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Freitag, 25. Jänner 2013 – 31

Neuer Kopf I

Neuer Kopf II

Novartis-Boss Vasella tritt endgültig ab, Jörg Reinhardt (Bild) kehrt zurück  Seite 34

Kurt Frühwirth ist zum neuen Präsidenten der Tierärztekammer gewählt worden Seite 36

© ÖTK

© EPA

healtheconomy Neuer Kopf III Wechsel bei  Mundipharma © Mundipharma/www.fotoschuster.at

„Personalisierte Medizin braucht neue Lösungen“

© BMG/panthermedia.net/Tyler Olson

short

Forschungsserie In Österreich liefen im Vorjahr 327 klinische Studien – im interationalen Vergleich durchaus passabel. Doch klinische Arzneimittelforschung braucht ausgebildetes Personal: „In Österreich wird das Ausbildungsangebot von unterschiedlichen Institutionen abgedeckt, etwa von Universitäten, Ärztekammer, Koordinierungszentren für Klinische Studien (KKS), Vienna School of Clinical Research sowie Seminaranbietern“, sagen Experten. Das Problem: Die Ausbildung ist nicht einheitlich geregelt, ein eigenes Berufsbild gibt es bis dato nicht. Seite 34

© sticklerfotografie.at; panthermedia.net/Wladimir Bulgar / Montage: B. Schmid

© panthermedia.net/Wavebreakmedia ltd.

Reform „Was nichts kostet, ist nichts wert“ – diese Gefahr sehen die Angehörigen der geregelten Gesundheitsberufe unter den immer enger werdenden Finanzierungsprämissen und der vergangene Woche im Ministerrat beschlossenen Gesundheitsreform. Sie soll wie berichtet Kostendämpfungsmaßnahmen in der Höhe von über drei Mrd. € bis 2016 bringen. Die Umsetzung könnte noch einige Hürden bieten, sind sich Experten sicher. Vor allem Zielvereinbarungen für die Länder könnten im Superwahljahr noch Stolpersteine bringen. Seite 32

Interview Pharmig-General Jan Oliver Huber sieht die Industrie nach der Patentklippe wieder auf gutem Kurs. Neue Konzepte, wie personalisierte Medizin, brauchen aber auch neue Rahmenbedingungen bei Zulassung und Erstattung, sagt er.  Seite 33

inhalt

Healthcare > Oö und Stmk: Erfolgreiche Reformpoolprojekte  32 > Kritik an Ärztearbeitszeiten in Wiener Spitälern  32

Superimmun Super immun D³

Mit dem Extra-Vitamin DD

Abwehrkräfte 3-fach gestärkt

exklus

iv

in apotihrer heke

Medizintechnik und eHealth > Zahntechniker starten Image-Kampagne 35 > Nadelstichverordnung tritt in Kraft  35

Super immun dank Superimmun

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Pharmareport und Lifescience > Pfizer bringt Tiersparte an die Börse  34 > Pharmahändler Phoenix startet Sparprogramm  34 > Pharmazeuten rockten die Hofburg  36

kl

usiv

www.superimmun.at


H e a lt h : c a r e

32 – healtheconomy

Kommentar

Der lange Weg zur Reform

Freitag, 25. Jänner 2013

Gesundheitsreform Nach Beschluss im Ministerrat steht jetzt Umsetzung an; Wahljahr macht Detailgespräche schwierig

Die Gesundheitsberufe ­zweifeln an Reformerfolg Kostendämpfungen belasten Angehörige von allen Gesundheitsberufen – Nachwuchs fehlt.

Martin Rümmele

D

ie Gesundheitsreform ist im Ministerrat beschlossen, jetzt fehlen noch Begleitgesetze und vor allem die Details zu den Zielvereinbarungen für die Bundesländer. So sehr die Reform nach vielen Jahren der Diskussion zu begrüßen ist, so schwer wird nun die konkrete Umsetzung. In vier von neun Bundesländern wird heuer gewählt, der Nationalrat ebenfalls. Das macht die Sache nicht unbedingt leicht und die Vertreter von Ärzten und anderen Gesundheitsberufen steigen bereits auf die Bremse, weil die fürchten, dass die Kostendämpfungen vor allem auf ihrem Rücken ausgetragen werden. Gleichzeitig drängt allerdings die Zeit. Findet sich nämlich kein Start für die Umsetzung, könnte sich die Reform noch einmal verzögern und im schlimmsten Fall von einer neuen Regierung unter neuen Vorzeichen möglicherweise wieder aufgeschnürt werden. Schon jetzt sind im Wahlkampf wieder alte, polemische und falsche Rufe wie jene nach der Fusion von Kassen zu hören, die am Hauptproblem, der teuren Spitalslandschaft, vorbeigehen. Die Kassen scheinen nahezu saniert, die Verwaltungskosten liegen unter dem Schnitt der Privatwirtschaft und auch eine einzelne Kasse hat nicht weniger Arbeit zu erledigen als mehrere. Doch in Wahlzeiten ist alles anders ...

Wien. „Was nichts kostet, ist nichts wert.“ Diese Gefahr sehen die Angehörigen der geregelten Gesundheitsberufe unter den immer enger werdenden Finanzierungsprämissen und der vergangenen Woche im Ministerrat beschlossenen Gesundheitsreform. Sie soll ja wie berichtet Kostendämpfungsmaßnahmen in der Höhe von über drei Mrd. € bis 2016 bringen. Die Umsetzung könnte allerdings noch einige Hürden bieten, sind sich Experten sicher. Vor allem die geplanten Zielvereinbarungen für die Länder als Spitalsbetreiber dürften im Superwahljahr 2013 noch Stolpersteine in Verhandlungen bringen.

Gesundheitskompetenz mies Weitere Hürden bietet die Gesamtsituation im Gesundheitswesen. Beim 3. „Tag der Gesundheitsberufe“ wurde in der Vorwoche kritisch Zwischenbilanz gezogen: Die Österreicher schneiden bei der Gesundheitskompetenz im europäischen Vergleich schlecht ab und in der Leistungserbringung werden zunehmend nur die kurzfristig aufgewendeten Mittel und nicht die Gesamtrechnung gesehen. Wenn es etwa um Eigenverantwortung und Verstehen von Gesundheitsbelangen geht, sieht es in Österreich schlecht aus. „Mehr als 50% der für eine EU-weite Studie in Österreich Befragten erklärten, Angaben auf Lebensmittelverpackungen nur schwer zu verstehen; der EU-Schnitt: 36%. Knapp 60% sehen sich nicht in der Lage, zu beurteilen, ob Informationen über eine Krankheit in den Medien vertrauenswürdig sind; EU-Schnitt: 47%. Nach Belgien hat Österreich die schlechteste Gesundheitskom-

© Bundesministerium für Gesundheit; panthermedia.net/Tyler Olson / Montage: B. Schmid

Ina Karin Schriebl

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hat die Reform durch den Ministerrat gebracht. Jetzt geht es um Umsetzungsfragen.

petenz“, erklärte Ingrid ReitstätterHaberl, Vorsitzende der Gesundheitsberufe-Konferenz als Plattform der in Österreich gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe.

Wichtig für die Wirtschaft Während – so eine Untersuchung von Medizin- und Gesundheitssoziologen – 56% der Österreicher nur eine schlechte Gesundheitskompetenz aufweisen und fast 25% sich schwer tun, den eigenen Arzt zu verstehen, fehlt es offenbar aufseiten der Gesundheitspolitik an umfassendem Verständnis für Nutzen und Investitionen. Gesundheitsleistungen seien auch unternehmerische Leistungen in der Gesellschaft. Jeder fünfte Euro werde gesamtwirtschaftlich im Ge-

sundheitsbereich erarbeitet, so die Vertreter der Gesundheitsberufe. Die Ausgaben für Gesundheit würden aber von der Politik vor allem als kurzfristige Kosten gesehen; auf eine längerfristige Bewertung des Nutzens, der oft erst nach einiger Zeit zum Tragen komme, werde vergessen. Es reiche deshalb nicht aus, die Ausgaben zu deckeln. Man könne zwar danach trachten, die Effizienz zu steigern, aber um eine Gesamtsicht dürfte man sich nicht drücken. Man schätze, dass der schlechte Gesundheitszustand der Jugend ab 2050 jährliche Mehrkosten von 3,7 Mrd. € verursachen werde, doch das würde nicht besprochen – ähnlich wie auch die Kosten jener Leistungen, die etwa Zivildiener für das Gesundheitsund Sozialsystem erbringen.

Für Reitstätter-Haberl ist auch die ihrer Meinung nach schlechte Bezahlung vieler Leistungen durch die Krankenkassen ein schweres Manko: „Von den gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen (exklusive der Ärzte, Anm.) haben nur die Physio- und Ergotherapeuten sowie die Logopäden Kassenverträge.“ Um Arbeit in der freien Praxis so zu bezahlen wie im Angestelltenverhältnis, müssten laut Berechnungen von Wirtschaftsfachleuten pro Therapiestunde rund 130 € bezahlt werden. Die Standesvertreterin: „Bezahlt werden 70 bis 75 €.“ Die Tarife würden so minimiert, dass man davon nicht leben könne. In den Gesundheitsberufen machten sich zunehmend die „Working Poor“ breit. Und das schrecke auch noch den Nachwuchs ab.

Erratum Falsche Bilder

Rechnungshof Schlaganfall-Therapie zeigt Ergebnisse

Kontrollamt Vor allem Turnusärzte müssen lang arbeiten

In eigener Sache: Der Fehlerteufel schläft trotz mehrfacher Kontrollen leider nie. Und so haben sich in der vergangenen Ausgabe zwei falsche Bilder eingeschlichen: Zum einen gab es beim Artikel über Merck & Co. bzw. MSD ein Logo der Firma Merck KGaA – wir bedauern das. Zum anderen haben wir beim Bericht über Blutspenden des PRVA im Bild Sigrid Krupica abgebildet, statt wie in der Bildunterschrift angekündigt: Ingrid Vogl. (red)

Wien/Graz/Linz. Jährlich erleiden 24.000 Österreicherinnen und Österreicher einen Schlaganfall. Diese Menschen benötigen nach der Behandlung im Akutspital eine darauf abgestimmte Rehabilitation, um eine bleibende Behinderung zu vermeiden. Ein Prüfbericht des Rechnungshofs zu entsprechenden Reformpool-Projekten in Oberösterreich und in der Steiermark zeigt nun positive Ergebnisse von speziell koordinierten Therapiewegen. Die Gesundheitsreform 2005 sah für die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten auch ReformpoolProjekte vor, die von 2006 bis 2010 in Oberösterreich und im Jahr 2008 in der Steiermark realisiert wurden. „In Oberösterreich konnten dadurch deutliche und in der Steiermark teilweise Verbesserungen in der Schlaganfallversorgung erreicht werden, lautet der Befund des Rechnungshofs“, teilt die Parlamentskorrespondenz mit. Der Bericht wurde im Rechnungshofausschuss des Parlaments debattiert und positiv aufgenommen. Verbesserungsbedarf ortete Rechnungshofpräsident

Wien. Das Wiener Kontrollamt hat die Geschäftsgruppe Gesundheit und Soziales unter die Lupe genommen und insgesamt 20 Prüfberichte veröffentlicht. Für Aufregung sorgt eine Untersuchung zu den Ärzte-Dienstzeiten in Wiens Spitälern; Leidtragende seien vor allem die Turnusärzte.

PRVA-Chefin Ingrid Vogl und der Vorstand des Vereins spendeten Blut.

Josef Moser in Übereinstimmung mit den Ausschussmitgliedern bei der Schnittstelle Krankenanstalt/ Reha-Einrichtung, bei der Qualität der erhobenen Daten und bei der Führung von Schlaganfall-Registern. Bei manchen Schlaganfallpatienten ist aber auch nach dem Aufenthalt im Rehabilitationszentrum eine langfristige und immer wieder erfolgende Reha-Betreuung ambulant notwendig. Hier gibt es laut Fachleuten noch Lücken. (iks)

Die gute Behandlung nach Schlaganfällen kann helfen, Kosten zu senken.

Kritik an Ärzte-Arbeitszeiten in Wien dent der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres, die Daten. Dass besonders Turnusärzte von der Nichteinhaltung der Arbeitszeiten und Ruhezeiten betroffen sind, sei „nicht weiter erstaunlich“. Denn diese würden noch immer für systemerhaltende Tätigkeiten und Arbeiten eingesetzt, welche nicht wesentlicher Bestandteil der Ausbildung seien, ist Szekeres überzeugt. Hier fordere die Kammer seit Jahren eine Verbesserung. (iks)

Kammer fordert Lösungen Die städtischen Prüfer haben stichprobenartig die Arbeitszeitregelungen und die damit verbundenen Nachtdienstregelungen des ärztlichen Personals analysiert. Von 1. Februar bis 31. Juli 2011 seien 299 Ärzte in zehn Abteilungen geprüft worden. Das Resultat waren 283 dokumentierte Überschreitungen von Arbeitszeithöchstgrenzen. Zudem seien 900 Fälle von Unterschreitungen der Wochenruhezeiten nicht erfasst worden. „Der Bericht des Kontrollamts bestätigt leider unsere jahrelangen Befürchtungen, dass Ärzte in den Wiener Krankenhäusern regelmäßig die Arbeitszeit überschreiten müssen“, kommentiert der Präsi-

© APA/Georg Hochmuth

Erfolgreiche Reformpool-Projekte

© dpa/dpaweb/dpa/Wolfgang Kluge

© ÖRK/Thomas Holly Kellner

Fehlerteufel

Im AKH Wien und in anderen Spitälern gibt es Debatten über Arbeitszeiten.


H E A LT H : C A R E

Freitag, 25. Jänner 2013

healtheconomy – 33

Interview healtheconomy bittet zum Jahresanfang die Stakeholder im Gesundheitswesen zum Interview – Teil 2: Pharmig-General Jan Oliver Huber

„Industrie zeigt Innovationskraft“ Seit 1996 habe es nicht so viele Neuzulassungen gegeben wie 2012; es brauche aber neue Konzepte.

healtheconomy: Dennoch – warum muss immer wieder der pharmazeutische Bereich bei Sparbemühungen herhalten? Huber: Generell war natürlich die Industrie in der Vergangenheit ein leichtes Ziel, immerhin sind in diesem Bereich die Kosten auch wesentlich transparenter, als in anderen Segmenten. Es wird aber kein Weg an einer Reduktion der Ausgaben im stationären Bereich vorbeiführen. Schließlich betragen diese 37,5%, wohingegen die Ausgaben für Arzneimittel nur 13,1% ausmachen. Trotzdem tragen wir aktiv zum Sparkurs bei: Ich verweise auf den Solidarbeitrag von 82 Mio. € zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Kassen. Oder auf die Leuchtturmprojekte aus dem Gremium Gesundheitsziele, denen wir in einer ersten Tranche 2,2 Mio. € für Projekte zur Förderung der Kinder- und Jugendgesundheit zur Verfügung stellen.

healtheconomy: Kritiker werfen der Industrie vor, dass es kaum Neuentwicklungen gibt; vieles sei

nur alter Wein in neuen Schläuchen – also etwa alte Medikamente mit neuen Indikationen. Ist das so – und wenn ja, warum? Huber: Das Gegenteil ist richtig: Seit 1996 hat die amerikanische Zulassungsbehörde FDA keine so hohe Zahl an Innovationen für den Markt freigegeben. In den USA wurden 39, in Europa 53 neue ArzneiSpezialitäten zugelassen. Das ist erfreulich und zeigt die Innovationskraft unserer Branche. Bei der Erstattung ist in Österreich noch ein weiter Weg zu gehen. So ist etwa bei Schmerzbehandlungen Österreich nicht auf europäischem Niveau. Arzneimittel, die im europä-

ischen Ausland erhältlich sind, werden in Österreich nicht erstattet. healtheconomy: Was erwarten Sie für die Industrie für heuer? Huber: Natürlich erwarten wir uns, dass innovative Medikamente zu fairen Preisen in den Erstattungskodex aufgenommen werden. Schließlich hängt die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems in Zukunft auch davon ab, wie fortschrittliche und innovative Behandlungsalternativen in den Behandlungszentren unseres Landes etabliert werden können. Diesbezüglich sind wir mit den Krankenkassen in einem Dialog.

Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber sieht Reform auf gutem Weg.

ELGA-Bürgerportal: Der Zugang zu den eigenen Gesundheitsdaten Die elektronische Gesundheitsakte ELGA soll als Informationssystem, das Bürgern/Patienten einen ortsund zeitunabhängigen Zugang zu Gesundheitsdaten ermöglicht, genutzt werden. Das ELGA-Bürgerportal stellt über das Internet den Einstiegspunkt zur

persönlichen

elektronischen

Gesundheitsakte dar. Dadurch stehen dem Patient zukünftig Vorbefunde, Entlassungsberichte und die aktuelle

Webdesign, Entwurf © ELGA GmbH

healtheconomy: Im Gesundheitswesen wurde und wird weiter gespart. Die Krankenkassen scheinen saniert – manche sagen auf Kosten der Industrie. Zum einen über Kostendämpfungen, zum anderen profitierten die Kassen von Patentabläufen. Muss die Industrie für das Gesundheitswesen bluten? Jan Oliver Huber: Nein, die Industrie muss dafür nicht bluten, im Zweifel hätten wir dagegen sicher ein innovatives Produkt unserer Branche. Die Pharmaindustrie leistet Beiträge, natürlich auch mit innovativen Arzneimitteln, die helfen, extrem kostspielige Krankenhausaufenthalte zu verhindern oder zumindest zu verkürzen. Seit einigen Jahren gibt es eine gute Gesprächsbasis auf allen Seiten.

schreiben. Es ist klar erkennbar, dass ein wesentlicher Trend in Richtung personalisierte Medizin geht. Das bedeutet eine Abkehr von bisherigen Abläufen und Routinen, auch in der Erstattung. Die Tatsache, dass ein Arzneimittel maßgeschneidert auf das einzelne Individuum hergestellt werden kann, braucht völlig andere Herangehensweisen. Dem müssen auch jene Experten, die für die Zulassung und Erstattung zuständig sind, adäquat Rechnung tragen.

© sticklerfotografie

Martin RÜmmele

Medikation zur Verfügung.

Ŷ Welchen Nutzen hat das ELGA-Bürgerportal für Patienten? Krankenhaus-Entlassungsbriefe, Laborbefunde, Röntgenbilder sowie Medikationslisten sind Puzz-

im Bereich des e-Government eingesetzte Technologie stellt das

lesteine im Gesamtbild des Gesundheitszustandes eines Patien-

technisch notwendige und gesetzlich vorgeschriebene Rahmen-

nicht bluten, im

ten. Im Bürgerportal wird dieses Gesamtbild für den einzelnen

werk zur Verfügung, um die sensiblen ELGA-Daten vor unberech-

Zweifel hätten wir

Bürger nach einem gesicherten Log-In automatisch zusammen-

tigtem Zugriff zu schützen. Der Bürger kann dabei die persönliche

gestellt. Patientenautonomie und Patientensicherheit werden

Bürgerkarte oder das Bürgerkarten-Handy für den Zugriff nutzen.

gefördert: Der Patient kann schnell und sicher auf seine eigenen

%HUHFKWLJXQJHQYHUZDOWHQ'HU%UJHUNDQQEHUGDV3RUWDOGH¿-

Gesundheitsdaten zugreifen. Das Bürgerportal kann außerdem

nieren, wer wie lange auf ELGA-Dokumente zugreifen kann. Pro-

zukünftig weitere ELGA-Anwendungen integrieren, z.B. einen

tokoll anzeigen: Der Patient kann einsehen, wer außer ihm selbst

elektronischen Impfpass.

wann auf welche ELGA-Dokumente zugegriffen hat. Dokumente

„Die Industrie muss

dagegen sicher ein innovatives Produkt.“ Jan Oliver Huber, Pharmig

anzeigen: Der Patient kann auf die ELGA-Dokumente selbst

healtheconomy: Das vergangene Jahr war für viele Pharmafirmen kein leichtes – viele Patente laufen ab, die Umsätze schrumpfen. Ist das klassische Geschäftsmodell der Industrie am Ende? Huber: Es ist keine Frage, dass das ‚Patentekliff‘ eine besondere Herausforderung für die pharmazeutische Industrie darstellt, und auch das Blockbustermodell lässt sich sicher nicht ad infinitum fort-

Ŷ Wie sieht der Einstieg in das ELGA-Bürgerportal aus?

zugreifen, sie ausdrucken oder speichern.

Das österreichische Gesundheitsportal [https://www.gesundheit. gv.at] hat zwei Bereiche: Das Informationsportal, das bereits heute

Ŷ Wann kommt ELGA?

qualitätsgesicherte Gesundheitsinformation für die Bürger bereit-

Die Teilnahme der BürgerInnen an ELGA ist mit der Möglichkeit

stellt, sowie das eigentliche ELGA-Bürgerportal, ein geschützter

eines „Opt out“ geregelt, d.h. man kann bestimmen, ob man über-

Bereich, über den der Bürger zukünftig Zugriff auf seine ELGA-

haupt oder teilweise, z.B. nur für e-Medikation, an ELGA teilneh-

Daten und auf Funktionen zur Wahrung seiner Rechte erhält. Um

men möchte. Das ELGA-Bürger-Portal, die Widerspruchsstelle(n)

eine möglichst breite Zustimmung in der Bevölkerung zu errei-

und die Ombudsstelle(n) werden bis 31.12.2013 eingerichtet. Ab

chen, wurden bereits in der Konzeptionsphase die Patientenan-

2015 werden dann die Gesundheitsdiensteanbieter - beginnend

waltschaft, Selbsthilfeverbände, aber auch betroffene Patienten

PLW GHQ |IIHQWOLFKHQ .UDQNHQDQVWDOWHQ  YHUSÀLFKWHQG PLW (/*$

eng in die Entwicklung des ELGA-Bürgerportals eingebunden.

arbeiten. Den Bürgern wird somit ausreichend Zeit für ihre Entscheidung, ob bzw. in welchem Umfang sie an ELGA teilnehmen

Ŷ Wie kann der Patient seine Rechte wahrnehmen? Dem Bürger werden folgende Funktionen zur Wahrung seiner 3DWLHQWHQUHFKWH ]XU 9HUIJXQJ VWHKHQ $XWKHQWL¿]LHUXQJ 'LH Anmeldung erfolgt über die Bürgerkartenumgebung. Die bereits

möchten, zur Verfügung stehen.

Erfahren Sie mehr über ELGA unter: www.elga.gv.at

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

healtheconomy: Vergangene Woche wurde die Gesundheitsreform im Ministerrat beschlossen – wie beurteilen Sie die Ergebnisse und welche Chance sehen Sie für die Umsetzung? Huber: Ohne Begleitgesetze ist der konkrete Fortgang der Reform noch ungewiss, ein Schritt in die richtige Richtung wurde jedenfalls gesetzt. Wir gehen davon aus, dass alle wesentlichen Player des Gesundheitswesens weiterhin eingebunden werden.


H e a lt h : c a r e

34 – healtheconomy

Freitag, 25. Jänner 2013

Serie Pharmaforschung – Teil 6 Experten vermissen klar definiertes Berufsbild

short

Studienpersonal: Ausbildung fehlt

Pfizer mit Tiermedizin auf Börsekurs

© EPA

Unterschiedliche Ausbildungsangebote für Ärzte und Pflegepersonal, die klinische Studien durchführen.

Bangalore/New York. Abhängig von den Marktbedingungen plant Pfizer den Börsengang mit seiner Tiermedizinsparte unter dem Namen „Zoetis“. Die Neuemission könnte Pfizer rund 4 Mrd. USD einbringen, schätzen Experten. Der weltgrößte Arzneimittelhersteller will sich im Zuge des Börsengangs von rund 20% der Anteile an seinem Geschäft mit Präparaten und Impfstoffen für Nutz- und Haustiere trennen. 2011 spielte dieser Bereich einen Umsatz von 4,2 Mrd. USD ein.

Phoenix startet Sparprogramm Mannheim. Im Rahmen des Sparprogramms „Phoenix Forward“ will der Pharmagroßhändler Phoenix jährlich mindestens 100 Mio. € einsparen und die interne Organisationsstrukturen in den 23 Ländern, in denen das Unternehmen aktiv ist, verbessern. Ein Personalabbau sei nicht zu vermeiden. Der Umsatz ist im Vorjahr um 2,7% auf knapp 15,8 Mrd. € geschrumpft. Phoenix beschäftigt mehr als 29.000 Mitarbeiter.

© fotodienst/Sarah- Maria Kölbl

Ursapharm verzichtet auf Konservierungsstoffe

Wien. In Österreich liefen im Vorjahr 327 klinische Studien – im internationalen Vergleich durchaus passabel. Doch klinische Arzneimittelforschung braucht ausgebildetes Personal: „In Österreich wird das Ausbildungsangebot von unterschiedlichen Institutionen abgedeckt, etwa von Universitäten, Ärztekammer, Koordinierungszentren für Klinische Studien (KKS), Vienna School of Clinical Research sowie Seminaranbietern“, erläutert Jan Oliver Huber vom Branchenverband Pharmig. „Viele pharmazeutische Unternehmen sowie auch CROs (Clinical Research Organisations) bilden das Personal auch selbst aus.“ „Klinischer Prüfarzt“, „Monitor“ und „ Study-Nurse“ (siehe Glossar) sind gängige Funktionsbezeichnungen, deren Tätigkeiten aber ebenso wenig scharf umrissen sind, wie die notwendige Ausbildung. Johannes Pleiner-Duxneuner, wissenschaftlich-medizinscher Leiter am Koordinationszentrum für klinische Studien an der Med-Uni Wien, sieht hier eine gesetzliche Lücke: „Da steht, sie müssen entsprechend qualifiziert sein, ohne dass da irgendein Berufsbild, eine Berufsgruppe daraus wird. Es gibt derzeit ein paar inoffizielle Kurse, die aber nur drei, vier Tage dauern.“ Eine der längerfristigen Schulungen bietet der fünfsemestrige Universitätslehrgang „Clinical Research“, welchen das Zentrum für medizinische Spezialisierungen an der Donau-Uni Krems zusammen mit einem privaten Partner in Tübingen anbietet. Seit 2006 nehmen jährlich an die 20 Personen, darunter Ärzte, aber auch andere Fachleute, teil. „Wir haben wirklich vom

© panthermedia.net/Wavebreakmedia ltd.

Erik Bauer

Eine endgültige Entscheidung über den Börsengang steht noch aus.

Klinische Studien im Krankenhaus müssen einem klaren Muster folgen und brauchen deshalb speziell geschultes Personal.

Prüfarzt über die Study-Nurse bis zum Monitor alles drinnen“, freut sich Lehrgangsmanagerin Christiane Fischer. „Und das ist eigentlich das Interessante an dem Studium, weil alle unheimlich voneinander profitieren.“ Das berufsbegleitende, weiterbildende Studium endet mit einem „Master of Science“, bei den Zugangsbedingungen wird entsprechende Berufserfahrung einem Erststudium gleichgesetzt. Stolz ist freilich der Preis des Kurses (insgesamt 17.900 € über 5 Semester). Und wie sieht es an den Universitäten aus? Pleiner-Duxneuner: „Die Unis sind da noch nicht wirklich aufgesprungen. Es ist schwierig, man hat nichts, wo man sich wirklich anlehnen kann wie beim Arzt oder der Krankenschwester, wo es ein klar definiertes Berufsbild gibt.“ Dennoch habe die Med-Uni Wien dieses Semester einen Lehrgang für Studienkoordinatoren angeboten,

der auch praxisnah sei. „Die Leute haben dann eine Ausbildung, mit der sie starten können.“ Eine fehlende Standardisierung der Ausbildung und allgemeine Anerkennung von klinischem Prüfpersonal beklagt auch Huber: „Sponsoren sichern sich durch umfangreiche und zusätzliche Trainings ab, die von ihnen selbst erstellt bzw. adaptiert und aktuell gehalten werden. Das Personal an den klinischen Studienzentren ist insofern mit einem enormen Aufwand konfrontiert, als die unterschiedlichen Auftraggeber Anforderungen an das Prüfpersonal stellen, die sich oft nur gering unterscheiden. Durch das Fehlen der anerkannten Zertifikate ist das Personal gezwungen, zum Teil ähnliche Trainings zu absolvieren. Folglich wären zumindest österreichweit einheitliche Zertifikate für die einzelnen Berufsbilder notwendig.“

Glossar Monitor Im Wesentlichen verantwortlich für Datenqualität, Einhaltung des Prüfplans und Patientensicherheit – etwa durch entsprechende Nebenwirkungsmeldungen bzw. Sicherstellung, dass adäquat auf entsprechende Nebenwirkungen reagiert wird. Zuständig auch für Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen. Klinischer Prüfarzt (Investigator) Verantwortlicher Arzt für die Durchführung einer klinischen Prüfung. Study Nurse (und Study Coordinator) Meist Personen aus dem Bereich der Pflege, die für Organisation und Administration sowie Koordination zwischen Patienten, Prüfarzt, Labor, Monitor und Sponsor zuständig sind. Sie kümmern sich um die Vorauswahl der Testpersonen und Aufklärung der Patienten, Verabreichung von Medikamenten, Dokumentation von Daten, Gewinnung von Proben, Erhebung von Vitalfunktionen.

Industrie Schweizer Pharmariese meldet 9,6 Mrd. USD Gewinn und erwartet bis 2017 sechs neue Blockbuster

Wien. Die Nasenschleimhaut kann durch die chronische Anwendung von konservierten Nasensprays irreversibel geschädigt werden. Das Pharmaunternehmen Ursapharm startet den Vertrieb mit konservierungsmittelfreien HysanNasenpräparaten in Österreich. Die neu gegründete Österreich-Niederlassung konzentriert sich hauptsächlich auf den Vertrieb von Arzneimitteln und Medizinprodukten im Augen- und HNO-Bereich.

Neue Behandlung für HIV-Patienten Wien. Das auf HIV spezialisierte Pharmaunternehmen „ViiV Healthcare“ hat kürzlich die Zulassungsanträge für den experimentellen Integrase-Inhibitor Dolutegravir (S/GSK1349572) zur Behandlung von HIV-infizierten Erwachsenen und Jugendlichen in der Europäischen Union (EU), den Vereinigten Staaten (US) und Kanada eingereicht.

Novartis: Vasella geht, Reinhardt ist zurück Basel/Leverkusen. Die Nachricht dürfte vor allem dem deutschen Pharmariesen Bayer gar nicht gefallen: Der von Novartis abgeworbene Pharmachef Jörg Reinhardt kehrt zu den Schweizern zurück. Und zwar nicht irgendwie, sondern als neuer starker Mann bei Europas Nummer eins: Reinhardt wird Nachfolger von Daniel Vasella, der nach 17 Jahre an der Spitze nun den Posten als Verwaltungsratspräsident räumt. Und Vasella ist nicht irgendjemand – er war nach der Fusion von Sandoz und CibaGeigy 1996 der erste Novartis-Chef und hat den Konzern zu dem gemacht, was er heute ist. 2013 wird für Novartis also ein einschneidendes Jahr: Einerseits geht die Ära Vasella zu Ende, anderseits sieht sich der Basler Konzern vor einer neuen Wachstumsphase, die Mitte des Jahres einsetzen soll. 2012 hat Novartis den Umsatz halten und den Gewinn steigern können. Novartis gab den Rücktritt von Vasella am Mittwoch gleichzeitig mit dem Geschäftsergebnis 2012 bekannt. Nachfolger Vasellas wird Jörg Reinhardt.

Der 56 Jahre alte Deutsche ist derzeit noch Chef der Pharmasparte von Bayer (Bayer HealthCare) und war zuvor lange Zeit bei Novartis tätig gewesen.

Ehrenpräsident Vasella 2010 unterlag Reinhardt im Rennen um die Nachfolge Vasellas als Konzern-CEO gegen Joe Jimenez. Dieser sieht dem Wechsel an der

Spitze des Verwaltungsrats mit Zuversicht entgegen. Er und Reinhardt hätten schon früher gut zusammengearbeitet und würden sich gut ergänzen, sagte Jimenez vor den Medien. Strategische Veränderungen erwartet der Konzernchef nicht. Vasella, der im August 60 wird, soll Ehrenpräsident von Novartis werden und als solcher auch in Zukunft über ein Büro auf dem Campus in Basel verfügen.

© EPA

Ein Zugewinn an Verträglichkeit für die Struktur der Nasenschleimhaut.

Der eine geht, der andere kommt: Novartis-Gründungschef Daniel Vasella (re.) geht nach 17 Jahren, Bayer-Pharmachef Jörg Reinhardt kehrt nach Basel zurück.

Er soll dem Vernehmen nach unter anderem eine Jagd in Tirol sein Eigen nennen. Dass künftig ein Amerikaner und ein Deutscher an der Spitze von Novartis stehen, habe auf den Sitz des Konzerns keine Auswirkungen, versicherte Jimenez. Maßgebend seien die Rahmenbedingungen, die in der Schweiz ausgezeichnet seien. Der neue Verwaltungsratspräsident tritt sein Amt in einer Periode an, in der beim Konzern eine neue Wachstumsphase beginnen soll. So geht Jimenez davon aus, dass sich die Zahl der BlockbusterMedikamente bis 2017 von derzeit acht auf 14 erhöhen wird; Blockbuster sind Produkte mit einem Umsatz von über einer Mrd. USD (751 Mio. €). Starke Impulse werden auch von Wachstumsmärkten wie China oder Indien erwartet. Im vergangenen Jahr hatte Novartis den Reingewinn um 4% auf 9,6 Mrd. USD steigern können. Der Umsatz sank um 3% auf 56,6 Mrd. USD, wäre aber währungsbereinigt stabil geblieben. (rüm/iks)


Freitag, 25. Jänner 2013

M e d i z i n t e c h n i k : e- H e a lt h

healtheconomy – 35

Branche 700 Zahntechniklabore gibt es in Österreich – pro Jahr wird über eine Million Zähne gezogen, viele davon müssen ersetzt werden

Zahntechniker starten Kampagne Ina Karin Schriebl

Wien. Pro Jahr werden in Österreich über eine Million Zähne gezogen. Wird der fehlende Zahn nicht ersetzt, kann dies zu schwerwiegenden Folgen für den gesamten Organismus führen. Um diese Lücken zu schließen, kommt eines der rund 700 österreichischen Zahntechnikerlabore ins Spiel. „Wir möchten das Tätigkeitsfeld des Zahntechnikers für die Bevölkerung greifbar machen. Denn im Alltag gab es bisher zu selten einen direkten Kontakt zwischen Patient und Zahntechnikermeister. Klar, dass wir nach wie vor ein Mysterium darstellen“, sagte der Bundesinnungsmeister der Zahntechniker, Richard Koffu, diese Woche bei einer Pressekonferenz in Wien. Eine neue Kampagne soll den Beruf nun bekannter machen. Der Zahntechnikermeister stehe den Patienten als unabhängiger Berater

zur Verfügung. Das war im Grunde schon immer so, nur wusste keiner davon. Koffu: „Jetzt wurde eine gesetzliche Grundlage dafür geschaffen. Um die Sicherheit der österreichischen Wertarbeit zu erhalten, kann eine persönliche Konformitätserklärung (Zertifikat) verlangt werden. So weiß jeder Patient genau, mit welchen Materialien und von welchem Labor der Zahnersatz hergestellt wurde.“ Um diese und noch weitere Fakten zu kommunizieren, geht die Innung mit Presseinformationen, Foldern und Hörfunkspots in die Bundesländer und fördert die Transparenz des Berufsbilds. Dazu

gehört auch die Abgrenzung gegen Billigprodukte aus dem benachbarten Ausland. In jedem Land sind die gesetzlichen Gegebenheiten andere, schildert Koffu. „Beispielsweise ist in Ungarn keine Meisterprüfung zu absolvieren. Das fehlende Knowhow beim Personal schlägt sich auf die Produktqualität nieder. Bei Nachbehandlungen, die bei Zahnersatz nötig sind, ist die Abwicklung im Ausland extrem aufwendig und nicht rechtssicher.“ Auch wenn kurzfristig keine Probleme auftreten, könne man langfristig Schwierigkeiten bekommen und diese Probleme müssten dann rasch und im Inland gelöst werden.

© Günter Wohlschlager

Innung warnt vor Billigprodukten aus dem Ausland – „keine Haftung“.

Zahntechniker ist ein Präzisionsberuf – die Produkte müssen millimetergenau passen.

Gesetz Arbeitnehmerschutz

Risiko senken

Wien. „Endlich ist der Schutz der Mitarbeiter vor Nadelstichverletzungen im österreichischen Gesetz verankert“, freut sich Brigitte Duschek, Mitglied der Initiative „Safety First! Österreich“ und Arbeitsmedizinerin im AMZ-Mödling. Die sogenannte Nadelstichverordnung wurde erst kürzlich im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am 11. Mai 2013 in Kraft. Sie verpflichtet Arbeitgeber im Gesundheitswesen zur Umstellung auf sichere Instrumente.

Zügige Umsetzung Bisher kam es regelmäßig zu Verletzungen mit Injektionsnadeln, Blutentnahmekanülen, Pen-Nadeln und Skalpellen beim medizinischen Personal – oft verbunden mit erheblichen Folgen für deren Gesundheit und Lebensqualität, unter anderem durch Infektionen, und Kostenbelastungen für den Arbeitgeber. „Wir appellieren an alle Verantwortlichen, den Umstellungsprozess rasch zu beginnen und Schritt für Schritt fortzuführen“, sagt Duschek. Die in der Nadelstichverordnung geforderten sicheren Instrumente verfügen über eine integrierte Schutzvorrichtung, die ein versehentliches Stechen oder Schneiden nach Gebrauch verhindert. Sie beinhaltet Vorgaben über Verwendung und Entsorgung der Instrumente und die Aufklärung des Personals. Als Grundsatz gilt, niemals davon auszugehen, dass kein Risiko besteht.  (um)

Novomatic Forum Wien

Health Care Symposium 05.–06. März 2013

Top-Symposium zu top aktuellen Themen der Zeit: © panthermedia.net/Andrzej Politowicz

™ Stabilitätspakt und Gesundheitsreform ™ 2020: Mehr Gesundheit in Österreich ™ Pharmabranche im Wandel – Herausforderungen und Perspektiven www.healthcare-symposium.at info: office@pharmig-academy.at, Tel.: 01/409 2499 Die Nadelstichverordnung zum Schutz von Gesundheitsberufen kommt.

Die neue Plattform für den Gesundheitsbereich.


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

36 – healtheconomy

Freitag, 25. Jänner 2013

Traditionsball 71. Ball der Pharmacie in der Wiener Hofburg war einmal mehr ein Highlight der Tanzveranstaltungen

short

Apotheker, Klassik, Rock

Fachkräftesuche: Haus der Barmherzigkeit

Wien. Der kürzlich stattgefundene Apothekerball tanzte zwischen Klassik und Rock: Während der Eröffnung erklang die 400 Jahre alte, aus Stradivaris Heimatort Cremona stammende Geige der 13jährigen burgenländischen Apothekertochter Hanna Job. Um Mitternacht rockte Vollblut-Unterhalter Andy Lee Lang. Zwischen diesen musikalischen Polen walzte die österreichische Gesundheitsbranche beim „71. Ball der Pharmacie“ in der Wiener Hofburg. Bis zum abschließenden „Brüderlein fein“ gab‘s jede Menge Platz zum Tanzen und Gesellschaft zum Tratschen. Die Apotheker hatten ihren Ball unter das Motto „Sicherheit“ gestellt. Kammerpräsident Max Wellan nutzte die Gelegenheit, um die Bindung und das Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und den Arzneimittelspezialisten hinter der

ikp kommuniziert nun für OS Quantenmedizin

Hospitbewegung Sparkassen-Zweig ist spendabel

Neuwahlen Unabhängige Liste mit Kurt Frühwirth siegt

St. Pölten. Seit Jahren arbeiten die österreichischen Sparkassen und die Hospizbewegung eng zusammen. Besonders erfolgreich ver-

Wien. Anfang Jänner fand im Haus der Österreichischen Tierärztekammer in Wien die erste Sitzung der Delegiertenversammlung nach Inkrafttreten des neuen Tierärztekammergesetzes statt. Nach dem Rücktritt des Vorstandes im Herbst, der Einsetzung eines Regierungskommissärs als interimistischem Leiter und dem Inkrafttreten der TierärztekammerWahlordnung war der Hauptpunkt die Neuwahl des Vorstands. Zum Präsidenten wurde Kurt Frühwirth gewählt, zum 1. Vizepräsidenten wurde Dietmar Gerstner, zum 2. Vizepräsidenten wurde Berthold Grassauer, zur 3. Vizepräsidentin wurde Eva Müller und zum 4. Vizepräsidenten wurde Franz Schantl gewählt. Bis auf Berthold Grassauer, der mit seiner

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S-Versicherung finanziert Training

© Landesverband Hospiz NÖ

Die neue Form des Beckenbodentrainings vermarktet nun ikp.

Wien. Die Kommunikationsagentur ikp Wien freut sich über einen Neuzugang im Health Care-Bereich: Das österreichische Unternehmen OS Quantenmedizin bietet seit Kurzem digitales Beckenbodentraining gegen diverse Indikationen der Harninkontinenz sowie erektile Dysfunktionen an – einfach, effizient und schmerzfrei auf dem in Österreich einzigartigen PelviCenter. Mehr Infos unter  www.osquantenmedizin.at

S-Versicherung hilft Hospitz: Ingrid Herzog, Heinz Schuster und Brigitte Riss.

läuft diese Kooperation im Bundesland Niederösterreich. Dieser Partnerschaft hat sich nunmehr auch die Sparkassen Versicherung AG Vienna Insurance Group angeschlossen. Sie unterstützt die Palliativausbildung der Mitarbeiter in Pflegeheimen, um die Lebens- und Pflegequalität der Bewohner weiter zu verbessern. Dafür werden im Zeitraum 2013 bis 2015 je 8.000 € jährlich zur Verfügung gestellt. Seit November 2009 widmen sich 17 Heime in Niederösterreich schwerpunktmäßig dem Thema Lebens- und Pflegequalität. 80% aller im Pflegeheim Beschäftigten nehmen innerhalb der zweijährigen Projektzeit an unterschiedlichen Workshops teil – vom Pflegepersonal über Ärzte bis zum Küchenund Reinigungspersonal. (fei)

buch-tipp

Manfred Stelzig: Krank ohne Befund. Ecowin Verlag, 256 Seiten, 21,90 €. ISBN: 3711000282

Liste „Wahlvorschlag Grassauer“ angetreten ist, gehören alle anderen Mitglieder des Vorstands der „Liste unabhängiger Tierärzte“ an.

Neuer Präsident der Tierärztekammer: Kurt Frühwirth (3.v.re.).

Thomas Dewald ist neuer Chef von Mundipharma Österreich

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Denn sie wissen nicht, warum! Jeder dritte Patient in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus leidet an körperlichen Beschwerden, ohne dass eine ausreichende organische Erklärung gefunden werden kann: spürbar krank, aber ohne Befund. Die Betroffenen haben Schmerzen, doch die behandelnden Ärzte können keine Krankheit diagnostizieren. Obwohl die Wissenschaft in diesem Bereich bereits bahnbrechende Erkenntnisse gewinnen konnte, werden diese Menschen oft immer noch falsch behandelt. Das neue Buch von Manfred Stelzig, „Krank ohne Befund“, ist die Anklage eines Mediziners, der feststellen muss, dass das Wissen um Psychosomatik nur unzulänglich Eingang in die Medizin gefunden hat. Es möchte Betroffenen dabei helfen, ihre Patientenkarrieren zu verkürzen und jahrelanges Leid und Kummer zu ersparen. Was können Gründe für Schmerzen ohne organische Ursache sein? Wie erkennt man sie? Und welche Möglichkeiten haben wir, uns davor zu schützen? (fei)

Neue Führung für Tierärztekammer

Menschen, über die man spricht

Wien. Thomas Dewald ist neuer Geschäftsführer von Mundipharma Österreich & CEE. Damit verantwortet der 37-jährige Österreicher mit polnischen Wurzeln die Geschäftsagenden Österreichs und fast aller Länder Osteuropas. Dewald blickt auf eine bereits zehnjährige Karriere in der Pharmabranche zurück. Er studierte Humanmedizin an der Universität Wien sowie am Karolinska-Institut in Schweden; nach der Promotion praktizierte er zunächst im „Universitetshospital Aalborg“ in Dänemark, bevor er seine Karriere in der Pharmabranche bei MSD (Merck Sharp & Dohme) startete. ­Parallel absolvierte er einen MBA für Internationales Management. Die vergangenen fünf Jahre verbrachte Dewald in der Münchner Nieder­ lassung von MSD. (fei)

J o hn C . R eed, ne u es mit g l ied der roche-kon­ z ern l eit u n g © Roche

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Apothekerpräsident Max Wellan und Stadträtin Sonja Wehsely waren in Tanzlaune.

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Wien. Qualifizierte Fachkräfte im Pflege- und Betreuungsbereich sind gefragt. Damit diese das Haus der Barmherzigkeit künftig noch stärker als attraktiven Arbeitergeber wahrnimmt, startet das Wiener Gesundheitsunternehmen nun seine erste Employer Branding-Kampagne. Gemeinsam mit der Agentur „Ehrlich aber Stekl“ wurden unter dem Titel „Alles in einem Haus“ Sujets entwickelt, die potenzielle Kandidaten ansprechen.

Der Basler Pharmakonzern Roche hat den US-Mediziner und Forscher John C. Reed in die erweiterte Konzernleitung berufen. Reed wird Chef der Pharmaeinheit für Forschung und frühe Entwicklung, tritt seine Stelle am 2. April an und löst Mike Burgess ab. Der 54-jährige US-Bürger Reed ist aktuell Leiter eines Forschungsinstituts in Kalifornien und gehört zu den weltweit führenden biomedizinischen Forschern bei Krebs, Neuroprotektion, Autoimmunsystemen und anderem.

H ans Geini tz , ne uer Che f der RadioOnko­ log ie in Lin z

Hans Geinitz (47) ist neuer Leiter der Radio-Onkologie am onkologischen Leitspital für Oberösterreich. Er folgt Josef Hammer, der in Ruhestand getreten ist. Geinitz stammt aus Bremen und war leitender Oberarzt sowie stellvertretender Direktor an der Klinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie der TU München. Sein klinisches und wissenschaftliches Interesse gilt der Hochpräzisionsstrahlentherapie, insbesondere bei Tumorerkrankungen des Verdauungstrakts.

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Das Haus der Barmherzigkeit startet Employer Branding-Kampagne.

Tara zu betonen. Und mit „Ein Ort ohne Apotheke ist kein richtiger Ort“, ließ er standespolitisch auch keinen Zweifel daran, wo die Prioritäten bei der Arzneimittelversorgung in Österreich sein sollten. Ministerium und Apothekerkammer haben in diesem Jahr auch eine heikle Aufgabe: Es geht um Regelungen zum Arzneimittel-Versandhandel, die einerseits die Sicherheit vor Fälschungen gewährleisten und EU-kompatibel sein müssen, und gleichzeitig das Apothekenwesen nicht beschädigen sollen. Das fand beim Traditionsball der Pharmazie seinen Niederschlag in einem flott choreografierten Breakdance-Gerangel im Hofburg-Festsaal zwischen „guten“ Apothekern und „bösen“ Internet-Kids. Das Gute gewann natürlich ... Weniger „Sicherheit“ sondern volles Gefühl war dann aber angesagt bei der Publikumsquadrille.

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andreas feiertag

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Das pharmazeutische Generalthema „Sicherheit“ zog sich durch Galaabend der Apotheker.

Hans Jörg Schelling, chef des haupt­ verbandes

Nach vier Jahren ist eine der erfolgreichsten Perioden im Vorstand des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger zu Ende. Dazu der Vorsitzende, Hans Jörg Schelling: „Als ich angetreten bin, habe ich gesagt, dass dieser Weg kein leichter sein wird. Nach vierjähriger Funktionsperiode hat sich diese Einschätzung bestätigt, allerdings auch gepflastert und belohnt mit tollen Erfolgen.“ Die Wahl des neuen Verbandsvorstands erfolgt am 31. Jänner 2013.


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