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medianet

INSIDE YOUR BUSINESS. TODAY.

FREITAG, TAG, 16. DEZEM DEZEMBER EZEMBER EZEM BER 2011 – 35

healtheconomy VORSORGE

Biotechnologie-Profis feierten Advent auf Einladung von Mediatum Seite 40

© stockxpert

© mediatum

VORKOSTER

Wenn Prävention nicht hilft, helfen Kuren und Krankenkassen gegen Burn-out Seite 38

VORREITERIN N PROFESSORIN N IE FÜR GERIATRIE © Regina Roller-Wirnsberger M.D., MME

Roche bleibt Nummer 1 am Pharmamarkt

© APA/Georg Hochmuth

Ranking Die Ausgaben der öffentliche Spitäler liegen heuer bei 11,2 Mrd. €. Laut einer Modellrechnung des IHS könnten die Spitalsausgaben bei der bisherigen Kostenentwicklung bis 2020 auf 16,2 Mrd. € ansteigen. Nummer eins der heimische Spitalsgruppe ist mit Abstand der Wiener KAV von Generaldirektor Wilhelm Marhold (Bild). Seite 36

Entwicklung Während die Debatte über die elektronische Gesundheitsakte weiter köchelt, steht die Pilotphase eines ganz anderes E-Health-Projekts bevor: Smart Open Services for European Patients (epSOS) soll künftig digitale klinische Dokumente in Europa vernetzen. Der Pilotversuch ist bis 2013 angesetzt. Seite 39

© Roche/Martin Stickler; Novartis; Pfizer; F. Hoffmann-La Roche Ltd; Montage: B. Schmid

© APA/Georg Hochmuth; EPA

SHORT

Ranking Beat Kasper (Roche, mitte) verteidigt die Führungsposition am heimischen Pharmamarkt vor Christian Seiwald (Novartis, re.) und Robin Rumler (Pfizer, li.). Insgesamt leide die Branche unter dem Spardruck im Gesundheitssystem. Seite 36

Healthcare > Kommentar: Burn-out in der Vorweihnachtszeit 36 > Gesundheitsarbeiter werden besonders leicht krank 38

Logistik sowie Standaufbau und -gestaltung bei Kongressen, Tagungen, Konferenzen Ihr

Messeservice

Pharmareport und Lifescience > Handel mit gefälschten Pillen nimmt weiter zu 36 > Novartis muss Phoenix weiter beliefern 37 > Interview: Pfizer-Manager über Arbeit in Afrika 37 Medizintechnik und eHealth > Ärztepräsident übersteht Misstrauensvotum 39 > Roche Diagnostik: Zukunft trotz Standortschließung 39

Mit Qualität ans Ziel.

von

ww w. p ha r ma -lo gi st i k. a t o ff i c e @p h ar ma -lo g i st i k. at

INHALT


C OV E R

36 – healtheconomy

Freitag, 16. Dezember 2011

Ranking Die Zahl der Patienten in Österreichs Krankenhäusern stagniert, ärztliches Personal steigt um 3%

KOMMENTAR

Spitalsausgaben steigen bis 2020 auf 16,2 Mrd. €

Weihnachtspause beginnt jetzt

40% der Gesundheitsausgaben entfielen im Vorjahr auf stationäre Versorgung, Tendenz steigend. Wien. Die Ausgaben der öffentlichen Spitäler liegen heuer bei 11,2 Mrd. €. Laut einer Modellrechnung des Instituts für Höhere Studien (IHS) könnten die Spitalsausgaben bei der bisherigen Kostenentwicklung bis 2020 auf 16,2 Mrd. € ansteigen. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 4,2%, wenn keine Reformen vorgenommen werden sollten. Würden die Spitalskos-ten hingegen nur im gleichen Ausmaß wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wachsen – um 3,6% –, dann müssten laut IHS-Modellrechnung im Jahr 2020 „nur“ 15,9 Mrd. € aufgewendet werden. Summiert man somit die Einsparungen von 2011–2020 auf, kommt man auf das vom Hauptverband genannte Einsparungspotenzial von 5,7 Mrd. € für Kliniken.

MARTIN RÜMMELE

G

eschätzte Leserinnen und Leser! Die Zeit vor Weihnachten ist für viele wahrscheinlich noch hektisch und alles andere als besinnlich. Vieles muss noch erledigt werden, Ruhepausen gibt es heute kaum noch. Die healtheconomy- und medianet-Redaktion wünscht Ihnen dennoch jetzt schon ruhigere Feiertage und einen guten Wechsel ins neue Jahr. Die vorliegende Ausgabe ist die letzte für dieses Jahr – wir begeben uns in die Winterpause und starten dann neu am Freitag, den 13. Jänner 2012, wieder. Dann werden wir mit neuer Kraft über Entwicklungen im Bereich der Gesundheitswirtschaft berichten – der größten Branche in unserem Land. Und vor allem auch der am stärksten wachsenden Branche. Wir werden aber auch Themen ansprechen, die wir bereits jetzt angeschnitten haben. Dazu gehört etwa unsere neue Burn-out-Serie, die nicht zuletzt, passend zum Weihnachtsstress, bei uns Alternativen und Präventionsmöglichkeiten aufzeigen soll. Wir wollen nicht jammern über die neue „Volkskrankheit“ Burn-out, sondern zeigen, wie Sie besser mit Stress umgehen können und verhindern können, wie man in ein Burn-out rutscht. Wenn es doch passiert, zeigen wir Ihnen und Ihren Beschäftigten, welche Möglichkeiten und Auswege es gibt.

Wilhelm Marhold führt mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) die größe Spitalsgruppe in Österreich.

Aufenthalte gehen zurück In Österreich gab es im Vorjahr laut Statistik Austria insgesamt 2.790.744 Spitalsentlassungen, ein Plus von 1.678 (+0,1%) im Vergleich zu 2009. Nach minus 0,2% im Vorjahr zeichnet sich damit nach dem Anstieg der vergangenen Jahrzehnte eine Stagnation ab. Im Jahr 2010 lag die Zahl der Entlassungen somit um 62,1% über jener von 1989. Seit 2000 stiegen die Entlassungen um 19,1%. Bei den Akutversorgungen gab es einen Rückgang von 0,1%, während seit 2000 ein Anstieg der Spitalsentlassungen von 19,4% (10,8% ohne tagesklinische Aufenthalte) verzeichnet wurde. Die Zahl der Aufenthaltstage verringerte sich in den vergangenen zehn Jahren um 3%. Die gegenläufige Entwicklung von Entlas-

sungshäufigkeit und Aufenthaltstagen bedeute eine Verkürzung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 7,6 auf 6,6 Tage (-13,2%). Die tagesklinischen Aufenthalte sind seit 1989 um das 6,3-Fache im Jahr 2010 gestiegen. Häufigste Entlassungsdiagnosen waren Krebserkrankungen (14,6%), HerzKreislauferkrankungen (11,4%) sowie Verletzungen und Vergiftungen und Krankheiten des Bewegungsapparats (10,1%). Die Ausgaben für den stationären Bereich sind von 1999–2009 um 56,7% von 7,8 auf 12,2 Mrd. € gestiegen, was einem BIP-Anteil von 3,9 bzw. 4,5% entspricht. Die Ausgaben für die stationäre (Langzeit-)Versorgung machen 2009 rund 40% der gesamten Gesundheitsausgaben aus. Mehr als die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Personal-

Neu diagnostizierte HIV-Infektionen

Wien. Der Handel mit gefälschten Arzneimitteln „ist ein Supergeschäft“. Das sagte Marcus Müllner, Verfahrensleiter des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Zahlen, die das unterstreichen sollen, lieferte Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ): Laut Weltgesundheitsorganisation WHO wurden mit gefälschten Arzneimitteln im

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Jahr 2010 rund 75 Mrd. USD (56,0 Mrd. €) Umsatz gemacht. Einer EUStudie zufolge sei der Handel mit falschen Medikamenten bereits um vieles lukrativer als der klassische Drogenvertrieb, sagt Schieder. Doch „falsch“ bedeutet auch „unsicher“. „Ein Medikament übers Internet zu kaufen, ist gefährlich. Sie wissen nicht, was sie bekommen“, sagte Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ). Im schlimms-

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* Hochrechnung Gesamtjahr 2011, bis September: 398

12.000–15.000 Menschen leben mit HIV/AIDS

1.945 Todesfälle (bis 14.11.2011) Quelle: APA/Aidshilfe.; Grafik: Raimund Appl

© APA/Georg Hochmuth

3.659 Betroffene erkrankten an AIDS (bis 14.11.2011)

Häufigste operative Leistungen waren 2010 OPs am Bewegungsapparat (301.972), am Urogenitaltrakt incl. Geburten (260.393) sowie am Verdauungstrakt (135.030). Bei Einzel-OPs war „Grauer Star“ die häufigste OP (81.567), gefolgt von Haut-OPs (61.932).

Ö STER R EIC HS G RÖ S S TE K R A N KE N H AU S GES E LL SC HA F TE N

Spitalsgesellschaft KAV (Wien) Landesklinikenholding (Nö) Kages (Stmk) Gespag (Oö) Kabeg (Ktn) Vinzenz Gruppe (Wien,Oö) Tilak (Tirol) Salk (Sbg) KHBG (Vlbg) Krages (Bgld)

Betten 2010 8.896 8.093 6.027 3.755 2.901 2.261 2.229 1.814 1.544 875

Betten 2009 8.836 8.200 6.049 3.900 2.998 2.216 2.228 1.850 1.568 984

Aufnahmen 2010 396.142 385.723 270.110 184.817 118.634 143.683 104.507 95.824 84.363 162.400

Aufnahmen 2009 391.703 385.000 271.835 184.628 135.646 138.269* 109.009 95.114 84.528 160.418*

Quelle: medianet/Eigenangaben; stationär und ambulant

Gefälschte Medikamente nehmen weiter zu

HIV IN ÖSTERREICH

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kosten. Von 2000–2010 ist die Zahl des ärztlichen Personals um 28,4, die des nichtärztlichen Personals um 12,2% gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr war 2010 um 3% mehr ärztliches Personal und um 1,4% mehr nichtärztliches Personal tätig.

Internetversand Gesundheitsministerium und Zollbehörden warnen vor Gesundheitsrisiken durch illegale Pillen

GRAFIK DER WOCHE

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© APA/Georg Hochmuth; EPA; Montage: B. Schmid

MICHAEL STRAUSZ

Gesundheitsminister Alois Stöger warnt: „Gefälschte Medikamente sind gefährlich.“

ten Fall könne das sogar tödlich enden. Der Minister erklärte auch, wie man an gefälschte Präparate kommt: Über das Internet wird bestellt, über die Post wird versandt. Vor allem sogenannte Lifestyle-Arzneien werden gehandelt: Potenzmittel wie Viagra oder Cialis, Diätpillen, Haarwuchsmittel, aber auch Herz-Kreislauf-Medikamente. Laut Pfizer, das Viagra einführte, ist der Markt für die gefälschten Varianten des Medikaments mittlerweile umsatzstärker als der Markt für das Original. Die Bekämpfung obliegt zu einem guten Teil dem Zoll. Sendungen aus Nicht-EU-Staaten unterliegen Zollkontrollen. Die Täter sind daher zum Teil dazu übergegangen, die Präparate in die EU einzuschmuggeln und erst dann zu versenden, sagte Gerhard Marosi, zuständig für die Bekämpfung der Produktpiraterie im Finanzministerium. Beim Zoll hilft man sich mit einer „risikoorientierten Kontrollmethode“, bei der unter anderem auf die Herkunftsländer der Pakete geschaut wird. Daher würden die Fälscher ihre Produkte

immer mehr aus „unverdächtigen Ländern“ verschicken. Mit Abstand am häufigsten werden gefälschte Pillen aus Indien beschlagnahmt. Der Anteil betrug in den Jahren 2007–2010 immer zwischen 73 (im Jahr 2008) und 95% (2009). Erst 2011 gab es in den ersten drei Quartalen einen signifikanten Rückgang auf 56%. Damit ging der Aufstieg Singapurs zur Nummer zwei mit knapp 32% Anteil einher. Laut Marosi ist aber zu vermuten, dass es sich auch bei den Produkten aus dem südostasiatischen Stadtstaat eigentlich um indische handelt, die über Singapur versandt werden. Eindringlich warnten Stöger und Müllner die Konsumenten, Medikamente im Internet zu bestellen. Dass Arzneimittel ihren Preis haben, liegt laut Müllner am umfangreichen Kontrollverfahren und an der streng reglementierten Produktion; all das falle bei den Duplikaten weg. Im besten Fall ist kein Wirkstoff enthalten, aber 80% der gefälschten Arzneien sind de iure als gefährlich oder schädigend einzustufen. (APA/iks)


P HA R MA : R EP O R T

Freitag, 16. Dezember 2011

healtheconomy – 37

Ranking Spitze der Arzneimittelhersteller rückt in Österreich näher zusammen. Fresenius Kabi ersetzt MSD in den Top-10

SHORT

Pharmabranche legte bis September um 1,8% zu MICHAEL STRAUSZ

© b-inform

Roche bleibt die Nummer eins, gefolgt von Novartis, Pfizer und Sanofi. Manager üben Kritik an Sparplänen.

Neues Institut für Fitness und Schönheit

Mara Tanzer und Verena KodymDeutsch bringen neues Konzept.

Wien. Die Arzneimittelhersteller legten in Österreich im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Vorjahres um 1,8% auf einen Gesamtumsatz von 3, 081 Mrd. € zu. „Der Kostendruck im Gesundheitswesen ist 2011 in allen Bereichen spürbar größer. Trotzdem haben wir als Konzern hohe Forschungsrisiken in Kauf genommen und weltweit täglich rund 19 Mio. € in F&E investiert“, betont Beat Kasper, CEO von Roche Austria. Wichtig sei, dass es in Österreich weiter Raum für die Finanzierung innovativer Medikamente und begleitender Diagnostika gebe. „Gerade in der personalisierten Medizin liegt Potenzial für mehr Effizienz“, so Kasper.

Verfolger Novartis konnte den Rückstand auf Roche verkleinern und hält nun bei einem Marktanteil von 6,3%. „Novartis Austria wächst und das freut mich“, sagt Christian Seiwald, Country President Novartis Austria. „Alles andere als erfreulich ist, dass Österreich als hochindustrialisiertes Land bei medizinischen Innovationen den Sparstift ansetzt. Die Medikamentenpreise liegen hierzulande deutlich unter dem EU-Durchschnitt.“ Das treffe neben den Patienten auch Novartis, das jährlich mehr als 18% des Nettoumsatzes in F&E investiere. „2012 erwarte ich, dass sich der österreichische Pharmamarkt ähnlich schwach entwickelt wie heuer“, meint Seiwald. Nach Abschluss der Wyeth-Integration ist Pfizer auch im OTC-Bereich und dem Sektor rezeptfreier Gesundheitsprodukte tätig. „Zusätzlich haben wir unser Portfolio durch Generika erweitert und sind

© Harald Eisenberger

Pfizer überholt Sanofi

Wien. Die Eckpfeiler für Wohlbefinden sind Fitness, Schönheit und innere Glückseligkeit, sagen Mara Tanzer und Verena Kodym-Deutsch von b-inform. Ihr Institut vereint diese drei Komponenten ab sofort unter einem Dach im Herzen Wiens. Besucher haben die Möglichkeit, ihren Körper „inform“ zu halten oder ihn in seine persönliche „b-stform“ zu bringen, sowie sich ihrer äußeren Schönheit zu widmen und ihre innere Harmonie zu stärken. Tanzer und Kodym-Deutsch waren viele Jahre in kaufmännisch/wirtschaftlichen Berufen tätig. Als dynamisches Duo, starten sie nun das Projekt „b-inform“. Gemeinsam haben sie das ganzheitliche Konzept, das körperliche Fitness (body), äußere Schönheit (beauty) und innere Glückseligkeit (bliss) vereint, entwickelt, das sie ab sofort anbieten.

Roche-Boss Beat Kasper ist nach drei Quartalen klar die Nummer eins am heimsichen Pharmamarkt.

somit breiter aufgestellt als jemals zuvor“, betont Robin Rumler, CEO von Pfizer Austria. Auch 2012 werde man sich auf die Kerngebiete personalisierte Medizin, Schmerz, Alzheimer und Impfstoffe fokussieren. „Mit dem Beginn der Integration von ‚Genzyme‘ haben wir einen weiteren Schritt Richtung Diversifizierung gemacht. Als einer der ersten werden wir aus dem ‚Patent Cliff‘ kommen“, erwartet Roman Gamerith, Geschäftsführer Sanofi, ein spannendes 2012. Evelyn Schödl: „Für GlaxoSmithKline war heuer der Launch des ersten Medikaments im Bereich SLE (Systemischer Lupus Erythematodes) seit 50 Jahren das Highlight. Andererseits haben sich Patentabläufe negativ auf unser Ergebnis ausge-

wirkt.“ „In einem kaum wachsenden Markt werden nur Unternehmen wie Boehringer Ingelheim (BI) mit neuen innovativen Produkten erfolgreich sein können“, betont Christian Schilling, CEO von Boehringer Ingelheim RCV.

„Wir erhielten vier Neuzulassungen im Bereich Schizophrenie, Onkologie, Infektiologie und HIV und rechnen 2012 stärker zu wachsen als der Gesamtmarkt“, prognostiziert Janssen-CEO Erich Eibensteiner.

Neuer Antikörper gegen Brustkrebs von Roche Wien. Das Pharmaunternehmen Roche hat seine Studien mit dem Brustkrebsmedikament Pertuzumab, ein humanisierter monoklonaler Antikörper, abgeschlossen. Die Phase III Studienergebnisse zeigten bessere Prognosen und ein progressionsfreies Überleben. Aufgrund der positiven Studienergebnisse hat Roche in den USA und Europa einen Zulassungsantrag für Pertuzumab für Patientinnen mit nicht vorbehandeltem, HER2-positiven metastasierten Brustkrebs eingereicht. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen.

D IE GR ÖS S TE N P HA R MAUNTER NE H ME N IN Ö STER R EI C H

Unternehmen Roche Austria Novartis Pfizer Sanofi Astrazeneca GSK Bayer Boehringer Ingelheim Fresenius Kabi Janssen

Umsatz Q3/2011 210,6 Mio. € 193,9 Mio. € 192,2 Mio. € 168,9 Mio. € 134,3 Mio. € 126,4 Mio. € 108,3 Mio. € 85,2 Mio. € 82,3 Mio. € 80,8 Mio. €

Veränderung -1,5 % + 6,9 % -1,4 % -9,4 % -3,0 % -2,2 % + 1,2 % + 5,0 % + 13,6 % -3,3 %

Marktanteil 6,8 % 6,3 % 6,2 % 5,5 % 4,4 % 4,1 % 3,5 % 2,8 % 2,7 % 2,6 %

Quelle: Medianet-Umfrage

Interview Pfizer-Executive Jack Watters sprach mit healtheconomy über die Aktivitäten der Pharmabranche in Afrika

Steigt das BIP, können sich Länder von Hilfsprogrammen emanzipieren. Es geht darum, den Zugang zu schaffen, um die Zukunftsmärkte, die Sie angesprochen haben, und darum, Gutes zu bewirken, einen Beitrag zu leisten, wie sie alle Teile der Gesellschaft leisten sollten.

healtheconomy: Was ist der Grund für einen Konzern wie Pfizer, in Afrika aktiv zu sein? Jack Watters: ‚Zugang‘ ist für uns ein wichtiger Aspekt. Wir entwickeln und vertreiben Medikamente. Wenn wir nicht darauf achten, dass so viele Menschen wie möglich Zugang haben, machen wir unseren Job nur halb. Verbessert man Public Health, verbessert man den Wohlstand. Und so wächst die Kaufkraft – von Staaten wie von Individuen.

healtheconomy: … die andere Ziele als NGOs verfolgt… Watters: Aber das heißt nicht, dass unser Business auf einem herzlosen Modell basieren sollte, ohne etwas beizutragen.

schen brauchen. In Krisenzeiten gehen die Leute weniger auf Urlaub, kaufen keine Autos, aber Medikamente brauchen sie. Unsere Programme in Afrika müssen wir in guten wie in schlechten Zeiten aufrecht erhalten. Kritiker sind da oft skeptisch. Aber ich bin überzeugt, dass wir planen können.

healtheconomy: ‚Gutes tun‘, was meinen Sie damit? Watters: Wege finden, dass die Medikamente an die Menschen kommen. Und zwar, wie etwa bei unserer Partnerschaft mit der GAVI-Alliance, schnell. Wir sind eine kommerzielle Organisation…

healtheconomy: Wie beeinflusst die globale Wirtschaftslage die Aktivitäten in Afrika? Watters: Man darf nie vergessen, wir Pharma-Firma erforschen und entwickeln Produkte, die die Men-

healtheconomy: Apropos Kritiker. Was entgegnen Sie Vorwürfen,

Pfizer-Manager Jack Watters wehrt sich gegen Kritik an Afrika-Programmen.

dass Ihr Konzern Medikamente in Afrika nicht unter den qualitativgleichwertigen Bedingungen testet wie im Norden? Watters: Denen widerspreche ich völlig. Ich denke, es ist falsch, Medikamente nur in den USA, in Kanada oder in der EU zu testen und sie dann in Ländern zu vermarkten, in denen sie nicht getestet wurden. Die Menschen in Afrika verdienen die gleiche Beteiligung an unserer klinischen Forschung wie die Bevölkerung in anderen Teilen der Erde. Der zentrale Punkt dabei ist, dieselben Standards einzuhalten. healtheconomy: Das bedeutet? Watters: Es gehört sichergestellt, dass überall dasselbe Protokoll verwendet wird; dass Ärzte, die das Protokoll verwalten, auf den gleichen, hohen Standards trainiert sind. Die Einrichtungen, in denen Patienten untersucht werden, müssen entsprechende Qualität liefern können. Man muss die Menschen in der gleichen Art und Weise über den Ablauf informieren und ihr Einverständnis einholen. (rs)

Novartis muss Phönix weiter beliefern

© EPA

Wien/Kigali. Der Pharma-Gigant Pfizer ist in einigen afrikanischen Ländern präsent. In Ruanda etwa (healtheconomy berichtete) ist der Konzern mittels Public-PrivatePartnerships aktiv, die der Bevölkerung eine leistbare Gesundheitsvorsorge ermöglichen sollen. Ein Beispiel ist die GAVI-Alliance, die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung, mit Partnern wie der WHO, der Weltbank, UNICEF und der Bill & Melinda Gates Foundation. healtheconomy sprach mit Jack Watters, Vice President for External Medical Affairs, über das Interesse am afrikanischen Markt.

© Pfizer

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„In guten wie in schlechten Zeiten“

Novartis begrüßt die Lieferung zu „jeweils geltenden Bedingungen“.

Mannheim/Nürnberg. Seit einigen Wochen streiten Novartis und deutsche Pharmagroßhändler wegen geänderter Liefer- und Preiskonditionen. Novartis hatte lange Jahre den Großhändlern Preisnachlässe gewährt, wenn diese ihre Rechnungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums beglichen. Diese Skonto-Regelungen seien aber nicht mehr zeitgemäß. Durch eine einstweilige Verfügung muss der Novartis-Konzern den deutschen Pharmagroßhändler Phoenix nun weiter beliefern. Novartis hatte den Vorwurf des Lieferstopps zurückgewiesen.


HE A LT H: C A R E

38 – healtheconomy

Freitag, 16. Dezember Dezembe emberr 2011 embe 20 11

Serie Burn-out Teil 2 Was Krankenkassen und Rehabilitationseinrichtungen leisten, isten, we wenn nn Prävention Präven Prä vention zu kurz kommt ven kommt

GASTKOMMENTAR

Hindernis-Parcour für Ausgebrannte

Incentive für die Mitarbeiter

Behandlungen werden großteils finanziert, arbeitsrechtliche Situation ist mitunter riskant. Wien. Bei den 15- bis 49-Jährigen sind psychiatrische Erkrankungen die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit und Invalidität. Im Jahr 2010 resultierten daraus 54% der Neuzugänge. Bei der Gruppe bis 39 Jahre beträgt der Anteil sogar 61%. Dazu gehören nicht zuletzt Menschen mit einem Burn-out. Allerdings handelt es sich bei „Burn-out“ für Hans-Jörg Pruckner, Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin in der Ärztekammer, um ein Modewort. Psychologische und körperliche Leiden durch Überlastung habe es immer schon gegeben. „Dass das aufgrund des Drucks in unserer heutigen Gesellschaft mehr geworden ist, ist jedoch unbezweifelbar“, sagt Pruckner.

PETRA FABRITZ

ls Vorsorgemedizinerin bin ich immer öfter mit Indikationen konfrontiert, die durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vermeidbar wären. Diese betreffen z.B. Burn-out, HerzKreislauferkrankungen, Schäden an Wirbelsäule und Bandscheibenschäden. Aus Sicht der Unternehmen bedeutet der langfristige Ausfall von Mitarbeitern nicht nur eine Zusatzbelastung der Kollegen, kranke Mitarbeiter kosten Firmen auch sehr viel Geld. Laut dem WIFO Fehlzeitenreport von 2009/10 waren Männer durchschnittlich 12,8 Tage pro Jahr krank, Frauen 14,0, Tendenz steigend. Die dabei entstehenden Krankenstandskosten von jährlich 6,5 Milliarden Euro würden sich jedoch durch eine betriebliche Gesundheitsversorgung durch die Reduktion der Fehlzeiten um 24 % senken lassen und eine Produktivitätssteigerung von 10% bewirken. Die Zahlen sprechen dafür, sich vermehrt um die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter zu kümmern. Bei mediclass haben wir uns deshalb auf betriebliche Gesundheitsvorsorge spezialisiert – einfach, schnell und preiswert. Für eine Investition von weniger als einen Euro pro Mitarbeiter und Tag bieten wir Unternehmen ein sehr attraktives Paket für Wien an. Mit einer mediclass Mitgliedschaft haben Sie mehrere Vorteile: Einerseits haben Ihre Mitarbeiter Anspruch auf eine jährliche umfassende Gesundenuntersuchung im Wert von 400 Euro, andererseits können über 30 Privatärzte und Therapeuten im mediclass Zentrum das ganze Jahr über konsultiert werden und das mit einem Rabatt von bis zu 80% auf die Privatarzthonorare. Bei der Gesundenuntersuchung bieten wir Unternehmen außerdem an, zu einem vereinbarten Termin die Blutabnahme und Urinprobe vor Ort vorzunehmen, um Wegzeiten für die Mitarbeiter zu sparen. Die Gesundenuntersuchung und das ausführliche Beratungsgespräch finden dann im mediclass Zentrum statt und können innerhalb von zwei Stunden absolviert werden. Mit unserem neuen Konzept, leistbare Privatmedizin anzubieten, sorgen wir dafür, dass Mitarbeiter gesund und leistungsfähig bleiben, Beschwerden können schon im Vorfeld erkannt und behandelt werden. Im fünf Sterne Ambiente im mediclass Zentrum werden alle bestens betreut und schnell behandelt.

A

Auch der Hauptverband der Sozialversicherungsträger kennt kein „Krankheitsbild Burn-out“. Für das Therapieren der damit verbundenen Symptome sei das egal, so Pruckner. Entscheidend sei nur, dass eine Krankmeldung möglich ist, wenn diese nötig erscheint. Das Syndrom kann sich in unterschiedlicher Form bemerkbar machen – von der „klassischen“ Erschöpfungsdepression bis zu rheumatischen Beschwerden. Je nach Diagnose leitet der behandelnde Arzt die weiteren Schritte ein: Das kann das Hinzuziehen eines Facharzts sein oder die Beantragung einer Rehabilitation. Geprüft wird dieser Antrag von der Pensionsversicherungsanstalt, die zudem die Kosten der Rehabilitation übernimmt. Der Betroffene selbst steuert eine Einkommensabhängige tägliche Zuzahlung ab sieben € aufwärts bei. Hinter-

Auch wenn es das Krankheitsbild offiziell gar nicht gibt – Burn-out-Behandlungen werden von Kassen doch übernommen.

grund: Die PVA ist immer dann gefragt, wenn ein Versicherter bereits arbeitsunfähig ist oder die Gefahr dafür besteht. Die finanzielle Situation, wann jemand krank ist, muss vom Arbeitgeber weiterbezahlt werden – wie lange, das hängt von der Betriebszugehörigkeit ab. In den ersten fünf Jahren haben Arbeitnehmer Anspruch auf sechs Wochen volles und vier Wochen halbes Entgelt pro Arbeitsjahr. Bei sich wiederholenden Erkrankungen gelten eigene Regelungen für Angestellte und Arbeiter. Besteht kein Recht mehr darauf, zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Das gibt es längstens ein Jahr. Wer dann mindestens 13 Wochen wieder arbeitsfähig ist, kann es erneut beantragen.

Die Arbeiterkammer (AK) verweist darauf, dass Kranke nicht vor einer Kündigung geschützt sind. „Das ist eine reelle Gefahr“, warnt die AK-Arbeitsrechtsexpertin Irene Holzbauer.

Selbstständige betroffen Wer den Gang zurück in die Berufswelt nicht mehr schafft, hat die Möglichkeit, eine Invaliditätspension zu beantragen; die Entscheidung darüber fällen medizinische Gutachter. Bei Ablehnung muss ein Job-Neustart versucht werden, ansonsten bleiben nur Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe. Bei Zuerkennung der Pension droht womöglich manchen jungen Betroffenen trotzdem eine

schwierige Situation: Da sie erst wenige Arbeitsjahre mit Einstiegsgehältern hinter sich haben, kann die Invaliditätspension sehr klein ausfallen. Als besonders Burn-out-gefährdet gelten Selbstständige. Die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) bietet nicht nur Vorsorge-Untersuchungen und Burn-out-Prävention an. In wenigen Monaten startet die SVA ein Pilotprogramm einer stationären Rehabilitation für jene, für die die Vorbeugung zu spät kommt. Mindestens 22 Tage lang sollen Unternehmer & Co in Bad Pirawarth u.a. mittels psychologischer Beratung und Bewegungstherapie aktiviert werden. Das Projekt wird während des Ablaufs evaluiert werden.

Arbeitsgesundheitsmonitor Pflegekräfte sind am stärksten von psychischen und physischen Krankheiten betroffen

Gesundheitsberufe belasten Gesundheit Wien. Beschäftige in den Gesundheits- und Pflegeberufen haben häufiger körperliche Beschwerden als andere Arbeitnehmer. Besonders negativ betroffen sind innerhalb dieser Gruppe die Pflegeberufe und hier insbesondere der Bereich Alten- und Behindertenpflege. Das geht aus dem Österreichischen Arbeitsgesundheitsmonitor hervor, der Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien präsentiert wurde.

Dieses Projekt der AK Oberösterreich misst kontinuierlich das subjektive Gesundheitsempfinden der Österreicher am Arbeitsplatz. Demnach haben 19% der anderen Arbeitnehmer keine Beschwerden, bei den Gesundheitsberufen sind es nur 11%, während 72% unter drei und mehr Beschwerden leiden. „Den Pflege- und Gesundheitsberufen muss größere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Wesentlich ist die Aufstockung des Personals, denn der Personalengpass ist eine zentrale Ursache zunehmender Belastungen“, fordert AK-Präsident Johann Kalliauer entsprechende Konsequenzen aus der IFES-Mehrthemenumfrage. Im Rahmen von 14.900 Interviews (1.000 je Quartal) wurden unselbstständige Beschäftigte, freie Dienstnehmer und Arbeitslose zwischen 2008 und dem 3. Quartal 2011 befragt. Neben klassischen Beeinträchtigungen und psychosomatischen Beschwerdebildern wurden psychische Beeinträchtigungen sowie positive Gesundheitsindikatoren erhoben.

Rücken- und Kopfschmerzen

© stockxpert

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Krankheitsbild gibt es nicht

© mediclass Gesundheitsclub

RICHARD SOLDER

Pflegeberufe sind besonders von Burn-out und anderen Krankheiten betroffen.

Die am häufigsten genannten Beschwerden sind Muskelverspannungen, Kreuz- und Kopfschmerzen, Erschöpfung und Schlafstörungen. Neben physischen treten auch psychische Beeinträchtigungen in den Pflegeberufen häufiger auf als in anderen Berufsgruppen. Während die Gesamtheit der unselbstständig Beschäftigten

bzw. der Gesundheitsberufe zu 33% keine psychischen Beschwerden aufweisen, ist dies nur bei 24 bzw. 27% der Pfleger/-innen der Fall. Die stärksten Belastungen im Gesundheits- und Pflegebereich sind die dauernd hohe Verantwortung, die hohe Konzentration, der häufige Patientenkontakt, der Umgang mit Leiden und Kranken, die schwere körperliche Anstrengung, einseitige, sich häufig wiederholende und anstrengende Tätigkeiten sowie häufiges Stehen. Zeitdruck und hohe Arbeitsverdichtung sind weitere belastende Faktoren. Besonders gravierend wirkt sich bei Pfleger/-innen und Ärzten/-innen der Zeitdruck auf das körperliche Befinden aus, im Pflegebereich kommen auch noch Belastungen durch Vorgesetzte und die starre Hierarchie hinzu. „Es darf nicht sein, dass ausgerechnet Arbeitnehmer, die sich um die Gesundheit anderer kümmern, höheren Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Deshalb müssen die Arbeitsbedingungen drastisch verbessert werden“, so Kalliauer abschließend. (ms)


Freitag, 16. Dezember 2011

ME D I Z I N TE C HN I K : E- HE A LTH

healtheconomy – 39

ELGA I Das epSOS-Projekt will die klinischen Dokumente europäischer Länder vernetzen, um Patienten bei Urlaubserkrankungen helfen zu können

Grenzüberschreitende Diagnosen Wien. Während die Debatte über die elektronische Gesundheitsakte ELGA weiter köchelt, steht die Pilotphase eines anderen E-HealthProjekts bevor: Smart Open Services for European Patients (epSOS) soll künftig Gesundheitsdaten in Europa vernetzen. Der Pilot ist bis 2013 angesetzt. Nach einer Evaluierung wird über eine Verlängerung oder den Start entschieden. Der Aufwand des Projektes beträgt 22 Mio. €, wobei 50% von der EU finanziert werden. 23 Staaten gehören zum Kreis der teilnehmenden Länder. In Österreich wird es vom Gesundheitsministerium und der ELGA GmbH umgesetzt. Künftig soll epSOS an ELGA gekoppelt sein. Übermittelt wird ein Patient Summary über den aktuellen Gesundheitszustand, also etwa ein Entlassungsbrief. Für die zweite mögliche Komponente, die E-Prescription, bräuchte es eine bestehende E-Medikation.

ELGA II Ärztekammer

Misstrauen Wien. Die Ärzte stehen weiter hinter ihrem Präsidenten und dem Anti-ELGA-Kurs. Der Hausärzteverband hatte einen Misstrauensantrag gegen den Präsidenten der Wiener Ärztekammer, Walter Dorner, eingebracht, weil dieser in der Bundesgesundheitskommission der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) zugestimmt hatte – für den Verband eine Missachtung der Rahmenbeschlüsse der Ärztekammer. Auch die niederösterreichische Ärztekammer hatte Dorner deshalb zum Rücktritt aufgefordert. Der Antrag wurde mit mehr als 90% der Stimmen abgelehnt. Dorner hatte seine Entscheidung damit begründet, dass er ELGA nur grundsätzlich zugestimmt habe, nicht aber dem Entwurf von Gesundheitsminister Alois Stöger.

Unternehmen Roche Graz

Sichere Zukunft Graz. Roche Diagnostics Graz ist kürzlich nach Rotkreuz in die Schweiz übersiedelt. Dennoch sollen wesentliche WertschöpfungsAnteile in der Steiermark bleiben. Die Zahlen für das laufenden Geschäftsjahr wurden nun veröffentlicht: Insgesamt gingen Aufträge im Wert von über 16 Mio. € an Zulieferer. Der Standort Graz soll ,wie berichtet, Mitte 2014 endgültig geschlossen werden, dennoch wird weiterhin eine Wertschöpfung von rund 12 Mio. € jährlich erwartet.

International attraktiv Von den Vereinbarungen profitieren unter anderen die Unternehmen Seidel Elektronik, Kozar Präzisionstechnik und M&R. Ulrich Kanter, Geschäftsführer der Roche Diagnostics Graz GmbH, erklärt: „Das Land Steiermark ist durch seine hochspezialisierten Unternehmen, zahlreiche Universitäten und erstklassigen F&E-Einrichtungen als Standort international attraktiv und bietet viele interessante Kooperationsmöglichkeiten in- und außerhalb der Clusterlandschaft.“

Martin Hurch, Leiter der Abteilung Architektur und Standards bei ELGA, schätzt, dass in ein bis zwei Monaten die Pilotierung gestartet werden kann. Dabei wird das Klinikum Wels als Point of Care die Rolle der vernetzten Gesundheitseinrichtung spielen. Vernetzt wird epSOS in jedem Land über den National Contact Point.Diese Dreh- und Angelpunkte nehmen eine besonders wichtige Stellung ein, da „genau ab hier das nationale Recht zum Einsatz kommt“. Das Netzwerk passt sich den Umständen vor Ort an. Lokale Besonderheiten bleiben so bestehen. „Das beginnt bei der Identifikation

von Patienten. Es wird keine europäische Identifizierung geben, das bleibt dem Land überlassen“, sagt der Experte. Landet ein Tourist in einem österreichischen Spital, kann das Personal – Einverständnis des Patienten vorausgesetzt – Einblick in die übersetzte als auch die Original-Akte bekommen. So wissen Mediziner, welche Grundkrankheiten vorliegen, wie der Patient medikamentös eingestellt ist, welche Allergien oder Arzneimittelunverträglichkeiten er hat. „Ohne epSOS habe ich als Arzt sonst gar nichts in der Hand“, betont Hurch. Dabei gilt das Opt-In-Prinzip – die Patienten müssen sich al-

so aktiv für epSOS aussprechen mehrfach: Bereits vor Antritt einer Reise hat der Patient seinen Willen zur Teilnahme an epSOS zu hinterlegen, nur dann kann aus dem Zielland zugegriffen werden. Und das auch nur dann, wenn der Patient am konkreten Behandlungsort wiederum seine Zustimmung gibt. Trotz aller Flexibilität steht nicht zuletzt die Harmonisierung von Normen im Vordergrund: Entscheidend für epSOS ist etwa eine durchgängig nach internationalen Standards kodierte Dokumentation, die auch verlässlich korrekte Übersetzung und Interpretation der Gesundheitsdaten zulässt.

© APA/Georg Hochmuth

23 europäische Staaten testen in Pilotphase länderübergreifenden Datenaustausch.

Im Fall etwa von Skiunfällen können Patienten erlauben ihre Daten einzusehen,


ME N S C HE N & KA R R I E R E N

40 – healtheconomy

Freitag, 16. Dezember 2011

Branchenevent Personalberater und Biotech-Spezialist Mediatum lud Geschäftspartner zur Adventfeier

SHORT

Biotechnologie-Punsch

Patientenanwälte analysierten Gesetze

80 Branchenexperten trafen sich und diskutierten im Innenhof des Alten Wiener Rathauses.

Österreichs Patientenanwälte diskutierten Reformvorhaben

Klagenfurt. Zum dritten Mal fand nun die Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Patientenanwälte in Kärnten statt. Diskutiert wurden von den Patientenanwälten aktuelle gesundheitspolitische Themen und ihre Auswirkungen auf Patienten. Im Mittelpunkt standen unter anderem Themen wie das geplante neue Gesetz zum Schutz Minderjähriger bei Schönheitsoperationen und die elektronische Gesundheitsakte ELGA.

Pfizer unterstützt arme Jugendliche

Ein Stelldichein gaben sich unter anderem: Ali Alloueche (CBO Affiris), Leonhardt Bauer (CEO 55pharma), Martha Bousek (Corporate Communications & Public Affairs GSK Pharma), Michaela Fritz (Head of Health & Environment Department AIT – Austrian Institute of Technology), Alexandra Gruber (Director BD & Marketing Biocrates Life Sciences), Markus Kiess (GF Gregor Mendel Institute of Molecular Plant Biology), Hans Loibner (CEO Apeiron Biologics), Jürgen Machart (GF AVCO – Austrian Private Equity & Venture Capital), Paul Pavetich (Operations Manager Corporate Technology Siemens), Arnold Reikerstorfer (Lisa Vienna Region), Christian Schilling (CEO Boehringer Ingelheim RVC), Gerald Strohmaier (Director HR Intercell), Oliver Szolar (CEO Savira Pharmaceuticals) sowie Nikolaus Zacherl (GF Institut für medizinische Genomforschung).

Christian Schilling, Ulrike Ischler und Andreas Perklitsch (v.li.n.re.).

Michaela Fritz (AIT) und Arnold Reikerstorfer (Lisa - Vienna Region).

Karsten Schlemm mit Ehefrau Kerstin und Ulrike Ischler (v.re.n.li).

Paul Pavetich (Siemens) und Nikolaus Zacherl (IMG) - (v.li.n.re.).

© mediatum

© Büro LHStv. Kaiser

Wien. Die Mediatum GmbH, ein ausschließlich auf Life Science spezialisiertes Personalberatungsunternehmen, lud Klienten, Geschäftspartner und Freunde zum mittlerweile schon traditionellen exklusiven Advent-Punsch in den barocken Innenhof des Alten Wiener Rathauses. Bei Temperaturen knapp über Null Grad erfreute sich der in Mediatum-Design weihnachtlich dekorierte Stand bis spät am Abend großer Beliebtheit. „Der schöne Innenhof ist ideal, um ungestört und entspannt plaudern zu können. Und dass von Jahr zu Jahr mehr Geschäftspartner und Branchenexperten unserer Einladung Folge leisten, spricht für die Akzeptanz unserer Veranstaltung in der Life Science-Szene“, freut sich das Geschäftsführer-Duo von Mediatum Österreich, Ulrike Ischler und Andreas Perklitsch. Die Maroni-Bar, Punsch und heiße Suppen fanden regen Absatz.

Studie Vamed setzt in „la pura“-Zentrum Forschung um

Auszeichnung Pharmakonzern fördert Projekte

Frauen brauchen spezielle Medizin Wenig Geld, viel Fantasie

Diskutierte mit Expertinnen über Frauenmedizin: Vamed-Sprecher Bichler (re.)

Joachim V. Hofmann: Work-Life-Balance: Ziele, Konzepte und Methoden im Business Coaching. Trainerverlag. 100 Seiten, ISBN-13: 978-3841750273, 23,90 €

© Ashoka

Boehringer Ingelheim zeichnete Projekte in armen Ländern aus.

Regina Roller-Wirnsberger behandelt alte Menschen Regi Re

© Regina Roller-Wirnsberger M.D., MME

Das Buch zum Burn-out WorkLife-Bal Life-Balance hat sich in den vergange verg vergangenen Jahren zunehmend Bewusstsein von Mitarbeitern, im Bewus Führungskräften und PersonalFühr entwicklern etabliert und ist zu entw eine einem Strategiethema geworden. Durc Durch die immer schnellere Verä Veränderung der Arbeitswelt und die stetig steigende Belastung mehren sich vor allem stre stressbedingte psychische Erkr Erkrankungen. Ein Management der Work-Life-Balance und eine Unterstützung durch CoachingUnte angebote werden daher immer ange häuf häufiger gefordert. BusinessCoac Coaching vor dem Hintergrund von Work-Life-Balance fokussiert auf ein Konzept, welches sier die individuelle Entwicklung in dden Rahmen einer ganzheitlichen Lebensplanung heit einbettet und auf nachhaleinb auch des Unternehmens tigenn Erfolg tige Erfolg sowohl des Einzelnen als au als Ganzes ausgerichtet ist. Wesentliches Element dieses Ziels ist die bewusste Gestaltung des eigenen Lebens im Sinne eines ausgewogenen Gleichgewichts. (iks)

kamente in den Lieferketten von Cola), Saúde Criança (Gesundheitslösungen für Familien in Favelas) und Unite For Sight, Ghana.

MENSCHEN, ÜBER DIE MAN SPRICHT MENSCH

Graz. Die Medizinische Universität Graz ist die erste öffentliche höhere Bildungseinrich dungseinrichtung in Österreich, die eine eigene Professur für Geriatrie eingerichtet hat. Zur ersten Lehrstuhlinhaberin wurde die Grazer Internistin und Fach Fachärztin für Angiologie und Absolventin der „European Academy of Aging“, Agin Regina Roller-Wirnsberger, bestellt. Sie wird sich als leitende Wiss Wissenschafterin mit Fragen der Gesundheit älterer und hochbetagter Mens Menschen auseinandersetzen. Nach Angaben der Statistik Austria wird bis 2020 der Anteil der über 65-Jährigen in der österreichischen Bevölkeru von 16,3 (2005) auf 27,5% steigen. Der Bedarf an Ärzten, die der kerung Herausforderung der medizinischen Versorgung von alten, mehrfach Hera erkr erkrankten und dementen Patienten gewachsen sind, ist hoch.

A LI A L LO U EC HE , A F FI R I S A G © Affiris

© Trainerverlag

BUCH-TIPP

Ingelheim. Die drei Gewinner des Wettbewerbs „Making More Health“: Achieving Individual, Family, and Community Well-Being (Gesundheit für Menschen, ihre Familien und ihr soziales Umfeld) stehen fest. Die Changemakers von Ashoka und Boehringer Ingelheim, eines der 20 größten Pharmaunternehmen weltweit, hatten diesen Wettbewerb ins Leben gerufen. Die Gewinner haben innovative Modelle zur Gesundheitsversorgung extrem verarmter Gesellschaftsgruppen entwickelt, für einen neuartigen Einsatz von Arbeitskräften, um die Kapazität medizinischer Einrichtungen zu erhöhen, und für ganzheitliche Ansätze für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung. Sieger sind: ColaLife (Unterbringung einfacher Medi-

Die Affiris AG gab bekannt, dass Ali Alloueche ab sofort die Leitung des Business Development übernimmt. Die neue Position wurde aufgrund der stetig wachsenden Entwicklungspipeline des Wiener Biotechunternehmens geschaffen. Als Mitglied des Management-Teams wird Alloueche die strategische und geschäftliche Entwicklung unterstützen. Vor seinem Einstieg war er Head of External R&D beim führenden Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline Biologicals in Belgien.

M A R I A J A ND L , AUVA P R E I S TRÄ GE R I N

Maria Jandl zählte zu den Ersten, die den AUVA-Pflegepreis erhielten. 2011, acht Jahre danach, ist sie die Erste im Burgenland, die einen ganz besonderen Preis bekommt: den „Goldenen AUVA-Pflegepreis“. Er wurde ihr für unglaubliche 35 Jahre aufopfernde Pflege ihres querschnittgelähmten Sohnes Peter zuerkannt. Maria Jandl ist mittlerweile 81 Jahre alt und stellt eigene – zum Teil auch pflegebedingte – gesundheitliche Probleme immer noch zurück, um ihrem Sohn zu helfen.

© NÖ GKK

Wien. „Kinder, die früh in ihrem Leben Armut, Gewalt und Leid kennenlernen mussten, brauchen einfühlsame Unterstützung, um Mut und Kraft zu schöpfen. Dank des nachhaltigen Engagements von Pfizer können wir den Kids optimale Hilfe anbieten“, sagte Caritasdirektor Michael Landau über das Projekt „Pfizer Kids“. Unter dem Motto „Hoffnung für morgen“ unterstützt Pfizer seit 2004 Kinder und Jugendliche.

© Vamed/Bill Lorenz

55.000 Euro von Pfizer-Chef Rumler für der Caritas-Boss Landau.

durch Behinderungen oder andere funktionale Beeinträchtigungen. Das zeigt die aktuelle Auswertung der von Statistik Austria erhobenen Daten. „Der Bedarf für frauenspezifische Gesundheitsversorgung – insbesondere in der Prävention – liegt auf der Hand“, schließt Vamed-Unternehmenssprecher Ludwig Bichler aus einer neuen GfK-Studie zur Gender-Medizin. Auf die Frage, ob bei Männern häufiger falsche Diagnosen gestellt werden als bei Frauen, antworten gemäß der neuen Studie 14% mit „Ja“. „Erkenntnisse wie diese und wissenschaftliche Forschungen sowie Kooperationen mit der Meduni Wien setzt Vamed in neuen Gesundheitseinrichtungen wie ‚la pura‘ in zeitgemäße medizinische Angebote um“, sagt Bichler.

© AUVA

© Caritas

Wien/Gars. Seit 2003 ist die Lebenserwartung von Frauen von 81,5 auf 83,2 gestiegen. Das längere Leben ist aber im Alltag eingeschränkt

KONRAD KÖCK, EX-DIREKTOR DER NÖ GEBIETSKRANKENKASSE

Zwölf Jahre lang hat der ehemalige NÖGKK-Generaldirektor Konrad Köck als leitender Angestellter die Geschicke der größten niederösterreichischen Krankenkasse entscheidend mitbestimmt. Für seine großen Verdienste um die Sozialversicherung und das Gesundheitswesen hat ihm der Generaldirektor des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger, Josef Kandlhofer, nun die „Ehrennadel das Sozialversicherung“ verliehen.

medianet health:economy  

healtheconomy - die wöchentliche Berichterstattung über die Gesundheitswirtschaft - jeden Freitag in der Wirtschaftsfachtageszeitung mediane...

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