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Freitag, 15. November 2013 – 57

healtheconomy Ungesunde Studien

Krankenhausmanager diskutierten Gesundheit von Beschäftigen und Patienten Seite 62

Š Ükopharm

Š KABEG

Gesunde Spitäler

Nicht jede Studie, die wahr ist, ist auch sinnvoll, sagt Pharmazeut Fuchs Seite 58

Wechsel Neue Obfrau fßr STGKK Š APA/Peter Palme

Studie zeigt: Wartezeiten extrem unterschiedlich

Š panthermedia.net/Mikhail Lavrenov

short

Š Plattform MeineRaumluft.at /APA-Fotoservice

Forschung Manche Menschen sind morgens aktiv, andere blĂźhen am Abend auf, weil die innere Uhr bei jedem anders tickt. Mediziner haben nun herausgefunden, dass Chemotherapie-Medikamente effektiver sind und weniger Nebenwirkungen haben, wenn man sie den Patienten nach dem individuellen Biorhythmus zur richtigen Tageszeit verabreicht, erklärte Francis Levi vom Hopital Paul Brousse in Villejuif (Frankreich) am Rande des Symposiums „Time – how nature sets the clock“ (Zeit - wie die Natur die Uhr stellt) am Vienna Biocenter.  Seite 60

Š panthermedia.net/Cathy Yeulet

Dicke Luft Mehr als 360 Bßros wurden bei einer Üsterreichweiten Erhebung auf wesentliche Indikatoren fßr gesunde Raumluftqualität untersucht. Die unabhängige Plattform MeineRaumluft.at präsentierte nun Ergebnisse, die zum Nachdenken bringen. In fast allen Bßros wurden während des Messzeitraums Richtwerte fßr gesunde Raumluft zumindest punktuell ßber- bzw. unterschritten. Arbeitsmediziner geben die Folgen fßr den Einzelnen und die Wirtschaft zu bedenken: Ermßdung, Kopfschmerzen, Schwindelgefßhl sowie Leistungsabfall und Krankenstände. Seite 61

Krankenhaus-Wartezeiten Seit heuer mßssen die Spitäler Operationswartezeiten transparent machen. Noch zieren sie sich, eine Untersuchung des IHS belegt aber deutliche Unterschiede und Bevorzugungen von Privatpatienten.  Seite 59

inhalt

Healthcare > Ärzte diskutieren erneut Ambulanzgebßhr  > Wirtschaftskammer zeigt Lieferpotenziale  Pharmareport und Lifescience > Biotechfirma arbeitet an Impfstoff gegen ­Tropenkrankheit  > Start-up entwickelt Gel zur Behandlung chronischer Wunden 

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Medizintechnik und eHealth > Humanomed-IT bietet neue Pflege-Software an  61 > Kapsch vernetzt NÖ Krankenhäuser  61

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22.04.11 11:13

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58 – healtheconomy

Freitag, 15. November 2013

Prävention und Früherkennung Bis zu 645.000 Menschen in Österreich sind von Diabetes betroffen, viele unwissend

Kommentar

Weltdiabetestag: Zahl der Betroffenen wächst stark

Wenn die Krise krank macht

Krankenkassen, Diabetesinitiaitve und MSD machten mit Veranstaltungen auf Problem aufmerksam.

D

ie anhaltende Krise in Europas Volkswirtschaften und der in vielen Ländern in der Folge eingeschlagene Sparkurs bei Gesundheits- und Sozialabgaben haben negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, berichten Experten beim Kongress der WeltPsychiatriegesellschaft kürzlich in Wien. Doch gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten seien Investitionen in Prävention, Früherkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen wichtig – und rechnen sich auch. Inzwischen weisen immer mehr Studien nach, welche unmittelbaren negativen Auswirkungen Krise und Sparprogramme auf den psychischen Gesundheitszustand der Menschen haben. So bestätigt sich die Erfahrung, die mit vorangegangenen Krisen gemacht wurde, zum Beispiel in dramatischer Weise beim Thema Suizide. Die Zahl der Selbsttötungen in der Altersgruppe unter 65 Jahren ist seit 2007 EU-weit angestiegen – in Griechenland sogar um 60 Prozent, in Irland von 2010 bis 2011 um sieben Prozent. „Steigt die Arbeitslosenrate um mehr als drei Prozent, steigt die Suizidrate bei Menschen unter 65 Jahren um 4,45 Prozent, die Zahl der alkoholbedingten Todesfälle steigt um 28 Prozent.“ Zahlen, die die Regierung beachten sollte, wenn sie versucht, das Budgetloch zu stopfen ...

GRAFIK DER WOCHE LEBENSERWARTUNG Durchschnittlich verbleibende Jahre nach Alter, in Jahren männlich

weiblich 78,0

0 Jahre ø 80,7

83,3 63,4

15 Jahre ø 66,1

68,6 48,9

30 Jahre ø 51,5

53,8 34,6

45 Jahre ø 37,0

39,2 21,6

60 Jahre ø 23,6 75 Jahre ø 12,1

25,4 10,8 12,9

90 Jahre ø 4,2

3,8

100 Jahre ø 2,0

1,8

4,3

2,0

ø = Gesamtschnitt Quelle: APA/Stat; Grafik: R. Appl

Wien. Diabetes ist wohl jene Zivilisationskrankheit, die aufgrund der Zunahme älterer Patientinnen und Patienten sowie junger Übergewichtiger in den kommenden Jahren am stärksten zunehmen wird. In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) und der Österreichischen Diabetes-Gesellschaft (ÖDG) hat die Sozialversicherung anlässlich es Weltdiabetestags am 14. November den Diabetes-Pass neu aufgelegt. Der Diabetes-Pass ist ein wichtiges Hilfsmittel für einen effizienten und erfolgreichen Umgang mit dieser Volkskrankheit und unterstützt zudem das Disease Management-Programm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“. Erst kürzlich präsentierte Gesundheitsminister Alois Stöger den „Österreichischen DiabetesBericht 2013“, wonach die Gruppe der Diabetiker derzeit in Österreich auf 573.000 bis 645.000 Menschen geschätzt wird. Davon sind ungefähr 143.000 bis 215.000 Personen undiagnostiziert. Zudem nimmt die Zahl der Diabetiker stetig zu. Und vor allem: Von der früher salopp als „Alterszucker“ bezeichneten Krankheit sind immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen.

Übergewicht ist ein Riskofaktor für Diabetes: Experten fordern gezieltere Maßnahmen zur Prävention und Früherkennung.

hormone, aber auch der Einfluss von Gesellschaft, Kultur und Geschlechterrollen zu beachten. Ein niedriger Sozialstatus und schlechte Bildung sind vor allem bei Frauen mit einem höheren Risiko für Adipositas und Diabetes verbunden. Mit der Awareness-Kampagne „Seven Days for Diabetes“ hat die Initiative in der vergangenen Woche durch verschiedene Aktionen versucht, auf der Problem aufmerksam zu machen. Das Pharmaunternehmen MSD in Österreich widmete dem Thema rund um den Welt-Diabetes-Tag ebenfalls österreichweit eine Reihe von Initiativen, denn: Typ-2-Diabetes mellitus etwa bleibt von den Betroffenen in vielen Fällen lang unbemerkt. Dabei ist es verhältnis-

Sozialstatus macht krank Das Geschlecht beeinflusst zudem die Entwicklung und den Verlauf aller Diabetes-Formen, teilt die Diabetesinitiative Österreich mit. Neben den biologischen Unterschieden spielen psychosoziale Faktoren bei der Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes eine wichtige Rolle. Dabei sind der Einfluss der Gene und Sexual-

mäßig einfach, über eine Messung des „Langzeit-Blutzuckerwerts“, des sogenannten HbA1c-Werts, einen klaren Hinweis auf eine Diabetes-Erkrankung zu erhalten. Wer bei einer solchen Messung einen auffälligen Wert aufweist, sollte sich ehest möglich in ärztliche Behandlung begeben.

Breite Informationen „MSD setzt sich dafür ein, das Wissen in der Bevölkerung zum Thema Diabetes – als besonderen Aspekt der Gesundheitskompetenz – breitestmöglich zu fördern. Uns geht es einerseits darum, die Menschen zu informieren, wie man präventiv gegen Diabetes vorgehen kann. Auf der anderen Seite ist es

von größter Wichtigkeit, dass Diabetes früh erkannt wird, damit die notwendigen Schritte gesetzt werden können“, erklärte Gabriele Grom, Geschäftsführerin von MSD in Österreich. Rund um den 14. November fanden zahlreiche Aktivitäten statt. So gab es neben vielen anderen Aktionen am Weltdiabetestag im Foyer des Euro Plaza Business Parks am Wienerberg HbA1c-Messungen für Interessierte. Weiters fanden Vorträge zum Thema statt. In St. Pölten gab es im Ekazent Traisenpark ebenfalls HbA1c-Messungen. Und in Innsbruck fand in Zusammenarbeit mit Gesundheitslandesrat Herbert Tilg der Tiroler Diabetestag im Congress Innsbruck statt.

Hintergrund Pharmazeut und Nahrungsexperte Norbert Fuchs informierte Apotheker über publizierte Studien

Auch wahre Studien können falsch sein Wien. In regelmäßigen Abständen erschienen während der vergangenen Jahre Publikationen, die den Sinn des therapeutischen Einsatzes von Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen relativierten und gar infrage stellten. Leser von Fach- und Verbrauchermedien glaubten manchmal, ihren Augen und Ohren nicht mehr vertrauen zu können. Berichtete etwa Anfang der 1990er-Jahre eine seriöse wissenschaftliche Publikation darüber, dass die Einnahme einer Kombination aus Beta-Carotin, Vitamin E und Selen bei annähernd 30.000 Chinesen die Gesamtmortalität und Krebsmortalität statistisch signifikant senken konnte, wurde zwei Jahre später eine ebenso große Studie in Finnland abgebrochen, weil sich die Lungenkrebs-Sterblichkeit jener männlichen Versuchspersonen, die Beta-Carotin eingenommen hatten, um 18% erhöht hatte. Sind Vitamine nun Heilsbringer oder Krebsbeschleuniger? „Kein Wunder, dass Medien wie Spiegel, Stern, profil, Krone und Co entsprechend polarisierende Beiträge

bringen, wo sich doch nicht einmal die Fachwelt einig ist in der Bewertung von Vitaminen und anderen Mikronährstoffen“, kritisierte am vergangenen Donnerstag der Deutsche Apotheker Uwe Gröber bei einer Informationsveranstaltung für Apotheker. Zusammen mit dem Pharmazeuten Norbert Fuchs (Ökopharm) trat er erstmals gemeinsam vehement gegen den „Nonsens methodisch falsch an-

gelegter Vitaminstudien“ auf, egal, ob diese nun Pro- oder Contra-Ergebnisse zum Wert dieser Biomoleküle brachten. Der Aussagewert einer Studie hänge nicht von der Anzahl der untersuchten Teilnehmer ab, sondern vom Studienansatz und vom methodischen Design. Dies wurde exemplarisch anhand ausgewählter Studien aufgezeigt. Gerade Vitaminstudien dürften nicht nach

pharmakologischen Parametern angesetzt werden. Fuchs: „Ein Blick in die Lehrbücher der Biochemie genügt, um die gravierenden Unterschiede pharmakologischer und physiologischer Abläufe in unserem Stoffwechsel zu erkennen.“ Man könne einer Person mit Eisenmangel Eisen zuführen und dennoch ändere sich nichts. Der Grund liege dann vielleicht darin, dass die betroffenen Person Eisen nicht verstoffwechseln könne, weil ihr Vitamin C fehle.

Unkritische Medien

© ökopharm

Martin Rümmele

© dpa/David Ebener

Ina Karin SChriebl

Pharmazeut Norbert Fuchs kritisierte undifferenzierte Analysen von Studien.

So effizient und lebensrettend die kurativen Effekte von Pharmaka in unserem medizinischen Alltag sind, so kontraproduktiv und irreführend sei die Beurteilung von Nährstoffen nach pharmakologischen Kriterien. Fuchs und Gröber sprachen sich vehement gegen die Verunsicherung von Patienten durch irreführende Studien und die Berichterstattung darüber aus. Ihr Rat an Journalisten: Studien im Original besorgen und genau hinterfragen. (rüm)


H E A LT H : C A R E

Freitag, 15. November 2013

healtheconomy – 59

Untersuchung Institut für Höhere Studien ortet deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern – Daten werden spärlich veröffentlicht

Wartezeiten werden transparent Wien. Niederösterreich und das Burgenland publizieren Warte­ zeiten offen im Internet oder im Geschäftsbericht, die anderen Län­ ger müssen sie seit heuer zumin­ dest dem Gesundheitsministerium melden. Das Institut für Höhere Studien mit Thomas Czypionka als Erstautor hat nun die Warte­ listen in einigen Bereichen mittels Patientenbefragungen untersucht. Ergebnis: Wer privatversichert ist oder vor der Operation in eine Privatordination geht, kommt frü­ her dran. Regional gibt es generell einige Unterschiede. „In Österreich warten Patienten im Mittel 2,1 Monate auf eine Hüft­ gelenksoperation und 2,5 Monate auf eine Kniegelenksoperation, wie unsere retrospektive Patienten­ befragung zeigte. Eine Befragung der Krankenanstaltenbetriebsgesellschaften stellte starke Un­ terschiede bei der Wartezeit so­ wohl zwischen als auch innerhalb

der einzelnen Bundesländer fest. So variiert die Wartezeit auf ortho­ pädische Operationen zwischen unter einem Monat und acht Mo­ naten, die auf ophthalmologische Operationen zwischen unter einem Monat und fast zwölf Monaten“, stellten die Experten fest. Die im schlechten Fall „typisch österreichische Seite“ der Ange­ legenheit: „Mithilfe der Patien­ tenbefragung konnte die von den Patientenvertretern geäußerte Annahme, dass eine private Kran­ kenzusatzversicherung bzw. eine private Zuzahlung bzw. ein Besuch einer Privatordination die Warte­ zeit verkürzen, bestätigt werden.“

Patienten mit einer privaten Kran­ kenzusatzversicherung haben in öffentlichen Krankenhäusern eine signifikant kürzere Wartezeit als Patienten ohne private Krankenzu­ satzversicherung. Die Autoren zu ihrer Patienten­ befragung mit 447 Teilnehmern: „6,5 Prozent der befragten Pati­ enten wurde angeboten, die Warte­ zeit durch eine private Zuzahlung zu verkürzen und 7,4 Prozent der befragten Patienten wurde ange­ boten, die Wartezeit durch den Besuch der Privatordination zu ver­ ringern.“ Wie so oft in Österreich im Ge­ sundheitswesen entscheidet of­

fenbar der Wohnort, wie lang man auf eine Operation warten muss. In der Orthopädie (Hüft-, Knie- und Schultergelenksoperation) sind es im Burgenland rund 24 Wochen, in Kärnten unter vier Wochen. Die NÖ-Landesholding führt für Knie­ gelenksoperationen acht bis 29,7 Wochen an, die oberösterreichische gespag für die orthopädischen Ein­ griffe insgesamt 6,6 bis 52 Wochen. In Vorarlberg wurden rund 16 Wo­ chen angegeben, in Wien beim KAV zehn bis 16 Wochen für Kniege­ lenksoperationen, bei der VinzenzGruppe 8,6 bis 35,7 Wochen, in der Steiermark beim Knie zwischen 1,9 und 21,4 Wochen.  (APA/iks)

© BKA/Andy Wenzel

Studie belegt erneut Bevorzugung von privatversicherten Patienten durch Spitäler.

Gesundheitsminister Alois Stöger versucht Transparenz in Spitäler zu bringen.

Lieferanten WKO informiert

Gesprächsrunde

Wien. Unternehmen sind mit ihren Produkten und Dienstleistungen immer auf der Suche nach neu­ en Absatzmöglichkeiten auf dem Gesundheitsmarkt. Am 2. Dezem­ ber bringt die WKÖ öffentliche Beschaffer aus dem Gesundheitsbereich und innovative Unterneh­ mer zusammen, um über neue Ent­ wicklungen zu sprechen.

Gesundheitsplattform Öffentliche Auftraggeber können sich auf der Plattform HAPPI (Heal­ thy Ageing Public Procurement of Innovations) über innovative Ange­ bote im Zusammenhang mit Pfle­ ge, Mobilität, Essen, persönlicher Hygiene und den Arbeitsbedin­ gungen für Angestellte im Gesund­ heitswesen informieren.  (um)

Ärztekammer Disput

Wien. Mit seinem Vorschlag, die vor einigen Jahren abgeschaffte Am­ bulanzgebühr wieder einzuführen, entfachte der Obmann der ange­ stellten Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer, Harald Mayer, einen Streit in den eigenen Reihen. Mayer hat diese als Möglichkeit mangels besserer Ideen genannt, um den Zugang zu den überlau­ fenen Spitalsambulanzen zu limi­ tieren, so die Kammer. „Ob von den Patienten wieder eine Gebühr bei einem Ambulanz­ besuch verlangt wird, ist einzig und allein eine Entscheidung der politischen Verantwortlichen“, konterte Hermann Leitner, Vize­ präsident der Wiener Kammer. Er fordert eine andere Lösung zur Entlastung der Ambulanzen, etwa ein besseres Angebot im niedergelassenen Bereich mit zusätz­ lichen Kassenstellen. Ebenfalls für einen Ausbau des niedergelassenen Bereichs mit mehr Gruppenpraxen, neuen For­ men der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und anderen Gesundheits­ berufen sprach sich die Gesund­ heitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein, aus.  (um)

90 Jahre Erfahrung in Diabetes machen Innovationen möglich!

031307

Ambulanzgebühr


60 – healtheconomy

short

Merck baut Sparte Consumer Health aus

P h a r m a r epo r t: l i f e s c i e n c e

Freitag, 15. November 2013

Symposium Biotech-Forscher diskutierten Bedeutung moderner Chronomedizin beim Einsatz von Krebsmedikamenten

Zeit und Rhythmus sind für Therapien wichtig

© Merck

Experte: „Richtiger Zeitpunkt kann Wirkung von Medikamenten deutlich verbessern.“

Personalisierte Krebsmedizin Wien. Pro Jahr erkranken etwa 4.000 Menschen an Lungenkrebs. Die personalisierte Krebsmedizin ist in der Lage, Patientengruppen mit bestimmten genetischen Tumormerkmalen zu identifizieren und eine gezielte personalisierte Therapie zur Verfügung zu stellen, teilt der Pharmakonzern Pfizer mit. Vier von sieben von der EMA (European Medicines Agency) zugelassenen Substanzen erfüllen die Kriterien der personaliserten Medizin. Auch Pfizer setzte bereits neue Standards in der Krebstherapie. Weitere Medikamente zur personalisierten Behandlung von ­Lungenkrebs werden derzeit in klinischen Studien untersucht.

© Karin Bergmann

EU-Projekt: Geld für Impfstoff Myasterix

Forscher Fritz Andreae freut sich um Mittel für Kooperation.

Graz. Die Grazer piChem Forschungs- und Entwicklungs Gmbh entwickelt mit drei Partnern im Rahmen des EU-Projekts Myasterix einen therapeutischen Impfstoff zur Behandlung von Myasthenia gravis (MG), einer neurologischen Erkrankung, die zu einer gestörten Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel führt. piChem ist für die Wirkstoffherstellung und -Produktion verantwortlich.

Stoffwechsel im Rhythmus „Jede Zelle in unserem Körper hat eine eigene Uhr, die aus Genen und Eiweißstoffen aufgebaut ist und im 24-Stunden-Rhythmus Prozesse wie den Stoffwechsel und die Zellteilung regelt“, sagte Levi. Diese Uhren werden von einem Zeitgeber im Hirn, dem erbsenkleinen Suprachiasmatischen Nucleus gesteuert, der wiederum durch Licht, die persönlichen Gewohnheiten, die Ernährung und andere Umweltfaktoren beeinflusst wird, erklärte der Mediziner. Viele Medikamente in der Krebstherapie greifen Zellen an, die sich gerade teilen. Erwischt man sie zum richtigen Zeitpunkt, wenn sie zum Beispiel gerade ihr Erbgut verdoppeln, sind sie viel verletzlicher und die Medikamente wirken besser, erklärt Levi. Außerdem beeinflusst der Stoffwechsel-Status in den Zellen und Organen ihre Effektivität und wie stark die Nebenwirkungen sind, sagte er. „Wir haben beim Vergleich von klinischen Studien herausgefunden,

Im Schlaf laufen enorme Prozesse in unserem Körper ab. Ist er gestört, kann das auch zur Entstehung von Krankheiten führen.

dass die sogenannte Chronotherapie im Vergleich zur Standard-Chemotherapie die Überlebensraten bei Männern mit Darmkrebs um das Dreifache erhöht“, so der Mediziner. Bei Frauen habe man aber keinen Vorteil gesehen. „Deswegen müssen wir die Therapie bei jedem einzelnen Patienten auf die persönliche innere Uhr abstimmen“, sagte er. Doch derzeit könne man die beste Zeit für die Einnahme von Medikamenten nur nach dem Bevölkerungsdurchschnitt abschätzen. Darum untersuchen die Mediziner nun sogenannte Biomarker. Bei Mäusen haben sie herausgefunden, dass man nur die Aktivität von zwei Genen, die zur inneren Uhr gehören, beobachten muss, um den optimalen Zeitpunkt zu finden, an dem Medikamente verabreicht

werden sollten, so Levy. Er unterschied sich je nach dem Geschlecht und dem genetischen Hintergrund der Tiere um bis zu acht Stunden.

klärte Levi. Im Hopital Paul Brousse würde man derzeit 20 bis 30 Patienten pro Woche mit der Chronotherapie behandeln, insgesamt habe man nun schon knapp 3.000 Menschen auf diese Art therapiert. In Europa gäbe es die Chronotherapie an etwa 15 Krankenhäusern, in Österreich wisse er keines. Umgekehrt ist Österreich allerdings in der chronbiologischen Forschung aktiv. Wichtige Erkenntnisse wurden hier beim Austromir-Projekt gewonnen, die wiederum große Fortschritte etwa bei der Messung der Herzratenvariabilität hatten. Eingesetzt wird es in der Herzinfrakt-Therapie und der Burnout-Behandlung. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass ein gestörter Rhythmus Krankheiten verursachen kann.

Einsatz in Spitälern „Die Chronotherapie ist noch nicht sehr verbreitet, weil viele Leute skeptisch waren, dass der Zeitpunkt der Verabreichung so viel ausmacht“, erklärte er. Außerdem brauche man spezielle Geräte, um den Biorhythmus der Patienten bestimmen zu können. Die Kosten dafür würden sich aber bald rentieren, weil die Chronotherapie bei mehr als sechs ChemotherapieZyklen günstiger ist, als die konventionelle Verabreichung. „Die Patienten müssen weniger lang im Krankenhaus versorgt werden“, er-

Forschung Standard-Impfstoff gegen Masern als Basis

Biotech Beschleunigte Heilung chronischer Wunden

Wien. Der Schwerpunkt des Wiener Biotech-Unternehmens Themis Bioscience ist die Entwicklung von Impfstoffen gegen tropische Infektionskrankheiten. Kürzlich startete einer klinische Studie der Phase I des Impfstoffs gegen Chikungunyafieber. Die durch Moskitos übertragene Infektionskrankheit verbreitet sich zunehmend in Afrika und Asien und wird durch Fernreisen auch nach Europa und nach Nordamerika eingeschleppt. Der Impfstoff-Kandidat basiert auf einem Standard-Impfstoff gegen Masern auf der firmeneigenen ThemaxynPlattform. Diese verfügt über einen besonderen Vorteil: Es lassen sich ungewöhnlich große Gensequenzen einbauen, wodurch mit einem einzigen Impfstoff Immunreaktionen gegen mehrere Strukturen von Erregerzellen hervorgerufen werden können, was etwa für den zweiten derzeit von Themis entwickelten Impfstoff gegen das Denguefieber interessant ist. „Dank der Möglichkeit zur Insertion langer Gensequenzen können gleichzeitig vier Epitope – einer von jedem Serotyp – exprimiert werden“, sagt CEO und Themis-

Wien. Über 350 Mio. Menschen weltweit sind an Diabetes Typ 2 erkrankt. Experten rechnen damit, dass rund 50 Mio. davon aufgrund der schlechten Durchblutung der Extremitäten eine chronische Wunde, den sog. Diabetischen Fuß, entwickeln. Das österreichische Biotech-Unternehmen Tissue Med Biosciences hat ein Hydrogel mit einem hochwirksamen menschlichen Protein entwickelt, das durch eine Reihe von positiven Reaktionen in der Haut den Wundverschluss fördern soll. Am Allgemeinen Krankenhaus Wien wird nun erstmals der Wirkstoff in einer klinischen Studie der Phase I an Probanden getestet. Der Wirkstoff TMBP-3 regt die Zellteilung von menschlichen Hautzellen an und fördert damit einen deutlich rascheren Wundverschluss. Durch die Bildung neuer Blutgefäße wird die Durchblutung des Wundareals verbessert, und die Aktivierung des Immunsystems wirkt einer Wundinfektion entgegen. Der Tissue Med BiosciencesGründer und CEO des Unternehmens, Rudolf Berger, sagt: „Die

Impfstoff gegen Tropenkrankheiten Neues Hydrogel von Tissue Med Gründer Erich Tauber, „und ermöglichen eine tetravalente Vakzine. So entsteht ein effizienter Impfstoff, der gegen alle bekannten Serotypen gleichzeitig schützt.“

Weitere Tropenkrankheiten Themis will weiters Impfstoffe gegen Gelbfieber, Japanische Enzephalitis und West-Nile-Fieber auf Basis der Themaxyn-Plattform entwickeln. (um)

Erich Tauber, Themis-CEO: „Studien im Wiener AKH laufen.“

erfolgreiche Behandlung so vielfältiger Wunden mit nur einem Wirkstoff öffnet attraktive Marktchancen. Das haben jene Inves-toren bereits erkannt, die uns in den letzten Monaten ihr Vertrauen aussprachen und die weitere Entwicklung von Tissue Med Bioscience mitfinanzieren.“ Aufgrund der überzeugenden präklinischen Daten konnte das Unternehmen die Anzahl seiner Mitarbeiter in den vergangenen Monaten mehr als verdoppeln.  (um)

© TMB

Spittal/Drau. Rund 9 Mio. € will Merck in den Neubau seines analytischen Labors und die Erweiterung der Verpackungsanlage am Produktionsstandort in Spittal an der Drau investieren. „Merck Spittal gehört nun zur Sparte Consumer Health und spielt damit eine noch wichtigere Rolle für unser weltweites Produktions- und Vertriebsnetzwerk, insbesondere angesichts der Tatsache, dass über 90 Prozent der in Spittal produzierten OTC- und Vitaminpräparate in alle Welt geliefert werden“, sagt Udit Batra, CEO und Präsident der Sparte Consumer Health.

Wien. Manche Menschen sind früh morgens aktiv, andere blühen erst am Abend auf, weil die innere Uhr bei jedem anders tickt. Mediziner haben nun herausgefunden, dass Chemotherapie-Medikamente effektiver sind und weniger Nebenwirkungen haben, wenn man sie den Patienten nach dem individuellen Biorhythmus zur richtigen Tageszeit verabreicht, erklärte Francis Levi vom Hopital Paul Brousse in Villejuif (Frankreich) am Rande des Symposiums „Time – how nature sets the clock“ (Zeit – wie die Natur die Uhr stellt) am Campus Vienna Biocenter.

© Themis/Oleksandr Hnatenko

Merck Spittal wird zum wichtigsten Produktionsstandort ausgebaut.

© panthermedia.net/Mikhail Lavrenov

Andreas Feiertag

Rudolf Berger: „Chronische Wunden könnten behandelt werden.“


M e d i z i n t e c h n i k : E- H e a lt h

Freitag, 15. November 2013

healtheconomy – 61

Untersuchung Unabhängige Plattform MeineRaumluft.at analysierte Büros und Unternehmen auf Raumluftqualität

short

„Dicke Luft“ in Betrieben

Siemens bringt bessere Hörgeräte Nürnberg. Auf dem 58. Internationalen HörgeräteakustikerKongress EUHA in Nürnberg präsentiert Siemens erstmals die neuen Modelle seines leistungsstärksten Hörgeräts Nitro für Menschen mit hochgradigem Hörverlust. Das neue Nitro gibt es als Hinter-demOhr-(HdO) und In-dem-Ohr(IdO)-Gerät. Das HdO ist um fast ein Drittel kleiner als das Vorgängermodell und sitzt damit diskreter und komfortabler hinter dem Ohr.

Wien. Mehr als 360 Büros wurden bei einer österreichweiten Erhebung auf wesentliche Indikatoren für gesunde Raumluftqualität untersucht. die unabhängige Plattform MeineRaumluft.at präsentierte nun Ergebnisse, die zum Nachdenken bringen. In fast allen Büros wurden während des Messzeitraums Richtwerte für gesunde Raumluft zumindest punktuell über- bzw. unterschritten. Arbeitsmediziner geben die Folgen für den Einzelnen und die Wirtschaft zu bedenken: Ermüdung, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl sowie Leistungsabfall und Krankenstände. Als konsequenten, nächsten Schritt zur Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit, der Politik und v.a. der Betroffenen selbst unterschrieben namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft den MeineRaumluft-Appell

© Siemens-Pressebild

„Gesunde Raumluft. Mehr Lebensqualität“. Seit Winter vergangenen Jahres – und noch bis einschließlich 30. März 2014 – führt die Plattform österreichweit Erhebungen zur Raumluftqualität in Büros durch. Dabei fanden zwei Untersuchungsreihen statt. Einerseits gab es mehr als 230 Spontan-Untersuchungen in Büros, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Hoffmann & Forcher im Auftrag der Plattform. Andererseits wurden in Folge Raumluftdaten in weiteren 130 Büros jeweils eine Woche lang durch Mitarbeiter der Betriebe oder Betriebsärzte selbst erhoben. Gemessen wurden zentrale Indikatoren für gesunde Raumluft: Luftfeuchtigkeit, Raumtemperatur, Luftaustauschrate, CO2-Gehalt sowie die Anzahl der Luftionen, die in Sondermessungen mit einem speziellen Ionen-Messgerät ermittelt wurden.

Ina Karin Schriebl

© Plattform MeineRaumluft.at/APA-Fotoservice/Preiss

Messungen belegen, dass schlechtes Raumklima Konzentration schwächt und krank macht.

Mehr Leistung aus kleineren ­Geräten, verspricht Siemens. Vertreter von Unternehmen und Wissenschafter analysieren Raumluft in Büros.

Software IT-Tochter von Spitalsgruppe bietet Dokumentation von Pflegeleistungen direkt am „Point of Care“

Humanomed entwickelt Pflegemodul

© Humanomed

Klagenfurt. Ein neues Pflegemodul der Humanomed IT Solutions – erst kürzlich hat die Humanomed Consult ihre EDV-Abteilung in eine eigene Firma ausgegliedert – ermöglicht die Dokumentation der Pflegeleistungen auch direkt am „Point of Care“. Damit erhöhen sich in erster Linie die Flexibilität der Arbeitsabläufe sowie die Mobilität der Pflegemitarbeiter, teilt das Unternehmen mit. Verfügbar ist die Software für alle Berufsgruppen wie Ärzte, Physiotherapeuten oder Diätologen und ermöglicht Auswertungen und Statistiken für die Personalplanung, Risiko- und Diagnosehäufungen. Entwickelt wurde die Software während des laufenden Betriebs in der Privatklinik Villach und ist

Die Dokumentation des gesamten ­Pflegeprozesses wird immer wichtiger.

aufgrund des praktischen Bezugs optimal auf die Anforderungen der Mitarbeiter in der Pflege und die tägliche Praxis abgestimmt. Die im KIS (Krankenhaus Informations System) erfassten Patientendaten werden in die Pflegedokumentation übermittelt und stellen die Basis für die weitere Dokumentation in der Pflege dar. Das Pflege-Modul der Humanomed IT Solutions bildet den gesamten Pflegeprozess ab und umfasst Anamnese, Diagnose, Standardpflegepläne und Pflegeplanung, Risikoerhebung, OP-Checkliste, Verlaufsübersicht mit Durchführungsnachweis, Pflegestandards, Pflegebericht und Pflegebrief sowie Entlassungsmanagement. Die per Definition abrufbaren

Pflegediagnosen können bereits während der Anamneseerhebung ausgewählt werden, insofern das Problem zu diesem Zeitpunkt eindeutig ist. Jede Pflegediagnose ist mit einem eindeutigen Zahlencode verknüpft. Die Suche nach der jeweils benötigten Diagnose erfolgt mittels Code- oder Begriffseingabe. Je nach Diagnose erscheinen weitere Pflichtfelder zum Befüllen. Das soll die vollständige Eingabe gewährleisten und Lücken in der Dokumentation vorbeugen. Die in der Anamnese erfassten Daten werden automatisch auch in weitere elektronische Formulare, wie z.B. den Entlassungsbrief, übernommen; damit wird einer Doppeldokumentation vorgebeugt.  (iks)

Implantate, die sich nach OP auflösen Graz. 25% aller Unfälle im Kindesalter haben einen Knochenbruch zur Folge. Einige können mit einem Gips konservativ behandelt werden, andere – nämlich bei stark verschobenen Knochen – müssen operiert werden. Das im Jahr 2009 an der Medizin Universität Graz eingerichtete Laura Bassi Centre of Expertise „BioResorbable Implants for Children“ (BRIC) wurde von einer internationalen Jury erfolgreich evaluiert und wird daher für weitere drei Jahre aus Mitteln der öffentlichen Hand gefördert. Das Ziel des von Annelie-Martina Weinberg geleiteten Zentrums liegt darin, sich selbst auflösende Implantate zur Behandlung von Knochenfrakturen bei Kindern zu erforschen. Dadurch sollen der Klinikaufenthalt kurz gehalten und weitere Operationen vermieden werden.

Kommunikation NÖ-Spitäler nutzen Videokonferenzen

Beleuchtung Philips entwickelt mit Partnern spezielle Lichtsteuerung für Krankenhäuser

Kapsch vernetzt

Neues Licht für Intensivstation

St. Pölten. Mit der Umsetzung einer Videokonferenzlösung für 27 Klinikstandorte stärkt Kapsch BusinessCom die langjährige Kooperation mit der NÖ-LandesklinikenHolding. Das verwendete Cisco Videokonferenz-System ermöglicht den Ärzten der Kliniken standortübergreifende, interdisziplinäre Besprechungen, die die optimale Behandlung und Versorgung vor allem von Tumorpatienten vereinfachen. Kapsch hat die Einführung von der Bedarfserhebung und Beratung bis zur Installation begleitet und ist nun für Wartung und teilweise auch für die Betriebsführung verantwortlich.

Wien/Berlin. Jedes Jahr werden in Deutschland über zwei Millionen Aufenthalte auf Intensivstationen registriert. Oft befinden sich die Patienten in einem lebensbedrohlichen Zustand vor oder nach einer Operation. In dieser kritischen Phase nehmen sie die Umgebung nicht selten als irritierend und feindselig wahr. Die klinische Forschung hat gezeigt, dass Faktoren wie laute Geräusche, schlicht funktionale Beleuchtung und soziale Isolation das Risiko erhöhen, auf einer Intensivstation in einen schockähnlichen Zustand zu fallen. Das sogenannte Delirium kann den Krankenhausaufenthalt der Patienten erheblich verlängern und auch danach die emotionale und psychologische Verfassung weiter belasten. Zur Lösung dieser Herausforderung hat sich eine Reihe unterschiedlicher Partner zusammengefunden: Das Architektenbüro Graft, die Designagentur Art+Com und die Charité Berlin haben ein Verbundprojekt initiiert und Fördermittel vom deutschen Bundeswirtschaftsministerium (AiF) gesichert. Philips hat das

„Die Einführung des Videokonferenz-Systems hilft der NÖ Landeskliniken-Holding, ihren Patienten die optimale Behandlung zur Verfügung zu stellen. Die verwendete Lösung ermöglicht eine einfache und sehr flexible Einbindung interner und externer Teilnehmer und bietet auch hinsichtlich der zeitlichen und wirtschaftlichen Ressourcen

© Kapsch AG/APA-Fotoservice/Rastegar

Wirtschaftliche Vorteile

Georg Kapsch vernetzt 27 niederösterreichische Kliniken für Videokonferenzen.

Konzept maßgeblich mitrealisiert. Der erste Prototyp ist nun im klinischen Einsatz. In den neuen Räumlichkeiten der Station 8i der Charité verschwinden die medizinischen Geräte, und die Geräuschbelastung wird reduziert. Ein weiteres tragendes Element ist der großformatige, medial bespielbare Decken- und Wand-Screen von Philips. Der behandelnde Arzt gibt auf einer Tablet-Oberfläche Parameter

zum aktuellen Gesundheitszustand ein. Eine speziell entwickelte Programmierung von Art+Com steuert den Screen so, dass der Patient eine auf ihn abgestimmte Licht- und Stimmungssituation erhält. Unter anderem werden Live-Daten vom Deutschen Wetterdienst verwendet, um diesen Prozess zu unterstützen. Die Lichtdecke mit 15.400 LEDs erstreckt sich von Kopf bis Fuß des Patienten.  (iks)

© Philips

Vorteile“, erklärt Jochen Borenich, COO Kapsch BusinessCom. Für die optimale Anbindung und Videoübertragung kommt eine Cisco Tandberg Videokonferenzlösung mit Samsung-Bildschirmen zum Einsatz. An 27 Klinikstandorten wurden flächendeckend Videoendpunkte installiert. Die Buchung des Systems erfolgt über Outlook, und ein zentrales Management stellt den reibungslosen Ablauf sicher.

Licht und Lärm belasten gerade Intensivpatienten bei der Genesung.


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

62 – healtheconomy

Freitag, 15. November 2013

Tagung 18. Konferenz des Netzwerks Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen

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Psyche geht auf Talfahrt

Roche erneut geehrt als bester Recruiter

lastungen wie der Bevölkerungsschnitt. Und die Zunahme psychischer Erkrankungen erfordert neue Konzepte der Primärprävention, Früherkennung und Behandlung. Mit ihrer Expertise können Ausübende der Gesundheitsberufe nicht zuletzt wesentlich zur Öffentlichkeitsarbeit und Entstigmatisierung beitragen. Ein steigender Anteil an Invaliditätspensionen ist auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. In den medizinischen und pflegerischen Berufen stellt der zu frühe Abgang qualifizierter Kräfte in Verbindung mit zunehmenden Nachwuchsproblemen große Herausforderungen an den Erhalt der Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens. Die Förderung der seelischen Gesundheit der Mitarbeiter sei daher ein Gebot der Stunde, lautete der Tenor der zahlreichen Vorträge und Diskussionsrunden.

Sanofi Stiftung ehrt Grazer Forscher

Weitläufiges Problem Von dieser Entwicklung sind Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen mehrfach betroffen: Ihre Mitarbeiter leiden im selben Ausmaß unter psychischen Be-

Auf der Tagung wurden etliche Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen geehrt.

Humanität Rote Nasen starteten Krisenintervention

Lounge Agentur Welldone lud zum Gedankenaustausch

Wien. Die Clowndoctors von Rote Nasen bringen ein Lachen ab sofort auch in jene Gebiete der Welt, in denen es überhaupt nicht vermutet, aber dringend gebraucht wird. Dafür sorgt das neue Kriseninterventionsprogramm Emergency Smile. Speziell ausgebildete Clowns der Rote Nasen-Partnerorganisationen begeben sich in enger Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen in Krisen- und Katastrophengebiete und setzen hier die Kraft des Humors ein, um Momente des Aufatmens und der Hoffnung zu ermöglichen. Der erste Einsatz führte das Rote Nasen Emergency Smile-Team nach Akonolinga in Kamerun. „Schon ein kurzer Blick in die Nachrichten genügt, um zu sehen, wie viel Traurigkeit, Leid, und Hoffnungs-

Wien. Die Welldone Werbung und PR GmbH lud kürzlich zur Lounge unter dem Motto „Erlesenes erleben“ in die Österreichische Nationalbibliothek – der Einladung von Robert Riedl, Welldone-Geschäftsführer, folgten zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen. Der Präsident der Österreichischen Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, fungierte als Keynote-Speaker. Nach einleitenden Worten von Birgit Bernhard referierte Kapsch über die Bedeutung des Wirtschaftssektors Gesundheit am Standort Österreich. Er betonte den hohen Stellenwert von Bildung im Zusammenhang mit Gesundheitsvorsorge. „Prävention funktioniert maßgeblich durch Bildung. Je höher das Bildungsniveau ist, desto

Preisträger und Repräsentanten der Universität mit Roman Gamerith (re).

Graz. Die „Sanofi Stiftung“ zur Förderung der medizinischen Forschung in Österreich ehrte im Rahmen einer akademischen Feier nun Forscherinnen und Forscher der Medizinischen Universität Graz. Der Preis wurde von Sanofi-Geschäftsführer Roman Gamerith übergeben. Ausgezeichnet wurden Felix Hohendanner (Kardiologie), Martin Pichler (Onkologie) und Miriam Sedej (Experimentelle und Klinische Pharmakologie).

losigkeit es auf unserer Erde gibt; hier möchten wir helfen“, erklärte Monica Culen, CEO der Clowndoctors International.  (fei)

Emergenxy Smile: rasche Lachhilfe der Clowndoktoren in Krisengebieten.

buch-tipp

Martina Leibovici-Mühlberger: Die Burnout Lüge. 192 Seiten, 19,95 €. ISBN: 978-3-99001-062-4

höher ist der Gesundheitsgrad.“ Das heimische Gesundheitssystem sei aus Sicht der IV aber stark kurativ und wenig präventiv.  (fei)

Bei der Lounge: Georg Kapsch und Robert Riedl (v.l.).

Menschen, über die man spricht

© APA/Peter Palme

Verena Nussbaum ist die neue Obfrau der STGKK

© pixelkinder.com/P. Kollroß

Bloß keine Angst vor Burnout Angst vor Burnout? Schnell ein Urlaub und zwischendurch ins Spa? Es ist anders, als wir denken, meint die Ärztin, Psychotherapeutin und Unternehmensberaterin Martina Leibovici-Mühlberger in ihrem neuen Buch „Die Burnout Lüge“: Die Art von Burnout, die unser Gesundheitssystem immer öfter diagnostiziert, gibt es gar nicht. Sie dient bloß der Gesundheitsund Wellnessindustrie, die damit viel Geld verdient, und uns allen, weil wir uns so nicht dem wahren Problem stellen müssen. In Wirklichkeit sind weder persönliche Überlastung noch schlechte Arbeitsplätze schuld an der um sich greifenden Schwäche, sondern eine Gesellschaft, die schon viel zu lang statt auf Vertrauen auf Reglementierung und Kontrolle setzt. Das, was Leben ausmacht, haben wir wegrationalisiert. Burnout-Patienten sind ‚Vorreiter‘ eines Systemcrashs, doch wir sehen die Warnung nicht. Statt Pause machen arbeiten – aber das richtige, rät sie. (fei)

System ist viel zu wenig präventiv

© Rote Nasen Clowndoctors

© Sanofi

„Emergency Smile“ für Kamerun

© Welldone/Katharina Schiffl

Wien. Zum vierten Mal in Folge wurde Roche in Österreich (Roche Austria und Roche Diagnostics) als „Best Recruiter“ vom Karriereführer Career gemeinsam ausgezeichnet: Das Pharmaunternehmen hat somit wieder den 1. Platz in der Branche Pharma & Biotechnologie und den 7. Gesamtplatz von insgesamt 520 getesteten Unternehmen belegt. Gesamtsieger und damit bester Recruiter Österreichs quer durch alle Branchen ist voestalpine AG.

Graz. Die Steiermärkische Gebietskrankenkasse steht unter neuer Leitung: Verena Nussbaum ist einstimmig zur neuen Obfrau gewählt worden. Die 43-jährige Juristin folgt damit Josef Pesserl nach, der nach elf Jahren an der Spitze der STGKK zum neuen steirischen Arbeiterkammer-Präsidenten gekürt worden ist. Mit Verena Nussbaum stehen erstmals zwei Frauen an der Spitze eines österreichischen Sozialversicherungsträgers: Als leitende Angestellte lenkt Generaldirektorin Andrea Hirschenberger bereits seit 2009 die Geschicke des Unternehmens. Verena Nussbaum war seit 1998 als Rechtsreferentin in der Gewerkschaft der Privatangestellten für Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) tätig.  (fei)

P hil ipp W i t tmann , g es u nd heit smanager d es m onat s

Die Wirtschaftskammer Österreich wählt monatlich Persönlichkeiten aus dem Bereich Gesundheit zum „Gesundheitsmanager des Monats“. Für November ist der Scharnsteiner Philipp Wittmann, Manager des Gesundheits-Clusters (Clusterland Oberösterreich GmbH) ausgezeichnet worden. Nach dem Medizintechnik-Studium an der FH Linz war Wittmann als Projektmanager im Gesundheits-Cluster tätig, bevor er Anfang 2012 die Funktion des Cluster-Managers übernahm.

Jo hann H artner , verwa ltu n gsche f ­kl inik ra gni tz

Spitalsmanager Johann Hartner ist neuer Verwaltungsdirektor der Privatklinik Graz-Ragnitz. In dieser Funktion folgt der Grazer Silvia Stainer, die die Marketingleitung der PremiQaMed Group in Wien übernommen hat. Hartner war zuvor Geschäftsführer der Privatklinik der Kreuzschwestern in Graz und davor als Prokurist im Management bei der Merkur Versicherung. Hartner: „Mein Fokus wird auf Maßnahmen zur weiteren Qualitätssteigerung des Hauses liegen.“

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Der Karriereführer „Career“ ­zeichnete führende Firmen aus.

Klagenfurt. Das Österreichische Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG) und das Klinikum Klagenfurt am Wörthersee widmeten sich im Rahmen der ONGKG-Jahreskonferenz in der Vorwoche aktuellen Herausforderungen der Förderung der seelischen Gesundheit in und durch Einrichtungen der Krankenbehandlung. Der Grund ist einleuchtend: Nach Daten der WHO werden Depressionen und Angststörungen bis zum Jahr 2020 zu den häufigsten Krankheiten zählen.

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andreas feiertag

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Forderung: Seelische Gesundheit von Patienten, Mitarbeitern und regionaler Bevölkerung fördern.

Geo rg eff enb er ger , neu er Abt eilu n gsl ei t er der AUVA

Am 1. November übernahm Georg Effenberger die Leitung der Abteilung Prävention in der Hauptstelle der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt. Er folgt Karl Körpert nach, der sich in die Pension verabschiedete. Der zweifache Vater studierte Maschinenbau an der TU Wien und ist seit 1996 in der AUVA tätig, seit 2007 als stellvertretender Leiter der Abteilung Prävention in der Hauptstelle. Effenberger koordiniert damit einen der vier Kerngeschäftsbereiche.


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