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Freitag, 6. Mai 2011 – 31

healtheconomy Erfolgskooperation

Avir Green Hills punktet bei der Suche nach einer neuen Grippeimpfung Seite 34

© DeguDent

© N W S

Forschungserfolg

Raiffeisen übernimmt die SAP-Abwicklung für den Dentalriesen Seite 35

Neuer Chef Intercell bekommt einen neuen Boss © Andi Bruckner

Hüftfehler: Behörde lobt Krisenarbeit von DePuy

© mn

short

Mangelhafte Prothesen 280 Hüftprothesen hat die Johnson & Johnson-Tocher DePuy in Österreich verkauft und Patienten eingesetzt. Weil die Produkte fehleranfällig sind, müssen sie nun ausgetauscht werden. Seite 32

inhalt

Healthcare > Hausärzte kämpfen um ihre Hausapotheken  33 > Privatuni UMIT schreibt nach Krise rote Zahlen  33 > OP-Textilien: Hersteller kämpfen um Marktanteile 33

vertraut auf

Pharmareport und Lifescience > Bayer und Merck legten im 1. Quartal kräftig zu  34 > GlaxoSmithKline punktet mit guten Ergebnissen  34 Medizintechnik und eHealth > Johnson & Johnson wird zur Nummer eins  32 > Experten diskutierten über Hör-Implantate  35

Mit Qualität ans Ziel.

www.p ha rm a- l o gist ik. at

Forschung Rheumatische Erkrankungen können bei frühzeitiger Behandlung langfristig erfolgreich bekämpft werden. Im besten Fall – bei rund acht Prozent der Patienten – ist sogar eine vollständige Heilung möglich. Das war das Fazit einer Podiumsdiskussion im Rahmen des „Roche Health Talks“ bei der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Weltweit sind 0,4 bis 2% der Bevölkerung betroffen, in Österreich leiden zwischen 50.000 und 80.000 Menschen an Rheumatoider Arthritis (RA), schätzten die Experten bei der Veranstaltung.  Seite 34

© dpa

© Roche

Auszeichnung Als erstes Unternehmen Oberösterreichs wurde das Medizinproduktezentrum der Unternehmensgruppe Wozabal nach der neuen ÖNORM EN 16001 zertifiziert. Weltweit ist der Textillogistiker damit die einzige Wäscherei, die die Kriterien eines nachhaltigen Energiemanagementsystems erfüllt. Im Rahmen einer Veranstaltung der Initiative klima:aktiv durfte sich das Traditionsunternehmen neben dem Zertifikat auch über die Auszeichnung seines Energieoptimierungsprojekts und die Bestätigung als klima: aktiv-Partner freuen. Seite 33


c ov e r

32 – healtheconomy

Freitag, 6. Mai 2011

Rückrufaktion Schadhafte Hüftimplantate von Johnson & Johnson-Konzerntochter sorgen für Aufregung

Editorial

Debatte um fehlerhafte Hüften: Lob der Behörde

Kassenwettbewerb und was er bringt

DePuy beabsichtigt, angemessene und übliche Behandlungskosten zu erstatten. Michael Strausz

Wien/Feldkirch/Graz. Wirklich neu ist das Thema nicht und es taugt wohl auch nicht zu einem Medizinskandal, dennoch beherrscht es derzeit die Medien: Obwohl seit Mai 2010 aus dem Verkehr gezogen – healtheconomy berichtete –, wurde erst jetzt das gesamte Ausmaß der Probleme um schadhafte Prothesen der Johnson & JohnsonTochter DePuy bekannt. Insgesamt seien seit der Produkteinführung 2005 in Österreich 280 Hüftprothesen verkauft worden – die meisten in Vorarlberg und Steiermark, teilte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am Montag mit. Laut Gerald Fleisch, Direktor der Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft, sind am LKH Feldkirch 88 Patienten und 99 DePuy-Implantate betroffen. „Bis jetzt wurden acht Patienten nachoperiert, vier weitere Eingriffe sind geplant, wobei nicht jede DePuy-Prothese fehlerhaft war“, berichtet Fleisch. Die Kosten betragen pro Person 20.000 €. Die überwiegende Anzahl der Implantationen wurde 2006 vorgenommen. Bei den betroffenen Prothesen kommt es zu einem verstärkten Metallabrieb, der sich im Gewebe und Blut ablagert.

Martin Rümmele

W

„Außerdem sind natürlich Schmerzen damit verbunden, es kann Verdienstentgang entstehen, Heilungskosten und psychische Belastungen“, teilte der Vorarlberger Patientenanwalt Christoph Gager mit. In der Steiermark sind schadhafte Hüftprothesen ausschließlich am Grazer Uniklinikum implantiert worden, und zwar im Rahmen einer Studie.

Rückrufaktion Reaktion

Übernahme US-Konzern schluckt den bisherigen Orthopädie-Weltmarktführer Synthes aus der Schweiz

Betroffene informiert

Kritik von Politikern

Vor allem in Vorarlberg und der Steiermark wurden die betroffenen Hüftprothesen eingesetzt. Viele sind bereits ausgetauscht.

Nach Bekanntgabe der Rückrufaktion seien 54 Patienten im September 2010 umgehend einberufen worden, teilt Petra Kohlberger, Medizin-Vorstand der steirischen Spitälergesellschaft, mit. Der Fall kam im August 2010 ins Rollen, als DePuy einen Rückruf ihrer ASR-Hüftsysteme startete. Aus bis dahin unveröffentlichten Daten des National Joint Registry (NJR) in England und Wales ging hervor, dass die Revisionsrate nach fünf Jahren für das ASR-Oberflächensersatzsystems bei annähernd 12% und für das ASR-Hüftsystem bei etwa 13% liegt. „Generell wird bei derartigen Systemen von einer Revisionsrate von sechs bis acht Prozent ausgegangen”, erklärt

Alexander Hönel vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (AGES Pharma Med). Das Bundesamt publizierte am 8. September 2010 eine offizielle Sicherheitswarnung auf www.basg.at. „Bereits im Sommer waren die Ärzte informiert und ersucht worden, alle ihre Patienten zu benachrichtigen. Der Vigilanzprozess, inklusive Rückruf, ist entsprechend der gesetzlichen Vorgaben ordnungsgemäß abgelaufen, wir werfen der Firma nichts vor”, betont Hönel. „DePuy beabsichtigt, angemessene und übliche Kosten für die Untersuchung und Behandlung von Patienten einschließlich Revisionseingriffen, die im Zusammenhang mit dem freiwilligen Rückruf

des des ASR Hüftsystems stehen, zu erstatten”, verlautet auf der Homepage von DePuy.

Information für Patienten J&J Austria konnte beziehungsweise durfte auf Anfrage laut Konzernrichtlinie keine Stellungnahme abgeben. „Wir werden im Zusammenhang mit der ASR-Rückholaktion unsere Verantwortung gegenüber Patienten und Chirurgen wahrnehmen“, so der US-Konzern in einer Aussendung. Auskunft für Patienten in Österreich: 0800006289 bzw. +49 (0)211 954 56 263, Mo–Fr von 8:00–17:00 Uhr

Johnson & Johnson holt Orthopädie-Markt Wien/New Brunswick/Zürich. Der USGesundheitskonzern Johnson & Johnson sichert sich mit dem größten Zukauf in seiner Firmengeschichte den Spitzenplatz im Orthopädiegeschäft. Für gut 21 Mrd. USD (14,3 Mrd. €) wollen die Amerikaner den Schweizer Weltmarktführer für Implantate zur Behandlung von Knochenbrüchen, Synthes, übernehmen. In der ersten Jahreshälfte 2012 soll die

Übernahme abgeschlossen werden. Dass der Konzern aus New Jersey noch Konkurrenz erhält, gilt als unwahrscheinlich: „Da wir J&J als einziges logisches Käuferunternehmen ansehen, erwarten wir kein Gegenoffert“, erklärte etwa Vontobel-Analystin Carla Baenzinger in einem Agenurinterview. Allerdings: Das Angebot des Gesundheitsriesen lag für eine Reihe von Branchenexperten unter den

Erwartungen und auch die Transaktionsstruktur überraschte. „Der Marktkonsens und auch unsere Sicht waren, dass es eine BarTransaktion geben wird“, meint etwa Morgan Stanley-Analyst Michael Jungling. Die von Johnson & Johnson offerierte Prämie sei nicht sehr anspruchsvoll. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank und des Brokers Kepler sehen das ähnlich.

Eigentümerfamilie zufrieden

© EPA/Georgios Kefalas

Wien. Die Rückrufaktion von fehlerhaften Hüftimplantaten der Johnson & Johnsontochter DePuy sorgt auch politisch für Debatten in Österreich. Im Zentrum der Kritik stehen die Politik und die Behörden. Der Grüne Gesundheitssprecher Kurt Grünewald in einer Aussendung: „Es ist erschütternd, dass der Gesundheitsminister Alois Stöger seiner Aufgabe noch nicht nachgekommen ist. Es wäre an der Zeit, eine Verordnung über die Langzeitwirkungen von implantierbaren Medizinprodukten herauszugeben.“ Der freiheitliche Ärztesprecher Andreas Karlsböck wiederum ist der Meinung, dass „die Beamten des Gesundheitsminis-teriums unter der Leitung von Bundesminister Stöger offenbar die falschen Schwerpunkte setzen“. Statt sich um die Produktsicherheit von Hüftprothesen zu kümmern, gingen „die Stöger-Beamten lieber auf die Jagd nach herzigen Entenküken”. (ms)

© Dave Haygarth

ettbewerb zwischen Krankenkassen soll Kos-ten senken, hört man von Gesundheitsexperten und Politikern immer wieder. Andere sehen in der Rechnung, dass Wettbewerb die Dinge billiger macht, einen zentralen Fehler: Sie stimmt nicht. Ein aktuelles Beispiel, was so alles am freien Markt passieren kann, bekommen wir gerade aus Deutschland: Erstmals seit der Einführung des Gesundheitsfonds im Jahr 2009 steht eine Krankenkasse vor der Auflösung – die City BKK wird zum 1. Juli dichtmachen, sie ist pleite. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums bestätigte, dass noch eine weitere Kasse beim Bundesversicherungsamt (BVA) eine drohende Insolvenz gemeldet habe. Sie betonte, den Versicherten entstünden keine Nachteile. Der Versicherungsschutz bleibe auf jeden Fall erhalten, Behandlungen würden bezahlt. Die Versicherten hätten ausreichend Zeit, in eine andere gesetzliche Krankenkasse ihrer Wahl zu wechseln und diese müsse sie unabhängig von Alter oder Krankheit aufnehmen. Grund für die Probleme: Der Kampf um Patienten verursacht den Krankenkassen zusätzliche Kosten. Weil gleichzeitig auch die Behandlungskosten steigen, ist das durch Beiträge nicht mehr hereinzubekommen. Ach ja: Die Beiträge sind in Deutschland etwa 30% höher als bei uns ...

J&J übernimmt Schweizer Firma Synthes und baut den Medizintechnikbereich aus.

Firmengründer Hansjörg Wyss gab sich zufrieden: „Die SynthesFamilie ist bei Johnson & Johnson gut aufgehoben und wird dort bestens unterstützt“, so der laut Forbes-Liste zweitreichste Schweizer, der direkt und über eine Familienholding 48% der Anteile an Synthes hält. J&J offeriert den Synthes-Aktionären 159 CHF (123,4 €) je Aktie in einer Kombination aus Bargeld und eigenen Aktien. Legt man den Synthes-Kurs von Mitte April zugrunde, als erstmals Übernahmespekulationen die Runde mach-

ten, kommt man auf eine Prämie von gut 20%. Nicht sehr groß war allerdings die Euphorie bei den Anlegern: Mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 147,10 CHF hinkten die Synthes-Aktien dem J&J-Angebot deutlich hinterher. Weil die Übernahme erst im kommenden Jahr über die Bühne gehen und der größere Teil in J&JAktien abgegolten werde soll, bestehe ein Währungs- und Kursrisiko, glauben Börsianer: „Der hohe Aktienanteil bei dem Übernahmeoffert dürfte die Anleger leicht verstimmt haben“, sagte ein Händler. J&J will den Synthes-Anteilseignern lediglich 55,65 CHF in bar für eine Aktie zahlen. Der Rest soll mit maximal 1,9272 J&J-Titeln abgegolten werden.

Langwierige Verhandlungen Finanzexperten befürchten parallel langwierige Verhandlungen mit den Wettbewerbsbehörden, da durch die Transaktion zumindest im Bereich Trauma-Behandlung eine marktbeherrschende Stellung entstehe. (rs)


H E A LT H : C A R E

Freitag, 6. Mai 2011

healtheconomy – 33

Ärzte Hausapotheken

Gesundheitstextilien Logistikunternehmen bietet mehr Qualität durch Mehrweg und Energiemanagement

Medizinproduktezentrum Enns als nachhaltiges Unternehmen zertifiziert – das erste im Wäschereibereich. Martin Rümmele

© dpa/dpaweb/dpa/Jens Kalaene

Wozabal punktet mit Fokus auf Umwelt und Sicherheit

Streit um Apotheken

Die Ärztekammer fürchtet, dass Landärzten die ökonomische Basis fehlt.

Linz. Als erstes Unternehmen Oberösterreichs wurde das Medizinproduktezentrum der Unternehmensgruppe Wozabal nach der neuen ÖNORM EN 16001 zertifiziert. Weltweit ist der Textillogistiker damit die einzige Wäscherei, die die Kriterien eines nachhaltigen Energiemanagementsystems erfüllt. Im Rahmen einer Veranstaltung der Initiative klima:aktiv durfte sich das Traditionsunternehmen neben dem Zertifikat auch über die Auszeichnung seines Energieoptimierungsprojekts und die Bestätigung als klima:aktivPartner freuen.

Wien. Ein düsteres Bild hat die niederösterreichischen Ärztekammer von der Zukunft der Landmedizin gemalt. Durch die Gesetzesnovelle 2006, die ein Sterben der Hausapotheken zur Folge habe, sei auch die gesamte medizinische Nahversorgung im ländlichen Raum in Gefahr, fürchtete Präsident Christoph Reisner. Er forderte daher von der Bundespolitik eine Reform der Gesetzeslage samt Abschaffung der Kilometergrenzen (derzeit sechs) zwischen den Apotheken.

Einkommen fehlt

Die Motivation zur Schaffung eines strukturierten Energiemanagementsystems liefern dem oberösterreichischen Textillogistiker einerseits die steigenden Energiepreise, andererseits aber vor allem ökologische Gründe, die dem Nachhaltigkeitsprinzip des Unternehmens entsprechen. „Es war und ist uns wichtig, alle Mitarbeiter und alle hierarchischen Strukturen miteinzubeziehen. Nur wenn das System bis in die kleinste Einheit verstanden wird, kann der Gedanke umfassend gelebt werden“, sagt Arno Friedl, Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltbeauftragter der Unternehmensgruppe Wozabal. Dementsprechend fordert man auch von den Lieferanten die Einhaltung der hohen Ansprüche ein, die in energierelevanten Beschaffungsvorgaben formuliert sind. Dabei sieht man sich hausintern erst am Anfang des Weges: „Wir wollen den spezifischen Verbrauch um weitere 30 Prozent bis 2012 senken“, entwirft Firmenchef

In Niederösterreich gibt es derzeit rund 250 Hausapotheken bei niedergelassenen Ärzten. Aufgrund der gesetzlichen Regelung, durch die bei der Nachbesetzung der Kassen-Planstellen die Hausapotheken verloren gehen, seien in den kommenden zehn Jahren 45 Hausapotheken von der Schließung betroffen. Der Wegfall der Hausapotheke erschwere die Nachbesetzung der Planstellen aber beträchtlich, sagte Wolfgang Geppert, Medikamentenreferent der NÖ Ärztekammer. In den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der Bewerber um die Kassenstellen um ein Drittel zurückgegangen, berichtete Hausapothekenreferent Gerhard Imb. Mehr als 50% der Hausärzte im Bundesland werden im kommenden Jahrzehnt in Pension gehen. Umfragen unter Jungärzten zeigten aber, dass das Interesse an einer Niederlassung im ländlichen Raum gering sei. (iks)

© mn

Hohe Standards

Textillogistiker Christian Wozabal punktet mit konsequentem Fokus auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.

weltschonung würden die Produkte weder auf Kosten des Budgets noch auf Kosten der Sicherheit gehen. „Der Weg in eine gesunde Zukunft kann nur über einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt führen“, ist sich Christian Wozabal sicher. „Selbstverständlich ohne bei der Erfüllung der geforderten Qualitätsstandards Kompromisse einzugehen oder die größtmögliche Sicherheit des OP-Teams zu vernachlässigen.“

Christian Wozabal die energieeffiziente Zukunft des Unternehmens. Für Medizintextillogistiker Wozabal steht aber nicht nur ein nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen und eine kompromisslose Erfüllung von Qualitätsstandards an erster Stelle. Mit wieder verwendbaren OP-Textilien liegt das Traditionsunternehmen voll im Trend aktueller Studien zu Leistungsfähigkeit und Umweltfreundlichkeit von medizinischen Mehrwegprodukten. Mit wiederverwendbaren OP-Textilien bietet Wozabal Leistungen, die den hohen europäischen Umweltstandards entsprechen und damit eine Alternative zu anderen, umweltbelastenderen Materialien darstellen. Trotz Um-

Mehrweg ist ökologisch Mehrweg-OP-Textilien funktionieren nach dem Vorbild geschlossener Öko-Systeme. Der Kreislauf zwischen Verwendung und professioneller Aufbereitung verursacht

Privatuni Nach Turbulenzen um Studienzweig steigt Minus

weniger Müll, benötigt weniger Wasser und erzeugt einen niedrigeren CO2-Ausstoß. Dies werde durch mehrere Studien, wie etwa die Studie „Life Cycle Assessment comparing laundered surgical gowns with polypropylene based disposable gowns“ der RMIT University, belegt. „Die Wegwerfmentalität belastet zum einen die Umwelt, zum anderen gilt auch das Kostenargument nicht“, sagt Wozabal. „Man muss sich auch die Frage nach Entsorgungs- und Lagerkosten stellen, die bei MehrwegProdukten größtenteils wegfallen.“ Neben dem Umwelt- und Kostenfaktor belegen einschlägige Studien vor allem die erhöhte Leistungsfähigkeit von Mehrweg-Textilien.

OP-Textilien Sterilität, hoher Infektionsschutz und einfaches Handling sind wichtig

UMIT in roten Zahlen Einweghersteller legen Studie vor

Die Tiroler UMIT soll trotz schlechter Ergebnisse ausgebaut werden.

geszeitung. Dennoch wolle die Uni expandieren. Im aufgrund der Turbulenzen erarbeiteten Entwicklungsplan sei die Rede von einer „Etablierung einer Euregio-Universität im Bereich Medizinische Wissenschaften zwischen Innsbruck, Hall in Tirol, Bozen und Rom“. Dies sei ein zentrales Anliegen des 100%igen Eigentümers, des Landes Tirol. Weiters sei die Mitwirkung an einer Technologieoffensive des Landes ein Schwerpunkt. Auch die „Errichtung eines Public Health Zentrum Tirol“ und die Einbindung im Rahmen der „Entwicklung eines interuniversitären Zentrums für Alternsforschung Tirol“ stünden im Strategiepapier. Zudem solle das Studienangebot der UMIT überarbeitet und die Anzahl der Studierenden von 1.200 auf 1.630 bis ins Jahr 2015 erhöht werden. Fraglich sei aber weiter die Finanzierung der in Hall im Bezirk Innsbruck-Land gelegenen Hochschule. Von 11,2 Mio. € solle das Budget kontinuierlich auf 13,2 Mio. ausgeweitet werden. (iks)

Wien. Österreichs führende Anbieter von OP-Einweg-Materialien – 3M, Hartmann, Lohmann & Rauscher sowie Mölnlycke – haben sich zur Initiative „Sicherheit im OP“ zusammengeschlossen. Zentrales Anliegen ist es, einen Beitrag zur Sicherheit für Patienten und Personal in Österreichs Krankenhäusern und Kliniken zu leisten. Der Fokus liegt dabei auf dem Stellenwert von Einweg-Pro-

dukten im modernen OP-Management sowie auf dem für Patienten und Personal essenziellen Thema der Infektionskontrolle. Bei hohem Infektionsrisiko werden gemäß einer aktuellen Umfrage von Karmasin Motivforschung Einweg-Materialien bevorzugt. Die Studie wurde im heurigen Jänner und Februar unter 48 Ärzten und 92 OP-Leitungen mit Schwerpunkt Chirurgie, Gynäkologie und Ortho-

© Allianz

© UMIT

Innsbruck. Nachdem der Tiroler Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) im September 2010 aufgrund von „Missständen“ die Akkreditierung des Doktoratstudiums Gesundheitswissenschaften entzogen wurde, hat sie jetzt mit roten Zahlen zu kämpfen. Das Defizit der vergangenen zwei Studienjahre betrage 2,4 Mio. €, berichtet die Tiroler Ta-

Die Initiative „Sicherheit im OP“ will Einwegtextilien in Österreich propagieren.

pädie sowie 90 Nicht-Verwendern (Verwaltungs- und Einkaufsleiter bzw. Hygieniker) durchgeführt. Studienautorin Sophie Karmasin: „60 Prozent der befragten Ärzte und Schwestern tendieren zu Einweg-OP-Materialien, wenn erhöhtes Infektionsrisiko besteht.“ Untersucht wurde außerdem die Einschätzung von Verwaltungsund Einkaufsleitern: Für 93% von ihnen ist der Infektionsschutz bei der Entscheidung für Einweg-Materialien bestimmend. 80% nennen weiters den Preis als ausschlaggebenden Aspekt, 67% die Vorgaben regionaler Krankenhausgesellschaften. Die schnelle Handhabung spielt für die befragten Anwender eine wichtige Rolle. Diese ist bei Einweg-Abdeckungen vor allem durch eingriffspezifische Ausstattungen sowie kundenindividuelle Komplettsets gewährleistet. Die Bedeutung der schnellen Handhabung wird laut Friedrich Thomasberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative „Sicherheit im OP“, vor allem bei den befragten OP-Leitungen sichtbar. (iks)


P h a r m a r epo r t: L i f e s c i e n c e

34 – healtheconomy

Freitag, 6. Mai 2011

Grippeforschung AVIR Green Hills-Impfstoff erreicht nächste Phase. Biotechfirma sucht richtige Dosierung

Foschung Uni Wien

Meilenstein für Impfung

Erfolgreich bei Brustkrebs

Universitätsklinik für Pharmakologie wird der intranasal verabreichte Impfstoff an 80 Erwachsenen zwischen 18 und 60 Jahren getestet. 40 Probanden erhalten den zu testenden Impfstoff und weitere 40 Probanden ein Placebo. Die Phase I/II soll den Sicherheitsnachweis der trivalenten Zusammensetzung des Impfstoffs und Hinweise auf die optimale Impfstoffdosis geben. In der Phase I-Studie konnten bereits die gute Verträglichkeit und Sicherheit des Impfstoffs gezeigt werden. Weiters wurde die Immunantwort des Körpers auf die deltaFLU-Grippeimpfung nachgewiesen. Besonders erfreulich ist, dass in der Studie eine Kreuzreaktivität gegen andere InfluenzaVirenstämme gezeigt werden konnte. Darüber hinaus wurden auch Abwehrkräfte in den Schleimhäuten der Nase – der Eintrittspforte des Grippevirus – stimuliert.

Michael Strausz

© APA/Schneider Harald

Wien. Die AVIR Green Hills Biotechnology AG testet in einer Phase I/II Studie den trivalenten Impfstoff deltaFLU. Eine Analyse zur Sicherheit des Impfstoffs wurde erfolgreich abgeschlossen. „Wir testen den Impfstoff klinisch erstmals in seiner endgültigen Zusammensetzung und sind sehr zufrieden, dass sich das exzellente Sicherheitsprofil des Impfstoffs neuerlich bestätigt hat“, berichtet AVIR Green Hills-CEO Thomas Muster. Die Zusammensetzung aus drei Virenstämmen (H1N1, H3N2 und B) entspricht der Form, mit der nach erfolgreicher Beendigung aller Studien die Zulassung beantragt werden soll. Saisonale Impfstoffe basieren auf drei Stämmen von Influenza-Viren, deren Zusammensetzung jährlich von der WHO neu definiert wird. In einer randomisierten Doppelblindstudie an der

Forscher an der Medizinuni Wien haben neue Erkenntnisse gesammelt.

AVIR Green Hills-CEO Thomas Muster ist zuversichtlich, dass Studie erfolgreich ist.

Diskussion In Österreich leiden 50.000 bis 80.000 Menschen an Rheumatoider Arthritis

Rheuma: Frühzeitige Behandlung soll helfen Wien/Basel. Rheumatische Erkrankungen können bei frühzeitiger Behandlung langfristig erfolgreich bekämpft werden. Im besten Fall – bei rund 8% der Patienten – ist sogar eine vollständige Heilung möglich, so das Fazit einer Podiumsdiskussion im Rahmen des „Roche Health Talks“ bei der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Weltweit sind 0,4 bis 2% der Bevölkerung betroffen, in Österreich leiden zwischen 50.000 und 80.000 Menschen an Rheumatoider Arthritis (RA). Betroffen sind alle Altersgruppen vom Kindesalter an (juvenile idiopathische Arthritis) und Frauen drei Mal häufiger als Männer. Neben dem menschlichen Leid, wie schwere soziale und beruflichen Problemen bis zu Frühpensi-

© Roche

Wien. Das Klinische Institut für Pathologie an der Medizinuni Wien hat den Mechanismus der Entstehung von LymphknotenMetastasen bei Brustkrebs entschlüsselt und weist positive Wirkung einer chinesischen Heilpflanze nach, welche die Entstehung eines Botenstoffs der Tumorzellen verhindern kann. „Wir haben herausgefunden, wie sich die Tumorzellen ein Loch in die Wand von Lymphgefäßen bohren, um in die Lymphknoten in der Achselhöhle zu gelangen und dort Metastasen zu bilden“, erklärt Institutsvorstand Dontscho Kerjaschki. In jahrelanger Forschungsarbeit wurde nachgewiesen, dass Tumorzellen ein bestimmtes Enzym (Lipoxygenase) benötigen, um ein bioaktives Abbauprodukt der Arachidonsäure zu produzieren (12S-HETE). Durch genetische Ausschaltung dieser für die Herstellung des Invasionsfaktors nötigen Enzymmaschinerie gelang es den Forschern, das Eindringen in die Lymphgefäße und somit die Metastasierung in den Lymphknoten zu verhindern. Außerdem wurde festgestellt, dass eine Substanz aus der Wurzel der chinesischen Heilpflanze Scuttelaria baicalensis die Entstehung des Botenstoffs der Tumorzellen verhindert und damit das Eindringen der Tumorzellen in Lymphgefäße blockieren kann. (ms)

© Nurit Wagner Strauss

deltaFLU-Grippeimpfung soll mittels Nasenspray verabreicht werden können.

Beim Roche Health-Talk diskutierten Experten das Thema Rheuma.

onierungen entstehen häufig hohe direkte und indirekte Kosten: „Aus Deutschland wissen wir, dass ein Rheumapatient 4.000 bis 5.000 Euro direkte Kosten und durchschnittlich 13.000 Euro indirekte Kosten verursacht. Die Therapiekosten betragen in Österreich je nach Ausmaß der Erkrankung zwischen 200 und 15.000 Euro im Jahr“, rechnet Gesundheitsökonom Bernhard Schwarz vom Zentrum für Public Health der Med.Uni Wien vor. „Insbesondere junge Menschen tun sich schwer, eine Krankheit anzunehmen“, erklärte der Rheumatologe Ludwig Erlacher vom Wiener SMZ-Süd. Wichtig sei, dass der Patient mitmache und seine Krankheit akzeptiere. Ein gutes Beispiel hierfür ist der hei-

mische Segler Hans Spitzauer: Der fünffache Olympiateilnehmer litt selbst an Rheuma. „Innerhalb eines Monats (nach den ersten Symptomen, Anm.) war ich weg vom normalen Athletenleben“, berichtete der Spitzensportler. Als er das erste Mal beim Rheumatologen war, konnte er nicht einmal die Hand zur Faust ballen: „Das war eine sehr dramatische Situation, ich war es gewohnt, mich viel zu bewegen“, berichtete Spitzauer. Mittlerweile trainiert er für die Olympischen Spiele 2012 in London. „Das zeigt, wie erfolgreich Rheuma behandelt werden kann“, betonte Erlacher. „Wir können froh sein, dass es eine große Bandbreite an Therapiemöglichkeiten gibt“, ergänzt Schwarz.  (ms)

Bilanz I Einsparungen helfen gegen Umsatzverluste

Bilanz II Arzneimittel-Sektor leidet unter Generika und Forschungsfehlschlägen

GSK erhöht Gewinn

Gute Chemie: Bayer und Merck

London. Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) hat in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres dank seiner Einsparungen mehr verdient als im Vorjahr. Unter dem Strich sei der Überschuss nach Steuern und vor Restrukturierungen um neun Prozent auf 1,69 Mrd. £ (1,90 Mrd. €) gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Operativ wurde ein Ergebnis von 2,170 Mrd. nach

Frankurt. Die brummende Chemiekonjunktur hat den beiden europäischen Mischkonzernen Bayer und Merck einen überraschend guten Jahresstart beschert. Bei den Arzneimitteln gab es hingegen Probleme. Bayer-Chef Marijn Dekkers sprach von einem starken 1. Quartal im Pflanzenschutzgeschäft. Die Kunststoffsparte profitierte von der hohen Bau- und AutoindustrieNachfrage. Der bereinigte opera-

2,395 Mrd. £ im Vorjahr ausgewiesen. Beim Umsatz litt Glaxo unter der wachsenden Generika-Konkurrenz. Der Umsatz ging zu währungsbereinigt um 10% auf 6,585 Mrd. £ zurück. Wie andere Pharmakonzerne litt auch GSK unter den Auswirkungen der Gesundheitsreform in den USA und den Preiskürzungen bei Arzneimitteln in Europa. Während die Erlöse in den Schwellenländern anzogen, gingen die Umsätze in den USA und in Europa zurück.

tive Gewinn stieg um 22% auf 2,2 Mrd. €. „Unsere Konzernumsatzund Ergebnisprognose heben wir 2011 von 4 bis 6 auf 5 bis 7 Prozent an“, sagte Dekkers. Die Medikamentensparten bereiteten Probleme. Bayer spürte die Generikakonkurrenz bei den Verhütungsmitteln Yaz und Yasmin in den USA sowie die Sparbemühungen im Gesundheitswesen. Kräftige Umsatzzuwächse

GlaxoSmithKline konnte im 1. Quartal den Gewinn steigern.

In Österreich ist GSK mit 160 Mitarbeitern im Pharma und Consumer Healthcare-Sektor vertreten. Die in Wien sitzende Pharmasparte vermarktet knapp 260 verschreibungspflichtige Medikamente und Impfstoffe. Die Healthcare-Division in Innsbruck vertreibt Mund-, Zahnpflege- und Selbstmedikationsprodukte wie Marktführer Odol, Dr. Best, Sensodyne, Corega, Abtei und Activir. (ms)

© dpa/Julian Stratenschulte

© GlaxoSmithKline

160 Mitarbeiter in Österreich

Die deutschen Chemie- und Pharmariesen Bayer und Merck punkten im 1. Quartal.

verzeichneten die OTC-Produkte wie Aspirin. Bei Merck stiegen die Pharma-Erlöse nur leicht. Ein Grund waren schwächere Umsätze mit dem Medikament Rebif gegen MS. Das Krebsmittel Erbitux legte dagegen um 8,7% zu. Zuletzt gab es in der Arzneimittelentwicklung einige Fehlschläge. So war die größte Medikamentenhoffnung, die Tablette Cladribin gegen MS, bei der Arzneimittelbehörde in Europa und der US-Gesundheitsbehörde FDA durchgefallen. Hingegen bereitete dem Darmstädter Merck-Konzern die Flüssigkristallsparte (Smartphones, Flat Screens, Smartphones) viel Freude. Die Spartenumsätze stiegen um 26% auf 302 Mio. €. Insgesamt setzte Merck im 1. Quartal 2,6 Mrd. € um (+22%). Der Konzernüberschuss kletterte um 77% auf 344 Mio. € nach oben. Für das Gesamtjahr bestätigt Merck-Chef Kley die Ziele: Plus 35 bis 45% beim operativen Ergebnis, 10 und 15% beim Gesamterlös. Die Börse nahm die Zahlenwerke der im Dax gelisteten Firmen positiv auf.  (ms)


Freitag, 6. Mai 2011

M e d i z i n t e c h n i k : E- H e a lt h

healtheconomy – 35

Hörimplantate Zukunftssymposium „Hear The Future“ in Innsbruck zeigte neue Möglichkeiten auf

short

Technik erleichtert Hören

Sorge um sensible Daten der ELGA Wien. Anlässlich der jüngsten Datendiebstahl-Affäre bei der Firma Sony warnt der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte, Johannes Steinhart, vor den Risiken der elektronischen Gesundheitsakte ELGA. „Ein unausgegorenes Gesetz ist für uns nicht akzeptabel“, erklärt Steinhart. Die Ärztekammer weist seit jeher darauf hin, dass es sich bei Gesundheitsdaten um besonders sensible Daten handelt, mit denen nicht leichtfertig umgegangen werden darf.

Bis zu 19% der österreichischen Bevölkerung sind von Formen der Schwerhörigkeit betroffen.

Neue innovative Hörgerät-Serie

Experten diskutierten in Innsbruck über Schwerhörigkeit und suchten Lösungen.

Auslagerung Trend geht in Richtung Outsourcing im Bereich der Geschäftsprozesse

Raiffeisen übernimmt SAP für DeguDent Wien. Der IT-Anbieter Raiffeisen Informatik übernimmt den SAPBetrieb des Zahntechnikunternehmens DeguDent Austria. Zukünftig managt Raiffeisen Informatik für den Neukunden den Basisbetrieb für alle SAP-Instanzen, Datenbankadministration, Backup und Restore Services sowie Monitoring

auf der Raiffeisen InformatikRechenzentrumsinfrastruktur als Shared Service. Darüber hinaus wird DeguDent ein Helpdesk und First Level Support zur Verfügung gestellt. Über das SAP-System laufen Geschäftsprozesse wie die Finanzbuchhaltung, Controlling, Einkauf

und Verkauf sowie Logistik. Den Betrieb dafür wickelt der IT-Dienstleister aus dem Hause Raiffeisen über eine Infrastrukturbasis für DeguDent ab. Über ein eigenes Netzwerk sind die Systeme mit dem Raiffeisen InformatikRechenzentrum verbunden.

© DeguDent

Gute Erfahrungen

Heinz Moser, DeguDent Austria-Geschäftsführer, ist mit Auslagerung zufrieden.

„Wir legten bei der Suche nach dem richtigen IT-Partner größtes Augenmerk auf Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Aufgrund der positiven Erfahrungen unseres ehemaligen Schwesterunternehmens ÖGUSSA mit Raiffeisen Informatik haben wir uns ebenso für ein SAP-Outsourcing an Raiffeisen Informatik entschlossen“, erläutert Heinz G. Moser, Geschäftsführer der DeguDent Austria GmbH. Für die IT-Konzeption und Weiterentwicklung der SAP-Landschaft verfügt Raiffeisen Informatik über ein eigenes zertifiziertes SAP Competence Center Team. Der größte österreichische IT-Anbieter freut sich über eine weitere Erfolgsmeldung: „SAP-Outsourcing bietet klare Vorteile: Es ist nicht

nur ein Instrument für Sparkonzepte in der IT, sondern unterstützt durch Effizienz und hohe Qualität die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen“, argumentiert Raiffeisen Informatik-Geschäftsführer Wilfried Pruschak. Sein Unternehmen ist der größte Outsourcer des Landes und betreut bereits über 100 SAP-Mandanten. „Es gibt heute keinen wirtschaftlich vernünftigen Grund mehr, den SAP-Basisbetrieb selbst zu bewerkstelligen. Große Rechenzentren können diese Dienstleistung viel kostengünstiger und hochverfügbar realisieren“, sagt Pruschak.

Dentalbereich-Marktführer DeguDent Austria ist eine Vertriebsgesellschaft mit insgesamt 80 Mitarbeitern. Ursprünglich ging sie aus der Ögussa/Degussa hervor. Mittlerweile gehört DeguDent zu 100% dem US-amerikanischen Konzern Dentsply International: Mit insgesamt 10.000 Mitarbeitern und Vertretungen auf allen fünf Kontinenten handelt es sich dabei um den Weltmarktführer der Dentalbranche.  (rs)

© Neuroth

schung im Bereich Hörimplantate liegt der Fokus derzeit insbesondere auf der minimalinvasiven Cochlea-Implantation und dem Erhalt des Restgehörs. Obgleich Implantate das Hörvermögen deutlich verbessern, bietet die Möglichkeit, zusätzlich auf das noch vorhandene, natürliche Gehör zurückgreifen zu können, ungeahnte Chancen auf ein noch besseres Hörerlebnis. Die Ausführungen der Experten wurden im Anschluss von Erfahrungsberichten von Patienten untermauert. Geduld und Ausdauer sind dabei essenziell, genauso wie realistische Erwartungen und Ziele. Hörimplantate seien zu den bedeutendsten und fortschrittlichsten Entwicklungen in der Medizintechnik zu zählen. Sie tragen dazu bei, die Lebensqualität von gehörlosen und schwerhörigen Menschen zu verbessern und verhelfen zu mehr sozialer Teilhabe und Lebensfreude, so die Experten.  (iks)

© Birgit Pichler

Innsbruck. Aktuelle Statistiken zeigen, dass immer mehr Menschen von unterschiedlichen Formen von Schwerhörigkeit betroffen sind. Man geht von etwa 19% der Bevölkerung über 14 Jahre aus. In Österreich entspricht dies rund 1.520.000 Menschen. Hörimplantate können dabei helfen, diesen Hörverlust wieder auszugleichen. Vergangene Woche trafen sich rund 120 Betroffene sowie hochkarätige Experten aus den verschiedensten Disziplinen wie Medizin und Bildung, um über den aktuellen Forschungsstand, Entwicklungen und Chancen zu diskutieren. Gastgeber war die österreichische Gesellschaft für implantierbare Hörhilfen, CIA, die zum Symposium unter dem Titel „Hear The Future“ nach Innsbruck lud. Schwerpunkte der Vortragsreihe bildeten die Bereiche Medizin, Bildung und psychosoziale Entwicklung. In der medizinischen For-

Die Hightech-Hörgeräte werden jeweils individuell eingestellt.

Schwarzau. Mit der Neuroth Exclusive-Linie stellt Österreichs Traditionsunternehmen für besseres Hören eine innovative Hörgeräte-Serie für „pfeiffreies Hören“ vor. Die Pfeiffreiheit werde durch die Kombination modernster Technologie und persönlicher Feinabstimmung durch die Neuroth-Akustiker möglich. Seit Anfang Mai sind die neuen, pfeiffreien Hörgeräte in sämtlichen der 109 Neuroth-Fachinstitute in ganz Österreich erhältlich.

Neues Katheterlabor für Kinderherzen Wien. Seit Kurzem verfügt die Universitätsklinik für Kinderund Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien über ein neues Kinderherzkatheterlabor. Die neue sogenannte CardAngiografie-Anlage ist besonders strahlungsarm. Herzfehler sind die häufigste angeborene Fehlbildung bei Kindern.

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21.04.2011 9:27:34 Uhr


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

36 – healtheconomy

Freitag, 6. Mai 2011

Forschung Beim 5. Semmering Vaccine Symposium in Baden stand die Impfstoff-Forschung im Fokus

short

Rest-Risiko beim Impfen

Internationaler „Tag gegen Lärm“ der AUVA

ulli moschen

Objektive Fakten Für viele Laien komme die Entscheidung für oder gegen eine konkrete Schutzimpfung oft einer Glaubensfrage gleich; deshalb

Neue Augenklinik der Barmherzigen Brüder

Welt-Lachtag 20 Jahre gibt’s die CliniClowns bereits

Sport Trainingsbeginn für die Herren-Nationalmannschaft

Wien. Der 1. Mai ist nicht nur der Tag der Arbeit, sondern wurde dieses Jahr international zum „Tag des Lachens“ erklärt. Die therapeu-

Wien. Die Wettkämpfe der diesjährigen „Euro-Volley“ werden im September in Wien, Innsbruck, Prag und Karlsbad ausgetragen. Mittlerweile hat die intensive Vorbereitungsphase des österreichischen Herren-Nationalteams für das Volleyball-Großereignis begonnen. Die Athleten der Volleyball-Nationalmannschaft werden ihr Training in den kommenden Monaten in der Therme Wien und der Therme Wien Fitness absolvieren.

© Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

Lachen macht gesund

Die neue Augenklinik ist Referenzzentrum für Mikroinzisionschirurgie.

tisch geschulten Spaßmacher der CliniClowns feierten an besagtem Tag außerdem ihr 20-jähriges Jubiläum. In einer Aussendung wiesen die rotnasigen Spitalsbesucher auf die Bedeutung und Wirkung von Humor und Lachens hin.

Sogar die Vermehrung von Tumorzellen kann durch Lachen gehemmt werden.

Lachen reduziert die Produktion der Stresshormone Adrenalin und Cortisol, stärkt die Immunabwehr, aktiviert die Atmung, setzt Glückshormone frei, entspannt die Gesichtsmuskeln, aktiviert das Herz-Kreislauf-System und steigert damit den Gasaustausch bei der Atmung. Jährlich absolvieren die CliniClowns rund 1.330 Krankenhausbesuche in 40 heimischen Spitälern und Geriatriezentren.

buch-tipp

Neumann/Kirch: Ernährung und körperliche Aktivität in Europa – die Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit von Gesundheitsdaten. Verlag Huber, 2011, 141 S., ISBN-10 3456849540, 29,95 €

Am zweiten Tag standen bereits Ausdauer- und Koordinationstraining am Programm. Die Regenerationsphase wurde im „SaunaStein“ der Therme Wien absolviert, ehe die Nationalmannschaft wieder

Tschechien und Österreich richten dieses Jahr die „Euro-Volley“ aus.

Thomas Lingelbach wechselt zu Intercell Wien. Die börsenotierte Intercell AG trennt sich von ihrem bisherigen Vorstandschef Gerd Zettlmeissl. Mit Wirkung vom 10. Mai wird Thomas Lingelbach zum neuen Vorstandsvorsitzenden (CEO) bestellt. Zettlmeissl wird laut Intercell „anderweitige persönliche und berufliche Interessen verfolgen“. Thomas Lingelbach hat mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in der Pharma- und Impfstoffindustrie und hielt eine Vielzahl von Führungspositionen mit zunehmend internationaler Verantwortung bei der Hoechst AG, Chiron Vaccines und Novartis Vaccines sowie Diagnostics, bevor er 2006 bei Intercell als Chief Operating Officer eingetreten ist.

© Andi Bruckner

Ernährung und körperliche Aktivität in Europa Die Vergleichbarkeit nationaler Gesundheitsdaten ist eine unerlässliche Voraussetzung, um Gesundheitsrisiken in der europäischen Bevölkerung frühzeitig zu erkennen und geeignete, evidenzbasierte Interventionen zu definieren. Die Europäische Kommission entwickelte zu diesem Zweck europäische Gesundheitsindikatoren. Vor dem Hintergrund der steigenden Prävalenz von Übergewicht und Adipositas stellte sich die Frage, inwiefern in den europäischen Ländern verfügbare Daten zu den europäischen Gesundheitsindikatoren zu Ernährung und körperlicher Aktivität vorhanden sind und ob es Anhaltspunkte für die Vergleichbarkeit der Daten über die Ländergrenzen hinweg gibt. Dieses Buch gibt einen Einblick in die Datenverfügbarkeit in den EU-Mitgliedsländern, den Kandidatenländern und den Ländern des europäischen Wirtschaftsraums.  (iks)

Straffes Trainingsprogramm

zum Trainingsstützpunkt aufbrach. Eröffnet wird die EuroVolley übrigens am 10. September in Prag.

Menschen, über die man spricht

© Christian Fürthner/PID

© Verlag Hans Huber

Volleyballer in der Therme Wien

Gesundheitsprophylaxe

© CliniClowns

Wien. Seit Anfang Mai ist die neue Augentagesklinik im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Betrieb. Gemeinsam mit Abteilungsvorstand Michael Amon begrüßte Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely die ersten Patienten. Die Zahl der Katarakt-Operationen soll im ältesten Ordensspital Wiens durch die Neuerungen von derzeit rund 4.000 jährlich auf 6.000 Eingriffe pro Jahr steigen.

Die Experten wollen eine Stärkung „des Dreiecks Wissen-Ausbildung-Innovation“.

© Gerry Rohrmoser/Therme Wien

Wien. Am 17. internationalen „Tag gegen Lärm“ Ende April machte die AUVA erneut auf die schädlichen Folgen von Lärm aufmerksam und klärte darüber auf, wie Lärm vermieden werden kann. Mehr als 460.000 Beschäftigte in Österreich sind an ihren Arbeitsplätzen unweigerlich störenden Geräuschen und gesundheitsschädigendem Lärm ausgesetzt. Lärmschwerhörigkeit ist in Österreich die häufigste Berufskrankheit.

S on j a W ehsely, ges u n d heits sta dt r ä tin

Kürzlich wurde das Wiener Spitalskonzept präsentiert. Eine der sieben zentralen Spitalsorganisationen ist das Kaiser-Franz-Josef-Spital im 10. Wiener Gemeindebezirk. Das zurzeit aus zwei Standorten bestehende Schwerpunktkrankenhaus wird sukzessive erneuert. Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely sprach sich bei der Dachgleiche für den neuen Wirtschaftshof für „mehr Investitionen und weniger Betriebskosten“ aus. Neue Partnerschaften sollen für mehr Effizienz und Qualität sorgen.

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Nachdem sie bereits vor einem halben Jahr die Leitung aller organisatorischen Agenden des Vereins übernommen hatte, ist Kerstin Steiner nun zur neuen Geschäftsführerin der Hauskrankenhilfe Klagenfurt bestellt worden. Steiner war bisher unter anderem für soziale Projekte der Weltbank und der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Afghanistan und zuletzt bei LeitnerLeitner Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung tätig.

© Foto Strauss

Lärm ist eine oft unterschätzte Be­ anspruchung für die Gesundheit.

© Hauskrankenhilfe Klgft.

© sxc

Baden. Beim wissenschaftlichen „Semmering Vaccine Symposium“, das zum fünften Mal stattgefunden hat, sollte die Impf-Thematik Ende April in Baden von möglichst vielen Seiten beleuchtet werden. Molekularbiologe Alexander von Gabain kritisierte die Polarisierung in der Bevölkerung in Sachen Impfungen. „Ja, es gibt ein Restrisiko bei Impfungen“, räumte der in Wien tätige deutsche Experte ein. Andererseits wären aufgrund von breit angelegten Durchimpfungs-Bemühungen in unseren Breiten bereits viele Krankheiten so gut wie ausgestorben.

empfehlen die Forscher die Prüfung objektiver Fakten. Statistiken der WHO über Risiken und Nebenwirkungen etwa könnten eine wichtige Hintergrundinformation sein. Die Weltgesundheitsorganisation sei der Pharmaindustrie gegenüber durchaus kritisch eingestellt und verfüge über nützliche Daten. Diskutiert wurden unter anderem auch Ernährungs- und Umweltfaktoren als Einflussfaktoren für Impferfolge und Alternativen zu den verhassten Impfnadeln. Es werde fieberhaft an alternativen Applikationsmethoden gearbeitet, Pflaster etwa leisten zum Teil bereits durchaus gute Dienste. Bei der Entwicklung neuer Vakzine sei man heute mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Die meisten neuen Impfstoffe kämen von kleinen Firmen. Die Zahl neuer Impfstoffe sei generell rückgängig.

© Andi Bruckner

„Vorsorgen statt heilen“ lautet das erklärte Motto der aktuellen Impfstoff-Forschung.

Fel ix Hint erwir t h, OÖ GKK- Ob mann

Trotz hoher Ausgaben wirtschaftet die OÖGKK seit Jahren positiv. „Das macht es uns möglich, in Zeiten, wo andere den Sparstift zücken, Geld für neue Ideen in die Hand zu nehmen und in nachgewiesen sinnvolle Bereiche zu investieren“, erklärt Obmann Hinterwirth. Innovation und die gute Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen sind für ihn die Schlüssel zur Weiterentwicklung. Aktuelle Themen sind etwa Zahnprophlaxe, gesundes Gewicht, Betriebliche Gesundheitsförderung.

medianet health:economy  

healtheconomy - die wöchentliche Berichterstattung über die Gesundheitswirtschaft - jeden Freitag in der Wirtschaftsfachtageszeitung median...

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