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medianet

inside your business. today.

Freitag, 16. märz 2012 – 31

Explodiert

Exzellent

Die Ausgaben für rezeptpflichtige Arzneimittel steigen derzeit stark an  Seite 32

Preis für junge Forscher in Sachen Gesundheitswirtschaft vergeben  Seite 36

© oegwk

© panthermedia.net

healtheconomy Expansion MedAustronCrew wächst © EBG MedAustron

Selbstständige: Kasse zahlt bald Krankengeld

© medianet

short

Expertenstreit Es gilt als eines der Zukunftsprojekte von USPräsident Barack Obama bei der Reform des Gesundheitswesens – der Einsatz von Informationstechnologie. Und auch in Österreich setzt Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) große Stücke auf EHealth. Doch dieser Bereich ist umstritten. In den Vereinigten Staaten zeigt nun eine neue Studie Problembereiche auf, in Österreich wehrt sich vor allem die Ärztekammer gegen die Projekte. Allerdings dürfte die nicht unbedingt die Ansicht ihrer eigenen Mitglieder vertreten, wie eine neue Studie belegt.  Seite 35

© SVA; AUVA; panthermedia.net/forca / Montage: B. Schmid

© panthermedia.net/Yuri Arcurs

Expansion „Wir wollen im OTCBereich ein echter Keyplayer sein – nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa.“ Günter Cseh, Geschäftsführer von Meda Pharma Österreich, macht eine echte Ansage und betont das selbstbewusst. Die Entwicklung gibt ihm Recht: Sein Unternehmen, Tochter-Firma eines schwedischen Konzerns, betreibt keine eigene Grundlagenforschung, sondern übernimmt bereits am Markt eingeführte Produkte, wenn diese wegen ausbleibenden Erfolgs oder bei Fusionen abgegeben werden.  Seite 34

Reform Selbstständige arbeiten selbst und das ständig. Wenn sie aber einmal krank sind, droht Verdienstentgang, weshalb viele auch krank arbeiten. Die SVA überlegt, nun Krankengeld zu zahlen und so die Gesundheit zu fördern. Seite 32

inhalt www.cb12.at Healthcare > Bauernkasse bilanziert heuer ausgeglichen  32 > Serie: Betriebliche Gesundheitsförderung: AK will Frühpensionen senken  33 > Spitalsärzte unzufrieden mit Arbeitsbedingungen  33 Pharmareport und Lifescience > Forscher in Wien arbeiten an eigener Impfung gegen Allergien  34 > Grüner Star: Früherkennung ist entscheidend  34 Medizintechnik und eHealth > Gesunde Wandfarbe kommt in die Apotheken  35

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32 – healtheconomy

Freitag, 16. März 2012

Sozialversicherung I Auffangnetz für Selbstständige nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit geplant

Kommentar

Industrie steht unter Druck

Debatte um Krankengeld für Unternehmer und EPU AUVA stellt aber für Finanzierung neuer Regelung für Ein-Personen-Unternehmen Bedingungen.

D

ie Pharmaindustrie hat es derzeit nicht leicht: Zum einen laufen massenweise umsatzstarke Medikamente aus: Arzneimittel mit einem Jahresumsatz von weltweit mehr als 130 Milliarden US-Dollar verlieren bis 2013 ihren Patentschutz und allein Österreichs Kassen sparen sich so in drei Jahren 1,3 Milliarden Euro. Zum anderen sind auch jene Medikamente, bei denen es noch einen Patentschutz gibt, nicht mehr sicher. In einem wegweisenden Urteil zwang Indien nun den deutschen Pharmakonzern Bayer zur Weitergabe eines Patents für ein Krebsmedikament an einen heimischen Hersteller. Das Mittel ‚Nexavar‘ soll dadurch in dem Schwellenland künftig nur noch einen Bruchteil des bisherigen Preises kosten und für die Menschen dort damit erschwinglicher werden. Es war die erste zwangsweise Patentabtretung in der Geschichte Indiens. Es gibt aber auch Lichtblicke: Trotz der juristischen Niederlage ist klar, dass Indien und die anderen Schwellenländer der Zukunftsmarkt für die Pharmabranche sind. Einen Gewinnsprung im Vorjahr verdankte Bayer etwa nicht zuletzt dem Medikamentenabsatz in Schwellenländern. Es wird sich also zeigen, wie die Industrie auf die geänderten, globalen Rahmenbedingungen im Gesundheitsbereich reagieren wird.

GRAFIK DER WOCHE SPITÄLER: SO STIEGEN DIE KOSTEN

Kostenentwicklung pro stationärem Patient in Euro Österreich gesamt Ordenskrankenanstalten 3500

3.401

3.192

3.301

Wien. Im Ministerrat sind erste Schritte in Richtung einer Krankengeldregelung für Kleinunternehmer und Ein-Personen-Unternehmer (EPU) gesetzt worden. Grundsätzlich von vielen Seiten begrüßt, wird noch über die konkrete Umsetzung und vor allem über die Finanzierung debattiert. Im Gegensatz zu unselbstständig Beschäftigten, die im Krankheitsfall durch Engeltfortzahlung und Krankengeld abgesichert sind, gibt es für Unternehmer nur die Möglichkeit einer freiwilligen Zusatzversicherung zur Abdeckung ihres Verdienstentgangs. Die Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) und Wirtschaftskammer (WKO) fordern hier schon länger eine Gleichstellung. Nun, da Bewegung in die Sache kommt, zeigte sich die WKO zufrieden: Die Entscheidung, einen gesetzlichen Anspruch auf Krankengeld für Selbstständige auf Schiene zu bringen, sei „ein wichtiger Meilenstein im Ausbau der sozialen Absicherung von Österreichs Kleinunternehmern“, betonte Martin Gleitsmann, Sozialpolitik-Experte in der WKO. Auch die SVA jubelte.

Ein-Personen-Unternehmen und Kleinunternehmen, wie sie im Medienbereich oft vorkommen, haben wenig soziale Absicherung.

Die geschätzten Kosten von rund 20 Mio. € pro Jahr soll nach SVAVorstellung die ohnehin dienstgeberfinanzierte Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) tragen. In der AUVA zeigte man sich anfangs ohne Umschweife entgegenkommend: „Das werden wir übernehmen, denn das ist der Beitrag der AUVA zum Sparpaket“, richtete Obfrau Renate Römer aus. Am Tag darauf ruderte sie allerdings doch zurück; Römer stellte für die Finanzierung des geplanten Krankengelds für Selbstständige nun Bedingungen. Die Quersubventionierung des Gesundheitssystems durch die AUVA müsse beendet werden, forderte sie. Überlegt werden könne eine Absenkung des Dienstgeber-Beitrags.

20 Mio. € an Kosten Laut einem Modellvorschlag der Sozialversicherungsanstalt wären Unternehmer anspruchsberechtigt, die weniger als 51 Dienstnehmer beschäftigen. Sie sollen eine Sach- oder Geldleistung (26 € pro Tag) bekommen, und zwar erst ab der sechsten Woche der Arbeitsunfähigkeit bis zur Höchstdauer von 26 Wochen. Für die Zeit davor soll es weiter die freiwillige Zusatzversicherung geben.

2.639 2.484

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2007

2008

2009

2010

Quelle: BMG, Unitas-Solidaris, Ordensspitäler; Grafik: R.A.

Arbeiterkammer bremst Die Arbeiterkammer (AK) unterstützt zwar die Krankengeld-Bemühungen, will aber keinesfalls eine Finanzierung aus AUVA-Mitteln. Die Unfallversicherung sei eine Dienstnehmer-Versicherung, aus der sich die Unternehmer nicht bedienen könnten, wenn sie Lücken im Leistungssystem ihrer eigenen Krankenversicherung ausmachten. „Wenn die Unternehmer das Krankengeld haben wollen, müssen sie

Sozialversicherung III Umsätze der Apotheken steigen

Wien. Unter dem Licht des Stabilitätspakets hat die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) das Budget für 2012 beschlossen. Das Gesamtvolumen des SVB-Budgets, das sich aus Versichertenbeiträgen und Bundesmitteln zusammensetzt, wird heuer 3,055 Mrd. € betragen und sich zu 18,4% auf die Krankenversicherung, 3,8% auf die Unfallversicherung, 70,4% auf die Pensionsversicherung aufteilen.

Wien. Die Ausgaben der Krankenkassen für rezeptpflichtige Arzneimittel, die über die knapp 1.300 öffentlichen Apotheken abgegeben wurden, sind im Vorjahr wertmäßig um 2,25% gesteigen. Das war unter der Inflationsrate von 3,3%. Doch die Situation hat sich im Jänner und Februar 2012 gedreht. „Im Jänner gab es einen Zuwachs bei den Kassenumsätzen in den Apotheken um 6,42 Prozent. Im Februar waren es 6,68 im Durchschnitt“, sagte Leopold Schmudermaier, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer. Spitzenreiter unter den Bundesländern war im vergangenen Jahr Salzburg. „Wir haben einen stärkeren Zuwachs, was Packungen und Wert betrifft. Für uns ist nicht ganz nachvollziehbar, warum. Auffällig ist die Dynamik bei den höherpreisigen Arzneimitteln“, sagte Schmudermaier. Die auf Kassenrezept in den öffentlichen Apotheken abgegeben Medikamente machen rund 85% des Gesamtmarkts der Ausgaben der Krankenversicherung für Arzneimittel auf. Der Rest entfällt auf die ärztlichen Hausapotheken. Laut den Zahlen der Apotheker-

Bauernkasse bilanziert positiv

Erwerbstätigen geht auch die Entwicklung des Beitragsaufkommens einher, wobei dies mit den nun vorgesehenen Maßnahmen steigen wird. Der Verwaltungskostendeckel wird auch heuer eingehalten – trotz laufender Konsolidierung im Verwaltungsbereich wurde ein genereller Personalstopp ab Mitte Jänner 2012 beschlossen. Im Vordergrund steht, die umfassende soziale Absicherung für bäuerliche Familien zu erhalten. (iks)

In der Krankenversicherung ist nach den positiven Abschlüssen in den vergangenen Jahren auch heuer ein Bilanzgewinn prognostiziert. Die weitere Entwicklung kann jedoch durch etwaige Kostensteigerungen im Heilmittelbereich und strukturell bedingt stagnierende Einnahmen als schwieriger angenommen werden. Zudem sollen die Rücklagen aus der Krankenversicherung mittelfristig die Finanzierung der Unfallversicherung sichern, welche im Jahr 2013 durch den Wegfall des Bundesbeitrags in die roten Zahlen geraten wird. Mit der rückläufigen Zahl der aktiv

© dpa/Daniel Karmann

3.023

es auch selbst finanzieren“, betonte Alice Kundtner, Leiterin des AKBereichs „Soziales“. Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) wies daraufhin, dass die SVA selbst über 487 Mio. € an Rücklagen verfüge, die AUVA aber nur über 20 Mio. €. Zudem forderte Stöger die Abschaffung des 20%igen Selbstbehalts. Das lehnte die SVA ab. Dies würde die finanzielle Tragfähigkeit der Versichertengemeinschaft gefährden und zu höheren Beiträgen führen, hieß es aus der Unternehmer-Sozialversicherungsanstalt. Eine Junktimierung der Krankengeldregelung mit Stögers Selbstbehalt-Forderung wurde im Ministerium bestritten. Die SVA sucht das Gespräch mit Gesundheitsminister.

Sozialversicherung II SVB deckelt Verwaltungskosten

Stagnierende Einnahmen 3000

Die WKO schloss sich Römer an: Die Finanzierung durch die AUVA sei eine faire Lösung. Allerdings müsste man „finanzielle Ungleichgewichte“ im Gesundheitssystem beleuchten, sagte Gleitsmann.

Die SV der Bauern wird heuer 3,5 Mrd. € ausgeben – das meiste für Pensionen.

Mehr Ausgaben für Arzneimittel

kammer wurden im Jahr 2011 auf Kassenrezept Medikamente für 2,252 Mrd. € abgegeben, 2010 waren es 2,196 Mrd. € gewesen. Schmudermaier: „Rund 60 Prozent der Ausgaben der Krankenkassen entfallen auf ärztliche Hilfe (30,4 Prozent, Anm.) und Anstaltspflege (28,6 Prozent, Anm.). Der Anteil der Arzneimittel an den Kassenausgaben betrug 20,1 Prozent. 2,9 Prozent machte der Verwaltungsaufwand aus.“  (iks)

© panthermedia.netTArne Trautmann

Martin Rümmele

© panthermedia.net/Yuri Arcurs

Richard Solder

Die Ausgaben für Arzneimittel steigen im Jänner und Februar wieder stark an.


H E A LT H : C A R E

Freitag, 16. März 2012

healtheconomy – 33

Serie betriebliche Gesundheit – Teil 2 Frühpensionierungen und Krankenstände können sinken, zeigen Beispiele aus Niederösterreich und Salzburg

Fit im Job, später in Pension Martin Rümmele

St. Pölten/Wien. Ohne Gesundheitsprogramm für ältere Arbeitnehmer wird es nicht möglich sein, das durchschnittliche Pensionsantrittsalter anzuheben, ist der Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, Hermann Haneder, überzeugt: „Der Zusammenhang zwischen schweren Erkrankungen und Frühpension ist klar erwiesen. Wer die Frühpension eindämmen will, der muss die Krankheiten bekämpfen und nicht die Kranken.“ Deshalb fordert die AKNÖ im Jahr des „Active Ageing“ die Anpassung der Arbeitswelt an die

Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer. „In einem gesunden Arbeitsumfeld ist ein höheres Pensionsantrittsalter kein großes Problem“, verweist AKNÖ-Gesundheitsexperte Bernhard Rupp auf das tatsächliche Antrittsalter in die Regelpension: Frauen arbeiten demnach schon heute bis 61,1 Jahre und Männer bis 66 Jahre. Bisher betrifft dies rund 29% aller Pensionsantritte. Die „Frühpension“ kehre sich also um, wenn Arbeitnehmer gesund bleiben und ihr Arbeitsplatz altersgerecht gestaltet ist. Die AKNÖ sieht sich als Vorreiter, wenn es darum geht, gesundheitlich gefährdete Arbeitnehmer wieder in

den Arbeitsmarkt zu integrieren. Bei dem Pilotprojekt „Workfit“ im Industrieviertel hatte sich gezeigt, dass vor allem psychische Betreuung eine große Rolle spielt. Dieses Gesundheitsprogramm war Vorbild für das Arbeit- und Gesundheitgesetz, das seit einem Jahr in Kraft ist. „Viele Arbeitnehmer verharren auf einem für sie ungeeigneten Arbeitsplatz. Die Folge sind häufige Krankenstände und das Abdriften in dauernde Invalidität“, sagt Hermann Haneder. Er fordert, Anreize für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu schaffen, statt Kranke zu bestrafen. „Mit einem Bonusbetrag, der sich für

Auszeichnung für gesunde Betriebe

jeden Monat erhöht, um den die Pension später angetreten wird, kann man viel mehr erreichen. Die Arbeitgeber müssen dabei mit ins Boot geholt werden“, sagt Expertin Doris Rauscher-Kalod. Haneder appelliert an die Bundesregierung, mehr für die berufliche und medizinische Rehabilitation zu tun. Und er kündigt weitere Maßnahmen an: Bedürfnisse der Beschäftigten werden bei einer Enquete im Herbst ebenso behandelt wie die Frage des „Altwerdens an der Peripherie“ und „Soziale Netze nach dem Beruf“. Die Enquete wird in Kooperation mit der FH-St. Pölten geplant.

© AK Niederösterreich

Arbeiterkammer will Bonus für gesundheitsfördernde Unternehmen und deren Mitarbeiter.

AK-NÖ-Experte Bernhard Rupp: „Ar­ beitsumfeld bestimmt Pensionsantritt“.

Neue Wege in der Wissenschaft

Salzburg. Mehr als 100 Firmen in Salzburg betreiben aktive Gesundheitsförderung für ihre Mitarbeiter. 40 davon können sich bereits mit dem Gütesiegel der Gebietskrankenkasse für betriebliche Gesundheitsförderung schmücken. Nun wurden 19 weitere Betriebe ausgezeichnet. Einer davon ist der Salzburger Flughafen. Alle 260 Mitarbeiter des Airports arbeiten in maßgeschneiderten Arbeitsplatz-Verbesserungsprogrammen mit – und das mit zunehmender Begeisterung. Die Erfolge sind sichtbar, messbar und vorzeigbar, sagt Josef Strobl von der FlughafenFeuerwehr. „Wir haben das Projekt letztes Jahr im Herbst gestartet – mit 15 Feuerwehrleuten. Und es hat sich gezeigt, dass im Schnitt jeder 3,4 Kilo abgenommen hat und die Pulswerte um zehn Schläge niedriger geworden sind“, so Strobl. Auch in der Gepäckabfertigung geht nichts ohne Fitness und richtige Arbeitstechnik; bei Kälte im Laderaum in gebückter Stellung Lasten hin und her zu wuchten, erfordert regel­mäßiges Training. „Mit der Krankenstandsquote liegen wir im Vergleich zu anderen Flughäfen im Spitzenfeld. Das ist aber nur eine Kerngröße, auf die man sich nicht unbedingt fokussieren soll, sondern auch natürlich auch andere Dinge, wie zum Beispiel die Fitness der Mitarbeiter, die sich stark verbessert hat“, sagt Personalchef Robert Seebacher.  (iks)

„UCB geht durch die Verbindung Vorsorge Druck im Spital

Kranke Ärzte

Wien. Die Spitalsärzte sind mit ihren Arbeitsbedingungen nicht sehr zufrieden. Vor allem Arbeitszeit und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten geben Anlass zu Kritik, ergab eine im Jänner und Februar unter 500 Spitalsärzten durchgeführte Umfrage des Instituts für Empirische Sozialforschung. Genau genommen sind lediglich 36% der Mediziner in den Krankenhäusern mit ihren Rahmenbedingungen wie Arbeitszeit, Infrastruktur und Organisation zufrieden. Explizit nicht zufrieden sind 31%, ein Drittel der Befragten gab teils/ teils als Antwort. Vor allem unter den Fachärzten mit 28% und den in der allgemeinen Turnusausbildung befindlichen Jungmedizinern mit 29% ist ein besonders geringer Anteil mit den Arbeitsbedingungen zufrieden. Noch weniger einverstanden sind die Spitalsärzte mit ihren Mitsprachemöglichkeiten – nämlich 26%. Und auch ihre Bezahlung ist den Spitalsärzten häufig zu gering – damit zeigen sich 36% zufrieden. Mit den Aufstiegsund Entwicklungsmöglichkeiten in ihrem Krankenhaus können sich immerhin 46% anfreunden.

von Biologie und Chemie wissenschaftlich neue Wege und versucht, die biologischen Abläufe zu entschlüsseln, die bei schweren Erkrankungen eine Rolle spielen.“

UCB engagiert sich seit langem dafür, neue effektive Behandlungswege für verschiedene Erkrankungen im Bereich Zentrales Nervensystem und Immunologie zu entwickeln. Unsere Aufgabe ist es, Patienten und ihren Familien bei der Bewältigung der physischen und sozialen Belastungen schwerer Krankheiten zur Seite zu stehen. Denn die Hoffnung auf neue Therapien gibt ihnen die Kraft, ihr tägliches Leben zu meistern. www.ucb.com

Aspiring to be the patient-centric biopharma leader


P h a r m a r epo r t: L i f e s c i e n c e

34 – healtheconomy

short

Novartis baut Standort in Boston weiter aus

Freitag, 16. März 2012

Arzneimittel Österreich-Chef von schwedischem Konzern, Günter Cseh, punktet mit klarer Fokusierung

Meda Pharma punktet weiter im OTC-Bereich

© EPA

Pharma-Firma will mit neuen und bestehenden Produkten Keyplayer im OTC-Bereich werden.

Stada optimistisch trotz aktueller Verluste Frankfurt. Der Überschuss des Generikaherstellers Stada ging im vergangenen Jahr unter anderen wegen der Folgen der Gesundheitsreform um 68% auf 22 Mio. € zurück. Allerdings legte der Konzernumsatz um 5% zu. Für 2012 rechnet man sowohl beim Umsatz als auch Gewinn mit einer Steigerung.

Gewinne dank auslaufender Patente Innsbruck. Der isländische Generikahersteller Actavis rechnet für 2012 mit einem Umsatzwachstum von 13%. Insgesamt 32 Produkte verlieren in diesem Jahr ihren Patentschutz, was ein europäisches Umsatzvolumen im Generika-Bereich in der Höhe von rund neun Mrd. € bedeutet, teilte das Unternehmen in Tirol mit.

Tochter Alvetra kehrt zu Sanochemia zurück

Meda-Österreich-Geschäftsführer Günter Cseh wächst mit neuen Produkten im Bereich der rezeptfreien Arzneimittel stark.

ma und Allergien, HerzkreislaufErkrankungen, Schmerzen und Entzündungen, Gastroenterologie und Dermatologie. Das Segment der „Over-the-counter“-Arzneimittel macht derzeit 12% am Gesamtumsatz aus und wächst am schnellsten; Ende 2012 könnte es bereits ein 15%iger Anteil sein. Die OTC-Verkäufe des Konzerns sind 2011 um 41% gestiegen.

Rasche Entscheidungen Doch was ist das Geheimnis von Meda? Wieso funktionieren Produkte bei Meda, die bei großen Unternehmen davor nicht gegangen sind? „Wir gehen fokussiert vor. Die Entscheidungswege sind kurz“, erklärt Meda Österreich-Chef Cseh.

Aufklärung Die Früherkennung ist entscheidend

Wien. Rund 400.000 Menschen in Österreich leiden unter einer Birkenpollen-Allergie, eine der häufigsten allergischen Erkrankungen, die häufig mit Nahrungsmittelallergien, etwa gegen Apfel, Pfirsich, Haselnuss, Karotten und Sellerie, verbunden ist. 70% der Birkenpollenallergiker leiden an derartigen sogenannten Kreuzallergien.

Wien. Das Glaukom oder der sogenannte Grüne Star, eine Erkrankung des Sehnervs, ist weltweit die zweithäufigste Erblindungsursache. Die Krankheit verläuft schleichend und wird oft erst spät erkannt. Anlässlich des Weltglaukomtags am 12. März rief die Glaukom-Kommission der Österreichischen Ophthalmologische Gesellschaft daher zu mehr Bewusstsein auf.

Trotz Umsatzrekord: Bayer unter Druck Leverkusen. Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer erzielte 2011 mit 36,5 Mrd. € einen Umsatzrekord und erfüllte damit zwar die eigenen Ziele, blieb aber etwas hinter den Markterwartungen zurück. Analysten und Händler zeigten sich eher enttäuscht, die BayerAktien gerieten in jüngster Vergangenheit unter Druck.

Nahrungsmittelallergien erstmals mit dem entsprechenden Allergen behandelt werden. Barbara Bohle: „Konkret heißt das, dass wir zum Beispiel eine Apfelallergie mit dem Allergen des Apfels behandeln werden.“ Forscher Heimo Breiteneder gelang der Nachweis, dass das Birkenpollen-Allergen zu einer übergeordneten „Superfamilie“ von Molekülen mit gleicher Molekülstruktur gehört.  (um)

Reine Allergene Die Forschergruppe um Barbara Bohle vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien steht nun vor dem Durchbruch für eine neue, wirksamere Generation an Impfstoffen zur Behandlung solcher Leiden, eventuell sogar zur Prävention. Für die neuen Impfstoffe soll statt des konventionellen Proteingemischs das reine Allergen verwendet werden. „Davon versprechen wir uns auch für die Behandlung von Nahrungsmittelallergien einen Erfolg“, erklärt Bohle. Im Herbst startet die Forscherin eine entsprechende klinische Studie, bei der

Schleichender Grüner Star

Diagnose ist jedoch fast immer eine Zufallsdiagnose, wie Anton Hommer, Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie, erklärt: „Der Patient kommt in der Regel wegen irgendetwas anderem zum Augenarzt. Die Früherkennung ist bei der Behandlung des Glaukoms aber entscheidend.“ Die Selbsthilfegruppe „Pro-Retina, Glaukom und mehr” versucht, ergänzend zu helfen, zu beraten und zu informieren. (um)

Erkrankung des Alters

© dpa/dpaweb/dpa/A3542 Karl-Josef Hildenbrand

© Sanochemia

Wien. Das Pharmaunternehmen Sanochemia hat seine ehemalige Tochter Alvetra mit 1. Jänner 2012 rückwirkend wieder übernommen. Der Kaufpreis betrug 5,2 Mio. €, bei der Transaktion floss aber kein Cash. Der Kaufpreis soll durch eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage hereinkommen.

Meda Pharma fokussiert seit etwa einem Jahr auf OTC. Cseh, der selbst aus dem Bereich Marketing kommt, ist sich zudem bewusst, dass vor allem die Message bei Kunden und Patienten ankommen muss: „Für mich war Marketing immer wichtig. Im ethischen Bereich will ich das soweit wie möglich umsetzen, im OTC-Segment sowieso.“ Das betreffe auch die Apotheker, die mehr und mehr Richtung Drogeriemärkte gerückt werden könnten: Wegen der Entwicklung am Markt, nicht zuletzt durch die aufkommenden Generika, und somit geringeren Margen für die Apotheken, werden diese in Zukunft gut beraten sein, vermehrt auf OTC-Präparate und Marketing zu setzen, meint Cseh.

Forschung Neue Impfstoff-Generation gegen Allergien

Spritze gegen Kreuzallergien Der Ausgabebetrag für die neuen Aktien beträgt 3,95 Euro je Aktie.

Das Unternehmen reagiere rasch, „auch wenn etwas nicht funktioniert – dann ändern wir den Kurs.“ Vom Außendienst über das Marketing bis zur Entscheidungsebene würden alle an einem Strang ziehen. „Wir sind flexibler und schneller als große Konzerne“, betont Cseh. Wenig Hierarchie und Nähe zum Markt kommen Meda zugute. Die Strategie dahinter: auf Selbstmedikation und OTC zu setzen, da hier à la longue die Zukunft liege. Gerade in Zeiten, in denen das klassische Segment über Preisverfall klage und man nicht mehr auf Innovationen hoffen kann. Cseh: „Der Bereich, in dem es wirksame Produkte gibt und die sich der Patient selber kaufen kann: Hier gibt es Wachstumspotenzial.“

Vorläufer des Birkenpollen-Allergens stellten in früher Vorzeit eine Gefahr dar.

In Österreich sind über 80.000 Menschen von der Krankheit betroffen, viele ahnen jedoch nichts davon. Weltweit sind 91 Mio., in der EU 9,25 Mio. Menschen an einem Glaukom erkrankt, das als eine Erkrankung des Alters gilt. Das bedeutet, dass das Risiko mit fortschreitendem Alter steigt: Ab dem 50. Lebensjahr verdoppelt sich mit jedem Jahrzehnt die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken. Aufgrund der alternden Bevölkerung ist die Tendenz stark steigend. Der einzige Weg, ein Glaukom festzustellen, ist eine augenärztliche Untersuchung. Die Glaukom-

© fotodienst/Martina Draper

New York. Der Novartis-Konzern investierte 2002 um die vier Mrd. CHF für die Verlagerung seines Forschungshauptquartiers nach Boston und will den Standort nun für 600 Mio. CHF weiter ausbauen. Mit 2.700 Forschenden bleibe Basel jedoch der wichtigste Forschungsstandort für den Konzern.

Wien. „Wir wollen im OTC-Bereich ein echter Keyplayer sein – nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa.“ Günter Cseh, Geschäftsführer von Meda Pharma Österreich, gibt sich zuversichtlich. Sein Unternehmen, Tochter-Firma eines schwedischen Konzerns, gehört zwar noch nicht zum Konzert der ganz Großen, wächst aber kräftig. Meda übernimmt bereits am Markt eingeführte Produkte, wenn diese wegen ausbleibenden Erfolgs oder bei Fusionen abgegeben werden. Zudem kauft und lizensiert das Unternehmen mehr und mehr neue Produkte ein bzw. entwickelt eigene neue Produkt-Formulierungen, die es dann auf den Markt bringt. Mit dem richtigen Riecher für dieses Nischen-Geschäft eilt Meda von einem Triumph zum nächsten. Cseh rechnet in 2012 mit einem Wachstum von zumindest 10%. Bisher liegt man deutlich über dem Vorjahresergebnis. Gerade erst konnte die Mitarbeiterzahl des nun rund 40 Personen zählenden Teams aufgestockt werden. Einiges zu erwarten ist von CB12, das wie berichtet, Ende Jänner auf den Markt gebracht wurde. Das Mundhygienemittel für den Exklusivvertrieb in Apotheken ist in Skandinavien ein Megaseller. Derzeit wird es in Apotheken vorgestellt, in einigen Woche folgt die Fernsehwerbung. Im Sommer kommt der nächste Riesen-Launch, dann für das Nagelpilzpräparat Naloc. Und auch der Herbst wird ein neues OTC-Produkt aus dem Hause Meda bringen. Bei den Arzneien wird Meda 2012 ebenso wie gehabt aktiv sein. Der schwedische Konzern konzentriert sich auf die Sektoren Asth-

© medianet

Richard Solder

„Boston: ein Ort, wo sich Talente aufspüren und auch hinziehen lassen.“

Glaukom-Selbsthilfe: Anton Hommer, Andrea Mistlberger, Burgi Bänder.


M e d i z i n t e c h n i k : E- H e a lt h

Freitag, 16. März 2012

healtheconomy – 35

eHealth US-Studie: Digitalisierung von Daten bringt keine Kostenersparnis; GfK-Studie: Ärzte mehrheitlich für E-Medikation

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E-Medikation bleibt trotz Studien weiter umstritten Ina Karin SChriebl

Die effektivste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs.

Wien. Eine kürzlich abgeschlossene Befragung ergab, dass neben Zeitmangel, Stress oder Vergesslichkeit die Strahlenbelastung ein wesentlicher Aspekt ist, warum Frauen nicht regelmäßig zur Mammografie gehen. Nach Meinung der Experten steht das Risiko, durch Mammografien an Brustkrebs zu erkranken, in keiner Relation zur Strahlenbelastung.

Hüftprothesen mit Schwermetallen

© panthermedia.net/Yuri Arcurs

Wien. Es gilt als eines der Zukunftsprojekte von US-Präsident Barack Obama bei der Reform des Gesundheitswesens – der Einsatz von Informationstechnologie soll Kosten senken und neue Jobs schaffen. Und auch in Österreich setzt Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) große Stücke auf E-Health. Doch der Bereich ist heftig umstritten. In den USA zeigt nun eine neue Studie Problembereiche auf, in Österreich wehrt sich vor allem die Ärztekammer gegen die Projekte, fürchtet sie doch mehr Kontrolle und Druck der Krankenversicherungen. Allerdings dürfte die Ärztekammer nicht unbedingt die Ansicht ihrer eigenen Mitglieder belegen, wie nun eine neue Studie belegt. Laut einer GfK-Umfrage haben 54% der befragten Ärzte grundsätzlich eine positive Einstellung zur E-Medikation, 46% eine negative. Bei den erwarteten Auswirkungen fällt das Urteil freundlicher aus: An erwarteten Auswirkungen der E-Medikation bewerteten 89% die Abstimmung von Krankenhaus, Arzt und Apotheker sowie die Information des Arztes positiv; aber auch die Patientensicherheit und die Information des Apothekers schnitten gut ab. „Saftiger hätte die Ohrfeige für die Funktionäre der Ärztekammern zum Thema E-Medikation nicht ausfallen können“, kommentiert Gerald Bachinger, NÖ Patientenanwalt, die Ergebnisse der GfKEigenstudie bei niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Internisten. Vor rund zehn Monaten startete der gemeinsam von Ärzten, Apothekern und der Sozialversicherung getragene Pilotversuch. Und seit diesem Zeitpunkt „agitie-

© Diagnosticum/Zinner

Patientenanwaltschaft sieht Ärztekammer im Wahlkampf und „weit weg von Meinung der Mitglieder“.

Mammografie und Strahlenbelastung

Paris. Hüftprothesen der Firma DePuy Orthopaedics, einer Tochter des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson, waren in den USA und Australien 2009 vom Markt genommen worden, weil sie im Verdacht stehen, giftige Schwermetalle abzusondern. In Frankreich und Österreich wurden sie allerdings bis Mitte 2010 weiterhin verwendet, bevor eine offizielle Sicherheitswarnung erfolgte.

E-Health gilt als Zukunftshoffnung im Gesundheitsbereich, um Kosten zu senken und die Qualität zu steigern.

ren die Funktionäre der Ärztekammern“, so Bachinger wörtlich, gegen dieses Projekt und versuchten in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, dass die Ärzteschaft geschlossen die E-Medikation ablehnen würde. Aus der Sicht der Patienten sei es überaus erfreulich, dass „an der Front“, wie Bachinger sagt, offenbar ein völlig anderes Meinungsklima herrscht. „Denn eine klare Mehrheit der Ärzte ist für eine elektronische Erfassung der Medikationsliste von Patienten und sieht in ihr ein unentbehrliches Hilfsmittel, um dem Patienten noch mehr Sicherheit bei der Zusammenstellung der Medikation bieten zu können.“ Es spreche für Öster-

reichs Ärzte, dass sie die Interessen ihrer Patienten wahren und sie sich in der Beurteilung von wichtigen Hilfsmitteln „nicht vom hysterischen Wahlkampfgetöse innerhalb ihrer Interessenvertretung beeinflussen lassen.“

Debatte auch in den USA Umgekehrt könnte nun eine USStudie Wasser auf die Mühlen derer sein, die den ökonomischen Nutzen elektronisch verfügbarer Krankendaten bezweifeln. Es ist ausgerechnet die angesehene New York Times, die sich fragte, ob elektronisch verfügbare Krankendaten einen ökonomischen Nutzen bringen. Hintergrund ist eine längere Analyse in der Fachzeit-

schrift Health Affairs bei 28.000 Patienten. Jene Ärzte, die sich auf digitale Auswertungen von Tests stützen, verschreiben demnach deutlich mehr Untersuchungen als jene Ärzte, die sich auf klassische Papierdokumente verließen, so der Bericht. Institutionen wie die RAND Cooperation hatten umgekehrt in der jüngsten Zeit errechnet, dass sich rund 80 Mrd. USD pro Jahr durch die flächendeckende Verwendung digitaler Untersuchungsauswertungen einsparen ließen. Mit einer besseren digitalen Auswertung ließen sich Kosten senken, fasst die New York Times den Ansatz derer zusammen, die für die Nutzung elektronischer Krankenunterlagen sind.

Videoportal für Gesundheitsbeiträge Wien. Ende 2011 startete das neue Online-Portal vielgesundheit.at, auf dem Mediziner und österreichische Experten aus dem Gesundheitsbereich die User in Videobeiträgen über diverse medizinische Themen informieren. vielgesundheit.at will keinen einseitigen Informationsfluss, sondern strebt eine Kommunikation und Interaktion zwischen Patienten, Angehörigen, Ärzten und dem medizinischen Personal an.

Entwicklung Tochterfirma „Ionit healthcare“ der Schmid Industrie Holding expandiert in den Gesundheitsbereich

Wandfarbe kommt aus der Apotheke erstmals auf genetischer Ebene die Wirkung von ionisierter Luft auf menschliche Lungenzellen untersucht wurde. „Das Ergebnis der Studie hat uns als Wissenschaftler überrascht – wurde doch erkennbar, dass durch eine Erhöhung der Luftionen-Konzentration in menschlichen Lungenzellen bestimmte Gene eingeschaltet werden, die bei der Immunantwort auf Infektionserreger eine Rol-

Bauunternehmer Schmid (re.) mit Gesundheitsexperten bei der Ionit-Präsentation.

le spielen“, so der Spezialist für Human- und Umweltmedizin. Zudem werden feinste Partikel wie Pollen in der Raumluft von den Luftionen „angezogen“ und verklumpen zu größeren Einheiten. Diese „schweren Staubteilchen“ fallen sehr schnell zu Boden und können daher nicht mehr eingeatmet werden. „Die Luftionen haben wir nicht erfunden – aber mit ‚Ionit wandcreme‘ ist es uns gelungen, eine natürliche Beschichtung zu entwickeln, welche selbstständig und dauerhaft Luftionen generiert und dadurch messbare gesundheitsfördernde Eigenschaften zeigt“, sagt Schmid. Die Ionit healthcare GmbH wurde 2010 als eigenständiges Tochterunternehmen der Schmid Industrie Holding gegründet. Neben „Ionit wandcreme“ befinden sich weitere Produkte in Entwicklung. Ionit healthcare GmbH beschäftigt am Standort Wopfing neun Mitarbeiter und vertreibt „Ionit wandcreme“ österreichweit über ausgewählte und zertifizierte Apotheken und Raumausstatter. (iks)

Fünfter Kieser Training Betrieb eröffnet

© Kieser Training/Gerhard Krejci

gesetzt, der gesunden Raumluft einen angemessenen Stellenwert zu geben. Zentrale Aufgabe: „Nutzen, Wirkung und Funktionsweise von Luftionen zu erforschen und nutzbar zu machen“, so Schmid. „Auch in der Natur entstehen Luftionen etwa bei Gewittern oder in der Nähe von Wasserfällen“, erklärt Volker H. Mersch-Sundermann, unter dessen Leitung am Universitätsklinikum Freiburg

© Ionit healthcare GmbH /APA-Fotoservice/Rastegar

Wien. In einer aktuellen Studie des Universitätsklinikums Freiburg i.Br., Deutschland, wurde erstmals die Wirkungsweise von Luftionen auf genetischer Ebene untersucht. Die Ergebnisse belegen: Der positive Einfluss von Luftionen auf menschliche Lungenzellen basiert auf ihrer Fähigkeit, virale Infektionen abzuwehren. Weiters konnte eine Studie des Fraunhofer Instituts für Bauphysik in Holzkirchen, Deutschland, die Reduktion von Feinstaub und Pollen bei einer erhöhten Konzentration an Luftionen in der Raumluft nachweisen. In beiden Studien wurde ein neues Produkt aus Österreich eingesetzt, das derzeit von einem Tochterunternehmen der Schmid Industrie Holding auf den Markt gebracht wird – „Ionit wandcreme“, das die Luftionen-Konzentration im Innenraum erhöhen soll. „90 Prozent seiner Lebenszeit verbringt der moderne Mitteleuropäer im Schnitt in geschlossenen Räumen“, sagt Robert Schmid, Geschäftsführer der Ionit healthcare GmbH. Aus diesem Grund hat es sich das Unternehmen zum Ziel

In Wien ist nun ein neues Trainingsstudio eröffent worden.

Wien. Vor Kurzem eröffnete gegenüber dem Schlosspark Schönbrunn der fünfte Wiener Kieser Training-Betrieb, der gleichzeitig als Zentrale von Kieser Training Österreich und als Ausbildungsstätte fungiert. Kieser Training verspricht, Beschwerden am Bewegungsapparat effektiv zu lindern oder zu beseitigen. Im Herbst soll unter anderem die weltweit erste Beckenbodenmaschine in Betrieb genommen werden, sagen die Verantwortlichen Fitnessstudiobetreiber.


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

36 – healtheconomy

Freitag, 16. März 2012

Neuer Preis ausgelobt Prämierung der besten Publikationen rund um das Thema „Gesundheitsmanagement“

short

Health Research Award

Betreuter Ferienspaß für Bettnässer-Kinder

andreas feiertag

Admont. Ein besonderes Ferienangebot für Bettnässer-Kinder bieten Jugend- und Familiengästehäuser und Verein „Club Mondkind“ mit Unterstützung des Urologen Günter Primus und des Netzwerks „Trockene Hose“: eine Woche lang Spaß, hochqualifizierte Betreuung und Information für Eltern und Kinder im Schloss Röthelstein vom 5. bis 11. August. Mehr Infos unter www.jufa.at/camps; www.clubmondkind.at und  www.trockenehose.at

Studierende fördern Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer Österreich, erklärt die Ziele

Jugend in Österreich wird „pflegefit“

Erstmalig fand die Preisvergabe des „Health Research Awards“ statt.

Kampagne 13 Glatzen posierten für den guten Zweck

Apothekertagung Krankheiten wandern mit Menschen

Wien Noch nie hat die heimische Prominenz für die gute Sache so viele Haare gelassen: Für den Kalender der Krebshilfe „Dan-

Saalfelden. Die Gruppe der Migranten und ihrer Nachkommen wird im Gesundheitswesen zu wenig wahrgenommen. „Dabei wird

Wien. Der neue „Pflegefit-Kurs“, entwickelt vom Österreichischen Jugendrotkreuz, vermittelt jungen Menschen Kompetenzen im Bereich Betreuung und Pflege. „Jeder Jugendliche betreut oder pflegt irgendwann einen nahestehenden Menschen“, ist Susanne Widhalm, Pflegefit-Projektleiterin, überzeugt. Rund 500.000 Menschen in Österreich benötigen zu Hause Betreuung. Infos:  jugendrotkreuz.at/pflegefit

© medianet/szene1/Philipp Hutter

Das Rote Kreuz will mit neuem Kurs Jugendliche pflegfit machen.

Die Glatze für den guten Zweck: ­Benefizkalender für die Krebshilfe.

cer against Cancer“ stellten sich 13 bekannte Gesichter vor die Kamera von Manfred Baumann und ließen sich mit Glatze fotografieren, wobei die fehlende Haarpracht nicht dauerhaft und nur aufwendiger Arbeit in der Maske zu verdanken war. „Wir wollen vor allem erkrankten Frauen in dieser Situation Mut machen“, meinte die Initiatorin Yvonne Rueff bei der Präsentation in Wien. Mit von der Partie sind unter anderen Ex-Skifahrerin Alexandra Meissnitzer, Ex-Miss Austria Christine Reiler, Koch Bernie Rieder und Musicalstar Uwe Kröger.Der Kalender ist limitiert und gegen eine Spende von 39 € unter www. danceragainstcancer.at erhältlich. Die Gelder kommen der Krebshilfe zugute. (fei)

© Residenz Verlag

buch-tipp

Sibylle Hamann: Saubere Dienste – ein Report. Residenz Verlag, 256 Seiten gebunden, 21,90 €, ISBN: 3-7017-3258-2

Experte Herwig Kollaritsch warnt vor Risiko importierter Krankheiten.

die EU ab 2015 von regelmäßiger Zuwanderung und von Migration abhängig werden. Für Österreich wird dann eine jährliche Zuwanderung von 104.000 Menschen notwendig sein. Diese Bevölkerungsgruppe wird aber nicht als solche im Gesundheitswesen bemerkt. Migration wird das Schlüsselthema der Infektionsepidemiologie des 21. Jahrhunderts sein“, sagte der Wiener Infektionsspezialist und Tropenmediziner Herwig Kollaritsch bei der 45. Wissenschaftlichen Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer in Saalfelden in Salzburg. Die Menschen wandern aus den unterschiedlichsten Gründen zwischen Ländern und Kontinenten hin und her, die Infektionskrankheiten wandern mit, nämlich zu uns. (fei)

Menschen, über die man spricht

Thomas Friedrich verstärkt Führungsteam von MedAustron Wr.Neustadt. Die Errichtung des in Wiener Neustadt entstehenden Zentrums für Ionentherapie und Forschung, MedAustron, wird in einigen Monaten abgeschlossen sein. Rechtzeitig vor Start des Probebetriebs verstärkt man daher das Führungsteam um einen zweiten Geschäftsführer: Thomas Friedrich. Friedrich wird seinen Aufgabenschwerpunkt im kaufmännischen Bereich des Projekts MedAustron haben. Er studierte an der Universität Wien Internationale Betriebswirtschaftslehre und promovierte danach in diesem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien. Nach zahlreichen ­Karriere-sprüngen war Friedrichs vorläufig letzte Station das Amt des Chief Financial Officer bei einem innovativen österreichischen BiotechUnternehmen. (fei)

© Herz-Jesu Krankenhaus

Brisante Innenansichten Sie putzen das Klo, versorgen das Kind und wickeln die Oma – niemanden lassen wir so umstandslos in unsere Privatsphäre eindringen wie unsere Putzfrau, den Babysitter, die Pflegerin. Aber wer sind diese „Dienstleisterinnen“, denen wir unsere Schlüssel anvertrauen, woher kommen sie, wie leben sie? Sibylle Hamann hat in ihrer brisanten Recherche hinter verschlossene Türen geschaut und traf auf eine Welt voller Lügen und Scham. Um sich besser einfühlen zu können, startete sie einen Selbstversuch und ging unter falscher Identität putzen. Das Ergebnis dieses brisanten Ausflugs liegt nun in einem unterhaltsamen und zugleich schockierenden Buch vor: „Saubere Dienste“ erinnert nicht nur von seiner Entstehungsgeschichte an die investigativen Bücher eines Günher Wallraff. Hamann versteht es, die ungeschminkten Fakten zu einem leicht zu lesenden und aufrüttelnden Werk zusammenzufügen. (rüm)

Medizin vergisst auf Migranten

© Foto Wilke/mediendienst.com

© ÖRK /Markus Hechenberger

„Dancer against Cancer“ läuft an

J o hannes Z a cherl , ne u er Primar in W ien

Die Abteilung für Allgemeinchirurgie des HerzJesu Krankenhauses Wien-Landstraße steht ab Mai unter der neuen Leitung von Johannes Zacherl. Der Spezialist für SpeiseröhrenErkrankungen löst den langjährigen Vorstand Viktor Grablowitz ab. Zacherls Schwerpunkt ist die Magen- und Speiseröhrenchirurgie, minimalinvasiv. Er ist international anerkannter Experte der interdisziplinären Tumortherapie und Mitbegründer eines der ersten Tumorboards am AKH Wien.

Walt er dor ner , Kammerpr äs. in Wien

In gut einer Woche wählen die Wiener Ärzte ihre Standesvertreter. Bei den Ärztekammerwahlen am 24. März treten insgesamt 16 Fraktionen an – das sind um vier mehr als bei der Wahl im Jahr 2007. Eines steht jetzt schon fest, nämlich dass es eine neue Spitze geben wird. Der derzeitige Wiener Ärztekammerpräsident Walter Dorner tritt nicht mehr an. Der VP-nahe Johannes Steinhart, der derzeitige Wiener Vizepräsident, wurde von Dorner als sein Nachfolger nominiert.

© Reform 20/20

Ungezwungener Ferienspaß für Kinder mit medizinischer Betreuung.

© APA/Herbert Neubauer

© JUFA

Wien. Wie entwickeln sich Gesundheitsmanagement, -versorgung und -förderung in der Zukunft? Und welche Rolle spielt E-Health? Um wissenschaftliche Forschung und Publikationen in diesen Zukunftsbereichen zu fördern, schrieben die österreichischen Fachhochschulstudiengänge des Fachbereiches Gesundheit und die Plattform Gesundheitswirtschaft, eine Initiative der Wirtschaftskammer Österreich, erstmals den „Health Research Award“ aus, der im Rahmen des 4. Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongresses in Wien nun verliehen wurde.

des „Health Research Award“: „Mit diesem Award wollen wir hervorragende Leistungen der Studierenden vor den Vorhang holen. Unser Fokus liegt dabei auf dem Wissenstransfer zwischen Unternehmen und den FH-Ausbildungsinstitutionen. Unternehmen geben praxisrelevante Themen vor, die von den Masterstudenten bearbeitet werden. So werden Wirtschaft und Wissenschaft fruchtbar miteinander verschränkt.“ Den Preisträgern winkten Geldpreise von bis zu 1.200 €. Ebenfalls bei der Preisvergabe anwesen: Gottfried Koos vom österreichischen Gesundheitsmanagementunternehmen Vamed, Manfred Müllner, stellvertretender Geschäftsführer des FEEI (Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie), Michael Heinisch von der Vinzenz Gruppe sowie SVA-Direktor Thomas Neumann als Partner des Awards.

© ÖGWK

Auszeichnung wurde erstmals am 4. Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongresses verliehen.

© EBG MedAustron

Doris Lub ec, Kan d. Ärz t ekammerwah l

„Mir war es ein großes Anliegen! Umso mehr freut es mich, dass wir es durchsetzen konnten – für unsere Kolleginnen!“, freute sich Doris Lubec, zweite Spitzenkandidatin der „Reform 20/20, Liste Dr. Szekeres“ für die Wahl der Wiener Ärztekammer. Eine langjährige Forderung wird Realität: Künftig wird es die Möglichkeit zur Teilzeitbeschäftigung an Krankenhäusern der Stadt Wien geben: mehr Zeit für Kindererziehung, Fort-und Weiterbildung, bei intakten Karrierechancen und fairen Gehaltsregelungen.


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