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INSIDE YOUR BUSINESS. TODAY.

FREITAG, TAG, 30. SEPTE SEPTEMBER EPTEMBER EPTE MBER 2011 – 21

EFFIZIENZ

KONKURRENZ

Rückschau auf den ersten Healthcare Day, veranstaltet von GS1 Austria Seite 26

© Österr. SVT

© GS1 Austria

healtheconomy Erich Laminger ruft auf zum Wettbewerb „Österreichs beste Arbeitgeber“ Seite 26

E.MOTION ON ROSWITHA ZINK NK UND DIE PFERDE DE © Verein e.motion – Equotherapie

Boehringers Wiener Basis wächst weiter

© Michael Horn/pixelio.de

SHORT

Haftung Im ersten Teil einer Medizinrechtsserie erklären Fachleute (im Bild: Monika Ploier), wie Recht und Medizin zusammenhängen. Diese Woche: Haftung bei Prothesen. Für Medizinprodukte gelten spezielle Bestimmungen. Keine Haftung gilt etwa, wenn die Prothese neu am Markt ist, Fehler nach Stand der Wissenschaft aber nicht erkannt werden konnten. Seite 25

© Boehringer Ingelheim/Wilke

© David Sailer

Diabetes Trotz gut gemeinter Ansätze kommt die umfassende Betreuung von Diabetespatienten in Österreich nicht recht vom Fleck. Es bräuchte eine gesundheitsfördernde Gesamtpoltik und ein Umdenken in Sachen Finanzierung und Koordination, sagen Experten. Seite 23

Serie Boehringer Ingelheim fährt mit seinem Regional Center Vienna (RCV) gute Gewinne ein: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 wuchs das Center um 10 Prozent auf 331,5 Millionen Euro, berichtet RCV-Chef Christian Schilling (s. Bild). Seite 22

INHALT

Health:Care > VKI erhält Recht im Fall „Knorr Vie“ 23 > Uniqa wird mit „Fitnessprogramm“ neu strukturiert 23 Healthcare:Pharmareport > Qualitätsunterschiede in der Schmerztherapie 24 > Haus der Barmherzigkeit Mitglied bei Altersforschungsnetz GARN 24 > Neues Medikament erleichtert Vorbereitung der Darmreinigung 24

B e caus e we care for you.

Medizin:Recht > Ankündigung Info-Nachmittag Pharmakovigilanz 25

Johnson & Johnson Medical Products GmbH | A-1020 Wien, Vorgartenstr. 206B Tel. +43(0)1 360 25-0 | jnjmedicalaustria@its.jnj.com | www.jnjmedical.at


C OV E R

22 – healtheconomy

KOMMENTAR

Freitag, 30. September 2011

Serie Bigpharma auf dem Prüfstand Teil 5: Boehringer Ingelheim-Konzern erzielt 6,4 Mrd. Umsatz

Absurder Streit um E-Medikation

Regional Center Vienna wächst um 10 Prozent Humanpharma und neue, innovative Produkte als größte Wachstumstreiber.

MARTIN RÜMMELE

in elektronisches System soll erfassen, welche Medikamente ein Patient nimmt, ein Apotheker auch jene rezeptfreien Produkte eingeben können, die ein Patient einfach so kauft, ohne einen Arzt zu konsultieren. Damit sollen ungewollte Nebenwirkungen, Falsch- und Überdosierungen vermieden werden. Und Ärzte erfahren gleich, was ihre Patienten so nehmen. Oft dauert es nämlich recht lang, das herauszufinden – vor allem, wenn ein Mensch alt ist und viele Pillen schluckt. Das alles klingt gut, scheitert aber an der Umsetzung. Ärzte und Apotheker streiten nämlich untereinander und vor allem mit den Kassen. Vorrangig geht es um technische Dinge und um formale Sachen, wie Ausschreibungen. Tatsächlich steckt aber ein anderes Prodlem dahinter: Viele fürchten sich vor der Kontrolle. Sieht man, was jemand verordnet oder verkauft, lässt das einige Rückschlüsse zu. Und nicht zuletzt, ob jemand das Richtige verordnet. Dazu kommt das Haftungsthema. Kann ein Arzt alle Medikamente einsehen, muss er auch richtig entscheiden. Verordnet er etwas Falsches, kann Unwissenheit kein Argument mehr sein. Natürlich arbeiten Ärzte jetzt schon korrekt und fehlerfrei. Aber den Hauch der Kontrolle im Nacken zu spüren, macht Angst. Schade nur, dass so die Patienten leiden.

E

GRAFIK DER WOCHE

6,2 5,6

4,4

Teuerstes Szenario

Mittelszenario

3,3

Bestes Szenario

Marktreife innovativer Präparate, entsprechend unserer Erwartungen positiv weiterentwickelt“, betonte Andreas Barner, Sprecher der Unternehmensleitung. „Unsere Vision – Werte schaffen durch Innovation – bewährt sich dabei nachhaltig als Basis für unser Unternehmen.“ Rund 60% zur Erlössteigerung gegenüber dem Vorjahr tragen die Neueinführungen von Pradaxa (Gerinnungshemmer), Twynsta (Blutdrucksenker) und Tradjenta (Diabetes-Präparat) bei. Aber auch bewährte verschreibungspflichtige Präparate wie Spiriva und Micardis verzeichneten mit einem Wachstum von zehn bzw. elf Prozent eine deutliche Steigerung. „Das erste Halbjahr 2011 war umsatzseitig

konnte um 5,1 Prozent zulegen. Zu den wichtigsten Marken zählten das Schmerzmittel Thomapyrin sowie Dulcolax zur Behandlung von Verstopfung. Der Tiergesundheitsbereich wuchs im ersten Halbjahr um 18,4%. Vor allem dank des Schweineimpfstoffs Ingelvac CircoFlex ist das Unternehmen auch im neu erschlossenen Markt Russland erfolgreich.

Positives Konzernergebnis Das Konzernumsatzwachstum betrug 2,6 Prozent mit Gesamterlösen von 6,4 gegenüber 6,2 Mrd. € im ersten Halbjahr 2010. „Wir freuen uns, dass sich BI, insbesondere auch durch die

geprägt durch erfolgreiche Neueinführungen. Eine insgesamt gute Ertragslage hat es uns ermöglicht, höhere Investitionen in F&E zu tätigen“, so Hubertus von Baumbach, verantwortliches Mitglied der Unternehmensleitung für Finanzen. B OE HR I N GER - KON Z ER N

Gesamterlöse Verschreibungspfl. Medikamente Selbstmedikation Tiergesundheit Industriekundengeschäft Mitarbeiter

Mrd. € 2010 6,40

Veränder. 1. Hj. 10 +2,6

4,90 0,667 0,468

+/–0 +11 +3

0,332 42.486

+13 +4,8

Veränderungswerte in %; Quelle: Boehringer-Ingelheim

Patientensicherheits-Kongress Sicherheit im Spitalssystem bringt ökonomischen Ertrag

2010 (Prognose)

Wien. Patientensicherheit und Kosteneinsparungen müssen kein Widerspruch sein. So lautet der Tenor eines Kongresses der Initiative „Sicherheit im OP“ und der „Plattform Patientensicherheit“, der am 22.9. im AKH Wien stattfand. Mehr als 100 Gesundheitsexperten informierten sich, wie Spitäler im Spannungsfeld zwischen Kostendruck und Qualität bestehen können. Laut EU-Daten glauben 47% der Europäer, im Spital Opfer eines Behandlungsfehlers zu werden, 23% haben bereits selbst oder in der Familie einen Behandlungsfehler erlitten. „Fehlende Ehrlichkeit, Offenheit und Verantwortungsübernahme machen einen Fehler erst recht inakzeptabel“, sagte Dieter Conen, Präsident der Schweizer Stiftung für Patientensicherheit. Und weiter: „Wenn wir sicherer im System sind, brauchen wir weniger Geld.“ In der Schweiz sei derzeit die aktive Einbindung der Patienten ein wichtiges Thema. „Auch in Österreich müssen informierte und wachsame Patienten das Ziel sein, die bei Auffälligkeiten aktiv werden, um Fehler rechtzeitig

abzuwenden“, betont Conen. Eine Befragung von Schweizer Chemotherapie-Patienten ergab, dass 77% glauben, bei der Fehlervermeidung helfen zu können.

der zivilen Luftfahrt habe sich als Problemlöser erwiesen. „In diesen Trainings geht es nicht darum, wie man ein Flugzeug fliegt, sondern wie man im Team komplexe Aufgaben bewältigt.“ Untersuchungen haben ergeben, dass MTT die Sterberaten nach Operationen um 17% senken, schwere Komplikationen um 35%. Jetzt müssten solche Trainings flächendeckend eingeführt werden.

Medical Teamtrainings Den Einfluss von Medical Team Trainings (MTT) auf die Patientensicherheit erörterte Norbert Pateisky, Abteilungsleiter für klinisches Risikomanagement am AKH Wien. „Vermeidbarer Schaden durch medizinische Betreuung zählt zu den größten ungelösten Problemen der modernen Medizin. Ursachen sind die Organisation der Spitäler sowie die Mitarbeiterausbildung, die keinerlei Rücksicht auf die Leistungsgrenzen des Menschen nehmen.“ Kompliziert zu bedienende Geräte, hochwirksame Medikamente, immer komplexere Diagnosen und Therapiekonzepte sowie die Notwendigkeit der Zusammenarbeit vieler Fachrichtungen und Berufsgruppen würden das Problem verschärfen. Das MTT nach Vorbild der „Crew Ressource Management“-Trainings

„Patientensicherheit ist eine der essenziellen Aufgaben unseres Gesundheitssystems“, betonte Brigitte Ettl, Obfrau der Plattform Patientensicherheit. Regelmäßig würden Fälle publik, in denen Patienten durch Fehler in Krankenanstalten zu Schaden kommen: „Für unsere Arbeit ist es ein positives Signal, dass jetzt einmal offen über diese Fehler gesprochen wird.“ (ms)

© HAGENpress & photo

Gesamtaufwendungen für Pflege in Milliarden Euro.

2006

Christian Schilling, CEO von Boehringers Regional Center Vienna, stellte sein Zentrum als wachsendes Unternehmen unter Beweis.

Flächendeckende Teamtrainings gefordert

GELD FÜR PFLEGE

Quelle: APA/WIFO; Grafik: Raimund Appl

Wien/Ingelheim. „Das Regional Center Vienna (RCV) hat einmal mehr seine Rolle als stark wachsendes Unternehmen im Boehringer Ingelheim (BI)-Firmenverband unter Beweis gestellt“, erklärt Christian Schilling, CEO des BI RCV. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 wuchs das RCV um zehn Prozent auf 331,5 Mio. €. Zur Erhöhung der Nettoerlöse um 13,9 Prozent bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten trugen vor allem innovative Produkte in den regionalen Kernmärkten Polen, Russland und Österreich, aber auch kleinere Länder wie Estland oder Bulgarien bei. Zu den wichtigsten Präparaten zählen Spiriva zur Behandlung von chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen (COPD) und Micardis gegen Bluthochdruck. Großes Potenzial verspricht der Blutgerinnungshemmer Pradaxa, der Anfang August auch in der EU zur Schlaganfall-Prävention bei Patienten mit Vorhofflimmern zugelassen wurde. Im Bereich der rezeptfreien Produkte konnte Boehringer Ingelheim RCV gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 16% wachsen. Wichtige Produkte in diesem Geschäftsbereich sind die Pharmaton-Produktreihe zur Steigerung der geistigen und körperlichen Vitalität und das Hustenmedikament Mucosolvan. In Österreich wuchsen die Nettoerlöse aus verschreibungspflichtigen Arzneimitteln um 5,4 Prozent auf 33 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Kernpräparate waren Spiriva sowie Sifrol zur Therapie von Morbus Parkinson und dem Syndrom der unruhigen Beine. Der Bereich der rezeptfreien Medikamente

© Boehringer Ingelheim/Wilke

MICHAEL STRAUSZ

„Vermeidbarer Schaden zählt zu den größten Problemen“, sagt Norbert Pateisky.


HE A LTH: C A R E

healtheconomy – 23

Podiumsdiskussion Diabetes: Disease Management verbesserungswürdig

Verbandsklage Gericht gab VKI im Fall „Knorr Vie“ recht

Umdenken ist nötig

Unilever kann Gemüse nicht ersetzen

CHRISTIAN FREISLEBEN-TEUTSCHER

Wien. In Österreich haben etwa 600.000 Menschen Diabetes, diagnostiziert sind davon weniger als 400.000. 1980 gab es weltweit 153 Mio. Diabetiker, heute sind es 347 Mio. Bis zu zwölf Prozent der Gesamtausgaben im Gesundheitssektor fließen in die Behandlung. Das sind weltweit fast 300 Mrd. € jährlich. 90% der diabetesbedingten Ausgaben fließen in die Behandlung der Folge- und Begleiterkrankungen, etwa der Nieren oder der Augen.

Nachholbedarf in Österreich

ger. Menschen mit Diabetes versorgen sich großteils allein. Ziel sollte sein, Betroffene zu befähigen, ihre Krankheit besser zu verstehen und erfolgreich zu managen. Dabei sollten sie von gut ausgebildeten Hausärzten und Pflegefachkräften unterstützt werden. Ines Windisch zeigte den Handlungsbedarf auf: „Es braucht einen übergeordneten Verantwortlichen, der sowohl die finanziellen Ressourcen bündelt, als auch die verschiedenen Ministerien koordiniert, um das Thema ‚Prävention‘ österreichweit professionell voranzutreiben“, sagte die Sanofi-Managerin und Buchautorin (siehe Buchtipp S. 26).

Um dieses Szenario zu entschärfen, wurde hierzulande schon vor mehreren Jahren das Disease Management-Programm (DMP) „Therapie aktiv – Diabetes im Griff“ ins Leben gerufen. Derzeit sind rund 25.000 Betroffene registriert – wenig im Vergleich zu den 600.000 Erkrankten. Public Health-Experte Martin Sprenger sagte dazu bei einer Podiumsdiskussion von Der Standard und Sanofi-aventis: „Es beteiligten sich nur motivierte Ärzte (die sowieso gut behandeln) und motivierte Diabetiker (die ihre Krankheit überdurchschnittlich gut managen). Es entsteht das verzerrte Bild eines erfolgreichen Programms, das es nicht ist. Ein DMP Diabetes ist das Richtige, nur wird es in Österreich falsch gemacht!“ Die Österreichische Diabetesgesellschaft kritisierte kürzlich, dass es in vielen Regionen zu wenig spezialisierte Ärzte und Spitalsambulanzen gibt. „Diabetes wäre großteils vermeidbar. Es bräuchte ein Umdenken vom medizinischen Versorgungsmodell hin zu einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik, die Menschen unterstützt, gesunde Entscheidungen zu treffen. Investitionen in das Bildungssystem sind etwa eine hochwirksame Vorbeugungsmaßnahme“, ergänzt Spren-

© Michael Horn/pixelio.de

Neuer Ansatz: Steuerung aus einer Hand.

Experte fordert gesundheitsfördernde Gesamtpolitik im Sinne der Diabetiker.

Wien. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat – im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums – eine Verbandsklage gegen Unilever aufgrund der Werbeaussagen des Smoothies „Knorr Vie” eingebracht und in 1. Instanz gewonnen. Bei „Knorr Vie“ handelt es sich um ein Getränk aus dem Saft von Früchten und Gemüse. Das Handelsgericht Wien kritisierte, dass fälschlicherweise suggeriert wird, der Konsum des Getränkes könne den Verzehr von frischem Obst und Gemüse ersetzen. Auf „Knorr Vie“ war zu lesen: „1 Fläschchen Knorr Vie = 50% des täglichen Bedarfs an Gemüse & Früchten“. Das führt mit der grapfschen Gestaltung der Verpackung dazu, dass der Konsument zu der irrigen Annahme komme, dass eine Flasche „Knorr Vie“ aus-

reiche, um 50% des Tagesbedarfes an Obst und Gemüse zu decken. Diese Annahme ist falsch. Der kleingedruckte Hinweis auf der Oberseite: „Jede Flasche Vie hilft Ihnen auf einfache Art und Weise Ihren täglichen Verzehr an Gemüse und Früchten zu steigern“, war dem Gericht zu wenig, da die inkriminierte Werbeaussage keinerlei Verweis auf diesen Hinweis enthielt. Obwohl das Produkt dem Lebensmittelsicherheitsund Verbraucherschutzgesetz entspricht, ändert das für das Gericht nichts an der Irreführung durch die plakative Werbeaussage. „Es ist erfreulich, dass die Gerichte mit Irreführungen um Gesundheitswirkungen von Lebensmitteln streng ins Gericht gehen“, kommentiert VKI-Juristin Ulrike Docekal das nicht rechtskräftige Urteil. (ms)

Serviceoffensive des Gesundheitsministeriums Modernes, effektives Health-Management – zum Wohl aller

Fairere Wartezeiten im Spital Wartezeitenmanagement bei Operationen, Spitalskompass und Patientenbefragungen – mit neuen Services sorgt Gesundheitsminister Alois Stöger für mehr Information, Transparenz, Qualität und Gerechtigkeit in Österreichs Spitälern

Fitness 2.0 Wien. Bis 2015 sieht Andreas Brandstetter, seit 100 Tagen CEO von Uniqa, ein „Ergebnisverbesserungspotenzial von bis zu 400 Mio. Euro.“ Gleichzeitig soll die Anzahl der Kunden bis 2020 auf rund 15 Mio. verdoppelt werden. Im Sommer wurde zur Umsetzung der ambitionierten Ziele das „Fitnessprogramm“ „Uniqa 2.0“ gestartet: Dabei wird die Konzernstruktur gestrafft – im Verwaltungsbereich wird es Personaleinsparungen von bis zu 20 Prozent geben. Ausgebaut wird die regionale Präsenz – künftig sind statt 300 bald 400 „Versicherer vor Ort“ vorgesehen. Uniqa wird 190 Mio. € für den Konzernumbau investieren, davon die Hälfte für Rückstellungen für die soziale Abfederung von Personalmaßnahmen und 30 Mio. € für die Erweiterung des Berechtigtenkreises in der MitarbeiterPensionskasse. 80 Mio. € sind für Vorsorgen im Beteiligungsbereich eingeplant. Brandstetter verweist im Bezug auf die künftige Entwicklung auf ein aktuelles Plus von 5,3 Prozent bei laufenden Prämien; in Ost- und Südosteuropa betrug das Plus 10,8 Prozent. (cft)

© medscreen

Uniqa Restrukturierung

Transparentes Wartezeitenmanagement, solidarisches Miteinander, Patienten im Mittelpunkt: Das österreichische Gesundheitsministerium setzt auf Fairness.

Ab Frühjahr 2012 müssen alle Krankenhäuser in ganz Österreich ein verpflichtendes Wartezeitenmanagement führen. Gesundheitsminister Alois Stöger: „Operationstermine sollen ausschließlich nach medizinischer Notwendigkeit vergeben werden. Das Wartezeitenmanagement ist ein effektives Instrument gegen eine 2-Klassen-Medizin, da es die Terminvergabe transparent, nachvollziehbar und somit überprüfbar macht.“ Eingeführt werden die transparenten Wartelisten für Fächer mit einer besonders hohen Zahl an planbaren Eingriffen wie Augenheilkunde und Optometrie, Orthopädie, orthopädische Chirurgie und Neurochirurgie. „Das ist ein weiterer Beitrag, um ein qualitätsvolles, gerechtes und solidarisches Gesundheitssystem zu gewährleisten“, so Stöger.

Alle Spitäler auf einen Blick: der Spitalskompass Wann sind Besuchszeiten? Welches Spital bietet welche Leistungen an? Wie oft werden in einer Abteilung bestimmte Eingriffe pro Jahr durchgeführt? Diese und ähnliche wichtige Fragen lassen sich jetzt ganz einfach mit dem neuen Spitalskompass www.spitalskompass.at im Internet beantworten.

Qualität im Spital: Was sagen die Patienten? „Patientinnen und Patienten stehen im Mittelpunkt meiner Gesundheitspolitik“ betont Stöger. „Daher habe ich auch erstmalig erheben lassen, was die Kunden der Krankenhäuser über die Behandlung denken“. 22.000 Patientinnen und Patienten nahmen an der ersten derartigen Umfrage teil. Das Ergebnis: 96 Prozent der Befragten

zeigten sich zufrieden, 80 Prozent sogar sehr zufrieden. Details zur Umfrage finden Interessierte auf der Homepage des Gesundheitsministeriums www.bmg.gv.at In Zukunft werden diese österreichweiten Umfragen alle zwei bis drei Jahre durchgeführt, denn so Stöger: „Mich interessiert, was die Patienten denken, denn sie stehen für mich im Mittelpunkt.“ Ziel von gesundheit.gv.at ist es, qualitätsgesicherte Informationen über das Gesundheitswesen und seine Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger bereitzustellen. Das Angebot enthält neben medizinischen Themen auch Informationen zu Struktur und Organisation des Gesundheitswesens. Als Leitgedanke der Arbeiten gilt: Bessere Information der Menschen für die Sicherstellung und Erweiterung ihrer Mitwirkungs- und Entscheidungsmöglichkeiten in der Gesundheitsversorgung („patient empowerment“).

INFORMATIONEN UM DAS THEMA GESUNDHEIT www.spitalskompass.at Welches Spital bietet welche Leistungen an, wie oft werden bestimmte Eingriffe durchgeführt, Adressen, Besuchszeiten – übersichtliche Basisinformationen über Österreichs Spitäler www.bmg.gv.at Die Seite des Gesundheitsministeriums mit allen aktuellen Neuigkeiten zur österreichischen Gesundheitspolitik wie zum Beispiel zum Wartezeitenmanagement und der Patientenumfrage sowie umfangreichen Service- und Hintergrundinformationen www.gesundheit.gv.at Das unabhängige, werbefreie Gesundheitsportal mit von Experten streng geprüften Informationen zu den Themen Gesundheit und Krankheit

PROMOTION

Freitag, 30. September 2011


24 – healtheconomy

SHORT

Qualitätsunterschiede in der Schmerztherapie

HE A LTHC A R E : P HA R MA R E PO R T

Freitag, 30. September 2011

Arthrosetherapie Rechtzeitig und natürlich vorbeugen als wichtigste Erfolgsfaktoren

Fünf Grundbausteine für gesunde Gelenke

© EFIC

Gelenks-Filmtabletten unterstützen und schmieren die Gelenke mit Wirkstoffkomplex. MICHAEL STRAUSZ

Haus der Barmherzigkeit ist Mitglied bei GARN Wien. Die geriatrische Pflegeeinrichtung „Haus der Barmherzigkeit“ ist Mitglied im Global Ageing Research Network (GARN), das von der International Association of Gerontology and Geriatrics und der WHO aufgebaut wird. Geht es nach diesen beiden, sollen sich die 500 wichtigsten Altersforschungszentren künftig vernetzen und die Zusammenarbeit zwischen Praxis, Wissenschaft, Gesundheitsbehörden und Industrie erleichtern. Das Haus der Barmherzigkeit ist eines von vier österreichischen Instituten, die derzeit Teil von GARN sind. Institutsdirektor Christoph Gisinger will nun das Wissen des Hauses einbringen und künftig noch stärker international arbeiten. (be)

© Petra Spiola

Kampf gegen Lebensstil-Erkrankungen

Pharmig-Chef Jan Oliver Huber trägt Aktionsplan der IFPMA mit.

Wien. Der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig) ist Mitglied der International Federation of Pharmaceutical Manufacturers and Associations (IFPMA). Diese präsentierte nun einen Aktionsplan, um kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs, Diabetes und COPD zu bekämpfen. Mit F&E will die pharmazeutische Industrie neue Medikamente entwickeln, etwa Polypills, die verschiedene Medikamente in niedriger Dosierung enthalten. Zudem soll es Bewusstseinskampagnen für einen gesunden Lebensstil geben. (cft)

Wien. Weltweit leiden mehrere 100 Millionen Menschen an Arthrose, der häufigsten Gelenkserkrankung. „In der Gruppe der über 60-Jährigen weist jeder Mensch zumindest ein Gelenk auf, das betroffen ist“, betont Albert Kompek, F&ELeiter des steirischen Pharmaunternehmens Apomedica.

Was ist Arthrose? „Arthrose kommt nicht über Nacht, sondern verläuft als schleichende Krankheit langsam über Jahre und Jahrzehnte“, weiß Kompek. Häufigste Auslöser sind Übergewicht, übermäßige körperliche Belastung, natürliche Abnützung sowie Vererbung. Vorbeugung gilt deshalb in der Arthrose-Behandlung als oberstes Gebot. Durch die frühzeitige regelmäßige Zufuhr der Gelenksnährstoffe kann der Abnützung des Gelenksknorpels erfolgreich entgegengewirkt werden. „Der Knorpel ist der Schlüssel zu einem gesunden Gelenk“, so Kompek. Bis vor eineinhalb Jahren mussten sich Arthrose-Patienten einer schmerzhaften Spritzenkur unterziehen, heute lassen sich die Gelenke auf wesentlich einfachere Art schützen.

© Apomedica/Sommer

Hamburg. Wer Schmerzen hat, lebt besser im Westen Europas, denn die Qualität der Schmerztherapie ist dort besser als in osteuropäischen Staaten. Das sagte Nevenka Krcevski-Skvarc, Honorary Secretary des Europäischen Dachverbands nationaler Schmerzgesellschaften (EFIC), beim Europäischen Schmerz-Kongress der EFIC. „In vielen osteuropäischen Ländern bezahlen die sozialen Krankenversicherungen keine Antikonvulsiva und Antidepressiva, obwohl diese Schlüsselmedikamente in der Behandlung vieler neuropathischer Schmerzsyndrome darstellen”, schilderte Krcevski-Skvarc. Die EFIC will mit Fortbildungsprogrammen gegensteuern. (be)

Gesunde Gelenke sind unabdingbar für Bewegung. Spezielle Nährstoffe können Gelenksabnützung entgegenwirken.

lich sind. Der Knorpelschutzstoff Glucosamin ist für den Erhalt aller „Gleit- und Dämpfungsschichten“ verantwortlich und am Aufbau und der Reparatur der Gelenksknorpel sowie als Nährsubstanz der Gelenksflüssigkeit beteiligt. Zudem kann Glucosamin die Produktion von weiteren knorpelbildenden Substanzen stimulieren.

Die glorreichen Fünf Dank intensiver Forschung ist es gelungen, die gelenksspezifischen diätetischen Wirkstoffe in Form einer oralen Aufnahme der „Gelenks complex Filmtabletten“ direkt in die Gelenke zu leiten. Es handelt sich um fünf Grundbausteine, die für die Bildung von neuem Knorpelgewebe, Collagenfasern sowie für die Gelenksflüssigkeit verantwort-

dies hemmt Chondroitin bestimmte Enzyme, welche die Knorpelsubstanz schädigen. Dadurch kann ein fortschreitender Knorpelabbau bei Arthrose verlangsamt werden. Außerdem enthalten Dr. Böhm Gelenks complex Tabletten einen natürlichen Collagen-Komplex mit Hyaluronsäure (Gelenksschmiere).

Collagen als Kittsubstanz Stoßdämpfer Chondroitin Der Gelenksnährstoff Chondroitin sorgt für die Stoßdämpfung und die reibungslose Bewegung des Gelenks. Durch seine hohe Wasserbindungsfähigkeit schützt er die Knorpel vor dem Austrocknen und begünstigt deren Elastizität. Über-

Collagen ist eine faserförmige Verbindung, die Knorpel, Bändern, Sehnen und Knochen Festigkeit und Elastizität verleiht. Der dämpfende Teil des Gelenks sowie die Bandscheiben bestehen hauptsächlich aus Collagen Typ II. Dieses wirkt wie eine Kittsubs-

tanz, die den Knorpel zusammenhält. Die Gelenksschmiere zählt zu den wichtigsten Komponenten der Gelenksflüssigkeit und verleiht ihr Dickflüssigkeit, wodurch die Reibung reduziert wird und der Knorpel glatt und elastisch bleibt. Last but not least ist MSM (Methylsulfonylmethan) ein Lieferant von biologisch aktivem Schwefel, der für die Bildung von Collagen sowie für die Knorpelfestigkeit zuständig ist. „Aus ernährungsmedizinischer Sicht ist als Unterstützung für die Gelenke auch auf die Zufuhr von Selen, Mangan, Vitamin E und D zu achten“, betont Kompek. Diese optimieren die Wirkung der fünf erwähnten Gelenknährstoffe und schützen vor freien Radikalen.

Gastroenterologie Neues Arzneimittel Picoprep revolutioniert lästige Vorbereitung zur Darmreinigung

20 Millionen Patienten erfolgreich behandelt Wien. Seit 60 Jahren ist das im schwedischen Malmö gegründete biopharmazeutische Unternehmen „Ferring Pharmaceuticals“ führend bei Innovationen natürlich vorkommender menschlicher Peptide, welche unter anderem bei chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Anwendung finden. Bisher galt die Darmreinigung als größte Hürde für die Darmspiegelung. Patienten mussten 3-4 l einer kaum trinkbaren Flüssigkeit zu sich nehmen. Anschließend hatten sie das Problem, diese hohe Flüssigkeitsmenge zu behalten. Häufig verursachten diese Darmreinigungsmittel zusätzlich kolikartige Bauchschmerzen. Damit ist nun Schluss: Vor knapp einem Jahr brachte Ferring mit Picoprep ein neues Darmreinigungsmittel auf den heimischen Markt, das vor Röntgenuntersuchungen, Darmspiegelungen oder chirurgischen Eingriffen verwendet wird. „Mit ‚Picoprep‘ wurde für Patienten die Vorbereitung zur Endoskopie revolutioniert“, betont Michaela Strasser, Senior Produktmanagerin

bei Ferring Arzneimittel. Picoprep ist ein Pulver zur Herstellung einer Lösung, das Natriumpicosulfat enthält – ein darmstimulierendes Abführmittel. Ein weiterer Bestandteil ist Magnesiumcitrat, das durch die Rückhaltung von Flüssigkeit im Darm eine gründliche Darmentleerung- und Reinigung bewirkt. „Picoprep wurde bereits bei über 20 Millionen Patienten in Großbritannien und Kanada erfolgreich einge-

setzt“, so Strasser. Im Vergleich zu Mitbewerber-Produkten bietet Picoprep eine Reihe von Vorteilen: • Die initiale Trinkmenge beträgt nur 2 x 150 ml. Danach können die Patienten auswählen, welche klaren Flüssigkeiten (beispielsweise Suppe oder Apfelsaft) sie anschließend trinken wollen. Die empfohlene Trinkmenge nach jedem Beutel beträgt 2 l, das entspricht einer Flüssigkeitsmenge

© privat

Krcevski-Skvarc weist auf Fortbildungsprogramme der EFIC hin.

Für Michaela Strasser hat Picoprep die Vorbereitung zur Endoskopie revolutioniert.

von 0,25 l pro Stunde. • Picoprep schmeckt erfrischend nach Orange; das fördert die Compliance und trägt zu einer gründlichen Darmreinigung bei. • Die Wirksamkeit und Effektivität ist laut Studien dieselbe wie bei PEG (Polyethylenglycol)-Präparaten oder Phosphosoda. • Einzigartig ist die Zulassung von Picoprep auch für Kinder ab dem 1. Lebensjahr. • Laut Studien ist Picoprep sehr gut verträglich und verursacht signifikant weniger Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe als vergleichbare Produkte. Nach Einnahme von Picoprep haben die Patienten einen sauberen Darm, es sind keine weiteren, kostspieligen Untersuchungen notwendig. Picoprep erleichtert die Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen, die dafür sorgen, dass Polypen oder Karzinome frühzeitig entdeckt werden. „Picoprep ist in Kanada und Großbritannien seit vielen Jahren erfolgreich und sogar Marktführer. Im Sinne unserer Patienten hoffen wir das auch für Österreich“, so Strasser. (ms)


MED I Z I N: R E C HT

Freitag, 30. September 2011

healtheconomy – 25

SHORT

Serie Teil 1: Fßr Medizinprodukte gelten spezielle Haftungsbestimmungen, erklärt Expertin Monika Ploier

Haftung bei Prothesen

Info-Nachmittag zu Pharmakovigilanz

Keine Haftung, wenn Fehler im neuen Produkt wissenschaftlich nicht erkannt werden konnten. Wien. Mitte des Jahres machte eine RĂźckrufaktion bei HĂźftprothesen in einigen europäischen Ländern die Runde durch die Medien. Es gab auch Patienten, bei denen Wiedereingriffe nĂśtig waren, da diese unter groĂ&#x;en Schmerzen litten. Ob dies direkt mit Herstellungsfehlern des Produkts zusammenhängt, konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden. „Solche und ähnliche Prothesen gelten nach dem Gesetz als Medizinprodukte – hier gelten spezielle Haftungsbestimmungen“, erklärt Monika Ploier, Spezialistin fĂźr Medizinrecht bei der Anwaltskanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz. Der Hersteller haftet fĂźr Fehler des Produkts, durch die ein Mensch getĂśtet bzw. verletzt wurde oder wo etwa chronische Schmerzen nach der Behandlung auftraten. Keine Haftung gilt, wenn die Prothese neu auf den Markt gekommen ist, Fehler nach dem Stand der Wissenschaft und Technik aber nicht erkannt werden konnten. Tritt ein Fehler am Produkt auf, spielt es keine Rolle, ob der Hersteller daran Schuld hat oder nicht – hier gilt also eine verschuldensunabhängige Haftung. Die behandelnden Ă„rzte, die Spitäler oder deren Träger haften nur dann, wenn sie sich zum Beispiel nicht an die empfohlene Vorgehensweise des Herstellers beim Implantieren hal-

Š David Sailer

CHRISTIAN F. FREISLEBEN-TEUTSCHER

Geschädigter hat mehr als nur das Recht auf Schmerzensgeld, sagt Monika Ploier.

ten oder nicht kompatible Medizinprodukte verwenden. Der Geschädigte hat im Fall des Falles nicht nur Anspruch auf Schmerzensgeld, sondern auch auf Erstattung von Behandlungsund Heilungskosten, Pflegekosten, Verdienstentgang, Verunstaltungsentschädigung „sowie unter Umständen auch sonstige Kosten, die wegen vermehrter BedĂźrfnisse aufgrund des eingetretenen Schadensfalls entstanden sind“.

Beim Schmerzensgeld, ergänzt Ploier, werden grundsätzlich sowohl kÜrperliche als auch seelische Schmerzen berßcksichtigt. Bei der Berechnung der Tagessätze wird zwischen leichten, mittleren und schweren Schmerzen unterschieden. Diese – nach Intensität der Schmerzen unterschiedlichen – Tagessätze werden mit der Dauer der Schmerzen in Tagen multipliziert. Ploier betont, dass, wenn bei einem Patienten Beschwerden

aufgrund einer Implantation eintreten, „dieser mĂśglichst umgehend seine behandelnden Ă„rzte informieren sollte. Es ist dann an diesen, entsprechende Untersuchungen durchzufĂźhren, ob das Implantat ordnungsgemäĂ&#x; ‚sitzt‘ oder ob es mĂśgliche Unverträglichkeiten gibt.“ Im Falle des RĂźckrufs eines Implantats ist den Patienten ebenfalls zu raten, sich mit den behandelnden Ă„rzten in Verbindung zu setzen, da diese normalerweise erforderliche Informationen von den Herstellerfirmen bekommen. Im Juli beschloss der Nationalrat, dass es kĂźnftig ein zentrales HĂźftendoprothesen-Register geben soll. In diesem sollen Langzeitergebnisse im Bezug auf die Ergebnisqualität in diesem Feld dokumentiert werden. Der Nationalrat beauftragte das Gesundheitsministerium auch, zu prĂźfen, ob andere Prothesen, vor allem im Kniebereich, in dieses Register einflieĂ&#x;en sollen. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es Implantatregister seit sechs Jahren, in dem unter anderem auch allergische Reaktionen dokumentiert werden. In der Schweiz läuft ein Pilotprojekt, das Register soll ab nächsten Jahr umgesetzt werden. Auch hier geht es um ein FrĂźhwarnsystem bei Versagen von Implantaten, die Erhebung von Komplikationen und Langzeitresultate – weiters werden Ergebnisse verschiedener Produkte und Spitäler verglichen.

Wien. Die AGES PharmMed lädt am 6. Oktober von 14 bis 16 Uhr zu einem Informationsgespräch mit dem Thema „Pharmakovigilanz-Gesetzgebung neu: ein Update“. Die Themen unter anderem: „Implementierung – quo vadis?â€?, „PSURRMP-PASS: ein Ăœberblickâ€?. Veranstaltungsort ist der Vortragssaal A/E.51, im Haus der AGES in der SpargelfeldstraĂ&#x;e 191, 1220 Wien. Die Teilnahme ist kostenlos, die Veranstalter ersuchen jedoch um verbindliche Anmeldung per E-Mail an akademie@ages.at oder unter www.basg.at (be)

Plastische Chirurgie: Reaktion auf Novelle Wien. Die Ă–sterreichische Gesellschaft fĂźr Plastische, Ă„sthetische und Rekonstruktive Chirurgie (Ă–GPĂ„RC) begrĂźĂ&#x;t die Pläne von Gesundheitsminister StĂśger fĂźr eine Verschärfung der gesetzlichen Regelung in Sachen SchĂśnheitschirurgie. Derzeit darf jeder Arzt derartige Eingriffe vornehmen – selbst, wenn er keine entsprechende Ausbildung hat. Helmut Hoflehner, Präsident der Ă–GPĂ„RC, fordert, dass nur Experten berechtigt sein sollten, Operationen dieser Art durchzufĂźhren; zu ihnen gehĂśren demnach u.a. Fachärzte fĂźr Plastische, Ă„sthetische und Rekonstruktive Chirurgie. (be)

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ME N S C HE N & KA R R I E R EN

26 – healtheconomy

SHORT

Freitag, 30. September 2011

Businesstalk Am „Healthcare Day 2011“ diskutierten Experten über die Effizienz in der Supply Chain

Lücken schließen

Wettbewerb: Beste Arbeitgeber Österreich

Wien. Über 100 Interessierte besuchten den erstmals stattfindenden „Healthcare Day“ zum Thema „Effizienz in der Supply Chain – lückenlos durch das Gesundheitswesen“. An diesem Tag erörterten Experten, wie es mit der praktischen Umsetzung von Effizienz und Transparenz im Gesundheitswesen aussieht. An einen Tisch brachte sie das Standardisierungsunternehmen GS1 Austria, das in die Aula der Wissenschaften in Wien lud.

Rotes Kreuz/APA-Fotoservice/Schedl

Gesundheitsforum in Bad Hofgastein

Einheitliche Regeln fehlen

U. Kreysa geht bezüglich Standards von einer EU-weiten Regelung bis 2016 aus.

Die Rahmenbedingungen, medizinische Produkte lückenlos vom Hersteller zum Patienten verfolgbar zu machen, sind da. Was in den meisten Ländern fehlt, sind einheitliche Regelungen. Offen sind zudem Fragen zu den Kosten, wie:

Rechnet sich ein standardisierter Warenfluss für die Wirtschaft? „Hersteller sehen Vorteile, sonst würden es große Firmen nicht bereits machen“, sagte Ulrike Kreysa, Healthcare-Director im GS1 Global Office. Kreysa verwies zudem auf

Tagung Die 12. Wiener Frauengesundheitstage

Seminar Nichtrauchercamp für Suchtmüde

Freier Eintritt bei der „fem vital“

Eine Zukunft ohne Zigarette

Wien. Am 8. und 9. Oktober finden im Rathaus die Wiener Frauengesundheitstage statt. Wie jedes Jahr sind Frauen aller Altersstufen

Wien. Aktuelle Erkenntnisse der Hirnforschung, Neurobiologie und Suchtforschung, Hypnose, Akupulsur und Persönlichkeitsentwicklung sind die Werkzeuge, mit denen Arzt und Trainer Johannes Zeibig arbeitet, um den Menschen das Rauchen abzugewöhnen und sie dabei unterstützt, angenehmere und gesunde Verhaltensmuster zu entwickeln. Die Methode verspricht Erfolg: Durchschnittlich sind etwa 50% der Teilnehmer noch nach einem Jahr nachhaltig rauchfrei, 50% haben ihren Tabakkonsum deutlich reduziert, weiß der Trainer.

© Hans Labler

Auch Gesundheitsminister Alois Stöger hat sich angekündigt.

Bad Hofgastein. Vom 5. bis 8. Oktober tagt das diesjährige „European Health Forum“ im Salzburger Bad Hofgastein unter dem Motto „Innovation und Wellbeing – Europas Gesundheit in 2020 und darüber hinaus“. Geplante Themen sind unter anderem Migration und Gesundheit, Spar- und Effizienzpotenziale in den Gesundheitssystemen, „Zivilisationerkrankungen“ und Personalisierte Medizin. (um)

Auch Bauchtanz gehört für die Stadt Wien zum frauenrelevanten Angebot.

eingeladen, sich über die körperlichen, psychischen, sozialen und ökonomischen Aspekte eines gesunden Lebens zu informieren. Die Besucherinnen können Gesundheits-Checks in Anspruch nehmen, verschiedene Schnupperkurse rund um die Bewegung ausprobieren und sich bei Vorträgen und Diskussionensrunden zu den Themen Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensgestaltung informieren. Die Themen reichen von Patchwork-Familien oder unerfüllten Kinderwunsch über Schutzimpfungen bis zu Essstörungen. Die Beratungen finden in verschiedenen Sprachen statt, ein Programmschwerpunkt für gehörlose und blinde Menschen steht ebenso auf dem Programm wie abwechslungsreiche Unterhaltung. (um)

BUCH-TIPP

I. Windisch, W. Frank: Der Präventionseuro. Kosten und Nutzen von Präventionsmaßnahmen bei Diabetes mellitus Typ II.

Zeibig begleitet Mitarbeiter aus Unternehmen, aber auch Privat-

Die Methode von Johannes Zeibig verspricht Freiheit von der Sucht.

Roswitha Zink Equotherapie bei e.motion Roswit

© e.motion – Equotherapie apie

Früh Früherkennung und Prävention Diabetes II, der sogenannte Altersdiabetes, ist zu einer Altersdi Alte welt weltweit verbreiteten Massenerkrankung geworden, die Anzahl kran der Erkrankungen steigt rasant an. Viele diabetesbedingte Folg Folgeerkankungen und damit verb verbundenen Gesundheitsausgaben lassen sich durch ausg Ange Angebote zur Früherkennung und Prävention des Typ II-Diabete vermeiden. „Wir müssen betes heut in die Prävention von heute Diab Diabetes investieren, um das Gesu Gesundheitssystem morgen noch mit gleicher Qualität aufrecht erhalten zu können“, aufr sind die Autoren von „Der Präv Präventionseuro“ überzeugt. Ziel dieses Buchprojekts ist es, sämtliche Verantwortlich wiederholt auf das lichen Them aufmerksam zu machen mach und ihnen ein Instrument Thema in die Hand zu geben, das beweist, dass sich langfristige Investitionen in diesem Bereich lohnen. Das Buch kann unter: www.derpraeventionseuro.at kostenlos bestellt werden.

Unternehmerischer Ansatz

personen. Das nächste Nichtraucher-Camp findet von 18. bis 20. November statt. http://www.level3.at/nichtrauchercamp (um)

MENSCHEN, ÜBER DIE MAN SPRICHT MENSCH

© Isabella Gazar

© sanofi-aventis

dass keine Fälschungen in den Binnenmarkt kommen. Die Herstellung von Fälschungen im Ausland können wir nicht verhindern.“ Wobei die Möglichkeiten über den nationalen Grenzen handeln zu können, gewachsen seien. ELGA-Geschäftsführerin Susanne Herbek betonte, dass auch die elektronische Gesundheitsakte helfen kann, den Warenfluss transparenter zu machen: „ELGA kann einen Bezug zum Patienten herstellen und aufzeigen, was mit ihnen passiert.“ Herbek rechnet, dass die Gesundheitsakte 2013 zumindest teilweise am Markt sein wird. GS1-Managerin Kreysa zeigte sich bezüglich einheitlicher Standards ebenfalls optimistisch: Trotz der großen Aufgabe für kleinere Firmen geht sie von einer EU-weiten Regelung bis 2016 aus. „Wir fangen nicht bei null an, viele Voraussetzungen sind schon geschaffen.“

© sxc/Cezar Perelles

Wien. Zum zehnten Mal veranstaltet Great Place to Work Österreich den BenchmarkingBewerb, bei dem „Österreichs beste Arbeitgeber“ eruiert werden. Wie die Statistiken von Great Place to Work in den vergangenen Jahren gezeigt haben, ist ein gutes Arbeitsklima, das von Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness und Teamgeist gekennzeichnet ist, auch eine gute Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. (um)

Nachteile für Firmen, die nicht mitziehen, wie etwa mögliche Image-Einbußen. Corinna Martin, Referentin des Fachverbands der chemischen Industrie Österreichs, ortete „völlig divergierende Meinungen zwischen großen Unternehmen und Kleinund Mittelbetrieben“. Für KMU sieht sie sehr wohl finanzielle Herausforderungen. „Wie kann eine Lösung für alle aussehen?“, fragte Martin während der Podiumsdiskussion in die Runde. Auch Philipp Lindinger von der Austromed sprach die Diskrepanz zwischen globalen Playern und kleineren Herstellern an. „Es gibt unterschiedliche Strukturen in Unternehmen. Die KMU verhalten sich derzeit noch abwartend“, so der Austromed-Geschäftsführer. Hannes Würkner, Inspektor der AGES PharmMed, definierte das Ziel beim Kampf gegen Arzneimittelfälschungen: „Es geht darum,

Wien. 560 kg, zottiges Fell und eine weiche Nase tragen Kinder mit traumati matischen Erlebnissen zurück in ein glückliches Leben: Der Verein e.mo e.motion bietet unter der Leitung von Roswitha Zink die sogenannEquotherapie an, eine Therapie mit beziehungsweise auf dem te E Pfer Pferd, bei der Pferde unter kompetenter Führung ihre besonderen körpersprachlichen Fähigkeiten einsetzen, um Menschen zu helfen. helf Zielgruppe sind Kinder, die durch schwere Lebensbedingungen aus der Bahn geworfen werden. Zahlreiche Therapeutinnen, Reitwarte wart und Pferdebetreuer bilden das engagierte Team – zusammen mit Pferden, Hunden, Schafen, Kaninchen und Meerschweinchen.

VE R E N A L EH N HA RT, MA R K ETI N G , I M SB

ISABELLA GAZAR, APOTHEKERIN, TIBETISCHE MEDIZIN

Die Wiener Apothekerin Isabella Gazar war im tibetischen Exil in Indien und hat dort nach den Ursprüngen der Tibetischen Medizin gesucht. Zu ihren Recherchen gehörte die Konsultation des ehemaligen Leibarztes des Dalai Lama ebenso wie die Verfolgung des Weges eines Granatapfels von Asien bis in die Schweiz. Die Apothekerin hat das gesammelte Wissen und ihre Reiseerzählungen in einem Online-Tagebuch festgehalten (www.tibetischespuren.at).

Seit Februar ist Verena Lehnhart beim IMSB Austria, dem Institut für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung, im Olympia Zentrum Südstadt in Niederösterreich tätig und für das gesamte Marketing in den Bereichen Gesundheitsmanagement und Leistungssport verantwortlich. Außerdem koordiniert sie die Pressearbeit des IMSB und soll neue Impulse bei Event-Kooperationen und Sponsoring setzen. Im Herbst wird die Homepage des IMSB neu gestaltet.

© Timon Szalai

Erich Lamingers Great Place to Work verleiht wieder begehrte Preise.

© GS1 Austria/Schweinester

RICHARD SOLDER

© IMSB

© Hauptverband d. österr. SVT

Fachvorträge, Praxisberichte und Podiumsdiskussion als Highlights des Tages.

C HR I S TI N A S CH N I TZL E R , VO R STA N D G5 E

Christina Schnitzler ist Bestsellerautorin und Gründungs- und Vorstandsmitglied der „g5e“ – Gesellschaft für Ernährung nach den Fünf Elementen. Die Ernährungsberaterin kombiniert das Metabolic Balance-Konzept mit verschiedenen Stoffwechseltypen mit Traditioneller Chinesischer Medizin. Aktuell feiert sie ihr zehnjähriges Firmenjubiläum. 2012 ist nach dem Motto „Genuss & Wohlbefinden“ eine Kooperation mit dem österreichischen Starkoch Toni Mörwald gepant.

medianet health:economy  

healtheconomy - die wöchentliche Berichterstattung über die Gesundheitswirtschaft - jeden Freitag in der Wirtschaftsfachtageszeitung mediane...