Issuu on Google+

medianet

inside your business. today.

Freitag, 20. April 2012 – 47

Wichtig

Gesundheitsexperten diskutierten über Vorsorge und Medizin für Kinder  Seite 52

© APA/B. Gindl

© Markus Prantl

healtheconomy Wissenslücke

Nur wenige kennen ihre Laborwerte, sagt eine Studie. Vorsorge ist schwer  Seite 50

Wechsel Pharmamanager als Bankchef © EPA/Tim Brakemeier

© iStockphoto

short

Patentabläufe: ­GenerikaProduzenten jubeln

Branchenwerbung Um die Homöopathie als komplementärmedizinische Behandlungsmethode besser zu etablieren sowie die Kooperation mit der Schulmedizin zu fördern, hat der Verein zur Förderung der Homöopathie und Gesundheit die Initiative „Homöopathie hilft!“ gegründet. Partner sind die Apothekerkammer, die Gesellschaft für Homöopathische Medizin, das Komplementärmedizinische Referat der Ärztekammer, das Hebammengremium und die Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie. Finanziert wird die Plattform u.a. von der Firma Dr. Peithner KG. Seite 50

© Foto Wilke; Pfizer; sxc / Montage: B. Schmid

© panthermedia/Wolfgang Filser

Branchenaufruhr Die Ankündigung der Londoner InternetArztpraxis „DrEd.com“, künftig auch in Österreich aktiv zu werden, hat innerhalb der Gesundheitsbranche für erhebliche Aufregung gesorgt. „Komfortable und vertrauliche Arztbesuche via Internet“ verspricht das Portal. Werde im Rahmen der Behandlung ein Rezept ausgestellt und an den Patienten übersandt, habe dieses uneingeschränkte Gültigkeit auch in österreichischen Apotheken, verspricht der Anbieter. Stimmt, sagen dazu die Apotheken, aber zahlen muss man es trotzdem selbst. Seite 48

Eine Ära geht zu Ende Pharmapräsident Robin Rumler erhält zunehmend ­Konkurrenz: Weil milliardenschwere Patente heuer ablaufen, steht der Branche ein tiefer Wandel bevor, sagt Generikaverbandspräsident Bernd Leiter.  Seite 48

inhalt www.cb12.at Healthcare > Orden wollen Klarheit bei Spitalsfinanzierung  49 > Krankenkassen erfüllen die Finanzziele  49 > Diskussion um Medizinuni in Oberösterreich  49 Pharmareport und Lifescience > Bayer scheitert mit Klage in den USA an Nachahmern  50 > Johnson & Johnson muss Strafe zahlen  50 Serie: Betriebliche Gesundheit > Angst und Stress kosten die Wirtschaft Milliarden 51 > Aktion: Mitarbeiter fahren mit dem Rad zu Arbeit  51

NEU in Österreich!

Sicherer Atem für 12 Stunden

Mundpflege-Mittel gegen Mundgeruch

Besuchen Sie uns auf der von 26. - 28. April am Stand A0811 www.richter-pharma.at


c ov e r

48 – healtheconomy

Kommentar

Die Grippewelle ist vorbei

Freitag, 20. April 2012

Hintergrund Generikaverbandspräsident Bernd Leiter (Stada) erwartet kräftige Verschiebungen in der Pharmabranche

Generikabranche: Zeit der Blockbuster ist vorbei Heuer laufen Patente von Arzneimitteln mit einem weltweiten Umsatz von 63 Mrd. US-Dollar ab.

W

ir können im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen: Die diesjährige Grippewelle ist offiziell vorbei. Sie haben nichts davon bemerkt? Dann sind Sie nicht die einzigen. Die Welle war heuer sehr mild. In der Influenzasaison 2011/2012 hat der Grippemeldedienst des Gesundheitsdiensts der Stadt Wien im Zeitraum von Oktober vergangenen bis April dieses Jahres rund 240.000 Erkrankungen an Grippe und grippalen Infekten ausgewiesen. Rund 85.000 Erkrankungsfälle entfielen davon in den Zeitraum der eigentlichen Grippewelle. ‚Üblicherweise sehen wir um den Jahreswechsel einen kräftigen Anstieg an Grippefällen, doch heuer blieb dies aus – die Grippewelle begann rund einen Monat später und sie dauerte kürzer‘, erklärte Ursula Karnthaler, Leiterin der Infektionsvorsorge der MA 15. So weit so gut. Aber wie war das noch vor einigen Jahren? Wir wurden von Saison zu Saison mit Vogel-, Schweineund sonstiger Grippe panisch gemacht. Ein Pandemie stehe kurz bevor sagten Experten und die Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Regierung kaufte deshalb vor einigen Jahren tonnenweise AntigrippeMedikamente und Tausende Atemmasken. Beides verrottet jetzt irgendwo vor sich hin. Die entscheidende Frage dabei: War die Pandemiegefahr damals real? Dann ist sie es heute auch noch. Also sollten wir wieder neue Medikamente und Masken einlagern. Oder die Gefahr war nicht real. Warum haben wir das Zeug dann gekauft? Da aber offenbar niemand daran denkt, neue Medikamente, Masken und Sonstiges für den Notfall zu kaufen, scheint die Sache doch eher hochgespielt worden zu sein. Das wiederum stellt die Frage nach den Verantwortlichkeiten: Wer übernimmt die Zuständigkeit dafür, dass offenbar Millionen in Panik sinnlos ausgegeben worden sind? Und wie können wir uns künftig vor solchen unnötigen und teuren Schnellschüssen schützen? Mehr noch: Wofür geben wir im Gesundheitswesen noch unnötig Geld aus, das niemandem hilft und vor allem in anderen Bereichen fehlt? Das sind die Fragen, die man sich stellen muss, wenn öffentlich über Grippe und Grippewelle diskutiert wird und wenn wir von Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen reden. Dass es nicht passiert, ist nicht nur bedauerlich, sondern ärgerlich. Und es geht auf Kosten aller Beteiligten im System, für die dann das Geld wirklich fehlt.

Wien. Er gilt als die schillerndste Figur der Pharmabranche im deutschsprachigen Raum: Der Hexal-Gründer, der seinen Konzern vor einigen Jahren gewinnbringend an Novartis verkauft hat; Biotech-Investor Thomas Strüngmann sagt den internationalen Pharmakonzernen angesichts weniger Neuentwicklungen und steigender Kosten harte Zeiten voraus. Die Forschungsabteilungen der großen Pharmaunternehmen lieferten keine Neuerungen, produktiv seien nur die kleinen Einheiten, sagte der Manager, der mit seinem Zwillingsbruder Andreas in Deutschland zu den größten Investoren in der Biotechbranche gehört. „Von zehn neu zugelassenen Produkten sind zurzeit doch höchstens drei wirklich innovativ. Die Branche wird deshalb noch durch ein tiefes, blutiges Tal gehen“, prognostiziert Strüngmann. Insgesamt steht die Pharmabranche Thomas Strüngmann zufolge vor einem Wandel. Künftig werde nicht mehr die Krankheit behandelt, sondern der Patient. „Das heißt auch, dass die Zeit der BlockbusterPräparate mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz im Jahr vorbei ist“, erwartet der Investor. Die Zukunft der Pharmaindustrie sieht er in der molekularen Diagnostik und in der personalisierten Medizin, worunter Medikamente verstanden werden, die mittels Gentests ganz auf einzelne Patientengruppen zugeschnitten sind. Künftig werde der Preis für ein Medikament nicht mehr von den Herstellern gestellt, sondern von den Kassen und den großen Organisationen der Patientenversorgung. Deshalb werde sich die Branche in den nächsten zehn Jahren stärker verändern als in

Die Zukunft der Branche liegt in der Entwicklung teurer Krebsmedikamente und Biotechprodukte, sagen Insider.

den vergangenen 50, glaubt Strüngmann. Für die Verwertung der Patente auf neue Medikamente spielten Kosten-Nutzen-Erwägungen mittlerweile eine immer stärkere Rolle. „Heute entscheiden KostenNutzen-Überlegungen schon viel früher, welches Medikament verordnet wird und welches nicht.“ Strüngmann zufolge ist dies eine Folge der weiter steigenden Gesundheitsausgaben in den Industrieländern. Strüngmanns Einschätzung teilt auch der Präsident des heimischen Generikaverbands, Stada-Manager Bernd Leiter. „Die Zeit der Blockbuster ist vorbei.“ Derzeit würden zahlreiche der großen Patente ablaufen. Wie berichtet, hat die

Entwicklung mit der Bezeichnung „Patent-Klippe“ auch einen Namen, der auf die Dramatik schließen lässt. Allein heuer betreffen Patentabläufe Arzneimittel mit einem weltweiten Jahresumsatz von 63 Mrd. USD, bis Ende 2013 sollen es sogar 130 Mrd. sein. Zum Vergleich: Die Branche setzt weltweit etwa 800 Mrd. USD um. Allein in Österreich sparen die Krankenkassen dadurch bis zu 1,3 Mrd. € in drei Jahren.

Markt im Umbruch Die Medikation werde sich in den kommenden Jahren verschieben, ist Leiter überzeugt. Und zwar von den Volkskrankheiten, wo der Markt für Blockbuster lag, zu den

weniger stark verbreiteten Krankheiten mit höherpreisigen Medikamenten – Stichwort Onkologie. Parallel verschiebe sich der Markt der chronischen Volkskrankheiten hin zu den Generikaherstellern und mit ihm auch der Vertrieb. Orginalhersteller würden Personal abbauen, Generikahersteller nehmen die Vertriebsleute auf. „Es gibt zudem auch Originalhersteller, die mit dem Ablauf eines wichtigen Blockbusters beginnen, selbst Generika auf den Markt zu bringen“, sagt Leiter. Am Massenmarkt sei man dadurch am Scheideweg: „Die Preisspirale hat sich weit nach unten gedreht; zum Teil bieten nicht einmal mehr Generikahersteller Produkte an.“

Diskussion Britischer Internetdienst bietet Rezepte an; Ärztekammer warnt vor Ferndiagnosen, Minister bremst

Web-Arzt: Kritiker orten „Viagra-Schleuder“ Wien/London. Die Ankündigung der Londoner Internet-Arztpraxis „DrEd.com“, künftig auch hierzulande aktiv zu werden, hat in der Gesundheitsbranche für Aufregung gesorgt. „Komfortable und vertrauliche Arztbesuche via Internet“ gibt es ab heute auch in Österreich. Werde im Rahmen der Behandlung ein Rezept für ein Arzneimittel ausgestellt und an den Patienten per Post übersandt, habe dieses Rezept uneingeschränkte Gültigkeit auch in österreichischen Apotheken“, verspricht der Anbieter. Stimmt, sagt die Apothekerkammer, entspricht das Rezept den gesetzlichen Regeln, ist es einzulösen. Wie ein Rezept, das ein Urlauber aus Italien mitbringe. Allerdings bedeutet das Rezept nicht, dass es die Krankenkassen auch erstatten. Es wird behandelt, wie ein Privatrezept, bei dem ein Patient ein Produkt regulär bezahlen muss. Er kann dann allerdings die Rechnung bei den Kassen einreichen und hoffen, dass diese es erstatten. Kurz: Rezeptpflicht und Erstattungspflicht sind zwei verschiedene Dinge.

DrEd.com ist die europaweit erste Arztpraxis, in der deutsche Ärzte deutschsprachige Patienten über das Internet beraten und behandeln. Die in London von den britischen Aufsichtsbehörden zugelassene Praxis mit derzeit drei Ärzten bietet Sprechstunden zur Männergesundheit (Impotenz, Haarwuchs), Frauengesundheit (Verhütung), die Diagnose und Behandlung von Geschlechtskrankheiten sowie Malariaprophylaxe

an. „Die Patienten profitieren von der komfortablen Verfügbarkeit des Angebots rund um die Uhr an jedem Ort mit Internetverbindung. Es gibt weder lange Anfahrtswege, noch Wartezeiten in der Praxis. Zudem entfällt durch die vertrauliche Arbeitsweise gerade bei peinlichen Themen wie Potenzstörungen oder Geschlechtskrankheiten die Scheu, die eine Vielzahl von behandlungsbedürftigen Patienten aus den traditionellen Praxen fernhält“,

© iStockphoto

Martin Rümmele

© Panthermedia Andrzej Tokarski

Martin Rümmele

„DrEd.com“ sorgt innerhalb der heimischen Ärzteschaft für Aufregung.

schreibt der Online-Dienst. Tatsächlich liegt ein Drittel der Rezepte im Bereich Potenzstörungen. Ein Kritiker aus dem Ärztebereich: „Das ist ein Online-Viagra-Schleuder; einziger Vorteil: Die Patienten kaufen die Medikamente in der Apotheke und nicht aus undurchsichtigen Quellen im Internet.“

Klage steht im Raum „Ich sage ganz deutlich: Tun Sie das nicht“, sagte Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) am Dienstag an die Adresse von Patienten. Auch Otto Pjeta, Leiter des Medikamentenreferats der Österreichischen Ärztekammer, warnte: „Das ist die unsicherste und gefährlichste Art, sich behandeln zu lassen.“ Im Detail verurteilen Stöger und Pjeta die Behandlungsmethoden: DrEd biete nur Ferndiagnosen an. Das heißt, jeder kann eine „OnlineSprechstunde“ anfordern, sich durch einen Fragebogen klicken. Ferndiagnosen sind in Österreich eigentlich verboten. Die Ärztekammer prüft deshalb Schritte gegen DrEd. (red)


H e a lt h : c a r e

Freitag, 20. April 2012

healtheconomy – 49

Krankenhaus-Finanzierung Ordenskrankenhäuser fordern erneut mehr Transparenz im Gesundheitswesen

short

Orden wollen Klarheit

Neubau von Kinderund Jugendspital Schwarzach/Salzburg. Der Neubau des Kinder- und Jugendspitals am Krankenhaus Schwarzach schreitet voran. Bis Herbst soll der Rohbau weitgehend fertiggestellt sein, eröffnet soll im Frühjahr 2014 werden. Das Projekt, bei dem neben Zweckmäßigkeit auch auf Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit geachtet wird, soll für die notwendige Mehrkapazitäten im Kinder- und Jugendbereich des Krankenhauses sowie verbesserte Abläufe und Strukturen sorgen. Der Umbau wurde mit 35,5 Mio. € veranschlagt und soll auch für eine hohe Wertschöpfung in der Region Innergebirg sorgen.

ARGE Ordensspitäler: „Undifferenziertes Sparen im Wachstumsmarkt Gesundheitswesen ist zu wenig.“

Teure Intransparenz Das System, so Haber, leide aber an der Intransparenz: „Die Endkosten für einen LKF-Punkt betragen im Bundesdurchschnitt 1,21 Euro, sie schwanken aber zwischen 0,96 und 1,40 Euro.“ Bei dieser von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Bewertung könne nur ein undurchschaubares Dickicht an Bewertungsgrundlagen entstehen, kritisiert Pater Gregotsch.

„Oase der Gesundheit und des Wohlfühlens“

Ordenskliniken betreuen nach eigenen Angaben 20% aller Spitalspatienten.

Krankenkassen Medikamente helfen beim Sparen

Initiative Oö-Delegation pilgert nach Wien

Linz fordert eigene Medizin-Uni

Wien. Die von der Politik vorgegebenen Finanzziele wurden von den Krankenkassen offenbar übererfüllt. Dies geht zumindest aus dem Monitoringbericht des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger hervor. Die Krankenkassen bilanzieren demnach seit 2009 positiv und haben in den vergangenen drei Jahren ohne Leistungskürzungen insgesamt eine Mrd. € an Schulden abgebaut.

Linz/Wien. 136.000 Stimmen waren bei der Initiative der Oberösterreichischen Nachrichten „Ärzte für Oberösterreich“ gesammelt worden und wurden nun an Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) und Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) von Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), Bürgermeister Franz Dobusch, Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser und dem Chefredakteur der Oberösterreichischen Nachrichten,

Kassenmanager Hans-Jörg Schelling freut sich über Sanierungskurs.

Für das Jahr 2011 etwa waren Einsparungen von 361 Mio. € vorgesehen, tatsächlich wurden nach der letzten Prognose 606 Mio. € eingespart. Für 2013 wurden noch weitere Einsparungen in der Gesamthöhe von 657 Mio. € vereinbart.

Ähnliches Modell für Spitäler Den größten Anteil an der Erfüllung der Gesamtziele haben geringere Kostensteigerungen bei den Medikamenten. So gehen für das Vorjahr 432 der 606 eingesparten Mio. € auf das Konto der Arzneimittel, heuer sind es 531 der insgesamt 702 Mio. € – Grund sind hier unter anderem Patentabläufe und dadurch bedingte Preisreduktionen. Die Erfüllung der Finanzziele ist für die Kassen Voraussetzung, dass sie die im Strukturfonds bereitgestellten Gelder abholen können. Gesundheitsminister Alois Stöger will ein ähnliches System für die Spitalsfinanzierung einführen, um die Auszahlung von Geldern an die Erreichung von vorgegebenen Zielen zu binden. (um)

+++ Top News +++ Top

© APA/Ruba

© Franz Neumayr

Finanzziele „übererfüllt“

Landeshauptmann Josef Pühringer pilgerte nach Wien.

Gerald Mandlbauer, in Wien übergeben. Oberösterreich fordert seit einigen Jahren wegen „absehbaren Ärztemangels“ eine eigene Medizin-Universität. 2010 hatte der Landtag eine „gemeinsame Erklärung aller Fraktionen“ mit einem entsprechenden Wunsch an die Bundesregierung und das Parlament verabschiedet.

Öffentliche Gelder Töchterle nahm die Unterschriften entgegen und erklärte, er könne Oberösterreich heute keine Medizinische Universität zusagen, aber durchaus mittelfristig die Tür zur schrittweisen Entwicklung einer Fakultät mit medizinischer Ausrichtung am Standort Linz öffnen. Stöger betonte die Zuständigkeit von Töchterle, er unterstütze aber die Initiative. Er trete für eine öffentliche Universitätslandschaft ein – öffentliches Geld für öffentliche Universitäten. Auch in Kärnten will man, wie berichtet, eine Meduni – hier geht man aber den Weg mit privaten Partnern. (um)

© Mag. Sabine Auinger

Wien. Die österreichischen Ordenskrankenhäuser – sie versorgen nach eigenen Angaben im bundesweiten Durchschnitt rund 20% der Krankenhauspatienten – fürchten, in einer vor allem politisch geführten Gesundheits-Reformdebatte unter die Räder zu kommen. „Die österreichischen Ordensspitäler fordern ein Rating für die Leistung im Gesundheitsbereich. Besonders für die Spitäler ist das angezeigt, um endlich Aussagen zur Qualität zu bekommen“, sagte Leiter der ARGE Ordensspitäler, Leonhard Gregotsch, bei einer Pressekonferenz in Wien. Investitionen und De-Investitionen dürften nur nach transparenten Kriterien erfolgen, hieß es; sonst wäre das „Triple A“ im Gesundheitswesen gefährdet. Laut dem Ökonomen Gottfried Haber (Institut für Volkswirtschaftslehre der Alpen-Adria-Uni-

versität/Klagenfurt) gibt es nur noch drei Bereiche, in denen der Staat sparen könnte: Pensionen, öffentliche Verwaltung und Gesundheitswesen. Bei Letzterem würde man von einer undifferenzierten Deckelung der Ausgaben wohl schon in ein paar Jahren wieder abrücken müssen: „Wir werden immer reicher. Der Markt mit großem Wachstumspotenzial ist der Gesundheitsbereich.“

© Ordensspitäler Österreichs

Martin Rümmele

Die Klinik am Attersee bietet ein passendes Umfeld zur Genesung.

Schörfling am Attersee. Das „Apolloneum Therapie- und Trainingszentrum“ im Seepark Kammer in Schörfling am Attersee hat mit 2012 eröffnet und bietet eine breite Palette an Therapie-, Trainings- und Wohlfühlangeboten. Der Therapie- und Trainingsbereich umfasst Physiotherapie, Ergotherapie, Heilmassage und Logopädie. Zusätzlich gibt es im Apolloneum die Möglichkeit, ein Rehatraining in Kombination mit der Physiotherapie in Anspruch zu nehmen. „Sportler und auch jene, die mit gezieltem Training beginnen wollen, können unter fachärztlicher Betreuung eine Leistungsdiagnostik durchführen lassen und gleichzeitig ein individuell geplantes Training durchführen“, erkärt Gesellschafter Roman Kastenhuber. Zu den Wohlfühlangeboten gehören Stressless-, Honig-, Healing Stones- sowie Tuina-Massagen.

Ich vertraue der ersten Autoversicherung, die Leben retten kann. Gewählt zur vertrauenswürdigsten Versicherung Österreichs.

2012: UNIQA zum 10. Mal in Folge zur vertrauenswürdigsten Versicherung Österreichs gewählt.

45.000 Kunden vertrauen bereits UNIQA SafeLine.


50 – healtheconomy

short

© Johnson & Johnson

Milliardenstrafe für Johnson & Johnson

P h a r m a r epo r t: L i f e s c i e n c e

Freitag, 20. April 2012

Arzneimittel Hersteller und Apotheken setzen allein mit Komplexmitteln mehr als 40 Mio. € pro Jahr um

Neue Plattform soll Homöopathie pushen

Umfrage bestätigt Homöopathie als erfolgreichste komplementäre Methode in Österreich.

Basel. Das Medikament Zelboraf des Pharmakonzerns Roche soll nachweislich die Lebensdauer von Melanom-Patienten verlängern. Das Mittel ist seit Februar 2012 in der EU zugelassen und nun mit der Zulassung für den Schweizer Markt das einzige in der Schweiz zugelassene personalisierte Medikament für Melanom-Patienten. Zelboraf hemmt gezielt mutierte Formen eines Proteins, das bei etwa 50% aller Fälle des malignen Melanoms auftaucht, und dient der Behandlung des nicht operierbaren oder metastasierenden Krebses, an dem viele Erkrankte sterben. Das weltweite Umsatzpotenzial des Medikaments wird auf 700 Mio. bis 1 Mrd. USD geschätzt.

© The Guarantors of Brain

Systematisches Parkinson-Screening

Eine möglichst frühe Diagnose erlaubt eine gezielte Intervention.

Innsbruck. Die Innsbrucker Wissenschafter der Medizinischen Universität widmen ihre Forschungen einem sogenannten systematischen Parkinson-Screening, das heißt sie arbeiten an der Identifikation prädiktiver und diagnostischer Marker und der Entwicklung protektiver Wirkstoffe. Studien belegen, dass viele Parkinson-Patienten bereits vor dem Auftreten der ersten motorischen Symptome andere Dys­funktionen wie Obstipation und Stimmungsstörungen entwickeln. In Österreich leiden 16.000 Menschen am Parkinson-Syndrom.

Ärzte, Apotheker und Hersteller forcieren neue Plattform, um Homöopathie noch bekannter zu machen.

thische Arzneimittel lieber als herkömmliche Medikamente. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor, die von GfK Austria Health Care und der Dr. Peithner KG bei 2.000 Personen ab 15 Jahren durchgeführt wurde.

Infos über Einsatzbereiche Die neue Plattform soll interessierten Personen ausführlich über die Einsatzmöglichkeiten der homöopathischen Medizin informieren und Interessierten ein seriöses Forum zum Erfahrungsaustausch bieten. Das umfangreiche Serviceangebot richtet sich an Laien, Apotheker und Ärzte. Herzstück der Initiative ist eine Internetplattform www.homoeopathiehilft.at, die so-

wohl über die Grundgedanken der Homöopathie als auch über die wichtigsten Anwendungsgebiete informiert. Die Datenbank „Bewährte Indikationen“ gibt ausführliche Informationen über Arzneimittel für alltägliche Beschwerden, die je nach Symptom vorgeschlagen werden. Zudem erfahren die User mehr über die charakteristischen Merkmale der homöopathischen Arzneimittel und ihrer Ausgangssubstanzen, die mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind. Als zusätzlichen Service bietet die Plattform eine Ärztedatenbank, in der sowohl Humanmediziner als auch Veterinärmediziner mit Homöopathieausbildung zu finden sind. „Da die homöopathische

Medizin gerade in der Schwangerschaft bevorzugt eingesetzt wird, haben wir auch Hebammen, die diese Fachrichtung anbieten, in die Liste aufgenommen“, sagt VHGObfrau Claudia Maurer. Als Service für interessierte Laien werden u.a. eine österreichweite Ärzte-, Hebammen-, Tierärzte- und eine Apothekendatenbank eingebunden. So sollte es für die Internetuser einfacher werden, kompetente homöopathische Hilfe zu finden. Ebenso werden Krankenhäuser mit homöopathischen Ambulanzen auf der Website genannt. Ein umfassender Veranstaltungskalender für Vorträge zum Thema Homöopathie in ganz Österreich soll das Serviceangebot abrunden.

Generikastreit Antibabypille verliert kräftig an Umsatz

Vorsorge Studie belegt Unwissenheit der Bevölkerung

Frankfurt/New York. Der deutsche Pharmakonzern Bayer hat in den USA einen weiteren Rückschlag im Patentstreit um seine AntibabyPille erlitten. Ein US-Berufungsgericht bestätigte die Ablehnung von Patentklagen des Konzerns gegen den US-Generikakonzern Watson, die Generikatochter Sandoz von Novartis sowie die indische Firma Lupin, wie aus am Montag einsehbaren Gerichtsdokumenten hervorgeht.

Wien. Ein Großteil der Österreicher kennt seine wichtigen gesundheitsrelevanten Laborwerte nicht. Selbst bei deklarierter Kenntnis davon handelt es sich offenbar häufig nur um angebliches Wissen. Dies hat eine Umfrage ergeben, welche der Pharmakonzern Sanofi-Aventis aus Anlass des Weltgesundheitstags in Auftrag gegeben hatte. Ziel der repräsentativen, bundesweiten Face-to-Face-Befragung war es, herauszufinden, was die Österreicher über die eigene Gesundheit wissen und im Speziellen über das Thema Diabetes, hieß es in einer Aussendung des Unternehmens; dazu wurden über 1.000 Personen beiderlei Geschlechts im Alter interviewt. Obwohl über 91% der Befragten davon überzeugt waren, dass die persönliche Vorsorge und Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen außerordentlich wichtig sind, gaben zwei Drittel der Interviewten an, den eigenen Gesundheitszustand und die entsprechenden konkreten Laborwerte nicht oder nur unzureichend zu kennen. Bei den etwa 30% der Probanden, die ihre Laborwerte zu kennen glaubten,

Bayer scheitert mit Klage in USA

Zukauf des deutschen Konzerns Schering übernommenen Mitteln setzte der Konzern 2011 weltweit immerhin 1,07 Mrd. € um. Als Folge der Generikakonkurrenz in den USA blieb der Umsatz mit den Pille allerdings um 3,7 Prozent hinter den Verkäufen im Jahr 2010 zurück. Wie berichtet kämpfen derzeit viele Orginalhersteller mit Patentabläufen und versuchen diese möglichst lang zu verhindern. (iks)

Klagen abgewiesen Bayer hatte die Firmen, die bei der US-Gesundheitsbehörde Zulassungen für günstigere Versionen des Verhütungsmittels Yasmin beantragt hatten, wegen Patentverletzung verklagt. Im Jahr 2010 hatte ein US-Bundesgericht die Klage von Bayer gegen Lupin, Sandoz und Watson abgewiesen. Der Konzern hatte daraufhin gegen die Entscheidung Berufung eingelegt. Die Antibaby-Pillen der Produktgruppe Yaz/Yasmin gehören zu den umsatzstärksten Präparaten der Bayer-Pharmasparte. Mit den vom

Bayer kämpft wie andere Hersteller gegen die Generika-Konkurrenz.

Fast niemand kennt Laborwerte

wurde intensiver hinsichtlich Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker und Langzeitzucker nachgefragt. Eine sichere und konkrete Angabe konnte davon wiederum nur ein Drittel machen. Erste Anlaufstelle für Informationen zum Thema Diabetes ist laut Umfrage der Hausarzt, gefolgt vom Internet und an dritter Stelle vom Internisten. 45% gaben an, dass die letzte Blutzuckermessung länger als ein Jahr zurückgelegen sei.

© APA/Barbara Gindl

Zulassung von Roches Melanom-Medikament

© Bayer

New York. Ein Bundesrichter in Arkansas befand den US-Pharma- und Medizintechnikkonzern Johnson & Johnson (J&J) für schuldig, sein Arzneimittel Risperdal zur Behandlung von Schizophrenie auf betrügerische Weise vermarktet zu haben. Dem Gericht zufolge habe das Unternehmen Tausende Ärzte in dem Bundesstaat getäuscht, indem er behauptete, das Medikament sei besser und sicherer als Konkurrenzprodukte. Die Behandlungen hätten den Bundesstaat viel mehr gekostet als notwendig, weshalb der Konzern nun eine Strafsumme von 1,1 Mrd. USD, das sind umgerechnet 838 Mio. €, bezahlen muss.

Wien. Um die Homöopathie als komplementärmedizinische Behandlungsmethode besser zu etablieren sowie die Kooperation zwischen Schulmedizin und Homöopathie zu fördern, hat der „Verein zur Förderung der Homöopathie und Gesundheit (VHG)“ die Initiative „Homöopathie hilft!“ gegründet. Partner der Initiative sind unter anderem die Österreichische Apothekerkammer, die Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM), das komplementärmedizinische Referat der Österreichischen Ärztekammer, die Ärztegesellschaft für Homotoxikologie, das Österreichische Hebammengremium und die Österreichische Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie (ÖGVH). Finanziert wird die neue Plattform u.a. von der Firma Dr. Peithner KG, die homöopathische Produkte herstellt. Auch wenn der Markt polarisiert und sich Gegner und Befürworter nicht selten in die Haare kommen: Homöopathie ist für alle Beteiligten ein gutes Geschäft. Laut IMS Health wurden im Jahr 2010 rund 35,3 Mio. € für homöopathische Komplexmittel ausgegeben, die meist ohne ärztliche Verschreibung direkt in der Apotheke bezogen werden. Einzelmittel sind statistisch genauso wenig erfasst wie Schüßler Salze. Der Markt wächst pro Jahr um rund 2 bis 5%. Homöopathie ist in Österreich die bei Weitem bekannteste und beliebteste komplementärmedizinische Heilmethode. Im Jahr 2011 hat bereits die Hälfte der österreichischen Bevölkerung mindestens ein homöopathisches Mittel verwendet. 43% der österreichischen Bevölkerung nehmen homöopa-

© panthermedia/Wolfgang Filser

Ina Karin Schriebl

US-Pharmakonzern soll Ärzte getäuscht haben, sagt ein US-Richter.

Laborwerte zu kennen, hilft Krankheiten entgegenzuwirken, sagen Experten.


H E A LT H : C A R E

Freitag, 20. April 2012

healtheconomy – 51

Serie Betriebliche GesundheitsfÜrderung – Teil 6 Psychische Erkrankungen kosten Wirtschaft bis zu sechs Milliarden Euro pro Jahr

Angst und Stress kommen teuer Ina Karin Schriebl

Wien. SchlafstÜrungen, Angstzustän­ de, Depressionen oder Bluthochdruck sind nur einige der Krankheitsbilder, die durch psychische Belastungen in der Arbeitswelt ausgelÜst werden. Seit 1995 haben sich die Krankenstandstage infolge von psychischen Erkrankungen mehr als verdoppelt, jährlich entstehen dadurch messbare gesamtwirtschaftliche Kosten von 3,3 Mrd. ₏, rechnete ArbeiterkammerPräsident Herbert Tumpel in einer Pressekonferenz vor. Wifo-Expertin Gudrun Biffl setzt die Kosten sogar fast doppelt so hoch an. Die Donau-Universität Krems und das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) haben im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) erforscht, was arbeitsbedingte psychische Erkrankungen auslÜsen und was sie Österreich kosten. Studienautorin Biffl erklärte, dass die gesamtwirt-

schaftlichen Kosten bis zu doppelt so hoch wären, wenn man die Arbeitnehmer miteinberechnet, die „unter Stress Pillen einwerfen“ und so zwar am Arbeitsplatz erscheinen, aber nicht produktiv sind. Die Krankenstandstage wegen psychischer Probleme steigen seit Jahren, während die Zahl der Arbeitsunfälle zurĂźckgeht. Dieses Phänomen sei ein Zeichen fĂźr den Wandel der Wirtschaftswelt. Vor 20 Jahren arbeitete die Hälfte in der Industrie, heutzutage sind zwei Drittel der Beschäftigen in der Dienstleistung tätig. Besonders betroffen seien Arbeitnehmer, die viel mit anderen Menschen zu tun

haben, also Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen oder auch Lehrer. Der Druck sei in den letzten Jahren stark gestiegen, sagte Tumpel und verwies auf knappere Lieferzeiten, mehr Konkurrenz und auf Fristen, die eingehalten werden mßssen. Der Leistungsdruck werde von den Chefs auf die Mitarbeiter ßbertragen, die Verantwortung ßbernehmen und mehrere Tätigkeiten gleichzeitig ausfßhren mßssen. Dazu kommen Jobunsicherheiten oder fehlende Anerkennung, die zusätzlich belasten. Ein noch hÜheres Risiko, psychisch zu erkranken, haben Migranten und

Arbeitslose. Die Studie zeigt, dass Personen, die von psychischen Arbeitsbelastungen betroffenen sind, häufiger gesundheitliche Probleme bekommen. Dazu zählen Stress, Kopfschmerzen, aber auch Herz-Kreislauferkrankungen. AuĂ&#x;erdem beeinflussen sich psychische und kĂśrperliche Krankheiten gegenseitig und verlängern so die Krankenstände noch weiter. Bei psychischen Belastungen sind die durchschnittlichen Fehlzeiten mit 3,3 Ausfallstagen mehr als dreimal so hoch wie bei Krankenständen ohne arbeitsbedingte Belastungen (im Schnitt 0,8 Tage).

Š panthermedia/Gernot Krautberger

Aktuelle Studie belegt Wandel in der Wirtschaft und steigenden Druck auf die Beschäftigten.

Der wachsende Druck belastet die Beschäftigten und fßhrt zu Erkrankungen.

Vorsorge Aktion im Mai

Betriebe radeln Wien. In Ă–sterreich sind viele Wege im Alltag leicht mit dem Rad zu bewältigen – oft fehlt nur der Anreiz dazu. Mit der Kampagne „Österreich radelt zur Arbeit“ hat die IG Fahrrad mit UnterstĂźtzung des Lebensministeriums einen Motivationswettbewerb fĂźrs Radfahren in die Arbeit gestartet. Die Aktion wird auch von der Wirtschaftskammer Ă–sterreich unterstĂźtzt und geht nach dem erfolgreichen Start im Vorjahr heuer in die zweite Runde. „Radfahren im Alltag schont die Umwelt, hält fit und macht SpaĂ&#x;. Die steigenden Ă–lpreise und die erhĂśhte Klimabelastung zeigen klar: Es ist hĂśchste Zeit, umzusatteln“, sagt Umweltminister Niki Berlakovich. Teams von zwei bis vier Mitarbeitern von Betrieben und Gemeinden fahren im Aktionsmonat Mai so oft wie mĂśglich mit dem Fahrrad zur Arbeit und sammeln so Radkilometer. Auf die Radfahrer warten täglich attraktive Preise und am Ende der Aktion eine Prämierung. Im Vorjahr haben Ăźber 6.000 Teilnehmer aus mehr als 1.000 Ăśsterreichischen Betrieben beim Wettbewerb mitgemacht. Die Anmeldung der Teams ist unter www.radeltzurarbeit.at mĂśglich. Zur Motivation hat das Lebensministerium in Kooperation mit der WKO einen Radrechner fĂźr Betriebe entwickelt. Internationale Studien zeigen zudem, dass regelmäĂ&#x;ige Radfahrer weniger Krankenstandstage aufweisen, sagt die Generalsekretärin der WKO, Anna Maria Hochhauser.

Gesundheitskompetenz &

Diabetes

Ergebnisse einer Üsterreichweiten BevÜlkerungsumfrage Anlässlich des Wiener DiabetesTages am 12. April 2012 im Wiener Rathaus hat Sanofi eine BevÜlkerungsumfrage durchgefßhrt.

• 91% sagen: die persÜnliche Vorsorge und •

Ziel der repräsentativen, bundesweiten face-to-face Befragung war es, herauszufinden, was Herr und Frau Österreicher ßber die eigene Gesundheit wissen und im Speziellen ßber das Thema Diabetes. Die Ergebnisse zeigen ein alarmierendes, wenn auch wenig ßberraschendes Bild.

• • •

Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen ist wichtig! 66% kennen ihre aktuellen Laborwerte nicht oder nur unzureichend 94% kÜnnen von sich aus den Begriff des Langzeitblutzuckerwertes HbA1c nicht erklären 64% kÜnnen nicht beantworten, welche Spätschäden Diabetes auf lange Sicht verursachen kann Erste Anlaufstelle fßr Diabetesfragen ist der Hausarzt, gefolgt von Internet und dem Internisten



Š Archiv

Bereits 2009 unterstßtzte Sanofi eine BevÜlkerungsumfrage der DIÖ (Diabetesinitiative Österreich). Diese zeigte erstmals, wie viele Menschen in Österreich tatsächlich von Diabetes betroffen sind. Etwa 600.000 Personen leiden an Diabetes, 420.000 davon sind bereits diagnostiziert. Nähere Informationen dazu finden Sie unter www.diabetesinitiative.at.

Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, ist weniger krank, sagen Studien. 'LDEHWHVB$Q]HLJHB[BLQGG




M E N S C H E N & KA R R I E R E N

52 – healtheconomy

Freitag, 20. April 2012

Diskussion Branchenverband Pharmig lud zum „Alpbach Talk“ in Wien und diskutierte Zukunft der Kinder

short

Laufen statt Komasaufen

Augentagesklinik in Wien feiert Geburtstag

Wien. „Kinder – fit für die Zukunft?“ Dieser Frage stellten sich am Dienstag Vertreter aus Politik, Wissenschaft und dem Gesundheitsbereich beim „Alpbach Talk“ in Wien. „Fit“, das bedeute für künftige Generationen nicht „stark“, betonte Klaus Vavrik, Kinderarzt und Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit. „‚Fit‘ meint anpassungsfähig“, so Vavrik, der den Lebensstil in den Fokus der Debatte rückte. Gesundheitsminister Alois Stöger räumte dabei Defizite ein: „Österreich hat im Bereich Tabak- und AlkoholPrävention Handlungsbedarf.“ Dass die Förderung von Bewegung einen entscheidenden Lösungsansatz darstellt, darin waren sich alle Diskutanten schnell einig. Nur: Wie bekommt man Kids von der Couch? Peter McDonald, Chef der Sozialversicherung der Ge-

Wiener Diabetestag zeigte Entwicklungen

Die Wiener Gesundheitsstadt-rätin Sonja Wehsely steht im Bezug auf den Lebensstil für einen sozialen Zugang: Die soziale Situation eines Menschen definiere seine Verfassung mit und werde nicht zuletzt in Familien oft nachfolgenden Generationen weitergegeben. Wie man Jugendliche stärker erreicht, muss und soll an anderer Stelle beantwortet werden. Die Alpbach Talks gelten daher auch als Brücke zu den „Alpbacher Gesundheitsgesprächen 2012“, die sich von 17. bis 20. August in Tirol dem gleichen Thema widmen werden.

Jubiläumsfeier Ein Jahr Zubau Clementinum

Pharma Marketing Erfolgreich trotz Regulierungen

Kirchstetten. Kürzlich feierten Landesrätin Barbara Schwarz und Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch das einjährige Jubilä-

Wien. Die internationale Anwaltskanzlei DLA Piper lud kürzlich zum fachlichen Austausch rund um das Thema „Life Sciences“. Rund 50 Experten aus Forschung, Industrie und Wirtschaft diskutierten mit den Anwälten Trends und Herausforderungen in der Branche. Sabine Fehringer, Partnerin im Wiener Büro von DLA Piper, erörterte mit ihrer rumänischen Kollegin Livia Constantinescu die rechtlichen Rahmenbedingungen für Marketing und Vertrieb. „In nahezu keinem Bereich ist Werbung so reguliert und mit Werbeverboten versehen wie im Pharmabereich. Dennoch findet das gute Produkt immer seinen Weg zum Kunden.“ Anschließend diskutierte ein hochkarätiges Panel die aktuellen Chancen für die Phar-

© convention.group

Großes Fest im Pflegezentrum

© Haus der Barmherzigkeit/APA-Fotoservice/Schedl

Bernhard Ludvik hat die Schirmherr­ schaft über den Tag übernommen.

Wien. Er ist eine – immer besser angenommene – „Institution“, der Wiener Diabetestag. Diesmal mit neuen Schirmherren und einem Programm, das Diabetiker ganz besonders interessierte. Aktuelle Entwicklungen wurden genauso präsentiert wie praktische Tipps, die das Leben mit Diabetes erleichtern. Der Diabetestag fand in der Vorwoche wie immer im Wiener Rathaus statt – mit großem Interesse der Bevölkerung.

Landesrätin Schwarz: Einrichtung ist wichtiger und verlässlicher Partner.

Tamara Schmitt: Betriebliche Gesundheits­ förderung und -erziehung. AV Akademiker­ verlag, 136 Seiten, 49 €, ISBN 3639394283

ma-Branche. Am Podium: Robin Rumler (Pfizer), Deloitte Tax Partner Jaroslav Skrvna und Christian Singer, Meduni Wien. (fei)

Rumler, Fehringer und Mager (v.li.n.re.) diskutierten Werbeverbote.

Menschen, über die man spricht

© EPA/Tim Brakemeier

Giuseppe Vita als neuer UniCredit-Präsident designiert

© Chiffer Photodesign

Gesundheitsförderung im Betrieb Gesundheit ist das größte Kapital des Menschen. Sie ist Grundvoraussetzung für produktive, motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter. Daher sollte es das Ziel jedes Unternehmens sein, die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern. Gesundheitserhaltende bzw. gesundheitsfördernde Faktoren gilt es zu thematisieren und zu unterstützen. Neue Technologien und Organisationsformen von Produktionsund Dienstleistungsprozessen können Konsequenzen für die Gestaltung der Arbeitssituation haben und somit auch für das Befinden und die Gesundheit der Beschäftigten. Mit Veränderungen im Arbeitsbereich wandeln sich auch die Belastungsprofile. Tamara Schmitt gibt einen Überblick über die Hintergründe und Ursachen für belas-tende Situationen am Arbeitsplatz, Konzepte und Instrumente der Gesundheitsförderung und hat diese anhand praktischer Umsetzungsmaßnahmen überprüft. (fei)

Austausch über Life Sciences

um zum Zubau des Pflegezentrum Clementinum in Kirchstetten. Unter den Festgästen befanden sich außerdem der Kirchstettner Vizebürgermeister Franz Hofbauer, der Bürgermeister von Böheimkirchen, Günter Eigenbauer sowie Hofrat Otto Huber vom Amt der NÖ Landesregierung. Die gemeinnützige private Betreuungseinrichtung „Haus der Barmherzigkeit“ (HB) baute in Kooperation mit der NÖ Landesregierung das moderne geriatrische Pflegezentrum in Kirchstetten (Bezirk St. Pölten-Land) aus. Seither können hier insgesamt 114 hochbetagte, chronisch kranke Menschen betreut werden. Der Zubau wurde vom Planungsbüro des Clementinum, Archoffice aus Wien, geplant und kostete knapp 3,7 Mio. €.

buch-tipp

© AV Akademikerverlag

Die Spitzen der heimischen Gesundheitspolitik diskutierten Kindergesundheit.

© annarauchenberger.com/Anna Rauchenberger

Wien. Am 2. Mai 2011 wurde im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien die neue Augentagesklinik eröffnet, die als autarke Einheit so eingerichtet ist, dass alle Untersuchungen, administrativen Belange und Operationen unabhängig vom Betrieb im zentralen Operationsbereich durchgeführt werden. Insgesamt elf tagesklinische Betten stehen den Patienten zur Verfügung. Seit der Eröffnung wurden mehr als 3.000 Eingriffe durchgeführt.

Umfeld prägt Kinder

Mailand. Der Präsident von Allianz Italia, Giuseppe Vita, ist zum Nachfolger des seit sieben Jahren amtierenden Aufsichtsratspräsidenten der UniCredit, Dieter Rampl, bestellt worden. Dies verlautete aus UniCreditKreisen nach Konsultationen unter den Aktionären, die Beratungen um die Erneuerung des Aufsichtsrats führen. Der 76-Jährige setzte sich im Konkurrenzkampf gegen den früheren Chef des Ölkonzerns Eni, Gian Maria Gros Pietro, durch. Vita behauptete sich dank seiner großen internationalen Erfahrung. Der gebürtige Sizilianer, der bis 2001 den Pharmakonzern Schering führte, ist unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Medienkonzerns Springer. Für die Allianz hat er den Posten des Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Italien-Tochter inne.

Herwig Lindner, neuer chef der äk steiermark

Auf Herwig Lindner als künftigen Präsidenten der steirischen Ärztekammer hat sich die neue Koalition aus drei Fraktionen geeinigt. Lindner ist Internist am LKH-West, hieß es bei der Präsentation des Kandidaten der Interessensgemeinschaft Ärzte (IGÄ), die bei der jüngsten Wahl als stimmenstärkste Fraktion hervorgegangen war. Die Wahl des neuen Präsidenten und weiterer Funktionäre findet am 26. April in der Vollversammlung statt und beendet die zweite Periode von Wolfgang Routil als Präsident.

maria Popova, Ex-Vorstand bei Sanochemia

Die börsenotierte Sanochemia Pharmazeutika AG verkleinerte ihren Vorstand. Maria Popova schied auf eigenen Wunsch aus, Popova war für den Bereich Sales & Marketing verantwortlich. Ihre Agenden übernahm Klaus Gerdes, der im Vorstand für die Bereiche Business Development, F&E und Investor Relations zuständig war. Dem neuen Dreiervorstand gehören neben Gerdes Vorstandsvorsitzender und CFO Werner Frantsits sowie Produktionsund Technikvorstand Stefan Welzig an.

© Vinzenz Gruppe

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien feiert ein Jubiläum.

werblichen Wirtschaft (SVA), verwies auf die Vorbildfunktion der Eltern. Die SVA will zudem einen „Gesundheitscheck Junior“ einführen.

© Markus Prantl

Richard Solder

© Sanochemia

© Barmherzige Brüder/Aleksandra Pawloff

Gesundheitsexperten rücken Lebensstil und Vorsorge in den Mittelpunkt der Konzepte.

Reinhold Katzenschlager, internist

Seit 2. April leitet Reinhold Katzenschlager die Abteilung Interne I im Krankenhaus Göttlicher Heiland. Das Akutspital in Wien-Hernals ist auf Altersmedizin spezialisiert, die Behandlung von Gefäßerkrankungen ist ein zentraler medizinischer Schwerpunkt, der unter seiner Leitung weiter ausgebaut wird. Der Internist und Angiologe beschäftigt sich seit 20 Jahren mit dem Schwerpunkt Herz-Kreislauferkrankungen. Er ist besonders bekannt für seine Leistungen im Bereich der Gefäßmedizin.


medianet healtheconomy