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medianet

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Freitag, 24. Februar 2012 – 31

Informationstag

Am 29. Februar ist der „Welttag der Seltenen Erkrankungen“  Seite 36

© EPA/Filip Singer

© sticklerfotografie

healtheconomy Kampagne

Apotheken bieten PneumokokkenImpfungen im März billiger an  Seite 36

auszeichnung Penninger in DEN USA geehrt © Rita Newman

Personalentwicklung ist Schlüssel in der Pflege

© medianet

short

inhalt

Healthcare > Kommentar: Wohin mit dem Plus der Kranken­ kassen?  32 > Private Ausgaben für Gesundheit steigen stark  33 > Lohnerhöhung bei den privaten Krankenhäusern  33 > Alpenverein ist neuer Partner bei mediclass  33 > Neues Kurbad mit Hotels in Bad Aussee geplant  35 > Heilquell-Ort sucht neue Investoren  35 Pharmareport und Lifescience > Erwo-Pharma wächst in Nischen kräftig  34

Runder Tisch Pflegeexperten diskutieren die steigenden Anforderungen im Pflegeberuf und die Schwierigkeiten, Personal zu finden bzw. zu halten. Personalentwickler Flenreiss (Medicare) empfiehlt, eine Unternehmenskultur zu entwickeln.  Seite 32

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Investitionen Erneut für heftige Diskussionen über geplante Spitalsbauten sorgt in Niederösterreich ein RechnungshofRohbericht. Nach „minutiöser“ Prüfung der Kritik an den Spi­ talsneubauten in Baden und Mödling bzw. Wiener Neustadt und Neunkirchen hat die Lan­ desregierung den Rohbericht einstimmig abgelehnt, sagte der zuständige Landeshaupt­ mannstellvertreter Wolfgang Sobotka (Bild). Davor hatten schon Gesundheitsökonomen auf die hohe Spitalsdichte in Österreich und die dadurch entstehenden Kosten für das Gesundheitswesen hingewiesen. Seite 35

© MediCare/foto weinwurm; APA/Barbara Gindl; Montage: B. Schmid

© VPNÖ

Portät Die Österreich-Tochter des US-Pharma- und Bio­ techkonzerns CSL Behring rechnet für heuer trotz des wachsenden Kostendrucks im Gesundheitswesen mit einer stabilen Geschäftsent­ wicklung. Das Unternehmen setzte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres weltweit 1,9 Milliarden USDollar um, sagte Geschäfts­ führer Norbert Piana (Bild) im healtheconomy-Interview. CSL Behring ist ein weltweit operierendes Unternehmen auf dem Gebiet der Plasma­ therapeutika mit Hauptsitz in King of Prussia. Seite 34


c ov e r

32 – healtheconomy

Freitag, 24. Februar 2012

Round Table zur Pflege Experten diskutieren Auswege aus der Burn-out- und Kündigungsfalle in der Pflege

Kommentar

Personalentwicklung wird in Pflege immer wichtiger

Was tun mit dem Plus der Kassen?

Wachsender Druck und fehlende Karrierewege führen zu Personaldruck im wachsenden Pflegebereich.

Martin Rümmele

Branchen Neue Trends

Kongress zur Wirtschaft

© Rümmele

Wien. Der Gesundheitssektor ist massiv von öffentlichen Sparprogrammen betroffen. Steuert die Medizin deshalb jetzt in die Katastrophe? Vielerorts macht sich unter den Betroffenen Frust breit, nicht wenige sehen sogar die Patientenversorgung gefährdet. Der „4. Gesundheitswirtschaftskongress“ will diesen Themen am 7. März in Wien auf den Grund gehen.

Experten diskutieren, welche Berufe die Sparpläne am meisten treffen.

© Rümmele (5)

W

ährend Bund, Länder und Sozialversicherungen noch streiten, wo und wie vor allem bei den Spitälern eingespart werden kann, schreiben die Krankenkassen seit einiger Zeit wieder positive Zahlen und bauen damit ihre Schulden ab. 300 Millionen Euro sind es noch, 2010 lagen die Schulden noch bei einer Milliarde Euro. Ein Beispiel für das Bundesbudget? Nicht unbedingt. Natürlich haben die Kassen alle Sparmöglichkeiten versucht auszuschöpfen, viel wurde im Arzneimittelbereich gespart, viel bei den ärztlichen Leistungen; auch Umstrukturierungen und Personalstopps gab es. Dazu gab es auch Bundeszuschüsse und geholfen haben nicht zuletzt die gute Konjunktur der vergangenen Jahre und hohe Lohnabschlüsse. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Kürzungen auch die Patienten betroffen haben und die damit neben ihrer Krankheit doppelt. Die zentrale Frage ist allerdings nicht, wie viele Politiker jetzt diskutieren, wofür man das Plus der Kassen ausgeben soll, ob zum Schuldenabbau oder für neue Leistungen. Die Frage ist, wie unser Gesundheitswesen künftig aussehen soll, welche Strukturen wir brauchen werden – nicht, welche die Stakeholder in den Verhandlungen zulassen. Finden wir keine Lösung, werden die Schulden der Kassen bald wieder steigen.

Diskutierten über Zukunft des Pflegeberufs: Anna Parr (Vinzenz Gruppe), Gerhard Flenreiss (Medicare), Walter Marschitz (Hilfswerk) und Erika Degendorfer (KAV Wien). Martin RÜmmele

healtheconomy: Die Gesellschaft altert, im Gesundheitswesen steigen die Anforderungen an das Personal und die Zahl jener, die aus dem Pflegeberuf aussteigen, ist enorm hoch. Nachwuchs findet sich immer schwerer, weil der Beruf hart ist, die Bezahlung teilweise schlecht und Karrieremöglichkeiten fehlen. Wie finden Pflege- und Gesundheitseinrichtung Nachwuchs und wie halten Sie die Mitarbeiter bei der Stange? Erika Degendorfer: Der Krankenanstaltenverbund führt 2100 Ausbildungsplätze im Gesundheitsund Krankenpflegebereich. Wir rekrutieren den Nachwuchs indem wir u.a. bei der Berufsinformationsmesse und in Schulen Informationen anbieten. Es gibt nach wie vor eine größere Nachfrage als Ausbildungsplätze. Wir haben auch ein Auswahlverfahren, um geeignete Personen für die Ausbildung zu finden. Zudem gibt es Kooperationspartner, die Praktikumsplätze zur Verfügung stellen und für die wir im Gegenzug bei einer Anstellung auf die anteiligen Ausbildungskosten verzichten. Gerhard Flenreiss: Als Personaldienstleister für den Gesundheitsund Pflegebereich rekrutieren wir nicht für die Erstausbildung. Wir gehen aber in Pflegeschulen und informieren über das Arbeitsplatzangebot. Nicht jeder Absolvent hat gleich ein Jobangebot. Wir finden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch bei Wiedereinsteigern oder Umsteigern. Generell funktioniert der Pflegebereich aber anders als andere Berufe; hier wirken deshalb auch die klassischen Rekrutierungsmaßnahmen etwa über Inserate nicht. Anna Parr: Das beobachte ich auch. Zudem hängt die Situation vom Standort ab. Wir haben Einrichtungen in der Stadt und am Land, wo auch viel über Mundpropaganda läuft. Menschen am Land kennen die Einrichtung und den Ruf und bewerben sich von sich aus. In Wien ist es anders – viele Bewerbungen kommen über das Internet und über Schulen zu uns. Innerhalb der Vinzenz Gruppe gibt es auch viele Mitarbeiter, die wechseln – etwa vom Krankenhaus in die Langzeitpflege oder umgekehrt.

Walter Marschitz: Das Hilfswerk ist ein mobiler Träger. Wir suchen nicht Primärausgebildete, sondern erfahrene Kräfte für die Arbeit in der mobilen Pflege. Interessant ist für das Segment des Berufswechsels, wenn etwa Leute im Krankenhaus beginnen und dann wechseln – etwa, weil sie keine Nachtdienste wollen oder Teilzeit suchen. healtheconomy: Die Zahl jener, die aussteigen, ist im Pflegebereich hoch und für die Unternehmen und Organisationen ein Problem. Wie lässt sich hier gegensteuern? Marschitz: Anhand der Ausstiege kann man auch lernen. Ein kritischer Punkt sind Arbeitszeiten.

„Der Pflegebereich funktioniert nicht wie andere Berufe. Hier wirken klassische Rekrutierungsmaßnahmen nicht.“ Gerhard FLenreiss, Medicare

Gerade im mobilen Bereich ist das aber schwer planbar. Nicht wenige gehen, weil sie familiäre Pflichten nicht mit den Arbeitszeiten vereinbaren können; hier spielt die Führungskraft eine wichtige Rolle. healtheconomy: Was tut man, wenn es Widersprüche gibt? Marschitz: Es gibt überall Super-

vision und Fortbildungen. Wir versuchen auch Spezialisten auszubilden. Das Problem ist, dass es in der Pflege auch wenig Karrieremöglichkeiten gibt. Parr: Wir führen mit jedem Mitarbeiter ein Austrittsgespräch und fragen nach. Wir haben festgestellt, dass neue Mitarbeiter schwer zu halten sind, wenn die Einführungsphase zu überfordernd war. Deshalb fragen wir vorher ab, was sich Leute im Job erwarten. Wir haben auch in Mitarbeiterbefragungen erhoben, warum die Leute bleiben. Das Ergebnis: Nummer eins sind das Arbeitsklima, die Offenheit im Austausch und bei uns das christliche Umfeld. Grund Nummer zwei ist die sinnvolle Tätigkeit und die Möglichkeit, selbstständig arbeiten zu können mit eigenen Entscheidungskompetenzen. Und Nummer Drei: der Wunsch nach einer klaren und wertschätzenden Führung, die Sicherheit im Beruf gibt. healtheconomy: Was sagt der Personalentwickler dazu? Flenreiss: Sehr wichtig ist die Unternehmenskultur. Wenn Mitarbeiter Angst haben vor einem Mitarbeitergespräch, hapert es an der Kultur. Wichtig ist auch die Unternehmensbindung und hier machen sich viele Häuser wenige Gedanken. Exit- und Mitarbeitergespräche, wie Sie sie skizziert haben, sind nicht überall üblich, auch Supervision nicht. Oft gibt es neben der Unternehmenskultur auch Mikrokulturen etwa zwischen Ärzten und der Pflege. Unsere Erkenntnis ist, dass die Mitarbeiter auch wollen, dass ihre persönliche Lebenssituation gesehen wird. Degendorfer: Da stimme ich zu.

Wichtig ist, die Persönlichkeit und das familiäre Umfeld einzubinden Hier gibt es noch Möglichkeiten der Verbesserung. Ich glaube es kommt auch auf die Fehlerkultur an. Wir bieten unseren Mitarbeitern an, Dinge anonym sagen zu können. Es gibt für sie weiters die Möglichkeit, in andere Bereiche zu wechseln. Sehr positiv wird auch die flexible Dienstzeitgestaltung bewertet. Marschitz: Das geht in Wien und in einem großen Verbund wie dem KAV sicher gut, am Land und im mobilen Bereich bzw. in kleineren Organisationen wird es schwierig. Parr: Das sehe ich auch so. Wir versuchen flexibel auf die Wünsche der Mitarbeiter einzugehen, das erreicht aber von den Strukturen leider auch seine Grenzen und bleibt eine Herausforderung. Flenreiss: Gibt es bei der Auswahl der Mitarbeiter auch ein Sollprofil über Stärken und Schwächen und ob jemand in die Langzeit- oder Kurzzeitpflege will? Parr: Nein bis jetzt nicht. Wir sehen aber genau hin, was unsere Mitarbeiter brauchen und erwarten. Degendorfer: Das haben wir nur für Spezialbereiche wie z.B. im OP oder bei Intensivstationen. Da schauen wir, ob die Personen besonderer Belastung standhalten. Der Vorteil ist, dass wir Personen in unseren Ausbildungseinrichtungen selbst ausbilden und die Stärken und Schwächen schon kennen. Marschitz: Der Unterschied zwischen Langzeit- und Kurzzeit ist nicht so groß, wie zwischen mobilem und stationärem Bereich. Die Typen sind hier unterschiedlich. Flenreiss: Ja, wir beobachten das auch: Es ist gar nicht so einfach, dass gut eingearbeitete Leute aus dem Akutbereich in die Langzeitpflege wechseln; dazu kommen Wechsel in der Hierarchie. Auch hier braucht es entsprechende Auswahlkriterien.

Diskutanten

Parr, Flenreiss, Marschitz, Degendorfer: „Persönliche Situation ist enorm wichtig“.

Gerhard Flenreiss, Geschäftsführer Medicare Personaldienstleistungen GmbH Anna Parr, Geschäftsführerin Barmherzige Schwestern Pflege GmbH Erika Degendorfer, Geschäftsbereichsleiterin Pflegemanagement KAV Wien Walter Marschitz, Geschäftsführer Hilfswerk Österreich


H E A LT H : C A R E

Freitag, 24. Februar 2012

Gesundheitswirtschaft Individuelle Medizin und Vorsorge erleben einen neuen Boom

Privat statt Staat Andreas Feiertag

Wien. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den vergangenen 15 Jahren ist es zu einem rasanten Anstieg der Wahlärzte gekommen und es gibt bereits deutlich mehr Wahl- als Kassenärzte in Österreich. In seiner ersten Veranstaltung im neuen Jahr beschäftigte sich der Pharma Marketing Club Austria (PMCA) mit dem privaten Gesundheitsmarkt und damit, wie sich die Gesundheitswirtschaft auf Selbstzahler einstellt. Martin Gleitsmann, Mitbegründer der Plattform Gesundheitswirtschaft, rüttelte mit Zahlen auf: 2008 gaben private Haushalte allein 4,6 Mrd. € für Alternativmedizin und freiwillige ärztliche Leistungen aus. Der gesamte Gesundheitsmarkt in Österreich belief sich auf 34,7 Mrd. €. Der private Markt hatte einen Anteil von 13,4 Mrd. €, das entspricht rund 39%. Die Ös-

Alpenverein Vorsorge

Neues Angebot Wien. Dei Sektion Edelweiss, Zweig des Österreichischen Alpenvereins mit Sitz in Wien, setzt mit einer Kooperation mit dem „Gesundheitsclub mediclass“ auf Prävention und nachhaltige Gesundheitsvorsorge. Der Anwalt der Alpen, der sich gegen die Zerstörung von Naturund Kulturlandschaften einsetzt, möchte sich in Zukunft auch um die nachhaltige Gesundheit und Fitness seiner Mitglieder kümmern. „Mit der ‚mediclass‘-Mitgliedschaft, die unsere Mitglieder zu einem Spezialpreis abschließen können, haben sie Anspruch auf einen umfassenden Vorsorgecheck im Wert von 400 Euro und einen ganzjährigen leistbaren Zugang zu Privatmedizin und therapeutischen Leistungen“, erläutert AlpenvereinMarketingleiter Wolfgang Auer: „Wichtig für uns war, dass die Mitgliedschaft für jeden möglich ist“, erklärt Auer den Schritt.

Anbieter für Privatmedizin

© Alpenverein Edelweiss

mediclass bietet Privatmedizin zu günstigen Konditionen. Im ersten mediclass-Zentrum im 2. Bezirk können Mitglieder auf 1.000 m2 bei über 30 Fachärzten und Therapeuten ganzjährig Privatmedizin in Anspruch nehmen. „Mit diesem Konzept wird private, ambulante Medizin für alle leistbar. Im Gegensatz zu anderen Anbietern kann jeder Mitglied werden, unabhängig von Alter, Gesundheitszustand und Geschlecht“, so mediclass­Geschäftsführer Michael Supparitsch. (fei)

Wolfgang Auer: Gesundheitsvorsorge für alle Mitglieder leistbar machen.

terreicher gaben damit privat pro Kopf 1.600 € für Gesundheit aus. Rund 2,8 Mio. Österreicher – das sind 34% der Bevölkerung – haben eine private Krankenversicherung. Mediclass-Gesellschafter und Gesundheitsexperte Christoph Sauermann ist sich sicher, dass private Haushalte in Zukunft deutlich mehr für Gesundheit ausgeben werden – wegen der steigenden Kosten im staatlich finanzierten Gesundheitswesen und dem steigenden individuellen wie auch betrieblichem Bedürfnis nach mehr Prävention, die so im staatlichen System (noch) nicht vorgesehen ist.

© PMCA

1.600 € pro Kopf und Jahr privat für Gesundheit.

Martin Gleitsmann stellte die jüngsten Zahlen zum Gesundheitsmarkt vor.

healtheconomy – 33

Privat- und Ordensspitäler Besserer Kollektivvertrag

Lohnerhöhung um satte 3,4 Prozent Wien. Nach zähen Verhandlungen einigten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter auf einen Kollektivvertragsabschluss für die rund 15.000 Beschäftigten in den Privat- und Ordensspitälern. „Der nun erzielte Abschluss bringt eine Erhöhung der KV-Löhne von durchschnittlich 3,4%, in den niedrigeren Verwendungsgruppen steigen die KV-Löhne um mehr als 3,7%“, sagt der stellvertretende vida-Vorsitzende und Chefverhandler der Arbeitnehmer, Willibald Steinkellner. Konkret wird der Grundlohn um 2,56% erhöht und zusätzlich um einen Pauschalbetrag von 15 € angehoben. Die Zulagen steigen um 3, 05%. Das von den Beschäftigten für die Verpflegung zu bezahlende Essensgeld wird nicht erhöht. Der Vertrag tritt rückwirkend mit 1. Februar 2012 in Kraft und gilt für zwölf

Monate. „Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen ist uns mit der Eröhung der KV-Löhne und -Gehälter um 3,4% ein akzeptabler Abschluss gelungen. Wichtig war, einen Abschluss über jenem des öffentlichen Dienstes zu erreichen, damit uns eine schrittweise Anhebung der Einkommen in den Privat- und Ordensspitälern auf das Gehalts-niveau in den öffentlichen Spitälern gelingt“, sagt Steinkellner.

Änderung im Arbeitsrecht Auch im Arbeitsrecht gibt es Verbesserungen: Ab sofort werden Zeiten der Elternkarenz auch bei der Berechnung des Urlaubsanspruchs berücksichtigt. Heimhilfen werden nun im Pflegeschema „F“ des Kollektivvertrags eingestuft – bislang war ihre Einstufung nicht im KV. (fei)


34 – healtheconomy

short

Durststrecke bei Schweizer Actelion

P h a r m a r epo r t: L i f e s c i e n c e

Freitag, 24. Februar 2012

Seltene Erkrankungen Am 29.2. ist „Rare Desease Day“; US-Konzern garantiert Angebot von Medikamenten

CSL Behring forscht an neuen Plasmaprodukten

Zürich. Das Zugpferd der Schweizer Biotech-Firma Actelion, Tracleer, bekommt in den USA Konkurrenz durch das Gilead-Mittel Letairis und verliert 2015 seinen Patentschutz. Für die Zukunft verspricht sich Actelion Gewinne von zwei neuen Medikamenten. „Bis wir Macitentan und Selexipag auf dem Markt haben, wird es sehr schwierig für uns, zu wachsen“, erklärt Firmenchef und -gründer Jean-Paul Clozel. Im Vorjahr machte das Unternehmen einen Verlust von 146,3 Mio. CHF statt prognostizierter 114 Mio. CHF. An der Börse verloren die ActelionAktien knapp ein Prozent auf 35,14 CHF.

Grazer Servicestelle für Medikamentenzulassung Graz. „Regulatory Services“ sind Dienstleistungen rund um die Zulassung und Neuzulassung von Medikamenten. Das neu gegründete Grazer Unternehmen „Pharmaceutical and Regulatory Services GmbH (PRSG)“, das erste Spin-off des Grazer K1-Kompetenzzentrums „Research Center Pharmaceutical Engineering“ (RCPE), reagiert auf die zunehmende Nachfrage in diesem Bereich: „In den vergangenen Jahren hat sich im rechtlichen Bereich viel geändert. Wir unterstützen Unternehmen im gesamten Zulassungsbereich, der entweder ganz zu uns ausgelagert oder durch uns erleichtert und unterstützt werden kann“, erklärt PRSG-Geschäftsführerin Lydia Morawetz.

© Gerry Rohrmoser/Therme Wien

Eine neue Therapie für Rückenbeschwerden

Die Behandlung wirkt besonders auf den Bereich der Lendenwirbelsäule.

Wien. Ab März wird in der Therme „Wien Med“ im Rahmen des interdisziplinären Rückenzentrums die neue ambulante Behandlungsmethode „GammaSwing“ angeboten, welche die Streckung der Wirbelsäule mit einer schwingenden Bewegung kombiniert. Es kommt zu einer sanften Dehnung der Muskeln und Bänder, die Gelenksflächen der kleinen Wirbelgelenke werden schonend getrennt und der Druck im Bereich der Bandscheiben wird dadurch vermindert. Zur Einführung kostet eine Behandling 29 €.

Wien. Die Österreich-Tochter des US-Pharma- und Biotechkonzerns CSL Behring rechnet für heuer trotz des wachsenden Kostendrucks im Gesundheitswesen mit einer stabilen Geschäftsentwicklung. Das Unternehmen setzte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres weltweit 1,9 Milliarden USDollar um, sagte Geschäftsführer Norbert Piana im healtheconomyInterview rund um den „Welttag der Seltenen Erkrankungen“. CSL Behring ist ein weltweit operierendes Unternehmen auf dem Gebiet der Plasmatherapeutika mit Hauptsitz in King of Prussia, Pennsylvania, USA, und beschäftigt weltweit über 9.000 Mitarbeiter in 19 Ländern und hat insgesamt drei Produktionsstandorte, die sich in Marburg (Deutschland), Bern (Schweiz) und Kankakee (Illinois, USA) befinden. Das Unternehmen engagiert sich für die Forschung und Entwicklung von Plasmaproteinen und therapeutischen Proteinen unter Einsatz neuester Technologien und setzt sich verstärkt dafür ein, Leben zu retten und die Lebensqualität von Menschen mit seltenen und schweren Krankheiten zu verbessern, schildert der Österreich-Chef. Zum Portfolio des Unternehmens gehören Produkte für Hämophilie, für Immunstörungen, Produkte für Seltene Erkrankungen, die aus Plasma gewonnen werden, und Produkte für Gerinnungsstörungen in der Intensivmedizin. „Wir haben auch Produkte für Seltene Erkrankungen, die man aus kaufmännischen, betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten so nicht betrachten darf. Man muss das dahingehend sehen, dass wir Patienten gegenüber verpflichtet sind, diese Produkte zur Verfügung zu stellen. Ich werde mich dafür einsetzen,

© medianet

Der Preisdruck im Gesundheits­ wesen macht Actelion zu schaffen.

CSL Behring bietet u.a. Medikamente für eine Reihe von seltenen Erkrankungen an, sagt Geschäftsführer Norbert Piana.

diese Produkte auch im österreichischen Markt zu behalten“, versichert der CSL Behring-Manager. Dabei hat der Konzern eine sehr lange Tradition. Der Firmengründer von europäischer Seite, Emil von Behring, hat 1901 etwa den Nobelpreis erhalten. CSL wurde 1916 gegründet mit dem Ziel, den ozeanischen Raum mit Impfstoffen zu versorgen. Im Laufe der Zeit hatte Behring verschiedene Eigentümer, bis durch Fusionen dann der heutige Konzern CSL Behring entstanden ist, schildert Piana. Den Druck auslaufender Patente, mit denen der Großteil der Pharmabranche derzeit kämpft, spürt CSL Behring weniger. Piana: „Man muss Firmen, die Plasmaprodukte herstellen, und klassische chemische Pharmaindustrie unterscheiden.

Bei uns sind die Entwicklungen langsamer, weil sie sich beschränken auf Produkte, die aus Plasma hergestellt werden können.“ Eine rasante Entwicklung habe es aber bei der Qualität der Produkte gegeben. Speziell, was das Risiko der Virenübertragung anbelangt, habe sich mit neuen Verfahren sehr viel getan. „Das selbe Produkt unterscheidet sich heute deutlich zu jenem von früher.“ Der Erfolg speziell in Österreich sei zudem auch auf ein Team von langjährigen Mitarbeitern mit hoher fachlicher und sozialer Kompetenz zurückzuführen. Es sei diesen und der Firma gelunden, diese Produkte auch gut am Markt zu etablieren und auch neue Therapiekonzepte zu etablieren; „die Behandlung von Gerinnungsstörungen in der Inten-

sivmedizin unterscheidet sich heute grundsätzlich von der Art, wie sie noch vor zehn oder mehr Jahren war; hier haben wir maßgeblichen Anteil an der Entwicklung.“

Potenzial in der Zukunft Aktuell arbeiten die Forscher an Produkten, die über den Plasmabereich hinausgehen, etwa rekombinante Produkte wie einem „Faktor IX“-Präparat mit verlängerter Halbwertszeit. „Es ist für Patienten ein enormer Vorteil, ob man ein Präparat nur noch einmal die Woche nehmen muss; hier ist in Zukunft noch viel zu erwarten. In vielen Bereichen ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Es wird noch viele Indikationen geben, wo Immunglobuline eine wichtige Rolle spielen.“

OTC-Markt „Jungunternehmen“ geht heuer mit Lizenzen ins fünfte Jahr und bringt heuer auch Eigenentwicklung

Erwo-Pharma wächst weiter in Nischen Wien. Ernst Wolensky war lange Jahre für Pharmaunternehmen tätig – zuletzt bei Nycomed als Vicepräsident Marketing & Sales – und hat sich dann selbstständig gemacht. Das war heuer vor fünf Jahren. Sein Unternehmen ErwoPharma konzentriert sich auf das Marketing und den Vertrieb von Humanarzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Medizinprodukten in öffentlichen Apotheken und Krankenhäusern und ist im OTC-Segment bereits die Nummer elf in Österreich. „Wir kratzen bereits an der Zehn. Im Vorjahr wuchs der Umsatz um etwa 30 Prozent auf knapp an sieben Millionen“, sagt Wolensky. Sein Erfolgsrezept: Alte, bekannte Gesichter und erfahrene Profis im Team und alte, traditionsreiche Marken. Der Marktumsatz des Unternehmens lag 2008 bereits bei 4,3 Mio. €. „Wir haben als kleines Unternehmen eher sogar zu viel gemacht. Wir haben fünf Produkte im vergangenen Jahr eingeführt.“ Bekanntes Präparat war „ein pflanzliches Produkt gegen Reisekrankheit, das nun auch eine

Registrierung gegen Schwangerschaftsübelkeit bekommen hat“. Dazu kamen zwei Produkte im Bereich Homöopathie. „Im Life Cykle-Management für Latestage-Produkte ist eine gescheite Preispolitik wichtig und Erinnerungswerbung, wo man profitabel arbeiten kann; und das soll Margen eröffnen, die man auch in neue Produkte investieren kann.“ 2012 will Wolensky nicht mehr ein-

fach auf Volumen gehen, sondern auch schauen, was zum Unternehmen und Portfolio passt und sich auf Bereiche fokussieren. Dazu gehört auch eine Eigenentwicklung im Nahrungsergänzungsbereich, die im vierten Quartal auf den Markt kommen soll – ein Muskelaufbaupräparat auf pflanzlicher Basis, „wo wir in einem Projekt auch die Pflanze anbauen“, sagt der Erwo-Gründer, und wei-

© medianet

© EPA

Österreich-Geschäftsführer rechnet für heuer trotz Preisdruck mit stabiler Geschäftsentwicklung.

Ernst Wolensky erwartet für heuer ein Umsatzplus von zehn Prozent.

ter: „Ich bin überzeugt, dass wir hier eine echte Innovation haben.“ Er erwarte sich auch für heuer ein Wachstum von zehn Prozent, will zur Konsolidierung aber etwas vorsichtiger treten. „An reinen Zahlen mache in meinen Erfolg aber nicht mehr fest.“

Starker Logistik-Partner Er sehe die Zukunft der ErwoPharma als sehr profitables Unternehmen und wirtschaftlich sehr erfolgreich. „Wir wollen weiter in kleinen Nischen bleiben. Und wir wollen in Segmenten bleiben, die Werte für die Verwender und für alle Stakeholder im System schaffen.“ Nach wie vor seien die Lücken zwischen großen Konzernen so groß, dass man mit guten und schnellen Lösungen sehr erfolgreich sein kann. Dazu brauche es in der Logistik einen wirklich verlässlichen und guten Partner, den man seit Beginn in der mit Pharma Logistik Austria habe. Wolensky: „Wir können die Logistik allein nicht machen. Wir sind die Spezialisten in der Vermarktung von Arzneimitteln.“ (iks)


H e a lt h : c a r e

Freitag, 24. Februar 2012

short

Neues Kurbad mit Hotels in Bad Aussee

healtheconomy – 35

Rechnungshof Nach Gesundheitsökonomen kritisieren auch Prüfer Neubauprojekte

short

Streit um Kliniken

Heilquell-Ort sucht Investoren

Neben dem neuen Bad wird es ein weiteres Bettenangebot geben.

Graz. Bad Aussee wird aufgemöbelt: Das alte Kurbad soll im Sommer abgerissen werden und durch ein Stadthotel ersetzt werden, ein neues Kurbad mit 6.000 m2 Nutzfläche und einem Ressorthotel sollen bis Ende 2013 auf dem Lerchenfelder Plateau errichtet werden. Das Siegerprojekt des Grazer Architekturbüros Marcus Schulz für das neue Ausseer Kurbad plus angeschlossenem Resorthotel mit 112 Betten wird am 16. März der Öffentlichkeit im Kurhaus präsentiert. Für die Bauvorhaben werden insgesamt rund 38 Mio. € in die Hand genommen. Anstelle des alten Kurhotels errichtet die steirische Mandelbauer AG um knapp 12 Mio. € ein Stadt- und Kongresshotel mit 140 Betten, Wellnessbereich und Panoramarestaurant. Die Fertigstellung ist bis zum Frühling 2014 geplant, möglichweise wird diese der Erbauer selbst betreiben.

© St. Martins Therme & Lodge

St. Pölten. Erneut für heftige Diskussionen über geplante Spitalsbauten sorgt in Niederösterreich ein Rechnungshof-Rohbericht. Nach „minutiöser“ Prüfung der Kritik an den Spitalsneubauten in Baden und Mödling bzw. Wiener Neustadt und Neunkirchen hat die Landesregierung den Rohbericht einstimmig abgelehnt, sagte der zuständige Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP) in einer Pressekonferenz. Der Rechnungshof sei immer von der Ein-Haus-Variante ausgegangen, während das Land aufgrund diverser Parameter entschieden habe, dass zwei Häuser besser seien und auch dem Versorgungsauftrag sowie der Erreichbarkeit entsprechen. Niederösterreich bekenne sich zur wohnortnahen Gesundheitsversorgung. Das Zahlenwerk des Rechnungshofs ist für den ÖVPPolitiker in vielen Punkten „nicht nachvollziehbar“. Das als billiger vorgeschlagene „Cook and chill“Prinzip für die Küche (Aufwärmen von angelieferten Fertiggerichten) sei den Patienten im Interesse gesunder Mahlzeiten aus regionalen Produkten nicht zuzumuten. Die Landeskliniken-Holding agiere nach den Prämissen „sparsamer Verwendung der Mittel“. Relevant seien Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Qualität. Niederösterreich sei das einzige Bundesland, das in dieser Hinsicht Parameter aufgestellt und ein Riskmanage-

Geplant sind ein Saunadorf, ein Naturbadeteich, ein Fitnessparcours.

© VPNÖ

© APA/Barbara Gindl

Landesregierung weist Kritik des Rechnungshofs zurück.

Landespolitiker Wolfgang Sobotka verteidigt Spitalsinvestitionen in Niederösterreich.

ment eingeführt habe. Die Benchmarks mäßiger Kostensteigerungen würden eingehalten. Die Krankenhausstandorte seien auch von volkswirtschaftlicher Bedeutung, allein die „touristischen“ Effekte durch Besucher würden 27 Mio. € direkt in die Regionen bringen. Der Neubau der Häuser in Baden und Mödling wurde im Februar 2010 gestartet, die Fertigstellung ist Ende 2015 bzw. im Sommer 2016 geplant. Unter einer gemeinsamen Führung wird laut Sobotka in Ba-

den schwerpunktmäßig der akutmedizinische Bereich konzentriert und in Mödling der planbare. Vor dem Rechnungshof hatten schon Gesundheitsökonomen auf die hohe Spitalsdichte in Österreich und die dadurch entstehenden Kosten für das Gesundheitswesen hingewiesen. Spitalsneubauten wie jene in Niederösterreich seien versorgungspolitisch nicht sinnvoll, weil die Kosten hoch und die Fallzahlen niedrig seien. Damit sei auch die Qualität nicht gesichert. (iks)

Eisenstadt. Die mittelburgenländische Gemeinde Piringsdorf im Bezirk Oberpullendorf will ihre Heilquelle wirtschaftlich nutzen und sucht nach Investoren für ein Gesundheitshotel. Man will kein weiteres Wellnesshotel, wie Bürgermeister Stefan Hauser erklärt, sondern einen Platz für das „Entschleunigen“. Als Zielgruppe nannte Hauser Menschen mit Magenbeschwerden, da das Heiltrinkwasser dafür besonders geeignet sei, und unter anderem Burn-out-Patienten. Im fertiggestellten Gesundheitshotel mit 70 Zimmern sollen Arbeitsplätze für etwa 40 Menschen entstehen. Das Hotel wolle sich in der Drei- bis Vier-Stern-Kategorie ansiedeln, mit Übernachtungskosten von rund 70 € inklusive Frühstücksbuffet. Zurzeit rechnet Hauser mit Projektgesamtkosten von 7,3 bis 7,6 Mio. €, vom noch zu findenden Investor erhofft man sich 3,5 Mio. € Eigenkapital.

Zuwächse Der OTC-Wertanteil am heimischen Apothekenmarkt wächst kontinuierlich weiter; Probiotika-Segment liefert starke Performance

Probiotika als starker OTC-Turbo Österreich/Graz. Eigenverantwortliche Gesundheitsprävention und rezeptfreie Therapiemöglichkeiten bleiben auch hierzulande der Renner schlechthin. Wie die aktuellen Zahlen des Pharma-Marktforschers IMS Health zum heimischen OTCMarkt bestätigen, greifen Herr und Frau Österreicher weiter in die eigene Tasche. Besonders der Trend zu nicht registrierten Produkten – darunter fallen u.a. die Produktgruppen Nahrungsergänzungsmittel und diätische Lebensmittel – hält an. 2011 konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 10,8% erreicht werden, der registrierte Bereich blieb annähernd stabil. Der Wertanteil des gesamten OTC-Segments wuchs um weitere 3,9% und hält nun mit einem Volumen von über

Der Spezialist für Darmgesundheit konnte sich bei den ApothekenAufsteigern sowohl mengen- als auch wertmäßig unter den Top 6 am Produktmarkt platzieren. Auch am Innovationssektor schaffte es das Institut Allergosan mit „Omni Biotic Stress Repair“ auf die vorderen Ränge; das Probiotikum für Stressgeplagte, das mit 1. April 2011 in den Apotheken gelistet wurde, rangiert mittlerweile unter den Top 10 am Startermarkt.

600 Mio. € (AVP) einen 14,3%-Anteil am gesamten öffentlichen Apothekenmarkt, Tendenz leicht steigend. Der Österreich-Markt wachse in Zeiten der Krise kontinuierlich – wenn auch verlangsamt – weiter, heißt es seitens der Marktforscher.

Wachstumstreiber Vor allem bei Erkältungskrankheiten bleibt die Selbstmedikation erste Wahl. Ein zweistelliges und damit überdurchschnittlich starkes Wachstum verzeichnete erneut der Probiotika-Markt – nicht zuletzt deshalb, weil Darmprobleme für die österreichische Bevölkerung immer belastender werden. Zu den unangefochtenen Wachstumssiegern des Jahres zählte u.a. die Omni Biotic-Basic-Serie des steirischen Herstellers Allergosan.

„Präparat am Puls der Zeit“

„Verdauungsprobleme können mit Probiotika gelöst werden. Daher und Apotheker. Und der PROMOTION

Kunde ist begeistert.“ ANITA FRAUWALLNER, INSTITUT ALLERGOSAN

© Institut Allergosan/Paul Harris

empfehlen sie Ärzte

„Wir befinden uns in der dritten Generation der probiotischen Forschung“, so Anita Frauwallner, Leiterin des Instituts Allergosan. Die bisherigen Erkenntnisse machten es möglich, natürliche Wirkstoffe nunmehr ganz gezielt für spezielle Befindlichkeitssituationen zu designen. Im speziellen Fall laute die Botschaft: Die beste Therapie gegen Stress bietet ein funktionierender Darm. Das enorme Produkt-Echo bestätige die problemorientierte Forschungs- und Entwicklungsstrategie. Frauwallner: „Das Institut Allergosan ist und bleibt mit der Forschung am Puls der Zeit und ist so rechtzeitig mit fertigen Präparaten am Markt.“ Laut den Forschungspartnern und Produktentwicklern des Instituts soll die Wirkstoffkombination des neuen Präparats dafür sorgen,

© Institut Allergosan

Spezialist für Darmgesundheit: Institut Allergosan bestätigt mit Probiotika-Linie und neuem Anti-Stress-Präparat seine Führungsrolle.

dass stressinduzierte Entzündungsreaktionen reduziert und die Vermehrung schlechter Darmbakterien eingebremst werden; unerwünschte Reaktionen wie Konzentrationsverlust, Schlafstörungen oder permanente Nervosität, die mit Durchfällen und Blähungen einhergeht, ließen sich so nachhaltig verbessern.

Neue Erkenntnisse Das neue Produkt der Omni Biotic-Serie ist für die Expertin ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung: „Ich persönlich glaube, dass wir in drei Jahren noch ganz andere Behandlungsresultate und Verkaufsergebnisse erzielen werden, da derzeit eine ganze Reihe von Studien zum Thema ‚Stress und Probiotika‘ läuft und die daraus resultierenden Erkenntnisse schon sehr bald Einzug in die Behandlung von Burn-out und Depressionen finden werden.“

INFO/KONTAKT Das Institut Allergosan beschäftigt sich nunmehr seit über 15 Jahren intensiv mit Probiotik und probiotischer Nahrungsergänzung. Jahrelange Forschungsarbeit und ein internationales wissenschaftliches Forschungsnetzwerk schaffen die Grundlage für die innovative Probiotika-Produktkultur. Die Präparate entsprechen den allerhöchsten wissenschaftlichen Standards, hinsichtlich der Wirkmechanismen ebenso wie auch hinsichtlich der Anwendungssicherheit. Kontakt: Institut Allergosan Pharmazeutische Produkte, Forschungs- und VertriebsGmbH, Schmiedlstraße 8a, 8042 Graz E-Mail: office@allergosan.at Tel: +43(0)316 405 305 Fax: +43(0)316 405 305-20 www.allergosan.at


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

36 – healtheconomy

Freitag, 24. Februar 2012

Impfkampagne Apotheken bieten bis Ende März Impfung gegen schwere Erkrankung um ein Drittel günstiger an

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Pneumokokken-Aktion

„Apo+“ informiert über Gesundheitsthemen Apo+ er­scheint nun zehn­ mal im Jahr als Infoteil.

Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene ab 45 sind gefährdet; Infektion wird oft unterschätzt.

© Springer-Verlag

Wien. Mitte Februar erschien erstmals Apo+, ein eigenständiges Medium, das die Rolle des Apothekers und seine Kooperation mit dem Arzt für eine bestmögliche Patientenversorgung im Blick hat. Als Infoteil der österreichischen Ärzte Woche erreiche das Medium aus dem Hause Springer künftig zehnmal jährlich alle Apotheken sowie niedergelassenen Allgemeinmediziner und Internisten, erklärt Verena Kienast, Editor Springer Medizin.

„Master of Science“: Lehrgänge starteten

gefährlichen Infektionen. Untersuchugnen zeigen: Neben Säuglingen und Kleinkindern weisen vor allem Erwachsene ab 50 Jahren ein erhöhtes Risiko auf. „Pneumokokken-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Ursache für Todesfälle, die durch Impfungen vermeidbar sind. Eine Impfung ist die einzige Möglichkeit, zu schützen“, sagt Wolfgang Popp, Vorstand der 11. Medizinischen Abteilung mit Lungenkrankheiten und Langzeitbeatmungszentrum im Geriatriezentrum Wienerwald. In den Apotheken startet nun eine Impfaktion, die bis Ende März läuft. „Apotheken bieten das ganze Jahr über Impfaktionen an und verzichten dabei auf einen Teil der Gewinnspanne. Dadurch kann nun zum Beispiel der PneumokokkenImpfstoff um ein Drittel billiger angeboten werden“, sagt Christiane Körner, Vize-Präsidentin der Apothekerkammer. (iks)

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Wien. Durchschnittlich erkrankt fast täglich ein Mensch in Österreich an einer schweren invasiven Pneumokokken-Infektion, die Lungenentzündungen, Gehirnhautentzündung und Blutvergiftung verursachen kann. Der Verlauf kann dramatisch und innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich sein – wie zuletzt das Beispiel des britischen George Michael gezeigt hat. Trotzdem wird die Gefahr einer Infektion häufig unterschätzt. In Österreich erkrankten 2010 laut dem Jahresbericht der Nationalen Referenzzentrale für Pneumokokken der AGES 325 Menschen an einer invasiven PneumokokkenInfektion, 16 von ihnen starben. Mehr als Dreiviertel der Erkrankungen betrafen Österreicher ab 45 Jahre. Durch eine Indikationserweiterung bietet die Pneumokokken-Schutzimpfung ab sofort nicht nur den Jüngsten, sondern auch für Erwachsene ab 50 Schutz vor

Der Popstar George Michael war das jüngste Opfer einer Pneumokokken-Infektion.

Forschung 8.000 „Seltene Erkrankungen“ betreffen Tausende Menschen, neue Medikamente sind aber noch selten

Wien. Die Herstellung von Arzneimitteln für seltene Erkrankungen ist für Pharmazeutische Unternehmen mit einem hohen Risiko verbunden, sagt Jan Oliver Huber, Generalsekretär des Branchenverbandes Pharmig, im Vorfeld des „Tages der Seltenen Erkrankungen“ am 29. Februar.

Chronische Krankheiten

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Salzburg. Die Lehrgänge „Sports Physiotherapy“ und „Health and Fitness“ an der Uni Salzburg erfreuen sich seit ihrer Aufwertung zu „Master of Science“-Lehrgängen großer Beliebtheit. Beide berufsbegleitenden Ausbildungen haben Anfang Februar erneut gemeinsam gestartet – mit insgesamt 57 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Die Nachfrage steigt ständig“, freut sich Geschäftsführer Erik Hogenbirk.

Pharmig-General Jan Oliver Huber unter­ streicht Wichtigkeit der Forschung.

Diese „Rare Diseases“ sind chronische, oft fortschreitende Krankheiten, die häufig lebensbedrohend sind. In der Europäischen Union gilt eine Erkrankung als selten, wenn – am europäischen Durchschnitt gemessen – nicht mehr als eine Person von 2.000 Einwohnern betroffen ist. Geringe Patienten-

Alexandra Kautzky-Willer: Gendermedizin – Prävention, Diagnose, Therapie. 280 Seiten, Verlag UTB Stuttgart, 24,99 €, ISBN 3825236463.

In Österreich gestaltet der von der Pharmig eingerichtete „Arbeitskreis Rare Diseases“ als fachliches Gremium die Rahmenbedingungen für Arzneimittel für Seltene Erkrankungen aktiv mit. Dieser Experten-Pool begleitet aktuelle politische und Fragestellungen und ist Ansprechpartner für Pharmaindustrie, Behörden und andere Stakeholder. (iks)

Josef Penninger wurde zum Ehrenmitglied der AAAS ernannt

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Schluss mit Gleichmacherei Geschlechtssensible Forschung in der Medizin war noch bis vor Kurzem Terra incognita. So galt der junge männliche Körper in der Medizin als Norm, an dessen Modell sich medizinische Forschung und Praxis orientierten, ausgenommen alle die Reproduktion betreffenden Organe und Funktionen. Männer und Frauen unterscheiden sich aber in Anatomie und Immunologie, in ihrer genetischen und hormonellen Ausstattung. Alle Bestrebungen der Gender Medizin dienen letztlich dem Ziel einer optimalen Versorgung durch Überwindung der Geschlechterkluft. „Gendermedizin: Prävention, Diagnose, Therapie“ von Alexandra ­Kautzky-Willer (MedUni Wien) bietet einen Überblick über geschlechts­spezifische Unterschiede und Gemeinsamkeiten verbreiteter chronischer Krankheiten, pathophysiologische Ursachen und Zusammenhänge. Es zeigt die ganzheitliche Medizin unter Berücksichtigung der Frauen- und Männer­ perspektive.  (iks)

Eigener Arbeitskreis

Menschen, über die man spricht

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© UTB

buch-tipp

und Gesundheitsbehörden, die Entwicklung und Verfügbarkeit von Arzneimitteln voran. Dadurch werden in Zukunft immer mehr der rund 8.000 Seltenen Erkrankungen behandelbar“, ist Huber sicher.

Wien/Washington. Als einziger österreichischer Wissenschafter in diesem Jahr wurde der Genetiker Josef Penninger mit der begehrten Ehrenmitgliedschaft der renommierten „American Association for the Advancement of Science” (AAAS) ausgezeichnet. Penninger erhielt die Anerkennung für seine „herausragenden Leistungen im Bereich der Molekularen Medizin, insbesondere für die Entwicklung von Krankheitsmodellen und seine fundamentalen Entdeckungen in den Feldern der Immunologie, Knochenerkrankungen und Krebs“, wie die Organisation mitteilte. Die AAAS ist die größte Wissenschaftsgesellschaft der Welt, wurde 1848 gegründet und vereint heute 262 Akademien und Gesellschaften. Penninger ist wissenschaftlicher Direktor am Institut für Molekulare ­Biotechnologie in Wien.

e va maria , g il l es b er ger

Eva-Maria Gillesberger leitet seit Februar den Bereich Business Development im Schaffler Verlag. Dessen Leitmedium ist „Das österreichische Gesundheitswesen – ÖKZ“. Die promovierte Betriebswirtin kann durch ihre jahrelange Tätigkeit für den Gesundheits-Cluster Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Organisationsentwicklung und Projektmanagement für ÖKZ-Partner einbringen. Zugleich erweitert der Verlag dadurch sein Kundenservice, ist neben Graz und Wien nun auch in Traunsee päsent.

pet er kolb a , Ko nsu men ten sch ütz er W ien

Nach dem Aufruf des Vereins für Konsumentenschutz (VKI) an von defekten Brustimplantaten betroffene Frauen haben sich bis Mitte der Vorwoche 40 Frauen gemeldet. „80 haben das Formular auf der Homepage aufgerufen, 40 haben es vollständig ausgefüllt und abgeschickt“, sagte der Leiter der VKI-Rechtsabteilung, Peter Kolba. Die Möglichkeit, in Österreich den französischen Pflichtversicherer Allianz auf Produkthaftung zu klagen, könnte gegeben sein. Derzeit werde die Rechtslage geprüft.

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Erik Hogenbirk: Nachfrage nach Lehrgängen steigt kontinuierlich.

zahlen erschweren die Durchführung von klinischen Studien. Der Entwicklungsprozess ist daher besonders zeitintensiv und mit hohen Kosten verbunden. Um die Innovationskraft der Industrie zu erhalten, trat im Jahr 2000 die „Europäische Verordnung über Arzneimittel für seltene Leiden“ in Kraft. Diese Verordnung erleichtert und verkürzt den Zulassungsprozess von Medikamenten gegen Seltene Erkrankungen. 924 Wirkstoffe wurden seither erforscht, allein 200 davon in den vergangenen zwei Jahren. Davon wurden insgesamt 62 Arzneimittel in der Europäischen Union zugelassen. „Die pharmazeutische Industrie treibt laufend, gemeinsam mit Wissenschaft, Medizin

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„Rare Disease Day“ am 29. Februar

fran z x . hein z , Vir olog e der M edUni W ien

Anstieg der FSME-Erkrankungen in Österreich: 2011 mussten 113 Menschen wegen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis ins Spital, vier starben. 2010 waren es 63 Kranke und ein Todesfall. Die neuen Daten wurden von Franz Xaver Heinz vom Department für Virologie der MedUni Wien bekanntgegeben: „Die FSME-Saison 2011 war schon allein deshalb bemerkenswert, weil die Zahl der Fälle erstmals seit dem Jahr 1996 wieder über der Hunderter-Marke lag.“


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