. Der neue Zeitmesser mit einem Edelstahlgehäuse von 44 mm Durchmesser verfügt über ein Breguet-Chronografenwerk mit Hemmung und flacher Spiralfeder aus Silizium. Es ist der erste und einzige in Serie gebaute mechanische Chronograf mit einer Schwingungsfrequenz von 10 Hertz (72.000 Halbschwingungen pro Stunde). Dadurch ist die Uhr außergewöhnlich präzise und kann extrem fein reguliert werden. Die Type XXII verfügt über eine Flyback-Funktion und eine zweite Zeitzone bei 6 Uhr. Ein 24-StundenIndikator bei 3 Uhr zeigt an, ob in der betreffenden Region Tag oder Nacht ist. Die Zielgruppe Überflieger, die mit beiden Beinen am Boden bleiben.

Die Marke Léon Breitling eröffnet 1884 in St. Imier im Schweizer Jura sein Atelier, das sich auf die Herstellung von Chronografen und Präzisionszählern spezialisierte. 1979 übergab sein Enkel Willy das Unternehmen, dessen Produkte eng mit der Luftfahrt verbunden sind, an Ernest Schneider, einen erfahrenen Piloten, Uhrenfabrikanten und Mikroelektronikspezialisten.

Die Marke 1860 gründete Giovanni Panerai in Florenz das Uhrenfachgeschäft „Orologeria”, das es noch heute gibt. Sein Enkel Guido erweiterte um die Jahrhundertwende das Sortiment um hochwertige Feinstmechanik und Panerei wurde offizieller Lieferant der königlichen italienischen Marine. 1997 übernahm der Luxuskonzern Richemont Panerai und etabliert die Marke weltweit.

Die Marke Gegründet wurde Breguet 1774 in Paris vom Uhrmacher Abraham Louis Breguet. Die Marke gilt als Erfinder des Tourbillons (Patent von 1801) und entwickelte viele weitere bedeutende Innovationen. 1870 übernahm der damalige Werkstattchef Edward Brown das Unternehmen, 1876 wurde die Produktion in Schweizer Vallée de Joux verlegt. Browns Nachfahren verkauften das Unternehmen 1970 an Chaumet, 1987 erfolgte die Übernahme durch die britische Finanzgesellschaft Investcorp. Seit 1999 gehört Breguet zur Swatch Group.

Fazit Stilvolle Eleganz.

Fazit Zeitloser Mythos.

Fazit Männlich & markant.

Die Zielgruppe Vom Profitaucher bis zum Warmduscher.


lu x u r y P r o d u c t

Freitag, 27. Mai 2011

luxury brands&retail – 7

Fotos: © Omega; Zenith; Breitling; Officine Panerai; Breguet; Eterna; Chopard, Glashütte Original; Baume & Mercier; IWC

Ob die alten Zeiten tatsächlich besser waren als die heutigen – wer kann das schon mit Sicherheit sagen. Fakt ist aber auf jeden Fall, dass nicht alles, was etliche Jahre am Buckel hat, auch ein alter Hut und damit für immer weg vom Fenster ist. Ganz im Gegenteil, wie uns Retro-Wellen immer wieder zeigen. Aktuell ­haben die Uhrenhersteller die Vergangenheit als Inspirationsquelle für Neues entdeckt. Und als Meister über die Zeit(messung) fällt bei ihnen die Reise ins nur scheinbar verflossene Damals entsprechend dekorativ aus. Das wollen wir hier mit zehn besonders gelungenen Neuauflagen von großen Uhrenklassikern unter Beweis stellen.

Glanz

Eleganz

Nobel

Luxus

Klassik

eterna

chopard

glashütte original

Baume & Mercier

iwc

Contessa

Imperiale

Seventies

Capeland

Portofino

Das Produkt Schon in den 1930erJahren, als Damenuhren vor allem zierlich sein mussten, hatte Eterna mit dem damals kleinsten Baguettekaliber die ideale Basis für feminin-elegante Zeitmesser. In den 1950er-Jahren wurde das kleinste Automatikkaliber entwickelt und Weltstarks wie Gina Lollobrigida oder Brigitte Bardot schmückten sich mit den edlen Uhren. Auch die neue Contessa-Linie hat Starqualitäten und unterstreicht die feminine Linie. Das Gehäuse im schicken Art-Déco-Stil ist schlank und tailliert. In seinem Inneren tickt ein präzises Quarzwerk. Ein funkelnder Diamant ziert die Krone. Die Edelstahl-Modelle gibt es mit schwarzem oder weißen Sonnendekor-Zifferblatt, mit weißem oder blauem, diamantbesetztem Perlmutt-Zifferblatt. Highlight der Linie ist das rotgoldene Modell, dessen Gehäuse mit 46 Diamanten besetzt ist.

Das Produkt Auch wenn ein vergleichsweise junges Modell aus den 1990er-Jahren Pate für die neue „Imperiale“-Serie stand, lässt diese auch deutlich frühere – eben imperiale – Epochen stilistisch wieder aufleben. Das fein ziselierte Perlmutt-Zifferblatt erinnert an die bestickten Kissen, auf denen die Monarchen die Insignien ihrer Macht ablegten. Retro im besten Sinne des Wortes sind auch die eleganten römischen Ziffern; die leicht gebogenen Zeiger erinnern an die scharfen Waffen, mit denen die Herrscher ihre Macht verteidigten. Funkelnde Edelstein-Cabochons zieren Krone und Hörner – farblich passend zum Gehäuse. Amethyst für die Rotgold-Variante, blauer Saphir für die Weißgold-Modelle. Die Imperiale ist in mehreren Größen erhältlich, mit Quarzuhrwerk, Chronografen- oder Automatikkaliber, mit oder ohne Diamantenbesatz, in Edelstahl, Roségold oder Weißgold, mit Metall- oder Lederarmband.

Das Produkt Mit einer eigenen Vintage des 20. Jahrhunderts-Kollektion bietet die deutsche Traditionsmanufaktur ganz besondere Rückblicke. Aktuell auf die 1970erJahre, ein Jahrzehnt des Aufbruchs – ins Weltall, aber auch zu neuen Design- und Formsprachen –, das den Blickwinkel in vielen Bereichen nachhaltig verändert und geprägt hat. Die „Seventies Panoramadatum“ spiegelt den Geist jener Zeit wider, typisch dafür die abgerundete, quadratische Form des Edelstahlgehäuses, das geschwungen in das markante Vier-ElementePlattenband übergeht. Drei Zifferblatt-Varianten stehen zur Wahl: Mattiertes Silber, Ruthenium mit strahlenförmigen Schliff oder Blau mit dezenten Schattierungen, jeweils mit dem Panoramadatum auf 6 Uhr. Die Zeiger in Weiß- oder Roségold sind für bessere Ablesbarkeit mit Superluminova-Masse beschichtet. Im Herzen der Seventies Panoramadatum schlägt das manufaktureigene Automatikwerk 39-47, erkennbar durch den gewölbten Saphirglasboden des Gehäuses.

Das Produkt Neuinterpretationen historischer Modelle stehen heuer auch bei Baume & Mercier auf dem Programm. Bei der „Capeland“-Kollektion ließ man sich von einem Chronografen aus dem Jahre 1948 inspirieren, der mit leicht gewölbten Glas und stark gewölbten Boden an einen Kieselstein erinnert – eine perfekte Vorlage für das Thema „Seaside Living“. Diese gewölbte Form ist auch typisch für die neue Capeland-Serie. Das aufwendig gearbeitete Zifferblatt mit Tachometer- und Telemeterskalen und Zeigern im Breguet-Stil ist zweifarbig – ein in den 1950er-Jahren beliebtes Stilelement. Bei den bis 50 m wasserdichten Gehäusen kann man zwischen Edelstahl und einer Luxusversion aus Rotgold wählen. Die Topmodelle besitzen ein mechanisches Uhrwerk mit Automatikaufzug und FlybackChronografenfunktion. Das Bicompax-Werk von Lajoux-Perret trägt auf der Schwungmasse das Phi, Symbol für Perfektion und treffendes Markenzeichen von Baume & Mercier seit 1964.

Das Produkt Seit 1984 ist die Uhrenserie „Portofino“, benannt nach dem ligurischen Nobelbadeort, fixer Bestandteil der Kollektion von IWC Schaffhausen. Stammvater ist eine Mondphasenuhr im Stile der klassischen IWC-Uhren aus den 1950er-Jahren. Jede ihrer Nachkommen ist klar als Mitglied dieser erfolgreichen Dynastie edler Zeitmesser zu erkennen, hat aber immer auch ihren Charakter. So auch die aktuellen Neuzugänge: „Portofino Automatic“, „Portofino Dual Time“, „Portofino Handaufzug Acht Tage“ und die „Portofino Chronograph“. Die Gehäuse sind aus Edelstahl oder Rotgold, die Zifferblätter schwarz, weiß oder in Argenté. Neben den „normalen“ Armbändern aus schwarzem oder braunem Alligatorleder werden für die Portofino Handaufzug Acht Tage und die Portofino Dual Time auch edle, handgefertigte der Nobel-Manufaktur Santoni angeboten, für die Portofino Automatic und die Portofino Chronograph die in den 1960er-Jahren so beliebten Milanaise-Metallbänder.

Die Zielgruppe Nostalgiker mit hohen Ansprüchen.

Die Zielgruppe Liebhaber des genobenen italienischen Dolce Vita, die aber die Zeit nicht aus den Augen verlieren wollen.

Die Zielgruppe Frauen, die wissen, dass Adel nichts mit der Herkunft zu tun hat.

Die Zielgruppe Anspruchsvolle Damen mit Hang zum Luxus.

Die Marke 1856 gründeten der Arzt Josef Girard und der Lehrer Urs Schild eine Produktion für Rohwerke, 1876 startete die Fertigung kompletter Uhren unter dem Namen „Eterna“. Das berühmteste Modell ist die „KonTiki“, die 1947 für die Expedition Thor Heyerdahls entworfen wurde. Das Schweizer Traditionsunternehmen gehört seit 1995 F.A. Porsche und ist eine der letzten, konzernunabhängigen Manufakturen weltweit. Eterna ist als Lizenzpartner auch für die erfolgreiche Porsche Design-Uhrenkollektion verantwortlich

Die Marke 1860 gründete der 24jährige Louis-Ulysse Chopard die Manufaktur L.U.C im Schweizer Sonvilier. 1963 verkaufte sein Enkel Paul André das Unternehmen an den Pforzheimer Juwelier und Uhrenhersteller Karl Scheufele. Seit 1996 verfügt das Familienunternehmen über eine eigene Uhrenmanufaktur in Fleurier. Chopard ist in 124 Ländern vertreten – über 120 eigene Boutiquen und rund 1.600 Händler. Jährlich werden 75.000 Uhren und ebenso viele Schmuckstücke hergestellt.

Fazit Adel für den Alltag.

Fazit Noblesse oblige.

Die Zielgruppe Liebhaber des 70sCharmes. Die Marke 1845 gründete Ferdinand Adolph Lange in Glashütte die erste Uhrenmanufaktur. In der Folge wurde der Ort zum Zentrum der deutschen Uhrenmanufaktur. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde aus den VEB Glashütter Uhrenbetrieben die Glashütter Uhrenbetrieb GmbH; 1994 folgt die Privatisierung, seit 2000 gehört die Marke zur Swatch Group. Fazit Schöner kann man den 70er-Zeitgeist nicht interpretieren.

Die Marke 1920 gründeten William Baume, Uhrmacher und Enkel eines der beiden Gründer der seit 1830 bestehenden Frère Baume-Uhrenmanufaktur, und der Kaufmann Paul Mercier Baume & Mercier in Genf. Groß wurde die Marke, die seit 1988 zum Richemont-Konzern gehört, durch technische Innovationen und die anspruchsvolle Ästhetik ihrer Modelle, von denen viele Uhrengeschichte geschrieben haben. Fazit Entspannte Perfektion.

Die Marke 1868 gründete F.A. Jones aus Boston die International Watch Co. in Schaffhausen, um den amerikanischen Markt mit hochwertigen Uhrwerken zu versorgen. Im Juli 2000 übernahm der Schweizer Richemont-Konzern die Prestigemarke, die mittlerweile mehr als 700 Verkaufsstellen weltweit betreibt. Fazit Stilvolle Lässigkeit & zeitlose Eleganz.


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Freitag, 27. Mai 2011

© Daimler; Rolls-Royce Motor Cars; Jaguar/Montage B.Qelaj

8 – luxury brands&retail

Wie falsch die Kritiker der pferdelosen Kutschen lagen, zeigt sich heuer: Mercedes feiert 125 Jahre Auto, Rolls-Royce den 100. Geburtstag seiner Emily und der Jaguar E-Type, das schönste Auto der Welt, ist auch schon flotte 50.

Glanz & Glorie am

Asphalt

Für Freunde gehobener Mobilität hat das heurige Jahr mehr als „nur“ den 125. Geburtstag des Autos zu bieten. clarissa fischer

Stuttgart/Schwalbach/Goodwood. Am 29. Jänner 1886 veränderte Carl Benz die Welt – zumindest im Bereich der Fortbewegung. Beim Berliner Reichspatentamt meldete er sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ unter der Nummer 37435 zum Patent an. Weniger als 100 Kilometer entfernt arbeitete gleichzeitig der schwäbische Erfinder und Unternehmer Gottlieb Daimler erfolgreich an seiner Motorkutsche, die er im gleichen Jahr fertigstellte. Damit legten sie den Grundstein zum Auto und zu einem Unternehmen, das bis heute maßgeblich an seiner Weiterentwicklung arbeitet. Die Zeiten, als Autofahren generell ein Luxus für eine kleine Oberschicht war, sind zwar vorbei, nicht aber die der edlen Traumautos. Und für Sternstunden auf den

Straßen dieser Welt ist Mercedes, auch wenn man kein Monopol auf das Luxussegment hat, noch immer gut. Einige der legendären Modelle – Benz Patent-Motorwagen von 1886, Mercedes Simplex 40 PS von 1902, Mercedes-Benz Typ 500 K Spezialroadster von 1936, das 300 SL Flügeltüren-Coupé von 1955, die S-Klasse aus dem Jahr 1972 sowie den heutigen CLS – gibt es heuer als exklusive Modellauto-Sonderedition.

Bildschöne Fahrkultur Unter dem Titel „Stars & Cars“ zeigt das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart vom 10. Mai bis zum 25. September erstmalig die „Daimler Kunst Sammlung“. Die außergewöhnliche Ausstellung präsentiert mehr als 250 Exponate, darun-

ter natürlich auch solche, die sich mit der Geschichte, den Typen oder dem Design von Mercedes-Benz auseinandersetzen. Eines der Highlights ist die legendäre „Cars“-Serie von Andy Warhol, die vor 25 Jahren zum 100-jährigen Automobil-Jubiläum entstanden ist. Das MercedesBenz-Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

„Nur attraktive Innovationen sind auch wirksame Innovationen.“ Dieter Zetsche VorstandsVorsitzender Daimler ag

Luxus auf der Straße Ins heurige Jahr fallen noch zwei weitere runde Jubiläen in der automobilen Luxusliga: Bei der britischen Nobelmarke Rolls-Royce ist das Geburtstagskind weiblich, knapp eine Handbreit hoch, 223 g schwer und versieht als Kühlerfigur „Spirit of Ecstasy” seit 1911 ihren Dienst. Zu Ehren der ewig jungen Schönheit kommt heuer die auf 100 Fahrzeuge limitierte

„Spirit of Ecstasy-JahrhundertKollektion“ der edlen Nobelkarossen auf den Markt. „Diese wunderschönen Modelle folgen der exklusiven Tradition von Rolls-Royce hinsichtlich Luxus, Handwerkskunst und Liebe zum Detail”, verspricht Torsten Müller-Ötvös, CEO von Rolls-Royce Motor Cars.

Ebenfalls britisch, aber deutlich rasanter ist ein weiterer Jubilar, der legendäre Jaguar E-Type. Als er 1961 am Genfer Autosalon vorgestellt wurde, war er eine Sensation. Selbst Enzo Ferrari musste neidlos anerkennen, dass er „das schönste Auto der Welt” sei. „Er ist eines der faszinierendsten Autos der Geschichte und verleiht dem Namen ‚Jaguar‘ bis heute einen besonderen Klang”, sagt Adrian Hallmark, GF von Jaguar Cars, über den flotten 50er, der heuer im Rahmen zahlreicher Events gefeiert wird. Kürzlich hat einer seiner Nachfolger, der 2010 neu eingeführte Jaguar XJ, beim ICOTY-Wettbewerb in den USA den Titel „Luxury Car of the Year” ­gewonnen.  www.mercedes-benz.at  www.rolls-roycemotorcars.com  www.jaguar.com

Einprägsam Numismatik erlebt angesichts steigender Edelmetallpreise eine Renaissance; auch seltene Briefmarken sind bei Investoren begehrt

Wil/CH. Die Nachfrage nach alten und edlen Münzen als Anlageobjekten nimmt ständig zu. Verantwortlich dafür seien die steigenden Gold- und Silberpreise, aber auch die politischen Unruhen in Nordafrika, so Marianne Rapp Ohmann, GF des Schweizer Auktionshauses Peter Rapp AG. Für heuer rechnet sie mit Erlösen von über einer Mio. CHF (rd. 800.000 €). Wie in vielen anderen Bereichen trägt auch hier China stark zur Belebung des Marktes bei. „Wir haben immer mehr Sammler aus dem asiatischen Raum, die sich für unsere Auktionen interessieren.“ Anziehungspunkte der nächsten Auktion, die im Herbst stattfinden

wird, seien etwa Sammlungen von der Antike bis in die Neuzeit sowie Einzelstücke und Raritäten – zum Beispiel zwei kleine Goldmünzen aus Deutsch-Neuguinea aus dem Jahr 1895, die pro Exemplar weit über 20.000 € erzielen dürften.

Teure Raritäten Eine Renaissance erlebt auch das Briefmarkensammeln. Allein in der Schweiz, einem traditionell besonders bevorzugten Standort, liegen die jährlichen Umsätze bei rund 100 Mio. €. Neben Numismatikern sind zunehmend auch Anleger und Kunstsammler auf der Suche nach teuren Raritäten. Eine

davon ist die Sondermarke zum 70. Geburtstag des Dalai Lama, die von der Österreichischen Post aufgrund von Protesten aus China allerdings eingestanzt wurde. Die Preise für die wenigen Bögen, die weltweit noch existieren, steigen kontinuierlich; 8.000 € brachte einer im letzten Jahr bei Rapp. „Diese Kuriosität verspricht, eine neue Kultmarke zu werden. Angesichts der Rücktrittsankündigung des Dalai Lama und der steigenden Nachfrage dürfte der Wert heute bei einem Vielfachen liegen“, vermutet Rapp Ohmann, die eine dieser Seltenheiten im Herbst unter den Hammer bringt.  www.rapp-auktionen.ch

© Rapp AG

Es klimpert & pickt immer öfter im Anlage-Portfolio

Marianne Rapp Ohmann, GF des Schweizer Auktionshauses Peter Rapp.


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Freitag, 27. Mai 2011

Schmucker

luxury brands&retail – 9

Romantikboom

Gregor Klaas

Wien. Die Österreicher sagen wieder gerne „ja“. Nicht zu allem und jedem natürlich, sondern zum Partner. Mit Brief & Siegel, Ehegelübte & Feier. Um rund 5,7 Prozent auf 37.493 stieg im Vorjahr die Zahl der Eheschließungen. Das reicht zwar noch lange nicht an die durchschnittlich 45.000 Paare heran, die sich in den 1980er-

tionalen Momenten wie Verlobung, Heirat oder Geburt“, sagt die adelige Schmuckexpertin. Und auch hier sind besonders wertvolle und klassische Stücke fürs Leben gefragt: „Etwa der Solitärring zu besonderen Jubiläen, der oft größer ausfällt, als der Verlobungsring, die Diamant-Ohrstecker für täglich, der Diamant-Memory-Ring, die chice Cocktail-Uhr für abends oder das Tennis-Armband.”

Traditionelle Werte

„Auch moderne Frauen träumen vom klassischen

Klarerweise hat Tiffany & Co kein Monopol auf das hochkarätige Geschäft mit der Romantik. Schließlich haben auch ande-

gitta gräfin lambsdorff

und 1990er-Jahren pro Jahr das Ja-Wort gaben, ist aber doch ein klarer Beweis, dass Romantik nach wie vor gefragt ist. „Wir verzeichnen in den letzten Jahren einen starken Anstieg der Nachfrage nach Verlobungsringen“, so Gitta Gräfin Lambsdorff, GF von Tiffany & Co in Deutschland und Österreich. Der amerikanische Nobeljuwelier gilt als Erfinder des klassischen Verlobungsrings. „Die Finanzkrise hat klassische Werte wieder hervorgebracht und damit sind auch Eheschließungen und traditionelle Aspekte in den Vordergrund gerückt. Wir erleben auch immer mehr junge, moderne Frauen, die von einem romantischen Antrag wie im Hollywoodfilm träumen. Dazu gehört natürlich ein Ring“, nennt sie die wichtigsten Gründe für das Revival der Romantik.

Mehr Eheschließungen

© Tiffany & Co

Solitärringe sind der Bestseller im edlen Tiffany-Sortiment und machen in Deutschland und Österreich zwischen 25 und 30% des – steigenden – Umsatzes aus. Der Diamant ist und war immer das Symbol für ewige Liebe. Ein Verlobungsring wird als das wichtigste Schmuckstück im Leben einer Frau gesehen und deshalb sind traditionelle, klassische Modelle wie der ‚Tiffany Setting‘ immer sehr geeignet. Es gibt ihn ab 0,18 Karat und er passt durch sein zeitloses Design zu jeder Frau und jeder Gelegenheit. Und nachdem die Eheringe traditionell dort gekauft werden, wo schon der Verlobungsring erstanden wurde, profitiert Tiffany & Co auch hier. „Das ist das besonders Charmante an unserer Tätigkeit: Wir begleiten unsere Kunden durchs Leben, haben teil an all den emo-

Gitta Gräfin Lambsdorff, GF von Tiffany & Co in Deutschland und Österreich.

WWW.TOMFORD.COM

Verlobungsring.“

re Edelmarken wie Piaget oder Cartier passende Stücke im Sortiment, die das Herz aller Ehefrauen in spe höher schlagen lassen. Mit „Mon Diamant“ bietet Cartier allen Verliebten die Möglichkeit, je nach Geschmack und Budget ohne lange Suche den perfekten Verlobungsring zu finden. Dazu muss man einfach in der Cartier-Boutique seinen Budgetrahmen (ab 2.100 €) und die Ringgröße bekanntgeben. Danach sucht man sich aus fünf verschiedenen Basismodellen und einer schier unerschöpflichen Diamantenauswahl das Passende aus.  www.tiffany.at  www.cartier.com  www.piaget.com

© Tiffany; Cartier; Piaget

Verlobungsringe, Eheringe und Solitäre stehen immer höher im Kurs.

Hochkarätige Symbole für ewige Liebe und Treue von Tiffany, Cartier oder Piaget.


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10 – luxury brands&retail

Freitag, 27. Mai 2011

short

© Wolfgang Kamper

Zukunft der ­Gourmets ist gesichert

Die 16 österreichischen Mitglieder der Jeunes Restaurateurs d’Europe.

Das gepflegte Dinner zu Hause gewinnt an Bedeutung, auch weil die privaten Küchen und Weinkeller immer spektakulärer werden. Hand in Hand mit diesem Trend geht die steigende Nachfrage nach Mietköchen.“

Paris. „Talent und Passion“ – das ist der Leitspruch der Jeunes Restaurateurs d’Europe, der Vereinigung der besten jungen Spitzenköche und Restaurantbesitzer Europas. Rund 350 der kreativsten Gastronomen aus elf Ländern gehören der 1974 in Frankreich gegründeten Kooperation an, die jährlich rund acht Mio. Gäste bewirten – auf das Feinste natürlich, denn nur wer exzellente Kochkünste und entsprechende Bewertungen in den verschiedenen Restaurantguides nachweisen kann, wird auch Mitglied. Die 16 österreichischen Mitglieder bringen es gemeinsam auf 32 Gault Millau-Hauben und 45 A-la-Carte-Sterne. Ausführliche Infos zu ihnen sowie zu weiteren jungen Spitzenköchen liefert der brandneue „Österreich-Kroatien-Guide 2011“.  www.jre.eu

© Mörwald (2)

toni mörwald

So wie Meisterkoch Toni Mörwald (Foto) sorgen auch viele seiner Kollegen für kulinarische Highlights in Privathaushalten.

Sterne -Köche zu mieten

Social Media – hier tickt eine neue Zeit

Bei privaten Einladungen geben die Gastgeber immer öfter den Kochlöffel an die Profis ab. desirée faber

Genf. Social Media-Plattformen gewinnen in der Uhrenbranche weiter an Bedeutung, so das Ergebnis des aktuellen „World Watch Reports“. 1,5 Mio. Uhrenliebhaber sind mittlerweile auf Facebook mit Luxusmarken verbunden, das ist ein Anstieg von 450% gegenüber dem Vorjahr, wobei Bulgari und TAG Heuer das Feld in Sachen Brand Engagement anführen. Hublot, Rolex, Breitling und Omega sind die beliebtesten Marken auf YouTube, das sich zur wichtigsten Quelle für Uhrenrezensionen im Netz entwickelt. Von Nutzern eingestellte Videos machen 44% der am häufigsten angesehenen Clips über Uhrenmarken aus. China ist ein äußerst wichtiger Markt für die „Haute Horlogerie”-Marken Vacheron Constantin (39%), IWC (32%) und Patek Philippe (27%) – ein Beleg dafür, dass chinesische Verbraucher zunehmend nach noblen und exklusiven Chronometern verlangen. Das Ranking der beliebtesten Modelle weltweit führt die Omega Seamaster (5,6%), gefolgt von der Rolex Submariner (4,7%) und der Daytona (4,2%). Ebenfalls unter den Top 30: die Tank von Cartier und der Navitimer von Breitling.  www.worldwatchreport.com

© Omega

Profis am heimischen Herd Als Mann für gewisse Stunden am Herd fungiert etwa Toni Mörwald, dessen kulinarische Welt mit „m.privat“ eine eigene Abteilung dafür hat. „Private Einladungen gewinnen an Bedeutung, auch weil die Küchen und Weinkeller immer spektakulärer werden und die Gastgeber diese natürlich gern herzeigen wollen“, nennt er die wichtigsten Gründe für die steigende Nachfrage. Auch in Sachen Gemütlichkeit hätten die eigenen vier Wände für den Gastgeber Vorteile gegenüber einem Restaurant. Für den Einsatz am heimischen

Herd kann man alle seine Köche buchen; soll der Meister persönlich zur Tat schreiten, kostet das 5.000 € plus Anreise extra. Was in der

Haubenkoch Harald Brunner bei seinen kulinarischen Privateinsätzen, die immer häufiger werden.

Statussymbol Küche

„Vom Einkauf bis zum Kochen bin ich ganz für meine Gäste da.“ harald brunner

Küche des Auftraggebers fehlt, wird mitgebracht. „Meist kochen wir jedoch in den schönsten Hightech-Küchen, die man sich vorstellen kann“, sagt er. Diese Erfahrung macht auch

„Mir ist es wichtig, meinen Kunden die Freude am Kochen und Essen, aber auch Tipps und Tricks zu vermitteln”, erzählt er. Wichtig ist ihm auch, dass die Chemie zwischen ihm und dem Auftraggeber passt. „Die Leute sollen gut essen, Spaß haben und auch etwas lernen”, so sein Motto. Preislich ist nicht viel Unterschied zum Essen in einem guten Restaurant. „Ich verrechne keine MechanikerStunde”, sagt er. Ab etwa 100 € p.P. ist man dabei. Dafür darf man mit dem Chef auch einkaufen gehen und – wer mag – auch selbst mitkochen.  www.moerwald.at  www.haraldbrunner.com

Zum Weinen Chinesen entdecken ihre Liebe zum Wein und die steigende Nachfrage treibt die Preise in die Höhe

Gute Tropfen werden ein teures Vergnügen

© wrw/pixelio.de

Omega Seamaster ist aktuell das beliebteste Uhrenmodell der Welt.

Wien/Feuersbrunn. Die Küche ist auf dem besten Weg, der Luxuskarosse als Statussymbol den Rang abzulaufen. Doch private Einladungen – besonders solche, wo man ordentlich Eindruck machen will – haben ihre Tücken. Beim einen scheitert´s schlicht an den Kochkünsten, die bestenfalls für einen schnellen Imbiss, nicht aber für mehrgängige kulinarische Sensationen reichen. Aber selbst talentierte HobbyKöche überlegen sich dreimal, zu besonderen Anlässen selbst den Kochlöffel zu schwingen; schließlich hat man als Gastgeber auch andere wichtige Aufgaben. Diese Funktion kann man nicht delegieren, wohl aber die in der Küche. Und zwar nicht an den Partner, sondern an einen Profi. Und zwar am besten gleich an

einen Meister seiner Zunft – viele hauben- und sternegekrönten Küchenchefs haben die Marktlücke außerhalb ihrer eigenen Küchen bereits erkannt.

Noch sind österreichische Weine leistbar, Top-Bordeaux dagegen sprengen die Preislimits.

Wien. Künftig werden Weinliebhaber deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen müssen. „Gerade für normale Weinliebhaber bekommt der edle Tropfen eine neue Bedeutung und wird immer unerschwinglicher. Vor allem zahlungskräftige Kunden aus den Schwellenländern treiben das Preisniveau in fragwürdige Höhen”, kommentiert Falstaff Wein-Chefredakteur Peter Moser. Vom Karmasin-Institut hatte er den Weinkonsum der Österreicher und auch deren Schmerzgrenze beim Preis untersuchen lassen. Die ist noch nicht ausgereizt, da Österreich in Sachen Weinpreise eine Insel der Seligen ist. Das hat drei Gründe: Die Top-

gastronomie verzichtet zunehmend auf die immer teureren Luxusweine aus dem Ausland - edle Bordeaux stehen etwa in China hoch im Kurs. Das stört Herrn und Frau Österreicher aber kaum, denn die Mehrheit neigt ohnehin zum Patriotismus. Und last but not least: Österreichische Weine stehen - noch - nicht im Fokus vinophiler Asiaten. „72 Prozent der Konsumenten von österreichischen Weinen werden diese, trotz steigender Preise, auch weiterhin kaufen und gegebenenfalls in anderen Bereichen sparen. Elf Prozent würden den Weinkonsum allerdings auch reduzieren”, so Sophie Karmasin.  www.falstaff.at


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Freitag, 27. Mai 2011

Bleistifte mit

luxury brands&retail – 11

Adelsprädikat

natascha jansen-becker

Wien. „Der Bleistift wurde schon oft totgesagt; dass er trotz E-Mail und Computer aber nach wie vor sehr lebendig ist, sehen wir täglich”, sagt Petra Gepp, GF von Faber Castell Österreich. Das Unternehmen, das 1761 vom Schreiner Kaspar Faber in Stein bei Nürnberg gegründet wurde, feiert heuer seinen 250. Geburtstag. Auch wenn sich im Laufe der Jahrzehnte das Sorti-

„Gewöhnliche Dinge außer­ gewöhnlich zu ­machen, bleibt auch weiterhin ­unser Anspruch.“ anton wolfgang graf von faber-castell

ment deutlich erweitert hat, steht auch heute der Bleistift im Mittelpunkt. Und der ist ja nur auf den ersten Blick ein simples Ding. Es kommt eben auch hier darauf an, was man daraus macht. „Wir bleiben unserem Grundsatz treu, gewöhnliche Dinge außergewöhnlich gut zu machen“, erklärt Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell, Vorstand der Gruppe, die seit acht Generationen im Familienbesitz ist, das Erfolgskonzept. Prägend für die Entwicklung des Traditionsunternehmens war Lothar von Faber, der seine Bleistifte mit dem Firmennamen versah und somit das erste Markenschreibgerät der Welt erschuf.

Tradition & Innovation Welches Potenzial im Bleistift steckt, zeigt sich am „perfekten Bleistift“, der in seinem Verlängerer und unter der Endkappe Spitzer und Radierer bereithält. Als Vorlage dienten silberne Verlängerer, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts Bestandteil des Faber-Castellschen Portfolios waren. Sie schützten schon damals Bleistiftmine und Kleidung und verwandelten ein einfaches Schreibgerät in ein echtes Schmuckstück. „Eine Besonderheit im Sortiment ist natürlich der ‚Pen of the Year‘”, sagt Gepp. Seit 2003 kommt jährlich ein besonders exklusiver, handgefertigter Füllfederhalter heraus. „Die Einzigartigkeit dieser Serie liegt in den erlesenen Materialien, die dafür verarbeitet werden, etwa Bernstein, Mammutelfenbein oder Rosshaar”, so Gepp weiter.

Petra Gepp, GF der Österreich­ niederlassung von Faber-Castell.

„Diese Kollektion verkörpert den Qualitätsanspruch der Marke perfekt.”

Hohe Werte Anlässlich des heurigen Jubiläums hat man sich für Jade entschieden, ein Edelstein, der schon seit Jahrtausenden als Glücksbringer, Machtsymbol und Elixier der Unsterblichkeit gilt. „Jade symbolisiert auch die fünf Tugenden Menschlichkeit, Bescheidenheit, Weisheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit”, erklärt Gepp. „Tugenden, die auch in der Philosophie des Unternehmens fest verankert sind.”

Das zeigt sich besonders im hohen ökologischen und sozialen Engagement. Eine für adelige Kreise ungewöhnlich soziale Ader hatten schon die Vorfahren des heutigen Firmenchefs, der diese Tradition unter anderem mit einem engagierten Forstprojekt in Brasilien weiterführt. „Um langfristig erfolgreich zu sein, muss man in Generationen denken”, ist Graf von Faber-Castell überzeugt. Und das positive Feedback, das er von Händlern, Geschäftspartnern und Kunden weltweit bekommt, bestätigt ihm, dass der eingeschlagene Weg richtig ist.  www.faber-castell.de

© Faber-Castell (2)

Das Traditionsunternehmen Faber Castell feiert heuer 250. Geburtstag.

Passend zum Jubiläumsjahr ist der „Pen of the Year“ heuer besonders exklusiv.


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12 – luxury brands&retail

Freitag, 27. Mai 2011

Schönes Geburtstagskind cornelia patelli

Genf. Dass die Marke im Geburtstagsjahr besser dasteht, als je zuvor, ist kein Geschenk, sondern das Ergebnis harter Arbeit und einer klaren Strategie, die man – mit Schweizer Präzision – konsequent verfolgt. Die Einführung von raffinierteren mechanischen Zeitmessern, der Ausbau der Kol-

„Sowohl Absatzzahlen als auch das Interesse des

eröffnet, in Abu Dhabi wird man das Vertriebsnetz heuer um vier neue Verkaufsstellen erweitern.

Jubiläumskollektion Glänzend läuft es auch in Österreich. „Wir haben viel in Kollektionsauswahl, Werbung und Unterstützung am PoS investiert und verkaufen jetzt schon in einem deutlich höheren Preissegment als früher“, freut sich Alexander Laimer, GF der im letzten Jahr gegründeten Tochtergesellschaft. „Wir konnten neue attraktive Partner gewinnen und sind aktuell bei rund 50 Juwelieren vertreten. Dass Raymond Weil heute eine höhere

Wertigkeit hat, sieht man auch daran, dass viele, die Raymond Weil früher kaum wahrgenommen haben, jetzt aktiv auf uns zukommen.“ Und er ist überzeugt, dass sich daran nichts ändern wird. „Anlässlich des Jubiläums haben wir etliche Besonderheiten neu im Programm.“ So gibt es in vielen Linien spezielle Limited Editions sowie eine neue Kollektion von Damenuhren. Highlights sind die neuen Maestro-Modelle. „Diese mechanischen Präzisionszeitmesser mit Automatikaufzug verkörpern zeitlose Eleganz und kompromisslose Liebe zur Uhrmachertradition“, so Laimer.  www.raymond-weil.com

© Raymond Weil (2)

Raymond Weil feiert 35Jahres-Jubliläum und internationale Erfolge.

Alexander Laimer, GF von Raymond Weil in Österreich.

Fachhandels an unserer Marke sind stark gestiegen.“ alexander laimer gf raymond weil österreich

lektionen der Einsteigermodelle, eine breit gefächerte Kommunikationsstrategie und, last but not least, der Launch des „RW Club“ sind die wesentlichen Faktoren für die jüngsten Erfolge der Marke. So konnte man im letzten Jahr am amerikanischen Markt, in Kanada und der Karibik deutlich an Marktpräsenz gewinnen und die Verkaufszahlen steigern. Auch im Mittleren Osten ist man wieder auf Erfolgskurs. Im September wurde in Teheran eine neue Boutique

short

© Juwelier Heldwein

Schmuck umgesetztes Colour-Blocking

Bringt Farbe in den grauen Alltag: die neuen Pomellato-Kollektionen.

Mailand. Farbedelsteine haben bei Pomellato eine lange Tradition. Kein Wunder also, dass man den diesjährigen Modetrend des plakativen Farbeinsatzes bei der aktuellen Kollektion besonders gekonnt umgesetzt hat. Einerseits mit Colpo di Fulmine, zarten Ringen, Ohrringen und Anhängern in Weißgold mit Feueropal, Granat, hellblauem Topas, Peridot oder Türkis, jeweils umrahmt von Diamanten. Noch intensiver ist das Farbspiel bei der Serie Capri; hier dominiert Roségold und ungewöhnliche Kombination: Türkis mit rot funkelnden Rubinen, Koralle mit dem intensiven Grün des Tsavorits und Chrysopras mit hellblauem Saphir. Durch die für Pomellato eher zarten Formen eignen sich die Ringe beider Linien perfekt zum bunten Mix-and-Match.  www.pomellato.it

Äußerst leuchtstark. Die Bi-Xenon-Scheinwerfer, serienmäßig in der S-Klasse.

Bi-Xenon_Schatten_456x288_Medianet.indd 1


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Freitag, 27. Mai 2011

Edelbrand

luxury brands&retail – 13

aus der Steiermark

Was lange währt, wird gut – auf den seit 1979 gelagerten Generationenbrand des Sattlerhofs trifft das mit Sicherheit zu.

„Es hat sich gelohnt, so lang zu warten. Jetzt ist der Generationenbrand perfekt.“ willi sattler jun, sattlerhof

jetzt abgefüllt hat – nicht in irgendwelche Flaschen, sondern in hochwertige Karaffen, stilgerecht mit Glasverschluss und mit Lederband gesichert; die Kartons dazu wurden von einem Buchbinder in Handarbeit gefertigt.

Nur 874 Flaschen „Ich wollte, dass einfach alles perfekt ist“, so Sattler, der auch schon die zweite Auflage des Generationenbrands in Arbeit hat. „Diesmal sind es acht Fässer“, erzählt er. Verkostet wird frühestens 2039. Es eilt ja nicht. Beeilen sollten sich aber jene, die die erste Ausgabe des Generationenbrands haben wollen. Schließlich gibt es nur 874 Flaschen. Und der Preis ist mit je 290 € auch noch ausgesprochen zivil.  www.sattlerhof.at

short

Gucci unterstützt ­Musikhistoriker

© Gucci Timeless

Langzeitexperiment geglückt – Willi Sattler jun. mit dem kostbaren Destillat.

Gamlitz. „Als mein Vater 1979 die Idee zum Generationenbrand hatte, war das für Österreich eine Neuheit”, erzählt Willi Sattler jun. Aber der Senior war ohnehin jemand, der gern neue Wege einschlug – er gilt als Pionier des trockenen Weißweins in der Südsteiermark – und ein originales Cognac-Fass aus Frankreich und ein BarriqueFass hatte er auch zur Hand. Warum also nicht beweisen, dass Steirer auch in Sachen Weinbrand für Top-Qualität gut sind. Also startete man den Versuch, füllte den Weinbrand ab und wartete. „Einen fixen Termin hatten

sen, noch ein wenig länger zu warten. „Jetzt ist er aber perfekt“, sagt Sattler stolz, der das Ergebnis des erfolgreichen Langzeitversuchs

wir nicht im Auge, aber wir wollten dem Brand mindestens 15 Jahre Zeit geben“, erzählt Sattler jun., der das Weingut – und die beiden Fässer mit dem besonderen Inhalt – 1980 übernahm. Ein V.S.O.P. wäre der damals mit Sicherheit gewesen, aber dem neuen Chef war jugendliche Ungeduld (er war gerade mal 22 Jahre alt) fremd und zu tun gab es im Betrieb ja mehr als genug. So startete er gemeinsam mit befreundeten Weinbauern etwa eine Qualitätsoffensive, durch die steirische Weine auch international bekannt wurden. Von Zeit zu Zeit wurde der Inhalt der Fässer verkostet und beschlos-

Eine Marke der Daimler AG

© apresvino.com

elisabeth niehofen

B. Santelli (Grammy Museum), M. Sofisti (Gucci), N. Portnow (Recording Academy).

Basel/Santa Monica. Gucci und The Recording Academy pflegen seit drei Jahren eine erfolgreiche Partnerschaft, gekrönt von der Gucci Grammy Uhren- und Schmuckkollektion. Aber die Zusammenarbeit geht noch weit über modische Aspekte hinaus. So unterstützt man etwa als erster Partner das Grammy-Museum bei einem aktuellen, für die amerikanische Musikgeschichte besonders wichtigen Projekt: Das Museum arbeitet zurzeit an der Aufarbeitung, Bewahrung und Digitalisierung einer kürzlich in einem Lager in South Carolina entdeckten Sammlung von 20.000 unveröffentlichten Originalaufnahmen amerikanischer Musik, die bis ins Jahr 1934 zurückreicht und von Jazz bis hin zu religiösen Werken reicht. Auch eine Wanderausstellung über die Arbeit des Grammy-Museums ist geplant.  www.guccitimeless.com 10.05.11 12:51


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14 – luxury brands&retail

Freitag, 27. Mai 2011

Die emotionale Stärke der ­Marke ist sowohl der ­faszinierenden Coco Chanel zu verdanken, als auch unseren Kreateuren, die es immer wieder schaffen, mit neuen Ideen und wunderbaren Produkten Begehrlichkeiten zu wecken.“ © Chanel

Harald pavlas GF Chanel Österreich

Chanel zieht an – die Oberschicht mit Haute Couture, junge Fashionistas mit trendig-tragbarer Prêt-àporter und alle anderen mit edler Kosmetik und luxuriösen Düften.

Chanel ist eine

K lasse für sich

Die französischen Edelmarke erfindet sich ständig neu, bleibt dabei ihrem Image und Charakter aber immer treu. britta biron

Paris/Wien. Marken, die sich in der Luxusklasse halten, gehören ohnehin zu den Musterschülern – sowohl was die wirtschaftliche Performance als auch Qualität und Produktdesign betrifft. Aber auch unter Musterschülern gibt es feine Abstufungen. Eben den Einser mit Sternchen. Und den verdient sich Chanel mit schöner Regelmäßigkeit – und zwar sowohl in der Mode als auch in der Kosmetik. „Die Zuwachsraten sind in beiden Bereichen äußerst erfreulich”, sagt Harald Pavlas, GF der Edelmarke in Österreich. Weltweit stürmen die Kunden förmlich die Chanel-Boutiquen und bringen die Kapazitäten in der Produktion ans Limit. Eine Mengensteigerung, die andere Marken angesichts einer solchen Situation wohl umgehend

in die Wege geleitet hätten, war für Chanel allerdings keine Option. Für alle, die eines der edlen Stücke haben möchten, heißt es also weiterhin: schnell sein. Und der Exklusivität der Marke tut das natürlich auch gut.

Luxus à la Chanel „Es macht viel Spaß, für eine Marke zu arbeiten, die emotional so stark aufgeladen ist”, sagt Pavlas. Das ist zum einen der faszinierenden Coco Chanel zu verdanken, deren Geist auch heute noch in jedem Teil spürbar ist. Zum anderen ist es die Arbeit unseren Kreateure, die es immer wieder schaffen, mit neuen Ideen und wunderbaren Produkten Begehrlichkeiten zu ­wecken.” Allen voran Karl Lagerfeld, der seit 1983 die modischen Zügel fest

im Griff hat. In einem Alter, in dem andere schon längst den wohlverdienten Ruhestand genießen, arbeitet der Meister weiter auf Hoch-

Entsprechend verjüngt hat sich daher im Laufe der Zeit die Klientel – verstärkt auch durch Testimonials, wie aktuell das It-Girl Blake Lively, das Gesicht der „Mademoiselle”-Handtaschenlinie.

„Sowohl bei Mode

Einfach schön

als auch ­Kosmetik

Namentlich zwar nicht so bekannt wie Lagerfeld, aber mindestens ebenso wichtig für den Erfolg der Marke sind seine Kollegen aus dem Kosmetikbereich. Und es gibt ein paar attraktive Neuheiten, die der Faszination Chanel zusätzliche Facetten verleihen. Zu dem im Vorjahr lancierten Herrenduft „Bleu de Chanel” hat Chefpafumeur Jaques Polges ein Duschgel und ein After Shave Balm entwickelt. Die Damenserie „Chance” erhält ebenfalls Verstärkung, und

­verzeichnen wir weitere ­Steigerungen.“ harald pavlas

touren – acht Kollektionen pro Jahr – und erfindet immer neue Varianten, den typischen Chanel-Stil auf der Höhe der Zeit zu interpretieren.

zwar in Form von Körpergel und Körperspray. Eine weitere dufte Neuheit ist „Coco Mademoiselle”. Die neue Make-up-Kollektion „Les Fleurs d´Été de Chanel” garantiert Sommerfeeling – unabhängig von Temperatur und Wetterlage. Bei den neuen Farben der Lippenstift-Serie „Rouge Coco Shine” ließ sich Chanels Kreativdirektor Peter Philips vom Leben und Schaffen der Firmengründerin beein­flussen. „Boy” (ein sanfter Rosenholzton) etwa war der Spitzname von Cocos großer Liebe, Arthur Capel. „Rebelle” (ein intensives Rot mit einem Hauch Gold), ist Sinnbild für den starken und auch etwas unangepassten Charakter jener Frau, deren Verständnis von Stil und Eleganz auch heute noch prägend sind.  www.chanel.de

Schöner wohnen Auf der Mailänder Möbelmesse wurden die erste Möbelkollektion sowie eine Serie neuer Dekostoffe und Tapeten vorgestellt

Paris. Berühmt ist Hermès vor allem für seine edlen Lederwaren und exklusiven Seidencarrées. Aber die Kollektion umfasst auch Porzellan & Gläser, Tisch- und Bettwäsche und seit Neuestem auch Möbel. Das ist für die Traditionsmarke aber kein Neuland; schon in den 1920er- und 1930er-Jahren hat man mit dem damaligen Star der Möbeldesigner, Jean-Michel Frank, zusammengearbeitet. Und die neue Kollektion, die bei der diesjährigen Möbelmesse in Mailand erstmals vorgestellt wurde, ist eine äußerst gelungene Neuinterpretation der Stücke jener Zeit. „Damit verleihen wir auch wieder im Einrichtungssektor dem

Geist von Hermès Ausdruck – getreu unseren hohen Ansprüchen an Handwerkskunst, Funktionalität und Komfort, denen wir uns seit jeher verpflichtet fühlen“, erläutert Hermès-Kreativdirektor PierreAlexis Dumas.

Edel aufgemöbelt Die Haute-Couture-Meublage treibt den Begriff „schöner Wohnen“ auch tatsächlich auf die Spitze – leider auch die Preise, aber angesichts des zeitlosen Stils, für den sich die Designer Enzo Mari, Antonio Citterio und Denis Montel entschieden haben, sind es auch Stücke fürs Leben, etwa ein

gemütliche Lounge-Chair (wahlweise in Leder, Wolle, Ziegenfell, Samt oder Seide), ein eleganter Klappstuhl mit nobler KrokolederBespannung oder ein Paravent mit Stroh-Intarsien. Insgesamt besteht die Möbellinie aus 15 Modellen, eine sukzessive Erweitung ist bereits geplant. Neu sind auch Dekostoffe und Tapeten, für die Hermès und der italienische Textilfabrikant Dedar das Tochterunternehmen „Faubourg Italia” gegründet haben. Die Kollektion ist ab Mai in ausgewählten Hermès-Boutiquen erhältlich. Auf die Möbel muss man noch bis zum September warten.  www.hermes.com

© Hermès

Hermès möbelt jetzt auch die Wohnung auf

Schöner wohnen auf die Spitze getrieben: Möbel, Tapeten und Dekostoffe von Hermès.


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Zum Niedersetzen Neue Wiener Werkstätte mit Möbelkollektion von Wolfgang Joop. natascha jansen-becker

Pöllau. Die Zusammenarbeit mit Designern hat bei der Neuen Wiener Werkstätte eine lange Tradition – immerhin standen am Beginn der Marke keine Geringeren als Josef Hoffmann und Kolo Moser. Die Kooperation mit Wolfgang Joop ist so besehen nichts Außergewöhnliches, sondern die konsequente Weiterführung einer Strategie, die sich seit Jahrzehnten als erfolgreich bewiesen hat. „Der Austausch mit externen Kreativen ist für uns extrem wichtig”, sagt Marketingleiterin Karin Polzhofer. Ein bekannter Name allein reicht nicht, auch wenn er Aufmerksamkeit bringt. „Entscheidend ist vor allem die Übereinstimmung beim Geschmack und der Herangehensweise an die Aufgabe. Im Endeffekt zählt für den Kunden aber die Qualität und Schönheit des Produkts.”

Austria 2011“ in Mailand. Die außergewöhlichen Möbelstücke nahmen die Neue Wiener Werkstätte auch zum Anlass für eine Premiere: Erstmals stellte man auch bei der International Contemporary Furniture Fair in New aus.

Internationale Chancen „Nachdem wir unsere Produkte über Fachhändler vertreiben, sind diese international wichtigen Messen eine gute Möglichkeit, Kontakte zu neuen Händlern und Architekten zu knüpfen”, erläutert Polzhofer. Neben den Hauptmärkten Österreich, Deutschland und der Schweiz will man seine Chancen

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schön

auch in anderen Ländern nutzen. „Wir hatten in der Vergangenheit schon Erfolge im Ausland, etwa in den USA, in Russland, Korea oder Israel, und wollen die neuen Märkte nun auch strategisch besser bearbeiten”, so Polzhofer zu den Expansionszielen. Dazu zählt auch der neue Partner-Login, über das Fachhändler weltweit Zugriff auf dreidimensionale Daten, digitale Preislisten, Fotos und Produktinfos der Neuen Wiener Werkstätte erhalten und den Kunden gleich am Computer zeigen können, wie die guten Stücke ihr trautes Heim im wahrsten Sinne des Wortes aufmöbeln. http://neuewienerwerkstaette.com

© Neue Wiener Werkstätte (2)

Freitag, 27. Mai 2011

Wolfgang Joops Interpretation von exzellentem Wohnkomfort für anspruchsvolle Ästheten.

Qualität und Schönheit Und diese Aufgabe haben Joop und die Traditions-Manufaktur perfekt gelöst. „Die Resonanz ist sehr positiv. Vor allem die zeitlose, selbstverständliche Formensprache, die Geborgenheit und Wohlfühlen im eigenen Heim vermitteln, werden gelobt und haben das Potenzial, echte Designklassiker zu werden”, so Polzhofer weiter.

„Die Zusammenarbeit mit Wolfgang Joop war sehr eng, das Ergebnis ist eine ganz wundervolle Kollektion.“ karin polzhofer, marketingleiterin neue wiener werkstätte

Auch Joop ist mit dem Ergebnis der Zusammenarbeit sehr zufrieden: „Ein Ensemble, in dem es sich exzellent wohnen lässt”, so sein Statement zur Kollektion. Die besteht aus Bett, Sofa, kleinem und großen Sessel, Tisch und Paravent – in aufwendiger Handarbeit gefertigt und jeweils auf 100 Stück limitiert. Wer à la Joop wohnen will, muss für die edlen Stücke je nach Ausführung und Modell zwischen 2.000 und 10.000 € investieren.

Design trifft Handwerk Nach der ersten Präsentation in Wien wurde die WJ-Kollektion auch international vorgestellt: Mitte April bei der „Design Vision

Verpackung verkauft Entwicklung | Produktion | Logistik

www.boesmueller.at

Karl Hans Pölzhofer (GF Neue Wiener Werkstätte) und Wolfgang Joop.


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16 – luxury brands&retail

Freitag, 27. Mai 2011

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Auf glasklarem Expansionskurs

© Erol Gurian

Mode für ­Persön­lich­keiten statt für Mager­ models – dieses Motto gilt auch für die ­Schneiders­Kollektionen. Die Habsburg-Linie ist die ­konsequente ­­Erweiterung in ­Richtung der ­modischen ­Luxus­liga.“

Georg Riedel investiert heuer kräftig in die Ausweitung der Produktion.

katharina schneider gf kleidermanufaktur habsburg

© Kleidermanufaktur Habsburg

Hofübergabe bei Schneiders: Die Schwestern Veronika (li.) und Katharina Schneider haben Anfang des Jahres die Leitung übernommen.

Adel zieht britta biron

© Silhouette Internationa

Edler Durchblick und gute Sicht

Klaus Schmied, Vorstand und ­Miteigentümer von Silhouette.

Linz. Der oberösterreichische Brillenhersteller Silhouet­ te wurde kürzlich mit dem „Vienna Award“ in der Katego­ rie „Tribute to Fashion & Life­ style“ ausgezeichnet. Mit seinen randlosen Brillenkollektionen hat das Unternehmen nicht nur eine neue Sichtweise in der hei­ mischen Modelandschaft einge­ führt, sondern auch internatio­ nal Maßstäbe gesetzt. „Vor beinahe 50 Jahren star­ teten unsere Eltern eine Brillen­ produktion mit der Intention, aus Sehhilfen modische Acces­ soires zu machen. Dieses Credo hat heute noch Gültigkeit und wird jeden Tag von uns und un­ seren Mitarbeitern gelebt“, freut sich Klaus Schmied, Vorstand und Miteigentümer von Silhou­ ette International, der mit sei­ nem Bruder das Familienunter­ nehmen in zweiter Generation führt, über die Auszeichnung.  www.silhouette.com

modisch an

Mit der Marke „Habsburg“ hat sich das Traditionsunternehmen Schneiders im Luxussegment etabliert. Salzburg. Obwohl die Modebranche vom ständigen Wandel lebt, fährt man auch hier mit Traditionen gut. „Wichtig ist es, die vorhan­ denen Werte zu erhalten, ihnen gleichzeitig aber auch die rich­ tigen ­ Dosis Zeitgeist zu verpas­ sen”, weiß ­Katharina Schneider, die Anfang des Jahres die Geschäfts­ führung der zum österreichischen Textil­unternehmen Schneiders gehörenden Marke Habsburg über­ nommen hat. Ihr Vater hatte das Label 1992 – mit Zustimmung des Kaiserenkels Otto Habsburg – gegründet. Anders als die Stammmarken „Schneiders International” und „Land Art”, bei denen die ältere Schwester ­Veronika Schneider als Prokuris­ tin von Schneiders Salzburg für Retail- und Trademarketing zu­

ständig ist, wurde ­Habsburg stra­ tegisch konzipiert. „Wir sind be­ reits in Mitteleuropa gut eta­bliert, verkaufen aber auch bis ­ Japan, die USA und nach Russland”, er­ läutert Katharina, die sich jetzt vor allem auf die Märkte Italien, Großbritannien und Ost­europa ­kon­zentrieren will.

Stilsicher & schick Der geschichtsträchtige Na­ me sei dabei natürlich hilfreich: „Das Image Österreichs im Ausland ist auch heute noch stark von sei­ ner imperialen Vergangenheit ge­ prägt”, sagt sie. Diesen Bonus nutzt man auch in der Werbung, für die Vertreter des heimischen Adels als Models fungieren. „Das verschafft Habsburg in der Modewelt eine Sonderstellung; gleichzeitig demonstrieren wir

damit auch unsere Philosophie, dass wir Mode für Persönlich­ keiten und nicht für Magermodels machen.” Ein weiterer Erfolgsfaktor sei die Attraktivität der österreichischen

„Trachten profitieren vom Trend zu Tradition und ­echten Werten.“ katharina schneider

Tracht selbst, die im Gegensatz zu anderen – etwa holländischen Holzschuhen oder dem russischen Kosakenlook – alltagstauglich und

kleidsam ist. „Mit einem Dirndl oder einem Blazer im Trachtenstil ist man für viele Gelegenheiten gut gekleidet”, weiß Veronika. Insgesamt gute Voraussetzungen für das ambitionierte Ziel, Habs­ burg weltweit in der Edelnische zu positionieren. Vorbild dafür ist Burberry, das dem „alten“ Karo neuen Glanz verliehen hat. „In der Mode kommt alles wieder, warum nicht auch Loden“, so Katharina. Auch hinsichtlich des Sortiments denkt sie an Expansion: „Ich se­ he Habsburg auch außerhalb der ­Mode, etwa bei Home-Accessoires“, so Schneider zu ihren weiteren Plä­ nen. Angedacht wird mittelfristig auch ein Online-Vertrieb. „Hier wollen wir aber eine Lösung finden, die auf die engen und lang­jährigen Beziehungen zu unseren Handels­ partner Rücksicht nimmt.“  www.habsburg.co.at

Partnerschaft Estée Lauder übernimmt mit Juli sämtliche Markenrechte für die Parfüms von Ermenegildo Zegna

Eine wirklich dufte Luxus-Kooperation Für die edlen ZegnaDüfte sind künftig die Parfümexperten von Estée Lauder zuständig.

© Zegna

Kufstein. Im letzten Jahr konnte Riedel Glass Works seinen Um­ satz um sechs Prozent auf rund 233 Mio. € steigern und auch heuer soll es weiter aufwärts gehen. „Dafür investieren wir heuer insgesamt 6,4 Mio. Euro in die Modernisierung unserer Pro­ duktionsanlagen in Österreich und Deutschland“, so Georg Riedel, Eigentümer von Riedel Glass Works. Zusätzlich ent­ steht in Schneegattern bis Jän­ ner 2012 um sechs Mio. € ein gemeinsames Zentrallager für die drei Konzernmarken Riedel, Nachtmann und Spiegelau und am traditionsreichen Stand­ ort in Kufstein wird der Shop und die angeschlossene Multi­ media Schau „Sinnfonie“ um 400.000 € ausgebaut.  www.riedel.com

Mailand/New York. „Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit den Estée Lauder Companies, um un­ sere Geschäfte auszubauen”, so Gildo Zegna, CEO der Ermenegildo Zegna Group. „Genau wie wir setzt sich Estée Lauder Companies für höchste Qualitätsstandards ein, die in starken Familienwerten ver­ wurzelt sind. Das Unternehmen ist der ideale Partner, um uns beim Ausbau der Reichweite und des Umfangs des Duftgeschäfts zu unterstützen.“ Die Parfümkollektion von Ermenegildo Zegna umfasst derzeit fünf Linien mit diversen Produkten – vom Eau de Toilette über After­ shaves bis zum Duschgel.

„Zusätzlich zu unseren Expansi­ onsplänen, vor allem in Asien und da ganz besonders am chinesischen Markt, erlaubt uns diese Koopera­ tion auch im Markt der Herrenpar­ füms und -kosmetik einen starken Auftritt”, führt Zegna weiter aus. Geplant ist einerseits die Stärkung des Vertriebs als auch die Entwick­ lung neuer Düfte sowie auch einer Körperpflegelinie. „Ermenegildo Zegna ist eine wundervolle Ergänzung unseres Portfolios von Lizenzen führender Modedesigner“, kommentiert Vero­ nique Gabai-Pinsky, Global Brand President, Aramis and Designer Fragrances, die Partnerschaft.  www.zegna.com


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Freitag, 27. Mai 2011

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Loewe bietet TV- Highlights cornelia patelli

Kronach. „Die neue Loewe-Linie ist in der Tat individuell – sie kann jederzeit beliebig ergänzt werden und besticht durch ihr klares, signifikantes Loewe Design mit außerordentlicher Qualität. Gratulation!“ So das Urteil der Jury beim diesjährigen iF gold award. „Das ist eine besondere Auszeich-

„Wir werden das Sortiment noch gezielter auf den

Dass die Fernseher aber nicht nur gut aussehen, sondern auch technisch viel zu bieten haben, versteht sich von selbst. „Minimalistisches Design in Verbindung mit innovativer Technik ist ein wesentliches Merkmal von Loewe“, lobt Herbert Stohlhofer, größter Loewe-Händler Wiens. Und Innovation heißt zurzeit vor allem 3D. Bei der Loewe 3DTechnologie zeigt das TV-Gerät in schnellster Folge jeweils ein Bild für das linke und für das rechte Auge. Ein integrierter InfrarotSender steuert die 3D Brille. „Das garantiert eine perfekte Bilddarstellung. Zudem besteht auch die Möglichkeit, zweidimensionale

Sendungen in 3D zu konvertieren“, erklärt Stohlhofer. Weiters sind alle Individual Compose 3D-Fernseher mit dem Loewe MediaPortal ausgestattet – für bequemen Zugriff auf alle Medien im Heimnetzwerk. „Dabei ist die Technik niemals reiner Selbstzweck, sondern vor allem ein Mittel, um den Komfort für den Nutzer kontinuierlich zu verbessern”, so der TV-Experte. „Intuitive und einfache Bedienung sind neben allen technischen Rafinessen und dem ansprechendem Design im Top-Segment der Unterhaltungselektronik ganz wesentliche Verkaufsargumente. Und Loewe vereint dies alles.” www.loewe.de

© Loewe

Technische Innovationen und anspruchsvolles Design punkten am Markt.

Die „Individual“-Serie hat bereits drei renommierte Designpreise gewonnen.

europäischen ­Premiummarkt ausrichten.“ oliver seidl vorstandsvorsitzender loewe

die date just l ady

nung für unseren Systemgedanken, der bei der Individual-Serie in perfekter Weise umgesetzt worden ist“, so Loewe-Vorstandsvorsitzender Oliver Seidl. Davor konnte die Linie schon bei zwei weiteren renommierten Preisen überzeugen. Vom „Chicago Athenaeum, Museum of Architecture and Design” gab´s im Jänner den Good Design Award, zeitgleich von der „Agence pour la promotion de la création industrielle (APCI)“ das „Label Observeur du design”.

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© EPA

Weitere Auszeichnung für Marc Jacobs

Der smarte US-Designer bekommt einen Preis für sein Lebenswerk.

New York. Langsam bekommt Marc Jacobs Platzprobleme – zumindest dort, wo er seine Preise und Auszeichnungen aufbewahrt. Denn am 6. Juni wird der Designer, der neben seiner eigenen Marke auch als künstlerischer Leiter für Louis Vuitton tätig ist, bei den Council of Fashion Designers of America-Awards (CFDA) den Geoffrey Beene Lifetime Achievement Award erhalten. Außerdem ist Jacobs für den „Womanswear Designer of the YearAward“, den er schon 1997 gewann, nominiert – gemeinsam mit Alexander Wang und dem Label Proenza Schouler. Den „CFDA-Award“ als Herrenmodedesigner erhielt er 2002, jenen für die Kategorie Accessoires dreimal, nämlich 1999, 2003 und 2005. Geht er im Jahr 2011 leer aus, wird er’s verschmerzen. Wir drücken trotzdem die Daumen.  www.marcjacobs.com HabanBucherer_Luxury_216x288_0511.indd 1

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Freitag, 27. Mai 2011

© Harald Klemm

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Für diesen Herbst ist ein Re-Fit des Stores geplant, in dem wir uns ­künftig aus­schließlich auf die ‚Black Gold‘-­Kollektion ­konzentrieren ­wollen. Wien ist für ­diese Edel-Linie ein ­besonders gutes Pflaster.“ © Diesel

lisa köstl branch manager österreich diesel deutschland

Der schicke Kohlmarkt ist ein gutes Pflaster für Luxus. Seit 2006 beweist hier

auch das italienische Trendlabel Diesel, dass es zur modischen Oberliga gehört.

Da erlebt man ein blauesWunder Diesel ist längst mehr als „nur“ eine Jeansmarke; das zeigt sich ganz deutlich im Flagship-Store am Wiener Kohlmarkt. desirée faber

Wien. Renzo Rosso war 2006 davon überzeugt, dass Wien ein guter Boden für einen Diesel-Store der besonderen Art ist. Einen, wo das italienische Trendlabel zeigen kann, dass es erwachsen geworden ist und sich auch abseits der klassischen Denim-Liga in der modischen Königsklasse behaupten kann. Als Standort kam natürlich nur der exklusive Kohlmarkt infrage, wo sich die großen Luxusmarken von Chanel über Cartier und Tiffany bis Zegna mit ihren Edel-Boutiquen präsentieren. Und Rossos Gespür war – wie schon so oft – richtig. „Österreich ist für die exklusive ‚Black Gold‘Kollektion mittlerweile einer der wichtigsten Märkte weltweit und Wien aufgrund der vielen internationalen Shopping-Touristen ein

besonders guter Boden für diese Linie“, freut sich Lisa Köstl, Branch Manager der Österreich-Niederlassung von Diesel Deutschland, die am Kohlmarkt bald ausschließlich auf die edle Hochpreisware setzen will.

Denim goes Luxury „Mittlerweile macht die LuxusLinie bereits rund 70 Prozent unseres Sortiments aus und wir sind auch einer der wenigen Stores weltweit, die sogar die besonders edlen limitierten Teile aus den Kollektionen haben, die bei der ‚Fashion Week‘ in New York gezeigt werden“, ergänzt Storemanagerin Daniela Bezdek. Dass man hier nicht in einem „normalen“ Jeans-Laden ist, sieht man natürlich nicht nur an der Ware selbst, sondern auch am Am-

biente: stylish mit einer Portion Retro-Chic, trendig und lässig-elegant. Das beginnt schon beim gläsernen Portal mit den pompösen

imposanten Luster, der früher in einer Kirche in Chicago hing – der erste Teil der rund 360 m� großen Verkaufsfläche. Hier gibt es neben Fashion auch die Accessoires, wie Sonnenbrillen, Uhren und Taschen und Kleinlederwaren.

„Unsere Highlights

Stylishes Ambiente

sind die Stücke

Loungeartig präsentiert sich das Obergeschoss. Entlang der Wände die Kleiderstangen mit den edlen Teilen; ein imposanter Tisch aus rohen Holzbalken dient als weitere Präsentationsfläche, ein zierlicher Servierwagen aus den 1950er-Jahren trägt die Espresso-Maschine. „Service wird bei uns groß geschrieben”, sagt Bezdek. Und natürlich gibt´s für die Besucher nicht „nur” Kaffee. „Wir sind hier schließlich am Kohlmarkt und die Kunden anspruchsvoll. Ganz

aus der ‚FashionWeek‘-Kollektion.“ daniela bezdek Storemanagerin

Griffen, deren Metallranken – vielleicht sogar gewollt – ein wenig an die Schlange der Verführung aus dem Paradies erinnern. Dahinter – dekorativ beleuchtet von einem

wichtig ist uns die individuelle Beratung und die steigende Zahl zufriedener Stammkunden zeigt uns, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.” Über die gemütlichen Sitzgelegenheiten – neben einem Original Fifties-Sofa auch Lounge-Chairs aus der Diesel-Home Collection – freuen sich besonders die Herren, die ihre Partnerinnen zum Shoppen begleiten. „Da ist das Warten schon fast ein Genuss”, lacht die Storemanagerin, auch wenn sie mit den ausgestellten Möbeln – darunter auch Lampen – nicht nur den Komfort ihrer Kunden im Sinn hat. „Die Stücke passen vom Stil natürlich perfekt und wir zeigen, dass Diesel viel mehr als Mode ist.” Zu kaufen gibt´s die Diesel-Möbel hier allerdings nicht, aber Prodomo liegt ja fast um’s Eck ...    www.diesel.com

Große Inszenierung Neben dem Flagship-Store auf der Croisette in Cannes betreibt Louis Vuitton bis August jetzt einen exklusiven Pop-up-Store

Paris/Cannes. Bis vor wenigen Tagen war Cannes wieder das Mekka des internationalen Filmbusiness und aller Cineasten. Mit dem Ende der Filmfestspiele ist an der Französischen Riviera wieder der Alltag eingekehrt. Die Highclass-Touristen haben die Stadt für sich, stolpern nicht an jeder Ecke über Stars und Kameras und können sich dem gepflegten Savoir-vivre hingeben. Dazu gehört natürlich auch Shoppen und das ohnehin schon große Angebot an edlen Stores und Boutiquen ist zumindest bis August um ein Highlight reicher. Louis Vuitton hat nämlich – schon während der Filmfestspiele – neben seinem Flagship-Store

auf der Croisette einen exklusiven Pop-up-Store eröffnet. Und der bietet filmreifes Shopping-Vergnügen, denn das Dekor des temporären Shops ist ganz vom Glamour der französischen Riviera und der Welt des Films inspiriert.

Highlights der Kollektion Entlang des Hauptgangs durch den vorderen Teil des Shops erinnern wellenförmige Elemente an das naheliegende Meer, während sich auf den in die Wände eingelassenen Bildschirmen Szenen von der Französischen Riviera und dem Shanghai der 1930er-Jahre zu einem optischen Gesamtkunstwerk

vermischen; bronzefarbene Paneele und der hochglänzende Boden sind weitere optische Highlights. Hauptdarsteller aber sind klarerweise die ausgewählten Kollektionsteile, die man hier erstehen kann. Im vorderen Teil warten edle Mode für exklusive CocktailPartys und große Galas – davon gibt es in der Stadt ja viele – sowie Accessoires und Lederwaren. Durch den Gang geht es weiter zu einem Innenhof, der in den zweiten Teil des Stores führt. Dort befindet sich eine Lounge und eine Abteilung, in der die schönsten Stücke der Schmuck- und Uhrenkollektion ausgestellt sind.  www.louisvuitton.com

© Louis Vuitton

Filmreifes Shoppingvergnügen bis in den Sommer

Neben dem Store auf der Croisette gibt’s bis August auch eine temporäre Boutique.


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Freitag, 27. Mai 2011

Aus dem Vollen

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schöp fen

Veni Creatrix – elegante Avantgarde-Couture für jede Gelegenheit und Figur. Wien. Nach erfolgreichem Totalumbau erstrahlt das Wiener Modelabel Veni Creatrix seit Mitte März in der Strozzigasse 31 im 8. Bezirk in neuem Glanz. „Mit dem Umbau des Shops und der Erweiterung um den neuen Showroom haben wir uns der Herausforderung gestellt, auf kleinem Raum ein möglichst breites Spektrum unserer Kollektionen zu zei-

„Menschen in ihrer modischen Entwicklung zu begleiten, ist eine wirklich spannende Sache.“ marina sagl designerin von veni creatrix

gen, ohne dabei auf Transparenz und reduziertes Raumdesign zu verzichten”, erklärt die Designerin Marina Sagl. „Nur so können wir eine Atmosphäre schaffen, in der Kundinnen und Kollektion ausreichend Raum zur Begegnung haben.” Und diese Begegnung ist für die Kundin auf jeden Fall ein Gewinn – vielleicht nicht grad für´s Portemonnaie, denn auch wer nur schauen will, wird der Versuchung,

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© Jürgen Hammerschmid

Sehr edel auf die Hörner genommen

Designerin Anita Münz in ihrer schmucken Boutique am Bauernmarkt.

Wien. Die Schmuckdesignerin Anita Münz packt – im übertragenen Sinne – den Stier gern bei den Hörnern. Basis all ihrer Schmuckstücke ist das Horn von afrikanischen Watussirindern. In ihrer neuen Kollektion kombiniert sie es erstmals mit Gold und Silber. Erhältlich sind die außergewöhnlichen Designstücke jetzt auch im neu eröffneten Shop am Bauernmarkt. „Hier kann ich meinen Kundinnen eine größere Vielfalt an Modellen exklusiv anbieten“, sagt die Designerin, für die der Shop aber mehr als ein reiner Verkaufsraum ist, sondern auch ein Ort, an dem man sich austauschen und in Ruhe gustieren kann. Mit seinen reduzierten Formen, ausdrucksstarken Farben und hochwertigen Materialien spiegelt der Store die Charakteristika der Schmuckstücke wider.  www.anita-muenz.at

das eine oder andere Teil kaufen zu müssen, nicht widerstehen können.

Gemütliches Salon-Flair Diesem verständlichen Wunsch darf man hier aber mit guten Gewissen nachkommen, denn erstens ist die Mode und der Schmuck von Veni Creatrix wirklich toll, die Beratung erstklassig und freundlich und die Preise für die Kreationen, in denen man sich nie verkleidet, sondern einfach perfekt gekleidet fühlt, durchaus zivil. Vor allem aber auch deshalb, weil Sagl nicht auf kurzlebige Modetrends setzt, sondern tragbare und edle

Mode für Frauen von heute entwirft. Und nicht nur für jene mit ModelMaßen, sondern auch für Frauen mit viel Figur. Für die ist der schicke Store, der auch Maßfertigung bietet, eine wahre Fundgrube.

Tradition & Innovation Der Showroom lädt nicht nur zum Gustieren ein, sondern ist auch Anlaufstelle für Shop-Partner, Kreative, Stylisten,Wiederverkäufer und alle, die Veni Creatrix nicht nur tragen, sondern Teil des erfolgreichen Konzepts werden wollen und sich für das PartnerShop-Programm interessieren.  www.venicreatrix.com

© Veni Creatix

natascha jansen-becker

Couturesalon und Treffpunkt für Modeinteressierte mit hohen Ansprüchen.


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Freitag, 27. Mai 2011

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© Gold-Kitz

© Wempe Österreich

Goldiges Souvenir aus Kitzbühel

Die Schmuck­ serie „GoldKitz“ ist eine Hommage an die GamsStadt.

2006feb01 mit noch größerem Sortiment Wien. Schon bisher hat der edle Shop in der Wiener Plankengasse das Herz aller luxusaffinen Fashionastas höher schlagen lassen. Im Frühling hat man das edle Sortiment noch erweitert und bietet unter anderem auch ausgesuchte Teile von Codello, Royal Blush, Preen oder Beden Avenue an. Wer wenig Zeit zum Shoppen hat, kann den Einkauf aber auch bequem online erledigen. Geliefert wird – übrigens kostenlos – in die gesamte EU, in die Schweiz, nach Liechtenstein und Norwegen, nach Absprache auch in die USA, nach Kanada und Australien.  www.2006feb01.com

Preview auf die Gössl Meisterstücke

Alle unsere Nieder­ lassungen sind über ein von uns entwickeltes CRMProgramm vernetzt. Damit ist sicher­ gestellt, dass jeder ‚Wempe‘-­Verkäufer alle Infos hat, um die Stammkunden überall perfekt beraten und betreuen zu können.“

© Wempe Österreich

Kitzbühel. Bei Gold in Verbindung mit der schicken kleinen AlpenMetropole denkt man in erster Linie an Medaillen. Doch man muss sich nicht todesmutig die Streif oder den Hahnenkamm hinunterstürzen, um zu Kitzbüheler Edelmetall zu kommen. Es reicht auch ein Besuch im Atelier der Goldschmiedin Margarete Klingler (Hornweg 5). Hier gibt es ihre Schmuckkollektion „Gold-Kitz“. In deren Mittelpunkt steht die Gams, das Wappentier Kitzbühels. Aus 18karätigem Gold in aufwendiger Handarbeit gefertigt, oft auch mit funkelnden Diamanten besetzt, ziert sie verschiedene Ringe, Anhänger, Ohrringe, Armbänder sowie Krawattennaden und Manschettenknöpfe.  www.gold-kitz.com

philipp pelz gf wempe österreich

Auch ohne Rolex ist das Sortiment der Wiener Wempe-Niederlassung hochkarätig, etwa die edlen Stücke der By Kim-Kollektion.

Hochkarätiges

Service

Für Uhrenliebhaber und Schmuckfans ist die Wiener Wempe-Niederlassung ein wahres Eldorado. britta biron

Wien. „Wien ist anders” – dass dies nicht nur auf die Stadt, sondern auch auf den deutschen Juwelier Wempe zutrifft, merkt man spätestens, wenn man die Wiener Dependance auf der Kärntnerstraße betritt. „Wir sind das einzige WempeGeschäft ohne Rolex”, sagt GF Philipp Pelz und es klingt nicht so, als würde ihm dieser Umstand viel Kopfzerbrechen bereiten. „Als wir im Mai 1991 in Wien eröffnet haben, gab es hier bereits drei Rolex-Vertretungen; daher haben wir unseren Uhren-Schwerpunkt anderswo gesetzt. Wir gehören zu den wenigen Stores weltweit, die das Dreigestirn in der Top-Liga führen, Patek Philippe, Vacheron Constantin und A. Lange & Söhne. Mit diesen Marken arbeitet Wem-

pe bereits seit 1927 zusammen.” Auch sonst hat man für den anspruchsvollen Uhrenliebhaber viel Feines im Sortiment: Neben den großen Traditionsmarken natürlich auch die eigenen Uhrenlinien, die äußerst erfolgreich sind. Die liegen in einem Segment, aus dem sich die Topmarken längst zurückgezogen haben, und bieten sich vor allem für die jüngere Zielgruppe als hochwertiger, aber nicht hochpreisiger Einstieg in die Welt der edlen Zeitmesser an.

kunft noch wichtiger werden wird. „Die steigenden Uhrenverkäufe der letzten Jahre haben das After-SalesService vieler Marken bereits an seine Grenzen gebracht, was zu langen

„Das After-SalesService hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert.“

Stark im After-Sales Philipp pelz

„Wir sind auch im After-SalesService sehr stark, denn Wempe verfügt über die größte private Uhrenwerkstatt Europas mit Standorten in Hamburg und Glashütte”, erklärt Pelz, der davon überzeugt ist, dass dieser Bereich in Zu-

Wartezeiten führt. Unsere Kunden profitieren aber von einem äußerst raschen Reparatur-Service.“ Auch wenn Uhren klar dominieren, hat Schmuck bei Wempe einen

sehr hohen Stellenwert und entsprechend edel ist das Sortiment. Pelz dazu: „Bei Chopard sind wir die erfolgreichste Filiale. Aber unser Schwerpunkt liegt hier ganz klar bei der Eigenmarke ‚By Kim‘.“ Die von der Wempe-Chefin KimEva persönlich kreierte Schmucklinie besticht durch ihr klassisches und dennoch unverwechselbares Design. „Frau Wempe trägt jedes Stück selbst, um sich von den Trageeigenschaften zu überzeugen. Besonders bei Ringen ist die Ergonomie ganz wesentlich, damit die Trägerin Freude mit dem Schmuckstück hat“, weiß Pelz. Die edlen Kreationen wie Helioro (Ringe, Armreifen und Anhänger aus mehreren verschlungenen Goldsträngen, mit oder ohne Diamanten) gibt´s ausschließlich bei Wempe. Ein wirklich hochkarätiger USP.  www.wempe.at

Salzburg. Seinen Händlern hat der Salzburger Trachtenspezialist Gössl die kommende HW-Kollektion bereits präsentiert. Und die Modeexperten waren von den Kreationen von Chefdesigner Christian Weber begeistert – vor allem von den edlen Meisterstücken der Gössl Edition, in aufwendiger Handarbeit nach traditioneller Schneiderkunst gefertigt. Interessierte Kunden können am 16. Juni im Gwandhaus einen ersten Blick auf die Kollektion werfen. Anmeldungen unter claudia. messner@goessl.com.  www.goessl.com

Von der Straße auf den Fashion-Laufsteg Wien. Dass weitgereiste LkwPlanen, abgewetzte Fahrradschläuche und ausrangierte Sicherheitsgurte ein großes modisches Potenzial haben, beweisen die Taschen des kultigen Schweizer Labels Freitag. Erhältlich sind die Taschen – Stammvater der mittlerweile umfangreichen Kollektion ist der praktische „Messanger“ – in rund 350 ausgewählten Shops auf der ganzen Welt sowie in den eigenen F-Shops. Und einen solchen gibt es seit Anfang April auch in Wien (Neubaugasse 26, 1070 Wien). Er ist auch der erste Shop, in dem das Regalsystem „V30 Freitag Skid“ konsequent eingesetzt wird.

Der Designer Colin Schaelli wurde dafür 2009 mit dem „Schweizer Design Preis“ ausgezeichnet. Sein preisgekröntes System ist modular aufgebaut und entstand als Massanfertigung für FreitagTaschen und -Accessoires. Wie diese ist auch das Regal aus gebrauchten Materialien gefertigt. Der Großteil der Kunden interessiert sich aber natürlich eher für das, was in den Regalen ist. Und das ist sowohl von der Menge als auch von den Modellen beachtlich. Mehr als 1.600 Unikate warten hier auf neue Besitzer – darunter auch die neue „Fakesnake-Collection“, ein absolutes Highlight für ökobewusste Trendsetter.  www.freitag.ch

© Bruno Alder

Designer Christian Weber (li.) und Gerhard Gössl mit zwei feschen Dirndln.

© Mahir Siddgi

© Gössl

Eingesackt Das kultige Schweizer Taschenlabel Freitag hat jetzt auch in Wien einen Flagship-Store eröffnet

Ein außergewöhnlicher Store für eine außergewöhnliche Taschenkollektion.


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Freitag, 27. Mai 2011

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Neue Freiheit im Big

Apple

clarissa fischer

Wien/New York. Spätestens seit dem Sinatra-Song „New York, New York“ steht die Metropole am Hudson für den ultimativen Beweis, es geschafft zu haben – egal in welchem Bereich. Diesen Beweis hätte die Wiener Schmuckmanufaktur Frey Wille, die heuer ihren 60. Geburtstag feiert, an sich nicht so nötig gehabt, denn das welt-

„In unseren Boutiquen vermitteln wir unseren Kun-

in unseren Geschäften einkaufen und sich seit Jahren einen Store in der pulsierenden amerikanischen Millionenmetropole wünschen“, ist Friedrich Wille, Frey WilleCEO und Eigentümer, auf den aktuellsten Außenposten für Wiener Kunsthandwerk und Schmuckdesign besonders stolz.

Schmucker Laden Auf 60 elegant gestylten Quadratmetern bietet der neue Store die ganze Palette des berühmten Schmucks. Darunter auch die aktuellen Neuheiten wie „Messager d´amour“, einen Anhänger aus farbenprächtigem Email, der sich

am oberen Ende mit einem Dreh öffnen lässt und zwei kleine Zettel für besondere Botschaften enthält. Living Art begeistert mit klaren grafischen Formen, kräftigen Farben, eingefasst von Gelb- oder Weißgold. Das Sortiment umfasst auch Accessoires wie Seidentücher, Schals, Gürtel, Handtaschen und die edle Men Collection. Auch wenn New York ein Highlight im weltweiten Vertrieb ist, der Schlusspunkt ist es noch lange nicht. Schließlich gibt es noch anderswo begeisterte Fans. Bis Mitte 2011 hat Frey Wille noch die Eröffnung von acht weiteren Boutiquen geplant.  www.frey-wille.com

© Frey Wille

Der 84. Frey-Wille-Store eröffnete kürzlich in New York seine Pforten.

Schmuckes Aushängeschild: die neue Frey Wille-Boutique in der Madison Avenue.

den Kunst als Teil eines besonderen Lebensgefühls.“ friedrich wille ceo frey wille

weite Netz an eigenen Boutiquen war schon bisher recht beachtlich. Allein im letzten Jahr kamen 18 neue Stores dazu, etwa in Capri, Cannes, Sydney, Vancouver, Moskau und Kiew. „Mit unserer neuen Boutique an einem Hotspot New Yorks, nämlich in der Madison Avenue, geht nicht nur ein persönlicher Wunsch von mir in Erfüllung, sondern wir folgen hier auch dem Ruf vieler New Yorker Kunden, die weltweit

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Paris/Hongkong. Ende März eröffnete Longchamp seinen neuen Flagship-Store in Hongkong. Direkt im historischen Zentrum der asiatischen Metropole bietet La Maison 8 auf 400 stylishen Quadratmetern Taschen und Accessoires des französischen Edel-Labels, aber auch Arbeiten der zeitgenössischen chinesischen Künstlerin Liu Wei. Neues gibt es auch im OnlineShop und auf der Facebook-Seite der Marke. Für die Taschen der Linien Le Pliage und Le Cabas wird ein Customize-Service angeboten, mit dem man ganz einfach zu seinem ganz persönlichen Modell kommt: Einfach Modell, Größe, Länge der Henkel, Farbe für außen und innen und gewünschte Personalisierung (Name oder Initial) anklicken und die Bestellung abschicken.  www.longchamp.com

D A S B E A U T Y- PA C K A G E persönliche Beautyberatung speziell abgestimmte Kosmetikbehandlung Massage oder Lymphdrainage Ernährungsberatung spezielle Trainingsprogramme Vorträge

Preise & Kategorien inklusive Beauty-Package und Vollpension

Kategorie D

€ 2.380,- pro Person Garantiekabine, limitiertes Kontingent

Kategorie C

€ 2.970,- pro Person Zweibett-Kabinen, Kabinendeck

Kategorie B

€ 3.770,- pro Person

Kategorie A

€ 4.830,- pro Person Panorama-Kabinen, Promenadendeck

Doppelbett-Kabinen, Kabinendeck

Einzelkabinenzuschlag in der Kategorie A: 100%, andere Kategorien auf Anfrage. Änderungen des Fahrplanes und des Programms wegen Hoch- und Niedrigwasser bleiben vorbehalten. Für Vorreservierung und Detailprogramme kontaktieren Sie:

www.excellentbeauty.com

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MM Reisegesellschaft T: 0463/57920 schiff@reisegesellschaft.at Miesstaler Strasse 14, 9020 Klagenfurt Veranstalter: MM Reisegesellschaft mbH

12.05.11 17:28


Lu x u r y r e s ell e r

22 – luxury brands&retail

Freitag, 27. Mai 2011

short

© Shirley Suarez

© Kastner & Öhler

Roben für den bühnenreifen Auftritt

Da liegt Musik in der Luft: die neue Edelboutique von Barbara Bonney.

© Kastner & Öhler; Nikolaus Koliusis

Salzburg. Barbara Bonney begeistert seit vielen Jahren Opernliebhaber und Klassikfans als großartige Sopranistin. Neben der Musik ist Mode aber die zweite große Leidenschaft der Künstlerin, die kürzlich in diesem Bereich ihr Debüt feierte. Bonney eröffnete in der Schwarzstraße 21 die exklusive Boutique „Luna DressDesign” mit eigener Modelinie und angeschlossenem Maß-Atelier und erfüllt sich damit einen lang gehegten Wunsch. „Was ‚Luna DressDesign‘ so besonders macht, ist, dass jede Robe ein Unikat ist, also nur einmal mit demselben Schnitt in einem Stoff angefertigt wird“, so Bonney, die trotz ihrer vielen künstlerischen Verpflichtungen ihren Kundinnen so oft wie möglich persönlich im Store zur Verfügung stehen will.  www.lunadressdesign.com

Ausgezeichnet

shoppen

Kastner & Öhler in Graz wurde zum weltweit schönsten Departement Store 2011 gekürt. cornelia patelli

© Montblanc

Edle Hommage an den Namenspatron

Graz. Im Vergleich zu New York, Peking oder San Francisco mag Graz ja ein kleines Licht sein, aber beim Shopping spielt die Mur-Metropole sicher in der Oberliga mit. Denn im Frühling wurde der um gut 30 Mio. € runderneuerte und erweiterte Flagship-Store von Kastner & Öhler mit dem renommierten „A.R.E.Design Award“ ausgezeichnet. „Neben dem völlig neuen Erschließungskonzept und der Erweiterung um 10.000 m� wurde das Profil des Hauses in allen Bereichen in einer beispielhaften Weise geschärft. Die innovative Inszenierung macht Kastner & Öhler zu einer der Top Adressen in der obersten Liga der europäischen Modeanbieter”, so die Begründung der Jury. „Es ist aber nicht nur ein Erfolg für uns, sondern eine Bestätigung

für alle, denen Design und Einzigartigkeit in Österreich ein Anliegen ist”, kommentiert Kastner & ÖhlerVorstand Martin Wäg.

Top-Marken & Newcomer Für die Shopping-Lust aber mindestens so wichtig wie ein schickes Ambiente ist das Sortiment. Und das lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Von der Mall im Untergeschoß über die Parfümerie-Abteilung und den Accessoires-Bereich im Erdgeschoss, die Damen-, Herren- und Kindermode-Abteilungen in den Obergeschoßen findet man so gut wie alle Top-Marken, von Acqua de Parma & Chanel über J Brand & Diesel, Kiehl´s & La Perla bis zu Samsonite & Zegna. Neben etablierten Brands gibt es auch Neues. So präsentiert etwa das junge Label Farandula, diesjäh-

riger Gewinner des „K&Ö-FashionAwards“, hier seine Siegerkollektion „Stop in the Name of Love“.

Estée Lauder – ihre edlen Beautyzelte aufgeschlagen. Neu ist der Clinique-Erlebniscounter, der eine ganz neue Dimension der Schönheitsberatung bietet. „Wir könnten uns keinen schöneren Ort und besseres Umfeld für die Umsetzung dieses Konzepts vorstellen“, lobt Monica Philipp, Brand Managerin Clinique Österreich.

„Der Store bietet ideale ­Bedingungen für

Viel Service

unseren ersten

Auch beim Service ist der Store top – Personal Shopping, Verpackungs- und Änderungsservice und eine abwechslungsreiche Gastronomie. Damit auch Eltern ganz entspannt im schönsten Kaufhaus der Welt shoppen können, gibt es für die Kids im 5. Stock ein Unterhaltungs- und Spieleparadies, das ebenfalls alle Stückerl spielt.  www.kastner-oehler.at

­Erlebniscounter.“ monica philipp, clinique österreich

Ein Highlight ist die Kosmetikabteilung, für Chanel ÖsterreichBoss Harald Pavlas die schönste des Landes. Hier haben die EdelMarken – etwa Chanel, Dior oder

Happy Birthday Don Gil bietet seit vier Jahrzehnten modische Shoppingerlebnisse auf höchstem Niveau

Erfolg mit Edelsortiment und Top-Service Wien. Drei eher unspektakuläre Stadlerhosen-Filialen in der Wiener Vorstadt waren 1971 der Anfang. Heute ist Don Gil mit 32 Standorten – darunter dem im letzten Jahr eröffneten schicken FlagshipStore in der Wiener City – einer der erfolgreichsten Modehändler Österreichs.

Schöner shoppen Das liegt einerseits am Sortiment, das mit den Jahren immer edler und internationaler wurde und neben der Eigenmarke Don Gil von Boss Black über Diesel Black Gold, Marc by Marc Jacobs, Van Laack, Strenesse bis Vivi-

enne Westwood so ziemlich alles bietet, was modeaffinen Konsumenten gefällt. Elegante Businessmode, trendige Designer-Fashion, sportlich-schicke Freizeitmode für Damen und Herren, Schuhe, Taschen, Sonnenbrillen – einfach alles, was man braucht, um von Kopf bis Fuß modisch up to date zu sein. Ausgewählte Basics und Accessoires gibt´s auch im OnlineShop, der noch eine Besonderheit bereit hält: das Wäsche-Abo. Damit braucht Mann keinen Gedanken daran verschwenden, ob und wann der nächste Unterwäsche- und Sockenkauf fällig ist. Frische Ware – zur Wahl stehen die Marken Don Gil, Hugo Boss und Hugo – kommt

vier Mal pro Jahr bequem per Post. Wirklich einzigartig wird das Einkaufserlebnis bei Don Gil aber durch die professionelle Beratung und den persönlichen Service, den man als Kunde genießt. Vor allem als Mitglied des Don Gil-Clubs, den Unternehmensgründer Peter Slzatinay schon zu einer Zeit ins Leben rief, als Kundenbindungsprogramme in Österreich noch in den Kinderschuhen steckten. Mittlerweile hat der Club 250.000 Mitglieder, die von vielen Vorteilen profitieren, wie etwa Umsatzbonus, 50% Preisnachlass auf Änderungsservice oder kostenloser Don Gil Diners Club Card.  www.dongil.at

© Don Gil

New York. Nach der Eröffnung des Flagship-Stores in Paris im letzten Jahr erweitert das amerikanische Lifestyle-Label im Frühling für seine französischen Kunden auch die Shoppingmöglichkeiten im Internet. Der französische Online-Shop bietet das gesamte Sortiment – ohne lästige Sprachbarrieren. Geliefert wird auch nach Belgien, Luxemburg und in die Niederlande.  www.ralphlauren.com

Hamburg. Ein besonderes Highlight wartet jetzt in den Montblanc-Boutiquen und im ausgewählten Fachhandel auf Liebhaber edler Schreibgeräte und Uhren. Die Kollektion „Tribute to the Mont Blanc” ist eine optische Hommage an den Berg, der als Namenspatron für die Hamburger Nobelmarke fungiert. Weiß wie ein Gletscher erstrahlen die beiden SolitärFüllfederhalter – erhältlich in Rotgold oder platiniert um 750 bzw. 840 € – und der Meisterstück TimeWalker Chronograph, für den man allerdings 11.900 € locker machen muss. Ab günstigen 70 € sind schon elegante Lederetuis zu haben.  www.montblanc.de

Martin Wäg Vorstand Kastner & Öhler

Größer & schöner, internationales Flair & eindrucksvolle Architektur und dazu eine der schönsten Kosmetikabteilungen des Landes.

Ralph Lauren baut Online-Shop aus

Der Weißheit edler Schluss: die neue Kollektion von Montblanc.

Wir freuen uns, ­einen großen Design­preis in die frisch ­gebackene ‚­City of Design‘ zu ­bringen. Wie sehr die Neu­ausrichtung ­geschätzt wird, zeigt nicht zuletzt die große Begeisterung unserer Kunden.“

Thomas Hahn (Stv. GF Don Gil) und Marco Maninchedda (GF Don Gil).


WWW.SCHNEIDERS.COM


www.chanel.com

CHANEL-Kundenservice: Tel. 0810-5000 10 (geb端hrenpflichtig).

medianet Luxury Ausgabe 27.05.2011  

luxury - die monatliche Berichterstattung über die Luxusindustrie - in der Wirtschaftsfachtageszeitung medianet

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