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FREITAG, 8. juli 2011 – 43

frischer wind im osten

Druckerei Janetschek fĂźr bestes Umweltteam Ă–sterreichs ausgezeichnet  Seite 45

BEWAG-Gruppe errichtet modernste ­Windkraftanlage in Potzneusiedl  Seite 46

Š A. Dreher/pixelio.de

emas-preise 2011 Š Bewag

Š M. Hetzmannseder

industrialtechnology binder + co

Neues Verfahren fßr Glas­recycling entwickelt 

Seite 47

Ă–sterreich ist EnergieDrehscheibe Europas

Š Siemens

short

Wien. Siemens investiert in den nächsten beiden Jahren in Dänemark ßber 150 Mio. ₏ in den weiteren Ausbau seines Windenergiegeschäfts. In Brande und Aalborg werden zwei neue Forschungs- und Entwicklungs-Standorte aufgebaut. Weiters wurden auch die Aktivitäten im Bereich Fotovoltaik durch die 16%ige Beteiligung am US-amerikanischen Hersteller Semprius erweitert. Schon in diesem Sommer soll mit dem Bau der erste Produktionsanlage fßr hochkonzentrierte PV-Module begonnen werden.  www.siemens.at

Š EVN

Wien. Das diesjährige Jahresmeeting der BioEnvironmental Polymer Society (BEPS) findet zum ersten Mal in der 19-jährigen Geschichte der BEPS in Europa statt, und zwar von 28. bis 30. September an der TU Wien. Das Treffen verspricht hochkarätige Beiträge aus der aktuellen Forschung zu abbaubaren Polymeren – von synthetischen Polymeren bis Nanocomposites. Die Organisatoren ermutigen besonders Nachwuchsforscher, ihre Arbeiten zu präsentieren und honorieren die besten Beiträge mit dem BEPS Student Achievement Award (500 ₏) und dem Best Poster Award (350 ₏).  http://2011.beps.org

Š Reststofftechnik

Booz & Company-Studie Österreichs Pumpspeicherkraftwerke sind ein ­wichtiger Faktor am europäischen Energiemarkt. Ihre Bedeutung wird durch den Ausbau der Erneuerbaren Energie in Zukunft noch weiter steigen.  Seite 44 Identiplast 2011 Am 3. und 4. Oktober in Madrid

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Heuer findet die Fachmesse fĂźr Kunststoff-Recycling zum neunten Mal statt.

Brßssel. Zur neunten Auflage der „Identiplast� lädt PlasticsEurope jetzt ein: Am 3. und 4. Oktober wird Madrid Veranstaltungsort dieses zentralen europäischen Events rund um die Verwertung gebrauchter Kunststoffe sein. Auf dem Programm stehen Diskussionsforen, Vorträge und eine begleitende Ausstellung rund um die Themen Sammeln, Sortieren, Recyceln und Verwerten von Kunststoffabfällen. Neben den fachlichen Infos bietet die Identiplast auch eine Plattform fßr den direkten Austausch aller beteiligten Stakeholder  www.plasticseurope.org

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Š Ruub O./sxc

Fachmesse fĂźr Kunststoffrecycling

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BrĂźssel. Die europäische PVCIndustrie kĂźndigte kĂźrzlich eine neue Initiative fĂźr die nachhaltige Entwicklung bis 2020 an. Ein konkretes Ziel der Aktion VinylPlus ist das Recycling von 800.000 Tonnen PVC pro Jahr bis 2020. Davon sollen 100.000 Tonnen durch innovative Technologien verwertet werden, um einen Weg fĂźr Anwendungen zu finden, die auch heute noch eine Herausforderung fĂźr das Recycling darstellen. AuĂ&#x;erdem plant die PVC-Industrie die EinfĂźhrung eines neuen VinlyPlus Zertifizierungs- und Kennzeichnungs-Systems.  www.vinylplus.eu

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44 – industrialtechnology

kommentar

So kann Solar auch Schule machen

Freitag, 8. Juli 2011

Booz & Company Österreich entwickelt sich zur wichtigen Drehscheibe am europäischen Strommarkt

Die Grüne Batterie für Europa ist rot-weiß-rot

E-Wirtschaft investiert mehr als 8 Mrd. Euro in den Ausbau der Speichermöglichkeiten und Netze. britta biron

D

er OÖ Energielandesrat Rudi Anschober hat jetzt eine Initiative beschlossen, mit der gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Den Schulen des Landes wird ab sofort ein Gesamtpaket zum Thema Solarenergie angeboten. Es umfasst den Unterrichtsschwerpunkt Solarenergie, Unterrichtskoffer Solarstrom, Fachausbildung einer Lehrkraft zum PV-Spezialisten sowie ein kleines Solarstromkraftwerk am Schuldach. Mit dem Budget von zwei Millionen Euro können im Projektzeitraum bis Mitte 2013 200 bis 250 Schulen teilnehmen – eine gute Idee, in vielerlei Hinsicht. In der Bildungsdiskussion, die zurzeit wieder rege ist, sind die oft weltfremden Lehrinhalte ein Thema. Mit der Initiative wird immerhin in einem Bereich wirklich auf Aktualität gesetzt – zwar nur in OÖ, aber vielleicht nehmen sich auch andere Bundesländer daran ein Beispiel. Interesse seitens der Schulen besteht auf jeden Fall, wie die vielen Anmeldungen und Anfragen bereits zeigen. Nach dem Motto ‚Früh übt sich ...‘ liegt es ja fast auf der Hand, Zukunftsthemen auf den Lehrplan zu setzen. Auch wenn nicht alle Schüler dann einen green Job ergreifen werden: Sensibilisiert für das Thema sind sie auf jeden Fall und das ist ja eine gute Basis für die Zukunft.

Österreich 1. Platz

Öko-Ranking Wien. Ein aktueller Bericht der Europäischen Kommission zeigt, dass Österreich im Bereich Öko-Innovationen in Europa ganz vorn mitspielt. Dem „Eco-Innovation Observatory“ (EIO) zufolge sind Finnland, Dänemark, Deutschland, Österreich und Schweden die ökoinnovativsten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Das EIO hat dabei fünf Komponenten – Mittelzufluss, Aktivität der Unternehmen, Produktivität, bezogen auf den Ressourcenverbrauch, Patente und Marktdaten - in den einzelnen Mitgliedsstaaten statistisch erhoben. „Das zeigt einmal mehr, dass Österreich ein Umweltmusterland ist und dass wir mit unserem eingeschlagenen Weg richtig liegen”, freut sich Umweltminister Niki Beralakovich auch darüber, dass in Österreich bereits sehr viele Unternehmen Maßnahmen gesetzt haben, um den Materialverbrauch im Verhältnis zu den erzeugten Waren zu reduzieren.  www.eco-innovation.eu

Wien „Österreich nimmt geografisch und strukturell eine zentrale Rolle im heutigen europäischen Verbundstromnetz ein und hat dessen Ausbau seit der Liberalisierung stark gefördert“, so Klaus Hölbling, GF von Booz & Company in Österreich: „Diese besondere Rolle wird durch den Erzeugungsmix, insbesondere den hohen Anteil der Speicherkraftwerke, verstärkt.“

„Neben dem Ausbau der Speichermöglichkeiten ist jedoch ebenfalls die Erweiterung der Netzinfrastruktur erforderlich.“ lars meckenstock, energieexperte bei booz & company

MW wird bis 2020 um ca. 60% erweitert. Auch bei der Erreichung der eigenen 20-20-20-Ziele ist Österreich auf einem guten Weg. Bereits 2008 wurde eine Energieeffizienzsteigerung von 10% gegenüber dem Basisjahr 2005 und ein Anteil Erneuerbarer Energien von 29% erreicht, der bis 2020 noch kräftig steigen soll. Derzeit sind Projekte mit einer Gesamtleistung von über 800 MW in Planung. Insgesamt 8 Mrd. € will die E-Wirtschaft in neue, hocheffiziente thermische Kraftwerke, in Wasserkraft und in Erneuerbare Energieerzeugungsanlagen investieren. „Neben dem Ausbau der Speichermöglichkeiten ist die Erweiterung der Netzinfrastruktur

Überschussenergie aus Nachbarländern wird in österreichischen Pumpspeicherkraftwerken zwischengespeichert, um im Bedarfsfall europäische Lastspitzen zu decken. Der Energiespeicherung kommt im Zusammenhang mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, der durch die wiederaufgeflammte Atomdiskussion neue Dynamik erhalten hat, eine wachsende Bedeutung zu. Österreich könne sich somit als „grüne Batterie“ Europas positionieren. Das bestehende Speicherpotenzial in Pumpspeicherkraftwerken von 7.000

erforderlich, um die Stabilität und Versorgungssicherheit des Netzes aufrechtzuerhalten und Stromausfälle zu verhindern“, so Lars Meckenstock, Energieexperte und Mitglied der Geschäftsleitung Booz & Company. Im Netzbereich gehört Österreich derzeit im europäischen Vergleich zu den Ländern mit der höchsten Versorgungszuverlässigkeit.

Marktfähige Produkte „Eine Herausforderung für die EWirtschaft wird es sein, E-Mobility, Smart Metering und Smart Home in marktfähige Dienstleistungsprodukte für den Endkunden zu übersetzen, sodass die Vorteile der neuen Technologien im Massenmarkt

zum Tragen kommen“, erklärt Meckenstock. Ebenso müssen Politik und Regulierung die Rahmenbedingungen und Anreizmechanismen für die Energiewirtschaft und die Endkunden weiterentwickeln. Es gilt, Planungssicherheit für die Inves-titionen der E-Wirtschaft abzusichern und effiziente Antragsverfahren für den Ausbau der Energiesysteme zu gewährleisten. „Bei der Regulierung der Netze muss darauf geachtet werden, dass Anreize in das Regulierungsschema integriert werden, die den Ausbau zum Smart Grid fördern und die Versorgungssicherheit weiter garantieren, um Österreich für die Zukunft zu rüsten“, so Hölbling abschließend.  www.booz.com

OÖ Gas-Wärme GmbH Der Spezialist für Biogasanlagen setzt bei Strom auf Regionalität

Saubere Energie kommt aus Abfällen Linz/Engerwitzdorf. Die OÖ GasWärme, ein Unternehmen der OÖ Ferngas AG, und die Naturgas Engerwitzdorf (gegründet von den Landwirten Gottfried Reichinger, Rudolf Mairhofer, Franz Gstöttenmeier und Franz Reichinger) errichteten eine Anlage, in der Biogas produziert, auf Erdgasqualität aufbereitet und ins ErdgasLeitungsnetz der OÖ Ferngas Netz GmbH eingespeist wird. Jährlich produziert die Anlage ca. 10 Mio KWh Biogas. Das entspricht der Versorgung von rund 4.000 Einfamilienhäusern.

Vom Feld ins Netz 50 Bauern aus der Region liefern die Rohstoffe für die Biomethanerzeugung. „Gemeinsam konnten wir nach der ersten Ernte der insgesamt 300 Hektar großen Ackerfläche 11.000 Tonnen Silagegut liefern. Das ist ein wichtiger Beitrag für die regionale Wertschöpfung“, so Gottfried Reichinger, Sprecher der Naturgas Engerwitzdorf GmbH. Seit Ende 2010 läuft die Anlage und nach dem sechsmonatigen

„Die Energie AG ist mit ihrer Beteiligung OÖ Ferngas AG federführend bei der Integration erneuerbarer Energie in die bestehenden Energiesysteme und hat hier in Engerwitzdorf mit den Landwirten

„Mit unserer Beteiligung an der OÖ Ferngas sind wir federfüh-

© OÖ Ferngas

britta biron

rend bei der Integration v.li.: G. Zettler (OÖ Ferngas), M. Hiegelsberger (OÖ LR), L. Windtner (OÖ Ferngas), K. Dorninger (OÖ Gas-Wärme), J. Grünberger (OÖ Ferngas), G. Reichinger.

erneuerbarer Energie.“

Probebetrieb fand kürzlich die offizielle Eröffnung statt. Die OÖ Gas-Wärme ist der heimische Spezialist für Biogasanlagen. „Als Erster in Österreich haben wir schon vor einigen Jahren Biogas als Ergänzung zum umweltschonenden Erdgas angeboten“, zeigt sich GF Klaus Dorninger stolz über dieses Vorzeigeprojekt.

Leo Windtner, Aufsichtsratsvors. OÖ Ferngas AG

Die Anlage in Engerwitzdorf ist die erste in Österreich, die speziell für die Erzeugung und Einspeisung von Biomethan ausgelegt und errichtet wurde. Als Teil einer regionalen Energiestrategie wird die Anlage vom Land OÖ als gemeinsames Pilotprojekt der Ressorts Agrar und Umwelt gefördert. Insgesamt wurden rund vier Mio. € investiert.

der Region in einer beispielhaften Partnerschaft neue Synergien für saubere, nachhaltige Energie in Form von Biogas geschaffen“, sagt OÖ. Ferngas-Aufsichtsratsvorsitzender Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner. www.ooeferngas.at


Freitag, 8. Juli 2011

ene r g ie & Um we lt spec i a l

industrialtechnology – 45

EMAS-Preis Öko-Kompetenzteam der Druckerei Janetschek holte sich den Sieg in der Kategorie „Bestes Umweltteam“

Mit Hochdruck für die Umwelt Heidenreichstein/St.Pölten. Im Rahmen der EMAS-Konferenz (EMAS steht für „Eco Management and Audit Scheme“ und ist das Um­ weltmanagementsystem der Europäischen Union), die unter dem Motto „Umweltmanagement zwischen Verantwortung und Chancen” am 28. und 29. Juni in St. Pölten stattfand, wurden auch die „EMAS-Awards“ vergeben. „Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz bringen heute große wirtschaftliche Vorteile, sichern Wettbewerbsfähigkeit und sind in der Produktion und bei Dienstleistungsangeboten mittlerweile wichtige Qualitätskriterien“, so Umweltminister Niki Berlakovich. Die Kategorie „Bestes Umweltteam“ konnte das Öko-KompetenzTeam der Druckerei Janetschek klar für sich entscheiden „Nach dem ‚Trigos 2009‘ und dem ‚ASRA 2010‘ nun der ‚EMAS‘-Preis – das ist maximale Wertschätzung

für unser Engagement“, freut sich Manfred Ergott, der das Umweltteam 2008 ins Leben rief.

Weiter auf Öko-Kurs Im Vorjahr wurde das EMASUmweltmanagementsystem installiert, eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt und der erste Nachhaltigkeitsbericht mit Umwelterklärung publiziert. Auch für 2011 hat sich die Druckerei Janetschek viel vorgenommen. Im ersten Halbjahr konnten bereits wesentliche technische Neuerungen umgesetzt werden: Der Umstieg auf entwicklungsfreie Druckplatten ermöglicht

nicht nur eine signifikante Reduktion der gefährlichen Abfälle, es wird auch deutlich weniger Wasser verbraucht und gleichzeitig die Qualität gesteigert. Am Standort Heidenreichstein wird jenes Digitaldrucksystem installiert, das sich in Zwettl bereits bewährt hat. Parallel zu den technischen Neuerungen wurden auch andere CSR-Themen erfolgreich in Angriff genommen, etwa die Teilnahme an Projekten wie „Marktplatz der guten Geschäfte“ und „Soziale Produktion“. Darüber hinaus bereitet man sich auf das 100-Jahres-Jubiläum 2012 vor.  www.janetschek.at

© Druckerei Janetschek/Michael Hetzmannseder

Für heuer ist ein weiterer Ausbau des engagierten Programms geplant.

Öko-Team B. Sommer, A. Moser, Chr. Fröhlich, D. Erla und M. Ergott mit Umweltminister Nikolaus Berlakovich und Johann Heuras (2. Präsident d. NÖ Landtags).

NÖ Energie & Umwelt

One-stop-Shop St. Pölten. Ende Juni hat die NÖ Landesregierung die Gründung einer NÖ Energie- und Umweltagentur beschlossen. „Ziel ist ein ‚One-stop-shop’ für alle Energie-, Umwelt- und Klimafragen in Niederösterreich. Aktuell stehen wir vor allem im Energie- und Energie-Effizienzbereich vor gewaltigen Herausforderungen”, sagt EnergieLandesrat Stephan Pernkopf. Die Agentur soll bis Jahresende etabliert und eine 100%-Tochter des Landes sein. In weiterer Folge wird die Geschäftsführung ausgeschrieben. „Wir befinden uns mitten in der Energiewende und wollen weg von Öl-, Gas- und Atom­ stromimport. Die Agentur wird die Kompetenzen dafür bündeln und weiter ausbauen”.  www.noe.gv.at/nlk

Massenhaft Wasserkraft. Wir haben sie.

Wien Energie Ausbau

Unter Strom

Wien. Wien Energie erhöht seine Stromproduktion aus Erneuerbarer Energie durch den Kauf von 13% der Geschäftsanteile der Verbund Innkraftwerke GmbH und erhält zudem anteilige Strombezugsrechte zu Marktpreisen. Nach Zustimmung durch das deutsche Bundeskartellamt fand kürzlich das Closing für den Kauf statt. Die Zustimmung des Aufsichtsrats der Wien Energie GmbH erfolgte bereits am 7. Juni. Wien Energie und EVN halten somit gemeinsam 26% an der Verbund Innkraftwerke.

Ökostrom für 300.000 HH Aktuell kann Wien Energie rund 300.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen. Bis zum Jahr 2020 soll die elektrische Leistung aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse auf 800 MW gesteigert werden. Die Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH mit 13 Wasserkraftwerken mit einer Gesamtleistung von 40,6 MW ist ein weiterer Schritt zum Ausbau des Anteils von Erneuerbarer Energie im Portfolio von Wien Energie.  www.wienenergie.at

Wasserkraft ist der Champion unter den erneuerbaren Energien. Bereits jetzt erzeugen 37 Wasserkraftwerke der Energie AG sauberen Strom für Oberösterreich. Mit dem ökologisch vertretbaren Ausbau der Wasserkraft wird die Energie AG in Zukunft verstärkt auf diese heimische Energiequelle setzen, zum Beispiel mit den neuen Kraftwerks-Projekten in Stadl-Paura, Bad Goisern, Oflek und Kleinarl. Mehr zu erneuerbaren Energien finden Sie auf www.energieag.at


e n e r g i e & u m w e lt s p e c i a l

46 – industrialtechnology

Freitag, 8. Juli 2011

Austrian Windpower Die BEWAG-Tochter errichtet mit Enercon die weltweit leistungsstärkste Windkraftanlage

short

Das Burgenland wird zur Öko-Modellregion

Günstig tanken auch in der Urlaubszeit Wien. Der Beginn der Sommerferien ist jedes Jahr ein Garant für steigende Treibstoffpreise. Unter dieser Erhöhung leiden nahezu alle Autofahrer. Die Ausnahme sind die rund 6.000 Erdgas-Fahrer in Österreich: Sie bekommen gleiche Leistung bei bis zu 60% geringeren ­Kosten. Allein das Sparpotenzial an der Zapfsäule beträgt zwischen 30 und 35%, der Rest entfällt auf den höheren Brennwert. Wien Energie und die Stadt Wien fördern die Erstzulassung und das Umrüsten eines Benzin-Fahrzeugs auf Erdgas in Wien mit 1.000 €.  www.wienenergie.at

In den nächsten Jahren sollen rund 350 Mio. Euro in den Ausbau der Windkraft investiert werden. Norbert berger

Eisenstadt. Das Burgenland ist auf dem besten Weg, eine Öko-Vorzeigeregion zu werden. Die Hälfte des im Burgenland verbrauchten Stroms wird derzeit bereits aus Windenergie von 206 Anlagen erzeugt und dieser Anteil wird sich bald erhöhen. Denn Mitte Mai startete die BEWAG über ihre Tochter Austrian Windpower mit dem Spatenstich zum Windpark Potzneusiedl die zweite Ausbaustufe ihrer Windenergie-Initiative.

Salzburg AG baut ­Bärenwerk aus

„Das Burgenland zeigt vor, welches Potenzial © Salzburg AG

die Windkraft bietet, dingungen stimmen.“

Salzburg. Die Salzburg AG investiert 41 Mio. € in die Modernisierung des Bärenwerks in Fusch. Die jährliche Stromerzeugung wird damit auf 66 Mio. kWh gesteigert. Die Arbeiten beginnen bereits im Herbst. Die größten Modernisierungsmaßnahmen sind der Neubau des unterirdischen Druckstollens und die neue Wehranlage. Zusätzlich werden Apparaturen und elektrische Anlagenteile erneuert. Da die bestehende Druckleitung und die Wasserfassung von den Baumaßnahmen nicht betroffen sind, kann während Bauzeit fast durchgehend Strom produziert werden.  www.salzburg-ag.at

Michael Gerbavsits, BEWAG-Vorstandssprecher

In Potzneusiedl werden zwei Enercon-Anlagen des Typs E 126 errichtet. Mit einer Leistung von 7,5 MW sind die Hightech-Anlagen die weltweit leistungsstärksten. Beeindruckend sind schon die technischen Daten. Alleine das Fundament der Anlage hat einen Durchmesser von 29 m, das Betonvolumen beträgt 1.400 m� und der Bewehrungsstahl wiegt 120 t. Über 4.000 Haushalte kann eine dieser Hochleistungsanlagen mit Ökostrom versorgen. „Diese Anlagen symbolisieren höchste Energieeffizienz, indem sie möglichst wenig Grund und Bo-

Fachingenieur für Windenergietechnik

BEWAG-Vorstände Michael Gerbavsits (li.) und Reinhard Schweifer: Burgenland wird zur Öko-Nummer eins in Europa.

den für ihre Jahresproduktion von über 14.200.000 kWh benötigen”, so BEWAG Vorstandssprecher Michael Gerbavsits. Sein Kollege Reinhard Schweifer ergänzt: „Nachdem die Anlagen noch dieses Jahr in Betrieb gehen, belegen sie auch, dass Windenergie derzeit die sinnvollste Alternativenergie ist, da sie schnell errichtet werden können.”

Engagierte Pläne Eine der Anlagen soll gemeinsam mit Enercon als Forschungsstation betrieben werden, um die Weiterentwicklung der Stromproduktion mit Windenergie voranzutreiben. Die Ergebnisse können dann so-

fort von Austrian Wind Power verwendet werden, um damit die Leistungsfähigkeit von Windenergieanlagen noch weiter zu steigern.

Burgenland als Vorreiter „Den derzeitigen österreichischen Marktanteil von knapp 50 Prozent wird Enercon in den nächsten Jahren noch weiter ausbauen“, so Frank Ihme, Vertriebsleiter für Osteuropa und Österreich von Enercon. „Deswegen haben wir unser Service Center im Burgenland angesiedelt; hier werden wir bis zu 200 nachhaltige, hochqualifizierte Jobs schaffen sowie gezielte Lehrlingsqualifizierungsmaßnahmen vornehmen.“

Die Austrian Wind Power hat die Behördenverfahren für weitere 200 MW Leistung abgeschlossen und die Turbinenlieferungen vertraglich gesichert. Der Anlagentyp der nächsten Ausbaugeneration wird eine 3-MW-Maschine mit einem Rotordurchmesser von 101 m sein, die Strom für 1.800 Haushalte erzeugt. In den nächsten drei Jahren plant das Unternehmen weitere Investitionen in Windprojekte in der Höhe von rund 350 Mio. €. Rechnet man die Projekte anderer Windstromerzeuger dazu, werden im Burgenland in den nächsten Jahren mehr als 520 MW errichtet. www.austrianwindpower.com

OÖ Kunststoff-Cluster Oberösterreichs Kunststoff-Branche will grünes Innovationspotenzial weiter ausbauen

Alternative Energien brauchen Kunststoffe Linz. Oberösterreich ist eine Kunststoff-Hochburg. Die Kunststoff-Unternehmen setzten 2010 mit rund 7,6 Mrd. € um, knapp mehr als die Hälfte des österreichischen Umsatzes. Großes Potenzial für die Zukunft sieht man besonders im Umweltbereich – hier lagen die jährlichen Zuwächse lt. des „Renewables 2010

Global Status Report 07/2010“ für Sonnenkollektoren bei 19%, für Photovoltaik bei 60% und für Windenergie bei 27%. Die Vernetzung von Forschung und Solarindustrie mit innovativen Betrieben entlang der Wertschöpfungskette im Kunststoffbereich ist das Ziel der „Initiative Kunststoffe in Solaranwendungen Sol-One-K“,

die der Kunststoff-Cluster dieses Jahr startete. Auf den ersten Blick keine ideale Kombination sein. „Zu Unrecht steht Kunststoff im Vergleich zu anderen Materialien beim Umweltimage oft schlechter da. Unsere Studie hat allerdings gezeigt, dass Ersatz von Kunststoffprodukten durch Alternativmaterialien den Energieverbrauch im Lebenszyklus um 57 Prozent und die Treibhausgasemissionen um 61 Prozent ansteigen ließe“, so Harald Pilz, Senior Consultant der Denkstatt GmbH.

Ressourceneffizient

© Kunststoff-Cluster

Düsseldorf. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat ein neues Lehrgangs-Konzept entwickelt, mit dem sich Ingenieure zum zertifizierten Fachingenieur VDI weiterbilden können. Den ersten Lehrgang bietet das VDI Wissensforum zur Windenergietechnik an. Er kann ab sofort gebucht werden, Voraussetzungen sind ein ingenieurwissenschaftlicher Hochschulabschluss und mindestens drei Jahre Berufserfahrung zum Zeitpunkt der Prüfung. Der Lehrgang besteht aus vier Pflichtmodulen und zwei Wahlpflichtmodulen, die zeitlich unabhängig belegt werden können, einem optionalen Vorbereitungsworkshop und der abschließenden schriftlichen und mündlichen Prüfung. „Mit der Energiewende rückt die Windenergie verstärkt in den Fokus. Allerdings fehlen uns ausgebildete Fachkräfte. Mit dem neuen Windenergie-Lehrgang können sich Ingenieure gezielt die Kompetenzen aneignen, die in dieser Zukunftsbranche gefragt sind“, sagt Willi Fuchs, Direktor des VDI.  www.vdi.de

© Bewag

wenn die Rahmenbe-

Das 1924 errichtete Kraftwerk erhält jetzt eine große Frischzellenkur.

Im Juni trafen sich die Mitglieder der Initiative zu einem ersten Workshop.

Viele OÖ Kunststoff-Unternehmen setzen bereits erfolgreich auf das Thema „Umwelt“. Die Econ GmbH in Weißkirchen entwickelt Granuliersysteme für WPC (Wood Polymer-Compounds). Hexcel Composites liefert Verbundwerkstoffe für Rotorblätter für Windkraftwerke. Agru hat Dachbahnen und Deponieabdeckungen mit integrierten Fotovoltaikmodulen entwickelt. Derzeit werden Kollektoren noch in aufwendigen und kosteninten-

siven Fertigungsprozessen aus vielen unterschiedlichen Materialien gefertigt – mit einem relativ geringen Kunststoffanteil. Funktion und Design von Kollektoren könnten laut Meinung vieler Experten mit Kunststoffen aber deutlich weiterentwickelt werden. Und dies zu günstigeren Herstellkosten durch großserientaugliche, automatisierbare Kunststoffverarbeitungsprozesse. Auch hinsichtlich der CO2-Emissionen bringt Kunststoff Vorteile. Die Einsparungen durch Rotorblätter aus glasfaserverstärkten Kunststoffen sind 140 Mal höher als jene Emissionen, die bei der Produktion der Rotorblätter anfallen. Noch größer fällt der Nutzen bei Dünnschicht-Fotovoltaikmodulen aus: Die CO2-Einsparungen während der Nutzungsphase sind 340 Mal höher als die Emissionen, die bei der Produktion anfallen. Die „Initiative Kunststoffe in Solaranwendungen Sol-One-K“ steht allen oberösterreichische Unternehmen offen, die gemeinsam dieses Thema weiterentwickeln wollen.  www.kunststoff-cluster.at


e n e r g i e & u m w e lt s p ec i a l

Freitag, 8. Juli 2011

Pepperl & Fuchs Für die Anforderungen der Zukunft

Innovative Sensoren

© Pepperl & Fuchs

Hochwertige Sensoren für Windkraftanlagen.

Das Sensor-Sortiment für Windkraftanlagen wurden heuer deutlich erweitert.

Mannheim. Der Sensorspezialist Pepperl & Fuchs hat auf der diesjährigen Hannover Messe seine neuesten Innovationen im Bereich der Windkraftanlagen vorgestellt, die speziell für Offshore-Anlagen entwickelt wurden und sowohl bei tiefen Temperaturen von -40 ˚C einsetzbar sind, als auch den Beanspruchungen durch Feuchtigkeit oder Salznebel widerstehen.

Für raue Umgebungen Weiters wurden Drehgeber in ihren verschiedenen Ausführungen zur Ermittlung des Pitch- oder des Azimut-Winkels, der Rotorblattposition oder der Drehzahlüberwachung gezeigt. Für die die Positionserkennung oder die Drehzahlermittelung stehen nun Produkte

zur Verfügung, die die erhöhten Anforderungen an Temperaturgang, elektromagnetische Verträglichkeit, Dichtigkeit und Korrosionsfestigkeit erfüllen. Analoge Untersuchen wurden bezüglich der Nachschaltgeräte, wie z.B. Drehzahlwandlern und Drehzahlwächtern, angestellt, wobei auch hier die Spezifikationen erweitert werden konnten. Ein weiterer Ansatz besteht in kontaktlosen Sensoren, die keine mechanischen Teile besitzen, die natürlichem Verschleiß durch die Bewegung unterliegen. Hier kommen die induktiven Mess- und Positioniersysteme zum Einsatz. Dazu ist lediglich ein Target in Form eines kleinen Metallteils notwendig, das durch den Sensor ohne Berührung erkannt wird. (red)  www.pepperl-fuchs.com

Binder + Co Neues Glasrecycling-Verfahren

Aus Abfall wird Wertstoff

Die Scherbensublimation umfasst drei Prozessschritte: Klassierung der Scherben in zwei (oder mehrere) Fraktionen, Trocknung des Glases sowie mechanische Entfernung der Anhaftungen durch Trockenwäsche. Derzeit fallen etwa 8 t/h an Verbrennungsrückstand mit einem Glasanteil von rund 20% an, aus denen bis zu drei Tonnen reines Altglas pro Stunde gewonnen werden können.  www.binder-co.com

© Binder+Co

Graz. Binder+Co hat in Kooperation mit einem slowakischen Abluftspezialisten eine hochmoderne Glasrückgewinnungsanlage konzipiert. Aus dem wertarmen Verbrennungsrückstand, der bisher zur Versiegelung von Mülldeponien eingesetzt wurde, wird durch die von Binder + Co entwickelte Scherbensublimation reines Altglas gewonnen, das als hochwertiger Sekundärrohstoff in slowakischen Glashütten eingesetzt wird.

In der neuen Anlage wird durch Scherbensublimation reines Altglas gewonnen.

industrialtechnology – 47


MN_JAN_guteGruende_7_2011_MN_JAN_dutzend_Gruende_2011 05.07.11 12:11 Seite 1

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