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Freitag, 27. September 2013 – 47

healtheconomy WEIL SICHERHEIT EINE FRAGE PERFEKTER HYGIENE IST.

Innovativer Textilservice

AUVA und SVA forcieren Präventionsangebote

© APA/Roland Schlager

short

© EPA

Datenleck Zwischen 2006 und Mitte 2011 soll es, wie nun bekannt wurde, einen massiven Hackerangriff auf einen Apotheken-Software-Server des Österreichischen Apotheker-Verlages gegeben haben. Durch die kriminellen Machenschaften dürften zumindest Daten von sechs Apotheken „abhanden“ gekommen sein, gab der Verlag bekannt. Es soll sich um 27 Mio. Datensätze mit 2.000 Patientennamen und 14.000 Verkaufsdaten handeln. Apothekerkammer und Verlagen haben umgehend die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Seite 48

© Katharina Schiffl; SVA; Montage: B. Schmid

Pharmanews Merck Serono hat seine neueste Innovation zur Behandlung von Wachstumshormonmangel vorgestellt. Novartis wiederum kämpft gegen Bestechungsvorwürfe in China an und der deutsche Pharmahersteller Stada setzt verstärkt auf rezeptfreie Markenprodukte und auf den osteuropäischen Markt. Der Grund: Das Geschäft mit Generika wird unter dem Druck der Krankenkassen schwieriger. Die Mitarbeiter in der Kunststoff-Sparte des Chemie- und Pharmakonzern Bayer müssen hingegen um ihre Jobs zittern. Insgesamt 700 Stellen sollen gestrichen werden. Seite 50

Vorsorge Unfallversicherungschefin Renate Römer will Beschäftigte besser schützen und im Fall von Unfällen und Erkrankungen wieder fit machen. SVA-Vize Peter McDonald startet Vorsorgeinitiative für Kinder von Selbstständigen.  Seiten 48/49 Veranstaltung Genetiker Hengstschläger bei PLA

inhalt

Kampf gegen „Durchschnittsfalle“

Healthcare > Kommentar: Bleibt Stöger Gesundheitsminister?  48 > Debatte über Migration und Gesundheit  52

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Medizintechnik und eHealth > 3M lud Dentalexperten zur Infoveranstaltung  51 > GS1 bringt neue Standards für Krankenhäuser  51 > Medizintechnik-Treffen in Graz und Luzern  51 > Neuer Streit um Brustkrebsscreening  51

© Pharma Logistik/Christian Husar

Pharmareport und Lifescience > Institut Allergosan wirbt mit Sportlern 

PLA-Geschäftsführer Huemer lud ­Genetiker Hengstschläger zum Talk.

Wien. Bereits zum vierten Mal lud Pharma Logistik Austria zu ihrer jährlichen Veranstaltung in die Wiener Eventlocation Wolke 21, wo heuer Markus Hengstschläger, Vorstand des Instituts für medizinische Genetik an der Med-Uni Wien, einen Vortrag über Innovationspotenziale und die Gefahren der Orientierung am Mittelmaß hielt. In Anwesenheit von Meinungsbildnern und zahlreichen Vertretern aus der Pharmabranche warnte Markus Hengstschläger, Buchautor „Die Durchschnittsfalle“, auch vor Durchschnittlichkeit in der Gesundheitspolitik und wirtschaft . Seite 50

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H E a lt h : c a re

48 – healtheconomy

Kommentar

Bleibt der Minister?

Freitag, 27. September 2013

Vorsorge „Präventions-Charta Österreich“ soll Überblick über Angebote, Initiativen und Begriffsklärung bringen

AUVA-Obfrau will genaue Definition von Prävention Die Unfallversicherung selbst ist in verschiedenen Bereichen vorbeugend aktiv (siehe Kasten unten). Neben Unfällen ist die Versicherung auch zuständig für eine Reihe von arbeitsbedingten Erkrankungen. Derzeit gibt es auch Gespräche, diesen Katalog auszuweiten. Allerdings sei das nicht einfach, betont Römer. „Wir schauen uns gerade auch an, wie das in anderen Ländern geregelt ist. Wichtig ist ja dann auch, dass die Überprüfung der Zuerkennung sehr aufwendig sein kann.“ Wo berufsbedingte Erkrankungen zunehmen, müsse man sich das aber sehr genau ansehen. Ziel sei in jedem Fall bei allen Aktivitäten – auch der Rehabilitation, die die AUVA für Unfälle anbietet –, die Arbeitsfähigkeit der Menschen aufrechtzuerhalten oder diese wiederherzustellen. Ab 2014 gibt es etwa keine Invaliditätspension ohne einer versuchten Rehabilitation im Vorfeld. Zudem wurde mit der Pensionsversicherungsanstalt die Initiative „Fit to Work“ ins Leben gerufen, die eine Rückkehr ins Arbeitsleben verbessern soll. Römer: „Es ist sinnvoller, vorher zu investieren, als später lange Pensionen zahlen zu müssen.“ Es sei aber auch für die Menschen selbst sinnstiftender, wenn sie zurück ins Arbeitsleben geholt werden und arbeiten können. Im Bereich der sieben eigenen Unfallkrankenhäuser laufen im Zuge der Gesundheitsreform derzeit auch regionale Kooperationsaktivitäten und Gespräche. So soll es etwa eigene Traumanetzwerke geben. Jeder solle das anbieten, wo seine Stärken sind, damit Doppelgleisigkeiten vermieden werden. „Dadurch wird sich in der Gesundheitslandschaft einiges ändern“, sagt Römer.

Martin RÜmmele

Martin Rümmele

I

n den vergangenen Wochen hielt sich ein Gerücht hartnäckig im Gesundheitswesen: Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) werde nach der Wahl aus der Regierung ausscheiden und möglicherweise in seiner Heimat Oberösterreich die Führung der neuen Medizinuni übernehmen. Das Gesundheitsministerium wiederum soll mit dem Sozialministerium zusammengelegt werden. Nun war Stöger von Beginn an in der eigenen Partei nicht unbedingt beliebt. Nach dem Schnüren des Kassensparpakets zu Beginn der Legislaturperiode galt er als Ablösekandidat. Das hat sich aber geändert. Stöger – im Gegensatz zu seiner Vorgängerin Andrea Kdolsky ein ruhiger Arbeiter – hat sich mit der Reform und Sanierung der Kassen profiliert. Das kam an. In Umfragen mauserte er sich zum beliebtesten Gesundheitsminister der vergangenen Jahre. Die Menschen wollen nämlich zwei Dinge im Gesundheitswesen: eine Erhaltung des Systems – also Stabilität – und unaufgeregtes Arbeiten. Inhaltlich macht allerdings ein Zusammenführen etwa der Pflegekompetenzen mit jenen des Gesundheitsbereichs Sinn. Gleichzeitig wird im System auch darüber diskutiert, über Ursachen für Erkrankungen zu reden – etwa im Bereich der Umwelt. Was spricht also gegen einen Gesundheits- und Umweltminister Stöger?

GRAFIK DER WOCHE ALZHEIMER Nervenzellen Alzheimer normal ■ ▲

Wien. Bisher hat Österreich nur einen minimalen Anteil der öffentlichen Gesundheitsausgaben in Prävention und Gesundheitsvorsorge investiert. Die „Landschaft“ der Initiativen ist durch die vielen Träger – Bund, Bundesländer, Gemeinden, Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung – ausgesprochen zersplittert. Das soll sich mit der „Präventions-Charta Österreich“, welche die Unfallversicherung (AUVA) auf die Schiene bringen will, ändern.

Überblick bis Jänner 2014 Im Rahmen dieser PräventionsCharta Österreich sollen bis Ende Jänner kommenden Jahres alle auf diesem Gebiet tätigen Institutionen ihre Aktivitäten melden. Gleichzeitig soll es zu einer besseren Definition von Prävention und Gesundheitsförderung in der Legistik kommen, um Aufgaben besser verteilen zu können, erklärt AUVA-Obfrau Renate Römer im healtheconomy-Interview. Als Nächstes soll ein Zielkatalog erstellt werden, was bis zum Jahr 2020 erreicht werden muss: „Ohne Zielformulierung gibt es keinen Weg.“ Das Begriffsverständnis soll als Zusatz zur Gesundheitsreform dienen, in der zusätzlich 150 Mio. € für Prävention budgetiert wurden. Ziel ist dabei, dass die Österreicherinnen und Österreicher mehr Jahre in Gesundheit vor sich haben. „Damit wir länger gesund bleiben, ist es so wichtig, dass wir uns zuerst einigen, über was wir überhaupt sprechen“, sagt Römer. Laut offiziellen Statistiken der OECD verbringen wir durchschnittlich 20 Jahre in Krankheit und liegen damit im letzten Drittel der EU.

2. Fibrillen ■ (unauflösliche, gedrehte Fasern) in den Zellen Symptome Vergesslichkeit, gestörte Orientierung und Zeitgefühl, Sprachstörungen, Angehörige und Freunde werden nicht mehr erkannt, verändertes Verhalten Quelle: APA; Grafik: APA/Raimund Appl

Präventionshilfe Im Zuge der Kampagne gegen berufsbedingte Hauterkrankungen hat sich die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) nun speziell die Coiffeur-Zunft vorgenommen. Mit einem Erkrankungsanteil von 27% nehme diese Berufsgruppe einen unerfreulichen Spitzenplatz sein, hieß es vergangene Woche beim Kampagnenstart in Graz. Erreicht werden sollen vor allem Lehrlinge. Handschuhe, Cremen und Beratung gibt es gratis. Mit dem österreichweiten Präventionsschwerpunkt „Start!klar – hautnah an der Schönheit“ will die AUVA das Risiko senken, dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Friseurgewerbe ihren Berufsalltag nicht mit heiler Haut überstehen. Das Problembewusstsein soll geschärft werden, und zwar ausgehend von

den Lehrbetrieben und Berufsschulen. Wie es hieß, treten 55% der unter „Friseurekzem“ zusammengefassten Erkrankungen bereits im ersten Lehrjahr auf. Häufig hat eine solche Erkrankung für die jungen Menschen zur Folge, dass sie ihren Beruf aufgeben und umgeschult werden müssen. Wie AUVA-Obfrau Renate Römer sagte, richte sich der Präventionsschwerpunkt besonders an junge Menschen, die ihr ganzes Berufsleben noch vor sich haben. Friseurlehrlinge erhalten – vertrieben über ihre Lehrbetriebe – ein kostenloses Starter-Set, das eine nickelfreie Schere, Carbon-Haarschneidekamm, Hautschutz- und Pflegecremen sowie Einmalhandschuhe enthält. Den Friseurberufsschulen werden Hilfmittel zur Verfügung gestellt.

Massives Datenleck bei den Apotheken Wien. Zwischen 2006 und Mitte 2011 soll es, wie nun bekannt wurde, einen massiven Hackerangriff auf einen Apotheken-Software-Server des Österreichischen Apotheker-Verlages gegeben haben. Dies teilte der Verlag Mittwochnachmittag in einer Aussendung mit. Durch die kriminellen Machenschaften dürften zumindest Daten von sechs Apotheken „abhanden“ gekommen sein. Es soll sich um 27 Mio. Datensätze mit 2.000 Patientennamen und 14.000 Verkaufsdaten handeln.

steht im Eigentum des Österreichischen Apotheker-Verlages, der führender Software-Anbieter im Apothekensektor ist. Eigentürmer sind zu jeweils 50% die Verbände der selbstständigen und der angestellten Apotheker. Der Hintergrund, so Traxler: „Aus dem Server, den wir aus Sicherheitsgründen nicht einmal im eigenen Haus stehen haben, wurden Daten von Apotheken analy-

Der Apotheker-Verlag wurde erst durch Recherchen des Nachrichtenmagazins News darauf aufmerksam, dem eine Festplatte zugespielt wurde. „Der illegale Zugriff dürfte zwischen 2006 und Mitte 2011 erfolgt sein. Dann haben wir die Sicherheitsvorkehrungen geändert, der Täter schaffte es offenbar nicht mehr, an die Daten heranzukommen“, sagte Martin Traxler, Geschäftsführer des Österreichischen ApothekerVerlages. Der betroffene Server

© APA/Roland Schlager

1. Ablagerungen ▲ (Plaques) zwischen den Nervenzellen

AUVA-Obfrau Renate Römer will Prävention und Rehabilitation ausbauen.

Datenschutz Hacker knackten 27 Millionen Datensätze und 14.000 Verkaufsdaten von mehr als 2.000 Patienten

Zugriff über fünf Jahre Typische Veränderungen im Gehirn

© AUVA

Rehabilitation nach Erkrankungen und Unfällen soll helfen, Invaliditätspensionen zu reduzieren.

Mitten ins Wahlkampffinale platzt ein neuer Skandal um Gesundheitsdaten.

siert, bei denen es Probleme mit unserer Software gegeben hatte. Ebenso wurden dort Daten bearbeitet, wenn eine Apotheke als neuer Kunde von unserer Software dazukam, und die Daten aus einer alten Software übertragen werden sollten. Nach diesen Arbeiten wurden sie jeweils wieder gelöscht.“ Die Apotheken waren in den illegalen Angriff nicht involviert, sie hätten völlig korrekt gehandelt. „Wir können aufgrund der vorliegenden Daten aus inzwischen sechs Apotheken mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Daten von unserem Server durch illegalen Zugriff von außen gestohlen wurden“, so der Verlags-Geschäftsführer. Im Prinzip seien auf dem Computer Daten von bis zu 50 Apotheken vorübergehend vorhanden gewesen. Auf die Misere war der Verlag, wie erwähnt, über Recherchen von News gestoßen. So konnte – laut Traxler – das Medium genau nachfragen, ob namentlich bekannte Patienten an einem bestimmten Tag in den betroffenen Apotheken Arzneimittel erstanden hätten. Die

Daten ließen sich Hunderten Kunden zuordnen, hieß es in einer Aussendung des Magazins. Aufgrund des dringenden Tatverdachts haben der Apotheker-Verlag und die Österreichische Apothekerkammer sofort Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. „Für die Österreichische Apothekerkammer als Körperschaft öffentlichen Rechts stehen Datenschutz und Datensicherheit an oberster Stelle; wir werden alles daran setzen, dass dieser illegale Hackerangriff lückenlos und rasch aufgeklärt wird“, erklärte Max Wellan, Präsident der Kammer.

Debatte über Weiterleitung Das Software-System des Verlages wird von 540 der 1.300 öffentlichen Apotheken in Österreich verwendet. Mit der Ende August ihn Deutschland und in Österreich ins Rollen gekommenen Debatte über die Weiterleitung anonymisierter Patientendaten von Ärzten an das Pharma-Marktforschungsinstitut IMS hat die aktuelle Angelegenheit nichts zu tun. (APA/iks)


H E A LT H : C A R E

Freitag, 27. September 2013

healtheconomy – 49

Interview SVA-Vizeobmann Peter McDonald ortet Defizite im Gesundheitswesen und wünscht Bonusmodelle auch in den Gebietskrankenkassen

„Nachholbedarf in der Politik“ SVA der gewerblichen Wirtschaft startet nächste Woche Vorsorgeprogramm für Kinder und Jugendliche. healtheconomy: Die SVA hat gerade eine positive Bilanz ihres Vorsorgeprogramms ‚Selbstständig Gesund‘ gezogen, bei dem sich Selbstständige mit Vorsorgeprogrammen den Selbstbehalt halbieren können. Was kommt als Nächstes? Peter McDonald: Wir hatten eine Steigerung in der Vorsorge bei 40 Prozent. Das Thema Prävention ist derzeit in aller Munde. Während viele andere noch von Prävention sprechen und Initiativen planen, haben wir die SVA von der Krankenkasse zur Gesundheitskasse gewandelt und das Programm in den Regelbetrieb eingeführt. Jetzt wollen wir eine Vorsorgelücke mit dem Gesundheits-Check Junior schließen und den Bereich Prävention auch für Kinder und Jugendliche ausbauen.

Vorsorge Neue Initiative

Bewegungsidee Klagenfurt. SVA, Sportunion und Ärztekammer haben in Kärnten das neue Bewegungsprogramm „Wir bewegen Kärnten“ vorgestellt. Ziel der Bewegungs-Initiative sei es, regelmäßige Bewegung in den Alltag einzubauen. Dass Bewegung wichtig ist für die Gesundheit, aber auch, um klassischen Zivilisationskrankheiten frühzeitig vorzubeugen, sind sich Rudolf Gross, SVA, Ulrich Zafoschnig, Sportunion, und Josef Huber von der Ärztekammer Kärnten einig. „Solche Krankheiten sind oftmals die Folge eines bestimmten Lebensstils“, erklärt SVAVorstandsmitglied Gross. Deshalb sei es besonders wichtig, dass sich jeder einzelne eigenverantwortlich für die eigene Gesundheit engagiert. „Wir dürfen nicht erst reagieren, wenn wir bereits krank sind.“

Kassenbeiträge Initiative

SVA-Urteil

Wien. Kleinstunternehmer sehen sich gegenüber schlecht verdienenden Angestellten diskriminiert, weil sie zwar hohe Sozialversicherungsbeiträge bezahlen müssen, aber nicht mit kollektivvertraglich gesicherten Mindesteinkommen rechnen können. Diese Ungleichbehandlung hat die Initiative „Amici delle SVA“ mit Unterstützung des Rechtsanwalts Georg Zanger beim Verfassungsgericht angefochten. Weil der Antrag abgewiesen wurde, sieht man die Ungleichbehandlung nun „amtlich bestätigt“ und pocht auf eine Gesetzesänderung. Stein des Anstoßes ist der Mindestbeitrag, den auch Kleinstunternehmer bei der SVA zahlen müssen. Das führt dazu, dass gerade schlecht verdienende Ein-Personen-Unternehmer einen deutlich höheren Anteil ihres Einkommens an die Krankenkasse abliefern müssen als Besserverdiener. „Amici“-Sprecher Werner Brix fordert daher die Senkung des Mindestbeitrags von 572,97 € pro Quartal. Finanziert werden könnte das aus seiner Sicht durch eine leichte Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage für Besserverdiener. (iks)

healtheconomy: Inwiefern? McDonald: Vorbeugung beginnt in Wahrheit im Kindergarten und in der Schule. Allerdings enden die Programme mit dem Mutter-KindPass mit dem 6. Geburtstag. Bis auf die schulärztliche Untersuchung gibt es für Kinder und Jugendliche keine Vorsorguntersuchungen. Bei der SVA sind 130.000 Kinder von Selbstständigen mitversichert. Ab Oktober können die 6- bis 17-Jährigen eine kostenlose, speziell auf das Alter angepasste Gesundenuntersuchung in Anspruch nehmen. Konkret gibt es einen Check für Kinder von 6 bis 11 Jahre und für Jugendliche von 12 bis 17 Jahre.

healtheconomy: Das klingt ambitioniert. McDonald: Zunächst starten wir mit einem Pilotprojekt in Wien und im Burgenland. Allgemeinmediziner und Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde werden die Gesundenuntersuchungen anbieten. Wir lassen das Projekt wissenschaftlich begleiten und nach erfolgreicher Evaluierung ist es durchaus denkbar, die Vorsorgeinitiative auf ganz Österreich auszuweiten. healtheconomy: Auch als Beispiel für andere Kassen? McDonald: Ich kann und will den Gebietskrankenkassen nicht in ihre

Kompetenzen reinreden. Aber unser Bonussystem wäre problemlos eins zu eins auch von den GKKs zu übernehmen. healtheconomy: Die SVA hat einen 20prozentigen Selbstbehalt, die GKKs nicht. Wie soll das gehen? McDonald: Es gibt auch dort Selbstbehalte, etwa bei Heilbehelfen oder mit der Rezeptgebühr bei den Medikamenten. Das brächte sofort mehr Lebensqualität und die Menschen wollen das auch. Das hat etwa auch die jüngste Umfrage der Oekonsult gezeigt, wo sich ein überwiegender Teil für mehr Vorsrogemittel aussprach.

© Land Tirol

Martin Rümmele

SVA-Vize-Obmann Peter McDonald (ÖVP) fordert mehr Vorsorgekonzepte.

2012 2014 2016

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50 – healtheconomy

short

Merck setzt auf innovative Forschung

P h a r m a r epo r t: L i f e s c i e n c e

Freitag, 27. September 2013

Veranstaltung Pharma Logistik Austria lud Genetiker Markus Hengstschläger zur Debatte über Innovationen

Der Kampf gegen die „Durchschnittsfalle“

Wien/Darmstadt. Mercks Biopharma-Tochter, Merck Serono, hat kürzlich seine neueste Innovation zur Behandlung von Wachstumshormonmangel vorgestellt, eine aktualisierte Version des easypod(TM)-Systems (eine Applikationshilfe zur Injektion von rekombinantem humanem Wachstumshormon, die per Bildschirmanzeige genaue Adhärenzdaten liefert). In ein neues Stipendienprogramm – „Grant for Growth Innovation (GGI)“ – inverstiert Merck 400.000 €.

Novartis kämpft gegen Bestechungsvorwurf Basel. Chinas Behörden haben ihren Kampf gegen Korruption im Gesundheitswesen intensiviert. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis wird erneut mit Bestechungsvorwürfen konfrontiert. Die AugenheilTochter Alcon soll einem Zeitungsbericht zufolge Ärzte bestochen haben, um das Geschäft mit künstlichen Linsen anzukurbeln. Novartis will den Vorwürfen genau nachgehen.

© Stada/Rolf Oeser

Stada wächst vor allem in Osteuropa

Grippostad und das hauseigene Viagra-Mittel Sildenafil bringen Cash.

Bad Vilbel. Das Geschäft mit Generika wird unter dem Druck der Krankenkassen schwieriger. Deshalb setzt der deutsche Pharmahersteller Stada verstärkt auf rezeptfreie Markenprodukte und auf den osteuropäischen Markt. In Russland, wo man kaum mit Erstattung durch die Krankenkassen rechnen kann, laufen die Geschäfte mit rezeptfreien Medikamenten gut. Die Umsatzerwartungen für 2015 liegen bei 2,3 Mrd. €, 2012 waren es 1,8 Mrd. €.

Stellenabbau in Bayers Kunststoff-Sparte Leverkusen. Die Mitarbeiter in der Kunststoff-Sparte Material Science des Chemie- und Pharmakonzern Bayer müssen um ihre Arbeitsplätze zittern. Insgesamt 700 Stellen will der Konzern in den nächsten vier Jahren wegen des harten Wettbewerbs auf dem Kunststoffmarkt und der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in China abbauen, in Deutschland seien bis zu 180 Stellen betroffen.

Wien. Bereits zum vierten Mal lud Pharma Logistik Austria zu ihrer jährlichen Veranstaltung in die Wiener Eventlocation Wolke 21, wo heuer Markus Hengstschläger, Vorstand des Instituts für medizinische Genetik an der Medizinischen Universität Wien, einen Vortrag über Innovationspotenziale und die Gefahren der Orientierung am Mittelmaß hielt. In Anwesenheit von Meinungsbildnern und zahlreichen Vertretern aus der Pharmabranche warnte Roland Huemer, Geschäftsführer der Pharma Logistik Austria, auch vor Durchschnittlichkeit in der Gesundheitspolitik und -wirtschaft: „Nichts ist so fatal wie das Streben nach Durchschnittlichkeit.“

Nur Innovation heilt Das Thema des Abends „Die Durchschnittsfalle - Gene, Talente, Chancen“ sei auf den ersten Blick ein gesellschaftspolitisches Thema, doch ließen sich Analogien im Bereich der Gesundheitspolitik und Pharmaindustrie herleiten, betonte Huemer. „Viele streben danach, bestehende Produkte einfach nur zu kopieren, vielleicht etwas länger haltbar zu machen und die Anwendung etwas breiter zu gestalten, im Vertrauen darauf, dass das Vorhandene so schlecht nicht sein wird. Klar ist aber eines: Nur durch die Kraft der Innovation sind ehemals tödliche Krankheiten zu chronischen geworden oder sind heute vielleicht schon heilbar“, erklärte Huemer. In Ermangelung natürlicher Ressourcen müsse Österreich alles daran setzen, vom Innovation-Follower zum Innovation-Leader wie etwa die Schweiz oder Schweden zu werden, betonte der Buchautor

© Pharma Logistik/Christian Husar

Mercks easypod-System optimiert die Informationslage.

Genetiker Markus Hengstschläger diskutierte mit PLA-Geschäftsführer Roland Huemer und Thomas Grassler (v.li.).

Hengstschläger. Die einzige Ressource, über die Österreich verfüge, sei Humankapital, das durch das derzeitige Bildungssystem aber nicht gefördert wird. Hengstschläger beschrieb sein wissenschaftliches Wirkungsfeld folgendermaßen: „Wir Genetiker wollen eine Diagnostik betreiben, um daraus eine Prophylaxe und Therapie abzuleiten.“ Vor allem Patienten von seltenen Erkrankungen, die zu 80% genetisch bedingt sind, würden laut Huemer von dieser Forschung profitieren. Leider gingen die Zulassungen der sogenannte Orphan Drugs, auf die sich Pharma Logistik Austria unter anderem spezialisiert habe, derzeit wieder zurück.

„Die Pharma Logistik Austria hat sich zum Ziel gesetzt, niemals durchschnittlich zu werden. Wir wollen weiter hochwertige Wege gehen und neue Dienstleistungen gestalten. Die Erfolgsgeschichte, die wir schreiben, gibt uns auch recht“, meinte Huemer

200 Mio. Euro Umsatz Heuer, im siebten Jahr des Bestehens des Unternehmens, wird Pharma Logistik Austria die Umsatzgrenze von 200 Mio. € deutlich überschreiten. Laut Huemer konnte sich die Pharma Logistik Austria über großen Kundenzuwachs im vergangenen Jahr freuen. Zurzeit vertrauten 51 Pharmaunterneh-

Forschung Kickbox-Weltmeisterin setzt auf Probiotika „Omni-Biotic-Power“ aus Graz

Institut Allergosan hilft Sportlern Graz. Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, woher Energie und Vitalität kommen. Man hat sie oder eben nicht. Glaubte man. Mittlerweile haben Wissenschafter entdeckt, dass etwa 25% der Energie von den gesunden Bakterien in unserem Darm erzeugt werden. Diese aktiven Helfer in unserem Bauch produzieren sogenannte SCFAs, das sind kurzkettige Fettsäuren, die uns dann für mehr Energie, aber auch für die Denkleistung zur Verfügung stehen. Je mehr Bakterien in unserem Darm leben, umso mehr Vitalität besitzen wir. Ein gesunder 20-Jähriger verfügt über einen Pool von etwa 400 verschiedenen Bakterienarten in seinem Darm. Während manche Stämme nur Milchsäure produzieren, um den pH-Wert im Darm konstant zu erhalten, vernichten andere Bakterien, Pilze und Viren, die nächsten produzieren Vitamine und Enzyme, wieder andere unterstützen die Aktivität des Immunsystems. Durch einen falschen Lebensstil, Medikamente wie Cortison und Antibiotika, aber vor

allem auch durch Entzündungen, wie sie im Darm durch Dauerstress entstehen, werden diese Bakterien im Lauf des Lebens in ihrer Vielfalt jedoch reduziert. In einer Zeit höchster Beanspruchung stehen dann dem Körper zu wenig Vitalstoffe, zu wenig Energielieferanten, aber auch zu wenig Hormone zur Verfügung. Die medizinische Forschung kennt mittlerweile neben der Veränderung des Lebensstils eine zusätzliche Möglichkeit zur Rückgewinnung von Vitalität, nämlich den Einsatz speziell ausgewählter probiotischer Bakterien. Ursprünglich in Studien mit Leistungssportlern entwickelt,

© Allergosan

© EPA

Buchautor Hengstschläger plädiert für Innovationsunterstützung auch im Gesundheitswesen.

empfiehlt sich das Probiotikum „Omni-Biotic-Power“ des Grazer Instituts Allergosan speziell für Menschen, die unter hoher Leistungsanforderung stehen. Die amtierende Kickbox-Weltmeisterin aus Österreich, Nicole Trimmel, weiß über die Problematik Bescheid: „In den intensiven Vorbereitungsphasen vor Wettkämpfen hat alles verrückt gespielt, über die Jahre hinweg hatte ich schon chronische Beschwerden. Es war zum Verzweifeln. Steht man vor einem Fight, ist man sowieso schon angespannt und braucht richtig viel Energie. Ist die Verdauung geschwächt, zehrt das zusätzlich.“ Von ihrem Sportmedizinier wurden ihr dann das Institut Allergosan und seine Produkte empfohlen. „Nach bereits eineinhalb Monaten mit Omnicbiotic Power zeigten sich meine Entzündungswerte, die zuvor erschreckend hoch waren, deutlich gesenkt.“ (red) Institut Allergosan will Amateur- und Profi­ sportler stärken.

men auf die Dienstleistungen von Pharma Logistik Austria: Zu ihnen zählen etwa Novo Nordisk, Pfizer, Novartis, Actelion und Erwo Pharma. Es seien vor allem die Zusatzdienstleistungen, die Pharma Logistik Austria anbietet, die das Unternehmen von der Konkurrenz in der Pharmalogistik differenzierten. Huemer nennt hier etwa die Investition in eine eigene, spezielle Cold Chain-Transportlogistik auf höchstem europäischen Standard sowie das Reportingtool PLA-Analyzer, ein Marketing-, Controllingund Planungstool. Auch im Bereich Pharmakovigilanz und klinische Studien wird entsprechende Unterstützung geboten.  (mv)

Marketing Basketball

Meda Pharma sponsert Sport Wien. Das Pharmaunternehmen Meda Pharma ist mit der apothekenexklusiven Premium-Magnesium-Marke „Magnofit“ auch in dieser Saison Hauptsponsor des Basketballvereins Knights; der entsprechende Vertrag mit dem Burgenländischen Basketballverein wurde von Meda Pharma-Geschäftsführer Günter Cseh um eine weitere Saison verlängert. Vor allem Promotion-Kooperationen mit den Spielern stehen diese Saison wieder auf dem Programm. Mit der Verlängerung der Partnerschaft möchte Meda Pharma den Knights ein stabiles Umfeld bieten, um auch künftig Topleistungen bringen zu können und die Mannschaft noch weiter an die Spitze des österreichischen Basketballs heranzuführen. Das Management der Knights: „Wir freuen uns sehr über diese Vertragsverlängerung. Meda Pharma ist Magnofit einer der wichtigsten Partner für uns. Wir möchten uns im Namen des gesamten Vereines für das Vertrauen und die angenehme und gute Zusammenarbeit bedanken.“ (red)


M e d i z i n t e c h n i k : E- H e a lt h

Freitag, 27. September 2013

healtheconomy – 51

Symposium 3M ESPE lud 160 heimische Zahnspezialisten zum Detal-Symposium in die Burg Perchtoldsdorf

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Von Profis für Profis

Ärztesuche-Portal bietet mehr Information Wien. Das Ärztesuche-Portal www.arztsuche24.at stellt ab sofort zusätzliche Inhalte zur Verfügung. Das Portal wird vom österreichische Medienhaus Herold Business Data in Kooperation mit dem Verlagshaus der Ärzte (Verlag der Österreichischen Ärztekammer) betrieben. Neben Gesundheitseinrichtungen und -angeboten lassen sich die bei der Österreichischen Ärztekammer gelisteten, niedergelassenen Ärzte finden, inklusive Ordinationszeiten, Kassenverträgen, Diplomen und Zusatzausbildungen. Unter der Rubrik „Krankheitsbilder“ werden häufig gesuchte Krankheitsbilder beschrieben.

Zahlreiche internationale Experten zeigten Entwicklungen in Zahnheilkunde und Kieferorthopädie.

Namhafte Redner aus dem Inund Ausland berichteten über ihre Erfahrungen aus Fachbereichen wie restaurative und prothetische Zahnheilkunde, Kieferorthopädie und Mini-Implantate. Besonders im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Labor, ebenso wie betriebswirtschaftliche Aspekte zur Praxisführung. Am ersten Kongresstag zeigte etwa Florian Beuer von der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Ludwig-Maximilians-Universität München auf, was mit vollkeramischen Konzepten auf Zähnen und

Kabarett-Abend Ein Auftritt von Kabarettist Gernot Kulis, bekannt als erfolgreicher Stand-up Comedian und Stimmenimitator, rundete die Veranstaltung ab. (red)

Gerhard Mrak (3M Dental) mit Moderatorin Maria-Theresa Schinnerl.

Produktidentifikation Neuer Standard, um Lücke der Supply Chain-Prozesse in Krankenhäusern zu schließen

© GS1

GS1Healthcare schließt Sicherheitslücke

GS1 Healthcare will die Sicherheit bei Einzelprodukten wie Spritzen erhöhen.

Wien/Brüssel. Medikationsfehler sind eine der Hauptursachen für vermeidbare unerwünschte Ereignisse im Gesundheitswesen. Die Identifikation eines Arzneimittels bis zum Zeitpunkt der Gabe ist daher ein Schlüsselelement für eine sichere Vorgehensweise bei der Verabreichung von Medikamenten im Krankenhaus. Studien haben gezeigt, dass der Gebrauch von Strichcodes auf Medikamenten bis zur Ebene des Einzelstücks die Medikationsfehler um bis zu 41,4% reduzieren kann. Patientennahe Systeme zur Prüfung und Rückverfolgbarkeit basieren auf der effektiven Datenerfassung von medizinischen Produkten auf allen Verpackungsebenen, wann immer sie abgegeben,

verabreicht, verteilt oder angewendet werden. Doch bis heute waren Krankenhäuser mit einer Lücke im System konfrontiert: Es gab keine global harmonisierten Standards zur Identifikation von Produkten auf niedrigeren Verpackungsebenen, wie etwa der einzelne Katheter oder die einzelne Blisterzelle. Eine GS1 Healthcare Arbeitsgruppe, bestehend aus 80 Supply Chain-Experten, stellte sich der Herausforderung, die GS1-Standards im Hinblick auf Klärung und Verwendung zur richtigen Identifikation von Gesundheitsprodukten auf der Ebene des Einzelstücks oder auch „Level Below the Each“ (= Ebene unterhalb der Verkaufseinheit) zu aktualisieren. Dieser neue Standard gibt eine klare und

einheitliche Orientierungshilfe zur Identifikation auf dieser Ebene. Roberto Frontini, Präsident des Europäischen Verbands der Krankenhausapotheker EAHP, gratulierte ebenfalls zu dem Erfolg: „GS1 hatte eine großartige Führungsrolle in der Entwicklung dieses global anwendbaren Standards für die Ebene unter der Verkaufseinheit, der für Hersteller und alle anderen implementierbar ist. Das hilft, bestehende Widerstände zu überwinden und Arzneimittel für Krankenhäuser bis zum Einzelstück strichcodiert zu erhalten.“ Somit biete der Standard eine vielversprechende Zukunft für Patientensicherheit und Verhütung von Medikationsfehlern durch die sich eröffnende Möglichkeit des Bedside-Scanning. (iks)

© Herold Business Data

Tipps zur Praxisführung

Implantaten heute möglich ist. Ein Highlight stellte auch der Vortrag von Ernst (Universität Mainz) dar, der auf die 20 beliebtesten Fehler in der Adhäsivtechnik sehr pointiert einging. Unter den Vortragenden fanden sich auch andere anerkannte Experten wie Karl-Heinz Kunzelmann (Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Universität München), der Prothetik-Spezialist Peter Pospiech (Universität Würzburg), Ivo Krejci (Universität Genf) und Adriano Crismani, Direktor der Uniklinik für Kieferorthopädie an der Medizinischen Universität Innsbruck.

© 3M

Wien. So praxisnah wie möglich – unter diesem Motto fand kürzlich ein mit hochkarätigen Experten besetztes Dental-Symposium von 3M ESPE in der Burg Perchtoldsdorf bei Wien statt.

Bei den Textinhalten setzen die Betreiber auf evidenzbasierte Medizin.

Google investiert in die Gesundheitsbranche Kalifornien. Der Internetkonzern Google erweitert seine Geschäfte nun auch auf die Gesundheitsbranche. GoogleChef Larry Page gründete zusammen mit Art Levinson, dem früheren Leiter des Biotechnologiekonzerns Genentech, die Tochterfirma Calico. Sie wird sich in Zukunft im Besonderen mit dem Thema Altern und damit verbundenen Krankheiten beschäftigen. „Ich bin sicher, dass wir Millionen Leben verbessern können“, erklärte Page dazu. Levinson steht unter anderem auch dem Verwaltungsrat von Apple vor. Experten orten eine zunehmende Kooperation zwischen der Pharmaund IT-Branche.

Vorsorge Früherkennung wird standardisiert; Opposition kritisiert aber Verkürzung

Medtechnik-Treffen

Debatte um Brustscreening

Graz/Luzern. Es war eine Premiere: Die „Medtech Week D-A-CH“ wurde in diesem Jahr ins Leben gerufen, um österreichischen Unternehmen und Forschungspartnern aus der Medizintechnik-Branche internationale Kooperationen und Geschäftsbeziehungen zu öffnen. Gestartet wurde die Woche mit dem „World Medtech Forum in Luzern“ von 17. bis 19. September – mehr als zehn Unternehmen

Wien. Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat nach langen Debatten die letzten Vertragsdokumente über das BrustkrebsFrüherkennungs-Programm bei Frauen unterzeichnet. Wie aus der Ärztekammer mitgeteilt wird, habe man aufgrund der Dringlichkeit über einen Umlaufbeschluss der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte die notwendigen Weichen für diese wichtige Präventions-

Tagungspräsident Rudolf Stollberger am Eröffnungstag der BMT in Graz.

und Organisationen aus Österreich präsentierten sich in der Schweiz einem internationalen Publikum. „Spannend verliefen der Abendevent am Dienstag mit Unternehmern aus der Schweiz und der Besuch bei der KKS Ultraschall AG – persönliche Kontakte sind durch nichts zu ersetzen“, berichtet Gernot Eder vom steirischen Humantechnologie-Cluster, der das Projekt mit dem Gesundheitscluster Oberösterreich und dem Cluster Life Sciences Tirol/Standortagentur Tirol durchführte. Ebenfalls im Zeichen der Internationalisierung stand das zweite Treffen von Vertretern von 15 europäischen Clus-tern und Netzwerken der Medizintechnikund Life-Science-Branche. „Auch die Cluster-Vernetzung funktioniert über den persönlichen Kontakt“, berichtet Robert Gfrerer, Geschäftsführer des Humantechnologie-Clusters. Die wichtigste deutschsprachige Tagung zum Thema „Biomedizinische Technik (BMT)“ bildete den zweiten Teil der Medtech Week D-A-CH und fand von 19. bis 21. September 2013 in Graz statt. (iks)

initiative gestellt. Allerdings sind noch Entscheidungen der Sozialversicherungen aus Wien und der Steiermark ausständig, damit dieses Programm wie vorgesehen am 1. Oktober dieses Jahres starten kann. Die breit angelegte und großflächige Brustkrebsvorsorge für Frauen erfordert die Zustimmung aller Krankenkassen. ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger richtete in diesem Zusam-

© dpa/A3542 Karl-Josef Hildenbrand

© TU Graz

Vernetzung Cluster aus Österreich auf internationaler Bühne

Die Qualität von Brustkrebsuntersuchungen soll verbessert werden.

menhang einen dringenden Appell an den Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger, auf die Führung der säumigen Krankenkassen in den Bundesländern einzuwirken, um ein rechtzeitiges Inkrafttreten sicherzustellen. Die Kassen wiederum warfen den Ärzten Blockadepolitik und Verzögerungen vor. Ziel der Änderung ist eine Qualitätssicherung, damit nur qualifizierten Zentren entsprechende Untersuchungen vornehmen. Damit sollen Falsch-Richtige und Richtig-Falsche Befunde vermieden werden. Kritik kommt von Ärzten und der Opposition. Ab 1.10. werde es die Mammografie nur mehr für Frauen von 45 bis 69 Jahren auf Krankenschein geben, kritisieren die Grünen, die Risikogruppe der Frauen von 35 bis 45 werde ausgespart. Mammografie „nur“ zur Vorsorge wird es für sie nicht mehr geben. „Ohne Information zu dieser Neuerung führen ÖVP und SPÖ diese Änderung im Gesundheitsbereich durch“, wetterten die Grünen bei einer Kundgebung. (iks)


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

52 – healtheconomy

Freitag, 27. September 2013

Diskussion Gesundheitspolitisches Forum und WKÖ luden zur Debatte über Herausforderungen im Gesundheitswesen

short

Migration und Gesundheit

Public Health School Graz: neue Angebote

Neuer Wettbewerb für Pflege-Management

Viele Fragen offen Flüchtlinge etwa bedürfen einer besonderen Betreuuung und bringen neben psychischen Problemen vielleicht auch ansteckende Krankheiten aus Kriegsgebieten mit. Andere wiederum haben unterschiedliche kulturelle Vorstellungen, die sich bei Untersuchungen genauso wie beim Thema Geburtshilfe oder

Visionär Experten diskutierten Zukunft der Gesundheit

Privatklinik Graz-Ragnitz erweiterte ihr Angebot

Graz. Der erste Med & Care-Kongress in Graz widmete sich am Dienstag der Zukunft des österreichischen Gesundheitswesens. Mehr als 40 prominente Vortragende diskutierten mit dem rund 200 Personen umfassenden Publikum über Herausforderungen, Strategien und Lösungsansätze. „Die Kosten im Gesundheitssystem galoppieren uns davon – die Steigerungsraten sind extrem ungesund“, erklärte Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder in ihrem Eingangsreferat. Die demografische Entwicklung gebe der Politik im Bereich Gesundheit, Alter und Pflege „einen enormen Auftrag“ mit. Das Spitalssystem werde in den nächsten 15 Jahren nicht mehr so ausschauen wie heute, lautete der Tenor. In zwölf

Graz. Im Rahmen eines Empfangs wurde kürzlich das Zentrum für Plastische Chirurgie, Brust- und Handchirurgie in der Privatklinik Graz-Ragnitz als neuer medizinischer Schwerpunkt offiziell eröffnet. Den Patienten steht damit das gesamte Spektrum der Ästhetischen- und Wiederherstellungschirurgie zur Verfügung. Leiter des Zentrums ist Franz Maria Haas, Facharzt für Plastische Chirurgie. Plastische Chirurgie kommt bei Krankheits- oder Unfallfolgen sowie Fehlbildungen zum Einsatz, aber auch dann, wenn mit kosmetischen Eingriffen die Lebensqualität erhöht werden soll. Im neuen Zentrum für Plastische Chirurgie der Privatklinik Graz-Ragnitz wird sowohl die Ästhetische als auch die Rekonstruktive Chirurgie an-

Wien. Das Konferenzunternehmen Business Circle schreibt gemeinsam mit dem Sozial- und Gesundheitsministerium den „Pflege-Management-Award 2014“ aus. Initiator Gerhard Pichler: „Der Pflege-ManagementAward würdigt innovative, erfolgreich umgesetzte Projekte aus der Pflege-ManagementPraxis.“ Die Einreichungsunterlagen können angefordert werden unter www.pflege-management-award.at

Vorträgen und neun Podiumsdiskussionen wurde u.a. erörtert, was man sich leisten wolle und wie dies dann zu finanzieren sei. (fei)

© foto stuhlhofer-wolf

© Business Circle

Der erste Med&Care-Kongress

Gerhard Pichler (li.), Initiator des neuen Pflege-Management-Awards.

Ohne Migration ist das Gesundheitswesen nicht aufrecht zu erhalten, sagen Experten.

Gesundheitslandesrätin Edlinger-­Ploder (mitte): „Kosten galoppieren davon“.

buch-tipp

Werner Bartens: Das sieht aber gar nicht gut aus. Pantheon Verlag, 160 Seiten, 13,40 €, ISBN: 978-3-570-55232-2

geboten. Schwerpunkt ist neben Brust- und Gesichtschirurgie auch das gesamte Spektrum der Handchirurgie. (fei)

Franz Maria Haas leitet das neue Zentrum für Plastische Chirurgie in Ragnitz.

Menschen, über die man spricht

© Johnson & Johnson

Walter Wurzer Geschäftsführer von Johnson & Johnson

© Hartmannspital

Was wir von Ärzten nie wieder hören wollen Der Autor und Werner Bartens nimmt sich in seinem neuen Buch „Das sieht aber gar nicht gut aus – was wir von Ärzten nie wieder hören wollen“ (Erscheinungstermin 8. Oktober) die Kommunikation von Ärzten mit ihren Patienten vor, die sich nicht immer heilsam auswirkt: Für den Arzt ist der Umgang mit Kranken alltägliche Routine – für Patienten ist es hingegen meist ein Ausnahmezustand. Sie sind hochkonzentriert und achten auf jede Geste und jede Äußerung des Arztes. Ein Stirnrunzeln, eine gehobene Augenbraue, eine gedankenlose Bemerkung können eine Welt zusammenbrechen lassen. Wissenschaftlich belegt wird dies durch die Nocebo-Forschung wie auch durch Untersuchungen zur Arzt-Patienten-Kommunikation. Sie zeigen, dass sich die Heilung verzögert und die Prognose verschlechtert, wenn Ärzte sich ungeschickt verhalten und Patienten im Gespräch vor den Kopf stoßen. (fei)

Zentrum für plastische Chirurgie

© AD-Ventures/Gilbert Kossek

Graz. Die Public Health School Graz erweitert ihr Angebot: Nicht nur das postgraduale Public Health Master-Programm, sondern auch das Modul Public Health im neuen Master of Health Care and Hospital Management der MedUni Graz, jährliche Summer Schools, Workshops, Veranstaltungen und mehr werden nun organisiert. Zudem soll ein neuer Facebook-Auftritt noch aktiver über nationale und internationale Agenden informieren.

Wien. Walter Wurzer gehört nun der dreiköpfigen Geschäftsführung des Medizinprodukte-Unternehmens Johnson & Johnson Medical Products GmbH. an. „Die aktive Mitarbeit bei einem der Big Player am Gesundheitsmarkt ist eine besonders spannende Herausforderung; ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit einem professionellen Team und renommierten Kunden“, erklärt er. Der gebürtige Oberösterreicher zeichnet für den Geschäftsbereich Ethicon verantwortlich – Produkte und Technologien für die offene und minimalinvasive Chirurgie. Der 37-jährige Wurzer ist promovierter Molekularbiologe, begann seine berufliche Karriere als Post-Doc an der Uni Innsbruck und wechselte 2004 in die Pharmabranche, war dort unter anderem für Bayer, Celgene und Baxter tätig. (fei)

Wolfgang Junger, forscher an der harvard university

Beim 2. Science Talk im Wiener Hartmannspital gab es richtungweisende Trends aus der immunologischen Forschung zu hören. In seinem Vortrag stellte Wolfgang Junger von der Harvard University neu entdeckte Wirkweisen von Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen, vor. Diese seien die Grundlage für eine effiziente Immunabwehr. Die in Jungers Labor erforschten Mechanismen stellen nun die Grundlage für neue Ansätze bei der Behandlung der Sepsis dar.

Thomas Meindl , neuer ­primar am LKH ­schärding

Thomas Meindl übernimmt per 1. Oktober die Leitung der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am LKH Schärding und folgt in dieser Funktion Franz Antlinger. Meindl beendete sein Medizinstudium an der Universität Wien, machte seinen Turnus in Spitälern in Linz und Rohrbach und seine Facharztausbildung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz; dort arbeitete Meindl bis zuletzt Oberarzt.

© Deutsch-Ordnes-KH

Noch mehr Angebote bietet nun die Public Health School in Graz.

Wien. Jeder dritte Unternehmer in Wien hat Migrationshintergrund, viele Patienten aber auch viele Beschäftigte im Gesundheitswesen sind Migranten oder sogar Flüchtlinge. Das stellt etwa die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft wie auch viele Gesundheitseinrichtungen und nicht zuletzt das Gesundheitswesen als Ganzes vor viele Fragen und neue Herausforderungen.

© dpa/Bernd Thissenm

auch beim Thema Alter und Sterben manifestieren und nicht selten zu Missverständnissen führen können. Immer wieder kommt es auch zu Fehlbehandlungen, weil sich Menschen nicht verständigen können oder medizinisches Personal durch Vorurteile geprägt nicht genau zuhört. Alle diese Bereiche können und müssen bei Gesundheitsreformen beachtet werden, waren sich die Teilnehmer beim Gesundheitspolitischen Forum am Mittwoch abend in Wien einig. Ursula Trummer (Center for Health and Migration), Patientenanwältin Sigrid Pilz, SVA-Vizeobmann Peter McDonald, Turkan Akkaya-Kalayci (Lehrgangsleiterin „Transkulturelle Medizin der Medizinischen Universität Wien) und Martin Gleitsmann (Wirtschaftskammer Österreich) forderten vor allem eine Bewußtseinsbildung und bessere Kommunikation im System.

Andreas Feiertag

© Werner Harrer

© www.public-health.medunigraz.at

Hoher Migrationsanteil stellt System vor neue Fragen. Auch Sozialversicherung denkt um.

Gabriele Gollmann-Morcher, neue primaria im KH friesach

Gabriele GollmannMarcher ist neue Leiterin der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im DeutschOrdens-Krankenhaus Friesach. Die gebürtige Kärntnerin ist bereits seit knapp 20 Jahren für das dieses Krankenhaus tätig. An der Intensivstation des Krankenhauses Friesach werden in sechs Betten 350 Intensivpatienten pro Jahr betreut. Die Anästhesisten führen jährlich 3.500 Narkosen durch und betreuen 500 Patienten mit Schmerzkathetern und -Pumpen.


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