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medianet

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freitag, 6. dezember 2013 – 29

NÖ industrieoffensive

Viel energie für 2014

Umfangreiches Maßnahmenpaket soll Standort noch attraktiver machen  Seite 32

Illwerke AG investiert 159 Mio. Euro ­in Modernisierung und neue Anlagen  Seite 34

© Illwerke

© IV NÖ/Johann Marihart

industrialtechnology konjunktur monatliche analyse © EPA/Diego Azubel

RCA gegen Private und alle gegen die Lkws

© Engel/Claus-Rene Tacha

short

Schwertberg. Christian Pum, CSO der Engel Holding GmbH, wird am 31. Dezember das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen und in eine andere Branche wechseln. „Eine Entscheidung, die wir bedauern, aber akzeptieren”, so Engel-CEO Peter Neumann. Zu Pums Nachfolger wurde Christoph Steger (Bild) bestellt, der die Agenden mit sofortiger Wirkung übernimmt. Steger trat Anfang 2012 in das Unternehmen ein und hat seither die Business-Unit Engel Packaging mit großem Erfolg geleitet.  www.engelglobal.at

© ÖBB/www.peterrigaud.com

Berlin. Die Q:Charge Europe AG baut mit der Übernahme der Manir d.o.o Kroatien als zentralen Recyclingstandort für die gesamte Balkanregion aus. Grund für diesen strategischen Schritt ist der Umstand, dass man davon ausgeht, dass in Mazedonien, Kroatien, Serbien und Bulgarien in den kommenden Jahren höhere Mengen an Elektroschrott anfallen werden. Darüber hinaus hat die Q:Charge Europe für die südosteuropäischen Länder auch die Vertretung der Schweizer RW Recycling World GmbH, einem Unternehmen, das auf Umwelttechnologie und Recyclinganlagenbau spezialisiert ist, übernommen.  www.q-charge.de

© APA/Barbara Gindl

Marktanalyse Im immer härteren Wettbewerb beim Gütertransport kommt die Bahn nicht auf Schiene, und Marktführer RCA gerät durch die private Konkurrenz vor allem auf den lukrativen Strecken noch weiter unter Druck.  Seite 30 Palfinger Weiterer Ausbau des Marine-Geschäfts

Die Industriekletterer von Megarme gehören jetzt zur Palfinger-Gruppe.

Salzburg. Die Palfinger Gruppe hat vor Kurzem die österreichische Palfinger systems (stand bisher im Besitz der Familie Palfinger) und die arabische Megarme übernommen und baut damit seine Kompetenz im Marine-Geschäft weiter aus. Palfinger systems ist auf innovative Maschinen- und Prozesstechnologien sowie maßgeschneiderte Kunden- oder Projektlösungen spezialisiert und hat erst vor Kurzem einen bedeutenden Auftrag aus Singapur im Ausmaß von rund 10 Mio. € erhalten. Megarme ist auf Industriekletterer für Service- und Wartungsarbeiten spezialisiert.   www.palfinger.ag

Neues Maschinenlager in China

© Arburg

Akquisition von Spezialbetrieben

© Megarme

Brüssel. Die Erzeugerpreise der Industrie sind im Oktober in der EU um 0,6% gegenüber September gefallen. In der Eurozone lag der Rückgang im Schnitt bei 0,5%. Österreich verzeichnete nach den am Dienstag präsentierten neuesten Daten von Eurostat einen Preisrückgang um 0,4%. Die stärksten Rückgänge verzeichneten Kroatien, Italien und Ungarn (je -1,3%), sowie Dänemark (-1,1%). Die einzigen Preisanstiege wurden in Estland und Zypern (je +0,2%) sowie in Schweden (+0,1%) registriert  http://epp.eurostat.  ec.europa.eu

Arburg Besserer Service für die Kunden in Asien

Traditioneller Löwentanz zur Einweihung des neuen Maschinenlagers.

Loßburg/Shanghai. Mit einer großen Feier und einem traditionellen Löwentanz eröffnete der Maschinenhersteller Arburg Ende November sein neues, 1.500 m� großes Maschinenlager in China. „Dies stellt einen neuen Meilenstein für unsere Aktivitäten in China dar”, so Benjamin Franz, Business Development Manager Asia; er betonte, dass die Kunden in Asien damit nun von kürzeren Lieferzeiten profitierten. Für Arburg entwickelt sich China zu einem immer wichtiger werdenden Markt, wobei der Anteil der lokalen Kunden steigt  www.arburg.com


c ov e r

30 – industrialtechnology

short

Service für Healthcare und Life Sciences

Freitag, 6. Dezember 2013

Aktuelle Studie Economica Institut analysiert die Markt- und Wettbewerbssituation im Schienengüterverkehr

Bahntransport kommt nicht richtig auf Schiene Steigende Konkurrenz zwischen RCA und Privatbahn und zwischen Bahn und Straße. haben die Privaten bereits einen Marktanteil von 28%. Die Lokomotion transportiert Güter über den Brenner und die Tauern, die Wiener Lokalbahnen Cargo ist hauptsächlich im Container- und Ganzzuggeschäft auf der Donauachse tätig und die LogServ Logistik Service, drittstärkste und auch einzige reine Privatbahn, betreibt das Werksbahnnetz der voestalpine.

Bonn. DHL Global Forwarding hat seinen bestehenden Vertrag mit CSafe Global, einem führenden Hersteller von aktiv gesteuerten, mobilen Kühlgeräten, um drei Jahre verlängert. „CSafe spielt eine entscheidende Rolle im kontinuierlichen Bestreben, unseren Life-Sciences- und HealthcareKunden GDP-konforme Prozesse und Dienstleistungen anzubieten“, so Laura Ackermann, Vice President Global Head Life ­Sciences Network & Operations, DHL Global Forwarding. Zum Sortiment aktiver Containerlösungen von CSafe Global gehört der CSafe RKN, der einzige Luftfrachtcontainer seiner Art, der mit einem Kompressor betrieben wird und sowohl von der US Federal Aviation Administration (FAA) als auch der European Aviation Safety Agency (EASA) Freigaben erhalten hat und seit Mitte 2013 von DHL eingesetzt wird. www.dhl.de

© Panalpina

e-Freight ersetzt Begleitdokumente

Elektronische Dokumente sparen Kosten, Zeit – und 7.800 Tonnen p.a.

Aigen. Eine durchschnittliche Luftfrachtsendung umfasst gut 30 verschiedene Dokumente, die von jedem an der Sendung beteiligten Partner auch bearbeitet werden müssen. Insgesamt werden jährlich Begleitdokumente mit einem Gewicht von mehr als 7.800 t durch die Luft transportiert, was einen nicht unerheblichen Zeitaufwand, Kosten und Umweltbelastung bedeutet. Dieser könnte aber bald der Vergangenheit angehören. Zu den Vorreitern bei der papierlosen Luftfracht zählt Panalpina, die bereits regelmäßige, papierlose Luftfrachtverbindungen zwischen Huntsville und Luxemburg, von Luxemburg nach Hongkong und von Guadalajara nach Huntsville anbietet. Das papierlose Luftfrachtnetzwerk wird jeden Monat weiter ausgebaut, und Panalpina ist zuversichtlich, dass sie sämtliche StandardLuftfracht auf seinen Boeing 747-8-Frachtern in weniger als zwei Monaten als e-Freight befördern wird. Die einzigen Ausnahmen sind Flüge von und in die MEAC-Region (Naher Osten, Afrika und GUS) sowie Festlandchina und Brasilien. www.panalpina.com

Wien. Um die Straßen und die Umwelt zu entlasten, gilt seit Jahren die Devise, die Gütertransporte verstärkt auf die Schiene zu verlegen. Dafür wurde eine Infrastrukturoffensive für die Bahn mit hohen Investitionen „auf Schiene” gebracht. So werden allein derzeit um 390 Mio. € Terminals für den Güterverkehr ausgebaut und neu errichtet, darunter große intermodale Umschlagplätze in Wolfurt, Wörgl, Wels und Wien-Inzersdorf. Auch Förderungen für den Güter-

Harte Konkurrenz

„Eine Evaluierung der Kostenstrukturen im Gütertransport und der Treffsicherheit des

© ÖBB/Archiv PG

CSafe Global ist integraler Bestandteil von DHL Thermonet.

Fördersystems könnte

Vor allem die höheren Kosten auf kurzen Strecken sorgen für Wettbewerbsnachteile.

sinnvoll sein.“

fällt der Abstand zwischen Straße und Schiene noch wesentlich größer aus. Die gesamte Verkehrsleistung aller Lkw zusammen ist doppelt so hoch wie jene der Bahn. Fragt sich also, warum die Maßnahmen nicht greifen. Antworten darauf liefert jetzt das EconomicaInstitut mit einer aktuellen Studie über die Markt- und Wettbewerbssituation im Schienengüterverkehr. Ein klarer Wettbewerbsnachteil der Schiene sind die Kosten. Denn der Großteil der Gütertransporte in Österreich (80%) betrifft Distanzen von unter 80 km. Bahntransporte sind aber erst ab einer Distanz von 200 km für die Anbieter kostendeckend, Einzelwagen im konventionellen Güterverkehr überhaupt

Christian Helmenstein GF economica institut

verkehr und zur Errichtung von Anschlussbahnen sollen die Schiene attraktiver machen. Ein Plan, der allerdings nicht wirklich aufgeht, wie die Zahlen der Statistik Astria zeigen. So stieg das Transportvolumen österreichischer Unternehmen auf der Straße zwischen 2010 und 2012 von 331 Mio. t auf knapp 334 Mio. t, jenes auf der Schiene sank im gleichen Zeitraum von 107,7 auf 100,5 Mio. t. Berücksichtigt man auch ausländische Lkw und Eisenbahnen, so

erst ab mehr als 300 km. Dabei stellen die Zugfahrkosten den größten Brocken dar. Sie machen bei Einzelwagentransporten rund ein Drittel der Gesamtkosten aus und bei Ganzzugtransporten mehr als die Hälfte. Der Anteil der Verschubkosten beträgt bei Einzelwagentransporten 26%, bei Ganzzügen 14%. Seit der Marktöffnung im Schienenverkehr sieht sich die ÖBBTochter Rail Cargo (RCA) noch mit einer weiteren Konkurrenz-Front konfrontiert: Zwar ist sie nach wie vor klarer Marktführer, verliert allerdings kontinuierlich Anteile an die Privatbahnen. Vor allem im Transitverkehr – jener Sparte, die auch ohne Ausgleichszahlungen des Bundes kostendeckend ist –

Christian Helmenstein, Studienautor und Leiter des Economica Instituts, geht davon aus, dass der Wettbewerb vor allem im Ganzzugverkehr auf den Transitstrecken noch härter werden wird und in diesem Zusammenhang eine Evaluierung der Treffsicherheit des Fördersystems sinnvoll wäre. „Der kaum vorhandene Wettbewerb im Einzelwagenverkehr deutet darauf hin, dass dieser grosso modo auch in Zukunft von RCA bedient wird, da dieser ein flächendeckendes Netz von Verladezentren und Verschubknoten erfordert und mit hohen Zugbildekosten versehen ist.” Damit gerät die RCA weiter unter Druck und hat jetzt die Verträge mit zehn Privatbahnen zum Jahresende gekündigt, wodurch sich diese (nicht ganz grundlos) wirtschaftlich gefährdet sehen. Allerdings habe, so Helmenstein, die Bedienung von betriebswirtschaftlich unrentablen Strecken volkswirtschaftliche Vorteile für die regionalen Produktiosunternehmen sowie den Umweltschutz. „Die Zukunft der Logistik wird durch ein weiter verbessertes Zusammenspiel von Bahn und Lkw mitbestimmt sein”, schließt die Studie, lässt aber offen, wie das konkret aussehen könnte. www.economica.at

DB Schenker Seit der Ostöffnung ist die bulgarische Landesorganisation zum Marktführer geworden

Erfolgreiche Positionierung in Bulgarien Sofia. Vor Kurzem feierte DB Schenker sein 20-jähriges Jubiläum in Bulgarien. Doch die Geschäftstätigkeit in diesem Land reicht eigentlich sehr viel weiter zurück, nämlich bis ins Jahr 1889, und wurde gleich nach der Öffnung Osteuropas wieder aufgenommen. Seither wurde die Schenker EOOD kontinuierlich ausgebaut und ist heute der führende Anbieter von Transport- und Logistikservices in Bulgarien. „Diesen Erfolg unserer bulgarischen Landesorganisation haben wir vor allem unseren Kunden zu verdanken“, so Kurt Leidinger, Vorstandsvorsitzender der Schenker & Co AG.

Luft- und Seefracht und Bahnspedition gehören auch Dienstleistungen wie Lager-, Projekt- und Zollservice zum Angebot sowie auch anspruchsvolle Kontraktlogistik-Lösungen, Schwer- und Spezialtransporte sowie Umzugsservice, Messe- und Ausstellungslogistik. Jüngster Neuzugang auf der Kundenliste ist der schwedische

Moderiese H&M, der in den vergangenen zwei Jahren in Bulgarien sein Filialnetz stark ausgebaut hat. Von seinem 7.000 m� großen Logistiklager im Iliensko-Bezirk in Sofia aus beliefert Schenker EOOD derzeit regelmäßig zehn H&M-Filialen in Bulgarien – dank des kundenorientierten Logistiksystems und des gut entwickelten bulgarischen Inlandsnetzwerks

„Diesen Erfolg unserer bulgarischen LandesEOOD haben wir vor allem unseren Kunden zu verdanken.“

Gute Entwicklung Schenker EOOD verfügt über insgesamt sieben Standorte und beschäftigt 230 Mitarbeiter. Der Logistik-Terminal in Sofia/Bozhurishte ist einer der modernsten des Landes. Die bulgarische Organisation bietet internationale Landverkehre mit regelmäßigen Linien von und nach allen europäischen Ländern. Neben Landverkehr,

innerhalb von 24 Stunden. Das ist ein wesentlicher Faktor für den Fashion-Diskonter, der für seine rasch wechselnden Kollektionen bekannt ist.

organisation Schenker

Kurt leidinger, vorstandsvors. schenker & co ag

© DB Schenker

© DHL

britta biron

Schenker EOOD hat kürzlich die Logistik von H&M in Bulgarien übernommen.

Von Bulgarien aus werden auch die griechischen Umschlagknoten Thessaloniki und Athen und die daran angeschlossenen 27 griechischen H&M-Filialen regelmäßig beliefert. www.dbschenker.at


ko n j u n k tu r ba r ome t e r

Freitag, 6. Dezember 2013

industrialtechnology – 31

Stimmungsbild Österreich freut sich über stärkstes Wirtschaftswachstum seit 2011, China will privaten Investoren Einstieg in Staatsbetriebe erleichtern

Mit Optimismus ins neue Jahr

Europa kämpft weiter mit geringer Inflation, Brasilien gegen Rezession; das US-Weihnachtsgeschäft bleibt unter den Erwartungen. Europa 

In Europa steht nach wie vor das Thema Inflation im Fokus. Diese ist im Oktober auf einen Stand von 0,7% gefallen, eine ähnlich tiefe Rate wurde zuletzt vor rund vier Jahren gemessen. Für November wird ein leicht höherer Wert (0,9%) im Euroraum erwartet.

USA  Der US-Einzelhandel musste heuer das schwächste ThanksgivingWochenende seit 2009 verzeichnen. Die Umsätze stiegen nur um 2,3%, die Prognose für das gesamte Weihnachtsgeschäft liegt nun nur noch bei 2,4%. Vor dem Feiertagswochenende hatte man noch einen Anstieg von 3,5 % erwartet.

Japan 

fallenden Rupie stark angezogen und konnten damit die nur mäßige Inlandsnachfrage abfedern.

Unter der Lupe: China will Privatwirtschaft stärken

Lateinamerika  Brasilien dürfte sich weiter auf einem eher schwachen Wachstumspfad befinden, eine Rezession dürfte aber vermieden werden. Die Notenbank, die die Leitzinsen Ende November auf 10% angehoben hat, könnte sich dadurch veranlasst sehen, im Zinsstraffungszyklus eine Pause einzulegen. Monika Rosen ist Chefanalystin im Bank Austria Private Banking.

© EPA/Diego Azubel

Monika Rosen

Der 18. Parteikongress der Kommunistischen Partei in China, der Anfang November stattgefunden hat, hat weitreichende Änderungen der chinesischen Sozial- und Wirtschaftspolitik zur Folge. Neben einer Entschärfung der Ein-Kind-Politik beschlossen die Verantwortlichen, das Verhältnis von Staat und Markt neu zu ordnen, und dem Markt eine entscheidendere Rolle in der Ressourcenallokation zukommen zu lassen als bisher. So ist geplant, die Privatwirtschaft, die heute bereits 60% der chinesischen Wirtschaftsleistung beiträgt, zu stärken und die Dominanz der Staatsunternehmen zurückzudrängen.

Privaten Investoren soll so z.B. der Einstieg in staatseigene Unternehmen ermöglicht werden, um die Staatsunternehmen dadurch wettbewerbsfähiger zu machen. Weiters plant die Regierung eine Deregulierung der Preise für Rohstoffe wie Wasser und Gas; weitere Liberalisierungen soll es in den Bereichen Telekommunikation und Transport geben, um so die Position der Privatwirtschaft zu stärken. Auch der Bankensektor soll für Privatinvestoren zugänglich gemacht werden, die Beschränkungen für ausländische Investitionen sollen zum Teil entschärft werden. Bis zum Jahr 2020 sollen die Details der geplanten Reformen umgesetzt worden sein.

Die japanische Notenbank setzt ihre ultralockere Geldpolitik fort. So soll die Wirtschaft mit ausreichend frischem Geld versorgt und die japanische Konjunktur weiter angekurbelt werden. Die Exportzahlen sind auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Im Oktober plus 18% gegenüber dem Vormonat.

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Der chinesischen Notenbank zufolge will China das Wachstum durch Reformen und nicht mehr durch eine ultralockere Geldpolitik vorantreiben. Für 2014 wird eine Verlangsamung des Wachstums auf rund 7,4 Prozent erwartet. Damit liegt der Wert nur knapp über dem Mindestwachstum (7,2%), das laut der chinesischen Führung nötig ist, um einen stabilen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Indien  Das Wirtschaftswachstum in Indien liegt das vierte Quartal in Folge unter 5 Prozent –der längste Zeitraum seit 2005. Von Juli bis September wurde ein Wachstum von 4,8 Prozent verzeichnet. Die Exportzahlen haben aufgrund der

Demner, Merlicek & Bergmann

China 

Österreich Spezial Stärkstes Wirtschaftswachstum seit dem Jahr 2011 Die österreichische Konjunktur setzte ihren Aufwärtstrend auch im Oktober fort. Für das Schlussquartal 2013 wird das stärkste Wirtschaftswachstum seit Anfang 2011 erwartet, es kann mit einer Wachstumssteigerung von etwa 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal gerechnet werden. 2013 sollte die heimische Wirtschaft damit um rund 0,3 Prozent wachsen. Wichtigste Stütze bleibt dabei bis zum Jahresende voraussichtlich die Auslandsnachfrage, die wohl für gute Stimmung in der heimischen Industrie sorgen wird. Die Stabilisierung der europäischen Wirtschaft hat nicht nur für eine Besserung der Stimmung in allen wichtigen Märkten der heimischen Wirtschaft gesorgt, sondern auch für Zuversicht unter den österreichischen Konsumenten. Diese blicken weitaus optimistischer in die Zukunft als noch in den vergangenen Monaten. Es ist so ein leichter Anstieg der Einzelhandelsumsätze zu erwarten. Der private Konsum wird damit moderat zum Wachstum im heurigen Schlussquartal beitragen. 2014 wird die Inlandsnachfrage stärker als im heurigen Jahr die Exportwirtschaft unterstützen können. Für das kommende Jahr ist ein Wachstum von 1,8 Prozent zu erwarten.

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I n n ovati on & U n te r n e hm e n

32 – industrialtechnology

Freitag, 6. Dezember 2013

Gemeinsame Ziele Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und Land Niederösterreich ziehen an einem Strang

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Niederösterreichischer Masterplan für Industrie

© Lenzing Fibers/Langhans

Lenzing setzt den ­Sparstift stärker an

Mit einem vielfältigen Maßnahmenbündel will man den Standort noch attraktiver machen.

„Bildung ist Basis für

Politik beraten soll. Weiters ist der Aufbau von Forschungs-Datenbanken vorgesehen. Ein neues Projekt im BildungsBereich ist das Talentehaus der NÖ Landesakademie, das jetzt mit einem MINT-Schwerpunkt startet (ein erster Robotik-Workshop für 12- bis 14-Jährige hat bereits stattgefunden) und sukzessive ausgebaut werden soll. „Damit wollen wir Talente erkennen, um eines Tages Patente zu ernten“, so LH Erwin Pröll.

die Wettbewerbsfähig­

Exporte forcieren

britta biron

Weltweit sollen rund 600 Arbeits­ plätze eingespart werden.

St. Pölten. „Die Rahmenbedingungen haben sich massiv verändert und der Wettbewerb um beste Standortbedingungen hat sich deutlich verschärft“, erläutert IV-NÖ-Präsident Johann Marihart die Hintergründe zu dem vor wenigen Tagen präsentierten Maßnahmenpaket, mit wel-

Lenzing. Auch wenn der Umsatzrückgang angesichts der flauen Konjunktur in den ersten drei Quartalen mit 7,7% recht moderat ausgefallen ist, hat Faserhersteller Lenzing ein umfassendes Programm auf Schiene gebracht, mit dem bis 2015 jährlich 120 Mio. € eingespart werden sollen. Dies betrifft Materialkosten, Sachaufwand und den Overheadbereich, aber auch Personaleinsparungen in allen Standorten. Insgesamt werden weltweit bis zu 600 Stellen abgebaut bzw. nicht mehr nachbesetzt. Ausgebaut werden dagegen Verkauf und Marketing und man will sich künftig stärker auf die wichtigsten Fasermärkte Asien und Türkei fokussieren. www.lenzing.com

daher eine tragende Säule des Maß­ nahmenprogramms.“ Sonja Zwazl Präsidentin der WKNÖ

WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und IV-Niederösterreich-Präsident Johann Marihart.

Siemens sorgt für mehr Power im Kartonwerk

© Mayr Melnhof

chem Niederösterreich seine Position am Markt stärken will. „Mit dem industriepolitischen Maßnahmenprogramm legen wir gemeinsam einen weiteren Grundstein für die wirtschaftliche Weiterentwicklung und den zukünftigen Erfolg im internationalen Wettbewerb“, ergänzt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav. „Unsere Aufgabe als Land ist es, bestmögliche Rahmenbedingungen für Unternehmen zu schaffen. Durch die enge Kooperation mit der IV-NÖ und der WKNÖ können wir die Politik des Landes noch besser auf die Bedürfnisse der Wirtschaft abstimmen.” Das Programm umfasst dabei vielfältige Maßnahmen in den

Kartonmaschine erhält ein neues integrietes Antriebssystem.

Wien. Mayr Melnhof Karton AG hat Siemens-Division Drive Technologies mit der Modernisierung einer Kartonmaschine (KM3) am Standort Frohnleiten beauftragt. Im Rahmen der Erneuerung des Mehrmotorensystems setzt Siemens auf ein integriertes Antriebssystem, das aus High-Torque-Motoren der Reihe Simotics HT-direct und Servoumrichtern Sinamics S120 besteht. Die wassergekühlten Direktmotoren werden erstmals in der Papierindustrie in Österreich eingesetzt. Im Zusammenspiel mit den Servoantrieben arbeitet die Kartonmaschine mit einem höheren Wirkungsgrad sowie einer höheren Energieeffizienz als zuvor. www.siemens.at

drei Handlungsfeldern Standort & Gesellschaftn Bildung sowie Forschung, Technologie & Innovation (FTI) – hier vor allem in den Schwerpunktbereichen Produktions- und Automatisationstechnologie, Oberflächentechnologie und Materialien, Nachwachsende Rohstoffe, Medizintechnik, Biotechnologie und Nahrungsmittelsicherheit.

Breites Themenspektrum „Es ist gelungen, viele Bereiche und Themen anzusprechen, die für die zukünftige Entwicklung des Standorts und unserer Industriebetriebe maßgeblich entscheidend sind“, betont Marihart, der

insbesondere auf den FIT-Bereich verweist: „Österreich ist ein Hochkostenland. Daher müssen wir vermehrt auf den Ausbau unserer Innovationskraft setzen. Mit Billigproduktion werden und wollen wir nicht mithalten können – wir benötigen innovative und hochqualitative niederösterreichische Produkte, die in aller Welt gefragt sind und dies auch in Zukunft sein werden.“ So wird unter anderem ein aus acht Industrievertretern (entsprechend der NÖ Industriebranchenstruktur) bestehendes FTI-Steering-Committee eingerichtet, das einen direkten Informationsfluss zwischen allen relevanten Stakeholdern sicherstellen und die

Auch eine Intensivierung der Exporte steht auf dem Plan. „Die Strategie, sich im Zuge der EU-Erweiterung auf die CEE-Märkte zu konzentrieren, ist aufgegangen. Rund 21 Prozent der NÖ-Exporte entfallen auf diese Märkte. Auch in Russland und der Türkei wurden seit Beginn der Exportoffensive bereits beispielgebende Kooperationen verwirklicht. Jetzt geht es aber darum, das hier Erreichte auch in neuen Märkten umzusetzen“, erläutert ecoplus-GF Helmut Miernicki die Ziele. Im Fokus hat man vor allem die Vereinten Arabischen Emirate. Weiters sind „Smart Innovation Labs“ mit internationalen Experten zur gemeinsamen Identifikation neuer Wachstumspotenziale vorgesehen sowie „Virtual Labs“, Online-Plattformen, über die Unternehmen und Forschungseinrichtungen orts- und zeitunabhängig an gemeinsamen Problemstellungen arbeiten können. Zudem soll der Wissenstransfer zwischen Unternehmen und heimischen sowie internationalen Forschungseinrichtungen weiter ausgebaut werden. www.iv-niederoesterreich.at www.wko.at

Festo in China Investitionen in lokale Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Ausbildungsmaßnahmen

Boom-Region der Automatisierungstechnik Esslingen. Um das rasante Wachstum des chinesischen Automatisierungsmarkts nutzen zu können, hat Festo in den letzten Jahren in China massiv investiert und seine Kapazitäten in Vertrieb, Fertigung, Materialfluss sowie Forschung und Entwicklung kräftig ausgebaut. „China verfügt bereits über den weltweit größten Binnenmarkt, eine starke industrielle Produktion

Kein oberflächlicher Zusammenschluss

und den größten Markt für die Automobilproduktion. Das Land wird sich daher in den nächsten Jahren zum weltweit größten Markt für Automatisierungstechnik entwickeln“, so JJ Chen, GF von Festo Greater China. „Unsere Kunden in Asien erwarten sich Produkte und Lösungen auf demselben hohen technischen Niveau genauso wie kurze Lieferfristen, für die wir in

Europa bekannt sind.“ Für individuell zugeschnittene Lösungen und Anwendungen wie kundenspezifische Handhabungssysteme oder Schaltschranklösungen wurde das „Greater China Solution Engineering Centre“ gegründet und in diesem Herbst auch das Technical Engineering Centre China (TEC) erweitert.

Steigende Nachfrage

© Festo

Wr. Neudorf. Die Reiter Oberflächentechnik übernimmt im Zuge einer Nachfolgeregelung Anfang 2014 die otg Oberflächentechnikgeräte GmbH. „Ein wichtiger Schritt, um unsere Position in Österreich auszubauen”, so Reiter-GF Frank Reiter. „Gemeinsam können wir mit dem kompletten Produktspektrum maßgeschneiderte Lösungen anbieten.“ Der bisherige ots-GF Herbert Morhammer wird dem Unternehmen als Berater weiter zur Verfügung stehen. www.reiter-oft.de

© IV Niederösterreich/Johann Marihart

keit von morgen und

Produkte und Didactic-Maßnahmen von Festo sind in China sehr gefragt.

Nachdem auch der Fachkräftemangel für vielen Unternehmen in China ein Thema wird, hat Festo 2011 in Zusammenarbeit mit der deutschen Außenhandelskammer (AHK), dem Jinan Vocational College und drei europäischen Unternehmen zusätzlich zu den bereits existierenden Schulungsprogrammen die duale Berufs- und Hochschulausbildung nach China „exportiert“. Die Einrichtung umfasst eine voll bestückte Mechanikwerkstatt, eine CNC-Werkstatt, einen Raum für pneumatische, hydraulische und elektronische Regelungstechnik, einen Schulungsraum mit

mechatronischen MPS-Anlagen von Festo Didactic sowie Schulungsräume für Computer, SAP und Messtechnik. Heuer schlossen 70 Auszubildende die dreijährige

„Durch die strate­ gischen Investiti­ onen konnten wir die ­Grundlage für unser weiteres Wachstum in China schaffen.“ JJ chen gf von festo greater china

Ausbildung ab. Darüber hinaus arbeitet Festo eng mit chinesischen Hochschulen wie mit der Tongji University im Bereich der Industrieautomation zusammen. www.festo.de


i n n ovati on & U n te r n e hm e n

Freitag, 6. Dezember 2013

industrialtechnology – 33

SPS IPC Drives Fachmesse verzeichnet Plus bei Besuchern, Ausstellern & Fläche

Leistungsschau der Automatisierung 2015 findet die Automatisierungsmesse erstmals auch in Indien statt. Norbert Berger

Nürnberg. Auch heuer konnte, laut Veranstalter Mesago, die SPS IPC Drives ihre Position als führende Fachmesse der elektrischen Automatisierungsbranche bestätigt. Gestiegen ist sowohl die Zahl der Fachbesucher (60.027 gegenüber 56.874 im Vorjahr) als auch der Ausstellern (1.662 vs. 1.458). 316 Teilnehmer nahmen das umfassende Informationsangebot des parallel zur Messe stattfindenden Kongresses in Anspruch, in dessen Rahmen auch die Innovationspreise der Automatisierungsindustrie vergeben wurden, die heuer an Werner Kraus (Fraunhofer IPA), Michael Homann (Technische Universität Braunschweig) und Henning Osterfeld (Bosch Rexroth AG) gingen.

Das erfolgreiche Konzept der Messe wird jetzt auch nach Indien exportiert. Vom 5. bis 7. Februar 2015 werden Messe Frankfurt Trade Fairs India in Zusammenarbeit mit Mesago Messe Frankfurt die erste „SPS Automation India – Driving manufacturing processes of the future“ im Mahatma Mandir Convention and Exhibition Centre in Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat organisieren. Gujarat ist ein bedeutender Produktionsstandort für Chemikalien, Textilien, Kunststoff, Glas, Gas- u. Erdöl, Automobilen, Mineralien und Keramik mit einem geschätzten Investitionsvolumen von rund 17 Mrd. € für die nächsten Jahre. Raj Manek, Managing Director bei Messe Frankfurt Trade Fairs India, dazu: „Die Lösung für Indiens Streben nach industrieller

© Mesago/Thomas Geiger

Hohe Internationalität

1.662 Aussteller aus 42 Ländern präsentierten heuer ihre Innovationen.

Wettbewerbsfähigkeit auf Weltniveau liegt in der Automatisierung. Wir sind zuversichtlich, dass die SPS Automation India einerseits den Playern in diesem Sektor die perfekte Plattform für die Präsentation ihrer Technologien bieten wird, während andererseits der indische Markt Zugang zu Automatisierungslösungen erhält, die dafür konzipiert sind, die Profitabilität zu verbessern und die Fertigungsabläufe zu optimieren.“ Die indische Automatisierungsindustrie, deren Volumen auf rd. 1,5 Mrd. € geschätzt wird, verzeichnet ein jährliches Wachstum

von 12%, wodurch sich attraktive Chancen für den Sektor eröffnen. Im Zuge der Entwicklung des indischen Markts ist auch die Notwendigkeit einer größeren Wettbewerbsfähigkeit im Hinblick auf Produktivität, Rentabilität, Sicherheit und Nachhaltigkeit der Fertigungsprozesse gewachsen. Außerdem gehen Experten davon aus, dass die aktuelle Situation des Industrieautomatisierungssektors in Indien durch eine Anregung der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen noch weiter verbessert werden kann. www.mesago.de

Kuka Neue Waterproof-Ausrüstung für KR Agilus

Rockwell Sparprogramm

Augsburg. Kompakt, präzise, wendig, schnell und dabei äußerst platzsparend, das waren bisher die wesentlichsten Vorteile der Kleinroboter-Serie KR Agilus von Kuka. Jetzt kommen sie dank einer neuen Waterproof-Ausrüstung, die erstmals auf der diesjährigen EMO vorgestellt wurde, auch mit widrigen Bedingungen wie Wasser, Öl und Schmutz problemlos klar. Stabile Edelstahlabdeckungen, eine beständige Oberflächenbe-

Linz. Der Maschinenbau steht unter dem ständigen Druck, Produkte stets kostengünstiger zu planen und schneller auszuliefern. Um mittelständische Maschinenbauern hierbei zu unterstützen, hat Rockwell Automation seine kostenlosen Softwaretools Connected Components Accelerator Toolkit (CCAT) und Connected Components Workbench weiterentwickelt. Das CCAT ist eine Komplettlösung für die technische Planung und Implementierung von Standalone-Maschinensteuerungslösungen. Eine übersichtliche Startseite führt den Anwender per Dropdown-Menü durch die Optionen. Maschinenbauer wählen einfach ihre Steuerung aus und das Toolkit liefert eine vollständige Auswahl kompatibler Komponenten und führender Anwendungsentwicklungswerkzeuge. Dazu gehören auch eine Liste kompatibler Materialien, Schaltschranklayouts und Verdrahtungszeichnungen, vorgeschriebene Steuerungsprogramme, Schnellstartanleitungen und HMI-Beispielanzeigen mit Diagnosefunktionen. www.rockwellautomation.com

Bleibt nicht im Regen stehen

© Kuka Robotics

handlung sowie zusätzliche Dichtungen im Inneren ermöglichen den Einsatz etwa in Werkzeugmaschinen, die mit hohen äußeren Belastungen wie Späne, Kühlschmiermittel, Spritzwasser oder Öl bisher zu schädlich für einen PräzisionsRoboter waren. Der KR Agilus WP mit 900 mm Reichweite ist bereits erhältlich, die beiden anderen Reichweiten-Varianten folgen Anfang 2014. www.kuka-robotics.com

Spritzwasser oder Schmutz können dem KR Agilus nichts mehr anhaben.

Gratis-Tool

Mehr erfahren Sie unter 01/ 616 21 21 – 0 oder mailen Sie an at@HARTING.com www. HARTING.at


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34 – industrialtechnology

Freitag, 6. Dezember 2013

Illwerke AG Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde das neue Wasserkraft-Kompetenzzentrum eröffnet

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Eine Menge neuer ­Energie für die Zukunft

Höhere Ausbeute bei Solar-Energie

© Fraunhofer ISE

Für 2014 wurde ein Investitionsprogramm mit einem Volumen von 159 Mio. Euro beschlossen. britta biron

Bregenz. Die Bürogebäude der Vorarlberger Illwerke AG im Montafon stammten teilweise aus den 1940er-Jahren und entsprachen nicht mehr dem Nachhaltigkeitsverständnis des Unternehmens. „Eine Sanierung auf den energietechnisch neuesten Stand wäre

Hochkonverter kann ein größeres Spektrum des Sonnenlichtes nutzen.

Freiburg i.Br. Ebenso wie das menschliche Auge „sieht” auch eine Solarzelle nur einen Teil der Sonnenstrahlung: Bei jenen aus Silizium gehen etwa 20% der Energie des Sonnenspektrums verloren. Forscher des FraunhoferInstituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg haben gemeinsam mit Kollegen der Universität Bern und der Heriot-Watt University Edinburgh nun erstmals einen Teil dieser IR-Strahlung für Silizium-Solarzellen mithilfe eines Hochkonverters im praktischen Einsatz genutzt. Dabei sammelt der Hochkonverter die auf mehrere Elektronen verteilte Energie und überträgt sie auf ein einziges Teilchen, dessen Energie damit steigt und so von der Solarzelle „gesehen“ und zur Sromerzeugung genutzt werden kann. Während normale SiliziumSolarzellen nur 30% des Sonnenlichts in elektrischen Strom umwandeln können, liegt die Quote bei Hochkonvertern bei 40% „Wir haben die Solarzellen mit Metallgittern auf der Vorder- wie auf der Rückseite versehen, damit das IR-Licht durch die Solarzelle hindurchgeht. Zudem lässt sich das Licht so von beiden Seiten nutzen, man spricht von einer bifacialen Solarzelle“, erläutert Fischer. www.fraunhofer.de

„Regelmäßige Überholungen der Kraftwerke sichern die langfristige und möglichst störungsfreie Verfügbar-

Helmut Mennel Vorstand illwerke vkw

© Illwerke

keit der Anlagen.“

Im nächsten Jahr stehen bei den Illwerken umfangreiche Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen am Plan.

betriebswirtschaftlich nicht rentabel gewesen. Ein Neubau hingegen brachte neben der Energieeffizienz auch viele organisatorische Vorteile“, so Christof Germann, Mitglied des Vorstands der Vorarlberger Illwerke AG, zum kürzlich feierlich eingeweihten Neubau.

Kompetenzen gebündelt Für die Planung wurden Architekturbüros aus Österreich, Deutschland und der Schweiz eingeladen und schließlich das Projekt der Architekten Hermann Kaufmann ZT GmbH aus Schwarzach ausgewählt, da es „als sogenanntes Green Building in Passivhausstandard alle Vorteile nachhaltiger Bau-

OMV-Fördermengen leicht gesunken

weise vereint“, so Vorstandsmitglied Helmut Mennel. Das neue Illwerke Zentrum Montafon (IZM), in dem jetzt die die Bereiche Erzeugung, Engineering Services, Energiewirtschaft, Infrastruktur Services sowie die administrativen Einheiten an einem Ort gebündelt sind, verfügt über fünf Geschosse mit einer Nutzfläche von über 10.000 Quadratmetern und ist eines der größten in Holzhybridbauweise errichteten Bürogebäude der Welt.

Ressourcenschonend Durch die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz ist der Ressourcenverbrauch im

Vergleich zu konventionellen Bauweisen nachhaltig optimiert und auch die CO2-Bilanz um bis zu 90% günstiger.

Umfangreicher Ausbau Auch für das nächste Jahr sind umfangreiche Investitionen geplant, diese Woche hat der Aufsichtsrat der Illwerke AG den Finanzrahmen dafür festgelegt. Insgesamt stehen für neue Anlagen und Instandhaltungsmaßnahmen im Kraftwerksbereich und in die Netzinfrastruktur im nächsten Jahr 159 Mio. € zur Verfügung. Auf dem Plan steht unter anderem eine Generalüberholung des Lünerseewerks sowie des Kraft-

werks Kopswerk. Weitere Schwerpunkte des Investitionsprogramms 2014 stellen Erweiterungsmaßnahmen der Umspannanlage Bürs sowie das Projekt Rellswerk dar. Mennel dazu: „Aufseiten der VKW betreffen die wesentlichsten Maßnahmen Instandhaltungsarbeiten beim Kraftwerk Gampadels und beim Kraftwerk Andelsbuch. Durch die regelmäßigen Überholungen unserer Kraftwerke können wir die langfristige und möglichst störungsfreie Verfügbarkeit der Anlagen gewährleisten.“ Weitere Investitionen betreffen die weitere Steigerung der Netzsicherheit sowie die Umstellung auf intelligente Zähler (Smart Meter). www.illwerke.at

Entsorgungswirtschaft Einheitliche Gesetze, mehr Kontrollen gegen illegale Exporte und Förderung von F&E

Bessere Rahmenbedingungen notwendig © OMV

Wien. „Österreich ist ein Musterland bei Ressourcenwirtschaft und Abfallentsorgung; das muss auch so bleiben“, kommentiert der Präsident des VÖEB, Robert Gruber, die Situation der Branche in Österreich. Dafür sei aber eine Verbesserung der Rahmenbedinungen notwendig. Zu den Forderungen der Branche an die Politik gehört vor allem eine

Das heurige Produktionsniveau liegt etwas unter jenem des Vorjahrs.

Genehmigung für die Sammlung und Behandlung von Abfällen in der gesetzlich vorgegebenen Zeit zu erhalten und es zudem auch keine einheitlichen Regelungen für den Transport gibt. Zudem gäbe es auch hinsichtlich der Bewertung der verschiedenen Stoffe keine einheitlichen Regelungen. Was in einem Bundesland als harmlos angesehen wird, kann in einem anderen in die Gruppe der gefährlichen Stoffe fallen. Das stelle für Unternehmen, die bundesweit agieren, eine unsinnige Hürde dar. Bemängelt wird auch, dass die Kommunen immer mehr zur Übernahme von privatwirtschaftlich organisierten Entsorgungsleistungen von Gewerbe- und Industrieabfall tendieren; das verhindere einen fairen Wettbewerb.

Wirtschaft kein Widerspruch.“ Auch müssten verstärkte Kontrollen gegen den illegalen Abfallexport eingeführt werden, der die Branche jährlich Umsätze im zwei-

„Dass es in einem kleinen Land wie Österreich neun verschiedene Abfallwirtschaftsgesetze gibt, ist nicht einzusehen.“ Robert gruber Präsident VÖFB

Einheitliche Strukturen

© VÖB

Wien. Im dritten Quartal sank die Gesamttagesproduktion der OMV um 7%. Grund dafür waren Sicherheitsprobleme und Streiks in Libyen und im Jemen sowie der Produktionsstillstand des Felds Maari in Neuseeland. Die Erdgastagesproduktion ging um 4% zurück. Grund dafür sind geringere Förderungen in Österreich, verursacht durch einen Wassereintritt in einer wichtigen Produktionsstätte, und in Rumänien (Workover-Aktivitäten im Feld Totea). Nach der kürzlich abgeschlossenen Akquisition der offshore StatoilAssets wird erwartet, dass das Produktionsniveau im nächsten Jahr in einer Bandbreite von 320-340 kboe/d liegen und bis 2016 auf rund 400 kboe/d steigen wird. www.omv.com

Vereinheitlichung der gesetzlichen Rahmenbedingungen innerhalb Österreichs. „Dass es in einem so kleinen Land wie Österreich neun verschiedene Landesabfallwirtschaftsgesetze gibt, ist nicht akzeptabel und schon gar nicht erklärbar“, wundert sich Gruber und kritisiert, dass es in einigen Bundesländern praktisch nicht möglich ist, die

Robert Gruber, Präsident des VÖFB: Vereinheitlichung der Gesetze ist wichtig.

Eine weitere Forderung ist die Neustrukturierung der Zuständigkeiten. Gruber dazu: „Ideal wäre eine Zusammenfassung der Agenden in einem Ministerium. Denn aus unserer Sicht sind Umwelt und

stelligen Millionenbereich kostet. Last but not least wünscht man sich staatliche Förderungen für die notwendigen Forschungs- und Entwicklungstätigkeitkeiten. www.voeb.at

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